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Samarti

Namida, DRP

*2007, im Besitz seit dem 21. Februar 2015

Namida, DRP
Samarti, 21 Juli 2015
Elii gefällt das.
    • Samarti
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      Bitches on Tour
      25. Februar 2015 - von Gwen
      "Hey!", begrüßte ich grinsend Elisa und musterte sie kurz, ehe ich ihr einen Daumen nach oben zeigte. "Sehr sexy! Hab' ich Recht?", fragte ich an Matthew gewandt. Dieser stand etwas abseits und musterte uns beide zweifelnd. Unbekümmert hakte ich mich bei Elisa ein und wir machten uns auf den Weg in die Stadt. Matthew rief uns noch seine Zweifel hinterher, aber bis zu dem Moment dachte ich nicht, dass er Recht behalten würde...
      Normalerweise trank ich keinen Alkohol, aber manchmal musste man sich eben etwas gönnen! Mit Elisa zusammen ging da doch der Spaß gerade erst los! Inzwischen war es drei Uhr Morgens und ich entschied in einem meiner nüchternen Momenten, Matthew anzurufen, damit er uns abholte. Als er ankam und uns torkelnden Ladys die Tür öffnete, stieß Elisa einen Pfiff aus. "Wer ist denn der heiße Feger? Den würde ich ja zu gerne...", weiter kam sie nicht, denn da sackte sie auch schon gähnend zusammen und kroch ins Auto hinein. Ich folgte ihr nicht weniger müde.
      An den Rest der Nacht kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Ich weiß nur, dass ich kurz vor Mittag in einem der Gästezimmer auf Crown Hill aufwachte und mir der Schädel brummte, als ob sich ein Nest Bienen darin befinden würde. Seufzend verzog ich mich ins Bad, duschte und zog mich dann an. Zum Glück war ich gestern zu Elisa hinüber geritten und hatte mich erst hier umgezogen, so dass ich jetzt statt dem knappen Kleid in eine bequeme Jeans und ein T-Shirt schlüpfen konnte.
      Unten in der Küche saß Matthew schweigend am Tisch, verließ aber sofort den Raum als ich hineinkam. Verwirrt goss ich mir einen Kaffee ein und versuchte mir vorzustellen, was Elisa gestern noch veranstaltet haben könnte. Die stand dann mit Sturmfrisur zwei Minuten später auf der Türschwelle und bettelte mich um einen Kaffee - sie war definitiv noch nicht nüchtern, aber wenigstens geduscht.
      "Wie wär's mit einem Entnüchterungsausritt?!", jauchzte Elisa fröhlich und hatte bereits die Küche verlassen, ehe ich meine Zweifel zu Wort melden konnte, also folgte ich ihr still. "Weißt du eigentlich noch was von gestern?", fragte ich sie vorsichtig, hatte dabei aber schon wieder ihren Zustand vergessen, dementsprechend war ihre Antwort nicht verwunderlich: "Also ich fand es verdammt hammer!"
      Ich war mit Altair hierhergekommen und froh, meinen Braunen heute an meiner Seite zu haben. Ich putzte ihn fix und sattelte ihn dann auf. Vor dem Stall traf ich dann wieder auf Elisa, die neben sich eine schwarze Stute stehen hatte. "Uh, ein Black Snowflake? Wann ist sie denn angekommen?" - "Keeeine Aaahnung." - "Öh und wie heißt sie?" - "Woher soll ich das wissen?", quietschte Elisa und schwang sich in den Sattel. Stirnrunzelnd tat ich es ihr gleich und während wir vom Hof ritten, sah ich in den Augenwinkeln noch Matthew, der versuchte uns einzuholen, doch Elisa war bereits angetrabt.
      Der Ausritt an sich war wirklich sehr erholsam, besonders in unserem Zustand und wir ritten oft nur schweigend nebeneinander her. Während wir Schritt liefen, tänzelte die Stute unter Elisa permanent und schien sich gar nicht einzukriegen. Am Ende unserer doch recht großen Runde - ich meine es war echt schönes Wetter! - kamen wir doch noch einmal ins Gespräch. "Ich glaube ich werde nüchtern", stöhnte Elisa und hielt sich den Kopf. Und während sie das tat, entdeckte sie das Pferd unter sich. Wenn sie noch besoffen gewesen wäre, wäre sie jetzt schreiend abgesprungen und weggerannt, stattdessen starrte sie mich entsetzt an, "Wer ist das denn?". Und ich konnte mich vor Lachen kaum noch halten.
      Zu Hause klärte uns dann ein fuchsteufelswilder Matthew darüber auf, dass die junge Reitponystute erst gestern Abend hier angekommen sei und zudem sei Namida für ihr unberechenbares Verhalten bekannt, wie könne es sich Elisa wagen in dem Zustand auf ein Pferd zu steigen. Ich glaube das war das erste Mal, dass ich Elisa beschämt sah, während sie so schnell wie möglich samt Pferd in den Stall flüchtete. Fünf Minuten später kam sie aber wieder grinsend heraus: "Ach, der kriegt sich schon wieder ein!". Ich überlegte kurz und meinte dann "Aber spreche ihn lieber nicht auf gestern Abend an, ich glaube da haben wir es dezent bei ihm versemmelt" und musste grinsen. Lachend umarmte Elisa mich zum Abschied und ich machte mich auf den Heimweg.
    • Samarti
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      Wenn auf den Rest kein Verlass ist
      31. März 2015
      „Im Ernst? Ihr könnt doch nicht einfach abspringen!“, entgeistert starrte ich Joline und Matthew an, aber die waren schon so gut wie fast weg. Na toll, wenn ein Mann fehlte, da ging es hier auch direkt drunter und drüber! Dementsprechend hatten nun sechs Stuten für heute bisher keine Beschäftigung. Alleine würde ich die aber definitiv auch nicht schaffen und großartig Lust hatte ich dazu ehrlich gesagt auch nicht, also hieß es nun schnell eine Lösung zu finden.
      Aber vorher wollte ich zumindest zwei davon alleine machen, als Gestütsleiterin musste schließlich (und leider) auch ich Initiative zeigen. Deshalb holte ich meine hübsche Namida von der Weide und putzte sie erst einmal gründlich. Die Stute hatte mal wieder jedes Matschloch auf der Weide ausfindig gemacht und so sah sie auch aus. Also begann ich seufzend zu putzen und brauchte eine gute halbe Stunde.
      Danach stattete ich sie mit Kappzaum und Longe aus und auf ging es. Ein wenig Bodenarbeit und Muskelaufbau würde ihr sicherlich nicht schaden. Demnächst sollte immerhin auch Namida Turniere gehen und wenn mein Team dann auch mal wieder Zeit hatte, würde sie auch in Form kommen, aber heute war nun einmal leider ich dafür zuständig.
      Anfangs war ich recht unmotiviert, aber Namida machte gut mit und so arbeiteten wir tatsächlich eine halbe Stunde recht anständig mit guten Resultaten. Danach spritzte ich Namidas Beine ab und die Stute durfte zurück auf ihre Weide. So konnte ich sie zumindest schon einmal von der Liste streichen, wer nun? Diamond? Yuki? Oder doch Sambuca?
      Auf keine hatte ich wirklich Lust, stattdessen holte ich mir Romantica von der Weide, putzte und sattelte meine Scheckstute und ging mit ihr auf den Reitplatz. Ein wenig lockeres Reiten würde auch ihr mal wieder gut tun. Und sie machte gut mit, ich sollte eindeutig mal wieder öfter meine Stuten reiten, dachte ich mir grinsend.
      Nach der entspannten Stunde, gönnte ich mir eine kleine Pause und entschied dann, Gwen anzuhauen. Die hatte immer Zeit, also ja wohl auch heute! Mein Plan war einfach und hoffentlich ging er auch auf. Zumindest stand schon einmal Gwen eine halbe Stunde später vor dem Stall.
      Vier Stuten brauchten noch Bewegung und ich dachte an einen gemeinsamen Ausritt. Gwen und ich und jeder mit einem Handpferd. Risikoreich? Vielleicht. Praktisch? Auf alle Fälle!
      Und so war es entschieden: Gwen setzte ich auf Sambuca und als Handpferd bekam sie Yuki, da würde schon nichts schiefgehen. Ich würde Très Jolie, kurz Teddy, reiten und Star’s Diamond als Handpferd nehmen. Also machten wir die Stuten fertig und schon ging es los.
      Anfangs war es echt anstrengend und schwer, aber allmählich hatten wir beide den Bogen raus und dann klappte es besser als gedacht und wir kamen gut vorwärts. Es war ein recht entspannter ausritt ohne großartige Vorfälle und so kamen wir sechs auch heile wieder auf CHS an.
      „Perfekt!“, meinte ich lächelnd, nachdem auch die restlichen Stuten wieder auf der Weide standen, da hatte ich doch mal wieder alle unter einen Hut bekommen, ich war ein wahres Naturtalent! Aber das wusste ich ja schon.
    • Samarti
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      Zukunftspläne
      30. April 2015
      Ich war wirklich mehr als erleichtert darüber, dass ich ständig Leute hatte, die mir mit allen Pferden unter die Arme griffen. So auch heute: Zum Monatsende hin wurde es auf dem Gestüt immer wieder viel zu stressig für mich allein und ich hätte das alles niemals auf die Reihe bekommen, hätten meine Freunde mir nicht geholfen.
      Star's Diamond und Hall of Fame CU hatten sich Sophia und Domenic, die sich überraschend gut verstanden, für einen Ausritt entführt – gegen neun Uhr waren die vier losgezogen und erkundeten nun ein weiteres Mal die kanadische „Prärie“, falls man das so nennen konnte. Ich hoffte nur, dass sie rechtzeitig vor dem Gewitter wieder auf dem Gestüt aufkreuzen würden, denn die Unwetterwarnung ließ mich ein wenig erschaudern, wenn ich daran dachte, dass sie mitten hinein geraten könnten.
      Namida und Ocean Water hatten Joline und ich heute bereits bewegt – ich auf Namida, die ich inzwischen problemlos reiten konnte, und Joline auf dem Gegenstück. Ein wenig sahen die zwei aus wie Yin und Yang, wenn sie so nebeneinander standen: die eine schwarz mit weißen Pünktchen, bei der anderen war es genau andersrum.
      Yuki hatte heute ein wenig Zirkuslektionen wiederholen dürfen, die sie noch von ihren Vorbesitzern kannte. Ich merkte immer wieder, wie viel Spaß sie bei der Arbeit hatte und wie sie es teilweise vermisste, diese Übungen durchzuführen.

      Nach den Stuten folgten noch Rapsoul, Kronjuwel, Capriciasso, Diggin' in the Dirth und mein liebster Levi. Letzterer würde demnächst für erste Nachkommen sorgen – das Fohlen aus ihm und Ace of Clubs, die auch endlich zur Zucht zugelassen worden war, hatte ich schon ewig geplant und so war es nur noch eine Frage der Zeit, bis es wirklich geschehen würde.
      Dann würden Jojo und ich vielleicht auch bald die Zucht eröffnen können. Paramour war inzwischen gekört, bei Chepa standen die Chancen auf einen Erfolg sehr gut und wir waren uns sicher, dass sie es ganz einfach durch die Prüfung schaffen würde. Aber das hatte alles noch Zeit und vorher mussten wir uns darum kümmern, dass wir die zukünftigen Zuchtpferde angemessen vorbereiteten.
    • Samarti
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      Vorwärts, vorwärts!
      21. Mai 2015
      Es war mal wieder einer dieser spontanen Einfälle, die mich dazu gebracht hatten, einen weiteren Hengst auf meinem Gestüt zu begrüßen.
      Blöd nur, dass niemand davon wusste, nicht einmal mehr Matthew. Und als ich dann mit meinem neuen Kauf auf dem Hof stand und von Elena (die komischerweise immer und überall anwesend war – nur bei sich zu Hause traf man sie nie an), Gwen und Jojo (die von Elena hergerufen worden waren) und Joline (die hatte sich einfach dazu entschlossen, sich zu uns zu stellen) umkreist wurde, gesellte sich der Schwarzhaarige dazu.
      „AVANTI AVANTI!“, schrie Jojo laut dazwischen, weshalb Avanti, wie das Reitpony hieß, ein wenig zusammenzuckte und sie verwundert ansah.
      „Was heißt das überhaupt?“, dachte ich laut nach und kassierte von mehreren Seiten misstrauische Blicke.
      „Das ist Italienisch für Vorwärts. Ihr kennt doch 'Avanti avanti'!“ Vorwurfsvoll und wild gestikulierend warf Juli ihre Arme in die Luft und Domenic, der hinter ihr aufgetaucht war, klatschte in seine Hände. „Da hat die Kleine ausnahmsweise mal Recht.“
      „Das kann nicht wahr sein..“, war das Einzige, was Matthew dazu zu sagen hatte, bevor er mir einen Klaps auf den Hinterkopf gab und verschwand, weshalb ich ihm böse hinterher starrte.
      „Immerhin war es nicht der Hintern!“, rief Gwen grinsend dazwischen und versteckte sich dann hinter Dome, der nur belustigt seinen Kopf schüttelte.
      Tja, ich hatte halt echt … tolle Freunde.

      Namida, die Black Snowflake Stute, die seit geraumer Zeit auf dem Gestüt Crown Hill stand, befand sich momentan mitten im Training. Heute lief sie alleine vor der Kutsche; Daniel, einer unserer Trainer im Bereich des Fahrsports, saß auf dem Kutschbock und schlängelte sich mit Namida durch einen Hindernisparcours. Hin und wieder schmiss sie einige Pylonen um oder riss das Hindernis, indem sie es anrempelte und die Kugel von der Spitze fiel, was zu Strafpunkten führen würde, wäre es eine Prüfung.
      Die „unberechenbare“ – wie sie zu Anfang genannt worden war – Ponystute hatte sich nicht als unhändelbar, sondern viel mehr als frech, keck und starrsinnig herausgestellt.
      Ace of Clubs stand, nachdem sie einige Wochen Trainingspause gehabt hatte, nun auch wieder auf dem Plan. Die inzwischen zur Zucht zugelassene Stute wurde langsam wieder gefördert; dennoch stiegen wir nur langsam wieder ins Training ein, damit sie ihre Muskeln wieder aufbauen konnte.
      Die Palominostute Hall of Fame CU wurde zur Zeit besonders von unseren jüngeren Besuchern – überwiegend Feriengäste – verwöhnt. Sie war wahnsinnig beliebt bei ihnen und die Aufmerksamkeit, die sie erhielt, störte sie keineswegs; eher im Gegenteil. Ständig sah man sie mit einem der Kinder herumalbern, kuscheln oder wie sie sich einfach miteinander beschäftigten. Und es war echt beruhigend, zu wissen, dass die Kleineren bei ihr in guten Hufen waren.
      Von Audio Delite at Low Fidelity hörte ich allerdings nicht sonderlich viel. Ich wusste zwar, dass Joline und Julien mehr als genug mit ihr trainierten, auch Domenic nutzte sie oft für das Distanztraining – besonders, wenn es darum ging, neue Pferde anzulernen und deren Ausdauer und Kondition aufzubauen. Filly war dabei wirklich nicht zu verachten, sie machte ihre Arbeit gut, erledigte sie gewissenhaft und wenn sie einen erfahrenen Reiter auf ihrem Rücken trug, war sie ein total entspanntes und geduldiges Pferd.
    • Samarti
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      Fahren E-A
      29. Mai 2015
      Obwohl Yuki im Fahren bereits auf A-Niveau war und Namida hingegen immer noch auf E, hatte ich beschlossen, die zwei gemeinsam ins Training zu nehmen. Und das nicht zuletzt aus dem Grund, dass die schwarze Stute eigentlich schon viel weiter fortgeschritten war als E-Niveau (was nicht zuletzt an Daniels fleißigem Training lag), sondern viel mehr, weil die beiden lernen mussten, auch zweispännig durch einen Hindernisparcours zu fahren.

      Daniel hatte ich mir also zur Hilfe zur Seite gezogen, denn er gehörte nun einmal zu denen, die sich bei uns auf dem Gestüt am besten mit dem Fahrsport auskannten. Er war in letzter Zeit nicht oft hier, doch wenn er hier war, widmete er jede freie Minute dem Training Namidas, und das machte sich mehr als gut bemerkbar.
      „So … und so“, beendete ich schließlich meine Arbeit und Daniel klopfte mir auf die Schulter. „Das hast du toll gemacht, hätte ich echt nicht von dir erwartet!“
      „Spar dir den Sarkasmus.“
      „Wenigstens erkennst du ihn. Bist du ja sonst nicht sonderlich gut drin.“
      „Wohl!“
      „Du hast doch eh keine Ahnung von irgendwas, Madame.“
      „Und wie ich das hab!“
      „Achja? Dann zeig mir mal, wie viel Ahnung du vom Hindernisfahren mit 'nem Zweispänner hast.“
      „… du kannst mich mal!“, erwiderte ich beleidigt und verschränkte die Arme vor der Brust.
      Blödmann!
      Tief atmete ich ein; ich wusste zwar, dass er Spaß machte, doch wenn er das konnte, konnte ich das erst recht. „Beleidigt“ ging ich also zum Kutschbock, setzte mich drauf und nahm die Zügel in die Hand. „Und?“, fragte ich dann Daniel, „Willst du hierbleiben oder nicht?“
      Grinsend schüttelte Daniel den Kopf und ließ sich neben mir auf dem Kutschbock nieder. „Na dann, auf auf!“

      Unsere erste Trainingseinheit umfasste eine ganze halbe Stunde, in der wir die beiden Ponys jedoch größtenteils daran gewöhnten, auch einmal nebeneinander zu laufen und sich dem Tempo des jeweils Anderen anzupassen. Besonders Namida hatte anfangs Schwierigkeiten damit, denn sie war eher die eine der beiden, die die Geschwindigkeit heranzog und das Tempo erhöhte. Yuki hingegen versuchte schon von Anfang an relativ oft, sich der Geschwindigkeit von Namida anzupassen. Man merkte eben doch, wer hier mehr Erfahrung hatte, doch so viel langsamer war Namida in ihrem Training nicht einmal.
      Zu Beginn war es wirklich kompliziert gewesen, das Paar aufeinander abzustimmen. Das hatten wir hauptsächlich erst einmal ohne die Hütchenhindernisse gemacht, die es zu durchqueren galt. Und es war auch garantiert nicht nur eine einzige Trainingseinheit, die wir damit verbrachten, „Yin und Yang“ – wie Daniel sie insgeheim wohl nannte – dazu zu bringen, sich aneinander anzupassen.

      Hatten wir das jedoch erst einmal geschafft, ging es dann den Hindernissen an den Kragen. Es waren simple Tore, die durch zwei Pylonen an den Seiten begrenzt wurden. Dennoch war das nicht ganz so einfach, denn ich hatte hier gleich zwei Pferde, die ich kontrollieren und durchführen musste, nicht mehr nur eins. Mit dem ganzen Zeug in der Hand machte es die Sache auch nicht gerade noch einfacher!
      Waren die Hütchen anfangs noch sehr weit voneinander entfernt aufgestellt, so machten wir die Kurven und auch die Hindernisse langsam enger, um das Potential beider Stuten bestmöglich zu fördern, denn auch sie schienen langsam, aber sicher Spaß an der Arbeit zu finden.

      Hauptsächlich führten wir das ganze Training im Trab durch, denn noch war das die Hauptgangart – und auch, wenn Namida etwas übermütig war und ständig galoppieren wollte, um irgendwie Yuki neben sich abzuhängen (anscheinend dachte die dunklere Stute nämlich, das sei ein Rennen oder so), ließ sich Yuki davon nicht beirren, denn auf die Gute war halt absoluter Verlass. Durch ihre Vergangenheit als Zirkuspferd konnte sie nichts so leicht schocken und das war anscheinend auch echt gut so.
      Ab und zu warfen wir den Ball einer Pylone ab, was dann zu Strafpunkten geführt hätte, wäre es ein Turnier gewesen. Irgendwie schafften wir es aber dann auch noch, dass wir die aufgebauten Strecken nach einer gewissen Übung fehlerfrei bewältigten.
      Daniel trainierte zwar noch sehr viel weiter mit den Stuten, da er einfach mehr Spaß am Fahren hatte, doch ich hatte meine Aufgabe erfüllt: Namida lief im Fahren jetzt auf A-Niveau, Yuki war schon L-fertig!
    • Samarti
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      Fahren A-L
      01. Juni 2015
      „Und wer begleitet mich, jetzt, wo Daniel weg ist?“, schmollte ich und ließ mich auf den Boden fallen, was ich im nächsten Moment schon wieder bereute. Daniel hatte mir für heute abgesagt, dabei hatte ich gerade für heute eine Trainingseinheit mit Namida und Yuki eingeplant. Und eigentlich hätte ich da seine fachmännische Hilfe echt gut gebrauchen können!
      Stattdessen sonnte der sich jetzt irgendwo in der Karibik, weil er sich Urlaub genommen hatte. Gemeinsam mit seiner Frau gönnten die sich eine zweiwöchige Auszeit. Es machte mich so neidisch. Irgendwann würde ich auch nochmal in den Urlaub fliegen! Egal, was daheim so los war!
      Gwenny meldete sich dann voller Vorfreude freiwillig. In dem Moment war ich mir nicht sicher, ob sie das von Elena gehört oder unser Training in irgendeiner Art und Weise mitgekriegt hatte, aber eigentlich hatte ich ihr davon direkt danach berichtet und ich meinte, mich daran erinnern zu können, dass Gwen sich vor Lachen über den Boden gerollt hatte. (Das war jetzt keine Anspielung auf ihr Gewicht – mein Name ist schließlich nicht Elena Reese. Ich kenne Manieren.)

      „Ähm, Gwen. Kurze Einweisung: Du sagst mir den Weg vor und stabilisierst den Wagen in den Kurven. In Ordnung?“
      Zweifelnd starrte meine Nachbarin auf den Platz, auf den sie sich als Beifahrer stellen sollte. Dann runzelte sie die Stirn, kratzte sich am Hinterkopf und stotterte verunsichert: „Ich glaube nicht, dass ich da stehen sollte …“
      „Hast du Angst, dass es dir genauso ergeht wie Elena?“, provozierte ich sie, doch sie ging einfach nicht weiter drauf ein.
      „Können wir nicht … irgendwie tauschen? Ich bin Fahrer und du Beifahrer?“ Flehend blickte Gwen in mein Gesicht und ich seufzte nur, es hätte eh keinen Zweck, ihr widersprechen zu wollen. Gwen hätte sich zwar gefügt, aber sie wäre wohl die ganze Zeit leichenblass im Gesicht gewesen. Eigentlich war das nicht meine Intention, eine sterbende und verreckende Freundin hinter mir her zu schleppen.
      Als wir beide unsere Plätze eingenommen hatten, konnte es dann auch endlich losgehen – auf, auf!

      „In zweihundert Metern rechts abbiegen“, dirigierte ich Gwen herum und äffte eine Navi-Stimme nach. Von vorne ertönte nur ein leises Kichern. Ja, wir hatten ziemlich viel Spaß beim Training!

      … zumindest, bis ich das erste Mal von meinem Platz fiel, weil das Gespann ins Schwanken geriet. Es war das erste Mal, dass Namida sich weigerte, ein Hindernis zu durchqueren, und ich spürte schon, wie mir das gleiche Schicksal widerfahren würde wie Elena zuvor. Namida hatte vor dem Wasser einen abrupten Stopp eingelegt, sodass die automatischen Bremsen des Wagens plötzlich betätigt worden waren, damit der Wagen nicht in Namida herein fuhr. Yuki erschrak dabei, weil der Stopp für sie aus heiterem Himmel kam und sie damit definitiv nicht gerechnet hatte – wer hatte das schon?
      Durch die Wucht des Stopps kippte ich mit dem Oberkörper nach vorn und rutschte mit den Füßen vom Boden ab, weshalb ich verzweifelt versuchte, mich davor zu bewahren, auf Gwens Schoß zu fallen. Die drehte sich relativ schnell und geschockt um, um nachzusehen, ob bei mir alles in Ordnung war, dann riss sie ihre Augen völlig paranoid auf und schubste mich rückwärts, damit ich ihr auch ja nicht zu nahe kam. Das beförderte mich ein ganzes Stück nach hinten, diesmal fiel ich mit dem Oberkörper nach hinten und unternahm einen letzten Rettungsversuch, indem ich wie verrückt mit den Armen in der Luft herumfuchtelte, um irgendwie Gleichgewicht zu erlangen. Dann hatte Gwen endlich bemerkt, was hier geschah, und packte meine Arme, um mich zu stabilisieren.
      „Uff“, brachte ich nur hervor, „danke! Du bist eine Rettung!“
      Gwen nickte nur und ließ mich dann los. Gerade wollte ich die Griffe fassen, da rannte Namida wie von der Tarantel gestochen los, zog Yuki logischerweise mit und ließ mich dann mit dem Hintern zuerst auf den Boden knallen – na, wenigstens blieb ich trocken!
      Das war dann aber auch nur eine kurze Freude, die mich da übermannte, denn ich sah nur noch den Marathonwagen, auf dem Gwen sich völlig überfordert zu halten versuchte, welcher langsam gen Horizont stürmte und irgendwann aus meinem Blickfeld verschwunden war.

      Sonst verlief das Training eigentlich ganz gut. Nach dem Zwischenfall (der zum Glück der schwerwiegendste war) war nicht mehr viel passiert, was man als sonderlich nennenswert bezeichnen konnte.
      Stattdessen waren wir das Ganze jetzt noch langsamer angegangen, indem wir Namida sogar erst an der Hand an die Hindernisse heranführten, damit es auf dem Weg keine bösen Überraschungen mehr gab. Yuki hatten wir oft genug dabei, wenn es darum ging, Namida zu beweisen, dass das alles gar nicht biss oder gar nicht so böse war, wie sie es sich vorstellte; aber wahrscheinlich war sie auch einfach schlau genug, so zu tun, als hätte sie panische Angst davor, das konnte ich mir auch ziemlich gut vorstellen.
      Dennoch waren die Geländehindernisse – Planen, Wasserläufe, enge Wendungen und Kurven, labyrinthähnliche Wege, lange Strecken (die einiges an Ausdauer erforderten) und auch Brücken – irgendwann auch mal langweilig. Auch, wenn immer wieder Neues hinzukam, hatte meine schwarze Stute irgendwann einfach keine Lust mehr, irgendwie einen auf „Oh mein Gott, ich bin so ängstlich!“ zu machen und unterließ es, weshalb wir wieder auf das Fahren umsteigen konnten.

      Das klappte dann auch gleich viel besser: Yuki und Namida hatten sich mit der Zeit wirklich aufeinander abgestimmt, auch wenn eher Yuki sich assimiliert hatte, als dass es Namida getan hätte. Die war halt einfach ein wahnsinniger Sturkopf, komme und geschehe, was wolle.
      Trotzdem hatten wir irgendwann einen 1A-Durchlauf hinter uns und nachdem das die nächsten Male auch immer wieder klappte, kam ich aus dem Grinsen nicht mehr raus und streckte zwei erhobene Daumen in die Luft.
    • Samarti
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      Elisa, der Sklaventreiber
      30. Juni 2015 - von Rhapsody
      Vielleicht hatte ich ein wenig zu schnell zugesagt, als Elisa mich gefragt hatte, ob ich ein paar ihrer Pferde pflegen könnte. Elisa hatte mich dann nur fragend angeguckt, worauf ich versuchte, so unschuldig wie möglich auszusehen.

      Und Elisa kam dann an mit „Der Heuboden ist für euch tabu“, so ganz vorwurfsvoll und Mama-mäßig, sodass ich nur noch seufzen konnte.

      „Ich werd‘ jetzt einfach ignorieren, dass du ‚wir‘ gesagt hast.“

      Dann hatte sie mir die Backe getätschelt und war gegangen. Und heute war der Tag und Elisa war nicht da und ich konnte nicht einfach mal so schnell ein Ups-ich-bin-auf-dem-falschen-Hof-gelandet-faken weil ich wusste, dass ich arbeiten soll und ich führte mich auf wie eine Zwölfjährige und und –

      Und ich würde am liebsten mit Scheuklappen und Harry Potters Tarnumhang über Elisas Hof laufen. Erst recht deswegen nahm ich die Schulter zurück und streckte mich ein wenig nach oben, um wenigstens ein wenig so auszusehen, als ob ich wüsste, was ich tat.

      Die erste halbe Stunde lief noch ganz gut; ich hatte mir fest vorgenommen, erst die Hengste zu pflegen, damit ich Capriciasso mal wieder ein wenig knuddeln konnte. Vor ewig langer Zeit war er mal meiner gewesen, als ich noch deutsche Reitponys gezüchtet hatte und total vernarrt in die Dinger war. Daran hatte sich über die Zeit zwar wenig geändert aber ich hatte Capriciasso – und die anderen natürlich auch – verkaufen müssen (und da war es natürlich umso toller dass er jetzt bei Elisa stand).

      Mehr als ein paar Streicheleinheiten für den Apfelschimmel waren nicht drin, auf mich warteten noch uuunendlich viele – 6, um genau zu sein – andere Hengste. Nach einmal striegeln, kardätschen, langhaarpflegen und hufauskratzen brachte ich ihn dann, auf Elisas Anweisung, auf die „dritte Koppel links, direkt nach dem Misthaufen!“. Dort rollte er sich natürlich erstmal genüsslich in einer Matschpfütze – eine chronische Krankheit von Schimmeln (oder die, die es mal werden wollen).

      Als ich kurz darauf mit Diggin‘ in the Dirth, den ich sofort in Dirk umbenennen musste, wieder in Richtung Koppeln unterwegs war, hörte ich aus viel zu naher Entfernung eine Stimme die mir wirklich noch nicht so bekannt sein sollte und doch irgendwie war. Also drehte ich mich kurzerhand um, rannte zusammen mit Dirk, der mir ohne großen Aufstand folgte, in Richtung Misthaufen. Es roch zwar nicht wirklich berauschend – nein, Elisas Pferdekacke roch nicht nach Rosen und Veilchen und tollen Dingen – aber wenige Momente später verstimmte die Stimme und Dirkie und ich konnten zurück auf unser Quest gehen.

      Für Cardillac, den kleinen Prinzen (KÖNIG erinnerte mich Elisas Stimme in meinem Kopf), war ein kurzes Beautyprogramm natürlich minderwertig. Neben dem Standardangebot bekam er also noch Fellglanz, Huföl und ein selbstgebackenes Leckerli, bevor er zusammen mit Kronjuwel, Levi (in den ich mich schlichtweg verknallt hatte) und Rapsoul auf die Weide kam.

      Nachdem ich mich dann nochmal verstecken musste – in einer Box diesmal, wieso lief Declan auch überall herum?! – konnte ich mich endlich dem schöneren Geschlecht widmen. Auch hier führte mein Weg als aller erstes an Yukis Box vorbei zu Stars Diamond. Sie war eines der ersten Fohlen gewesen, dass ich selbst gezogen hatte – da durfte man schonmal stolz sein! Ich fühlte mich immer noch wie ihre Mama, um ehrlich zu sein, und daran würde sich wohl so schnell nichts dran ändern. Diamond genoss, genauso wie Yuki und Romantica, die Pflegeeinheit und die anschließende Zeit auf der Weide, während meine letzte Kandidatin, Namida, sich ein wenig sträubte. Zum Glück kam in dem Moment gerade Matthew vorbei, der aussah, als hätte er nichts zu tun. Begeistert war er zwar nicht, aber das musste er jetzt einfach für die Liebe machen! (Liebe zu Elisa. So nett wie Matthew auch war, er war … zu launisch.)

      Ein wenig verdutzt war er schon, aber wenigstens konnte er mir nicht widersprechen, als ich sagte, dass meine Arbeit getan war. Vor allem, weil ich Declan schon wieder kommen hörte – nichts wie weg also.

      ***

      <prettyflyforawhiteguy>: du bist so unauffällig
      <prettyflyforawhiteguy>: also so total mega
      <prettyflyforawhiteguy>: ist das schon immer so dass du leuten aus dem weg gehst wenn sie heiß sind?
      <elektrischelena>: nein sonst würde sie ja nicht mit uns befreundet sein
      <prettyflyforawhiteguy>: [​IMG]
      <prettyflyforawhiteguy>: oh und matthew möchte eine entschuldigung
      <aardvark>: awa, der soll sich mal nicht so anstellen
      <aardvark>: und zum rest
      <aardvark>: ¯\_(ツ)_/¯
      <allycicaicicia>: you can knot? i cannot knot
      <allycicaicicia>: not knot? whos there
      <allycicaicicia>: HAHAHA
      <elektrischelena>: ally
      <allycicaicicia>: ja
      <elektrischelena>: ich hoff du verreckst dran
    • Samarti
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      Altmodische Nachbarn
      12. Juli 2015
      „Elisa! Tolles neues Spiel!“, begrüßte Gwen mich und zeigte mir dann gleich einige DIN A4-Seiten mit Screenshots.
      „Du hast ernsthaft … die Screens … ausgedruckt? Gwen? Wir leben im Zeitalter der modernen Technologie, es gibt so etwas wie Handys, die inzwischen auch Fotos darste- ach, egal“, winkte ich schließlich ab und betrachtete dann die Screens, die Gwen mir gerade ausgedruckt (!) und in nicht digitaler Form in die Hände gedrückt hatte. Beim Blättern sog meine Nachbarin bereits tief die Luft ein. „Pass bloß auf, das Papier ist teuer genug!“, „Nicht knicken!“ und „Sei gefälligst vorsichtig!“ waren wohl die drei Sätze, die ich heute am öftesten von der doofen Fast-Blondine zu hören bekam.
      „Alter, es sind nur ein paar Blätter Papier, die kosten absolut nichts“, seufzte ich nur und sah hoch, als von meiner Freundin keine Antwort kam, um besagter Person dann in ihr rot angelaufenes Gesicht zu schauen. „Oh, tut mir, äh, leid“, stammelte ich, „eigentlich w-weiß ich d-doch, dass die total teuer sind, ich, äh, muss weg!“
      Mit diesen Worten war ich dann auch schon so schnell wie möglich aus Gwens Sichtfeld verschwunden und während meines 1A Sprints fielen mir die ausgedruckten (ich kam nicht darüber hinweg!) Screens aus der Hand und segelten zu Boden. „Du dummes Stück!“, rief Doofkuh mir nur hinterher, doch ich ignorierte es geflissentlich und versteckte mich lieber auf der Weide bei Ace of Clubs, die mich zwar verwirrt ansah, aber es einfach dabei beließ.
      „Na du?“ Behutsam strich ich mit meiner Hand über das hellgraue Fell an Aces Hals. Ich fand ihre Fellfarbe noch immer faszinierend, ihr Gesicht war zwar inzwischen etwas heller geworden, doch der braune Kopf war noch immer da. Und irgendwie hoffte ich, dass das noch eine Weile so bleiben würde.

      „Kann ich da auch Langhälse zähmen? Und reiten? ICH WILL EINEN LANGHALS HABEN! UND BABYLANGHÄLSE!“ Aufgeregt hüpfte ich auf dem Sofa herum, während Elena und Gwen gegenüber von mir saßen und mich mit weit aufgerissenen Augen und geöffnetem Mund anstarrten.
      „Hey, ich bin keine Zirkusattraktion! Also, kann ich Langhälse reiten?“, drängelte ich und beide nickten.
      „Jup.“
      „Aber du musst sie erst k.o. Boxen, nur damit du es weißt“, informierte Elena mich und ich verdrehte nur die Augen.
      „Danach gehören sie aber dir“, nickte Gwen, weshalb ich nochmal nachhakte. „Muss ich die echt boxen? Ich dachte, Eli will mich wieder verarschen!“
      „Ne, du musst die ohnmächtig schlagen.“ Ihre Antwort ließ meinen Kiefer nach unten fallen, weshalb ich langsam und erstaunt den Mund öffnete, ihn aber recht schnell wieder verschloss.
      „Über was redet ihr?“, kam es dann von Jojo, die sich schließlich neben mir auf das Sofa sinken ließ.
      „ARK“, klärte ich sie auf, „ein Survival Game mit Dinos.“
      „Oh, ich will auch!“
      „Es kostet dreißig Euro.“
      „Oh … Ich will nicht.“ Enttäuscht ließ sie sich noch ein wenig weiter in die Polster des Sofas sinken.
      „So geht es mir auch“, stimmte Elena zu, „dafür, dass es noch nicht fertig ist.“
      Auf einmal setzte sich Jojo wieder auf. „Gibt es da auch Raptoren?“
      „Es gibt alles“, nickte ich. „Es gibt auch Megalodons.“
      „Jap“, bekräftigte mich Gwen.
      „Also den Riesenhai“, fuhr ich unbeirrt fort, dann überrumpelte mich fast eine gewisse Erkenntnis. „KANN MAN DEN AUCH ZÄHMEN? ICH WILL EINEN MEGALODON!“
      „Jap.“ Gwen wiederholte sich und lachte dann kurz. „Es gibt auch diese kleinen Viecher, die giftigen Speichel spucken.“
      „VON JURASSIC PARK!“, rief Elena dazwischen.
      Völlig überfordert mit den vielen Informationen sprang ich auf. „ICH GEHE JETZT MEINEN EIGENEN LANGHALS REITEN! Na ja, okay, ähm … eigentlich meinte ich nur Namida, weil die ihren Kopf manchmal so hoch trägt wie eine Giraffe und die haben ja auch lange Hälse, also sind sie in gewisser Wei-“
      „Halt die Klappe, Elisa“, ertönte es im Kanon von drei Seiten und ich zuckte nur mit den Schultern, verschwand dann um die Ecke und ließ die drei Weiber alleine in meinem (!) Haus sitzen.

      Ich hatte mich tatsächlich zu einer kurzen Runde im Gelände mit Namida entschlossen, nahm aber Ocean Water dann noch als Handpferd mit. Die alte Dame übte einen gewissen ruhigen Einfluss auf meine schwarze Stute aus, sodass diese auch gleich viel gelassener und nicht ganz so hibbelig war.
      Dafür, dass sie mir zuvor als „gemeingefährlich“ und „unbrauchbar“ beschrieben worden war, hatte sich aus Namida teilweise doch schon ein zuverlässiger Gefährte entwickelt. Sie war zwar noch immer sehr ausgelassen, manchmal sogar respektlos und irgendwie kam sie teils sogar etwas böse rüber, aber von Grund auf gemein war sie dann nun doch nicht. Und inzwischen wusste sie oft schon, wo die Grenzen lagen, auch wenn sie sie noch viel öfter unbedingt ausprobieren musste.
      Es war wirklich schön, einfach mal wieder alleine ins Gelände zu gehen und nur das rhythmische Auftreten der acht Hufe auf dem Waldboden zu hören. Es hatte Namida im Übrigen auch geholfen, vor die Kutsche gespannt zu werden – anfangs hätte sie niemals Rücksicht darauf genommen, dass der andere Vierbeiner oder auch Zweibeiner einfach nicht so schnell und hastig laufen wollte wie sie es gerne hätte.
      Ocean hatte den Kopf gesenkt und betrachtete zwar eingehend die Umgebung, als würde sie sich diese einprägen wollen, doch sonderlich eilig hatte sie es definitiv nicht. Stattdessen ließ sie sich Zeit damit, lief gemächlichen Schrittes neben uns her und taute nur etwas auf, als wir ein Stückchen trabten. Das Galoppieren mit Handpferd traute ich mir dann doch noch nicht ganz zu.

      Am Abend führte mein Weg mich dann doch nochmal in den Stutenstall und dort blieb ich noch eine ganze Weile auf einer der Boxentüren sitzen – zum Glück waren diese so gut wie gar nicht hoch vergittert. Es war Liluyes Box, vor der ich saß, und drinnen stand die Stute und zermalmte fröhlich ihre Portion Heu, die sie heute Morgen nicht ganz aufgefressen hatte.
      Meine Vorahnung hatte sich übrigens befürwortet: Lilli war der Liebling aller Kinder, die hie und da mal auf dem Hof auftauchten. Momentan war der Ferienbetrieb noch stillgelegt, aber sobald die Sommerferien einsetzen würden, würde auch der Betrieb wieder geöffnet werden. Nur hatten wir uns erst einmal darüber klar werden müssen, wen wir da denn überhaupt einsetzen würden. Unsere Wahl war unter anderem auf Lilli gefallen: klein, ruhig und liebevoll. Sie war ein absolutes Verlasspferd und genau aus dem Grund würden die Kinder sich auf ihr ziemlich wohl fühlen.
      Nachdem ich mich von Lilli verabschiedet hatte, wollte ich gerade den Stall verlassen, da ging ich nochmal an Romanticas Box vorbei und wurde von einem zierlichen, braunen Kopf aufgehalten, der sich über die Boxentür streckte. Rozene war gerade erst abgesetzt worden, und hin und wieder machte sich bemerkbar, dass Romantica sich suchend umsah. Sie wusste zwar genau, was hier geschah, hatte sie doch schon einige Fohlen zur Welt gebracht, aber so ganz würde sich dies wahrscheinlich nie legen.
    • Samarti
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      Fahren L-M
      28. Juli 2015 - POV: Daniel
      Yuki und Namida waren inzwischen ein eingearbeitetes Team geworden. Die beiden Reitponystuten hatten sich immer besser aneinander angepasst und achteten auf die Bewegungen der jeweils anderen Stute, wenn sie mal wieder gemeinsam vor die Kutsche gespannt wurden. Obwohl Yuki noch immer ein höheres Niveau besaß als Namida, hatten wir uns weiterhin dafür entschieden, die zwei zusammen zu trainieren.
      So auch diesmal.

      Elisa stand allerdings momentan ein wenig unter Stress, da sie noch allerhand Pferde im Training hatte, die es für diesen Monat zu trainieren galt. Darunter befanden sich unter anderem noch Pferde von Eddi, zum Beispiel Feuervogel, über den sie noch immer nicht hinweg kam. („Warum kann Eddi ihn mir nicht einfach verkaufen, er ist so tooooll! Ich möchte heulen!“ Elisa halt.)
      Traurig hatte sie mich dann gebeten, das Training der beiden Stuten für diesen Monat zu übernehmen, obwohl sie doch so gerne mitgefahren wäre. Ich wusste Elisas Leidenschaft für das Geländefahren durchaus zu schätzen. Nichtsdestotrotz war ich erleichtert, als sie mir beichtete, dass sie dann aber leider keine Zeit hätte, mir beim Training unter die Arme zu greifen, sodass ich auf Matthew zurückgreifen musste. Nichts gegen Elisa – aber obwohl Matthew ein ziemlicher Griesgram sein konnte, arbeitete es sich mit ihm wesentlich einfacher, denn er wollte mir nicht ständig meinen Platz weg- und meine Arbeit abnehmen!

      Diesmal stand für das Zweiergespann allerdings eine Wiederholung an. Diese würde sowohl aus dem Dressurfahren, als auch aus dem Hindernis- und dem Geländefahren bestehen. Wahrscheinlich wäre Elisa bei den beiden ersten Disziplinen untergetaucht und erst wieder auf der Bildfläche erschienen, wenn es an das Geländefahren ging, was ein weiterer Grund dafür war, mich auf Matthew zu verlassen. Denn wenn es um ihn ging, konnte man sagen, was man wollte – er war dennoch mehr als nur zuverlässig und hielt seine Versprechen ein.

      Wir begannen dementsprechend mit der gefahrenen Dressur. Hierbei zeigten sowohl Namida als auch Yuki inzwischen deutlich, was sie konnten – an Durchlässigkeit, Selbsthaltung und Takt mangelte es ihnen keineswegs. Dies waren allerdings nur drei der sechs Punkte, auf die beim Dressurfahren Wert gelegt wurde. Des Weiteren wurde ein losgelassenes, also entspanntes und willig mitarbeitendes Pferd gern gesehen, ebenso sollte es nicht an Schwung aus der Hinterhand mangeln. Je länger die dadurch entstehende Schwebephase war, desto größer war auch der Schwung.
      Zu guter Letzt gab es dann noch die weiche und vor allem sichere Anlehnung, die für eine ausgesprochen gute Verbindung von Fahrerhand zum Pferdemaul sorgte.
      Auf das Dressurfahren folgte dann das Hindernisfahren. Für Namida und Yuki waren natürlich die Pylonen und die Bälle darauf nichts Neues. Die Breite der Tore hatten eine Toleranzbreite von mindestens zwanzig Zentimetern, sodass sie immer mindestens zwanzig Zentimeter breiter waren als der Wagen, was uns das Durchqueren der Hindernisse, die durch eben jene Pylonen begrenzt wurden, wesentlich erleichterte. Hierbei galt es, die Pylonen nicht umzuwerfen oder die losen Bälle, die nur auf der Spitze der knallorangen Pyramiden lagen, herunterfallen zu lassen. Passierte dies, gab es Punktabzug, der sich dann natürlich negativ auf die Wertnote auswirkte. Dennoch schafften Yuki und Namida es fast jedes Mal fehlerfrei.
      Zum Schluss stand dann noch das Geländefahren auf dem Plan. Spätestens (oder eher frühestens) jetzt hörte ich Elisa, die jammerte, dass sie ja so gerne mitfahren würde, aber ich persönlich war mit Matthew mehr als zufrieden, der war nämlich nicht ganz so laut wie Elisa, wenn sie immer wieder meckerte, dass sie ja nicht nur Groom sein wollte. Deshalb stabilisierte Matthew mir beim Geländefahren nun den Wagen und rief hinter mir, wo wir lang müssten, denn ich musste mich viel zu sehr auf die zwei Pferde und die Hindernisse konzentrieren, als dass ich noch ein Auge auf den Weg hätte werfen können. Matthew und ich arbeiteten später als eingearbeitetes Team miteinander und auch Namida und Yuki stellten ein gutes Paar vor dem Marathonwagen dar. Da die beiden die Hindernisse und Hürden alle bereits kannten und nichts Neues eingeführt wurde, war das Geländefahren auch bald schon abgehakt, nachdem wir das Niveau etwas erhöht hatten.

      So lief Namida am Ende des Trainings auf M-Niveau, Yuki hingegen befand sich schon auf der nächsthöheren Stufe und war bereits S-fertig.
    • Elii
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      Wasserscheu
      30. August 2015

      Ein letztes Mal ritt ich mit Fekete in der Traversale durch die Diagonale des Platzes, bevor ich Leichttrabte und ihm die Zügel hingab. Auch auf Trense spulte der Hengst seine Lektionen perfekt ab. Der Hengst schnaubte ausgiebig, als ich ihn zum Schritt durchparierte und abstieg. Bevor er wieder auf die Koppel konnte, wollte ich mit ihm als Abschluss eine Runde ins Gelände gehen.
      Zum einen hatte ich keine Lust im Schritt ewig im Kreis reiten, zum anderen war es auch für den Rappe um einiges schöner, nach dem anstrengenden Dressurtraining nach draußen zu kommen.
      Auf meiner Runde begegnete ich Jojo und Gwen, die gerade auf Star’s Diamond und Namida unterwegs waren. In der kurzen Zeit, in der wir nebeneinander ritten, erklärten die Beiden mir, dass Elisa sie dazu verdonnert hatte, da sie mal wieder ihren Tagesplan nicht schaffte.
      Ich winkte zum Abschied, als ich in die Hofeinfahrt einbog und sprang dann von Feketes Rücken. Den Rest des Weges führte ich den Hengst und öffnete währenddessen Gurt und Nasenriemen. Am Putzplatz zog ich ihm schnell die Trense vom Kopf, hob den Sattel vom Rücken und wickelte die Bandagen ab. Während ich die Ausrüstung verstaute blieb der Hengst auch ohne Halfter brav stehen. Um ihn abzuspritzen halfterte ich ihn kurzerhand und sorgte dann dafür dass das kühle Nass überall auf seinem Körper verteilt war.

      Auf der Weide verwandelte er sich kurzerhand in ein Staubmonster, was wäre ein Pferd auch ohne ausgiebige Wälzsession. Cloud Nine kam mit mir zurück zum Stall, auch wenn es für Außenstehende so aussehen könnte, als würde er mich mitnehmen und nicht anders herum. Natürlich (!) war das nicht so und ich konnte ihn ohne Probleme an den Stuten vorbei führen, auch wenn Nate sich mal wieder nicht davon abbringen ließ, den Strick los zu lassen. So führten wir den Hengst also gemeinsam bis zum Hof, auch wenn Nate sich um den Hengst in der anderen Hand kümmern sollte. Dark Intention wurde etwas quengelig als er so ignoriert wurde und bestrafte Nate nun mit Rumhampeln beim Putzen. Colin hatte mit Flavor of the Month keine Probleme, der Schimmelhengst genoss seine Putzeinheit so sehr, dass er eindöste und erst wieder aufwachte, als Colin den Sattel auflegte. Die beiden Herren würden demnächst aufbrechen, um die verbleibende Zeit des noch recht kühlen Morgens zu nutzen und den Geländeparcours zu springen.
      Als sie verschwunden waren, stellte ich die Aufstieghilfe neben Wölkchen, sprang elegant auf seinen Rücken und lenkte ihn vorsichtig in Richtung Weiher. Da er erst gestern noch mit Elisa im Gelände trainiert hatte, war heute sein freier Tag, den wir im Wasser verbringen wollten. Ich zumindest. Der 1,80-Hengst ließ sich kein Stück mehr dazu bewegen, auch nur einen weiteren Schritt in die Nähe des Wassers zu gehen. Ich versuchte es zuerst mit Treiben und als das auf taube Ohren stieß, sprang ich runter und zog an den beiden Stricken, die links und rechts am Halfter hingen. „Jetzt komm doch endlich. Schwimmen macht Spaß.“, nervte ich den Hengst in der weinerlichsten Tonlage, die ich besaß und hoffte, dass er Mitleid mit mir haben würde.
      Nach weiteren zehn Minuten meiner Überredungskunst bequemte er sich schließlich doch noch und tapste mit den Vorderhufen ins Wasser. Wieder musste ich noch eine Weile warten, bis er endlich mit dem Wasser vertraut genug war, um komplett hinein zu kommen. Ich nutzte die Chance und krabbelte erneut auf seinen Rücken. Gemeinsam schwammen wir so ein paar Runden durch den Weiher, bevor Wölkchen beschloss, dass es genug war und im Galopp hinausstürmte. Nach einer Vollbremsung schüttelte er sich einmal komplett und brachte mich so beinahe zum Herunterfallen. Ich hing nur noch seitlich, doch der Hengst lief unbekümmert zum Putzplatz, wo er sich netterweise direkt neben einen Grünstreifen abstellte. So konnte ich, ohne mich zu verletzen, fallen lassen.

      Nach ein paar Kuscheleinheiten durfte Wölkchen wieder auf die Koppel und sich nach Herzenslust in den Schmutz werfen, wie er es am liebsten tat.
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  • Album:
    3 - Pferde im Ruhestand
    Hochgeladen von:
    Samarti
    Datum:
    21 Juli 2015
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    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Rufname: Namida
    geboren: Mai 2007


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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Black Snowflake (aa Ee Lplp/PATN1)
    Stockmaß: 144 cm

    Beschreibung:

    folgt

    Besitzer: Samarti
    Ersteller: Waldvoegelchen

    Dressur L - Springen A - Military A - Fahren M

    97. Synchronspringen
    230. Distanzturnier
    231. Militaryturnier


    Offizieller Hintergrund