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Sevannie

Namica - Mangalarga Machador

- Im Besitz seit 22.09.2019 -

Namica - Mangalarga Machador
Sevannie, 22 Sep. 2019
adoptedfox und Flair gefällt das.
    • Sevannie
      Ankunftsbericht
      20.01.2017 | © Möhrchen
      ...je näher ich dem Hof kam, desto aufgeregter wurde ich. Ich fuhr vorsichtig um die Kurven, damit meine neue Stute im Hänger nicht zu viel ausbalancieren musste. Nur wenige Tage war ich auf der Suche nach einer Freundin für meine Stute gewesen, bis ich Namica entdeckt hatte. Durch Zufall hatte sie die gleiche Rasse, vor allem aber war sie wunderschön. Trotzdem war ich super nervös. Was würde Royal zu ihr sagen? Würden sie sich überhaupt mögen?
      Ich war wahnsinnig froh, zumindest für Royal endlich eine Freundin gefunden zu haben. Schlimm genug, dass mein Hengst Haru noch alleine in seinem Offenstall stand, doch auch für ihn war ich bereits seit einigen Tagen auf der Suche nach einem zweiten Hengst. Aber Royal war selbst erst wenige Tage auf meinem Hof und ihr schien das Alleinsein sichtlich zu schaffen zu machen. Ich hatte große Hoffnungen, dass die beiden sich super verstehen würden und dass die nervöse Namica sich vielleicht noch ein bisschen Ruhe von Royal abschauen konnte.
      Endlich erreichten wir die Hofeinfahrt, Ich parkte den Hänger ein und stieg aus. Namica polterte im Hänger gegen die Wände. Sie war noch jung und hatte noch nicht besonders oft im Hänger gestanden. Außerdem war die Fahrt relativ lang gewesen und sie musste sich sicher endlich die Beine vertreten. Ich ging zu ihr nach vorne, reichte ihr eine Begrüßungsmöhre und löste dann den Strick. Sofort lehnte sie sich nach hinten gegen die Stange, die aber glücklicherweise kein Stück nachgab. Ich ging nach hinten, öffnete die Klappe und ließ vorsichtig die Stange hinunter. Ich konnte gar nicht so schnell gucken, da stand Namica schon prustend neben mir.
      Haru wieherte vom anderen Ende des Hofes. Er roch schon wieder eine Stute, dass er alleine stehen musste machte die Sache nicht gerade besser.
      Auch Royal hatte sich von ihrem Heu entfernt und stand neugierig mit hoch erhobenem Schweif am Zaun. Ich entschied mich, die beiden gleich zusammen auf den Trail zu lassen. Dort hatten sie genug Platz, sich aus dem Weg zu gehen und ihre Meinungsverschiedenheiten zu klären.
      Als ich das Tor öffnen wollte, ließ Royal mich natürlich nicht vorbei und rannte fast hinaus auf dem Hof. Ich schaffte es aber, Namica an ihr vorbei zu manövrieren und schnell den Panikhaken an ihrem Strick zu lösen. Dann brachte ich mich schnell außerhalb des Tores in Sicherheit. Die beiden Stuten wölbten die Hälse, beschnupperten sich und quietschten dann laut. Dabei schnellten sie auseinander, liefen ein paar Schritte, dann ging das Ganze von vorne los. Ich musste lachen, als ich die beiden beobachtete, es sah fast aus, als würden sie den neusten Tratsch austauschen.
      Nach einer Weile hörte das Gequietsche auf und die beiden rannten übermütig zusammen über den Paddock. Durch den Trail hatten sie einen tollen langen Laufweg und konnten ihre ganze überschüssige Energie loswerden. Ich entschied kurzerhand, noch ein kleines Stück Weide zu öffnen, in der Hoffnung, dass beim Fressen etwas Ruhe einkehren würde. Und so war es tatsächlich, als Royal wenig später den offenen Durchgang zur Weide entdeckte, fing sie sofort an zu grasen und Namica folgte ihr. Sie grasten Nase an Nase und die Zickerei schien vergessen zu sein. „Na, da haben sich ja zwei gefunden“, murmelte ich grinsend und ging beruhigt zurück auf den Parkplatz, um den Hänger sauber zu machen.

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      30.01.2017 | © FrauHolle

      Heute durfte ich das Training mit einer Stute meiner Schwester starten. Ich freute mich total darauf und fuhr voller Motivation zur Stardust Ranch. Ich parkte mein Auto auf dem Parkplatz und machte mich auf der Suche nach meiner Schwester, die ich schließlich in der Longierhalle fand. Sie war gerade fertig mit dem Longieren und begrüßte mich mit einer herzlichen Umarmung. Wir brachten Callimero, der nach dem Longieren zufrieden schnaubte, in den Offenstall und nachdem Möhrchen ihre Sachen weggepackt hatte, machten wir uns mit einem Halfter und ein paar Karotten im Gepäck auf den Weg zu Namica, meinem Trainingspferd für die nächsten Tage. Namica war ein Braunschecke und nach Angaben meiner Schwester ein relativ schwieriges Pferd. "Sie ist ziemlich temperamentvoll und man musst erst lernen mit ihr umgehen zu können. Aber ich glaube ihr beiden bekommt das hin", meine Schwester grinste mich an.
      Ich gab Namica eine Karotte zur Begrüßung und führte sie dann vom Paddock Trail zum Putzplatz und fing an sie zu putzen. Etwas nervös stand Namica da, tänzelte aber zum Glück nicht hin und her sondern blieb brav stehen. Möhrchen gab mir ein Knotenhalfter und eine Gerte und wir machten uns auf in Richtung Reitplatz.
      Ich hatte viel vor mit Namica. Zuerst wollte ich ihr das Flehmen beibringen, denn das würde die kleinste Schwierigkeit darstellen. Danach wollte ich mich an den Spanischen Gruß, den Spanischen Schritt, das Plié sowie das Kompliment machen. Wahrscheinlich werde ich mehrere Tage mit Namica arbeiten müssen aber das war auch gar nicht so schlecht, denn so konnte ich mit meiner Schwester endlich mal wieder etwas Zeit verbringen.
      Das erste Training war eher unspektakulär. Namica und ich hatten am Anfang etwas Schwierigkeiten miteinander und ich musste erst einmal die Rangordnung klären. Die Stute war sehr sensibel, allerdings musste ich mich trotzdem durchsetzen. Ich ging ein paar Basics mit ihr durch. Neben mir her laufen war für sie kein Problem, stehen bleiben klappte auch noch einigermaßen. Beim Rückwärtsrichten wurde Namica etwas hektisch und lief unkontrolliert in alle Richtungen, nur nicht nach hinten. Doch auch dies hatte ich schnell im Griff und konnte sie ruhig rückwärts richten.
      Ich beschloss, das Training für heute zu beenden. Auch wenn wir noch nicht mit den eigentlichen Lektionen angefangen hatten, konnte ich Namica besser kennenlernen und hatte mir einen Überblick verschafft, wie ich das Training mit ihr gestalten musste. Ich verabschiedete mich von meiner Schwester und fuhr vom Hof.
      Schon früh am Morgen machte ich mich wieder auf den Weg zur Stardust Ranch. Das Wetter war wunderschön und auch wenn es ziemlich kalt war, schien schon jetzt die Sonne. Heute wollte ich mit dem Flehmen anfangen und nachdem ich Namica geputzt hatte, machte ich mich mit Möhrchen und der Stute auf den Weg zum Platz. Wir starteten das Training mit ein paar Basics und nach knappen zehn Minuten war Namica bereit für die erste Lektion. Ich nahm ein Leckerli in meine rechte Hand und kitzelte Namica mit meinem Finger an der Nase. Ganz leicht bewegte die Stute ihre Oberlippe und ich gab ihr das Leckerli. Schritt für Schritt musste Namica immer mehr ihre Zähne zeigen, damit sie das Leckerli bekam. Viele Leckerlies für wenig tun, das gefiel Namica sehr und darum hatte sie die Übung im Nu verstanden.
      Ich gab ihr noch ein paar Leckerlies zwischen ihren Vorderbeinen, denn das würde für das Plié sehr hilfreich sein und beendete dann die heutige Trainingseinheit.
      Den dritten Tag starteten wir mit dem Festigen des Flehmens. Namica hatte immer mehr Spaß an der Übung uns zeigte stolz ihre Zähne.
      Ich machte mich wieder an das Plié und wiederholte die Übung von gestern. Stück für Stück lockte ich sie mit dem Leckerli immer weiter nach unten. Damit sie besseren Halt hatte, schickte ich sie vor der Übung immer ein kleines Stück rückwärts, sodass ihre Hinterbeine möglichst weit von ihren Vorderbeinen entfernt standen. Auch wenn Namica oft das Gleichgewicht verlor und hektisch aufsprang, kamen wir ein ganzen Stückchen vorwärts und schließlich schaffte sie es ihre Vorderbeine fast perfekt zu strecken. Damit war ich für heute erstmal zufrieden, auch wenn das noch ausbesserungsfähig war.
      Wir machten noch eine kleine Vorübung zum Kompliment. Ich brachte ihr bei, ihr Bein auf Antippen meiner Gerte zu heben. Es dauerte ziemlich lange aber irgendwann hatte Namica das Prinzip verstanden. Sie hob ich Bein zwar noch nicht hoch, aber wir hatten schon mal eine Anfang.
      Über eine Stunde hatten wir heute trainiert und Namica hatte keine Konzentration mehr. Auch ich hatte mir meinen Feierabend verdient und meine Schwester lud mich zu einem heißen Tee und einem Stück Kuchen in ihn Haus ein.
      Inzwischen kam ich schon besser mit Namica zurecht und auch sie hatte akzeptiert, dass ich der Chef von uns beiden war. Die Stute war mir ziemlich ans Herz gewachsen, auch wenn ich hier und da noch meine Schwierigkeiten mit ihr hatte. Ich wiederholte das Flehmen und das Plié, sowie das Anheben des Beines. Namica war heute äußerst motiviert bei der Sache und wartete gespannt, was als nächsten kommt.
      Während ich sie wie beim Plié mit einem Leckerli nach unten Richtung Bauch führte, tippte ich ihr linkes Bein mit der Gerte an. Namica verstand nicht, was ich von ihr wollte und sprang irritiert auf. In aller Ruhe versuchte ich es noch einmal, aber auch diesmal klappte es nicht. Ich versuchte es immer und immer wieder und als Namica keine Anstalten machte, ihr Bein einzuknicken, versuchte ich es auf eine andere Art.
      Ich gab ihr eine kurze Denkpause und ging mit ihr ein paar Runden im Schritt über den Platz, bevor ich die Übung mit einer neuen Idee anging. Ich schickte sie rückwärts und als sie fest mit den Hinterbeinen stand, hob ich ihr linkes Bein wie beim Hufe Auskratzen, führte sie mit einem Leckerli nach unten und zog ihr Bein leicht nach hinten. Wir brauchten vier Versuche, bis Namica ihren Mut zusammen fasste und sich mit dem linken Bein auf den Boden kniete. Begeistert stand Möhrchen am Zaun und staunte. Mit diesem Erfolg beendete ich das Training und war schon sehr gespannt auf Morgen.
      Der fünfte Tag brach an und ich machte mich wie jeden Vormittag mit Namica und Möhrchen auf den Weg zum Platz. Ich wiederholte alle Lektionen, die Namica nun schon konnte. Das Kompliment klappte nicht auf Anhieb, aber beim dritten Versuch war es geschafft.
      "So und jetzt du", rief ich meiner Schwester zu. Möhrchen hatte aufmerksam zugeguckt und wusste deshalb, was zu tun war. Begeistert führte sie alle Übungen mit Namica durch und ich gab ihr nebenbei noch ein paar Tipps.
      Nachdem meine Schwester alles mit ihrem Pferd ausprobiert hatte, übernahm ich wieder und führte das Training fort. Das Kompliment mussten wir die nächsten Tage noch etwas festigen, aber generell klappte es schon ganz gut. Also machte ich mich an die letzten beiden Übungen. Der Spanische Gruß sollte für ein Gangpferd wie Namica keine Schwierigkeit sein. Ich musste allerdings sehr auf meine Knie aufpassen, denn sie war teilweise etwas stürmisch. Ich tippte Namica mit der Gerte ans Vorderbein. Die Stute winkelte ihr Bein an, so wie ich es ihr für das Kompliment beigebracht hatte. Jetzt galt es, ihr beizubringen, ihr Bein nach vorne zu strecken. Sie brauchte etwas, bis sie verstand, was ich von ihr wollte aber als sie es schließlich leicht nach vorne streckte, machte ich Feierabend.
      Wir übten fleißig am Spanischen Gruß und nachdem Namica gestern verstanden hatte, dass sie ihr Bein nach vorne strecken musste, ging plötzlich alles ganz schnell. Bei jedem Versuch schmiss sie ihr Bein weiter nach vorne und ich war begeistert, wie schnell sie Fortschritte machte. Ich übte sowohl die linke, als auch die rechte Seite und als sie den Spanischen Gruß in Rekordzeit verstanden hatte, startete ich den ersten Versuch zum Spanischen Schritt. Während ich sie in einem ruhigen Tempo neben mir her führte, tippte ich Namica mit der Gerte an ihr Bein. Sie hatte noch etwas Probleme mit der Koordination und vergaß oft, ihre Hinterbeine mitzunehmen. Trotzdem war ich zufrieden mit ihrer Leistung und beendete die Trainingseinheit.
      Genau eine Woche war vergangen und heute wollte ich den Feinschliff aller Übungen vornehmen. Das Flehmen hatten wir in den letzten Tage immer mal wieder zwischendurch geübt und deshalb klappte es mittlerweile wunderbar und auch das Plié hatten wir oft geübt. Das Kompliment klappte nicht immer beim ersten Mal, aber mit etwas Übung würde Namica auch das bald gut beherrschen. Am Spanischen Gruß hatte Namica richtig Spaß und warf stolz ihre Beine in die Luft und auch der Spanische Schritt gehörte zu Namicas Lieblingsübungen. Heute durfte meine Schwester wieder ran und während sie mit Namica alle Lektionen noch einmal durchging, gab ich ihr Tipps für das weitere Training. Die beiden machten zusammen eine gute Figur. "Du musst immer am Ball bleiben mit den Zirkuslektionen. Irgendwann kann Namica das alles im Schlaf ", motivierte ich meine Schwester. Sie versprach mir, fleißig mit Namica weiter zu üben und wir beendeten die Woche mit einem gemütlichen Mädels - Nachmittag. Wir saßen in ihrem Wohnzimmer, aßen Kekse, tranken Tee und quatschten bis der Arzt kommt. Am Abend machte ich mich mit einem guten Gewissen auf der Weg nach Hause.

      Pflegebericht
      01.02.2017 | © Möhrchen

      Als ich mit dem Hänger wieder auf den Hof fuhr, musste ich ein paar mal tief ein und aus atmen, um mich selbst zu beruhigen. Ich hatte einen wunderschönen Spanierhengst auf dem Hänger, mein neues Pferd Fenicio. Und damit nicht genug: heute würden auch noch drei neue Stuten auf der Stardust Ranch ankommen. Ich konnte es kaum glauben, wie schnell das alles ging, gerade noch hatte Haru als erstes Pferd seinen Offenstall bezogen, und so langsam wurde es jetzt schon richtig voll auf dem Hof.
      Fenicio stand ganz ruhig und ich war froh, als ich endlich auf den Parkplatz fuhr und ihn nach der langen Fahrt endlich befreien konnte. Ich ließ die Klappe hinunter und löste die Stange. Vorsichtig kam Fenicio rückwärts aus dem Hänger und schaute sich mit geblähten Nüstern um. Aus beiden Richtungen kam sofort Gewieher, Namica lief aufgeregt am Zaun auf und ab. „Ihr bekommt nachher neue Freund“, sagte ich grinsend zu ihr und führte Fenicio über den Hof in Richtung der Hengstoffenställe. Ich hatte mich dafür entschieden, ihn im zweiten Offenstall einzustellen und nicht zu den beiden anderen Hengsten. Callimero konnte manchmal etwas frech sein und dafür reichte der Platz in der Liegehalle für ein so großes Pferd wie Fenicio nicht aus. Aber er konnte die anderen ja jederzeit über den Zaun sehen und beschnuppern und sicherlich würde er auch bald noch einen Kumpel bekommen. Ich hatte bereits alles vorbereitet, die Tränke in Betrieb genommen und ihm genügend frisches Heu in die Raufe gelegt. Auf dem Paddock löste ich den Strick und Fenicio blieb erstmal bei mir stehen. Es war erstaunlich, wie entspannt er trotz der unbekannten Umgebung war.
      Ich machte mich an die Arbeit, holte mir eine Schubkarre und fing an, den Paddock von Haru und Callimero zu säubern. Während die Schubkarre sich füllte, machten meine drei Hengste über den Zaun Bekanntschaft miteinander. Haru spielte sich ein bisschen auf und ließ den wilden Hengst raushängen, aber im Großen und Ganzen lief alles sehr friedlich ab.
      Als ich fertig war, holte ich noch eine große Portion Heu für die Raufe und hängte ein zusätzliches Heunetz ans Tor.
      Anschließend machte ich mich auf den Weg über den Hof zum Paddock Trail. Namica stand dösend in der Sonne und Royal fraß an der Heuraufe. Das Abäppeln des Paddock Trails nahm immer ziemlich viel Zeit in Anspruch, aber zum Glück hatten die beiden Stuten ihre Lieblingsstellen, sodass ich nicht den ganzen Trail abgehen musste. Ich mistete die Liegehallen aus, fegte das alte Heu um die Heuraufen zusammen und füllte Raufen und Netze mit neuem Heu. Mit Blick auf die neuen Pferde hängte ich noch einige Heunetz extra auf, vielleicht konnte ich so ein bisschen Stress verhindern.
      Schon bald hörte ich einen Transporter auf den Hof fahren. Rinnaja war so nett, mir meine drei neuen Pferde auf den Hof zu bringen, denn mein Hänger war nur für zwei Pferde ausgelegt, sodass ich zweimal hätte fahren müssen. So hatte sie sich von einer Freundin einen großen Transporter geliehen und brachte die Pferde auf meinen Hof. Ich lief auf sie zu und begrüßte sie. Zusammen ließen wir die Rampe hinunter und luden die Pferde aus. Als erstes schnappte ich mir Nocciolas Strick. Die kleine Shettystute blies sich ordentlich auf und tänzelte wie ein wilder Hengst neben mir her. Zum Glück war sie so klein, dass ich sie trotzdem einigermaßen locker halten konnte. Rinnaja lud die junge Vollblutstute Happy Fantasy ab, die ebenfalls ziemlich aufgeregt war. Sie war wirklich ein Eyecatcher mit ihrem hellen Punkten und ich hatte mich beim Anschauen auf den ersten Blick in sie verliebt. Wir banden die beiden Stuten kurz an und holten die dritte Stute aus dem Transporter, Baileys. Sie war eine ganz besondere Herausforderung und ich war mir noch nicht sicher, ob ich die Entscheidung zu ihrem Kauf nicht noch bereuen würde... Sie kannte fast nichts und hielt nicht das Geringste von Menschen.
      Damit ich sie überhaupt jemals wieder eingefangen kriegen würde, hatte ich mich dazu entschieden, die beiden Shettys erstmal im kleinen Offenstall am Stutenstall unterzubringen. Im großen Paddock Trail wären die Kleinen wahrscheinlich auf und davon...
      Wir näherten uns der kleinen gescheckten Stute und ernteten sofort vernichtende Blicke. Nocciola war schon nicht ganz einfach, aber Baileys war nochmal eine ganz andere Nummer. Als ich den Strick lösen wollte, schnappte sie nach mir und verfehlte nur knapp meinen Arm. Wiederwillig folgte sie mir die Rampe hinunter und versuchte immer wieder, sich loszureißen. Führen war für sie anscheinend ein Fremdwort. Rinnaja folgte mir mit Nocciola und so erreichten wir schließlich den kleinen Offenstall. Wir ließen die beiden Stuten hinauf, die sofort anfingen, sich zu kabbeln. Aber sie kannten sich bereits und so konnten wir uns gleich wieder auf den Weg zu Happy Fantasy machen, die immer noch am Anbinder stand. Namica und Royal drängelten sich schon ganz gespannt am Zaun. Rinnaja verscheuchte sie kurz vom Tor und ich führte Happy schnell hinauf und löste den Strick. Sofort preschte sie los, die anderen beiden hinterher. Es ganz Gequietsche und Bocksprünge, aber das war ganz normal. Happy war eine temperamentvolle junge Stute und musste erstmal in der neuen Herde ihre Grenzen austesten.
      Rinnaja musste wieder los und so half ich ihr beim säubern des Hängers und verabschiedete mich dann dankend von ihr. Sie überreichte mich noch die Papiere der Stuten und die Kopien der Kaufverträge, dann rollte sie vom Hof.
      Ich blieb noch eine Weile bei den Stuten am Zaun stehen und beobachtete sie. Sie schienen sich noch nicht ganz grün zu sein, immer wieder legte eine die Ohren an und verscheuchte eine andere. Aber sie verletzten sich nicht ernsthaft, es waren nur Drohgebärden.
      Also machte ich mich mit einem Halfter bewaffnet auf den Weg zum Hengstoffenstall und holte Haru. Ich band ihn am Anbinder an, holte seine Putztasche und bürstete sein dickes Winterfell. Dann holte ich den Longiergurt und meine Doppellonge aus der Sattelkammer und legte in Haru auf. Ich zog ihm einen Kappzaum an und machte mich mit ihm auf den Weg zum Reitplatz. Vom Rand holte ich einige Stangen und verteilte sie auf dem Reitplatz, während Haru mir an der durchhängenden Longe entspannt folgte....
      ... es wurde eine sehr gute Longeneinheit, Haru ging sehr fleißig und motiviert vorwärts, ließ nach einiger Zeit den Hals fallen und schnaubte entspannt ab. Ich machte viele Handwechsel, ließ ihn viel über die Stangen traben und ließ ihn sich richtig auspowern. Er wollte arbeiten, das merkte man richtig, und ich hoffte wirklich, dass ich nach dem ganzen Stress und den vielen neuen Pferden bald endlich mehr Zeit haben würde, um meine Pferde richtig zu arbeiten.
      Nach einer halben Stunde wurde er sichtlich müde und wesentlich langsamer. Ich parierte ihn durch zum Schritt und ließ ihn noch einige lockere Runden im Schritt gehen. Dann führte ich ihn zurück zum Anbinder, tauschte den Longiergurt gegen seine Abschwitzdecke und brachte ihn zurück zu seinem Kumpel auf den Paddock.
      Nun ging ich zurück zu den Stuten, die sich sichtlich beruhigt hatten. Ich beobachtete sie noch eine Weile, aber es sah schon ziemlich ruhig aus. Happy durfte zwar noch nicht in die Liegehalle, aber es war nicht zu kalt draußen und in den kleinen Unterstand kam sie hin und wieder hinein. Genug Heustellen hatte ich ja zum Glück geschaffen, sodass sie sich nicht um das Heu kloppen mussten.
      Todmüde, aber glücklich fiel an diesem Abend ins Bett. Langsam wurde mein Hof echt richtig voll und ich freute mich sehr auf die Arbeit mit meinen Pferden, wenn endlich etwas Ruhe auf dem Hof einkehrte. Dann könnte ich auch bald wieder richtig Reiten und meine tollen Pferde auf Turnieren vorstellen.

      Pflegebericht
      21.01.2017 | © Möhrchen

      An einem sonnigen Morgen machte ich mich gut gelaunt auf den Weg zu meinen Pferden. Ich hatte mir für heute viel vorgenommen und wollte alle mal wieder richtig arbeiten. Den Anfang machten meine Stuten vom Paddock Trail. Ich ging in die Sattelkammer und legte mir am Putzplatz Putzzeug, Kappzaum, Longiergurt und zwei Longen bereit und machte mich dann mit einem Halfter bewaffnet auf den Weg zum Trail.
      Zum Glück stand Royal ganz weit vorne, sodass ich nicht lange laufen musste. Ich zog ihr das Halfter an und führte sie zum Putzplatz. Ihre Freundin Namica wieherte uns hinterher, als wir den Paddock verließen. Am Putzplatz band ich Royal an und fing an, ihr graues Fell zu bürsten. Sie war ziemlich staubig und hatte überall Dreckkrusten. Ich war eine ganze Weile beschäftigt, bis sie wieder sauber war. Anschließend legte ich ihr eine Schabracke und den Longiergurt auf und zog ihn locker an. Ich tauschte das Halfter gegen ihren Kappzaum und machte mich dann mit meiner Stute auf den Weg zum Reitplatz. Ich ließ Royal kurz frei und verteilte ein paar Stangen auf dem Platz.
      Dann fing ich sie wieder ein, und fing an, sie im Schritt aufzuwärmen. Ich ging viel mit und ließ sie viel ganze Bahn laufen. Zwischendurch baute ich einige Kurven ein und ließ sie auch schon mal einige Runden locker über die Stangen gehen. Sie war entspannt und zog artig ihre Runden.
      Nach einer Weile ließ ich sie antraben und sie setzte sich schwungvoll in Bewegung. Teilweise gab es bei ihr noch ein kleines Durcheinander mit den Gängen, da sie gerne mal Tölt und Trab mischte. Ich schickte sie also flott vorwärts und sie trabte taktklar und fleißig vorwärts.
      Sie flog nahezu über die Stangen und streckte den Hals schön nach unten. Ich war sehr zufrieden mit ihr. Im Galopp gab sie ein bisschen Gas, ließ sich aber die ganze Zeit über händeln und schnaubte danach zufrieden ab. Ich ließ sie noch einige Übergänge gehen und beendete dann nach einer halben Stunde mehr als zufrieden die Einheit. Ich führte Royal zurück an den Putzplatz, nahm ihr das Equipment ab und bürstete noch einmal über die Gurtlage. Dann entließ ich sie wieder zurück zu ihren Freundinnen auf den Trail.
      Anschließend nahm ich gleich Namica mit auf den Putzplatz. Sie war ein wenig frech drauf und zwickte mich beim Putzen immer mal wieder in meine Jacke. Wir hatten uns in der letzten Zeit schon sehr gut angefreundet und ich freute mich jedes Mal, mit ihr arbeiten zu können. Als ich fertig mit putzen war, holte ich Schabracke und Sattel und legte es ihr auf. Beim Gurten war sie dagegen ganz artig und stand wie eine eins an ihrem Platz. Ich zog den Gurt an und tauschte das Halfter gegen meine Gebisslose Trense. Dann setzte ich mir meinen Helm auf und führte Namica zum Reitplatz.
      Ich führte sie eine Runde außen herum und ließ sie dann neben der Aufstieghilfe stehen. Sie drehte sich zweimal weg, ich korrigierte sie und beim dritten Mal ließ sie mich brav aufsteigen. Ich ritt sie einige Runden am lockeren Zügel außen herum und ließ sie schön vorwärts gehen. Sie guckte ein wenig in der Gegend herum und war sehr fleißig unterwegs, aber sie reagierte gut auf meine leichten Hilfen und ließ sie butterweich lenken. Am Anfang hatten wir viele Probleme gehabt, aber mittlerweile wusste ich, wie ich mit der sensiblen Stute umgehen musste.
      Im Trab ließ ich sie am langen Zügel einige Runden drehen, dann nahm ich die Zügel langsam auf, und stellte sie ein bisschen an den Zügel. Ich ritt viele gebogene Linien, stellte und bog sie und ließ sie fleißig über die Stangen traben. Dasselbe wiederholte ich im Galopp. Sie war sehr konzentriert bei der Sache, hob schön den Rücken und ließ den Hals fallen. Ich ließ sie viel vorwärts abwärts gehen und trabte zum großen Teil leicht.
      Nach einer halben Stunde ließ ich die Zügel lang und kraulte ihr den Hals. Sie hatte ein bisschen geschwitzt, daher legte ich ihr eine Abschwitzdecke über die Kruppe und ritt sie noch eine Weile im Schritt. Danach brachte ich sie zurück auf den Paddock und nahm Happy Fantasy mit.
      Mit ihr hatte ich in der letzten Zeit viel gearbeitet und wir waren uns noch nicht ganz einig. Aber sie war ja auch noch nicht lange hier und auch nicht ganz einfach. Ich ging mit ihr direkt auf den Reitplatz und fing an, mit ihr Führübungen zu machen. Ein paar Mal stürmte sie los, wollte an mir vorbei rennen oder rempelte mich an. Ich blieb ruhig, aber bestimmt, und lobte sie, wenn sie brav neben mir ging. Ich machte verschiedene Übungen mit ihr: Antraben an der Hand, Seitengänge am Zaun entlang und übte auch ein paar Tricks. Sie war häufig etwas stürmisch, aber sehr bemüht. Ich machte nur knappe 20 Minuten, denn länger konnte sie sich noch nicht konzentrieren.
      Als ich sie wieder zurück auf den Paddock gebracht hatte, schnappte ich mir eine Schubkarre und fing an, den Trail zu säubern. Es dauerte seine Zeit, da die Fläche so weitläufig war, aber am Ende war alles wieder sauber. Ich kontrollierte die Tränke und die Zäune und füllte alle Raufen und Netze mit neuem Heu, dann hatte ich es für heute geschafft. Ich blieb noch eine Weile am Zaun stehen und beobachtete die drei Mädels, die sich gierig über das frische Heu her machten...

      Ankunft von Liara
      18.03.2017 | © Möhrchen

      Heute herrschte wieder große Aufregung auf meinem Hof, denn ich erwartete eine neue Stute. Ich hatte ihre Anzeige vor wenigen Tagen durch Zufall gefunden und mich auf der Stelle verliebt. Nachdem ich sie gestern persönlich kennen gelernt hatte war ich Feuer und Flamme und konnte es kaum noch erwarten, dass sie endlich ankam. Ihre Vorbesitzerin brachte sie zu mir, also hatte ich noch genug Zeit, alles vorzubereiten.
      Ich schnappte mir also eine Schubkarre, einen Besen und eine Schaufel und machte mich auf den Weg zum Paddock Trail. Namica erwartete mich schon am Tor und ich nahm mir ein bisschen Zeit, um ausgiebig mit ihr zu schmusen. Dann machte ich mich an die Arbeit, säuberte den großen Paddock, mistete die Liegebereiche aus und füllte alle Raufen mit reichlich frischem Heu. Dann kontrollierte ich nochmal beide Tränken und nahm dann Samira mit zum Putzplatz. Bis zu Liaras Ankunft hatte ich noch ein bisschen Zeit, also wollte ich die Zeit noch ein bisschen nutzen, um mit meiner jüngsten Stute zu arbeiten.
      Beim Putzen stand Samira sehr brav, denn das hatten wir bereits viel geübt. Ich schnappte mir einen langen Strick und ging mit Samira auf den Platz. Seit unserem Kurs bei meiner Schwester auf der Küstenranch hatten wir sehr viel Spaß an Zirkuslektionen und üben zu Hause fleißig weiter.
      Ich führte sie eine Weile über den Platz und fragte anhalten, losgehen und rückwärts gehen ab. Samira war sehr aufmerksam bei der Sache. Am langen Strick schickte ich sie um mich herum und sie ging artig von mir weg. In dieser Position ließ ich sie auch ein paar Runden traben, was sie ebenfalls erstaunlich artig machte.
      Anschließend widmete ich mich noch kurz den Zirkuslektionen. Ich fragte zuerst einige Tricks ab, die sie schon kannte. Flehmen, Drehen, sowie der spanische Schritt saßen noch sehr gut. Beim nein sagen hatte sie am Anfang einige Probleme, dann wusste sie aber auch wieder, was ich von ihr wollte. Für heute hatte ich mir das Küsschen geben vorgenommen, also zeigte ich mit einem Leckerli in der Hand auf meinen Mund und Samira drückte sofort ihre Nase in mein Gesicht. Ich lobte sie und gab ihr das Leckerli. Das ganze musste ich nur wenige Male wiederholen und schon hatte sie es begriffen und gab auf Kommando Küsschen. Ich lobte sie und kraulte sie noch eine Weile, dann brachte ich sie zufrieden zurück auf den Paddock.
      Happy Fantasy und Royal ließ ich heute nur kurz auf dem Platz laufen. Sie sollten noch ein bisschen Energie loswerden, bevor ich die Neue in die Herde warf. Ich stellte also zwei Cavaletti auf dem Platz auf und ließ die beiden Stuten frei. Ich brauchte sie nichtmal zu treiben, denn Happy preschte sofort los und Royal folgte ihr bockend. Ich dirigierte sie lediglich einige Male über die Sprünge, denn sie hatten so viel Spaß, dass ich meine Peitsche überhaupt nicht brauchte. Am Ende musste ich die beiden fast bremsen. Happy warf sich noch einmal genüsslich in den Sand und wälzte sich ausgiebig. Da hörte ich auch schon ein Auto auf den Hof fahren und mein Herz machte einen Sprung. Schnell brachte ich Happy und Royal zurück auf den Paddock und lief zum Parkplatz.
      Wir begrüßten uns und ließen dann die Hängerklappe hinunter. Ihre Vorbesitzerin löste die Stange, während ich zu Liara nach vorne ging und ihren Strick löste. Ich begrüßte die süße Stute liebevoll und sie drückte ihre Nase an meinen Arm. Sie war wirklich wunderschön und ich war so glücklich, dass sie jetzt hier war.
      Ich führte sie rückwärts von der Rampe und sie schaute sich schnaubend und mit aufgestelltem Schweif auf dem Hof um. Namica wieherte von der einen, Callimero von der anderen Seite. Liara fing ein bisschen an zu tänzeln, also machte ich mich lieber schnell auf den Weg zum Paddock. Ich scheuchte die anderen Mädels vom Tor weg und ließ Liara dann hinauf. Sie drehte erstmal eine Runde im Galopp, der Rest der Herde hinterher. Dann wurde sie langsamer und ließ sich beschnuppern. Es gab ein bisschen gequietsche und gezicke, aber schon nach kurzer Zeit hatten sie sich wieder beruhigt und Namica zog sich als erste wieder an die euraufe zurück.
      Liaras Vorbesitzerin musste sich wieder auf den Rückweg machen, also begleitete ich sie zu ihrem Auto. Sie übergab mir noch die Papiere und bat mich, sie mit Neuigkeiten zu versorgen. Dann fuhr sie vom Hof und ich machte mich wieder auf den Weg zurück zum Paddock, um die Mädels noch ein bisschen zu beobachten.

      Das Team der Stardust Ranch wächst
      07.04.2017 | © Möhrchen

      Viel zu früh wälzte ich mich schon im Bett umher. Da ich eh nicht mehr schlafen konnte, machte ich mich schon um kurz vor 6 auf den Weg nach draußen. Ich schnappte mir eine Schubkarre und machte mich daran, den Paddock Trail abzuäppeln. Heute war ein großer Tag für die Stardust Ranch und es war in den letzten Tagen alles so schnell gegangen, dass ich es selbst noch nicht richtig glauben konnte. Vor einigen Wochen hatte meine Freundin Zoey mich angerufen, die ich noch aus dem Studium kannte und danach leider ein wenig aus den Augen verloren hatte. Sie kam aus England und war damals zum Studieren nach Deutschland gekommen. Seit unserem Abschluss lebte sie wieder in England. Wir hatten die folgenden Tage viel geschrieben und telefoniert und ich hatte ihr natürlich viel von der Stardust Ranch erzählt. Irgendwann hatten wir angefangen, einen Plan zu spinnen, denn sowohl Zoey als auch ihre große Schwester Carina träumten schon lange davon, sich den Traum vom eigenen Stall zu erfüllen.
      Lange Rede, kurzer Sinn, nur wenige Wochen später war es beschlossen: Zoey würde samt ihrer Schwester und deren kleiner Tochter Emma auf die Stardust Ranch ziehen. Das Haus war sowieso viel zu groß für mich alleine und ich hatte es satt, den Großteil der Zeit alleine auf dem Hof zu leben und zu arbeiten. Ich freute mich sehr darauf, mir meinen Hof, die Pferde und auch die Arbeit mit zwei weiteren Mädels zu teilen.
      Vor zwei Wochen waren die beiden für 4 Tage zu Besuch gewesen. Emma konnte noch nicht dabei sein und blieb bei ihrem Vater, aber die Schwestern waren total begeistert. Wir ritten zusammen aus und ich zeigte ihnen den Hof, es war, als hätten wir uns schon immer gekannt. Und noch etwas hatte mich sehr gefreut: Fenicio, mit dem ich auch nach Monaten noch immer nicht richtig warm geworden war, hatte in Carina wohl endlich seinen Menschen gefunden. Ich hatte ihn ihr für einen Ausritt gegeben und die beiden hatten sich auf Anhieb perfekt verstanden. Er konnte also auf der Stardust Ranch bleiben und Carina würde ihn übernehmen. Das schien die perfekte Lösung für alle zu sein.
      Ich grinste vor mich hin, während ich den Paddock Trail abäppelte. Es klang einfach alles zu perfekt. Liara stieß mich von hinten an und ich drehte mich um, um der rotbraunen Stute die Stirn zu kraulen. Aber sie wollte gar nicht gekrault werden, stattdessen schnappte sie sich meinen Äppelboy am Griff und schleuderte ihn durch die Gegend. Ich musste lachen und nahm ihn ihr wieder weg. „Hey, du kleine Hexe.“, lachte ich „Gib den wieder her!“.
      Langsam arbeitete ich mich weiter vor, leerte die Schubkarre auf dem Misthaufen aus, füllte alle Heuraufen auf und kontrollierte Zäune und Tränken. Dann öffnete ich eins der Tore zu einem Weidestück, denn die Stuten durften seit wenigen Tagen endlich wieder stundenweise auf die Weide. Samira und Happy Fantasy stürmten sofort los und rannten buckelnd über die Wiese. Namica, Royal Disturbance, Donatella und Nökkvadís folgten in etwas ruhigerem Tempo, machten sich aber auch sofort über das frische Gras her.
      Als alles erledigt war, fuhr ich mit der Karre rüber zum Stall und säuberte den Offenstall von Nocciola und Baileys. Die beiden waren mal wieder dabei, sich zu streiten und ich hörte nur ein lautes quietschen hinter mir. Baileys machte sich mit angelegten Ohren aus dem Staub, während Nocciola sich mir langsam näherte. Aus der zickigen Stute war langsam ein aufmerksames Pony geworden, das sogar ab und zu meine Nähe suchte. Ich zerzauste ihren Schopf und sie ließ es brav geschehen. Bei Baileys brauchte ich das gar nicht erst zu versuchen, die ließ sich freiwillig kaum berühren...
      Als der kleine Offenstall fertig war, ging ich erst einmal ins Haus zum Frühstücken. Als ich gerade dabei war, meine Küche aufzuräumen, klingelte mein Handy. „Zoey“, rief ich ins Telefon. „Wir sind jetzt in Deutschland angekommen“, sagte sie und ich konnte ihre Aufregung quasi durchs Telefon hören. Im Hintergrund hörte ich Emma plappern. „Wir brauchen noch etwa zwei bis zweieinhalb Stunden, dann sind wir da“. „Sehr gut, ich freue mich total!“ „Wir uns auch, wir können es kaum erwarten. Und die Kleine hört gar nicht mehr auf, von Ponys zu quatschen“, Zoey lachte. „Dann noch eine gute Fahrt, fahrt vorsichtig!“
      Ich vertrieb mir den Rest der Zeit damit, noch einmal durch die Wohnung im ersten Stock zu gehen, in die die beiden einziehen sollten. Aber eigentlich hatte ich sie bereits komplett eingerichtet und zigmal kontrolliert, sodass ich mich darauf beschränkte, die Vorhänge glatt zu streichen und die Fenster ein Stückchen zu öffnen.
      Ich ging also wieder raus, schnappte mir Haru und ging mit ihm auf den Reitplatz. Ich verteilte ein paar Stangen auf dem Platz und ließ ihn nur mit Halfter ein paar Runden an der Longe joggen. Im Trab und auch im Galopp dirigierte ich ihn in verschiedenen Reihenfolgen über die Stangen und er war sehr motiviert bei der Sache. Ein paar Mal schummelte er sich an den Stangen vorbei, aber die meiste Zeit folgte er brav meinen Anweisungen. Am Schluss der Einheit übte ich noch einmal die Bergziege, die er vor wenigen Tagen mit meiner Schwester geübt hatte. Er hatte sie noch nicht verlernt, es war zwar noch nicht perfekt, aber es sah schon ganz gut aus.
      Als ich Haru wieder zurück auf seinen Paddock gebracht hatte, entschied ich mich spontan, noch eine kurze Runde mit Calli zu drehen. Nur mit Halfter schwang ich mich auf seinen Rücken und drehte eine entspannte Runde um die Galoppbahn. Eigentlich war ich ein bisschen zu groß für ihn, aber für ab und zu mal war es gerade noch okay. Wir legten sogar einen kurzen Galopp ein, bevor ich gemütlich zurück zum Offenstall ritt und ihn wieder auf den Paddock stellte. Ich blieb noch eine Weile am Zaun stehen und beobachtete meine Hengste. Haru hatte sich in die Sonne gestellt und döste mit aufgestelltem Huf. Callimero wälzte sich erstmal genüsslich und schlenderte dann zurück zur Heuraufe. Gegenüber kraulten sich Fenicio und Elliot gegenseitig am Widerrist. Auch Elliot hatte sich auf Anhieb mit Carina verstanden und wir hatten gemeinsam beschlossen, dass er ein Schulpferd für Carinas Reitschule werden sollte. Obwohl er ein Hengst war, war er sehr anständig und ein echtes Verlasspferd, ich war mir sicher, dass er in der neuen Aufgabe aufgehen würde.
      Während ich noch meinen Gedanken nachhing, hörte ich es auf der Straße laut hupen. Haru schreckte aus seinem Mittagsschlaf hoch und spitze gespannt die Ohren. Ich machte auf dem Absatz kehrt und rannte zum Parkplatz. Dort angekommen hatte Carina bereits ihr knallrotes Auto abgestellt und Zoey war bereits vom Beifahrersitz gesprungen. Eigentlich hatte ich mich noch umziehen wollen, aber das war mir jetzt auch egal. Ich fiel erst Zoey, dann Carina um den Hals: „Willkommen zu Hause!“. Carina öffnete die Autotür und ließ Emma hinaus. Endlich konnte ich auch das kleinste Mitglied unserer neuen Mädels-WG kennen lernen. Mit großen Kulleraugen schaute Emma sich auf dem Hof um. „Hallo kleine Maus“, sagte ich zu ihr und sie strahlte mich an. Für sie war es anscheinend das Größte, jetzt mit so vielen Pferden und Ponys zusammen zu leben.
      Zuerst machten wir einen Rundgang über den Hof und zeigten Emma die Pferde. Carina wollte als erstes zu Fenicio und der Schimmelhengst wieherte sogar, als er sie sah. Mir ging das Herz auf, als sie ihm um den Hals fiel und er sich sichtlich freute. So gerne hatte ich ihm genau das geben wollen, aber irgendwie passte es einfach nicht zwischen uns. Umso besser, dass er jetzt seinen Menschen gefunden hatte, ohne sein Zuhause verlassen zu müssen.
      Wir führten Emma über den ganzen Hof. Sie war natürlich besonders begeistert von Nocciola und Baileys, wobei gerade die beiden die letzten waren, die ich auf ein Kind loslassen würde. Aber auch Donatella fand sie toll, und bei ihr konnte ich mir sehr gut vorstellen, dass sie Emma problemlos auf sich reiten lassen würde. Aber nicht mehr heute, wir hatten ja jetzt ganz viel Zeit.
      Wir räumten alle Koffer und Taschen aus dem Auto und leerten auch den Anhänger. Als wir alle Sachen in die Wohnung geräumt hatten, trafen wir uns in meiner Küche und kochten zusammen. Bei Auflauf und Sekt (und Limonade für die Kleine) ließen wir den Abend ausklingen und stießen auf unsere neue WG an. Carina brachte Emma ins Bett und setzte sich dann wieder zu uns. Wir quatschten noch bis tief in die Nacht, bevor sich die Schwestern verabschiedeten und ins Bett gingen. Ich freute mich schon sehr auf den nächsten Tag und konnte es kaum erwarten. Es war ein sehr gutes Gefühl, endlich nicht mehr alleine im Haus zu schlafen.

      Der Umzug
      12.05.2017 | © Möhrchen

      Wie ein aufgescheuchtes Huhn lief ich durch meine Wohnung. Ich war einfach so aufgeregt, dass ich nicht wusste, wohin mit mir. In der letzten Zeit hatte sich so einiges geändert in meinem Leben und heute war es endlich so weit: ich würde die Stardust Ranch verlassen.
      Mein Freund und ich hatten genug von unserer Fernbeziehung und hatten schon lange gesponnen, endlich zusammen zu ziehen. Er wollte allerdings auf keinen Fall seinen Job aufgeben und ich wollte nicht mehr ohne eigenen Hof leben. Schon fast 1,5 Jahre waren wir ziemlich unzufrieden mit der Situation, denn seine Besuche am Wochenende waren einfach viel zu kurz und ich konnte meinen Hof nur selten verlassen.
      Vor 3 Wochen hatte er ganz aufgeregt bei mir angerufen und erzählt, dass nur wenige Kilometer von seiner Wohnung entfernt ein Gestüt zum Verkauf stand... Zuerst war es nur eine Idee, aber spätestens, als wir dort waren, um es uns anzuschauen, war es um mich geschehen. Er kündigte seine Wohnung, ich regelte alles auf der Ranch und fing an zu planen.
      ~
      Und nun war es so weit: Zwischen riesigen Kartonstapeln, Sätteln und Möbeln stand ich mitten auf dem Hof. Vor Aufregung knabberte ich an meinen Fingernägeln. Die Organisation des Transports war ziemlich kompliziert gewesen und ich hoffte einfach nur, dass alles wie geplant klappen würde. Wir hatten uns für heute einen großen Transporter mit Platz für 10 Pferde gemietet. Mein Freund wollte mit seinem 6er-Trasporter kommen und einige Pferde holen und ich hatte bereits meinen Hänger vorbereitet. So hoffte ich, dass wir alle 18 Pferde heil auf den neuen Hof kriegen würden.
      ~
      Wenige Stunden später war der Kartonstapel auf dem Hof verschwunden, denn ein Möbelwagen hatte meine Möbel und sonstigen Sachen bereits abgeholt. Nun waren die Pferde an der Reihe und ich machte mich daran, die ersten Pferde für den großen Transporter vorzubereiten. Mein Freund musste noch arbeiten und würde daher erst in einigen Stunden da sein.
      Ich holte nacheinander Liara, Samira, Namica, Happy Fantasy, Narla, Donatella, Nökkvadís und Royal vom Trail und band die 8 Stuten am Putzplatz an. Ich bürstete sie alle kurz über, eine Decke brauchten sie nicht, da es ein ziemlich milder Tag war. Ich holte meine große Kiste mit Transportgamaschen aus der Sattelkammer und suchte für jedes Pferd sie richtige Größe heraus. Ich hatte in den letzten Wochen so einige Paare kaufen müssen, denn auf einen Transport von allen Pferden gleichzeitig war ich nicht vorbereitet.
      Als ich für jeden ein paar gefunden hatte, machte ich mich ans anziehen. „Soll ich dir helfen?“, fragte Zoey, die gerade aus dem Haus kam. Ihre Schwester und sie würden auf der Stardust Ranch bleiben, was mich sehr glücklich machte. Denn mein Herz hing doch an diesem Hof und mir fiel es schwer, ihn zu verlassen. Während wir die ersten Pferde anzogen, fuhr der Transporter auf den Hof.
      Der Fahrer war sehr nett und ich führte Royal zuerst auf den Hänger. Ich band sie ganz hinten an und schloss die erste Klappe. Während Zoey nach und nach den Pferden die Gamaschen anlegte, führte ich eins nach dem anderen die Rampe hinauf. Happy Fantasy stürmte in ihrer üblichen Art wie eine Verrückte die Rampe hinauf. Die anderen Stuten waren artig, nur bei Liara und Samira brauchte es ein bisschen Überredungskunst. Aber sie waren ja auch noch jung und hatten noch keinen großen Transporter gesehen.
      Nach kurzer Zeit waren alle Pferde auf dem Transporter und knabberten an ihren Heunetzen. Der Fahrer verabschiedete sich und wir vereinbarten, dass er die Pferde auf dem neuen Hof so lange im Hänger ließ, bis mein Freund und ich auch angekommen waren. Dann rollte der LKW vom Hof und ich konnte nur noch die Daumen drücken, dass alles gut gehen würde.
      Als mein Freund endlich ankam, luden wir noch meine restlichen Sachen in mein Auto, stellten Nicciola, Baileys, Callimero, Caillou und Elliot in den 6er- Transporter und ich verlud Haru und Fenicio in meinen Hänger. Nun waren alle Pferde verpackt, das Sattelzeug verstaut und alle meine Sachen im Auto. Unglaublich, wie viele Sachen ich eigentlich hatte, sowas fiel mir meistens erst bei einem Umzug auf.
      ~
      Und dann war es soweit: ich fiel zuerst Zoey, dann Carina und auch Emma um den Hals. Unsere gemeinsame Zeit auf der Stardust Ranch war viel zu kurz gewesen, aber ich freute mich so sehr auf den Neuanfang mit meinem Freund, dass mir der Abschied nicht so furchtbar schwer fiel. Und es ging ja auch nicht allzu weit weg, ich würde die drei auf jeden Fall besuchen. Ich gab meinem Freund einen Kuss zum Abschied und er fuhr mit dem Transporter vom Hof. Mit Tränen in den Augen stieg ich schließlich ins Auto und startete den Motor: Auf in ein neues Leben!
      ~
      Fenicio und Haru standen super ruhig auf den Hänger und die Fahrt verging wie im Flug. Schon 3 Stunden später tauchte endlich unsere neue Heimat am Horizont auf. Einen Namen hatte mein neuer Hof noch nicht, aber der würde mir sicherlich bald einfallen. Auf jeden Fall war er wesentlich größer als die Stardust Ranch und lag nur 30 Reitminuten von der Nordsee und wenige Kilometer von der dänischen Grenze entfernt.
      Als ich auf den Parkplatz fuhr, kribbelte es im ganzen Körper. Der große LKW stand bereits auf dem großzügigen Hof. Da ich schon im Voraus geplant hatte, welches Pferd in welche Box einziehen sollte und wer sich mit wem verstand, wusste ich genau, wer wohin sollte. Ich bestand darauf, jedes Pferd selbst aus dem Hänger zu holen. Als erstes zog Liara zusammen mit Samira, Namica und Royal in den größeren der beiden Paddocktrails ein. Ich kontrollierte allen Pferden die Beine auf Verletzungen und nahm ihnen die Gamaschen ab. Liara und Samira lieferten sich erstmal ein Wettrennen auf der neuen Trailstrecke, während Royal und Namica es ein bisschen ruhiger angehen ließen und sich erstmal alles in Ruhe anschauten. Ich hatte allerdings nicht viel Zeit, ihnen zu zusehen, denn ich wollte die anderen Pferde so schnell wie möglich aus den Hängern befreien.
      Haru und Fenicio bezogen zwei Paddockboxen mit riesigem eigenen Auslauf im südlichen Stall. Sie liefen aufgeregt schnaubend alles ab und Haru sprang auf dem großen Auslauf buckelnd in die Luft.
      Als nächstes bezogen Nocciola und Baileys einen kleinen Offenstall am Nordstall, der extra den kleinsten vorbehalten war. Zum Glück waren sie so klein und hatten daher etwas weniger Kraft, denn die beiden wehrten sich wie immer gegen alles, was ich von ihnen wollte. Nocciola hatte sich in der Hinsicht schon etwas gebessert, aber Baileys war nach wie vor eine Katastrophe im Umgang. Mit ihr musste ich unbedingt mehr üben, sobald ich jetzt nach dem Umzugsstress mehr Zeit hatte.
      Donatella, Narla, Nökkvadís und Happy Fantasy bezogen jeweils eine große Paddockbox im Nordstall. Ab morgen sollten sie tagsüber zusammen auf der Weide stehen und nachts die Ruhe in ihren Paddockboxen genießen. Bei ihnen ging der Umzug relativ ruhig von statten, keiner der vier Damen regte sich übermäßig auf. Nökkvadís hatte allerdings eine kleine blutige Schramme am Bein, die ich sofort mit etwas Salbe behandelte.
      Als letztes zogen die drei Ponyhengste Callimero, Caillou und Elliot in ihre Männer-WG im Offenstalltrakt ein. Sie benahmen sich, als hätten sie nie wo anders gestanden und schienen auch die Fahrt bestens überstanden zu haben.
      Als alle Pferde ausgeladen waren, verabschiedeten wir den Fahrer, der sich nun wieder auf den Rückweg machen konnte. Unsere eigenen Fahrzeuge übernahm mein Freund, er säuberte sie und parkte sie auf dem Parkplatz. Währenddessen hatte ich noch viel zu tun: ich verteilte Heu an alle Pferde und schaute bei allen noch einmal vorbei.
      ~
      Erst spät am Abend hatte ich Zeit, meinen eignen Kram notdürftig auszupacken. Zum Glück hatte mein Freund schon im Vorfeld die meisten Möbel aufgebaut. Gegen Mitternacht machte ich noch eine letzte Runde durch alle Ställe, dann fiel ich todmüde ins Bett. Unsere erste Nacht auf UNSEREM eigenen Hof...!

      Pflegebericht
      08.07.2017 | © Möhrchen

      Der Stress der Hengstkörung war vorbei und ich konzentrierte mich nun wieder auf das Training meiner beiden Marchador Stuten, die die nächsten Kandidaten für die Stutbuchwettberwerbe waren. Beide hatten in den letzten Monaten schon einige Schleifen sammeln können und machten sich sehr gut. Es würde nicht mehr lange dauern, dann waren sie soweit und ich konnte sie zur Krönung vorstellen.
      Als erste nahm ich mir heute Namica vor. Ich wollte mit ihr auf dem Platz Dressur reiten und noch ein wenig am Tölt feilen, denn die Unterscheidung von Tölt und Trab fiel ihr von Zeit zu Zeit immer noch schwer. Ich holte sie vom Paddock, putzte sie und legte ihr den Sattel auf. Sie war ruhig und artig, langsam wusste ich, wie ich mit ihr umgehen musste und konnte sie recht gut einschätzen. Ich holte meinen Helm und stieg auf, dann stieg ich auf und ritt Richtung Reitplatz.
      Irgendwie war im heutigen Training der Wurm drin. Namica gab sich zwar Mühe, aber irgendwie war ich nicht recht bei der Sache und war nicht zufrieden. Nach 20 Minuten entschied ich mich, das Training nach draußen auf die Galoppbahn zu verlegen. Es hatte ja keinen Sinn, unfair zu werden, obwohl sie sich bemühte. Wir ritten über den Hof zur Galoppbahn um die Weide. Kaum angekommen, galoppierte ich sie an und drehte eine ganze Runde im frischen Galopp. Namica liebte es und gab Gas, dass mir die Haare nur so um die Ohren flogen. Nach dem ausgedehnten Galopp übten wir wie geplant noch etwas am Übergang vom Trab zum Tölt, was hier draußen wesentlich besser klappte als in der Bahn. Eine halbe Stunde später ritt ich sehr zufrieden mit mir und meiner Stute zurück zum Putzplatz und rutschte aus dem Sattel. Ich sattelte Namica ab, gab ihr ihr Zusatzfutter und stellte sie dann zurück zu ihren Freundinnen auf den Paddocktrail.
      Auf dem Rückweg nahm ich gleich Royal mit und band sie ebenfalls am Putzplatz an. Da heute nicht so ganz mein Tag zu sein schien, entschied ich mich, eine Runde ins Gelände zu reiten. Royal schien heute ziemlich aufgeweckt zu sein, sie hatte ja auch länger nichts gemacht. Ich sattelte sie, zog meinen Helm an und ritt los in den Wald.
      Wir ritten eine gute Stunde kreuz und quer durch den Wald, galoppierten lange und viel und Royal konnte sich mal richtig austoben. Sie ließ sich immer händeln, auch noch in hohem Tempo, deshalb hatte ich keine Sorge, sie im Gelände auch mal richtig rennen zu lassen. Ich ließ sie auch über drei kleine Baumstämme springen, was ihr sehr viel Spaß machte. Den Rückweg legten wir im gemütliche Tölt zurück, Royal war nun total entspannt und so konnte ich einfach die Natur genießen und mich tragen lassen.
      Zurück am Hof sattelte ich sie fix ab, duschte die geschwitzten Stellen kurz ab und stellte sie dann zurück. Anschließend machte ich mich an die Stallarbeit im Paddock Trail. Während die Stuten ihr frisches Heu genossen, äppelte ich die Fläche ab und fegte die Unterstände aus. Dann war auch für mich endlich Feierabend und ich machte mich auf den Weg ins Haus.

      Der erste Schnee!
      08.12.2017 | © Möhrchen

      Es war eine unheimlich stressige Zeit gewesen und ich hatte mich bei der Stallarbeit wochenlang auf das nötigste beschränkt. Ich hatte mich fast rund um die Uhr um meine Mutter gekümmert, die am anderen Ende von Deutschland mit einem gebrochenen Bein im Krankenhaus lag. Meine Pferde waren wirklich eine ganze Weile lang zu kurz gekommen. Langsam wurde es besser, trotz allem hatte ich auch heute wieder nicht viel Zeit. Jetzt ging es auch schon auf Weihnachten zu, wo es in der Familie auch nicht unbedingt entspannter werden würde.
      Meine Pferde hatten also vorerst Winterpause und ich hoffte, im Januar wieder voll durchstarten zu können.
      Als ich die Vorhänge zurück schlug, traute ich meinen Augen kaum. Die ganze Zeit hatten wir keine einzige Flocke Schnee abbekommen und jetzt war draußen dichtes Schneegestöber und die Erde war schon leicht gezuckert. Ich schlüpfte also in meine dicken Thermostiefel und setzte meine Mütze auf. Dann machte ich mich auf den Weg in den Stall, das Frühstück musste heute mal warten.
      Ich fing mit der Stallarbeit auf dem Stutentrail an. Die Mädels waren heute ordentlich aufgedreht, Curly, Anni, Snooky und Viona fegten gerade in einem Affenzahn den Trail entlang. Lillifee stand dagegen entspannt an der Heuraufe und schaute sich das Spektakel aus der Ferne an. Liara und Narla standen im Unterstand und kraulten sich gegenseitig den Widerrist. Ich ging zum Koppeltor und öffnete die größte Koppel. So konnten sie sich zumindest noch ein bisschen austoben. Sobald sie sahen, dass das Tor offen war, stürmten die vier Wildfänge auf die Wiese und setzten ihr Spiel dort fort. Auch Liara und Narla spitzten die Ohren und schossen dann hinter ihnen her. Nur die Kleinste der Bande, Lillifee, spazierte im Schritt hinter den anderen her. Ich musste grinsen, als ich meine Mädels so über die Weide fegen sah. Da ging einem doch trotz all dem Stress das Herz auf.
      Ich beeilte mich mit der Stallarbeit, äpplte den Paddock ab, kontrollierte Tränken und füllte Heu und Stroh auf. Dann machte ich mich mit der voll beladenen Schubkarre auf zu den Hengsten.
      Auf dem Trail der Hengste ging es etwas gemächlicher zu, nur Corry und Fallen hatten sich von den Stuten anstecken lassen und tänzelten unruhig am Zaun entlang. Caillou, Calimero und Armani standen einträchtig an der großen Heuraufe und zupften die letzten Halme aus dem Netz. Haru, Yakari und Damon hatten sich in die Liegehalle zurückgezogen und hielten ein Nickerchen. Haru hielt Wache, während die anderen beiden es sich im Stroh bequem gemacht hatten. Auch für sie öffnete ich die Weide, doch die drei Schlafmützen im Unterstand ließen sich davon gar nicht stören. Die Kleinen machten sich dagegen begeistert auf den Weg auf die Koppel und drehten auch ein paar flotte Runden im Schnee. Calli schmiss sich sofort auf die verschneite Wiese und rollte sich genüsslich von einer Seite auf die andere.
      Ich sammelte auch hier alles ab, mistete geschickt und die schlafenden Ponys herum aus und füllte alle Heuraufen wieder auf. Zum Glück hatte ich beheizte Selbsttränken und musste kein Wasser schleppen. Zum Ausruhen setzte ich mich noch kurz zu den Großen ins Stroh und genoss ein bisschen die winterliche Stille. Damon und Yakari ließen sich davon gar nicht stören, was mich sehr freute.
      Im Stutenstall warteten alle sehnsüchtig darauf, dass sie auf die Koppel durften. Nach und nach brachte ich die Stuten auf die große Winterkoppel, die inzwischen schon mehr weiß als grün war. Royal und Namica machten den Anfang, dann folgten Donatella und Brött und zu guter Letzt Nökkvadís und Raya. Heute schienen echt alle Pferde ordentlich Pfeffer im Hintern zu haben, denn während die ersten vier bisher noch entspannt gegrast hatten, schossen sie jetzt mit Ankunft der letzten beiden wie die verrückten los und buckelten wild über die Koppel. Ich blieb einen Moment am Zaun stehen und schaute ihnen zu, bis schließlich wieder Ruhe einkehrte. Dann machte ich mich an das Misten der Boxen und Füllen der Heunetze.
      Nun fehlten nur noch die kleinsten im Offenstalltrakt. Sie blieben bei dem Wetter auf dem Paddock. Anscheinend fanden sie den Schnee sehr interessant, schließlich hatten sie so etwas noch nie gesehen. Thalima schob begeistert ihre Nase durch den dünnen Schnee und freute sich über die kleinen Häufchen, die sie zusammen schob. Pantoffelchen steckte ihren Kopf durch das Gatter und schaute fasziniert in die weiße Landschaft hinaus. Nayomi und Bina kämpften gerade ein bisschen und versuchten quietschend, sich anzusteigen. Nayomi verlor dabei fast das Gleichgewicht und wäre beinahe auf den Rücken gefallen. Nur Umpalumpa und Lakota hatten nichts für den Schnee übrig und standen gelangweilt im Unterstand herum. Für die war das weiße Zeug ja schließlich nichts Neues.
      Ich striegelte alle Fohlen kurz ein bisschen. Ein Blick auf die Uhr zeigte mir dann aber, dass ich mich langsam beeilen musste. In Windeseile äppelte ich die Paddocks ab und verteilte frisches Heu und Stroh. Dann eilte ich zurück ins Haus, um mir trockene Klamotten anzuziehen.

      Der Frühling ist da!
      18.04.2018 | © Möhrchen

      Endlich war es so weit: es war warm, richtig warm, und die Sonne strahlte vom strahlend blauen Himmel. Endlich Frühling! Während vor ein paar Wochen noch Schnee lag, waren jetzt schon an die 25 Grad und ich hatte richtig gute Laune, als ich vom Frühstückstisch aufstand und meinen Teller in der Geschirrspüler räumte.
      Gestern hatte ich mich mit meinen beiden besten Freundinnen zu einem Hoftag verabredet und ich freute mich auf einen fröhlichen und produktiven Stalltag. Noch bevor die beiden ankamen, machte ich mich an die Stallarbeit. Zuerst mistete ich die beiden Paddocktrails ab und füllte die Heuraufen. Dann ließ ich die Boxenpferde auf die Koppel und machte mich daran, die Boxen zu misten. Während ich noch am Misten war, kamen Sina und Kathi laut schnatternd in die Stallgasse gelaufen. Wir begrüßten uns herzlich, da wir uns eine ganze Weile nicht mehr gesehen hatten. Dann schnappten sie sich kurzerhand eine Mistgabel und halfen mir beim Misten.
      Zu dritt waren wir schnell mit der Stallarbeit durch. Da das Wetter uns einfach nach draußen lockte, entschieden wir uns, zuerst einen Ausritt in den Wald zu machen. Ich sattelte also Liara, Sina nahm Narla und Kathi Curly Lure. Als Handpferde nahmen wir Viona, Lillifee und Snooky mit, sodass wir mit einer richtig großen Truppe von Hof ritten. Es war wirklich ein tolles Ausritt, wir trabten viel und nutzten auch meine Lieblings-Galoppstrecke gründlich aus. Die Pferde waren artig und entspannt und hatten richtig Spaß. Zufrieden ritten wir zurück auf den Hof, spritzten den verschwitzten Pferden die Beine ab und stellten sie zurück auf den Trail.
      Anschließend nahm ich Anni mit zum Putzplatz, schrubbte ihr gründlich das lose Winterfell ab und schnitt ihre Mähne nach. Ansonsten hatte sie heute frei und durfte weiter auf dem Paddock die Sonne genießen.
      Auch mit den Wallachen entschieden wir uns zu einem Ausritt. Ich sattelte Haru und nahm Callimero als Handpferd, Sina zog mit Yakari und Caillou los und Kathi schnappte sich Armani und Corry. Die Jungs waren etwas flotter drauf als die Mädels und genossen einen sehr ausgedehnten Galopp im Gelände. Yakari und Caillou bekamen sich auf dem Ausritt etwas in die Wolle, sodass ich den Rückweg mit zwei Handpferden meisterte. Aus diesem Grund ritten wir auch gemütlich plaudernd im Schritt zurück und es klappte besser als gedacht.
      Zurück am Hof bekamen auch die Jungs ein Fußbad und durften dann für ein paar Stunden auf die große Wiese.
      Währenddessen machten wir Mädels noch ein kleines Beautyprogramm mit Fallen Godness, Damon, Umpalumpa und Raya. Dann bauten wir auf dem Platz ein paar kleinere Sprünge auf führten Nökkvadís, Brött, Donatella, Namica und Royal Disturbance warm. Die Stuten waren entspannt und drehten brav mit uns ihre Runden. Nach 10 Minuten ließen wir sie vom Strick und ließen sie erstmal ein paar Minuten toben. Dann verteilten wir uns auf dem Platz und dirigierten sie nach außen über die Sprünge. Anfangs hatten sie mächtig Spaß und das Ganze glich eher einem Wettrennen als einem Freispringen. Aber nach ein paar Runden beruhigten sie sich etwas und sprangen gesittet ein kleines Kreuz nach dem anderen. Namica buckelte übermütig und schnaubte danach zufrieden ab. Nach 20 Minuten waren alle Ponys müde und wurden immer langsamer. Wir ließen sie noch eine Weile auf dem Platz, damit sie ihr verschwitztes Fell genüsslich im Sand wälzen konnten, was sie auch begeistert annahmen. Dann stellten wir sie zurück auf die Wiese.
      Zum Schluss waren noch die Fohlen an der Reihe. Wir setzten uns einfach zu ihnen auf den Paddock und ließen uns belagern. Sofort kamen sie an und beschnupperten uns neugierig, ließen sich kraulen und Bina legte sich nach einer Weile sogar neben uns in den Sand. Lakota verlor nach einiger Zeit das Interesse, während Tahlima und Nayomi sich stundenlang kraulen ließen. Pantoffelchen stand etwas abseits und beobachtete das Geschehen. So ließen wir den Abend gemütlich ausklingen und quatschten über Gott und die Welt, während die Fohlen um uns herum langsam müde vom Spielen wurden.

      Ein trauriges Schicksal
      16.06.2019 | © Canyon

      Sacarina, Mirabelle, Shakespeare, Oblivia, My Holly, Curly Lure, Anni, Namica, Seattle‘s Scarlett, Dauthdaert, Angus, Abqa Hasna, Braum van Ghosts, Fada Fid, Asfari-Sharin, Loveletter, I‘ll never leave you

      Früh am Morgen betrat ich den Stall und ging die Boxen entlang. Viele der Pferde wartete noch immer auf einen neuen Besitzer, wurden immer wieder auf Veranstaltungen vorgeführt und manchmal wurden sie auch verkauft. Ansonsten hing von ihnen ein Bild im Internet, in der Hoffnung, dass auf diesem Weg sich jemand finden würde, der ihnen ein neues, schöneres Zuhause bieten konnte.
      Sie wurden von uns gefüttert und auf die Wiesen gebracht, die Trainer trainierten sie, stellten sie auf mittelmäßigen Turnieren vor und hofften, trotz mittelmäßiger Leistung, dass es Käufer gab. Es war ein trauriges Schicksal, aber wer weiß, vielleicht würde sich eines Tages alles zum Guten wenden.
      Auch heute gab ich wieder mein Bestes, jedem Pferd etwas Zeit zu schenken, aber bei so vielen vereinsamten Wesen war es schwer, dieser Bürde entsprechend nachzukommen.
      Vielleicht war es endlich mal soweit, dieses System zu durchbrechen und eine andere Geschichte zu schreiben und vielleicht sollte ich heute und jetzt damit anfangen. In diesem Moment.
    • Sevannie
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      Namica | Dressur E -> A | Sosox3

      Nathan Scott | Der Weg führte mich heute zum Gestüt Birkenhof zu Reyna Huntington und ihrer Stute Namica. Ich rief Brooke noch einmal an, um ihr mitzuteilen, dass ich gut angekommen war. "Guut, dass du dich meldest. Ich muss dir noch was sagen." Sie klang aufgeregt. "Ja, was gibt's denn?", fragte ich nach. Ein wenig neugierig machte sie mich schon. "Wir haben Zwei neue Einstellen", überschlug sie fast ihre Stimme. "Das ist ja prima!" sagte ich und es war der erste Lichtblick, nachdem unsere Pferde vom Tierschutz freigelassen wurden und viele davon starben. Besonders bei meinen Oldenburger tat es mir im Herzen weh. Von den Einstellerpferden ganz zu schweigen. Naja, genug von der Gefühlsduselei. Ich war jetzt hier bei Mrs. Huntington und ihrer Brasilianischen Stute Namica um diese in der Dressur zu festigen und ihr die Lektionen der A-Dressur näher zu bringen. Ich schaute mich am Stall um, schaute mir die Pferde an und blieb bei einem Schrecken stehen, auf dessen Namensschild Namica stand. Gefunden, dachte ich und grinste kurz. Ich wusste, dass diese Pferde einen weiteren Gang, den Marcha, beherrschten. Umso wichtiger war es für mich, die Taktreinheit zu behalten und keinen Gangsalat zu verursachen. Die erste Woche also befasste ich mich mit Longieren und Stangenarbeit um die Temperamentvolle Stute taktrein und ausbalanciert zu bekommen. Sie war erst 6 Jahre alt und hatte nur die Grundausbildung. An sich eine gute Grundlage zum Arbeiten, wenn da ihr Charakter nicht im Weg stünde. Ich hatte viel Mühe mit ihr zurecht zu kommen, doch auch nach Zwei Wochen arbeitete sie gut mit und würde händelbarer. Das Eis brach ich dann mit der Bodenarbeit und einem Schrecktraining, dass ich mit einbaute. 9 Tage war ich nun da und arbeitete fast Täglich mit Namica, dazu gehörten auch immer regelmäßige Ruhepausen, die sie brauchte. Für mich schien sie anfangs bei jeder Arbeit überfordert zu sein also arbeitete ich viel mit Tempiwechsel und Schlangenlinien, sowie Volten. Es wurde einen Gang zurück geschraubt. Namica sollte Freude an der Arbeit gewinnen, nicht sauer geritten werden.

      In der letzten Woche gaben wir nochmal Gas und ritten ein paar Aufgaben nach der FN, so wie sie in Turnieren der A-Dressur gefragt wurde.

      Wir ritten im Trab ein und ich forderte bei X das sie geschlossen stand. Nervös kauend und mit den Ohren spielend stand sie still und wartete nur auf meine Hilfe. Wir ritten auf C auf die Rechte Hand an und wechselten bei M. Dazu gab ich ihr die Hilfen die Tritte zu verlängern und trabte leicht. Soweit so gut, dachte ich und atmete auf. Sie hatte sich gut entwickelt, nur vom Boden aus musste sie noch einiges Lernen. Wir ritten an K vorbei. Für mich der Punkt an dem ich aussitzen und wieder in den Arbeitstrab kommen sollte. Ich setzte mich einen Moment tief in den Sattel und sie verstand was ich von ihr verlangte. Von F-M arbeiteten wir dann an einer schönen Schlangenlinien, bis wir bei F wieder wechselten, die Tritte verlängerten und bei erneutem Überqueren der Bahnmarkierung F wieder in den Arbeitstrab fielen. Bei A parierte ich sie in den Mittelschritt durch, sie schlug unwohl mit ihrem Schweif. Ich seufzte kurz auf, bis M konnte sie auf der anderen Hand im Mittelschritt ihren federnden Gang präsentieren. Dort trieb ich sie in den Arbeitstrab, bei C in den Galopp und ließ sie großzügig eine Runde galoppieren bis wir bei H wechselten und bei X bis F wieder galoppierten nach einer kurzen Strecke Arbeitstrab. Von K - H verlängerte ich die Galoppsprünge und ritt nun bis H auf der anderen Hand im Arbeitsgalopp. Sie trat gut unter für den Bisschen Beritt, den sie hatte. Von C bis C ritten wir eine Große Tour Galopp ehe ich wieder die Hand wechselte und bei X in den Arbeitstrab parierte. Bei X grüßte ich die imaginären Richter erneut und lobte die immernoch kauende Stute. "Gut gemacht" klopfte ich sie und ritt sie noch etwas trocken. Ich hatte Reyna zuschauen lassen um zu sehen wo sie noch ihre Schwierigkeiten hatte und die Fehler noch einmal sehen konnte. "Meine Arbeit ist hier jetzt erledigt. Arbeite mit ihr noch an vielen Übergängen, die sind bei ihr noch holprig, aber das schaffst du. Ich muss jetzt wieder nach Hause fahren", verabschiedete ich mich am späten Nachmittag und packte meine Sachen ins Auto.
    • Sevannie
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      Pflegebericht für: First Spark, Maleficent Mistress, Native Dancer xx, Glee, Aria, Missing Misty,
      Venetia, Darling Diva xx, Quintessa, Alice Cullen, Royal Rubina, Hannelore, Abbey Dawn,
      Baileys Irish Cream, Delightful Joy, Cotton Eye, Caprice, Namica, Velvedere, Icaria, Diadora,
      Ramazotti Amaro, Xanthos, Dreamdancer, Rainy Afternoon, Deadly Overdose xx, La Paz, Thiago,
      Dark sweet Temptation, Sweet Poison, Pancake Killer, Hermann, HGT's Hero of Heaven,
      Burnin' Awake and Lifeless, Antaris, Shining Sommerdream, Mephisto, Schwachkopf, Albus

      Sevannie (Reyna Huntington) & Obi-Wan (Ian Monroe) I Zeichen

      Kennenlernen

      Ian Monroe | Es war Samstag in der Früh, dürfte wohl so um 6 Uhr sein. Ich legt auf dem Bauch in meinem Bett, eine Hand hing über die Bettkante das dunkle Haar stand zerzaust vom Kopf ab. Ich war am Vorabend relativ früh schlafen gegangen, da die Arbeit und das Bier welches ich mit Reyna getrunken hatte dafür gesorgt hatten das ich wirklich müde geworden war. Es war ein ruhiger und traumloser Schlaf in welchen ich gesunken war. Er endete genau in diesem Moment als ich etwas Warmes und Feuchtes auf meiner Hand spürte. Ich zuckte zusammen, öffnete die Augen einen Spalt, hob den Kopf gerade soweit um zu sehen das Aika sich an meiner Hand verging. „Morgen“, brummte ich der Hündin entgegen und entzog ihr meine Hand. Mhh… Hundesabber am Morgen was konnte es denn schöneres geben? Ich wälzte mich auf den Rücken, bedeckte meine Augen mit einem Unterarm. Ein herzhaftes Gähnen entkam mir und eigentlich war ich schon wieder beim Einschlafen, als Aika ihre Vorderpfoten auf die Bettkante legte, den Kopf zwischen ihre Pfoten und leise vor sich hin winselte. Ich seufzte und spähte zu ihr hinüber, wie sie mich mit ihren großen braunen Augen flehend anstarrte. Wieder erklang dieser leise Ton der verkündete, dass sie auf ihr Frühstück bestand. „Schon gut!“ gab ich schließlich mit einem Seufzen nach und schlug die warme Bettdecke zur Seite. Meine Füße schob ich über die Bettkante und saß erstmal aufrecht dort, fuhr mit einer Hand durch mein Haar und kratzte mich am Hinterkopf. Aika indes lief aufgeregt im Kreis, herum gähnte und streckte ihr Hinterteil in die Höhe, bevor sie trippelnd wieder auf die Beine kam und um das Bett herum lief. Ich dachte über den Tag nach, dachte daran was heute denn zu tun war und dann fiel mir ein, dass ich mir ja mit Reyna ausgemacht hatte heute wieder zu ihr zu fahren. Sie wollte mir das Reiten beibringen… nun zumindest sollte ich mich heute mal auf ein Pferd setzen. Unwillkürlich spürte ich die Aufregung dabei. Ob das wirklich gut gehen würde? Noch war ich ja nicht so davon überzeugt, aber einfach kneifen konnte ich doch jetzt auch nicht mehr. Gut das erste Problem stellte sich mir ja schon, als ich vor dem Kleiderschrank stand. Was zog man denn zum Reiten an? Vielleicht hätte ich da Reyna doch lieber Fragen sollen… Ich seufzte leise bei dem Gedanken an die hübsche junge Frau geriet ich leicht ins Schwärmen. Mit einem Seufzen entschied ich mich einfach für eine Jeans und ein einfaches T-Shirt. So machte ich mich mit Aika auf den Weg zum Stall, stieg in den alten Pick-up ein. Bevor ich jedoch zum Stall fuhr, fuhr ich noch an einem Coffee Shop vorbei, nahm für Reyna und mich jeweils einen Kaffee und je einen Donut mit. Hoffte, dass ihr das zusagen würde. So fuhr ich eine viertel Stunde später auf dem alten Gestüt ein und wenn ich mir so die Gebäude von außen ansah, konnte ich noch jede Menge Arbeit sehen… in meinem Kopf hätte ich auch schon den einen oder anderen Plan wie man ein paar Dinge verbessern könnte. Das waren eben die Augen eines Handwerkers… Ich parkte wie die Tage zuvor auch schon am Rand, stellte den Motor ab und stieg aus. Aika sprang gleich hinter mir hinaus und zischte auf der nächste Fleckchen Wiese zu, um erstmal ausgiebig zu schnuppern und sich zu erleichtern. Ich lächelte und ging mit dem Kaffee und der Tüte mit den Donuts in der Hand auf die Suche nach Reyna. „Reyna?“ fragte ich in den Stall hinein und sah mich um, betrat die Stallgasse. Es roch nach Sägespäne und frischen Holz, nur unterschwellig kam auch der Duft der Hinterlassenschaften der Tiere durch. Die Pferde schienen alle ihr eigenes Frühstück schon zu haben, zumindest war meine Anwesenheit ihnen so gut wie egal. Nur ein zwei hoben ihre Köpfe, das Maul voll mit dem grünen getrockneten Gras. Ich fand mich bei der Box der hübschen hell gescheckten Stute wieder. Sie spitzte neugierig ihre Ohren als sie mich wahrnahm und kam sogar heran um an der Tüte zu schnuppern die ich in der Hand hatte. Ich grinste und machte lieber einen Schritt zurück. „Ich glaube nicht das Donuts was für dich sind meine Hübsche“, schmunzelte ich. Das Tier schnaubte schüttelte ihren Kopf, bevor sie sich wieder ihrem Futter widmete.

      Reyna Huntington | Ich war heute etwas später wach geworden als sonst, tat mich schwer aus dem Bett zu kommen. Ja ich schlief endlich in meinem Bett. Nachdem Ian gegangen war hatte ich mich drauf und dran gemacht das Schlafzimmer wenigstens halbwegs ins Lot zu bringen. Oder zumindest das Bett, denn langsam aber sicher bekam ich Rückenschmerzen von der Haltung auf den Heuballen. Kaffee gab es jedoch immer noch nicht für mich, wobei ich froh drum wäre nun einen zu haben. Ich schlurfte in das Badezimmer und machte mich fertig für den Tag, alles was dazu gehört. Zähne putzen, Schminken und und und. Ja man sah mir meine Müdigkeit an, sehr sogar, bekam ja kaum die Augen auf. Aber sicherlich legte sich das gleich wieder, wenn ich in den Stall gehen würde um die Pferde zu füttern. So zog ich mir heute die dunkelblaue Reithose an und ein lockeres Shirt, darüber eine Sweatshirtjacke denn in den letzten Tagen war es immer morgens kalt, dafür am Nachmittag brechend heiß. Ich musste mich unbedingt mal an die Wiesen dran machen, damit die Pferde wenigstens über den Morgen dort etwas grasen konnten, das Paddok war ja keine dauerhaft Lösung für sie. Zumindest nicht bei der Hitze und ohne Unterstand, so holte ich sie jeden Mittag wieder rein und ließ sie abends noch einmal hinaus. Ich streckte mich ausgiebig als die kühle Luft mich vollends weckte, ehe ich meine Jacke schloss. Ich wollte wahrscheinlich gar nicht wissen wie viel Grad es wirklich waren. So lief ich die Treppen hinunter und gleich in den Stall, die Pferde wärmen diesen immer ganz gut. Und die Wärme hielt sich hier, genauso wie Mittags die kühlere Luft wenn ich einen Durchzug startete nachdem alle auf dem Paddok waren. Ich wurde von erwartungsvollem Gebrummel und Fohlen Wiehern begrüßt, was mir ein Lächeln auf die Lippen zauberte. ,,Guten Morgen.“, rief ich in den, bis auf die Pferde, leeren Gang hinein und lief zur Futterkammer die es heute auch noch halt zu füllen. Wieso hatte ich bei meinem vollen Terminplan nochmal Ian eingeladen? Ja ich wollte ihn aufs Pferd setzen, ihm weiß machen wie schön das Reiten sein kann und hoffte auch das es mir Gelang, nur warum nochmal heute? Ich bereitete das Futter vor und gab jedem seine Portion nach und nach. Einen Teil vom Heu bekamen sie jetzt schon, den anderen verteilte ich derweil auf den Paddoks. Ich sah zum Stall hinüber, sah das alle natürlich noch am Kauen war und beschloss kurzer Hand meine Arbeit am Haupthaus und dessen Zimmer weiter zu vollziehen. Wollte dort ja irgendwann mal richtig einziehen und nicht so halbherzig. So lief ich die Treppen wieder hoch und begann in der Küche. Ich öffnete die Fenster und schmiss die alte Sachen wahllos in den Container der, Gott sei Dank dass ich ihn hab dort hinstellen lassen, unter dem Fenster stand. Wieso hatte der Vorbesitzer denn wirklich gar nichts mitgenommen, so schien es zumindest. Alte Küchengeräte und der Tisch im Esszimmer. Das Bett und so die Standardmöbel waren noch da, teilweise sogar noch Bilder. Ich schüttelte den Kopf, konnte nicht verstehen wieso man Bilder hängen ließ, die hatten doch eine Bedeutung. Ein kurzer Blick auf mein Handy verriet mir, dass es schon halb 9 war und ich wenigstens schon das ganze Kleingetraddel aus der Küche verbannt hatte. Eine neue würde ich mir derzeit noch nicht leisten könnten, so müsste diese halten. Eventuell das Holz neu streichen, aber das war eher ein kleineres Übel, sonst sah sie ja noch gut in Schuss aus, bis auf den Staub. Ich streckte mich erneut und der Wunsch, nun einen Kaffee zu haben, stieg wieder in mir auf. Ja dahinter steckte schon fast ein bisschen Suchtpotential, aber es war eben mein Lebenselixier. Früher hätte man mich vor meinem ersten Kaffee gar nicht ansprechen dürfen, zum Glück hatte sich das gelegt gehabt. Meine Beine trugen mich wieder aus dem Haupthaus und ich entdeckte Ians Auto. Oh! Lächelnd lief ich in den Stall. Ja wir verstanden uns gut und der Gedanke, seiner bloßen Anwesenheit, versetzte mir schon ein Lächeln auf die müden Gesichtszüge. Ich rieb mir die Augen, lief dann weiter. Aika schien mich schon zu hören, denn die kam geradewegs auf mich zugerannt. ,,Guten Morgen du Süße!“, rief ich und hockte mich hin, mit einem Sprung landete sie in meinen Armen und ich richtete mich auf. ,,Na du kleine Maus, gut geschlafen?“, lächelte ich und streichelte die aufgeregte Dame, welche fast zu explodieren schien vor Freude. Lächelnd und mit dem Hund auf dem Arm trat ich in den Stall. Sah den groß gebauten Mann mit einer Tüte und zwei Kaffeebechern in den Händen an, beobachtete wie er sich mit Velvedere unterhielt. Diese Stute hatte es ihm wirklich von Anfang an angetan. Aber es war ein wahrlich schöner Anblick. Ein hübscher Mann, welcher selbst noch etwas verschlafen drein blickte, der meine Velvedere streichelte und ihr erklärte warum sie nicht das haben könne was in der Tüte auch immer war. Ganz genau verstand ich seine Worte nicht und er schien mich auch nicht wirklich zu bemerken. Ich schmunzelte und musterte ihn, das Shirt spannte etwas an seinen muskulösen Oberarmen, sowie an der Brust auch etwas. Ja man sah ihm deutlich an, dass er ins Fitnessstudio ging. Und ich würde lügen, würde ich sagen dass dieser Mann mit seinem Aussehen nicht manchmal bestimme Gedanken hervorrief. Oder auch mit seiner Art, seiner überaus charmant Art, welche er zeitweise an den Tag legte. Ich schob diese Gedanken beiseite und sah wieder sein Profil an. „Guten Morgen Ian.“, rief ich ihm zu und ließ Aika wieder hinunter, ging ein paar Schritte auf ihn zu. ,,Gut geschlafen?“, fragte ich schmunzelnd nach und fuhr mir mit der Hand durch die Haare, strich sie nach hinten, damit sie mir nicht weiterhin ins Gesicht fallen. Müsste nachher wohl wieder zum Haargummi greifen, wie eigentlich schon die ganze Woche. Ich glaubte sogar, Ian hatte noch nicht einmal meine offenen Haare gesehen, glaubte er kannte mich nur mit hochangesetztem Pferdeschwanz da es für die Arbeiten angenehmer war, wenn mir die Haare nicht ständig ins Gesicht fielen.

      Ian Monroe | Mein Blick lag weiterhin auf dem hübschen Pferd, welches sich mittlerweile wieder von mir abgewandt hatte. Beobachtete fasziniert wie sie mit ihren Lippen kleine Halme aus den Sägespäne sammelte anstatt ihr Maul einfach in die Raufe zu stecken. Eine bekannte Stimme riss mich von dem beinahe schon meditativen Anblick los, ich drehte meinen Kopf und ein breites Lächeln trat unwillkürlich in mein Gesicht als ich der hübschen jungen Frau entgegen sah. „Morgen Reyna!“ erwiderte ich den Gruß und kam ihr entgegen. Ich nickte als sie fragte ob ich gut geschlafen hatte. „Ja sehr gut sogar, danke der Nachfrage“, antwortete ich ihr und grinste. „Und du?“ fragte ich sie zurück und beobachtete wie sie ihre Haare zurück strich. Wie sie durch das Licht was hier rein fiel glänzten als wären sie aus seinem feinen Stoff gewoben. Folgte dieser Bewegung mit den Augen und fragte mich ob sie sich so seidig anfühlten wie sie aussahen. Sie sah so ungewohnt aus mit den offenen Haaren – ungewohnt im guten Sinne, fast schon sexy, hatte ich sie die Woche doch nur mit Pferdeschwanz gesehen. Ich räusperte mich um schnell wieder meine Gedanken los zu werden, wurde mir dann den Doppelhalter in meiner Hand, indem die beiden Kaffees standen, wieder gewahr. „Öhm… ich habe Kaffee und Donuts mitgebracht“, lenkte ich also schnell ab, hob die Hände mit den Bechern und der Tüte in der Hand in die Höhe um darauf aufmerksam zu machen. Schenkte ihr wie üblich eines meiner charmanten Lächeln und hoffte das es ihr nicht aufgefallen war, dass ich sie angegafft hatte. „Ich fürchte nur er ist nicht mehr ganz so heiß“, meinte ich dann und lächelte entschuldigend. Hielt ihr dann den Papphalter hin. „Links ist glaube ich der Latte Macchiato und rechts ein doppelter Espresso“, erklärte ich. Nachdem ich ja nicht wusste wie sie ihren Kaffee gerne trank hatte ich einfach zwei verschiedene genommen und da ich ja nicht zimperlich war würde ich eben den nehmen der über blieb. Reyna sah zumindest so aus als könnte sie einen Kaffee gut gebrauchen und innerlich klopfte ich mir auf die Schulter für diese Idee. Denn das Lächeln das sie mir daraufhin schenkte war einfach atemberaubend schön und sie griff sogleich nach dem Latte. Gut das würde ich mir also für die Zukunft merken. Moment Zukunft? Ich kannte sie gerade mal die Woche, war eigentlich auch nur hier durch meinen Arbeitgeber. Nun gut heute nicht, denn es war Samstag und ich war hier, weil sie mich auf eines ihrer Pferde setzen wollte. Etwas nervös war ich aufgrund dessen schon, aber wollte mir das natürlich erstmal nicht ansehen lassen. – Wie schwer konnte es denn schon tatsächlich sein? - Wir verließen nochmal den Stall um das Essen drüben beim Haus auf der Bank einzunehmen auf der wir gestern schon Bier miteinander getrunken hatten. Ich reichte ihr lächelnd ihren Donut. Die Kaffeebecher waren leer, die Donuts gegessen. Aika hatte sich neben mir abgelegt und sah von dieser Position aus aufmerksam in die Gegend. Dann wandte sich Reyna schließlich mit einem Schmunzeln und einer Frage an mich: „Also für welches Pferd hast du dich denn nun entschieden?“
      Das war eine gute Frage, sie hatte sehr schöne Tiere nur wusste ich sehr wenig von dem Ganzen. Gestern hatte sie schon gesagt das ich aussuchen dürfte und sie ihr Veto einlegen würde, würde ich eines auswählen das nicht geeignet für...nun ja mich war. Ich lehnte mich auf der Bank zurück und dachte darüber nach. Natürlich kam mir gleich die hübsche gefleckte Stute in den Sinn. "Hmm.. was ist mit der hübschen hellen gescheckten Stute?" fragte ich also sogleich nach. Das Grinsen von Reyna sagte mir gleich, dass dieses Pferd wohl nichts für mich war. Was sich mit ihren Worten bestätigte, als sie mir sagte das Velvedere noch nicht zugeritten war. Gut... definitiv nichts für mich. Ich fuhr mit einer Hand durch mein Haar. "Na dann lieber nicht", meinte ich leise lachend, bevor ich mich vorbeugte. "Welche sind denn ..zugeritten?" fragte ich nach und musterte die hübsche Frau neben mir. Irgendwie.. rutschte man bei solchen Worten wie von selber in zweideutige Gedanken.

      Reyna Huntington | Hatte er mir doch tatsächlich schon den Tag versüßt mit dem Latte Macchiato und dem Donut. Auf meine frage hin, welches Pferd er gerne nehmen würde sagte er, was mit der hellen gescheckten Stute wäre. Ich schüttelte grinsend den Kopf, er schien sich wirklich gut mit ihr zu verstehen. ,,Vel ist nicht eingeritten und somit fällt sie leider raus. Ich könnte dir Hermann empfehlen.'', erklärte ich und er sah mich verdutzt an. Na klar wusste er nicht wer wer war. ,,Das große braune Kaltblut.'' - Achja. Ich vergaß, dass er sich damit auch nicht auskannte. War er doch ganz neu auf dem Gebiet. ,,Der große Braune, stämmige Hengst.'', erklärte ich dann und auf seinen Gesichtszügen breitete sich ein kleines Schmunzeln aus, wusste er doch nun wen ich meinte. ,,Der ist ganz lieb und ruhig, oder Icaria, sie ist auch ein Warmblut und sehr ruhig.'', erklärte ich knapp und stand dann auf, nahm ihm den Müll ab. ,,Komm, wir gehen am besten durch den Stall, so hat das doch keinen Zweck.'', lachte ich auf, als er erneut so süß verwirrt drein blickte. So schmiss ich den Müll schnell in die Tonne, bevor wir wieder in den Stall traten. Hatte mir zuvor auch gleich wieder die Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden, da sie mich durch den Wind jetzt schon störten. Wir blieben vor Icaria's Box stehen, welche nur kurz ihren Kopf neugierig hob und dann doch wieder ihre Aufmerksamkeit dem Heu zuwandte. ,,Das ist Icaria. Eine Hannoveranerstute und sehr geduldig und ruhig.'', sagte ich und musterte die braune Stute mit den wunderschönen Abzeichen auf ihrem Kopf. War sie doch sehr außergewöhnlich durch dieses und das machte sie so besonders, zumal ihr Charakter goldwert war. Wir liefen zu Hermann, welchem ich Ian auch noch etwas vorstellte, bevor es weiter zu HGT's Hero of Heaven ging. ,,Er wäre vielleicht auch was, zeigt er kaum Hengstmanieren und ist eigentlich sehr lernwillig. Vielleicht wäre es auch für ihn eine gute Erfahrung um zu Lernen wie man sich vorsichtig gibt.'', sagte ich und streichelte dem dunklen Palomino über die grauen, samtweichen Nüstern die er uns gerade entgegen streckte. Hero brummelte leise und streckte seinen Hals, drehte seinen Kopf und schielte zu Ian hoch, was mir ein Kichern entlockte. ,,Ja er ist auch gerne mal ein Quatschkopf.'', fügte ich hinzu und wir gingen weiter. Ich stellte ihm noch Pancake Killer als potentiellen Kandidaten vor. So war der Tinker-Hengst ebenso ein ruhiger Kandidat, auch wenn er etwas tollpatschig war. Sweet Poison fiel aufgrund des Größenunterschieds aus, war es doch nicht sonderlich förderlich, einen so großen, gut gebauten Mann auf einen so viel kleineren Hengst zu setzen. Auch wenn mir Ian's Kommentar nicht entging, dass genau er doch der richtige wäre, könne er doch nicht so weit fallen sollte es dazu kommen. Ich kicherte und schüttelte dann grinsend den Kopf. ,,Nein keine Option.'', unterstrich ich meine Aussage und wir gingen zu dem letzten Kandidaten. ,,Antaris.'', sagte ich und streckte meine Arme zu der Box aus, in welcher der braune Hengst stand. ,,Er ist auch sehr ruhig und ein wahrer Schatz, wenn man ihn lässt.'', schmunzelte ich über meinen Zuchthengst und sah dann erwartungsvoll zu Ian, dem die Entscheidung wohl alles andere als leicht fiel. ,,Nun, lass es dir durch den Kopf gehen. Ich bringe solange die anderen Pferde auf die Paddoks.'', sagte ich und machte mich dann auch schon daran. Ich nahm zuerst Royal Rubina und Alice Cullen zu mir, lief mit den beiden aus dem Stall und zu den besagten Paddoks. Nach und nach folgten dann auch der Rest, wobei mir Ian auch half. So kamen zu guter Letzt noch Missing Misty und Aria raus auf ein gemeinsames Stück. ,,Und? Schon entschieden?'', fragte ich grinsend und drehte mich zu dem dunkelhaarigem Mann um, welcher doch recht nah vor mir stand. Ich schmunzelte, spürte das leichte erröten meiner Wangen und trat einen Schritt zurück. Musste ich doch immer wieder den Kopf in den Nacken legen um auch in die braunen Augen des Mannes sehen zu können. War er doch schon ein ganzes Stück größer als ich es war. Ich schmunzelte, betrachtete das kantige Gesicht und die harten Züge, doch Aika riss mich aus dem Anblick. War es sicherlich auch ein guter Zeitpunkt gewesen, die kleinen Vorderpfoten an meine Wade anzulehnen und mich mit stark wedelnder Rute anzuschauen. Sie quietschte leise, schien so aufgeregt und sich zu freuen. Ich lächelte und hob die kleine Maus hoch. ,,Aika wartet wohl auch schon auf eine Entscheidung.'', lächelte ich weiterhin und streichelte die kleine Hündin auf meinem Arm, sah dann wieder zu Ian auf. ,,Uhm.. Wie hieß der große Braune nochmal?'', hakte Ian nach und ich konnte mich nicht halten wieder los zu kichern. ,,Antaris oder Hermann?'' - ,,Der ruhige, stämmige.'', murmelte Ian peinlich berührt und kratzte sich am Hinterkopf. Sein Lächeln ließ mich ebenso schmunzeln. ,,Hermann.'', sagte ich dann und ließ die kleine Hündin wieder von meinem Arm, ehe ich mit Ian zu dem Paddok lief auf dem Hermann stand. ,,Wir können den ersten Ritt auch verschieben auf wann anders, wenn du magst? Vielleicht willst du ihn so erstmal kennen lernen?'', sagte ich dann und legte die Arme auf den Zaun des Paddoks, die Litzen waren ja etwas davon entfernt, also brauchte ich auch keine Angst haben, im nächsten Moment eine gewischt zu bekommen. Mein Blick fiel von dem Braunen wieder auf Ian, der den Hengst gerade ansah. Betrachtete währenddessen etwas ungehalten das markante Gesicht. Nun war ich wohl die, die starrte. So wandte ich den Blick ab und sah auf den Boden vor uns wartete auf die Antwort von Ian. Ich strich mir einer der Haarsträhnen aus dem Gesicht.

      Ian Monroe | Natürlich war das ganze Gerede über den Tieren von dieser Warte hier etwas... nun ja verwirrend. Sie nannte Namen, aber natürlich sagte mir das kaum etwas. Sah auf meine Hände als sie mir den Leeren Becher und das Papier abnahm. Ich kratzte mich an Hinterkopf und dachte fieberhaft darüber nach. Innerlich war ich natürlich aufgeregt, versuchte es jedoch nicht zu zeigen. Dann forderte sie mich auf aufzustehen, lachte mir mit diesem umwerfenden Lachen ins Gesicht. Es wirkte nicht als ob sie sich über mich lustig machen würde. Ich grinste schief und erhob mich auch so gleich mit einem eifrigen Nicken. Ich folgte Reyna und kam nicht umhin meinen Blick über ihre hübschen Körper gleiten zu lassen, hinunter zu dem hübschen kleinen Hintern der bei jedem Schritt hin und her wackelte. Ich biss mir auf die Zunge und zwang mich schnell wieder auf ihren Hinterkopf zu sehen, bot der auf und ab wippende Pferdeschwanz doch auch eine Schöne Aussicht! Wir blieben vor der Box der Stute stehen die sie zuvor erwähnt hatte und ich warf einen Blick über die Boxenwand. Begutachtete die braune Stute mit dem rosa Maul die sich auf dem Boden ihr Heu zusammen suchte. Dann führte mich Rey weiter zu dem stämmigen braunen Pferd. "Ganz schön viel Haar..." murmelte ich und sah auf die lustigen weißen Puschen die er an jeden seiner Füße hatte -sah fast aus als gehöre er zu einer Abba Revival-band oder sowas. Ich ging weiter und ließ mir nur zu gerne von Rey alle ihre Pferde zeigen und bedachte sie dabei mit einem genauen Blick. Die Art wie ihre Augen dabei regelrecht zu glühten war einfach umwerfend. Liebte sie diese Tiere wohl wirklich sehr, jedes Einzelne schien ihr am Herz zu liegen. Nickte dann als sie meinte, dass sie erstmal die anderen rausführen wurde. Sah sie mein Zögern wohl so das ich noch überlegen musste. Sie kehrte zu mir zurück und fragte ob ich mich denn schon entschieden hatte und stand dabei ganz nah bei mir. So das ich den Duft von ihr in die Nase bekam, gemischt mit dem von Pferd und ich empfand es als sehr... angenehm... mehr als das. Sie wartete auf eine Antwort also gab ich ihr diese. "Uhm... Wie hieß der große Braune nochmal?" fragte ich also peinlich berührt nach und kratzte mich am Hinterkopf. Sie kicherte und nannte zwei Namen. Oje.... "Der ruhige, stämmige", murmelte ich und ließ meine Hand eben gleich an meinem Hinterkopf wo sie schon dort oben war. Hermann... Ja, das war es gewesen. Irgendwann würde ich mir das schon merken... ich meine, wenn ich öfter hier wäre. Ja wenn... Mein Blick lag auf Rey und ich grinste ihr verwegen entgegen. Dann meinte die hübsche Frau vor mir, dass wir den resten Ritt ja auch verschieben könnten und ich ihn erstmal kennen lernen könnte. "Oh..." machte ich und räusperte mich, fühlte ich nun doch die Aufregung. "Wie wäre es, wenn wir erstmal das tun, was man vor dem Reiten ebenso tut mit Pferden? Und wir entscheiden dann?" meinte ich und lächelte ihr charmant entgegen. Hoffte das man mir die Aufregung nicht allzu stark ansah. Rey lachte wieder und nickte, unschlüssig stand ich da als sie auf den Auslauf des Pferdes ging. Ihr Blick ging Auffordernd zu mir, ebenso der von Aika die neben Rey stand und ich kam sogleich hinterher. Ging doch nicht an, dass die beiden Mädels mich wie einen begossenen Pudel hier stehen ließen! Wir gingen auf den Braunen zu, der uns neugierig entgegen sah. Rey drückte mir sogleich das Halfter, wie sie es nannte in die Hand und sagte mir wie ich es anzulegen hatte. "So etwa?" fragte ich und steckte es gleich mal verkehrt über die Nase des Tieres. Rey lachte und schüttelte den Kopf, ihre Hände legten sich auf die meinen und irgendwie.. es durchströmte mich ein warmes Gefühl dabei, es kribbelte wie verrückt in meinen Körper... und das lag nicht an der Aufregung neben einem gut 700 Kilo schweren Tier zu stehen, das mich wenn es ihm gefiel einfach umwerfen könnte. Zusammen mit Rey schaffte ich es schließlich das Halfter richtig anzulegen und sie überließ es auch gleich mir ihn von der Koppel zu führen. Sagte mir immer wieder wie ich es tun musste und wichtig... einfach ruhig bleiben.

      Reyna Huntington | Ian stand bei Hermann und streichelte behutsam über den Hals des stämmigen Hengstes. Wollte er wohl etwas Vertrauen aufbauen. ,,Gut, dann putzen wir mal.'', schmunzelte ich und stellte die Putzkiste neben den beiden ab und drückte sogleich Ian die erste Bürste in die Hand. Es dauerte auch nicht lange, da Hermann fast schon sauber war. So erklärte ich Ian gleich die Bürsten und dessen Anwendungsgebiete, versicherte ihm dass es beim öfteren Putzen der Pferde irgendwann wie eine Gewohnheit war und man nicht mehr drüber nachdachte, welche Bürste denn nun dran kam. Die Puschen von Hermann waren das Einzige, was etwas dreckiger war, doch leuchteten sogleich auch wieder in ihrem weiß. Mein Blick ging zu Ian der gerade wieder die Nüstern des Hengstes streichelte. ,,Ich würde sagen, wir spazieren doch erst einmal ein bisschen und danach gehts an die Longe?'', hakte ich nach und Ian sah verwirrt drein. Ja ich mochte diesen Blick irgendwie. Wirkte es schon ziemlich süß, dass man so einen Mann so leicht verwirren konnte. Dafür kannte ich mich eben auf seinem Gebiet nicht wirklich aus.. ,,Wir satteln ihn gleich schon und machen ihm die Trense drauf, dann können wir von dem Spaziergang gleich auf den Platz.'', lächelte ich ihm entgegen und wandte mich zum Gehen ab.
      Mit Sattel und Trense kam ich schließlich wieder und hängte die Trense an einen der Haken an der Wand. Ich legte den Sattel gleich auf den sanften Riesen und rückte ihn zurecht. Erklärte Ian auch gleich auf was man achten sollte und gurtete den Sattel. ,,Ganz wichtig, vor dem Aufsteigen nochmal nachgurten, sonst rutscht man höchstwahrscheinlich samt Sattel runter.'', erklärte ich und sah über meine Schulter hinweg wieder zu Ian. Ertappte ihn dabei, wie sein Blick über meinen Körper ging und schmunzelte vor mich her. Männer, irgendwo waren sie doch alle gleich oder? Konnte es ihm aber kaum verübeln, musste mich bei Hermann eben etwas mehr strecken um den Sitz des Sattels nochmal zu kontrollieren. Es ging weiter zum Trensen. Hatte das Halfter dafür schon abgemacht und der Hengst stand ohne da. Ian fragte, ob er nicht auch einfach abhauen könnte und ich nickte. ,,Sicher, aber er weiß, was er hier hat.'', kicherte ich und legte die Zügel über den Hals des Tieres, bevor ich ihm das Gebiss ins Maul legte, für welches er auch gleich das Maul aufmachte. Ich befreite den dicken Schopf von den Zwängen des Stirnriemens und erklärte Ian auch die Verschnallung der Trense. Wollte ihm eben einen kleinen Input geben, auch wenn mir klar war, dass es wahrscheinlich zu viel sein würde. Aber wenn er ja öfter zum 'Pferde einmaleins' kommen wollte, würde er das auch alles verstehen. Ich nahm die Zügel wieder von dem Hals des Tieres und drückte sie Ian in die Hand, lächelte ihm aufmerksam zu. ,,Komm.'', schmunzelte ich ihm entgegen und löste mich nur schwer von seinem Blick, lief dann mit ihm zusammen den gepflasterten Weg entlang. Es sollte ja nur eine kleine Runde zum Warm werden sein. Aika freute sich über diesen Auslauf auch, schnupperte sie überall umher und rannte als gäbe es kein Morgen mehr.
      Wir folgten dem Weg, der abseits des Hofes in einen trockenen Feldweg mündete und an dem Wald entlang. Danach wendeten wir auch wieder ab, liefen zwischen den Weiden umher und sprachen noch über die weiteren Projekte des Hauses, oder eher allgemein der Gebäude. Ian hatte da schon großartige Ideen, ich war eher etwas planlos und wollte einfach nur, dass sie wieder in Schwung kamen und nutzbar waren. War doch vieles mit der Zeit hier auf dem Hof herunter gekommen und wirkte.. alt. Ich wollte, dass der Fachwerkstil erhalten blieb, es verlieh meiner Vorstellung etwas klassisches und trotzdem sollte es eben modern wirken. Wie schon erwähnt, Ian fiel da vieles zu ein. Die Tatsache, dass wir noch Sommer hatten und so relativ gut bauen konnte spielte uns da gut in die Karten. Dank meinem Kredit wäre da das Geldproblem auch erst einmal bei Seite geschoben. Verdiente ich doch mit meinen derzeitigen Aufträgen genug um auch die Raten abdecken zu können. Wir kamen wieder an dem Putzplatz an und ich deutete Ian auf den Reitplatz, sahen diese auch noch etwas herunter gekommen aus weil der Zaun nicht mehr schön weiß war und auch einige Latten herunter gefallen war durch das morsche Holz.. ,,Geh schon mal hin, ich hole noch die Longe und die Peitsche.'', sagte ich zu ihm und er nickte. Er zuppelte wieder an den Zügeln und der Hengst folgte ihm mit gesenktem Kopf. Man konnte fast meinen, wir hätten Hermann schon ausgepowert mit dem Spaziergang. War er doch sehr träge und auf der Körung hatte ich es zu spüren bekommen. Musste ich ihn da doch schon um einiges mehr treiben, aber am Ende des Tages hatte er seine Lizens bekommen und ich könnte nun offiziell mit ihm züchten. Da ich aber darauf pochte nur reinrassige Pferde zu züchten, musste ich wohl noch auf die Körung und die Lizens von Hannelore warten.
      Ich hatte mir die Longe schnell aus der Sattelkammer geholt, ebenso die Peitsche und kam bei Ian und dem Hengst wieder an. Aika schnuffelte immer noch umher und sauste durch den Sand des Platzes. Nun gut. Ich hakte die Longe in das Gebiss der Trense ein, legte vorher noch die Zügel über den Hals von dem Braunen. Diesmal ließ ich auch gleich schon Ian nachgurten und stellte mit ihm die Bügel ein. ,,So und nun rauf!'', grinste ich und sah zu Ian, stellte mich auf die andere Seite um im Sattel gegen zu halten. ,,Du kriegst doch dein auch soweit hoch, oder?'', kicherte ich und zwinkerte dem Mann keck zu, als ich so über den Rücken des Tieres sah. Hatte ihm nochmal gesagt, dass sein linkes Bein in den Bügel müsste und er sich nicht so sehr in den Sattel fallen lassen sollte.
    • Sevannie
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      Namica Dressur A -> L I HGT's Hero of Heaven E -> A I Burnin' Awake and Lifeless E -> A

      Nathan | “Brooke, ich glaub du musst mal mitkommen, es sind drei Pferde auf dem Gestüt Birkenhof!” “Muss ich das, ja? Wie ist das denn mit meiner Fotografie?”, murmelte sie und warf die Haare nach hinten. “Ja, während ich Reyna eine Reitstunde auf Burnin’ Awake and Lifeless gebe, wirst du ihren Hengst HGT’s Hero of Heaven reiten.” “Guter Plan.” Es dauerte also nicht lange da waren wir schon auf dem Weg zum befreundeten Gestüt. Dort angekommen begrüßte Reyna uns auch schon. “Hey, schön dass ihr da seid. Namica kennst du ja noch “, begrüßte sie uns fröhlich und reichte uns beiden nacheinander die Hände. “Die Freude ist ganz Meinerseits”, antwortete ich höflich und grinste bei dem Namen Namica. Natürlich konnte ich mich an sie erinnern. Sie war hart zu knacken gewesen, doch ich hatte es geschafft umso mehr freute ich mich, sie in der nächsten Woche wieder reiten zu dürfen. “Ich weiß ja noch wo sie steht”, sagte ich und ließ uns dann zu den Pferden führen und dann zu der Ferienwohnung in der wir die Woche verbringen würden.
      Etwa zwei Stunden später fand ich mich im Stall wieder und war gerade dabei Namica zu satteln, während Brooke sich um Heaven kümmerte. Sie wollte wissen wie der junge Hengst drauf war, bevor sie sich das erste Mal auf ihn setzte. Namica folgte mir artig zum Reitplatz und ließ mich sie erstmal ordentlich an den Zügel stellen und biegen.

      Brooke | Hero war bildschön! Und wüsste ich es nicht besser, hätte ich Reyna wohl gefragt, ob ich ihn ihr nicht irgendwie abkaufen könnte. Aber ich würde wahrscheinlich fragen, ob ich ihn mal zum Bedecken einer Stute nutzen dürfte. Er zeigte nur wenig Hengstmanieren und blieb auf dem Weg zur Halle ziemlich ruhig und aufmerksam. Die große Halle war leer und so hatte ich allen Platz der Welt den doch so ruhigen Hengst zu longieren. Ich stellte mich also in den Zirkel und ließ ihn die ersten Schritte um mich herum im Schritt gehen. “So ist gut!”, lobte ich den Palomino, den ich zunächst für einen Dunkelfuchs gehalten hatte. Er kaute ordentlich ab, sobald er zu traben begann. Er aktivierte die Hinterhand noch nicht so, wie ich es wollte und ich sah, dass sein Potenzial weiter oben zu finden war. Ich würde ihn sogar bis zur Klasse S** einschätzen und wenn man ihn so weit bekommen wollte, musste man natürlich die Grundlagen entsprechend ebnen. Hero arbeitete heute sehr gut mit und umso erfreuter war ich die nächsten Tage, wenn ich mit ihm arbeiten sollte. Ich bemerkte im Augenwinkel wie eine Person zu uns in die Halle kam und sich an die Bande stellte und uns beiden zu sah, wie wir uns langsam aufeinander einspielten. Ich erkannte, dass es sich um Reyna handelte und grinste sie freundlich an. Auch wenn ich eigentlich keine Person war, die es genoss wenn man mir zusah, umso stolzer fühlte ich mich im Umgang mit Hero. Sie erwiderte mein Grinsen mit einem Lächeln und ging dann wieder aus der Halle. Sie wollte also nur nach dem rechten schauen. Ich leitete den Handwechsel ein und merkte gleich, dass die linke Hand ihm gar nicht mal so gut gefiel, wie die rechte, auf der er sich von seiner Besten Seite zeigte. “Das müssen wir aber üben!”, merkte ich an. Auch wenn ich alleine in der Halle war, so sprach ich öfter zu mir selbst. Ich baute öfter einen Übergang mit ein, damit diese nicht mehr so holprig aussahen. Je flüssiger der Übergang umso besser war die Bewertung bei den Turnieren. Das war definitiv ein Fakt, den ich nach langen Jahren in der Turnierreiter spüren musste. “So ist gut”, rief ich den Hengst zu mir und lobte ihn. “Das hast du gut gemacht!”, klopfte ich die Schulter und führte ihn aus der Halle wieder in seine Box. Seinen Zaum brachte ich wieder in die Sattelkammer und sah mich auf dem Hof um. Ich erblickte Nathan, der Namica gerade trocken ritt. “Und Bruderherz, wie läufts mit der Zicke?”, grinste ich ihn an und stellte mich an den Zaun des Reitplatzes. “Sie läuft viel Besser, ich denke, wenn die Woche rum ist, läuft sie solide auf L-Niveau. Zumindest kann sie dann die Turniere auf Trensen-L laufen.” Ich nickte ihm zu. “Bei Burnin’ wurde schon viel vorgearbeitet, ich geb ihr gleich eine Stunde auf ihm um noch ein paar kleinere Korrekturen vorzunehmen.” “Okey, aber danach gehen wir was essen okey!” “Ja , alles gut.” Ich bewegte mich zurück zur Ferienwohnung und vernahm dann ein leises Vibrieren. Mein Handy! Ich schaute aufs Display. Jack. “Was ist los Jack?”, nahm ich ab und kramte meinen Schlüssel raus. “Ich vermiss dich, Kleine”, flüsterte er und ich schaute verwirrt als ich die Tür hinter mir schloss. “Du solltest Tanja vermissen und nicht mich. Ich bin für eine Woche weg und du rufst schon nach ein paar Stunden an um mir das zu sagen. Dann mach doch Schluss”, zuckte ich mit den Schultern. Ich durfte das nicht zulassen, dass ich noch mehr Gefühle für ihn empfand. “Ich muss jetzt auflegen.” Ich tippte auf den roten Button und warf das Handy aufs Sofa und seufzte. Nate sollte sich beeilen.

      Nathan | Während ich Namica absattelte und sie dann aufs Paddock führte, machte Reyna Burnin’ Awake and Lifeless fertig für die Reitstunde. “Was könnt ihr denn schon alles auf A-Niveau?”, fragte ich vorsichtig. Ich wollte ihr nicht zu nahe treten. “Eigentlich alles relativ gut, nur die Kehrtwendung macht uns noch Probleme und das Überstreichen im Galopp, aber ich denke, wir haben schon gut vorgearbeitet!”, sagte sie mir und ich war sichtlich erfreut. “Sehr gut, zeig mir gleich mal ein bisschen von allem und ich geb dir die Lösungsansätze und sage dir, was wir in der Woche noch verbessern können.” Wir redeten noch etwas über Namica auf dem Weg in die Reithalle. Sie machte sich nämlich sehr gut und die weiteren Lektionen schienen ihr gut zu liegen, was die Arbeit mit ihr ziemlich vereinfachte. Die Versammlung machte ihr zwar noch etwas zu schaffen, weil sie sich nicht so lange tragen konnte. Aber das würden wir schon hinbekommen. Reyna ritt den dunkelbraunen Hengst ordentlich im Schritt und Trab warm, sodass er jetzt schon bei den warmen Temperaturen ins Schwitzen kam und kaute ordentlich ab. “Sieht doch schonmal vielversprechend aus. Er macht sich richtig locker”, rief ich ihr zu und fand es toll, wenn man so einen Streber im Stall hatte, der einem versuchte alles Recht zu machen. Dann begann sie mit dem einfachen Übungen und den Bahnfiguren und zeigte mir dann ihr Problem bei der Kehrtwendung. Die erfolgte nämlich noch etwas abgehackt und so gab ich ihr den Tipp, das Pferd etwas runder zu reiten und den inneren Schenkel noch etwas deutlicher anzulegen. Und siehe da, nach zwei Versuchen klappte es schon besser. “Ich reite ihn morgen mal und dann kannst du weiter an den Problemen arbeiten!” “Okey”, sagte sie außer Puste und lobte Life dabei. Sie ritt ihn ordentlich vorwärts und die Probleme waren nur kleine, sodass wir die Stunde positiv beenden konnte, nachdem sie mir noch weitere Lektionen gezeigt hatte. Vor Allem das Verkleinern und Vergrößern des Vierecks fiel dem großrahmigen Hengst einfach und ich hatte nur wenig zu beanstanden. “Ich würde sagen, wir belassen es heute bei dem Ganzen und widme mich jetzt meinem Mittagessen”, grinste ich freute mich so richtig auf die Pizza, die wir uns gleich holen würden.

      Brooke | Die Tage waren schnell vergangen und umso mehr ich mit Hero arbeitete, umso mehr freute ich mich auf meine eigenen Pferde und mein eigenes Bett. Heute war Tag der Abreise und ich würde von Nate eine letzte Stunde auf ihm bekommen, damit er bald die A-Turniere gehen konnte und mit Erfolg bestehen. Ich ritt ihn locker warm und legte mein Augenmerk auf die Übergänge und wir hatten in der kurzen Zeit schon einige Fortschritte vermerken können, sodass ich eine Kür nachreiten würde. Ich ritt sauber zu X um die Richter zu grüßen und hielt geschlossen zum Gruß an. Dann trabte ich ihn an und es ging gleich rechts rum um dann eine Volte zu zeigen. Das Longiertraining hatte sich ausgezahlt, denn er zeigte einen tollen runden Kreis und war die ganze Zeit bei mir. Darauf folgte dann durch die Länge der Bahn im Trab. Die Kehrtwendung erfolgte auch gut. Die restliche Kür meisterte er auch mit Bravour und ich konnte ihn gegen Ende noch mehr loben. Er war eines meiner Lieblingspferde, von denen die ich bisher außer Haus geritten war. “Dann bring ihn mal aufs Paddock und bring mir Namica mit. Ich muss heute noch einmal alles durchgehen. Reyna hat Life super geritten und ich finde, die beiden können auf A-Niveau starten. Das schaffen sie.” “Okey, dann ist Namica heute das letzte Pferd, das wir machen müssen und dann geht es heim?”, fragte ich ihn mit einer Vorfreude, die ich selbst nicht recht von mir kannte. Eigentlich war ich gerne unterwegs, auch gerne mal länger, aber heute freute ich mich doch umso mehr auf zuhause und noch mehr auf ein Wiedersehen mit Jack. Wir wollten am Abend in eine Bar gehen und irgendwie hatte dieses Verheimlichen unserer Treffen doch etwas Verlockendes an sich. Ich schaute Nate noch dabei zu, wie er Namica in einer L-Dressur vorstellte. Sie zeigte ein taktreines Gangbild , was ich von ihr nicht erwartet hatte, jedoch sah man, dass sie heute einen schlechten Tag hatte und sie sich immer wieder versuchte hinter der Senkrechten zu verkriechen und Nate hart arbeiten musste, dass sie genau das eben nicht tat. Am Ende sagten wir Reyna und den Pferden noch Tschüss und besprachen kurz den weiteren Werdegang im Training der Dreien.
    • Sevannie
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      Pflegebericht für: First Spark, Maleficent Mistress, Native Dancer xx, Glee, Aria, Missing Misty,
      Venetia, Darling Diva xx, Quintessa, Alice Cullen, Royal Rubina, Hannelore, Abbey Dawn, Winona,
      Baileys Irish Cream, Delightful Joy, Cotton Eye, Caprice, Namica, Velvedere, Icaria, Diadora,
      Ramazotti Amaro, Xanthos, Dreamdancer, Rainy Afternoon, Deadly Overdose xx, Thiago,
      Dark sweet Temptation, Sweet Poison, Pancake Killer, Hermann, HGT's Hero of Heaven,
      Burnin' Awake and Lifeless, Antaris, Shining Sommerdream, Mephisto, Schwachkopf, Albus
      Commander's Colibri, Lord Coleman (HMJ 9925), Twister (HMJ 3315)


      Sevannie (Reyna Huntington) & Obi-Wan (Ian Monroe) I Zeichen
      Der tägliche Wahnsinn

      Heute hatten wir nicht viel Zeit für die Pferde. Demnach wurden sie, nach ihrem Frühstück, erst einmal alle auf die Paddoks und Weiden verteilt. Ian und ich begannen die Boxen zu misten, welche heute auf dem Plan standen, ehe wir uns auch schon fertig machten für unsere heutige Hauptveranstaltung: dieser Tag galt nämlich einzig und allein, naja mehr oder weniger, der Hochzeit zweier Freunde. Ich glaubte ja auch, das so ein Tag fernab des täglichen Wahnsinns uns mal gut tun würde und wir abschalten konnten...
      Gegen Abend bekam ich auch schon die SMS meiner Freundin, welche die Pferde alle reingestellt hatte und auch versorgt hatte. Alles wäre okay und wir bräuchten uns keine Sorgen machen - konnten also weiterhin den Abend genießen und hier ausklingen lassen. Später wenn wir wieder Zuhause ankommen würden, würde ich noch einmal durch die Stallungen huschen und mich selbst vergewissern, dass alles gut ist.
    • Mohikanerin
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      Hufpflege für Namica, Hannelore
      15. Februar 2021 // Mohikanerin


      Nach dem erfolgreichen Besuch bei Nathan auf dem Roanoak Stables, geht es für mich und Johanna, meinem Azubi, weiter zum Gestüt Birkenhof auf dem zwei Stuten auf mich warten. Freundlich begrüßt mich eine junge Dame, die offenbar schon auf uns gewartet hat.
      "Hallo, ich bin Reyna und die beiden Hübschen sind Hannelore und Namica", stellt sie sich und die Pferde am Anbinder vor.
      "Schön Sie kennenzulernen. Ich bin Bernd und das ist unsere Auszubildene Johanna im zweiten Lehrjahr", stelle ich mich vor. Johanna winkt freundlich. Zusammen nehmen wir das Arbeitsmaterial aus dem Fahrzeug und lassen und zunächst beide Pferde vorführen, bei der Beide einige Probleme im Gangbild vorhanden sind. Namica zeigt ein typisches Gangpferdeproblem mit x-Beinen, die besonders schlimm an ihrer Hinterhand sind. Wohingegen Hannelore gekonnt auf der Vorderhand läuft, wenn man das nicht gar latschen nennen könnte.
      "Die Große hat Probleme in der Anlehnung?", frage ich gekonnt und zeige auf die Kaltblüterstute. Die Besitzerin bejat. Ich nicke und gucke mir noch die Hufe genauer an. Viel kann ich bei ihr leider nicht machen, besonders vorn, sind die Hufe deutlich zu flach und kurz. Bei Namica hingegen kann ich gut etwas an der Stellung beheben.
      So beginnen Johanna und ich als erstes die Hufe von Namica zu korrigieren, die immer wieder neugierig zu uns gucken möchte, was wir da machen. Doch leider macht es das Ausschneiden der Vorderhufe schwierig, so lasse ich Reyna ihre Stute beschmussen, damit sie beschäftigt ist. Nach dem Schneiden rasple ich die Hinterhufen noch etwas mehr an den Hufwänden. Doch damit kann ich jediglich eine Unterstützung geben, generell hat die Stute mit dieser Stellung nicht viele Probleme. Doch eine gleichmäßige Abnutzung der Hufe sollte gewährleistet werden. So führt Reyna Namica erneut vor und wir alle sind zufrieden mit der Korrektur.
      Als nächstes ist nun Hannelore mit ihren zu kurzen und flachen Hufen an der Reihe. Durch diese erhebliche Überbelastung der Zehe, können viele Folgeschäden entstehen, die wir nun behandeln wollen. Ich erkläre der Besitzerin, dass sie zwei Möglichkeiten hat, entweder wir verbessern die Stellung durch Eisen oder ich muss regelmäßig kommen, in kürzeren Abständen und Biotin sollte gefüttert werden. Reyna entscheidet sich gegen die Hufeisen und so beginne ich den Zeh etwas weiter vorn zu raspeln, damit die Stute besser abrollen kann. An dem Hinterhufen kann ich etwas mit dem Hufmesser zuschneiden. Am Vorderhuf nur den Strahl. Schon nach dieser leichten Behandlung, ist ihr Gangbild deutlich besser und Hannelore schnaubt sogar ab.
      Reyna und ich verabreden einen Folgetermin und sie bedankt sich herzlich für die Hilfe.
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  • Album:
    ~ Stuten im Sport ~
    Hochgeladen von:
    Sevannie
    Datum:
    22 Sep. 2019
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  • [​IMG]
    Von Unbekannt
    Von Unbekannt Aus der Unbekannt
    Aus der Unbekannt
    Von Unbekannt Aus der Unbekannt


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    Rasse: Mangalarga Machador
    Geburtsdatum: 07.04.2013
    Geschlecht: Stute
    Stockmaß: ca. 159 cm
    Fellfarbe: Bay Sabino Overo
    Kopfabzeichen: Alle Abzeichen sind Scheckungsbedingt
    Beinabzeichen: Alle Abzeichen sind Scheckungsbedingt
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    Der Umgang mit Namica ist nicht ganz einfach und man muss erst lernen, wie man mit ihr umgehen muss. Sie ist sehr intelligent und immer aufmerksam. Beim Training kann das von Vorteil sein, jedoch muss man sehr aufpassen, dass sie nicht zu sehr unter Strom gerät. Dabei ist sie aber nie bösartig; Bocken, Beißen und Steigen sind Fremdwörter für sie. Sie vergisst nur ab und an mal, wo die Bremse ist...
    Dafür zeigt sie sehr gute Gangveranlagungen und ist sehr sensibel. Wenn man gelernt hat, wie man mit ihr umgehen muss, ist sie ein echter Schatz, der mit einem durch dick und dünn geht... oder manchmal auch lieber rennt.
    In der Herde weiß sie sich zu behaupten, ist aber stets fair und direkt den anderen Pferden gegenüber.

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    Gekört/Gekrönt: Nein


    Vererbung:
    Farbe: unb.
    Charakter: unb.
    Gangarten: unb.


    Nachkommen:
    //
    Besitzer: Sevannie
    VKR/Ersteller: Canyon
    Pferdewert: 500,-

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    Springen: E
    Western: E
    Dressur: M
    Military: E
    Distanz: L
    Rennen: L
    Fahren: E
    Gangreiten: S

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    3. Platz 104. Gangturnier I 2. Platz 396. Dressurturnier I 3. Platz 400. Dressurturnier
    3. Platz 111. Gangturnier I 2. Platz 402. Dressurturnier I 1. Platz 287. Distanzturnier
    2. Platz 370. Galopprennen I 2. Platz 373. Galopprennen I 3. Patz 119. Gangturnier
    3. Platz 293. Distanzturnier I 1. Platz 206. Gangturnier I 3. Patz 232. Gangturnier
    2. Patz 241. Gangturnier I 3. Patz 242. Gangturnier I 1. Patz 264. Gangturnier
    3. Patz 271. Gangturnier
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    Fohlen ABC ✔
    Eingeritten ✔
    Eingefahren X
    Verladefromm ✔
    Schmiedefromm ✔


    Bodenarbeit
    Treiben & Bremsen x | Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Anhalten (Kommando) x
    Abstand zum Pferd x | Wenden & Handwechsel x | Auf Kommando kommen x
    Freiheitsdressur / Zirzensik
    Rückwärts-weichen x | Liegen x | Sitzen x | Stehen x
    Spanischer Schritt ✔ | Steigen x | Kompliment x

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    Letzter Tierarztbesuch: //
    Letzter Hufschmiedbesuch: 15.02.2021

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