Eddi

Nabiri

Lewitzer ♀

Nabiri
Eddi, 21 Okt. 2018
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      Ehemalige Berichte
      Pflegebericht
      Mai 2015 | (c) Eddi
      Auf Hayes End hatte sich in letzter Zeit sehr viel getan. Vor ein paar Tagen hatte Nesquik abgefohlt. Letztes Jahr hatte ich sie von dem Lewitzerhengst Piccolo decken lassen und obwohl beide Eltern Schecken waren, war das kleine Stutfohlen tatsächlich ein Brauner geworden! Und zuckersüß war sie außerdem. Einen Namen hatten wir auch schnell gefunden und so hüpfte Nabiri inzwischen fröhlich neben ihrer Mama in der Box her und wartete darauf, endlich auf die Wiese zu dürfen.
      Außerdem weideten wir seit gut einem Monat an und sobald auch das zweite erwartete Fohlen da war, würden die Stuten auf ihre Sommerweiden dürfen. Doch bis dahin hieß es noch täglich raus- und reinbringen. Dementsprechend begann auch mein heutiger Morgen wieder mit der Fütterung von Stuten und Jungpferden, kurz nachdem ich den Stall betreten hatte.
      Applaus und Trüffel waren inzwischen zu den Hengsten in den Offenstall umgezogen und damit Nandalee nicht alleine stand, stand sie nun im Stalltrakt der Stuten. Für mich war das sogar etwas weniger Arbeit. Während die Stuten fraßen, brachte ich den Hengsten ihr frisches Heu und begrüßte sie ausgiebig. Die beiden Junghengste hatten schnell ihren Platz in der Herde gefunden. Applaus, der älteste und Herdenchef, hatte sie herzlich aufgenommen und sie klebten noch öfters an der Seite von ihm.
      Als ich den Offenstall betrat, begrüßten mich auch direkt BonnyBoy und Fürstchen, ehe sie sich dem Frühstück zuwandten. Bald würde ich die Hengste hoch in die Berge auf die Sommerweiden reiten. Doch vorher mussten noch einmal die Zäune kontrolliert werden, wenn ich das heute schaffte, würden sie schon bald frisches Grün vor der Nase haben. Doch nun mussten erst einmal die Stuten auf die Weide. Zuerst holte ich heute Nesquik und ihr Fohlen aus der Box und brachte sie beiden auf die Weide. So durfte Nabiri erst einmal alleine herumtoben und die Welt erkunden.
      Die erste die dazu durfte war Sally. Selber hatte sie noch kein Fohlen gehabt, aber mit ihren 15 Jahren war sie schon ruhig und ausgeglichen und außerdem war sie die Boxennachbarin von Nessie und kannte die beiden schon. Sie begrüßte Nabiri kurz und begann dann direkt zu grasen. Nach und nach ließ ich auch die anderen Stuten dazu. Die trächtige Herbsttraum und Alice von Landwein waren beide sehr ruhig und entspannt und störten sich nicht an dem Neuankömmling. Napayné hingegen war total aufgeregt und leicht zickig, denn ihr gefiel es nicht, dass Nesquik ein Fohlen hatte und sie nicht. Doch nachdem sie von der Mutter zurecht gewiesen wurde, reichte es auch ihr.
      Mit Animby und Strigoi hatte ich zum Glück auch keine Probleme, auch wenn ich was anderes erwartet hätte. Stattdessen spielten sie sogar mit dem kleinen Winzling und schienen Spaß zu haben. Demnächst würde auch Herbsttraum abfohlen und ich hoffte sehr, dass auch ihre Eingliederung problemlos funktionieren würde. Während die Stuten nun ihre Freiheit genossen, schnappte ich mir Single Malt, putzte und sattelte den Hengst.
      Den Vormittag verbrachten wir gemeinsam auf dem Reitplatz und sprangen einige Parcours. Single Malt sollte fit bleiben und nichts verlernen, dementsprechend gehörten auch einige Dressurlektionen zwischendurch dazu, damit er aufmerksam blieb und wachsam. Danach duschte ich ihn ab und brachte ihn zurück auf den Offenstall. Bevor es Mittagessen gab, steckte ich noch die Weide hinter dem Offenstall nach und ließ sie Hengste darauf, schließlich mussten auch sie angegrast werden.
      Nach dem Mittag holte ich BonnyBoy von der Weide und machte ihn auch fertig. Mit meinem hübschen Rappen ritt ich den Pfad hinauf in die Berge entlang und als wir auf den gigantischen Sommerweiden ankamen, genoss ich erst einmal den Anblick und dann machten wir uns an die Arbeit und ritten den gesamten Zaun ab. Tatsächlich hatte ich auch zwei lockere Stellen entdeckt, die ich aber schnell in Ordnung brachte. „Tja, das sieht doch gut aus! Demnächst dürft ihr auf die Weide“, meinte ich lächelnd und ritt wieder hinunter zum Gestüt.

      Pflegebericht
      Juli 2015 | (c) Eddi
      Müde stampfte ich in Richtung Weide, vor mir die Schubkarre mit den acht Heunetzen herschiebend. Erst hatte man wochenlang Hitze, dann gewöhnte man sich allmählich daran und änderte seinen Tagesrhythmus und urplötzlich wurde es kalt. Richtig kalt, denn die 15-20°C waren nichts gegen die 36°C der letzten Woche. Bewölkt war es auch immer noch, aber wenigstens regnete es nicht mehr. Nicht, dass ich etwas gegen den Regen hatte. Den brauchten wir ja sogar, wenn ich nicht wollte, dass die gesamten Weiden weggebrutzelt wurden, aber eigentlich sollte ein Sommer aus einem gesunden Wechsel aus Sonnenschein und Regen bestehen und nicht zwei Wochen lang Grillen und danach zwei Wochen lang die Sintflut nachspielen.
      So wirklich konnte man da mit den Pferden nämlich auch nichts machen und das motivierte mich allmählich immer mehr dazu, die Ranch zu überdenken. Ich war eigentlich nicht der Mensch, der so leben konnte und wollte. Vor einem Jahr war es eher eine Flucht gewesen aus meinem alten Leben, eine zwanghafte Pause. Die aber nun mal nicht so einfach von Statten ging, wenn an einem selbst noch fast hundert Pferde dranhingen, dementsprechend die spontane Idee mit der Ranch. Was Besseres war mir ehrlich gesagt nicht eingefallen.
      Inzwischen verfügten wir ja immerhin über richtige Betten und eine nutzbare Küche. Sogar einen Fernseher hatten wir. Aber ich wurde nicht glücklich, denn das, was mir fehlte, war nicht da! Keine große Reithalle, keine gigantischen Reitplätze, keine Führanlage und keine großen schicken Stallgassen. Leise seufzte ich, während ich die Stimme meiner guten Freundin Elisa im Kopf widerhallen hörte „WAS? Schon wieder umziehen? Aber das kannst du doch nicht tun!“, hm ja, ein bisschen Recht hatte sie, aber ich musste, ich war nicht mehr glücklich.
      Ein bisschen ahnungslos war ich zudem, wohin ich wollte. Hier war es mir zu trocken, dass hatte Elisas Co-Trainerin Gwendolyn bereits korrekt angemerkt und wirklich Lust hatte ich auf diese Trockenheit nicht mehr. Erst war von dem Fluss gar nichts mehr übrig geblieben, nun überschwemmte er ein Drittel meiner Weiden – klasse. Undankbares Land, kein Wunder, dass ich es mir hatte leisten können. Apropos, der nächste Punkt: Ich hatte wieder Geld.
      Einige Pferde hatten erfolgreich ihre Körung bestanden und andere hatten uns verlassen, auf jeden Fall reichten meine Rücklagen dafür, um neu anzufangen. Mal wieder. Nur wo? Am liebsten, ehrlich, in Deutschland. Zurück zu den Wurzeln. Aber ich glaube dafür würde mich jeder meiner Bekannten lynchen, zumindest glaubte ich das, vielleicht hatte ich ja auch Glück – vielleicht auch nicht.
      Inzwischen war ich an der Weide angekommen und begann, die Heunetze zu verteilen. Durch die Hitze war das Gras eh schon mau geworden und nun war das, was es gegeben hatte, auch noch überschwemmt. Also musste ich zufüttern und deshalb warteten meine gescheckten Ungetüme auch schon ungeduldig auf ihr Frühstück. Die Kleinen hatten natürlich die größte Klappe und dementsprechend zwang sich Calimero II durch die großen Hengste hindurch und reservierte sich ein Heunetz. Das teilte er aber immerhin sozial mit seinem Kumpel Panta Rhei, aber man sollte es sich ja auch immerhin nicht mit allen versauen.
      Die beiden Junghengste machten sich toll und würden sich als würdige Nachfolger ihrer Papas erweisen. Besonders bei Calimero war ich auf seine Vererbung gespannt, einen Falbschecken hatte ich schon öfters in der Zucht haben wollen. Die anderen Hengste begannen auch in Ruhe zu fressen und ich machte mich daran, die Unterstände und die Weide abzumisten. Bei dem Schlamm war das leider unumgänglich, wenn ich Mauke vermeiden wollte. Noch ein Minuspunkt für die Ranch.
      Die Stuten hatte ich vorhin schon gemacht, also zumindest etwas hatte ich schon geschafft und nachdem ich dann endlich mit dem Abmisten fertig war (drei Schubkarren, hatte ich zum Misthaufen kutschieren dürfen), sammelte ich mir Elliot, Niyo und Caillou ein. Ich nahm die drei Hengste direkt mit und stellte sie erst einmal in die Boxen. Ich würde sie nacheinander abhandeln. Piccolos Blaze und Vertigo hatten heute frei, die beiden waren erst gestern auf einen längeren Ausritt mitgewesen und dementsprechend abgehandelt.
      Als erstes begann ich mit Elliot, der Hengst sollte so langsam auf die Körung vorbereitet werden und eigentlich sollte ich für ihn auch mal noch einen Trainer besorgen, damit dieser Monat nicht umsonst verstrich, aber na ja, man kannte mich ja. Also putzte ich den Schecken erst einmal gründlich, ehe ich ihn mir sattelte und dann marschierten wir raus zum Reitplatz. Dort wärmte ich ihn gründlich auf und dann arbeiteten wir nur ein wenig vorwärts-abwärts.
      Ich hatte Elliot ehrlich gesagt schon länger nicht mehr unter dem Sattel gehabt und deshalb wollte ich wieder langsam anfangen. Außerdem kannten der Hengst und ich uns noch nicht so gut, denn so lange war es noch gar nicht her, dass ich ihn von Jual übernommen hatte. Aber er war fleißig und arbeitete gut mit, das war mir direkt sympathisch.
      Nachdem Elliot versorgt war, putzte ich Caillou und machte ihn mir longierfertig mit Kappzaum und Longe. Ein bisschen Bodenarbeit würde dem Zuchthengst nicht schaden, damit er nicht zu kugelig wurde, aber das würde bei den momentanen Weiden ja sowieso nicht passieren. Pluspunkt für die Ranch. Caillou arbeitete gut an der Longe mit und zur Abwechslung baute ich auch ein bisschen Stangenarbeit an. Als das geschafft war, durfte er zurück in seine Box und bekam Belohnungsmüsli.
      Als letztes war Niyo an der Reihe. Meinen Scheckhengst wollte ich ein wenig Springen. Eigentlich hatte ich dafür auf unsere Geländestrecke gehen wollen, aber wie die aussah, musste ich ja nun niemanden erklären. Also erst einmal eine halbe Stunde draußen einen Parcours aufbauen – juhu!
      Aber Niyo dankte es mir, er sprang außerdem wirklich gerne und sehr motiviert. Es machte Spaß den Hengst zu springen und dementsprechend fiel es mir auch ein wenig schwer, mich doch irgendwann von ihm zu trennen, denn so wirklich toll passten wir auch nicht zusammen, aber das hatte ja noch Zeit.
      Nach den Hengsten machte ich mich nun noch an die Stuten. Mit Rosewell und Korah arbeitete ich weiterhin am Fohlen-ABC, denn heute stand das Hängertraining an der Reihe für meine beiden ältesten Stutfohlen. Für die etwas jüngere Amadahy blieben wir bisher noch beim Putzen und Führen, aber da zeigte sie sich auch wirklich gut. Frozen Bubble und Nabiri hatten noch ein wenig Ruhe. Sie waren die jüngsten und erst kürzlich ans Halfter und Führen gewöhnt worden und bei dem Wetter wollte ich sie eh nicht nerven.
      Stattdessen sammelte ich mir Talya, Amazed Marlin und Sikari ein und machte mich auf den Weg hoch zum Stall. They call her Fiorina hatte frei. Momentan hatte sie sowieso genug um die Ohren turniertechnisch und auch Donatella ließ ich heute in Ruhe. Momentan war sie in der Krönungsvorbereitung, welche bald stattfinden würde und heute war ihr einziger freier Tag in der Woche.
      Stattdessen beschäftigte ich mich mit den anderen Stuten. Talya longierte ich ordentlich, damit wir weiterhin an ihrer Selbsthaltung arbeiten konnten und sie motivierter untertrat. Amazed Marlin ritt ich heute in der Dressur, denn auch für sie stand eventuell bald eine Krönung an. Mit Sikari machte ich heute einen längeren entspannten Ausritt, das tat uns beiden gut und danach hatte ich es auch schon so gut wie geschafft. Jetzt hieß es erst einmal Mittagessen für mich und dann ging die Stallarbeit weiter.

      Pflegebericht
      August 2015 | (c) Eddi
      Grübelnd saß ich gemeinsam mit Kat und Ethan am Frühstückstisch. Ich wusste gar nicht so recht wie ich beginnen sollte, aber vielleicht fing ich einfach an, das wäre wohl das einfachste. „Leute? Ich muss euch was sagen“, meinte ich und zog die Stirn ein wenig kraus. Ethan und Kat sahen mich neugierig an, sie schienen mit nichts Besonderem zu rechnen, maximal mit einem neuen Pferd, aber sonst. „Es ist nicht das was ihr denkt“, sagte ich genervt und haute es dann einfach raus: „Ich ziehe weg. Die Ranch steht schon zum Verkauf.“
      Tja, da waren meine beiden Mitbewohner erst einmal baff, aber es ging nicht anders. Ich hatte die Pause in Wyoming wirklich genossen, aber es war langsam Schluss damit. Ich sehnte mich wieder nach einem richtigen Gestüt und nach Mitarbeitern und genau das wollte ich umsetzen. Kat und Ethan schwiegen, sie schienen nicht so recht zu wissen, was sie sagen sollten. Auch sie hatten diese Pause genutzt, um aus ihrem alten Stress heraus zu kommen, aber beide waren eher Stadtmenschen und nicht für das Land geschaffen und das hatten sie auch schon oft zugegeben.
      Wir frühstückten relativ schweigend zu Ende und dann machte ich mich auch schon auf den Weg nach draußen, die Pferde mussten immerhin versorgt werden. „Ich übernehme die Hengste!“, erklärte sich Ethan bereit und stand mit auf. Schweigend warf ich vier Heubündel auf die Schubkarre und machte mich auf den Weg in Richtung Stutenweide. Die Heunetze wurden alle frisch aufgefüllt und der Rest kam in die Raufen. Dann mistete ich die Unterstände und machte mich auf den Weg zu den Fohlen.
      Im Stall traf ich wieder auf Ethan, der nun auch fertig war. Gemeinsam brachten wir die neueren Pferde auf die kleineren Weiden und misteten deren Boxen aus. Neu waren Fandango und Scheherazade, welche immer noch getrennt von den anderen standen, das war mir doch lieber. Doch schon bald sollten dann auch sie umgesiedelt werden, aber ein wenig Zeit hatten wir ja noch. Da nun die grundlegende Arbeit fertig war, konnte ich mit dem Training beginnen. Dabei standen an vorderster Spitze unsere momentanen Körungskandidaten und davon hatten wir mehr als genug.
      Dementsprechend holte ich Classic Gold und CH’s Sun is Shining von der Weide. Zweitere packte ich erst einmal auf den Paddock und erstere wurde geputzt und zum Longieren fertig gemacht. Den Probedurchlauf für die Krönung hatten Classic Gold und ich schon hinter uns, nun wurde es langsam ernst und ich hoffte, dass das bald mal von Statten gehen würde. Hier in Wyoming hatten sie es nicht so mit regelmäßigen Krönungen, die waren manchmal Monate lang offen.
      Classic Gold longierte ich heute nur locker vorwärts-abwärts. Sie sollte fit bleiben, aber gestern waren wir auf einem Turnier gewesen, deshalb machten wir heute nur muskelkater-vorbeugendes Training. Sunny musste stattdessen mehr dran glauben. Die Araberstute sattelte ich mir und ging mit ihr für ein Stündchen auf den Reitplatz, um die kommenden Aufgaben durchzureiten und unsere Fehler noch auszubessern.
      Danach waren Ice Coffee und Cual Maniaca an der Reihe. Ich schnappte mir Kat für einen kleinen Ausritt und setzte die Anfängerin auf die brave Westernstute. Manni wäre nichts für sie gewesen, sie war viel zu zickig dafür. Der Ausritt verlief aber ganz entspannt, auch wenn Kat nur grummelnde Töne von sich gab. Wieder auf der Ranch traf ich auf Laurel, welche die Reitbeteiligung von Lila Wolken und Hákur war, dementsprechend waren die beiden Isländer heute versorgt.
      „Wenn du fertig bist, können wir auch noch einen Ausritt mit Milka Luflee und Hyreygur machen!“, bot ich ihr an und Laurel schien sich nach einem anstrengenden Schultag sichtlich auf diese Abwechslung zu freuen. In der Zwischenzeit bewegte ich Allelujah und Feuervogel, meine beiden hübschen Palominos. Mit beiden Junghengsten hatte ich genug zu tun und war danach eigentlich auch echt k.o., aber der Tag war noch nicht einmal zur Hälfte rum! Auf mich wartete nun noch ein Dressurtraining mit Dr. Insektor und ein Geländeritt mit Hollybrook’s Zarin. Ethan wollte uns auf Schneeleopard begleiten und das Training beobachten, außerdem wollte ich ungern alleine im Gelände springen, wenn doch einmal etwas passierte, hatte ich keine Hilfe vor Ort.
      Ethan versorgte danach beide Hengste, damit ich in der Zeit erst Animby und dann Absinth longieren konnte. So viele Pferde alleine zu bewegen machte definitiv keinen Spaß. Umso dankbarer war ich dann, als die ersten Pferdemädchen eintrafen. Ich hatte zwei feste Gruppen je fünf Mädchen erstellt, welche zweimal die Woche kamen und Reitunterricht bekamen. Sie hatten auch jeder ein eigenes Pflegepferd und so standen einige Minuten später fünf Stuten am Putzplatz und wurden vorbildlich versorgt.
      Dabei handelte es sich um Apache’s Tomahawk, Caribic Sue, Freeway, Walking in the Air und das Kürbisvieh. Die Mädchen liebten ihre Pferde und gingen immer sehr umsichtig mit ihnen um. Dementsprechend verlief auch die heutige Stunde wieder sehr entspannt und lehrreich. Am Ende standen alle Pferde wieder zufrieden auf den Weiden und die erste Gruppe zog ab. Aber die zweite stand schon in den Startlöchern.
      Da diese aber jünger war, holte ich die Pferde selbst von der Weide. Aus dem Grund fing ich mir Naimibia, Herbsttraum, Occani, Deep Silent Complete und Come Whatever May ein und nahm sie mit zum Putzplatz. Dort wurden sie direkt umzingelt und liebevoll versorgt. Für die zweite Gruppe stand heute ein Spazierritt an und deshalb nahm ich die kleine Little Chocolate Chip als Handpferd für mich mit, während ich mir Chou fertig gemacht hatte.
      Nach dem Ausritt ging es wie immer noch einmal zu den Shetlandponys und diese wurden dann mit Streicheleinheiten und Leckerlis umsorgt. Werina und Mondscheinsonate liebten das besonders, aber auch Window holte sich gerne das ein oder andere Leckerli ab. Hoppla stand mit bei dem kleinen Shetty und bekam dementsprechend auch Streicheleinheiten.
      Danach war auch die zweite Gruppe weg und nun war es bereits später Nachmittag. Ich gönnte mir eine Pause, bei welcher ich bei Khiara El Assuad und Quintesse of Xaras vorbeischaute. Die beiden standen grasend am Koppelzaun und ließen sich gerne ein wenig kraulen. Dann ging es für mich auch schon in den Endspurt. Sika, Cover the Sun, Morning Sun und Raunchy’s Limited wollten noch bewegt werden, außerdem musste ich auch noch bei Joyce vorbeischauen. Danach war ich für heute fertig, die Pferde bekamen noch ihr Abendheu und dann ging es unter die Dusche und zum Abendbrot.
      Am nächsten Tag saßen wir erneut schweigend am Frühstückstisch, bis Kat damit rausplatzte, dass sie eh wieder zurück nach New York kehren wollte und Ethan sich auch dafür entschieden hatte. „Das ist gut. Ich habe nämlich auch schon Interessenten für die Ranch“, meinte ich lächelnd und schaute in zwei entsetzte Gesichter, damit hatten sie anscheinend nicht gerechnet. Tja, so war das Leben.
      Der Tag begann wie jeder andere mit Füttern und Abmisten und dann ging es los mit dem Training. Heute widmete ich das vor allem den Hengsten und Fohlen. Zu allererst waren Leitz und Vertigo an der Reihe. Beide ließ ich freispringen. Danach ging es direkt im fliegenden Wechsel weiter, denn Sikari musste noch longiert werden und mit Rosewell arbeitete ich weiter am Fohlen ABC, das saß nämlich noch nicht so richtig. Piccolo’s Blaze, Niyo und Caillou hatten momentan frei, deshalb hatte ich genug Zeit, mich um unsere Nachzuchten zu kümmern. Korah schmuste ich nur, aber mit Panta Rhei und Amadahy ging es schon in Richtung Bodenarbeit.
      Danach war Talya an der Reihe, die junge Stute machte sich momentan wunderbar, allerdings war sie noch längst nicht an der Reihe. Erst einmal würde Amazed Marlin an einer Krönung teilnehmen und hoffentlich so in die Fußstapfen von They call her Fiorina und Donatella treten. Ebenso war Elliot erst kürzlich gekört wurden und nun der neuste Zuchthengst im Stall. Calimero II musste stattdessen erst einmal lernen, dass man während des Putzens still stand, da hatte er viel mit Frozen Bubble und Nabiri gemein, denn alle drei Fohlen waren die Unruhe in Person.
      Deshalb brauchte ich dann erst einmal eine Fohlenpause und holte mir Pajero und Heartbreaker für einen Ausritt. Heartbreaker ging als Handpferd mit und wir genossen den Ausritt wirklich, er war mal wieder richtig schön entspannt. „Ausritt mit den Westernpferden?“, fragte ich Kat und Ethan und natürlich sagten diese nicht nein. Also machten wir uns gemeinsam mit Dissident Aggressor, Call me a Twist und Morrigan auf den Weg. Die Weidezäune kontrollierten wir nebenbei auch direkt und schlichteten einen heftigen Streit zwischen Golden Ebano und Pawaneeh. Die beiden Vollbluthengste konnten sich noch nie wirklich leiden und zankten sich selbst über den Zaun hinweg an.
      Wieder da stattete ich kurz Aristo und Thorondor einen Besuch ab. Die beiden hatten heute frei, genauso wie Bandit und die drei schienen damit sichtlich glücklich zu sein. Im Gegensatz zu Hugo Boss, der nämlich mit mir in die Springstunde musste, genauso wie Carachillo und Varulv. Denn drei der gestrigen Reitmädels waren schon etwas fortgeschrittener und sprangen für ihr Leben gerne.
      Nach dieser Stunde wurden die Hengste abgesattelt und abgewaschen. Der Tag neigte sich bereits dem Ende zu, dabei musste ich noch Albertino longieren, mit Altyn ins Gelände und mit meinem geliebten He’s called Trüffel wollte ich noch ein wenig Bodenarbeit machen. Denn der junge Hengst stand seit neusten mit bei den großen und wurde allmählich zum Reitpony ausgebildet. Also theoretisch war er schon eingeritten, aber manchmal war er noch etwas schreckhaft und die Kommandos saßen noch nicht, aber genau das wollte ich heute ein wenig erarbeiten, damit dann das Training unter dem Sattel einfacher von der Hand gehen würde. So wie ich Trüffel kannte, würde er sowieso einwandfrei mitmachen und wir würden auch heute wieder große Fortschritte erzielen. Ich erahnte bereits, dass ich das kaum schaffen würde, aber ich gab mir Mühe und siehe da! Am Ende des Tages waren alle Pferde versorgt.
      Der nächste Morgen war von Stress geprägt, denn Kat hatte ein plötzliches Vorstellungsgespräch in New York erhalten und musste deshalb schon eher los. Ich war eigentlich gerade dabei, nach potenziellen Höfen zu schauen, als Ethan ins Haus gestürmt kam und mir wild gestikulierend erklärte, dass der Zaun der Jungpferde ein Leck zu haben schien und die Hälfte davon im Nirgendwo war. Toll.
      Also schnell anziehen und los auf die Suche. Vorher machte ich aber eine Bestandsaufnahme von den Verbliebenen und sperrte das doch beachtlich große Loch im Zaun ab. Da waren noch circa 8 Fohlen. Ich konnte Sibiria entdecken, Caruso, Paddington, Outlaw Torn, Dead Memories, Hollybrook’s Tiny Girl, Destiny Horror und Hollybrook’s Fairy Bluebird. Also fehlten eindeutig noch genug.
      Als erstes entdeckte ich mitten im Wald Prazzys Goldbell. Der wollte sich natürlich gar nicht einfangen lassen und kam nur zu mir, weil Shawnée wiehernd und im Eiltempo auf mich zugetrabt kam. Ethan hatte auch Glück und erwischte Dead Memories und Never look back. „Puh. Wäre der was passiert, wäre ich dran gewesen!“, meinte ich lachend und musste an Elisa denken.
      Es fehlten noch Mellow Billow und Mon petit écrou. Die beiden Stuten waren aber gar nicht so weit gekommen wie gedacht und ich hatte auch beim Einfangen Glück. Auf dem Heimweg mit beiden lief uns noch Cruel Twist of Fate über den Weg. Und wieder an der Weide entdeckte ich Ethan mit Unitato und Abendprinz. Nun fehlten ja nur noch…ach ne!
      Da hatte ich noch einmal Glück gehabt, denn Herbstmond lief noch bei ihrer Mama mit und Acariya hatte ich auch mit zu den Welshponys gepackt. Um Sacre Fleur brauchte ich mir momentan keine Gedanken machen, die verweilte noch bei ihrer Mama bei kira, wobei sie auch langsam abgesetzt werden müsste…
      Ein letztes Mal zählte ich durch um zu kontrollieren, ob wirklich jeder da war, dann konnte ich mich zufrieden der Tagesordnung widmen.
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      Pflegebericht
      Dezember 2015 | (c) Eddi
      Pünktlich sieben Uhr morgens trällerte mein Wecker „Shake up the happiness, wake up the happiness…“ und versetzte mich zurück in das Gefühl der letzten Tage. Vor kurzem waren wir umgezogen und hatten es Anfang Dezember dann endlich geschafft, dass alle Pferde auf das neue Gestüt zogen und nun stand mir ein Neubeginn vor. Nochmal von vorne, aber es fühlte sich richtig und gut an.
      Seit Tagen verbrachten nun ich und die Pfleger vor allem auch Zeit damit, alles weihnachtlich zu schmücken, denn am 23. Dezember würden wir unsere Weihnachtsfeier haben und bis da waren es nun nur noch knapp vierundzwanzig Stunden, in denen allerhand geschafft werden musste. Die Pferde hatten zwischenzeitlich ein wenig Pause gehabt, denn ich hatte mich erst einmal ordnen müssen.
      Da das Gestüt aber über genügend Weiden verfügte, verbrachten sie ihre freie Zeit eben dort. Da der Winter momentan auch gar kein Winter war, konnten sie auch ungestört über die fast schon zu grünen Wiesen toben und ich musste ein wenig aufpassen, dass sie mir nichts zerstörten, aber so lange es trocken blieb, war alles gut. Tatsächlich war es dieses Jahr wirklich kein Winter. Stattdessen hatten wir täglich um die 15 Grad und Sonnenschein, es war eher wie Frühling.
      Dementsprechend fiel es alle Beteiligten schwer, sich wirklich in ein Winterfeeling zu versetzen, aber es blieb uns ja nichts anderes übrig, wenn in zwei Tagen Weihnachten sein würde. An sich hatte ich an dem Tag meinem ganzen Personal frei geben wollen, aber sie wollten zumindest bis Mittag noch ihren Dienst verrichten und mich bei der großen Anzahl an Pferden unterstützen. Dafür dankte ich ihnen sehr und am morgigen Abend würde jeder noch eine kleine Überraschung von mir erhalten.
      Doch nun musste ich mich erst einmal aus dem Bett schälen und mich allmählich fertig machen, denn die Pferde warteten schon auf ihr Frühstück und dann wollten sie auch schon hinaus auf die Weide. Bisher hatte ich nicht viel Personal, weshalb ich selbst noch kräftig mit anpackte. Jeder hatte eine bestimmte Aufgabe verteilt bekommen, weshalb sie Pferde schon gefüttert waren, als ich angezogen und gefrühstückt in den Stall trat. Stattdessen ging es nun auf die Weide. Immer mit zwei Pferden verließ ich den Stall und brachte sie auf ihre bestimmte Weide. Um dem Personal einen Leitfaden zu geben, hing zum einen im Stall ein großer Plan und zum anderen stand sowohl an den Boxen als auch an den Weiden, wer wo hingehörte. So konnte ich mir sicher sein, dass alle Pferde dorthin kamen, wo hin sie sollten.
      Die Fohlen waren heute wieder besonders aufgeregt, für sie konnte es nie schnell genug nach draußen gehen. Besonders Hidden Flyer und Exciting Force waren immer sehr stürmisch. Die beiden Vollblutfohlen waren noch nicht sonderlich lange in meinem Besitz, weshalb ich sie bisher nur schwer einschätzen konnte, aber ich gab mir Mühe und so langsam kam ich dahinter. Zumindest rissen sie sich inzwischen nicht mehr samt Halfter und Strick los, sondern warteten, bis ich diese entfernt hatten.
      Heute sollte ein normaler Alltag anstehen, trotz der Tatsache, dass der 22. Dezember war, hatten wir noch genügend Anmeldungen für unsere heutigen Reitstunden. Eine würde ich halten, die andere würde auf das Konto einer mobilen Reitlehrerin gehen. Doch vorher wollte ich das sonnige Wetter für einen Ausritt nutzen. Leider fand sich spontan kein Mitreiter, weshalb ich entschied, mich selbst auf Deep Silent Complete zu schwingen und Come Whatever May als Handpferd zu nehmen.
      Die beiden Warmblutstuten kannten sich schon lange und kamen sehr gut miteinander aus, es würde also ein ruhiger und entspannter Ausritt werden, so etwas hatte mir gefehlt! Danach konnte ich dann guten Gewissens in den Tag starten. Tatsächlich waren wir auch nur eineinhalb Stunden unterwegs und nachdem beide Stuten gut versorgt wieder auf der Weide standen, erwarteten mich schon die Reitstunden.
      Die erste Reitstunde hatte etwas eher begonnen, da die Reitlehrerin heute Nachmittag noch woanders hin musste. In ihr liefen nur Herbsttraum und Hugo Boss. Beide unter sehr erfahrenen und talentierten Nachwuchsreitern, welche eine wirklich gute Figur auf den Ponys machten und den Unterricht der Reitlehrerin befürwortete ich auch sehr. Meine Reitstunde würde für fünf Reiter sein, es war ausnahmsweise Abteilungsreiten, was ich ungern machte, aber es konnte auch Spaß machen.
      Ich muss ehrlich sein, die Lewitzer setzte ich an liebsten in den Reitstunden ein. Immerhin züchtete ich sie als talentierte Sportponys für Kinder und Jugendliche. Dementsprechend besaßen sie auch einen ruhigen und rücksichtsvollen Charakter, waren aber denn wirklich talentiert. Das war auch der Grund, weshalb ich für meine Reitstunde Donatella, Elliot, They call her Fiorina, Talya und Carachillo ausgesucht hatte. Schnell waren die Pferde verteilt und die Reiter damit beschäftigt, sie vorzubereiten, denn das musste man bei uns noch alleine machen. Sie hatten dafür gut eine halbe Stunde, je nachdem ob sie eher oder später kamen. Pünktlich um zwölf startete dann meine Reitstunde. Ich ließ sie die Pferde erst einmal aufwärmen und gab den ein oder anderen schon ein paar Tipps. Wir wechselten immer zwischen Abteilungsreiten und freiem Reiten, bei zweiteren nahm ich sie mir auch gerne mal einzeln auf dem Zirkel vor. Es lief wirklich gut, auch wenn ich das Gefühl hatte, danach schon heiser zu sein, aber was tat man nicht für die Jugend!
      Auch das Versorgen der Pferde beobachtete ich aufmerksam und war erst zufrieden, als es sowohl den Pferden als auch der Ausrüstung wirklich gut ging. Einer meiner Reiter schien gerade im Stress zu sein, denn ich fing ihm auf den Hof ab, wo er im fliegenden Wechsel von einem Pferd aufs andere sprang. Gerade kam er mit Scheherazade vom Distanztraining zurück und war nun schon auf halben Weg, um mit Cual Maniaca die nächste Runde anzutreten. Deshalb nahm ich ihm ein wenig Arbeit ab und führte meine braune Araberstute trocken, ehe ich sie noch abbürstete und dann auf die Weide brachte. Scheherazade barg sehr viel Potenzial, doch bisher hatte es sich noch nicht wirklich entfaltet. Leider.
      Da der morgige Tag gefüllt sein würde mit dem Programm unseres Weihnachtsfestes, hatte ich spontan eine Longenstunde doch noch auf heute geschoben. Das Pferd dafür war Kürbis, sie war ideal für die kleine Sechsjährige, welche uns hoffentlich öfters besuchen würde. Gemeinsam machten wir das Pferd fertig. Das Mädchen war sehr wissbegierig und scheute sich auch nicht, direkt nachzufragen. Heute machten wir an der Longe nur leichte Übungen, um ihre Balance und Konzentration zu stärken. Abschließend durfte sie noch ein paar Runden traben, ehe ich sie noch eine Runde um den Hof führte und dann war auch schon Schluss. Ohne Protest ging das zwar auch nicht, aber kommende Woche würde sie ja schon wieder da sein.
      Das Reitschulgeschäft konnte ganz lukrativ sein und ohne würde ich kurz über lang nicht auskommen, wiederum war mir aber das Wohl meiner Pferde wichtig und so basierte mein Prinzip darauf, dass auf jede Reitstunde mindestens zwei Korrekturstunden kamen und ein Pferd nie wirklich öfters als ein bis zweimal in der Woche lief. So dringend nötig hatten wir das Geld dann auch wieder nicht.
      Für den heutigen Nachmittag stand aber noch allerhand an. Ich wollte zumindest auch ein wenig mit helfen und es gab das ein oder andere Pferd, was wirklich nur ich ritt. Das war aus Prinzip Pajero. Den Schecken hatte ich schon, seitdem er ein Fohlen war, weshalb wir eine enge Bindung zueinander hatten. Für heute hatte ich mal wieder ein wenig Geländetraining eingeplant, das liebte er ja abgöttisch und besonders talentiert war er auch.
      Nach Pajero wartete schon mein zweiter Liebling: Thorondor. Jahrelang war ich seine Reitbeteiligung gewesen, dann war er in meinen Besitz gewandert und nun stand der wunderschöne Rappe bei mir im Stall und ging meinem Personal auf den Keks, denn er hatte einen sehr speziellen Charakter. Doch die Freiarbeit machte mit ihm tierisch Spaß und jeder bewunderte den Ausdruck und die Motivation des Pferdes, während wir über den Reitplatz tobten, es war wie immer sehr erleichternd.
      Für den heutigen Tag stand noch ein Springtraining mit Classic Gold an und eine Kutschfahrt mit Little Chocolate Chip. Danach telefonierte ich noch mit Occulta, welche momentan Naimibia als Leihstute für ein Fohlen besaß, schon bald würde meine hübsche Stute zurückkehren, da Occulta gerade dabei war, das Fohlen abzusetzen. Es war ein Traum von Reitpony geworden und wurde schon jetzt (zurecht) bewundert.
      Am kommenden Tag stand die Weihnachtsfeier an. Da diese pünktlich 13 Uhr beginnen sollte hieß es, den restlichen Kram schon vorher fertig zu machen und das war allerhand. Zum einen ritt ich vorher noch Allelujah, denn der hatte sich inzwischen seinen Ruf bei meinen Reitern gemacht und wurde tunlichst gemieden, weshalb ich die einzige war, die ihn vor allem gerne ritt. Danach longierte ich noch meinen Zwerg Hoppla, damit der kleine Kerl über den Winter weg nicht zu kräftig wurde und als letztes ließ ich noch einmal allen Stress von mir abfallen, während ich mit Albertino eine gemütliche Runde ins Gelände ging.
      Und dann ging schon unser Programm los! Beginnen tat das Ganze mit einem Führzügelwettbewerb. Endlich hatten wir eine Beschäftigung für unsere Zwerge gefunden. Werina und Mondscheinsonate liefen auch öfters als Gespann vor der Kutsche, aber Window blieb da immer ein wenig alleine im Nichtstun. Führzügelwettbewerbe und das Training mit den Zwergen machte ihm hingegen riesigen Spaß und unsere kleine Flauschkugel nahm tatsächlich ein wenig ab!
      Occani und Heartbreaker brauchten ein wenig mehr Beschäftigung. Zwar waren beide super kinderlieb und sehr geduldig, aber man sah ihnen doch an, dass es ihnen wesentlich mehr Spaß machte, gefordert zu werden. Sei es nun in der Dressur, im Springen oder im Gelände. Die beiden Welshs waren einfach für alles zu haben.
      Aus diesem Grunde hatten wir angeboten, die ein oder anderen kleinen Reiterinnen darauf vorzubereiten und alle waren wie verrückt gewesen. Es gab natürlich Schleifchen zu gewinnen und für jeden einen Nikolausstiefel mit Leckereien, so dass niemand leer ausging. Das Publikum hatte auch sichtlich Spaß! Danach sollten die Großen zeigen, was sie konnten, denn nun kam eine Hengstquadrille!
      „Bei der Auswahl der Pferde für die Hengstquadrille hatte ich lange mit mir gehapert, denn diese Pferde repräsentierten das Gestüt und sollten auch potenzielle Züchter anlocken. Also hatte ich versucht, so viel wie möglich mit einzubringen: Pawaneeh als Vertreter unserer Vollblüter, Cover the Sun lief als Sportpferd mit, Aristo zeigte die barocke Seite des Gestüts und zu guter hatte ich mich noch für Dissident Aggressor entschieden.
      Ich hatte alles dabei haben wollen und es war mir gelungen! Ich selbst saß auf Dissident Aggressor und jedes Pferd zeigte eine besondere Lektion, so dass Dissi und ich einen Spin zeigten, Aristo die Piaffe, Cover the Sun eine Pirouette und Pawaneeh überzeugte mit seinen Seitengängen. Der Applaus sprach auf jeden Fall für sich!
      Da ich wusste, wie beliebt es bei kleinen Kindern war, boten wir eine Art Ponyreiten an. Es waren immer größere Spaziergänge in das umliegende Gelände, circa eine Viertelstunde, bei welcher die Kinder geführt wurden. Dafür hatte ich Milka Luflee, Hyreygur, Varulv und Cheveyo ausgewählt, allesamt waren Hingucker aber totenbrav und das war das Wichtigste.
      Die Weihnachtsfeier war toll und alle hatten viel Spaß. Gegen 18 Uhr verließen allmählich alle das Gestüt und mit meinen engsten Leuten machte ich noch einen nächtlichen Ausritt bei Vollmond. Gut, nächtlich war übertrieben, aber 19 Uhr war es eben schon stockduster. Wir waren zu viert unterwegs und ritten unsere ruhigen Westernstuten: Kisshimbye, Like Honey and Milk, Ice Coffee und Apache’s Tomahawk. Schöner konnte man es nicht haben. Der Abend endete mit einer Weihnachtsfeier mit einem reichen Büffet und einer Dankesrede samt Geschenken für alle. Dann rückte auch der 24. Schon näher und ich würde allerhand zu tun haben.

      Wirklich viel Zeit hatte ich nicht, ich wollte alles schaffen, aber auch pünktlich 18 Uhr zu Hause sein, das hieß, dass spätestens halb fünf alles geschafft sein musste. Aus diesem Grund stand ich heute wesentlich eher auf, um nach der Fütterung direkt Khiara El Assuad, Golden Ebano und CH’S Sun is Shining in die Führmaschine zu packen.
      Während die drei beschäftigt waren, longierte ich meinen Junghengst Altyn, welcher sich momentan mehr als gut machte und mit dem ich wirklich zufrieden war. Dann widmete ich meine Aufmerksamkeit meinem Neuzugang Cola, welcher immer noch ein wenig in sich gekehrt war, was ich versuchte, mit Bodenarbeit aufzulockern. Wir machten Fortschritte, allerdings eben nur kleine. Da ich heute noch meinen Pferden etwas Gutes tun wollte, ritt ich noch Feuervogel und Morning Sun. Ich wusste, dass die beiden Reitponys sonst vor Langeweile vergingen.
      Da ich noch ein wenig Hilfe von meinem Personal am Morgen hatte, waren auch Lila Wolken, Possy Pleasure Mainstream und Sika bereits bewegt. Für Autumn Leave in the Sky und Dr. Insektor hatte sich auch noch jemand gefunden und so hatte ich doch schon fast meine Liste geschafft. Es war bereits früher Nachmittag, als ich noch zu einem Ausritt mit Flintstone und Schneeleopard aufbrach.
      Danach machte ich alles für den Abend bereit, denn die Pferde bekamen jeweils eine Extraportion Möhren, weil Weihnachten war. Dann ging ich zu meiner Kontrollrunde in den Fohlenstall. Amadahy, Frozen Bubble, Korah, Nabiri, Panta Rhei und Roswell vertraten stolz meine Lewitzerzucht. Es waren allesamt herrliche Nachkommen, auf welche ich mehr als stolz sein konnte.
      Auch über meine Welshponys konnte ich mich nicht beklagen. Acariya wurde von Tag zu Tag schöner, Sacre Fleur langsam immer selbstbewusster und zu Herbstmond brauchte ich nichts sagen, die wurde eh von alles und jedem geliebt und das zurecht! Shawnée und Siberia waren ja damals mehr Zufall gewesen, dennoch wollte ich die beiden Welsh Ds nicht mehr missen und auch heute bekamen sie wieder ihre Portion Knuddeln.

      Vor den Boxen von CH’s Destiny Horror und Hollybrook’s Fairy Bluebird blieb ich etwas länger stehen. Beide waren nun langsam bereit für den nächsten Schritt in ihr Dasein als Reitpferd, nur ich zögerte noch ein wenig, ich wollte ihnen so viel Zeit wie möglich geben. Das Gleiche galt für Tiny Girl, doch mein AMH unterschätzte ich zu gerne und wenn ich das tat, zeigte sie es mir auch deutlich.

      Der Tag neigte sich dem Ende und halb fünf standen alle Pferde in frisch gemachten Boxen, mit ihrer Ladung Heu für die Nacht. So konnte ich guten Gewissens duschen und mich umziehen, um dann pünktlich auf den Familienfest zu erscheinen.

      Von meiner Familie konnte kaum einer nachvollziehen, dass ich meine Feiertage mit den Pferden verbrachte, statt mit der Familie, obwohl ich zu jeder Feier trotzdem pünktlich kam, dennoch standen die Vierbeiner an erster Stelle. Diesen Morgen arbeitete ich ein wenig mit den Junghengst Abendprinz und Cruel Twist of Fate. Danach war HGT’s Unitato an der Reihe und dann noch Outlaw Torn. Die Jungpferde brauchten allerhand Beschäftigung, doch ich kam momentan kaum hinterher.

      Deshalb hatte Prazzy’s Goldbell allerhand Flausen im Kopf, genauso wie Paddington und gemeinsam machten sie nur Unsinn! War ich da immer froh über Caruso, der sich nichts anmerken ließ und ein Engel war. Am Ende meines Fohlenrundgangs betüddelte ich noch ein wenig Mon petit écrou, ehe ich mich an die richtige Arbeit machte.

      Vertigo, Caillou und Piccolos Blaze mussten geritten werden. Calimero II sollte noch longiert werden und dann wollte ich zumindest noch mit Joyce oder Sika eine Runde ins Gelände, für die Jungstuten war diese Erfahrung mehr als wichtig. Die restlichen würde ich auf die kommenden Feiertage schieben müssen, denn heute Nachmittag stand bereits die nächste Familienbevölkerung statt.

      Während dieser plante ich aber nur die kommenden Tage. Am morgigen Tag sah ich mich früh mit Amazed Marlin ausreiten, ehe ich gemeinsam mit Hákur neue Lektionen in Angriff nahm. Dann würde ich HGT’s End of Day longieren und an seinen Rückenmuskeln arbeiten, ehe ich etwas bodenarbeitstechnisches mit Fandango machen wollte.

      Am 27. Dezember ging es dann gemeinsam mit drei Freundinnen ins Gelände. Ich selbst ritt Quintesse, während ich den Rest auf Caribic Sue, Freeway und Walking in the Air verfrachtet hatte und dann stand tatsächlich schon fast 2016 vor der Tür! Ich würde Zarin und Golden Ebano ihre homöopathischen Tropfen am 31. Geben müssen, damit sie nicht vollkommen explodierten, wenn dann überall das Feuerwerk losging.

      Zum Glück bestand mein Stall größtenteils aus Pferden, denen das egal war .Call me a Twist und Bandit war das schnuppe, die würde auch neben einem Feuerwerk herlaufen. Morrigan war da nicht viel anders, nur He’s called Trüffel konnte ich da nicht so gut einschätzen, aber das würde sich noch zeigen, nun musste ich erst einmal diese Familienfeier hinter mich bringen!


      Pflegebericht
      April 2016 | (c) Eddi
      Kurz nach Neujahr hatte unser Umzug stattgefunden, so dass wir nun seit fast vier Monaten in Holland lebten. Wie ich es bereits gewohnt war, zog sich alles unglaublich. Es hatte gut zwei Monate gedauert, bis alle Pferde umgezogen waren und ein festes Team hatte ich auch noch nicht, da war ich noch fleißig auf der Suche, aber trotzdem kehrte allmählich eine Routine ein. Und ich liebte unser Gestüt. Den Namen hatte ich so übernommen und so lebten wir nun auf Gestüt Sapala.
      Es lag zwischen Wäldern und Wiesen, ziemlich im Abseits und stellte eine herrliche Anlage da. Das wichtigste war zu Hauf vorhanden: Weiden. Zudem besaßen wir zwei Reitplätze und zwei Hallen plus weitere Trainingsmöglichkeiten wie eine Führanlage und zwei Longierzirkel. Und natürlich gigantische Stallungen, was für uns nun mehr als nötig war. Ganz nebenbei war ich ja in mein Wohnhaus verliebt, hier konnte man sich wohlfühlen!
      Den Pferden gefiel es auch, das spürte man deutlich und das Gelände war auch einfach mehr als idyllisch, denn außer unseren Heuwiesen gab es rundum kaum etwas anderes als Felder, Wiesen und Wälder. Ich war endlich in meinem Traumzuhause angekommen und wenn man sich etwas mehr Zeit nahm, war man mit einem halbstündigen Ritt auch direkt am Meer. Wir befanden uns im Friesland, genauer gesagt in Aurich und ziemlich nah an der Küste.
      Die frische Meeresluft tat allen gut und momentan arbeitete ich auch eine lange Liste an Bewerbungen ab, denn wir waren begehrter als gedacht. Nun war schon April 2016 und wie immer erfasste mich die Frühjahrsputz-Laune. Es gab schließlich immer etwas zu tun und es gab auch noch genug Kisten, die noch ungeöffnet irgendwo standen. Besonders in den Sattelkammern hatte ich bisher nur das Nötigste untergebracht, meine Pferde hatten zu viel Kram!
      Die waren momentan übrigens alle in ihrer Schonfrist. Der Umzug war auch für die kräftezehrend gewesen, aber glücklich waren wir alle. Außer ich in dem Moment, denn gerade klingelte mein Wecker – 5 Uhr in der Früh. Bisher sah es an Mitarbeitern noch mager aus, dementsprechend musste ich selber kräftig mit anpacken was Fütterung, Rausbringen und Misten betraf. Dazu kamen der Papierkram und die Vorstellungsgespräche und so bekam ich kaum noch die Gelegenheit zum Reiten.
      Angezogen, frisch gemacht und gefrühstückt tauchte ich im Stall auf und grüßte knapp die anderen Pfleger, die bereits angetanzt waren. Es war kurz nach sechs und draußen tatsächlich schon hell. Oh ich freute mich so auf den Sommer! Dann würden die Pferde auch 24 Stunden auf den Weiden stehen und wir hätten ein bisschen Arbeit weniger. Aber wirklich nur ein bisschen, denn im Sommer wollte ich alle wieder in Höchstform sehen – mich eingeschlossen.
      Füttern und Rausbringen fraß Zeit. Nachdem dann auch gemistet war, war es schon fast 10 Uhr und ich würde mich für das nächste Vorstellungsgespräch fertig machen müssen. Leider überzeugte mich der Herr um die 30 Jahre weder im Gespräch noch auf dem Pferd. Als Dressurtrainer hatte er sich beworben, weshalb ich ihm für den Proberitt Aristo ausgesucht hatte, einer unserer Dressurässer. Doch sein „Was, ein Barockpferd?“ hatte mich eigentlich direkt abgeschreckt und so hatte ich zwar ein freundliches „Ich melde mich noch einmal bei Ihnen“ herausgebracht, war aber erleichtert, als er weg war.
      Stattdessen ging der Stress direkt weiter, denn heute sollten einige neue Pferde kommen. Ich war dafür bekannt, regelmäßig aufzustocken und da meine liebe Freundin Julie aus privaten Gründen ihren Hof auflöste, kamen einige Pferde aus Schottland zu uns. Zum einen Van Deyk, ein toller Trakehnerhengst mit großem Potenzial, auf dessen Dasein ich mich schon jetzt freute. Des weiteren Ayumi, ein tolles Fohlen aus der Zucht von Siobhan, was mit einer tollen Abstammung daher kam. Dann noch Key, eine Vollblutstute, welche ich noch aus meiner Nasty Past Zeit kannte. Und als letztes was ganz witziges: Ridcully, ein American Miniature Horse. Er sollte das Gegenstück zu meiner Hollybrook’s Tiny Girl werden und dementsprechend war er sofort eingezogen.
      Heute tanzten die drei an, doch während ich noch gut eine Stunde Zeit hatte, schaute ich bei den ehemaligen Neuzugängen an. Die beiden Vollblutfohen Hidden Flyer und Exciting Force waren mir sehr schnell ans Herz gewachsen und entwickelten sich prächtig, ich hatte mich in beide wirklich verguckt. Da wir ja ein riesiges Gestüt hatten, kamen auch Anfang des Jahres zwei Reitponys zurück. Elisa hatte leider verkleinert und so kehrten Never look back und Raunchy’s Limited zurück. Hatte ich sie noch als zerzauste Jungpferde nach Townsend Acres gegeben, kamen sie nun als schicke Turnierponys zurück. Elisa verstand eindeutig etwas von ihrer Rasse und ihrem Geschäft.
      Dementsprechend hatte sie sich auch über Absinth’s erfolgreiche Körung gefreut und war sich sicher, dass Allelujah und Morning Sun genauso schnell ihre Punkte sammeln würden. Ich hatte da ja noch allerhand zu tun, denn sie waren nicht die einzigen Pferde, die in eine Körung geschickt werden sollten. Priorität hatte auch immer noch Feuervogel, den hätte mir Elisa sicherlich auch trotz Verkleinerung aus den Händen gerissen.
      Selbst bei unserem zerstruppelten Neuzugang Cola hatte sie bei ihrem Besuch (natürlich hatte sie ihre beiden Schätze eigens vorbei bringen müssen) neugierig begutachtet. Sie sah das Potenzial, was hinter dem vernachlässigten Pferd steckte. Wir beide kannten Cola schon sehr lange vom Sehen und Hören. Ich musste auch sagen, dass er sich wirklich ganz gut machte, genauso wie seine Leidensgenossin Autumn Leave in the Sky. Beide stammten aus schlechter Haltung und wurden bei uns nun wieder aufgebaut.
      Bei ihrem Besuch hatte Elisa natürlich meine Reitponys auf den Kopf gestellt. Paddington hatte sie unbedingt einen Besuch abstatten müssen und gestaunt, wie schnell der kleine Kerl wuchs. Mit Hugo Boss und Carachillo hatten wir einen entspannten Ausritt gemacht und ausgiebig geplappert, so wie es sich für zwei Frauen gehörte, ehe sie auch noch ihren Senf zu Naimibia und Sika gegeben hatte.
      Naimibia war schon gekört und bereits von ein paar Fohlen stolze Mutter, bei Sika sah ich das ja noch nicht so, doch Elisa ermunterte mich und sah die Rappscheckstute auch schon gekört. Während ich so schön in Gedanken schwelgte, kam der Transporter an und die neuen Pferde mussten versorgt und ausgeladen werden.
      Während Van Deyk erst einmal seine Box mit Paddock bezog, wollte ich Ridcully und das Stutfohlen direkt vergesellschaften. Auf einer kleineren Weide traf Ridcully auf Heartbreaker. Mein Welshhengst war der Chef unserer Zwergengruppe und wenn er Ridcully akzeptierte, würde das auch der Rest tun. Der Rest, das waren Window und Hoppla auch beide problemlos und so stand Ridcully eine halbe Stunde später bei unseren Zwergenhengsten und genoss das herrliche Wetter.
      Ayumi sollte heute nur auf CH’s Destiny Horror und Mon petit écrou treffen. Beides eher ruhigere und ältere Jungpferde und dementsprechend perfekt geeignet und siehe da, es klappte wirklich gut und auch das Fohlen war untergebracht. Um auch Van Deyk noch etwas Abwechslung zu bieten, ging ich mit dem Schecken eine kleine Runde über das Gestüt und kennte ihn etwas lernen.
      So wirklich zum Frühjahrsputz kam ich heute ja nicht, denn es standen noch zwei Schnupperstunden an. Ich hatte entschieden, im kleinen Rahmen gutes Reiten anzubieten und nutzte die Chance einer Ponyschule, um meine Zwerge unter einen Deckel zu bekommen. Da die Ponyhengste heute aber schon genug Aktion hatten, waren die Mädels an der Reihe.
      Tatsächlich hatte sich sogar jemand für Little Chocolate Chip gefunden. Ein kleines dreijähriges Mädchen schwärmte von Ponys und ihre Mutti schien selbst pferdevernarrt zu sein und so kamen sie heute mal zu Besuch. Auch Mondscheinsonate, Occani und Werina waren heute an der Reihe. Alle Kinder waren unter 10 Jahre und bekamen beim Putzen und Satteln die Unterstützung von mir und ihren Eltern (zumeist die Mütter).
      Als alle fertig waren, gingen wir auf den Reitplatz, wo wir erst ein kleines bisschen Theorie paukten und es dann endlich in den Sattel ging und wir die ersten kleinen Runden drehten und auch allerhand Übungen machten. Die Ponyschule war eine schöne Idee, aber ich brauchte auf jeden Fall Helfer. Zum Glück waren es heute nur Schnupperstunden, aber Kinder und Eltern waren mehr als begeistert und so war auch ich glücklich.
      Zweiteres war eine Reitstunde für Fortgeschrittene und unter 18-Jährige. Altersbeschränkungen waren mir an sich egal, aber für das Klima in der Stunde war so etwas doch immer sehr angenehm und die Erwachsenen waren auch immer lieber unter sich. Als Schulpferde hatten sich bereits damals unsere Lewitzer bewährt und auch heute wählte ich fünf von ihnen. Cheveyo, Donatella, They call her Fiorina, Piccolo’s Blaze und Elliot. Die Mädels waren begeistert von ihren Schecken und auch davon, dass man bei uns die Pferde selbst holte und fertig machte.
      Natürlich kontrollierte ich alles und gab Tipps, aber sie machten das wirklich gut. Auch im Viereck konnten sich die fünf Reiterinnen sehen lassen. Natürlich hatten sie ihre Fehler und Probleme, aber genau deshalb kamen sie ja zu uns. Anscheinend kamen diese Schnupperstunden mehr als gut an und während die Mädels quatschend abritten, baute ich meine Geschäftsidee aus, indem ich auch Reitstunden für reine Jungsgruppen und Senioren anbieten wollte. Alles Gruppen, die man so anlocken konnte.
      Mein Prinzip war lediglich, dass für das Pferd pro Reitstunde mind. zwei Korrekturstunden kamen, so dass einerseits sehr gute Schulpferde vorhanden waren, aber eben auch diese nicht überstrapaziert worden. Also würde sich das Pensum auch mehr als Gering halten. Nachdem alle Pferde versorgt waren, ging ich Lewitzerliste kurz durch:
      Vertigo wollte ich im Turniersport, so fiel er als Reitpferd für Schüler weg und bei Talya war ich mir auch nicht sicher, ob es das Richtige war. Genauso wie bei Elliot. Er hatte seine Sache heute gut gemacht, aber ich glaube, Caillou konnte ich mir da besser vorstellen. Und Amazed Marlin ließ ich bisher auch lieber außen vor, sie sollte sich auf ihre Krönung konzentrieren.
      Zum Glück hatten die Fohlen nicht solche Probleme. Sowohl Amadahy, Frozen Bubble, Nabiri und Rosewell als auch die beiden Hengstfohlen Panta Rhei und Calimero II tobten mit dem Rest zufrieden über die Weiden. Aber irgendwann würde auch für sie der Ernst des Pferdelebens kommen. Obwohl, sie hatte noch Zeit.
      Den Nachmittag verbrauchte ich im Büro und plante für die Fohlen. Das machte ich gerne und es war auch nötig, denn so erinnerte ich mich wieder daran, dass ich einige „Fohlen“ hatte, die schon längst nicht mehr so klein waren wie ich dachte, sondern schon mehr als bereit. Hollybrook’s Fairy Bluebird war eine tolle Ponystute geworden, nun bald sechs Jahre, hatte bisher aber noch keinen Reiter gesehen.
      Das Gleiche galt für Prazzy’s Goldbell, dabei wollte ich meinen geliebten Pajero-Sohn gerne langsam unter dem Sattel sehen, er würde seinem Vater alle Ehre machen! Apropos, einen Ausritt mit Pajero würde ich mir heute Abend noch gönnen müssen, zum Glück blieb es immer länger hell. Ach, ich war doch ganz froh, den Winter hinter mir zu haben, auch wenn der Sommer sicherlich wieder heiß werden würde.
      Bei Outlaw Torn war ich mir bezüglich der Ausbildung sehr unschlüssig. Er war bald vier und schon sehr weit, eben weil das bei Paint Horses so gehandhabt wurde, aber genau deshalb wollte ich ihm Zeit lassen und es war ja nicht so, als wäre das Reiten für ihn essentiell wichtig. Das sahen HGT’s Unitato und Cruel Twist of Fate nicht anders und so ließ ich meinen Westernpferden gerne mehr Zeit.
      Und dann gab es da noch meine Welshnachkommen. Alle behalten, nachdem die ältere Generation verkauft worden war. Herbstmond und Acariya waren bisher immer noch meine Favoriten, aber auch Sacre Fleur liebte ich, ebenso wie Shawnée und Sibiria, auch wenn ich nicht recht wusste, was ich mit zwei Welsh D Stuten anfangen sollte, aber irgendwas würde sich schon finden.
      Dann gab es da nur noch Abendprinz und Caruso. Zwei Fohlen sondergleichen, die ich beide sehr liebte. Geplant war in weiter Zukunft ein Fohlen aus Fairy von Zarin, welches als Gegenstück für Caruso dienen sollte, aber im Gegensatz zu Zarin war Fairy noch nicht gekört.
      Und dann hatte ich mich in die Araber verguckt, neben Abendprinz gab es bisher zwei Stuten: Scheherazade und CH’s Sun is Shining. Zwei wunderbare Tiere und eine sogar schön gekrönt. Aus der Zucht meiner besten Freundin Sammy würde mich auch noch ein wahrer Wüstenstürmer erwarten, aber bisher war er noch nicht so weit, ich freute mich aber schon auf ihn.
      Den heutigen Abend verbrachte ich zu meiner Freude dann doch noch auf den Pferd und erkundete mit Pajero die neuen Wege rund um das Gestüt und freute mich natürlich riesig, denn es war so toll! Irgendwann mussten wir einen großen Ritt ans Meer machen, aus unserer Frankreich-Zeit wusste ich, wie sehr Pajero das liebte.

      Am nächsten Morgen ging es wieder früh raus und wieder war viel los, wie eigentlich jeden Tag auf dem Gestüt. Zur Abwechslung beschäftigte ich am Morgen aber erst einmal Thorondor mit viel Bodenarbeit, damit mein Berber nicht verrückt wurde, denn nur Weide war für ihn einfach gar nichts und so war er einer der wenigen, die mich mindestens fünfmal die Woche zu Gesicht bekamen.
      Ach und die Führanlage hatte ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Spätestens als sie Pawaneeh und Golden Ebano die nötige Bewegung verschaffte. Bei Classic Gold und Khiara El Assuad war die aber noch wichtiger. Die Vollblüter wären mir sonst explodiert. Wer witzigerweise auch richtig Gefallen daran fand, war Freeway, unsere Tinkerstute. Eigentlich ein Pferd, was ich nie in die Führanlage gepackt hätte, aber sie liebte es.
      Heute war mal wieder Bewegungstag, gestern hatte ich ja Pause gehabt. Am Morgen longierte ich Deep Silent Complete und Herbsttraum, ehe ich mit Come Whatever May auf den Springplatz ging. Flott weiter ging es mit einem Ausritt: Apaches Tomahawk als Reitpferd und Caribic Sue als Handpferd. Was die Bewegung betraf, kamen mir die Schnupperstunden recht. Heute war wieder eine und so waren Kürbis, Lila Wolken, Milka Luflee, Walking in the Air und Quintesse beschäftigt und ich auch.
      Danach hätte ich zu gerne eine Pause gehabt, raffte mich aber noch auf Like Honey and Milk zu longieren. Ihre Vorbesitzerin war immer sehr hinterher, dass es der Stute gut ging und so kam sie auch jetzt definitiv nicht zu kurz. Eine Pause stand an und die genoss ich auch wirklich, denn heute Abend hatte ich etwas Besonderes für meine treuen Pfleger geplant. Bisher dachten sie, sie würden zu einer Besprechung antanzen müssen, dementsprechend ahnten sie nichts.
      Doch als es dann so weit war, eröffnete ich ihnen einen Ausritt an den Strand und alle waren begeistert. Wir waren zu elft, also eine ziemlich große Mannschaft, die gute und ruhige Pferde benötigte. Guten Gewissens hatte ich mir direkt Schneeleopard rausgepickt und dann die beiden Westernstuten Ice Coffee und Kisshimbye. Flintstone und Joyce kamen auch zum Einsatz. Die Hälfte war abgedeckt. Für mich hatte ich Fandango rausgesucht, mein kleiner Sonderling im Stall und so fehlten nur noch fünf Pferde und wir waren vollständig. Call me a Twist und Dissident Aggressor waren sowas von mit dabei und dann nahm ich noch Bandit und Albertino mit. Als letztes hatte Varulv die Ehre und so ging es gefühlt auf einen Riesen-Ausritt, den alle Beteiligten sehr genossen, denn am Strand erwartete uns auch noch ein Lagerfeuer.

      Obwohl ich weder trank noch irgendwas desgleichen tat, fühlte ich mich am nächsten Morgen verkatert. Ein langer Ritt plus ein langer Abend waren nichts für jemanden, dessen Wecker fünf Uhr morgens klingelte und so kam ich auch fast zu spät zum Proberitt meiner eventuellen neuen Reitlehrerin. Diese hatte ich auf Altyn gesetzt, was etwas fies war, aber mir dann auch direkt zeigte, dass sie die richtige war, denn mein junger Hengst lief unter ihr wirklich traumhaft, nachdem sie zusammengefunden hatten.
      Halb dösend bespaßte ich nach diesem Erfolg Cover the Sun im Longierzirkel mit etwas Stangenarbeit. Die nutzte ich kurz darauf auch noch einmal mit Possy Pleasure Mainstream, um Rücken- und Bauchmuskeln zu aktivieren. Eigentlich war meine Liste heute mehr als lang, aber aus privaten Gründen bekamen Hákur und HGT’s End of Day frei, so dass ich nur mit Dr. Insektor ins Dressurtraining musste und danach eine Pause im Gelände mit Cual Maniaca einlegte.
      „Ich bewundere dich für dein Durchhaltevermögen!“, hörte ich dann am Telefon, als ich mit meiner Mutti bezüglich meines Geburtstags Ende April sprach, denn ich lud sie nach Holland ein. Und bisher waren sie nicht abgeneigt. Währenddessen ließ ich He’s called Trüffel und Hýreygur freispringen, aber trotz maximaler 50cm war zweiterer einfach nicht begabt.
      Mein Abend endete wieder mal auf dem Pferderücken, nämlich auf Morrigans, welcher mich entspannt gen Gestüt trug, nachdem wir einmal über die schöne Waldwiese gejagt waren und nun genüsslich entspannt in unseren Feierabend spazierten.

      Pflegebericht
      September 2016 | (c) Floooh
      Nachdem viel zu verspätet auch bei uns der Sommer angekommen war und sich bereits jetzt von der sonnigsten Seite zeigte, begann der Tag heute ebenso früh. Als ich die Stallung hinein ging, war meine Stallhilfe bereits dabei die Stuten auf die Wiese zu bringen. Unser Neuankömmling Chatana hatte sich bereits gut eingelebt und hatte in Chou eine Freundin gefunden. Unsere Stutenherde stand gemeinsam auf einer weiten Wiese direkt hinter dem Hauptstall. Als alle Stuten draußen standen, brachten wir gemeinsam die Hengste und die Minis auf die Weiden und begannen schließlich die Boxen zu misten. Nach und nach trudelten einige Reitbeteiligungen und Pfleger ein, welche sich auch einige Boxen vornahmen. Es herrschte also schon am frühen Morgen Hochbetrieb auf dem Gestüt.
      Da ich heute den ganzen Tag Zeit hatte ging ich am Mittag zu allererst zu den Verkaufspferden des Gestüts. Es hatten sich einige Interessenten angekündigt, daher sollten die Hübschen ein wenig hübsch gemacht werden. Nabiri, die kleine Lewitzer Stute war erst seit kurzem wieder hier, dennoch suchte sie wieder ein perfektes Zuhause auf Lebenszeit. Auch der freche Minihengst Cesar wurde ordentlich herausgeputzt und ging anschließend mit Floriano und Woezel ein wenig in die Führanlage, welche von einer Hilfe beaufsichtigt wurde. Ein weiteres Verkaufspferd war Elliot, ebenfalls ein Lewitzer. Er war bereits gekört und bereits für die Zucht eingesetzt. Elliot hatte bisher keine Anfragen und durfte somit seinen freien Tag genauso genießen wie D'Artagnan und Märchenerzählerin.
      Die ganzen Fohlen des Gestüts standen auf einem seperaten Weidestück bei den Stuten und tobten wild miteinander rum. Das Gestüt hatte zur Zeit 8 Fohlen. Royal's Daydream, ein Fohlen einer ehemaligen sehr erfolgreichen Stute, Elmo, ebenfalls ein eigenes gezogenes Fohlen von DéjàVu, Bacardi Mojito, Applaus, Cruel Twist of Fate, Foggy Dew, Nabiri und Little Lioness. Die Fohlen hatten alle ein festes Ritual. Am Morgen bekamen alle ihr Müsli, anschließend wurden sie wie alle anderen Pferde auch auf die Weide gebracht und Mittags in die Halle. Je nachdem wer sich mit ihnen beschäftigte absolvierte mit ihnen ein spielerisches Schrecktraining mit Flatterbändern, Reifen, Schirme etc. Wir hatten mit dieser Methode bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Unsere Pferde waren schrecklos und absolut Geländetauglich.
      Es war inzwischen früher Nachmittag als ich an das Arbeiten der Pferde kam. Zuerst schnappte ich mir gemeinsam mit einer Freundin die beiden Stuten Blondie und Ronja und putzten diese gründlich, bevor wir sie auftrensten und eine gemütliche Runde ins Gelände gingen. Blondie war mit ihren 27 Jahren noch topfit aber aufgrund einer alten Sehnenverletzung bereits in Rente. Ronja dagegen war vom Gemüt einfach eine sehr ruhige sodass die dem langsamen Tempo der Haflingerstute gerne folgte. Um Blondie nicht zu über anstrengen liefen wir nur die kleinere Runde, die allerdings auch schon 30min dauerte. Am Hof wieder angekommen, spritzten wir den Stuten noch die Beine mit kaltem Wasser ab und reichten beiden eine Möhre, ehe sie zurück auf die Weide durften und sich dort erst einmal ausgiebig wälzten.
      Der nächste Kandidat war Gregor. Seine Reitbeteiligung hatte abgesagt also übernahm ich heute die Reitstunde mit ihm. Auch Windrose nahm an dieser teil. Die Reitstunde begann mit einer Aufwärmphase im Schritt und vielen Schlangenlinien, anschließend bestehend aus Schritt-Trab Wechsel. Um den Pferden dieses typische Abteilungsreiten ja nicht anzugewöhnen überließ uns der Reitlehrer relativ viel Freiheit war Bahnfiguren anging. Er bestimmte lediglich das Tempo und korrigierte ab und zu Fehler, sowie wenn wir zu häufig auf der ganzen Bahn ritten. Auch als später das Mädchen, welches sich um die Stute DéjàVu kümmerte in die Halle eintritt, funktinierte alles bestens. Gregor machte sich immer besser und lernte schnell. Auch Windrose schien Spaß an der Arbeit zu haben. Die Halle hatte an der nördlichen kurzen Seite ein langes Fenster von dem man hinausschauen konnte - vorrausgesetzt man sitzt nicht auf einem Pony wie Déjà es war. Draußen war Santino auf dem Springplatz und war fleißig am trainieren. Es war wieder Turniersaison für ihn. Seine Trainerin teilte aber regelmäßig mit wie wunderbar er mitmachte und nur am Wassergraben noch etwas üben musste. Dieser war dann doch noch manchmal etwas gruselig, sodass die Sprünge nicht perfekt saßen. Das war auch seine größte Schwierigkeit im Military. Was jedoch seltsam war, da er im Gelände sehr gerne schwimmen ging.
      Zu guter Letzt erwartete mich heute noch eine kleine Überraschung. Vor langer Zeit hatte ihc mich schweren Herzens von meinen Andalusierhengsten trennen müssen, doch als ich sah wie ein dunkelroter Pickup mit Hänger auf den Hof rollte und ein sehr bekanntes Wiehern ertönte, konnte ich mir meine Tränen nicht zuruck halten. Suger war einer der verkauften Andalusier.. Eine Freundin hatte wohl mitbekommen, dass er wieder ein neues Zuhause suchte und hatte die Initiative ergriffen und ihn zuruck geholt. Schnell bereitete ich eine Box vor und knnuddelte den Hengst einmal kräftig durch, ehe er auf einen großen Paddock kam um sich nochmal die Beine vertreten zu können. Damit ich hatte ich heute absolut nicht mehr gerechnet.
      Es war inzwischen Abend als die Pferde wieder draußen standen und ihren Feierabend genossen. Nur Kiona, Yoshi und Lady Lou wurden heute noch nicht bewegt, obwohl es eigentlich so sein sollte.. Ich war allerdings von der Arbeit heute und dem sehr warmen Wetter fix und fertig, weshalb ich mich entschied die 3 am nächsten Tag erst zu reiten. Schnell bereitete ich noch das Abendessen der Vierbeiner vor und schüttete es schon einmal in die Eimer, damit sie sofort essen konnten, wenn sie in wenigen Stunden zurück in die Box kamen. Dann machte auch ich mich daran mein eigenes Abendessen, welches ich mir wohl ebenso verdient hatte, zu machen.

      Tyrifjord Ranch
      Alltag kurz vor Weihnachten

      11. Dezember 2016 | 18.363 Zeichen | Canyon
      »Bo!« Die Stimme des alten Mannes krächzte lauthals durch den Stall. Dafür, dass der alte Are schon einige Jahre auf dem Buckel hatte, klang seine raue Stimme noch nach Kraft und Energie, wie man es nicht für möglich halten würde. »Boooo! Hörst du mich?«
      Ein junges Mädchen, vielleicht um die zehn Jahre, streckte ihren Kopf aus einer Box heraus und schaute ihren Großvater erwartungvoll an. »Grandpa?«
      »Ach da bist du ja Süße.« Humpelnd machte sich der alte Mann auf den Weg zu dem jungen Mädchen und blieb dann vor ihr stehen. »Ich würde mal meine alten Knochen für einen Moment eine Pause gönnen und Teodor besuchen, ja? Würdest du hier etwas allein zu recht kommen? Wenn was ist, dann kannst du-«
      »Dann kann ich ja zu Teo kommen. Jaja Grandpa, ich weiß schon, ist doch immer das Selbe.« meint sie und schüttelt gespielt genervt den Kopf. »Jetzt geh‘ schon, du weißt doch, ich bin schon groß!«
      Are drückte ihr einen Schmatzer auf die blonden Haare und verschwand dann durch den Seitenausgang aus dem Stall. Zufrieden wendete sich Bo wieder dem Pferd zu, welches entspannt vor ihr stand. Jeder normale Mensch hätte es für verrückt gehalten, einem jungen Mädchen einen Ponyhengst, sowie eine Jungstute zum Geburtstag zu schenken, aber Are hielt es immer noch für das Beste und kaum einer hätte gedacht, dass der Plan des alten Mannes so gut funktionieren würde.
      Elliot hieß der hübsche gescheckte Hengst, vor welchem Bo nun stand und welchen sie mit dem fürsorglichsten Blick bedachte, den es nur gab. Sie liebte ihn mehr als alles auf der Welt und vielleicht war es auch für Elliot das erste Mal, dass ihn jemand so liebte. Der Hengst war als schwierig eingegliedert, aber von diesem Makel war schon seit Wochen nichts mehr zu sehen. Auf dem Platz, wie auch im Gelände trug er seine neue Freundin zuverlässiger, als es je ein anderer getan hatte.
      Leise vor sich hinsummend putzte Bo ihr Pony, flocht ihm die Haare ein und schrubbte die schlammigen Hufe, auch wenn sie genau wusste, dass sie nach dem nächsten Weidegang wieder genauso aussehen würden. Erst als Elliots Box auch sauber war, die Tränke gereinigt und dem Hengst wieder eine Decke übergeworfen war, verließ sie seine Box und machte sich auf den Weg zu der kleinen Stute Nabiri.
      Geplant war eigentlich nur der Kauf von Elliot gewesen, aber auch Nabiri hatte dringend ein neues Zuhause gesucht und es sah nicht danach aus, als würde sich bald jemand melden. Der alte Are hatte es einfach nicht sein lassen können und hatte auch für Nabiri sein Geld hingeblättert. Mit Nabiri war es jedoch von Anfang an schwerer gewesen. Sie war erst knapp zwei Jahre alt, sehr dominant und leider nicht allzu einfühlsam. Jedoch gaben sich alle Hofbewohner die größte Mühe mit der Kleinen und so langsam sah man Veränderung bei der Stute.
      »Nabiri!« Freundlich rief Bo den Namen der Stute in die Box hinein und hielt dann erst ihre Hand über die Boxentür ins Innere. Als die Stute kurz an der Hand geschnüffelt hatte, trat sie einen Schritt zurück und ließ das Mädchen die Boxentür öffnen. »Na meine Prinzessin?« Gut gelaunt wie eh und je betrat sie die Box, schloss jedoch hinter sich die Boxentür.
      Bei Nabiri hielt sie sich nicht allzu lange auf. Das braune Fell wurde von jeglichem Dreck befreit, jedoch blieben die Hufe dreckig. Bis jetzt war es ihr noch verboten, die Gegend der Hufe anzufassen und so ließ sie es auch bleiben. Nachdem sie Nabiri noch eine Mohrrübe gegeben hatte, verließ sie die Box wieder.
      Unentschlossen was sie als nächstes tun sollte, blieb sie in der Stallgasse stehen. Die Hände hatte sie, wie eine junge Frau, in die Seiten gestemmt und blickte von einem Stallende zum anderen. Plötzlich fiel ihr Blick auf den Heu- und Strohberg in der Mitte der Gasse und dort entdeckte sie, fast unter dem Heu begraben, Capucine. Sie liebte die alte Katze und ließ es sich sie nicht nehmen, sich neben diese zu legen und den Kopf der Dame zu streicheln. Schnurrend schloss Cap die Augen und versank leicht lächelnd in einer anderen Welt.

      Zur gleichen Zeit, nur einige Meter weiter, stand eine kleine Versammlung von Menschen am Eingang einer Weide und beobachtete ein interessantes Schauspiel. Petyr, Nico und Charly mit dem kleinen Bart im Gepäck starren gespannt auf das Geschehen auf der Weide. Während Petyr knapp davor war auf die Wiese zu stürmen und von seinem Halfter Gebrauch zu machen, lehnte Nico entspannt am Pfosten.
      »Das war eine verdammt blöde Idee. Verdammt blöd.« murmelte Petyr vor sich hin und starrte wie gebannt auf die beiden Hengst, welche sich in einer Art Tanz immer wieder umrundeten und mit lautem Schnauben den anderen abtasteten.
      »Mein Gott Petyr, beruhige dich, ist doch alles gut.« meinte Nico herablassend, bevor er sein Handy aus der Tasche holte und zu tippen anfing.
      »Nico, höre endlich auf Petyr ständig so anzugehen. Ich kann das gut nachvollziehen, wenn er sich um die Pferde Sorgen macht, du könntest dir da ruhig eine Scheibe abschneiden!« mischte sich nun auch noch Charly ins Gespräch ein. Jeder wusste, dass sie es hasste, wenn Nico sich mit Worten über andere stellte und kein Gefühl für andere zeigte.
      Petyrs Bedenken waren nicht unbegründet. Die beiden neuen Vollbluthengste auf dem Gestüt waren unterschiedlicher als sie hätten sein können. Osgiliath, der dunkle Schimmel, war zehn Zentimeter größer als der braune Alysheba und auch um einiges aggressiver. Der junge Sheba schien reichlich nervös, unkonzentriert und unwissend, während sich Lia nur so aufplusterte und seine ganze Stärke bewies.
      »Das wird schon«, meinte Nico und hängte das Halfter von Osgiliath an den Pfosten. »Ich mache mich mal auf den Weg zu Malte, ich hörte, dass er meine Hilfe braucht.«

      Und tatsächlich. Ungeduldig wartete Malte auf dem Parkplatz vor dem dunklen Geländewagen von Nico, welcher eigentlich schon längst hatte hier sein wollen. Wieder warf er einen Blick auf die Uhr auf seinem Handy und ärgerte sich ein weiteres Mal, dass Nico ihm mal wieder nicht antwortete. Er hatte noch nie verstehen können, was Charly an diesem Motzprotzbrocken nur zu fand, aber das war wahrscheinlich auch der Grund, weshalb er sich hier in der Kälte wartend quälte.
      Charly hatte wohl das interessanteste Geburtsdatum erwischt, was man erwischen konnte. Heiligabend. Er beneidete sie nicht darum, aber genau deswegen war es eben so wichtig, dass sie an diesem Tag gut gelaunt sein würde.
      Eine viertel Stunde zu spät kreuzte Nico am vereinbarten Treffpunkt auf und machte keine Anstalten, sich bei Malte dafür zu entschuldigen. Malte brauchte viel Willen, um seine aufkeimende Wut zu unterdrücken und sich auf dem Beifahrersitz des protzigen Wagens niederzulassen, welchen Nico von seinem Vater hatte geschenkt bekommen.
      Im rasanten Tempo kutschierte Nico Malte zu etwas 15 Kilometer weiter zu einem kleinen Hof, auf welchen seit einigen Woche eine junge Stute lebte. Sie war es gewesen, in welche sich Charly vor Wochen verliebt hatte, damals stand sie allerdings nicht zum Verkauf.
      Das ganze Hofteam hatte nun vor wenigen Wochen das letzte Geld zusammen getragen, um Charly zu Weihnachten dieses Geschenk machen zu können, doch bis es soweit war, lebte die junge Stute nun erst mal hier. Malte besuchte sie so oft wie möglich, aber auch die Hofbesitzer kümmerten sich hervorragend um sie. Nico war, zu Maltes Ärger, nur selten bei der Stute und er fragte sich schon, ob Nico nicht vielleicht noch etwas anderes für Charly hatte, wenn er so wenig Interesse für Striga zeigte.
      Ja Striga hieß sie, war eine überaus seltene Rasse namens Azteca und hatte dazu noch eine Farbe, bei welcher jeder die Augen weit aufriss und fragte, ob ihr Haar gefärbt worden war. Lang und rot war es, während ihr Körper ein sanftes mausgrau aufwies. Wer diese Stute nicht hübsch fand, dem konnte nicht mehr geholfen werden.
      Nico parkte seinen Wagen vor dem Tor des Hofes und Malte sprang so schnell wie möglich, so als wollte er nicht noch länger neben Nico sitzen, aus dem Wagen und drückte die kleine Tür zum Hof auf.
      Striga stand auf einem großzügigen Paddock zusammen mit einer alten Haflingerstute und genoss die letzten Strahlen der Sonne, welche sich allerdings bereits wieder überaus gefährlich der Erde zuwandte.
      »Was muss denn jetzt getan werden? Ich habe gedacht, Striga wird bereits versorgt?« fragte Nico missmutig und warf bereits jetzt genervt einen Blick auf die Uhr.
      Malte zog kurz die Augenbrauen zusammen und schüttelte kaum merklich den Kopf. »Nicht viel. Ich will sie kurz untersuchen und putzen, spazieren gegangen bin ich erst gestern mit ihr. Ansonsten eigentlich nichts, außer du hast noch etwas vor.« Man sah Malte an, wie viel Anstrengung er brauchte, um ruhig und unemotional zu bleiben.
      Verächtlich zog Nico die Nasenflügel hoch und schnaubte kurz. »Ne, mir fällt nichts ein. Weiß gar nicht, warum ihr so einen Aufstand immer wegen ihr macht. In zwei Wochen ist sie bei uns und dann kann sich Charly jeden Tag um sie kümmern. Eigentlich hat sie es doch gut hier.«
      Malte antwortete ihm nicht mehr, sondern machte sich an die Arbeit. Liebevoll begrüßte er die junge Stute, reichte ihr eine Möhre und begann dann, den Dreck aus ihrem langen Haar zu putzen. Auch der Körper wurde von den gröbsten Dreckresten befreit und nebenbei wurde gleich darauf geachtet, dass sie sich keine Verletzungen zugezogen hatte.
      Nachdem Malte fertig war, blieb er noch einen Moment überlegend stehen und blickte in Nicos Richtung, welcher schon wieder mit seinem Handy beschäftigt war. Dann grinste Malte kurz fies und schleppte dann das Putzzeug auch noch zu dem Haflinger hinüber. Als Nico mitbekam, dass Malte nun auch noch die Stute, welche ja nicht ihnen gehörte, putzte, wurde es ihm zu viel. »Sag mal Malte, machst du das eigentlich absichtlich? Du weißt ganz genau, dass ich nicht übermäßig viel Zeit habe und ich habe dich schon hierher gefahren. Ausgemacht war, dass du Striga versorgst und nicht gleich jedes Tier, welches hier existiert!«
      Auch Malte reichte es nun. »Du bist echt ein egoistischer und verachtenswerter Typ Nico! Was ich gegen dich habe? So einiges. Du kommst zu spät, entschuldigst dich nicht, sondern siehst es als normal an, dass ich auf dich warte. Anstatt mir dann beim Putzen zu helfen stehst du daneben und meckerst, dass ich so lange brauche und nun willst du auch noch wissen, was ich gegen dich habe? Really dein Ernst? Wenn du das nicht selbst weißt, dann bist du ziemlich dumm mein Guter.« Wütend warf Malte den Striegel zurück in die Box, klappte diese zu und stapfte dann an Nico vorbei. »Kommst du, o du mächtiger Herrscher der Welt? Ich habe gedacht, sie haben es eilig?« rief Malte über seine Schulter hinweg Nico zu und war bereits dabei den Hof zu verlassen.
      Es war selten, dass Nico perplex war, aber diesmal gab er keine bissige Antwort zurück und vielleicht flackerte in seinen Augen auch kurz die Flamme der Einsicht und des Verstehens, bevor er wieder seinen unzerstörbaren Blick auflegte und Malte folgte.

      Tuva kannte die Tyrifjord Ranch erst seit ein paar Wochen. Besser gesagt seit dem Tag, an welchem sie Abraham van Helsing ersteigert hatte und natürlich total unerwartet eine Unterstellmöglichkeit für diesen gesucht hatte. Eigentlich hatte sie mit dem Pferdekauf noch warten wollen, bis sie einen festen Job hatte und genau wusste, dass sie es sich leisten konnte, aber dieser Hengst, dieser war es gewesen.
      Sie hatte sich dick eingepackt, ihren Abe gesattelt und war dann hinaus in die kühle Winterlandschaft geritten, in welcher jedoch noch immer kein Schnee lag. Anscheinend war es zu kühl dafür, als dass die Flocken vom Himmel kommen wollten und sich langsam und dicht auf die Wiesen und Wälder Norwegens legen würden.
      Mit einem leichten Lächeln saß sie im Sattel, hatte die Zügel lang auf dem dunklen Pferdehals liegen und genoss die kühle Luft, welche so manche negative Gedanken aus ihrem Kopf pustete. Sie hatte es selbst kaum glauben können, dass sie so schnell ein Gestüt gefunden hatte, welches noch Platz für ihren Hengst gehabt hatte und erst recht nicht so ein großes und schönes, welches alles bot, was sie auch nur brauchen könnte. Die Menschen hier waren ihr noch recht fremd und auch vor dem Gestütsbesitzer Nico hatte sie noch recht viel Respekt, dafür schien jedoch seine Freundin eine sehr liebe zu sein. Auch dieser Malte und auch Petyr schienen nett zu sein, jedenfalls hatten sie viel dafür getan, dass sich Tuva so schnell eingelebt hatte.
      Der Ausritt heute wurde nur eine kleine Schrittrunde. Es war zu kalt für mehr und sie wollte nicht, dass sich Abraham deswegen erkältete.
      Nach einer knappen Stunde lenkte sie ihn wieder zurück zum Gestüt, wo eine warme Box auf ihn wartete.

      Nachdem Petyr und Charly noch eine halbe Stunde lang das Zusammenspiel von Osgiliath und Alysheba beobachtet hatten und dann auch Petyr eingesehen hatte, dass sie sich wohl heute nicht mehr zerfetzen würden, machten sie sich auf den Rückweg zum Gestüt. Eine kleine Pause legten sie einige Meter weiter an einer anderen Weide ein, auf welcher seit einigen Tagen zwei neue Zuchtpferde standen. Beide hatten zusammen die Flammen der Gips Reminder Ranch überlebt und hatten auf der Tyrifjord Ranch ein Zuhause gefunden.
      »Zuckerschock ist wirklich eine Schönheit.« meinte Charly nachdenklich zu Petyr und beobachtete die hübsche Stute dabei, wie sie den Hengst Golden Ebano umwarb, welcher sowieso schon nur noch Augen für sie hatte. Es war eine kurzfristige Entscheidung gewesen, die beiden zusammen auf eine Weide zu stellen und da Zuckerschock sowieso bereits tragend von dem Hengst war, machten die beiden auch keine Probleme. Eher hatte Charly davor Angst was passieren würde, wenn sie die beiden Vollblüter nächsten Frühling trennen musste. Sie liebten sich wie Mann und Frau und es schmerzte sie, auch nur daran zu denken, dass man sie trennen musste.
      Sie riss sich von dem Anblick ab und ging, gefolgt von Petyr, zurück zur Ranch.

      Maltes Kopf war glühend rot, als er aus dem Jeep von Nico sprang und in den Stall stapfte. Von ihm hatte er für heute genug und er hoffte, dass er ihn so schnell nicht wieder sehen würde. Er war ein richtiger Blödmann und Malte war sich sicher, dass Charly ohne ihn besser dran wäre, genauso wie er.
      Er blickte auf die Uhr und fluchte lautstark. Schon kurz nach fünf, dabei hätte er bereits vor über eine Stunde Blacky seine Medikamente geben müssen. Der Arzt hatte ihm eingeschärft, so gut wie möglich immer pünktlich die Tabletten dem alten Herrn einzuflößen und nur wenige Tage waren seit der Ankunft des Hengstes vergangen, da versagte er schon.
      Black Lemontree war wohl das letzte Pferd gewesen, welches er sich in nächster Zeit anschaffen würde und er hoffte, dass der alte Herr ihm noch einige Jahre erhalten blieb, denn immerhin waren 25 Jahre schon eine beträchtliche Altershöhe für ein Pferd.
      So schnell wie er konnte schnappte er sich den Beutel mit den Arzneien und verließ am anderen Ende des Stallgebäudes dieses durch eine Tür.
      Blacky und Óslogi teilten sich einen Teil der kleinen Weide direkt am Ufer des Tyrifjords. Ohne auf seine Umgebung zu achten, hastete Malte den Pfad neben der Weide entlang, kroch dann, einen Stromschlag riskierend, unter dem Zaun hindurch und hastete zu Black und Óslogi, welche am Offenstall standen und ihm schläfrig entgegenblickten. Bereit im Gehen befüllt er die kleine Spritzte mit Medikamenten und ließ sich kaum Zeit, seine beiden Hengste zu begrüßen, bevor er Blacky die Spritze zwischen die Zähne steckte und den Inhalt in dessen Kehle spritzte. Malte wusste, dass Blacky ihn dafür hasste, aber was blieb ihm anderes übrig. Er liebte den rabenschwarzen und lieben Hengst und wollte so natürlich alles für seine Gesundheit tun.
      »Na da ist aber jemand im Stress«, meinte eine warme und angenehme Stimme hinter Maltes Rücken. Erschrocken fuhr dieser herum und blickte in das zarte Gesicht von Tjarda.
      »Oh hey du«, meinte er leicht rot werden und packte dann die Medikamente wieder zurück in den Beutel. »Etwas vielleicht, ja.« fügte er dann noch hinzu und schaute kurz achselzuckend zu ihr hinauf, bevor er wieder den Blick auf die Tasche wendete.
      »So siehst du auch aus. Kann ich dir vielleicht bei etwas helfen?« meinte Tjarda, während sie mitfühlend auf Malte schaute.
      Etwas verwirrt richtete er sich auf und blickte Tjarda das erste Mal richtig an. Sie war genauso groß wie er, was ja auch nicht schwer war, bei seiner geringen Größe, und hatte die schönsten Augen, die Malte je gesehen hatte. Er liebte ihr rechtes Auge, welches die Farbe von hellem Bernstein hatte, aber auch das türkise linke hatte es ihm angetan und so wusste er nie, ihn welches von beiden er schauen sollte.
      »Ähm, nein, ich denke nicht. Außer du willst mich noch zu den Jungpferden begleiten?« fragte er sie vorsichtig und kniff sein linkes Auge zusammen.
      »Klar!« locker lächelte sie ihn an und Malte zuckte auch kurz erleichtert mit den Mundwinkeln.
      Die Jungpferdeweide lag gleich neben der von Logi und Blacky, sodass ihr Weg nicht weit war. Vor allem standen hier zur Zeit die Vollblutfohlen des Gestüts, welche nur tagsüber draußen waren. Sie hatten zu dünnes Fell, als dass sie lange in der Kälte aushalten konnten.
      »Das Fohlen da drüben ist neu, oder?« Fragend blickte Tjarda zu Malte, welcher ihr zunickte.
      »Genau. Die Stute stammt von tollen Eltern ab und Charly hat tatsächlich mehrere Monate darauf gewartet, dass sie endlich zu uns kommt.« erklärte ihr Malte, während er das Gatter zur Weide öffnete und Tjarda hereinwinkte.
      »Wow, sie hat echt eine tolle Farbe! Wie heißt sie denn?« Verliebt blickte die junge Frau zu der jungen Stute, welche nicht weit von ihr entfernt stand und genüsslich einen Grashalm ergriff und an diesem kaute.
      »Eigentlich „I‘ve got a blue Soul“, aber wir nennen sie einfach nur Blue. Das passt zu ihr und ist schön kurz.«
      »Darf ich sie mal streicheln?« fragte Tjarda und blickte Malte wieder mit strahlenden Augen an. Malte streckte den Arm aus und meinte: »Nur zu, keine Scheu, sie ist eine überaus liebe Stute.«
      Das ließ sich Tjarda nicht zweimal sagen und es dauerte nicht lange, da war Tjarda ganz in das Streicheln von Blue versunken. Lächelnd beobachtete Malte sie dabei und war erstaunt, wie schnell seine ursprüngliche Ruhe zurückgekommen war und nur, weil Tjarda plötzlich aufgetaucht war. Solche Menschen waren etwas besonderes, welche einem immer wieder zurück auf den richtigen Platz halfen. Und mit einem Mal fühlte Malte ein ihm unbekanntes Stechen, tief in seiner Magengegend.

      Tyrifjord Ranch
      Jungpferde.

      20. Februar 2017 | 6083 Zeichen | Canyon
      Ich ließ meinen Finger am Wandbrett heruntergleiten, bis ich schließlich auf meinem Namen stoppte. War ja klar, dass ich ausgerechnet am Montag für die Fohlen zuständig war. Ich seufzte. Sicher war ich mir dahingehend, dass dieser Wind auf jeden Fall von meinem unaustehlichen Nichtfreund Nicolaus du Martin kam. Wer sonst würde versuchen mich aus dem Hauptstall verbannen zu wollen. Ich ließ meinen Finger sinken und gab mich dann mit meiner Situation zufrieden. Was soll's, dann würde ich eben wieder bei der nervigen Jungbande den Tag verbringen. Vorteil war, dass ich endlich wieder vielleicht etwas mehr Zeit für meine beiden Jungpferde haben würde, welche dank des ankommenden Frühlingswetters die Tage wieder auf der Jungpferdeweide am Ufer des Tyrifjords verbrachten.
      Meinen Rüden Gery rief ich mit einem kurzen, aber bestimmenden Pfiff zu mir. Er war ein braver und gut erzogener Kerl und auch wenn sein Alter langsam seine Nase zierte, so folgte er mir, jedenfalls an schönen Tagen, über all hin. Langsam erhob er wich nun von seinem Platz in der Mitte der Stallgasse, wo die Strohreste ihn zum Liegen veranlasst hatten.
      Der Tag hatte gerade erst begonnen und die Wiesen und Bäume waren noch von einer zartem Schicht Raureif bedeckt. Der Regen hatte in den letzten Tagen den Schnee vertrieben und zurückgeblieben war eine matschige und graue Landschaft, welche ihren eigentlichen Glanz jedoch am Anfang und am Ende des Tages preisgab, wenn die Sonne ihr rötliches Licht verstrahlte. So war es auch jetzt. Die von Osten kommende Morgensonne kroch mit ihren Strahlen über die Ränder der Berge hinweg und verbreitete ihre Schönheit auf dem offenen Gewässer des Tyrifjords, dessen dunkles und tiefes Wasser in dieser Zeit wie eine feurige Glut wirkte.
      In Gedanken versunken schlenderte ich den Pfad am Ufer entlang, vorbei an dem kleinen Strand und dem Holzsteg mit den kleinen Booten, weiter in Richtung der sogenannten Nase. Die Nase war eine kleine Bucht direkt an der Weide der Jungpferde. Im Sommer konnte man hier im flachen und klaren Wasser baden gehen und sich erholen von den heißen Sonnenstrahlen.
      Seit einigen Tagen hatten wir unsere Herde getrennt. Scarlett und auch der neue Aelfric hatten mittlerweile ein Alter erreicht, in welchem es nicht mehr so einfach war, sie mit dem anderen Geschlecht zusammen zu halten. Die vier Stuten hatten sich schnell daran gewöhnt, während die Hengste noch immer wehleidige Blicke über den Zaun zu ihren Freundinnen warfen. Seit dem uns unsere Vollblutstute Zion verlassen hatte und wieder zurück zu ihrer Mutter gezogen war, ging es vor allem Aspantau von Tag zu Tag schlechter. Er hatte Scion geliebt und ich versuchte bereits mein Bestes, den jungen und lieben Hengst von seinem Herzschmerz abzulenken.
      Geschickt öffnete ich das Tor der Weide, während es sich Gery vor dem Zaun bequem machte. Félagi und direkt hinter ihm Dynur waren die ersten, welche im vollen Galopp auf mich zugesteuert kamen und es erfüllte mir mein Herz mit einer Art Segen. Ich liebte die beiden Isländer und anscheinend schienen die Beiden auch mich ganz ok zu finden, das reichte mir erstmal vollkommen. Félagi protzte nur so vor Selbstbewusstsein, während sein etwas schüchternerFreund Dynur sich entschieden im Hintergrund aufhielt und somit dem jüngeren den Vortritt ließ. Ich hockte mich hin und auch wenn mich nun die beiden Isländer überragten, kraulte ich zu erst Ddn Schecken und dann den Fuchs ausgiebig und geduldig. Eine Möhre aus dem Innern meiner Tasche fand schnell den Weg in das gierig Maul von Felli, aber auch Dynur wurde bedacht. Nachdem Félagi für sich beschlossen hatte, dass es für heute genügend Zuneigung gewesen war, jagte er seinen größeren Freund entschlossen von mir weg und präsentierte seine Sprungkünste. Ich seufzte. Ich liebte ihn über alles, war jedoch gespannt, wann der Kleine seinen Übermut gegen die Gemütlichkeit eintauschte, welche ich bei meinem Hengst Óslogi so schätzte. Ich nahm mir vor, so schnell wie möglich mit beiden Pferden einen Ausritt zu machen, in der Hoffnung, dass dies vielleicht bei der Entwicklung helfen würde.
      Abe's Aelfric, oder einfach nur Ally genannt, hielt sich bescheiden im Hintergrund, beobachtete das Geschehen um mich herum jedoch aus blauen Adleraugen genau. Ich wusste ihn noch nicht so ganz einzuschätzen und ließ ihm Raum und Zeit sich an mich zu gewöhnen. Aspantau fand ich im Offenstall, wo er lustlos an den Resten des Heus knabberte. Ich seufzte und nahm mir dann, entschlossen ihn etwas aufzumuntern, einen Striegel von der Wand. Aspantau genoss die Putzaktion und schloss zwischendurch sogar seine Augen, jedoch verließ er den Offenstall, sobald ich aufgehört hatte. Mein Blick verfolgte ihn bis er aus meinem Blickwinkel verschwunden war. Ich war mir sicher, dass es irgendwann auch mit ihm wieder bergauf gehen würde.
      Flink befüllte ich den Heusack und kontrollierte den Wassertrog, bevor ich mich auf den Weg zu den Stuten machte. Auch hier ging alles schnell. Mios Jelda, Seattle's Scarlett, Nabiri und die junge I've got a blue soul waren einfach zu handelnde Jungstuten, welche zwar ihre feste Rangordnung hatten, aber genauso gerne auch gestreichelt werden wollten. Auch bei ihnen erneuerte ich das Futter und das Wasser, bevor ich mich dann an die anstrengendere Arbeit machte, nämlich das Abäppeln. Mittlerweile hatte sich Gery doch dazu entschieden, mich auf Schritt und Tritt zu verfolgen und das ganze wurde nicht besser, als Jelda entdeckt hatte, dass man von mir ganz schnell Aufmerksamkeit bekommen konnte, wenn man nur oft genug im Weg stand oder die Nase in die Schubkarre steckte.
      Auch bei den Hengsten verlief es nicht anders. Félagi war das perfekte Stück zu Jelda und schien ihren Part mit bewundernswerter Leichtfüßigkeit fortsetzen zu wollen. Normalerweise hatte ich viel Geduld, aber nervige Jungpferde waren nicht gerade meine Stärke. Ich war froh, als ich kurz vor Mittag endlich mit der Arbeit fertig war und endlich die Weiden verlassen durfte. Ich hatte mir nun eine ruhige Mittagspause verdient, bevor es am Nachmittag weitergehen würde.
    • Eddi
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      Ehemalige Berichte
      Tierarztbericht – Pferdeklinik & mobiler Tierarzt „Horse Heaven“ | Nabiri & Devils Trap
      |19.03.2017 ©Möhrchen (3.355 Zeichen, 552 Wörter)

      Nur wenige Tage nach meinem letzten Besuch rief mich meine Schwester wieder an. Sie erzählte mir, dass sie wieder Zuwachs auf der Küstenranch bekommen hatte und fragte, ob ich in den nächsten Tagen Zeit hätte, die beiden kleinen Fohlen durchzuchecken. Ich war gerade dabei, meinen Offenstall auszumisten und überlegte kurz, was heute noch zu tun war. Spontan sagte ich ihr zu, nach der Stallarbeit bei ihr vorbei zu schauen.

      Ich mistete fix zu Ende aus und schwang mich dann direkt in mein Auto. Nur wenige Minuten später fuhr ich auf den Parkplatz der Küstenranch. Meine Schwester wartete schon auf dem Parkplatz auf mich und umarmte mich zur Begrüßung. Gemeinsam gingen wir zum Offenstall der Minis und sie zeigte mir die beiden Neuzugänge. Devils Trap war wirklich winzig, ein super süßes geschecktes Shettyfohlen. Nabiri kam sofort zum Zaun gewackelt und knabbelte am Ärmel meiner Schwester herum. Sie reichte mir ein winziges Halfter und gemeinsam holten wir die beiden Fohlen vom Paddock. Wir gingen zum Putzplatz und banden die beiden dort locker an.

      Dann startete ich mir Nabiri und schaute mir ihre Augen, ihre Ohren und ihre Schleimhäute an. Sie war sehr aufgeweckt und knabbelte immer wieder an meinen Klamotten herum. Aber sie war wirklich süß und überhaupt nicht grob. Ich tastete ihren Rücken und ihre Beine, sowie ihre Gelenke ab. Sie schien das alles sehr spannend zu finden, war aber wirklich artig. Es sah auch alles gut aus, ich konnte nichts Auffälliges sehen. Sie hatte gute Hufe und glänzendes Fell und machte auch sonst einen sehr gesunden Eindruck. Ich hörte noch ihr Herz, ihre Lunge und ihren Bauch ab und konnte meiner Schwester dann Entwarnung geben: „Nummer 1 sieht schon mal sehr gut aus!“

      Nun ging es mit der kleinen Devil weiter. Sie war wirklich zu niedlich und um mir ihre Augen und Ohren genau ansehen zu können, musste ich mich weit runter beugen. Die Kleine schien ein bisschen zurückhaltender zu sein als ihre Freundin, aber auch sie ließ mich sie brav untersuchen. Ich tastete auch ihren Rücken und ihre Gelenke ab und achtete auf ihre Reaktionen. Sie zeigte keinerlei Schmerzen. Als ich über ihren Rücken strich entdeckte ich jedoch etwas anderes: sie hatte mehrere Knubbel und kahle Stellen in ihrem Fell. Ich untersuchte sie Stellen genauer und stellte dann meine Diagnose: „Sie scheint einen leichten Pilz im Fell zu haben. Daher kommen die kahlen Stellen und sie Knubbel auf der Haut“. Ich zeigte meiner Schwester die Stellen und ließ sie selbst darüber fühlen. „Das kann vom Stress kommen, den sie jetzt durch den Umzug hatte, da wird das Immunsystem schon mal geschwächt. Ich gebe dir eine Lösung mit, damit schmierst du die Stellen einmal täglich ein. Damit sollte es in 5-6 Tagen weg sein, ansonsten musst du mich nochmal anrufen“. Ich hörte noch Devils Herz und Lunge ab und gab meiner Schwester die Lösung. „Ansonsten ist aber alles gut, die kriegen wir wieder hin“, ich tätschelte Devil den Hals und gemeinsam brachten wir die beiden Babys wieder zurück auf ihren Paddock. Ich blieb noch eine Weile auf der Küstenranch und gemeinsam arbeiteten wir noch ein paar der anderen Pferde. Es waren immer wieder schöne Tage, wenn es bei meiner Schwester ein Pferd zu untersuchen gab...


      Pflegebericht Nabiri und Funny Sugar

      Am Wochenende machte ich mich nach einigen Wochen endlich mal wieder auf den Weg auf die Küstenranch. Meine Schwester war in letzter Zeit sehr beschäftigt und ich hatte ihr versprochen, ihr ein bisschen auf dem Hof zu helfen und mich mit ihren Pferden zu beschäftigen. Außerdem hatten wir für die folgenden Wochen einige Tage zusammen verplant, worauf ich mich schon sehr freute.
      Heute war sie aber selbst nicht zu Hause und ich sollte auf dem Hof nach dem Rechten sehen und mich um die beiden Fohlen Nabiri und Funny Sugar kümmern.
      Auf der Küstenranch angekommen, machte ich mich zuerst an die Stallarbeit. Den Aktivstall hatte meine Schwester schon vor ihrer Abreise fertig gemacht, es blieb nur noch die Miniranch. Ich schnappte mir die Schubkarre und fing mit dem Abäppeln an. Zum Glück standen hier nicht allzu viele Ponys, trotzdem waren die Haufen über die gesamte Fläche verteilt und es dauerte eine ganze Weile, bis ich es geschafft hatte. Aber dann war ich fertig und karrte den Mist auf den Misthaufen. Anschließend verteilte ich neues Heu und säuberte die Tränke.
      Dann ging ich in die Sattelkammer und holte die Halfter der beiden Fohlen. „Sei lieb zu den Babys ;)“, stand auf einem kleinen Zettel an einem der Halfter. Ich musste grinsen. Was dachte sie denn von mir...
      Nabiri und ihre etwas größere Freundin Funny Sugar kamen artig mit mir vom Paddock und ließen sich am Putzplatz anbinden. Sie schienen sich zu freuen, etwas tun zu dürfen. Ich putzte die beiden Fohlen, wobei Funny ganz still stand und Nabiri sich etwas mehr anstellte. Sie zappelte ziemlich viel herum, vor allem das Hufe auskratzen war nicht ganz einfach. Aber dann hatte ich es geschafft und führte die beiden Fohlen auf den Reitplatz. Ich ließ sie frei und sie fingen erst einmal an, sich ordentlich auszutoben. Während sie ihre Runden drehten, verteilte ich einiges Spielzeug auf dem Platz. Ich hatte ein Netz mit Dosen mitgebracht, sowie einige leere Plastikflaschen, einen alten Duschvorhang und einen Regenschirm. Als Funny den Schirm entdeckte, schnaubte sie laut, sprang mit allen vieren in die Luft und rannte soweit es auf dem Platz ging von dem gefährlichen Ding weg. Nabiri schaute sie nur verständnislos an und kam auf mich und meine Spielzeuge zugetrottet. Ich ließ sie erst einmal kurz gucken, dann nahm ich den Duschvorhang hoch und raschelte damit. Funny stieß in ihrer Ecke wieder ein lautes Schnaufen aus, während Nabiri das Rascheln sehr lustig fand und neugierig an dem Vorhang schnupperte. Ich beschloss, mich erstmal mit ihr u beschäftigen und Funny erst einmal von weitem gucken zu lassen, um sie nicht zu überfordern.
      Nabiri war voll in ihrem Element. Ohne Probleme ließ sie sich mit dem Vorhang und dem Klappersack abstreichen, hob alles hoch und untersuchte alles mit dem Maul. Letztendlich wickelte ich sie in den Duschvorhang ein und als sie wie angewurzelt total entspannt stehen blieb, machte ich mit meinem Smartphone schnell ein Foto von ihr uns simste es meiner Schwester.
      Nun näherte sich auch Funny langsam. Während Nabiri weiter mit den Spielsachen beschäftigt war und die Flaschen mittlerweile selbst durch die Gegend warf, ging ich mit dem Klappersack langsam auf Funny zu. Sie versteifte sich zwar, blieb aber stehen und ergriff nicht wieder sofort die Flucht. Ich ließ ihr Zeit und konfrontierte sie nach und nach mit verschiedenen Dingen. Mit der Zeit wurde sie entspannter und am Ende ging sie, wenn auch etwas zögerlich, selbst auf die Dinge zu und wurde neugieriger. Auch über den am Boden liegenden Vorhang konnte ich sie nun führen. Damit gab ich mich zufrieden und beschloss, das Training für heute zu beenden. Ich brachte die beiden Fohlen zurück auf ihren Paddock und räumte anschließend den Reitplatz auf. Dann machte ich mich für heute wieder auf den Rückweg, um mich auch noch um meine eigenen Pferde kümmern zu können.


      Das Jahr 2017 - Jahresrückblick
      17. Dezember 2017 ©FrauHolle

      Was für ein Jahr! Im Januar hatte ich mir meinen Traum von einem eigenen Hof erfüllt. Gleich an Neujahr hatte ich mit meiner Familie und meinen Freunden angefangen die ersten Ställe zu renovieren. Den ganzen Januar durch hatten wir Tag und Nacht geschuftet: Die Halle bekam einen neuen Boden, die Boxen wurden gestrichen und das Reiterstübchen wurde komplett renoviert. Wir karrten Haufenweise neuen Sand auf die Paddocks und in die neu gebauten Unterstände und auch eine große Liegehalle für den Aktivstall bauten wir alle gemeinsam. Doch die ganze Arbeit hatte sich mehr als gelohnt und dank meiner vielen Helfer konnte ich am 23. Januar meine erstes eigenes Pony auf die Küstenranch holen: Lumikello durfte als erstes Pferd in den neuen Aktivstall ziehen. Ich war stolz wie Oskar und verbrachte Stunden damit, Lumi im neuen Stall zu beobachten. Wir wurden schnell zu einem guten Team und auch heute, fast ein Jahr später, kann ich mich wirklich glücklich mit ihm schätzen. Natürlich sollte Lumikello nicht alleine bleiben und so kaufte ich schon drei Tage später einen Freund für ihn. Fallen Godness und Lumi verstanden sich auf Anhieb und auch ich war zufrieden mit dem jungen Hengst. Leider merkte ich mit der Zeit, dass Fallen und ich nicht wirklich zusammenpassten, sodass ich ihn im Sommer an meine Schwester verkaufte.
      Auch die Shettystute Rabea und der Falabellahengst Treebeard zogen bald darauf bei mir ein, genau wie Tinkerstute Ramira. Doch fünf Pferde waren mir noch nicht genug, sodass ich regelmäßig neue Pferde auf meinem Hof begrüßen durfte. Mit Lamiro hatte ich einen perfekten besten Freund für Treebeard gefunden, denn die zwei sind seid Lamiros Ankunft unzertrennlich. Auch Rabea sollte natürlich eine kleine Herde bekommen, und so erweiterte ich die Miniranch und kaufte My Hope Nymeria. Im März nahm ich dann eine neue Herausforderung an und kaufte mir die beiden Fohlen Devils Trap und Nabiri, die den Stuten auf der Miniranch Gesellschaft leisten durften.
      Ich lebte mich immer mehr auf meinem Hof ein und der Alltag mit und bei den Pferden spielte sich so langsam ein. Während ich mich zwischendurch immer wieder auf die Reise quer durch Europa machte, um meinem Beruf als Trainerin nachzugehen und mir ein bisschen Geld zu verdienen, konnte ich die Pferde problemlos einige Tage alleine lassen, in denen sich eine Freundin von mir um die Fütterung der Pferde kümmerte. An den Wochenenden fuhr ich immer regelmäßiger zu Turnieren und holte erste Schleifen und Siege auf die Ranch, die ich stolz im Reiterstübchen aufhängte.
      Im April zogen dann Wednesday, Contia Socks, sowie Lady Felize auf meinen Hof. Mit Lady Felize hatte ich einen sehr guten Fang gemacht. Wir trainierten jeden Tag, bestritten jede Woche teilweise mehrere Turniere und holten einen Sieg nach dem anderen. Im September erlebte ich dann das Highlight des Jahres: Felize Körung! Ich konnte es kaum glauben, wie gut sie sich innerhalb von einem halben Jahr bei mir entwickelt hatte und konnte sie voller Stolz mein erstes gekröntes Pferd nennen. Doch auch Harvey, die zusammen mit Miss Monty und Rumkugel im Mai auf meinen Hof zog, machte sich im Turniersport sehr gut und ich war mir sicher, dass auch sie es Anfang nächsten Jahres zur Krönung schaffte.
      Im Juni wurde die Miniranch durch Funny Sugar noch einmal aufgemischt und auch die Stutenherde war mit Jule nun endlich komplett. Ich nahm nicht nur mit Harvey und Lady Felize an Turnieren teil, sondern auch die Shettys überraschten mich wieder, indem sie einige Siege in Fahrturnieren absahnten. Mit dem Kauf von Burnout erhoffte ich mir ein weiteres Turnierpferd und ich war mir ziemlich sicher, dass ich 2018 mit ihm durchstarten kann. Im Oktober zog dann mein letztes Pferd für dieses Jahr ein. Lewitzerhengst Leon hatte es mir total angetan und ich bereute es auf keinen Fall, ihn zu mir geholt zu haben.
      Ich war nicht nur stolz darauf, was ich innerhalb eines Jahres alles erreicht hatte, sondern auch überglücklich, jedes einzelne dieser Pferde zu besitzen. Das Jahr 2017 war wirklich überaus perfekt und ich freute mich schon riesig darauf, im neuen Jahr sowohl als Trainerin, als auch als mit meinen Pferden, durchzustarten. Mal sehen, was 2018 so mit sich bringt!


      Ein Sommertag im Stall
      29. Mai 2018 ©FrauHolle

      Pünktlich um 6 Uhr am Morgen klingelte mein Wecker. Ich schaltete das laute Piepen aus und blieb noch einen Moment liegen. Dann wälzte ich mich auf die rechte Seite und griff nach meinem Smartphone, um meine Neuigkeiten zu checken. Ich öffnete meine Wetter-App. Sonne, Sonne und noch mehr Sonne, dachte ich. Heute Nachmittag zeigte mein Handy über 30 Grad an. Ich musste mich schleunigst an die Arbeit machen, um zumindest die Stallarbeit zu erledigen, bevor die Temperaturen anstiegen. Nach einem schnellen Besuch im Badezimmer schlenderte ich nach draußen. Ich füllte zuerst bei den Stuten, dann bei den Hengsten und schließlich auch bei den Minis das Wasser auf und befüllte die Heuraufen und -netze mit frischem Heu. Danach äppelte ich die Sandflächen in den Offenställen und im Aktivstall ab und harkte das auf dem Boden liegende Heu zu einem Haufen zusammen. Schon jetzt war die Luft ziemlich schwül und ich kam ordentlich ins Schwitzen. Doch ich hatte noch viel vor und nach einer kurzen Trinkpause machte ich mich daran, die Ponys zu beschäftigen.
      Zuerst brachte ich die Aktivstall-Hengste, die den heutigen Vormittag auf der großen Wiese verbringen durften, nacheinander auf die andere Straßenseite. Leon und Burnout machten den Anfang, danach folgten Rumkugel und Lumikello. Den vieren war die Freude sichtlich ins Gesicht geschrieben, denn sie stürzten sich begeistert auf das frische Gras. Ich hängte die Halfter zurück an ihren Platz und holte Felize Dressursattel, Trense und Putzzeug aus der Sattelkammer und stellte diese an den Putzplatz. Für Lady Felize stand heute lockeres Dressurtraining auf dem Plan. Im Nu hatte ich die Stute geputzt und gesattelt und saß schließlich gegen 10 Uhr im Sattel. Obwohl ich viele Schrittpausen machte und das Programm ans Wetter anpasste, war Felize bei den Temperaturen nach dem Training ordentlich nassgeschwitzt. Ich nahm ihr den Sattel mit der vollgeschwitzten Schabracke ab und duschte die Stute am Waschplatz. Kaputt aber zufrieden schmiss Felize sich sofort in den Sand, als ich sie zurück zu ihren Freundinnen brachte. I
      nzwischen war die Mittagszeit angebrochen und die Sonne stand schon ziemlich hoch. Auch ich brauchte dringend eine Abkühlung und so zog ich mir eine kurze Hose an, schnappte mir Ramira, Miss Monty und Nabiri und machte einen Spaziergang an den Strand. Artig folgten die drei mir am Strick bis zum Wasser. Monty stürzte sich sofort ins kühle Nass und plantschte drauf los. Ramira musste sich erst einmal an das kalte Wasser gewöhnen und tastete sich langsam immer weiter rein. Nabiri hingegen war eher nicht so begeistert von der ganzen Sache, doch war am Ende durch Montys Rumgeplansche unfreiwiligerweise genauso nass wie die anderen. Ich versuchte noch ein Stückchen am Wasser entlang zu gehen, doch das gestaltete sich mit drei Pferden, die alle unterschiedlichen Mist im Kopf hatten, eher schwierig. Nachdem Monty sich noch genüsslich im Sand paniert hatte, machten wir uns auf den Rückweg.
      Zurück auf dem Hof holte ich die Hengste von der Weide. Zwar wären die vier wahrscheinlich gerne noch länger dort geblieben, doch einen ganzen Tag Gras waren sie nicht gewohnt. Doch das war auch ganz gut so, denn so konnten Funny Sugar, Contia Socks, Rabea, My hope Nymeria und Wednesday den Nachmittag auf der Weide verbringen. Nachdem ich die fünf in zwei Etappen zur Weide geführt hatte, gönnte ich mir eine kleine Mittagspause und setzte mich mit einem Salat und einer kühlen Cola in den Schatten. In der Sonne war es nun kaum auszuhalten und auch die Ponys suchten auf ihren Weiden und Paddocks nach Schatten. Durch die Reithalle lag der kleine Reitplatz zum Glück im Schatten und so konnte ich dort nach der Mittagspause ein wenig Bodenarbeit machen. Tinkerstute Jule hatte inzwischen viel Freude an der Bodenarbeit entwickelt und selbst bei diesem Wetter war sie konzentriert bei der Sache. Wir übten ein paar Zirkuslektionen und das Seitwärtsgehen über eine Stange. Nach einer guten halben Stunde lobte ich Jule zufrieden, duschte ihr die Beine und brachte sie zurück zu den Stuten.
      Ich holte das Halfter für Devils Trap aus der Sattelkammer und holte das kleine Shettyfohlen vom Paddock. Devil hatte bis vor kurzem noch panische Angst vor Wasser und so übten wir nun jeden Tag abwechselnd mit dem Wasserschlauch und der Nordsee. Inzwischen bleibt Devil schon ruhig stehen, wenn ich ihr mit dem Wasserschlauch die Beine abspritze. Und auch ins Meer traute sie sich Stück für Stück immer weiter rein. Bei der Hitze heute wollte ich versuchten, Devil komplett abzuduschen und war gespannt, wie sie reagieren wird. Ich begann an den Hufen und tastete mich von dort immer weiter nach oben. Devil guckte etwas skeptisch doch langsam merkte sie, dass das kühle Wasser an ihrem Bauch doch ganz angenehm sein kann. Ich gab ich zur Belohnung ein Stück Karotte und spritzte dann vorsichtig ihre Brust ab. Devil zuckte kurz zusammen, doch duldete dann mein Vorhaben, ohne sich auch nur einen Zentimeter zu bewegen. Das sollte für heute erst einmal reichen. Ich schaltete das Wasser ab und kraulte Devil den Hals. Zusammen mit Nabiri stellte ich sie auf den Springplatz, wo die beiden den restlichen Tag den Rasenmäher spielen durften.
      Als nächstes kümmerte ich mich um Lamiro und Treebeard. Ich putze die beiden, baute Zügel an Lamiros Halfter und schwang mich auf seinen Rücken. Mit Treebeard als Handpferd ritt ich Richtung Strand. Bei Lamiro war ich mir inzwischen hundertprozentig sicher, dass ich ihm auch ohne Sattel und Trense am Strand vertrauen konnte. Ich ritt in einem gemütlichen Schritt im flachen Wasser am Strand entlang. Treebeard blieb ab und zu stehen und steckte seine Nase ins Wasser, trabte dann aber immer wieder direkt seinem großen Freund hinterher. Ich ritt noch ein kleines Stück weiter ins Wasser herein und die beiden Ponys fingen an, sich gegenseitig nass zu machen. Auch ich blieb auf Lamiros Rücken natürlich nicht trocken, doch das war eine wunderbare Abkühlung. Nachdem wir alle drei ordentlich nass waren, ritt ich zurück zum Hof und brachte die beiden wieder in den Offenstall. Ich füllte noch einmal alle Tränken mit frischem Wasser, brachte den Pferden neues Heu und ging schließlich ins Haus, um mir etwas trockenes anzuziehen.
      Nach dem Abendbrot holte ich die fünf Minis von der Weide. Inzwischen war es glücklicherweise nicht mehr so warm und die Sonne verschwand so langsam am Horizont. Perfekt, um noch einen kleinen Ritt mit Harvey einzulegen. Rasch holte ich die Sachen aus der Sattelkammer und machte das Pferd fertig. Pünktlich zum Sonnenuntergang stieg ich auf dem großen Reitplatz in den Sattel. Harvey hatte vor kurzem die Stutenkrönung geschafft und ich hatte das Gefühl, dass sie seitdem nochmal einen großen Schritt nach vorne gemacht hatte. Ihre Gänge waren wunderschön und auch die Leistung unterm Sattel konnte sich sehen lassen. Nicht nur als Turnierpferd, sondern auch als Freizeitpferd machte sie mich jeden Tag aufs neue wieder stolz. Das Dressurtraining mit ihr rundete diesen, wenn auch ziemlich heißen und anstrengenden, aber wunderschönen Tag perfekt ab. Nachdem ich Hervey versorgt und Devil und Nabiri zurück zu den anderen gestellt hatte, machte ich noch einmal einen Rundgang über den Hof und viel schließlich todmüde und völlig fertig in mein Bett!


      Ein Sonntag auf der Küstenranch
      02. September 2018 ©FrauHolle

      Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte ich heute endlich mal wieder einen freien Sonntag und ich freute ich riesig darauf, den Tag auf meinem Hof mit den Pferden zu verbringen. Pünktlich um 7 Uhr klingelte mein Wecker. Ich machte mir Frühstück und war kurze Zeit später gestärkt und mit Stallklamotten draußen bei den Pferden. Bevor ich mich an die Stallarbeit machte, brachte ich Rumkugel, Burnout, Lamiro und Treebeard auf die Weide, denn die vier Hengste hatten heute Pause und durften den Sonntag auf der großen Weide verbringen.Die anderen Pferde wurden von mir mit frischem Wasser und Heu versorgt, dann machte ich mich ans Absammeln der Paddocks und mistete die Unterstände aus. Kurz vor 10 Uhr war ich fertig mit der Stallarbeit und machte mich ans Training.
      Zum Einstieg des Tages hatte ich etwas Springtraining mit Leon geplant. Der junge Lewitzerhengst hatte diese Saison einige Schleifen und Siege mit nach Hause gebracht und ich freute mich total, ihn schon bald auf einer Körung vorzustellen. Auch wenn seine Turniersaison bereits vorbei war, mussten wir natürlich bis zur Körung im Training bleiben und so ging ich regelmäßig mit ihm auf den Springplatz oder ins Gelände. Inzwischen war Leon, trotz seiner Größe, zu einem echten Springprofi geworden und das Training mit ihm machte jedes Mal aufs Neue wieder Spaß. Zum Aufwärmen drehte ich eine „Hofrunde“, so nannte ich die zehnminütige Ausreitrunde einmal um den Hof herum. Wir machten uns im Trab und Galopp auf dem Springplatz warm, bevor ich mit dem Springen begann. Leon war wirklich sehr zuverlässig beim Springen und ich konnte mir immer sicher sein, dass er den Absprung noch rettete. Nach einer guten Stunde machte ich zufrieden Feierabend und brachte Leon zurück auf den Paddock. Ich schnappte mir Funny Sugar und Zenja, denn die beiden hatten heute Nachmittag die Aufgabe den Springplatz zu mähen und ich war mir sehr sicher, dass die beiden jungen Stuten dieser Aufgabe gewachsen waren.
      Nach einer kleinen Mittagspause schnappte ich mir My Hope Nymeria, Nabiri und Contia Socks, um mit den drei Stuten eine Runde spazieren zu gehen. Ich halfterte alle drei auf und machte mich auf den Weg Richtung Strand. Zum Glück war gerade Ebbe und so konnten wir gemütlich durchs Watt spazieren. Die Ponys blieben völlig entspannt und trotteten neben mir her. Wir liefen durch einige Priele, drehten schließlich um und liefen zurück Richtung Hof. Nach einer guten Dreiviertelstunde standen die drei wieder auf dem Paddock. Nachdem ich Devils Trap eine halbe Stunde lang longiert hatte, machte ich Lady Felize und Jule bereit für einen Ausritt. Jule hatte sich in letzter Zeit als gutes Handpferd entpuppt und so konnte ich bei einem Ausritt gleich zwei Pferde bewegen. Wir drehten eine Runde durch den Wald, trabten kleine Feldwege entlang und gaben auf einem Stoppelfeld in der Nähe des Hofs so richtig Gas. Erschöpft aber zufrieden kehrten wir zum Hof zurück, wo ich beiden Pferden eine große Portion Müsli gab. Auch ich hatte jetzt erst einmal genug Action und so longierte ich erst Lumikello und dann Miss Monty. Während Lumi es eher gemütlich anging und sich etwas zögerlich von mir über die Trabstangen bitten ließ, konnte ich Monty vor lauter Energie kaum stoppen. Das war eindeutig ein Zeichen, dass ich öfter etwas mit ihr machen musste und genau das nahm ich mir auch für die nächsten Wochen vor.
      Inzwischen war es schon ziemlich spät und ich legte eine kleine Pause im Haus ein, um Abendbrot zu essen. Doch es waren noch längst nicht alle Pferde bewegt und so sattelte ich nach dem Abendbrot meine Tinkerstute Ramira, um mit ihr etwas auf dem Reitplatz zu arbeiten. Sie war inzwischen seit eineinhalb Jahren bei mir und ich war wirklich stolz auf ihre Entwicklung. Zwar hatte Ramira viel Zeit zum Lernen gebraucht, doch ich hatte ihr die Zeit gerne gegeben. Nicht nur unterm Reiter hatte sie sich deutlich verbessert, sondern auch ihr Charakter hatte sich in letzter Zeit stark zum positiven entwickelt. Für nächstes Jahr hatte ich mir vorgenommen Ramira einzufahren und war sehr gespannt, ob wir eventuell bald unser erstes Turnier melden konnten. Zum Abschluss eines wunderbaren Tages mit meinen Pferden schnappte ich mir die beiden Shettydamen Wednesday und Rabea, sowie meine bereits gekrönte Stute Harvey, und machte mich ein letztes Mal für heute auf den Weg zum Strand. Gemütlich liefen wir dem Sonnenuntergang entgegen und die Pferde plantschten in der Nordsee, bis die Sonne schließlich am Horizont verschwand.
      Am Abend holte ich die vier Hengste von der Weide zurück auf die Paddocks und auch Funny und Zenja durften zurück in ihre Herde. Ich füllte noch alle Raufen mit frischem Heu und füllte die Tränken mit Wasser, dann machte ich mich völlig erschöpft aber sehr zufrieden mit dem Tag auf den Weg ins Bett. Was ein Tag!
    • Eddi
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      Die Kleinen werden groß
      10.11.2018
      Der Sommer hatte sich endgültig verabschiedet und ein durchwachsener Herbst begrüßte uns. Mal hatte man tagelang Sonnenschein und warme Temperaturen und kurz darauf schlug das Wetter um und es begann zu stürmen und zu regnen. Wie jedes Jahr begann mit dieser Jahreszeit für die Kleinen die Arbeitszeit. Den Sommer über verbrachten unsere Jüngsten ihre Zeit zumeist auf den großen Weiden und durften einfach Pferd sein. Wenn sie dann aber im Herbst und Winter wieder näher am Stall standen, befassten wir uns mit der Ausbildung der Kleinen, denn je eher man anfing, desto besser.
      So hieß es unter anderem für Cover the Moon und Feuerdrache, dass sie das Fohlen ABC kennenlernten. Die beiden Jährlinge waren noch nicht lange bei uns und nachdem Absetzen, hatten sie sich erstmal mit ihresgleichen vergnügen dürfen. Natürlich stand das immer noch im Vordergrund und sie hatten noch alle Zeit der Welt, um zu wachsen und Fohlen sein zu dürfen. Aber die Grundlagen mussten im Alltag eben doch sitzen. Dazu gehörten das Aufhalftern und Führen, ebenso wie das Putzen und Hufegeben. Ein paar Grundkommandos bezüglich Schritt, Trab und Halt waren auch durchaus von Vorteil und förderten bereits jetzt das Benehmen.
      Die beiden waren unsere Jüngsten und wurden meist ein- bis zweimal die Woche beschäftigt. Entweder wurden sie nur betüddelt oder wir gingen eine Runde spazieren. So konnten sie am besten spielerisch die Basics lernen und wurden nebenbei schon ein wenig abgehärtet. Immerhin traf man da immer mal einen Traktor oder Hunde. Aber sonst ließen wir die beiden in Ruhe. Außerdem hatten wir mit dem Rest zur Genüge zu tun, denn so jung war unsere Fohlenherde leider nicht mehr. Im Gegenteil, so schnell wie die Zeit verging, wuchsen auch die Fohlen heran.
      Teilweise war es erschreckend. Besonders, wenn man sich die Kleinen nach der Sommerzeit genauer betrachtete. Die meisten waren nochmal gut geschossen, sowohl in die Höhe, als auch in die Breite. Korah und Acariya waren unsere ältesten und sollten den Winter über langsam schon in die großen Herden eingegliedert werden. Als Fohlen konnte man die beiden nicht mehr bezeichnen, Jungpferde traf es eher und so begann für sie auch langsam der Ernst des Lebens. In der Winterzeit würden beide vom Boden aus auf ihr Leben als Reitpferde vorbereitet werden.
      Zunächst stand für mich immer Bodenarbeit, Longieren und Handarbeit auf den Plan. So konnten die Jungpferde in Ruhe Muskeln und Kondition aufbauen, wurden also sowohl physisch als auch psychisch auf ihre Aufgabe vorbereitet. Außerdem lernten sie vom Boden aus auch schon viele Grundlagen, die später im Sattel sehr nützlich sein würden. Bei den beiden wirkte ich selbst auch viel mit, da sie zu meinen ersten eigenen Zuchtfohlen gehört hatten, da wollte man vorzugsweise mit dabei sein. Beide zeigten sich bisher bei der Arbeit stets fleißig und bemüht. Und sie machten schon große Fortschritte.
      Sowohl Acariya als auch Korah waren kürzlich bereits fünf Jahre geworden. Doch vor einem Jahr hatte ich entschieden, den beiden Ponystuten noch ein Jahr mehr zu geben. Sie gehörten beide eher zu den Spätentwicklern und jetzt, ein Jahr später, sah man, dass sich diese Entscheidung auszahlte. Sie waren körperlich und psychisch noch einmal wirklich gewachsen. Besonders Korah erkannte man kaum wieder: Vor einem Jahr war sie noch sehr schmal gebaut gewesen, doch nach diesem Sommer war sie schön breit geworden, so dass man sie sich nun auch unter dem Reiter vorstellen konnte.
      Aktuell stand das Longieren am Kappzaum im Vordergrund. Die beiden sollten lernen, sich in schöner Selbsthaltung zu tragen und somit die richtigen Muskeln zu fördern. Auch Applaus, Paddington und Maelis kamen da nicht herum. Zwar waren die drei noch ein Jahr jünger, aber dennoch schon weit genug, um auch vorbereitet zu werden. Wenn alles rund lief, würden die Pferde Ende des Winters beziehungsweise Anfang des Frühjahrs eingeritten werden. Maelis war für ihr Alter bereits sehr reif und gut gebaut, so dass sie schon jetzt mehr gefördert wurde, weil sie sonst unterfordert war.
      Paddington und Applaus hingegen liefen momentan zwei- bis dreimal in der Woche an der Longe oder in der Bodenarbeit. Und auch die beiden machten ihre Sache wirklich famous.
      Zwischen unseren Jüngsten und den Ältesten lag der Rest. So in etwa. Lady Fox und Herbstmond waren drei Jahre alt und würden erst kommendes Jahr an die Reihe kommen. Allerdings waren sie bereits gut ausgebildet, was das Fohlen ABC betraf, dementsprechend hatten sie eigentlich Pause und durften noch wachsen und gedeihen. Außerdem hatten die beiden eine gute Beschäftigung: Seit kurzem weilte Nabiri wieder bei uns im Stall. Die Dreijährige stammte aus meiner ehemaligen Lewitzerzucht und stand kürzlich zum Verkauf. Kurz und knapp hatte ich sie wieder zu uns geholt.
      Aktuell durfte die junge Stute erst einmal ankommen und ein wenig aufbauen. Der Umzug hatte ihr doch ein wenig Stress gemacht. Danach sollte sie in die Gruppe zu Lady Fox und Herbstmond und dann würden wir schauen, wie ihr aktueller Stand aussah.
      Also bei unseren Jüngsten lief alles wie am Schnürchen. Ein wenig die Oberhand hatte hier auch Tamara, die sich nur zu gern um die Kleinen kümmerte. Manchmal musste man sie sehr daran erinnern, dass sie auch noch die Großen reiten und bewegen sollte. Aber für sie schien es das tollste der Welt zu sein, zu sehen wie die Kleinen groß wurden und irgendwann dann plötzlich Reitpferde wurden. Ab und an musste ich schmunzeln, wenn ich ihre großen, begeisterten Augen sah. Aber genau das wünschte man sich ja von seinen Mitarbeitern.
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  • Album:
    Fohlenstall
    Hochgeladen von:
    Eddi
    Datum:
    21 Okt. 2018
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    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Name: Nabiri
    geboren: 2015

    __________________

    Von: Piccolo's Blaze
    Aus der: Nesquik

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    Rasse: Lewitzer
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Brauner
    Stockmaß: wird ca. 135cm

    Beschreibung:
    Nabiri ist eine junge aufgeweckte Stute, die trotz ihrer fehlenden Größe sehr dominant sein kann. Das kommt ihr aber sogar zu Gute, denn so ist sie schon jetzt sehr selbstbewusst und kann sich gegen die stärkeren Weidegenossen gut durchsetzen. Sie ist auch Menschen gegenüber sehr aufgeschlossen und freundlich, auch arbeitet sie gerne mit, braucht aber gut und gerne mal ihre Zeit, um das ein oder andere zu verstehen.
    Alles in einem ist sie aber eine wunderbare Stute, die sicherlich motiviert als Sportpony durchstarten wird.

    Ersteller: Floooh
    Besitzer: Eddi
    Vorkaufsrecht: Floooh

    [Noch nicht eingeritten.]


    __________________

    Gekört: nein

    Nachkommen:
    --