Zaii

Moon's Wishing Well

* 2010, im Besitz seit dem 25. Juni 2017

Moon's Wishing Well
Zaii, 25 Juni 2017
    • Zaii
      Einreiten
      Ausbildungsbericht, 08. Dezember 2013

      [​IMG]
      Was für ein Gefühl war es, zu wissen, dass der beste Ausbilder des Gestüts im Urlaub war und man somit auf einen Anderen zurückgreifen musste, der zwar auch gut war, aber nicht einmal halb so gut?
      Es war ein schreckliches Gefühl. Charles Graham, der Ansprechpartner für mich, wenn es um die Ausbildung junger Pferde ging, hatte sich gerade erst mit seiner Frau einen zweiwöchigen Urlaub in Australien gegönnt. Wieso auch nicht – wenn er es sich leisten konnte. Wieso nicht? Weil ich gerade jetzt einen Auftrag bekommen hatte, bei dem ich ein Pferd einreiten sollte. Es würde zwar zu schaffen sein, doch mithilfe von Charles wäre es um einiges leichter, denn er hatte, im Gegensatz zu mir, schon etliche Pferde eingeritten und ausgebildet.
      Nun stand ich hier vor Wishing Well, einem Connemarahengst von Sarah und beobachtete ihn skeptisch. Seine Besitzerin hatte ihn vorhin bei mir untergebracht, dann hatten wir alles wichtige geklärt und sie war wieder vom Gestüt verschwunden. Seufzend kippte ich seine Futterration in den Trog und verließ dann den Stall, nachdem ich noch einmal alle Türen kontrolliert hatte.

      „Matthew, wie du weißt, ist Charles ja momentan im Urlaub. Deshalb wollte ich fragen, ob du mir beim Einreiten von Wishing Well helfen könntest?“ Abwartend sah ich dem Mann ins Gesicht, der eine Augenbraue hob. „Also bin ich so etwas wie eine Notlösung?“ Sein Blick verriet, dass er es nicht ernst meinte und ein schwaches Grinsen umspielte seine Lippen. Ich runzelte die Stirn und fuhr mir mit der Hand durch meine Haare. „Ja“, erwiderte ich nur frech grinsend und wartete darauf, dass er endlich nickte. Dies tat er kurz darauf auch schon und das Grinsen wurde breiter. „Soll ich Joline holen?“, fragte er dann und sah mich erwartend an. Ich schüttelte den Kopf. „Nein. Sie kann beim nächsten Mal dabei sein, diesmal brauche ich nur dich.“
      Matthew erwiderte noch etwas, was ich nicht verstand, doch es interessierte mich auch nicht sonderlich. Während wir noch ein wenig plauderten, traten wir in das Freie und machten uns auf den Weg zum Hengststall, in dem Wishing Well untergestellt war. Als wir an der Futterkammer vorbeikamen, schnappte ich mir noch rasch zwei Karotten und ließ sie in meiner Jackentasche verschwinden, die glücklicherweise groß genug war, dass diese dort hineinpassten.

      Da Wishing Well bei der Bodenarbeit schon von uns beobachtet worden war und wir uns sicher waren, dass er seine Balance bei verschiedenen Hindernissen selbstständig halten konnte, widmeten wir uns sogleich der Gewöhnung an Sattel und Trense. Matthew putzte das Pony, zur gleichen Zeit holte ich die Ausrüstung, die für Wishing Well zurechtgelegt worden war.
      Wir begannen mit dem Sattel. Ich wusste nicht, ob er das Gefühl von Gewicht auf seinem Rücken bereits kannte oder nicht, aber auf jeden Fall schien es ihm nicht sonderlich viel auszumachen. Es war zwar neu und erweckte seine Neugier, doch er machte keinerlei Anstalten, das – zugegebenermaßen leichte – Gewicht auf seinem Rücken wieder loswerden zu wollen. Ein wenig Misstrauen zeigte er zwar, doch sonst kam keine weitere Reaktion von ihm, weshalb ich beschloss, den Sattelgurt nun locker festzuschnallen. Als der Sattelgurt Wish's Bauch streifte und dort liegen blieb, schnaubte er und zuckte nervös mit den Ohren hin und her. Zwar blieb er auf der Stelle stehen und begutachtete das Ding nur skeptisch, doch es war nicht schwer zu sehen, dass er sich ein bisschen unwohl fühlte. Dies legte sich aber nach nicht allzu langer Zeit wieder, sodass ich den Gurt noch etwas strammer zog. Diesmal quiekte Wishing Well geschockt auf, er hatte anscheinend damit nicht gerechnet. Mit dem Vorderhuf trat er einmal auf den Boden und schüttelte dann den Kopf. Sein Maul wanderte zum Sattelgurt und er beschnupperte ihn argwöhnisch, ließ es dann aber gut sein. Ich ließ Matthew einige Runden mit dem Connemarahengst im Round-Pen laufen, bevor ich entschied, dass der Sattel kein Problem mehr darstellen sollte. Deshalb widmeten wir uns nun der Gewöhnung an die Trense. Da Wishing Well ja bereits aufgehalftert werden konnte, sollte dies nicht von hoher Schwierigkeit sein.
      Der Hengst weigerte sich, das Gebiss anzunehmen. So oft ich es auch versuchte, er sperrte sein Maul zu und gewährte dieser bösen, gemeinen Metallstange keinen Einlass. Irgendwann schaffte ich es, ihm die Trense umzulegen, indem ich einen Finger durch seine Maulspalte eingeführt hatte und er somit sein Maul etwas widerwillig öffnete. Als er jedoch bemerkte, dass die Stange mit extra Geschmack versehen worden war, hörte man, wie er eifrig darauf herumkaute.

      Der nächste Teil des Einreitens – den wir anstrebten, nachdem wir noch einige Zeit mit der Ausrüstung trainiert hatten – bestand mit dem zusätzlichen Reitergewicht auf dem Rücken des Pferdes. Dazu hatte Matthew Wishing Well wieder festgehalten, während ich mich neben seine Mittelhand stellte und langsam mit den Armen ein bisschen Druck auf den Sattel auf seinem Rücken ausübte. Verwirrt zuckte der Hengst mit den Ohren und drehte seinen Kopf nach hinten, um mich zu beobachten. Ich hingegen konzentrierte mich nur darauf, das Gewicht noch mehr auf seinen Rücken zu verlagern, je länger wir übten. Und je länger wir übten, desto ruhiger wurde Wish. Schlussendlich endete es damit, dass ich mich vorsichtig auf den Rücken des Falben legte und mein Gewicht somit ganz auf ihm verlagert hatte. Er schreckte etwas zurück und trat einen Schritt zur Seite, doch ich hielt mich weiterhin fest und ließ mich nicht abschütteln. Nach nur einer Minute ließ ich mich wieder von seinem Rücken gleiten und wir gönnten ihm eine kurze Pause, bevor ich mich wieder auf seinen Rücken legte. Daraufhin bekam er wieder eine kurze Pause, so ging es die ganze Zeit weiter.

      Nach einigen Tagen waren wir so weit, dass ich mich auf den Rücken des Ponys setzen konnte und er nichts dagegen hatte. Zwar hatten wir noch nicht wirklich mit ihm gearbeitet – in Form von Befehlen und Hilfengebung –, doch ich war noch nicht wirklich auf ihm ʻgerittenʼ. Dies war nun unser nächstes Ziel, wobei Matthew uns zunächst an die Longe nahm. So wurde Wish zugleich beigebracht, wie er auf welche Hilfen reagieren musste. Wir begannen mit dem Anreiten, was wir einige Male wiederholen mussten. Wish schien zunächst vom Schenkeldruck und den dazugehörigen Hilfen ziemlich verwirrt zu sein, denn er wusste nicht, was er machen sollte. Dennoch hatte er bald den Dreh raus und reagierte nicht einzig und allein auf die Stimmkommandos, sondern inzwischen auch auf Schenkeldruck.
      Die einfacheren Zügelhilfen zum Lenken und Halten waren ihm dank der vorherigen Arbeit mit der Doppellonge sogar schon geläufig, weshalb dies nicht sonderlich viel Anstrengung benötigte, ihn damit zu kontrollieren. Im Gegenteil, er machte konzentriert mit und versuchte, alles so auszuführen, wie es von ihm verlangt wurde. Ich lächelte leicht, während wir unsere Runden an der Longe drehten und wir kaum noch Stimme brauchten, bis wir schließlich ganz auf diese verzichten konnten.

      Wiederum einige Tage später wechselten wir vom Round-Pen auf den Dressurplatz, wo wir schlussendlich auch die Longe entfernten. Matthew stand zwar noch immer in der Mitte des Reitplatzes, doch er hatte keinen Einfluss mehr darauf, was Wish für Kommandos bekam.
      Der Hengst hatte seine anfänglichen Balanceprobleme unter dem Reiter nach einigen Übungen bewältigt, weshalb ich mir sicher war, dass die Ausbildung bald beendet werden konnte. Sarahs Hengst hatte ausgesprochen schnell Fortschritte gemacht und arbeitete fleißig mit. Die Gewöhnung an die Ausrüstung hatten wir abgeschlossen, ebenso das neue Reitergewicht und das erste Gewöhnen an das wahre Reiten mithilfe der Longe hatten wir ebenfalls hinter uns gebracht. Es lag nun nur noch an mir, das Gelernte bestmöglich umzusetzen und, wenn nötig, Korrekturen vorzunehmen und einige Feinschliffe durchzuführen. Dies stellte sich allerdings als ziemlich simpel heraus, denn Wish schien die Arbeit definitiv Spaß zu machen.
      Das Wechseln zwischen den verschiedenen Gangarten stellte keinerlei Problematik dar. Das Einzige, woran wir arbeiten mussten, war der Schritt-Galopp-Übergang, mit dem Wish sich noch nicht ganz auf einer Wellenlänge befand, doch auch das schafften wir mit viel Geduld und Zuspruch.
      Deshalb wandten wir uns nun den einfacheren Hufschlagfiguren zu. Dazu zählten besonders der Wechsel durch die halbe, ganze und die Diagonale der Bahn. Anfangs hatte der Connemarahengst einige Koordinationsprobleme bezüglich seiner Beine, doch auch diese verschwanden nach häufigen Wiederholungen und Hilfestellungen meinerseits, um ihn dabei zu unterstützen.
      Nachdem ich mir sicher war, dass Wishing Well nun wirklich bereit war, um selbstständig und vernünftig geritten und trainiert zu werden, stieg ich ab und führte ihn mit Matthew wieder in den Stall. Lachend hielt ich meine Jackentasche weg, denn der Hengst hatte, nachdem wir ihn seiner Ausrüstung entledigt hatten, bemerkt, dass ich dort einige Karottenstückchen versteckt hatte. Er knabberte vorsichtig an dem Stoff meiner Stalljacke und versuchte, mit seiner Oberlippe nach den Stücken zu schnappen. Ich hatte schon zuvor gemerkt, dass er ziemlich oft bettelte, doch ich hatte ihm auch oft nichts gegeben, damit er sich das Betteln abgewöhnte, was sich als schwieriger als gedacht herausstellte. Dennoch unterließ er das Betteln nach einiger Zeit – mehr oder weniger –, zumindest bei mir. Da er heute jedoch ziemlich gut mitgearbeitet hatte, durfte eine Belohnung nicht fehlen. Deshalb machte ich ein kleines Spiel daraus und ließ Wishing Well nach den Leckerlis suchen, die ich unter drei Eimern versteckt hatte. Dies förderte nicht nur die Intelligenz des Pferdes, es stillte zusätzlich noch seinen Drang, unbedingt betteln zu müssen.

      Sarah lächelte dankbar, als ich ihr den Ausbildungspass übergeben hatte. „Danke fürs Einreiten“, sagte sie daraufhin und verabschiedete sich mit einem freundlichen Winken, bevor sie die Ladeklappe des Hängers endgültig verschloss und in das Auto stieg. Ein letztes Mal sah sie zu mir herüber, dann fuhr sie davon. Und damit war ein weiterer Auftrag erfolgreich beendet worden.

      [​IMG]
      Samarti
    • Zaii
      Dressur A - L
      Ausbildungsbericht, 04. Februar 2014

      [​IMG]
      Heute fange ich mit dem Training von Wishing Well an. Ich hole ihn aus seiner Box und stelle ihn draußen hin. Dort fange ich ihn an zu putzen. Als ich fertig bin sattel ich ihn und geh einmal quer über den Hof. Die Halle ist neben dem Stall.
      Ich gurte noch einmal nach und steige auf. Der junge Hengst zappelt etwas rum, aber es geht. Heute prüfe ich seine Grundkenntnisse, um dann die Tage anzufangen mit der L-Stufe. Ich bin der Meinung, dass er schon viel können muss. Der Hengst geht im ruhigen Schritt ganze Bahn. Dann fange ich an mit Bahnfiguren. Als erstes fällt mir eine einfache Schlangenlinie ein. Gemütlich läuft er das, was ich ihm sage. Danach reite einen Zirkel und wechsel aus diesem. Auf dem anderen Zirkel schaubt er zwei mal ab und ich bremse ihn in den Halt. Ich muss noch mal nach Gurten. Jetzt kann ich mit Trab anfangen. Ich geh wieder kurz ganze Bahn, dann geht es auch wieder auf den Mittelzirkel. Ich trabe die ganze Zeit leicht, dass er erst mal sicherer im Trab wird. Wish scheint ein Problem mit dem Sand zu haben, aber das haben viele Pferde. Ich lobe ihn. Nach dem Zirkel pariere ich den Hengst in den Schritt durch und reite eine kehrt Volte. Er tut so als ob es nichts einfacheres gebe und das ist super, dann muss er nicht so lange hier bleiben. Ich wechsel durch die ganze Bahn und trabe ihn wieder an. Jetzt geh ich eine Volte das er sich etwas nach rechts Dehnt, das findet er scheinbar voll kacke. Doch da muss er durch. Dadurch, dass er sich sehr auf den Zügel legt, darf er gleich noch mal eine Runde auf die Volte. Immer wieder müsen wir es Widerholen. Als es klappt lobe ich ihn und pariere ihn in den Schritt durch. Ich reite halbe Bahn und trabe dann wieder in der zweiten Ecke an. Nun geht es weiter mit der nächsten Übung. Ich geh erneut auf den Mittelzirkel und galoppiere nach einer halben Runde an. Anschliessend geht es noch mal eine Runde auf den Zirkel und dann darf er im Mitteltempo ganz Bahn. Seine Anlehnung ist schon super, auch wenn er manchmal etwas ausbricht. Doch es wird immer besser. Ich lobe ihn pariere ihn in den Schritt druch. Wieder reite ich einen Handwechsel, Diesmal ist es etwas anspruchsvoller, Kehrwendung auf der Vorderhand. Ich geh mit ihm auf den zweiten Hufschlag und dann lege ich das linke Bein ran. Ich drück langsam, mit dem rechten Zügel verriegel ich und mit dem Bein ebenfalls. Ganz leicht fängt er an mit der Hinterhand um die Vorderhand zu gehen. Jeder Schritt kommt durch den Druck von mir. Er ist super. Ich lobe ihn galoppiere aus dem Stand an. Problemlos geht das. Diesmal reite ich nur eine halbe Runde rum. Dann pariere ich ihn wieder durch und lasse mir im Schritt die Zügel aus der Hand kauen. Erneut lobe ich Wish. Er ist total erschöpft. Also dauert es noch etwas hier in der Halle.
      Als er nicht mehr so schnell atmet gehen wir zum Stall zurück. Ich sattel ihn ab und lege die Abschwitzdecke drauf. Dann bekommt er noch etwas Kraftfutter. Anschliessend wird er mit Weide decke auf den Paddock gebracht. Er ist für heute fertig.
      Mohikanerin
    • Zaii
      Springen E - A
      Ausbildungsbericht, 02. März 2014

      [​IMG]
      Um Wish etwas auf das kommende Turnier vorzubereiten schwang ich mich mal wieder in seinen Sattel um mit ihm ein wenig zu springen. Zwar kannte er dies bereits aber um ihn schließlich über eine Höhe von etwa einem Meter springen zu lassen gehörte noch ein wenig dazu. Deswegen hatte ich ihm die Cavaletti, Sprünge und den kleinen Wassergraben vom Boden aus gezeigt, zusammen mit Cayden zu dem Wish beinahe mehr vertrauen hatte, als zu mir sprangen wir auch ab und an darüber hinweg – noch vom Boden aus. Ein etwas erfahreneres Pferd – in diesem Falle Varulv, lief dabei immer an seiner Seite mit dabei – erst am dritten Tag schwang ich mich in seinen Sattel um die Hindernisse auch von dort mit ihm zu üben. Hierbei blieb Wish jedoch allein auf sich gestellt, da ich verhindern wollte ,dass er dem erfahreneren Pferd nur hinterher lief.Wish sollte schließlich aus eigener Kraft, Überzeugung und Wissen in den Pacours gehen ohne sich dort unsicher zu fühlen. Der Pacours den Cayden und ich aufgebaut hatten bestand aus sechs Hindernissen – dabei war eines eine kleine Kombination in der mein Hengst schnell reagieren musste. Nach einer ersten Schrittphase, einer längeren Trabphase und folgender Stangenarbeit begann ich schließlich mit dem ersten Hindernis. Noch fand Wish nicht die wahre Springmanier also begannen wir noch einmal von vorn – wir stellten die Hindernisse wieder etwas kleiner, jedoch ließen wir einige auch auf der Höhe des A Niveaus. Auch meine eigene Einstellung ihm gegenüber musste ich ein wenig verändern, vor dem Sprung drückte ich noch etwas energischer die Schenkel an seinen Bauch und siehe da – kleine Hindernisse und etwas Energie von meiner Seite aus und Wish überwand die Sprünge. Noch etwas holperig, doch mit den folgenden Trainingseinheiten, auch höheren Sprüngen wurde er etwas selbstsicherer und die Sprünge weniger Stockig.
      Im Laufe der nächsten drei Tage hatte Wish die „normale“ Höhe der Stufe A bereits erreicht, schien nun sogar Spaß daran zu haben .Mit neuer frische überwand er immer wieder die Hindernisse in unserem Pacours. So machte ich mir keine Sorgen mehr – Wish hatte die Stufe gewechselt und einem Turnier stände nichts mehr im Wege!
      Ravenna
    • Zaii
      Kontrollbesuch
      Tierarztbericht, 15. April 2014

      Tiearztpraxis zum Gestüt Federsee

      Als Wishing Well um die Ecke kam wurde ich aufmerksam. „Na, du siehst deinen Eltern ja nicht sonderlich ähnlich!“, entflog es mir.
      „Stimmt, aber vom Charakter her merkt man beide deutlich!“, meinte Sarah und lachte. Anschließend band sie den kleinen an und klopfte ihm den Hals, bevor sie ihn in meine Obhut übergab und ich die Behandlung beginnen konnte.
      Ich klopfte ihm den Hals und kraulte ihn vorsichtig, woraufhin er direkt den Hals zu mir streckte, so als würde er wollen, dass ich nicht aufhöre. „Na, du bist ja schmusig…“
      Ich injizierte ihm zuallererst den Transponder. Noch nie zuvor hatte ich ein Pferd erlebt, welches diese dicke Nadel so gleichgültig hinnahm. Er stand einfach da, entlastete einen Hinterhuf und starrte mich um die Ecke an, während ich vorsichtig meine Arbeit machte. Sofort lobte ich ihn. So ein artiger, kleiner Kerl!
      Auch die Impfung ließ er mit ähnlich stoischer Gelassenheit über sich ergehen. Er bekam ebenfalls Influenza, Tetanus und Herpes.
      Nun sahnte der Falbe eine Möhre ab. Anschließend musste ich einen Augenblick warten, bis er sie komplett heruntergeschluckt hatte, damit ich die Wurmkur verabreichen konnte. Hier rechnete er offenbar mit einer neuerlichen Möhre und schien sichtlich verwirrt, als die wohl übel schmeckende Paste in sein Maul eindrang. Er kaute unwillig und warf den Kopf hoch und runter, um das Zeug wieder los zu werden, es gelang ihm jedoch nicht. Nach einigen Augenblicken hatte er es akzeptiert und beruhigte sich, doch während Sarah ihn in die Box führte, leckte er sich immernoch verwirrt über die Lippen.
      Eowin
    • Zaii
      Barhufpflege
      Hufschmiedbericht, 01. Mai 2014

      Hufschmiede Mongofisch

      Der Falbhengst Wishing Well stand als nächstes auf der Liste. Sarah band ihr Pony am Anbindeplatz an, lächelte mir zuversichtlich zu und sagte: „Wish ist das genaue Gegenteil von Storm, er kennt den Hufschmied und hat keinerlei Probleme ruhig zu bleiben.“
      Ich war tatsächlich erleichtert, dass nicht wieder ein solch anstrengendes Pferd vor mir stand, obwohl Storm ja gar nichts dafür konnte, er hatte einfach noch nicht gelernt, dem Menschen zu vertrauen.
      Während ich ein Leckerli aus meiner Tasche zauberte und dem Hengst einige Schritte näher trat, spitzte er aufmerksam die Ohren und hatte einen frechen, wobei, eher bettelnden Blick drauf.
      „Schau mal was ich dir mitgebracht habe“, begrüßte ich Wish nun und gab ihm sein Begrüßungsleckerli. Zufrieden kauend, wandte er sich ab, als wolle er sagen 'Ok, du hast Futter, dann darfst du auch an meine Hufe'. Sarah und ich mussten im gleichen Moment anfangen zu lachen.
      „Das ist ein Schlumpf“, sagte die junge Frau und strich dem Hengst über seine kurze Stehmähne.
      „Gut Wish, darf ich also anfangen?“ Grinsend schaute ich ihn an. Als keine Reaktion kam, nahm ich mir den ersten Huf vor, betrachtete diesen erst einmal und stellte fest, das die Füße des Hengstes noch recht gut aussahen, sie nur etwas gekürzt werden mussten.
      Voller Tatendrang machte ich mich also daran, mit dem Hufmesser das überschüssige Horn zu entfernen. Wie bereits von Sarah erwähnt, stand Wish, beinahe wie eine Statue, still. Ohne Probleme konnte ich alle vier Hufe auf die richtige Länge bringen, die Form war sowieso noch gut.
      Damit war Wish aber noch nicht befreit. Einen Rennpferdebeschlag mit Stollen sollte der Hengst noch bekommen, was auch, wie zu erwarten, keine Probleme bereitete.
      Bevor ich die Eisen, welche aus Aluminium bestanden, zum Anpassen erhitze, suchte ich die richtige Größe für das Connemara Pony heraus. Mit dem glühenden Eisen trat ich an den Vorderhuf, welchen Sarah hielt und drückte es kurz, aber fest auf das Horn. Weißer Rauch und ein beißender Geruch stieg empor, während sich das Eisen ein Bett in das Horn brannte. Wish konnte das nicht beeindrucken, geduldig wartete er, bis Sarah den Huf runter ließ und ich das Eisen auf dem Amboss in die richtige Form brachte.
      Die Stollen konnten später nach Belieben an- und abgeschraubt werden, vor allem für die Pferderennen auf Schnee waren diese besonders wichtig.
      Das Festnageln des ersten Eisens verlief problemlos, sodass es dann mit dem nächsten weiter ging. Wish verhielt sich die ganze Zeit über ruhig und sehr geduldig, auch als ich das Eisen am rechten Hinterhuf zweimal anpassen musste.
      „So ein braver Junge“, lobte ich den Hengst, nachdem er mit den neuen Eisen ausgestattet war.
      „Der Nächste ist auch ein ganz Lieber“, lächelte Sarah und band Wish los. „Ich bin sofort wieder da.“ Mit dem Hengst an der Seite marschierte sie wieder zum Stall und kam kurz darauf mit dem nächsten Pferd zurück.
      Mongofisch
    • Zaii
      Ein neues Wiehern im Stall!
      Pflegebericht, 31. Mai 2014

      Altair war über sein Potenzial hinausgewachsen und wir meisterten Turniere inzwischen mit Bravour. Ich war hingegen immer wieder auf der Suche nach neuen Herausforderungen, so dass ich es mir nicht nehmen ließ, auch ab und an mal auf den Pferdemarkt zu schauen. Nachdem Apollo uns verlassen hatte, war schließlich eine Box frei geworden und neben unseren ganzen Problempferden sehnte ich mich doch noch nach einem „normalen“ Kerlchen, bei welchem ich nicht bei 0 anfangen musste.
      Jeden Abend durchstöberte ich das Internet, bis ich Sarahs Anzeige entdeckte. Schon nur aus dem Grund, dass ich sie kannte, öffnete ich die Seite und war erst einmal ein wenig verwundert. Sarah war schon vor langer Zeit von Heartland weggezogen, doch nun wollte sie ihren Bestand auch verkleinern. Ich brauchte nicht lange zu überlegen, sondern rief direkt an. Wir unterhielten uns den ganzen Abend über, tauschten Neuigkeiten aus und kamen letztendlich zu dem entscheidenden Punkt: Wishing Well.

      Seit zwei Wochen gehörte mir nun offiziell Wishing Well, doch ich hatte ihn noch in Schottland gelassen, da er auf sein Zuchtzertifikat wartete und auch der Umzug sollte gut geplant sein. Der arme Kerl würde fliegen müssen, davon war zwar keiner angetan, aber es war doch noch die angenehmste Art und Weise, ihn nach Kanada zu bringen. Heute war es dann auch so weit, denn gestern Mittag war Wish losgeflogen, so dass wir ihn heute in Winnipeg hoffentlich heile abholen können würden.
      Meine Sachen waren schon längst gepackt und auch Kathy stand aufgeregt neben mir, nur Mama ließ wieder auf sich warten. „Und im Stall ist auch alles fertig?“ fragte sie stirnrunzelnd und ich rollte nur genervt mit den Augen. Schon seit einiger Zeit war ich mehr oder weniger zum Chef über den Pferdekram auserkoren wurden und seitdem klappte das auch problemlos. „Darf ich dann mit ihm eventuell auch das ein oder anderen Turnier gehen?“ bettelte Kathy direkt und ich grinste sie an. „Wie wäre es denn, wenn du dich erst einmal traust mit Altair ein E-Turnier zu gehen?“ lachte ich und Kathy war sofort still. Warum auch immer wollte sie zwar unbedingt auf Turniere, traute sich aber nicht.
      Die Fahrt war ewig lang und bei der heutigen Hitze auch nicht sehr angenehm, ich hoffte sehr dass der junge Connemarahengst gesund und munter war. Doch die Veterinärärztin beruhigte mich kurz darauf und zeigte mir den hübschen Falben. Erleichtert begrüßte ich Wish und schrieb direkt Sarah eine SMS mit anhängenden Foto, dass Wish heil angekommen war. Nach einem zweiten Vet-Check durften wir Wish dann auch mit nach Hause nehmen, also wurde er sicher eingepackt und eingeladen. Während der Fahrt legten wir auch öfter Pausen ein, um Wish ein wenig frische Luft und Bewegung zu gönnen.
      Dann waren wir auch schon zu Hause und Wish konnte auf seine Weide. Bezüglich der Zukunft stellte ich ihn direkt auf die Nachbarweide von Ohnezahn und Altair, damit er direkt den Anschluss finden würde. Seine Ausrüstung verstaute ich in der Sattelkammer in dem für ihn vorgesehenen Spind. Dann besuchte ich meine Hengste noch einmal und kraulte Wish ein wenig. Er schien sich aber doch ganz wohl zu fühlen, auf seiner eigenen Weide mit dem frischen Gras. Ich ließ ihn für den Rest des Tages alleine, plante aber direkt die ersten Turniere, um zu testen, wie Wish sich auf Turnieren benahm und was er bereits alles konnte.
      Gwen
    • Zaii
      Der Abend vor dem Turnier
      Pflegebericht, 22. Juni 2014

      Heute holten wir die Pferde schon eine Stunde eher in den Stall, denn es stand noch einiges an Arbeit an. Die Boxen waren frisch gemistet und das Heu für den Abend schon verteilt. Mama war noch einkaufen, so dass Kathy und ich uns alleine um die Vierbeiner kümmerten. Während Kathy schon einmal die Fohlen in den Stall holte, kümmerte ich mich um das Futter und verteilte es in den Trögen. Schon nach kurzer Zeit herrschte im Stall wieder reges Treiben und überall futterten zufriedene Pferde. „Meinst du, dass Avenger auch irgendwann mal zufrieden in einer Box stehen wird?“ fragte mich Kathy stirnrunzelnd, doch ich konnte nur die Schultern zucken. „Ich weiß es wirklich nicht.“ murmelte ich, gabelte das Heu auf die Schubkarre und stellte den letzten Futtereimer darauf ab, denn Avenger lebte immer noch außerhalb des Stalles auf seiner kleinen Weide. Als ich kam, brummelte er tatsächlich leise und scharrte schon ungeduldig mit den Hufen, denn auch er wollte sein Abendbrot. Leider hatte ich aber heute nicht so viel Zeit für ihn und wahrscheinlich wusste er das auch, denn normalerweise gab es das Futter erst eine Stunde später.
      Ich eilte wieder zurück in den Stall, brachte Futterkammer und Stallgasse in Ordnung und stattete dann Kathy mit allen wichtigen Utensilien aus. „Machst du Nayala fertig? Dann kümmere ich mich um Wish.“ meinte ich lächelnd und schnappte mir auch meine Sachen. Für Sonntag stand einiges an, denn es schien noch ein verheißungsvoller Turniertag zu werden. Mit Nayala trat ich bei einer E-Dressur und einem L-Springen an, während ich Wish im Springen und Gelände vorstellen wollte. Allerdings war der Turnierort diesmal wirklich weit entfernt, weshalb die Pferde schon abends fertig gemacht werden sollten. Das hieß, dass beide auf Hochglanz geputzt wurden, eingedeckt und eingeflochten. So hatte ich morgen früh nicht mehr gar so viel zu tun. Nachdem ich Kathy in das Einflechten eingeführt hatte, machte ich mich daran, auch Wish fertig zu machen. Vorbildlich hielt der Connemarahengst still und ich hatte ihn jetzt schon lieb, er war wirklich genau das richtige Pferd für mich! Lächelnd flocht ich Zopf für Zopf und nähte diese dann hoch. Wish standen die Turnierzöpfen äußerst gut, so dass ich ihn nur nochmals überputzte und dann die dünne Stalldecke überlegte.
      Danach marschierte ich zu Nayala, um auch dort noch die Zöpfchen hochzunähen, denn Kathy wollte das nicht unbedingt machen. Sie kümmerte sich stattdessen darum, schon einmal die Transportgamaschen zu säubern und handgriffsbereit in die Sattelkammer zu legen. Als auch Nayala fertig im Stall stand, verbrachten wir unseren Abend noch damit, das Sattelzeug der beiden Pferde zu putzen und zu fetten, damit es für Morgen auch wirklich gut aussah. Auch die weißen Schabracken und Bandagen überprüfte ich noch einmal, ebenso wie die „Outfits“ fürs Springen. Mama kam 20 Uhr wieder zu Hause an, räumte geschwind das Auto aus und machte Platz für die Ausrüstung, denn schließlich musste alles mit und bei zwei Pferden passte das nicht alles in den Hänger, wo die beiden schon stehen würden. Den Hänger bereiteten wir auch schon vor, so dass die Pferde morgen früh dann nur noch eingeladen werden mussten. Danach waren Kathy und ich aber auch platt, es gab noch das Abendessen, dann warf ich mich noch einmal unter die Dusche und dann direkt ins Bett.
      Gwen
    • Zaii
      Neue Eisen
      Hufschmiedbericht, 09. Juli 2014

      Hufschmiede "Heißes Eisen"

      Heute hatte ich einen Hufschmiedtermin bei Gwen und ihren Pferden. Den Weg zum Hof fand ich problemlos, da dort bereits eines meiner Pferde im Training gewesen war und ich zudem auch schon an einem Workshop teilgenommen hatte.

      Auf dem Hof angekommen sah ich Gwen bereits mit einem Falbhengst von der Koppel kommen. „Hey, schön dich wieder zu sehen!“, begrüßte sie mich, „Das ist Wishing Well. Er benötigt Aluminiumeisen mit Stollen.“ Schnell zog ich mir die Lederschürze über und sortierte mein Werkzeug. Dann begrüßte ich den Hengst, der nun am Putzplatz auf mich wartete, mit einem Leckerli.
      Nun nahm ich den Hufkratzer, entfernte den Dreck und verschaffte mir einen ersten Überblick über den Zustand der Hufe. Dann nahm ich die Abbrechzange und entfernte behutsam die alten Eisen. Das Horn darunter war in gutem Zustand und musste nur etwas in Form gebracht werden. Dazu nahm ich das Hufmesser aus meiner Tasche und Schnitt Hufe und Strahl in Form. Wish kannte die Prozedur beim Hufschmied bereits und blieb daher artig stehen. Nachdem die Hufe grob in Form gebracht waren, holte ich den Hufbock und die Raspel aus dem Auto. Auch auf dem Bock ließ Wish die Hufe ohne Probleme stehen, sodass ich diese schnell mit der Raspel bearbeiten konnte.
      Ich suchte anhand der alten Eisen die passende Größe der Aluminiumeisen für Wish aus meinem Sortiment heraus. „Aluminiumeisen gehören zu den Kaltbeschlägen, da dieses Material beim Erhitzen an Festigkeit verliert. Zudem müssen die Eisen alle 4 Wochen erneuert werden. Ein Aufbrennen in diesem kurzen Intervall würde den Huf schädigen“, erklärte ich Gwen. Daher hämmerte ich die Eisen kalt in Form und nagelte die hinteren Eisen an den Hufen fest. Da Wish an den vorderen Eisen noch Stollenlöcher erhalten sollte, bat ich Gwen um einen der Stollen, die für Wish vorgesehen waren. „Dann kann ich das Stolloch direkt an das Gewinde anpassen“, meinte ich. Gwen musste etwas suchen, fand dann aber Wish’s Stollen und ich schnitt die Löcher passend in die Eisen. Als alles gut ineinander passte, brachte ich auch die Eisen auf den Vorderhufen an.
      Gwen teste die Stollenlöcher und führte mir Wish noch einmal vor. Der Hengst hatte keinerlei Probleme mit dem neuen Beschlag und durfte daher wieder auf die Weide.

      Nun war die Stute Minou an der Reihe. Sie war noch nicht so erfahren beim Umgang mit dem Hufschmied, daher bat ich Gwen, die Stute nur festzuhalten und nicht anzubinden. Es ermöglichte uns beiden etwas mehr Spielraum, sollte sie sich erschrecken. Auch sie begrüßte ich zunächst mit einem kleinen Leckerli. Dann hob ich alle Hufe nacheinander an und kratzte sie aus. Das kannte die Stute bereits und blieb daher ohne Probleme stehen. Mit dem Hufmesser begann ich, die Hufe in Form zu schneiden. Hier merkte man, dass es ihr noch etwas unangenehm war, die Hufe so lange hoch zu halten, doch sie zog die Beine nicht weg. Als ich den Hufbock neben sie stellte, zuckte sie kurz zusammen und beäugte ihn skeptisch. Doch nachdem sie den Bock in Ruhe ansehen durfte, war auch das kein Problem mehr und ich konnte die Hufe mit der Raspel in Form bringen. „Das war’s schon! Es hat auch gar nicht weh getan“, meinte ich grinsend zu dem Stütchen, während ich ihr eine weitere Belohnung gab.

      Der Letzte für heute war der kleine Hengst What does the fox say. Ihn kannte ich bereits, da ich erst vor kurzem, als Gwen erkrankt war, mit ihm eine Hengstkörung gelaufen war. Freudig begrüßte ich den Kleinen. Foxy war sehr neugierig und knabberte an der Schnalle meiner Schürze, während ich ihm den Vorderhuf auskratzte. Beim Ausschneiden der Hufe blieb er relativ brav stehen, fand jedoch alles sehr spannend, sodass er das Gleichgewicht nicht so lange hielt, weil er ständig woanders hingucken wollte. Der Hufbock war ihm zuerst auch etwas suspekt, doch als er herausgefunden hatte, dass es ein lustiges Geräusch gab, wenn man mit den Hufen dagegen trat, war das „Ding“ auch nicht mehr gruselig. Da er so viel Freude am Treten gegen den Bock gefunden hatte, war es gar nicht so einfach, seine Vorderhufe auf demselben zu halten und zu raspeln. Leicht geschwitzt raspelte ich die Hinterhufe in Form. „Puh, das wäre geschafft“, sagte ich erschöpft, während Gwen nur grinste. Nachdem wir kontrolliert hatten, ob der Hengst gut lief, durfte er wieder weg gebracht werden.

      Ich räumte mein Werkzeug zurück in den Wagen und wartete auf Gwen. Gemeinsam tranken wir noch einen Kaffee im Reiterstübchen, wo ich ihr von Naomis Fortschritten und Erfolgen beim Springturnier berichtete. Anschließend verabschiedete ich mich von ihr und machte mich auf den Weg zurück zur Ranch.
      Rasha
    • Zaii
      Sommerturnier auf den Green Hill Stables
      Pflegebericht, 21. Juli 2014

      „Mum! Es ist eines der größten Turniere diese Saison, ich muss da hin.“ seufzte ich genervt und mistete weiter die Box aus. „Es ist in Nordirland! In Irland!“ knurrte sie wütend. Seitdem sie wusste, dass das Sommerturnier auf den Green Hill Stables stattfand, war sie plötzlich dagegen, dass ich fuhr beziehungsweise flog. „Du wirst fast eine Woche weg sein, wer kümmert sich dann um das hier alles?“ fluchte sie. Ich konnte nur den Kopf schütteln, Mama hatte nach Kanada ziehen wollen und hier eine Ranch aufzubauen, nicht ich. „Elisa schaut ab und an vorbei und außerdem sind es ja auch drei Pferde weniger.“ meinte ich nur und fuhr die Schubkarre zum Mist. „Ich fahre. Punkt.“
      Es war Montag, kurz nach vier Uhr früh morgens. Mühsam hievte ich mich aus dem Bett und schlüpfte in die Sachen, welche ich gestern schon heraus gelegt hatte. Dann verschwand ich kurz ins Bad, ehe unten noch ein Cappuccino auf mich wartete. Kurz darauf ging es auch schon in den Stall, denn drei von unseren Pferden würden mich begleiten. Dabei handelte es sich um Wishing Well, Nayala und Altair. Da Mama sich stoisch weigerte, mich zu fahren, hatte ich Elisa gefragt und sie hatte mir Matthew als Chauffeur bereit gestellt. Halb sechs würde er hier auftauchen, in der Zwischenzeit packte ich die Sachen der Pferde, unsere kleine mobile Apotheke und meine Sachen auf den Hof. Auch die Pferde machte ich kurz darauf transportfertig. Als Matthew kam, verluden wir die Pferde und packten die Sachen ein und dann ging es los. „Nordirland wir kommen!“ meinte ich lächelnd und freute mich schon riesig.
      Nach einer langen Reise kamen wir endlich auf den Green Hill Stables an, wurden herzlich von Rebecca in Empfang genommen und die Pferde durften auf ihre Paddocks, welche für die nächsten fünf Tage ihr Zuhause sein würden. Ich war extra einen Tag eher angereist, um den dreien noch ihre Ruhe zu gönnen. Fast alle zwei Stunden schaute ich bei ihnen vorbei und kontrollierte ihre Vitalität, sie sollten für die kommenden Turniertage fit sein. Nebenbei zeigte Rebecca mir ihr Gestüt und die kleine Lewitzerzucht, welche sie sich aufbaute. Den Rest des Tages verbrachte ich mit einem Spaziergang am Strand, ehe ich meine Ponys noch ausgiebig betüddelte. Im Kopf ging ich bereits die kommenden drei Tage des Vielseitigkeitsturniers durch und war schon langsam aufgeregt.
      Der kommende Tag begann früh um sechs. Heute standen die Dressurprüfungen an, ich würde zwei Prüfungen reiten, eine mit Altair und eine mit Nayala. Aus diesem Grunde holte ich erst einmal Nayala vom Paddock, denn unsere Prüfung stand schon am Vormittag an. Nayala wurde gewaschen und eingeflochten und dann musste ich sie auch schon bald satteln. Im Nachhinein ärgerte ich mich, dass ich alleine angereist war, denn das machte alles um vieles schwerer. Dennoch riss ich mich zusammen und sprang in meine Turnierkleidung, dieses Turnier war schließlich wichtig!
      Nayala war schon beim abreiten einfach nur spannig und gar nicht locker zu bekommen. Sie zickte jedes Pferd an, was nur auf zwei Meter nahe kam und ich hatte die gesamte Zeit damit zu tun, sie in eine schöne gesunde Anlehnung zu bringen. Als wir dann aufgerufen wurden, ahnte ich nichts Gutes. Ich ging mit Nayala eine L-Dressur, so dass wir wenigstens alleine im Viereck unterwegs waren, allerdings war Nayala noch schlimmer als auf dem Abreitplatz. Die Prüfung ging wortwörtlich daneben, als Nayala dann buckelnd und mit einem riesigen Satz neben den Richtern aus dem Dressurviereck sprang, nachdem wir von X wieder losgeritten waren. Ich beendete direkt die Prüfung und wurde somit disqualifiziert. Seufzend ritt ich Nayala ab, trotz ihrer wunderbaren Gänge war sie einfach kein Dressurpferd, sie hasste es einfach. Umso erfolgreicher war sie im Springen. Ich entschied mich, mit ihr noch eine kleine Runde ins Gelände zu gehen und direkt wurde Nayala entspannter, so konnte ich sie auf ihren Paddock bringen und mich auf die nächste Prüfung mit Altair vorbereiten.
      Mit Altair ging es heute in eine S-Dressur und nach dem verpatzten Abgang mit Nayala hatte ich ziemlich große Sorgen, zudem wir sowieso belächelt wurden, mit dem kleinen Pony zwischen den ganzen Großpferden. Doch Altair ließ mich nicht im Stich. Schon auf dem Abreitplatz lief er wunderbar und unsere Kür war einfach nur ein Traum! Wir waren eine einzige Einheit und alles klappte besser als im Training, Altair war einfach klasse drauf. Wir beendeten unsere Kür mit 89,99% und ich konnte es immer noch nicht fassen, denn das hieß für uns den Sieg! Unsere erste Schleife und plötzlich wurde ich nicht mehr belächelt, sondern interviewt. So war aus dem ersten Tag doch noch ein Erfolg geworden.
      Der zweite Tag galt dem Springreiten, eigentlich nahm ich mit Nayala und Altair teil, aber nach dem gestrigen Tag, hatte ich die Prüfung mit Nayala abgesagt. Stattdessen nahm ich nur mit Altair teil. So hatten wir den Vormittag noch viel Zeit, denn erst kurz nach Mittag waren wir an der Reihe. Wir beide waren heute allerdings nicht in Topform, die lange Fahrt und der Stress des vergangenen Tages schlugen sich nun nieder. Wir ritten souverän unseren Parcours und kamen sogar ins Stechen. Dort machten wir jedoch den ein oder anderen Fehler, jedoch kam vieles auch von mir. Dennoch schafften wir es noch auf den 4. Platz, was für unsere Patzer eigentlich wirklich gut war. Also durften wir auch am zweiten Tag eine Ehrenrunde reiten. „Du bist ein toller Junge!“ schwärmte ich glücklich, als ich Altair abends auf seinem Paddock noch einmal besuchte.
      Schneller als gedacht kam der letzte Tag und die Geländeprüfungen standen auch schon an. Ich machte Wishing Well fertig, sattelte den jungen Hengst und sorgte für unsere Sicherheit, ehe es auch schon auf den Abreitplatz ging. „Na dann wollen wir mal, mein Junge.“ meinte ich lächelnd und wärmte uns auf. Kurz darauf waren wir auch schon an der Reihe und schon ging es los. Wish war heute gut drauf, immerhin war das auch seine einzige Prüfung. Er jagte wie ein Fuchs durch den Parcours, sprang mit Leichtigkeit über jedes Hindernis. Mit einer Bestnote schafften wir es ins Stechen und dort überzeugte Wish noch einmal alle von sich und sicherte uns den ersten Platz! Ich konnte es gar nicht fassen, dass er mir dieses Geschenk machte. Überglücklich nahm ich die Schleife entgegen und entschied mich dafür, die nächste Geländeprüfung mit Altair abzusagen, denn mein Brauner hatte in den letzten zwei Tagen tolle Schleifen gesammelt und es einfach traumhaft gemacht.
      Bei dem Abschlussfest des Vielseitigkeitsturnier wurden noch die besten Reiter prämiert und dazu gehörte auch ich mit meinen drei Platzierungen. Ich feierte an diesem Abend noch lang und knüpfte viele neue und tolle Kontakte. Diese Woche war fantastisch gewesen und nachdem Mum von unseren Siegen erfahren hatte, war auch sie der Meinung, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte. Ich war auf jeden Fall überglücklich und auch wenn es Höhen und Tiefen gegeben hatte, hätte ich es niemals anders machen wollen.
      Gwen
    • Zaii
      Ausritt auf Caed Crevan
      Pflegebericht, 03. August 2014

      Noch immer drückte ich mich davor den Telefonhörer in die Hand zu nehmen um den dubiosen Züchter anzurufen, also beschäftigte ich mich lieber mit meinen Pferden .- heute wieder mit meinem jungen Hengst Braum, der Name gefiel mir nach wie vor nicht doch was sollte man schon tun. Bewaffnet mit Longe, Kappzaum und der Peitsche ging es in Richtung des Platztes, denn wir arbeiteten erst einmal daran das Braum auch schön außen blieb ehe wir uns an den gesamten Rest machten. Ab und an meinte mein kleiner nämlich zu sehr nach außen zu kommen oder aber einfach auf mich zu. Auf dem Platz sortierte ich zunächst meine Longe richtig, stellte mich in Position und schickte Braum von mir fort. Bedingt durch die Hitze des Tages – dieses Mal fehlte die kühlende Brise von Meer – schlurfte Braum ziemlich vor sich her, sodass Staub mir die Lunge zu bedecken begann und ich ihn förmlich auf der Zunge spürte. „Na los, bisschen schneller geht schon“ motivierte ich, indem ich gleichzeitig mit der Longe wackelte und von hinten mit der Peitsche ein wenig Druck ausübte. Sofort nahm es Braum ein wenig zu Ernst und trabte an „Brrruuuu…Schritt“ rollte ich mit der Zunge, sodass er langsamer lief, aber im Schritt etwas schneller. Nach einer ersten Aufwärmphase trabte ich ihn schlussendlich an, musste teilweise ziemlich gegenhalten und zuppelte immer wieder an meinem Ende der Longe. Durch mehrere Schritt-Trab Wechsel und Seitenwechsel wurde er immer entspannter, drängte weniger nach außen, so machte ich an dieser Stelle auch schon wieder Schluss, allzu sehr wollte ich ihn nicht beanspruchen, ein wenig Jungpferd durfte er bleiben.


      Einen Tag, bevor unser Wanderritt überhaupt losgehen sollte, war ich schon auf Caed Crevan angekommen und hatte mich sofort wie zu Hause gefühlt. Es war so schön hier in Schottland! Auch wenn es ganz anders war wie in Kanada, denn hier sah man das Meer und war nicht von gigantischen Bäumen umzingelt. Da es mir regelrecht in den Fingerspitzen vor Tatendrang juckte, fragte ich Sarah, ob ich ihr denn irgendwie bei den Pferden behilflich sein konnte. Das Angebot schlug Sarah natürlich nicht aus und da ich auch als Ausbilderin tätig war, vertraute sie mir ihren wunderschönen Draki an. „Du kannst mit ihm hinunter zum Strand gehen und ihn dort longieren!“ meinte sie lächelnd zu mir und ich dankte ihr vielmals.
      Draki war ein weißer Isländerhengst und obwohl ich die Rasse eigentlich nicht großartig mochte, hatte er mich sofort in seinen Bann gezogen. Ich holte den hübschen Kerl aus seiner Box, band ihn davor an und begann ihn zu putzen. Dabei ließ ich mir viel Zeit und das Ergebnis konnte sich dann auch sehen lassen: Draki war schneeweiß. In aller Ruhe stattete ich ihn mit Kappzaum und Longe aus, ehe wir uns auf den Weg hinunter zum Strand machten. Wider Erwarten brauchten wir nur circa zehn Minuten und schon standen wir vor den aufbrausenden Meer. „Wow!“ murmelte ich verliebt, denn der Anblick war einfach nur herrlich!
      Ich ließ Draki erst einmal ein wenig im Sand stöbern und ihn durch das seichte Wasser waten. Man merkte, dass dem Hengst die Umgebung nur allzu bekannt war, denn er scheute weder vor den Wellen noch vor den Möwen zurück. Dennoch wollte ich schon bald mit dem Training beginnen und ließ ihn in aller Ruhe im Schritt um mich rundherum laufen. Draki arbeitete wunderbar mit und so konnte ich auch den Trab dazunehmen.
      Sarah hatte mir von Drakis unangenehmer Verletzung erzählt und dass er jetzt gerade wieder in der Rehabilitationsphase war. Deshalb ließ ich den Galopp für heute auch weg und beschränkte mich auf viel vorwärts-abwärts und eine aktive Hinterhand. Das Laufen in dem weichen Sand schien Draki gut zu tun. Ab und an legte ich die Zirkellinie auch so, dass er immer durch das Wasser musste, doch die Abkühlung schien ihm sehr zu gefallen.
      Schneller als gedacht waren die zwanzig Minuten Arbeit vorbei und ich setzte mich noch ein wenig in den Sand, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Draki blieb dösend neben mir stehen und wartete geduldig, dass wir uns auf den Heimweg machten.


      Nachdem ich Braum longiert hatte, Gwen mit Draki abgehauen war holte ich mir Grey aus dem Stall, ein Turnier war an der Reihe also wollte ich mal wieder mit ihr an die Töltarbeit gehen. Vina hatte sie in dieser Gangart ein wenig trainiert, Grey war von Natur aus kein Fünfgänger da sie kein reinrassiger Isi war. Da wir Bucks noch immer nicht wieder eingefangen hatten, standen die Stuten noch immer im Stall damit sie von dem jungen Hengst nicht belästigt werden. Doch am gestrigen Abend hatten wir ihn am Horizont erblickt, Thowra zeigte im Moment gute Möglichkeiten rossig zu werden. Falls dies eintraf wollten wir sie anbinden um den jungen Hengst in einen Pferch zu locken, dort konnten wir ihn dann einsprerren. Ob dies alles so funktionieren würde, hing noch in den Sternen jedoch hatte ich gute Aussichten. Aus der Mähne von Grey entfernte ich ihr ein wenig Heu, dann begann ich sie zu satteln, heute den Westernsattel, denn sie fühlte sich mit diesem Recht wohl. Auf dem Platz schwang ich mich in den Sattel sortierte mich noch einmal ehe ich begann mit einer ersten Aufwärmphase, denn die war wichtig für eine lockere Stunde. Die beginnende Dämmerung brachte auch endlich ein wenig Abwechslung in die drückende Hitze des Tages. Auch Kathi gesellte sich zu mir auf den Platz auf ihrer Stute Eisblüte - darum hatte ich sie gebeten da es mit einem Hengst schnell zu anstrengend werden konnte. "Ich freu mich schon auf den Ausritt - kommst du auf Finlay jetzt nun mit?" Kathi nickte, bis wir uns jeder auf unsere Pferde konzentrierten. Ich baute mehrere Tempowechsel ein, ging auch vom Galopp zurück in den Tölt und Grey töltete mittlerweile sogar auf dem Zirkel. Einmal waren wir beide so in die Arbeit fixiert, das unsere Pferde beinahe gegeneinander laufen wären. Kathi und ich lachten ein wenig "Wollen wir noch runter zum Strand? Ich wäre fertig" fragte sie wenig später. Ich brauchte gar nicht lange zu überlegen "Natürlich!" Dabei kam uns sogar noch Gwen zusammen mit Draki entgegen...."Hey!" begrüßten wir uns ehe wir dann auch schon Eisblüte und Grey in einen leichten Kanter fallen ließen.


      "Ein Wanderritt durch Schottland? Ich beneide dich so!" schwärmte meine Freundin Amber, als wir gerade den Stall betraten und Wish fertig machen wollen. "Ein wenig aufgeregt bin ich ja schon, denn der Flug nach Schottland ist doch nicht gerade ohne!" seufzte ich und kraulte dem hübschen Connemarahengst die Stirn. Dann musste ich lächeln, denn immerhin flogen wir in Wishs ehemalige Heimat und er hatte schließlich schon einmal den Flug überstanden, also würde er es auch diesmal wieder ohne Probleme schaffen und Sarah würden wir auch direkt wiedersehen! Gemeinsam mit Amber putzte ich Wish und legte ihm dann die Transportgamaschen an, denn Mama fuhr uns zum Flughafen in Winnipeg.
      Am Flughafen angekommen, brachten wir die gesamte Prozedur hinter uns. Während ich durch allerhand Kontrollen marschieren musste, erging es meinem Hengst nicht anders, auch er wurde von allerhand Tierärzten untersucht. Ich war froh, zu wissen, dass Amber und Mama auf ihn aufpassten und darauf achteten, dass er sicher im Flugzeug ankommen würde. Fast eine Stunde verbrachten wir auf dem Flughafen, ehe auch ich mich in meinen Flugzeugsitz fallen ließ und ungeduldig auf den Start des Flugs wartete. Nun hieß es, auf nach Schottland und in ein neues Abenteuer!

      Aufgeregt strich ich Totbringer nochmals über den Hals, meine Finger zitterten sogar leicht vor Aufregung. "Quatsch, kommt sowieso alles gut", redete ich mir selber gut zu, währendem ich gedankenverloren in Tot's Fell starrte. Obwohl ich Tot noch nicht so lange hatte, habe ich mich entschlossen, sie mitzunehmen. Auf einen unvergesslichen Ausflug nach Schottland. Sarah hatte mich kurzfristig angerufen - kurz und knapp, sie hatte mir angeboten, mit einem meiner Hüh's zu ihr nach Schottland zu kommen und einen langen Wanderritt zu unternehmen, Natürlich hatte ich sofort mit einem quietschendem Jageantwortet, bin aufgesprungen und durch die Wohnung gestreunt. Totbringer riss mich aus meinen Gedanken, indem sie anfing, an meiner Jacke rumzuknabbern. "Tot!", rief ich empört aus, was jedoch nur ein kurzer, missbilligender Blick von Tot zur Folge hatte. Mit einem Schmunzeln befreie ich meine teure Jacke von den gefährlichem, schlabbrigen, höllischen Zähnen Tot's und schaue auf die Uhr. Bald würde ein eher kürzerer Flug anstehen, zum Glück ist es nicht allzu weit bis zu Schottland. Tierarztkontrolle hatten wir schon hinter uns, auch alles Restliche war geklärt, sodass wir uns nur noch auf die Ankunft und den ganzen Aufenthalt freuen konnten. "Das wird toll, Tot", rede ich voller Vorfreude zu Tot, welche aber nur kurz schnaubte. Mit einem Grinsen auf dem Gesicht kraulte ich sie.

      Nachdem ich Braum longiert hatte, Gwen mit Draki abgehauen war holte ich mir Grey aus dem Stall, ein Turnier war an der Reihe also wollte ich mal wieder mit ihr an die Töltarbeit gehen. Vina hatte sie in dieser Gangart ein wenig trainiert, Grey war von Natur aus kein Fünfgänger da sie kein reinrassiger Isi war. Da wir Bucks noch immer nicht wieder eingefangen hatten, standen die Stuten noch immer im Stall damit sie von dem jungen Hengst nicht belästigt werden. Doch am gestrigen Abend hatten wir ihn am Horizont erblickt, Thowra zeigte im Moment gute Möglichkeiten rossig zu werden. Falls dies eintraf wollten wir sie anbinden um den jungen Hengst in einen Pferch zu locken, dort konnten wir ihn dann einsprerren. Ob dies alles so funktionieren würde, hing noch in den Sternen jedoch hatte ich gute Aussichten. Aus der Mähne von Grey entfernte ich ihr ein wenig Heu, dann begann ich sie zu satteln, heute den Westernsattel, denn sie fühlte sich mit diesem Recht wohl. Auf dem Platz schwang ich mich in den Sattel sortierte mich noch einmal ehe ich begann mit einer ersten Aufwärmphase, denn die war wichtig für eine lockere Stunde. Die beginnende Dämmerung brachte auch endlich ein wenig Abwechslung in die drückende Hitze des Tages. Auch Kathi gesellte sich zu mir auf den Platz auf ihrer Stute Eisblume - darum hatte ich sie gebeten da es mit einem Hengst schnell zu anstrengend werden konnte. "Ich freu mich schon auf den Ausritt - kommst du auf Finlay jetzt nun mit?" Kathi nickte, bis wir uns jeder auf unsere Pferde konzentrierten. Ich baute mehrere Tempowechsel ein, ging auch vom Galopp zurück in den Tölt und Grey töltete mittlerweile sogar auf dem Zirkel. Einmal waren wir beide so in die Arbeit fixiert, das unsere Pferde beinahe gegeneinander laufen wären. Kathi und ich lachten ein wenig "Wollen wir noch runter zum Strand? Ich wäre fertig" fragte sie wenig später. Ich brauchte gar nicht lange zu überlegen "Natürlich!" Dabei kam uns sogar noch Gwen zusammen mit Draki entgegen...."Hey!" begrüßten wir uns ehe wir dann auch schon Eisblume und Grey in einen leichten Kanter fallen ließen. Da Gwen bereits seit dem Morgen da war - fehlte einzig noch Alessia damit der Wanderritt morgen beginnen konnte.

      Wir waren heile in der schottischen Idylle angekommen und Wish hatte sich direkt wie zu Hause gefühlt. Zwar war sein Vater momentan nicht hier, aber mit Stormy und Varulv als Weidegenossen gab er sich auch zufrieden und zehn Minuten später war er hinter den grünen Hügeln verschwunden. Da es gerade einmal kurz vor Mittag gewesen war, hatte ich Sarah nach Arbeit gefragt und sie hatte mir direkt Draki in die Hand gedrückt. Den hübschen Isländer sollte ich am Strand longieren und so bekam ich gleich einen traumhaften Anblick von Schottland zu sehen. Auch lernte ich Kathi kennen, welche mit Sarah das Gestüt hier leitete. Momentan warteten wir noch auf unsere dritte Mitreiterin, nämlich auf Alessia. Auch sie kannte ich schon, denn es war noch gar nicht so lange her, dass sie bei mir in Kanada zu einem Kurs gewesen war. Heute würde ich aber ein anderes Pferd von ihr kennenlernen, wenn sie hier wohlbehalten ankommen würden. Mit Draki machte ich mich schon bald auf den Heimweg zurück auf den Hof, wo wirklich eine herrliche Ruhe herrschte. Draki durfte wieder auf seinen Paddock und ich machte mich daran, Wishs und meine Sachen auszupacken, denn dafür hatte ich vorhin keine Lust gehabt, aber ohne die Sachen würde es nichts mit dem Wanderritt werden.

      Müde von der Reise streichelte ich Tot nochmals über den Hals, ehe ich mich von ihr verabschiedete und aus der Box ging. Wir sind heil und ganz angekommen, Sarah hatte uns mit grossem Jubel empfangen und alles in allem ist alles supergut verlaufen. Nun war es auch schon Spätnachmittag und ich bin hundemüde - mir fielen schier die Augen zu. Erst gerade habe ich gehört, dass auch Gwen (bei der ich einen Kurs besucht hatte) mitkommen würde. Allerdings ist der Ausritt noch nicht ganz geplant, deshalb müssen wir heute beim Abendessen auch darüber diskutieren. Ich riss mich aus meinen Gedanken und bedachte Totbringer noch mit einem fröhlichem, aber müdem Lächeln. Schier stolperte ich über die Mistgabel, welche im Stallgang schräg angelehnt war. Super . Mit einem Schlag war ich wach und nahm die Mistgabel in die Hand. In der Hoffnung ihr Heimatsplätzchen zu finden, durchsuchte ich die ganze Umgebung, fand allerdings keine ihrer Artgenossen. Die Mistgabel ist irgendwie wie ich …
      Erschrocken über diesen komischen Gedanken fing ich an zu lachen und konnte einfach nicht mehr aufhören - was gab ich bloss für ein Bild ab, als Sarah auf mich zuging und mich so dort sah, mit einer Mistgabel in der Hand und lautem Lachen. "Alessia? Geht's dir gut?", fragte sie mich mit hochgezogener Augenbraue. Immer noch lachend antworte ich ihr: "Nicht wirklich, die Reise war zuu lang" "Du bist reif für ins Bett, komm, hopp hopp" Grinsend hörte ich auf zu lachen und ich beruhigte mich langsam. Puuh, tief einatmen, ausatmen. Ich wusste auch nicht, warum ich plötzlich das Ganze so lustig fand, sehrwahrscheinlich war ich einfach müde. Sarah grinste mich an und ich erwidere ihr Grinsen, ehe wir zusammen Richtung Wohnhaus liefen. "Gwen hast du heute noch nicht gesehen, oder?", sagte Sarah, "mal schauen, vielleicht ist sie auch im Haus"

      Cayden, Kathi und Aiden hatten sich um das Abendessen gekümmert, während ich unsere beiden Gäste aufgelesen hatte. Alessia war erst vor einer guten Stunde angekommen, derweil hatte sich Gwen zu Wish gesellt auf den oberen Weiden. Eine gute Viertelstunde war es bis dahin zu Fuß, doch schickte ich ihr fix eine SMS in der Hoffnung sie würde hier auch ankommen - mein Smartphone hatte ich eigentlich auch nur um mir meinen Kalender ordentlich zu gestalten, denn das mobile Internet klappte hier meinstens nicht - dazu durfte es nicht allzu bewölkt sein, doch hatte ich davon keine Ahnung. Ging es um irgendwelchen Technischen Kram so musste sich Kathi darum kümmern.
      Als wir endlich alle beisamen waren, besprachen wir gemeinsam was alles getan werden musste - wobei ich eher mit den Männern sprach, auch Hansi leistete uns Gesellschaft, denn er war wieder entlassen worden. "Ihr kümmert euch am besten um den Pferch für Bucks, die Stuten bleiben vorerst noch immer im Stall. Auf den Ausritt werde ich warscheinlich Stormbringer nehmen" - da schaltete sich auch Kathi ein "Ich werde euch auf Finlay ein Stück begleiten, doch gegen Abend wieder in Richtung nach Hause - alles für die Turniere vorbereiten die so in nächster Zeit anstehen." Ich nickte, dann wandte ich mich an meine Begleiter "Wir werden oft im Schritt reiten, gerade was die Wege an den Klippen entlang geht oder am Strand - gerade letzteres sind eure Pferde nicht gewohnt also lassen wir es langsam angehen. Wir werden immer knapp drei Stunden am Stück reiten, dann eine Stunde Pause einlegen und wieder in den Sattel steigen. Der schwächste Reiter mit dem unerfahrensten Pferd wird jeweils hinter einem von uns reiten - am zweiten Tag stets vorweg um das Tempo anzugeben. Die meisten Wege machen es jedoch möglich nebeneinander zu laufen, wir werden ein Halbmoor durchqueren, doch der Weg ist gut sichtbar. Wir werden tolle Landstriche sehen, aber auch einige interessante Tiere - Otter, Seeadler, vielleicht sogar einige Wale vor der Küste" Da fiel uns Hansi ins Wort - "Ah ja - letzte Woche wurde ein Pärchen Wölfe auf der Insel gesichtet, die vermutlich vom Festland hinüber geschwommen sind" Ich begann mir auf der Unterlippe zu kauen, wir hatten genug Strom auf dem Zaun, das die Wölfe nicht an die Pferde kamen, doch Bucks streifte da irgendwo allein durch die Gegend "Es wird Zeit das wir Bucks endlich bekommen, es sind jetzt fast 5 Wochen!" entfuhr es mir lauter als gewollt, meine Sorge war einfach zu groß. "So Mädels, dann wünsche ich euch eine angenehme Nacht im Heuspeicher" - diesen Namen hatten wir unserem Gästehaus insgeheim gegeben.

      Als mich Sarahs SMS erreicht hatte, - ein Wunder, dass ich hier noch Empfang hatte! - war ich geschwind zum Haus zurückgelaufen, wo ich kurz darauf auch Alessia getroffen hatte. Beim Abendessen besprachen wir den Ritt. Aufmerksam hatte ich Sarah zugehört und war schon ganz aufgeregt! In Gedanken sah ich uns bereits an einer der wunderschönen Klippen entlang reiten und über die Küste blicken. Mit Wish würde das ganze sicherlich eine äußerst angenehme Reise werden, denn er kannte sich hier schon ein wenig aus und vor allem sein Charakter wäre für einen Wanderritt ideal. "Wow, ich freue mich schon so!" entfuhr es mir und ich musste grinsen. Sicherlich war es für Sarah inzwischen normal, hier zu reiten, denn sie lebte hier mit ihrem Team. Amüsant fand ich ja Caiden und Aiden, denn wenn man nicht genau zuhörte, waren die beiden Namen doch mal Anlass für Verwirrung. "Was ist denn mit Bucks los? Vielleicht können wir ja helfen?" bot ich Sarah an, denn sie schien doch recht verzweifelt.

      "Vor einigen Wochen gab es ein starkes Sommergewitter, die Hengste waren auf den oberen Weiden und eine der Holzleisten brach - einige blieben im Unterschlupf andere entkamen. Alle kamen wieder zurück bis auf Bucks - er war neu auf dem Hof, die erste Zeit stand er in einem Paddock, da er sich die Rippe gebrochen hatte bei einem Unfall. Als die Tierärztin meinte es sei wieder alles okay, wollten wir ihn zunächst in die Gruppe integrieren ehe wir mit der Arbeit beginnen. Bucks ist, nunja, bissig und auf gewisse Art und Weise somit auch gefährlich. Mir ist es bereits gelungen ihm das Halfter anzulegen, doch als mein Visum abgelaufen war ist das Gewitter gewesen. Die Futterstellen haben wenig gebracht und seit einiger Zeit haben wir ihn nicht mehr gesehen. Jetzt die Nachricht mit den Wölfen" ich schüttelte meinen Kopf "In den nächsten Tagen sollte Willow oder aber Thowra wieder rossig werden, dann wollen wir sie in den Pferch bringen in der Hoffnung den Hengst so irgendwie wieder einfangen zu können. Beim letzten Fangversuch ist Hansi erstmal mit angebrochener Rippe im Krankenhaus gelandet. Morgen fliegt er dann nach Polen um bei Maren ein Pferd einzureiten, auf dem Gestüt Federsee." Damit versuchte ich ein schiefes Lächeln, was mir nicht sonderlich gelang....

      "Hach herrje! Das klingt gar nicht berauschend!" seufzte ich und überlegte, der Name des Hengstes war mir nicht ganz unbekannt, indirekt schien ich ihn schon zu kennen. "Das mit den Stuten ist eine gute Idee, vielleicht können wir ja auch während des Wanderritts die Augen offen halten. Wer weiß, vielleicht haben wir Glück und wir finden Hinweise, wo er sein könnte." meinte ich, denn zum Glück handelte es sich hier um eine Insel und ich konnte mir nicht vorstellen, dass der Hengst zum Festland schwimmen würde. "Aber hey, Sarah! Nicht traurig sein, so bissig und gefährlich wie er zu den Menschen ist, wird er im Notfall auch zu den Wölfen sein. Glaub mir, die werden doof schauen, wenn sie Bucks begegnen!" meinte ich aufmunternd und fand die Vorstellung selbst auch ein wenig beruhigend. Bei uns in Kanada waren Schwarzbären, Pumas und Wölfe eigentlich vollkommen normal, allerdings trafen sich unsere Spezies auch sehr selten an, so dass es bisher noch nie zu großartigen Konflikten gekommen war.

      "Genau das denke ich nämlich auch" pflichtete Cayden Gwen bei, ein nun wirkliches Lächeln stahl sich auf meine Lippen - "Es ist nur ein Pärchen, einem Pony würden sie sich sicher nicht nähern" Und trotzdem wünschte ich mir in diesem Moment lieber Draft Horses zu halten. "Also, das Essen ist beendet" Damit stand ich auf, reichte hinter die Theke der Küche und holte einen Sixerpack Kilkenny hervor - "Ist zwar eigentlich irisches Bier, aber wir haben ja auch Irische Pferde auf dem Hof. So als Willkommensgeschenk für euch beide. Außerdem haben sich das alle nach der Arbeit heute verdient. Zudem habe ich erfahren, das der Bau der Brücke zum Festland schon im Herbst beendet sein könnte, sodass wir nicht länger die Fähre nutzen müssen und das ist doch auch mal ein Grund zum Feiern!" Damit stellte ich allein sechs Anwesenden eine Flasche des Bieres vor die Nase - öffnete mein eigenes und ließ es an Cayden weiter gehen, der zu meiner linken saß, dann folgten Hansi, Kathi und Aiden ehe auch Alessia - zunächst etwas unsicher, dann aber den anderen folgte und den Öffner an Gwen weiter gab.

      Ich lächelte Sarah an, ihrem kleinen Hengst würde nichts passieren, so wie sie ihn beschrieb war er ein wahrer Kämpfer. Dankend nahm ich den Öffner entgegen und kostete kurz darauf von dem Bier. "Alle Achtung. Dafür, dass ich eigentlich nichts trinke, schmeckt das wirklich mal gut!" grinste ich, denn normalerweise war Alkohol bei mir ein No-Go, aber das irische Bier hatte es mir angetan, denn es hatte einen ganz anderen Geschmack als der Alkohol, welchen man sonst zu Gesicht bekam. Gemütlich lehnte ich mich zurück und war überglücklich, mich getraut zu haben, hier nach Schottland zu kommen. Wie hätte ich mich doch geärgert, wenn ich nein gesagt hätte! "Ähm, wann wollen wir morgen eigentlich los?" fragte Alessia neugierig und auch ich horchte auf, denn das war tatsächlich eine interessante Frage, denn die Pferde mussten vorher ja auch noch gesattelt werden.

      Wir prosteten uns gemeinsam zu, tranken einige Schlucke ehe Alessia die Frage äußerte die ich in meiner Sorge einen Moment vollkommen vergessen hatte. "Meine Nacht ist meistens sowieso gegen sechs Uhr vorbei, danach versorgen wir die Stuten in ihrem Offenstall, machen ihn sauber. Gegen 8 Uhr treffen wir uns meist wieder hier zum Frühstück und wenn ihr danach los wollt machen wir langsam die Pferde fertig um uns auf den Weg zu machen." Cayden blickte mich schräg von der Seite an "Wenn du morgen aufbrichst musst du dich nicht um die Stuten kümmern! Wir machen das schon, kümmere dich um deine Gäste und alles wird gut!" lachte er leicht vor sich hin. Meine Hand legte sich auf sein Knie unter dem Tisch, übte leichten Druck darauf aus "Dankeschön" - noch immer konnte ich es nicht fassen einen Freund wie ihn gefunden zu haben...

      Alessia und ich waren natürlich direkt einverstanden. "Dann frühstücken wir in Ruhe und kümmern uns dann um unsere Lieblinge und den Ritt." meinte ich lächelnd und trank allmählich mein Bier aus. "Wirklich sehr gut." prostete ich Sarah grinsend zu und schaute mich um. Mir gefiel ihr Gestüt einfach, die ruhige Atmosphäre machte das ganze noch schöner. "Wie lange wohnt ihr jetzt schon hier?" fragte ich neugierig, denn inzwischen schien es doch schon ein Weilchen zu sein, wenn man sah, wie gemütlich das Haus inzwischen eingerichtet war.

      Ich musste selbst einen Moment stutzen, zählte die Monate zurück, im Dezember waren Cayden und ich zusammen gekommen und kurz nach Sylvester hatten wir in Österreich die Zelte abgebrochen. "So seit Anfang diesen Jahres, allerdings haben Kathi und Aiden hier schon länger gewohnt" Hilfesuchend sah ich in die Runde, Cayden ergriff das Wort. " Meiner Großmutter gehörte dieses Haus, als sie vor knapp vier Jahren verstarb wurde das Gehöft an mich und Kathi vererbt. Wir beide sind Cousinen, bis zum Anfang diesen Jahres hatte ich nie den Wunsch mich nieder zu lassen, dich seitdem ich Sarah kenne - ist das anders geworden." Er schenkte mir ein Lächeln, irgendwie fühlte sich das alles Abgrundtief schleimig und kitschig an und zu meiner Überraschung fand ich das nicht weiter schlimm." Und seitdem habe ich mich in diese Landschaft hier verliebt" murmelte ich eher zu mir selbst, als zu wem an diesem Tisch. Ich hatte den Blick von Gwen durch die Küche schweifen sehen "Wir mussten nicht mehr viel am Haus selbst tun, bis auf die obere Etage ausbauen, da oben wohnen wir beide." "Sonst noch irgendwelche Fragen?" Auch wenn es nur wenig Alkohol war - er lockerte die Zunge ungemein.

      Neugierig hörte ich den beiden zu, umziehen war immer so eine Sache. "Ich erinnere mich noch gut daran, als meine Mutter mich vor zwei Jahren von Deutschland nach Kanada geschleppt hat. Ich war so gar nicht begeistert davon und habe mich auch erst nach einem Jahr wohlgefühlt, als mich mehr oder weniger die Pferde ermutigt haben, diese Chance zu nutzen." meinte ich und erinnerte mich an unseren ersten Winter zurück. "Und wir sind im späten Herbst umgezogen, heißt meine ersten Monate bestanden nur aus tiefen, tiefem Schnee." meinte ich seufzend, musste dann aber doch grinsen, denn inzwischen liebte ich den Winter bei uns zu Hause. Mir waren nämlich selbst in Kanada die Sommer noch zu warm, umso dankbarer war ich ,im Moment hier auf Schottland zu sein, denn zumindest heute war es sehr angenehm. "Wie ist das Wetter eigentlich hier? Gibt es öfters mal sehr unangenehme Tage?"

      "Als wir hier her kamen...war es tiefster Winter, der Schnee ging mir bis zu den Knien, die Pferde haben sich zunächst nicht zurecht gefunden, wir konnten sogar über die Eisfläche hinüber zum Festland fahren. Im Frühling hat es praktisch nur geregnet, aber als sich im Mai begann der Schleier zu lichten, die Ginsterblüten heraus kamen und die Landschaft Irland beinahe Konkurrenz machte - habe ich endlich begonnen es hier zu lieben. Obwohl es den Sommer über wirklich warm ist, gibt es oft Sommerregen, der angenehm kühl auf der Haut ist. Die Nähe zum Meer sorgt meistens für eine angenehme Brise bei der Arbeit. Man hat mir jedoch erzählt - ab September wird der Regen erneut einsetzten, aber den kenn ich ja jetzt!" erklärte ich mit einem Lächeln auf den Lippen. Alessia erzählte von ihrem Ort in England, den Ponys denen es dort wirklich gut ging - seit neustem wohnte sie jedoch erst dort und war noch nicht komplett heimisch eingenistet. Ein Gähnen verzerrte mein Gesicht "Also ich für meinen Teil, werde langsam mein Bett auf suchen. Ihr auch?" fragte ich in die Runde.

      "Ja." meinten Alessia und ich im Einklang und grinsten uns an. "Also wenn wir Morgen wirklich früh rauswollen, sollten wir langsam schlafen." erklärte ich und stellte meine leere Flasche auf den Tisch. "Ich bin schon gespannt, was uns Morgen erwartet!" meinte Alessia neugierig und auch Sarah war gespannt. Innerlich war sie sicherlich sehr angespannt wegen ihres ausgerissenen Hengstes und ich hoffte sehr, dass wir ihn vielleicht wenigstens zu Gesicht bekommen würden. "Na dann zeige ich euch eure Zimmer." meinte Sarah lächelnd und führte uns die Treppe hinauf in die zweite Etage. Kurz darauf war ich auch schon alleine und setzte mich noch ein wenig ans Fenster. Die grünen Wiesen der Insel schimmerten silbern in dem Mondlicht und sie waren von einer ganz besonderen Aura umgeben. "Morgen wird toll." murmelte ich und als ich ein letztes Mal den Blick über die endlosen Weiden schweifen ließ, war ich fest der Meinung, dass Wish dort oben auf dem Hügel stand und zu mir herüber blickte. Er war ein einzigartiges Pferd und ich war sehr dankbar, ihn nun mein eigen nennen zu dürfen. Müde schlüpfte ich dann unter die Decke und ehe ich mich versah, war ich auch schon tief und fest eingeschlafen.

      Bevor ich wirklich in den Schlaf finden konnte stand ich noch eine ganze Weile am Fenster unseres Dachbodenzimmers, von hier aus konnte ich auf die Wellen des Meeres blicken, in weiterer Ferne konnte ich die Lichter des Leuchtturmes erblicken. Innerlich musste ich ein wenig schmunzeln, morgen würde sicher ein toller Tag werden.

      Der Morgen begann - wie immer - ziemlich früh, gegen sechs Uhr konnte ich nicht länger im Bett liegen. Eine leichte Übelkeit, die mich schon die letzten beiden Tage früh aus dem Bett geholt hatte lag über mir - als ich aufstand wurde es nicht unbedingt besser, mein Magen fühlte sich flau an und der Kopf schien zu schwimmen. Als ich am Fenster in unserem Flur vorbei kam sah ich eine kleine Pfütze auf dem Boden, in der Nacht hatte es geregnet - was es immer noch tat - und wir hatten das Fenster vergessen zu schließen. Ich warf zwei Handtücher darüber, wischte alles weg um sie dann ins Bad zu legen. Wegen meiner morgendlichen Übelkeit musste ich irgenwann zum Arzt, doch hasste ich es stundenlang im Wartezimmer zu verbringen um dann gesagt zu bekommen ich habe mir den Magen nur ein wenig verstimmt. Also gesellte ich mich zu Cayden mit unter die Dusche, nur eine Stunde später waren wir frisch geduscht unten in der Küche bei einer Tasse Tee. Die anderen schienen noch immer zu schlafen zumindest hörte ich keinerlei Geräusche im Haus - wir hatten versucht leise zu sein. Gemeinsam verzogen wir uns in den Stall, da Bucks auf Abwegen war verbrachten die Stuten ihre Zeit hier im geräumigen Offenstall, wir hatten nur einige wenige Boxen. Wir gaben jeder Stute ihre Portion an Heu in einem Netz, Aiden wollte sich später um die Reinigung des Stalles kümmern. Die ganze zeit über wurde meine Übelkeit nicht unbedingt besser, also schickte Cayden mich nach drinnen. Also begann ich langsam das Frühstück vorzubereiten, da kamen auch schon unsere Gäste allmählig herunter.

      Kurz nachdem ich die Augen geöffnet hatte, schreckte ich hoch. Es dauerte eine Weile, ehe ich mich wieder daran erinnerte, dass ich mich ja momentan bei Sarah in Schottland befand. "Oh Gott." murmelte ich grinsend, Alkohol tat mir einfach nicht gut, egal wie wenig es war. Gähnend erhob ich mich aus dem warmen Bett, beim Frühstück würde ich Sarah erst einmal wegen der tollen Betten loben müssen, man schlief wie auf Wolke 7. Im Bad war es dann vorbei mit Wolke 7, als ich mir kaltes Wasser ins Gesicht schüttete, um ein wenig wacher zu werden. Kurz darauf war ich geduscht und angezogen und fühlte mich gleich viel besser. Kurz warf ich einen Blick aus dem Fenster, aber zu meiner Erleichterung schien die Sonne über den grünen Hügeln. Gut gelaunt machte ich mich auf den Weg hinunter in die Küche. Auf der Treppe traf ich Alessia, welche ebenfalls gerade aufgestanden war. Uns wehte schon der köstliche Geruch des Frühstücks entgegen und unten trafen wir Sarah. "Guten Morgen." flötete sie uns entgegen und deutete auf den reich gedeckten Tisch. Dankend ließen wir uns nieder und musterten erst einmal ganz genau das ausgiebige Angebot. "Da bekommt man richtig Hunger!" meinte Alessia lachend und schnappte sich ein Brötchen. Ich konnte mich noch nicht ganz zwischen Cornflakes und Brötchen entscheiden und wollte gerade Sarah nach Rat fragen, als sie sich an der Theke abstützte. "Geht es dir nicht gut? Du bist so blass." fragte ich besorgt, denn Sarah sah wirklich nicht berauschend aus. Auch Alessia schaute auf und stimmte mir direkt zu.

      Ich winkte mit einer Hand ab "Geht schon, in ein, zwei Stunden ist alles wieder in Ordnung, war die letzten Tage auch so" Dann setzte ich mich zu den anderen an den Tisch, Kathi hatte einen kleinen Snack eingenommen und war dann nach Eriska gefahren um ein paar Dinge zu erledigen, weshalb sie doch nicht auf dem Ausritt mit käme. "Tut mir Leid wegen des kleinen Vorrats an Wurst, Aiden und Kathi sind die einzigen die das Essen, daher ist nie so viel davon vorhanden." schmunzelte ich, sah mir dann den gedeckten Tisch an und beschloss - die Cornflakes würden an diesem Morgen wohl in meinem Magen verbleiben. Deswegen verzichtete ich lieber auf die Milch,trank meinen Tee mit Honig und unterhielt mich anregend mit Gwen und Alessia.

      "Du gehst wohl nicht gerne zum Arzt?" fragte ich grinsend, denn irgendwo her kam mir das sehr bekannt vor. Aber ich konnte mir vorstellen, dass Sarah nicht damit genervt werden wollte, weshalb ich mich lieber daran machte, die Milch über meine Cornflakes zu gießen. Alessia blickte zwar immer noch besorgt drein, doch sie gab sich viel Mühe, es nicht zu zeigen. "Schade, dass Kathi nicht mitkommen kann." meinte sie und biss von ihrem Brötchen ab. Ich stimmte ihr zu und unterhielt mich noch ein wenig mit den Mädels. "Haben wir eigentlich eine feste Route oder reiten wir frei nach Nase?" fragte ich neugierig, so langsam stieg in mir die Vorfreude auf und ich konnte es kaum noch erwarten, endlich die Sachen zu packen und Wish fertig zu machen.

      "Oh Nein..ich hasse Ärzte, bei den meisten fühle ich mich nicht unbedingt sicher.Aber wenn wir jetzt unser Frühstück beendet haben - lasst uns die Pferde fertig machen damit wir los können. Eine Route habe ich schon im Kopf, doch können wir von ihr auch etwas abweichen. Nehmt euch jeweils einen Hufauskratzer mit, die Insel ist teilweise übersät mit kleinen Steinen, deswegen müssen wir ab und an anhalten um die Hufe unserer Lieblinge zu kontrollieren." Die Tatsache war...ich wusste noch gar nicht welches meiner Pferde ich nehmen wollte...noch immer schwankte ich zwischen Stormy, Green oder aber auch Thwora...oder sollte ich doch lieber Uprising nehmen? Varulv wäre auch keine schlechte Wahl, wobei er weniger Gelände erfahren war und eine solche Strecke nicht gewöhnt. Ich schüttelte den Kopf, ich würde ein Halfter mit zur Weide nehmen und mich zwischen den Hengsten entscheiden..Vielleicht traf ja auch Wish diese Aufgabe für mich, wer auch immer in seiner Nähe stand...ihn würde ich nehmen. Das klang nach einem Plan.

      Nachdem wir alle ordentlich gestärkt waren, machten wir uns an die Arbeit. Jeder schnappte sich ein Halfter und dann marschierten wir den Kiesweg hinauf zu den großen Weiden. Natürlich sah man weit und breit kein Pferd, doch Sarah konnte uns Abhilfe verschaffen. Mit einem außergewöhnlich klingenden Pfiff machte sie auf uns aufmerksam und kurz darauf erschienen am Horizont Pferdeköpfe. Ich kniff die Augen zusammen, um Wish zu entdecken und nach ein wenig Suchen entdeckte ich ihn auch. Alessia suchte ebenfalls nach ihrer Stute Totbringer, während ich schon meinen Hengst holen ging. Wish stand neben einem hübschen Rappen und die beiden schienen sich wunderbar zu verstehen. "Hallo Varulv! Dann nehme ich dich." meinte Sarah lächelnd und halfterte Wishs neuen Freund direkt auf. Gemeinsam machten wir uns auf den Rückweg zum Gatter wo auch Alessia schon auf uns wartete. Die Pferde schienen sich von der langen Reise des vorherigen Tages sehr gut erholt zu haben und so konnten wir uns guten Gewissens auf den Ritt machen. Doch vorher wurden die Pferde gründlich geputzt und gesattelt. Alles musste gut sitzen, ansonsten bekamen wir schneller als gedacht Probleme. Nachdem Wish gesattelt war, schnallte ich die Satteltaschen auf. Sie wirkten klein, doch es passte viel Zeug hinein und schließlich sollten wir auch nur das wichtigste mitnehmen. Unter der Trense trug Wish sein Wanderhalfter wie die anderen beiden Pferde auch. Dann zogen wir Reiter uns noch um, damit auch wir wetterfest waren. Wir gurteten gerade nach, als Cayden aus dem Haus kam und jeden von uns noch ein Lunch-Paket in die Hand drückte. "Pass auf dich auf." meinte er zu Sarah und gab ihr einen Kuss auf die Wange, ehe er auch schon wieder verschwand. "Na dann los!" meinte Sarah und schwang sich auf den Rücken von Varulv. Wir taten es ihr gleich und schon ging die Reise los!

      Es dauerte eine Weile ehe ich mich in dem ungewohnten Wandersattel wieder heimisch fühlte, der von Varulv war selten in der Benutzung weswegen er noch nicht ganz an mich angepasst war. Für heute war eine Strecke von knapp 16 Kilometern in entspannter Atmosphäre geplant, später wollte ich dann doch einen kleinen Strandgalopp veranstalten, doch unsere Hauptgangart würde wohl der Schritt bleiben. Da der Weg am Seeufer entlang es noch zuließ ritten wir alle drei nebeneinander, wobei Alessia rechts von mir und Gwen auf Wish links von mir ritten. Munter schwatzen wir über alles Mögliche, wobei es in vielen Perioden einfach still zwischen uns war. Ein jeder hing seinen eigenen Gedanken nach, wobei meine Gäste eher damit beschäftigt waren die beeindruckende Landschaft um sie herum zu begutachten. Der Frühling hatte viel Regen gebracht, sodass das Gras wunderbar gedeihen konnte, trotz der Temperaturen hatte es seinen satten Grünton nicht verloren. „Wir können zwar nicht wie Kanada mit Bären aufwarten, aber wie ihr ja schon mitbekommen habt verirren sich ab und an Wölfe auf unsere Insel. An der Küste selbst kommt es oft zur Sichtung von unterschiedlichen Walen, aber auch Robben sind sehr häufige Besucher an den Stränden. Im Frühjahr hatten wir sogar eine ganze Gruppe der Robben am Strand, trotz ihrer Junge ließen sie sich von uns kaum stören. An den Klippen nisten oftmals Seeadler, die hier am See oder auf dem offenen Meer ihre Beute fangen.
      Hier begegnet man auf einem Ausritt immer irgendeinem Tier, manchmal extrem Scheu an manchen Orten jedoch verweilen sie ohne uns richtig wahr zu nehmen.“ Es folgte ein leicht steiniger Weg, am Ufer des Sees entlang „Nehmt die Zügel jetzt vielleicht etwas kürzer, verhaltet euch ruhig um den Hügel da hat ein Schäfer zurzeit mit seiner Herde einen Stop eingelegt. Zu Anfang haben sich meine Pferde vor den ulkigen Tierchen immer ein wenig gefürchtet.“ Meine beiden Gäste taten wie geheißen, mit mir nun an der Spitze folgten wir einer leichten Düne, die dahinter die Sicht auf eine große, hochbewachsene Wiese freigab. Vereinzelt standen dort nun Schafe in den unterschiedlichsten Schattierungen und unser Weg führte mitten durch die Hindurch. Wish blieb, wie meistens vollkommen entspannt, beäugte jedoch mit gehörigem Interesse die absonderlichen Tiere. Alessia hingegen hatte mit ihrer Stute Totbringer doch eine Weile zu kämpfen, da die Stute zunächst laut und einvernehmlich begann zu schnauben, bis sie dann als sich eines der Schafe bewegte, einen Satz zur Seite machte und dann im schnellen Stechtrab an der Gruppe von Schafen vorbei lief. Nach dieser Begegnung, blieb die Stute noch eine ganze Zeit auf einer bestimmten Spannung, zeigte immer wieder Ansätze die Gangart wechseln zu wollen, denn auch die Anwesenheit der beiden Hengste schien sie ein wenig aufzuregen. Wobei Wish und auch Varulv wenig Notiz von der Schimmelstute nahmen. Als wir die erste Landzunge des Sees umrundet hatten lösten wir uns von seinen Ufer, folgten nun einem Pfad der es nicht länger möglich machte nebeneinander her zu reiten. Also orderte ich Alessia in die vorderste Reihe, damit sie das Tempo angeben würde und ich bildete das Schlusslicht. Der Pfad war einem klar vor Augen zu erkennen, dadurch konnte Alessia ihn eigentlich gar nicht verfehlen.
      Links von uns schlängelte sich ein kleiner Bachlauf bis hin zum Meer, doch war er nur an einigen Stellen zu dieser Zeit wirklich tief. „Hier müssen wir ganz leise sein, dann sehen wir vielleicht den ein oder anderen Otter“ Aufmerksam immer wieder nach vorn schauend, aber auch nach links schielend wechselten die Blicke meiner Gäste immer hin und her – einziges Indiz darauf waren ihre stets wendenden Köpfe. Einen Otter bekamen wir jedoch leider nicht zu Gesicht. Am Horizont ließen sich bereits die Ausläufer des Meeres erkennen, doch hatten wir noch immer knapp die Hälfte der Strecke vor uns, da die Pferde der anderen beiden an solche Distanzen noch nicht gewöhnt waren und auch Varulv lange nicht mehr so lang unterwegs gewesen war machten wir immer wieder eine kleinere Pause. Dann ließen wir die Pferde saufen, kontrollierten die Hufe nach Steinen, den diese waren durchaus nicht unüblich in den Hufen. Der Torfige Boden machte es uns schwer das Zeug aus den Hufen zu entfernen, doch mit ein wenig Geduld gelang es uns allen. „Seht mal!“ ließ Alessia da plötzlich vernehmen, aus der Richtung aus der wir gerade kamen war eine Gestalt zu erkennen. Mit dem Fernglas sahen wir uns nacheinander an um was es sich handelte, denn für ein Schaf war es auf diese Entfernung noch immer zu groß. „Das da ist Bucks nicht wahr?“ fragte Gwen. Ich nickte nur mit dem Kopf, da sie in ihrer Erzählung noch nicht fertig war „Ich habe zu Hause auch so einen schwierigen Fall und auch wie Bucks sah er gar nicht gut aus als wir ihn bekommen haben. Ihr werdet das Kerlchen schon eingefangen bekommen!“ Nach der Sichtung meines abhanden gekommenen Hengstes, der jetzt bereits über einen Monat allein dort draußen war beschlichen mich langsam Gewissensbisse, die den gesamten Tag nicht von mir ablassen sollten. Als wir dann irgendwann den Zugang zum Meer erreicht hatten, wagten wir unseren ersten Galopp – der im Eifer des Gefechtes zu einem Rennen ausgebaut wurde. Dieses gewann dann auch Alessia mit ihrer Stute für sich, aber einzig wegen der Tatsache, das sie ihre Stute in den Pass verlegte, der etwas schneller war als der Galopp unserer Connemara´s. Dann ließen wir die Pferde eine Weile austraben, ehe wir nachdem sich die Atmung der Pferde stabilisiert hatte zum erneuten Male eine Pause einlegten. „Hier haben wir nun ungefähr die Hälfte unserer Strecke hinter uns gebracht, lasst uns eine Weile hier rasten.“ Wir stiegen also allesamt aus dem Sattel, eine wohl tat nach beinahe 4 Stunden mit nur kleineren Pausen. Den Pferden nahmen wir jeweils die Sättel ab, befestigten an ihren Halftern die Futtersäcke in denen sich eine Ration Müsli befand und der Strick wurde zusammen mit einem Spieß im Boden befestigt. Im Genügenden Abstand wurden sie so fixiert, während also die Pferde ihr Futter einnahmen, setzten auch wir uns auf den Boden um die Lunchpakete zur räubern. In jeder befanden sich zwei Sandwiches mit Käse, ein Müsliriegel sowie einige Spalten Granny Smith Äpfel die giftig Grün waren.
      Eine Wasserflasche hatte jeder an seinem Sattel befestigt wobei sich in meinem Wasser noch ein Schuss Pfefferminztee befand um das ganze ein wenig frischer zu machen – Eistee eben. In unserer beinahe zweistündigen Pause, holten wir den gesamten Tratsch nach, den wir während des Rittes nicht hatten führen wollen oder können. „Seht mal dort.“ damit deutete ich in Richtung des Meeres, wie bereits bei einigen andere Ausritten verbrachte eine Schule von Schwertwalen den Sommer vor unserer Küste. „Die scheinen ja wirklich Spaß zu haben, mit ihren Sprüngen aus dem Wasser“ ich belächelte die Aussage von Alessia ein wenig. „In Wahrheit, tun sie dies da nicht aus Spaß, die Schwertwale sind gerade auf der Jagd, seht zwischen ihnen springen auch Robben einher. Mit dem Springen wollen sie auf die Robben springen um sie zu verwirren, sollten sie eine von ihnen erwischen werfen sie die Robben zwischen sich hin und her. Eigentlich ein eher trauriges Spiel, welches sie dort veranstalten. Doch lasst uns nicht daran denken, sondern die Pferde wieder fertig machen.“ Trotzdem wir beschäftigt waren, schmulten meine Gäste zwischen ihrer Arbeit und dem Schwertwalen her und hin, diese hatten mittlerweile eine der Robben erwischt und der zerfetzte Körper der Robbe flog öfters einmal durch die Luft. Beschämt wandte ich den Blick davon ab, dann schwangen wir uns erneut in den Sattel „Lassen wir dieses Schauspiel hinter uns“ murmelte ich zu den anderen, nach dem Essen wurde mir wieder ein wenig Übel, wobei die Jagd der Wale sicher auch einen wichtigen Teil trug. Die nächsten Stunden sichteten wir doch noch einen der recht scheuen Otter, sowie einen der majestätischen Seeadler hoch oben am Himmel, doch während der gesamten Zeit ließ die Übelkeit nicht von mir ab. Als sich dann mein innerstes zusammen zu ziehen begann, biss ich eng die Lippen auf einander um meinen Gästen unseren Ausritt nicht zu vermiesen. Doch unter Gwens Aufmerksamen Augen blieben meine Leiden nicht unbemerkt, sodass wir eine weitere Pause einlegten. Im Laufe unserer Pause wurden meine Beschwerden ein wenig besser „Ich muss wohl wirklich irgendwas Falsches gegessen haben.“ murmelte ich, als Gwen mir meine Flasche mit dem Tee reichte.
      Als wir uns jedoch nach einer knappen Stunde wieder in den Sattel steigen wollten, da meine Schmerzen wieder begannen abzuebben, überkam mich ein neuerlicher Schwindelanfall. Einvernehmlich beendeten wir unseren geplanten Wanderritt an dieser Stelle. Per Telefon verständigten wir Cayden und Kathi wo wir uns gerade befanden, denn sie würden uns hier abholen. Nach einer knappen Dreiviertelstunde erreichten sie uns mit unserem Transporter, sowie dem Hänger in dem Quer insgesamt vier Pferde Platz finden konnten. In der Zeit des Wartens hatte sich meine Körpertemperatur deutlich erhöht, zumindest fühlte ich mich selbst ganz so als würde ich von innen nach außen zu glühen beginnen. Einseitiger Schmerz auf der linken Seite, schien mir nach und nach das Atmen schwer zu machen und an diesem Punkt wünschte ich mir doch einmal zum Arzt gegangen zu sein. Als die anderen begannen die Pferde einzuladen, wurde meine Sicht getrübter. Am Rande noch nahm ich wahr wie Cayden mich auf den Armen ins Auto trug. Außerdem beschloss Cayden mich nicht erst auf den Hof zu bringen, sondern gleich zur Notaufnahme des städtischen Krankenhauses. In einem Moment spürte ich noch seine Hand auf meinem Handrücken, ehe ich das Bewusstsein an die Narkose verlor. Da hatte ich meinen Gästen nun den Wanderritt verdorben...
      Gwen, medy, Ravenna
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    Hengste
    Hochgeladen von:
    Zaii
    Datum:
    25 Juni 2017
    Klicks:
    1.031
    Kommentare:
    53

    EXIF Data

    File Size:
    565,8 KB
    Mime Type:
    image/jpeg
    Width:
    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Pferdename Moon's Wishing Well
    Rufname Wish

    Von Moonlight Shadow
    Aus der Das Kürbisvieh

    Rasse Connemara
    Geschlecht Hengst
    Geburtsdatum 2010
    Farbe Falbe
    Stockmaß 145 cm

    Wish ist seinem Vater in vielem sehr ähnlich, dann aber auch mal wieder nicht. Der kleine Hengst hatte eine unbeschwerte Fohlenzeit mit seiner Mutter zusammen und nun darf er ein Leben mit den anderen in der Hengstgruppe genießen. Ebenso wie sein Vater liebt Wish das Rennen, zumindest läuft er mit einer Ausdauer um die Umzäunung der Weide die beinahe keine Grenzen kennt. Anders wie sein Vater scheint er ein kleines Talent für das Springen zu haben und es wird sich später zeigen, inwiefern er noch Gefallen daran findet. Wish ist die Gelassenheit in Person,durch eine gute Grundsozialisierung und Gewöhnung an normale alltägliche Dinge lässt er sich kaum erschüttern. Ganz anders jedoch,wenn er Leckerli irgendwo vermutet, dann kann er die Frechheit in Person sein und versucht mit allen Regeln des Bettelns ein solches zu erhalten. Doch sollte sich irgendwo in seiner Nähe ein Kind befinden, ist er erneut die Ruhe schlechthin. Er genießt ihre Ausdauer beim kuscheln, putzen und betüddeln. Ein Erbe das wohl von seiner Mutter Kürbis kommt.

    Nachkommen

    Maverick (*2016) aus der Argo

    Mánas (*2016) aus der Medeia
    Saoirse (*2018) aus der Scylla

    Besitzer Zaii
    -- Gwen -- Ravenna
    Ersteller Mockingjay
    Vorkaufsrecht verfallen

    Eingeritten Ja
    Distanz M - Dressur S - Military M - Springen L

    FS 205 | HK 456 | SW 419
    252. Dressurturnier | 174. Distanzturnier | 179. Militaryturnier | 266. Dressurturnier | 184. Militaryturnier | 189. Militaryturnier | 282. Springturnier | 301. Dressurturnier | 75. Synchronspringen | 235. Distanzturnier | 479. Springturnier

    [​IMG][​IMG][​IMG]
    [​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG]


    Fohlen | Offizieller Hintergrund