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Naigel [Hannoveraner]

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Naigel [Hannoveraner]
almanya, 26 Mai 2010
    • almanya
      Bericht 1

      Wir durchquerten den Stall, um zu den Weiden zu gelangen. Es befanden sich hauptsächlich Ponys in den Boxen, wie mir auffiel. Meine Augen mussten sich zunächst an das dunkle Dämmerlich gewöhnen. Die Boxen waren relativ klein, für Ponys durchaus in Ordnung, für ein Pferd jedoch definitiv zu klein. Die Besitzerin musste meinen Blick bemerkt haben.
      „Naigel steht die meiste Zeit draußen auf der Koppel“, erklärte sie mir mit einem entschuldigenden Blick „Er wird momentan nicht besonders oft geritten, da wir keinen passenden Reiter für ihn haben.“
      Ich nickte nur lächelnd und dachte mir nichts weiter dabei. Als wir aus dem Stall traten, blendete mich kurz das gleißende Licht der Sonne. Nachdem sich meine Augen mit ein paar mal blinzeln an die Helligkeit gewöhnt hatten, klärte sich meine Sicht. Vor mir erstreckten sich viele, große Wiesen. Das Gras war kurz gefressen und kräftig. Der Boden trocken genug, um auch ein paar Regenfällen stand halten zu könne, ohne sich in eine Schlammwüste zu verwandeln. Ein paar Ponys hoben interessiert ihre Köpfe als wir an ihnen vorbeigingen. Viele waren entschieden zu dick, aber alle gut gepflegt mit glänzendem Fell. An einer der hinteren Weiden blieb die Besitzerin stehen und öffnete das Tor, damit wir die Koppel bequem betreten konnten.
      „Dort hinten steht er!“, sagte sie und deutete auf ein paar Flecken, die unter einer weit entfernten Baumgruppe standen – sehr weit weg. Innerlich stöhnte ich auf, versuchte mir jedoch nichts anmerken zu lassen und machte mich mit einem stoischen Lächeln auf den Lippen auf den (langen) Weg. Sollte ich noch einen Beweis gebraucht haben, wie grauenhaft schlecht es um meine Kondition bestellt war, so war er mir hiermit erbracht worden. Es dauert nicht lange bis ich aus der Puste war. Hügeliges Gelände und lange Strecken waren nicht mehr meine Stärke, seit ich so gut wie gar keinen Sport mehr machte. Glücklicherweise war die kleine Ponytruppe nicht mehr all zu weit entfernt. Es waren hauptsächlich Braune, zwei Füchse und ein sehr hübsches, isabellfarbenes Welsh-Pony. Naigel konnte ich auch gleich erkennen, zumindest sein wertes Hinterteil und seinen Rücken. Er war das einzige Pferd auf dieser Koppel und stand etwas abseits von den anderen, den Kopf im Gras versenkt.
      Die ersten Ponys spitzten die Ohren und kamen langsam auf uns zu. Ein kleiner Brauner mit einem winzigen Stern auf der Stirn erreichte mich zuerst und beschnupperte mich interessiert. Auch die anderen Ponys waren neugierig herangekommen, vermutlich in der Hoffnung eine Leckerei zu ergattern.
      Derweil hatte Naigel seinen Kopf gehoben und blickte aufmerksam zu uns herüber. Für einen Augenblick erschien es so, als würde er angestrengt nachdenken. Dann dreht er sich komplett um, machte ein paar Schritte und schoss plötzlich mit gebleckten Zähnen und angelegten Ohren mitten in die Ponytruppe. Mit erschrockenem Quitschen stob diese hektisch auseinander.
      „Na! Naigel!“, herrschte die Besitzerin das junge Pferd an. Vor uns rammte das große Tier die Beine in den Boden du kam abrupt zum Stehen. Kaum stand er, spitzte er seine Ohren und brummelte leise, als könne er kein Wässerchen trüben. Ich trat einen Schritt an ihn heran. Mit der einen Hand streichelte ich über seinen Hals. Die Andere hielt ich ihm so hin, dass er daran schnuppern konnte. Sogleich begann er beherzt diese abzuschlabbern – genau wie meine Jacke. Wahrscheinlich hätte auch noch mein T-Shirt dran glauben müssen, wenn ich ihn nicht schon vorher mit einem Lachen abgewehrt hätte. Das war wohl der Moment, in dem er mein Pferd geworden ist. Vermutlich hätte mich nichts in der Welt mehr davon abbringen können dieses Pferd zu kaufen, nachdem ich mich so in ihn verliebt hatte.
      „Kann ich ihn führen?“, fragte ich und mit einem kurzen Nicken drückte mir die Besitzerin einen dunkelblauen Strick in die Hand. Ich befestigte ihn in dem Halfterring und ging wieder in Richtung Stall. Brav trottete Naigel mir hinterher, versuchte mir hin und wieder in den Nacken zu prusten. Das Öffnen und Schließen des Koppeltores stellte kein Problem da. Geduldig wartete Naigel bis ich fertig war und weiterging. Vor dem Stall band ich ihn an. Die Besitzerin verschwand kurz im Gebäude, um die Putzsachen zu holen. Währenddessen kraulte ich Naigel vorsichtig und er schlabberte mit einer unglaublichen Konzentration meine Jacke ab.
      Sobald die Besitzerin wieder mit dem Putzzeug da war, machten wir uns beide daran sein Fell zu säubern. Viel Dreck gab es nicht, woher auch bei diesem Wetter? Zunächst entfernte ich ein paar Flecken von seiner Weidekugel und suchte mir dann eine weichere Bürste aus, um einen Grasfleck von seiner Blesse zu entfernen. Erschreckt zuckte er mit seinem Kopf hoch.
      „Er ist ein wenig kopfscheu.“, erklärte die Besitzerin.
      Vorsichtig und beruhigend vor mich hinmurmelnd versuchte ich es weiter. Immer wieder zuckte der Kopf in die Höhe und ich wurde misstrauisch beäugt, doch irgendwann hatte ich es geschafft den Fleck zu entfernen. Die Besitzerin holte Sattel und Trense und bereitete Naigel fürs Reiten vor. Er blieb tadellos stehen und zuckte nur kurz mit den Ohren als der Sattelgurt angezogen wurde. Da keine Halle vorhanden war wurde vornehmlich auf einer freien Wiese geritten.
      Die Besitzerin zog noch einmal kurz den Gurt nach und stieg dann auf. Sofort legte Naigel seine Ohren an undreckte ruckartig seinen Kopf in die Luft. Als die Besitzerin ihn vorsichtig antreiben wollte bewegte er sich keinen Zentimeter. Energischer trieb sie in nun an, mit dem Ergebnis, dass sich das Pferd unwirsch auf die Hinterbeine stellte. Doch es war nichts ernstes, er war nicht all zu hoch gestiegen und die Frau schaffte es ihn vorwärts zu bewegen. Man merkte ihr an, dass sie dem Pferd kein großes Vertrauen schenkte, bereits direkt nach dem Aufsitzen hatte sie die Zügel recht straff aufgenommen, was er mit unruhigem Kopfschütteln quittierte. Sie konnte ihn sogar noch etwas traben – von den schwungvollen Gangarten, die er auf dem Video beim Freilaufen gezeigt hatte, war freilich nichts zu sehen. Beim Angaloppieren stieg er wieder – diesmal richtig. Fast senkrecht standen die beiden in der Luft und die Frau musste sich mit so gut es ging nach vorne schmeißen, damit sie nicht hintenüber kippten.
      In dem Moment kamen mir doch Bedenken. Steiger waren für mich der absolute Horror, doch ich wollte ich dennoch ausprobieren. Zumindest wusste ich jetzt, warum er so selten geritten wurde. Die Besitzerin hielt ihn in einer Ecke der Wiese und stieg ab. Ich verlängerte die Bügel und prüfte noch einmal den Gurt. Falls er mit mir steigen sollte, wollte ich auf keinen Fall auf einem losen Sattel sitzen. Nachdem alles zu meiner Zufriedenheit war, saß ich vorsichtig auf. Die Zügel lies ich zunächst lang, auch wenn ich darauf gefasst war sie sofort aufnehmen zu müssen. Auf mein vorsichtiges Treiben folgte zunächst keine Reaktion. Dann streckte Naigel seinen Hals langsam nach vorne und bewegte sich dann doch in den Schritt. Dennoch konnte ich seine Anspannung deutlich merken. Er war zu jeder Sekunde bereit los zu buckeln, oder zu steigen. Es war ein Gefühl, als würde ich auf einem Pulverfass sitzen, ganz anders als die interessierte, entspannte Knutschkugel von vorhin. Wirklich entspannt ging er auch nach fünf Minuten nicht, jedoch hatte ich zumindest das Gefühl, dass ein wenig von seiner Angespanntheit verflogen war. Irgendwann war ich sogar so waghalsig ihn traben Vorsichtig und mit relativ langem Zügel trieb ich. Unwillig ruckte sein Kopf nach oben und er zeigte Ansätze vom Steigen. Als er merkte, dass es im Maul keinen Wiederstand gab, lief er weiter. Nicht entspannt, sondern in Hab-Acht-Stellung, aber im Trab. Das reichte mir schon fürs erste. Ich parierte ihn wieder durch und diesmal lief er schon deutlich entspannter im Schritt, lies sogar seinen Kopf ein wenig fallen.
      Meine Entscheidung stand schon längst fest. Dieses Pferd sollte es werden, Steigen hin oder her. Ich hatte mich einfach in ihn verliebt. Nach einigen Runden im Schritt saß ich schließlich ab und lockerte den Gurt. Als ich den besorgten Blick der Besitzerin sah, musste ich fast lachen. Vermutlich hatten die meisten Leute spätestens beim Reiten ihr Interesse verloren. Als ich Naigel zu ihr führte war er schon wieder ganz der Alte. Entspannt mit gespitzten Ohren darauf wartend, was als nächstes geschehen würde.
      „Und? Wie gefällt er Ihnen?“, fragte die Besitzerin angespannt.
      Ich lächelte leicht. „Haben sie einen Vertrag hier?“
      Sichtbar erleichter strahlte die Besitzerin. „Natürlich, hinten im Haus. Wir können ihn gleich ausfüllen!“
      Kurz nickte ich und wir brachten Naigel zurück zum Putzplatz, wo wir ihn absattelten und kürz überbürsteten. Ich führte ihn zurück zu der Weide, auf der er zuvor gestanden hatte. Ungeduldig wartete er darauf, dass ich den Strick löste. Kaum war er frei galoppierte er zu den anderen Ponys. Beziehungsweise stürmte er wieder mitten in den Pulk hinein und scheuchte sie auseinander, bevor er sich seelenruhig daran machte ein paar Grashalme zu rupfen.
      Zusammen mit der Besitzerin machte ich mich auf den Weg zum Haus, um den Vertrag abzuschließen. Ich konnte es kaum erwarten, dass Naigel bald offiziell mir gehören würde.
    • Sony
      voll schön :wub:
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  • Album:
    headless Gnadenweide
    Hochgeladen von:
    almanya
    Datum:
    26 Mai 2010
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