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Samarti

Nacromancer in the Dark, DRP *

Nacromancer in the Dark, DRP *
Samarti, 10 Dez. 2013
Elii gefällt das.
    • Samarti
      Hufschmiedbericht 20. Mai 2013 - Kontrolle
      © Helly25

      Heute waren die Hufe von miimichelle's Pferden an der Reihe, überprüft, ausgeschnitten und beschlagen zu werden. Ich kam ein bisschen zu spät, denn mein Auto hatte vorzeitig den Geist aufgegeben. Das erste Pferd, Pharlap, stand schon fertig angebunden da. Ich streichelte ihn kurz, dann holte ich meine Werkzeuge. Pharlap beäugte mich neugierig, als ich an seinen Hufen arbeitete. Zuerst kratzte ich ihm gründlich die Hufe aus, dann überprüfte ich eben jene nach Beschädigungen, Entzündungen oder Ähnlichem. Danach machte ich einen Probeschnitt, bei dem ich feststellte, dass nicht sehr viel ausgeschnitten werden musste. Dann entfernte ich das wenige lose Sohlenhorn bei allen Hufen, was sich Pharlap ebenfalls brav gefallen ließ. Danach raspelte ich noch ein wenig an den Hufen herum, und schon waren wir auch damit fertig. Ich ließ ihn probeweise ein wenig traben und galoppieren. Die Hufe waren jetzt wieder in Ordnung. Ich streichelte Pharlap noch einmal, dann bereitete ich die Hufeisen vor. Er beobachtete mich neugierig, während ich das Hufeisen, das ich vorher gründlich angepasst hatte, mit den Nägeln in seinen linken Vorderhuf schlug. Die Nagelenden, die dann auf der anderen Seite wieder herauskamen, verbog ich mit meinem Hammer, den ich aus meinem Koffer kramte. Diese Prozedur wiederholte ich auch noch mit den anderen 3 Hufen, dann benutzte ich den Knipser, um die noch aus dem Hufende herausragenden Nägel zu entfernen. Als wir alle Hufe beschlagen hatten, bekam Pharlap noch eine Möhre von mir, dann prüfte ich, ob die Hufeisen auch richtig saßen, indem ich daran zog und ihn kurz herumlaufen ließ. Alles saß perfekt. Kurz darauf verabschiedete ich mich von Pharlap und wiederholte die Prozedur nach und nach mit den anderen Pferden. Saphira's Hufe waren noch so gut wie in Ordnung, ich musste nur noch ein wenig daran herumraspeln, das wenige lose Sohlenhorn entfernen und sie dann beschlagen. BeiShihan sah das wiederum ganz anders aus, bei ihm musste ziemlich viel ausgeschnitten werden und ich musste eine ganze Weile auf den Hufeisen herumschlagen, um sie richtig anzupassen, bevor ich sie an seinen Hufen anbringen konnte. Morengo's Hufe waren ein wenig eingerissen, weil sie schon ungewöhnlich lang waren, aber das konnte ich korrigieren, indem ich einfach ein wenig daran raspelte und feilte. Außerdem musste nur sehr wenig loses Sohlenhorn entfernt werden und das Beschlagen lief auch ganz hervorragend. Bei Far Cry's Hufen war ziemlich viel loses Sohlenhorn vorhanden, aber viel verändern musste ich nicht mehr an ihren Hufen. Beim Beschlagen wurde sie ein wenig zickig, ich konnte sie aber mit einem Leckerli milde stimmen. Die Hufe von Race is Hope waren auch noch so gut wie in Ordnung, ich musste kaum daran herumraspeln, jedoch musste ich eine Menge loses Sohlenhorn entfernen. Das Beschlagen verlief schnell und unauffällig. Dann kam Efeu an die Reihe. Ihre Hufe sahen mehr oder weniger in Ordnung aus, aber daran herumraspeln und -feilen musste ich trotzdem, und das Entfernen des vielen losen Sohlenhorns blieb auch nicht aus. Beim Beschlagen der Hufe verhielt sie sich tadellos. Nach Efeu kam Angels Kiss an die Reihe. Ihre Hufe waren so weit in Ordnung, nur machte sie mir ziemliche Schwierigkeiten beim Aufnehmen der Hufe. Ich raspelte noch ein wenig an ihnen herum und entfernte das lose Sohlenhorn, dann beschlug ich ihre Hufe. Das nächste Pferd, Sterrenhof's Opium, hatte leicht eingerissene Hufenden, was ich mittels raspeln und wieder in Form bringen korrigierte. Das Entfernen des wenigen losen Sohlenhorns und das Beschlagen klappte hervorragend. Danach kam Fada Fid an die Reihe. Ihre Hufe waren noch verhältnismäßig in Ordnung, ich musste nur wenig an ihnen herumraspeln und es war auch nicht viel loses Sohlenhorn zum Entfernen da. Das Beschlagen klappte ohne große Probleme. Nach ihr kam Rubina an die Reihe. Ihre Hufe waren mehr oder weniger in Ordnung, ich musste verhältnismäßig wenig daran herumraspeln und nur wenig loses Sohlenhorn entfernen. Danach kam Beck's Experience an die Reihe. Seine niedlichen, kleinen Hufe waren noch beinahe in Ordnung, ich musste bloß eine Weile daran herumraspeln, und es musste verhältnismäßig viel loses Sohlenhorn entfernt werden. Auch das Beschlagen verlief ohne große Schwierigkeiten. Ihm folgte Eleanor, die 7 Jahre alte Holsteiner-Pinto-Mix Stute. Auch bei ihr musste eine Menge loses Sohlenhorn entfernt werden, und ich musste eine Weile an ihnen herunraspeln. Beim Beschlagen blieb sie ruhig und gelassen stehen. Danach war Requiem an der Reihe. Seine Hufe waren noch eingermaßen in Ordnung, und er ließ sich das Entfernen des losen Sohlenhorns und das Raspeln an seinen Hufen ruhig gefallen. Nur beim Beschlagen legte er ein wenig die Ohren an. Als letztes kam Nacromancer in the Dark an die Reihe. Er war ein wenig zickig und ließ sich nur schwer dazu überreden, still zu stehen. Seine Hufe brauchten nur wenig bearbeitet zu werden, es war nur wenig loses Sohlenhorn zum Entfernen vorhanden und es genügte eine kurze Raspelei um die Hufe wieder in die richtige Länge zu bringen. Das Beschlagen gefiel ihm gar nicht, aber er blieb verhältnismäßig ruhig stehen. Als ich alle Pferdehufe überprüft hatte, packte ich meine Sachen zusammen und fuhr vom Hof.
    • Samarti
      Pflegebericht - 7. September 2013
      © miimichelle

      Sportpferde vom Rosenhof
      "Rosenhof", murmelte ich nachdenklich und feierliche Stimmung machte sich in mir breit. Ja, das passte! Ich sass mit meiner Familie und dem Gestütsteam gemütlich bei einer Tasse Kaffee im Reiterstübbchen.
      Da wir in den nächsten Wochen unser Zuchtprogramm komplett umstellen würden, und auch der Hof einen neuen Anstrich bekamm, musste ein neuer Name her. So kamm es das unser Gestüt Rosenhof genannt wurde und unsere Zucht "Sportpferde vom Rosenhof" genannt wurde.
      Wir starteten einen Neuanfang und ich war hochmotiviert!

      Die Zucht wurde komplett über den Haufen geworfen. Von Eddie bekamm ich drei neue Zuchttiere Cazador, Chaira und Morrigan. Drei Westernpferde, die in der alten Zucht fehl am PLatz gewesen wären, aber perfekt zum Rosenhof passten. Vonn nun an wurden hie rnämlich für alle sparten des Pferdesports Pferde gezüchtet. As Zuchtziel waren Athleten für den Sport.
      Darunter kamen Vollblüter, Warmblüter, Halbblüter, Westernpferde und Sportponys.

      Aber nun genug geplant! Die Pferde mussten hineingeholt und gefüttert werden. Da es mittlerweile nachts schon etwas abkühlte, waren die Pferde Tagsüber von sechs Uhr Morgens bis sieben Uhr Abends auf den Weiden. Nachts kamen sie zurück in den Offenstall oder auf die Paddock Boxen. Ich und John, unser Stallbursche, schnappten uns je zwei Halfter und liefen zu den Wiesen. Zuerst holten wir die Zuchttiere herein. Wir gingen zuerts zur Hengstweide welche am nächsten zum Stall lag. Ich schnappte mir Cazador und Requiem. John halfterte Race is Hope und Morrigan. Becks, der Kleinste im Bunde trottete seinem neuen besten Freund Cazador hinterher. Wir brachten die fünf in ihre Boxen. Dann holte ich Pharlap und Shihan während John, die fünf Hengste schon mal fütterte. Pharlap und Shihan waren unzertrennlich. Pharlap, der unglaublich ruhig und gutmütig ist, ist für den ängstlichen und stets nervösen Shihan der Fels in der Brandung. "Na, meine zwei Schönen", berüsste ich die zwei. Pharlap liess sich sofort aufhalftern, Shihan dagegen kam nur zögerlich näher. Mit langsamen Bewegungen und behutsamen zureden zog ich ihm schliesslich das Halfter über die Ohren.
      Als die Hengste versorgt waren holten wir noch die Stuten (Far Cry, Saphira, Ciara, Elanor, Rubina und Angels Kiss). Diese erhielten in ihren Boxen ihr Heu und ihr Mineralfutter.

      Nun mussten noch die Sportler versorgt werden. Momentan waren das nur 8 Pferde, welche aber alle einzigartige Stärken und Talente aufwiesen. Morengo stand mit Opium, Dragon und Nacro auf der Wiese. Die Stuten (Moulan, Fada Fid, Vai Alida und Efeu) kamen in ihren kleinen Offenstall. Wir gaben ihnen Heu und Kraftfutter. Danach waren wir für Heute fertig.

    • Samarti
      Pflegebericht 10. Dezember 2013 - Nacro ist wieder da!

      Jemand tippte mir von hinten auf die Schulter, während ich noch, über meinen Schreibtisch gebeugt, auf meinem Bürostuhl saß und einige wichtige Unterlagen zusammensuchte. Erschrocken fuhr ich hoch und blickte in Matthews Gesicht. Stöhnend vergrub ich meinen Kopf in den Händen und schüttelte diesen.
      „Was sollte das?“
      „Michelle ist da.“
      Als ich diesen Satz aus seinem Mund hörte, sprang ich auf und riss mir beim Laufen eine Jacke vom Haken, die ich auf dem Weg anzog. Dann betrat ich den Hof. Der Schnee war inzwischen schon wieder geschmolzen, nur ein eisiger Wind zog mir um die Ohren. Die Freude, Michelle – und somit auch Nacro – endlich wiederzusehen, ließ mich diese Kälte aber vergessen. Ich eilte nach draußen und traf auch sofort auf meine alte Freundin, die ich schon viel zu lange nicht mehr gesehen hatte. Genauer gesagt, seit ich nach England gezogen und sie allein gelassen hatte. Mal wieder.
      Wir kamen schnell in ein Gespräch und sie erzählte mir, wie stressig es momentan für sie auf dem Hof war, und dass sie ziemlich überfordert sein würde. Ich konnte ihr nur zustimmen, mir war es vor einiger Zeit noch genauso ergangen und auch momentan bemerkte ich den Druck, der auf meinen Schultern lastete, hatte ich doch Unmengen von Training, Ausbildung und dem ganzen Papierkram zu tun. Es war wahnsinnig anstrengend, doch ich liebte diese Arbeit und würde sie deshalb nicht fallen lassen. Zumindest vorerst nicht, man konnte ja nie wissen, was die Zukunft barg.
      Ich hüpfte ungeduldig auf meinen Füßen umher, was Michelle auch schnell bemerkte und kurz lachte. „Du möchtest ihn endlich wiedersehen?“
      Ich bestätigte ihre Vermutung mit einem Nicken und ein strahlendes Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus, wenn ich an meinen Ponyhengst dachte. Michelle hatte ihn vor einiger Zeit zu sich genommen, doch als ich mir letztens Fotos angesehen hatte, hatte ich bemerkt, wie sehr ich ihn vermisste. Wie sehr er mir fehlte. Mein Lächeln wurde noch stärker und ich kam mir vor, als würde ich mit der Sonne um die Wette strahlen wollen. Schnell verwarf ich den Gedanken und widmete mich dem Braunen, den Michelle gerade vorsichtig aus dem Hänger zog. Die Ohren des Ponys spielten nervös hin und her und ein empörtes Schnauben entfuhr ihm, was mir ein Lachen entlockte. Dann quiekte er leise auf, als er die anderen Hengste witterte und hörte – sie wieherten ihm von der Weide aus zu – und schlug ungeduldig mit dem Schweif. Ich konnte mich nicht länger halten und ging langsam und vorsichtig auf ihn zu, bevor ich mich um seinen Hals legte und für eine Weile standen wir nur so da. Ich hatte nie vergessen, wie verschmust der Hengst war und wie sehr er doch Kuscheleinheiten liebte. Ich hatte nie vergessen, was für eine riesengroße Zicke er sein konnte, wenn ihm etwas nicht passte und er genervt war. Ich hatte nie vergessen, was er für eine Szene aus dem Aufsatteln machte und wie er immer wieder versuchte, mich auszutricksen, damit ihm dieses Ding nicht auf den Rücken gelegt wurde.
      Ich hatte ihn niemals vergessen.
      Nach einer viel zu kurzen Zeit löste ich mich wieder von ihm und bemerkte, wie Matthew mir seine Hand auf die Schulter legte. „Er ist wunderschön“, murmelte er leise und ich nickte, bestaunte den Hengst noch immer. Er hatte sich wahrhaftig prächtig gemacht, war zu einem noch schöneren Pferd geworden, als er es ohnehin schon gewesen war.

      Ich lud Michelle noch zum Essen ein, was sie gerne annahm. Ich machte schnell eine Tasse Tee für Matthew und zwei Tassen Kakao für Michelle und mich fertig, bevor wir uns an den Küchentisch setzten und redeten.
      „Wie geht’s deinen anderen Pferden?“, wollte ich schließlich wissen, nachdem wir uns zuvor angenehm angeschwiegen hatten und alle unseren eigenen Gedanken nachgegangen waren.
      „Ganz gut. Wie immer“, erwiderte sie und starrte kurz in die Luft, „darf ich Dahiba sehen?“
      Ich nickte eifrig und stand schnell auf, Michelle folgte mir etwas langsamer in den Stutenstall. Dahiba stand in ihrer Box, genau wie alle anderen Stuten, da sie vorhin erst ihre Abendration Futter bekommen hatten und nun noch alle friedlich die Nasen in die Tröge gesteckt hatten, um die letzten Körner des Futters aufzuspüren. Michelle bewegte sich ruhig auf die Schimmelstute zu, die sofort ihren Kopf hob und ihr zu brummelte. Es wunderte mich nicht, dass sie sie anscheinend noch von früher kannte, schließlich gehörte Dahiba eigentlich Michelle und stand nur bei mir, weil Michelle gesagt hatte, dass sie sie mir nicht wegnehmen wollte – weil Dahiba mir so viel bedeutete. Ich fand es echt süß von ihr, aber sollte sie sie irgendwann einmal wieder haben wollen, würde ich nicht zögern. Denn ich wusste, wie es sich anfühlte, ein Pferd zu vermissen. Ich begab mich aus dem Stall und ließ die Beiden allein.

      „Wenn du Hilfe brauchst, lass es mich wissen. Ich kann dir für ein paar Tage wohl die Arbeit mit deinen Pferden abnehmen, damit du dich ausruhen kannst. Ruf mich einfach an, in Ordnung?“, fragte ich besorgt und zog Michelle in eine feste Umarmung. Sie wollte wieder zurück fahren, zurück zu ihrem eigenen Gestüt. Sportpferde vom Rosenhof hatte sie es genannt. Mir gefiel der Name. Er passte.
      Sie murmelte so etwas wie ein unverständliches „Ja, werde ich“, bevor sie sich meiner Umarmung entzog und langsam wieder zu ihrem Fahrzeug lief. „Bis bald!“, rief ich ihr hinterher und sie winkte mir noch ein letztes Mal zu, ehe sie endgültig in das Auto stieg und mein Gestüt verließ.
      Ich sah noch einmal nach Nacro. Der Hengst stand dösend in der Box, anscheinend hatte ihn die lange Fahrt ziemlich mitgenommen, was total verständlich war. Er würde sich sowieso erst einmal eingewöhnen müssen, bis er zu den anderen Hengsten auf die Weide durfte. Nacromancer in the Dark war zwar ein sehr verträgliches Pferd, aber ich ging lieber auf Nummer sicher.

      „Gute Nacht, Nacro“, flüsterte ich noch, dann löschte ich das Licht im Stall und verriegelte die Türen.
    • Samarti
      Trainingsbericht 11. Dezember 2013 - Western S-S*

      Voller Vorfreude stürmte ich in das Wohnhaus und rannte dabei in Matthew, der in der Küche stand und – wie immer – einen Tee trank. Er grinste mich verwundert an und zog fragend seine Augenbrauen hoch, während ich ungeduldig vor ihm stehen blieb und von einem Fuß auf den anderen hüpfte.
      „Hast du schon vergessen, was wir vorhaben?“, fragte ich ihn, diesmal leicht genervt, und zupfte an seinem Pullover herum. Er schüttelte wissend den Kopf, trank mit einem großen Schluck die Tasse leer und schnappte sich seine Jacke. Ich flitzte schnell in mein Schlafzimmer, zog mir eine Jeans und einen gemütlichen Pullover heraus. Als ich wieder vor der Haustür ankam, streifte ich mir schnell meine Boots über die Füße und lief mit Matthew zum Auto. Schon sprang der Motor an und wir fuhren in Richtung Folkestone.

      Wir hatten schnell das kleine Reitergeschäft im Herzen des Dorfes ausfindig gemacht. Als wir den Laden betraten, schlug uns sofort ein angenehmer Geruch nach Leder und Sattelfetten entgegen. Es war das reinste Paradies. Lange war ich nicht mehr einfach so in einem Reitladen gewesen, da meine Pferde komplett ausgestattet waren und somit keinerlei Bedarf an Ausrüstung vorhanden war.
      Ehrfürchtig schlich ich durch die Gänge und berührte sanft das Leder, das Nylon und die anderen Stoffe, die sich hier fanden. Schlussendlich hatte ich ein grünes, mit Lammfell besetztes Westernpad im Auge, das mir auch vom Stoff her zusagte. Da ich bereits wusste, welche Größe ich mitnehmen musste, konnte ich direkt nach dieser suchen. Dabei bemerkte ich, dass das Pad sich angenehm weich anfühlte und, laut dem Schild, Schweiß absorbierte. Es waren nicht mehr viele vorhanden, und ich hatte die Hoffnung schon beinahe aufgegeben, als mir die Angabe „Größe: Pony“, ins Auge sprang. Flink griff ich mit meinen Händen nach dem Pad in Ponygröße und sicherte es mir, damit es mir nicht mehr weggenommen werden konnte. Zwar war momentan kein anderer Kunde hier, doch man konnte nie wissen, was die Zukunft für einen barg.
      Nachdem ich mich noch ein wenig im Bereich der Sattelunterlagen erfolglos umgesehen hatte, begab ich mich auf den Weg zu den Trensen. Lange musste ich nicht suchen, bis mir eine braune Westerntrense mit grünen und beigen Verzierungen auffiel, die sie auch noch in der Größe Pony vorhanden hatten. Also nahm ich auch diese rasch mit und sah mich dann mit Matthew nach einem Sattel um, den wir kaufen könnten. Auch dieser war schnell gefunden – ein Westernsattel in den gleichen Farben der Trense und mit schwarzer Sitzfläche – und wir bezahlten alles, bevor wir wieder nach Hause fuhren.

      Zuhause rief ich meinen Sattler an, der sofort bestätigte, dass er kommen konnte, um den Sattel anzupassen. Es dauerte wirklich nicht lange, bis er auf meinem Gestüt erschien und Hand anlegte, um die Maße herauszufinden und den Sattel auf den Rücken meines Ponyhengstes anpasste. Nacro zickte anfangs zwar herum, weil er es nicht mochte, aufgesattelt zu werden, doch auch dies legte sich nach einiger Zeit wieder. Schließlich verabschiedete der Sattler sich noch und ich sagte Neill, dass er die Transaktion übernehmen sollte. Dann stellte ich mich lächelnd vor den braunen Hengst und sah ihn an, Matthew tat es mir gleich.
      „Proberitt?“, fragte er schließlich grinsend und ich nickte eifrig. „Auf jeden Fall!“
      Es dauerte nicht lange, bis Nacromancer in the Dark seine Ausrüstung vollständig trug und wir in die Reithalle gingen, um dort ein wenig zu reiten.
      Wir begannen mit einer einfachen Aufwärmphase, sodass sich Nacros Gelenke an die Bewegung gewöhnen konnten und die Gelenkschmiere sich bildete, damit die Gelenke elastischer wurden. Ich wollte keine Arthrose oder sonstige Krankheiten bei einem Pferd hervorrufen, weshalb ich immer viel Wert auf das richtige Aufwärmprogramm legte.
      Danach begannen wir mit einfachen Übungen des Westernreitens, beispielsweise dem Back Up, dem Rückwärtsrichten. Dazu entlastete ich mich ein wenig im Sattel, nahm die Beine ran und parierte Nacro rückwärts. Da er diese Lektion schon häufig gemacht hatte, war es für ihn kein Problem, zu verstehen, was ich mit ihm vorhatte und was er machen sollte.
      Wir wechselten in den Galopp und ritten so eine ganze Bahn, bevor wir die fliegenden Galoppwechsel noch einmal wiederholten. Für die Körung, auf der ich Nacro demnächst vorstellen wollte, musste alles sitzen. Und bevor ich ihn dort anmeldete, wollte ich wissen, wie gut er noch alles in Erinnerung hatte.
      Mit halben Paraden lenkte ich seine Aufmerksamkeit auf mich und als ich dies geschafft hatte, legte ich meinen äußeren Schenkel an den Gurt. Mein innerer wanderte hinter den Gurt und verweilte dort. Dies alles geschah in einem Bruchteil einer Sekunde und bereits danach schob sich meine neue innere Hüfte nach vorn, wodurch der innere Zügel nachgab. Dies führte dazu, dass es Nacro erleichtert wurde, mit dem inneren Hinterbein genug durchzuspringen. Nacro wechselte in den Rechtsgalopp, und wir wiederholten die ganze Prozedur noch einmal, sodass wir schließlich wieder auf der linken Hand galoppierten. Bis ich mir sicher war, dass er diese Lektion wirklich beherrschte, dauerte es allerdings noch eine ganze Weile.
      Dann ritten wir auf den großen schnellen Zirkel und gaben mächtig Gas im Galopp. So viel, wie es zumindest erlaubt war, ohne, dass es Punktabzug in einer Prüfung geben wollte. Dies ließ Nacro sich nicht zweimal sagen, er legte sofort los – doch ich hielt ihn noch zurück und zeigte ihm, dass ich diejenige war, die das Tempo bestimmte.
      Der Sattel war wirklich angenehm zu sitzen und ziemlich bequem. Da ich Nacros Zubehör nicht mit nach England importieren lassen hatte, musste ich neues kaufen, doch dies störte mich wenig. Ich hatte das bisschen Geld wohl über, denn mein Trainingshof lief momentan klasse – was nicht nur meinen Geldbeutel erfreute.
      Ich machte mich bereit, Nacro den Spin durchführen zu lassen und machte ihn schon einmal auf mich aufmerksam. Dann gab ich ihm die richtigen Hilfen und Nacro führte eine geschmeidige, mit Tempo und Finesse bestückte Drehung um das innere Hinderbein aus. Dabei forderte ich vier Spins zu einer Seite, dabei achtete ich darauf, dass kein Freeze Up – Verharren – in der Bewegung entstand, denn dies gab bei Turnieren zwei Penalties, also erheblichen Punktabzug. Und diesen wollte ich nicht riskieren.
      Das nächste, was wir machten, war ein Run Down – die Beschleunigungsphase, wenn es auf einen Sliding Stop zuging. Ich kontrollierte Nacros Tempo gleichmäßig und sorgte dafür, dass sein Tempo in der Endphase die gleiche Geschwindigkeit hatte, wie sie im großen schnellen Zirkel vorhanden sein sollte. Dabei achtete ich auch darauf, dass er nicht eigenständig beschleunigte – alle Tempoerhöhungen mussten von mir ausgehen. Daraufhin gab ich Nacro weitere Hilfen und er vollführte einen Sliding Stop. Seine Hinterhand war weit untergesetzt und rutschte auf den Hinterbeinen weiter, während seine Vorderbeine locker liefen, den Rücken hatte er dabei rund gemacht. Das viele Training und die vielen Turniere hatten sich ausgezahlt, Nacromancer in the Dark hatte, trotz des fehlenden Trainings in der letzten Zeit, nichts verlernt.
      Nach dem Sliding Stop ging es weiter mit einem Rollback. Dies bezeichnete eine 180° Wendung nach Beendigung eines Sliding Stops, die über die Hinterbeine erfolgte und im Galopp ausgeführt wurde.
      Ich lobte das Pony unter mir nach Abschluss der fünf Manöver ausgiebig und machte mich daran, Nacro trocken zu reiten. Er schien schon ziemlich k.o. zu sein, seine Kondition hatte nachgelassen, seit ich ihn das letzte Mal geritten war. Dennoch würde sich das mit Sicherheit wieder bessern, und das war es, was mich dazu antrieb, mich in der nächsten Zeit vorzugsweise mit ihm zu beschäftigen. Schnaufend und langsam schritt Nacromancer in the Dark voran, der Gang entspannt und arbeitswillig, trotz der Tatsache, dass er ausgepowert war. Lobend sprach ich auf ihn ein und wir drehten im Schritt Runde für Runde, bevor ich mich dazu entschied, abzusteigen und ihn zum Putz- und Waschplatz zu bringen, wo er abgesattelt und abgetrenst wurde. Schließlich bürstete ich ihn noch einmal über – Gott sei Dank hatte er kein sonderlich langes Winterfell, sodass ich ihn nicht einmal scheren musste – und brachte ihn dann in seine Box. Das Verbindungstor zum Paddock stand offen, doch das Tor von seinem Paddock zur Weide war verschlossen. Ich war mir noch nicht sicher, wie Nacro in die Herde aufgenommen werden würde und so musste er sich noch ein wenig gedulden, bevor er auf die Weide durfte. Doch bevor ich verschwand, legte ich ihm seine Weidedecke über und belohnte ihn mit einigen Leckerlis für das erfolgreiche Training, das wir an diesem Tag hinter uns gebracht hatten. Ich war wahnsinnig froh darüber, ihn endlich wieder bei mir zu haben.
      Als ich im Wohnhaus ankam, stellte ich Nacro sofort einen Trainingspass aus und sah mir die Fotos an, die Matthew während unseres Trainings geschossen hatte. Eins davon gefiel mir besonders und ich entschied mich dazu, es mir in größer ausdrucken zu lassen.



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    • Eselchen
      Tierarztbericht 14. Dezember 2013 - Kontrolle

      Mit meinem Köfferchen unter dem Arm und einem Lächeln auf den Lippen ging ich durch den trüben Nachmittag zum Stallgebäude des Gestütes „The Mountain Yard“. Der Stall war hellerleuchtet und überall war etwas los.
      „Hallöchen! Du bist Jamie – die Tierärztin, oder?“, fragte mich ein Mann in Arbeitsklamotten.
      „Ja, das bin ich. Aber Sie sind glaub ich nicht Elisa, oder?“, fragte ich spaßhaft und gab ihm meine Hand.
      „Nein – ich bin nicht Elisa.“, sagte er lächelnd. „Ich bin Matthew – stellvertretender Gestütsleiter.“
      „Hallo Matthew. Schön dich kennen zu lernen.“, sagte ich und lachte.
      „Elisa ist gerade noch unterwegs. Sie müsste gleich wieder da sein, aber bis dahin werde ich dich betreuen. Nicht das du dich noch verläufst.“, erklärte er mir und lächelte.
      „Okay. Mit wem wollen wir denn anfangen?“
      „Ich würde sagen, dass wir mit den Kleinen anfangen.“, schlug er vor und ich nickte.

      Also gingen wir durch das große Stallgebäude bis wir im Mutter- und Fohlenstall angekommen waren. Während Matthew das erste Fohlen holte, nahm ich mir mein Stethoskop aus meinem Köfferchen und wartete.
      „Das ist die kleine Beverly. Eine kleine schüchterne Prinzessin.“, sagte Matthew und lächelte. Er band das Stutfohlen an und streichelte den Hals des kleinen Geschöpfes.
      „Sie ist aber eine Hübsche.“, stellte ich bewundernd fest und trat zu ihr. Wie Matthew gerade schon erwähnte hatte, war die kleine Dame sehr schüchtern. Sie war etwas aufgeregt und beobachtete mich skeptisch, während ich mich ihr näherte.
      „Hallo, Hübsche.“, sagte ich leise und liebevoll und kniete mich hin. Nun war ich fast so groß wie das Stutfohlen und ich streckte ihr vorsichtig meine Hand entgegen. Die kleinen Nüstern waren etwas zusammengezogen und verliehen ihr einen fast arroganten und angewiderten Ausdruck.
      „Seh ich heute so schlimm aus?“, fragte ich leise und lächelte.
      „Ist gut, Mäuschen. Jamie ist ganz lieb.“, flüsterte Matthew und streichelte ihren Hals.
      „Genau – ich bin ganz vorsichtig.“, stimmte ich ihm zu.

      Behutsam näherte ich meine Hand ihrem Maul und ließ sie meinen Geruch aufnehmen. Einige Moment lang, hielt ich meine Hand einfach nur still da, während Beverly zaghaft an ihr schnupperte und schließlich einfach nur abwartend dastand.
      „Ich bin wirklich ganz lieb.“, sagte ich und musste leise lachen. „Sie sieht aus, als wenn sie mich total ekelhaft finden würde.“
      „Ja – da hast du recht.“, sagte Matthew ganz trocken und ich blickte ihn empört an.
      Nur wenige Augenblicke später mussten wir beide lachen und Beverly sah mich noch entgeisterter an.
      „Ach Mäuschen. Du bist einfach nur zum Abknutschen.“, sagte ich liebevoll und wagte es nun die kleine Stute am Hals zu berühren. Auch wenn sie sich noch mehr anspannte, blieb sie stehen.
      „Alles gut. Dir passiert nichts.“, sagte ich behutsam und fuhr langsam mit meiner Hand von ihrem Hals bis zu ihrem Rücken. So verbrachte ich dann einige Minuten lang, auf Knien, vor ihr, um mich ein bisschen bei ihr einzuschleimen. Auch ein kleines Leckerchen fand zwischenzeitlich ganz zufällig den Weg zu ihrem kleinen, samtenen Maul.

      „So, Schätzchen! Dann wollen wir doch mal anfangen.“
      Als erstes beurteilte ich den allgemeinen, äußerlichen Zustand von Beverly:
      Ihre Silhouette war typisch für ein Fohlen in ihrem Alter und sie stand gut im Futter. Sie war nicht zu dünn, aber auch nicht zu dick – einfach passend. Ihr außergewöhnliches Fell glänzte gesund und ihre langen, dünnen Beinchen sahen auch gut aus. Ihr Blick war wach und klar – und ihre Aufmerksamkeit hatte sie vorhin schon perfekt zur Schau gestellt.
      „Auf den ersten Blick ist schon mal alles super.“, sagte ich zufrieden und nahm nun mein Stethoskop von meinem Hals.
      „Willst du mal schnuppern, Prinzessin?“, fragte ich liebevoll und hielt ihr das Stethoskop hin. Eigentlich wollte ich dadurch bezwecken, dass sie es ein wenig beschnupperte und als harmlos abstempelte, aber Pustekuchen. Sie fand dieses Monstrum ganz und gar nicht harmlos.
      Auf meine Geste reagierte das kleine Stutfohlen mit geblähten Nüstern und einem Schritt zurück.
      „Bleib stehen, Beverly.“, sagte Matthew bestimmt und stellte sich neben sie. „Stell dich nicht so an.“

      Auch wenn sich Beverly aufregte – um das Abhören kamen wir nicht rum. Also stand ich vorsichtig auf und stellte mich neben sie, legte das Kopfstück des Stethoskops etwas erhöht hinter ihre Achselhöhle und bekam einen schnellen, aber regelmäßigen und kräftigen Herzschlag zu hören.
      „Mein Gott bist du aber aufgeregt!“, stellte ich fest und verschob das Kopfstück, um die Atmung abzuhören.
      Diese war auch etwas schnell, aber dennoch regelmäßig und ohne Beschwerden.
      „Alles super – aufgeregt, aber gesund.“, sagte ich zufrieden und legte mein Stethoskop zurück in mein Köfferchen.

      Nun wollte ich mir die Schleimhäute näher ansehen und bat Matthew darum, mir einmal zu helfen.
      „Sie ist so aufgeregt, da will ich jetzt nicht noch so an ihrem Kopf rumfummeln. Würdest du bitte einmal versuchen das untere Augenlid etwas hinunterzuziehen, damit ich die Farbe sehen kann?“, fragte ich freundlich und erhielt ein Nicken als Antwort.
      Beverly fand das Prozedere nicht toll und wehrte sich gegen Matthews Hände. Ich konnte einen kurzen Blick auf die rosafarbene und glänzende Schleimhaut werfen.
      „Okay, danke. Das reicht schon.“, sagte ich und lächelte. „Ich würde mir gerne noch ihr Zahnfleisch anschauen.“
      „Komm mal her, Süße. Zeig mal deine kleinen Zähnchen.“, sagte Matthew liebevoll und hob die Oberlippe des Fohlens an. Dadurch konnte ich einen Blick auf ein gesund aussehendes Zahnfleisch und kleine Babyzähne werfen.
      „Klasse – danke. Das war auch schon der Teil. Jetzt gibt es noch vier Piekser und dann sind wir fertig.“, sagte ich und ging zu meinem Köfferchen, um die Impfungen vorzubereiten.

      „Bitte halte die Kleine gleich richtig fest, ja?“, wies ich Matthew freundlich an und zog die letzte Impfdosis auf. Dann ging ich mit Desinfektionsmittel und Tupfern wieder zu Beverly und desinfizierte schnell die Stelle, an der ich die Impfungen setzen wollte.
      Die kleine Maus war wirklich angespannt und aufgeregt.
      „So jetzt piekt es einmal.“, warnte ich Matthew kurz und setzte dann die erste Impfung. Langsam drückte ich die Dosis in den Kreislauf des Fohlens und sprach leise auf es ein.
      Als die erste Spritze leer war, tauschte ich sie gegen die zweite Impfung und schließlich auch gegen die Dritte.

      „Das waren schon die Impfungen.“, sagte ich freundlich und brachte die leeren Spritzen zu meinem Köfferchen, ehe ich mir das Päckchen mit dem Chip heraussuchte.
      „Das wird jetzt ein fieser Piekser.“, sagte ich mitfühlend und nahm die Spritze mit dem Chip aus dem Tütchen, in welchem noch einige Strichcodeaufkleber mit der Transpondernummer waren.
      „Wir müssen jetzt einmal kurz Seiten tauschen.“, sagte ich zu Matthew und wenige Sekunden später desinfizierte ich auf der linken Halsseite eine kleine Fläche.
      Dann war es eine Sache von keinen fünf Sekunden und die dicke Nadel mit dem Transponder verschwand unter der Haut.
      „Fertig.“, sagte ich lobend und brachte die Spritze zum Köfferchen.
      „Jetzt muss ich nur noch kontrollieren, ob der Transponder richtig sitzt und dann kann die Kleine schon wieder zurück in ihre Box.“, erklärte ich und holte das Lesegerät aus meinem Köfferchen, um dann damit über die Stelle zu fahren, an der ich den Chip gesetzt hatte. Ein leises Piepsen ertönte und zeigte mir, dass Alles passte.

      „Nächster Patient bitte.“, sagte ich und lächelte, während Matthew Beverly losband und zurück in ihre Box brachte.

      Nun war Dajeen, ein Hannoveraner Stutfohlen an der Reihe.
      Matthew band die schöne Stute auf der Stallgasse an und lächelte, während ich schon mal den ersten Eindruck beurteilte:
      Dajeen hatte ein gutes Exterieur, sah gesund und munter aus. Ihr Fell glänzte und war der Jahreszeit angepasst. Ihre Augen wirkten wach und interessiert, ihre Ohren bewegten sich aufmerksam.

      „Na, Hübsche?“, sagte ich liebevoll und näherte mich ihr vorsichtig. Dajeen beäugte mich skeptisch, aber interessiert. Man sah, dass es in ihrem Kopf arbeitete.
      Ich knie mich, wie auch schon bei Beverly, vor sie und hielt ihr meine Hand hin, die sie interessiert beschnupperte.
      „Gutes Mädchen.“, sagte ich leise und wollte vorsichtig ihren Hals berühren, was sie nicht so toll fand. Fast empört trat sie einen Schritt zurück und blähte ihre kleinen Nüstern.
      „Hey – alles ist gut.“, sagte Matthew beruhigend und führte sie wieder einen Schritt näher.
      Wieder versuchte ich sie zu berühren und diesmal tolerierte sie es. Ihre Augen verfolgten die Bewegungen meiner Hand und ich streichelte vorsichtig über ihren Bauch.

      Nach einiger Zeit ging ich dann zu meinem Köfferchen und holte mein Stethoskop. Wieder bei Dajeen angekommen, hielt ich es ihr hin und sie beschnupperte es interessiert.
      Als ich dann das Kopfstück an ihre Seite drückte, wich sie aus.
      „Nein, Dajeen. Bleib stehen.“, wies Matthew sie an und ich versuchte es erneut.
      Daraufhin bekam ich einen kräftigen und regelmäßigen Herzschlag zu hören. Man merkte, dass die kleine Stute etwas aufgeregt war.
      Dann hörte ich noch die Atmung ab und stellte keine Mängel fest.
      „So – Alles super. Jetzt nur noch die Schleimhäute.“, sagte ich mehr zu mir selbst, als zu Allen anderen.
      Behutsam trat ich an Dajeens Kopf, streichelte vorsichtig über ihren Nasenrücken und zog dann vorsichtig das Unterlid ein wenig nach unten: Die Schleimhaut war rosa und sah gesund aus.
      Nun schaute ich vorsichtig in das Maul des Stutfohlens, welches sich leicht dagegen wehrte und versuchte seinen Kopf aus meinem Griff zu entwenden.
      „Schhhh … Ich bin sofort fertig.“, sagte ich und erhaschte einen Blick auf ein ebenso gesundes Zahnfleisch.

      „Klasse. Jetzt gibt es noch ein paar Piekser und dann bist du auch schon wieder fertig.“, erklärte ich Dajeen und bereitete die Impfungen vor.
      Dann desinfizierte ich kurz die Einstichstelle und verabreichte ihr dann die Impfungen.
      Währenddessen hatte die kleine Maus mehrmals vergeblich versucht sich aus Matthews Griff zu entwinden.

      „So – das waren die Impfungen.“, sagte ich zufrieden und holte die Spritze mit dem Chip. In der Zeit hatte Matthew sich schon wieder auf die andere Seite verzogen und ich konnte in Ruhe die Einstichstelle auf der linken Halsseite desinfizieren.
      „Achtung – jetzt macht das einmal Aua.“
      Langsam schob ich die Nadel unter die Haut des Fohlens und setzte den Transponder.
      Ich überprüfte den Sitz des Chips noch kurz mit dem Lesegerät und dann wurde Dajeen von Matthew schon wieder in ihre Box gebracht.

      „Wer ist jetzt dran?“, fragte ich Matthew freundlich, als er wieder bei mir war.
      „Ich würde sagen, dass wir uns jetzt Monsta schnappen.“, schlug er vor und wir gingen in den Stutenbereich des Stalls.

      Dort angekommen schlüpfte Matthew direkt in die Box des kleinen Reitponys und kurze Zeit später stand Monsta angebunden auf der Stallgasse.
      „Hallo, Mäuschen! Wie geht’s dir heute?“, fragte ich sie liebevoll und hielt ihr meine Hand zum Beschnuppern hin.

      Einige Minuten lang machte ich mich mit der kleinen Stute bekannt, die ab und zu versuchte meine Jacke nach Leckerchen zu durchsuchen.
      „So Süße – jetzt fangen wir aber mal an dich zu untersuchen.“, sagte ich und begann damit, den allgemeinen Zustand des Pferdes zu beurteilen.
      Monsta’s Gebäude sah gut aus, ihr Fell glänzte und das Langhaar, sowie die Hufe sahen gepflegt aus. Die Augen der Stute waren wach und strahlten Lebensfreude aus.
      „Das sieht doch schon mal ganz gut aus.“, sagte ich zu mir selbst und holte mein Stethoskop aus meinem Köfferchen, um die Atmung und die Herzfunktion von Monsta zu überprüfen. Schnell kontrollierte ich noch die makellosen Schleimhäute.
      Alles war voll nach meinen Ansprüchen und ich lächelte.
      „Dann wollen wir das kleine, gesunde Eselchen doch mal impfen.“
      Kurz bereitete ich die Impfungen vor, desinfizierte die Einstichstelle und verabreichte dem deutschen Reitpony dann die Impfdosen. Monsta fand die Angelegenheit nicht so toll: Als die Spritze durch ihre Haut ging, zuckte sie zusammen und schlug kurz mit dem Schweif.
      „So, das war’s schon. Jetzt noch schnell den Chip setzen und dann kannst du wieder in deine Box.“
      Nur wenige Minuten später setzte ich den Transponder unter die Haut der linken Halsseite, während Matthew die Stute zurechtwies. Sie hatte die Ohren angelegt und schaute ihn böse an.
      „Ich weiß, dass das doof ist. Aber jetzt stell dich nicht so an!“, sagte er bestimmend zu ihr und brachte sie dann wieder in ihre Box.

      „Wen darf ich jetzt quälen?“, fragte ich ihn spaßhaft, als er wieder bei mir war und lächelte schelmisch.
      „Santa Fee.“, schlug er vor und verschwand in die nächste Box. Wenige Sekunden später kam er mit einem schicken Fuchsschecken wieder zu mir.
      „Tadaaa – das ist Santa Fee.“, trällerte er und band die Stute auf der Stallgasse an.

      Als erstes begutachtete ich den ersten Eindruck des Pferdes: Santa Fee sah sehr gepflegt und munter aus. Ihre Augen glänzten frech und ihre Ohren überwachten aufmerksam die Geräusche der Umgebung. Ihr Fell glänzte ebenfalls und ihre Hufe sahen sehr gepflegt aus. An den Beinen hatte sie einige kleine Schrammen, die aber allesamt schon wieder verheilt waren.
      „Die Macken da hat sie vom Toben. Ab und zu spackt sie einfach komplett ab und kloppt sich mit den anderen Pferden. Da bleiben die Schrammen nicht aus.“, erklärte mir Matthew und ich trat zum Kopf der Stute, um ihre Schleimhäute näher anzusehen.
      „Du bist also hier die kleine Rabaukin!“, witzelte ich und stellte fest, dass die Schleimhäute bestens aussahen. „Dann wollen wir doch mal deine Atmung und dein Herz anhören.“

      Ich nahm mir mein Stethoskop aus meinem Köfferchen und ging wieder zu der Stute. Auf ihrer linken Seite legte ich das Kopfstück des Stethoskops etwas erhöht hinter die Achselhöhle und bekam einen ruhigen und kräftigen Herzschlag zu hören. Nun hörte ich noch kurz die Atmung ab und war bestens zufrieden.
      „Alles tip top!“, sagte ich und bereitete schnell die Impfungen vor, die ich ihr dann auch innerhalb weniger Minuten verabreichte und wieder aufräumte. Danach bereitete ich das Chippen vor und nur kurze Zeit später war Santa Fee auch schon wieder fertig.
      „Das war klasse. Aber Fee – nächstes Mal zappelst du bitte nicht so und böse angeguckt werden will ich auch nicht.“, tadelte ich sie spaßig und Matthew brachte sie wieder in ihre Box.
      Kurze Zeit später kam Matthew mit dem nächsten Patienten zu mir: Romantica.
      „Du bist aber eine Hübsche!“, sagte ich liebevoll und machte mich ein wenig mit ihr bekannt. Sie beschnupperte meine Jacke und meine Haare und suchte ein wenig nach Leckerchen. Währenddessen bewertete ich innerlich schon den allgemeinen Zustand des Pferdes:
      Romantica’s Fell glänzte gesund und ihre Hufe sahen gepflegt aus. Ihre Augen schauten sich neugierig um und sie war aufmerksam.
      „Dann schauen wir uns doch mal deine Schleimhäute an.“, sagte ich leise und trat wieder zu ihrem Kopf. Ich konnte keine mängel feststellen – eine kräftige rosa Färbung und eine ansprechende Kapillarfüllzeit sprachen für einen guten Zustand.
      Kurz hörte ich die Atmung und die Herzfunktion ab und bereitete dann die Impfungen vor. Nur wenige Minuten später war Romantica wieder komplett geimpft und ich musste nur noch den Chip setzen. Gekonnt setzte ich die große Nadel und es war eine Sache von keinen zwei Sekunden, ehe der Transponder richtig saß und ich mit dem Lesegerät den Sitz überprüfte.

      „Klasse! Sie ist fertig.“, sagte ich zu Matthew und räumte auf.
      Nun war Casey an der Reihe. Matthew brachte die hübsche Stute zu mir und band sie auf der Stallgasse an.
      „Hallöchen, Hübsche!“, sagte ich freundlich und hielt ihr meine Hand zum Beschnuppern hin. Etwas schüchtern schnupperte sie an mir und zog sich dann zurück.

      „Also - entweder stinke ich heute, oder irgendwas stimmt nicht.“, witzelte ich gespielt beleidigt und musste dann lachen.
      Casey sah gut aus: Ihr Fell glänzte und war dicht gewachsen. Ihre Hufe sahen gut aus und ihr Langhaar war gepflegt. Ihre Augen – hübsche Augen übrigens – beobachteten mich aufmerksam und erschienen klar.
      Behutsam schaute ich mir die Schleimhäute der Stute an, die mich einfach machen ließ, auch wenn man ihr ansah, dass sie mir ein wenig misstraute.
      Auf jeden Fall sahen die Schleimhäute gut aus und ich konnte nun die Atmung und das Herz abhören. Beides sprach zu meiner vollsten Zufriedenheit und ich konnte der schönen Dame mit gutem Gewissen die Impfung verabreichen.
      Danach chippte ich sie noch kurz und überprüfte den Sitz des Transponders mit dem Lesegerät, welches ein Piepen abgab und mir die Nummer anzeigte.
      „So. Das ging ja fix! Bist schon fertig.“, sagte ich liebvoll zu ihr und räumte meine Sachen auf.

      Gerade als Matthew mit Casey in der Box verschwand, kam eine junge und sympathische Frau auf mich zu.
      „Jamie! Es tut mir leid, dass ich jetzt erst hier bin, aber ich musste noch was wegen meinem Neuzugang klären.“, entschuldigte sie sich und gab mir die Hand.
      „Du bist Elisa, oder?“, fragte ich lächelnd. „Und das ist doch nicht schlimm. Matthew hat mir bestens unter die Arme gegriffen. Wir sind gerade fertig geworden.“
      „Oh ja – ich bin Elisa.“, sagte sie und lächelte. Matthew kam auf uns zu.
      „Jamie? Du könntest nicht ganz zufällig noch nach meinem Neuzugang schauen, oder?“, fragte sie mich hoffnungsvoll und mir blieb nichts anderes übrig, als mit einem beschwingten Lächeln hinter Elisa herzugehen.

      „Es geht um Nacromancer in the Dark. Ich hab ihn noch nicht allzu lange und er soll bald zur Körung, aber er müsste noch geimpft und gechippt werden.“, erklärte sie mir und wir blieben vor einer Box stehen, aus der ein hübscher, brauner Pferdekopf lugte.
      „Hey Süßer!“, sagte ich liebevoll und hielt ihm meine Hand entgegen, die er – wie es sich für einen Charmeur gehört – direkt ableckte.
      Ein Lachen entfuhr mir und Elisa stimmte ein.
      „Nacro! Das macht man nicht!“, tadelte sie ihn spaßig und kurze Zeit später stand der Hengst auf der Stallgasse.

      Sein äußeres Erscheinungsbild sprach mir sehr zu. Der DRP-Hengst stand gut im Futter, sah sportlich aus und sein Fell glänzte. Seine Hufe und sein Langhaar waren gepflegt und sein Blick wach und aufmerksam.
      Seine Schleimhäute konnte ich ohne Probleme kontrollieren und auch die Atmung und das Herz gaben mir keinen Grund zur Sorge.
      „Alles bestens! Du hast ein quietsch-gesundes Hengstchen.“, sagte ich freundlich und bereitete die Impfungen vor, die auch direkt ihren Weg in Nacro’s Kreislauf fanden.

      Wenige Minuten später, saß auch der Transponder an der richtigen Stelle und ich räumte meinen ganzen Kram in mein Köfferchen.
      „Das war’s auch schon wieder.“, sagte ich zufrieden und suchte die passenden Wurmkuren aus meinem Köfferchen. „Also, ich hab deine Schätzchen jetzt alle geimpft und gechippt. Die Wurmkuren gibst du allen bitte in sechs bis acht Tagen, wenn die die Impfung verkraftet haben. Die Paste dosierst du bitte nach der Packungsbeilage und schmierst deinen Mäuschen das Zeug dann in das Maul. Wenn du das nicht schaffst, kannst du das auch über einen Apfel oder ein Brötchen verfüttern. Hauptsache ist, dass die das in den Magen bekommen. Okay?“, erklärte ich Elisa freundlich und drückte ihr die Wurmkuren in die Hände.
      „Alles klar, Chef!“, sagte sie, lächelte und ich verabschiedete mich.

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    • Samarti
      Hufschmiedbericht 15. Dezember 2013 - Kontrolle
      © Pepe

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      „Hallo Pepe, ich möchte einen Auftrag bei dir abgeben.“ Am Telefon war Elisa, sie wollte ihren Hengst Nacromancer in the Dark zur Kontrolle für einen Körung anmelden. Ich machte mit ihr einen Termin aus und legte auf. Wir hatten uns auf den nächsten Tag geeinigt.
      Im Schneeregen fuhr ich am Tag darauf auf den Hof von Elisa. Ich mochte das Wetter nicht, generell ist der Winter eine schreckliche Zeit für mich, Erkältungen plagten mich oft. So auch heute. Ich nieste und stieg aus meinem Wagen. Die Kapuze meiner Winterjacke zog ich mir dicht über den Kopf und flitzte in den rettenden Stall. „Elisa?“, rief ich hinein und daraufhin erblickte ich einen Kopf in einer der Boxen. „Hey!“, begrüßte sie mich freundlich und gab mir die Hand. „Nacromancer steht hier nebenan, warte, ich hole ihn schnell heraus.“ Elisa und ich kannten uns bereits, sie trainierte hin und wieder einige meiner Pferde. Aus der Box trat ein braunes Deutsches Reitpony und nahm mir das Stück Karotte aus der Hand, Elisa band ihn in der Stallgasse an. In Windeseile kratzte sie die Hufe des Ponys aus und gab mir dann ein Zeichen, dass sie fertig sei. Ich stellte meine Tasche an die Boxenwand und öffnete. Nacromancer war neugierig und nahm die Nase tief. Ich grinste, schob ihn sanft zur Seite und nahm das Hufmesser aus der Tasche. „Huf!“, rief ich dem Hengst zu und hob den ersten Vorderhuf an. Ich begann mit Ausschneiden und betrachtete dabei den Zustand der Hufe. Sie waren wenig gewachsen, das Horn war fest und keineswegs brüchig. Dann ging es zum nächsten Huf über. Auch hier schnitt ich aus und prüfte den Huf auf Auffälligkeiten – negativ. Als ich fertig war mit Ausschneiden legte ich das Hufmesser zurück und nahm stattdessen die Huffeile heraus. Ich bat Elisa, den Hengst etwas festzuhalten, man konnte nie sicher sein, dass ein Pferd seinen Huf vom Hufbock zog. Routiniert feilte ich die Hufe glatt und eben. Nacromancer blieb ruhig und zuckte nur gelegentlich mit den Füßen. Als ich fertig mit Feilen war, betrachtete ich das Reitpony von allen Seiten. Ich musste sichergehen, dass alle vier Hufe gleichmäßig waren und keines höher war als das andere. Als ich mir damit auch sicher war, klopfte ich den Hengst und Elisa brachte ihn wieder zurück in die Box. „Mit Nacromancers Hufen ist alles in bester Ordnung, ich wünsche dir viel Gück für deine nächste Körung mit ihm, er ist wirklich ein klasse Kerl und hat sicherlich Potential.“ Elisa nickte und wir verabschiedeten uns. Ich räumte meine Sachen zusammen und fuhr dann von ihrem Hof nach Hause.
    • Samarti
      Pflegebericht 16. Dezember 2013 - HK 454: Westernorientierte Hengste

      „Matthew, hol bitte schon einmal Nacro aus der Box. Wir müssen ihn langsam fertig machen“, bat ich meinen stellvertretenden Gestütsleister. Dieser nickte mir zur Bestätigung nur zu und verschwand schließlich in dem Stalltrakt des Geländes, auf dem die Körung stattfand. Glücklicherweise durften wir unsere Pferde hier unterbringen, denn es wäre zu stressig für Nacro gewesen, eine solch lange Fahrt zu überstehen und direkt im Anschluss eine Körung zu absolvieren. Wir befanden uns bereits seit zwei Tagen auf dem Gelände, damit mein Hengst sich einleben konnte und somit genug Zeit hatte, sich von dem Stress, der mit dem Hinweg in Verbindung stand, zu erholen.
      Wenig später wurde der Deutsche Reitponyhengst bereits aus dem Stalltrakt und in die Richtung des Putzplatzes geführt, auf dem ich mich befand. Mit flinken Fingern band Matthew ihn fest und öffnete schließlich die Putzbox, um mit dem Striegeln zu beginnen.
      Während Matthew das Pony putzte, zog ich noch ein letztes Mal Neill, der uns ebenfalls begleitete, zur Seite und fragte ihn, ob er Nacro noch einmal durchchecken konnte. „Elisa, es ist alles in Ordnung. Ich habe ihn mir schon drei Mal angesehen, keine Sorge. Ihm geht es gut“, lachte er leise. Ich schob meine Unterlippe schmollend vor, zog sie aber kurz darauf wieder zurück und stimmte in sein Lachen mit ein. „Du hast recht, vielleicht reagiere ich einfach ein wenig über. Ich möchte einfach, dass Nacro diesmal Erfolg hat.“
      „Ich weiß. Und das wird er auch, da bin ich mir sicher“, munterte Neill mich auf und ich lächelte ihm ein letztes Mal zu, ehe ich wieder zu Matthew und meinem Ponyhengst ging, um beim Putzen behilflich zu sein. Nachdem dies geschafft war, hob ich den schweren Westernsattel auf den Rücken des Tieres und verschnallte ihn sorgfältig, damit auch nichts passierte. Daraufhin trenste ich Nacro auf und führte ihn zum Platz, wo schon mehrere Teilnehmer dabei waren, ihre Pferde aufzuwärmen. Bei dieser Konkurrenz dürfte es schwer sein, sich durchzusetzen – doch ich musste mir einfach sagen, dass Neill richtig lag. Dass Nacro das hier gewinnen könnte und würde.
      Die Anspannung baute sich mit jedem Schritt, den ich näher trat, mehr auf und machte mich total hibbelig. Es war zwar nicht Nacros erste Körung, doch seit seiner Letztens hatte sich so viel geändert. Wir hatten noch mehr Arbeit in ihn gesteckt, er hatte zahlreiche Turnierschleifen gesammelt und eigentlich müsste er es schaffen. Eigentlich. Zweifel kamen in mir auf, doch ich unterdrückte sie, so gut es mir möglich war. Ich durfte nicht daran denken.
      Das Abreiten vor der Show war noch immer der schlimmste Teil. Jeden Moment könnte man aufgerufen werden, es könnte alles passieren. Doch diesmal lief es erstaunlich gut. Nacro war locker und entspannt, das bemerkte ich sofort. Er ließ sich von all dieser Aufruhr und Aufregung um ihn herum nicht beeinflussen oder beirren und konzentrierte sich voll und ganz auf mich. Nur auf mich.
      Es würde schon schiefgehen.

      Meine Hände zitterten stark, während ich ein letztes Mal über den Mähnenkamm meines Deutschen Reitponyhengstes strich und dabei versuchte, die Nervosität aus meinem Körper zu verbannen. Es gelang mir nur mäßig. Nacromancer in the Dark hingegen stand gelassen neben mir, schnaubte ab und zu, regte sich jedoch nicht weiter. Ihm war das Gefühl, vor einer großen Menschenmenge aufzutreten, bereits bekannt, da er bereits eine Vielzahl von Turnieren bestritten hatte.
      Weiter kam ich mit meinen Gedankengängen nicht, denn unser Vorreiter verließ den Platz und deutete uns an, dass wir nun unsere einzelnen Pattern vorführen mussten. Zeitgleich wurden wir auch aufgerufen. Matthew strich mir mit seiner Hand nochmal beruhigend über den Rücken, seine Andere drückte meine ein letztes Mal, bevor er mit den Lippen ein stummes „Viel Glück“ formte und von der Bildfläche verschwand. Ein letztes Mal atmete ich tief durch, ehe ich die Zügel aufnahm und mit Nacro auf den Platz trat, auf dem der Wettbewerb stattfand.
      In einem angenehmen, ausbalancierten Schritt brachten wir den Walk In hinter uns und kamen beim Bahnpunkt X zum Stehen, wo wir zunächst einmal die Richter grüßten. Schließlich wechselten wir direkt in den Jog, beginnend auf der linken Hand. Wir trabten so eine ganze Bahn, schließlich fielen wir wieder in den Walk. Als wir beim Bahnpunkt H ankamen, fielen wir in den Lope, einen schwungvollen, ruhigen Galopp. Eine ganze Bahn lang hielten wir dieses Tempo, beim erneuten Ankommen bei H wechselten wir durch die ganze Bahn und führten dabei einen fliegenden Galoppwechsel durch, der wohl für die Zuschauer kaum zu sehen war. Weiter ging es noch immer im Lope, schließlich zeigten wir den Jog und den Walk auf der rechten Hand. Nachdem der erste Teil der Anforderungen ausgeführt worden war, legte ich mein rechtes Bein an die Seite meines Ponys, das Linke wurde beiseite genommen. Nacro verstand sofort, was von ihm verlangt wurde, er führte einen eindrucksvollen Spin aus. Wir zeigten schließlich ein Back Up über mehrere Schritte, bevor wir auf den Zirkel ritten und dort kurzweilig den Canter, einen schnellen Galopp, vorzeigten. Mühelos wechselten wir aus dem Zirkel und zeigten zeitgleich einen fliegenden Galoppwechsel. Daraufhin bewegten wir uns weiter im Trab fort, zeigten dabei noch den Road Gait und den Park Gait. Nachdem wir dies hinter uns gebracht hatten und somit auch das Speed Control durchgeführt worden war, machten wir uns bereit für ein Run Down, was man auch als Beschleunigungsphase auf den Sliding Stop zu bezeichnen konnte. Wir legten einige Meter in einem rasend schnellen Tempo hinter uns, bevor Nacro mühelos aus dem vollen Galopp bremste und auf den Hinterbeinen voranrutschte, während die Vorderbeine locker mitliefen. Ein Rollback folgte, sodass wir schließlich in die andere Richtung sahen und im Trot erneut zum Mittelpunkt liefen, um uns von den Richtern zu verabschieden. Schließlich verließen wir die Bahn und machten uns auf den Weg zur Gebisskontrolle.

      Bei der Gebisskontrolle wurden keinerlei Probleme festgestellt, was hieß, dass wir definitiv noch im Rennen waren und deshalb nicht disqualifiziert wurden. Auch während der Durchführung der verschiedenen Pattern wurden keine Gründe für Disqualifikation festgestellt, wir hatten erstaunlich wenige Penalties erhalten. Ich war wahnsinnig stolz auf meinen kleinen Hengst und war mir bereits jetzt sicher, dass er sich die große Portion Leckerlis, die ihm gerade zugesteckt wurde, wirklich verdient hatte.
      Wir befanden uns momentan auf einem kleinen Paddock, den wir selbst abgesteckt hatten, damit Nacro ein wenig Auslauf hatte. Zum Glück hatten wir hierfür eine Genehmigung erhalten, denn ohne seine tägliche Bewegung war Nacromancer in the Dark unausstehlich und das hätte sich nicht gut bei der Kür gemacht.
      Seine Ausrüstung hatten wir ihm bereits abgenommen und wieder verstaut. Die Verkündung der Siegerhengste und die damit beginnende Siegerehrung würde erst in einigen Stunden stattfinden, denn wir waren nicht das letzte Teilnehmerpaar gewesen. Somit erwartete uns noch eine lange Zeit voller Nägel knabbern, nervösem Umherlaufen und genervten Reaktionen auf einfache Frage. So sah zumindest Neills Plan aus. Matthew und ich hatten anfangs versucht, ihn zu beruhigen – erfolglos. Also ließen wir Neill Neill sein und beschäftigten uns ohne ihn.
      Es lenkte mich wirklich ein wenig ab, Zeit mit Matthew zu verbringen. Er tat alles, um mir die Gedanken an eine mögliche Niederlage zu nehmen und mich auf einen Sieg vorzubereiten. Während ich Nacromancer in the Dark einige wohlverdiente Möhren zusteckte, legten sich plötzlich wie aus dem Nichts zwei Hände um meine Taille und zogen mich von dem Pony fort. „Matthew, was wird das?“, fragte ich verwundert und drehte mich um, legte meine Hände auf seiner Brust ab, drückte ihn bestimmt von mir weg.
      „Ich weiß nicht. Ablenkungsmanöver?“, zwinkerte er mir zu und zog mich erneut an sich, was mich und auch ihn zum Lachen brachte. „Matthew, lass den Mist“, lachte ich noch immer und kniff ihm spielerisch in die Wange. Ich hatte ihn besonders in der letzten Zeit wahnsinnig lieb gewonnen, weil er einfach immer für mich da war und – ganz egal, wie ernst die Lage war – immer gute Laune hatte. Manchmal konnte es nerven, doch größtenteils war ich froh darüber. Meine Sorgen waren meist wie weggeblasen, wenn Matt an meiner Seite war und mich beschäftige.
      „Och, komm schon!“, jammerte er und drückte mich wieder fester an sich. Seine Hand lag auf meinem Rücken, sodass ich nicht von ihm weichen konnte. Ich gab mich geschlagen und seufzte theatralisch, ehe auch ich meine Arme um ihn schlang und meinen Kopf in seiner Brust vergrub.
      „Oooh“, ertönte es genau in diesem Moment und mein Kopf schoss hoch, mein Gesicht rot vor Scham, obwohl nichts passiert war. „Es- es ist nicht das, wonach es aussieht!“, kam es aus meinem Mund und ich hätte mich selbst für diesen Satz schlagen können.
      „Wieso stotterst du denn dann, Liebes? Erzähl ihm doch endlich, dass wir ein Paar sind“, grinste Matthew mich frech an und innerlich gab ich ihm schon solch eine harte Ohrfeige, dass seine Wange noch Tage später rot glühen würde.
      Doch ich sagte nichts, denn in diesem Moment wurde ich von einer Ansage, die durch den Lautsprecher erklang und über das gesamte Gelände schallte, unterbrochen.
      „Wir bitten alle Teilnehmer, sich zu der heutigen Siegerverkündung zu versammeln. Die Vorstellungen sind beendet.“
    • Samarti
      Pflegebericht 24. Dezember 2013 - Weihnachten auf dem Gestüt

      „Unser erstes gemeinsames Weihnachten“, murmelte ich leise und betrachtete den riesigen, noch ungeschmückten Weihnachtsbaum, der den Weg in unser Haus gefunden hatte. Matthew und Harry brummelten mir zustimmend irgendetwas zu, während sie am großen Tisch saßen und Armdrücken spielten. Sie wollten unbedingt wissen, wer von den Beiden der Stärkere war. Seufzend drehte ich mich wieder von ihnen weg und befestigte eine weitere Christbaumkugel an einem der Zweige. Im Hintergrund lief leise Weihnachtsmusik und die letzten Töne von „Let It Snow“ erklangen gerade, als das nächste Lied angespielt wurde.
      „Mach das aus!“, schrie ich nahezu und fuchtelte wild mit den Armen in der Luft herum, was dazu führte, dass mein Gleichgewichtssinn sich verabschiedete. Ich konnte mich gerade noch so auf der Leiter halten, ohne umzukippen und stieg schließlich die Stufen herunter, um mich auf den Weg zum Radio zu machen.
      „Schalt es ab“, wiederholte ich knurrend und suchte den Lautstärkeregler des Radios.
      „Was hast du denn gegen Last Christmas?“ Matthew sah mich verwundert an, seine Augenbrauen schossen fragend in die Höhe.
      „Ich hasse es einfach. Es ist nervig.“
      „Ich finde es schön“, protestierte Lucy und ich warf ihr einen tödlichen Blick zu, um sie zum Verstummen zu bringen. Im nächsten Moment musste sie laut lachen. Nein, meine Blicke konnten leider nicht töten.
      „Macht es einfach aus“, stimmte Joline mir zu, „ich finde es auch scheußlich. Jedes Jahr dasselbe, dämliche Lied. Ich kann es nicht mehr hören.“
      Ich sah sie lächelnd an, dankte ihr dafür und beobachtete Harry, der auf einen anderen Sender umschaltete. Als er sich zu mir umdrehte, zierte ein belustigtes Grinsen sein Gesicht.
      „Da haben sich die Radiosender wohl gegen dich verschworen.“
      Ich stöhnte genervt auf und ließ mich auf einen der Stühle fallen, die im großen Wohnzimmer verteilt standen. Mein Gesicht vergrub ich demotiviert in meinen Handflächen und ein lauter Seufzer verließ meinen Mund. Es konnte doch nicht wahr sein, dass auf jedem gottverdammten Sender dieses nervtötende Lied gespielt wurde! Ein wunderbarer Weihnachtstag, ein wunderbarer Heiligabend wegen diesem wunderbaren Lied. Man bemerke bitte die Ironie in dieser tatkräftigen Aussage.

      „Beverly und Dajeen sind bereits in ihren Boxen. Was ist mit Goldherz und Casey?“ Harry lief unruhig auf und ab, verwirbelte dabei einige Strohhalme in der Stallgasse, die soeben gefegt worden war. „Goldherz steht in ihrer Box. Casey muss noch hereingeholt werden, Romantica auch. Machst du das bitte eben?“, bat ich ihn und händigte ihm die zwei Halfter aus, die für die beiden Reitponystuten bestimmt waren. Er nickte und verschwand nach draußen. Es würde laut Wetterberichten eine kalte Weihnachtsnacht werden, weshalb die Pferde und Ponys die Nacht in den Ställen verbringen würden. Der Regen dürfte in Folkestone auch nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Dieses Jahr gab es wohl keine weiße Weihnacht. Danke, Erderwärmung.
      Nur kurze Zeit später erschien Harry mit den beiden Scheckstuten im Stalltrakt und führte sie in ihre warmen, frisch eingestreuten Boxen. Ich seufzte bei dem Gedanken daran, dass wir wahrscheinlich bald wieder umziehen würden. Eigentlich wollte ich dies nicht, doch ich hatte eine kleine Ranch in Aussicht, ganz in der Nähe von diesem Gestüt. Sie war gemütlich und wurde nur verkauft, weil die ehemaligen Besitzer verstorben und keinerlei Erbanwärter vorhanden waren, weshalb sie schließlich zwangsversteigert werden musste. Ich hatte mich sofort in diese Ranch verliebt, aber … es war schwierig, vom Gestüt The Mountain Yard loszukommen. Schließlich wohnten wir hier erst seit einem halben Jahr, doch ich bemerkte, dass die Anlage einfach zu groß für uns war. Wir hielten nur siebzehn Pferde, und für diese reichte die kleine Ranch in Dover in der Nähe der Kreidefelsen vollkommen aus. Dann würde ich das Gestüt hier wohl oder übel verkaufen müssen.
      Ein wenig Hufgetrappel ertönte, als ich mich umdrehte und nach draußen sah. Dort standen Flame und Dahiba, fertig geputzt und gesattelt. Sie warteten nur noch darauf, ihre Trensen übergezogen zu bekommen, dann würden wir in einen kurzen Ausritt starten. Sie brauchten ihre Bewegung.
      Mein Reithelm saß fest auf meinem Kopf, als ich auf Dahiba aufstieg und Joline neben mir das Gleiche bei Flame tat. Es war kühl und ich fror ein wenig, hatte ich doch nur einen Sweater angezogen, aber das musste nun sein. Augen zu und durch!

      Nach nicht sehr viel Zeit trafen wir wieder auf dem Hof ein. Die Dämmerung brach schon an, als die beiden Stuten in ihren Boxen standen und es schien, als würde sich bald die Nachtdecke über Folkestone niederlassen. Der Himmel war in eine bunte Mischung aus verschiedensten Farben getaucht worden, und kurz gesagt: Es war wunderschön.
      „Rapsoul, Pamino und Sonic Syndicate sind in den Boxen. Holt bitte noch Herbstblatt, Chronos und Da Vinci rein!“, wies Charles Neill und Mason an, die sofort auf seine Anweisung hörten und auf der Weide verschwanden, um besagte Hengste in die Boxen zu bringen.
      „Hat sich Dusk Till Dawn gut eingelebt?“, wandte sich der Ausbilder und oberste Stallmeister nun an mich und ich nickte nur leicht. „Ja. Trotz der Tatsache, dass er erst seit einem Tag hier ist, macht er sich wahnsinnig gut.“
      „Das ist schön zu hören. Monsta muss noch in die Box!“, rief er Harry zu und klatschte in die Hände, um alle auf sich aufmerksam zu machen. „Elisa, hol du Nacromancer in the Dark in den Stall. In Ordnung?“ Ich nickte erneut. Obwohl er für mich arbeitete, war er so etwas wie ein Vater für mich und half mir oft dabei, alles geordnet zu halten.
      Meine Beine trugen mich eilig auf die Hengstweide und mit einem kurzen 'Klick' sprang der Karabinerhaken ein, sodass Nacros Halfter nun fest auf seinem Kopf saß. Es war eigentlich unnötig, denn der Hengst folgte mir auch so. Dennoch ging es so schneller.
      Es war bald schon in seiner Box und die Pferde waren alle versorgt worden – inklusive einer kleinen Weihnachtsüberraschung, die sie in ihren Trögen fanden.

      „Sie erinnert mich an ein kleines My Little Pony“, lächelte ich Matthew zu und deutete auf das Bild einer Criollo-Tinker-Mix Stute, die momentan zum Verkauf stand. Ich hatte sofort ein Auge auf sie geworfen und mich um sie beworben, doch ich war nicht die Einzige, die sie haben wollte. Dennoch hoffte ich auf das Beste.
      „Lass uns zu den Anderen“, murmelte Matthew und strich mir sanft über den Rücken. Ein kleiner Schauer lief mir über diesen und ich musste augenblicklich noch breiter lächeln.
      „Gerne“, erwiderte ich, stand auf und zögerte dann., bevor ich wirklich zu den Anderen ging und ihn hinter mir herzog. Und so verbrachten wir einen ganzen Abend mit leckerem Weihnachtsessen, einer wunderschönen Bescherung und einem ebenso wunderbaren Heiligabend. Trotz der Tatsache, dass wir in England waren, behielten wir noch deutsche Traditionen bei uns – mal sehen, wie lange die noch anhalten würden.
    • Samarti
      Pflegebericht 11. Januar 2014 - Der Umzug nach Penzance

      Mit emotionslosem Blick betrachtete ich das bunte Treiben auf dem Gestüt The Mountain Yard. Es war noch hektischer und lauter als sonst. Dabei war es erst sechs Uhr in der Früh, doch wir alle mussten uns auf den Umzug vorbereiten. Mit einem lauten Seufzer zog ich mir schließlich meine Jacke über, schlüpfte in meine Schuhe und schnappte mir meinen Schlüssel, bevor die Haustür lautstark hinter mir zuknallte und ich ins Freie trat. Mir wurde kaum Beachtung geschenkt – waren doch alle mit dem Verpacken von Ausrüstung, dem Verladen der Pferde oder sonst irgendwelchem Kram beschäftigt, der uns auf den Umzug vorbereiten sollte. Es standen nur noch vier Pferde auf dem Hof, besser gesagt vier Ponys. Goldherz brummelte mir aus ihrer Box zu, als sie mich erblickte und damit auch die paar Karotten in meiner Hand sah. Ich bewegte mich mit langsamen, ruhigen Schritten auf die Boxentür meiner Stute zu und streichelte sanft über ihr weiches Winterfell, das auf ihrem Nasenrücken wuchs. „Na, Liebling?“, murmelte ich leise und meine Hand wanderte zu ihren Ohren, die ich kraulte. Ein stummes Lächeln schlich sich auf mein Gesicht, als Goldherz ihre Augen schloss, tief ausatmete und den Kopf ein wenig senkte. Dann jedoch wurden ihre dunkelbraunen Augen wieder sichtbar und ein kleiner Ponykopf rieb sich behutsam an meinem Oberarm, bevor Goldherz sich mit ihrem Kopf an mich lehnte und erneut tief ausatmete. Ich entspannte mich für einen Moment, vergaß den Umzugsstress und den Trubel auf meinem Hof und konzentrierte mich nur auf das gescheckte Pony vor mir. Goldherz war schon immer der Liebling meiner Pferde gewesen. Bereits vor einigen Jahren hatte sie ich zuerst erblickt und sie daraufhin gekauft. Ich hatte keine Kosten und Mühen gescheut, um aus ihr die Stute zu machen, die sie heute ist. Ich hatte sie krönen lassen, mit mir hatte sie mehrere Schönheitswettbewerbe und Turniere bestritten und Schleifen nach Hause bringen können. Ich war jedes Mal dabei, wenn sie ein Fohlen auf die Welt brachte. Leider war ich auch diejenige, die völlig überstürzt das Land verlassen hatte. Goldherz fand zwar einen Platz bei Juu, verletzte sich aber beim Springen an der Beugesehne und Juu beschloss, sie zu ihrem Wohl auf die Gnadenweide zu stellen. Niemand hatte eigentlich Hoffnung gehabt, dass die Verletzung wieder abklingen würde – war doch nicht mit ihr zu spaßen. Doch Weihnachten 2012 hatte Michelle mir das wohl beste Weihnachtsgeschenk gemacht, das sie mir hätte machen können. Sie war mit einem Tierarzt und joe zu Juu gefahren, um Goldherz abzuholen. Ihre Verletzung war zu dem Zeitpunkt nicht mehr besonders schwerwiegend gewesen und sie konnte langsam wieder mit dem Training beginnen. Nun, irgendwann hatte Michelle mir erzählt, dass sie eine Überraschung für mich hätte. Ich hätte mit allem gerechnet, aber nicht damit, dass sie mir tatsächlich Goldherz wiederholen konnte.
      Aus der Nebenbox ertönte ein empörtes Schnauben und Goldherz hob ihren Kopf, um Casey einen giftigen Blick zuzuwerfen. Sie war zwar die Mutter des Grauschecken, doch wenn Goldherz ein wenig Aufmerksamkeit bekam und ihr die jemand wegnehmen wollte, wurde sie zickig und beinahe eigen. Ein erneutes Lächeln zierte meine Mundwinkel, während ich Goldherz eine Möhre zusteckte und sie diese genüsslich zermalmte. Die Zeit nutzte ich, um mich Casey zu widmen. Diese studiere mich aufmerksam, als ich auf sie zulief und mit der Möhre vor ihrem Kopf wedelte. Ihre blauen Augen verfolgten wachsam diese und ich konnte sehen, wie ihr förmlich das Wasser im Mund zusammenlief. Dennoch machte sie keine Anstalten, mir die Karotte aus der Hand zu ziehen, weshalb ich sie ihr schließlich doch selbst gab und ihr den Hals klopfte. Mein Weg führte mich zur nächsten Box, in der sich Romantica befand. Sie war heute Morgen bereits versorgt worden und trotz der Tatsache, dass sie durch den Koppelzaun gesprungen und ihre Verletzung somit erst drei Tage her war, sahen ihre Schnittwunden nicht mehr gänzlich so schlimm aus wie zu Anfang. Auch die Prellung am Bein hatte nachgelassen und sie dürfte die Fahrt problemlos überstehen. Romantica bekam ebenfalls eine Möhre zugesteckt, ebenso wie Monsta, die in der vierten Box im Stutenstall stand. Kurz darauf verließ ich diesen Stalltrakt wieder und lief in die anderen beiden. Es herrschte gähnende Leere. Selbst die Büros im Stall waren bereits ausgeräumt worden, alle Unterlagen waren verschwunden. Hier gab es nichts mehr zu sehen.
      Es tat mir in der Seele weh, zu wissen, dass ich dieses Gestüt verkaufen müsste. Ich wusste nicht, was mich dazu gebracht hatte, das Gestüt mit dem Namen Crown Hill Stables zu kaufen. Es war wahrscheinlich diese Verlockung, wieder etwas Neues zu erleben – aber sie gefiel mir um Längen besser als das Gestüt The Mountain Yard und so beschloss ich, dieses zu verkaufen und einen erneuten Umzug zu wagen.
      „Elisa?“, riss Matthew mich aus meinen Gedanken und ich drehte mich ruckartig um, weshalb ich fast in ihn prallte. „Ja?“, brachte ich heraus und sah ihn mit gerunzelter Stirn an. Auch er schien nicht sonderlich gelassen zu sein, ihn schien der Umzugsstress ebenso mitzunehmen wie mich. Trotz der Tatsache, dass das neue Gestüt sich im Südwesten Englands in Penzance befand, hatten viele meiner Mitarbeiter beschlossen, mich zu begleiten. Bereits zuvor hatte die Mehrzahl von ihnen bei mir auf dem Gestüt gelebt, so würde es auch in Zukunft sein. Mich überraschte dies zwar, doch vielmehr freute ich mich darüber. Die Stallburschen würden mich nicht begleiten, ebenso wie zwei meiner Jockey abgesagt hatten. Dies taten auch drei weitere Ausbilder, was mich zwar etwas trauriger stimmte, aber nicht umbringen würde. In Penzance gab es mit Sicherheit auch gute Ausbilder, die ich mir an Land ziehen könnte.
      Aber Harry würde uns verlassen. Ihn zog es wieder nach London, wo er zuvor bereits gewohnt hatte und wie Matthew mir gerade mitteilte, war es für mich an der Zeit, mich nun von dem Ausreißer zu verabschieden.
      Mit trägen Bewegungen schritt ich auf Harry zu, der bereits auf dem Hof wartete. Als ich seine Koffer erblickte und den grimmigen Taxifahrer sah, wurde mir mulmig und ich versuchte, nicht allzu sehr nach ʻam Boden zerstörtʼ auszusehen. Obwohl ich traurig war, dass er verschwand, wusste ich, dass es besser so wäre. Er gehörte hier nicht hin. Harry gehörte in eine Großstadt, in Clubs und Diskotheken. Nicht auf das Land und ganz besonders nicht auf ein Gestüt.
      Als er mich im Arm hielt und mir sanft mit seinen großen Händen über den Rücken strich, schluchzte ich laut auf. Er war nun eine ganze Weile lang auf dem Gestüt gewesen und ich konnte es mir gar nicht mehr ohne ihn vorstellen. Dennoch war es die einzig richtige Entscheidung, die er treffen konnte.
      Nach gut zehn Minuten vernahm ich ein leises Räuspern seitens des Taxifahrers. Harry wischte mir kurz die Tränen von der Wange, dann gab er mir einen kurzen Kuss auf die Stirn. So, wie er es bereits vor Jahren gemacht hatte, als er und seine Familie von Deutschland nach England gezogen waren und mich zurückließen. Er war schon immer wie ein großer Bruder für mich, der beste Freund, den ich mir wünschen konnte. Wie sollte ich es wieder so lange ohne ihn aushalten?
      Wir ließen voneinander ab und ich setzte ein gezwungenes Lächeln auf. „Pass auf dich auf“, murmelte Harry mir ins Ohr und winkte mir noch einmal zu, während ich nur benommen nickte. Mit diesen Worten drehte er sich um und stieg in das Taxi, das kurz darauf mit brummendem Motor vom Gestüt fuhr.
      Nachdem es hinterm Horizont verschwunden war, drehte ich mich um und setzte ein Lächeln auf. „Dann wollen wir mal die letzten Pferde verladen“, grinste ich Matthew an und dieser nickte nur schnell, bevor er in den Stalltrakt verschwand, in dem sich die vier Ponystuten befanden.
      Meine Gedanken wanderten wieder zu dem Gestüt in Cornwall, während wir die besagten Stuten aus dem Stall holten uns sie auf den Pferdetransporter zuführten, der gerade angekommen war. Allerdings wurde mir das nicht lange erlaubt, denn Casey sträubte sich, das Ungeheur zu betreten. Es verwunderte mich ziemlich, hatte sie doch sonst keinerlei Probleme mit Pferdetransportern gehabt. Erst, als Goldherz vorlief, schritt die Grauscheck Stute ihrer Mutter langsam und skeptisch hinterher und ließ sich in ihre provisorische Box führen.
      Der Transporter verschwand ebenfalls bald von der Bildfläche und so waren es nur noch Matthew und ich, die auf dem Gestüt blieben. Wir mussten noch auf die Immobilienmaklerin warten, die uns dabei helfen wollte, das Gestüt zu verkaufen. Sie hatte bereits einige Zeit Verspätung, doch es machte mir nicht sonderlich viel aus. Ich wollte noch so viel Zeit auf dem Gestüt verbringen, wie es mir möglich war.
      „Ich werde die lila Dächer vermissen“, hörte ich Matthews Stimme und problemlos vernahm ich sein Schmunzeln.
      „Das ist wohl das mindeste“, entgegnete ich grinsend und blickte hinauf zu den Dächern. Sie waren wirklich lila. Ich wusste nicht, was die Leute, die das Haus erbaut oder erbauen lassen hatten, sie dabei gedacht hatten. Es war zwar nicht sonderlich auffällig, aber eigentlich gar nicht mein Fall. Dennoch konnte ich diesen Schönheitsfehler immer gut übersehen und nach einiger Zeit störte es mich schon gar nicht mehr.

      Es dauerte noch eine Weile, bis wir alles mit der Immobilienmaklerin besprochen hatten und endlich auf dem Weg nach Penzance waren. Auf dem Weg in unsere neue Heimat.
      Ich hatte mir zwar schon Fotos von der Landschaft angeschaut, doch als wir in der Grafschaft Cornwall ankamen, überwältigte der Anblick mich dennoch. Raue, steile Felsen zierten die Landschaft, hin und wieder erschienen lange Strände und malerische Buchten. Weite Felder, grüne Wiesen und dichte Wälder vervollständigten das Bild noch und es war der Anblick, der mich schließlich davon überzeugte, das richtige getan zu haben.
      Das Fahrzeug, in dem Matthew und ich schweigend saßen, fuhr einen etwas holprigen Sandweg empor. Links und rechts von uns waren vereinzelt einige Sträucher und Büsche, einige Meter vor uns befand sich das Wohnhaus des Gestüts. Es war nicht sonderlich groß, aber mehrere Stockwerke hoch und bot genug Platz für ein paar Personen.
      Wir erreichten einen kleinen Parkplatz, der sich in der Nähe des Hauses befand und der Motor verstummte, als der Wagen endlich anhielt. Voller Vorfreude sprang ich wortwörtlich aus dem Wagen und stolperte einige Schritte vorwärts, ehe ich mich wieder fangen konnte und mein Gleichgewicht wiederfand. Drei Möbelwagen standen ebenfalls auf dem Parkplatz, doch ich hatte keine Zeit, mich diesen näher zu widmen. Gerade, als ich an der Haustür klopfen wollte, wurde sie mir schon geöffnet.
      Vor mir stand ein grinsender Charles, der bis über beide Ohren strahlte. Matthew fand ebenfalls zu uns und wir wurden ins Haus gezogen. Es war noch ziemlich leer, es waren kaum Möbel vorhanden und das ganze Gebäude wurde mit Pappkartons gefüllt, in denen unser Zeug war.
      Unser Weg führte uns durch einige Zimmer und ich kam mir vor, als würden wir im Kreis laufen, doch nach kurzer Zeit befanden wir uns in einem Raum, der einem Wohnzimmer ähnelte. Dort trafen wir auf Lucy – Charles' Frau – und Joline, die uns ebenso erfreut wie Charles empfingen. „Die anderen sind draußen“, klärte das blonde Mädchen mich auf und ich nickte kurz. Joline war inzwischen eine vollwertige Ausbilderin in meinem Betrieb. Sie hatte ihre Ausbildung auf meinem Gestüt gemacht und als sie sie erfolgreich hinter sich gebracht hatte, bot ich ihr an, dass sie für mich als Ausbilderin arbeiten könnte. Zu meiner Freude sagte sie sofort zu, weshalb sie nun auch vor mir stand.
      Ich sah mich in dem Raum um, um mir ein Bild von meinem neuen Zuhause machen zu können. Im Großen und Ganzen gefiel mir, was ich sah. Die Wände waren in zarten Pastelltönen gestrichen, einfache Holzböden befanden sich unter unseren Füßen.
      „Wollen wir mal weiter?“, fragte Matthew und ich stimmte ihm eilig zu. Auch die anderen beschlossen, uns zu begleiten. Zwar waren sie schon etwas länger hier, doch sie wollten uns die Anlage zeigen.
      Unsere Füße betraten wieder den Sandweg, während wir um das Haus herum und auf das Gestüt zuschritten. Der Anblick überwältigte mich immer wieder. Zwar hatte ich das Gestüt schon besichtigt, doch ich hatte es nicht so groß in Erinnerung. Hinter dem Wohnhaus befand sich ein kleiner Teich, daneben grenzten riesige Weiden an. Zu unserer Rechten befanden sich ebenfalls zwei Weiden. Auf der Weide, die uns und dem Sandweg näher war, zermalmten die Stuten schon zufrieden die Grashalme, die ihren Weg kreuzten. Dahiba bemerkte uns als erste, kümmerte sich jedoch nicht weiter um uns und widmete sich wieder dem Gras. Beinahe zeitgleich flogen auch Audio Delite at Low Fidelitys, Pushin' Jazz for Cashs und Flames Köpfe in die Höhe. Die drei Stuten schritten gemächlich auf den Zaun zu, der sie von uns abgrenzte. Dies allerdings nicht, ohne hin und wieder einen Grasbüschel abzureißen und darauf herum zu kauen. Eine kurze Streicheleinheit holten die drei sich von uns ab, drehten sich dann jedoch wieder um und widmeten sich wieder dem Gras, was anscheinend interessanter war als wir es waren.
      Mein Blick glitt weiter über das Gelände. Geradeaus war das dreiteilige Stallgebäude gebaut worden, aus dem schon jetzt Hufgetrappel, Mistgabeln auf dem Boden und schnaubende Pferde zu hören waren. Soweit ich es beurteilen konnte, befand sich nur noch ein kleiner Teil der Hengste in den drei Stalltrakten. Beverly, Dajeen und Bel Homme waren mit den anderen Stuten auf der Weide; Rapsoul, Da Vinci und Herbstblatt fraßen auf einer anderen das Gras. Daneben befanden sich Pamino, Nacromancer in the Dark und Sonic Syndicate, die auch das Grünzeug aus dem Boden rupften. Die einzigen Pferde, die ich nicht sah, waren Chronos und Edward's Disk till Dawn. Matthew schien dies auch zu bemerken, denn im selben Moment zog er mich mit in den Stall. Unsere Wege trennten sich, als ich in den zweiten Stalltrakt ging, in dem die Sport- und Turnierpferde untergebracht waren. Matthew hingegen begab sich auf den Weg zu den Freizeitpferden.
      Nicht viel später stand er neben dem Tinkerhengst in der Stallgasse und schloss die Boxentür, ehe die beiden „Männer“ nach draußen verschwanden. Edwards Hufe hallten lautstark von den Wänden wider, was Chronos nervöser machte. Er war nun das einzige Pferd im Stall und das konnte er wirklich nicht sonderlich leiden. Schnell führte ich auch ihn auf die Weide, auf der die anderen Hengste standen. Da meine Hengste sich alle inzwischen aneinander gewöhnt hatten und sich hauptsächlich in Frieden ließen und nur hin und wieder herumzickten, konnte ich sie problemlos auf einer einzigen Weide stehen lassen.
      Der Schimmelhengst preschte sofort los, nachdem ich ihm das Halfter entfernt hatte. Er buckelte einige Male, dann ließ auch er den Kopf sinken und wandte sich dem Gras zu.

      „Der Ausbildungsbetrieb gehört dazu. Es wird kein Problem sein, ein paar Pferde mehr hier unterzubringen. Wir haben schließlich genug Boxen“, erklärte Charles und ich nickte zustimmend. „Ja, du hast recht. Es war ja sowieso von Anfang an klar, dass ich den Betrieb nicht aufgeben möchte.“
      „Was ist mit dem Ferienbetrieb? Also der, der hier zuvor schon war? Dass Kinder Reitferien auf dem Gestüt machen können und für eine Woche oder so ein Pferd kriegen, um das sie sich kümmern müssen“, erkundigte sich Lucy, die mit uns am Tisch saß und vor sich die Unterlagen des Gestüts liegen hatte.
      „Wir könnten es doch aufnehmen. Dann bieten wir den Kindern eben Reitunterricht an und reiten, je nach Reiterfahrung und Pferd, hin und wieder mit ihnen aus. Dann machen wir Anfänger-, Amateur- und Fortgeschrittenengruppen. Das lässt sich besser einteilen und ich denke, damit würden wir auch den Feriengästen einen Gefallen tun.“
      „Also möchtest du nur Kinder als Gäste?“, fragte Joline an Charles gewandt, der diesen Vorschlag in die Runde geworfen hatte.
      „Ich persönlich würde mit Kindern anfangen. Schließlich gehen in den Schulferien viele Mädchen in die Reiterferien und bei dieser Gegend dürfte es nicht schwierig sein, welche zu finden, die darauf Lust hätten.“
      Nachdenklich sah ich auf den Tisch und starrte ihn an, bevor ich langsam den Blick hob. Auf mir lagen mehrere Augenpaare, die auf meine Reaktion warteten.
      „Ich finde die Idee gut“, sagte ich schließlich und spielte mit dem Kugelschreiber herum, den ich in der Hand hielt. „Aber nur, wenn wir die Gäste wirklich in Gruppen einteilen. Und auch nur, wenn sich welche dazu bereit erklären, den Kindern die passenden Pferde zuzuordnen und sich um sie zu kümmern. Ich würde das ja übernehmen, bräuchte dabei aber Hilfe, weil ich mich um den ganzen Papierkram und auch noch die Ausbildung kümmern muss. Das würde ich nicht allein schaffen“, sagte ich und blickte in die Runde. Zustimmendes Nicken.
      „Dann wäre das geklärt. Der Ferienbetrieb bleibt bestehen. Er wird allerdings erst wieder aufgenommen, wenn wir den Umzugsstress hinter uns haben“, besiegelte ich den Beschluss und rückte mit dem Stuhl nach hinten, um aufzustehen. Lächelnd trat ich die Treppe hoch und ließ mich in dem Zimmer nieder, das ich als mein Schlafzimmer betitelt hatte. Von hier hatte man eine wunderbare Aussicht auf das Gestüt und während ich auf der breiten Fensterbank saß und das Geschehen beobachtete, wurde mir bewusst, dass die Entscheidung, dieses Gestüt zu kaufen, definitiv die richtige gewesen war.
    • Samarti
      Pflegebericht 02. März 2014 - Kanada, wir kommen!

      Hochwasser.
      Ein Wort, das allein schon dämlich genug klingt – welcher Idiot hatte sich das denn bitte ausgedacht?
      Nachdem Cornwall noch immer unter Wasser stand und unser ganzes Gestüt tatsächlich darunter zu leiden hatte, indem die Weiden, Reitplätze und auch die Reithalle nun völlig verstört worden waren, hatten Matthew und ich uns dazu entschieden, dass etwas Neues her musste. Und das so schnell wie möglich. Es war auch für die Pferde unzumutbar, sie noch im Stall stehen zu lassen, weshalb diese inzwischen schon auf dem neuen Gestüt untergebracht worden waren.
      So sehr es mir auch im Herzen wehtat, aus England wegzuziehen – hatte ich hier doch eine lange Zeit gelebt – so war es dennoch eine Erleichterung, dass wir zumindest unseren treuen Vierbeinern ein vernünftiges Zuhause bieten konnten. Obwohl wir erst vor knapp zwei Monaten nach Penzance gezogen waren, was für mich ein Stich ins Herz war. Ich liebte England, aber besonders nach der Zeit, die wir im ungewünschten Wasser verbracht hatten, wurde mir klar, dass dringend eine Lösung her musste.
      Zu meinem Glück sah Matthew, mit dem ich mich inzwischen wieder ziemlich gut verstand, das Ganze genauso; ebenso meine anderen paar Mitarbeiter. Bei einigen hatte ich Glück, Matthew, Sophia, Charles und seine Frau Lucy hatten beschlossen, mich zu begleiten, da ihnen die Lage in England förmlich zu Kopf stieg. Hätte ich mich zuvor nicht mit Matthew versöhnt, würde er mich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht begleiten.
      So traf es sich gut, dass neben der Ranch Gwen, dessen Hengst Altair ich bereits im Training gehabt hatte, ein leerstehendes Gestüt zum Verkauf stand. Ursprünglich wollte ich nie nach Kanada ziehen – doch das Mädchen hatte mich dann schlussendlich doch überzeugen können und inzwischen war ich mir ziemlich sicher, dass uns eine schöne Zeit bevorstand. Natürlich war ich mir über die Wetterumschwünge in Kanada im Klaren, dennoch würde es mit Sicherheit eine interessante, neue Erfahrung sein.
      Die letzten Umzugskartons waren gerade verpackt, als jemand von hinten seine Arme um meinen Torso schlang und sein Kinn auf meiner Schulter bettete. Ohne hinsehen zu müssen, wusste ich, dass es sich um Matthew handelte.
      „Ich werde England vermissen“, murmelte er leise in mein Ohr. Sein Atem kitzelte auf meiner Haut; jagte mir einen wohligen Schauer über den Rücken und sorgte dafür, dass sich Gänsehaut auf meinem Körper ausbreitete.
      „Ich auch.“ Meine Stimme war kurz vorm Versagen. Ja, ich würde England vermissen – und wie ich das tun würde. In diesem Land hatte ich so viele Erlebnisse machen dürfen, war selbstständig geworden, hatte mein erstes, komplett eigenes Gestüt aufbauen können, hatte neue Freunde gefunden, Bekanntschaften geschlossen, mit Leuten zerstritten, meistens wieder mit jenen Leuten versöhnt, hatte mir eine neue Menge Pferde gekauft, hatte viele Pferde trainiert und, und, und. Ich könnte die Liste ewig weiterführen, doch irgendwas findet alles sein Ende.
      „Wir schaffen das. Zusammen.“ Er stockte kurz und senkte seine Stimme, während sich auf meinem Gesicht ein Lächeln ausbreitete.
      „Zusammen.“

      Endlich hatte ich den ganzen Trubel um den Check-In am Flughafen hinter mir und konnte mich nun auf den Flug nach Kanada begeben. Mein Handgepäck hatte ich rasch in der Ablage verstaut, nachdem ich meine Sitzreihe, F, gefunden hatte. Matthew war mir dicht auf den Fersen, die Anderen waren schon alle längst in Kanada, um das neue Gestüt auf Vordermann zu bringen. Ich seufzte leise und ließ mich dann auf meinen Sitz sinken, ehe ich mir die Ohrstöpsel ins Ohr steckte und Musik hörte. Meine Musik wurde aber leider Gottes nur kurz darauf von den nervigen Ansagen unterbrochen, die man sowieso vor jedem Flug hörte. Ich konnte sie inzwischen schon auswendig, schließlich flog ich nicht gerade selten, um neue Pferde zu holen oder einfach nur an internationalen Turnieren teilzunehmen.
      Zum Glück war die Ansage schon bald beendet und ich startete mein Handy erneut, um mich Flappy Bird zu widmen. Ich hasste dieses Spiel abgrundtief, hing ich doch immer noch bei meinem Highscore von 73 Röhren fest, doch ich wollte eben diesen unbedingt brechen. Das bedurfte nicht nur einer Menge Geduld, sondern auch viel Zeit – zu viel Zeit. Denn irgendwann gab mein Handyakku auf und ich musste mich anders beschäftigen, weshalb ich Matthew anstieß, welcher kurz zusammenzuckte und dann überrascht aufsah. Es dauerte nicht lange und wir waren in eine Unterhaltung darüber vertieft, wie es wohl in Kanada für uns weitergehen würde.

      Das neue Gestüt war riesig. Mir stand der Mund vor lauter Staunen offen, als ich aus dem Taxifenster blickte und unser großes Gelände erspähen konnte. Überall erstreckten sich lange, grüne Wiesen, dichter Wald umgab uns und hin und wieder sah man einmal ein Feld. Kurzum: Es war unglaublich. Das CHS in England war im Vergleich zu diesem winzig gewesen und ich zweifelte daran, ob es gut war, ein solch großes Gestüt zu besitzen. Schnell schlug ich mir den Gedanken wieder aus dem Kopf. Wir hatten uns vergrößert und würden auch demnächst noch einige neue Pferde erwarten, weshalb so viel Platz vielleicht ein ziemlicher Vorteil war, sollten doch bald eventuell sieben weitere Zuchtpferde von Elena bei uns ankommen, um die wir uns kümmern sollten.
      Mein Weg führte mich zunächst einmal ins Haus, wo Matthew und ich die restlichen Kartons und Koffer ablegten, ehe er mich völlig unerwartet bei der Hand nahm. Ein leichtes Kribbeln breitete sich an der Stelle aus, weshalb ich lächelnd zu Boden sah und ihm nicht ins Gesicht blicken wollte. Er grinste kurz, zog mich dann aus dem Haus heraus und wir standen etwas ratlos auf dem Gestüt herum, da wir nicht wussten, wo was war – weshalb wir uns erst einmal zu dem längsten Gebäude begaben, welches, wie nicht anders zu erwarten, der Stall war.
      Die Pferde standen momentan alle in ihren Boxen und zermalmten zufrieden ihr Heu, während wir an den neuen Außenboxen vorbeiliefen. Diesmal hatten wir uns gegen die Innenboxen und für die Außenboxen entschieden, da die Pferde somit einfach mehr „Luft“ hatten, es schien ihnen allerdings auch zu gefallen. Scheinbar hatten sie alle die anstrengenden Reisen gut überstanden, lediglich Pushin' Jazz for Cash hatte eine kleine Schürfwunde an der Brust, welche jedoch nicht allzu schlimm aussah. Kein Grund, sich Sorgen zu machen.
      Casey brummelte mir freundlich zu und sah neugierig auf, als wir an ihrer Box vorbeiliefen, doch ich streichelte ihre Stirn nur kurz zur Begrüßung und wir liefen weiter. Rapsoul beachtete mich nicht weiter, ebenso Audio Delite at Low Fidelity – sie beide waren nur mit ihrem Heu beschäftigt und hatten keine Zeit für uns übrig. In der Box gegenüber der Mixstute stand eine Kabstrupper-Stute, die ich vor kurzer Zeit von Elena gekauft hatte, aber bisher noch nicht selbst in Empfang nehmen konnte, da sie sofort nach Kanada gebracht worden war, ohne einen Zwischenstopp in England einzulegen. Die Gute hieß Sambuca und wollte sich lediglich einige Streicheleinheiten erbetteln, ehe auch sie sich wieder dem Futter zuwandte.
      Die drei kleinen Fohlen auf unserem Gestüt Dajeen, Beverly und Lunaris schienen sich trotz ihres niedrigen Alters ebenfalls schon ziemlich gut eingelebt zu haben, widmeten doch auch sie sich lieber dem Futter, als mich zu begrüßen. Lediglich der neue Hengst im Bunde, ein Buckskin Roan aus der Zauberhaft, der vor einem Tag geboren worden war und dementsprechend noch wackelig auf den Beinen stand und sich nur bei Zauberhaft in der Box befand, sah mich etwas verängstigt an. Der kleine war ein Nachkomme von dem Deutschen Reitponyhengst Unique Affair, der in der Zucht Burnin' Valentine stand und hatte daher auch seinen Namen bekommen: Burnin' Unbridled Dreams.
      Auch Sonic Syndicate war gut angekommen, ebenso Nacromancer in the Dark und Nickles 'n Dimes, auf den ich inzwischen meine ganzen Hoffnungen setzte. Der schon etwas ältere Kerl hatte eine ausgesprochen interessante Fellzeichnung, die auch der Farbzucht neues Leben einhauchen würde. Romantica und Ace of Clubs, die Farbwechsler-Stute, hatten wir inzwischen wieder auf dem Gestüt, nachdem sie eine Zeit lang bei Lisa auf dem Hof gelebt hatten, wo sie in der Dressur jeweils eine Stufe höher trainiert worden waren. Monsta lag dösend in ihrer Box und schien nicht mehr hungrig zu sein; sie blickte allerdings auch nicht auf, als ich an ihrer Boxentür vorbeiging und kurz herein sah. Das letzte meiner inzwischen sieben Sportponys war nun Firebird geworden, die junge Sooty Palomino-Stute, die ich von kira gekauft hatte.
      Schließlich folgten noch die Zuchtpferde, die wir uns einen Moment lang ansahen und bei denen wir kontrollierten, ob alles in Ordnung war. Beginnend bei Herbstblatt arbeiteten wir uns weiter voran, besuchten Pamino, Dahiba, Da Vinci und auch Star's Diamond nacheinander. Bei Goldherz verharrten wir eine Sekunde – sie brummelte mir erfreut zu und schmiegte sofort ihren Kopf gegen meine Brust, als sie mich sah. Das zwischen uns hatte sich wirklich zu etwas Besonderem entwickelt, so kitschig es sich jetzt auch für Außenstehende anhören mag. Sie war schon immer mein Lieblingspferd gewesen und nichts oder niemand könnte sich jemals wieder zwischen uns stellen, waren wir doch inzwischen beste Freunde geworden. Sie begleitete mich überall hin und das bereits seit fast fünf ganzen Jahren. Um nichts in der Welt würde ich sie jemals eintauschen oder hergeben wollen, so viel stand fest.
      Nachdem ich mich von Goldherz lösen konnte, liefen Matthew und ich zur nächsten Box, in der Zauberhaft ihr Heu fraß. Direkt neben ihr stand der einen Tag alte Hengst von Unique Affair, der es mir schon im ersten Moment angetan hatte. Ich hoffte wirklich, dass aus ihm mal ein ganz Großer werden würde, denn die richtigen Veranlagungen dazu hatte er allemal.
      Die letzten drei vergebene Boxen waren von den drei Neuen belegt worden. Wir hatten sie, wie auch Star's Diamond und Zauberhaft, von Husky kaufen können und so standen sie nun bei uns in Kanada. Ebenso wie Sambuca waren auch sie sofort nach Kanada gebracht worden, sodass ich sie zuvor noch nicht wirklich hatte sehen können.
      Der erste Hengst war ein Brauner, der bereits zwölf Jahre alt war; Dancer in the Moonlight. Der Hengst war ziemlich menschenbezogen, was mir schon in den ersten Sekunden auffiel: Er kam sofort zu mir, drückte sein Maul gegen meine Jackentasche und suchte nach Leckerlis, wollte aber zeitgleich auch gestreichelt werden.
      Daraufhin folgte Kronjuwel, der Papa von meiner Stute Zauberhaft. Er war ein wirklich schöner Buckskin, wurde ebenfalls im Jahre 2002 geboren und sein Charakter ähnlich wie der von Dancer in the Moonlight. Liebenswert, menschenbezogen und einfach ein Prachtkerl, der nicht nur sein faszinierendes Äußeres, sondern auch sein Interieur bisher immer mit vollem Erfolg weitergeben konnte.
      Das letzte der drei neuen Ponys war eine gekrönte Deutsche Reitponystute, die ich bereits von früher nur zu gut kannte. Inzwischen hatte ich eine stolze Zahl von vier gekrönten Deutschen Reitponystuten im Stall stehen, was mich ziemlich erfreute – war es doch vor gut zwei Monaten lediglich Goldherz, die bei mir im Stall stand. Nun jedoch hatte auch Star's Diamonds Mutter, Star, zu uns gefunden, die früher mal Juliane gehört hatte, mit der ich vor einigen Jahren mal das Gestüt Liberté geführt hatte. Ich war besonders froh darüber, sie bei mir haben zu können, strahlte sie doch schon früher solch einen Lebensmut aus, dass er beneidenswert war. Zwar war sie inzwischen schon fünfzehn Jahre alt, führte sich aber dennoch immer noch auf, als wäre sie eine dreijährige Stute, die erst noch eingeritten werden müsste.

      „Scheint, als ginge es ihnen allen gut“, bemerkte Matthew das Offensichtliche und ich lachte als Antwort nur kurz auf. „Ja, da magst du recht haben. Zum Glück haben sie die Reise alle gut überstanden“, seufzte ich erleichtert und fügte dann hinzu: „Aber jetzt werden wir erst einmal unsere neue Nachbarin begrüßen gehen.“
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  • Album:
    3 - Pferde im Ruhestand
    Hochgeladen von:
    Samarti
    Datum:
    10 Dez. 2013
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    Nacromancer in the Dark
    „Nacro“
    von: Douglas
    Dublino x Nibelungensage
    aus der: Zauberhaft Kronjuwel x Zauberfee
    Abstammung
    Nacromancer in the Dark ist ein Hengst mit einer klasse Abstammung. Seine Eltern sind noch heute beide im Turniersport und in der Zucht tätig, überzeugen Tausende von sich und haben schon einige sehr erfolgreiche Nachkommen auf die Welt geschenkt. Besonders seine Mutter Zauberhaft ist eine gefragte Zuchtstute, nicht zuletzt wegen ihrer außergewöhnlichen Farbe ist sie eine der gefragtesten Mutterstuten überhaupt in der DRP-Zucht.
    Sein Vater wird stets weiter gefördert und ist auch nicht gerade selten im Turniersport anzutreffen, dennoch hat wohl keiner damit gerechnet, dass er seine Eltern so übertrumpfen würde, wenn es um die Qualifikationen geht.
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    Grundinformationen
    Geburtsjahr: 2007
    Alter: 7 Jahre Geschlecht: Hengst Rasse: Deutsches Reitpony Stockmaß: 147 cm Deckhaar: Brauner Abzeichen: Blesse, 4x weiße Fessel
    Besitzer: Samarti
    Vorbesitzer: miimichelle
    Ersteller/Züchter: Juu
    Um-/Großgemalt von: Juu
    VKR: Juu
    Pfleger: --
    Reitbeteiligung: --
    Kaufpreis: --
    verkäuflich []
    Verkaufspreis: n. v.
    [​IMG] Beschreibung Nacromancer in the Dark ist ein Hengst, der alle verzaubert. Er überzeugt mit raumgreifenden, taktklaren Gängen, beachtenswertem Exterieur sowie sehr guter Abstammung. Bei Turnieren ist er aufgrund seiner Erbanlagen sehr häufig auf den vorderen Rängen anzutreffen. Nacro wird bestimmt irgendwann mal ein fabelhafter Zuchthengst. Man wird sicherlich viel aus ihm herausholen können. Der Hengst ist sehr freundlich und aufgeschlossen, auch zu fremden. Allerdings kann es sehr gut vorkommen, dass er mal wieder seine fünf Minuten hat und sich wie eine kleine Zicke aufführt - dann sollte man ihm lieber aus dem Weg gehen. Er wird unerträglich und nervt jeden nur mit seiner Anwesenheit. Sobald eine Stute in der Nähe ist, verschwindet dieser Charakterzug jedoch, ebenso wie seine Freundlichkeit. Dann will er sie um jeden Preis beeindrucken.
    Vorgeschichte
    Ein junger Hengst, der in seinem Leben bereits viel erlebt hat - Nein, das ist unser Nacro bestimmt nicht. Zwar wechselte er rund fünfmal den Besitzer, doch dies ließ ihn beinahe völlig kalt. Bevor seine ehemalige Besitzerin ihn weggab, hatte sie ihn von jener Besitzerin, bei der er heute steht, übernommen - und so kann man sagen, dass von seinen sechs Besitzern rund vier dieselbe Besitzerin war, die ihn aus verschiedenen Gründen weggeben musste. Dennoch hat er nun einen Platz gefunden, wo er bleiben darf.
    [​IMG] Ausbildungsstand
    eingeritten []
    eingefahren []
    Reitstil: Western
    für Anfänger geeignet []
    geländesicher []
    verladefromm []
    schmiedefromm []
    longiert []
    Schwerpunkt-Disziplin(en): Western, Fahren
    Eignungen
    [​IMG][​IMG][​IMG] Western – Fahren – Zucht
    Nacromancer in the Dark ist ein Hengst, der überall jeden von sich zu überzeugen weiß. Aufgrund seiner ausgezeichneten Ausbildung und des fehlerlosen Trainings ist aus ihm wahrlich ein Wunderpferd geworden. Er ist beinahe unschlagbar in allem, was er tut und dass er so gut gefördert wurde zeigt, dass er vieles in seinem Leben erreichen konnte.
    Sei es die Gelassenheit, Gehorsam oder auch einfach nur seine atemberaubende Schnelligkeit - der Hengst weiß, wie er zu überzeugen und zu gewinnen hat und setzt seine Fähigkeiten geschickt ein, was ihn zu einem herrlichen Turnier- und Sportpferd macht.
    Dressur: E A L M S S* ☆ S** ☆ S*** ☆
    Springen: E A L M S S* ☆ S** ☆ S*** ☆
    Military: E A L M S ☆ S* ☆ S** ☆ S*** ☆
    Distanz: E A L M S ☆ S* ☆ S** ☆ S*** ☆
    Rennen: E A L M S ☆ S* ☆ S** ☆ S*** ☆ Western: E A L M S S* S** S*** ☆ Fahren: E A L M S S* S** ☆ S*** ☆ Wendigkeit: E A ☆ L ☆ M ☆ S ☆ S* ☆ S** ☆ S*** ☆ Roter Stern: Aufstieg durch Turniererfolg // Blauer Stern: Aufstieg durch Training
    Kondition
    Ausdauer
    Stärke
    Schnelligkeit
    Wendigkeit
    Gelassenheit ★★
    Gehorsam
    3. Platz 145. Galopprennnen 3. Platz 126. Westernturnier 2. Platz 60. Fahrturnier | Klasse E 3. Platz 61. Fahrturnier | Klasse A 3. Platz 156. Galopprennen 2. Platz 158. Galopprennen 3. Platz 144. Westernturnier | Klasse A 3. Platz 156. Sprinturnier 2. Platz 150. Westernturnier 1. Platz 151. Westernturnier 1. Platz 157. Sprinturnier 2. Platz 167. Dressurturnier 2. Platz 92. Distanzturnier (Ponies) 1. Platz 252. Westernturnier 2. Platz 199. Fahrturnier
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    Zuchtdaten zur Zucht zugelassen []
    steht als Deckhengst zur Verfügung []
    Erreichte Punktzahl: 25 Punkte
    Erbkrankheiten: keine
    Eingetragene Zucht: -- Gencode: Ee Aa
    Vererbung
    Nacromancer in the Dark ist ein „ganz normaler Brauner“ ohne irgendwelche Modifikationen oder Aufhellungen etc.
    Dadurch, dass er heterozygot auf Extension und Agouti ist, kann er auch Füchse und Rappen machen.
    Gentest durchgeführt von: Tierarztpraxis zum Gestüt Federsee
    Carenté-Pferd []
    Decktaxe: 1600 Joellen
    Nachkommen --
    [​IMG] Körperliche Gesundheit
    gechippt []
    Letzte Impfung: 14.12.2013 Letzte Wurmkur: 14.12.2013
    Krankheiten: keine Beschwerden: keine Hufzustand
    beschlagen []
    Letzte Kontrolle: 15.12.2013 Letzter Beschlag: -- Beschlag: -- Beschwerden: keine
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    Offizieller Hintergrund | PNG | Puzzle PNG