1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
Mongofisch

Monster Energy

[b]Monster Energy[/b] Rasse: Tinker Alter: 8 Jahre Geburtstag: 2006 Geschlecht: Hengst Stockmaß: 1,56m Fellfarbe: Braunschecke Abzeichen: / Vater: / Mutter: / Monster ist frech und neugierig. Er ist ganz anders als ein typischer Tinker. Gerne buckelt der Hengst mal oder schnappt, wenn ihm etwas nicht gefällt. Mit dem Menschen spielt er gerne mal oder tänzelt beim Aufsteigen. Monster wird Western, sowie Dressur geritten, doch Western begeistert ihn mehr. Eingeritten: Ja Eingefahren: Nein Eignung: Western, Distanz Galopprennen: E Western: L Springen: E Military: E Dressur: A Distanz: A Fahren: / Hufe: Sehr gut Gesundheit: Sehr gut Gekört/Gekrönt: Nein Nachkommen: Keine Besitzer: Mongofisch Vorbesitzer: AliciaFarina Vkr/Ersteller: Gypsie und puu [img]http://www.joelle.de/uploads/1234302890/gallery_5_4347_4094.gif[/img]247. Dressurturnier [img]http://www.joelle.de/uploads/1234302890/gallery_5_4344_1829.gif[/img]250. Westernturnier [img]http://www.joelle.de/uploads/1234370819/gallery_5_4351_3576.gif[/img]179. Distanzturnier [img]http://abload.de/img/50pixelblau4suyr.png[/img]Dressurpferdeprüfung auf Trense Sommerturnier Gestüt Keep Smiling Offizieller Hintergrund [img]http://abload.de/img/offiziellerhg1zasb.jpg[/img]

Monster Energy
Mongofisch, 27 Juli 2014
    • Mongofisch
      Pflegebericht 1 - 01.11.2013
      Hastig lief ich über den kleinen Hof im Norden Deutschlands, den ich nur noch wenige Tage mein Eigen nennen würde. Der Umzug mit meinen beiden Tinkern stand kurz bevor und ich hatte wenig Zeit.
      Durchnässt betrat ich den Stall, auf dessen Dach der Regen nur so prasselte. „Hallo ihr beiden“, begrüßte ich Monster Energy und Grey Love, die keine Anstalten machten von ihrem Heu aufzusehen. Also lief ich weiter zur Sattelkammer. „Halfter... Halfter...?“ murmelte ich vor mich hin, während ich in dem Chaos, welches in dem kleinen Raum herrschte, nach Greys Halfter suchte. „Ah da ist es ja!“ Ich kramte das rote Halfter unter ein paar Abschwitzdecken hervor und huschte durch die schmale Tür. Grey hatte sich umgesehen, wo ich denn hin verschwunden war, doch jetzt wo sie mich sah, war das Heu wieder Interessanter. Ich musste lachen: „Komm her, du bist mir ja eine!“ Ich schob den Riegel der halbhohen Boxentür zurück und betrat die Box. Schnell zog ich ihr das Halfter über die Ohren und hakte den Karabiner ein. Dann ging ich mit ihr auf die Stallgasse, wenn man die so nennen konnte:
      Der Stall bestand aus zwei Boxen, die sich gegenüber lagen: Ich fand das nie besonders vorteilhaft, aber ich konnte damit leben. Außerdem ein kleiner Raum, den ich als Sattelkammer nutzte. Über eine schmale wackelige Leiter gelang man auf den Heuboden. Hier lagerte ich einige Ballen Stroh und Heu. Und zwischen Boxen, Sattelkammer und dem Aufgang zum Speicher befand sich die besagte Stallgasse.
      Ich schnappte mir den Hufauskratzer und kratze schnell und zugegebenermaßen nicht besonders gründlich Greys Hufe aus. Danach sahen meine Hände aus, als hätte ich im Schlamm gegraben. Der Beinbehang meiner Stute war von Schlamm nur so getränkt. „Das Wetter ist wirklich bescheiden“, seufzte ich, während ich mit der Wurzelbürste versuchte, das Fell wenigstens halbwegs sauber zu bekommen. Ohne Erfolg! „Ach Grey, was soll ich bloß mit dir machen?“ fragte ich meine Tinkerstute. Sie glotze mich mit ihren tiefschwarzen Augen an und zauberte mir ein lachen ins Gesicht. Meine Pferde konnten mich doch immer wieder aufheitern.
      Nachdem ich so viel wie möglich des Drecks aus Greys Fell entfernt hatte, öffnete ich das Halfter und zog es ihr vom Kopf. „Na los, ab ins Bett!“ grinste ich mein Pferd an. Gemütlich trottete Grey in ihre Box und widmete sich wieder ihrem Heu. Ich schloss die Tür und ging wieder in die Sattelkammer um das Halfter von Monster zu suchen. 'Ich muss hier dringend Ordnung reinbringen', dachte ich, während ich Decken, Bandagen und vieles an Kleinkram von einer Ecke in die andere räumte, um das Halfter meines Hengstes zu finden.
      Monster Energy war erst heute zu mir auf den Hof gekommen. Ich hatte ihn gekauft und war überglücklich, denn nun musste meine Stute nicht mehr alleine sein. Ich hatte entschieden, Monster bis zum Umzug nicht auf die Weide zu stellen, er sollte sich erstmal eingewöhnen, auch wenn er schon in wenigen Tagen wieder umziehen muss.
      Ich stapfte zurück zu den beiden Boxen und öffnete nun die von meinem Hengst. Monster drehte sich um und ließ sich willig das Halfter aufziehen. „So ist es gut,“ lobte ich ihn und brachte ihn auf die Stallgasse. Dort begann ich ihn ausgiebig zu Striegeln und kennen zu lernen. „Hm, bald geht es auf große Reise, das wird sicher aufregend für euch beide,“ murmelte ich, während ich den ausdrucksstarken Kopf bürstete. Monsters Augen strahlten eine Ruhe aus, das ich es gar nicht glauben konnte, das dort ein starker Hengst vor mir stand. Schließlich kratze ich noch die mächtigen Hufe aus und klopfte lobend den Hals von Monster. „Eigentlich passt Monster gar nicht zu dir!“ lachte ich und machte den Strick los. Ich brachte den Schecken zurück in seine Box und verschloss diese gut.
      „So ihr beiden,“ sagte ich, nachdem ich das Halfter zurück in die Sattelkammer gebracht hatte. „Ich sehe heute Abend nochmal nach euch. Bis dann!“
      Ich huschte aus dem Stall und lief durch den Regen zum Haus, um mich wieder um die Vorbereitungen für den Umzug nach Finnland zu kümmern.
    • Mongofisch
      Tierarztbericht 1 - 03.11.2013
      [​IMG]
      Heute hatte ich mal wieder einen Termin bei Mongofisch.Ich sollte bei Monster Energy entwurmen, impfen und allgemien Untersuchen.Also packte ich alles ein und fuhr los.Auf dem Hof von Mongofisch angekommen wurde ich schon von ihr empfangen.Sie führte mich zu Monster.Der Hengst beschnupperte mich neugierig.Ich bat Mongofich den großen fest zu halten.Ich betastete Monster erst bevor ich sie abhörte,der große blieb lieb stehn.Nun bat ich Mongofisch Monster im Schritt und trab zu führen damit ich sehn konnte wie er läuft.Bis jezt war ich zufrieden.Nun nahm ich die Spritze und impfte ihn.Als leztes verabreicht ich ihm die Wurmkur die er willig aufnahm.Ich verabschidete mich packte meine sachen und fuhr in die Klinik.

      Wolfszeit
    • Mongofisch
      Pflegebericht 2 - 07.11.2013
      Ungeduldig tänzelte der Hengst hin und her. „Ganz ruhig,“ versuchte ich mehr mich, als Monster Energy zu beruhigen. Neugierig spitzte er die Ohren, als ein anderer Hengst aus der Halle kam. Ich übte leichten Druck auf die Zügel aus, damit er mir nicht gleich davon lief, doch er blieb brav stehen. Dann ertönte unser Aufruf durch die Lautsprecher. Für einen kurzen Moment schien mir das Herz stehen zu bleiben. 'Jetzt geht es los!' dachte ich aufgeregt und drückte sanft meine Waden an den dicken Bauch von Monster. Augenblicklich setzte er sich in Bewegung und wir betraten die große, helle Reithalle, in der die Hengstkörung stattfand. Ich trabte meinen Hengst an und ritt eine ganze Bahn. Die schweren Hufe donnerten auf den Hallenboden und ich hatte mühe, Monster zu kontrollieren. Mit einem kleinen Schlenker bogen wir auf die Mittellinie ab, bei X gab ich eine ganze Parade und mit einer kleinen Verspätung blieben wir stehen. Ich nahm beide Zügel in die linke Hand, mit der Rechten grüßte ich die Richter mit einem Lächeln. Diese grüßten zurück und ich gab dem Braunen den Impuls zum antraben. Etwas hektisch trabte er die lange Seite entlang, davon ließ ich mich aber nicht beirren, sondern lenkte ihn ruhig auf den Zirkel. Langsam wurde Monster ruhiger und ich parrierte zum Schritt durch. Im Schritt ritten wir nun eine einfache Schlangenlinie, anschließend trabte ich wieder an und wechselte durch die ganze Bahn. Auf der Diagonalen wurden wir etwas schnell, weswegen ich mich tief in den Sattel setzte und eine halbe Parade gab. Monster verstand und trabte nun ruhiger. Als wir den Hufschlag erreichten, schob ich meinen äußeren Schenkel etwas zurück, woraufhin der Hengst brav angaloppierte. Sanft lenkte ich ihn auf den Zirkel und galoppierte einmal herum. Dabei gab ich meine Hand vor und Monster galoppierte ruhig weiter. „Braver!“ flüsterte ich, während ich ihn wieder durchparierte. Im Trab liefen wir eine ganze Bahn. Anschließend wechselte ich durch die halbe Bahn. Auf der rechten Hand angekommen, parierte ich zum Schritt durch und lenkte Monster wieder auf den Zirkel. Nach einer Runde trabte ich ihn wieder an und ging ganze Bahn. In der Ecke gab ich ihm abermals die Galopphilfe, willig galoppierte der große Hengst an. Noch ein letztes Mal lenkte ich ihn auf den Zirkel, bevor wir zum Trab durchparierten und durch die halbe Bahn wechselten. Ich parrierte Monster zum Schritt durch und wendete auf die Mittellinie ab. Im Mittelpunkt gab ich eine ganze Parade und wir blieben diesmal genau bei X stehen. Freundlich nickte ich den Richtern zu und grüßte mit der rechten Hand. Diese grüßten zurück und ich ließ die Zügel aus der Hand kauen. Im Schritt verließen wir die Halle. Überglücklich klopfte ich dem Hengst den Hals, rutschte aus dem Sattel und führte Monster zum Putzplatz. Dort warteten wir nun gespannt auf das Ergebnis.
    • Mongofisch
      Pflegebericht 3 - 10.11.2013
      Nach dem Abendessen saß ich gedankenverloren auf einem kleinen Hocker in meiner ehemaligen Sattelkammer. Das komplette Sattelzeug war bereits im Lkw verstaut und so vollkommen leer, kam mir der Raum viel größer vor, als er wirklich war. 'Morgen geht es also los' dachte ich, während ich Löcher in die Luft starrte. In mir kamen Zweifel hoch: Tat ich wirklich das Richtige? Alles aufgeben und neu anfangen? So weit weg? Schnell schob ich diese Gedanken zur Seite und sagte zu mir selbst: „Es ist das Richtige.“

      Eine Weile lauschte ich den Geräuschen die aus den Boxen meiner Pferde zu mir durchdrangen. Die zwei Hengste schienen ihr Heu zu genießen und noch nicht zu ahnen, dass es morgen auf große Reise ging. Woher sollten sie es auch wissen? Meine Gedanken waren verwirrend, ich beschloss etwas dagegen zu tun und stand von meinem Hocker auf. Langsam schlenderte ich die Stallgasse entlang und blieb vor der Box von Heat stehen. Mein neuer Hengst schaute kurz auf, widmete sich dann aber wieder seinem Heu. Die Stimmung im Stall war irgendwie... bedrückt... nein, traurig! Ich würde den Stall vermissen, mit der kleinen Sattelkammer, der eigentlich gar nicht vorhandenen Stallgasse, dem alten, modrigen Geruch, ich liebte ihn einfach so wie er war: klein, aber fein! Und schon morgen würde ich ihn verlassen, eintauschen gegen ein großes Gestüt, weit weg von Deutschland. Aber Finnland ist toll, gar keine Frage. Ich hatte es mir schließlich selbst ausgesucht.
      Draußen war es bereits dunkel, Klaus war im Bett, morgen ging es früh los, und ich geisterte im Stall rum. An schlafen war gar nicht zu denken. Ich war viel zu aufgeregt und machte mir zugleich Sorgen, ob alles klappen würde.
      Die Strecke hatte knapp 2500km, die wir in 4 Tagesetappen zurücklegen wollten. Über Dänemark und Schweden ging es nach Finnland. Wir würden keine Fähre nehmen, weswegen wir die Ostsee einmal halb umrundeten. Für die Nächte hatten wir Quartiere organisiert, eigentlich war alles geplant, trotzdem fühlte ich mich nicht wohl. Ich hatte Angst.
      Monster schnaubte leise, als würde er mich trösten wollen. Ich lächelte ihn an: „Ich denke, ich werde schlafen gehen.“ Kurz schaute ich noch bei den Stute vorbei, alles in Ordnung! Kurze Zeit später sank ich, plötzlich von der Müdigkeit eingeholt, in mein Bett. Das letzte Mal.

      Unsanft wurde ich von meinem Wecker aus dem Schlaf gerissen. Müde rieb ich mir die Augen und wankte ins Bad. Nach dem Duschen ging ich in die Küche, dort war Klaus schon im Gange. „Guten Morgen“, begrüßte ich ihn. Er drehte sich um: „Guten Morgen! Gut geschlafen?“ - „Ach, es geht“, antwortete ich ihm. Schweigend gingen wir nun unseren Arbeiten nach. Während Klaus noch einiges an Verpflegung zusammenpackte, machte ich mich auf den Weg in den Stall. Verschlafen guckten die Pferde mich an. „Hey ihr! Jetzt geht’s bald los.“ Irgendwie freute ich mich. Der ganze Planungsstress war nun endlich vorbei und es ging auf in ein neues Leben.
      Ich beschloss mit den Hengsten anzufangen. Die Sachen waren zum Glück ordentlich bereitgelegt, also schnappte ich mir zuerst das Halfter von Heat und betrat seine Box. Der Hengst drehte sich zu mir um und ließ sich brav aufhalftern. Anschließend legte ich ihm die Abschwitzdecke auf und seine Beine versah ich zum Schutz mit Transportgamaschen. „Jetzt bist du gut gewappnet für den Umzug“, streichelte ich ihm über den Hals. Ich ging wieder aus der Box und verschloss diese. Dann war Monster an der Reihe. Auch er bekam eine Decke, Gamaschen und das Halfter zog ich ihm schon auf. Auch die beiden Stuten bekamen die volle Montur. Grade als ich mit Summer fertig war, kam Klaus aus dem Haus. „Na, startklar?“, fragte er. „Jap, soweit hab ich alles fertig“, antwortete ich ihm. „Gut, dann verladen wir jetzt und dann geht’s los. Ich pack schnell noch die restlichen Sachen in den Lkw.“ Ich öffnete in der Zwischenzeit schonmal den Transporter. Vier Pferde konnten darin bequem eine längere Strecke zurücklegen. Heunetze hatte Klaus gestern Abend schon angebracht, also ging ich nun in den Stall und holte Heat. Der Hengst wurde unruhig, als ich ihn auf den Transporter führte, folgte mir dennoch brav die Rampe hinauf. Ich band ihn sicher an und ging zurück in den Stall. Monster war schon etwas ungeduldig geworden, so alleine im Stall gefiel es ihm gar nicht. Ich hakte den Strick im Halfter ein und führte ihn nach draußen. Der Hengst guckte zwar etwas erschrocken, als ich mit ihm auf den großen Transporter zuging, aber auch er folgte mir brav hinein.
      Nun waren die Stuten an der Reihe. Erst Summer und dann Grey. Die beiden brauchten einige Anläufe, bis sie sich die Rampe hinauf trauten, doch nach kurzer Zeit standen auch die beiden Stuten sicher angebunden im Hänger. Klaus half mir, die Klappe zu schließen. „Was hab ich nur für brave Pferde“, lachte ich. „Ja, das stimmt“, nickte Klaus. „Dann lass uns mal abfahren. Hast du alles eingepackt, was noch nicht in Finnland ist?“ Fügte er fragend hinzu. Ich dachte kurz nach: Pferde sind verladen, Sattelzeug ist eingepackt, meine restlichen Sachen waren im verstaut. „Jury fehlt noch“, sagte ich lachend. Ich rief den jungen Labrador, der schwanzwedelnd hinter dem Stall hervor kam. „So jetzt hab ich alles.“ - „Gut, dann mach noch schnell deinen Rundgang und dann ist Abfahrt.“ Ich lief los. Zuerst durch den Stall, hier war alles leer, ich hatte nichts vergessen. Dann lief ich zum Haus rüber und schaute flüchtig in alle Zimmer. Auch hier: gähnende Leere. Nachdem ich überall das Licht gelöscht und das Haus abgeschlossen hatte, machte ich noch das Flutlicht aus. In völliger Dunkelheit ging ich zum Transporter und stieg ein. Klaus ließ den Motor an und langsam rollten wir vom Hof. Nun ging es endgültig los.
      Unser erstes Ziel war Värnamo in Schweden. Dort würden wir in einem Reitstall die Nacht verbringen. Dann ging es weiter nach Hudiksvall, ebenfalls in Schweden. Da würden wir wieder eine Nacht verbringen. Das nächste Ziel würde dann Luleå sein, immernoch in Schweden. Und von dort ging es dann in der letzten Etappe zu meinem neuen Gestüt, kurz vor Vaasa.
      In 3 Tagen, ausgenommen heute, werde ich in meinem neuen Leben ankommen. Die Aufregung stieg nach jedem gefahrenen Kilometer.
      Kurz vor der dänischen Grenze wurde es langsam hell. Wir hatten es 8 Uhr, eine gute Stunde waren wir nun schon unterwegs. Jury hatte es sich in meinem Fußraum gemütlich gemacht und schlief. Schweigend fuhren wir in Richtung Dänemark.
      Nicht nur ich, sondern auch Klaus war sichtlich erleichtert, als wir am Abend endlich in Värnamo ankamen. Das stundenlange sitzen machte müde und nachdem wir die Pferde ausgeladen und versorgt hatten, fielen auch wir kaputt ins Bett.
      Am nächsten Morgen ging es früh weiter. Wir wollten keine Zeit verlieren, um einem eventuellen Stau vorzubeugen. Schnell waren die Pferde wieder verladen und Jury hatten seinen Platz eingenommen, da fuhren wir auch schon weiter. Wir hatten Glück, kein Stau hinderte uns, unseren Zeitplan einzuhalten. So kamen wir pünktlich in Hudiksvall an und bezogen unser Nachtqartier.
      Das Verladen am nächsten Morgen verlief nicht ganz nach Plan. Die Pferde hatten wohl langsam genug. Bis auf Summer weigerten sich alle Pferde auf den Transporter zu gehen. Nur mit viel Geduld bekamen wir schließlich auch die anderen drei Pferde sicher auf den Transporter. Nun ging es in Richtung Luleå, das letzte Ziel, bevor wir nach Finnland kommen würden. Am Abend kamen wir dort an, die Pferde waren sichtlich gestresst, sodass ich sie nach kurzer Absprache mit dem Hofbesitzer in der Halle laufen lassen durfte. Zuerst führten wir Summer und Grey zu der großen Halle und ließen sie los. Wie vom Hafer gestochen preschten die beiden Los und drehten eine Runde nach der Anderen. Nach kurzer Zeit stoppte ich die beiden, sie sollten sich ja nicht völlig verausgaben. Zurück in Stall kamen nun Monster und Heat nacheinander in die Halle. Die beiden drehten nicht so durch wie die Stuten. Monster musste sogar animiert werden, sich ein bisschen die Beine zu vertreten. Als alle Pferde zurück im Stall waren, gingen Klaus und ich noch eine Kleinigkeit essen, bevor wir dann auch müde ins Bett fielen.
      Am nächsten Morgen standen wir wieder vor dem Verladeproblem. Die Pferde hatten nun endgültig die Nase voll vom Hänger fahren, ich konnte es nachvollziehen, doch heute Abend würden sie in ihrem neuen Zuhause ankommen. Mit zwei Longen als Überzeugungsmittel bekamen wir schließlich alle Pferde in den Transporter. Und los ging es, die letzte Etappe stand vor uns.
      Die Fahrt kam mir unendlich lang vor. Ständig schaute ich aufs Navi, wieviele Kilometer es noch anzeigte. Nachdem wir die Grenze nach Finnland überquert hatten, wurde ich immer ungeduldiger. Und als das Navi dann nurnoch 50 Kilometer anzeigte, war ich plötzlich unglaublich aufgeregt.
      Und dann war es soweit! Wir fuhren die Hofeinfahrt entlang. Das große Gestüt zeigte sich von seiner schönsten Seite. Alles war wunderschön herausgeputzt und es war alles meins. Ich konnte es gar nicht glauben! Klaus parkte den Transporter auf dem Parkplatz und wir stiegen beide aus. Jury verschwand sofort hinter dem Hengststall um den Hof zu erkunden. Ich ließ ihn laufen. Zuerst luden wir die beiden Stuten aus und führten sie am Hengststall vorbei zum Stutenstall. Dort bezogen die beiden ihre neuen Boxen. Summer stürzte sich sofort auf das Heu, Grey erkundete erstmal ihren großen Paddock.
      Die beiden Hengste brachten wir in den Hengststall.
      Nachdem die Pferde versorgt, der Transporter ausgeladen und wir totmüde waren, gingen wir in das kleine, gemütliche Haus und machten uns etwas zum Abendessen. Danach wollten wir beide nurnoch ins Bett. Klaus würde sich morgen wieder auf den Weg nach Deutschland machen und ich würde mich endlich ausgiebig um meine Pferde kümmern. Ich war unglaublich glücklich, als ich im dunkeln im Bett lag und auf das Einschlafen wartete.
    • Mongofisch
      Pflegebericht 4 - 20.11.2013
      Monster stand gelassen neben mir. Es war zwar heute erst seine zweite Körung, auf die ich ihn vorstellte, trotzdem schien er nicht besonders aufgeregt zu sein. Ich zupfte noch ein bisschen an meinem Outfit rum, dann wurden wir auch schon aufgerufen. Gekonnt schwang ich mich auf den großen Tinkerhengst und gab ihm mit leichtem Schenkeldruck zu verstehen, dass es los ging.
      Während wir im Schritt die Halle betraten, kam Applaus auf. Lächelnd ritt ich die Mittellinie entlang und blieb bei X stehen. Mit der rechten Hand grüßte ich die drei Richter, die an der kurzen Seite saßen und mich genau beobachteten. Einer der Richter grüßte zurück und wir setzten uns wieder in Bewegung. Bevor ich die kurze Seite erreichte, trabte ich Monster an und bog auf die linke Hand, auf der ich direkt auf den Zirkel wendete. Der Hengst bog sich sehr schön unter mir und ich flüsterte ihm zu: „Sehr gut!“ Bei X angekommen wechselte ich aus dem Zirkel und präsentierte den Trab auch auf der rechten Hand. Nach einer Zirkelrunde ging ich ganze Bahn und parrierte meinen Hengst zum Schritt durch. Die lange Seite schritten wir so entlang, am Ende machte ich aus der Ecke kehrt, um wieder auf die linke Hand zu kommen. Erneut gingen wir die lange Seite entlang, in der Mitte der kurzen Seite bogen wir auf die Mittellinie ab und wechselten so erneut die Hand. Durch meinen Schenkeldruck trabte ich den großen Schecken an und lenkte ihn sanft auf den Zirkel. Nur ein kleines Stück nahm ich meinen äußeren Schenkel zurück um Monster anzugaloppieren. Er sprang sofort an. Sein Galopp war raumgreifend und taktklar. Die rechte Hand war seine Stärke, also ließ ich ihn hier auch ganze Bahn galoppieren. An der langen Seite machte er einen kleinen Freudensprung, ließ sich aber dennoch gut kontrollieren. Ich parrierte ihn zum Trab durch und machte einen Handwechsel, indem ich durch die ganze Bahn wechselte. Auf der linken Hand klappte das Angaloppieren nicht so gut, dennoch war sein Galopp schön taktklar. Eine Zirkelrunde ließ ich ihn galoppieren, dann parrierten wir zum Trab durch und gingen ganze Bahn. In der Mitte der kurzen Seite bog ich ihn auf die Mittellinie und blieb bei X stehen. Zum Abschluss grüßte ich die Richter erneut. Diese grüßten zurück und es wurde applaudiert. Lächelnd verließ ich am langen Zügel die Halle. Draußen angekommen klopfte ich dem Hengst lobend den Hals. Insgesamt war ich sehr zufrieden mit ihm.
      Nachdem ich Monster abgesattelt und versorgt hatte, ging ich zurück in die Halle um den anderen Teilnehmern zuzuschauen und auf das Ergebnis zu warten.
    • Mongofisch
      Pflegebericht 5 - 20.11.2013
      Missmutig räumte ich das Geschirr vom Mittagessen weg. Aufräumen war einfach nicht mein Ding, daher machte ich es selten ordentlich. Und trotzdem war es nie wirklich unordentlich bei mir. Als die Küche wieder einigermaßen vorzeigbar war, zog ich mir Schuhe und Jacke an und ging raus zu den Pferden. Ich hatte mich dazu entschieden, die Stuten heute noch nicht zusammen auf die Koppel zu stellen, Cala sollte sich erstmal eingewöhnen und mit den anderen Beiden vertraut machen. Sie konnten schließlich immer auf den Paddock, da würde ihnen der eine Tag ohne Weidegang nicht schaden.
      Heat und Monster hingegen standen seit heute morgen auf der Koppel und wollten sicher bald rein, denn heute war es wirklich kalt. Die Temperatur lag um den Gefrierpunkt und für morgen wurde Schnee vorausgesagt. Mal schauen, ob hier auch was runter kommen würde.
      Ich lief zur Hengstweide und halfterte die beiden Großen auf. Die schienen erleichtert zu sein, endlich rein zu dürfen. Im Stall brachte ich Heat in seine Box, Monster band ich auf der Stallgasse an. Aus der Sattelkammer holte ich das Putzzeug der beiden und fing an, Monster zu putzen. Zuerst kratze ich seine Hufe aus, dann nahm ich mir eine Wurzelbürste und bearbeitete damit seine Beine. Insgesamt war er zum Glück nicht besonders schmutzig. Nachdem ich ihn fertig geputzt hatte, stellte ich ihn in seine Box, er war schon ungeduldig geworden, weil Heat fressen durfte und er nicht. Jetzt war es aber umgekehrt: Heat band ich auf der Stallgasse an und Monster konnte sich auf sein Heu stürzen, was er auch sofort tat.
      Ich schenkte nun Heat meine ganze Aufmerksamkeit. Auch bei ihm fing ich damit an, die Hufe auszukratzen. Mit der Wurzelbürste bürstete ich den groben Schmutz vom flauschigen Fell des Hengstes. Er hatte schon ordentlich Winterfell bekommen, aber das würde er auch brauchen. Schnell putze ich ihn fertig, dann durfte auch er zurück in seine Box. Anschließend nahm ich mir einen Besen und fegte die Stallgasse sauber. Dann ließ ich die Hengste unter sich und machte mich wieder auf den Weg zum Stutenstall.
      Summer, Grey und Cala waren mit ihrem Heu beschäftigt, als ich den Stall betrat. Lediglich Grey schaute kurz auf, senkte den Kopf dann aber wieder, um weiter zu fressen. „Ihr seid mir schon welche“, lachte ich, ging dann in die Sattelkammer und holte das Halfter von Summer. Schnell war sie aufgehalftert und auf der Stallgasse angebunden. Mit dem Hufeauskratzen fing ich an, danach putzte ich mit der Wurzelbürste. Summer war schlecht gelaunt, ständig schlug sie mit dem Schweif nach mir und hampelte rum. „Jetzt bleib doch mal stehen, Mensch!“ Böse guckte ich sie an: „Wenn du hier so rumzappelst, dauert es nur noch länger.“ Sie schien nicht zu verstehen, denn ihr Verhalten änderte sie nicht. Ich putze sie schnell fertig und ließ sie dann zurück in ihre Box.
      Als nächstes halfterte ich Grey auf und führte sie aus ihrer Box: „Hoffentlich hast du bessere Laune.“ Sie guckte mich fragend an, woraufhin ich den Kopf schüttelte. „Was habt ihr nur heute alle gegen mich?“ Lachend fing ich an, die Hufe der Stute auszukratzen. Langsam wurde mir kalt, weswegen ich mich jetzt etwas beeielte. Schnell putzte ich Grey sauber und nahm ihr dann das Halfter ab. Flink huschte sie zurück in ihre Box und ich machte die Tür hinter ihr zu.
      Als letztes war nun Cala dran, meine neue Stute. Behutsam zog ich ihr das Halfter über und führte sie raus. Etwas verunsichert stand sie auf der Stallgasse und blickte mich an. „Dir passiert nichts“, sagte ich beruhigend und streichelte der Stute über den Hals. Dann begann ich ihre Hufe auszukratzen. Dabei war sie sehr brav und stand still. Lobend klopfte ich ihr den Hals und machte mich dann daran, das Fell zu putzen. Sie war nicht wirklich sauber, deswegen tat ich es einfach, um mich mit ihr Vertraut zu machen. Sie schien zu wissen, dass es ihr gut gehen würde. Manchmal guckte sie zwar noch etwas ängstlich, im Großen und Ganzen war sie aber sehr lieb und freute sich ganz besonders über die Leckerlis, die ich ihr gab. Nachdem ich fertig geputzt hatte, stellte ich sie zurück in ihre Box und schloss diese gut.
      Draußen wurde es bereits dunkel und ich entschied mich, die Türen zum Paddock heute Nacht zuzumachen. Zuerst schloss ich die der Stuten, die mich etwas verdaddert anguckten und sich wunderten, warum ich denn nun den Weg nach draußen versperrte. „Ihr erfriert mir hier sonst noch“, antwortete ich auf die fragenden Blicke der drei. Ich kontrollierte, ob alle noch genug Heu für die Nacht hatten, dann machte ich das Licht aus und verließ den Stall. Schnell ging ich rüber zu den Hengsten und machte auch dort die Paddocktüren zu und löschte das Licht. Im Halbdunkeln tapste ich zum Wohnhaus. Mir war mittlerweile verdammt kalt und ich machte mir drinnen erstmal einen heißen Tee. Dann kuschelte ich mich mit Jury vor den Fernseher. Der kleine Labrador hielt sich mittlerweile fast nurnoch im Haus auf, ihm war es wohl draußen auch zu kalt. Das finnische Fernsehen machte mir immer mehr Spaß, da ich so langsam auch etwas verstand, zwar immernoch nicht alles, aber den Sinn der Filme konnte ich recht gut verstehen. Heute guckte ich mir eine Doku über Eisbären an. Nachdem was ich bis jetzt verstanden hatte, fand ich es ziemlich Interessant.
      Um halb 10 machte ich mich langsam bettfertig und fiel dann auch müde in einen tiefen ruhigen Schlaf.
    • Mongofisch
      Hufschmiedbericht 1 - 22.11.2013


      Heute führte mich mein Auftrag auf den Hof von Mongofisch, wo ich die Hufe von dreien ihrer Tinker kontrollieren und korrigieren sollte. Angekommen, stieg ich aus und sah Mongofisch bereits auf dem Paddock einer Box, die dem Parkplatz am nächsten war. Wir winkten uns freundlich zu und während ich mein Werkzeug auslud und Richtung Stall trug, halfterte sie den Braunschecken auf, der neben ihr stand und sie frech anstupste. Vor dem Stallgebäude begrüßten wir uns und während ich mir die Schürze umband zeigte Mongofisch mir Schritt und Trab von Monster Energy, wie der schicke Hengst hieß. Zwar war der Hengst mehr darauf bedacht, seine Besitzerin zu ärgern, doch trotzdem waren seine Gänge taktklar und flüssig. Ich hatte genug gesehen und so band Mongofisch den Tinker an, damit ich mich an die Arbeit machen konnte, nachdem ich mich mit einem Leckerli vorgestellt hatte. Gekonnt nahm ich den ersten Huf aus und nachdem ich ihn ausgekratzt hatte begann ich, die Hufwand zu kürzen und anschließend das Zerfallshorn aus der Sohle zu schneiden. Monster Energy drehte frech den Kopf und als ich den Huf abschließend auf den Hufbock stellte, um die Hufwand zu begradigen, war ich froh, dass ich mit meinem Hinterteil nicht in Richtung seines Mauls stand, führte die Kombination aus Neugierde und Frechheit doch dazu, dass er gerne mal zwickte. Ansonsten verhielt sich Monster Energy problemlos und als Mongofisch ihn ablenkte war auch das Schnapp-Problem gelöst. Routiniert schnitt ich alle vier Hufe aus und kürzte und begradigte die Hufwände. Bis auf den letzten Huf, bei dem der Schecke zunächst der Meinung war, ihn mir nicht geben zu müssen, verhielt er sich brav und ruhig und mit ein wenig gutem Zureden lösten wir auch dieses Problem. So konnte ich den Hengst schon bald loben und nach dem abschließenden, problemfreien Gangtest wurde er mit einem Leckerli wieder in seine Box verabschiedet, wo er von seinem Boxennachbar schon erwartet wurde. Mongofisch und ich machten uns unterdessen auf den Weg zu einem zweiten Stallgebäude, hier waren die Stuten untergebracht, verriet mir die Hofbesitzerin. Während ich den Hufbock bereit stellte halfterte Mongofisch einen Graufalben auf und führte die Stute aus dem Stall. Nachdem ich mich auch Grey Love mit einem Leckerli vorgestellt hatte, zeigte mir Mongofisch die Gänge der Stute. Die Fünfjährige hatte raumgreifende Gänge und orientierte sich aufmerksam am Tempo ihrer Besitzerin. Anschließend band Mongofisch ihre Stute vor dem Stallgebäude an und während Grey Love damit beschäftigt war, verzweifelt bei Mongofisch nach einem Leckerli zu betteln, ließ sie sich von mir nicht stören, während ich das Zerfallshorn aus der Sohle schnitt und anschließend die Hufwand mit Hilfe von Schlageisen und Klinge kürzte. Als ich den Huf auf dem Hufbock platzierte war ein neugieriges Drehen des Kopfes alles, was ich Grey Love entlocken konnte. Zwar beobachtete die Stute mich neugierig, als ich die Prozedur nach und nach bei all ihren Hufen wiederholte, doch als ich ihr noch ein Leckerli zusteckte, nachdem sich ihre Gänge nicht ungewöhnlich verändert hatten, war die junge Stute zufrieden und ließ sich von Mongofisch zurück in ihre Box führen. Gemütlich trat nun eine braungescheckte Stute neben meiner Auftraggeberin aus dem Stall. Die Tinkerstute wurde mir als Summer Holiday vorgestellt und streckte mir freundlich die samtenen Nüstern entgegen, als ich ihr meine Hand darbot, natürlich mit einem Leckerli darauf. Nachdem die kräftige Stute das Leckerli zufrieden schnaubend zermahlen hatte, ließ ich mir auch ihre Gänge vorführen. Zunächst vollführte Summer Holiday einige Buckler, doch als sie sich beruhigt hatte präsentierte sie schöne, klare Gänge und Mongofisch bestätigte mir, dass die Stute eine Begabung in der Dressur hatte. Entspannt ließ der Schecke sich anbinden und während Mongofisch den Mähnenkamm der Stute kraulte, was diese laut seufzend genoss, ließ sie mich problemlos nacheinander ihre Hufe aufnehmen, sodass ich die Prozedur wiederholen konnte, die ich auch schon bei meinen anderen beiden heutigen Kunden gemacht hatte. Summer Holiday hatte festes, gesundes Horn und ließ sich die gesamte Zeit nicht aus der Ruhe bringen, sodass ich meine Arbeit an ihren schweren Hufen bald beendet hatte. Nachdem ich sie noch einmal vortraben und Schritt gehen ließ wurde sie mit einem Leckerli zurück in ihre Box verabschiedet. Die kleinen Unsicherheiten im Gang, die sich nach der Hufbehandlung eingeschlichen hatten, kamen nur vom Ausschneiden und dem neuen Gefühl beim Belasten der einzelnen Hufe und würden sich nach wenigen Tagen legen. Mongofisch half mir noch, mein Werkzeug zurück zum Auto zu tragen, dann verabschiedete ich mich und während Mongofisch zurück in Richtung der Ställe lief rollte ich langsam vom Hof.
      4.039 Zeichen | Zaii
    • Mongofisch
      Pflegebericht 6 - 26.11.2013
      Als ich heute morgen verschlafen das Haus verließ, schlug mir ein eisiger Wind entgegen. Der ganze Hof war mit einer Schicht Morgenreif bedeckt, man könnte fast meinen, es hätte geschneit, doch entgegen des Wetterberichts, war noch kein Schnee gefallen. Mir war das Recht, so konnte ich noch ein wenig die schneefreie Zeit genießen.
      Jury folgte mir zum Stutenstall, dessen Tür ich weit aufzog. „Guten Morgen, meine Lieben“, begrüßte ich die Drei, die noch dösend in ihren Boxen standen. Im Gegensatz zu draußen, war es im Stall schön warm. Doch das änderte ich jetzt, indem ich die Türen zu den Paddocks öffnete. Summer war die erste, die sich in die Kälte traute. Mit erhobenem Kopf streckte sie sich und gab dann ein schrilles Wiehern von sich. Antwort bekam sie keine, deshalb ging sie missmutig zurück in den Stall.
      In der Zwischenzeit hatte ich die Schubkarre mit Heu befüllt und verteilte nun das Frühstück an die Stuten. Bevor ich zu Heat und Monster rüber lief, zog ich meine Jacke weiter zu und vergrub meine Hände in den Taschen. Hastig stolperte ich über den Hof und wäre dabei beinahe auf einer gefrorenen Pfütze ausgerutscht. Erschrocken wedelte ich mit den Armen und konnte mein Gleichgewicht grade noch halten. Bei den Hengsten angekommen, öffnete ich auch bei ihnen erstmal die Paddocktüren. Heat und Monster hatten jedoch weniger Interesse daran, in die Kälte zu gehen, sie warteten lieber auf ihr Frückstück, dass ich grade in die Karre lud. Nachdem jeder seine Portion bekommen hatte, schnappte ich mir Jury und ging mit ihm ins Haus. Dort frühstückte ich selber und gab dem Hund sein Futter.
      Nach kurzer Zeit räumte ich mein Geschirr und die Lebensmittel weg und zog mich wieder warm an. Draußen hatte sich mittlerweile die Sonne durchgekämpft und gab einige warme Strahlen ab. Die Pferde bekamen nun ihr Kraftfutter. Der Tierarzt hatte bei Cala einen Biotinmangel festgestellt, weswegen sie spezielles Mineralfutter bekam. Während die Pferde ihr Futter fraßen, lief ich die Koppeln ab, um die Zäune zu kontrollieren. Jury leistete mir dabei Gesellschaft und beschnüffelte ausführlich jeden Zaunpfosten. Ihm schnien nichts außergewöhnliches aufzufallen, mir auch nicht, also gingen wir zurück zum Stutenstall. Die drei Tinker hatten mittlerweile aufgefressen, sodass sie nun auf die Weide konnten. Ich brachte Summer und Grey zur Stutenweide und ließ die beiden dort frei. Cala blieb im Stall, da ich gleich mit ihr arbeiten wollte. Sie war davon zwar nicht begeistert, musste da aber nun durch. Nachdem auch die beiden Hengste auf der Koppel standen, widmete ich mich Cala, die unruhig in ihrer Box stand.
      „Komm, wir gehen dich erstmal putzen“, sagte ich zu der Stute, während ich sie auf die Stallgasse führte. Dort angebunden, begann ich damit, die Hufe auszukratzen. Anschließend bürstete ich das Fell sauber und wischte ihr mit einem Schwämmchen die Nüstern und die Augen sauber. „So kleine Maus, jetzt machen wir mal was für deinen Rücken“, sagte ich, während ich ihr den Longiergurt auflegte. Eowin, meine Tierärztin, hatte festgestellt, dass Cala im Rücken sehr verspannt war und mir einige Übungen empfohlen. Ich zäumte die Stute mit dem Kappzaum und ging dann mit ihr zur Halle. Dort hatte ich bereits vier Trabstangen auf die Zirkellinie gelegt, führte Cala aber erstmal im Schritt ein bisschen durch die Halle.
      Nach 10 Minuten Führen, ließ ich meine Stute nun an der Longe auf dem Zirkel gehen. Sie war etwas guckig, ging aber brav ihre Runden. Kurze Zeit später gab ich das Kommando zum antraben, Calacirya folgte brav und setzte zum Trab an. Ich ließ sie einige Runden traben und wechselte dann die Hand. Auch auf dieser trabte ich sie einige Zeit. Dann nahm ich die Longe etwas kürzer, sodass der Zirkel kleiner wurde und Cala über die Stangen traben musste. Als ob sie diese noch nicht gesehen hätte, stolperte sie darüber. Eine Runde später sah es schon besser aus, sie hob die Beine ordentlich an. Erneut ein Handwechsel und das Gleiche nochmal. Cala ließ den Kopf langsam fallen und trabte ruhig und gleichmäßig. Ich entschied an dieser Stelle aufzuhören, also ließ ich die Stute noch ein bisschen Schritt gehen, dann brachte ich sie zurück in den Stall. Dort nahm ich ihr Gurt und Kappzaum ab und brachte sie zu Summer und Grey auf die Koppel.
      Nachdem ich Cala longiert und auf die Weide gebracht hatte, machte ich mich nun daran, die Boxen auszumisten. Als das dreckige Stroh aus allen Ställen verschwunden und auf dem Misthaufen gelandet war, streute ich die Boxen mit frischem Stroh ein. Außerdem legte ich jedem Pferd schonmal die Heuportion für den Abend hin und bereitete dann das Kraftfutter vor. Als kleines Leckerli gab ich in jede Futterschüssel einen Apfel und eine Banane, dann ging ich in die Halle und räumte dort die Stangen weg. Um noch ein paar Sachen einzukaufen, stieg ich in mein Auto und fuhr zum Supermarkt. Mein Finnisch war mittlerweile schon recht gut, ich konnte mich verständigen und wurde scheinbar auch verstanden.
      Als ich vom Einkaufen wiederkam, war es bereits dunkel, also holte ich schnell die Pferde rein und schloss die Paddocktüren, damit es über Nacht nicht zu kalt im Stall wurde. Schließlich bekamen Summer, Grey, Cala, Monster und Heat noch ihr Kraftfutter. Ich zog die Türen der Ställe zu und ging mit Jury ins Haus. Erschöpft machte ich mir was zum Abendessen, machte mich danach bettfertig und schlief auch schnell ein.
    • Mongofisch
      Pflegebericht 7 - 03.12.2013
      In den letzten Tagen hatte es viel geschneit, sodass der ganze Hof mittlerweile von einer dicken, weißen Schicht überzogen war. Es war bitterkalt, was aber scheinbar nur meinen Hund Jury und mich störte. Der Labrador verbrachte die meiste Zeit im Haus und auch ich hielt mich nicht gerne draußen auf. Aber da die Pferde auch bei Kälte und Schnee versorgt werden wollen, blieb mir nichts anderes übrig, als das Haus zu verlassen.
      Warm eingepackt stapfte ich durch den Schnee zu meinen Stuten. Ich entschied mich dafür, sie nur den Vormittag rauszustellen, damit sie nicht zu sehr auskühlten. Ich schnappte mir also die Halfter von Cala und Summer, Grey folgte den beiden so. Flink waren die Stuten aufgehalftert und wir gingen zu viert zur Weide. Dort angekommen löste ich die Führstricke und entließ die Stuten auf die Koppel. Cala galoppierte sofort los und buckelte wild. Lachend rief ich ihr zu: „Pass auf, dass du dich nicht hinlegst!“ Schnell zückte ich meine Kamera und schoß ein paar schöne Fotos. Anschließend stapfte ich zum Hengststall und brachte Heat und Monster auf die Koppel. Die beiden mochten das Wetter scheinbar nicht so gerne. Skeptisch beschnupperten sie den Schnee. Grade als sie nebeneinander standen, machte ich ein schönes Foto. Dann überließ ich die Hengste sich selbst und stiefelte zurück in den Stutenstall um dort die Boxen zu misten.
      Nachdem die Stuten frisches Stroh und Heu bekommen hatten, machte ich mich daran, die Paddocktüren von außen freizuschaufeln. Das war vielleicht eine Arbeit! Ich brauchte sicher eine Stunde, bis die Türen endlich ganz auf gingen. Schnaufend ließ ich mich in der Stallgasse auf einen Putzkasten fallen. Nach der Schufterei war mir nicht einmal mehr kalt und wenn ich daran dachte, dass auch im Hengststall noch zwei Türen freigemacht werden wollten, schauderte es mir. Ein paar Minuten saß ich so da und erholte mich, dann ging ich missmutig in den anderen Stall, um dort die Boxen von Heat und Monster zu machen.
      Nach einer weiteren Stunde waren die Boxen frisch und die Türen zum Paddock frei, sodass ich nun die Stallgasse fegte. Anschließend ging ich erschöpft ins Haus und machte mir dort eine Tasse heißen Tee. Während ich diesen langsam trank, schaute ich mir im Fernsehen die Wetternachrichten an. In den nächsten Tagen sollte es weiter schneien und die Temperatur sollte bei rund -5 Grad liegen. Seufzend schaltete ich den Fernseher aus und stellte meine leere Tasse in die Spüle. „Jury, komm, du musst auch mal raus“, rief ich meinen Hund und stiefelte missmutig mit ihm über den Hof. Zuerst holte ich die drei Stuten rein, dann die beide Hengste. Hungrig machten sich alle über das frische Heu her.
      Von Jury begleitet kehrte ich zurück ins Haus. Dort setzte ich mich an meinen Computer und suchte eine gute Seite, auf der ich ein Jobangebot ausschreiben konnte. Ich hatte mich entschieden einen Stallburschen einzustellen, der mir auch bei handwerklichen Arbeiten zur Hand gehen konnte. Ich versuchte in der Anzeige möglichst gutes finnisch zu präsentieren. Ob mir das gelungen war, wusste ich nicht, aber ich selbst war zufrieden, als ich den Text nocheinmal überflog. Mit ein paar Fotos vom Hof und den Pferden veröffentlichte die Anzeige und machte dann den Computer wieder aus.
      Den Nachmittag verbrachte ich damit, Weihnachtsplätzchen zu backen und mein Wohnzimmer schön zu dekorieren. Grade jetzt in der Weihnachtszeit fühlte ich mich oft einsam und alleine. Insgeheim hoffte ich auf einen Stallburschen, mit dem ich mich gut verstehen würde, auch außerhalb der Arbeit. Aber man kann sich schließlich nicht alles nur vorstellen, man muss die Tatsachen sehen.
      Am Abend ging ich erneut nach draußen und schloss die Paddocktüren, die zum Glück noch nicht wieder so zugeschneit waren. Dann gab ich den Pferden noch eine Portion Heu für die Nacht und jedem sein Kraftfutter. Müde löschte ich das Licht und machte mich dann fertig fürs Bett. Schnell schlief ich mit meinem Labrador im Arm ein.
    • Mongofisch
      Pflegebericht 8 - 13.12.2013
      Ich parkte meinen Wagen neben dem von Kimi und stieg aus. Monster und Heat schauten mir von der Weide aus entgegen. Sie schienen sich wohl zu fühlen und seit Kimi bei mir arbeitete, tat ich das auch. Ich war glücklich! Mit den Pferden lief es super, Caletta war über den Berg, Calista würde bald eingeritten werden und auch die alten Hasen entwickelten sich super. Besser konnte es gar nicht laufen!
      Lächelnd lief ich am Hengststall vorbei zum Wohnhaus und betrat die modern eingerichtete Küche. Am Tisch saß Kimi, wie sollte es anders sein, mit einer Tasse Tee in der Hand. „Hey, wie geht’s dir?“ Fragte ich, während ich mir ebenfalls einen Tee eingoß und mich auf einen Stuhl fallen ließ. „Ach“, sagte er. „Mir geht’s doch immer gut. Wie siehts mit dir aus? Alles gut verlaufen bei deinem Auftrag?“ Ein Lächeln zeichnete sich auf seinem Gesicht. Schüchtern wandte ich meinen Blick ab und antwortete: „Ja ähm, alles super gewesen, ein tolles Pony hatte ich heute.“ - „Ich denke, wir können Calista bald mit den Anderen zusammen stellen. Ich habe zwar noch nicht so viel Ahnung, aber sie und Summer haben sich heute über den Zaun hinweg gekrault. Das hättest du sehen müssen! Total niedlich die Beiden!“ Ein komisches Bild, Kimi so begeistert zu sehen. Es schien ihm wirklich zu gefallen, auf dem Hof, mit den Pferden zu arbeiten. Lächelnd nickte ich und trank aus meiner Tasse. „Ich denke auch, die Stuten sind ja alle sehr umgänglich. Und Calista gefällt es sicher auch besser, wenn sie sich auf der großen Weide mal so richtig austoben kann!“
      Einige Minuten saßen wir schweigend da und tranken unseren Tee. Ich genoss die Stille, dachte ein wenig nach. Mir ging es einfach nicht mehr aus dem Kopf, wie es mit Caletta weiter gehen sollte. Ich tendierte zwar dazu, ein weiteres Fohlen zu kaufen oder zumindestens für ein oder zwei Jahre auf den Hof zu holen, war mir aber trotzdem unsicher, ob es nicht besser wäre, wenn die Kleine in einer größeren Herde aufwachsen würde. Vielleicht sollte ich einmal mit meiner Tierärztin sprechen, wie ihre Meinung dazu war und was für Calettas Entwicklung am Besten wäre.
      Eine sanfte Stimme holte mich in die Realität zurück. „Was steht denn heute noch an?“ Kimi stand an die Spüle gelehnt und grinste mich an. „Hm“, gab ich zurück. „Alles Wichtige ist schon erledigt. Wir könnten eine Runde ausreiten gehen. Vielleicht mit Monster und Heat? Die Beiden freuen sich sicher, mal raus zu kommen.“
      Schnell war es beschlossene Sache, Kimi würde Heat reiten und ich Monster. Wir holten rasch die Hengste von der Koppel und banden sie auf der Stallgasse an. Kimi konnte mittlweile selbstständig putzen und auch satteln klappte schon ganz gut. Nur beim Trensen brauchte er noch meine Hilfe. Aber auch das schaffte er unter meiner Anweisung schon fast alleine. Heat war aber auch besonders brav und wartete geduldig, bis Kimi die Trense richtig über die Ohren gezogen hatte.
      Rasch legte ich Monster nun seinen Westernsattel auf und zog ihm die hübsche Einohrtrense über die Ohren. Dann verließen wir den Stall und schwangen uns in den Sattel. Im gemütlichen Schritt ritten wir an der Halle vorbei, den Weg zum Wald.
      Einige Zeit verfolgten wir den gewohnten Weg, schweigend, nur die Hufe im Schnee waren zu hören. An einer Weggabelung hielt Kimi seinen Hengst an. „Wie wäre es, wenn wir hier mal rechts lang gehen?“ Fragte er mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen. „Ja“, nickte ich und wir bogen auf den rechten, uns unbekannten Weg ab. Monster und Heat waren entspannt und trotteten brav nebeneinander her, auch das fremde Gelände konnte sie nicht aus der Ruhe bringen.
      Nach einiger Zeit kamen wir an einen kleinen See, das Wasser glänzte, kein Lufthauch zerstörte die glatte Oberfläche. Es sah atemberaubend aus und Finnland bewies mir mal wieder, das ich mit dem Umzug die richtige Enscheidung getroffen hatte. „Schön, nicht wahr?“ Kimi sah mich aus seinen treuen, leuchtenden Augen an. „Oh ja“, nickte ich und es trat wieder eine beruhigende Stille ein.
      Den ganzen Ausritt sprachen wir nur vereinzelt ein paar Wörter. Es war einfach schön, die Landschaft zu genießen, die Ruhe und die Zweisamkeit. Wenn es nach mir ginge, könnten wir das jeden Tag machen, doch auch die Arbeit auf dem Gestüt machte sich nicht von alleine. Ich musste hart daran arbeiten, meine Zucht vorranzutreiben, die Pferde zu fördern und den Hof instand zu halten.
      Es wurde bereits dunkel, als wir nach Hause zurückkehrten. Grey wieherte uns sehnsüchtig entgegen, während wir an der Weide vorbeiritten. „Ihr kommt gleich rein“, rief ich ihr lachend zu. Am Hengststall stiegen wir ab und versorgten Monster und Heat. Die Beiden hatten mächtig Hunger und freuten sich über ihr Abendbrot.
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
    Hochgeladen von:
    Mongofisch
    Datum:
    27 Juli 2014
    Klicks:
    441
    Kommentare:
    22