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Sammy

Negresco

Andalusier | Hengst | gekört | F || DR: S (2) | FA: S*** (8)

Negresco
Sammy, 29 Juni 2016
Eddi gefällt das.
    • Sammy
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      Pflegeberichte aus Negresco`s Zeit bei Kirbeeh

      Kirbeeh
      Ankunft von Emperador & Negresco

      Ich saß schon einige Stunden am Schreibtisch und musste Papiere der Pferde ausfüllen, Anmeldungen der Pferde an Körungen, Tierärzte, Hufschmiede und Ausbilder. Ich seufzte, lehnte mich zurück und schaute aus dem Fenster, betrachtete das es schon dunkel geworden war und starrte auf die Uhr, 2 Uhr morgen schon und nichts habe ich erledigt, dachte ich. Ich machte die Schreibtischlampe aus und legte mich aufs Bett, nachdem ich noch einige Nachrichten auf meinem Handy checkte und anschließend einschlief. Der Wecker klingelte pünktlich und Ausnahmeweise überhörte ich ihn nicht. Heute sollten zwei Andalusierhengste ankommen, sofern alles gut verläuft. Ich hatte noch etwas Zeit und setzte mich mit den Blättern auf mein Bett und musterte die Pferde die heute ankommen sollten auf dem Papier. Sie kamen aus Spanien und kosteten mich ein Vermögen, ich war ziemlich froh über die Bereicherung von Andalusiern, den Momentan hatte ich nur Cadence, und um die Zucht ein wenig in Vordermann zu bringen habe ich den Entschluss gefasst. Auch überlegt hatte ich, nach Spanien oder Italien zu ziehen, doch ich wusste nicht ob das die Richtige Entscheidung wäre, der Umzug mit den ganzen Pferden wäre sehr stressig. Eine Stunde war Vergangen, mein Kopf dröhnte noch vom Papierkram, und im Hinterkopf hatte ich noch die letzte Begegnung mit David. Ich hatte ihn gestern in meinen Armen halten können, nach 2 oder 3 Jahren, auf Elisas Gestüt, als ich Cadence trainieren lassen wollte. Es war eine Riesen Überraschung für mich gewesen ich habe mich Wahnsinnig gefreut. Als lauter Glücksgefühlen hab ich zu viel Zucker in meinen Kaffee gemischt und konnte danach direkt einen neuen Servieren. Acht Uhr war es bereits und ich ging runter in den Stall um dort die Boxen zurechtzurücken, die ziemlich verlassen dastanden. Ich legte neues Stroh rein, füllte die Behälter mit frischem Wasser und wischte noch etwas Staub weg. Anschließend fegte ich den Hof sauber und machte die Einfahrt frei. Ich setzte mich wieder rein um die letzten Sachen zu erledigen damit ich die Pferde annehmen konnte. Elf Uhr war es nun, halb Zwölf sollten sie ungefähr da sein. Ich ging runter, zog mir eine warme Jacke und warme Schuhe an und begab mich erneut nach draußen, Neujahr lag bevor, jedoch kein Schnee und die Sonne schien. Ich hätte mir dieses Jahr sehr gerne Schnee gewünscht. Etwas verträumt und aufgeregt stand ich gelehnt am Weidentor und hörte das schnattern von Autos. Sie hielten genau vor mir und Occulta und Monsterflosse kamen mir entgegen die ich Herzlich begrüßte. Sie haben mit dem Transport geholfen wo ich sehr sehr dankbar war. Occulta nahm den ersten Andalusierhengst aus dem Transporter. Er war fein säuberlich geputzt und er glänzte sehr stark. Sein Blick war sehr gelassen, jedoch gleichzeitig aufgeregt als er mit den Beinen auf dem kalten Transporterboden trampelte. Ich begutachtete ihn von allen Seiten, streichelte seinen gewaltigen Hals und seine fein gekämmten Rabenschwarzen Haare. Ich ging eine Runde um den Hof mit ihm. „Und wie wird er heißen?“ fragte Occulta mich. „Ich weiß nicht. Negresco? Ich lege auf Spanischen Namen einen Wert bei denen... irgendwie.“ „Der ist doch schön“. Wir grinsten uns an. „Ach ja, das Halfter ist übrigens für dich.“ Sagte sie herzlich und ich umarmte sie dankbar. Es war ein edles Kaffeebraunfarbiges Halfter, es passte perfekt zu ihm. Etwas unruhig gingen wir nebeneinanderher. Anschließend brachte ich den Hengst in seine Box um den anderen begrüßen zu können. Ich ließ ihm das Halfter an und etwas stur ging er in die Box rein. Ich ging wieder zurück nach draußen, zum Transporter wo Monsterflosse schon den anderen Hengst hinausführte. Es war ein prächtiger kraftvoller brauner Andalusierhengst. Er hatte wildes Haar und zappelte nicht soviel rum wie sein Bruder. Er war etwas dunkler, jedoch größer und muskulöser. Brav ging er neben Monsterflosse und mir her. „Emperador“, murmelte ich. „Was?“ fragte sie. „Ehm, ja, so nenn ich ihn“, sagte ich und grinste. Sie nickte nur und lächelte ebenfalls. Ich hielt Emperador noch am Strick, während ich mich von Occulta und Monsterflosse verabschiede. Ich hatte mich nochmal bedankt, nachdem sie wegfuhren. Nun hatte ich Zeit Emperador und Negresco etwas mehr zu mustern, führte Emperador ebenfalls in die Box und starrte beide eine Weile an. Bald würde erst mal der Tierarzt und der Hufschmied kommen, wir haben noch einiges vor, dachte ich. Turniere, Körungen, all dies stand bevor. Doch nun dachte ich nur noch an eins, schlafen gehen. Es war wieder dunkel geworden, doch als ich auf die Uhr schaute war es erst sechs Uhr. Nichtsdestotrotz ging ich in mein Haus und machte ein Nickerchen, der anschließend als Tiefschlaf endete.
      30 Dez. 2013

      ZaiiHufschmiedsbericht
      - Ferro Di Cavallo

      Laut schmetterte ich das Lied mit, das im Autoradio lief. Heute führte mich mein Auftrag auf das Gestüt von HuskyJenny, wo ich mich bei dreien ihrer Pferde um die Hufe kümmern sollte. Als ich auf dem Parkplatz stand drehte ich das Radio leiser und stieg dann aus. Während ich mein Werkzeug aus dem Kofferraum auslud kam Husky mir aus einem der Ställe entgegen. Wir begrüßten uns und sie bot sich an, mir etwas abzunehmen. So machten wir uns bepackt auf den Weg zum Putzplatz, wo ich meine drei Kunden empfangen sollte. Während ich mir die Schürze umband und alles bereit legte kam Husky bereits mit meinem ersten Kunden aus dem Stall. Vor mir stand ein staatlicher Hengst, der auf den Namen Negresco hörte. Ich bot dem Hengst, dem das Stillstehen gar nicht zu gefallen schien, ein Leckerli an und wollte danach die Gänge des Andalusiers sehen. Der Braune hatte schwungvolle, großraumige Gänge, schien aber wenig begeistert davon, in Schritt und Trab vorlaufen zu müssen. Widerwillig folgte er Husky über den Hof und wollte sich danach auch partout nicht anbinden lassen. Stur stand er drei Meter vor dem Anbindering und tat keinen Schritt mehr nach vorne. Also drehte Husky nochmal eine Runde mit dem Hengst über den Hof und nachdem der Spanier sich danach auch noch das Werkzeug ganz genau angeschaut und zur Genüge angeprustet hatte, ließ er sich dazu durch, dass Husky ihn anbinden konnte. Während ich nun also den ersten Huf aufnahm und begann, die Hufwand zu kürzen und anschließend das Zerfallshorn aus der Sohle zu schneiden sprach Husky vorne mit ihrem Sechsjährigen, woraufhin dieser gespannt seine Ohren spitzte. Da Negresco Aluminiumeisen bekommen sollte und diese nicht gebrannt wurden war der nächste Schritt besonders wichtig, bei dem ich die Hufwand mit der Feile plan raspelte. Der Braune wurde schon wieder ungeduldig, weshalb ich einige Mühen hatte, den Huf festzuhalten und ihn nicht abzusetzen, weil er es verlangte. Nachdem Husky ihrem Schützling gut zuredete nahm dieser etwas Gewicht vom Fuß und ich ließ den Huf ab. Der Hengst wurde gelobt und ich steckte ihm zur Bestechung noch ein Leckerli zu, ehe ich mit dem zweiten Huf weiter mache. Hier wiederholte ich die Prozedur und diesmal verzichtete Negresco sogar darauf, mich mit seinem Gewicht fast umzuwerfen. Auch bei den hinteren Hufen machte er überraschenderweise kaum Probleme, sodass ich auch hier die Hufe nach überstandener Behandlung plan raspeln und kleine Kanten ausbessern konnte. Während ich mich nun daran machte, die passende Größe der Aluminiumeisen zu finden hatte Husky vorne alle Hände voll zu tun, da der Sechsjährige den Strick für sich entdeckt hatte und diesen nun im Maul hielt. Erst, als der braune Hengst sich nach mir umsah, da ich mittlerweile bereits das erste Eisen kalt schmiedete, ließ der Sturkopf den Strick los. Seine Blicke folgten mir aufmerksam, als ich immer wieder zwischen Amboss und seinen Hufen hin und her ging, um die Hufeisen nach einander anzupassen. Das exakte Schmieden war bei Aluminiumeisen besonders wichtig, da diese nicht erhitzt und auf den Huf gebrannt wurden. Schließlich schmiegten sich die Eisen perfekt an jeden der vier Hufe und ich musste diese nur noch mit Nägeln befestigen. Dabei hielt Negresco wunderbar still und wurde dafür auch sogleich von Husky gelobt. Schnell hatte ich meine Arbeit beendet und ließ mir abschließend nochmal die Gänge des Hengstes zeigen. Negresco lief aufmerksamer als vor der Behandlung und achtete mehr auf seine Besitzerin neben sich. Auch sonst schwangen die Hufe Negrescos nach wie vor großraumig, denn die Aluminiumeisen waren leicht und wurden von den Pferden deshalb kaum bemerkt. Ich war zufrieden und nachdem ich mich mit einem Leckerli verabschiedet hatte brachte Husky den Andalusier zurück in den Stall und in seine Box. Doch schon wartete mein nächster Kunde. Husky kam mit einem Hengst aus dem Stallgebäude, der Negresco von Fellfarbe, Körperbau und Größe sehr ähnlich war. Erst auf den zweiten Blick sah man die Unterschiede: es fehlten die Abzeichen und das Fell war doch ein wenig dunkler. Husky stellte mir den Augenschmaus als Emperador vor und erklärte auf eine Rückfrage meinerseits, dass es sich bei den beiden Andalusierhengsten um Brüder handelte, sogar um Zwillinge. Somit war auch die Ähnlichkeit geklärt und ich stellte mich darauf ein, dass Emperador auch charakterlich seinem Bruder ähnelte, wurde aber eines besseren belehrt. Schon beim Vorlaufen und –traben zeigte sich, dass der Hengst viel mehr auf Husky bedacht war und unbedingt gefallen wollte. Voller Tatentrang und mit gestelltem Schweif präsentierte er wunderbare, schwungvolle Gänge. Ich stellte mich mit einem Leckerli vor, doch ein Bestechungsmittel war hier, im Gegensatz zu seinem Bruder, nicht nötig. Emperador hielt brav still und ließ mich an allen vier Hufen die Hufwände kürzen und nachdem ich das Zerfallshorn aus den Sohlen geschnitten hatte auch jeweils noch den Huf plan raspeln. Auch dieser Braune sollte mit Aluminiumeisen beschlagen werden, was ich zügig erledigen konnte, da Emperador ähnlich große Hufe wie sein Bruder hatte und ich daher nicht lange nach der passenden Größe der Eisen suchen musste. Nachdem jedes Eisen an die exakte Rundung des Hufes angepasst und auch die Hufwand nochmal von kleinsten Dreckkörnern befreit wurde, brachte ich nach und nach die Eisen an. Emperador verhielt sich vorbildlich und hatte sich nicht mal von dem Geräusch, das Amboss und Hammer verursachten, wenn man das Eisen formte, aus der Ruhe bringen lassen. Ich verabschiedete mich wieder mit einem Leckerli und ließ mir noch die Gänge zeigen, bevor der Hengst zurück in seine Box durfte. Emperador schien an den Hufen empfindlicher zu sein, als sein Bruder, denn sein Gang hatte etwas an Schwung und Eleganz verloren, was aber kein Grund zur Sorge, sondern normal war und sich auch in wenigen Tagen legen würde. Husky war beruhigt und brachte den Andalusier zurück in den Stall. Ich beobachtete sie, wie sie vom Stall direkt zu einer der Weide lief. Auf ihren Pfiff hin drehten sich die Pferde zu ihr um und kamen, die einen mehr, die anderen weniger, motiviert, zu ihr gelaufen. Husky begrüßte alle Pferde, machte den Strick dann aber im Halfter eines Arabers fest und führte den Braunen auf mich zu. Der Araber zeigte sich wenig begeistert, von seinen Weidekumpanen weggebracht zu werden und lies sich auch von meinem angebotenen Leckerli nicht völlig überzeugen. Nachdem Husky schnell die Hufe ausgekratzt hatte zeigte sie mir die Gänge von Blümchen, wie die Stute hieß. Charakterlich hätte ich sie eher als Schwester von Negresco gesehen als Emperador. Die Stute schlug mit dem Schweif und hatte den Kopf rassetypisch hoch erhoben, als Husky sie führte. Während die Braune danach angebunden wurde und ich mich an ihren ersten Huf machte plauderten Husky und ich über die erfolgreiche Stute. Wie sich herausstellte, war Blümchen kein Araber, sondern sogar ein Arabisches Vollblut. Ich war tatsächlich beeindruckt, auch wenn mir Vollblüter normalerweise nicht zusagten, doch dieses war ein Exemplar von sehr altem, reinem Blut. Zu meiner Freude stellte Husky fest, dass die Stute heute einen guten Tag zu haben schien, denn trotz ihres zickigen und durchaus eigensinnigen Charakters machte das Vollblut keinen nennenswerten Probleme, während ich ihre Hufe aus – und in Form schnitt und zurecht feilte. Blümchen wurde von ihrer Besitzerin fleißig gelobt, während ich nun die richtige Größe der Aluminiumeisen, die auch sie bekommen sollte, heraus suchte. Die Stute hatte kleine, feine und sehr harte Hufe, mit denen sie einige Male scharrte, während ich die Eisen schmiedete. Doch auch hier konnte Husky Überzeugungsarbeit leisten, sodass die Stute mich auch ohne Probleme die Eisen anbringen ließ. Dank der tollen Kooperation von Pferd und Besitzer war ich schnell fertig und steckte der Stute nochmal ein Leckerli zu. Diesmal spitzte Blümchen sogar die Ohren und nahm es nicht ganz so missmutig an. Während Husky mir nochmals die Gänge der Stute vorführte nahm ich die Schürze ab und gab dann mein Okay, dass Blümchen es geschafft hatte. Die weichen Gänge zeigten noch immer eine wahre Ganggewalt und ließen schnell darauf schließen, wieso die Stute so erfolgreich war. Bestimmt war die Stute unter einem guten Reiter genau so harmonisch anzusehen und machte damit einfach nur Spaß. Lächelnd verabschiedete ich die Stute und während Husky das Vollblut versorgte packte ich alles zusammen und trug mein Werkzeug zurück zum Auto. Husky und ich verabschiedeten uns, dann fuhr ich wieder vom Hof, schon wieder ein Lied auf den Lippen.
      19 Jan. 2014

      Eowin
      Tierarztbericht für Negresco
      Tierarztpraxis zum Gesüt Federsee

      Als ich heute auf das Gestüt von Husky kam, wartete diese bereits auf mich.
      Sie begrüßte mich kurz, aber herzlich, dann lud ich das wichtigste Zeug aus meinem Krempel, während sie bereits in den Stall vor ging, um Negresco aus der Box zu holen.
      „Der geht lahm, oder?“, fragte ich, während ich durch die Stalltür trat.
      „Ja, der hat eine Schnittwunde am Oberschenkel.“
      Zögernd trat ich heran, begrüßte den Hengst kurz, indem ich über seinen Hals hinunter bis zum Bauch strich. Dann sah ich mir die Schnittwunde an.
      Sie klaffte ein gutes Stück weit auf, war aber bereits gut verkrustet und hatte sich nicht entzündet. Glück gehabt.
      Ich lobte den kleinen Hengst, der mich etwas misstrauisch begutachtete, dann holte ich die Spritze. Er sollte komplett durchgeimpft werden, also bekam er alles, was irgendwie relevant sein könnte, ob er Zuhause, oder in fremden Ställen stand. Das hieß: Influenza, Tetanus, Herpes und Tollwut.
      Wie ich bereits vermutet hatte, fand er es alles andere als witzig, gleich drei Spritzen über sich ergehen lassen zu müssen. Während er bei der ersten noch artig stand und beim Einstich aber schon ordentlich zuckte, hängte er sich bei der nächsten Spritze ins Halfter und wehrte sich mit Leibeskräften. Den Kopf hochgerissen und gegen das Halfter gestemmt, schielte er zu mir nach hinten, mit fest angelegten Ohren und Augen, in denen man das Weiße sah.
      Als ich ihm zur Beruhigung den Hals klopfte, begann er wild mit dem Kopf zu schlagen und vollführte Bewegungen, die dem Weben ähnelten. Noch immer lagen seine Ohren fest am Kopfe, er lehnte sich auf die Hinterhand und begann, mit dem Kopf Achten zu beschreiben. Noch immer hatte er mich fest im Blick, auch wenngleich ich bereits einen Schritt zurück getreten war.
      Dann gab das Halfter nach. Es war nicht kaputt, nein, er hatte sich geschickt aus seinem Nylon-Käfig – wie er es sicherlich gerade empfunden hatte – gewandt. Einen Augenblick stand er da, die Hinterhand breit auseinandergestellt, Augen weit aufgerissen, geblähte Nüstern, und verstand nicht, dass er frei war. Dann beobachtete ich, wie er sich spannte, wie die Muskeln unter seiner Haut hervor traten und die Adern sich anspannten. Ich sah förmlich, wie das Adrenalin durch seinen Körper strömte. Dann schob er die Hinterhand weit unter den Körper und schoss aus dem Stall.
      Von seiner Lahmheit war nichts mehr zu sehen, als er wie ein Berserker mit hoch erhobenem Schweif über das Pflaster des Hofes preschte.
      „Hengst frei!“, rief ich, dann löste ich das Halfter und hastete hinterher.
      „Bleib stehen du alter Simulant!“
      Er lief vollkommen klar. Mittlerweile war er an den Weiden angelangt und rannte wie ein Tier, das zu lange im Zoo gelebt hatte, am Zaun auf und ab. Ich verlangsamte meinen Schritt, begann eine verwahrende Haltung einzunehmen und säuselte beruhigende Worte. Er wieherte so laut, dass es in meinen Ohren dröhnte, sein Hals war bereits schweißnass. Da sah ich, wie er im Stechtrab einen Zirkel beschrieb, aus diesem angaloppierte und straight a way auf den Zaun zuhielt. „Der geht da nicht drüber, das ist ein Spanier“, dachte ich, als er bereits zum Sprung ansetzte und mit einem grazilen Hoppser über den 1,40m hohen Zaun in der Stutenweide war.
      Das durfte doch alles nicht wahr sein!
      Mittlerweile kam Husky bei mir an und streckte mir einen Eimer mit Futtern, Äpfeln und Möhren hin, während sie sich mit beiden Händen auf die Knie stützte und zunächst nur mit Atmen beschäftigt war.
      Ich wusste, dass ihre Kondition eigentlich gut sein musste, so viele Pferde wie sie zu reiten hatte auf dem Gestüt, aber Stress und die weiten Wege, die der Hengst zurück gelegt hatte, zollten ihren Tribut.
      Achtsam schob ich den Eimer auf die andere Seite des Zaunes und kletterte dann etwas unbeholfen durch die Litzen, das Halfter von Negresco noch immer fest umklammert.
      Die Stuten hatten bereits Reißaus genommen, der Spanier setzte ihnen im Imponier-Trab hinterher. Als die Stuten sich beruhigt hatten und ihren Lauf verlangsamten, beobachtete ich, wie Negresco tatsächlich anfing zu piaffieren. Verrücktes Tier.
      Langsam ging ich auf ihn zu, säuselte beruhigende Worte, doch er war so mit Imponieren beschäftigt, dass er mich erst wirklich bemerkte, als ich den Strick schon um seinen Hals geschlungen hatte. Bevor er auf die Idee kam, erneut auszubüchsen, bot ich ihm das Futter dar, welches er gierig verschlang. Vorsichtig streifte ich das Halfter über seine Nase und verschloss es fest. Dank dem Futter folgte mir der Hengst zum Tor, welches Husky bereits für mich geöffnet hatte. Ich geleitete den Braunen wieder in den Stall und band ihn an – hinter mir schloss Husky sogleich die Tür. Das würde uns nicht noch einmal passieren.
      Ich atmete tief durch. „Bekloppter Bock!“, entfuhr es mir, dann musste ich lachen. „Du hast da einen erstklassigen Simulanten! Von wegen lahm!“
      Erneut setzte ich die Spritze an, dieses Mal war er brav, was ich mir gedacht hatte, in Anbetracht der Tatsache, dass er pustend vor mir stand, so ausgelaugt, dass der Schaum ihm auf dem Halse stand. Auch bei der dritten Spritze war er nun lieb, sodass ich ihn lobend klopfte, was einen von schweiß weißen Handabdruck auf dem Hals hinterließ.
      „Wir sollten ihn trockenreiben und dann mit Decke in den Stall stellen“, meinte ich, woraufhin Husky Stroh und eine Abschwitzdecke holte.
      Erst, als der Bauch bereits weitestgehend trocken gerubbelt war, stellte ich fest, dass Negrescos Wunde wieder aufgerissen war. „Ach du heilige…“, entfuhr es mir. Er zuckte herbe zusammen, als ich sein Fell einige Zentimeter neben der Wunde betrachtete. Langsam, aber stetig quoll hellrotes Blut aus dem Schlitz hervor.
      „Ich nähe das eben. Dann heilt das schneller und du läuft nicht Gefahr, dass sich da wildes Fleisch drauf bildet, dann bleibt da nämlich ewig eine hässliche Narbe.“
      Husky war einverstanden und ich holte das Desinfektionsmittel, Schere, Fäden und Nadel sowie eine örtliche Betäubung.
      Schnell und mit geübten Handgriffen säuberte ich die Wunde und betäubte Negresco an den relevanten Stellen. Sehr vorsichtig und sorgfältig nähte ich die Wunde zu, sodass keine Narbe zurückbleiben würde. Es war schnell gemacht.
      „Die Fäden lösen sich normalerweise von alleine auf. Sollten da in 14 Tagen noch Fäden zu sehen sein, solltest du dich eben melden, dann zieh ich die. Auch, wenn die Wunde nochmal wieder auf geht. Ansonsten bleibt da nichts von übrig und er müsste, sobald die Fäden raus und die Wunde stabil ist, wieder voll einsatzfähig sein.“
      Husky nickte, streifte ihm die Abschwitzdecke über und brachte ihn in den Stall. Gleich durfte mein nächster Patient kommen.
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      20 Jan. 2014


      KirbeehTag der offnen Tür
      Bereits um 8 Uhr kamen die ersten Teilnehmer für das kleine Turnier. Vina beeilte sich um die Gäste zubegrüssen. Riley, ihr Schäferhund, tappelt schwanzwedelend hinterher. Occu und Amy bauen neben der Halle bereits die Paddocks auf. Die Hofbesitzerin grüsst sie. Nach einen kleinen Plausch, geht sie wieder rein und holt Unterlagen. Diese bringt sie in den Turm, die Tagesmeldestelle.
      Gegen 9 Uhr kommen auch Jenny und Alicia. Etwas später kommen auch Medy, Soso, Sarah und Wolfszeit. Nach 10:30 Uhr haben alle sich schon an der Meldestelle gemeldet. Noch ist das Turnier nicht. Doch jetzt beginnt die kleine Vorstellung in der Reithalle. Vina hat Þögn schon im Stall fertig gemacht und Fynja Skelfing. Die Musik ertönt, Casper mit Lilabalu. Im Schritt reiten sie ein. Jeweils biegt einen Links und die Andere Rechts ab. Bei E und B bremsen sie und senken die Köpfe. Als es anfängt mit „Light shine into my face.“ Tölten die beiden Frauen los und gehen erst eine Runde ganze Bahn. Vina reiten innen an Fynja vorbei. Anschliessend folgt ein Zirkel. Jeweils auf dem A und C, als sie sich bei X begegen Klatschen sie ein. Weitere Elemente sind Schlangenlinienen und Volten. Auch reiten sie mal nebeneinander her und hintereinander. Am Ende der Kür reiten sie Hand in Hand raus. Das Publikum applaudiert. Es sind ziemlich viele Da. Die Halle hat 350 Sitzplätze und 200 Stehplaätze. Ausserdem ist der VIP Lounge auch die Möglichkeit zu 10 zu sitzen, doch dort muss man zahlen um rein zukommen - auch Heute.
      Weiter im Programm geht es, das die Männer Thor und Fynn die auf dem Hof befindenen Nachzuchten vorzuführen. Darunter sind Tväifari, Sunna, Nökk und viele Mehr. Die Jungpferde sind in Topform und auch schon alle gebrannt. Die einen früher die anderen Später. Wärenddessen bereiten die Frauen schon die Reitplätze vor. Es fehlt nur noch etwas Deko. „Hey. Ich wollte schon lange mal auf euren Hof kommen, da hat sich der Tag der offnen Tür gut gemacht.“, begrüsst Sarah die Beiden. Sie umarmen sich und plaudern etwas. Von weiter hinten kommt auch Amy. Sie begrüsst Vina und Fynja ebenfalls. Nun reden die Frauen. Andere Gäste wollen was fragen, doch das kriegt Fynja und auch Vina nicht mit. Dann klingelt, aber auch schon der Wecker von Vina. Das Westernreiten beginnt in der Reithalle.
      Die ganzen Teilnehmer zeigen was sie können. Es wurden extra deutsche Richter eingefahren. Den ganzen Lärm hält wieder vom Stress her nicht aus und verschwindet erst mal in der Meldestelle, doch auch da ist es nicht ruhiger. Ein paar Menschen wollen Beratungen zu unserer Zucht und vieles mehr. Wenige Fragen werden beantwortet und dann geht es weiter. Fynja hat es auch nicht leichter. Sie steht auf dem Abreiteplatz und verteilt die Positionen. Gleichzeitig macht sie auch die Auswertung der Prüfungen.
      Nach dem Western kommen auch die Dressurprüfungen in dem Viereck. Die Zuschauer gucken sich alles gespannt an. Ab und zu gibt es Pannen, Reiter kommen zu Spät oder verreiten sich. Doch auch Nachnennung gibt es. Unsere helfende Hand,Hayley, ist auch nicht. Gerade jetzt muss sie auf Weltreise sein. Super. Leicht genervt hetzen die Hofbesitzer über das Gelände.
      Bei der Springprüfungen haben sie endlich zwei Helfer gefunden, Medy und Jual. Die beiden Frauen hatten nach gefragt ob sie was tuen können, da haben wir natürlich gleich zugeriffen. Jetzt läuft auch alles besser. Der Stress wurde etwas gelindert.
      Gegen 17 Uhr eröffnet auch das Abend Buffet. Der Sporthof hatte eine Cateringfirma angerniert. Es gibt viel Auswahl. Füre alle ist was bei, es gibt extra Veganer Essen aber auch Vegitaria. Also kann niemand meckert. Aber auch das ganze Essen ist Laktose frei. Viele Gäste sind schon gegangen, aber die Stimmung wird immer besser. Es fliesst der erste Alkohol und auch sonst ist die Menge in guter Stimmung. Es läuft typische Isländische Volksmusik.
      Es ist 19 Uhr und Fynja fällt ein, dass noch Siegerehrung ist. Also macht Fynn eine durchsage und die Truppe geht zur Reithalle. Alle Reiter kommen mit einem Lächeln im Gesicht raus. Jeder hat eine Schleife oder Pokal. Das ist doch tool. Es gab zwar nicht viele Reiter, aber trotzdem. Noch bis in den frühen Morgen wurde gefeiert. Die Teilnehmer und Hofleute wa
      7 Apr. 2014

      Kirbeeh
      Umzug nach Spanien – Das „Haras Equitador“
      Teil 1

      Es fing an mit einem stressigen Morgen, ich stand auf schaltete das Radio an und zog mir warme Sachen an, schaltete die Kaffeemaschine an und setzte mich auf die Couch um einige Papiere zu beobachten. Es war nun halb sieben in der Früh, um sieben Uhr sollten die Männer kommen. Überall stapelten sich Kisten und ich war froh noch einen Kaffee genießen zu können. Ich werde nicht alles mit holen, dachte ich mir, denn die Pferde hier müssen noch versorgt werden da sie bisher nirgends hinkommen konnten. Es war und ist immer noch eine schwere Entscheidung wen ich mit holen werde und von wem ich mich verabschieden werde. Ich trank den Kaffee aus und schaute auf mein Handy; ein Unbekannter Anruf. Ich hatte nicht den drang zurückzurufen und schaute aus dem Fenster, wo ein Riesiger Laster in das Grundstück hineinfuhr. Ich stolperte die Treppen hinunter und zog mir eine Jacke über und schlüpfte in meine Stiefelletten. Langsam ging ich zum Laster hinüber wo ein Mann geduldig auf mich wartete. „Hallo, danke das ihr so früh hier seid“, begann ich. „Kein Problem. So, wo fangen wir denn an?“, fragte mich der Mann, er trug ein blaues Hemd und hatte einen leichten Stoppelbart und dunkelgrüne Augen. „Eh... Also die Sachen sind alle markiert beziehungsweise schon in Kisten einsortiert, mein Bruder wird ihnen dabei helfen, solange mach ich anderweitige Arbeit.“, sagte ich mich einem leichten grinsen, welches der Mann erwidert hatte und begann mich zu den Ställen. Emperador, Lisonjera und Emperador standen dort und müssten mitgenommen werden. Sie schienen noch nichts zu ahnen und kauerten genüsslich an dem Heu herum. Alle Pferde die ich nach Spanien mitnehmen würde wurden schon vom Tierarzt untersucht und durften mit, alles war geklärt, trotz allem hatte ich meine Bedenken, es war eine lange Reise. Wir müssen durch Frankreich fahren und dann nach ungefähr dreizehn Stunden Autofahrt in El Papiol ankommen, natürlich wird das wohl länger als nur dreizehn Stunden dauern, denn wir wollen den Pferden keinen großen Stress bereiten und einige Pausen mit einarbeiten. Etwas in Gedanken versetzt verabschiedete ich mich von den dreien und ging rüber zur Weide wo ich Cadence, Insane und Halluzination begutachtete. Ich war mir hier jedoch noch nicht sicher ob ich nicht noch welche mit holen würde, es tut schon weh sich von den Pferden zu verabschieden. Ich schaute über die Weide und ging anschließend wieder. Ich habe mich entschieden meine Zucht auf Barockpferde zu spezialisieren, beziehungsweise auf Lusitanos, Andalusier und Friesen. Jedoch wollte ich noch einige Privatpferde haben, einfach weil ich diese Pferde zu sehr liebe um sie wegzugeben. Unter anderem währen das Douglas, Albaran ox, Soldiers Pride und Sir Lancelote. Beim Gedanken so viele Pferde hier zu lassen kamen mir etwas die Tränen, andererseits habe ich diese Entscheidung gefällt, habe lange darüber nachgedacht. Währen dessen sind die Männer gut am Werk und tragen gerade einen Tisch in den Laster hinein. Ich schaute Traurig über die Weiden, sah die großen Shire Horses, die große Vielfalt aller Rassen. Ich hing sehr stark an ihnen, jetzt gibt es kein zurück mehr. Während ich mich lange Gedanken machte, mir Sorgen machte und an die Zukunft in Spanien dachte, riss mich der schrecklich peinliche Klingelton von meinem Handy aus den Träumen. Ich starrte auf das Display, Unbekannter Anrufer. Ich war nicht wirklich heiß drauf abzunehmen, drückte daher auf Ablehnen und entfernte mich vom Zaun und ging rüber zum Laster. „Ich helf' mal mit“ sagte ich etwas kleinlaut und ging in das Haus hinein. Der Geruch von Kaffee ging über das ganze Haus. Derweil waren anderthalb Stunden vergangen, so fragte ich die Jungs ob sie nicht eine Pause haben wollten. Anschließend saßen wir im Wohnzimmer auf einigen Kisten und ich machte den Kaffee, ich hatte einige Tassen aus der Kiste herausgefischt. „Schmeckt Klasse, Dankeschön“, hörte ich Reihenweise und ich nickte nur mit einem leichten grinsen. Der Mann vorhin, der mit den dunkelgrünen Augen, er schaute mich die ganze Zeit an. Es viel mir schwer seinen Blick zu erwidern, und immer als dies Geschah musste ich peinlich grinsen. Nun war es neun Uhr und ich lehnte mich gegen die Küchentheke, als erneut mein Handy klingelte. Dieser Klingelton war schrecklich, allerdings fingen alle an zu lachen und etwas beschämt drückte ich auf den Ablehnen Knopf. Ich mochte diesen Klingelton und würde ihn nicht ändern wollen. Wer könnte das nur sein der mich andauernd erreichen wollte. Etwas besorgte schaute ich auf mein Handy nachdem ich es wegsteckte. „Wieso gehst du nicht dran?“ fragte dieser ziemlich gutaussehende Mann der mich mit seinem Blick gefesselt hatte. „Ich weiß nicht wer das ist oder sein könnte...“ etwas lächerlich hörte sich das schon an, aber ich hasse es, wenn man in Ungewissheit Telefoniert. „Hast du Angst?“ der Mann fing heftig an zu lachen und ich starrte ihn böse an. Ja, irgendwie hatte er Recht. Ich seufzte und legte mein Handy ab. Es stand noch soviel herum, zu viel. Ich ging hoch in mein Zimmer, mitten auf der Treppe hörte ich wieder mein Handy klingeln, welches aber Abrupt stoppte, ich schaute hinunter und rannte wieder ins Wohnzimmer. „Hallo... Hier ist Mike... Die Frage ist wer sind sie..“ Ich hörte aufmerksam zu und setzte mich neben Mike, so hieß er anscheinend. Er funkelte mich mit seinen grünen Augen an während ich ihn fragen musterte. „Wer ist da?!“ „Irgendein David.“ Etwas sprachlos saß ich da und wusste zunächst nicht was ich tun sollte, doch schnell drückte mir Mike mein Handy ans Ohr und begann wieder mit der Arbeit, verabschiedete sich mit einem Augenzwinkern und ging hinaus. „Ehm... Hey!“ stotterte ich leicht in mein Handy rein. „Was gibt’s?“ fragte ich, doch das einzige was er erwiderte, war. „Wer ist Mike?!“ Ich grinste in mich hinein, beantwortete seine Frage jedoch nicht. Er wiederholte diese Frage andauernd, anschließend hatte er angeboten beim Umzug mitzuhelfen, ich nahm die Hilfe dankend an, und nach einer Halben Stunde stand er auf dem Hof herum und schaute sich um. Ich kenne David schon lange, 4 Jahre ungefähr. Damals waren wir so was wie zwei verliebte. Und vor nicht allzu langer Zeit trafen wir uns wieder, zusammen mit Samarti, er war dort Trainer, und Gehilfe, so etwas in der Richtung jedenfalls. Es war komisch, diese Begegnung hatte etwas magisches. Und nun, wo ich ihn dastehen sehe... Allerdings habe ich meine Gefühle für ihn schon länger abgelegt. Etwas mulmig im Bauch begab ich mich nach draußen, vergaß meine Jacke und kehrte nochmal zurück um mir die Jacke anzuziehen. Ich sah das er immer näher kam und ich lächelte ihn an. Wir begrüßten und mit einer Umarmung und wir begannen ein Gespräch zu halten. Wie ich es handhaben werde, den ganzen Umzug. Es war viel zu machen. Wir redeten und redeten, über alles mögliche, was die letzten Jahre so passiert ist. Es tat gut, unheimlich gut. Wir gingen den Plan durch, heute werden wir - also ich und David, da er sich dazu bereit erklärte – alle Pferde pflegen und versorgen die hier bleiben. Am nächsten morgen machen wir dann alle Anhänger klar und fahren nach Spanien. Ich freute mich, sehr sogar. Wir hatten nun den ganzen Nachmittag Zeit hier aufzuräumen. Wir fingen im Stall an, dort stand Husky und Burnin' Awake and Lifeless, die werden hier bleiben. Während David sich an Husky ran machte kümmerte ich mich um das Fohlen. Ich putzte ihn und füllte seine Box neu ein, sowie das Wasser dort. Zum Schluss gab ich ihm noch einige Leckerlies mit in die Box hinein. David wurde ungefähr Rechtzeitig fertig, derweil erzählte er mir von seiner Ausbildung als Pferdeausbilder. Als ich ihn kennen gelernt hatte, hatte er noch Fußball gespielt, was er aber immer noch drauf hätte, meinte er zumindest. Zusammen watschelten wir rüber zur Weide, dort begab ich mich zunächst zu Schachfigur, Meine Fäden, Aloha from Hell und Heartbeat. David beschäftige sich derweil mit Glanzstück, Blümchen, Talmih und Possibility. Schachfigur war schon lange bei mir, ich habe ihn nun gute fünf Jahre hier auf dem Gestüt, sowie meine Fäden immer mein kleiner Schatz war. Ich hatte schöne Erinnerungen mit ihnen. Zunächst mussten wir sie mit einem Halfter mitnehmen und dann banden wir sie alle draußen an. Wir putzen sie, striegelten sie, und ich konnte mir eine kleine Träne nicht verkneifen. David sah dies, er achtete sehr auf mich. Er kam auf mich zu und umarmte mich. Ich erwiderte diese Umarmung, er drückte mich fest an sich. Ich öffnete meine Augen und schaute auf seine braunen, starken behaarten Armen. Ich atmete seinen Duft ein, wie ich diesen vergessen hatte. Er ließ nicht los. Lange Zeit standen wir ineinander, ich spürte seinen Herzschlag. Meine Arme fingen an Wehzutun und ich ließ locker, er merkte dies und tat das gleiche. Wir starrten uns an, verlegend drehte ich mich weg und griff eine Bürste und das Fell von Heartbeat zu säubern. Die etwas zickige Stute lies dies aber gut ergehen. Genau wie mit Aloha from Hell, dies wunderte mich sehr, er war inzwischen erwachsen geworden, er ist nicht mehr so böse wie früher. David war fertig, ich auch. Zusammen brachten wir die Pferde wieder zurück auf die Weide. Mit Putzzeug und Leckereien bewaffnet gingen wir zu den Ponys, hier verabschieden wir uns von Herbstraum, Star, Dancer in the Moonlight, Alufolie, little Jim, Shalom, Spotte Dreams und Kronjuwel. Ja, Douglas wird unser einziges Pony in Spanien sein. Währen wir mühsam begannen die Pferde nacheinander zu putzen begann David ein Gespräch zu beginnen. „Du Jenny. Würde es dir was ausmachen, wenn ich mitkommen würde? Also, ich meine ob ich dich begleiten dürfte...“ etwas fragend schaute ich ihn an, was meinte er damit? „Ehm, willst du wirklich 12 Stunden hin und herfahren?“ ich lachte kurz und schaute zu ihm rüber, er jedoch lachte kein bisschen. „Nein damit meinte ich. Du weißt doch, ich komm eigentlich aus Spanien und so weiter. Ich habe vor einigen Jahren schon überlegt umzuziehen, also zurück nach Spanien eigentlich Tuilla, aber...“ Ich schaute ihn erstaunt an, wartete, doch es kam nichts mehr aus seinem Mund. „Also... wenn du möchtest kannst du eine Weile auf meinem Gestüt leben, bis du halt ein Wohnsitz für dich gefunden hast...“ Sagte ich etwas kleinlaut, habe ich das gerade wirklich gesagt? Ich habe nicht einmal darüber nachgedacht, doch sein leuchten in den Augen ließ alle meine Sorgen verschwinden. „Dein Ernst?!“ ich nickte, er umfiel mich mit einer deftigen Umarmung und flüsterte mir ein Danke ins Ohr. Ich war nicht sicher ob ich jetzt lachen sollte oder nicht, aber es würde bestimmt schön werden. Dann wäre ich nicht ganz alleine, und hätte eine große Hilfe an meiner Seite. Je länger ich darüber nachdachte, desto mehr gefiel mir die Vorstellung. Nachdem wir auch damit fertig waren, die Ponys von Dreck zu befreien, kam mir der Mann von vorhin, Mike entgegen. Je näher ich ihn betrachtete desto Attraktiver fand ich ihn. Ich setzte ein lächeln auf und wartete was er zu berichten hatte. „Ja. Also wir sind jetzt erst mal fertig mit der Arbeit hier. Sättel und das ganze andere Zeug holen wir dann Morgen. Morgen früh fahren wir dann los.“ Er drückte mir seine Hand hin um sich zu verabschieden. „Danke, na also dann bis morgen früh“ grinste ich, er ging und ich spürte einen kleinen Zettel der an meiner Hand klebte. Ich drehte mich weg und schaute auf meine Hand. Was sollte das? Ich öffnete den Zettel, schaute zu Mike, die mit einem Auto wegfuhren und wieder auf den Zettel. Ich öffnete ihn langsam, ohne zu bemerken dass David hinter mit stand. Mike 01805 4646. Ich kicherte, David jedoch sah ziemlich sauer aus. „Okay, wer ist Mike?!“ „Das war doch der Mann eben.“ sagte ich Trocken. Mit verschränkten Armen stand er da. Wieso wollte er alles wissen? „Der ist der Typ der... Na ja, er ist der Umzugshelfer. Ich kenne ihn gar nicht“ „Wieso hat er dir dann seine Nummer gegeben?!“ „Vielleicht findet er mich hübsch“ Sagte ich kleinlaut und musste kichern. „Na los, lass die anderen Pferde pflegen, will heute noch fertig werden.“ Er nickte und als wir die Pferde wieder zurückbringen wollte, fragte er mich wieso ich nicht ans Handy gegangen bin als er versucht hatte mich anzurufen. Ich erklärte das ich Angst hatte beziehungsweise es nicht mag wenn mich Leute anrufen die ich nicht gespeichert hatte, dass Mike dann ran gegangen wäre da ich mein Handy liegen lassen hab und so weiter. Etwas mürrisch trotteten wir zur nächsten Weide, wo meine Vollblüter standen. Es war bereits sieben Uhr, wir pflegten Muh!, Saddy, Silberstern, Mike, Khadir, Teasie und Arsil auf der Weide. Ja wir mussten alle selbstständig pflegen, da ich meine Stallburschen und Helfer bereits gekündigt hatte. Es war um einiges Anstrengender als ich dachte, zum Glück waren sie nur etwas staubig und weniger verschlammt. Auch Laurencio, Fine Frency, Season's Princess, Draugsa, Casablanca, Yanetha, Puppenspieler, Aerith und Silenc Dream, sowie meine zwei Shire Horses Tigra und Rayon de Solei haben lange gedauert. Wir haben es so ausgemacht, er kratzt die Hufen aus, er Striegelt, und ich Bürste das Fell nochmal gründlich und Kämme das Langhaar durch. Anschließend war ich doch sehr, sehr dankbar das David hier aufgekreuzt ist, wir waren ein gutes Team. Mit ihm ging die Zeit schnell vorbei, und ehe wir es sahen, war es schon zehn Uhr. Und wir waren fertig. Erschöpft ließen wir uns in meinem Haus unter, der fast völlig Leerstand. Das einzige was noch hier war, war die Kaffeemaschine und mein Bett. Ich führte ihn ins Haus hinein. Wir haben noch etwas geredet, haben gelacht, bis in die Nacht hinein. „Wir müssten mal schlafen, morgen ist ein langer Anstrengender Tag.“ Sagte ich Vorsichtig und schaute ihm Tief in die Augen. „Danke. Danke für alles, wirklich, du warst mir heute mehr als nur eine große Hilfe...“ Sagte ich als wir beide an der Tür standen. „Bis morgen früh dann“ Sagte er und hielt mir die Hand hin. „Warte, nicht dein Ernst oder“ Ich lachte laut als ich den Zettel in meiner Hand entdeckte. „Bis morgen dann“, sagte er und lächelte mir Herzhaft zu. Ich lehnte mich mit verschränkten Armen gegen die Säule und sah ihm hinterher, bis er ganz verschwunden war. Es war spät am Abend, fast zu spät. Ich legte mich auf mein Bett, schaute auf meine Koffer, dann wieder auf den Zettel, mit dem ich in der Hand einschlief.
      Am nächsten morgen schaute ich verdutzt auf mein Handy, ich habe 4 Wecker übersprungen und bin erst jetzt, um halb 7 aufgewacht. Ich hatte immer viele Wecker gestellt, da ich zu feste und zulange schlafe, ich habe meinen Schlafrhythmus ausgeschaltet und könnte den Tag durchschlafen, vor allem da ich letzte Nacht relativ spät schlafen gegangen war. Total in Eile stand ich auf und rutschte über den Linoleum Boden schnell ins Badezimmer. Ich hatte eigentlich keine Zeit mich fertig zu machen, verschmockt wollte ich allerdings auch nicht auftauchen. Also schmierte ich mir sachte den Eyeliner auf und etwas Wimperntusche und stürmte anschließend raus. Es war schon alles am Gange, viele Pferde wurden schon verkauft, fast alle sind verschwunden. Heute wollten wir uns auf die Pferde konzentrieren die wir verladen müssten. Auch Erstaunlicherweise nahmen wir zwei neue Pferde an, Fury und Ehrengold. Fury hatte eine außergewöhnliche Dressurbegabung und Ehrengold war ein erfolgreiches Rennpferd, welches ich außerdem als Privatpferd nutzen werde. Heute war der Achte März, Frauentag; dachte ich und schaute hinaus. Die Möbel waren nun alle ausgeräumt, der Laster würde jetzt losfahren, nach Spanien. Ich freute mich wirklich, trotzdem machte mir der lange Transport einige Sorgen. David wollte mitkommen, ob er das Ernst meinte würde sich heute herausstellen. Es wäre merkwürdig, aber ich würde nicht sagen das es falsch wäre, auch wenn ich ihn lange Zeit nicht gesehen habe. Ich lehnte mich gegen die Mauer und schaute mein altes Gestütshaus an. Es würde mir fehlen, dachte ich mir. Die Zeit hier war sehr schön, viele Erinnerungen stecken hier fest. Der Typ, der mir seine Handynummer anzetteln wollte kam auf mich zu, wie war noch gleich sein Name? Als er anfing zu sprechen, fiel es mir wieder ein – Mike. Er war wirklich sehr attraktiv, vor allem vom nahen. Eine Sache die ich nicht Verstand war, wieso hatte er mir seine Handynummer gegeben, wenn ich sowieso nach Spanien ziehen würde? Wir redeten eine Weile, die Zeit verging schnell, er erklärte mir nebensächlich das die Nummer für Notfälle wäre, und er direkt nach Spanien fahren würde, würde mir etwas fehlen – na klar. Trotzdem schmeichelte es mich sehr, es war angenehm mit ihm zu reden, ich hatte lange kein so Intensives Gespräch mehr, außer mit David. Als der Name in meinem Gedächtnis fiel wurde das Gespräch zwischen mir und Mike immer erzwingender für mich, er jedoch hörte gar nicht auf zu reden, kam mir immer Näher, körperlich und auch innerlich. Wir saßen auf den Treppen, er hockte vor mir und wir starrten uns gegenseitig an, ich konnte seine Augen genau betrachten, die leuchteten sehr hell als er immer zu mir hochschaute, die Sonne war stark, und das früh am Morgen, allgemein war es ein schönes Wetter. „Du Mike, ich muss mich langsam um die Pferde kümmern, tut mir Leid, aber die müssen heute noch hier weg“,sagte ich mit einem grinsen und ohne zu Fragen folgte er mir. Auf David warten würde keinen Sinn mehr machen, er würde zu spät oder gar nicht kommen, beides war mir recht, irgendwie war ich sauer auf ihn. Etwas stur ging ich in den Stall hinein und schaute auf meine Notizblätter, wo alle Pferde aufgelistet waren. „Ja, ich hab keine Ahnung wie wir das machen sollen“ lachte ich etwas unsicher. „Kennst du dich mit Pferden aus?“ fragte ich Mike, der jedoch hysterisch mit einem Kopfschütteln verneinte. Ich seufzte und grinste ihn an. Emperador und Negresco würden auf jedenfall in einen Transporter kommen... Fury könnte auch hinein. Ich grübelte und entschied mich dann noch für Ehrengold, die vier würden in einen Transporter kommen. Der zweite wäre dann Lisonjera, Cadence, Chramisa und Flame. Blümchen mit Zingara, Amalia und Black Star, Exorzismus mit Everland's Calucci, Raufbold und Kinderlachen. Ich musste wieder überlegen. Ich skizzierte alle Möglichkeiten auf das Notizheft. Soldiers Pride war als Stute noch übrig, mit Insane, Douglas und Albaran ox sollte das kein Problem sein, dachte ich mir. Gut dann wären nur noch Pichon, Suger, Lucero und Chronos übrig, es geht perfekt auf, dachte ich mir und grinste in mich hinein. Derweil saß Mike gelangweilt dar und schaute mich stark an, er wendete seinen Blick nicht von mir und ich fühlte mich dabei etwas unwohl und drehte mich lachend zur Seite. Etwas unerwartet umarmte er mich von hinten, um klemmte meinen zierlichen Körper mit seinen festen Armen, die sich jedoch so weich und angenehm anfühlten. Ich fühlte seinen leichten Atem an meinem Nacken, Gänsehaut bildete sich über meinen gesamten Körper. Umarmungen von hinten waren wirklich schön. „Und schon fertig?“ flüsterte er mir ins Ohr und ich drehte mich langsam zu ihm und nahm etwas Abstand von seinem Gesicht, er sah wirklich gut aus, aber ich kannte ich kaum. Ich zeigte ihm die Zeichnung, er schaute fragend drauf, als könnte er damit nichts anfangen. Ich grinste ihn an und ging hinaus. Die Transporter wurden nun eingefahren, zumindest einer war jetzt da. Und darin David. Total verwundert stand ich da und begutachtete ihn, wie er aus dem Auto stieg. Zuerst dachte ich er wäre aus dem Transporter ausgestiegen, sein Auto parkte jedoch knapp dahinter. Er hatte ein breites lächeln aufgesetzt. Ein lächeln, was einen selber direkt zum lachen erzwingt. Schon von weitem sah ich seine funkelnden braunen Augen. Es war ein komisches Gefühl, sollte ich mich jetzt freuen oder sauer sein das er zu spät ist? Wobei er eigentlich ja nicht zu spät ist, ich war kurz davor die Pferde einzuladen. Als er greif nahe vor mir stand wurde er langsamer und schaute mir über den Rücken, dort, wo Mike stand. Er umarmte mich feste, drückte mich an sich ran, etwas ruckartig und schnell kam das ganze und ich musste erstmals meine Hände ordnen, bis ich bemerkte das ich ihm fast an dem Gesäß gefasst habe umkam mich ein unwohles Gefühl, angrenzend an Peinlichkeit. Ich kletterte mit meinen Fingern seinen Rücken hoch um ihn dort zu Packen und anschließend um die Umarmung zu erwidern. Ich lag unter Zeitdruck, das machte ich David auch klar, zeigte ihm die Zeichnung und wir machten und auf die Pferde zu transportieren. Ich hatte davor einige Pferde untersuchen lassen, um sicherzustellen dass sie für den Transport gesund sind. Wir mussten uns wirklich beeilen, zunächst kümmerten wir uns um die Stuten, ich hatte jeweils zwei gepackt und er auch. Nach kleinem zögern der Stuten standen sie auch im Transporter drinnen. Das gleiche wiederholten wir auch mit allen anderen Pferden, die jedoch etwas mehr Terror gemacht haben. Etwas genervt stand ich da und schaute Exorzismus an, der einfach nicht hineinwollte. Ich seufzte, und solange ich Exorzismus überreden wollte hineinzugehen, war David schon fleißig dabei die anderen zu verfrachten. Eine Ewigkeit verging, Wasser müsste hineingeschüttet werden, Essen, dies das. Etwas gestresst rannte ich um die Gegend. Ich war eben dabei etwas Heu zu holen, als ich sah das Exorzismus freiwillig mit David mitging. Meine Kieferladen fielen hinunter und ich schaute David geschockt an. „Schätzchen, du bist zu gestresst, komm mal runter.“ Sagte er als er auf mich zukam, und mir das Heu abnahm. Schätzchen, was soll das denn jetzt bitte heißen, versucht er mich jetzt zu provozieren? Vielleicht hatte er Recht, ich sollte wirklich mal etwas runterkommen. Stunden vergangen, Pferde verladet, Möbelwagen bereits losgefahren. Mike beobachtete uns währenddessen die ganze Zeit, er wollte uns helfen, konnte mit Pferden allerdings nicht wirklich viel anfangen, immerhin war er eine kleine Hilfe. „Ich hab kein Bock mehr“ jaulte ich böse. „Tja der Transport wird das beste haha. Nein, wird ganz normal und ruhig verlaufen, du könntest im Auto sogar etwas schlafen, nur weißt du ja selber das wir eine kleine Pausen machen müssten.“ beruhigte David mich. „Ja ja“ sagte ich ironisch genervt, lächelte ihn aber groß an. Ich schaute mich um, Mike war immer noch da. Irgendwie verwunderte mich das, er könnte schon längst Zuhause sein, die Möbel hatte er schon in der früh verladen. Inzwischen war es Vierzehn Uhr, und wir würden jeden Moment losfahren. Anstatt mich aber dafür vorzubereiten ging ich nochmal in meinem Gestüt herum, in meinem Gestütshaus, die Weiden entlang, die Boxen. Es war so schön hier. Ich werde das hier sehr vermissen. Ich setzte mich nieder und eine kleine Träne floss mir über die Wange. Ich wollte zwar nicht weinen, aber verhindern konnte ich es trotzdem nicht. Der Blick war wunderschön, dieser Geruch. Die Gegend war mir in den letzten 5 Jahren so vertraut gewesen, ich habe hier so viele neue nette Leute kennen gelernt. Ich atmete noch einmal den Geruch tief ein, als ich Schritte hörte. Mike kam mit schnellen Schritten auf mich zu „Hey, die anderen wollen jetzt losfahren, willst du nicht mit?“ er lächelte mich herzlich an, er war wirklich ein netter Mensch. Ich nickte und ging neben ihm her. Wieder standen wir auf dem Parkplatz und ich schaute zu Mike hinauf. „Jetzt heißt es wohl Abschied nehmen...“ Ich kannte ihn zwei Tage, trotzdem fühlte ich den kleinen Trennungsschmerz. Zunächst nickte er, was aber zu einem langsamen Kopfschütteln wurde. „Nein“ sagte er ernst. Ich schaute ihn fragend an. Was war den jetzt los – dachte ich. „Ich erklär's dir in der Pause.“ Ich sah nur noch wie er zu einem der Autos in den Beifahrersitz stieg. Ich brachte nur ein hörbares 'Häh' heraus und sah zu David, der mich an meinem Arm packte und zu seinem Auto drängte. Ich stieg ein, schnallte mich an, was David ebenfalls tat. Ich drückte auf irgendwelche Knöpfe in seinem Armaturenbrett bis ich Musik fand. Er hörte ausschließlich spanische Musik, was mir nach einer Stunde Autofahrt jedoch tierisch auf den Senkel ging. Im Radio lief auf nur Schrott dachte ich mir, und genau für so etwas hab ich mitgedacht und eine CD gebrannt, mit wirklich guter Musik, zumindest Musik die mir gefällt, und bei anderen Leuten eigentlich auch relativ gut ankommen. Der Bass ließ das Auto vibrieren, ich liebe das Gefühl, dachte ich mir nur und lehnte mich nach hinten. Als ich meine Augen wieder öffnete, nachdem ich kurz gedöst habe wegen der schön ruhigen Musik schaute ich David an, der angestrengt der Straße folgte. Ich begutachtete sein gesamtes Gesicht, seine Gesichtszüge waren sehr Maskulin, er hatte einen leichten Bart, schön gegelte Dunkelbraune, fast Schwarze Haare. Eine schöne gebräunte Hautfarbe und diese Augen... sie ließen mich jedes mal dahinschmelzen. David war schon attraktive, sehr sogar. Immer wieder faszinierte er mich, er war makellos. Das lange Anstarren was ich an ihm vollübt hatte, machte ihn Aufmerksam auf mich. Wir waren auf der Autobahn, ein langer Augenkontakt würde nicht kommen, doch dieser kleine Augenblick, wo er mir tief in die Augen geschaut hatte, auch nur für den Bruchteil einer Sekunde... Es war wunderschön. Ein Gefühl ist in mir hochgekommen, beschreiben würde ich ihn als kleinen Schock, wie wenn du im Schlaf träumst du fällst oder stolperst irgendwo hinunter. So würde ich das Gefühl beschreiben. Es war nicht unangenehm, keineswegs, ich genoss es sogar. Ich konnte meine Augen nicht von ihm wenden, ich musterte seinen Gesamten Körper, was er anhatte, wie er atmete, wie oft er blinzelte. Bis ich anschließend eindöste. Ungefähr Acht Stunden Autofahrt haben wir nun hinter uns gelassen. Ich wurde wach als wir Lyon überquert hatten, wir machten in Grenoble die Pause. Die Pause würde ungefähr zwei Stunden dauern, den Part danach würde ich fahren, weswegen ich die Autofahrt jetzt erst mal geschlafen habe. Wir hatten viele Helfer dabei, wir ließen sie die Arbeit mit den Pferden machen, helften jedoch hier und da noch mit, die Pferde durften am Waldrand grasen und bekamen etwas Auslauf. Ich legte mich wieder Müde ins Auto um etwas Schlaf zu bekommen, auch David döste vor sich hin. Ein hupen rüttelte uns beide Wach, genervt schaute ich hinaus, es sah so aus als müssten wir bald wieder losfahren. Da ich ziemlich kritisch mit meinen Pferden war, wachte ich stets über die Gesundheit der Pferde. Bei der Menge ist es jedoch recht schwer einen Überblick zu behalten, also stieg ich zunächst erstmals aus dem Auto und schwankte stehend. Als ich wieder etwas zu mir kam und ich mir zutraute zu gehen, machte ich eine kleine Rundtour. Jeder der Pferde schien das Gras zu genießen, wie lange wir eben eingenickt waren weiß ich nicht, David schläft jedenfalls noch. Ich sah wie Chronos bereits wieder in den Transporter gebracht wird, und schnell schnappte ich mir einen der Stuten um bei dem anderen Transportwagen mitzuhelfen. Mir war noch ganz schwindelig vom schlafen eben. Ich zog meine Blicke über alle Pferde die nun Verladen wurden, es gab einige Unklarheiten wer in welche Box kommen sollte, zum Glück hatte ich meine Aufzeichnungen noch dabei und konnte strikte Anweisungen geben. Das ganze verlief recht stressig, jedoch war das ziemlich schnell geschafft, ich glaube keiner der Leute hatte mehr großen Bock noch irgendwie viel zu machen und würden sich freuen endlich da zu sein. Ich schielte zu dem PKW wo ich eben mit David saß, der aber immer noch auf dem Armaturenbrett am schlafen schien. So langsam aber sicher wurde ich immer wacher und etwas nervös wurde ich von Mike's blicken, die ich immer stets von meinem Blickwinkel beobachtete. Als ich dann sah das er näher kam bekam ich leichte Panik und wusste momentan nicht wie ich handeln sollte. Das war immer so wenn ich müde bin. „Hey, na wie geht’s? Endlich erledigt, nicht wahr? Ich bin Hundemüde, aber du siehst ja richtig... ehm bekifft aus?“ sagte er und fiel in verlegenes Gelächter. „Ha ha“ lachte ich ironisch und grinste ihn offen an. „Dabei bin ich jetzt relativ wach geworden, ich freue mich auf die Autofahrt“ sagte ich und schaute direkt in seine Augen. „Also ich leg mich darein schlafen oder so ich kann nicht mehr“ „Ja, David ruht sich auch schon 'ne Weile aus... na ja, ich mach mich dann mal zum Auto, wir sehen uns dann schätze ich mal.“ Er nickte mir zu und unsere Wegen schieden sich. Ich rückte zum Beifahrersitz und schob David etwas zur Seite sodass ich zu dem Gangknüppel kam. Da ich wohl die einzigste war, die den Weg kannte, musste ich fortfahren. Das Navigationsgerät war in dem Fall nicht sehr Hilfreich, wäre ich danach gefahren wären wir sonst wo gelandet. Das Karten studieren hatte sich also gelohnt. Ich war komischer Weise ganz gut gelaunt, die Sonne ging langsam unter und auf der Autobahn sah man viele kleine Glühwürmchen die ein Rennen bestreiten, also Autos. Ich pulte meine CD aus dem Beifahrerfach heraus und steckte sie in die CD Anlage, wo ich gleich ganz Laut stellte. Somit war David dann auch wach, und er war wirklich sauer das ich ihn aus seinem Schlaf geholt habe, aber sonst könnte ich nicht wach bleiben. Die Boxen dröhnten und das Fahrerlebnis wurde immer intensiver. David immer angepisster. Jedenfalls konnte ich mich nun besser auf wieder wach bleiben und die Straße konzentrieren. Nebenbei erzählte mir David von seinen Träumen, wo ich mit einem Ohr zuhörte und verständnisvoll nickte, so wie ich es immer tat wenn es mal nicht anders ging. Meine Hände schwitzten am Lenkrad, es war sehr warm hier, auch Nachts. Zwei weitere Stunden waren vergangen und meine Augen gaben die Kraft auf, sie waren trocken und schwer, ich konnte sie kaum noch aufhalten. Im Gegensatz zu David der die ganze Zeit geschlafen hat. An einer Raststätte wechselten wir die Plätze und auf einem Reisekissen machte ich es mir Gemütlich. Zwei Stunden Schlaf... dachte ich mir. Mir wurde nach einiger Zeit übel, als ich die Augen geschlossen hatte, und bemerkte wie hysterisch David nach mir packte. Ich bemerkte das das Auto langsam stehen blieb, David wusste nicht wohin. Daraufhin musste ich wieder das Steuer übernehmen, und es ging wieder ab auf die Autobahn, die Karte war zwar auf Spanien, da ich meine Verloren hatte, aber David konnte gut Spanisch und ich hatte die Karte wirklich gut studiert, ich wollte mich auf keinen Fall verlaufen. Ich war sehr gespannt auf das Gestüt, es war bereits renoviert sodass wir direkt einziehen und uns einleben konnten, nur die Möbel mussten nur noch aufgestellt werden. Wir waren fast da, wir hatten die Französische Grenze überschritten und steuerten direkt nach Katalonien. Nicht mehr lange und wir wären angekommen. Wäre der Verkehr nicht so nervig. Das Grundstück lag etwas abseits, nähe eines Waldes in einer etwas höher liegenden Gegend. Anschließend, nach aufregenden vierzig Minuten sind wir endlich angekommen. Ich war sehr aufgeregt, wollte das Gestüt so schnell wie möglich besichtigen. Ich hoffte auch das die Pferde ihren Platz hier finden würden, beziehungsweise dass sie sich wohlfühlen, aber ein zurück gäbe es sowieso nicht, auch für mich wäre das eine Gewaltige Umstellung, ich muss Spanisch lernen und so weiter, ich habe das Grundwissen bereits für die Sprache, meine Aussprache ist grässlich, aber es sollte für den Anfang reichen. Am Gestütstor stand bereits der Markler, der mir den Schlüssel nun übergeben würde. Ich öffnete die Autotür, wechselte einige Worte mit dem alten Mann und fuhr weiter, nachdem er das Tor geöffnet und sich verabschiedet hatte.
      10 Mai 2014

      Ranjit
      Mein Besuch bei HuskyJenny

      Ich hatte von Huskyjenny den Auftrag bekommen, mich um fünf ihrer Pferde zu kümmern. Nachdem ich mich daheim fertig gemacht und gefrühstückt hatte, stieg ich ins Auto und gab noch die Adresse ins Navi ein. Anschließend startete ich das Auto und fuhr los. Nach 1 1/2 stunden Fahrt kam ich auf Husky´s Hof an und suchte mir einen freien Parkplatz. Das Wetter spielte auch wunderbar mit. Stieg aus dem Auto aus und schaute mich neugierig auf dem Hof um. Anschließend ging ich auf das große Stallgebäude zu und betrat den Stall. Wir hatten vereinbart, dass wir uns im Stall treffen und sie mir alles zeigt und ich dann allein weiter machen kann. Ich entdeckte sie vor der Sattelkammer und ging lächelnd auf sie zu. Als sie mir alles gezeigt hatte ging sie ins Haus und ich ging wieder in die Sattelkammer. Dort nahm ich das Halfter, den Führstrick und die Putzbox von HGT´s Gavião mit. Nachdem ich die Box des Hengstes gefunden hatte, stellte ich die Putzbox ab und öffnete die Boxentür. Der Jährling streckte mir neugierig den Kopf entgegen und schnupperte gleich an meiner Jackentasche, ob ich irgendwelche Leckerlie´s dabei hatte. „Nein, ich habe keine dabei du Schlingel“, sagte ich grinsend und legte ihm sein Halfter an. Als ich auch den Führstrick befestigt hatte, führte ich den Hengst aus dem Stall und band ihn davor an. Nun öffnete ich die Putzbox, nahm Striegel und Kardätsche heraus und fing an den Hengst zu putzen. Als das Fell wieder glänzte, legte ich die Bürsten wieder zurück in die Putzbox und nahm nun die Mähnenbürste heraus. Ich fing mit dem Schopf an und arbeitete mich weiter, bis der Schweif an die Reihe kam. Diesen verlas ich erst, nachdem ich ihn mit der Hand verlesen hatte. Anschließend fuhr ich mit der Mähnenbürste noch mal durch. Nachdem ich die Mähnenbürste zurück gelegt hatte, nahm ich nun den Hufkratzer heraus und fing an seine Hufe zu säubern. Ich legte den Hufkratzer nun zurück und holte aus der Sattelkammer seinen Kappzaum und seine Longierleine. Wieder bei ihm angekommen, nahm ich ihm sein Halfter ab und legte ihm den Kappzaum an. Ich befestigte die Longierleine am Kappzaum und führte den Hengst auf den Außenreitplatz. Dort lies ich ihn erst mal zehn minuten im Schritt laufen, bis er sich aufgewärmt hatte. Anschließend lies ich ihn traben und galoppieren. Nach einer halben stunde lies ich ihn dann noch mal für zehn minuten im Schritt laufen und führte ihn dann zum Waschplatz. Dort spritzte ich ihn kurz mit dem Schlauch nass, was ihm offensichtlich gefiel und rieb ihn dann trocken. Anschließend brachte ich ihn auf die Weide, wo ich ihm den Kappzaum abnahm und zurück in den Stall ging. Auf dem Weg zur Sattelkammer nahm ich die Putzbox mit und verstaute die Sachen an ihrem Platz. Nun nahm ich die Sachen von Negresco mit. Ich suchte seine Box und fand sie schließlich. Nachdem ich die Putzbox abgestellt und die Boxentür geöffnet hatte, betrat ich die Box. Der Hengst, sah mir schon stur entgegen mit angelegten Ohren. „Na, das kann ja was werden“, dachte ich und ging auf ihn zu. Der Hengst brummelte vor sich hin und machte anstallten, mir seinen Hintern zu zudrehen. Ich ließ es ihm aber nicht durchgehen, in dem ich schnell zu ihm spurtete und ihm das Halfter anlegte. Schnell befestigte ich noch den Führstrick am Halfter und führte ihn aus der Box heraus. Nachdem ich ihn angebunden hatte, scharrte er stur mit dem Vorderhuf. „Nützt dir nichts, du wirst jetzt geputzt und bewegt“, sagte ich, „ob du willst oder nicht.“ Ich öffnete die Putzbox und nahm den Striegel und die Kardätsche heraus. Nun fing ich damit an, dass ich dem Hengst das Fell bürstete, bis es sauber war. Immer wieder scharrte er mit einem der Vorderhufe, aber da musste er jetzt durch. Als ich die Bürsten wieder zurück gelegt hatte nahm ich den Hufkratzer heraus und fing an seine Hufe sauber zu machen. Als das erledigt war, legte ich den Hufkratzer zurück und nahm noch die Mähnenbürste heraus. Als ich das Langhaar mit der Hand entwirrt hatte, legte ich die Mähnenbürste wieder heraus. Anschließend holte ich aus der Sattelkammer seinen Kappzaum und die Longe und ging wieder zu ihm. Nach dem ich ihm den Kappzaum angelegt und die Longe daran befestigt hatte, führte ich den Hengst auf den Außenreitplatz. Nach dem ich ihn zehn minuten warm laufen lies, lies ich ihn antraben. Nach einer halben stunde führte ich ihn vom Platz auf den Waschplatz und spritzte ihn ebenfalls ab. Als ich auch ihn danach trocken gerieben hatte, brachte ich ihn auf die Weide und nahm ihm den Kappzaum ab. Buckelnd vor Freude galoppierte er davon. Nun räumte ich noch seine Sachen auf und nahm in der Sattelkammer die Sachen von Fury mit. An seiner Box angekommen, stellte ich die Putzbox ab und öffnete die Boxentür. Nachdem ich die Box betreten hatte, legte ich ihm sein Halfter an, befestigte den Führstrick daran und führte ihn aus der Box heraus. Als ich ihn angebunden hatte, öffnete ich die Putzbox, nahm Striegel und Kardätsche heraus und fing an ihn zu putzen. Nachdem er sauber war, legte ich die Bürsten wieder zurück und nahm die Mähnenbürste heraus. Ich kämmte seinen Schopf durch, entwirrte die Mähne und fuhr anschließend mit der Mähnenbürste hindurch. Anschließend entwirrte ich noch den Schweif und fuhr dann ebenfalls noch mal mit der Mähnenbürste hindurch. Zum schluss kratze ich noch seine Hufe aus. Nun ging ich in die Sattelkammer und holte dort seinen Sattel, Schabracke und Trense und ging wieder zu ihm. Nachdem der Sattel samt Schabracke richtig lag, befestigte ich den Sattelgurt und legte ihm die Trense an. Nun führte ich ihn auf den Reitplatz und stieg auf. Nach zehn minuten im Schritt lies ich ihn dann antraben. Er hatte wunderschöne Gänge. Nach einer Weile ließ ich ihn antraben und angaloppieren. Nach einer Stunde, stieg ich wieder ab und brachte ihn zurück in den Stall. Dort löste ich den Sattelgurt und nahm ihm den Sattel ab. Ich legte diesen auf die Seite und nahm ihm auch die Trense ab. Als ich ihm das Halfter angelegt hatte, räumte ich den Sattel und die Trense auf und band den Hengst los. Auch ihn spritzte ich mit Wasser ab, trocknete ihn ab und brachte ihn auf die Weide. Nun kam Cadence an die Reihe. Nachdem ich seine Sachen aus der Sattelkammer geholt hatte, ging ich zu ihrer Box und stellte die Putzbox ab. Nun öffnete ich die Boxentür und betrat die Box. Nachdem ich die Stute begrüßt hatte, legte ich ihr das Halfter an, befestigte den Führstrick daran und führte sie aus der Box heraus. Nun öffnete ich die Putzbox, nahm Striegel & Kardätsche heraus und fing an ihr Fell zu putzen. Sie war das komplette Gegenteil von ihrem Bruder, überhaupt nicht stur. Als ihr Fell wieder sauber war und zu glänzen schien, legte ich die beiden Bürsten wieder zurück. Ich fing nun an ihr Langhaar per Hand zu entwirren. Anschließend nahm ich die Mähnenbürste und fuhr mit dieser noch mal durchs Langhaar. Zum Schluss kamen noch ihre Hufe an die Reihe. Nachdem ich die Mähnenbürste wieder in die Putzbox gelegt hatte, nahm ich den Hufkratzer heraus und kratzte ihre Hufe aus. Aus der Sattelkammer holte ich ihre Reitsachen, sattelte und trenste sie und führte sie zum Reitplatz. Dort stieg ich auf und lies sie zehn minunten im Schritt laufen. Nachdem ich sie eine Stunde auf dem Platz geritten hatte, in allen drei Gangarten und mit ihr Dressurübungen gemacht hatte, stieg ich wieder ab und brachte sie zurück in den Stall. Dort sattelte und trenste ich sie ab. Anschließend führte ich sie zum Waschplatz und verschaffte ihr ebenfalls eine Abkühlung. Nachdem sie wieder trocken war, brachte ich sie auf die Weide. Als letztes war Soldiers Pride dran. Nachdem ich der Stute ihre Sachen aus der Sattelkammer geholt hatte, ging ich zu ihrer Box. Ich stellte die Putzbox ab, öffnete die Boxentür und betrat die Box. Nachdem ich sie begrüßt hatte, legte ich ihr das Halfter an, befestigte den Führstrick daran und führte sie aus der Box. Als ich sie angebunden hatte, öffnete ich die Putzbox und nahm Striegel & Kardätsche heraus. Ich fing an die Stute zu putzen, bis das Fell blitze blank war. Nun legte ich die Bürsten zurück in die Putzbox und nahm die Mähnenbürste heraus. Als ihr Langhaar gekämmt war, legte ich die Mähnenbürste zurück und nahm den Hufkratzer heraus. Ich fing an, ihre Hufe auszukratzen, bis alle vier sauber waren. Nachdem ich den Hufkratzer zurück gelegt hatte, nahm ich die Putzbox und räumte sie auf. Ich nahm nun die Longiersachen mit und ging wieder zu der Stute zurück. Nachdem ich ihr den Longiergurt und den Kappzaum angelegt hatte, führte ich die Stute auf den Reitplatz. Dort ließ ich sie zehn minuten im Schritt laufen. Anschließend lies ich sie antraben. Nach einer halben stunde war ich fertig und lies die Stute noch mal zehn minuten im Schritt laufen. Anschließend führte ich sie in den Stall und nahm ihr die Longiersachen ab. Danach führte ich die Stute zum Waschplatz und spritzte sie ab. Nachdem sie wieder trocken war, brachte ich sie auf die Weide. Nun holte ich Schubkarre und Mistgabel und mistete die Boxen der fünf aus. Anschließend verteilte ich frisches Stroh. Nachdem ich die Schubkarre und Mistgabel aufgeräumt hatte, fegte ich noch die Stallgasse und gab Huskyjenny bescheid, dass ich fertig war und fuhr wieder müde nach Hause.

      9228 Zeichen © Yvan
      27 Mai 2014

      Kirbeeh
      Haras Equitador Teil 2

      Regnerischer Tag in der Provinz Katalonien. Inzwischen haben wir uns gut eingelebt, leben nun seit einem halben Jahr auf dem Gestüt. Alles hat seinen Platz gefunden. Das Wetter war immer schön angenehm, langsam neigt es sich zur Winterzeit. Allerdings war von der Kälte kaum etwas zu spüren. Leider hatte ich in letzter Zeit ziemlich viel um die Ohren, die Zucht sollte längst stehen, doch die Umbauten des Grundstückes waren enorm. Alles im Spanischen Stil, eine Finca als Gestüt sozusagen. Vor allem gefielen mir die neuen Boxen. Heute ging alles ums pflegen. Ich habe die Pferde in drei Rassen unterteilt, anschließend zusätzlich meine Freizeitpferde. Ich begann mit den Andalusiern. Ich führe Cadence als erstes aus der Box hinaus und ließ sie dort stehen. Sie machte keine Faxen und wisch mir kaum von der Seite. Ich bemühte mich das Stroh ordentlich zu wechseln. Anschließend füllte ich noch Wasser auf, Futter gab es später. Danach kamen Emperador, Negresco und Lisonjera. Alle drei vor kurzem Gekört wurden, worauf ich richtig stolz bin. Darauf folgten Suger, Lucero, Fury, Ezio und Marismeño. Araña und Inquestador waren ziemliche Frischlinge auf dem Hof, daher habe ich mich bei denen ziemlich viel Zeit gelassen. Beide hatten schon einige Turniergewinne, allerdings waren sie trotzdem noch die unerfahrensten. Ich musste sie getrennt halten, wegen der Geschlechtertrennung. Also musste ich einen kleinen Weg hinter mir legen, nachdem ich Araña bereits bepflegt habe. Inquestador war ein richtig temperamentvoller Hengst. Er ist kohlrabenschwarz und schimmerte aus allen Ecken seines Körpers. Er ist noch nicht lange bei uns, es ist auch schwer sich mit ihm in Verbindung zu setzen, sprich sein Vertrauen zu gewinnen. Ich legte ihm ein weißes Halfter an und führte ihn aus der Box raus. Es ging relativ schnell und ich bewegte ihn langsam wieder hinein. Das Gebäude der Lusitanos war am nähsten so trottete ich vor mich hin. David kam mir entgegen. Ja, er lebte inzwischen hier, eine Liebesromanze hat es allerdings nicht gegeben. Er ist sozusagen jetzt mein kleiner Helfer, mit Pferden kann er jetzt auch endlich was anfangen. Ich ging zu den Stuten, er zu den Hengsten. Na ja, nach Flame und Chramisa ging ich anschließend zu David um nachzusehen. Chronos und Calucci waren schon fertig und er war gerade bei Raufbold dran. Ich ging zu Pichon um da zu helfen, und anschließend zu King of Darkness. Letzendlich sind wir bei Gaviao stehen geblieben. Er ist ziemlich gewachsen das halbe Jahr das er schon hier ist. Wir teilten uns erneut auf, diesmal ging er zu Exorzismus, ich wollte ihm auch etwas Spaß gönnen. Zingara, Amalia und Black Star ließen sich leicht händigen. Die Boxen waren schnell fertig, so blieben nur noch acht. Nach nochmals einer Stunde hatten Ochrasy, Ehrengold, Insane, Heartbeat, Blümchen, Douglas, Albaran und Soldiers Pride ebenfalls eine schön ausgeräumte Box. Für heute wollte ich eigentlich nicht noch mehr machen. Allerdings hat mich David doch noch überreden können heute auszureiten. Das Wetter war eigentlich ganz angenehm, ich hatte einen dünnen Pullover an und eine lange Hose mit hässlich Verdreckten Stiefeln, die ich erst mal auswechselte. Ich wusste direkt das ich Inquestador reiten wollte, und David nahm Marismeño. Wir putzten und sattelten sie. Langsam gingen wir die Steigung hoch an den Waldrand. Umgeben von Bäumen fingen wir an das Tempo zu erhöhen und mit voller Freude rasten die zwei Andalusierhengste los. Ich hatte uns ein kleines Picknick gemacht, Sandwichs und Obst. An einer Lichtung machten wir rast und ließen die Pferde essen, währenddessen wir uns auf den Boden schmissen und genüsslich aßen. Als es langsam dunkel wurde stiegen wir wieder auf die Pferde für einen Rückweg. Als wir ankamen stellten wir sie wieder in die Boxen. Das wars für mich, dachte ich, und begab mich in meine kleine Hütte nieder.
      10 Nov. 2014

      Kirbeeh
      Haras Equitador III

      Heftige Böen wüteten über das schöne Catalonien und riss einige Bäume mit sich. Ziemlich unüblich für die eigentlich schöne und warme Provinz. Die Äste klapperten gegen die Rollläden und die Betonwand, als ich mich endlich aufrappelte um aufzustehen. Glücklicherweise war es nicht allzu früh und so rollte ich mich um fünf Uhr aus dem Bett. Ich musste die Pferde reinbringen die noch auf der Weide standen, realisierte ich viel zu früh und schlüpfte in meine verfranzten Lieblingspantoffeln und suchte mir was annehmbares zum anziehen an. Ich entschied mich für meinen Schlafanzug, da ich mir ohnehin eine Jacke anziehen würde und blickte kurz in den Spiegel. Ich machte mich frisch, spritzte mir Wasser ins Gesicht, danach schminkte ich mich dezent um riesige Augenringe zu überdecken und kämmte meine wilden Haare zurecht. Ich starrte verwirrt auf den dunkelbraunen hölzernen Küchenboden als ich an meinem Kaffee, der gar nicht mehr nach Kaffee schmeckte, nippte. Noch in träumen vertieft weckte mich eine vertraute tiefe Stimme. David stolzierte munter in die Küche hinein und schenkte mir sein Colgate lächeln. Ich grinste zurück. Inzwischen waren wir ein Jahr in Spanien, es war wunderschön hier. Ich vermisse das alte Leben in Deutschland zwar, allerdings erwartet mich hier ein langes aufregendes Leben. Spanisch hab ich auch gelernt, so halb. Ich besuchte jeden zweiten Tag den Deutsch-Spanisch Unterricht um hier besser klarzukommen. Allerdings bin ich der totale Sprachmuffel und durch meine Aussprache verstand mich sowieso keiner, also kämpfte ich mich grundsätzlich mit meinem Englisch durch. Auch wenn David mich anspornte wie sonst keiner, es war schwer. Heute war wieder einer dieser tollen Spanischkurs Tagen. Es war immer ein gemischtes Gefühl wenn ich in den Raum eintrete. Immer um Punkt neun Uhr trafen wir uns alle und begannen erst mal zu erzählen was wir den Tag alles gemacht haben. Ich sag dann einfach das ich Kaffee getrunken habe und fertig, bekannt war zwar das ich ein Gestüt hatte, aber durch meine Kaffee Geschichten haben sie wohl den Anschein das ich Personal habe der die ganze Arbeit macht. Schön wärs, aber ganz ohne mich geht’s auch nicht. Zum Glück habe ich David, denn die Stallburschen verstehen kein Wort Deutsch. Um Halb sechs machte ich mich schließlich auf den Weg nach draußen, das Wetter wurde kaum schlimmer, aber auch nicht besser. Ich öffnete die Haustür und bekam den Sturm erst mal richtig mit. Ich liebe stürme, aber nicht die Arbeit die damit verbunden war, in Deutschland waren sie recht häufiger, wobei ich das nach einem Jahr Aufenthalt hier kaum beurteilen kann. Die Haare klatschten mir in mein Gesicht hin und her, ich kehrte um um mir meine Haare festzubinden. Derweil wartete David auf mich. Rasch kam ich die Treppe schmiegte mich an David vorbei, aus der Haustür raus. „Das übliche, nur diesmal müssen die Pferde auf den Weiden in die Boxen.“ sagte ich und bekam nur ein stumpfes nicken. Unterteilt sind die Weiden Grundsätzlich in Geschlechtern, da wir nicht unerwarteten Nachwuchs wollen. Ich begab mich auf die zweite Weide, da ich David auf die erste dirigiert habe. Hier standen Blümchen, Soldiers Pride, Heartbeat, und Your Possibe Past. Es war eine recht kleine Weide, allerdings mit einem Weidehüttchen wo sich alle hineindrängten. Der Sturm hatte einige Baumfetzen herumgewirbelt, wirklich schlimm war es allerdings nicht. Trotzdem sollte ich mich etwas beeilen denn ich wusste nicht wie das noch ausarten würde. Nach einem kleinem Ausflug ins nächstgelegene Hüttchen packte ich mir vier Halfter und Stricks. Ich öffnete das Weidentor, betritt die Wiese und schloss das Tor zunächst. Dann ging ich auf die vier zu die sich zusammenknüllten und pickte mir eine nach der anderen heraus. Sie waren alle relativ aufgedreht und nervös, was ich nur dem Wetter zuordnen kann. Ich humpelte die Hügel der Wiese zum Tor entlang, es hat wohl auch etwas geregnet, realisierte ich und führte alle aus dem Tor hinaus, welches ich anschließend wieder verschloss. Ich führte sie mehrere Meter herum zu ihren Boxen. Dort platzierte ich sie zunächst und begab mich auf die anderen Weiden. Währenddessen hatte David seine Arbeit ebenfalls erledigt und hatte Albaran ox, Douglas, Insane, Ehrengold, Ochrasy und April Snow zu ihren Boxen geführt. Er kam auf mich zu. „Danke“ sagte ich und fuhr fort:“So die Friesen sollten jetzt auch kein Problem sein, die sind alle noch auf der Weide, wegen den anderen unterhalten wir uns gleich, ich schnappe mir wieder die Stuten.“
      Die Weide war nicht weit von der wo ich eben war, David allerdings musste mit dem Anhänger wegfahren um Exorzismus und Modjo abzuholen, sie waren ziemlich temperamentvolle Hengste und sollten die Damenwelt hier nicht in Chaos versetzen. Von der ferne sah ich Black Star, Amelia und Zingara herumtrabem. Anscheinend genossen sie die kleinen Böen. Mit etwas schnellerem Schritt ging ich auf sie zu und befestigte sie um sie zu ihren Boxen zu führen. Ich führte eine nach den anderen in ihre zugehörigen Boxen und verschloss sie sorgfältig. In den Gängen hörte sich der Sturm noch gefährlicher an, als er eigentlich war. Damit sollten die Friesen allesamt gesichert sein. Die Stallangestellten sollten jeden Augenblick kommen, es wartet eine Menge Arbeit auf sie. Aber die Spanier arbeiten gerne für den Lohn. Als ich rausging sah ich David im Auto, hintendran der Anhänger mit zwei wohl gebauten Friesen. David war also auch fertig, wie schnell der das alles schafft. Anscheinend trödelte ich zu viel, dachte ich und sah auf die Uhr. Es war schon bald neun Uhr, ich hatte noch eine Stunde um den Rest der Pferde hineinzuverfrachten. Schnell ging ich meine imaginäre Liste durch. Von den Lusitanos waren King of Darkness, Pichon, Flame, Chronos, Gaviao und Ariabolo noch auf der Weide, während Chramisa, Calucci, Raudbold und Kinderlachen schon stationiert waren. Es waren zuviele, also musste ich mit David teilen. „Wir müssen jetzt teilen“ ich sah ihn genervt an, ich hatte keine Lust mehr, gleich noch zum Spanischkurs. „Also du wieder Hengste, ich Stuten?“ Er nickte. „Ich hol dann Flame mit erstmals, und kümmere mich dann noch um Chronos und Ariabolo.“ Wir machten uns auf den Weg, und erst mal musste ich Flame mit mir nehmen da sie die einzige Stute war, zusammen mit den anderen Hengsten wollte ich sie auch nicht führen. Es ging alles schneller als Gedacht, so waren alle Lusitanos auch in den Boxen. Die Zeit drängte und ich musste los. Ich ging in das Haus zurück, suchte mir die Materialien zusammen und verabschiedete mich von David. „So ich muss jetzt los zum Kurs. Von den Andalusiern sind Emperador, Negresco, Suger, Lucero, Ezio, Fury, Marismeño und Inquestador in den Boxen, also alle Hengste. Cadence, Lisonjera, Araña und Echo sollten eigentlich kein Problem für dich sein. Falls doch, die Stallhelfer sollten jeden Augenblick kommen, da kannst du die ja Fragen. So ich bin in einer halben Stunde wieder da.“ Ich umarmte ihn und machte mich auf zu meinem Motorrad und auf dem Weg zur Schule. Ich fühlte den Seitenwind beim fahren was ziemlich ungemütlich war. Angekommen zog ich den Helm aus und ging zum Haupteingang der Schule. Es war eine gewöhnliche Schule für Kinder. Ich suchte den Raum und klopfte. Das Gesicht des Lehrers kam mir entgegen, mit seinem super heißem Akzent begrüßte er mich. Ola Ola. Mit der Zeit gewöhnt man sich an die Sprache. Ich war die einzige erwachsene in dem Kurs, unangenehm war es nicht wirklich, nur verwunderlich. Hier sitzen viele Deutsche Kinder, dessen Eltern sich entschieden haben hier hin zuziehen um ihrem Job nachzukommen. Das hätten meine Kinder sein können. Heute lernten wir eine weitere Zeitform und mehr Vokabeln. Aber zunächst, erst einmal schön erzählen was wir so gemacht haben. Ja also ich bin durch peitschende Äste aufgewacht und musste erst mal drei dutzend Pferde woanderhinschleppen. Dachte ich, als ich allerdings an der Reihe war, war es wie ein Mantra, welches ich täglich aufsagte. „Ich bin heute aufgestanden. Dann habe ich meine Zähne geputzt. Dann habe ich Kaffee getrunken.“ Diesen Satz konnte ich in und auswendig. Der Lehrer hatte wohl nichts dagegen und kicherte nur verlegen und schaute nach unten. Sein Deutsch war äußerst Charmant, mit dem Spanischem Unterton, es macht Spaß ihm zuzuhören. Er ist ein lustiger zuvorkommender Mensch und es ist wirklich niedlich wie er mit seinen jüngeren Schülern umgeht. Als die Stunde zuende war, die Kinder raus stürmten und ich gemütlich die Sachen zusammenpackte, kam der Lehrer mir entgegen. Erst fing er an etwas Spanisches zu plappern, ich konnte nur einige Wörter heraushören wie 'Essen'. Das wars auch. Fragend schaute ich ihn an, das einzige was ich zurückbekam war ein lächeln. Er kam mir ungemütlich nahe, dann ging er wieder zu seinem Pult. „Ob sie mal Zeit haben, ich würde sie gerne zum Essen einladen.“ Oh. Ich dachte zuerst er wollte Essen von mir weil er so hungrig wäre. Etwas mit dem Lehrer anfangen, nein. Verdutzt schaute ich ihn an. „Na ja, wissen sie, ich habe nicht oft Zeit, und nur sehr wenig, ich weiß nicht ob wir uns da einigen könnten.“ sagte ich mit nervöser Stimme. Es war eine komische Situation da ich nie etwas anderes in ihm gesehen habe. „Ich würde sie gerne näher kennen lernen.“ sagte er selbstsicher. Wooh, dachte ich mir. Er ist schon attraktiv, aber irgendwie habe ich keine Zeit für einen Freund, selbst für einfache Freunde bleibt die Zeit zu knapp. Ich habe wenig Freizeit, und wenn ich welche habe dann benutze ich sie um etwas zu malen, oder um zu spielen. „Ich würde gerne... aber wie gesagt ich finde wirklich schwer Zeit.“ Ich hoffe das sollte ihm jetzt bewusst sein, das ich absolut keine Zeit habe. „Wie wärs mit morgen um 21:00 Uhr?“ Ich hab doch gesagt ich habe keine Zeit. Jedenfalls morgens und mittags. Und Nachmittags, Abends eigentlich schon aber na ja. Warum eigentlich nicht. „Ok.“ War das einzige was ich rausbrachte. „Ich hole sie ab.“ Wie jetzt, der weiß doch gar nicht wo ich wohne. Anscheinend schon, denn sonst hätte er mich jetzt gefragt. Seufzend ging ich aus der Tür heraus und schaute ihn noch ein letztes mal an. So jetzt kann ich mich wieder meiner Arbeit widmen. Ich hoffe David hat es mit dem Pferden hingekriegt. Ich stieg auf mein Motorrad und bretterte los. Angekommen sah ich ein bevölkertes Grundstück. Mehrere Autos waren aufeinander gereiht, Autos von den Stallhilfen. Die hatten nun einiges zu tun, sie mussten nun so gut wie alle Stallboxen ausmisten. Ich ging durch die Gänge in den Ställen und beobachtete sie. Sie schuften zwar viel, aber auch für einen guten Lohn, daher pass ich gut auf das sie ihre Arbeit gut machen. Nach einer Kontrolle aller Boxen nahm ich mir eine Schubkarre und platzierte einen Sack mit Essen für die Pferde drauf. Wieder ging ich Reihum und portionierte den einzelnen Pferden ihre Mahlzeiten.
      4 Apr. 2015
      Friese
      Aushilfe bei Jenny

      Unerwarteter Weise hatte mich ein Anruf von Jenny erreicht und sie hatte gefragt, ob ich ihr helfen könnte. Natürlich hatte ich ihr zugestimmt und war nun auf dem Weg zu ihr. Am Stall angekommen sah ich, dass die Pferde bereits auf der Weide waren. Jenny kam auf mich zu und fragte mich dann „ Kannst du mir vielleicht gleich beim ausmisten helfen?“ Ich bejahte dies natürlich und lief mit ihr dann in den Stall. Dort waren nur noch Echo und Suger. Ich holte die zwei aus ihrem Boxen und lobte die beiden. Ich kannte sie bereits, da sie auf meinem Hof gestanden hatten. Als erstes brachte ich Echo auf die Weide der Stuten und dann Suger zu den anderen Hengsten. Ich ging wieder in den Stall und half dann Jenny beim ausmisten der vielen Boxen. Danach richteten wir gemeinsam das Futter her und fegten den Stall. Ich ging neben ihr raus und meinte dann zu ihr „ Darf ich vielleicht meine alten Pferde reiten?“ Jenny fand diese Idee sehr gut und meinte sie wieder ein paar andere in der Zeit reiten. Ich holte als erstes Lucero und ging dann mit Jenny rein. Sie hatte sich Raufbold geholt und ich konnte gar nicht aufhören ihn zu bewundern. Ich lobte Lucero nochmal und band ihn dann vor seiner Box an. Gemeinsam mit Jenny ging ich in die Putzkammer und holte seine Putzbox aus dem Schrank. Jenny tat es mir mit Raufbolds Kiste gleich. Ich putzte den Hengst und machte ihn dann für das Reiten fertig. Jenny und ich gingen gemeinsam auf den Platz und ritten dort die beiden Hengste nebeneinander warm. Danach begannen wir beide mit ihnen zu arbeiten. Die Hengste machten beide sehr gut mit und wir ritten sie ab. Die zwei durften schließlich in ihre Box und schlugen sich dort die Bäuche voll. Gemeinsam gingen wir wieder nach draußen und dort holten wir Pichon und Kinderlachen. Jenny hatte die beiden Putzboxen bereits hergerichtet und wir konnten so gleich loslegen. „ Wollen wir eine Runde ins Gelände gehen?“ fragte sie mich und ich nickte knapp. Ich freute mich bereits auf das Gebiet um den Hof herum. Ich mochte Spanien sehr und es war nicht, dass erste Mal das ich hier war. Im Gedanken machte ich Pichon fertig und wir gingen raus. Ich stieg auf den Rappen und wartete dann auf Jenny. Diese stieg auf ihren Hengst und wir ritten los. Kinderlachen schnaubte tief ab und Pichon tat es ihm gleich. Das Gelände war wirklich sehr hübsch und Jenny hatte es gut so ein großes Gebiet zu besitzen. „ Dein Hof und die Umgebung sind wirklich wundervoll“ meinte ich dann und sie bedanke sich dafür. Während unserem Ausritt unterhielten wir uns viel über die Pferde und ihre zukünftige Zucht und meine Zucht. Die beiden Hengste kamen nach dem Ausritt auch wieder in den Stall und fraßen auch. Wir besprachen unseren restlichen Tagesplan und machten aus, dass ich Suger und Echo auf jeden Fall noch bewegen würde. Jenny würde noch Calucci und Ehrengold reiten. Ich holte also Echo und Calucci rein während sie unser Zubehör herrichtete. Wir machten die Pferde fertig und gingen dann wieder auf den Platz. Als erstes ritten wir die beiden warm und übten dann diverse Dressurübungen. Nach dem Training durften auch sie in ihre Boxen und Suger und Ehrengold standen auf der Liste. Mittlerweile fing es bereits zu dämmern an und so entschlossen wir uns in die Halle zu gehen und nur noch leichte Sachen zu üben. Die beiden machten sehr gut mit und durften dann auch in die Boxen. Nachdem wir alles aufgeräumt hatten, holten wir Arana, Inquestador, Marsimeno und Fury von der Weide in den Stall. Jenny war mir sichtlich dankbar, dass ich ihr dabei auch noch half, denn es würde immer dunkler. Ezio Auditore de Firenze, Negresco, Cadence und Emperador folgten den Pferden die bereits im Stall waren. Die Weiden hatten sich bereits gut geleert doch einiges hatten wir noch vor und uns so beeilten wir uns die restlichen Pferde reinzuholen. Müde setzten wir uns danach nach draußen und tranken noch kurz etwas. „Danke, dass du mir geholten hast“ meinte sie dann zu mir und ich erklärte ihr, dass ich ihr immer wieder helfen würde und es mir sehr Spaß gemacht hatte. Gemeinsam gingen wir auf meinen Wagen zu und sprachen noch ein bisschen. Dann fuhr ich heim und ging noch duschen. Ich schaute mir noch einen Film an mit Simon, dem Bruder meiner Freundin.
      3 Okt. 2015
    • Sammy
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      Trainingsberichte aus Negresco`s Zeit bei Kirbeeh

      Dressur E-A
      09. Januar 2014
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      by Text-Enhance">Ausbildung[​IMG] Emperador und Negresco:Dressur E-A
      Tag 1:

      Fröhlich machte ich mich auf den Weg zu Jennys Pferden Negresco und Emperador. Sie hatte mir die zwei gebracht, da sie ihre Andalusier, auf das nächst höhere Dressurniveau auf Barocke weise, A, trainieren lassen wollte. Mich freute dieser Auftrag natürlich sehr, da es der erste war den ich als Ausbilder erledigte.Nun kam ich zum Stall und sah die zwei schon aus ihrer Box schauen.Ich ging zuerst zu Negeresco.Jenny hatte mir erzählte was er schon alles konnte, und was ich noch alles trainieren müsste, damit er demnächst auf A-Niveau starten dürfte.Ich holte sein Hafter und streifte es ihm ohne probleme über.Nun ging ich zum Putzplatz wo ich ihn anband und mein Putzzeug holte.Ich Putze ihn gründlich,bevor ich Sattel und Zaumzeug holte um es ihm überzustreifen.Ich führte ihn in die Halle da der Platz zugeschneit war.In der Halle gurtete ich noch einmal nach,bevor ich aufstieg. Er hatte enorm gute Grundgangarten, sodass die Dressur kein Problem für ihn darstellen wird. Ich ritt ihn nun ordentlich . Anschließend fing ich auch schon mit den „neuen“ Lektionen an, begann dabei jedoch mit den neuen Hufschlagfiguren, die er eigentlich schon von mir damals kannte, da ich diese regelmäßig ritt. Ich wechselte mit ihm durch die Länge der Bahn, was kein Problem für ihn darstellte, und auch eine circa zehn Meter große Volte im Trab schaffte er ohne Probleme. Währenddessen ging er konstant am Zügel. Ich hakte die neuen Hufschlagfiguren direkt ab und arbeitete an dem Galopp. Da dieser auf dem Reitplatz noch etwas flach gesprungen war, setzte ich mich tief in den Sattel hinein und versuchte „von hinten zu schieben“, sodass er mehr springt. Nach zwei Runden hatte er das Prinzip verstanden und ging deutlich besser. Ich gönnte ihm eine Schrittpause, in der ich den Spanischen Schritt testete den er schon können sollte, diese hatte Jenny wohl schon mit ihm geübt, aber er würde manchmal noch nicht ganz sauber gehen. Nachdem die ersten Versuche scheiterten, erhielten wir durch viel Geduld die ersten Erfolge. Als nächstes probierte ich mit ihm die Piaffe.Das bewegen der Füße war nicht sein Problem nur er lif nicht auf der Stelle sonder vorwärts.Nach ein paar versuchen begann er zu versehen was er tun sollte.Ich lobte ihn und Galoppierte nun an. Aus dem Galopp versuchte ich ihn nun sofort in den Schritt durch zu parieren, was zuerst nicht klappte, stattdessen ging er erst einige Schritte im Trab, nach etwas üben jedoch gelang uns auch dies. Ich ließ nun die Zügel aus der Hand kauen und ritt ihn noch in Ruhe im Schritt ab.Dann saß ich ab, versorgte ihn noch fertig und ging rüber zu Emperador.Auch ihn holte ich aus der Box und putze ihn gründlich bevor ich ihm die Trense über streifte.Jenny hatte gesagt das er Stur sein weshalb ich mit ihm vom Boden aus üben wollte.Auch ihn führte ich in die Halle.Ich wollte mit ihm erst das Kompliment üben.Als ich das Leckelie unter seinen Bauch hielt versuchte er erst sich zur seite zu biegen.Als er es nach ca. einer halben Stunde verstanden hatte.Übte ich mit ihm noch den Spanschien Schritt.Als er deutlich zeigte das er keine Lust mehr hatte beendete ich das Trainig und brachte ihn zurück in die Box.

      Tag 2:

      Heute wollte ich mich mehr auf Emperador konzentrieren. Wie gestern machte ich ihn fertig und brachte ihn in die Halle. Ich ritt ich ihm im Schritt, Trab und Galopp warm und begann dann mit den neuen Lektionen. Zuerst jedoch beschloss ich das gestern gelernte noch etwas zu vertiefen und wiederholte es. E mperador arbeitete gut mit und zeigte sich stets kooperativ, sodass es keine Probleme gab. Auch die heutigen Lektionen waren meiner Meinung nach fast alles Dinge, die zu einer guten Grundausbildung gehörten und nur nochmal vertieft werden mussten, beziehungsweise die Pferde mussten in den neuen Bewegungen sicherer werden. Ich galoppierte ihn ruhig an und gab ihm,wie gestern bei Negresco, die Zügel frei. Ruhig sprang er weiter gut im Galopp, auch als ich mich in den Sattel setzte. Ich lobte ihn ausgiebig, während ich mich innerlich schon auf den Mittelgalopp vorbereitete, der sicherlich kein Problem werden sollte. Anfangs war Emperador noch etwas zögerlich, da er es nicht gewohnt war auf dem Reitplatz im Galopp zu beschleunigen. Nachdem die Unsicherheiten überwunden waren, galoppierte er taktklar im hohen Tempo, bis ich sein Tempo wieder einfing und schließlich zum Trab durch parierte. Auch hier beschleunigte an den langen Seiten bis hin in den Mitteltrab, hierbei schien alles als könne er es schon ewig. Als letztes stand nun noch der einfache Galoppwechsel auf dem Trainingsplan. Ich galoppierte ihn versammelt an und lenkte ihn auf den Zirkel. Hier galoppierte ich eine Runde, bis er wieder schön am Zügel lief und parierte ihn dann etwa eine Pferdelänge vor X zum Schritt durch. Kaum hatten wir X erreicht, stellte ich ihn schnell um und galoppierte erneut an. Beim ersten Versuch landeten wir prompt im Außengalopp, beim zweiten Mal klappte es schon deutlich besser und nach einigem Üben funktionierten die Übergänge flüssig. Ich lobte ihn und trabte ihn noch etwas leicht und ließ die Zügel aus der Hand kauen. Ich ritt ihn noch komplett trocken ehe ich ihn absattelte, sein Fressen gab und zurück in den Stall stellte.Nun ging ich zu Negresco.Auch ihn holte ich aus der Box und putze ihn gründlich bevor ich ihm die Trense über streifte.Heute wollte ich mit im vom Boden aus arbeiten.Auch ihn führte ich in die Halle.Ich wollte mit ihm erst das Kompliment üben.Als ich das Leckelie unter seinen Bauch hielt versuchte auch er erst sich zur seite zu biegen.Als er es verstanden hatte.Übte ich mit ihm noch den Spanschien Schritt.Als er auch das verstanden hatte beendete ich das Trainig und brachte ihn zurück in die Box.

      Tag 3:
      Heute würde Jenny die zwei wieder abholen.Als sie forfuhr gingen wir zu Negresco und Emperador.Wir machten sie zusammen fertig und brachten sie inn die Halle.Ich zeigte Jenny was ich mit beiden erarbeitet hatte.Jenny war begeistert wir sattelten sie wieder ab und ich half Jenny die Beiden wieder zu verladen.

      [ © Wolfszeit \ 6043 Zeichen ]
      9 Jan. 2014

      Dressur A-L
      22. Februar 2014
      Mongofisch[​IMG]
      Stufenerhöhung Dressur A-L
      Die Ankunft
      Für den nächsten Auftrag musste ich gleich zwei Boxen fertig machen, eine im Hengststall und eine im Stutenstall. Am Nachmittag würde Jenny mit zwei ihrer Andalusier ankommen und für die beiden sollte es natürlich nur das Beste geben.
      Beide Boxen streute ich mit einer schönen dicken Schicht Stroh ein, gab jeweils eine ordentliche Portion Heu hinein und je eine handvoll Müsli in den Trog. Als das erledigt war, machte ich noch die Stallgasse sauber und kontrollierte die beiden Spinds, die für die Pferde vorgesehen waren. Alles war tip top, sodass ich die übrige Zeit mit Mieke an den Strand ging. Es war kalt, aber die Sonne schien und ließ das Meer wundervoll funkeln. Ich liebte es, wie man so weit schauen konnte, bis an den Horizont und mit ein bisschen Fantasie auch noch weiter.
      Als ich auf die Uhr guckte, war es schon 15 Uhr, sodass ich mich langsam auf den Rückweg machte. Von Linas Hof bis zum Strand waren es vielleicht 10 Minuten Fußweg und man konnte herrlich ausreiten gehen. Nun ging es aber nicht um die Freizeit, sondern um das Training von Jennys Pferden. Ich lieferte Mieke bei Lina ab, die auf sie aufpasste und kontrollierte dann nochmal die Boxen. Es war alles in Ordnung und Jenny konnte kommen.
      Ich musste nicht lange warten, da rollte schon ein Wagen mit Pferdeanhänger auf den Hof. Eine junge Frau stieg aus und kam lächelnd auf mich zu. „Hallo“, begrüßte ich sie freundlich und streckte ihr die Hand entgegen. „Hattest du eine schöne Fahrt?“ Jenny erwiderte meine Geste und nickte lächelnd: „Ja, vielen Dank! Ich habe es auf Anhieb gefunden.“ Wir machten uns rasch ans ausladen der Pferde, da sie eine lange Fahrt hinter sich hatten und es schon ordentlich aus dem Anhänger polterte. Jenny führte den Hengst Negresco rückwärts raus, ich hingegen nahm Lisonjera, die Stute. Die beiden waren relativ ruhig und ließen sich artig in ihre Boxen bringen.
      Nachdem Jenny und ich die Ausrüstung aus dem Auto geholt und im Schrank verstaut hatten, gingen wir ins Büro, um alles Wichtige zu besprechen. Jenny erklärte mir dort den Futterplan der beiden Andalusier, sowie Besonderheiten im Verhalten und beim Training. Es dauerte nicht lange, da begaben wir uns wieder nach draußen in den Stall. Jenny verabschiedete sich von ihren beiden Pferden, wünschte mir viel Erfolg beim Training und machte sich dann auf den Weg nach Hause.
      Das Training
      Lisonjera und Negresco brauchten nur wenige Tage bis sie sich einigermaßen eingelebt hatten und wir erlebten in dieser Zeit schon ganz schön viel. Ich war mit beiden am Strand gewesen, wir hatten tolle Spaziergänge, aber auch ausgedehntes Putzen kam nicht zu kurz. Ich wollte sicher gehen, dass die Andalusier in mir eine Vertrauensperson sahen, damit das Training wirklich erfolgreich sein konnte.
      Ich wollte mir jedoch auch nicht zu viel Zeit lassen, sodass ich schon bald mit dem Training begann. Mit Lisonjera gestaltete sich das aber schwieriger als gedacht. Die hübsche Stute war recht faul und schwer zu motivieren. Wir arbeiteten zunächst an einfachen Bahnfiguren, die in der E-Dressur verlangt wurden. Ganze Bahn, Zirkel und einfache Schlangenlinien waren kein Problem. Die Stute ließ sich sehr gut Stellen und Biegen und reagierte fein auf meine Hilfen. Das einzige Problem war nur ihre fehlende Motivation. Immer wieder musste ich nachtreiben und aufpassen, dass Lisonjera nicht irgendwelchen Unfug machte.
      Trotzdem machten wir uns an die neuen Lektionen der A-Dressur. Zunächst übte ich mit der jungen Stute den Mitteltrab und den Mittelgalopp. Die deutlich vergrößerten Tritte im Trab und die Rahmenerweiterung vielen Lisonjera sichtlich schwer und es dauerte eine ganze Zeit, bis wir einen ordentlichen Mitteltrab erreicht hatten. Beim Mittelgalopp sah das ganz anders aus. Hier schien die Andalusierstute wirklich Spaß zu haben und war das erste Mal richtig konzentriert bei der Sache.
      Den einfachen Galoppwechsel hatte Lisonjera recht schnell drauf und auch das Rückwärtsrichten und das Viereck verkleinern und vergrößern stellten keine größeren Probleme dar. Die Hufschlagfiguren waren sowieso nicht Weltbewegendes, bis auf die 10-Meter Volte im Trab, da hatte die Stute Anfangs einige Probleme und kam oft aus dem Takt oder ließ sich nicht richtig biegen. Mit ein bisschen Übung und viel Lob klappte aber auch das schließlich, sodass der Übergang von E zu A abgeschlossen war.
      Negresco war in der Dressurausbildung schon etwas weiter als Lisonjera, sodass wir zunächst die Lektionen aus der A Dressur wiederholten. Auch der Hengst war nicht sonderlich angetan vom Training, ließ sich aber deutlich einfacher zu etwas motivieren als die Stute. Mittelgalopp und Mitteltrab hatte er super drauf, am einfach Galoppwechsel arbeiteten wir noch ein paar Mal, dann saß der aber auch wieder richtig gut. Ich fragte nacheinander alle Bahnfiguren ab, richtete den Hengst einige Male rückwärts und machte dann eine ausgiebige Schrittpause.
      Nun ging es daran, an die L Dressur ranzukommen. Ich fing mit den einfachen Aufgaben an, also der 8-Meter Volte und den Bahnfiguren wie aus der Ecke kehrt und durch die halbe Bahn wechseln. Dann tasteten wir uns weiter vor und erarbeiteten den versammelten Trab, sowie den versammelten Galopp. Es klappte erstaunlich gut und ich war wirklich stolz auf Negresco, dass er plötzlich so gut mitarbeitete. Das hielt aber auch nur kurz an, als es an den Außengalopp ging, war es schon wieder vorbei mit der Motivation. Es dauerte eine ganze Weile, bis der junge Hengst die Hilfen verstand und richtig umsetzte. Auch Kurzkehrt und Hinterhandwendung schienen Negresco nicht sonderlich zu gefallen. Immer wieder musste ich neu beginnen, da er sich vertüdelte oder schlichtweg keine Lust hatte. Mit wirklich sehr viel Geduld klappten aber auch diese beiden Lektionen nach einiger Zeit, sodass ich das Training beenden konnte. Der Hengst konnte nun alles, was in einer L-Dressur verlangt wurde.
      Lisonjera und Negresco dürfen nach Hause
      Jenny freute sich sehr über meinen Anruf, als ich ihr berichtete, dass die beiden Andalusier die Stufenerhöhung erfolgreich gemeistert hatten und sie abgeholt werden konnten.
      Jenny machte sich gleich am nächsten Tag auf den Weg und traf gegen Mittag auf dem Hof ein. Nach einer herzlichen Begrüßung ging es zunächst ins Büro, wo ich erzählte, wie das Training verlaufen war. Jenny war sehr amüsiert darüber, dass die beiden Pferde teilweise so faul gewesen waren, lobte mich aber dennoch für meine Arbeit.
      Nachdem alles besprochen war, gingen wir gemeinsam in die Sattelkammer und verstauten die Ausrüstung der Pferde im Auto. Anschließend verluden erst Negresco und dann Lisonjera. Ich verabschiedete mich von Jenny und winkte ihr hinterher, als sie langsam vom Hof fuhr.
      22 Feb. 2014
    • Sammy
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      Bericht aus Negresco`s Zeit bei Occulta
      19. April 2016

      Viele viele bunte…

      „Occu, Blütenzauber bekommt ihr Fohlen!“, rief Lisa mir vom Hauptstall entgegen. Ich hastete dorthin um nach dem Rechten zu sehen. Im selben Moment rief Lily hysterisch vom Nebenstall: „Ich glaube Skydive hat gehustet, Tante Occu! Komm schau ob er krank ist!“ So ging das nun schon seit Wochen; ein Fohlen nach dem anderen kam zur Welt. Naja, eigentlich war ja auch absichtlich geplant gewesen, dass die Fohlen fast alle März kommen sollten. Ich rollte die Augen und drehte um. Ich wusste schliesslich genau, dass mir meine kleine Nichte keine Ruhe lassen würde, bis ich mich um ‚ihr‘ Fohlen kümmerte. Wie erwartet hatte sich Skydive aber nur beim Trinken verschluckt, sonst fehlte ihm absolut nichts. Das Hengstchen war kräftig und verspielt, und manchmal überlegte ich skeptisch, ob er nicht schon fast etwas zu moppelig war. Als Lily mich endlich gehen liess, lag Blütenzaubers Fohlen schon als feuchtes Bündel neben ihr im frischen Stroh. Ich betrachtete die beiden liebevoll und versuchte zu erkennen, welches Geschlecht das Tierchen hatte. „Eine Stute!“ Über einen Namen würde ich mir später Gedanken machen. Das Fohlen war das erste von Spot und dementsprechend neugierig war ich auf seine Qualitäten. Ich sah ein paar Boxen weiter nach Caprice und ihrem wolligen braunen Hengstchen, das Gestern in der Frühe geboren worden war. Die Fuchsstute war entspannt und kümmerte sich liebevoll um ihr Erstgeborenes. Sogar noch besser war es vor zwei Wochen mit Pointless gelaufen. Das gepunktete Monster hatte uns alle überrascht und sich als hervorragende Mutter entpuppt. Ausserdem war ihr Fohlen eine unglaublich hübsche, dominant weisse Stute mit ganz feinen, braunen Fleckchen auf dem ganzen Körper. An der Schnauze und um die Augen hatte sie ebenfalls dunkle Flächen, die aufgrund des dort feineren, weissen Fells noch etwas deutlicher zu sehen waren. Auch sie hatte noch keinen Namen, aber ich spielte mit der Idee ‚A Winter’s Tale‘. Ausserdem hatte ich bereits beschlossen, sie definitiv zu behalten, denn ich war neugierig, wie sie sich entwickeln würde. Ich wusste noch nicht genau, welche Fohlen dieses Jahrgangs wir sonst noch zur Ausbildung hier behalten würden; das wollte ich in den kommenden Tagen zusammen mit Oliver bestimmen. Ausser den drei bereits erwähnten Babys hatten noch ein Welsh von Noir, ein Mini von Alu und ein Criollo Fohlen von Gini das Licht der Welt erblickt. Ja, nun war der Frühling definitiv gekommen. Ich freute mich schon auf die letzten Geburten, die noch bevorstanden. Bei Indiana und Islah konnte es jetzt auch jeden Tag so weit sein. Doch nicht nur solch junge Neuankömmlinge hatten wir in letzter Zeit begrüssen dürfen; auch sonst hatte sich viel verändert. Zum Beispiel stand nun in Box Nummer 14 der wunderschöne Fajir El Assuad, ein knapp sechsjähriger Halbbruder von Kaythara. Ich erhoffte mir, ihn später erfolgreich als Zuchthengst einsetzen zu können, denn seine Abstammung war ausgezeichnet. Der einzige Haken daran war, dass er sozusagen keine Rennleistung hatte. Er war früh aus den Rennen zurückgezogen und stattdessen in Dressur oder Springreiten trainiert worden, sodass ich nicht mit Sicherheit sagen konnte, wie gut seine Nachkommen auf der Bahn sein würden. Vom Körperbau her schien er aber alle Voraussetzungen für einen guten Galopper zu erfüllen. Ausser Fajir waren noch Shattered Glass, eine Paint Horse Stute, und Dante, ein Holsteinerhengst übergangsweise hier. Ich hatte die Beiden von einem Rettungshof übernommen und bereits neue Besitzer gefunden, doch solange der Papierkrieg um die Ausfuhr noch andauerte, blieben sie hier. Auch Álaedis hatte den Weg zurück nach Pineforest Stable gefunden: ich hatte die Stute zurückgekauft, weil sie vernachlässigt worden war. Nun überlegte ich, ob ich sie vielleicht als zukünftige Zuchtstute behalten wollte, doch es hatten sich auch für sie schon wieder Interessenten gemeldet, also würde ich sie wohl weiterziehen lassen. Der letzte Neuling, der heute ankommen sollte, war ein prächtiger Andalusierhengst, den ich im Frühsommer zusammen mit den meisten Fohlen dieses Jahrgangs versteigern wollte. Ich hatte ihn ebenfalls von einem Schutzhof freigekauft und wollte ihn nun aufpäppeln. Er war laut den Tierschützern in Spanien bereits Gekört worden und hörte auf den Namen Negresco. Seine Ankunft war für fünf Uhr geplant, also hatte ich noch etwas Zeit, mich um die Minis zu kümmern.
      Es war drei Uhr, die Sonne schien und die Vögel wollten gar nicht mehr ihren Schnabel halten. Ich schlenderte Barfuss und mit hochgekrempelten Hosen durch das saftige Gras am Wegrand zu den Weiden. Nur im Schatten der Tannen war es noch etwas zu kalt, sodass ich leichte Gänsehaut bekam. Ich hüpfte über den Schotterweg zum Weidetor und betrat das Reich der Stuten. Meine Hornhaut ist auch nicht mehr das, was sie mal war, stellte ich angesichts meiner nun etwas schmerzenden Füsse fest. Aber das wird sich bald wieder ändern. Chip, Daki und Allegra kamen angetrabt, die restlichen glotzten mich nur von weitem an, weil sie genau wussten, dass es nicht Futterzeit war. Ich wich Dakis Hufen geschickt aus, als sie mir fast auf die Füsse trampelte, mit dem Resultat, dass ich fast über Allegra stolperte. Der winzige Fellball versteckte sich erschrocken hinter ihrer Mutter, nachdem sie mir einen warnenden Tritt verpasst hatte. Na zum Glück ist sie noch so klein und schwächlich, dachte ich augenrollend, und rieb mir die Wade wo sie mich getroffen hatte. Ich konnte ihr aber nicht wirklich böse sein, weil es ja meine Schuld gewesen war. „Stupid humans shouldn’t come here barefoot, right?“, rief ich lachend. „That’s probably right“, rief eine Stimme hinter mir zurück. Lewis stand mit der Mistgabel beim Offenstall; ich hatte ihn zuvor gar nicht bemerkt. Er grinste und machte sich wieder an die Arbeit. Ich lief zu den restlichen Stuten, die in der Nähe der Bäume grasten. Alu und ihr kleines Anhängsel wurden von Papillon beschützt, die sehr Herdenorientiert war und sich anscheinend dazu verpflichtet fühlte. Ich machte mir aber ein wenig Sorgen, dass Papillon das Kleine vielleicht stehlen könnte. Daher bat ich Lewis später ‚to keep a close eye‘ was die beiden anging. Bei den Minis musste nur noch Rapunzel abfohlen. Sie war ein richtiges Fass auf zwei Beinen und ich fragte mich, wie lange sie noch brauchen würde. Eigentlich war der errechnete Termin schon vor über einer Woche gewesen. Andererseits hatte die Stute bei ihrem letzten Fohlen auch etwas länger gebraucht, und am Ende war trotzdem alles gut gegangen. Wo wir schon vom Teufelchen sprachen - Kicks-a-Lot und Tigrotto lieferten sich gerade dem Zaun entlang ein Wettrennen, mit anschliessendem Gerangel. Tic-Tac sah ihnen bloss verschlafen zu, denn sie lag zusammen mit Lady und Rose im Schatten. Ein wenig Training würde ihnen wiedermal guttun, beschloss ich bei Kiwis pummeligem Anblick. Ich hatte in letzter Zeit mehr mit den ausgewachsenen Minis trainiert und die Halbstarken etwas vernachlässigt. Dafür war Lady Diva was das Country Pleasure Fahren betraf nun in die höchste Turnierklasse aufgestiegen.
      Bevor ich wieder zum Nebenstall schlenderte, sah ich kurz bei den Hengstchen rein. Die Langweiler dösten alle im Offenstall, anstatt das tolle Wetter draussen zu geniessen. Ich ging nicht näher heran, um Arco, Caress und Caillean nicht zu stören. In einer Ecke des Stalls lag Becks, den ich vor ein paar Tagen gekauft hatte. Er brachte frisches Blut in meine Zucht und war bereits ein erfahrenes Showpferd. Rapunzel hatte sogar schon einmal Bekanntschaft mit ihm gemacht – das Fohlen von den beiden war damals aber an einer Krankheit gestorben. Immer noch barfuss begab ich mich zu Dreams Box, weil ich Lily suchte. Doch sie war ausnahmsweise nicht hier. Erstaunt sah ich mich um und rief nach den Hunden, die jeweils auch ein gutes Indiz für den Aufenthaltsort meiner Nichte waren. Sheela und Zira kamen hinter der Halle hervorgeschossen, Jacky folgte ihnen humpelnd. Sie war letztens ziemlich übel gestolpert und hatte sich die Pfote dabei verstaucht; nichts Ernstes, aber es würde noch ein/zwei Wochen dauern, bis sie wieder ganz normal lief. Ich lobte die drei für ihr rasches Auftauchen und lief dann, von ihnen verfolgt, auf dem Schotterweg zur Ovalbahn. In der Ferne sah ich Ajith und Quinn beim Osteingang zum Hof stehen. „What’s going on?“, fragte ich, sobald ich bei ihnen war. „Muskat broke free from Charly, when he was trying to get him and Cantastor back to the barn. At first he was able to hold back Canto, but then he fell and Canto got away too. They both ran in this direction; Lily and Charly are following them. We’re standing here in case they manage to chase them back.” Ich entgegnete wütend: “What was he thinking by taking them both at once? He must have known It’s springtime and the horses are all very jumpy!” Ajith zuckte mit den Schultern und Quinn schüttelte den Kopf. Ich nahm Quinn mit zum Nordstall, wo wir Calico und Dod sattelten, um die Ausbrecher einfangen zu gehen. Ich konnte nicht gut mit einem Lasso umgehen, weshalb ich darauf hoffte, nahe genug an die beiden heranzukommen, um die Führstricke zu fassen, die noch immer an den Halftern hängen mussten. Quinn und ich ritten an Ajith vorbei raus und trabten schon nach einer kurzen Einwärmzeit an, um die Verfolgung aufzunehmen. Zunächst mussten wir Charly und Lily finden. Nach langem Rufen begegneten wir ihnen weiter oben am Flussufer. „Where are they?“, fragte ich hoffnungsvoll. „We last saw them somewhere over there, but they’re hidden behind the bushes now.“ Charly deutete zu den Büschen weiter oben. Wir teilten uns auf und ritten, beziehungsweise liefen um das Gebiet herum, sodass wir die Pferde von Norden her einfangen konnten. Mit dieser Strategie wollte ich verhindern, dass sie noch weiter weg liefen. Vorsichtig streiften wir an den Büschen vorbei, bis ich Cantastor entdeckte. Der Dunkelbraune sah mich und Dod mit gespitzten Ohren an. Er blieb zum Glück ruhig stehen, sodass ich mich nähern konnte und sein Seil zu fassen bekam. Ich lobte ihn erleichtert und band sein Seil am Sattelhorn fest. Dann trabte ich weiter auf der Suche nach Muskat. Die anderen hatten ihn inzwischen aufgespürt und umkreisten ihn, doch er suchte bereits nach einer Lücke zum entwischen. Als Quinn auf ihn zuritt, drehte er ab und bretterte mit Fahnenschweif in Richtung Pineforest Stable zurück. Canto tänzelte etwas und rief seinem Kumpel lautstark, versuchte aber nicht, sich wieder loszureissen. Ich befahl Charly, sich auf Cantos Rücken zu schwingen und an der Mähne zu halten, während die kleine Lily bei Quinn vorne mit aufstieg. Wir trieben Muskat in die Richtige Richtung, sodass Ajith einen entscheidenden Versuch hatte, ihn zu fassen zu bekommen. Der dunkelhäutige Pfleger warf die Arme hoch und liess Muskat abbremsen, dann schnappte er sich zielsicher den Strick des Hengstes. Wir jubelten ihm zu brachten dann die beiden Vollblüter gemeinsam zurück zum Hauptstall. Quinn meinte lachend zu Ajith: „That was not bad, he had no chance!“ Er winkte ab, grinste aber übers ganze Gesicht. Charly hatte seine Lektion gelernt und versprach, in Zukunft zumindest die Hengste einzeln zu führen. Kurz darauf kam Negresco an und wurde von Jonas in seine vorläufige Box im Nordstall gebracht. Der Braune hatte einen wunderschönen Kopf und ich konnte mich nur schwer davon abhalten, mit dem Gedanken zu spielen, ihn hier zu behalten.
      Am Abend sassen wir alle auf Gartenstühlen und Bänken unter den drei Bäumen zwischen dem Pflegerheim und dem Haupthaus. Nur Elliot, Lisa und Oliver waren noch unterwegs, um ausserhalb von Pineforest Stable Reitstunden zu geben. Es gab Tee und Kekse, was nach dem langen Arbeitstag eine verdiente Wohltat war. Wir überlegten uns Namen für die Fohlen, war gar nicht so leicht war. Sie mussten nicht nur gut klingen, sondern auch zu den Namen der Eltern passen und später von den Sprechern bei Rennen oder Turnieren gut genannt werden können. Für Pointless‘ Fohlen setzte sich ‚A Winter’s Tale‘ durch, denn uns fiel ausser ‚Surely no Spots‘ und ‚Snowbutt‘ nichts mehr ein (Lewis machte einen Schmollmund, als ‚Snowbutt‘ einstimmig abgelehnt wurde). Blütes Fohlen wurde dank Rosie vorläufig ‚Savory Blossom‘ genannt. ‚Gamble Away‘ wurde es für Mikkes Fohlen. Das kleine Welsh-Tier nannte ich ‚Daydream of Money‘, als Anspielung auf Noir’s französischen Namen. Ginis Fohlen hiess fortan ‚Dreams of Revenge‘ und das Mini-Fohlen von Alu ‚Arctic Alinghi‘. Bei der anschliessenden Stallkontrolle entdeckten wir ausserdem, dass bei Indiana die Wehen eingesetzt hatten. Die Geburt verlief Problemlos und ohne unser Eingreifen. So stand eine Stunde später auch Spots zweites Fohlen, ‚Stop Making Sense‘, zum ersten Mal auf wackeligen Beinen. Ich mochte dieses Kerlchen schon jetzt ganz besonders, weil es fast dieselben wilden Sprenkel wie sein Vater trug. Ausserdem hatte es einen Bildschönen Kopf.
    • Sammy
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      Ärger im Paradies
      21. Juli 2016

      Schon beim ersten Weckerklingeln saß ich kerzengerade in meinem Bett, streckte mich ausgiebig und war ein paar Sekunden später bereits auf den Beinen. In wenigen Tagen würden die ersten Teilnehmer von Jolympia auf meinem Gestüt anreisen und wir hatten noch eine Menge zu tun. Außerdem hatte ich beschlossen meinen Hof ein wenig umzustrukturieren. So sollte der Schwerpunkt künftig auf der Vielseitigkeit liegen. Selbstverständlich würde ich mich auch von den Pferden, die dazu nicht geeignet waren nicht trennen, auch sie würden Schwerpunktdisziplinen zugewiesen bekommen, in denen ich sie weiterhin fördern wollte. Doch mein Herz schlug nun einmal für die Vielseitigkeit und immerhin hatte ich mit Levistino den ersten Gewinner des größten Vielseitigkeitsturniers weltweit in meinem Stall stehen.
      Während meine Gedanken derart kreiselten, hüpfte ich voller Elan ins Badezimmer, schlüpfte in meine Stallklamotten, schlang ein kurzes Frühstück hinunter und rannte dann beinahe hinüber zu den Stallungen. Da ich heute um einiges früher als gewöhnlich aufgestanden war, war der Stall noch dunkel und ruhig. Draußen ging gerade erst die Sonne auf und ich genoss die morgendliche Idylle mit meinen Vierbeinern. Wie immer zur Zeit schaute ich zuerst bei meinen hochträchtigen Stuten Mahira, Samiyah und Benjilala vorbei. Bei den dreien sollte es in zwei bis drei Wochen soweit sein und ich konnte es kaum erwarten, die kleinen Pferdekinder endlich auf der Welt begrüßen zu dürfen.
      Als ich mich ausgiebig vergewissert hatte, dass es den werdenden Müttern an nichts fehlte, schlenderte ich durch die Stallgasse und blieb an jeder Box stehen, um dem jeweiligen Insassen gebührend Aufmerksamkeit zu schenken. Bei einigen Pferden verbrachte ich ein wenig mehr Zeit, doch im Grunde liebte ich all meine Pferde auf die gleiche Weise. Far Cry und Classic Moment waren mit ihrem Training mittlerweile soweit, dass sie uns demnächst verlassen konnten. Sobald Jolympia vorüber war, würde ich mich mit ihrem Verkauf beschäftigen. Gerade den jungen Fuchshengst Classic Moment gehen zu lassen war schwer für mich, doch ich hatte genug New Forest Ponys und war mir daher sicher, dass Classic an anderer Stelle besser gefördert werden würde.
      Kaum war ich mit meinem Stallrundgang durch, kamen meine Angestellten schwatzend angelaufen. Kurz darauf trudelten auch Patrick und Anna ein, die im nahegelegenen Dorf Sway wohnten. „Sammy was machst du denn schon hier? Heißt das etwa, wir können heute alle ein paar Boxen zum Misten abziehen?“, fragte Samuel feixend und ich boxte ihn lachend gegen die Schulter. „Nein, da muss ich dich enttäuschen. Aber ich werde euch nach der Morgenfütterung dabei helfen, die Pferde auf die Koppeln zu bringen. Ruft mich einfach, wenn ihr soweit seid, ich bin solange in meinem Büro!“, gab ich zurück und verschwand fast in der selben Sekunde, indem ich gekonnt Samuels Stöhnen überhörte. Mittlerweile hatte ich fünf neue Stallburschen eingestellt, die lediglich zum Ausmisten der Boxen und zum Abäppeln der Koppeln auf das Gestüt kamen, sodass sich meine Langzeitangestellten sowieso nur noch um die Fütterung und den Koppelgang der Pferde kümmern mussten. Ansonsten waren sie mit dem Training beschäftigt. Nur zu einigen ausgewählten Pferden ließ ich die „Ausmister“ nicht. Allen voran gehörte dazu mein stürmischer und ausnehmend dominanter Berberhengst Amayyas, aber auch der ängstliche Dream of Wyoming, der Hannoveranerhengst Black Soul, die immer noch menschenscheue Isola della Pirateria, der noch etwas zurückhaltende Andalusierhengst Negresco und die sehr heißblütige Kagami el Assuad. Offensichtlich hatte Samuel heute die Ehre, Amayyas Box auszumisten. Der Berberhengst war zwar wirklich traumhaft schön, doch bis auf Brian und mich kam keiner so richtig mit ihm zurecht. Kurz darauf hörte ich Samuel auch schon schimpfen kicherte in meine Hand. Typisch!
      Gerade als ich die To Do-Liste für Jolympia fertig geschrieben hatte, streckte auch schon Meg den Kopf zur Tür herein und meinte: „Die Pferde sind fertig mit ihrem Frühstück, kommst du?“ Ich nickte und erhob mich sofort von meinem Stuhl. Jetzt im Sommer standen die Pferde den ganzen Tag über auf der Weide und kamen erst zur Abendfütterung wieder in den Stall. Wie üblich begannen wir im Hengststall. Samuel winkte mich heran und zeigte mit flehendem Blick auf Amayyas, der ihn mit hoch erhobenem Kopf anstarrte. Ich schüttelte grinsend den Kopf und betrat die Box des herrlichen Red Roans. Sofort senkte Amayyas den Kopf und schnoberte meine Handflächen nach einer Leckerei ab. Samuel meinte nur beleidigt: „Du bist ein sturer, verwöhnter Esel!“ und zog mit grimmigem Gesicht ab, um seinen Liebling Levistino aus seiner Box zu holen. „Hör nicht auf ihn mein Gepard, er hat dich eben noch nicht verstanden!“, säuselte ich Amayyas zu, während ich den Hengst aus seiner Box führte. Aufgrund seines Temperaments musste Amayyas auf einer der kleinen Hengstkoppeln alleine stehen, doch mittlerweile konnte ich ihn wenigstens neben den anderen Hengsten führen, ohne dass es gleich einen Aufstand gab. Vor uns liefen Samuel und Donald mit Levistino und Fantastic Fly, neben mir Meg mit Ghostbuster – ihrem persönlichen Liebling unter den Hengsten, hinter und Brian mit Black Soul und Patrick mit Branagorn und die Nachhut bildete Anna mit Juego. Das schüchterne Mädchen traute sich immer noch nicht so recht an die großen Hengste heran und ich nahm mir vor, nochmals mit ihr zu reden, wenn der ganze Trubel mit Jolympia und der Fohlenzeit vorbei war. So konnte es einfach nicht weitergehen. Amayyas, Fly, Levistino und Black Soul bezogen die Hengstpaddocks, während Jojo, Ghostbuster und Juego auf die große, mittlerweile aber unterteilte Gemeinschaftskoppel der Hengste durften. Jojo und Ghost kamen auf die linke Seite, Juego auf die rechte der Ponys.
      Als nächstes führte Donald Pride and Prejudice, der sich tatsächlich so gut mit dem Holsteinerhengst Fantastic Fly verstand, dass er mit ihm zusammen eine Hengstkoppel beziehen dufte. Ich führte Hollybrook`s Cheeky Jot und Hollybrook`s Bloody Valentine auf einen weiteren Paddock, Samuel führte Hollybrook`s Casanova, der neben seinem Vater einen Paddock sein Eigen nennen durfte, Brian übernahm dessen Großvater BMs Caradoc, Meg führte den energiegeladenen Araberhengst Wüstentänzer und Patrick übernahm Someone. Anna, die auch keine aufsässigen Pferde führen wollte, holte Hollywood Undead aus seiner Box und brachte ihn zu Juego auf die Gemeinschaftskoppel. Weiter ging es mit Someone, El Racino und den beiden Neuzugängen Pawaneeh und Negresco. Sie alle stellten wir auf die verbliebenen Hengstpaddocks. Bei letzteren hatte ich noch die Hoffnung, dass sie irgendwann auf die große Koppel ziehen konnten, doch gerade der Andalusierhengst Negresco legte doch ein sehr dominantes Verhalten an den Tag. Patrick führte Khamar al Sanaa hinaus, Donald den Hannoveranerhengst Branagorn und Anna übernahm Orfino. Beim nächsten gang schnappte sich Meg die zwei Isländerhengste Fair Prince und Intolerable Life, Anna übernahm den absolut charmanten Hollybrook`s Zarin, Donald führte Golden Indian Summer, Dissident Hawk und Dream of Wyoming, Samuel durfte Damon`s Dynamo hinausbringen, Patrick den Paso Fino Wannabe, Brian führte Daemon und ich folgte mit Slaters Secret und Pierre.
      Nun folgte der letzte Gang mit den Hengsten. Dieser Trakt war dementsprechend auch schon recht leer und die Stallburschen begannen mit dem Ausmisten der Boxen. Ich überließ Anna meinen neuen American Miniature Horse Hengst Darkwood`s Storm Dancing Feather, damit sie mal wieder ein wenig aus ihrer Komfortzone herauskam, übernahm selbst San Salvador, der sich prächtig entwickelte und wies dann auch die letzten Hengste zu. Meg führte Hollybrook`s Classic Moment und Eddi`s Dead Pop Romance hinaus, Donald übernahm Candle in the Wind, Patrick den Criollohengst Cazador, Samuel den heute ein wenig überdrehten Tschiwabschischi und Brian kümmerte sich um den jungen Saddlebredhengst GH`s Safriko. Danach gönnten wir uns alle erst einmal eine kurze Pause, bevor es mit den Stuten und Jungpferden weiterging. Ich schickte Meg mit Anna zu den Ponies, während ich mit den Jungs bei meinen Vollblütern begann. Ich übernahm die Achal Tekkiner Stute Ivory, während Samuel ihre Freundin Cirilla aus der Box führte. Uns auf dem Fuß folgten Donald mit Rainbow, Brian mit Ehawee und Patrick mit Middle Ages. Die Stuten durften alle auf die mittlere Stutenkoppel. Auf dem Weg zurück kamen uns gerade Meg und Anna entgegen. Meg führte Mississle und Hollybrook`s Fairy Bluebird, während Anna mit Miniature America`s Narnia hinterherschlich. Die kleine Stute war beinahe eine Lebensversicherung, doch Anna sah trotzdem aus, als würde sie am liebsten davon laufen. Wir kehrten in den Stall zurück und ich halfterte meinen Liebling Sahira auf. Die wunderschöne Falbstute tänzelte mit aufgestelltem Schweif und hocherhobenem Kopf neben mir her. Donald führte Haadeh aus ihrer Box, Samuel nahm Little Miss Sunshine, Patrick Bittersweet und Brian holte die Palominodame Sharley aus dem Stall. Gemeinsam mit uns liefen Meg mit Napayné, Kolibri und Little Big Girl und hinter ihr Anna mit Hollybrook`s Tiny Girl. Meg machte ein Gesicht, als hätte sie gerade in eine Zitrone gebissen und ich fragte mich, was zwischen ihr und Anna vorgefallen war. Beim nächsten Gang holten wir Fallen Immortaliny, Adina De Ra`idah, Melody`s Girl, Kagami el Assuad und Success Story xx aus dem Stall. Meg kam mit Fatimah und Dark Misery aus dem Stall, Anna führte Magical Moment. Meine wunderschöne New Forest Ponystute mit dem traumhaft langen Behang wirkte irgendwie nervös. Auf dem Rückweg von den Koppeln zum Stall sprach ich Anna darauf an, doch das Mädchen versicherte mir, dass es ihm gut ging und alles in bester Ordnung war. Durch dieses kurze Gespräch kam ich erst im Stall an, als die Jungs ihre Pferde bereits aus den Boxen geholt hatten. Sie warteten mit Backup, Pirate Island, Ace of Spades und Far Cry auf mich. So schnell ich konnte halfterte ich The Morticains Daugther auf und ging mit den anderen zu den Koppeln. Gleich darauf holten wir Meg ein, die den Weg mit Thousand Sunny und Aimiliani zurücklegte. „Meg wo ist Anna?“, fragte ich meine Angestellte und Freundin, als ich mit Daughter zu ihr aufgeschlossen hatte. „Sie war mir zu langsam, deshalb hab ich ihr gesagt, dass sie die Runde aussetzen und auf mich warten soll.“, gab Meg ein wenig giftig zurück.
      Ich hob ein wenig überrascht die Augenbrauen, sagte aber nichts weiter. Als wir auf dem Rückweg zu den Ställen waren, schrie Samuel plötzlich auf: „Was macht Anna denn da?“ Sofort schoss mein Kopf in die Richtung in die Samuel blickte und ich wurde weiß. Anna führte die beiden hochträchtigen Stuten Samiyah und Mahira in Richtung der Fohlenkoppel. Nichteinmal Brian, Meg und ich nahmen die beiden temperamentvollen Trakehnerstuten zusammen und ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, was Anna geritten hatte das zu versuchen. „Mit was führt sie die beiden denn da? Hat sie sie aufgetrenst?“, fragte Brian da mit zusammengekniffenen Augen. Ich schloss die Augen und atmete hörbar aus. Hauptsache sie brachte die Stuten sicher zur Koppel und immerhin kamen wir dem Gespann mit jedem Schritt näher. In diesem Moment warf Samiyah ihren hübschen Kopf nach oben und ruckte am Zügel. Anstatt ruhig zu bleiben und die Stuten weiter vorwärts zu führen schrie Anna auf, wodurch auch Mahira nervös wurde. Die junge Scheckstute riss an den Zügeln und rannte rückwärts und Anna ließ tatsächlich beide Zügel los und begann lautstark zu heulen. Aufgescheucht von der ungwohnten Situation schossen die beiden Trakehnerstuten los und wir anderen standen ein paar Sekunden völlig geschockt wie erstarrt da, bevor endlich wieder Leben in mich kam. „Wir müssen sie einfangen, das könnte in einer Katastrophe enden!“, rief ich und sprintete zum Stall. „Donald schnapp dir Harmony, ich nehme Heart. Samuel bring uns Lassos!“, wies ich die beiden Jungs an, während ich schon die Box von My Golden Heart öffnete und mich auf den bloßen Rücken der Stute schwang. Donald machte es mir mit BBs Harmony nach und sobald wir die Lassos von Samuel übernommen hatten, dirigierten wir die Stuten aus dem Stall. Glücklicherweise waren beide absolute Verlasspferde und perfekt ausgebildet. Sobald wir aus dem Stall hinaus waren, galoppierten wir die Pferde an. Mahira und Samiyah rannten in Richtung der Rennbahn und wir wollten so schnell wie nur irgend möglich in ihre Nähe kommen. In diesem Moment blieb meine Prinzessin Samiyah in ihren Zügeln hängen und stürzte. Ich schlug mir erschrocken die Hand vor den Mund, sprang bei Samiyah angekommen aus dem Sattel und kniete mich neben die Stute. Ein paar Sekunden später kam Donald mit den beiden Stuten bei uns an und glücklicherweise kam Mahira im Schritt zu ihrer Freundin zurückgetrottet. Beide Stuten schwitzten stark und ich beauftragte Donald Mahira und die Westernpferde zurückzubringen. Er griff sofort nach den Zügeln der trächtigen Stute und führte sie langsam zurück zum Stall. Ich befreite Sami`s Bein von dem Zügel und forderte die Stute dazu auf, aufzustehen. Ächzend rollte die Stute sich herum und wuchte sich nach oben. Ich atmete auf, das war schon einmal gut. Allerdings belastete Samiyah ihr rechtes Vorderbein nicht und mir traten vor Wut und Angst Tränen in die Augen. Liebevoll strich ich der Cremellostute über das samtweiche Maul und führte sie langsam Schritt für Schritt zurück zum Stall. Dort erwarteten mich die anderen und Meg teilte mir sofort mit, dass sie den Tierarzt des Dorfes Sway bereits verständigt hatte. Natürlich hätte ich viel lieber meine liebste Freundin Eddi hier gehabt, doch das ging aufgrund unserer Wohnsituation natürlich nur nach vorheriger Absprache und damit meist für Voruntersuchungen der Körungen. Anna trat auf mich zu und wollte etwas sagen, doch ein Blick von mir in Meg`s Richtung genügte und sie ging dazwischen: „Anna ich denke du solltest jetzt nach Hause gehen. Wir klären das hier und Sammy meldet sich dann später oder morgen bei dir. Natürlich gebe ich dir auch Bescheid, was der Tierarzt gesagt hat.“ Anna nickte mit eingezogenem Kopf und verließ mit hängenden Schultern den Hof. Fast schon tat sie mir Leid, doch dann blickte ich auf Samiyah`s abgewinkeltes Bein und wusste, welche Entscheidung ich zu treffen hatte. „Leute macht ihr bitte alle weiter? Ich bleibe bei Mahira und Samiyah und warte auf den Tierarzt!“, sagte ich und brachte Sami in ihre Box. Die anderen nickten und machten mit den Warmblütern weiter, damit es ruhig im Stall wurde. Donald führte My Golden Heart und BBs Harmony noch ein wenig draußen herum, bevor er die beiden auf die rechte Stutenkoppel entließ. Meg übernahm American Baby und Apaches Tomahawk, Samuel führte Chaira hinaus, Brian Paradises Rafinesse und Shekitt Quinn und Patrick brachte Mizzi hinaus. Bei der nächsten Runde durften Cuchara, Unannounced Pleasure, Reminiscent Inspiration, Angels Fall First und Wild Lady Roxanne hinaus. Allmählich wurde es wirklich ruhiger und ich dankte meinen Angestellten. Meg brachte nun Glammy hinaus, Samuel und Donald nahmen Benjilala und Salwa. Letztere durfte ausnahmsweise mit der trächtigen Stute zusammen in den abgetrennten Teil der Stutenkoppel, da ich Benji nicht alleine stehen lassen wollte. Brian führte Naboo, Patrick nahm Fairylike Facility. Anschließend holte sich Meg Everybody`s Darling und lief Samuel mit Isola della Pirateria voraus. Die nachtschwarze Stute war immer noch deutlich ruhiger, wenn Darling in der Nähe war und natürlich wollten wir ihr so viel Stress wie möglich ersparen. Patrick holte Golden Flair, Donald Walk of Fame und Brian Precious Scream. Nun waren nur noch die Deutschen Reitponystuten Dorina und Cinnemont`s History sowie die Fohlen im Stall. Der Tierarzt müsste auch jede Minute kommen. Samuel kümmerte sich um die Ponystuten, Brian führte PFS Devil in Prada und Grace`s Cookie`n`Cream, Donald übernahm Siberia und Shawnée und Patrick führte die Lewitzer Rosewell und Panta Rhei auf die Fohlenkoppel. Meg betrat Mahira`s Box und strich der Stute über den Kopf, während ich bei Samiyah blieb. Kurz darauf führte Brian endlich den örtlichen Tierarzt in den Stall und ich musste mich sehr zusammenreißen, ihn nicht zu fragen, warum zur Hölle das solange gedauert hatte. Doch ich war mir natürlich im Klaren, dass er so schnell wie irgend möglich hergekommen war und er auch nichts für den Unfall von Samiyah konnte.
      Er sah sich zuerst das Bein meiner Cremellostute an. Dieses war mittlerweile dick und heiß. Ich kaute nervös auf meiner Unterlippe, während ich Samiyah am Halfter hielt. „Sehnenzerrung, das hätte sehr viel schlimmer kommen können.“, meinte Dr. Smelta schließlich. „Ist in ihrem Zustand natürlich nicht gerade toll, weil so viel zusätzliches Gewicht das Bein belastet. Sie müssen es so oft wie möglich kühlen und sie mehrmals am Tag ein wenig im Schritt führen. Mehr ist momentan auf keinen Fall drin. Möchten sie, dass ich bei beiden einen Ultraschall mache? Zur Sicherheit?“, erklärte er mir.
      Ich nickte natürlich sofort. Die Sehnenzerrung würden wir schon wieder in den Griff bekommen, auch wenn es bei der sogar jetzt noch hibbeligen Samiyah nicht einfach werden würde. Das bedeutete auch, dass ich jeden Tag eine weitere Stute im Stall stehen lassen musste, damit Samiyah nicht alleine stand. Der Ultraschall ließ uns alle Gott sei dank aufatmen, den Fohlen ging es gut. Ich bedankte mich bei Dr. Semlta, verabschiedete ihn und suchte dann sofort die Kühlgamasche heraus, um Samiyah`s Bein zu kühlen. Die Stute schauderte, als ich die Gamasche befestigte, doch ich fütterte sie mit einem Stückchen Möhre und Samiyah schaute sofort ein wenig glücklicher aus der Wäsche. Meg hatte auch sofort Anna gesimst, damit sie sich nicht mehr Sorgen als nötig machte. Wir erledigten die weitere Stallarbeit und besprachen dann die Vorbereitungen für Jolympia.
      Die Stallzelte würden auf der hintersten Stutenkoppel aufgebaut werden, allerdings erst einen Tag vor dem großen Event. Die Stallungen und die restlichen Koppeln würde ich absperren, da ich wollte dass meine Pferde weitgehend ihre Ruhe hatten. Sowieso wurde die gesamte rechte Hälfte des Hofes gesperrt und nur Pferdebesitzer und Angehörige hatten dorthin Zutritt. Die Gästezimmer waren schon bereit. Auch die Tribünen waren alle blitzblank geputzt und auch die Hindernisse hatten niemals besser ausgesehen. Am Tag vor Jolympia würden wir auch alles mit Blumen schmücken.
      Als alle Arbeiten für diesen Tag erledigt waren, kam Meg auf mich zu. „Was ist mit Anna?“, fragte sie mich. Ich seufzte und meinte: „Ich fahre heute Abend zu ihr und rede mit ihr. Vielleicht lässt sich das alles nochmal klären, aber das weiß ich jetzt ehrlich gesagt noch nicht. Das kommt auch darauf an, wie sie sich verhält.“ „Ähm Sammy…. Da ist jemand für dich…“, meinte Samuel in dem Moment und als ich mich umdrehte stand Anna vor mir. „Was machst du denn hier? Meg hat dir doch geschrieben, dass es Mahira und Samiyah gut geht oder?“, fragte ich ein wenig verwundert.
      „Ja, deshalb bin ich ja hier. Ich meine, es ist ja nichts passiert, also kann ich ja auch weiterarbeiten.“, sagte sie. Ich starrte sie etwas sprachlos an und Meg schlug sich die Hand gegen die Stirn. Als ich mich wieder gefangen hatte, forderte ich Anna auf, mir zu folgen und schickte die anderen wieder an die Arbeit. Ich führte Anna zu Samiyah und zeigte auf ihr Bein. „Ich dachte, es ist alles okay?“, fragte sie nun schon leicht unsicher. „Nein, es ist nicht okay. Du hast zwei hochträchtige Stuten in Gefahr gebracht. Und Samiyah hat eine Sehnenzerrung, die ist gerade in ihrem Zustand auch nicht ohne. Wie bist du denn auf die Idee gekommen die beiden rauszubringen?“, fragte ich. Zu meiner Überraschung hob Anna trotzig das Kinn: „Es hat mich genervt, dass Meg nicht gewartet hat. Also wollte ich ihr beweisen, dass ich ohne Probleme zwei Pferde nehmen kann. Und da Mahira und Samiyah zusammen mit Benjiala momentan am stärksten überwacht werden, dachte ich eben, dass sie dazu am besten geeignet wären. Ich kann ja nichts dafür, dass sie sich selbst in ihrem Zustand noch nicht benehmen können!“ Da die anderen schon wieder in der Nähe herumlungerten, bat ich Anna in mein Büro und sagt dort: „Anna, du willst mir also sagen, du hast zwei meiner Stuten und deren Fohlen in Gefahr gebracht, weil du irgendetwas beweisen wolltest? Du hattest hier sowieso keinen guten Stand, weil du mich bei deiner Einstellung belogen hast, aber das hier jetzt ist noch einmal etwas ganz anderes. Ich muss dir leider mitteilen, dass du hier nicht weiter arbeiten kannst. Ich werde dir deine restlichen Urlaubstage mit deinem nächsten Monatsgehalt auszahlen, aber mehr kann ich leider nicht mehr für dich tun.“
      Anna schwieg einige Sekunden, dann wurde ihr Gesicht rot: „Du wirfst mich raus? Das kannst du nicht! Es gibt Kündigungsfristen! Du kannst hier nicht alles machen, wie es dir gerade passt!“ Ich atmete tief durch und erhob mich: „Anna. Du hast gegen wichtige Regeln verstoßen. Regeln die die Sicherheit der Pferde gewährleisten sollen. Und das aus einem absolut nicht nachvollziehbaren Grund. Anstatt nun Einsicht zu zeigen, spielst du das Ganze herunter. Glaub mir, das ist ein Grund für eine außerordentliche Kündigung. Ich hätte sogar das Recht, die die heutigen Tierarztkosten in Rechnung zu stellen. Also bitte, lass uns jetzt nicht im absoluten Streit auseinander gehen.“ Ich öffnete die Bürotür und wollte Anna die Hand geben, doch die junge Frau stürmte einfach an mir vorbei und rauschte davon.
      „Du hast sie gefeuert?“, fragte Patrick mit großen Augen und ich nickte. „Leute, ich hoffe ihr könnt meine Entscheidung besser nachvollziehen als Anna. Aber fakt ist, sie ist nicht mehr rückgängig zu machen. Ich werde mich sofort daran machen, eine neue Kraft für uns zu finden, aber für die nächsten Tage bedeutet das leider, dass wir alle noch mehr Arbeit haben. Außerdem muss Samiyah`s Bein alle zwei bis drei Stunden gekühlt werden. Bei der Hitze und der Wärme ihres Beins ist das nötig.“ Die anderen nickten ein wenig betreten und auch ich war noch nicht völlig glücklich, doch wir hatten nun alle mehr als genug Arbeit am Hals.
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  • Album:
    Showpferde
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    Sammy
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    29 Juni 2016
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  • Negresco
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    Spitzname: ?

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    ~ Abstammung ~
    Von:
    Ezio Auditore da Firenze
    V: ?
    M: ?
    Aus der: Princesa
    V: ?
    M: ?

    --------------------------------------------------

    Rasse: Andalusier
    Geschlecht: Hengst
    Geburtsdatum: 05. August 2009
    Stockmaß: 1.60 m
    Fellfarbe: Brauner
    Kopfabzeichen: Keilstern
    Beinabzeichen: h.l.: weißer Fuß

    --------------------------------------------------

    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Negresco ist weniger lernbegeistert wie sein Bruder. Er ist stur und man braucht eine Menge Geduld mit ihm. Er wird rein spanisch geritten und mit genügend motivierender Arbeit wird aus Negresco ein wundervolles Dressurpferd.

    --------------------------------------------------

    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: Occulta
    Ersteller: Occulta
    Vkr: Occulta

    --------------------------------------------------

    ~ Qualifikationen ~
    Dressur:
    S
    Fahren: S***
    Military: M
    Galopprennen: A


    --------------------------------------------------
    ~ Schleifen ~

    HK[458] Braune
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    263. DR | 265. DR
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    196. FA | 203. FA | 314. FA | 315. FA | 424. FA
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    22. SynFA | 428. FA | 429. FA
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    174. MIL | 184. MIL
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    255. RE
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    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig:
    Ja
    Nachkommen: ///
    Geschwister: Emperador​