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Möhrchen

MW's Samira | Welsh B | Stute

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MW's Samira | Welsh B | Stute
Möhrchen, 23 Feb. 2017
Dir, Jeanne und Zion gefällt das.
    • Möhrchen
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      Ein letztes Bild der 2Jährigen Zombie und Samira bevor sie auf getrennte Weiden kamen. (noch auf dem Zuchtgestüt).​
    • FrauHolle
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      (c)FrauHolle

      Mittwoch (Anreisetag)

      Ich wuchtete das frische Stroh aus der Schubkarre. Seit heute Morgen war ich nun dabei, alles für meine Gäste herzurichten. Ich verteilte das Stroh in den Boxen, kontrollierte alle Tränken und stopfte Heunetze. Selbst das Reiterstübchen hatte ich auf Vordermann gebracht: Die Bänke und Tische waren abgewischt, die Heizung aufgedreht und der Kühlschrank war mit reichlich Getränken und Snacks für zwischendurch gefüllt. Ich freute mich riesig auf meine Gäste, denn immer wenn ich einen Kurs auf meinem Hof veranstaltete, kam viel mehr Leben auf meinen Hof. Ich fegte gerade noch einmal durch die Stallgasse, als ich plötzlich das erste Auto auf die Ranch fahren hörte. Ich stellte meinen Besen zur Seite und eilte nach draußen. Mit wilden Handbewegungen zeigte ich der Fahrerin, wo sie ihr Auto und den Hänger am besten hinstellen konnte, denn es würden noch vier weitere Autos samt Hänger kommen und der Platz auf meiner Ranch war sehr begrenzt. „Hey, ich bin Veronika“, sie war aus dem Auto gestiegen und streckte mir freundlich ihre Hand entgegen. Ich stellte mich kurz vor uns fragte schließlich: „Wie war die Anreise? Hat alles geklappt?“. Veronika erzählte mir von ihrer weiten Anreise aus Wales, während wir gemeinsam die Hängerklappe öffneten. Rhoda stand total entspannt auf dem Hänger und ließ sich ruhig von Veronika rückwärts aus dem Hänger führen und ich zeigte den beiden Rhodas Box. Nachdem die Stute sich zufrieden ans Heunetz gestellt hatte, packten wir Veronikas Kofferraum aus. „Wow das ist ja mal ein Eimer“, ich hielt einen riesen großen Eimer mit bunten Leckerlies in der Hand. „Ohne die geht es bei Rhoda gar nicht. Glaub mir, das wirst du auch spätestens morgen feststellen“, Veronika lachte herzlich. Gerade als wir ihre Sachen in die Sattelkammer bringen wollten, rollte ein weiteres Auto auf meinen Hof. Es war Elisa, die mit ihrer Stute aus Kanada angereist war. Elisa war mir sofort sympathisch und auch ihr Pferd war eine liebe, neugierige Stute. Etwas zurückhaltend schnüffelte sie an meiner Jackentasche und ich rückte ein Willkommensleckerli heraus. Auch Beverly durfte in den nächsten Tagen in einer großen Paddockbox leben. Als wir alle Sachen, und alle Pferde, untergebracht hatten, setzten wir uns gemütlich ins Reiterstübchen und ich bat Elisa und Veronika etwas zu trinken an.
      Wir drei verstanden uns sofort. Veronika erzählte viel von ihrem Hof in Wales, den sie sich vor kurzem aufgebaut hatte. Auch Elisa erzählte uns von ihrer täglichen Arbeit.
      Wir waren total ins Gespräch vertieft, als ich zwei Scheinwerfer durch die Scheibe des Reiterstübchens sah. Auch Bellamy hatte den weiten Weg aus Kanada auf sich genommen, um an meinem Kurs teilzunehmen. Mit seinem dunklen Wuschelkopf stieg er aus dem Auto und begrüßte die drei Mädels, die vor ihm standen. Bellamy führte seinen Paint Horse Hengst aus dem Hänger, nachdem Veronika und ich ihm die Hängerklappe geöffnet hatten. Gun and Slide ging in aller Ruhe aus dem Hänger und guckte sich erst einmal neugierig um. Liebevoll tätschelte Bellamy seinem Pferd über die Nüstern und brachte ihn schließlich in die Box. Ich glaube, Bellamy war ein bisschen überfordert, als wir drei Mädels anfingen, ihn mit Fragen zu bombardieren. Doch Bellamy kam nicht wirklich dazu, viel zu erzählen, denn schon kurz darauf rollte Nancy auf den Hof. Ihr Tinkerhengst Rainy Afternoon bekam die Box neben Gun and Slide. Neugierig beschnupperten sich die beiden Hengste über die Wand und wir beobachteten noch einen Moment, wie die beiden sich kennenlernten. Jetzt fehlte nur noch meine Schwester Jessica. War ja klar, die, die am nächsten dran wohnt, kommt als letztes. Ich brach mit Nancy, Bellamy, Veronika und Elisa zu einem Hofrundgang auf. Wir schlenderten vom Aktivstall zum Hengstoffenstall, machten einen kleinen Abstecher zum Longierzirkel und gingen schließlich zum kleinen Platz, an den direkt die Halle anschließt. Am Reiterstübchen und an der Miniranch vorbei, gingen wir zum Agilityplatz. Wir liefen ein kleines Stück den Deich hoch und guckten uns von dort aus das Wasser an. „Ich liiiiiebe das Meer“, schwärmte Nancy. Wir gingen den Deich wieder herunter, an der Miniranch vorbei und schließlich zum großen Platz und zur Longierhalle. Gerade als wir die Runde beendet hatten, fuhr ein letztes Auto auf meinen Hof. Ich erkannte sofort das Auto meiner Schwester und lief ihr grinsend entgegen. Jessi hatte zwei Pferde dabei: Mit Samira wollte sie an dem Kurs teilnehmen und mit ihrem Hengst Haru hatten wir für nächsten Montag einen schönen Strandritt geplant. Haru durfte seinen Urlaub die nächsten Tage auf der großen Wiese verbringen und Samira kam zu den anderen in den Stall. Es war schon spät und nachdem Jessi sich bei allen vorgestellt hatten, verabredeten wir uns für Morgen und gingen ins Bett.


      Donnerstag

      Die Laune war bestens, das Wetter war wunderschön und die Kursteilnehmer freuten sich auf das erste Training. Wir putzen die Pferde und machten uns alle zusammen auf den Weg zum großen Reitplatz. „Jetzt könnt ihr erstmal alleine arbeiten, damit ich sehe, wie ihr mit euren Pferden zurechtkommt. Macht die Pferde warm und lenkt die Aufmerksamkeit auf euch“, erklärte ich den anderen. Die Teilnehmer verteilten sich auf dem Platz und fingen mit der Bodenarbeit an. Ich nahm jedes Paar genau unter die Lupe und machte mir ein Bild, auf welchem Stand sie waren. Während manche schon Seitengänge vom Boden aus zeigten, hatten andere Probleme, ihr Pferd rückwärts zu richten. Nach einer knappen viertel Stunde trommelte ich meine Schüler wieder zusammen, denn ich hatte mir von jedem einen ersten Eindruck verschafft. „Ich zeige euch nun die erste Übung. Die ist ziemlich einfach und ich denke, ihr werdet die heute alle hinkriegen“, erzählte ich. Ich zeigte mit Gun and Slide, wie man einem Pferd das „Nein“ sagen beibringen kann. Jeder suchte sich eine ruhige Ecke und fing an, das „Nein“ sagen zu üben, während ich bei jedem nacheinander vorbeischaute und Tipps gab. Beverly war die erste, die den Trick verstanden hatte. Begeistert klopfte Elisa ihr den Hals. Jessi hingegen hatte noch ein wenig Schwierigkeiten. „Du musst die Belohnung präziser, im richtigen Augenblick, geben“, gab ich ihr als Tipp. Veronika und Bellary waren auf einem guten Weg und auch Nancy arbeitete sehr gut mit ihrem Pferd. Nach einer dreiviertel Stunde beendeten wir die erste Trainingseinheit und machten es uns zur Mittagspause im Reiterstübchen gemütlich.

      Während Nancy und Veronika gegen 13 Uhr zu einem Spaziergang am Strand aufgebrochen waren, hatte ich die vielen Fragen von Jessi, Bellamy und Elisa beantwortet und einiges über die Zirzensik erzählt. Gegen 15:30 Uhr versammelten wir uns alle wieder auf dem Platz. „Jetzt kann jeder individuell arbeiten. Ich denke Übungen wie Kompliment, Spanischer Gruß oder Flehmen wären für den Anfang geeignet. Ihr könnt euch eine Übung aussuchen und ich komme rum, um euch zu helfen“, sagte ich zu meinem Schülern, „bis dahin könnt ihr natürlich nochmal das Nein sagen üben“.
      Nancy hatte sich für das Kompliment entschieden, denn sie wollte ihrem Pferd unbedingt das Liegen beibringen. Deshalb übte sie zuerst das Kompliment, danach das Knien und daraus konnte sie dann das Liegen erarbeiten. Nancy hatte sich ein ziemlich großes Ziel gesetzt, aber ich mochte motivierte Schüler. Ich zeigte ihr genau, wie sie beim Kompliment vorgehen musste und ließ sie dann alleine üben. „Wenn du meine Hilfe brauchst kannst du jederzeit Bescheid sagen“, sagte ich ihr, während ich zu Bellamy ging. Er hatte in der Zwischenzeit weiter am „Nein“ sagen gearbeitet und hörte mir nun gespannt zu, als ich ihm erklärte, wie er beim Flehmen vorgehen musste. Von Bellamy war ich wirklich begeistert, denn er arbeitete sehr ruhig, aber konsequent. Als auch er auf dem richtigen Weg war, ging ich zu meiner Schwester. Sie hatte schon ein bisschen Erfahrung mit der Zirzensik, da sie mir schon öfter beim Training zugeguckt hatte, und war schon fleißig dabei, Samira den Spanischen Gruß beizubringen. Ich gab ihr noch kurz einen Verbesserungsvorschlag, bevor ich mich auf den Weg zu Veronika machte. Auch sie hatte sich, genau wie Jessi, für den Spanischen Gruß entschieden und ich machte den Vorschlag, dass die beiden zusammen üben könnten. „Wenn einer Hilfe braucht, versucht euch erst gegenseitig zu helfen. Ansonsten bin ich jederzeit für euch da“, sagte ich zu Jessi und Veronika. Elisa hatte sich gewünscht, Beverly beizubringen, einen Teppich auszurollen. Ich holte einen kleinen Teppich aus der Halle und zeigte Elisa, wie sie vorgehen musste. Jeder war beschäftigt und ich ging herum und half den anderen bei Problemen und Fragen. Alles war perfekt: Die Sonne lachte, die Pferde waren motiviert und alle Teilnehmer waren fleißig am üben. Wir beendeten das Training mit viel neuem Wissen und freuten uns schon riesig auf den morgigen Tag.


      Freitag

      „Heute findet das Training auf dem Agilityplatz statt“, rief ich über den ganzen Hof, denn die Meute hatte sich zum Putzen auf dem Hof verteilt. Knappe 20 Minuten später standen alle auf dem Grasplatz bereit. Ich erzählte den Plan für das heutige Training: „Ihr könnt gerne alle Hindernisse, die ihr hier seht, ausprobieren. Lasst eure Pferde immer ganz viel Zeit zum Gucken und lasst es ruhiger angehen. Ihr solltet auf jeden Fall alle das Podest ausprobieren. Ich stehe euch gerne bei Fragen zur Seite“. Veronika blieb als erstes beim Podest und versuchte, Rhoda davon zu überzeugen, auf das Podest zu steigen. Es dauerte einige Zeit aber schließlich stand Rhoda mit beiden Vorderbeinen auf dem Podest. „Super!“, lobte ich die beiden, „jetzt kannst du weiter am Spanischen Gruß üben oder die anderen Hindernisse ausprobieren. Später kommst du dann nochmal zum Podest und versuchst es erneut“. Auch Jessica hatte Samira schnell überzeugt und klopfte ihrer Stute zufrieden den Hals. Bellamy hingegen wurde mit der Zeit etwas sauer, denn Gun and Slide wollte nicht auf das Podest und stand stur vor Bellamy. „Mach einfach 10 oder 15 Minuten etwas anderes und versuche es dann in einem neuen Anlauf nochmal“, ich versuchte, Bellamy wieder ein bisschen zu beruhigen. Elisa schaffte es sofort, ihre Beverly aufs Podest zu kriegen und konnte sich kurz darauf wieder an die anderen Hindernisse machen. Nun war Nancy an der Reihe und lockte Rainy mit einem Leckerli in der Hand aufs Podest. Es dauerte zwar einige Zeit, aber Nancy blieb geduldig und schaffte es schließlich. Während die anderen ihre Pferde in die Pause brachten, blieb ich noch kurz mit Bellamy und Gun and Slide auf dem Platz und versuchte es noch einmal mit dem Podest. „Du darfst nur nicht die Geduld verlieren“, sagte ich zu ihm. Ich half ein bisschen nach und zum Glück stand Gun and Slide am Ende mit seinen Vorderbeinen auf dem Podest. Erleichtert brachte Bellamy seinen Hengst in die Box und wir machten es uns im Reiterstübchen gemütlich, tranken Tee, aßen Kekse und quatschten bis der Arzt kommt.

      Heute Nachmittag trafen wir uns wieder auf dem großen Reitplatz. Nancy machte sich daran, das Kompliment weiter zu üben. Für Elisa hatte ich den Teppich bereit gelegt und auch sie machte sich an die Arbeit. Jessica und Veronika hatten große Fortschritte im Spanischen Gruß gemacht und Samira und Rhoda waren höchst konzentriert bei der Sache. Während die Mädels fleißig am üben waren, ging ich noch einmal mit Bellamy und Gun and Slide zum Podest. Mit viel Ruhe und Geduld schafften wir es ein weiteres Mal und Gun and Slide stand brav auf dem Podest.
      „Kommt mal bitte kurz zusammen“, schrie ich über den Platz. Ich wollte meinen Schülern erzählen, wie sie ihren Pferden das Drehen beibringen können. „Ihr nehmt eure Gerte, stellt euch auf die linke Seite und tippt mit der Gerte die rechte Seite eures Pferdes an“, zum Vorführen hatte ich mir Samira ausgeliehen. Jeder probierte, meine Worte umzusetzen und schon bald sah ich die ersten drehenden Pferde.
      Für heute war ich zufrieden mit den Leistungen von Mensch und Pferd. „Feierabend“, rief ich über den Platz und die fünf führten ihre Pferde in die Boxen.


      Samstag

      Der Himmel hatte sich leicht zugezogen, aber zum Glück regnete es nicht und wir konnten trotzdem draußen trainieren. Das Kompliment klappte bei Nancy und Rainy inzwischen wunderbar und heute zeigte ich ihr, wie sie nun zum Knien übergehen konnte. Meine Schwester übte noch weiter am Drehen, denn das klappte noch nicht einwandfrei. Veronika hatte sich gewünscht, Rhoda das Plié beizubringen und diesen Wunsch wollte ich ihr natürlich erfüllen. Ich erklärte ihr ganz genau, wie sie vorgehen musste: „Wenn du Rhoda vorher ein Stück nach hinten schickst, stehen ihre Hinterbeine weiter von den Vorderbeinen entfernt und es ist leichter für sie, das Gewicht zu verlagern und sich auszubalancieren. Das ist genau wie bei uns Menschen: Wenn wir breitbeiniger stehen, haben wir einen viel festeren und sichereren Stand, als wenn wir mit den Füßen zusammen stehen“. Veronika nickte und machte sich an die Arbeit.
      Elisa hatte inzwischen am Drehen und am Teppich ausrollen gefeilt und war nun gespannt auf die nächste Übung. Ich zeigte ihr das Küsschen geben und Elisa war völlig begeistert von der Übung und wollte diese ihrem Pferd unbedingt beibringen. Bellamy war ein letztes Mal zum Podest gegangen und kam mit einem Grinsen auf dem Gesicht zurück auf den Reitplatz. „Klappt einwandfrei“, er strahlte bis zu beiden Ohren. Er sollte sich als nächsten daran machen, Gun and Slide das Teppich ausrollen beizubringen. In aller Ruhe erklärte ich ihm die Übung. Meine Schwester war inzwischen ziemlich zufrieden mit dem Drehen und ich zeigte ihr die nächste Übung: Das Flehmen.
      Zufrieden beendeten alle Kursteilnehmer die Trainingseinheit und gingen in die wohl verdiente Mittagspause.

      Mit neuer Energie starteten wir am Nachmittag das Training. Für Nancy war dies ein ganz besonderes Training, denn sie schaffte es nach kurzer Zeit, Rainy zum Knien zu bringen. In ihrem Gesicht machte sich ein stolzes Grinsen breit und Nancy kraulte ihrem Hengst zufrieden den Hals. Ich ging zu Bellamy, der mich heute ziemlich überraschte. Wie selbstverständlich gab er Gun and Slide das Kommando und der Hengst rollte den kompletten Teppich aus, ohne einmal zu zögern. „Wow, wie hast du das denn so schnell hinbekommen?“, fragte ich ihn begeistert. „Ich glaube, diese Übung gefällt ihm“, lachte Bellamy. Ich schickte ihn zu Veronika, die gerade dabei war, am Plié den Feinschliff vorzunehmen. Veronika erklärte Bellamy, wie er das Plié üben konnte und Bellamy befolgte Veronikas Anweisungen. Ich ging zu Jessica, denn für sie stand heute der Spanische Schritt an. „Du stellst dich neben dein Pferd. Am besten gehst du erst einmal an der Bande entlang, das ist am Anfang einfacher. Dann tippst du abwechselnd das linke und das rechte Bein an. Die Koordination der Beine ist für die Pferde meist sehr schwierig, deshalb ist er sehr wichtig, dass du genau im richtigen Moment belohnst“, erklärte ichmeiner Schwester.
      Elisa zeigte ich heute den Spanischen Gruß, den sie ihrem Pferd unbedingt noch beibringen wollte. Möglichst genau versuchte ich ihr, den Spanischen Gruß zu erklären und sie machte sich daraufhin an die Arbeit. Nancy war total begeistert, dass Rainy nun das Knien konnte und war vor lauter Euphorie nicht mehr zu stoppen. „Jetzt kannst du mit ihm üben, dass er auf Antippen der Hinterbeine seine Beine einknickt. Wenn er das beherrscht, kannst du versuchen, ihn aus dem Knien zum Liegen zu bringen“, mit diesen Worten hatte ich Nancy noch mehr motiviert und sie fing sofort an, auf dieses Ziel hinzuarbeiten.

      Sonntag

      Der letzte Tag stand an. Heute Nachmittag wollten wir alle gemeinsam an den Strand und dort trainieren. Ich wünschte Nancy so sehr, dass sie Rainy heute zum Liegen bringen würde, denn dafür war sie schon fleißig am üben. Veronika hatte sich für den letzten Tag das Küsschen geben vorgenommen und war dabei, Rhoda zu überzeugen, ihre Nase in Veronikas Gesicht zu drücken. Alle fünf Teilnehmer waren wirklich sehr selbstständig und so war immer jeder, auch ohne Anweisungen von mir, beschäftigt. Bellamy, der schon große Fortschritte beim Plié gemacht hatte, hatte sich für den letzten Tag, genau wie Veronika, das Küsschen geben vorgenommen. Auch ihm zeigte ich, wie er ans Küsschen geben rangehen musste. Jessica hatte sich für heute keine neue Übung vorgenommen, sondern wollte an den bisherigen Lektionen feilen, was ich sehr vernünftig fand. Ich gab ihr noch ein paar Tipps zum Drehen und zum Spanischen Schritt, bevor ich sie alleine weiter üben ließ. Elisa hatte sich für den Schluss noch eine leichtere Übung ausgesucht, um die Zeit bei mir noch möglichst effektiv zu nutzen, Beverly allerdings nicht zu überfordern. Mit einem Leckerli in der Hand zeigte ich ihr, wie das Flehmen funktionierte.
      Nach einer guten Stunde beendete ich das Training. Alle waren zufrieden…Außer Nancy, die Rainy etwas enttäuscht zurück in den Stall brachte. „Heute Nachmittag am Strand, in der neuen Umgebung, schaffen wir es eh nicht, ihn zum Liegen zu bringen“, sagte Nancy traurig zu mir. „Selbst wenn, dann kannst du zu Hause immer noch weiter üben“, munterte ich sie auf. Nancy und ich gingen zu den anderen, die schon im Stübchen auf uns warteten, denn wir wollten unsere letzte gemeinsame Mittagspause zusammen verbringen.

      Gegen 15 Uhr standen alle auf dem Hof bereit und freuten sich riesig auf das Training am Strand. Veronika ging mit Rhoda voran, die anderen folgten ihr in einer langen Kolonne.
      Gemeinsam liefen wir den Deich hinauf, auf dem einige Pferde stehen blieben und sich die Nordsee anguckten. Durch den weichen Sand stapften wir bis zum Wasser. Auch wenn die Pferde alle etwas aufgeregt waren und sich nervös in der neuen Umgebung umsahen, waren alle artig und folgten ihren Besitzern. Beverly, die schon mit den Hufen im flachen Wasser stand, wich erschrocken zurück, als eine Welle an ihre Beine klatschte. Die beiden Hengste standen noch etwas weiter vom Wasser weg und beobachteten skeptisch, wie die Stuten sich nach und nach ins Wasser trauten. Samira stampfte mit ihrem Huf im Wasser herum und machte die anderen um sich herum ziemlich nass. Auch Rhoda hatte sich ins Wasser getraut und stand nun, etwas unbegeisterter als die anderen, im Wasser und guckte Veronika fragend an. Sie ging mit ihm ein Stückchen am Strand entlang und übte im Wasser den Spanischen Gruß, sodass er ordentlich spritze. Inzwischen hatten sich auch Rainy und Gun and Slide weiter ans Wasser getraut und streckten neugierig die Nase ins kühle Nass. Wir hatten ziemlich Glück mit dem Wetter, denn es war keine einzige Wolke am Himmel zu sehen und die Sonne strahlte mit meinen Kursteilnehmern um die Wette.
      Über zwei Stunden verbrachten wir am Strand. Jeder festigte noch einmal alle Lektionen der letzten Tage, die Pferde plantschten um die Wette und wir gingen noch ein kleines Stück, am Wasser entlang, spazieren. Der perfekte Abschluss stellte der Sonnenuntergang dar, der sich wunderschön am Himmel zeigte. Unser Ausflug zum Strand war wirklich ein schöner Abschluss gewesen und Pferde, sowie Menschen, beendeten diesen Kurs mit einem tollen Erlebnis und sehr guter Laune. Nachdem die Sonne fast untergegangen war, machten wir uns auf den Weg über den Deich zurück zum Hof.
      „Nancy, komm noch mal kurz mit“, flüsterte ich ihr zu. Ich ging mit Nancy und Rainy auf den großen Reitplatz, während die anderen ihre Pferde ein letztes Mal in die Boxen brachten. Nancy war immer noch enttäuscht, dass sie es nicht schaffte, ihren Rainy zum Liegen zu bringen und ich hoffte so sehr, dass wir es heute noch schaffen werden. „Komm, versuche es doch nochmal“, machte ich ihr Mut. Nancy versuchte es immer und immer wieder, doch ihre Motivation ließ nach. Wir wollten gerade aufgeben, als es endlich geschehen war: Etwas zögerlich knickte Rainy aus dem Knien mit den Hinterbeinen ein und legte sich vor Nancy ab. Für einen Moment bleib Nancys Herz stehen, denn sie einfach nur überglücklich. Auch ich war nun sehr erleichtert, denn Nancy würde so mit einem Strahlen auf dem Gesicht nach Hause fahren. Nancy schob alle Leckerlies in Rainy rein, die sie noch in der Jackentasche hatte, bevor Rainy wieder aufstand. „Danke!“, sie fiel mir glücklich um den Hals. „Dafür nicht“, sagte ich zu ihr, „ich habe ja gesagt wir schaffen das noch“. Die anderen hatten ihre Pferde weggebracht, standen begeistert am Zaun und freuten sich für Nancy.
      Damit war der letzte Tag einfach nur perfekt gelaufen und wir setzten uns alle zusammen ein letztes Mal ins Reiterstübchen, wo wir bis tief in die Nacht saßen und quatschten.


      Montag – Abreisetag

      Der Kurs war vorbei und alle, außer meine Schwester, waren dabei, ihre Sache in ihrem Auto zu verstauen. Bellamy war der erste, der sich auf den Weg nach Hause machte. „Vielen Dank für alles! Der Kurs war wirklich sehr lehrreich gewesen. Wir kommen gerne wieder“, Bellamy verabschiedete erst die anderen, und dann mich.
      Auch Elisa machte sich schon früh am Morgen auf den Weg nach Hause. „Toller Hof und ein toller Kurs. Gerne wieder!“, sagte Elisa zu mir und umarmte mich zum Abschied.
      Kurz darauf fuhren auch Nancy und Veronika mit ihren Pferden vom Hof. Etwas traurig war ich ja schon, auch wenn ich die Ruhe auf meinem Hof immer genoss. Aber meine Schwester blieb mir ja noch einen Tag länger erhalten und ich freute mich riesig auf unseren gemeinsamen Strandritt
    • Möhrchen
      Ankunft von Liara | Pflegebericht für meine Stuten Royal Disturbance, Namica, Happy Fantasy und Samira
      |18.03.2017 ©Möhrchen

      Heute herrschte wieder große Aufregung auf meinem Hof, denn ich erwartete eine neue Stute. Ich hatte ihre Anzeige vor wenigen Tagen durch Zufall gefunden und mich auf der Stelle verliebt. Nachdem ich sie gestern persönlich kennen gelernt hatte war ich Feuer und Flamme und konnte es kaum noch erwarten, dass sie endlich ankam. Ihre Vorbesitzerin brachte sie zu mir, also hatte ich noch genug Zeit, alles vorzubereiten.

      Ich schnappte mir also eine Schubkarre, einen Besen und eine Schaufel und machte mich auf den Weg zum Paddock Trail. Namica erwartete mich schon am Tor und ich nahm mir ein bisschen Zeit, um ausgiebig mit ihr zu schmusen. Dann machte ich mich an die Arbeit, säuberte den großen Paddock, mistete die Liegebereiche aus und füllte alle Raufen mit reichlich frischem Heu. Dann kontrollierte ich nochmal beide Tränken und nahm dann Samira mit zum Putzplatz. Bis zu Liaras Ankunft hatte ich noch ein bisschen Zeit, also wollte ich die Zeit noch ein bisschen nutzen, um mit meiner jüngsten Stute zu arbeiten.

      Beim Putzen stand Samira sehr brav, denn das hatten wir bereits viel geübt. Ich schnappte mir einen langen Strick und ging mit Samira auf den Platz. Seit unserem Kurs bei meiner Schwester auf der Küstenranch hatten wir sehr viel Spaß an Zirkuslektionen und üben zu Hause fleißig weiter.
      Ich führte sie eine Weile über den Platz und fragte anhalten, losgehen und rückwärts gehen ab. Samira war sehr aufmerksam bei der Sache. Am langen Strick schickte ich sie um mich herum und sie ging artig von mir weg. In dieser Position ließ ich sie auch ein paar Runden traben, was sie ebenfalls erstaunlich artig machte.

      Anschließend widmete ich mich noch kurz den Zirkuslektionen. Ich fragte zuerst einige Tricks ab, die sie schon kannte. Flehmen, Drehen, sowie der spanische Schritt saßen noch sehr gut. Beim nein sagen hatte sie am Anfang einige Probleme, dann wusste sie aber auch wieder, was ich von ihr wollte. Für heute hatte ich mir das Küsschen geben vorgenommen, also zeigte ich mit einem Leckerli in der Hand auf meinen Mund und Samira drückte sofort ihre Nase in mein Gesicht. Ich lobte sie und gab ihr das Leckerli. Das ganze musste ich nur wenige Male wiederholen und schon hatte sie es begriffen und gab auf Kommando Küsschen. Ich lobte sie und kraulte sie noch eine Weile, dann brachte ich sie zufrieden zurück auf den Paddock.

      Happy Fantasy und Royal ließ ich heute nur kurz auf dem Platz laufen. Sie sollten noch ein bisschen Energie loswerden, bevor ich die Neue in die Herde warf. Ich stellte also zwei Cavaletti auf dem Platz auf und ließ die beiden Stuten frei. Ich brauchte sie nichtmal zu treiben, denn Happy preschte sofort los und Royal folgte ihr bockend. Ich dirigierte sie lediglich einige Male über die Sprünge, denn sie hatten so viel Spaß, dass ich meine Peitsche überhaupt nicht brauchte. Am Ende musste ich die beiden fast bremsen. Happy warf sich noch einmal genüsslich in den Sand und wälzte sich ausgiebig. Da hörte ich auch schon ein Auto auf den Hof fahren und mein Herz machte einen Sprung. Schnell brachte ich Happy und Royal zurück auf den Paddock und lief zum Parkplatz.

      Wir begrüßten uns und ließen dann die Hängerklappe hinunter. Ihre Vorbesitzerin löste die Stange, während ich zu Liara nach vorne ging und ihren Strick löste. Ich begrüßte die süße Stute liebevoll und sie drückte ihre Nase an meinen Arm. Sie war wirklich wunderschön und ich war so glücklich, dass sie jetzt hier war.

      Ich führte sie rückwärts von der Rampe und sie schaute sich schnaubend und mit aufgestelltem Schweif auf dem Hof um. Namica wieherte von der einen, Callimero von der anderen Seite. Liara fing ein bisschen an zu tänzeln, also machte ich mich lieber schnell auf den Weg zum Paddock. Ich scheuchte die anderen Mädels vom Tor weg und ließ Liara dann hinauf. Sie drehte erstmal eine Runde im Galopp, der Rest der Herde hinterher. Dann wurde sie langsamer und ließ sich beschnuppern. Es gab ein bisschen gequietsche und gezicke, aber schon nach kurzer Zeit hatten sie sich wieder beruhigt und Namica zog sich als erste wieder an die euraufe zurück.

      Liaras Vorbesitzerin musste sich wieder auf den Rückweg machen, also begleitete ich sie zu ihrem Auto. Sie übergab mir noch die Papiere und bat mich, sie mit Neuigkeiten zu versorgen. Dann fuhr sie vom Hof und ich machte mich wieder auf den Weg zurück zum Paddock, um die Mädels noch ein bisschen zu beobachten.
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    • Möhrchen
      „Das Team der Stardust Ranch wächst“ – Pflegebericht für alle Pferde
      |07.04.2017 ©Möhrchen (8.643 Zeichen; 1.449 Wörter)

      Viel zu früh wälzte ich mich schon im Bett umher. Da ich eh nicht mehr schlafen konnte, machte ich mich schon um kurz vor 6 auf den Weg nach draußen. Ich schnappte mir eine Schubkarre und machte mich daran, den Paddock Trail abzuäppeln. Heute war ein großer Tag für die Stardust Ranch und es war in den letzten Tagen alles so schnell gegangen, dass ich es selbst noch nicht richtig glauben konnte. Vor einigen Wochen hatte meine Freundin Zoey mich angerufen, die ich noch aus dem Studium kannte und danach leider ein wenig aus den Augen verloren hatte. Sie kam aus England und war damals zum Studieren nach Deutschland gekommen. Seit unserem Abschluss lebte sie wieder in England. Wir hatten die folgenden Tage viel geschrieben und telefoniert und ich hatte ihr natürlich viel von der Stardust Ranch erzählt. Irgendwann hatten wir angefangen, einen Plan zu spinnen, denn sowohl Zoey als auch ihre große Schwester Carina träumten schon lange davon, sich den Traum vom eigenen Stall zu erfüllen.
      Lange Rede, kurzer Sinn, nur wenige Wochen später war es beschlossen: Zoey würde samt ihrer Schwester und deren kleiner Tochter Emma auf die Stardust Ranch ziehen. Das Haus war sowieso viel zu groß für mich alleine und ich hatte es satt, den Großteil der Zeit alleine auf dem Hof zu leben und zu arbeiten. Ich freute mich sehr darauf, mir meinen Hof, die Pferde und auch die Arbeit mit zwei weiteren Mädels zu teilen.

      Vor zwei Wochen waren die beiden für 4 Tage zu Besuch gewesen. Emma konnte noch nicht dabei sein und blieb bei ihrem Vater, aber die Schwestern waren total begeistert. Wir ritten zusammen aus und ich zeigte ihnen den Hof, es war, als hätten wir uns schon immer gekannt. Und noch etwas hatte mich sehr gefreut: Fenicio, mit dem ich auch nach Monaten noch immer nicht richtig warm geworden war, hatte in Carina wohl endlich seinen Menschen gefunden. Ich hatte ihn ihr für einen Ausritt gegeben und die beiden hatten sich auf Anhieb perfekt verstanden. Er konnte also auf der Stardust Ranch bleiben und Carina würde ihn übernehmen. Das schien die perfekte Lösung für alle zu sein.

      Ich grinste vor mich hin, während ich den Paddock Trail abäppelte. Es klang einfach alles zu perfekt. Liara stieß mich von hinten an und ich drehte mich um, um der rotbraunen Stute die Stirn zu kraulen. Aber sie wollte gar nicht gekrault werden, stattdessen schnappte sie sich meinen Äppelboy am Griff und schleuderte ihn durch die Gegend. Ich musste lachen und nahm ihn ihr wieder weg. „Hey, du kleine Hexe.“, lachte ich „Gib den wieder her!“.

      Langsam arbeitete ich mich weiter vor, leerte die Schubkarre auf dem Misthaufen aus, füllte alle Heuraufen auf und kontrollierte Zäune und Tränken. Dann öffnete ich eins der Tore zu einem Weidestück, denn die Stuten durften seit wenigen Tagen endlich wieder stundenweise auf die Weide. Samira und Happy Fantasy stürmten sofort los und rannten buckelnd über die Wiese. Namica, Royal Disturbance, Donatella und Nökkvadís folgten in etwas ruhigerem Tempo, machten sich aber auch sofort über das frische Gras her.

      Als alles erledigt war, fuhr ich mit der Karre rüber zum Stall und säuberte den Offenstall von Nocciola und Baileys. Die beiden waren mal wieder dabei, sich zu streiten und ich hörte nur ein lautes quietschen hinter mir. Baileys machte sich mit angelegten Ohren aus dem Staub, während Nocciola sich mir langsam näherte. Aus der zickigen Stute war langsam ein aufmerksames Pony geworden, das sogar ab und zu meine Nähe suchte. Ich zerzauste ihren Schopf und sie ließ es brav geschehen. Bei Baileys brauchte ich das gar nicht erst zu versuchen, die ließ sich freiwillig kaum berühren...

      Als der kleine Offenstall fertig war, ging ich erst einmal ins Haus zum Frühstücken. Als ich gerade dabei war, meine Küche aufzuräumen, klingelte mein Handy. „Zoey“, rief ich ins Telefon. „Wir sind jetzt in Deutschland angekommen“, sagte sie und ich konnte ihre Aufregung quasi durchs Telefon hören. Im Hintergrund hörte ich Emma plappern. „Wir brauchen noch etwa zwei bis zweieinhalb Stunden, dann sind wir da“. „Sehr gut, ich freue mich total!“ „Wir uns auch, wir können es kaum erwarten. Und die Kleine hört gar nicht mehr auf, von Ponys zu quatschen“, Zoey lachte. „Dann noch eine gute Fahrt, fahrt vorsichtig!“

      Ich vertrieb mir den Rest der Zeit damit, noch einmal durch die Wohnung im ersten Stock zu gehen, in die die beiden einziehen sollten. Aber eigentlich hatte ich sie bereits komplett eingerichtet und zigmal kontrolliert, sodass ich mich darauf beschränkte, die Vorhänge glatt zu streichen und die Fenster ein Stückchen zu öffnen.

      Ich ging also wieder raus, schnappte mir Haru und ging mit ihm auf den Reitplatz. Ich verteilte ein paar Stangen auf dem Platz und ließ ihn nur mit Halfter ein paar Runden an der Longe joggen. Im Trab und auch im Galopp dirigierte ich ihn in verschiedenen Reihenfolgen über die Stangen und er war sehr motiviert bei der Sache. Ein paar Mal schummelte er sich an den Stangen vorbei, aber die meiste Zeit folgte er brav meinen Anweisungen. Am Schluss der Einheit übte ich noch einmal die Bergziege, die er vor wenigen Tagen mit meiner Schwester geübt hatte. Er hatte sie noch nicht verlernt, es war zwar noch nicht perfekt, aber es sah schon ganz gut aus.

      Als ich Haru wieder zurück auf seinen Paddock gebracht hatte, entschied ich mich spontan, noch eine kurze Runde mit Calli zu drehen. Nur mit Halfter schwang ich mich auf seinen Rücken und drehte eine entspannte Runde um die Galoppbahn. Eigentlich war ich ein bisschen zu groß für ihn, aber für ab und zu mal war es gerade noch okay. Wir legten sogar einen kurzen Galopp ein, bevor ich gemütlich zurück zum Offenstall ritt und ihn wieder auf den Paddock stellte. Ich blieb noch eine Weile am Zaun stehen und beobachtete meine Hengste. Haru hatte sich in die Sonne gestellt und döste mit aufgestelltem Huf. Callimero wälzte sich erstmal genüsslich und schlenderte dann zurück zur Heuraufe. Gegenüber kraulten sich Fenicio und Elliot gegenseitig am Widerrist. Auch Elliot hatte sich auf Anhieb mit Carina verstanden und wir hatten gemeinsam beschlossen, dass er ein Schulpferd für Carinas Reitschule werden sollte. Obwohl er ein Hengst war, war er sehr anständig und ein echtes Verlasspferd, ich war mir sicher, dass er in der neuen Aufgabe aufgehen würde.

      Während ich noch meinen Gedanken nachhing, hörte ich es auf der Straße laut hupen. Haru schreckte aus seinem Mittagsschlaf hoch und spitze gespannt die Ohren. Ich machte auf dem Absatz kehrt und rannte zum Parkplatz. Dort angekommen hatte Carina bereits ihr knallrotes Auto abgestellt und Zoey war bereits vom Beifahrersitz gesprungen. Eigentlich hatte ich mich noch umziehen wollen, aber das war mir jetzt auch egal. Ich fiel erst Zoey, dann Carina um den Hals: „Willkommen zu Hause!“. Carina öffnete die Autotür und ließ Emma hinaus. Endlich konnte ich auch das kleinste Mitglied unserer neuen Mädels-WG kennen lernen. Mit großen Kulleraugen schaute Emma sich auf dem Hof um. „Hallo kleine Maus“, sagte ich zu ihr und sie strahlte mich an. Für sie war es anscheinend das Größte, jetzt mit so vielen Pferden und Ponys zusammen zu leben.

      Zuerst machten wir einen Rundgang über den Hof und zeigten Emma die Pferde. Carina wollte als erstes zu Fenicio und der Schimmelhengst wieherte sogar, als er sie sah. Mir ging das Herz auf, als sie ihm um den Hals fiel und er sich sichtlich freute. So gerne hatte ich ihm genau das geben wollen, aber irgendwie passte es einfach nicht zwischen uns. Umso besser, dass er jetzt seinen Menschen gefunden hatte, ohne sein Zuhause verlassen zu müssen.

      Wir führten Emma über den ganzen Hof. Sie war natürlich besonders begeistert von Nocciola und Baileys, wobei gerade die beiden die letzten waren, die ich auf ein Kind loslassen würde. Aber auch Donatella fand sie toll, und bei ihr konnte ich mir sehr gut vorstellen, dass sie Emma problemlos auf sich reiten lassen würde. Aber nicht mehr heute, wir hatten ja jetzt ganz viel Zeit.

      Wir räumten alle Koffer und Taschen aus dem Auto und leerten auch den Anhänger. Als wir alle Sachen in die Wohnung geräumt hatten, trafen wir uns in meiner Küche und kochten zusammen. Bei Auflauf und Sekt (und Limonade für die Kleine) ließen wir den Abend ausklingen und stießen auf unsere neue WG an. Carina brachte Emma ins Bett und setzte sich dann wieder zu uns. Wir quatschten noch bis tief in die Nacht, bevor sich die Schwestern verabschiedeten und ins Bett gingen. Ich freute mich schon sehr auf den nächsten Tag und konnte es kaum erwarten. Es war ein sehr gutes Gefühl, endlich nicht mehr alleine im Haus zu schlafen.
    • Möhrchen
      Der Umzug – Pflegebericht für alle Pferde
      |12.05.2017 ©Möhrchen (7942 Zeichen, 1309 Wörter)

      Wie ein aufgescheuchtes Huhn lief ich durch meine Wohnung. Ich war einfach so aufgeregt, dass ich nicht wusste, wohin mit mir. In der letzten Zeit hatte sich so einiges geändert in meinem Leben und heute war es endlich so weit: ich würde die Stardust Ranch verlassen.

      Mein Freund und ich hatten genug von unserer Fernbeziehung und hatten schon lange gesponnen, endlich zusammen zu ziehen. Er wollte allerdings auf keinen Fall seinen Job aufgeben und ich wollte nicht mehr ohne eigenen Hof leben. Schon fast 1,5 Jahre waren wir ziemlich unzufrieden mit der Situation, denn seine Besuche am Wochenende waren einfach viel zu kurz und ich konnte meinen Hof nur selten verlassen.

      Vor 3 Wochen hatte er ganz aufgeregt bei mir angerufen und erzählt, dass nur wenige Kilometer von seiner Wohnung entfernt ein Gestüt zum Verkauf stand... Zuerst war es nur eine Idee, aber spätestens, als wir dort waren, um es uns anzuschauen, war es um mich geschehen. Er kündigte seine Wohnung, ich regelte alles auf der Ranch und fing an zu planen.

      ~

      Und nun war es so weit: Zwischen riesigen Kartonstapeln, Sätteln und Möbeln stand ich mitten auf dem Hof. Vor Aufregung knabberte ich an meinen Fingernägeln. Die Organisation des Transports war ziemlich kompliziert gewesen und ich hoffte einfach nur, dass alles wie geplant klappen würde. Wir hatten uns für heute einen großen Transporter mit Platz für 10 Pferde gemietet. Mein Freund wollte mit seinem 6er-Trasporter kommen und einige Pferde holen und ich hatte bereits meinen Hänger vorbereitet. So hoffte ich, dass wir alle 18 Pferde heil auf den neuen Hof kriegen würden.

      ~

      Wenige Stunden später war der Kartonstapel auf dem Hof verschwunden, denn ein Möbelwagen hatte meine Möbel und sonstigen Sachen bereits abgeholt. Nun waren die Pferde an der Reihe und ich machte mich daran, die ersten Pferde für den großen Transporter vorzubereiten. Mein Freund musste noch arbeiten und würde daher erst in einigen Stunden da sein.

      Ich holte nacheinander Liara, Samira, Namica, Happy Fantasy, Narla, Donatella, Nökkvadís und Royal vom Trail und band die 8 Stuten am Putzplatz an. Ich bürstete sie alle kurz über, eine Decke brauchten sie nicht, da es ein ziemlich milder Tag war. Ich holte meine große Kiste mit Transportgamaschen aus der Sattelkammer und suchte für jedes Pferd sie richtige Größe heraus. Ich hatte in den letzten Wochen so einige Paare kaufen müssen, denn auf einen Transport von allen Pferden gleichzeitig war ich nicht vorbereitet.

      Als ich für jeden ein paar gefunden hatte, machte ich mich ans anziehen. „Soll ich dir helfen?“, fragte Zoey, die gerade aus dem Haus kam. Ihre Schwester und sie würden auf der Stardust Ranch bleiben, was mich sehr glücklich machte. Denn mein Herz hing doch an diesem Hof und mir fiel es schwer, ihn zu verlassen. Während wir die ersten Pferde anzogen, fuhr der Transporter auf den Hof.

      Der Fahrer war sehr nett und ich führte Royal zuerst auf den Hänger. Ich band sie ganz hinten an und schloss die erste Klappe. Während Zoey nach und nach den Pferden die Gamaschen anlegte, führte ich eins nach dem anderen die Rampe hinauf. Happy Fantasy stürmte in ihrer üblichen Art wie eine Verrückte die Rampe hinauf. Die anderen Stuten waren artig, nur bei Liara und Samira brauchte es ein bisschen Überredungskunst. Aber sie waren ja auch noch jung und hatten noch keinen großen Transporter gesehen.

      Nach kurzer Zeit waren alle Pferde auf dem Transporter und knabberten an ihren Heunetzen. Der Fahrer verabschiedete sich und wir vereinbarten, dass er die Pferde auf dem neuen Hof so lange im Hänger ließ, bis mein Freund und ich auch angekommen waren. Dann rollte der LKW vom Hof und ich konnte nur noch die Daumen drücken, dass alles gut gehen würde.

      Als mein Freund endlich ankam, luden wir noch meine restlichen Sachen in mein Auto, stellten Nicciola, Baileys, Callimero, Caillou und Elliot in den 6er- Transporter und ich verlud Haru und Fenicio in meinen Hänger. Nun waren alle Pferde verpackt, das Sattelzeug verstaut und alle meine Sachen im Auto. Unglaublich, wie viele Sachen ich eigentlich hatte, sowas fiel mir meistens erst bei einem Umzug auf.

      ~

      Und dann war es soweit: ich fiel zuerst Zoey, dann Carina und auch Emma um den Hals. Unsere gemeinsame Zeit auf der Stardust Ranch war viel zu kurz gewesen, aber ich freute mich so sehr auf den Neuanfang mit meinem Freund, dass mir der Abschied nicht so furchtbar schwer fiel. Und es ging ja auch nicht allzu weit weg, ich würde die drei auf jeden Fall besuchen. Ich gab meinem Freund einen Kuss zum Abschied und er fuhr mit dem Transporter vom Hof. Mit Tränen in den Augen stieg ich schließlich ins Auto und startete den Motor: Auf in ein neues Leben!
      ~

      Fenicio und Haru standen super ruhig auf den Hänger und die Fahrt verging wie im Flug. Schon 3 Stunden später tauchte endlich unsere neue Heimat am Horizont auf. Einen Namen hatte mein neuer Hof noch nicht, aber der würde mir sicherlich bald einfallen. Auf jeden Fall war er wesentlich größer als die Stardust Ranch und lag nur 30 Reitminuten von der Nordsee und wenige Kilometer von der dänischen Grenze entfernt.

      Als ich auf den Parkplatz fuhr, kribbelte es im ganzen Körper. Der große LKW stand bereits auf dem großzügigen Hof. Da ich schon im Voraus geplant hatte, welches Pferd in welche Box einziehen sollte und wer sich mit wem verstand, wusste ich genau, wer wohin sollte. Ich bestand darauf, jedes Pferd selbst aus dem Hänger zu holen. Als erstes zog Liara zusammen mit Samira, Namica und Royal in den größeren der beiden Paddocktrails ein. Ich kontrollierte allen Pferden die Beine auf Verletzungen und nahm ihnen die Gamaschen ab. Liara und Samira lieferten sich erstmal ein Wettrennen auf der neuen Trailstrecke, während Royal und Namica es ein bisschen ruhiger angehen ließen und sich erstmal alles in Ruhe anschauten. Ich hatte allerdings nicht viel Zeit, ihnen zu zusehen, denn ich wollte die anderen Pferde so schnell wie möglich aus den Hängern befreien.
      Haru und Fenicio bezogen zwei Paddockboxen mit riesigem eigenen Auslauf im südlichen Stall. Sie liefen aufgeregt schnaubend alles ab und Haru sprang auf dem großen Auslauf buckelnd in die Luft.
      Als nächstes bezogen Nocciola und Baileys einen kleinen Offenstall am Nordstall, der extra den kleinsten vorbehalten war. Zum Glück waren sie so klein und hatten daher etwas weniger Kraft, denn die beiden wehrten sich wie immer gegen alles, was ich von ihnen wollte. Nocciola hatte sich in der Hinsicht schon etwas gebessert, aber Baileys war nach wie vor eine Katastrophe im Umgang. Mit ihr musste ich unbedingt mehr üben, sobald ich jetzt nach dem Umzugsstress mehr Zeit hatte.
      Donatella, Narla, Nökkvadís und Happy Fantasy bezogen jeweils eine große Paddockbox im Nordstall. Ab morgen sollten sie tagsüber zusammen auf der Weide stehen und nachts die Ruhe in ihren Paddockboxen genießen. Bei ihnen ging der Umzug relativ ruhig von statten, keiner der vier Damen regte sich übermäßig auf. Nökkvadís hatte allerdings eine kleine blutige Schramme am Bein, die ich sofort mit etwas Salbe behandelte.
      Als letztes zogen die drei Ponyhengste Callimero, Caillou und Elliot in ihre Männer-WG im Offenstalltrakt ein. Sie benahmen sich, als hätten sie nie wo anders gestanden und schienen auch die Fahrt bestens überstanden zu haben.

      Als alle Pferde ausgeladen waren, verabschiedeten wir den Fahrer, der sich nun wieder auf den Rückweg machen konnte. Unsere eigenen Fahrzeuge übernahm mein Freund, er säuberte sie und parkte sie auf dem Parkplatz. Währenddessen hatte ich noch viel zu tun: ich verteilte Heu an alle Pferde und schaute bei allen noch einmal vorbei.

      ~

      Erst spät am Abend hatte ich Zeit, meinen eignen Kram notdürftig auszupacken. Zum Glück hatte mein Freund schon im Vorfeld die meisten Möbel aufgebaut. Gegen Mitternacht machte ich noch eine letzte Runde durch alle Ställe, dann fiel ich todmüde ins Bett. Unsere erste Nacht auf UNSEREM eigenen Hof...!
    • FrauHolle
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      Samira Einreiten
      13. Mai 2015 | ©FrauHolle | 1.627 Wörter (9.839 Zeichen)
      Gestern war meine Schwester auf ihren neuen Hof gezogen und ich war natürlich total neugierig. Bei der Gelegenheit konnte ich mich auch gleich ans Einreiten von Samira machen. Also machte ich mich gleich am Samstagmorgen auf den Weg Richtung Dänische Grenze. Schon gegen 4 Uhr morgens hatte ich meine eigenen Pferde versorgt und so rollte ich um 5 Uhr vom Hof. Die Straßen waren so früh noch schön leer, sodass ich nach guten eineinhalb Stunden auf die Hofeinfahrt von Jessis neuem Hof einbog. Aus dem Autofenster heraus sah ich den großen Trailplatz, der mir äußerst gut gefiel. Ich lenkte mein Auto nach rechts auf den großen Parkplatz und suchte mir einen schattigen Platz. Im Rückspiegel sah ich meine Schwester, die mit einem breiten Grinsen und großen Schritten auf mein Auto zuging. Ich stieg aus und ging ihr ein Stück entgegen. „Schön, dass du da bist“, murmelte sie in meine Schulter, als wir uns mit einer herzlichen Umarmung begrüßten. Ohne dass ich meine Sachen aus dem Kofferraum holen konnte, packte Jessi meine Hand und stürmte mit mir Richtung Stallgebäude. Die nächste dreiviertel Stunde kam ich kaum zu Wort, denn Jessi zeigte mir voller Begeisterung jede kleinste Ecke ihres Hofes. Nachdem ich wirklich alles gesehen hatte, durfte ich mich an die Arbeit mit Samira machen. „Wo du alles findest, weißt du ja jetzt. Falls du noch was brauchst: Ich bin im Haus und räume die restlichen Umzugskartons aus“, mit diesen Worten war sie hinter der Ecke verschwunden und ich stand mit meiner Aufgabe alleine da. Bevor ich Samira aus dem Paddocktrail holte, legte ich mir das Knotenhalfter, eine Gerte und den Putzkasten bereit. Samira kannte ich bereits von meinem Zirzensikkurs im März, weshalb ich schon grob wusste, wie du Stute tickte. Bevor ich mich ans Einreiten machen wollte, startete ich heute mit etwas Bodenarbeit, um sie auf das morgige Training vorzubereiten. Meine Schwester hatte schon einiges an Vorarbeit vom Boden aus geleistet, was die Sache deutlich abkürzte. Da ich aber nicht genau wusste, wie weit Samira schon war, fing ich ganz am Anfang an. Auf dem Reitplatz führte ich sie einige Runden im Schritt, bevor ich anfing, sie mit meiner Hand und meiner Gerte überall zu berühren. Gerade die Sattel- und Gurt Lage fasste ich besonders an und achtetet dabei auf Samiras Reaktion. Zwar zuckte die Stute einige Male kurz zusammen, blieb aber die ganze Zeit artig stehen. Ich drehte mich von ihr weg und gönnte ihr eine kurze Pause, bevor ich sie am langen Strick von mir weg schickte. Im Trab longierte ich sie ein paar Runden auf dem Zirkel. Die Handwechsel und Übergänge klappten immer besser und Samira lernte, mir zu vertrauen. Nach einer guten halben Stunde brachte ich Samira zurück zu den anderen, denn sie hatte sich eine Mittagspause deutlich verdient. Nachdem ich die Sachen weggeräumt hatte, schlenderte ich zu meiner Schwester ins Haus und half ihr, die letzten Sachen in die Schränke zu räumen. „So langsam bekomme ich Hunger“, meine Schwester hatte mit dem Umzug so einiges zu tun. Die Küche war noch nicht ganz einsatzfähig, weshalb wir kurzerhand zum Handy griffen und uns jeder eine fette Pizza bestellen.
      Mit vollem Magen startete ich gegen 15 Uhr das zweite Training mit Samira. Aus der Sattelkammer, in der noch ziemliches Chaos herrschte, holte ich mir einen Sattel für Samira, mit dem ich für den Anfang trainieren sollte, und hängte ihn auf den Zaun des Reitplatzes. Außerdem legte ich mir eine Longe, einen Deckengurt und ein Westernpad bereit. Nachdem ich die Stute geputzt hatte, führte ich sie auf dem Platz warm und wiederholte noch einmal die Übungen von heute Vormittag. Samira stand völlig gelassen da, während ich mich mit allen Körperteilen gegen sie lehnte und um sie herumhüpfte. Ja, ich fühlte mich schon etwas bescheuert, aber was solls. Als nächstes kam der Deckengurt an die Reihe. Ich stellte diesen ganz weit und legte ihn über Samiras Rücken. Die Stute ließ sich eher weniger davon beeindrucken und kaute entspannt auf ihrer Unterlippe herum. Ich schloss den Gurt, welcher allerdings noch so locker war, dass Samira den Gurt an ihrem Bauch gar nicht bemerkte. Stück für Stück zog ich den Gurt enger, bis dieser einigermaßen gut anlag. Ich führte Samira einige Runden über den Platz und sie benahm sich, als hätte sie noch nie etwas anderes gemacht. Begeistert öffnete ich den Gurt wieder und holte das Westernpad, mit dem ich die Stute überall berührte. Etwas skeptisch beschnüffelte Samira das Pad, was nun auf ihrem Rücken lag. Trotzdem blieb sie die ganze Zeit gelassen stehen und machte keine Anzeichen, sich auch nur ein Stück zu bewegen. Mit dem Deckengurt befestigte ich das Pad am Pferd und führte Samira dann samt Gurt und Pad über den Platz. Auch davon ließ sie sich wenig beeindrucken und ich konnte schnell zum nächsten Schritt übergehen. Ich nahm den Sattel noch dem Zaun und ließ Samira daran schnuppern. Sehr behutsam legte ich den Sattel auf ihren Rücken und sie drehte sich neugierig nach hinten um. Erleichtert kraulte ich ihr den Hals und beruhigte sie mit meiner Stimme. Ganz vorsichtig zog ich den Gurt an. Samira atmete erschrocken ein, erstarrte und blieb wie angewurzelt stehen. Ich schnallte die Longe in ihr Knotenhalfter und schickte sie mit dem Ende vorwärts. Zuerst rührte sich die Stute kein Stück, doch plötzlich explodierte sie förmlich und preschte buckelnd über den Platz. Ich hängte mich in die Schlaufe am Ende der Longe und ließ Samira einfach laufen. Vorne hoch, hinten hoch… so ging es bestimmt zehn Minuten, bis Samira sich langsam beruhigte und zum Trab durchparierte. Den ersten Schock des Sattels hatte sie überwunden und ich holte sie etwas näher zu mir ran. In einem sehr hektischen Trab lief Samira um mich herum, während ich stets versuchte, sie zu beruhigen. Die Stute schnaufte ganz schön, als ich sie endlich zum Stehen bringen konnte. Nach einer kleinen Verschnaufpause schickte ich sie ein zweites Mal nach außen und wieder rannte Samira wie eine Beknackte los. Doch diesmal hatte ich sie schneller wieder im Griff und am Ende schaffte ich es sogar, sie mehrere Male aus dem Galopp zum Trab durchzuparieren und wieder anzugaloppieren, ohne dass die dabei buckelte oder durchging.
      Die Nacht hatte ich in einem der neuen Gästezimmer meiner Schwester verbracht. „Na was sagt das Versuchskaninchen?“, fragte meine Schwester, denn ich war die erste, die das Gästezimmer benutzen durfte. „Test bestanden“, ich hielt meinen Daumen nach oben. Heute Nachmittag ging es zur Sache, denn ich wollte mich das erste Mal auf Samira setzten. Doch davor musste noch etwas Satteltraining her. Ich schnappte mir eine Trense und den Sattel und longierte sie eine gute halbe Stunde auf dem Longierzirkel. Anfangs war sie noch sehr unsicher und rannte auch ein paar Mal los, doch sie wurde von Schritt zu Schritt ruhiger. Am Ende legte ich sogar ein paar Trabstangen hin, die sie sehr professionell mit dem Sattel auf dem Rücken überwand. Diese Trainingseinheit hatte uns wirklich ein ganzes Stück vorwärts gebracht und ich war mir sicher, dass Samira bereit für den nächsten großen Schritt war.
      Aufgeregt führte ich Samira einige Runde über den Platz, bevor ich sie neben der Auftiegshilfe einparkte. Meine Aufregung durfte ich mir jetzt nur nicht anmerken lassen, was aber leichter gesagt war als getan. Das Satteln war gut verlaufen und auch sonst war Samira bis jetzt noch die Ruhe selbst. Meine Schwester half mir heute beim Training, denn einer musste die Stute festhalten. Während meine Schwester Samira vorne am Zügel festhielt und sie beruhigte, legte ich das rechte Bein über die Stute und berührte sie vor, auf und hinter dem Sattel. Danach stellte ich vorsichtig den linken Fuß in den Bügel und verlagerte etwas Gewicht darauf. Samira versteifte sich und legte die Ohren an. Ich nahm den Fuß wieder aus dem Bügel und startete einen neuen Versuch. So ging es eine ganze Weile, bis ich mich schließlich mit meinem ganzen Gewicht in den Bügel stellte. Samira wich einen Schritt zur Seite, doch ich hielt mich am Sattel und an der Mähne fest und blieb auf ihrer linken Seite hängen, sodass ich aber jederzeit wieder abspringen konnte. Meine Schwester führte Samira eine Runde im Kreis. Die ersten Schritte waren sehr unsicher, doch Samira machte zum Glück keine Anstalten, loszurennen. Ohne darüber nachzudenken, was nun alles passieren konnte, schwang ich vorsichtig mein rechtes Bein übers Pferd und setzte mich in den Sattel. Samira sah so aus, als würde sie liebend gerne umdrehen und wegrennen, doch Jessi hatte sie fest im Griff. Ich hielt meinen Oberkörper möglichst ruhig und so drehte Samira ihre ersten Runden mit Reiter.
      Der letzte Trainingstag stand an und ich wollte meine Arbeit mit einem Ritt auf Samira beenden. Das Satteln am Putzplatz war für sie inzwischen kein Problem mehr und auch das Aufsteigen klappte, dank meiner Schwester, einigermaßen gut. Nach den ersten Runden ließ Jessi Samira los und ich ritt das erste Mal alleine mit ihr über den Platz. Zwar war Samira noch sehr unentspannt, doch so langsam wurde sie immer sicherer. Ich nahm die Zügel etwas auf und ritt einen Zirkel. Für mich war dies ein riesen Erfolg, denn ich hatte mein erstes Pferd angeritten. Die halbe Runde Trab am Ende des Trainings machten das Training perfekt und ich stieg nach einer guten halben Stunde stolz vom Pferd. Auch Jessi hatte sich die ganze Sache genau angeguckt, denn sie musste in den nächsten Tagen weiter mit Samira üben, und war sehr stolz auf ihre Stute.
      „Du musst mir unbedingt schreiben, wie du mit ihr zurechtkommst und wie sie sich entwickelt“, sagte ich zu ihr, als ich mit gepackten Sachen vor meinem Auto stand und mich von Jessi verabschiedete. Nach drei wunderbaren Tagen machte ich mich mit einem sehr guten Gewissen auf den Weg nach Hause, denn dort wartete noch viel Arbeit auf mich.
    • Eddi
      Verschoben am 08.12.2017
      Grund:
      6 Monate keine Pflege.
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
    Hochgeladen von:
    Möhrchen
    Datum:
    23 Feb. 2017
    Klicks:
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    Kommentare:
    7
  • MW's Samira

    [​IMG]

    Unterbringung: Paddock Trail
    Haltungsform: Offenstall
    Besitzer: Jessica
    Privat-/Schulpferd: Privatpferd


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯

    Alter: *24.02.2014 | 3 Jahre
    Geschlecht: Stute

    Stammbaum
    von: A le Hop || aus der: Sally
    von: unbekannt | aus der: unbekannt || von: Sandro | aus der: Dornröschen

    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Exterieur

    Größe: 130cm (wächst noch)
    Rasse: Welsh B
    Fellfarbe: Brauner
    Abzeichen: ✘

    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Interieur

    Charaktereigenschaften:
    Ausgeglichen ●●● Unausgeglichen
    Aufmerksam ●●●● Unaufmerksam
    Intelligent ●●●● Unintelligent
    Sozial ●●● Unsozial
    Begabt ●●● Unbegabt
    Ruhig ●●●● Nervös
    Loyal ●●● Untreu
    Gutmütig ●●●● Boshaft
    Nervenstark ●●● Scheu
    Temperamentvoll ●●●● Faul

    Beschreibung
    Sie ist eine freche 2jährige Pony Stute. Auch wenn sie wohlerzogen ist hat Samira dennoch einen richtigen Ponykopf, da muss man auch mal energischer seine Wünsche durchsetzen. Dennoch ist sie bei bekannten Aufgaben zuverlässig, lässt sich schon brav putzen, trensen und führen. Noch ist ihr eine Schabracke und ein Longiergurt auf ihrem Rücken gruselig, aber das wird sie auch lernen. Ihre Stärke wird später wohl in der Dressur liegen, da sie für ein Pony sehr schöne GGA zeigt. Im Freispringen zeigt sie solide Fähigkeiten, ist aber noch nicht sonderlich Begeistert von dem Ganzen. Samiras Eltern sind äußerst ehrgeizige Ponys, ob die Jungstute diesen Ehrgeiz, wenn sie unter dem Sattel ist, auch entwickeln wird steht noch in den Sternen.​


    Geschichte

    MW´s Samira stammt aus der Zucht Milky Way

    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Ausbildung & Qualifikationen

    Eingeritten
    Eingefahren
    Halfter und Decke vertraut
    Verladefromm
    (✓) Longiert
    Schmiedefromm
    Geländesicher​

    Dressur: E A L M S
    Springen: E A L M S
    Military: E A L M S
    Galopprennen: E A L M S
    Fahren: E A L M S
    Mehrgang: E A L M S

    Western: E A L M S
    Potential Aufstieg durch Turnier | Training



    Bodenarbeit/ Zirkuslektionen

    Spanischer Gruß
    Spanischer Schritt
    Flehmen
    "Ja" sagen

    "Nein" sagen
    Küsschen geben

    Beine überkreuzen
    Bergziege
    Schaukelpferd
    Plié
    Kompliment
    Knien

    Liegen
    Flachliegen
    Sitzen
    Steigen
    Podest
    Slalom

    Teppich ausrollen
    Drehen


    Erfolge

    [​IMG]

    ~ 3. Platz 384. Galopprennen ~

    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Zuchtinfos
    Gekört/Gekrönt: ✘
    Vorgesehen für die Zucht: ✘

    Besitzer: Möhrchen
    Im Besitz seit: 23.02.2017
    Vorbesitzer: kira
    VKR/Ersteller: kira
    Bei Hofaufgabe zurück an: -

    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Unterbringung
    Stutenoffenstall (Paddock Trail)

    Zusatzfutter: Mineralfutter



    Gesundheit
    Letzter Tierarztbesuch: unbekannt
    gechippt [] zuletzt kontrolliert []

    Gesamteindruck: sehr gut
    Akute Krankheit/en: x
    Chronische Krankheit/en: x
    Erbkrankheit/en: x

    Letzter Hufschmiedbesuch: unbekannt
    Ausgeschnitten/Korrigiert: x
    Hufbeschaffenheit: sehr gut
    Hufkrankheit/en: x

    Beschlag vorne: x
    Beschlag hinten: x​

    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    PNG-Datei
    Puzzle-PNG