Rhapsody

Minou *

Connemara -- im Besitz seit 10/2017 -- Staatsprämienstute -- von Moonlight Shadow -- Aa Ee

Minou *
Rhapsody, 10 Okt. 2017
Rinnaja und Occulta gefällt das.
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      Alte Pflegeberichte
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      Wieder zu Hause
      24. Dezember 2013 -- unbk.

      Schon heute Morgen hatte man gemerkt, dass ein ganz besonderer Tag anstand. Denn heute war der 24.12.2013 und das hieß Weihnachten! Wer es vorher noch nicht gewusst hatte, der erfuhr nun, dass Amy nichts mehr liebte als Weihnachten. Das schien in der Familie zu liegen, denn auch Lou war total verrückt danach. Dementsprechend sah es auf Heartland auch aus, fast jeder Tannenbaum war mit Lichterketten geschmückt und überall leuchtete und funkelte es. Nicht zu vergessen waren die Geschenke, welchen Weihnachten zum Fest der Liebe machten. Ich kam kaum noch hinterher, die Geschenke von Freunden anzunehmen und die Päckchen meiner Familie musste ich auch dringend noch auspacken, aber das würde ich auf heute Abend verschieben, so lange war es bis dahin nämlich eh nicht mehr. Inzwischen hatten wir es halb fünf und ich war mit Sugar Dream schon fertig, so dass ich gelassen über die Ranch schlenderte, ehe ich an eine der Weiden stehen blieb. Auch Sarah hatte schon ein großes Geschenk von Amy bekommen, aber was heißt groß, eigentlich war es nur 1.40m, aber es würde bestimmt noch wachsen. Mit neugierigem Blick stand die junge Connemarastute auf ihrer Weide und beobachtete ihre Umgebung. Wie ich sah, hatte Amy sie bereits in ihre neuste Kollektion eingekleidet, ein weihnachtlich rotes Halfter und eine richtig schicke grüne Decke passend zum heutigen Fest. Jetzt, wo die Kleine dort so stattlich stand, wirkte sie viel größer und älter als heute Morgen, als sie ankam. Denn eigentlich war sie erst zwei Jahre halt und noch mitten in der Phase, wo man als Pferd einfach nur vollkommen daneben aussah: Lange Beine, völlig überbautes Hinterteil und ein viel zu großer Kopf. Die Braune hieß Minou und ich musste sagen, der Name passte zu ihr ausgesprochen gut, nein, eigentlich war er perfekt. Die junge Stute stammte von zwei Pferden aus Sarahs Zucht, nämlich von ihrem geliebten Moon und der orangeschimmernden Kürbis. Sie hatte die letzten Jahre in einer Aufzuchtstation verbracht, da Sarah damals nur Hengste besessen hatte, aber nun war sie wieder hier. Ich betrachtete sie ein Weilchen, ehe ich mich seufzend abwand, denn ich hasste es, wenn ich mich in ein Pferd verliebte. Bisher war ich dieser Gefahr hier auf Heartland erfolgreich ausgewichen, aber nun hatte es mich voll erwischt.
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      An diesem Weihnachtsmorgen wurde ich gehörig überrascht...dies gleich zweierlei! Einerseits hatte mich Eddi aus der fernen Normandie angerufen - Kürbis würde nun mir gehören, gleichermaßen war gerade Varulv auf dem Weg zu mir!
      Dann als ich den Stall betrat, erschien Cayden davor, Amy und Ty hörte ich von drinnen "Sie darf jetzt kommen" Mit verbundenen Augen wurde ich vorbei an den Ställen hinaus auf die Offenställe zu geführt. Dort erwartete mich ein atemberaubender Anblick - Minou!
      Sie war nur ein Jahr nach Wish im Jahr 2011 von Kürbis als zweites Fohlen von Moon zur Welt gekommen. Die darauffolgende Zeit hatte sie in einer Aufzuchtstation verbracht, denn ich hatte zu dieser Zeit nur Hengste gehabt. Nun hatte sie mir Cayden zusammen mit Amy zurück gekauft, um sie für die Zucht zu behalten. Gwen stand da, hielt die nun beinahe dreijährige - noch etwas unförmige Stute am Halfter und bekuschelte sie. Jemand anderes hatte Moon am Halter. "So! Jetzt musst du aber ein Foto von allen dreien machen" meinte Gwen, zückte ihr Handy und schoss es für mich. Als ich noch immer vollkommen perplex leichte Tränen in die Augen stiegen. Konnte Weihnachten noch besser werden?
      Wish würde sich sicher freuen seine Schwester einmal wieder zu sehen - damals waren sie noch so klein gewesen. Wobei Wish bereits ein Jahr alt gewesen war! Ich beobachtete wie sich Gwen von der Gesellschaft abwandte – mit Minou am Halfter lief ich ihr hinterher. Nichtsahnend das ich damit nur Salz in die entstehende Wunde streute…. Mit wenigen Schritten holte ich sie ein – „Hey. Fehlt dir die Heimat?“
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      "Hey." begrüßte ich Sarah, welche plötzlich neben mir erschien, als ich gedankenversunken über die Ranch schlenderte. "Es geht. Es ist komisch, so weit zu Hause zu sein und doch irgendwie kein richtiges Heimweh zu haben, weil es hier mit euch einfach Spaß macht. Ich freue mich schon so auf den Weihnachtsball." lächelte ich. Tatsächlich war ich ziemlich ehrlich gewesen, denn so schlimm wie gedacht, war das Heimweh zu Weihnachten gar nicht geworden. Was eventuell auch an den tausend Päckchen und Briefen liegen konnte, die aus Kanada, aber auch aus Deutschland gekommen waren. So gesehen hatte ich kaum Zeit, wegen irgendetwas Heimweh zu haben, denn Geschenke mussten verpackt und verschickt werden und trotz der Feiertage wollten die Pferde auf Heartland auch versorgt und trainiert werden. Außerdem hatte ich ja meine beiden Lieblinge Altair und Ohnezahn mit hier, die beiden machten es nur besser. "Ich wusste gar nicht, dass Wish eine Schwester hat" grinste ich Sarah an und strich der jungen Stute sanft über die Nüstern. Sie besaß etwas ganz besonderes in ihrem Blick, was einem regelrecht anzog und dazu verleitete, sich in die Braune zu verlieben. Ich konnte mir nur zu gut vorstellen, wie sie alle in der Aufzuchtstation geliebt und umsorgt hatten. Sicherlich war sie auch ein kleiner Engel, so wie ihr Name sagte und hatte so direkt jeden um den Finger gewickelt. "Wie kommt es eigentlich, dass sie nun wieder hier ist? Soll sie eine Zuchtstute für deine Zucht werden?" fragte ich neugierig, in der Hoffnung, dass mir die vermutliche Antwort keinen Stich ins Herzen versetzen würde.
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      "Ursprünglicherweise wollte ich sie noch ein wenig länger dort behalten, aber Cayden hielt es für eine gute Idee, wenn sie die anderen hier kennenlernt. Als Zuchtstute wäre sie sicher eine Bereicherung, doch bisher habe ich daran gar nicht gedacht. Mein ursprünglicher Plan nach ihrer Geburt war sie später zu mir zu holen - einzureiten um sie als ein gehobeneres Freizeitpferd zu verkaufen. Schließlich könnte man sie als erstes meiner Zuchtfohlen bezeichnen." damit brachten wir die Stute zurück auf den Paddock zu Kürbis und Willow - die "neue" wurde eingiebig beschnüffelt und bei Kürbis schien eine Art Wiedererkennung eingesetzt zu haben. Sicher war ich mir jedoch nicht ganz...."Was meinst du - wäre sie eine gute Mutter?"
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      Ich beobachtete die drei Stuten, als Sarah die braune Minou auf die Weide ließ. Kürbis kam direkt auf sie zu und schien ihre Tochter irgendwo wiederzuerkennen. „Puh, schwere Frage.“ lächelte ich und musterte die Zweijähirge ausgiebig. „Vom Charakter her scheint sie ja ein Traum zu sein, aber ich denke, bevor sie Mama werden wollen würde, würde sie wohl erst einmal ihr Leben ausgiebig genießen wollen.“ grinste ich und schaute zu, wie Minou ihre Mutter neckisch in die Schulter zwickte und dann einige Schritte davontrabte, um mit Kürbis Fange zu spielen. „Denn ein Fohlen zu haben, hieße ja für sie vor allem Ruhe und Weide. Ich glaube aber, genau das mag sie nicht.“ erklärte ich noch kurz meinen Standpunkt, denn tatsächlich wirkte Minou so, als wollte sie gefördert werden und mehr machen, als nur ihre, wenn auch sicherlich geliebten, Fohlen umsorgen. Als ich mir die Stute so mit einem Fohlen an der Seite vorstellte, entstand direkt die Szene, in welcher Minou nur noch genervt dreinblickte und sich wünschte, ihr Fohlen für ein paar Minuten einer anderen Stute überlassen zu können, welche es nerven könnte.
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      Ich nickte bedächtig, beobachtete wie sie die beiden anderen Stuten umzirkelte, immer wieder in einem rasanten Galopp. Jener war schnell, raumgreifend und obwohl sie untrainiert war hatte sie eine angeborene Ausdauer. "Sie scheint wie ihr Vater zu sein - mehr noch als Wish. Die Pfleger der Aufzuchtsstation haben mir beschrieben sie wäre lernfähig, dazu hätte sie einen unabdingbaren Willen zu gefallen "Will to please" nannten sie es. Zudem ist nicht zu übersehen welche Leidenschaft sie hat - im Distanzsport könnte sie eine große Karriere haben. Minou scheint nicht der Typ zu sein unbedingt ein Fohlen haben zu wollen - vielleicht irgendwann, wenn sie ihre Zeit hinter sich hat. Jetzt jedoch..." ich ließ den Satz unvollendet, schüttelte den Kopf. Und beobachtete belustigt wie sie Willow versuchte zum spielen aufzufordern. Sie war Glücklich wieder hier zu sein, doch mit gleichaltrigen eben so quirrligen Pferden hätte sie ein besseres los. Ich beobachtete Gwen von der Seite, ihre Augen leuchteten - dies hatte ich bisher nur beobachtet, wenn sie mit Ohnezahn oder Altair zu arbeiten begann. Jetzt jedoch hingen ihre Augen an Minou...Ein Plan nahm langsam in meinem Kopf Gestalt an - "Würdest du eine Weile mit ihr arbeiten wollen?"
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      "Der Distanzsport ist interessant." murmelte ich und überlegte kurz, so etwas gab es in Kanada nicht großartig, da wurden bevorzugt Wanderritte gemacht, als dass man auf langen Strecken gegeneinander antrat. Als Sarah mich fragte, ob ich mit der Stute arbeiten wollte, schaute ich sie strahlend an. "Ist das dein Ernst?" freute ich mich riesig, zweifelte dann aber doch kurz. "Aber ich bin noch lange nicht so gut wie Amy. Sicher, dass du sie da in meine Obhut geben willst?" meinte ich unsicher, denn die Kleine war wortwörtlich goldwert und gerade Sarahs erstes Zuchtfohlen sollte eine besondere Aufmerksamkeit zuteil werden. Natürlich freute ich mich aber riesig, dass Sarah mich fragte, denn selbstverständlich war das nicht. Immerhin war ihre beste Freundin Amy und sie selbst ausgezeichnete Ausbilder, wozu also eine Unerfahrene mit ins Boot holen, wenn man ihr nicht vertraute?
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      "Sieh sie einfach als dein eigenes Projekt an...Ohnezahn hast du doch auch ganz gut hinbekommen. Jetzt kannst du zeigen was du am "rohen Objekt" alles kannst - sie ist vielleicht von recht einfacherem Charakter, aber eine Herausforderung wird sie für dich sein. Außderdem werden uns Lakim und Sugar Dream vielleicht bald wieder verlassen. Minou dagegen wird länger bleiben." Ich wollte beobachten wie die beiden zusammen agierten - es war mir wichtig das die Chemie zwischen dem Reiter und dem Pferd stimmte. Außerdem vertraute ich darauf das Gwen ihre Sache hier in Heartland gut machte - sie würde die Aufgabe meistern. Wenn dies der Fall sein würde, dann machten sich bald drei Pferde mit ihr auf den Weg nach Kanada.
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      Am liebsten hätte ich Luftsprünge gemacht, doch ich riss mich zusammen und grinste Sarah einfach nur glücklich an. "Das wäre einfach unglaublich! Danke!" freute ich mich und blickte noch einmal zu Minou auf die Weide. "Ohnezahn habe ich übrigens inzwischen so weit, dass er den Kappzaum akzeptiert." lachte ich und dachte daran, wie lange ich bei dem Hengst für so etwas brauchte, immerhin war er schon fast ein Jahr bei mir. Mit Minou würde dass Ganze vielleicht nicht so kompliziert werden und wenn doch, war ich in Geduld geübt. "Lakim verlässt uns glaube ich schon morgen oder übermorgen, da ist auf jeden Fall wieder genug Zeit." grinste ich und war glücklich, dass ich mich so inständig mit dem Stutfohlen beschäftigt hatte, dass sie jetzt schon nach Hause durfte, denn so war nun Zeit für Minou!


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      Geschenk!
      01. Januar 2014 -- unbk.

      In der letzten Zeit hatten Gwen und ich etwas Zeit verbracht - sie trainierte ein wenig mit Minou , während ich öfter mit Stormy in der Nähe war. An einem Tag waren wir gemeinsam spazieren. Ich beobachtete Pferd und Mensch bei der Arbeit im Round Pen und die junge Stute hing an Gwens Rockzipfel - jeden Morgen vor dem Frühstück sah ich Gwen auf der Weide, wie sie Minou begrüßte, ihr ein Leckerlie zusteckte um dann später zu ihren Pflichten zurück zu kehren...
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      Direkt nachdem ich die Erlaubnis von Sarah bekomme hatte, begann ich, mit Minou zu arbeiten. Ich wollte mich von unten nach oben arbeiten und fing an, die Tage damit zu verbringen, die Stute nur zu putzen und wenig zu betüddeln, manchmal gingen wir auch spazieren, aber nur wenn Sarah auch Zeit hatte, denn alleine wollte ich mich mit ihrer Stute noch nicht ins Gelände wagen. Bei Amy holte ich mir gerne einmal Tipps, denn ich wollte bei dem Training nichts falsch machen. Aber mit Minou zu arbeiten war einfach nur genial. Wenn ich ihr versuchte etwas zu erklären, dann schaute sie mich mit ihrem offenen Blick an und manchmal schien sie mich sofort zu verstehen. In den letzten Tagen hatten wir schon so viel geschafft, es war einfach unglaublich. Inzwischen brummelte sie mir auch immer fröhlich entgegen, wenn ich sie auf der Weide besuchte.
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      Am Tag des Weihnachtsballes nahm ich einen meiner Schals,hatte mir den Wecker extra früh gestellt und schlich mich auf die Weide und nahm Minou von ihr herunter. Dafür stellte ich sie in den Round Pen, band den Schal - einer Schleife gleich um ihren Hals und versteckte mich hinter einem Busch in der Nähe...wartete auf Gwen. Denn ab heute würde ihr die zweijährige gehören - ich hatte mit Cayden darüber geredet und er fand dies eine sehr gute Idee. Mal sehen was die nichtsahnende dazu sagen würde...
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      Lange konnte heute niemand schlafen, denn Lou warf uns schon zur Frühe heraus, denn heute stand der Weihnachtsball an. Nach dem Frühstück ging ich mit Ty in den Stall, um die Pferde zu füttern. Als ich meinen beiden Hengste 'Guten Morgen' gesagt hatte, machte ich mich wie immer auf den Weg zu Minou's Weide. Dort angekommen, suchte ich enttäuscht nach der kleinen Stute, denn sie war nirgends zu sehen. Als ich Ty fragte, wusste er natürlich wieder nichts, also fing ich Cayden ab. "Sarah arbeitet bestimmt mit ihr." murmelte er nur und verschwand direkt wieder. "Kooperatives Pack..." murmelte ich und lief über den Hof zum Round Pen, denn dort hielt ich es am wahrscheinlichsten, die beiden anzutreffen. Und tatsächlich war dem so, also fast, denn nur Minou stand alleine im Round Pen und wieherte mir direkt zu, irgendwie schien sie nicht zu wissen, was sie dort sollte. "Na, Kleine?" begrüßte ich sie, als ich den Round Pen betrat und mich stirnrunzelnd umschaute. "Was machst du hier denn so alleine?"
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      Gwen schaute sich nachdenklich um - den Schal als Schleife zu interpetieren kam ihr nicht in den Sinn, da musste nachgeholfen werden! Also trat ich hinter dem Busch vor - "Und wie gefällt dir dein Pferd heute so?"
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      Erst beim Kraulen fiel mir der rote Schal überhaupt auf, welcher um Minous Hals gewickelt war. Erschrocken drehte ich mich um, als ich Sarahs Stimme hinter mir vernahm. "Bitte was?" lächelte ich unsicher. "Hast du dich nicht gerade versprochen?" fragte ich und schaute sie verblüfft an. Doch Sarah stand nur grinsend vor mir und deutete auf den Schal. "Was denkst du denn, was dass da ist? Erkältet ist Minou nicht." lachte sie und erst jetzt erkannte ich, dass der Schal wie eine Schleife gebunden war. "Aber wie..." murmelte ich nur und starrte Sarah ungläubig an, dass was gerade passierte konnte ich gar nicht glauben.
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      "Ihr beide versteht euch so gut!" lächelte ich Gwen an und kraulte Minou die Stirn. "Bei dir wird sie es auf jeden Fall gut haben." sagte ich und war mit meiner Entscheidung äußerst zufrieden. Ich wusste, dass Gwen die junge Stute klasse fördern würde und die beiden später sicherlich sehr erfolgreich sein würden. "Na dann bringe mal dein Pferd wieder auf die Weide." lachte ich und verabschiedete mich von den beiden, denn die Planungen der Zucht warteten auf mich.


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      Zurück nach Kanada!
      01. Februar 2014 -- Gwen

      Fast drei Monate hatte ich auf Heartland verbracht und mich dort weitergebildet, doch nun hieß es wieder zurück nach Kanada. So sehr ich den Schwarzwald vermissen würde, konnte ich meine Vorfreude dennoch nicht unterdrücken. Meine Koffer hatte ich schon am Vorabend gepackt und alles fertig gemacht. Nun war es früh um sechs und ich frühstückte gemeinsam mit den anderen, während die anderen über die neue Aufteilung der Arbeit sprachen. Amy hatte kürzlich einen Autounfall gehabt und fiel deshalb aus, so dass nun doppelte Arbeit anstand. Zum Glück waren alle auszubildenden Pferde fertig und konnten zu ihren Besitzern zurück, so dass sich nur um die eigenen Pferde gekümmert werden musste. Nach dem Frühstück lief ich mit Ty und Cayden in den Stall und half den beiden Jungs bei der Stallarbeit, zumindest heute wollte ich ihnen noch einmal unter die Arme greifen. Außerdem würde Ty mich später dann zum Flughafen fahren, also war das das Mindeste was ich machen konnte. Gegen Mittag waren wir dann auch fertig und ich packte bereits die Sachen ins Auto, verstaute die Ausrüstung meiner Hengste und meine eigenen. Wir würden mit dem großen Transporter fahren, denn diesmal kamen nicht nur Ohnezahn und Altair mit, sondern auch mein Weihnachtsgeschenk. Dementsprechend würde der Abschied sehr groß ausfallen. Gemeinsam mit einer verwundeten Amy und der traurigen Sarah, machte ich die Ponys transportfertig. Ich kümmerte mich um den jetzt schon gestressten Ohnezahn und packte ihn sicher in seine Transportdecke und die Gamaschen ein, damit er sich nicht schon vor der Fahrt etwas tat. Amy putzte vorsichtig Altair ein wenig und passte auf, dass auch er ruhig blieb, während Sarah bei Minou verweilte. Sie hatte mir die Zweijährige zu Weihnachten geschenkt, doch ich wusste, wie schwer ihr der Abschied fiel. Denn bisher hatte Minou immer noch auf Heartland gestanden, doch nun zog sie in das weit entfernte Kanada. „Ich pass gut auf sie auf.“ meinte ich lächelnd und gesellte mich zu den beiden, Sarah nickte nur und machte sich dann daran, Minou für den Transport fertig zu machen. Ich ließ sie wieder allein und half stattdessen Amy, welche durch ihre verbundene Hand stark behindert war. Gemeinsam waren wir dann aber schnell fertig und Amy machte mir noch für alle drei Pferde Mash mit Kräutern fertig, besonders für Ohnezahn war dieses wichtig und er bekam eine Extraportion. Außerdem hatte Amy mir ein Päckchen zum Mitnehmen zusammengestellt. „Damit du das Gelernte ja nicht vergisst!“ lächelte sie und drückte es mir mitsamt einem kleinen Büchlein in die Hand. Ich legte alles auf den Beifahrersitz und rief dann nach Ty, um die Pferde zu verladen. Er nahm Altair, während Sarah schon Minou in den Transporter führte. Ich holte Ohnezahn aus dem Stall und beruhigte den aufgeregten Hengst, welcher nur mit Müh und Not in den Transporter zu bekommen war und ich war sehr froh, als er endlich sicher darin stand. Nachdem die Klappe geschlossen war, wurde es nun ernst. Zuerst verabschiedete ich mich von Lou und Jack, ehe ich Amy und Sarah umarmte. Die Jungs knuffte ich witzelnd in die Seite, außerdem kam Ty ja sowieso mit. Dann stieg ich ins Auto und winkte zum Abschied noch einmal, während wir die verschneite Auffahrt hinauffuhren. Bis zum Flughafen dauerte es eine Weile und der Schnee machte es nicht besser, so dass wir fast zwei Stunden unterwegs waren. Am Flughafen ging der Stress aber direkt weiter, die Pferde mussten ausgeladen und zum Veterinärscheck gebracht werden, ehe sie in das Flugzeug durften. Ohnezahn sollte zudem noch ein Beruhigungsmittel bekommen. Als ich dann wusste, dass es den Pferden gut ging, checkte ich selbst ein und verabschiedete mich auch von Ty. „Ich werde bestimmt einmal zu Besuch kommen!“ meinte ich lächelnd und winkte auch ihm noch einmal, als ich die Rolltreppe hinauffuhr und dann war ich schon im Flugzeug und konnte es kaum abwarten, zu Hause anzukommen. Während des langen Fluges war ich eingeschlafen und wurde erst durch den Lautsprecher geweckt, welcher den baldigen Landeflug ankündigte. Aufregt rutschte ich auf meinem Sitz herum und konnte es gar nicht erwarten, endlich wieder Boden unter meinen Füßen zu spüren. Als alle das Flugzeug verließen, machte ich mich direkt auf den Weg zu den Pferden, denn ich wollte sehen wie es ihnen ging. Auf den Weg stieß ich aber beinahe mit meiner Familie zusammen und begrüßte Mama und Kathy erst einmal überschwänglich. Danach bat ich sie, mein Gepäck abzuholen, während ich zu den Pferden ging. Die drei standen jeweils in kleinen Boxen und schienen sich zu freuen, wieder ein bekanntes Gesicht zu sehen. Gerade schaute noch einmal der Tierarzt nach ihnen, aber alles schien okay zu sein. Dann kamen auch schon Mama und Kathy, welche das Gepäck bereits ins Auto gebracht hatten. Mit leuchtenden Augen stand Kathy vor Minou und bewunderte die junge Stute, welche sie allerdings eher misstrauisch anschaute. „Die ist ja wunderschön!“ meinte sie und konnte gar nicht aufhören zu schwärmen. Erst als ich ihr den Strick in die Hand drückte, bewegte sie sich wieder, denn es wurde langsam Zeit, die Pferde in den Hänger zu verladen. Mama hatte extra einen Bekannten gefragt, da in unseren Hänger nur zwei Pferde passten. So durfte Minou in ihrem eigenen Hänger fahren, während wir Ohnezahn und Altair zusammensteckten. Ehe wir auf der Ranch ankamen, war es dann inzwischen stockfinster und alle waren müde. Altair und Ohnezahn schienen froh zu sein, wieder im heimischen Stall zu sein und warfen sich direkt müde ins Stroh. Minou blickte sich unruhig um, als sie erkannte, dass sie nicht auf Heartland war. Also machte ich ihr etwas Müsli fertig und tat ihr ein paar Kräuter hinein, damit sie sich zumindest ein wenig wie zu Hause fühlte. Ich verbrachte noch den restlichen Abend im Stall, um auf die drei aufzupassen, ehe ich mich zu meiner Familie ins Haus gesellte, noch ein wenig mit ihnen zu Abendbrot aß und dann direkt ins Bett schlüpfte. Die ganzen Neuigkeiten würde ich ihnen Morgen erzählen, wenn ich ausgeschlafen hatte, denn jetzt war ich einfach nur noch todmüde.


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      Hufschmied Mongofisch
      02. Februar 2014 -- Mongofisch

      Erst vor wenigen Tagen war ich auf der Nahanni Rivers Ranch gewesen und heute machte ich mich wieder auf den Weg dort hin. Gwen hatte eine junge Connemara Stute, die einen Termin beim Hufschmied nötig hatte. Ich fuhr langsam die Einfahrt entlang, parkte meinen Wagen und stieg aus. Mit Hufbock und Tasche bewaffnet lief ich über den Hof zum Anbindeplatz.
      Grade als ich alles abgestellt hatte, kam Gwen mit einem braunen Pony aus dem Stall. „Ah“, rief sie. „Hallo, ich habe schon auf dich gewartet.“
      Ich schüttelte ihr die Hand und begrüßte sie ebenfalls: „Hey, wie geht’s dir?“ Gwen band die Stute an und antwortete: „Sehr gut und dir?“ - „Ebenfalls gut, danke der Nachfrage“, lächelte ich und wandte mich dann dem Pony zu. Gwen klopfte den Hals der Stute und sagte dann: „Das ist Minou, sie ist artig und wird dir keine Probleme machen.“
      Ich nickte: „Das ist erfreulich zu hören!“ Mit einem Leckerli stellte ich mich der Stute vor und fing dann direkt beim ersten Huf an. Brav gab Minou mit diesen, sodass ich mit dem Hufmesser begann das überschüssige Horn zu entfernen. Dabei achtete ich penibel darauf, dass ich nicht zu viel wegnahm und eine schöne Form in den Huf bekam. Minou wartete geduldig, bis ich den Huf runter ließ und das Ergebnis betrachtete. Ich war zufrieden, sodass ich den Huf nun auf dem Bock platzierte und mit der Raspel alles schön glatt feilte.
      Nachdem der erste Huf fertig war, ging es weiter mit dem Nächsten. Minou war wirklich eine sehr geduldige und brave Stute, weswegen es nicht lange dauerte, bis alle vier Hufe fertig ausgeschnitten und geraspelt waren.
      „Das war wirklich unkompliziert“, lachte ich Gwen an, während sie die Stute losband und anschließend zurück in den Stall brachte. In der Zwischenzeit packte ich das Werkzeug zurück in meine Tasche und brachte sie und den Hufbock zum Auto.
      „Ich sagte ja, mit ihr wirst du keine Probleme haben“, erwiderte Gwen lächelnd, als sie sich zu mir gesellte. „Vielen Dank, für deinen Besuch.“
      Ich schlug den Kofferraum zu und sagte: „Kein Problem, wir sehen uns sicher bald wieder!“ Mit einem Lächeln stieg ich in mein Auto, winkte Gwen noch einmal zu und fuhr dann die Einfahrt entlang in Richtung nach Hause.
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      Vertrauen aufbauen
      31. März 2014 -- Gwen

      Genüsslich biss ich von meinem Nutella-Brötchen ab, mein absolutes Lieblingsfrühstück. Mama trank zufrieden ihre Tasse Kaffee und Kathy schien noch zu schlafen. Es war kurz vor um acht und wir mussten bald zum Bus, wenn sie sich nicht beeilte, würde sie wohl laufen müssen. Grinsend packte ich meine Schultasche und schnappte mir noch mein Schulbrot und das Trinken. Als ich gerade Schuhe anzog, kam Kathy die Treppe heruntergeeilt, holte schnell ihr Zeug aus der Küche und spurtete zu mir. Völlig aus der Puste lief sie neben mir her zum Bus. „Ich hasse Montage...“ grummelte sie und als wir den Bus schon kommen sahen, mussten wir doch noch einmal sprinten, damit er nicht ohne uns fuhr. Kathy würde heute wieder einen ihrer anstrengenden Schultage haben, während meine Klasse eigentlich nur noch aus Spaß in die Schule ging. Unsere Notenschluss war schon durch und nun kamen bald die Prüfungen.
      Da unsere Physiklehrerin keine Motivation mehr aufbrachte, gab sie uns eher Schluss, so dass ich schon 14 Uhr zu Hause ankam. Die Sonne schien und machte mir noch bessere Laune. Auf der Ranch warf ich meinen Rucksack ins Haus und lief mit dem Halfter in der Hand zu den Weiden. Heute war meine kleine Schönheit Minou an der Reihe, ich war ja sowieso begeistert, wie toll sie sich hier eingelebt hatte. Sie tobte oft gemeinsam mit Nayala über die Weiden und schien Kanada toll zu finden. Als ich kam und sie rief, kam sie sofort angetrabt, natürlich hatte ich auch ein Begrüßungsleckerli dabei. Gemeinsam mit der Stute wanderte ich zurück zum Stall, um sie dort anzubinden und gründlich zu putzen. Minou verlor ihr Winterfell noch nicht so stark wie die anderen, aber auf Heartland war es auch wärmer gewesen als hier, so dass sie es zur Umgewöhnung noch brauchte. Manchmal zappelte sie beim Putzen noch herum, doch der größte Teil lief schon richtig gut und problemlos. Auch das Hufe auskratzen lief richtig gut und ich lobte Minou nach jedem Huf immer ausgiebig. Als wir fertig waren, holte ich ihr Knotenhalfter und das Rope und band sie dann los. Bei den schönen Wettere konnten wir auf den Reitplatz gehen, denn dort war es dank der Sonne richtig angenehm.
      Nachdem Minou sich nun bei uns eingewöhnt hatte, konnte ich mit dem Training beginnen. Arg viel hatte ich noch nicht mit ihr gemacht, sie kannte zwar alle fundamentalen Grundlagen, aber das wars auch. Heute wollte ich erst einmal eine Vertrauensbasis zwischen uns beiden schaffen. In ihrem Alter war sie noch sehr verspielt und das wollte ich ausnutzen. Ich band das Rope um ihren Hals fest, damit es nicht auf den Boden schleifte und motivierte Minou dann zum Spielen. Das war nicht sonderlich schwer, denn Fange spielte sie auch mit den anderen Pferden. Auch mit mir klappte das richtig gut und sie folgte mir schnell auf Schritt und Tritt. Ich begann damit, sie dabei zu kontrollieren. Ihr Tempo konnte ich schnell regulieren und auch enge Wendungen klappten richtig gut. Ein Ohr der Stute blieb immer in meine Richtung gedreht und sie konzentrierte sich vollkommen auf mich. So verbrachten wir noch eine Viertelstunde auf dem Platz, ehe ich entschied, dass es erst einmal genug war. Ich lobte Minou ausgiebig und brachte sie dann wieder zurück auf die Weide.


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      April, April, der macht was er will!
      22. April 2014 -- Gwen

      Demotiviert saß ich am Frühstückstisch und biss von meinem Brötchen ab. Ich war heute fröhlich aus dem Bett gesprungen, nur um dann vor dem Fenster dunkle Wolken und Gewitter vorzufinden. Leider konnte ich heute auch nicht in die Halle, da dort ja unser neuer Schützling einquartiert war. Kathy hatte sich übrigens riesig gefreut, dass wir nun Pferderetter geworden waren, während Mama mir wohl am liebsten den Kopf abgerissen hätte. Aber für meinen kleinen Fuchshengst ließ ich das gerne über mich ergehen. Sollte das Wetter auch mal wieder etwas frühlingshafter werden, würde ich versuchen, ihn auf seine Weide zu bringen. Doch für heute musste ich mir erst einmal was für die anderen Pferde einfallen lassen. Eigentlich hatte ich mit Minou arbeiten wollen, doch das Wetter machte es uns ganz und gar nicht einfach. Als ich später den Tisch abräumte, lichtete sich plötzlich die Wolkendecke und die Sonne kam durch! Sofort sprang ich in meine Stallklamotten und lief raus in den Stall. Ich wurde von allen Seiten fröhlich begrüßt, doch meine Aufmerksamkeit galt Minnie. Die hübsche Stute reckte mir ihre Nüstern entgegen und brummelte erfreut. Sie war so ein liebenswürdiges Tier und arbeitete nur zu gerne mit. Es machte immer riesigen Spaß, etwas mit ihr zu unternehmen. Eigentlich hatte ich heute mit ihr eine Runde spazieren gehen wollen, doch ich vertraute dem Wetter nicht und wollten nicht auf halber Strecke mitten im Regen und Hagel stehen. Also gingen wir heute wieder auf den Reitplatz, doch vorher wurde Madame erst einmal von ihrem restlichen Winterfell befreit. Minnie war da sehr angenehm, da sie ihr Fell auf der Weide wie von selbst verlor und im Gegensatz zu den restlichen Pferden schon fast ihr Sommerkleid besaß. Ich bürstete sie dennoch äußerst gründlich und brachte ihr Fell auf Hochglanz. Danach wurden Mähne und Schweif gekämmt und dann waren noch die Hufen an der Reihe. „Na, dein Tierarztbesuch steht ja auch bald an!“ meinte ich grinsend und strich ihr sanft über die Stirn. Als wir fertig waren, holte ich die Bodenarbeitsausrüstung, bestehend aus Rope, Knotenhalfter und Stick, und danach ging es auch schon raus auf den Reitplatz. Der Boden war zwar feucht, aber das störte keinen von uns beiden. Heute wollte ich bei Minou die Grundlagen zum Longieren schaffen und knüpfte an unser letztes Training an. Dort hatte ich ihr Tempo per Körpersprache reguliert, nun ließ ich auch die Stimmkommandos mit einfließen. Minou war eine kluge Stute und hatte schnell raus, was sie mit was verknüpfen sollte. Nur das Anhalten mussten wir noch ein wenig vermehrter üben, denn sie blieb zwar stehen, drehte sich dann aber immer direkt zu mir um. Auf dem Longierzirkel war das später dann natürlich blöd. Allerdings wollte ich sie auch nicht überfordern und wechselte dann die Übungen. Ich wollte ihr schon einmal zeigen, wie sie auf meine Position zu reagieren hatte. Dazu stand ich auf Schulterhöhe der Stute. Ging ich vorwärts, sollte sie mitkommen, blieb ich stehen, blieb auch sie stehen. Ging ich rückwärts, sollte auch sie rückwärts gehen, wobei Minou sich bevorzugt umdrehte und mir so folgte. Danach wurde es komplizierter, denn wenn ich von links Druck aufbaute, sollte sie nach rechts weichen und andersherum. Anfangs war Minou damit überfordert und es dauerte ein Weilchen, ehe sie den simplen Trick raushatte. Doch dann konnten wir schon beinahe miteinander tanzen. Ich spielte noch ein wenig mit ihr, denn dass machte meine junge Stute verdammt gerne! Das Wetter beendete unser Training dann abrupt mit einem Regenschauer, vereint mit Graupel, so dass wir uns so schnell wie möglich im Stall in Sicherheit brachten. Als es einigermaßen aufgehört hatte, brachte ich Minou auf ihre Weide und machte mich dann daran, erst einmal ein trockenes Shirt anzuziehen.


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      Tierarzt Clinic Caen
      28. April 2014 -- Eddi

      Um zu meinen nächsten Patienten zu kommen, musste ich mir wieder einen Weg durch den tiefen Wald bahnen. Ich war in dem Moment so dankbar, wieder meinen Geländejeep zu haben, denn mit ihm kam man überall lang. Nach dem verwirrenden Weg – ich wäre beinahe falsch abgebogen! - kam ich auf der kleinen Nahanni Rivers Ranch an. Dies war nun mein dritter Besuch hier und dennoch fand ich die Ruhe, welche dieser Ort ausstrahlte faszinierend. Neugierig schaute ich mich um und fand Gwen direkt im Stall. „Hallo! Wie geht es denn deinem Schützling?“ fragte ich lächelnd, als sie mich entdeckte. Erst kürzlich hatte sie ein vernachlässigtes Pferd aufgenommen, welches auch von mir behandelt worden war. Gwen erzählte, dass sie ihn erfolgreich auf die Weide geschafft hatte und zeigte ihn mir. Er stand grasend auf seiner Wiese und nahm keine Notiz von uns, aber er sah zumindest schon wesentlich lebensfroher und energiegeladener aus. Nach diesem kurzen Exkurs kehrten wir zu meinem eigentlichen Besuch zurück, denn dieser galt einer jungen Connemarastute. Minou hieß die junge Schönheit, welche erst drei Jahre alt war. Ich musterte sie gründlich und irgendwie kam sie mir doch recht bekannt vor. „Sie stammt aus einer bekannten Zucht, oder?“ fragte ich Gwen stirnrunzelnd und sie bejahte. „Ich habe sie von Heartland damals mitgenommen, sie ist ein Zuchtfohlen von Sarah und stammt aus der Kürbis.“ meinte sie und meine Augen begannen zu leuchten. Die Connemarastute Kürbis war lange Zeit in meinem Besitz gewesen, bis ich sie an Sarah gegeben hatte, um deren Zucht zu fördern. Nun stand ich vor einem wunderschönen Nachkommen meiner Stute und ich wusste, dass es damals die richtige Entscheidung gewesen war. Mit ihren treuen braunen Augen blickte Minou mir entgegen und ließ sich die anfänglichen Streicheleinheiten nicht nehmen. Nachdem ich mit ihr ein wenig warm geworden war, begann ich direkt mit der Untersuchung, denn leider blieb mir heute nicht sonderlich viel Zeit. Zuerst warf ich einen gründlichen Blick auf die Augen und Zähne, denn die Schleimhäute verrieten gerne Krankheiten. Bei Minou war aber alles in Ordnung, anderes hatte ich auch nicht wirklich erwartet. Nachdem das geschafft war, packte ich das Stethoskop aus und hörte Herz und Lunge ab. Minou sollte später wie ihr Vater ein Distanzpferd werden und deshalb waren diese beiden Organe von besonderer Bedeutung, doch ich konnte Gwen beruhigen, der Distanzkarriere der Stute stand nichts im Wege. Als nächstes tastete ich mich entlang der Wirbelsäule, um eventuelle Verkrampfungen zu entdecken. Auch die Beine wurden abgetastet, wobei ich mir Sehnen und Gelenke besonders genau anschaute. War auch das geschafft, kontrollierte ich nur noch die Körpertemperatur der Stute, aber auch diese lag im Idealbereich. Zufrieden tätschelte ich Minou den Hals und bereitete die Impfungen vor. Die kleine Stute würde heute insgesamt vier Spritzen ertragen müssen. Gwen ging vorsichtshalber zu ihrem Kopf und begann sie zu kraulen. Doch die ganze Sorge war unbegründet, denn Minou hielt wunderbar still. Zwar gefiel ihr das Impfen nicht sonderlich, aber wehren tat sie sich auch nicht. Kurz darauf konnte ich in ihrem Impfpass die Impfungen gegen Tetanus, Influenza, Herpes und Tollwut eintragen. Danach musste sie nur noch die Wurmkur schlucken und schon hatte Madame es geschafft und durfte zurück auf ihre Weide. Ich packte meine Sachen wieder zusammen und unterhielt mich noch ein wenig mit Gwen. „Na dann, wenn vorher nichts ist, sehen wir uns in 6 Monaten für Influenza und Herpes wieder!“ meinte ich lächelnd und verabschiedete mich.


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      Das erste Mal baden!
      21. Mai 2014 -- Gwen

      „Endlich!“ feierte ich gemeinsam mit Amber, denn wir hatten nun zumindest unsere schriftlichen Prüfungen hinter uns. „Nun nur noch die mündlichen und wir sind fertig!“ grinste ich glücklich und hüpfte leichtfüßig aus dem Bus. Amber folgte mir und gemeinsam machten wir uns den Weg zur Ranch. „Willst du eigentlich nach der Schule hier bleiben?“ fragte sie mich und ich runzelte die Stirn. „Ja natürlich, ich denke, ich bleibe hier als Ausbilderin.“ meinte ich lächelnd, denn seitdem mein erster Auftrag so erfolgreich gewesen war, war ich eigentlich positiv motiviert, dass das schon klappen würde. Amber war heute mal wieder bei mir zu Besuch und ich freute mich riesig darüber, denn mit ihr machte alles immer viel mehr Spaß. „Du kennst Foxy noch gar nicht!“ meinte ich entsetzt und führte sie durch den Stall, um den Hinterausgang zu erreichen. „Oar, wie süß!“ entfuhr es ihr direkt und sie fuhr dem kleinen Pony durch den Schopf. Sie kam gar nicht mehr aus dem Schmusen und Schwärmen heraus, erst später entdeckte sie auch Avenger und sofort wurde sie unsicher. „Und wer ist das?“ fragte sie vorsichtig und nahm wieder Abstand vom Zaun, denn Avengers Miene sprach nicht gerade für ein herzliches Willkommen. Ich erzählte ihr unsere Geschichte, während wir Foxy aufhalfterten und mit in den Stall nahmen. „Ich hole noch schnell Minou!“ rief ich und ließ sie mit dem kleinen Shetty zurück. Minou wieherte mir aufmerksam entgegen, als ich die Weide betrat. Sie wusste ganz genau, dass sie heute wieder an der Reihe war. Wie von selbst schlüpfte sie in ihr Halfter und folgte mir. In Minou hatte ich die Stute gefunden, welche ich mir immer gewünscht hatte, denn sie ging mit mir durch Dick und Dünn. Am Putzplatz beschnupperten sich die beiden Ponys erst einmal neugierig, denn so direkt hatten sie bisher noch keinen Kontakt gehabt. Foxy war noch nicht lange da und stand auf seiner extra Weide hinter dem Stall, damit er sich mit Avenger anfreunden konnte. „Klappt denn dein Experiment?“ fragte Amber, während sie Foxys Mähne mit den Fingern entwirrte. „Besser als gedacht.“ antwortete ich, denn schon jetzt sah man Avenger an, wie er sich morgens freute, wenn Foxy kam und wie schade er es doch fand, wenn ich das Shetty abends in den Stall brachte. Ich holte die Putzboxen der beiden Pferde und reichte dann Amber die von Foxy. Sie begann sofort voller Begeisterung das Pony zu bürsten und sauber zu machen. „Der ist ja ein richtiger Dreckspatz!“ stöhnte sie und ich grinste nur. Minou sah nicht besser aus, aber ich wusste, warum sie Pferde sich so dreckig machten, denn bei dem Sonnenschein glänzte ihr Fell sehr und lockte so durch die reflektierenden Sonnenstrahlen alle möglichen Insekten an. Das Problem hatten die helleren Pferde wesentlich weniger, Ohnezahn ging es da am besten und das sah man ihm auch an. Doch auch Minou hatte ich schnell sauber bekommen und war gerade dabei, Mähne und Schweif zu kämmen, als Amber aufschrie und uns alle zusammenzucken ließ. „Au, Au, Au! Ich wusste nicht, dass das so wehtun kann, er ist doch so klein!“ jaulte sie und hielt sich ihren Fuß. Foxy hatte sich anscheinend eiskalt beim Hufeauskratzen auf ihre Zehen gestellt, frech war er zumindest allemal! Ich musste mir ein Lachen verkneifen und wandte mich deshalb sicherheitshalber wieder Minou zu. Wir waren schnell mit beiden Ponys fertig und sie glänzten von oben bis unten. Seit gestern herrschte hier bei uns in Kanada Sommerstimmung. Keine Ahnung, warum es plötzlich so warm geworden war, doch ich wollte das ausnutzen. Aus der Sattelkammer holte ich zwei alte Longen und dann machten wir uns auf den Weg zum See. Dort ließen wir Foxy und Minou erst einmal grasen, ehe wir die Longen einklinkten. Ab da konnten sich die Ponys bewegen, wie sie wollten. Unsere Seeweide war momentan nicht besetzt, da dort das Gras wachsen sollte. So hatten die Pferde bisher noch nicht die Möglichkeit zum Baden, doch heute durfte sie die gerne nutzen. Für beide war das völlig neu und nach anfänglicher Scheu und Prusten wurden sie dann auch mutiger und wateten immer dieser ins Wasser. Foxy schwamm schon, während Minou noch locker stehen konnte. Gemeinsam waren sie wesentlich mutiger und stiegen tapfer durch das Wasser. Irgendwann waren sie beide klitschnass, aber glücklich. Amber und ich unterhielten uns noch ein Weilchen und entspannten im Gras liegend in der Sonne. Erst als mein Handy summte, wurden wir wieder wach und mussten uns auf den Weg machen, denn Mama rief uns zum Essen. Wir sammelten die Pferde wieder ein, Minou konnten wir auf dem Weg zum Stall direkt auf ihrer Weide abladen. Und auch Foxy stand schnell wieder auf seiner Weide und wurde schon von einem brummelnden Avenger erwartet. „Siehst du, es klappt!“ grinste ich. Dann flitzten wir ins Haus, denn Mama hatte Hefeklöße mit Vanillesoße und Himbeeren gemacht, dass wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen!
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      Alte Pflegeberichte
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      Hufschmiede Heißes Eisen
      09. Juli 2014 -- Rasha

      Heute hatte ich einen Hufschmiedtermin bei Gwen und ihren Pferden. Den Weg zum Hof fand ich problemlos, da dort bereits eines meiner Pferde im Training gewesen war und ich zudem auch schon an einem Workshop teilgenommen hatte.

      Auf dem Hof angekommen sah ich Gwen bereits mit einem Falbhengst von der Koppel kommen. „Hey, schön dich wieder zu sehen!“, begrüßte sie mich, „Das ist Wishing Well. Er benötigt Aluminiumeisen mit Stollen.“ Schnell zog ich mir die Lederschürze über und sortierte mein Werkzeug. Dann begrüßte ich den Hengst, der nun am Putzplatz auf mich wartete, mit einem Leckerli.
      Nun nahm ich den Hufkratzer, entfernte den Dreck und verschaffte mir einen ersten Überblick über den Zustand der Hufe. Dann nahm ich die Abbrechzange und entfernte behutsam die alten Eisen. Das Horn darunter war in gutem Zustand und musste nur etwas in Form gebracht werden. Dazu nahm ich das Hufmesser aus meiner Tasche und Schnitt Hufe und Strahl in Form. Wish kannte die Prozedur beim Hufschmied bereits und blieb daher artig stehen. Nachdem die Hufe grob in Form gebracht waren, holte ich den Hufbock und die Raspel aus dem Auto. Auch auf dem Bock ließ Wish die Hufe ohne Probleme stehen, sodass ich diese schnell mit der Raspel bearbeiten konnte.
      Ich suchte anhand der alten Eisen die passende Größe der Aluminiumeisen für Wish aus meinem Sortiment heraus. „Aluminiumeisen gehören zu den Kaltbeschlägen, da dieses Material beim Erhitzen an Festigkeit verliert. Zudem müssen die Eisen alle 4 Wochen erneuert werden. Ein Aufbrennen in diesem kurzen Intervall würde den Huf schädigen“, erklärte ich Gwen. Daher hämmerte ich die Eisen kalt in Form und nagelte die hinteren Eisen an den Hufen fest. Da Wish an den vorderen Eisen noch Stollenlöcher erhalten sollte, bat ich Gwen um einen der Stollen, die für Wish vorgesehen waren. „Dann kann ich das Stolloch direkt an das Gewinde anpassen“, meinte ich. Gwen musste etwas suchen, fand dann aber Wish’s Stollen und ich schnitt die Löcher passend in die Eisen. Als alles gut ineinander passte, brachte ich auch die Eisen auf den Vorderhufen an.
      Gwen teste die Stollenlöcher und führte mir Wish noch einmal vor. Der Hengst hatte keinerlei Probleme mit dem neuen Beschlag und durfte daher wieder auf die Weide.

      Nun war die Stute Minou an der Reihe. Sie war noch nicht so erfahren beim Umgang mit dem Hufschmied, daher bat ich Gwen, die Stute nur festzuhalten und nicht anzubinden. Es ermöglichte uns beiden etwas mehr Spielraum, sollte sie sich erschrecken. Auch sie begrüßte ich zunächst mit einem kleinen Leckerli. Dann hob ich alle Hufe nacheinander an und kratzte sie aus. Das kannte die Stute bereits und blieb daher ohne Probleme stehen. Mit dem Hufmesser begann ich, die Hufe in Form zu schneiden. Hier merkte man, dass es ihr noch etwas unangenehm war, die Hufe so lange hoch zu halten, doch sie zog die Beine nicht weg. Als ich den Hufbock neben sie stellte, zuckte sie kurz zusammen und beäugte ihn skeptisch. Doch nachdem sie den Bock in Ruhe ansehen durfte, war auch das kein Problem mehr und ich konnte die Hufe mit der Raspel in Form bringen. „Das war’s schon! Es hat auch gar nicht weh getan“, meinte ich grinsend zu dem Stütchen, während ich ihr eine weitere Belohnung gab.

      Der Letzte für heute war der kleine Hengst What does the fox say. Ihn kannte ich bereits, da ich erst vor kurzem, als Gwen erkrankt war, mit ihm eine Hengstkörung gelaufen war. Freudig begrüßte ich den Kleinen. Foxy war sehr neugierig und knabberte an der Schnalle meiner Schürze, während ich ihm den Vorderhuf auskratzte. Beim Ausschneiden der Hufe blieb er relativ brav stehen, fand jedoch alles sehr spannend, sodass er das Gleichgewicht nicht so lange hielt, weil er ständig woanders hingucken wollte. Der Hufbock war ihm zuerst auch etwas suspekt, doch als er herausgefunden hatte, dass es ein lustiges Geräusch gab, wenn man mit den Hufen dagegen trat, war das „Ding“ auch nicht mehr gruselig. Da er so viel Freude am Treten gegen den Bock gefunden hatte, war es gar nicht so einfach, seine Vorderhufe auf demselben zu halten und zu raspeln. Leicht geschwitzt raspelte ich die Hinterhufe in Form. „Puh, das wäre geschafft“, sagte ich erschöpft, während Gwen nur grinste. Nachdem wir kontrolliert hatten, ob der Hengst gut lief, durfte er wieder weg gebracht werden.

      Ich räumte mein Werkzeug zurück in den Wagen und wartete auf Gwen. Gemeinsam tranken wir noch einen Kaffee im Reiterstübchen, wo ich ihr von Naomis Fortschritten und Erfolgen beim Springturnier berichtete. Anschließend verabschiedete ich mich von ihr und machte mich auf den Weg zurück zur Ranch.


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      Abwechslung für die Ladys
      27. Juli 2014 -- Gwen

      „Gweeen? Was machst du da?“ fragte Kathy neugierig, als sie durch die halb geöffnete Tür meines Zimmers lugte. „Neue Veranstaltungen für WHT planen.“ murmelte ich, vollkommen vertieft in mein Geschriebenes, bis Kathy die Tür aufriss und zum Tisch gehüpft kam. „Schwarzbären, Bisons & Co – Erleben Sie die unendlichen Weiten Kanadas.“ las sie ab. „Duze deine Kunden lieber, das kommt persönlicher!“ riet sie mir und direkt strich ich das Sie durch und kritzelte ein du drüber. „Darf ich da mitkommen?“ fragte Kathy und sah mich bettelnd an. „Hmpf, ja. Aber nur, wenn du mich jetzt in Ruhe lässt.“ murmelte ich. Kathy jauchzte gut gelaunt auf und verschwand wieder. „Apropos, ich sollte dir sagen, dass das Essen fertig ist.“ rief sie noch einmal ins Zimmer, ehe sie endgültig verschwand. Stöhnend packte ich die Sachen zusammen, jetzt war es mit meiner Konzentration eh vorbei. Ich tippte noch schnell die Mail für Elisa fertig, wo ich sie schon einmal grob über die neuen Events informierte und klappte dann den Laptop zu. Flott schlüpfte ich in meine Reitsachen und lief hinunter ins Wohnzimmer. Dort aß ich flott mit Kathy und Mama zu Mittag, ehe ich in den Stall entschwand. Dort holte ich zwei Halfter und machte mich auf den Weg zu der Weide, auf welcher momentan unsere Stuten standen. „Ravi! Minou!“ rief ich laut und sofort kamen die Stuten angesaust. Lächelnd begrüßte ich sie und halfterte sie auf. Gemeinsam liefen wir zurück zum Stall. Dort band ich sie am Putzplatz an und machte beide fertig. Nachdem sie geputzt waren, sattelte ich Ravi auf und kleidete Minou mit Knotenhalfter und Rope ein. Die kleine liebte lange Spaziergänge, also war ich mir sicher, dass sie lange Ritte noch mehr lieben würde. Momentan war sie aber noch nicht so weit, also wollte ich ihr diese Erfahrung als Handpferd ermöglichen. Mit Ravi war das kein Problem, die verstand sich mit jedem Pferd und Minou war ja auch eine Seele von Pferd. So wurde unser Ritt lang und richtig angenehm, denn die beiden waren pure Verlasstiere. So konnten wir Ewigkeiten durch den Wald reiten und genossen die Ruhe. Das war es, was ich mal wieder als Abwechslung zur Arbeit benötigte. Erst nach zwei Stunden waren wir wieder da. Verdutzt parierte ich Ravi durch, als ich ein fremdes Auto in unserer Auffahrt stehen sah. Als ich mit den Stuten in den Stall ritt, fand ich dort Kathy vor, welche auf einem Strohballen kauerte und vor sich hin starrte. „Na was denn mit dir los?“ fragte ich stirnrunzelnd. „Mama ihr neuer Lover ist da.“ knurrte Kathy und nahm mir Minou ab, um mir zu helfen. „Ich mag ihn nicht.“ fauchte sie, während sie Minou am Putzplatz anband und ihre Hufen kontrollierte. „Du magst ihn nur nicht, weil du generell keinen neuen Mann in Mamas Nähe sehen willst. Er ist doch ein wirklich netter Kerl. Er ist nicht aufdringlich, verdient Geld und er mag Pferde.“ meinte ich augenzwinkernd. Ehrlich gesagt kannte ich den werten Herren nicht, ich hatte ihn noch nie gesehen und wusste nicht einmal seinen Namen, aber Kathys Abneigung beruhte lediglich auf dem Schmerz von der Trennung unserer Eltern. „Bringen wir sie wieder auf die Weide?“ fragte ich Kathy und sie nickte. Gemeinsam brachten wir Ravi und Minou zurück. Als wir wieder oben am Stall waren, war das Auto schon wieder verschwunden. „Endlich.“ seufzte Kathy erleichtert und huschte an Mama vorbei ins Haus. „Es ist nicht leicht für sie, oder?“ fragte meine Mama traurig und ich nickte nur. „Aber irgendwann wird auch Kathy es verstehen.“ versuchte ich sie aufzumuntern und half ihr dabei, die Einkäufe auszupacken, welche ihr neuer Freund für uns aus Dauphin mitgebracht hatte.


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      Wie ausgewechselt
      21. August 2014 -- Gwen

      Seufzend schickte ich die letzten Turnieranmeldungen ab.
      Es war doch immer eine Hundsarbeit, die ganzen Formulare auszufüllen und stets darauf zu achten, das alles wirklich in Ordnung war. Außerdem hatte ich erneut mit Elena über ihre beiden jungen Furiosos geschrieben und ich ahnte schon, dass vor Weihnachten noch zwei neue Pferde bei uns einziehen würden.
      Lächelnd klappte ich den Laptop zu und verließ die Couch, warf mich in meine Stallklamotten und huschte nach draußen – genug drin gewesen, Zeit um an die frische Luft zu kommen!
      Spontan hatte ich Lust, ein wenig mit Minou zu arbeiten. Wir machten momentan gute Fortschritte und sie war immer fleißig bei der Sache.
      Gut gelaunt lief ich den Weg zu unseren Weiden hinunter, in der rechten Hand locker ein Halfter mit Strick haltend.
      Die Stuten sahen mich schon von Weitem und kamen bereits angetrabt. Jeder bekam seine Portion Streicheleinheiten, ehe ich zu Minou ging und meine junge Stute aufhalfterte.
      Doch als ich mit ihr die Weide verlassen wollte, bockte sie herum und weigerte sich. Erst nach einer weiteren Aufforderung, folgte sie mir. Stirnrunzelnd beobachtete ich meine Stute, so etwas war ich gar nicht von ihr gewöhnt.
      Auf dem Weg zum Stall quietschte sie mich plötzlich an und sprang neben mir in die Luft, ehe sie wieder normal nebenher lief. „Sag mal, was denn mit dir los?“ meinte ich noch grinsend, doch als Minou sich dann wirklich losreißen wollte, gab es Ärger.
      Ich band sie am Putzplatz an und holte ihre Putzbox. Mal sehen wie sie beim Fertigmachen sein würde, je nachdem würde ich doch noch einmal überlegen, was ich mit ihr machte.
      Während ich sie putzte, entdeckte ich beim durchkämmen des Schweifes die Ursache ihres Verhaltens: Minou war rossig!
      Stöhnend schüttelte ich den Kopf, Minou gehörte also zu der Art Pferd, die da total austickte und wie ausgewechselt war. „Ach Mäuschen.“ meinte ich nur lächelnd und dehnte das Putzen heute auf eine Wellnesseinheit aus.
      Danach ging ich mit ihr in die Halle und ließ sie einfach frei laufen, tobte gemeinsam mit ihr und jagte sie auch ab und an ein wenig.
      Minou ließ all ihre Power raus und benahm sich echt wie die letzte Zicke, aber es machte ihr Spaß und am Ende konnte sie auch ruhig neben mir stehen und sich kraulen lassen.
      Lächelnd reichte ich ihr einen roten Apfel, welchen sie dankend annahm. Auf dem Rückweg zur Weide merkte man nicht mehr ganz so viel von ihrem Gemütswandel, auch wenn sie auf der Weide im brausenden Galopp und quiekend wieder verschwand, nachdem ich ihr das Halfter ausgezogen hatte.
      Ravi schaute ihr nur bedächtig nach und kam dann zu mir, um sich noch ein wenig betüddeln zu lassen.


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      Der Herbst kommt
      23. September 2014 -- Gwen

      Betrübt blickte ich aus dem Fenster. Es goss schon wieder – oder immer noch? - wie aus Eimern und der Himmel schien schwarz zu sein. „Wie soll man bei dem Wetter noch irgendwas machen?“, knurrte ich genervt und goss das heiße Wasser in meine Teetasse. Der Herbst dieses Jahres war undankbar, entweder es war plötzlich eiskalt oder es regnete.
      Der Boden war schon vollkommen aufgeweicht und du konntest dich eigentlich nur noch im Schritt sicher durchs Gelände bewegen. Die Pferde sahen auch immer aus wie Sau, wenn man sie von der Weide holte, eindeutig ein Mistherbst!
      Dennoch wollte und musste ich was mit den Pferden machen, denn das Gegenteil tat weder ihnen noch mir gut. Gerade mit Minou wollte ich im Moment eigentlich relativ viel arbeiten, weil sie nach ihren anfänglichen Launen wieder voll dabei war und momentan einfach klasse mitarbeitete.
      Also holte ich auch heute eine verdreckte und nasse Connemarastute von der Weide, welche aber gutgelaunt neben mir her durch die Pfützen tapste. „Du liebst Wasser, hm?“, fragte ich grinsend und Minou hob, wie als Bestätigung, den Kopf und schaute mich zufrieden an. Zumindest den Pferden schien dieses Wetter nicht anzuhaben.
      Im Stall versuchte ich dann, Minou einigermaßen sauber zu bekommen, was allerdings nicht annähernd so leicht war, wie ich mir das vorgestellt hatte. Die Bürsten waren danach allesamt nass und verdreckt, so dass ich sie direkt in einen Eimer mit warmen Wasser einweichte. Dafür sah Minou aber zumindest wieder annehmbar aus.
      Da ich keine Lust auf Regen hatte, gingen wir eben in unsere Halle und machten dort ein wenig. Denn unser momentanes Ziel war das Longieren. Bei der Bodenarbeit machte sich Minou generell schon ganz gut und die Grundlagen der Kommandos beherrschte sie bereits einwandfrei und im Kreis laufen konnte sie auch schon.
      Nun sollte aus diesem „im Kreis laufen“ aber Longieren werden, also sinnvolles bewegen, leider war es nur gar nicht leicht, auch Minou davon zu überzeugen. Bisher marschierte sie brav ihre Runden im Schritt, Trab und sogar ein wenig im Galopp, aber mehr war auch nicht drin.
      Sie lief sehr stark in Schieflage und eilte auch gerne, von Longieren keine Spur. Heute nahm ich sie deshalb direkt an den Kappzaum, welchen wir in den letzten Wochen ausführlich behandelt hatten und Trabstangen legte ich ihr auch zur Hilfe aus.
      Anfangs fand Minou die neuen Aufgaben blöd und anstrengend, denn nun konnte ich stärker mit ihr kommunizieren und sie musste über Stangen laufen. Doch als sie dann den Bogen heraus hatte, machte sie fleißig mit.
      Am Ende konnte sie sich dann sogar relativ sehen lassen. Sie suchte nun den Weg hinunter in die Tiefe, auch wenn sie gerne noch hochkam und den richtigen Punkt noch nicht gefunden hatte, aber es wurde allmählich! Außerdem rannte sie nicht mehr ohne Kopf los sonder konzentrierte sich die gesamte Viertelstunde.
      Danach machte ich auch Schluss für heute, lobte die Stute ausgiebig und brachte sie zurück auf die Weide. Dort kuschelte sie noch kurz mit mir, ehe sie auch schon fröhlich im Regen davondüste.
    • Rhapsody
      Alte Pflegeberichte
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      Zeit für Veränderungen!
      26. Oktober 2014 -- Gwen

      „Es ist abgeschickt.“ murmelte ich unruhig und biss in mein Brötchen. Mum lächelte mir aufmunternd zu. „Das wird schon!“, meinte sie lächelnd, doch ich runzelte nur die Stirn. Ich hatte seit einer Woche an meiner Bewerbung für ein Fernstudium gearbeitet und bisher noch nicht einmal einen Studiengang, aber sie mussten mich eh erst einmal nehmen, vorher war das egal, doch dann sollte ich mir allmählich überlegen, was ich überhaupt studieren wollte. „So, ich muss los!“, meinte ich erschrocken mit einem Blick auf die Uhr. Ich sauste hinaus in den Stall, schnappte mir Minous Halfter und holte die junge Stute aus der Box. Langsam wurde sie immer mehr Pferd und verlor ihren babyhaften Bau. Ich band sie vor der Box an und begann sie gründlich zu putzen. Bevor ich heute zur Arbeit ging, wollte ich sie noch longieren, denn sonst würde ich heute Abend wieder niemanden schaffen, immerhin wurde es dank der Zeitumstellung nun immer eher dunkel. Seufzend legte ich Minou den Kappzaum an und führte sie dann hinaus auf den Reitplatz. Dort wärmte ich sie in Ruhe auf, dehnte ihre Muskeln und legte dann mit dem Training los. Erst einmal alle Gangarten auf jeder Hand, denn das problemlose Wenden mussten wir noch öfters üben. Dann baute ich eine Stange mit ein, damit Minou etwas zum denken hatte und das schien auch ganz gut zu klappen. Ich baute auch eine Gasse, welche Minou immer durchqueren musste. Es war witzig zu sehen wie sie immer die Beine extrem hob. Wir trainierten über eine halbe Stunde und dank ihrem dicken Winterfell schwitzte Minou doch sehr. Also warf ich ihr die Abschwitzdecke über und führte sie etwas trocken. Dann stellte ich sie in die Box und gab ihr etwas Müsli. Ich huschte stattdessen ins Haus, duschte schnell und zog mich um, um dann mit dem Bus schnell zur Arbeit zu fahren. Doch vorher nahm ich Minou noch die Abschwitzdecke ab und verabschiedete mich von ihr.


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      Hufschmiede Kaltes Eisen
      09. November 2014 -- Zion

      Da ich ja auf dem Hof geblieben bin musste ich nicht hinfahren. Jetzt war Minnie dran. Eine mal so mal so Connemarastute.
      Ich holte sie von der Koppel und band sie an. Dann holte ich meine Feile und legte los. bei ihr musste ich wieder nur die Hufe kürzen. Dann ging relativ flott. Außer ein paar zappler war sie eigentlich ganz brav. Nach dem feilen drehten wir noch eine Runde um zu sehen wie sie läuft und dann durfte sie wieder auf die Koppel.


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      Tierklinik Musta Kyyneleet
      18. November 2014 -- Loulou

      Müde räkelte ich mich, als mich eine Hand von der Seite anstupste und Daavid mich anschmunzelte. „Das nächste mal fährst du wieder.“, murmelte er belustigt, woraufhin ich grinsen musste. „Wozu hat man denn seine Angestellten?“, fragte ich ihn spöttisch. Er begleitete mich oft zu Patienten, insbesondere wenn mehr anstand wie Impfen und Entwurmen. Gerade rollten wir die lange Auffahrt zu Gwens Hof hinauf. Ich freute mich nicht nur nach einer langen Pause, die ich aus privaten Gründen hatte einlegen müssen, wieder mit der Arbeit zu beginnen, sondern auch bei der Gelegenheit gleich alte Freunde wieder zu sehen. Lange war ich nicht mehr auf der schönen Ranch in Kanada gewesen und umso größer war nun das Glücksgefühl, das sich warm in mir ausbreitete.
      „Gwen!“ Ich grinste als ich ausstieg und umarmte die junge Frau, als sie vor mir stand. „Schön dich zu sehen.“, lächelte ich und sah zu Daavid, welcher bereits mein Equipment auslud. Gemeinsam gingen wir in den Stall und die junge Frau führte uns zu einer der Boxen, etwas Abseits von den anderen und ohne Streu, damit sie auch wirklich nüchtern war, was für die Zahnbehandlung von Nöten ist. Neugierig blicke uns Minou, so lautete der Name des Tieres, über den Rand ihrer Tür hinweg an und spielte mit den Ohren. „Na du.“, begrüßte ich sie und strich ihr vorsichtig über den Kopf. Es schien ihr zu gefallen, gleich von drei Leuten Aufmerksamkeit zu bekommen, denn sie ließ jede Untersuchung anstandslos über sich ergehen. Ich hörte ihr Herz ab und die Lunge, doch fand bei keinem ungewöhnliche Geräusche vor. Auch ihre Temperatur war in Ordnung, wie ich feststellte. Kurz klopfte ich ihr lobend den Hals und machte mich daran, ihre Gelenke abzutasten und auf ihre Beweglichkeit zu testen. Nachdem ich einen Blick auf ihre Nüstern, Augen und Ohren geworfen hatte, wandte ich mich lächelnd an Gwen. „Sie sieht gut aus, normale Temperatur, keine Auffälligkeiten und ihr Fell glänzt wunderschön.“, sagte ich freundlich, während Daavid sich alles notierte, für die Akte, die ich für jeden meiner Patienten anlegte. „Also können wir gefahrlos impfen.“, erklärte ich, während ich den Impfstoff für die Impfung gegen Influenza und Herpes vorbereitete. Kurz tastete ich an ihrem Hals nach einer geeigneten Stelle, ehe ich ihr den Impfstoff injizierte. „Geschafft.“, murmelte ich und lobte die schicke Stute. „Für die Zahnbehandlung spritzie ich ihr noch ein Beruhigungsmittel, sonst wird es der Armen zu stressig.“, erklärte ich, während Daavid bereits mein spezielles, bei den meisten Patienten äußerst ungeliebtes Halfter geholt hatte. Schnell hatte ich ihr das Mittel gegeben und man sah ihr beinahe an, wie ihr schon nach wenigen Minuten ein wenih schummrig wurde. Während ich mich mit Mundschutz, wegen des Staubes und ein paar Handschuhen wappnete, zog Daavid der Stute das Halfter über. Gemeinsam öffneten wir ihr Maul und die Sperre sorgte dafür, dass sie es während der Behandlung auch nicht schließen konnte. Daavid hielt über ine Konstruktion aus Strick und einem an der Decke befestigtem Haken den Kopf der Stute hoch, während ich mit meiner Behandlung begann. Zunächst reinigte ich die Zähne gründlich und spülte ihr Maul mit Wasser ein wenig aus, ehe ich ihre Zähne betastete um festzustellen, welche Kauflächen sich abgenutzt hatten und bei welchen etwas nachgeholfen werden musste. Zugleich betrachtete ich alles genau um Hinweise auf Zahnstein, Karies oder andere Erkrankungen festzustellen, doch schien alles in Ordnung. Zahnstein war häufig bei Pferden und keines Wegs schlimm, doch schienen ihre Zähne tatsächlich einwandfrei, sodass ich nur ein wenig schleifen musste. Ein unangenehmes Geräusch, woraufhin es mir kalt den Rücken hinunter jagte und auch Minou legte missmutig die Ohren an. „Hast es gleich geschafft.“, murmelte ich leise in den Lärm und beendete meine Arbeit rasch, doch gewissenhaft. „Lass ihren Kopf runter, dann bekommt die Gute noch ihre Wurmkur.“, wies ich Daavid freundlich an und er tat, wie ich ihm sagte, ehe er mir die Paste reichte, die er breits vorbereitet hatte. Apfel Zimt. So hieß es zumindest, bei dem Geruch zog sich mir jedoch der Magen zusammen. Auch Minou schien wenig begeistert, ließ aber alles tapfer über sich ergehen. „Geschafft.“, lächelte ich und klopfte ihr den Hals. „Du weißt ja Gwen, kein säurehaltiges Futter die nächsten Tage, keine Turniere wegen der Dopingprobe und wenn sie morgen noch Nachwirkungen des Beruhigungsmittels zeigt, ruf mich bitte an.“, sagte ich und die junge Frau nickte. „Ich hoffe, man sieht sich bald mal freizeitlich wieder.“, lächelte ich, während wir den Stall verließen und alles zurück zum Auto trugen, nachdem ich mich von der Stute verabschiedet hatte. „Vielleicht verschlägt es dich ja mal nach Europa.“, grinste ich und drückte Gwen kurz zum Abschied.


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      Zukunftsplanungen
      22. November 2014 -- Gwen

      „Los Kathy, beeil dich! Wir haben heute noch viel vor!“, meinte ich ungeduldig. Während ich schon meine Stiefel anzog, saß meine kleine Schwester immer noch am Frühstückstisch. „Hm…“, grummelte diese nur und schien heute so gar nicht motiviert zu sein. Ich verließ kopfschüttelnd das Haus und machte mich auf den Weg zum Stall, um dort allen Pferden ihr Frühstück zu bringen. Manchmal hatte ich große Sorge, dass Kathy irgendwann doch das Interesse an den Pferden verlor und dann würde ich alleine da stehen und alleine würde ich das neben dem Studium und der Arbeit nicht schaffen… Irgendwann kam Kathy in den Stall, so dass wir fix alle Pferde auf die Weiden bringen konnten und uns dann den Boxen widmeten. „Was steht denn heute so besonderes an?“, fragte Kathy neugierig und ich hielt inne. Hatte ich ihr das nicht schon gesagt? Oder hatte ich das tatsächlich ausnahmsweise mal vergessen? „Ähm, die Haflingerbande kommt heute nach Hause!“, erklärte ich und plötzlich bekamen Kathys Augen einen besonderen Glanz. Sie liebte unsere jungen Haflinger, doch die hatten den Sommer in einer Jungpferdeherde auf den großen Weiden in den Bergen verbringen dürfen. Für den Winter wollte ich sie nun jedoch lieber wieder herholen, denn wenn es in Kanada einmal richtig zu schneien begann, kam man schnell für 2-3 Wochen gar nicht mehr vom Fleck. „Holen wir sie oder werden sie gebracht?“, fragte Kathy neugierig, während sie die letzte Box einstreute. „Soviel ich weiß sollen sie gebracht werden, ich hoffe es bleibt dabei, denn sonst müssten wir mit unserem kleinen Hänger zweimal fahren.“, Kathy hüpfte aufgeregt auf der Stelle und räumte mit mir gemeinsam noch den Stall auf und kehrte. „Kurz nach Mittag soll der Trailer kommen, da haben wir noch etwas Zeit! Aber heute Nachmittag kommt noch der Tierarzt, um sich Minou anzuschauen, also sollten wir nicht trödeln!“, lachte ich und Kathy nickte. „Machen wir einen Ausritt mit Ravi und Magic?“, bat sie mich und ich ließ mich dazu gerne erweichen. Wir holten die beiden Stuten von der Weide und putzten sie gründlich. „Puh, haben die ein Winterfell!“, murmelte ich, während ich versuchte, mich durch Ravis Dreckkruste zu kämpfen. Als die beiden dann aber sauber waren, waren sie weich wie Teddybären. Fix sattelten wir die Stuten und machten uns dann direkt auf den Weg. „Durch den Wald?“, fragte Kathy und ich nickte. Kurz darauf ließ sie ihre Tinkerstute antreten, während Ravi und ich ihr folgten. Es war ein herrlicher Herbsttag! Der Himmel war endlich wieder strahlend blau und die Sonne schien. Auch die Vögel zwitscherten fröhlich, als wir durch den Wald ritten. Nur die Bäume waren inzwischen schon kahl und das Laub am Boden färbte sich langsam braun. Ich erahnte schon, dass es bald schneien würde und dabei war davor noch so viel zu tun! „Wer als erster auf der Anhöhe ist!“, riss Kathy mich mit ihren Worten aus den Gedanken. Ich grinste sie an und trieb Ravi zum Galopp an. Wir hatten keine wirkliche Chance gegen die großen Schritte von Magic, aber Ravi war viel trittsicherer und so konnten wir die steinige Abkürzung nehmen. „Erste!“, rief ich grinsend und hielt Ravi an. Kurz darauf stand auch Magic neben uns. „Hey! Das war unfair!“, meinte Kathy lachend und schüttelte den Kopf. „Whoah! Sieh mal wie nah die Bisons schon sind!“, meinte sie begeistert und ich richtete meinen Blick gen Horizont. Die Bisons kamen vor dem Winter immer aus den Bergen zurück in die Täler und inzwischen waren sie unserm Tal schon sehr nah. Ich mochte es, sie im Winter zu beobachten, außerdem schützte es auch unsere Ranch vor den hungrigen wilden Tieren, wenn sich eine gigantische Bisonherde fast vor unserer Haustür rumtrieb, denn mit der legte sich eher ungern ein Wolf oder Bär an. Wir beobachteten sie noch eine Weile, bis ich auf die Uhr schaute. „Verdammt! Wir müssen zurück!“, meinte ich erschrocken, wendete Ravi und trieb sie in den Trab. Unsere Stuten waren sehr ausdauernd und so war es kein Problem, dass sie bis nach Hause im Trab blieben. Als wir ankamen, fuhr gerade der große Trailer auf den Hof. Mama kam zum Glück gerade aus dem Haus und empfing den Fahrer. Kathy und ich sattelten schnell die Stuten ab und stellten diese erst einmal in ihre Boxen, da sie doch recht verschwitzt waren. Schnell rieben wir sie mit Stroh schon einmal etwas trocken, ehe wir nach draußen huschten. „Vielen Dank!“, meinte Mama gerade zu dem Fahrer und gab ihm die unterschriebenen Papiere zurück. Gemeinsam luden wir die vier Haflinger aus. Die Jährlinge wirkten ganz aufgeregt und tänzelten schon unruhig im Trailer hin und her. Kathy nahm sich ihren Liebling, die kleine Little Lioness. Mama gab ich unsere Stute Nimué und ich nahm mir die beiden Hengstjährlinge Andvari und Nachtschwärme. Wir brachten die vier zusammen auf eine der großen Weiden gegenüber des Stalls, wo sie sich erst einmal wieder eingewöhnen und austoben durften. „Sie haben sich toll gemacht!“, meinte Mama zufrieden und ich konnte ihr nur zustimmen. Der Sommer in den Bergen hatte den vier Jungpferden wirklich gut getan. Sie sahen kräftig und gesund aus, hatten klare Augen und waren neugieriger denn je. Kathy begann direkt wieder zu schwärmen, denn sie liebte unsere Kleinen. Ich musste mich zusammenreißen, denn ich wusste, dass nicht alle bleiben würden. Nachtschwärmer würde ich in diesem Winter ausbilden, damit ich ihn nächstes Frühjahr dann als braven Zweijährigen verkaufen konnte. Vielleicht würde er auch noch an der einen oder anderen Fohlenschau teilnehmen, denn das würde seine Chancen auf einen guten Verkauf noch steigern. Lio wollte ich theoretisch auch wieder verkaufen, aber ich hatte die Kleine doch sehr ins Herz geschlossen… Andvari würde bleiben und Mo mit hoher Wahrscheinlichkeit auch, immerhin waren die beiden schon ewig hier! „Komm, wir holen ein paar Möhren für die Kleinen!“, meinte ich zu Kathy und wir huschten gemeinsam in die Futterkammer. Als wir wiederkamen und kurz pfiffen, kamen die Haflinger sofort angetrabt und ließen sich von uns verwöhnen. „Wir haben eine richtige Haflingerbande!“, meinte Kathy lachend und schmuste mit den kleinen Blondinen. „Ravi und Magic wollen wieder auf die Weide!“, ermahnte ich Kathy grinsend und diese riss sich schweren Herzens von den Haflingern los. Wir putzten die Stuten ordentlich, welche inzwischen doch recht trocken waren und brachten sie zurück auf die Weide. Von dort nahm ich mir wiederum direkt Minou mit, denn mit ihr wollte ich noch etwas machen, bevor der Tierarzt kam. Erst einmal putzte ich die hübsche Stute gründlich und machte sie schick. Nächstes Jahr wäre sie dann offiziell vier Jahre alt und ich war mir sicher, dass wir dann allmählich mit dem Reiten beginnen konnten. Diesen Winter wollte ich sie schon ein wenig darauf vorbereiten und sie alles kennenlernen lassen, damit es dann auch keine Probleme gab. Heute begnügten wir uns mit einem Spaziergang bei diesem herrlichen Wetter und das schien meine Dreijährige auch sichtlich zu genießen! Entspannt trottete sie neben mir her und beobachtete ihre Umgebung. Minou war schon jetzt einfach nur gelassen und immer entspannt, obwohl sie noch gar nicht so viel von der Welt gesehen hatte. „Wenn du irgendwann genug Kondition hast, machen wir bei den Distanzritten auf der ganzen Welt mit!“, prophezeite ich ihr lächelnd und strich ihr sanft über den Hals. Minou schaute mich zustimmend an und brummelte zufrieden.
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      Besuch bei Elisa
      24. Dezember 2014 -- Gwen

      Es war kurz nach dem Mittag, als Kathy und ich vom Tisch aufsprangen, um die letzten hellen Stunden noch für die Pferde zu nutzen. Mama schüttelte nur lachend den Kopf. „Selbst zu Weihnachten habt ihr nichts anderes im Kopf!“, meinte sie grinsend, ließ uns aber gehen. „Machen wir einen Spaziergang mit Minou und Ahyoka?“, fragte ich Kathy lächelnd und sie nickte begeistert. Wir zogen uns warm an und schlüpften dann in unsere Winterstiefel. Draußen herrschten -20°C, aber die Sonne schien und dadurch war es viel wärmer. Wir holten die beiden Stuten von der Weide und begannen sie gründlich zu putzen. Kathy nahm die liebenswürdige Minou, während ich mit um Ahyoka kümmerte. Die Fuchsstute war vielen Menschen gegenüber immer noch ein wenig misstrauisch, nur zu mir fasste sie langsam Vertrauen und das dankte ich ihr wirklich sehr. Nachdem beide Jungstuten wirklich schick aussahen, bekamen sie ihre Trensen auf und dann konnten wir uns auf den Weg machen. „Oh warte!“, meinte ich erschrocken zu Kathy, drückte ihr Ahyokas Zügel in die Hand und eilte nochmal schnell ins Haus. „Ich habe Elisas Geschenk ganz vergessen!“, meinte ich grinsend als ich wiederkam und Ahyoka wieder nahm. „Was ist es denn eigentlich?“, fragte Kathy neugierig, doch ich grinste nur. Wir liefen in Richtung Crown Hill, denn dann würde es Elisa noch zu Weihnachten bekommen. Die Stuten benahmen sich einwandfrei, auch wenn Ahyoka der tiefe Schnee hier in Kanada immer noch nicht ganz so geheuer war. Als wir dann auf dem Gestüt ankamen, entdeckten wir recht schnell Elisa, die bibbernd am Geländer des Dressurplatzes stand und den Reitern etwas zurief. „Fröhliche Weihnachten!“, meinte ich grinsend und reichte Elisa das kleine Geschenk. „Was ist das?“, fragte sie stirnrunzelnd und nahm es entgegen. Elisa war kein sonderlicher Fan von Weihnachten, aber sie prangerte es nicht riesig groß an. Einen Moment später grinste Elisa mich an. „Danke!“, meinte sie lächelnd und umarmte mich kurz. In dem Päckchen waren neue Reithandschuhe und ein Handwärmer in Rentierform drin. So wie Elisa aussah, konnte sie das auch im Moment sehr gut gebrauchen. „So, wir machen uns wieder auf den Heimweg, sonst gibt’s zu Hause Theater!“, meinte ich grinsend und wünschte Elisa noch fröhliche Weihnachten.


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      Abwechslungsreiches Longieren
      25. Januar 2014 -- Gwen

      Mit einem mulmigen Gefühl blickte ich in den bewölkten Himmel. Heute Morgen hatte noch die Sonne geschienen, doch dann hatte es sich plötzlich zugezogen und jetzt wehte auch schon ein extrem kühler Wind durch die Wälder. Ich hatte es schon vor ein paar Tagen geahnt und wie es aussah, kam ein Schneesturm auf uns zu. Es war der erste, den wir in unseren zwei (bald drei!) Jahren in Kanada erleben würden, dementsprechend verunsichert war ich auch. Dennoch wollte ich heute noch etwas mit meinen lieben Vierbeinern machen und so war diesmal Minou an der Reihe. Ich holte meine hübsche Jungstute von der Koppel und begann dann ihr flauschiges Winterfell zu putzen. Minou schien heute einen ihrer besonders guten Tage zu haben, denn sie stand entspannt und dösend am Putzplatz und schien sichtlich zufrieden mit meiner Massage zu sein. Dieses Jahr wurde Minou vier, so dass wir allmählich mit dem Einreiten beginnen konnten, natürlich ganz langsam und so, wie Minou es für richtig hielt. Dementsprechend begann ich aber schon jetzt mit dem Muskelaufbau und schulte Minou von unten. Bisher hatten wir immer viel lockere Bodenarbeit gemacht, aber eigentlich nie konkret gearbeitet. Ich hatte Minou viel Zeit lassen wollen und die hatte ihr auch sichtlich gut getan. Sie war noch einmal ein ganzes Stück gewachsen und vor allem in die Breite gegangen. Nun war sie nicht mehr die schlaksige Zweijährige, welche ich damals auf Heartland kennengelernt hatte, sondern eine richtig hübsche Stute. Heute wollte ich unser Longentraining ein wenig spannender machen, indem ich Stangen und Hütchen hinzunahm und so Minou neue Aufgaben gab. Bisher hatten wir noch nicht oft longiert, aber es lief schon ganz gut, nur war Minou immer sehr schnell abwesend. Das heutige Training sollte das aber ändern. Zuerst führte ich Minou einige Runden warm und zeigte ihr dann die neuen Spielzeuge. So wirklich begeistert war sie von denen ja nicht, aber ihre Angst hielt sich in Grenzen. Dementsprechend verlief das Longentraining dann auch einwandfrei und es machte wirklich Spaß, Minou so aufmerksam zu sehen! Locker schwang sie den Rücken und fand allmählich den Weg nach unten. Wenn das so weiter lief, würden wir sicherlich ein tolles gemeinsames Jahr haben!


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      Das erste Mal ein Sattel?
      28. Februar 2015 -- Gwen

      Heute betrat ich den Stall mit einem ganz besonderen Ziel vor Augen: Minou war inzwischen vier Jahre alt und ich wollte sie gerne allmählich an den Sattel gewöhnen! Ich war wahrscheinlich aufgeregter als die Stute selbst, als ich sie aus der Box holte und gründlich putzte. Wie immer genoss Minou die Pflege sichtlich und entspannte recht schnell ihr rechtes Hinterbein und ihren gesamten Körper. Dementsprechend ließ ich mir auch viel Zeit. Dann schnappte ich mir aus der Sattelkammer den alten Sattel, der immer als erstes Mal genutzt wurde und ging mit Minou in die Halle. Erst einmal machte ich mit ihr ein wenig Bodenarbeit, damit ich sah, wie sie heute drauf war. Zu meiner Freude war sie vollkommen locker und entspannt und sogar motiviert dabei. Danach zeigte ich ihr den Sattel, welchen ich erst einmal auf den Boden gelegt hatte und sie nahm ihn in aller Ruhe unter die Lupe. Als nächsten Schritt wollte ich ihr die Schabracke zeigen. Minou kannte zwar Decken, hatte aber selten bis nie eine Decke aufgehabt und dementsprechend misstrauisch war sie auch gegenüber dieser komischen Satteldecke. Dementsprechend desensibilisierte ich sie erst einmal mit kleinen Spielchen und so konnte ich die Decke schon nach einiger Zeit ohne Probleme auf ihren Rücken legen. Mit dem Sattel machte ich das gleiche Spiel und eine halbe Stunde später lag auch er auf ihren Rücken, zwar noch nicht festgegurtet, aber das wollte ich heute auch lassen. Stattdessen führte ich Minou noch zwei Zirkelrunden mit Sattel in der Halle umher und lobte sie danach ausgiebig. Minou schien das Lob sichtlich zu freuen und im Stall erwarteten sie dann auch noch zwei saftige Möhren als Belohnung.


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      Ein Reiter auf dem Rücken!
      29. März 2015 -- Gwen

      Das Orkantief hatte bei uns allerhand angerichtet und so hatte ich diesmal wirklich alle Hände voll zu tun. Zum Glück war Ostern, so dass Mama und Kathy auch frei hatten und so wollten wir uns nach dem Frühstück direkt an die Arbeit machen. Kurz nach sechs klingelte bereits mein Wecker. Dank der Zeitumstellung war es draußen dennoch schon hell und ich stieg mühsam aus dem Bett. Im Bad machte ich mich in aller Ruhe fertig, ehe es hinunter in die Küche ging.
      Dort war Mama schon dabei, das Frühstück zu machen und auch schon Sandwichs für den Lunch vorzubereiten. Wir frühstückten zu dritt und dann ging es hinaus in den Stall, Pferde füttern und misten. Leider mussten die Vierbeiner erst einmal im Stall bleiben, denn die Zäune musste ich erst abreiten. Dafür holte ich mir Arriba aus der Box und sattelte die Criollostute, denn so war ich wesentlich schneller als alleine. Und damit wir auch möglichst schnell alle abhandeln konnten, halfen Elisa und Matthew mir. Dementsprechend erwarteten mich vor dem Stall auch zwei weitere Reiter.
      Matthew saß auf der hübschen Filly und Elisa war mal wieder mit ihrem Farbtopfeimer Rebel anzutreffen. Ich begrüßte die beiden knapp und dann ging es los. Am Anfang der Weiden teilten wir uns auf, Elisa und ich ritten links entlang und Matthew rechts. Die drei Weiden nahe des Stalls hatten zum Glück nichts abbekommen, nur die Weide direkt neben dem Stall zierte ein großer Ast, der vom Baum gestürzt war.
      Die beiden Weiden neben dem Stall sahen nicht so gut aus. Dort war zum einen der umgekippte Baum, der auch Ohnezahn eingeschlossen hatte, sowie zwei weitere Zerstörungen im Zaun. Matthew ließen wir direkt dort und er kümmerte sich darum, die umgefallenen Bäume in kleine Stücke zu sägen und schon einmal zu stapeln. Elisa und ich ritten die letzten beiden Weiden ab. Danach hieß es Zäune reparieren und per Pferd und Wagen das Holz von den Weiden zu transportieren, dafür waren unsere drei Westernpferde zuständig.
      Mama und Kathy packten auch tatkräftig an und so waren bis zum frühen Nachmittag alle Weiden wieder in nutzbaren Zustand und die Pferde konnten endlich raus. Dementsprechend wollte ich die Zeit gleich noch nutzen, um einige Pferde zu bewegen. Gemeinsam mit Elisa kümmerten wir uns um die beiden Ladys Ginny My Love und Sinfonie. Beide wurden geputzt und dann gingen wir eine kleine Runde spazieren, ehe die Schecken auf ihre Weide durften.
      Danach statteten wir Pinero einen Besuch ab und Elisa freute sich doch sehr, ihren kleinen Tigerschecken mal wieder zu sehen. Und der Kleine erkannte sie sogar noch! Neugierig kam er zum Eingang der Weide und begrüßte uns, dann verzog er sich auch wieder. "Oh, wenn du gerade da bist, können wir noch mit Minou arbeiten!", rief ich erfreut und machte Elisa mit der Connemarastute bekannt. Diese war inzwischen vier Jahre alt und sollte nun allmählich eingeritten werden. Den Sattel kannte sie inzwischen und nun sollte das Reitergewicht kommen, kurz: Elisa.
      Also putzten wir die Stute und sattelten sie, dann gingen wir gemeinsam in die Halle. Dort waren wir zu dritt und so konnte eigentlich kaum etwas passieren. Matthew nahm Minou an die Longe, Elisa lief neben ihr und ich schwang mich todesmutig in den Sattel. Erst legte ich mich nur vorsichtig quer über den Sattel und dann wagte ich mich drauf.
      Und siehe da! Minou war ein wahrer Sonnenschein, sie war lieb, rücksichtsvoll und schien gar keine Angst zu haben. Brav lief sie im Schritt auf beiden Händen an der Longe und dann führte Elisa uns noch einmal durch die Halle, ehe wir sogar ein kleines Stück alleine im Schritt schafften, auch wenn Elisa immer noch neben uns her lief. "Ich glaube mit der Kleinen wirst du keine Probleme haben", meinte Matthew und tätschelte der braunen Stute sanft den Hals. Auch Elisa nickte zufrieden. Glücklich versorgte ich Minou und brachte sie dann auf die Weide. Elisa und Matthew mussten wieder nach Hause, denn auch sie hatten noch allerhand zu tun. Ich half derweil noch bei uns weiter mit.
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      Minou wird zum Reitpferd
      28. April 2015 -- Gwen

      Mit großen Augen starrte Kathy mich an. „Was machst du da?“, fragte sie entgeistert. „Äh, das nennt sich Yoga!“, meinte ich, während ich gerade verzweifelt versuchte, meinen Arm wieder einzurenken und zu befreien. „Das sieht ja nicht sehr gesund aus“, meinte sie nur knapp und verließ das Wohnzimmer. Ich klappte stöhnend auf dem Boden zusammen und rieb mir den Arm. „Aua!“, murmelte ich. Damit war als auch Yoga offiziell durchgefallen! Sport war Mord. Dabei blieb ich und bisher fand ich keine Sportart auch nur so annähernd ansprechend wie das Reiten, auch wenn das in vielen Munde wiederum ja kein Sport war (jaja, die leidige Diskussion).
      Frustriert starrte ich aus dem Fenster. Seit heute Morgen um acht goss es aus Eimern. Die Pferde auf die Weide schaffen hatte definitiv keinen Spaß gemacht und kurz hatte ich ernsthaft überlegt, sie heute drin zu lassen. Aber im Gegensatz zu uns Menschen störte es die Vierbeiner eher weniger, ob sie nun im Regen standen oder nicht, dementsprechend hatte ich das Leid auf mich genommen und war gefühlte hundert Mal durch den strömenden Regen gewatet.
      Einerseits zum Glück, andererseits leider, hatte ich heute keine Uni. Das hieß ich war den ganzen Tag zu Hause und hatte mich bis jetzt (es war nach 12 Uhr) nur auf dem Sofa rumgefläzt. Inzwischen war sogar Kathy aus der Schule zurück, wobei die heute ja echt nur zwei Stunden gehabt hatte, also zählte das ja auch nicht! Dennoch nagte mein schlechtes Gewissen an mir, zumindest ein bisschen. Also tauschte ich traurig meine Jogginghose gegen eine Jeans und ein warmes Sweatshirt, ehe ich mich sicher in meine Regenjacke einpackte und das Haus verließ.
      Schon nach der ersten Sekunde im Regen bereute ich meine Entscheidung. Es war scheußlich! Ich wollte bitte so schnell wie möglich trocken zurück aufs Sofa! Leider würde Mama wohl noch handgreiflich werden, wenn sie sah, dass die Faulheit gewann. Also holte ich Ginny My Love von der Weide und huschte mit ihr in den trockenen Stall. Dort wurde die junge Stute gründlich geputzt und dann mit Knotenhalfter und Rope ausgestattet. Es wurde langsam Zeit, dass sie anlongiert wurde, denn sie kannte noch nicht einmal die Grundlagen.
      Da Ginny aber sehr gelehrig war, wusste sie zumindest schon die Bedeutungen von Halt, Schritt, Trab und Galopp. Also musste ich nur noch beibringen, auf dem Zirkel zu laufen. Anfangs begleitete ich sie dabei und wir drehten unsere Kreise. Dann verlängerte ich das Rope immer mehr und jedes Mal wenn Ginny zu mir driftete, trieb ich sie mehr an und wieder von mir weg. Das machten wir eine gute halbe Stunde und so langsam schien Ginny auch zu verstehen, was ich da um Himmels Willen von ihr verlangte.
      So konnte ich sie noch ein wenig als Belohnung in der Halle laufen lassen, ehe sie zurück auf die Weide sollte. Seufzend überschlug ich knapp im Kopf, wie viele Jungpferde ich im Stall stehen hatte und wie viele davon inzwischen eigentlich langsam eingeritten werden sollten. Minou war auch schon so weit und kannte inzwischen Trense, Sattel und Reiter. Das Ganze musste nur noch ausgebaut werden. Aus dem Grund scheuchte ich Kathy auf und gemeinsam putzten wir direkt die Connemarastute.
      Minou war ein wahrer Sonnenschein, lieb und ruhig. Aber sie brauchte Beschäftigung und Abwechslung, sonst wurde ihr zu schnell langweilig. Deshalb wollte ich auch nicht groß länger warten. Heute würde ich wieder den Reiter spielen und Kathy würde uns an die Longe nehmen. Die ersten Male hatten besser als gedacht geklappt und so war ich auch heute sehr positiv eingestellt, dass es auch an der Longe klappen würde. Wir sattelten Minou noch und schon ging es in die Halle.
      Dort erwärmten wir die Stute erst einmal gründlich, ehe Kathy mir in den Sattel half und uns dann ein paar Ründchen führte. Motiviert machte Minou mit und schon nahm Kathy uns an die Longe. Auch das klappte besser als gedacht, auch wenn Minou von dem Regen etwas abgelenkt war, der machte aber auch einen scheußlichen Lärm auf dem Dach! So war unser zweites großes Reiter-Training schnell mit Erfolg gekrönt und ich ließ mich vorsichtig wieder aus dem Sattel gleiten.
      Minou versorgten wir ausgiebig, ehe sie zurück auf die Weide durfte und nun hieß es Ausmisten oder nobel ausgedrückt: Stallarbeit.


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      Globale Erderwärmung
      20. Mai 2015 -- Gwen

      Momentan nervte es ehrlich gesagt ein bisschen, gute acht Jungpferde im Stall zu haben und mit ihnen allen die gleiche Ausbildungsskala zu durchlaufen. Inzwischen war mein Beruf wirklich Alltag, denn ich kam nicht um die Erziehung meiner Lieblinge herum, umso dankbarer war ich um meine paar Reitpferde, mit denen man dann doch mal entspannt ins Gelände gehen oder trainieren konnte, ohne großartigen Welpenschutz.
      Tja, leider besaß ich im Vergleich zu den Jungpferden nicht sonderlich viele Reitpferde und so konnte ich mich irgendwann dann auch nicht mehr vor den Youngstern retten. Bester Lösungsansatz war es wohl, täglich mit ihnen zu arbeiten, so dass sie schon bald genauso waren wie ihre älteren Vorbilder.
      Minou war in der Beziehung inzwischen wirklich schon fortgeschritten. Seit gut einem Monat saß fast täglich ein Reiter auf ihrem Rücken und sie gewöhnte sich immer mehr an das Reitergewicht, die Stimme und die Hilfen.
      Minou lernte schnell und war immer sehr aufmerksam bei der Sache, dementsprechend wollte ich sie dafür heute belohnen, mit dem ersten Ausritt. Da ich natürlich nicht alleine reiten wollte, sondern bevorzugt nur als Handpferd, attackierte ich schon Morgens Elisa mit einem Anruf, warf sie aus dem Nest und bat sie, gegen 10 Uhr bei uns vorbeizukommen und uns einzusammeln.
      Wie man es von einer so tollen Freundin wie ihr erwartete, sagte sie natürlich zu und so war es jetzt halb zehn, ich verließ das Haus und machte Minou allmählich fertig. Noch trug sie einen gebrauchten Sattel. Der passte zwar angegossen und war wirklich bequem, aber definitiv keine Schönheit. Dennoch tat er seinen Dienst und ehe sich Minou mit einem nagelneuen und teuren Sattel doch irgendwo mal noch wälzte (sie neigte nämlich dazu, sich samt Reiter hinzulegen), nahm ich lieber noch das ältere Modell hin.

      Punkt zehn stand dann auch Elisa vor dem Stall. Beziehungsweise saß, und zwar auf Star’s Diamond. Die beiden braunen Stuten betrachteten sich anfangs ein wenig misstrauisch, beschnupperten sich, quiekten einmal kurz und dann war alles gut.
      Vorsichtig schwang ich mich in den Sattel, gurtete noch einmal nach und ritt dann neben Diamonds Schulter, damit Elisa uns an die Hand nehmen konnte. Das gab Minou direkt mehr Sicherheit und in Gegenwart der erfahrenen Stute entspannte sie sich schnell und so konnten wir uns schon auf den Weg machen.
      Der Ausritt verlief problemlos und wir durchquerten sogar zusammen einen Fluss. Zwar musste ich Minou zweimal davon abhalten, sich hinzulegen, aber Elisa und Diamond machten ihren Job wirklich gut.
      Zwischendurch trafen wir tatsächlich auf Matthew, was bei der Größe des Nationalparks wirklich ein sehr großer Zufall war. Er ritt Elisas Farbtopfeimer Unbroken und anscheinend trainierten die beide für ein kommendes Distanzturnier. Zumindest erklärte Elisa es mir so. Matthew grüßte uns nur kurz und trabte dann an uns vorbei. Unbroken richtete seine Aufmerksamkeit kurz auf die beiden Stuten, aber Matthew blieb streng und ließ dem Hengst gar keine Chance.
      „Kerle“, murmelte ich grinsend und Elisa musste lachen. Momentan taute Matthew wieder ein wenig auf, allerdings konnte man das so ein bisschen wie die globale Erderwärmung sehen: Man wusste, dass sich etwas veränderte, aber so wirklich sehen oder mitbekommen tat man nichts.
      Da für Minou größere Strecken noch sehr anstrengend waren, machte wir uns schon bald auf den Heimweg, wo dann für beide Stute eine Portion Obst bereitgestellt wurde, während Elisa und ich uns einen Eistee gönnten. Immerhin waren 22°C und die Sonne schien – das Thema mit der globalen Erderwärmung hatten wir ja schon.


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      Doppelabspecken
      23. Juni 2015 -- Gwen

      Der Sommer kommt! Nein, eigentlich war er schon da. Das mit der Bikini-Figur hatte ich wie jedes Jahr verplant, obwohl ich dieses Mal wenigstens ehrlich an meinem Sport dran blieb, vielleicht klappte es ja dann nächstes Mal. Viel einfacher war da der Sport für die Pferde, mit denen wollte ich manchmal echt nicht tauschen.
      Foxy beschäftigte ich momentan täglich und das zum Leid des verfressenen Shettys. Vorgestern war er als Handpferd mit auf einen langen Ausritt gekommen, gestern hatte ich ihn longiert und heute ging es mal wieder ans Fahren. Da hatten wir sogar schon einen ersten Turniererfolg gehabt, nachdem Elisa fleißig mit uns geübt hatte!
      Heute wollte ich einfach nur ein Ründchen drehen und den neuen kleinen Sulky austesten, den ich gekauft hatte. Doch erst einmal musste Foxy geputzt und fertig gemacht werden. In den letzten Wochen hatte er unglaublich abgenommen und es war kaum noch was von seiner Graskugel zu sehen. Elena hatte ihn beinahe nicht wieder erkannt, wobei er ihr natürlich immer noch zu fett war.
      Nachdem das Pony angespannt war und ich mich richtig hingesetzt hatte, konnte es losgehen. Wirklich talentiert war ich im Fahren ja nicht und so sahen unsere Anfänge einfach nur mega schlecht aus, aber da meine neue Stute Tawny auch eingefahren war, wollte ich unbedingt üben, um mit der Palominostute eventuell auch das ein oder andere Mal zu fahren! Foxy ertrug meine Eskapaden brav und machte selber wunderbar mit und so kamen wir auch heil wieder an und schon hatte er erneut was für seine Figur getan.
      Nachdem er sich nun wieder seiner Lieblingsbeschäftigung (Fressen!) zuwenden durfte, war Minou nun an der Reihe. Auch sie musste dringend abspecken, gerade jetzt, wo es allmählich ans Reiten ging, denn den Sattelgurt bekam ich kaum zu! So hatte ich auch heute wieder zu tun, dass ich guten Gewissens in einen festen Sattel steigen konnte.
      Wir waren gerade dabei, die Grundgangarten auf dem Platz zu festigen und allmählich die gebogenen Linien hinzuzunehmen. Minou war ein Pferd, was gerne dazu tendierte, etwas zu tief mit der Nase zu kommen, hatte man ja auch nicht so oft. So musste ich sie vor allem nach vorne treiben und sie dazu motivieren, ihre Hinterhand aktiv mitzunehmen. Jaja, leichter gesagt als getan.
      Aber sie war noch nicht lange unter dem Sattel und nachdem wir eine Zirkelrunde im Galopp geschafft hatten, beendete ich zufrieden das Training, war ja immerhin ein Erfolg und so eilig hatten wir es auch nicht, also konnte ich mir mit ihrer Ausbildung ruhig Zeit lassen. Stattdessen putzte ich sie nochmal gründlich und dann ging es für die Connemarastute wieder auf die Weide.


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      Klausurenphase
      22. Juli 2015 -- Gwen

      „Gwen?“
      „Hm?“
      „Schreibst du Morgen nicht deine Klausur?“
      „Hm?“
      „Musst du da nicht lernen?“
      „Hm?“
      „GWEN!“
      „Hm?“

      Unschuldig schlürfte ich an meinem Eistee, bis Elena mir den Strohhalm entzog, anscheinend hatte ich zu laut geschlürft, ups. Aber Jojo schlürfte viel lauter! „Erde an Gwen, hallo?“, ertönte plötzlich Elenas Blondchenstimme direkt neben meinem Ohr. Entnervt blickte ich auf und konnte gerade noch zur Seite springen, als ich sah, wie sich der Inhalt ihres Glases über mich ergießen wollte.
      „Was ist denn los mit euch?“, fragte ich vorwurfsvoll und schon setzte Jojo ihr fachmännisches Gesicht auf – oh nein!
      „Gwen? Kennst du die fünf Phasen des Lernens?“ – „Nein, kennt sie ja anscheinend nicht!“, warf Elisa genervt ein, wurde aber mit einem Blick von Jojo zum Schweigen gebracht. War ich hier in einer Sekte oder was?
      „Also“, begann Jojo und faltete den Zettel auseinander, den Elisa ihr gegeben hatte „1. Leugnen, 2. Wut, 3. Verhandeln, 4. Depression, 5. Akzeptanz“, sagte sie mit professioneller Stimme an. Elena und Elisa nickten im Takt dazu. Und ich verdrehte im Takt dazu die Augen.
      „Aber bei dir fehlen eindeutig vier! Das ist doch keine Lösung bei der 5. anzufangen!“, ereiferte sich Elisa direkt und drückte mir ihren Zeigefinger auf die Nase. Ich versuchte ihm zwanghaft auszuweichen, aber er folgte mir überall hin. „Was ist denn daran so schlimm? Ich schaff das“, meinte ich zufrieden und schlürfte an einem neuen Glas Eistee.
      „Ich schiebe keinen Stress. Ich schiebe Klausuren“, trug ich philosophisch vor, zum Glück gab es das Internet! Elena klatschte begeistert, bekam aber sofort eine von Elisa drauf. „Als ob du lernen würdest!“, bekam die nur zurück und schon entfachte ein Streit zwischen Elena und Elisa, der so aussah, dass Elena schon wieder den Inhalt ihres Glases missbrauchen wollte – was war heute nur los mit ihr? Sonst war sie doch auch nicht so verschwenderisch?
      Ich erhob mich mühsam und winkte den anderen zum Abschied. „Ich gehe jetzt eine Runde ausreiten“, meinte ich knapp.
      Natürlich folgte mir der restliche Trupp, auch wenn ich Elisa erst einmal Ersatzklamotten leihen musste und Elena sich einen Vortrag über ihre Umgangsweise mit Mitmenschen anzuhören hatte.
      Eine halbe Stunde später saßen wir dann endlich alle auf Pferden. Jojo auf Tautou, ich hatte immer noch keinen Plan wie man das Aussprach. Elisa bockend auf Diggin‘ in the Dirth und Elena hatte sich eiskalt Levi ausgesucht („Aber den wollte ich heute reiten?“ – „Na und, jetzt reite ich ihn“). Und ich hatte mir Minou ausgesucht. Meine junge Connemarastute. Als wir losritten, flüsterte ich ihr leise ins Ohr:
      „Herzlich Willkommen im Club der Bekloppten!“
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      Hufschmiede Snoopeisen
      23. August 2015 -- Snoopy

      Heute stand ein Termin bei Gwen an, eine 'Fast Nachbarin' von mir, gut sie wohnt in der Nähe. Nun ja, es war mal was anderes, als der ständige Flug Stress ins Ausland. Somit machte ich mich gemütlich auf den Weg zu ihren Hof, bzw ihrer Ranch, die Nahanni Rivers Ranch, wo auch ein ehemaliges Pferd von mir stand. Das war ebenso ein tolles Argument, das es ein guter Tag wird. Alte Bekannte sehen! Egal, Schluss mit nachdenken, nun musste ich los, gegen Mittag sollte ich da sein, also wollt ich mich auch nicht verspäten. Ich machte den Motor des Transporters an und fuhr los, meist War ich auf der 'Autobahn', anders gesagt eine meist befahrene Straße in Kanada. Auf dieser war ich ziemlich lange, bis ich in die letzte Ausfahrt bog und auf ihren Hof zurollte.
      ,,Hallo Gwen!", grüßte ich sie, nachdem ich aus den Auto stieg. ,,Hallo Stefanie, du bist aber pünktlich!", antwortete sie und ich grinste. Kurz darauf führte sie mich zum Stall, wo ihre beiden Stuten auch schon bereit standen. ,,Hufkontrolle & Ausschneiden war es oder?", fragte ich Gwen und sie nickte. Somit begann ich auch schon mit meiner Arbeit.
      Minou, laut Gwen eine einfache Stute, die keine großen Probleme machen würde. Gut wenn man in ihre Augen sah wusste man sofort, das die Kleine eine knuddelige Maus sein sollte. Darüber war ich zutiefst beruhigt, somit stand nichts mehr im Weg und ich glitt vorsichtig an ihrer Schulter herab, sie hob ihr Huf und ich klemmte es vorsichtig zwischen meine Beine, dann nahm ich mir das Hufmesser und kontrollierte ihre Hufe. Der Innenstrahl drohte zu verwachsen, also schnitt ich Problemstellen weg und bearbeite das alte Innenhorn. Schnell war dies getan, weswegen ich ihren Huf herab ließ und meinen Hufbock zur Hand nahm, dort stellte ich das linke Vorderhuf von Minou rauf und bearbeite das Außenhorn, schnitt überwachsene Stellen weg und raspelte dann die Kanten vorsichtig weg und schon war das erste Huf wieder in Ordnung. Dann machte ich mit dem Hinterhuf weiter, glitt an ihren Oberschenkel herab und nahm das Huf wieder zwischen die Beine wo ich erstmal kurz alles kontrollierte und dann unpassende Stellen verbesserte, sowie das abgestorbene Innenhorn entfernte. Schon konnte ich ihr Huf herab lassen und diesen auf den Hufbock legen. Dort schnitt ich wieder überwachsenes Horn weg und raspelte bei diesem die ungeraden Stellen zurecht, sodass Minou's Huf wieder in Ordnung war. Daraufhin kam die rechte Seite wo ich wieder das Vorderhuf anhob und kontrollierte, dann verbesserte und das abgestorbene Innenhorn entfernte, der Innenstrahl sah hier super aus! Schon war das nächste Innenhuf ok und ich kümmerte mich um Außen, entfernte wieder überstehendes Horn und raspelte es wieder ordentlich zu. Der letzte Huf war an der Reihe, also bat ich kurz Gwen mir den Hufbock hinter zu reichen, den diesen hatte ich diesmal nicht von vorne mitgenommen, ohne zu Zögern gab sie in mir, während ich das Innenhorn beim rechten Hinterhuf verbesserte, der Innenstrahl war hier etwas stark verwachsen, sie hatte sich wohl mal eingetreten ein Stein oder so. Also musste ich hier vorsichtiger zurecht schneiden und Gwen Bescheid geben diesen Huf mit Hufsalbe eine Woche zu behandeln. Sie nickte und ich bearbeitete mittlerweile das Außenhorn welches hier am wenigsten Verwachsen war. Mit der Raspel bearbeitete ich unpassende Stellen und war mit der ersten Stute fertig. ,,Minou hat eigentlich recht gute Hufe! Und danke fürs Hufe säubern, bevor ich kam, hättest du nicht machen müssen aber dennoch lieb von dir! Nur ich muss dir diese Salbe noch geben, damit du ihr rechtes Hinterhuf behandelst. Da hat sie sich wohl was eingetreten und der Innenstrahl war falsch gewachsen, ist nicht schlimm aber sollte dennoch etwas behandelt werden, bevor deine Kleine eine Innenstrahlentzündung bekommt und wenn das passiert, dürfte sie eine lange Zeit nicht mehr bewegt werden und das wollen wir ja nicht!", erklärte ich ihr und sie dankte mir.
      Nun kam die Zweite Stute dran, Magical Touch eine sehr hübsche Irish Tinker Stute mit Potenzial und schon vielen Erfolgen! Sie war auch eine Brave, sehr sensibel und einfühlsam also auch eine einfache Patientin. Somit machte ich mich an die Arbeit, begann aber diesmal mit dem Außenhorn, welches ich auf den Hufbock zu schnitt. Dann raspelte ich die ungeradenen Stellen und nahm den Huf vom Bock, zwischen meine Beine und bearbeitete das Innenhorn. Dieses war gut erhalten bei der hübschen Dame, auch der Innenstrahl war gut erhalten, so musste ich nur noch abgestorbenes Horn entfernen. Dann begab ich mich zu ihrem linken Hinterbein, hob da den Huf auf den Hufbock rauf, schnitt mit dem Hufmesser das überstehende Außenhorn weg und raspelte es dann zurecht, sodass keine scharfen Kanten mehr zu sehen und zu spüren waren und nahm es dann zwischen die Beine um mich um das Innenhorn zu kümmern, wo der Strahl ebenso in Ordnung war. Dann war die linke Seite fertig, also machte ich mit de rechten Seite weiter. Hob das rechte Vorderhuf auf den Bock und kümmerte mich um das überstehende Außenhorn welches ich abschnitt und dann raspelte bis es passte. Dann kümmerte ich mich um das Innenhorn, schnitt abgestorbenes weg und besserte den Strahl aus. Schon war das vorletzte Huf fertig und das letzte war an der Reihe, also hob ich des Hinterhuf auf den Hufbock und bearbeitete das Außenhorn bis es richtig zugeschnitten war und begradigt wurde. Dann machte ich weiter mit dem Innenhorn schnitt das abgestorbene weg und besserte den Strahl aus und schon war ich fertig! ,,So alles erledigt! Bei Magical ist nichts zu machen, bei Minou nur die Salbe!", erklärte ich nochmals Gwen und sah dann nach Yakari, den mir Gwen noch zeigen wollte. ,,Er sieht gut aus!", grinste ich und streichelte den Fuchs sein Kopf, dann verabschiedete ich mich von der guten Gwen und machte mich auf den Weg nach Hause.


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      Der mystisch-magische Distanzritt
      26. August 2015 -- Gwen

      „Cool, Elena hat rausgefunden, wie man sich teilen kann!“, meinte Jojo aufgeregt, während sie zu uns zurückgerannt (eher gestolpert) kam. In den Händen hielt sie die Teilnehmerliste und zwar die Teilnehmerliste für das heutige Distanzturnier. Elena, Elisa und ich wollten mitmachen und natürlich wie immer unter die ersten drei kommen, wenn schon denn schon! Lediglich Jojos Aussage verunsicherte uns nun.
      Elena hatte bereit ihren „Oh Mist“-Blick aufgesetzt und dementsprechend vorwurfsvoll entriss Elisa Jojo die Liste und überflog sie. Fünf Sekunden später ertönte ein „ELENA?! Bist du bescheuert?!“ und ab da wollte natürlich auch ich gerne wissen, was hier denn eigentlich los war. „Haha!“, kommentierte ich das Ganze nur lachend, nachdem auch ich die Liste überflogen hatte. „Elena du bist dämlich, hast du noch geschlafen oder was?“
      Neben den anderen Teilnehmern (die alle unseren Staub fressen würden), gab es einmal eine Teilnahme Gwendolyn Campbell mit Minou, eine Elena Reese mit Avanti und (oho!) eine Elena Reese mit Sacramento. Die Diskussionen begannen in 3, 2, 1 und los!
      Da wir jedoch eh schon wie immer ziemlich knapp an der Zeit waren, verlegten wir die Diskussionen auf nach dem Putzen und Satteln. Minou stand entspannt da und ließ sich von niemanden stören, für ihr junges Alter war sie die Ruhe pur und das trotz der beiden Hengste neben sich. Die war da wesentlich aufgeregter, wobei sie wahrscheinlich auch einfach nur genervt von ihren Reiterinnen waren.
      Zwischen Elisa und Elena war erneut ein Handgemenge ausgebrochen und dazwischen befand sich Avantis Kopf, das fand der Reitponyhengst nicht ganz so toll und brachte dies auch zur Geltung, als er Elena eine Kopfnuss verpasste, Die entrüstete Blondine hielt sich jaulend den Kopf und Jojo besorgte ihr schnell etwas Eis. Jojo war übrigens heute unser Laufbursche, sie hatte nicht teilnehmen dürfen, weil es eben nur drei Schleifenplätze gab und dann hätte zwangsweise einer von uns verloren. Dem hatte sie grummelnd Recht gegeben und war dann still gewesen.
      Elisa hatte nun entschieden, dass sie dann eben als Elena Reese 2.0 mitritt, anscheinend fiel das eh niemanden auf und hey, wir waren in Kanada, es gab weitaus schlimmere Verbrechen. Also standen wir eine halbe Stunde später am Start. Ich auf Minou und links und rechts neben mir jeweils eine Elena. Ich diente als Puffer, damit die beiden sich nicht wieder gegenseitig beschimpften.
      Und dann schellte auch schon die Startglocke! Es war eine kurze Strecke, circa 30km galt es zu bewältigen und insgesamt drei Stopps, die wir mit guten Werten erreichen mussten. Im Gegensatz zu vielen anderen ließen wir unsere Pferde zu Beginn nur gemütlich traben, während der Rest beinahe übermotiviert im Stechtrab oder Galopp losschoss. Also entweder hatten sie keine Peilung von Distanzritten oder einfach nur ihre Pferde nicht unter Kontrolle, egal, das waren alles Vorteile für uns.
      Den ersten Stopp erreichten wir drei noch gemeinsam. Sacramento und Minou hatten perfekte Werte und musste nur eine kurze Zeit verweilen. Avanti schien etwas aufgeregter zu sein und bekam ein paar Minuten mehr. Dementsprechend trennten sich hier schon allmählich unsere Wege. Auf den nächsten zehn Kilometern wurde das auch nicht besser, man sah sich ab und an, aber ab jetzt hieß es eben auf die Bedürfnisse des Pferdes achten und die drei waren sehr unterschiedlich, so dass auch die Pausen anders gestaltet wurden. Mal waren wir vorne, mal Elena eins und mal Elena zwei.
      Wir trafen uns immer seltener uns so langsam klärte sich auch das Feld und die Reihenfolge wurde immer genauer. Für Elisa war der letzte Stopp besonders ärgerlich. Irgendeine Zippe hatte ihre rossige Stute nicht unter Kontrolle, welche fröhlich durch das Lager fegte und Sacramento nervlich echt fertig machte, so dass die beiden wesentlich länger als geplant pausieren mussten. Elisa ließen wir also mit säuerlicher Miene zurück und nun ging es zum Endspurt!
      Es war nicht verwunderlich, dass Elena es als erste ins Ziel schaffte. Avanti trug seinen Namen nicht grundlos und den Endspurt hatte er in einem locker-flockigen Galopp hingelegt und kam dennoch ruhig atmend ins Ziel. Minou und ich schlugen uns für das erste gemeinsame Distanzturnier aber auch nicht schlecht und kamen einige Minuten später als zweite ins Ziel! Und was Elisa leistete war echt beachtlich! Trotz der Verzögerung hatte sie auf den letzten Kilometern mindestens fünf Reiter überholt und ergatterte sich samt Sacramento den dritten Platz. Der war etwas geschaffter als Avanti, aber immerhin hatte er auch aufholen müssen und nicht an der Spitze chillen dürfen. Gemeinsam mit Elisa regten wir uns noch über die dumme Kuh auf, die ihr Pferd nicht unter Kontrolle gehabt hatte. Ohne die, wäre nämlich eher ich auf dem dritten Platz gelandet und Elena und Elisa hätten sich ein Battle geleistet. „Nächstes Mal“, meinte Elisa dann aber grinsend und ließ sich aus dem Sattel gleiten.
      Gemeinsam machten wir uns wieder auf den Weg zu Jojo, um die Pferde zu versorgen, immerhin hatten die drei heute echt was geleistet. Tja und dann kam die Siegerehrung und trotz dem zweimaligen Aufruf einer Elena Reese schien sich niemand zu wundern. „Wer weiß, wie oft es dich in Kanada gibt“, flüsterte ich Elena grinsend ins Ohr, die schaute mich nur geschockt an, denn sie konnte es gar nicht leiden, dass es auch noch andere Elenas auf der Welt gibt. „Nächstes Mal sollten deine Eltern sich den Namen patentieren lassen“, lachte Elisa.


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      #Suchti
      13. September 2015 -- Gwen

      Eigentlich begann der Morgen ausnahmsweise mal wieder ganz ruhig und entspannt, bis ich nach dem Ausmisten auf die doofe Idee kam, zu Elisa hinüber zu reiten. Immerhin kam das viel zu selten vor und das musste doch geändert werden. Doch zuerst musste ich mich für ein Pferd entscheiden. Da die Stuten momentan näher am Stall standen als die Hengste im Wäldchen, würde meine Wahl auf jeden Fall auf eine Stute fallen. Also stand ich nun dort am Zaun und machte „Ene, mene, muh“ mit meinen hübschen Vierbeinern. Die schauten nur ein wenig verwirrt in meine Richtung und grasten dann weiter, sollte die bekloppte Besitzerin doch ihren alltäglichen Quatsch abziehen.
      Mein „du“ fiel dann auf Minou und so sammelte ich mir meine hübsche braune Stute ein. Vorbildlich ließ sie sich aufhalftern und von der Weide führen. Minou wurde langsam auch Pferd und wuchs allmählich aus ihrem Babyalter. Die fast vierjährige hatte bereits zwei kleine Distanzturniere bestreiten können, auch wenn wir nur ab und an zum Turnier fuhren, kämpfte sie wacker um jede Schleife. Sie stand da ihrem großen Bruder in nichts nach und das, obwohl ich sie zwanghaft noch versuchte zu schonen.
      Deshalb sollte heute auch nur ein kleiner Ausritt anstehen. Es sollte ja kein Problem sein, Elisa mitzunehmen, die kam immer sofort angesprungen, wenn man ihr einen Grund gab, gemütlich durchs Gelände zu zockeln. Aber erst einmal musste ich mein Erdferkel von Pferd sauber bekommen. So machte sich der Herbst also bemerkbar: Mit der Schlammkruste am Pferd. Toll.
      Eine halbe Stunde später war Minou endlich einigermaßen sauber und gesattelt. Dass ihr Fell nicht schimmerte, würde ich heute sicherlich noch vorgehalten bekommen. Wenn nicht von Elisa, dann auf jeden Fall von Elena und wer sie kannte, wusste auch, dass sie irgendwo auf Elisas Gestüt herumlungern würde. Also machte ich mich mehr oder weniger motiviert auf den Weg rüber zu Townsend Acres.

      Irgendwie hatte ich was anderes erwartet als das. Denn als wir auf Townsend Acres ankamen, erwartete uns Stille. Na ja, nicht ganz, ab und an konnte man ein genervtes Stöhnen von Elena wahrnehmen. Die saß auf der Veranda und wippte mit den Beinen hin und her. Als sie mich entdeckte, versuchte sie erst, ihre Langweile noch deutlicher zu machen, ehe sie sich umentschied und aufsprang.
      „Unfassbar dieses Weib! Ich plane extra meinen Tag für sie ein und sie hat keine Zeit!“, bekam ich direkt als erstes zu hören. Kein Hallo. Kein Wie geht’s. Was dachte ich auch, war ja auch Elena… Stattdessen fragte ich also vorbildlich nach, worum es sich denn handle. „Sie zockt. Ständig! Agaquatsch oder so“, fluchte Elena wütend und ich riss mich zusammen nur irgendetwas Falsches zu sagen. Gemeinsam mit Elena überlegte ich mir einen Plan, wie wir Elisa aus dem Haus lockten und der war schnell gemacht, na gut, Colin musste noch kommen…

      „NEIN! Verdammt Colin! Was hast du gemacht! Er darf doch nicht auf Asphalt laufen!“, fluchte Elena theatralisch und laut. Colin stand ihr gegenüber und versuchte sich rauszureden, da er nicht wusste, um was es ging, kam das auch sehr überzeugend rüber. „ARMER CRESSI!“
      Bäm und das war das Stichwort, denn fünf Sekunden später stand Elisa in der Haustür, mit absolut irren Blick, und schaute sich verzweifelt um. „Wo ist er? Was ist passiert?“, fragte sie und rannte auf der Veranda hin und her, während sie Cressis Namen in allen möglichen Varianten rief.
      Elena und ich tauschten nur einen ironischen Blick und nutzten den Augenblick, in welchem Elisa das Tablet aus der Hand legte, um es an uns zu nehmen. Das bekam Colin und ehe Elisa wieder bei Sinnen war, war der über alle Berge.
      „Nein! Was habt ihr getan! Seid ihr bescheuert?“, jetzt erst fiel ihr auf, was los war und das Theater war riesig. Sie konnte sich gar nicht entscheiden, ob sie sich darüber aufregen sollte, dass Elena Cressi sinnlos in Gefahr gebracht hatte oder dass wir ihr ihren ersten Rang versaut hatten.
      Ich schob die kreischende und fluchende Elisa zum Stall und Elena folgte mir mit Minou im Schlepptau. Am Stall übernahm ich Minou wieder und Elisa wurde von Matthew auf den ACE-Saft gesetzt.
      Eine halbe Stunde vorher hatte Elena Matthew angekündigt, dass sie Levi reiten wolle. Dementsprechend ging sie jetzt anscheinend davon aus, dass er ihr auch seine Zügel gab. Ähnlichkeit hatte das neue Pferd ja auch ein bisschen mit ihm…ein bisschen…
      Da Elena aber zu vertieft in das Streitgespräch mit Elisa war, fielen ihr die weißen Punkte auf dem Fell des Rappen gar nicht auf und so stieg sie ohne jegliche Ahnung auf Namida. Matthew war wirklich unmöglich, aber ein Grinsen konnte ich mir noch nicht verkneifen.
      Der Stress kam eine Viertelstunde später im Gelände. Elisa bockte und dementsprechend bekam Elena auf ihre Anschuldigungen keine Rückmeldung mehr und verstummte ebenso. Dabei schien sie anscheinend einen Blick auf ihr Pferd zu werfen, zumindest vermutete ich das nach dem „WAS?!“.
      Dann hatte ich schon zwei bockende Mitreiterinnen. Zum Glück war Jojo momentan auf Reisen, sonst hätte wahrscheinlich auch sie jetzt wieder Bauchschmerzen bekommen und auch gebockt. „Möchte auch mitmachen, gebt mir mal einen Grund“, versuchte ich ein Gespräch anzukurbeln, wurde aber nur böse angeschaut.
      Den Ritt mit unterschiedlichen Gangarten aufpeppen war dann auch nicht mehr erlaubt, nachdem Namida Elena im Trab eiskalt runtergehauen hatte. Ich habe ein Pferd noch nie so motiviert buckeln sehen, erst recht nicht, wenn Elena draufsaß.
      Zugegebenermaßen war ich dann auch sehr froh, als ich Elena und Elisa mit den Worten „Wir sehen uns Morgen!“ auf Townsend Acres absetzen konnte und den Heimweg antreten konnte.


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      Tierklinik Briar Cliff
      30. September 2015 -- Sevannie

      Heute war schon ein ziemlich langer Tag gewesen und zum Glück war Tyler mit dabei damit wir uns beim fahren abwechseln konnten. Denn nun musste ich zu einem Tierarztauftrag von Gwendoly Campbell. Sie war des öfteren schon bei mir als Trainerin zu Besuch und kannte auch meinen kleinen Accento sehr gut. Nun wollte ich mal fünf ihrer Pferde kennen lernen, auf die ich schon sehr gespannt war. Ich wusste im großen und ganzen das sie New Forest Pony's züchtete oder es vorhat. Ob die Zucht schon ganz lief, das wusste ich jetzt jedoch nicht. Tyler war gerade am Fahren doch wir hatten schon gute 25 Stunden hinter uns und das Navigationssystem sagte uns das wir in zehn Minuten da sein würden. Ich war gespannt auf die neuen Patienten, Tyler durfte dann brav als Helferlein assestieren. Wir fuhre durch etwas Wald, kamen an einem See vorbei ehe wir inmitten von einem Wald hielten und neben uns und auch vor uns sich Gebäude türmten. Schöne Gebäude die noch aussahen als würden sie jeden Tag gepflegt. Man erblickte weiße Weidenzäune, also hier mussten wir richtig sein! Gespannt darauf wie Gwen es sich heir so zurecht gemacht hatte, parkte Tyler rasch und ich stieg aus. Ich suchte im Kofferraum meine sieben Sachen zusammen, die ich für heute brauchte, ehe ich dann mit Tyler zusammen zum Haupthaus ging. Dort klingelten wir und kurz darauf kam schon ein lautes; ,, Ich komme!'' - aus dem Haus. Das war Gwendolyn's Stimme gewesen! Sie öffnete die Tür und bat uns rein, meinte wir bräuchten sicherlich erst einmal etwas zu Essen bevor es an die Arbeit ging. Da Tyler und ich keine Pausen gemacht hatten, was das alles auch ganz gut so. Gwen wusste ja wie lange die Fahrt war, sie war ja schon öfters zu mir herunter gefahren.
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      Nachdem wir uns gestärkt und natürlich auch bedankt hatten, führte uns Gwen zu ihren Lieblingen. Genau fünf Pferde im Stall, der Rest war sicherlich noch auf der Weide. ,,Wir fangen mit Tawny Bawny an.'',erklärte sie schmunzelnd und ich nickte, wir folgten ihr und kamen bei einer prächtigen, jungen, palominofarbenen Stute an. Gwen brachte sie aus der Box heraus und band sie vor dieser an. Ich machte natürlich gleich Bekanntschaft mit der Stute und begann sie zu streicheln. Sie schnupperte mich derweil ab. Sie war recht knuffig mit ihrer lieben Art, doch ich musste mich an die Arbeit ran halten. So begann ich die Stute abzutasten, während Tyler sich mit ihr beschäftigte und sie kennen lernte. Beim Abtasten war nicht Auffälliges festzustellen, danach schaute ich mir die Augen nochmal an, diese tränten nicht und waren auch nicht verklebt oder trübe. Das Zahnfleisch und die Zähne waren auch in Ordnung. Bis hierhin war die Stute also kerngesund, denn sie machte auch insgesamt einen guten Eindruck. Somit ging es dann an das Abhören. Ich nahm mir mein Stethoskop zur Hand und sah kurz zu Tyler, welcher gerade von der Stute neugierig gefilzt wurde auf Leckerli's. Zum Glück hatte ich die ganzen Möhren und war trotzdem nicht so interessant wie Tyler. Ich begann die Stute abzuhören und das Ergebnis war mehr als zu zufriedenstellend. Ihre Werte lagen im Durchschnittsbereich, also war auch das Herz sowie die Lunge in bester Ordnung. ,,So Tyler ich möchte gerne noch die Körpertemperatur messen und wenn dann auch noch alles gut ist, dann können wir sie impfen und ihr die Wurmkur verabreichen.'',erklärte ich schmunzelnd. Gwen war mittlerweile wieder weg, immerhin hatte ich Tyler und sie konnte ja wichtigeres erledigen. Tyler blieb weiterhin bei der Stute am Kopf stehen, lenkte sie ab, während ich mir dann das Thermometer schnappte und zur Hinterhand lief. Ich stellte mich neben diese und hob die Schweifrübe an, ehe ich anfing zu Messen. Kurz zuckte die Stute, doch blieb sonst toten brav stehen und machte keinen Mucks. Sie kannte das ganze also schon. Als das Piepen ertönte lobte sie Tyler und ich schob ihr eine Möhre zu. ,,37,8°C wir können also Impfen und Entwurmen ohne Bedenken.'',erklärte ich dann und gab Tyler das Thermometer zum Desinfizieren. Ich blickte die Stute an, welche noch schnell ein zwei Streicheleinheiten bekam, weil sie einfach so süß war, ehe ich dann den Impf-Cocktail in die Spritze aufzog und mit einen Tupfer schnappte, welchen ich in Desinfektionsmittel tränkte. Mit dem Tupfer desinfizierte ich die Stelle, wo ich gleich einstechen würde mit der Spritze. Nachdem das getan war nahm ich mir einen trockenen Tupfer und injizierte die Spritze. Auch hier zuckte die Stute kurz und gab ein leises Quieken von sich, doch blieb dann ruhig stehen. Sanft lobte ich sie und drückte den Tupfer auf die Einstichstelle, ehe ich die Spritze, die Tupfer und den ganzen Verpackungsmüll in den Mülleimer brachte. Tyler hatte die Wurmkurpaste schon bereit gemacht, so brauchte ich sie der Stute nur noch in das Maul zu spritzen und Tyler hielt kurze Zeit den Kopf etwas weiter oben, damit sie es nicht gleich wieder ausspucken konnte. Sanft lobte ich sie, gab ihr noch eine Möhre und wir ließen sie wieder in ihre Box zurück. Gwen hatte etwas Futter schon in den Trog getan damit die Wurmkur auch besser runter ging. ,,So número uno ist erledigt.'',murmelte ich lächelnd und packte meinen Kram zusammen, ehe wir zur nächsten Box schlenderten.
      Als nächstes ging es zu der Stute Ameya. Ebenfalls eine New-Forest-Pony Stute und auch wunderschön. Ihre hohen Beinabzeichen zusammen mit dem am Kopf sahen auf dem Kohlfuchs-Mantel richtig schick aus. So was gefiel mir ja sowieso - nur irgendwie hatte ich keinen Hannoveraner der diese schönen Farben trug. Ja Gwen konnte sich glücklich schätzen. Tyler holte die Stute aus der Box, war dabei natürlich wie immer total vorsichtig. Er band die Stute an und ich ließ mich wieder ab schnuppern. Im Prinzip wiederholte ich meine Aufgaben von vorhin einfach nur noch viermal und dann war ich fertig, jedoch war natürlich auch der Charakter der Pferde entscheidend. Gwen hatte mir jedoch versichert das eigentlich nur Avenger Probleme machen würde, da er aus einer schlechten Haltung stammt. Natürlich kam es aber auch drauf an wie man sich dem Pferd präsentierte. - Bestimmt aber nicht grob. Eher bestimmt und liebevoll war mein Motto. Ich wollte ihnen ja nicht Schaden sondern nur Vorsorgen damit es nicht zu schlimmeren kommt, zumindest bei den Pferden die ich durch checkte, so wie Ameya gerade. Ich tastete die Stute ab und auch hier war nichts Schlimmes festzustellen. Sie hob brav die Beinchen als sie es sollte und zeigte keinerlei Schmerzreaktion, weder am Rücken, den Beinen oder an Brust oder Bauch. Nirgends. Sie stand brav da und schaute mich immer wieder an als würde sie fragen wollen was ich da täte. Nachdem ich Tyler einen Moment von ihr wegbekam, schaute ich mir ihre Augen an und das Maul. Auch hier war alles okay und nichts verklebt oder derartiges. Sanft lobte ich sie und blickte die Stute an. Als sie wieder von Tyler betüddelt wurde, begann ich dann auch schon sie abzuhören. Kurz erschrak sie beim kalten Metall auf ihrem Fell, doch dann war es auch wieder gut. Ihr Puls lag bei 36 Schlägen pro Minute, alles noch im Normbereich und ihre Atemfrequenz lag bei 10 Atemzügen pro Minute. Und das war auch noch im Durchschnittsbereich. Sanft lobte ich sie erneut und steckte ihr ein Möhrchen zu, ehe ich mir das Thermometer nahm und nach hinten zur Hinterhand lief. Ich stellte mich wieder direkt neben das Bein, damit im Falle eines Falles nicht allzu viel passieren konnte. Immerhin konnte ich zur Not noch weg springen. Ich fuhr mit der Hand sanft über die Kruppe, ehe ich die Schweifrübe anhob. Auch diese Stute zuckte kurz beim Messen, doch war dann auch wieder brav. Nachdem das Piepsen wieder ertönte und ich die 38,1°C lesen konnte, schmunzelte ich. ,,So dann wäre sie auch kerngesund also nur noch impfen und die Wurmkur.'',erklärte ich und Tyler nickte. Ich bereitete die Spritze vor und Tyler desinfizierte schon die Stelle. Ich brauchte also nur noch die Spritze, oder eher den Inhalt davon, zu injizieren und den Tupfer drauf drücken. Wieder brachte ich den Müll weg, ehe ich dann die Wurmkurpaste nahm und sie wieder in das Maul der Stute drückte. Sie zog den Kopf mehrere male zurück, doch irgendwann ließ sie es über sich ergehen. Sanft lobte ich sie und warf die Möhre noch in den Trog, ehe wir sie wieder in die Box stellten und uns zum dritten Patienten machten.
      Nun war Minou an der Reihe, die letzte Stute für heute, denn danach kamen nur noch zwei Hensgte. Also liefen wir mit unserem Gepäck zu der Box der braunen Stute und legten ihr das Halfter an. Ich führte sie aus der Box hinaus und vor dieser wurde sie angebunden. ,,So du süße Maus.'',schmunzelte ich und ließ mich einmal von ihr abgeschnuppern, ehe ich dann begann sie abzutasteten. Auch bei ihr waren, wie erwartet, keine Auffälligkeiten und so ging es wieder an den Kopf. Ich sah mir die Augen an, welche bestens ausschauten - mit einem treuen Blick inbegriffen, und dann das Maul, hier schaute ich mir das Zahnfleisch an sowie die Zähne. Auch hier war alles in bester Ordnung, die Zähne waren nriegnds zu spitz und laut ihrem Zustand sah sie mir auch nicht abgemagert aus - im Gegenteil wie die anderen Pferde schien sie gut im Futter - wie es eben sein soll. Nach den Äußerlichkeiten ging es dann an das Abhöhören. Sie scheute nicht vor dem Stethoskop, also war dies auch schnell erledigt. Ihr Puls lag bei 32 Schlägen pro Minute und ihre Atemfrequenz bei 10 Atemzügen pro Minute. Sanft lobte ich sie und Tyler gab mir das Thermometer, sie schien Tyler's Anwesenheit sichtlich zu genießen, denn dieser kuschelte die ganze Zeit mit ihr, während ich sie durchcheckte. Ich lief zur Hinterhand, stellte mich neben diese und begann zu Messen, auch hier machte die Stuten keine Anstalten außer die Ohren etwas anzulegen und krimmig zu gucken. Nachdem das Piepen ertönte desinfizierte ich das Thermometer wieder. Auch die Körpertemperatur lag im Durschnittsbereich und somit war die Stute auch kerngesund. Das Impfen ging schnell von statten, erst die Stelle etwas desinfizieren, die Spritze injizieren und den trockenen Tupfer wieder drauf drücken. Sie wechselte von einem Vorderhuf zum anderen, doch sonst blieb sie ganz brav. Sanft lobte ich sie und steckte ihr noche in Möhrchen zu, ehe ich ihr die Wurmkurpaste in das Maul drückte. Kurz schmatzte sie, ehe wir den Kopf etwas hochhielten damit sie es nicht ausspucken konnte. Nach einer kleinen Weile durfte auch sie in die Box, wo sie reichlich Wasser schlürfte und dann auch etwas fraß. ,,So dritter Patient erledigt.'',murmelte ich schmunzelnd und wir begaben und zu dem vierten Paienten.
      Nun war Moon's Wishing Well dran. Über diesen Hengst hatte ich schon viel gehört, auch war er der Nachkomme von meinem geliebten Moonlight Shadow. Ein pferd welches ich mal besessen hatte und heute immer noch gerne besuche. Ich hatte noch nicht mit vielen Nachkommen von ihm zu tun, aber heute mal wieder! Daher freute ich mich auf den Falbhengst, der nun an der Boxentür stande mit freundlichem Blicke und gespitzten Ohren. ,,Na du.'',schmunzelte ich und Tyler holte ihn aus der Box heraus und band ihn an. Ich streichelte ihn kurz den Nasenrücken entlang, ehe ich mir zeurst die Augen und das Maul ansah. Der Hengst schien ebenfalls gut im Futter zu stehen und auch seine Zähne sahen klasse aus. Somit war die Kopfpartie schnell abgehakt und ich machte mich an das Abtasten, ehe Tyler seiner Verpflichtung zum Kuscheln nachging. Wish gefiel das ganze anscheinend und so genoss er die Tierarztuntersuchung anscheinend sehr. Nachdem Abtasten folgte wieder das Abhören, auch hier lagen die Werte im Druchschnitssbereich also bekam der Hengst kurzerhand als kleines Lob eine Möhre. Nun schien mir Wish etwas aufgedreht. Er bettelte mich an und Tyler ebenfalls. ,,Alles gut du bekommst noch eines wenn du dich gut anstellst.'',murmelte ich und wurde wieder von ihm angestupst. Der Falbhengst ließ einfach nicht locker, doch ich war genauso stur. So nahm ich mir das Thermometer und ging zur Hinterhand, Wish' Blick folgte mir förmlich, bis er dann den Kopf zu mir drehte. Ich hob den Schweifansatz an und sofort zog er den Kopf wieder gerade und sah zu Tyler. Ich maß die Körpertemperatur, was schnell von statten ging. Der Hengst schien mir die Ruhe im Pferd persönlich zu sein, was ich natürlich klasse fand. So blickte ich auf das Thermometer das mir einen Wert von 38,2°C anzeigte. So war auch sein Wert noch im Durchschnitt. Sanft lobte ich ihn und gab ihm noch ein Möhrchen, ehe ich die Spritze vorbereitete und Tyler die Tupfer. Er desinfizierte die Stelle und dann injizierte ich die Spritze. Kurz zuckte der Kopf von dem Hengst, doch mehr passierte nun auch nicht. Sanft lobte ich ihn und zog die Spritze aus dem Hals, ehe Tyler den trockenen Tupfer dran drückte. ,,So ist's brav.'',lächelte ich und wieder stupste er mich sachte mit seinen Nüstern an. ,,Nein, du bekommst gleich die Paste und dann hast du was in deinem Trog, damit musst du dich nun leider zufrieden geben!'',murmelte ich schmunzelnd und drückte ihm anschließend die Paste in das Maul. Tyler legte den trockenen Tupfer weg und hielt anschließend den Kopf des Hengstes empor, danach durfte er auch wieder in seine Box. Der Connemarahengst machte sich dann auch schon über sein Futter her. ,,Auf, auf zum letzten Patienten!'',rief ich begeister und lächelte, ehe wir den Müll wegbrachten und dann mit der Tasche zu der letzten Box liefen.
      Der nächste Patient sollte etwas schweiriger sein, sagte mir Gwendolyn aber sie war nun auch wieder dabei und so fand ich mich auf der sicheren Seite. Sie holte den Hengst namens Avenger aus der Box und band ihn an. Avenger war ein fuchsiger Ponytyp, der mich schon misstrauisch beäugte. ,,Na hallo...'',murmelte ich und hielt ihm meine Hand zu abschnuppern hin, doch anstatt zu schnuppern legte er unsicher die Ohren an. Oh wei. Tyler entfernte sich und Gwen redete gut auf ihn zu. Ich sah mir als erstes die Augen an, wollte mir die Zähne anschauen doch dies klappte nicht so leicht wie bei den vorherigen Pferden. Ein erneuter Verusch mit vielem guten Zureden von Gwen verschaffte mir den groben Überblick. ,,Es sieht soweit alles gut aus, zumindest das was ich Abtasten und sehen kann, für den Rest müsste ich sedieren doch ich glaube das sollte eigentlich eher weniger von Nöten sein. Liegt bei dir wenn du meinst das du gerne alles genaustens untersucht haben möchtest..'',meinte ich und blickte Gwen fragend an, doch sie verneinte dies. Ihr würde diese Antwort schon genügen. Ich meine Avenger sah nun auch nicht heruntergekommen aus, auch wenn er eine schlehte Vergangenheit hinter sich brachte. Sanft streichelte ich den Hals entlang, wobei Avenger wieder die Ohren anlegte. ,,Ruhig.'',säuselte Gwen vorne am Kopf, ehe ich dann begann das Pferd abzuatsteten. An den Beinen gab es einige Probleme da er diese schnell anzog und auch mit voller Gewalt wieder ''abstellte''. Ganz begeistert war er nicht, das war mir schon klar, aber so arg schlimm verhielt er sich nun auch nicht. Tyler bereitete das ganze Zeug schon einmal vor, während ih ihn och weiter abtastete. Er wies kleine Blessuren wie Schürfwunden oder ähnliches auf, jedoch nicht großeses nur belangloses was eben mal auf der Weide passieren kann. Geritten wurde er zur Zeit nicht, sagte mir Gwen also kann es daher nicht kommen, sowas könnte ich auch nicht glauben.. Ich hörte ihn als nächstes ab, wobei er auch hier einige Schiwerigkeiten hatte zu glauben das das Stethoskop ungerfährlich sei. Einerseits schien mir der Hengst zeigen zu wollen das er alles kannte, jedoch stand da das Misstrauen etwas im Wege. Seine Puls- und Atem-Werte waren leicht erhöht, doch dies ist durch die Stresssituation die das Pferd hier gerade erlitt, deswegen wollte ich auch schnellstmöglich fertig werden, damit der Stresspegel runter ging. Also kam das Messen dran, jedoch hob er auch hier drohend die Hinterhand abwechselnd hoch. Er blieb zwar auf der Stelle doch die Hinterhufe machten mir etwas bedenken. Ich brach den ersten Versuch wieder ab und versuchte es erneut, wieder das gleiche Problem. ,,Vielleicht hat er mit dir hier hinten nicht ein so großes Problem, Gwen?'',fragte ich nach und kurz darauf ging Tyler an den Kopf und säuselte dem Hengst Sachen zu, ehe Gwen mit mir nach hinten kam. Natürlich übernahm ich noch die Handlungen, nur sollte der Hengst denken Gwen wäre es, was auch anscheinend etwas klappte. Er hob zwar das Bein, doch stellte es sachte wieder ab. Nachdem das Piepen ertönte gingen Gwen und ich wieder an den Kopf, der Hengst schien dabei ruhiger zu werden. ,,Also Gesund ist er allemale.'',schmunzelte ich und desinfizierte das Thermometer. Die Körpertemperatur lag ebenfalls im Normbereich und so zog ich die Spritzen auf. Tyler und Gwen hielten den Fuchshengst fest, während ich ihm die Spritze, nach dem Desinfizieren der Stelle, injizierte. ,,Alles gut.'',murmelte Gwen und der Hengst zog mehrmals den Kopf etwas hoch, doch blieb ansonsten ruhig. Ich drückte den Tupfer wieder auf die Stelle und wir warteten kurzerhand ab. Nach einer kleinen Weile und als sich der Hengst wieder beruhigt hatte, drückte ich ihm die Paste in sein Maul. Diese zwängte er sich mit Müh und Not herunter, doch sie kam schließlich im Magen an und nicht auf dem Boden. Sanft lobte ich ihn und streckte ihm eine Möhre zu, welche er mit Genuss fraß, als Gwen ihn wieder in Box brachte. ,,Somit wären deine fünf Pferde fertig.'',schmunzelte ich und sie verschloss noch die Box. ,,Also wir beide machen uns mal wieder auf den Heimweg. Bis zum nächsten Mal.'',schmunzelte ich und Gwen bedankte sich noch recht herzlich, ehe wir auch die Tasche schnappten und uns zum Auto begaben. Auf eine lange Heimreise!
    • Rhapsody
      Alte Pflegeberichte
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      Ruhiger Ausritt
      24. Oktober 2015 -- Gwen

      Es gab so Tage (und die waren die Mehrzahl im Jahr), da hatte ich weder eine Idee noch große Lust, irgendwas mit irgendeinem Pferd zu machen. Und dann kam mein schlechtes Gewissen, haute mir eine auf die Rübe und schickte mich raus in den Stall. Dort stand ich nun an die Wand gelehnt und verbrachte meine Zeit damit, mich über das schlechte Wetter aufzuregen, obwohl es nicht mal so schlecht war. Es war nur bewölkt.
      Grummelnd schnappte ich mir das Halfter von Minou, weil mir nichts Besseres einfiel und holte mir meine junge Stute von der Weide, gegen einen kleinen Ausritt hatte sie bestimmt nichts einzuwenden. Also putzte ich die Braune ausgiebig und sattelte sie dann. Wie so gut wie jedes Pferd in meinem Stall war auch sie inzwischen zu einem Plüschmonster mutiert und ich würde darauf achten, dass sie heute nicht zu viel machen müsste, damit ich nicht ewig warte musste, bis sie wieder trocken wäre. So ein Solarium wäre eigentlich auch mal eine gute Investition…
      Fertig gesattelt verließen wir den Stall. Ich gurtete noch einmal nach und schwang mich dann in den Sattel. Damit ich meinen Zwangsausritt nicht alleine verbringen musste, schlug ich direkt die Richtung nach Townsend Acres ein. Elisa würde eh nichts zu tun haben, da konnte sie mich auch begleiten, perfekt.
      Tatsächlich stand Elisa nur im Stall und kommandierte den Rest herum. Matthew rollte schon unablässig die Augen und verschwand dann mit einem gesattelten Rapsoul direkt aus dem Stall, als er auch noch mich kommen sah. Ich begrüßte fröhlich Elisa und bat sie, mich zu begleiten und natürlich sagte sie nicht nein. Goldherz war schnell gesattelt und schon hatte Minou eine ruhige Frohnatur an ihrer Seite, die ihr alle Sicherheit gab, die sie brauchte. Der Ausritt konnte nur noch entspannt werden.
      Doch vorher passierten wir noch den Reitplatz und Elisa hielt an, um Matthew noch ein paar „Tipps“ (so nannte sie es) gab. Der war eigentlich erst dabei, Rapsoul warmzureiten, aber Elisa hielt es für besser, ihn gleich auf alle Fehler hinzuweisen, die er auch nur machen könnte. Dann war sie irgendwann so weit, dass wir endlich unseren Ausritt machen konnten.
      Der lief total entspannt und ausnahmsweise mal ruhig ab. Wir waren fast nur im Schritt unterwegs, da uns leichttraben zu anstrengend war und ein Galopp tendenziell dazu führte, dass die Pferde schwitzten. Stattdessen machten wir uns darüber lustig, dass es viele Reiter gab, deren Pferde gar nicht schwitzen durften! Das war nämlich ungesund.
      Aus dem Grunde und weil wir ja absolute Rebellen waren, legten wir dann doch noch einen schönen Herbstgalopp hin. So lieferte ich Elisa dann zufrieden wieder auf TSA ab, wo sie ihr Pferd direkt einer Pflegerin in die Hand drückte und ich machte mich auf den Heimweg. Dabei drückte ich inständig die Daumen, dass Minou bis dahin wieder trocken war und siehe da, das half!
      Im Stall sattelte ich meine Stute ab, bürstete noch einmal kurz drüber und brachte sie dann wieder zurück auf ihre Weide. Danach musste ich ihr gesamtes Sattelzeug erst einmal von dem Schlamm befreien, den wir bei unserem Galopp mitgenommen hatten.


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      Remembrance Day
      11. November 2015 -- Gwen

      Wie jedes Jahr fand auch dieses Mal am 11.11. wieder der Remembrance Day statt. Der nationale Volkstrauertag Kanadas. Dauphin würde sich sicherlich auch dieses Jahr wieder mit seiner Parade mächtig ins Zeug legen und dementsprechend hatten wir schon vor einem Monat die Einladung erhalten, die Parade reiterlich zu unterstützen. Langsam wurde das für uns zu einem Brauch und da es bisher immer wunderbar geklappt hatte und die Pferde von den Zuschauern geliebt worden, lud die Stadt nun immer mehr Reiter ein.
      Kathy und ich nahmen auf jeden Fall teil, aber sogar Elisa und Matthew hatten sich breitschlagen lassen, immerhin mussten wir uns ja wie richtige Kanadier benehmen und für diese war der Remembrance Day mehr als wichtig. Unsere Pferdeauswahl war schnell getan, wobei ich dabei komisch beäugt wurde. Ich hatte für Kathy Minou ausgewählt und ich selbst nahm Nayala. Noch hatte meine Stute ihr Fohlen bei Fuß, aber so langsam konnten sich die beiden angewöhnen, auch wieder Dinge getrennt zu unternehmen.
      Nuriya nahm ich mir inzwischen immer öfter einzeln heraus, damit sie eben genau das lernte und dieses Mal würde Nayala an der Reihe sein. Kleine Spaziergänge oder Ritte ohne Fohlen hatten wir schon gemacht, aber der Remembrance Day war dann doch noch einmal eine andere Liga. Da Elisa sich aber für Yuki und Très Jolie entschieden hatte, war ich mir ziemlich sicher, dass meine aufgeregte Stute inmitten der Gechillten gut aufgehoben sein würde.
      Die Parade würde um 10 Uhr starten. Jetzt war es kurz nach acht und ich war noch total unmotiviert und verschlafen. Da ich es wahrscheinlich zu nichts gebracht hätte, waren wir mit Minnie Maus und Nayala zu Townsend Acres gekommen, um dort mit den anderen beiden die Pferde vorzubereiten. Elisa achtete heute besonders akribisch darauf, dass ihre beiden Stuten sauber waren. „Vielleicht hättest du nicht die hellsten nehmen sollen, die wir haben“, meinte Matthew genervt und verdrehte die Augen, als Elisa ihn bat, Yukis Hufe noch einmal ordentlich einzufetten, denn sein Ergebnis gefiel ihr gar nicht.
      Eine halbe Stunde später waren die Pferde geputzt und sahen aus wie lackiert. Wir warfen die Decken über und luden sie ein. Kurz nach neun wollten wir dann in der Stadt sein, ein Stückchen Fahrt benötigte es dann nämlich doch, auch wenn die Kleinstadt direkt neben dem Nationalpark lag, aber den erst einmal zu durchqueren nahm allerhand Zeit in Anspruch.
      Auf jeden Fall wurden wir direkt begeistert von dem Bürgermeister empfangen, der trotz der maximal 5°C vor Aufregung ziemlich ins Schwitzen kam. Elisa konnte sich diese offene Bemerkung auch nicht verkneifen und wies ihn direkt daraufhin, dass er vor seiner Rede lieber noch einmal das Hemd tauschen sollte. Wir anderen drei taten in dem Moment so, als ob wir sie nicht kennen würden. Des Weiteren verlangte Elisa entweder ordentliche Kostüme für uns Reiter oder gar keine. Ich zitiere: „In diesem Affen-Fummel reite ich nicht!“
      Damit hatte sie aber ausnahmsweise Recht und wir durften unsere Kleidung anbehalten, immerhin hatte Elisa uns eh schon gezwungen, dass wir alle eine weiße Hose trugen und ein rotes Jackett (oh ja, sie hatte auf jeden Fall Remembrance Day gegoogelt). Die Pferde wurden dementsprechend auch noch aufgehübscht mit eingeflochtenen roten Mohnblumen in Mähne und Schweif. Sie konnten sich danach wirklich sehen lassen.
      Nayala war überraschenderweise total entspannt, laut Matthew genoss sie ihre fohlenfreie Zeit. Wahrscheinlich stimmte das auch und Wunder oh Wunder verstand sie sich sogar mit den anderen drei Stuten, sonst war der Zickenkrieg immer vorprogrammiert. Ich glaube aber, Yuki und Teddy hätte so etwas eh nicht interessiert und Minou kannte es ja schließlich schon.
      Und dann ging es los: Die Parade. Da es so gut passte, ritten wir so, dass Yuki links lief, daneben Teddy, dann Nayala und ganz rechts Minou. Farblich absolut abgestimmt & verstehen taten sie sich so auch am besten. Auch wenn Nayala Teddy zwischenzeitlich anscheinend doch mal den Tod wünschte.
      Schweigend führten wir die Parade an. Direkt hinter uns kam das marschierende Orchester, was durchaus noch die eine oder andere Probe hätte vertragen können. Zu unserer Freude ignorierten das unsere Pferde und blieben tiefentspannt. So verlief die Parade ohne Probleme, wir wurden danach noch von allen angequascht, gelobt und ausgefragt (wie das nun mal so mit Menschen ist, die gefühlt noch nie ein Pferd gesehen haben) und dann konnten wir uns endlich auf den Heimweg machen.
      Ab da wurde Nayala auch etwas unruhig und ich dankte Matthew dafür, dass er uns direkt auf unserer Ranch absetzte und ich die verrückte Mutter zu ihrem Fohlen bringen konnte. Das lag übrigens schlafend im Stroh und ich bezweifelte, dass es die Länge der Abwesenheit überhaupt wirklich mitbekommen hatte, denn außer einem kurzen Brummeln als Begrüßung, schlief es lieber weiter.


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      Gymnastizierung
      04. Dezember 2015 -- Gwen

      Hach, Gymnastizierung war so ein Wort, was zu gerne von jedem genutzt wurde, wenn es um sinnvolles Training ging. Es klang so vielversprechend, richtig und gesund – aber was wirklich dahinter steckte, das wusste keiner. Ich im Übrigen auch nicht, auch wenn ich Trainerin war. Deshalb war meine Standardantwort: „Das kommt auf das Pferd an.“
      Man muss sich eben nur zu helfen wissen! Aber letztendlich gehörte zu Gymnastizierung alles und gar nichts dazu. Es war weder ein Weg, noch ein Ziel, es war einfach da und genau deshalb stand auf Minous Trainingsplan heute am Freitag auch „Gymnastizierung“.
      Mit meiner fein säuberlichen Handschrift kritzelte ich ein „aka. Stangenarbeit“ darunter, denn genau das wollten wir heute machen. Deshalb hatte ich die letzte Viertelstunde auch in der Halle verbracht und einige schöne Dinge aufgebaut: Trabstangen, Cavaletti und die in ganz bunten Variationen.
      Da gab es nun Sachen für den Schritt, den Trab und sogar den Galopp. Ich hatte gefühlt unsere gesamte Halle vollgemüllt, aber reiten konnte man zum Glück trotzdem noch. Nun brauchte ich aber erst einmal das Pferd. Und das war Minou. Meine braune Connemarastute fand man bei dem kanadischen Schnee immer relativ schnell auf der Weide.
      „Wir haben bald Zweijähriges“, meinte ich grinsend, als ich vor der Stute stand und sie erst einmal begrüßte. 2013 hatte mir Sarah die Stute zu Weihnachten geschenkt, kurz bevor mein Praktikum auf Heartland zu Ende gegangen war. Erst kürzlich hatte dann alle Bekannten die Nachricht ereilt, dass Sarah und ihre gesamte Familie verunglückt waren, durch ein Gasleck.
      Ich hatte es mehr aus zweiter Hand mitbekommen, weshalb ich es noch weniger glauben konnte und auch, wenn ich Sarah nicht zu gut gekannt hatte, besaß ich immerhin zwei ihrer liebsten Pferde und es war schon ein komisches Gefühl, dass Menschen so einfach ausradiert werden konnten.
      Zum Glück wusste Minou davon nichts, oder vielleicht doch, aber selbst wenn, marschierte sie immer noch munter neben mir her durch den tiefen Schnee. Oh, dafür liebte ich ja Kanada: Schnee! Richtig schöner Schnee, der unter den Schuhen knirschte und zu einem Galopp über die Wiesen einlud.
      Gedanklich schickte ich Sarah ein wenig Schnee nach oben, man wusste ja nie, wie es dort aussah, vielleicht konnte sie ihn gebrauchen. Minou band ich derweil am Putzplatz an und kümmerte mich darum, sie ordentlich zu putzen und dann zu satteln. Da Minou noch stark im Wachstum gewesen war, trug sie noch ein älteres Exemplar an Sattel, welches Elena mir empfohlen hatte, langsam wurde es dann aber Zeit für ihren eigenen neuen Sattel und für den hatte ich auch schon gespart, so dass wir kommendes Jahr dann auch gut in die Saison starten konnten.
      Schrecklich wie schnell die Zeit verging. Seit über einem halben Jahr war Minou nun schon unter dem Sattel und trotz ihrer erst knapp vier Jahre, war sie so motiviert dabei, es war unglaublich. Gemeinsam liefen wir in der Halle ein paar Runden zum Aufwärmen, ehe ich nachgurtete und mich in den Sattel schwang. Bisher hatte ich noch nicht so viel mit Minou gemacht. Ich arbeitete viel an ihrem Takt, ihrer Balance und ihrer Geraderichtung, damit diese Grundlagen dann gesichert waren, wenn wir nächstes Jahr richtig loslegten.
      Minou brachte aber bereits viel Eigeninitiative und Potenzial mit in das Training und unsere vorherige Arbeit vom Boden aus zahlte sich wirklich aus und Minou besaß schon jetzt eine schöne Selbsthaltung, auch wenn sie die unter dem Sattel noch nicht lange aushielt – aber Übung machte ja bekanntlich den Meister.
      Deshalb ließ ich mich auch nicht entmutigen und forderte Minou heute ein wenig mit der Stangenarbeit. Das hatten wir zugegebenermaßen noch nicht so oft gemacht, dementsprechend sah es auch noch sehr verbesserungswürdig aus, aber Minou gewöhnte sich schnell ans „Beine heben“, wie man es ja so schön nannte.
      Fleißig lief sie über die Trabstangen und bewältigte auch die schwierigeren Kombinationen. Irgendwann waren wir auch im Galopp und nahmen ab und an auch ein Cavaletti mit. Da hatte Minou viel von ihrem Vater geerbt, denn sie besaß auch im Springen sehr viel Talent. Gut, ein Cavaletti war damit an sich nicht vergleichbar, aber ihre Technik saß.
      Wir arbeiten gut eine Stunde inklusive Warmreiten und Abreiten. Dann reichte es meiner Meinung nach auch und für uns beide ging es wieder in den Stall, nachdem Minou schon einigermaßen trocken war. Im Stall sattelte ich sie ab und warf ihr die Abschwitzdecke über.
      Danach gab es für sie ihr Mash, während ich die Ausrüstung säuberte und verstaute. Nachdem ich damit fertig war, bürstete ich noch den getrockneten Schweiß aus ihrem Fell und schon durfte Minou zurück auf die Weide. Ich hingegen musste nun das alles wieder abbauen, was ich vor einer Stunde aufgebaut hatte – ach, als Reiter hatte man es schon nicht leicht.


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      Ausritt gegen Pizza
      30. Januar 2016 -- Gwen

      „Gwen, ich will nicht!“ – „Ach komm schon!“ – „Es liegt Schnee. Es ist kalt. Lass mich hier!“, jammerte Elisa lautstark, während ich sie verzweifelt versuchte, vom Sofa zu bekommen. Dort saß sie nämlich schon den gesamten Tag in eine Decke eingewickelt und schaute einer ihrer Serien, die einfach aus Prinzip bis zum Ende geschaut werden mussten. Sie da herauszubekommen war beinahe unmöglich, zumal Elisa ein Wintermuffel war und das war in Kanada nun natürlich nicht die beste Kombination.
      Nach einigen Drohungen gab dann aber sogar Elisa nach und schlurfte hinter mir hinaus in den Stall. Sie hatte sich extra dick angezogen, damit sie ja nicht fror, dabei schien sogar die Sonne und es war wärmer als die letzten Tage. Seufzend schüttelte ich den Kopf und warf Elisa das Halfter von Filly zu, damit sie ihre Stute von der Weide holte, das würde ich nämlich nicht machen. Stattdessen führte ich Minou aus ihrer Box, wo sie ihre kurze Pause hatte genießen dürfen, um wieder gesattelt zu werden.
      Da ich wesentlich schneller fertig war als Elisa, half ich ihr noch bei Filly, damit wir auch noch vor der Dämmerung loskamen. Eine halbe Stunde später hatte ich Elisa dann auch erfolgreich auf ihr Pferd verfrachtet und wir konnten uns auf den Weg machen. Von Matthew wurde ich im Vorbeigehen sogar noch dafür gelobt, dass ich es geschafft hatte, Elisa aus ihrer Kissenhöhle zu holen. Dafür verriet ich aber auch nicht, wie ich das gemacht hatte.
      Wir ritten einmal quer durch den Wald, um dann endlich auf die großen Wiesen im Nationalpark zu kommen, damit uns die Sonne aufwärmen konnte. Das funktionierte ganz gut und ein kleines Wettrennen wärmte auch noch die restlichen Muskeln auf. Insgeheim hatte dann auch Elisa Spaß an dem Ausritt und feuerte Filly an, damit sie Minou überholte. Das klappte leider auch, was ich darauf schob, dass mein Pony schlichtweg viel kleiner war!
      Zeitweise verritten wir uns dummerweise, weil wir eine Abbiege falsch genommen hatten. Da alles mit Schnee gleich aussah, war es auch gar nicht so leicht, wieder auf den richtigen Weg zu kommen, so dass wir gut eine halbe Stunde durch den Wald irrten. Das hob Elisas Laune nicht sonderlich und wir beide waren erleichtert, als wir wieder an den uns bekannten See kamen.

      Gut zwei Stunden waren wir unterwegs, weshalb dann Finger und Zehen teilweise schon sehr abgefroren waren, als wir endlich wieder auf Townsend Acres ankamen. Das durfte ich mir auch öfters von Elisa anhören, weshalb ich ihr nur genervt einen Handwärmer an den Kopf warf, damit sie endlich den Mund hielt.
      Während Elisa sich noch echauffierte, sattelte ich Minou ab und packte sie direkt unter das Solarium. Filly leistete ihr bald Gesellschaft, genauso wie Elisa, die sich auch nicht mehr unter dem Solarium wegbewegen wollte. Während die Pferde trockneten, musste ich mein Versprechen einlösen, mit welchen ich Elisa aus dem Haus bekommen hatte. Deshalb wurden Jojo, Elena und Zai angerufen, ehe als nächstes der arme Pizzadienst dran glauben musste, um uns fünf große Pizzen mitten ins Nirgendwo zu liefern.
      Das Essen ging natürlich auf mich, sonst hätte Elisa nie zugestimmt und eine Stunde später saßen wir alle in ihrem Wohnzimmer, mit unserer Pizza vor uns und schauten zusammen mit Elisa ihre Serie zu Ende. Die hatte teilweise echt anstrengende Szenen, so dass wir ohne die Pizza wohl eingeschlafen wären. Elena kam dann auf die tolle Idee (wie bei allem) ein Trinkspiel daraus zu machen. Und schon wurde der Abend doppelt so lustig!
    • Rhapsody
      Alte Pflegeberichte
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      Konditionstraining
      28. Februar 2016 -- Gwen

      Minou hatte den Winter über doch ein wenig Pause gehabt, wir hatten in der Halle viel an den Dressurgrundlagen gearbeitet, um meiner Stute nun allmählich die Anlehnung noch ausgiebiger zu erarbeiten. Minou sollte sich schön an den Zügel stellen, sich aber zeitgleich auch vor allem selbst tragen. Gerne überprüfte ich das beim Überstreichen und nach den Wintermonaten sah das Ganze auch schon viel besser aus.
      Aber immerhin war Minou auch erst ein Dreivierteljahr unter dem Sattel und dafür machte sie sich schon mehr als gut. Nun, Ende Februar, war der Schnee endlich so gut wie geschmolzen und ich baute auch Minou langsam wieder auf. Seit einigen Wochen machten wir wieder regelmäßig Konditionstraining. Einmal die Woche ging es also nun ins Gelände für das Trab- und Galopptraining.
      Heute war für Minou mal wieder so ein Tag, also holte ich sie von der Weide, putzte und sattelte sie. Da es immer noch sehr frisch war, baute ich erst einmal eine halbe Stunde Schrittarbeit in der Halle ein, damit Minou wirklich warm war und sich nichts zerrte und dann ging es für uns schon ins Gelände. Zuerst ritten wir noch locker eine Viertelstunde einen Mix aus Trab und Schritt, ehe wir unsere schöne Galoppstrecke erreichten. Gut zehn Minuten konnte man hier galoppieren und genau das wollten wir heute tun.
      Als Tempo nahm ich den Reisegalopp. Dabei beeinflusste ich Minou so gut wie gar nicht und ließ sie ein etwas zügigeres Tempo laufen. Locker flockig lief die junge Stute unter mir vorwärts und bewies wieder einmal ihren unermütlichen Geist an Ausdauer.
      Nach den zehn Minuten Galopp reichte es aber auch Minou. Wir hatten auch zwei Sprints eingebaut, welche nochmals andere Muskeln förderten und dementsprechend ging es nun in die Cooldown-Phase: den Leichttrab. Minou zeigte sehr gut, wie lange sie welche Phasen benötigte, so dass wir dann in den Schritt übergingen.
      Am langen Zügel ging es nur noch im Schritt wieder nach Hause, so dass wir davor und danach gut eine halbe Stunde Schritt ritten. In der Zeit kühlte Minou auch wieder ab, die Muskeln konnten sich in Ruhe entspannen ohne von 100 auf 0 gehen zu müssen und nebenbei war meine Stute dann auch fast schon wieder komplett trocken, als wir am Stall ankamen.
      Dort sattelte ich sie erst einmal ab und rubbelte die noch feuchte Sattellage mit Stroh ab, ehe es für Minou ein wenig Saftfutter und Mineralstoffe gab. Da sie noch nicht ganz trocken war, ging es für eine Viertelstunde samt Decke nochmal in die Box, ehe sie dann wieder auf die Weide zurückdurfte.
      Je nachdem wie uns das Wetter gnädig sein würde, würden wir das Konditionstraining erhöhen. Minou war vor allem für die Distanz gezüchtet worden, dementsprechend lagen dort ihre Stärken und die Saison würde bald wieder losgehen, da wollten wir schließlich fit sein und mithalten können. Also würde schon bald dreimal die Woche Konditionstraining anstehen. Der Rest der Woche gestaltete sich dann aus Bodenarbeit, Dressurarbeit und Ausritten. Hauptsache abwechslungsreich und gesund.


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      Dressurturnier
      19. März 2016 -- Gwen

      Immer wenn ich schon vor um sechs von meinem Wecker aus dem Bett geworfen wurde, hieß das, dass es heute auf ein Turnier gehen würde. Seit langem war es mal wieder ein Dressurturnier und ich wollte mit Kedves und Minou dorthin fahren. Ein buntes Pärchen, bei welchen der Trainingsunterschied recht groß war. Während ich mit Kedves eine L-Dressur gemeldet hatte, ging es mit Minou tatsächlich nur in eine E. Die Stute war noch sehr jung, weshalb ich es ruhiger anging und dieses Turnier nur als Vorbereitung sah. Bei Kedves wollte ich hingegen auch seine zweite Sportseite fördern. Im Springen war er ein Naturtalent, in der Dressur theoretisch auch, aber er bevorzugte schlichtweg ersteres.
      Es war Samstagmorgen und Kathy hatte sich bereit erklärt mitzufahren. Dementsprechend stand ich nun in der Küche und bereitete zum einen unser Lunchpaket als auch das Frühstück To-Go vor. Nachdem da alles fertig war, lief ich in den Stall. Die Pferde samt Auto und Hänger hatte ich schon gestern Abend vorbereitet, so dass beide schon fertig waren und ich sie nur noch verladen musste und schon konnte es losgehen.
      Leider waren Turniere meist recht weit weg, weshalb wir gut eine eineinhalbstündige Fahrt hinter uns hatten, als wir endlich auf dem Turniergelände ankamen. Dort hatten wir in einem Stallzelt auch zwei eigene Boxen, so dass ich erst einmal die Pferde auslud und in die Gastunterbringung brachte. Dann kümmerte ich mich um die Anmeldung und ging mit Kathy noch einmal die Aufgaben durch.
      Circa eine Dreiviertelstunde vor dem Start mit Kedves, der nun schon geputzt und gesattelt in der Box stand, erhielt ich die Information, dass Minous Prüfung vorverlegt wurde. Theoretisch hätte ich fast zwei Stunden zwischen beiden Zeit gehabt, nun nicht mal mehr eine Viertelstunde. „Das schaff‘ ich nie!“, murmelte ich erschrocken, denn Minou musste auch aufgewärmt werden und Kedves hingegen versorgt.
      „Ich reite“, meinte Kathy knapp und ich schaute sie nur unsicher an. „Sicher?“, runzelte ich die Stirn, doch meine Schwester war Feuer und Flamme. Bei Minou machte ich mir da auch nicht so große Gedanken und da ich immer ein komplettes Ersatz-Turnieroutfit dabei hatte, war Kathy auch direkt ausgestattet. Also machte ich mich auf dem Weg zum Warmreiten für Kedves, während Kathy sich nun um ihre Prüfung kümmerte.
      Noch lange war ich gedanklich bei dem plötzlichen Wechsel, bis es dann fünf Minuten vor unserer L-Dressur war und ich mich nun konzentrieren musste. Also blendete ich alles aus und konzentrierte mich nur auf Kedves. Der trabte motiviert in das Viereck und blieb bei X vorbildlich stehen. Ich grüßte die Richter, atmete tief ein und trabte wieder an. Die Kür begann.
      Es lief an sich für Kedves wirklich gut. Er stand aufmerksam an meinen Zügel- und Schenkelhilfen und hörte 1A. Nur unsere Kurzkehrt ging total daneben. Das lag jedoch an mir, denn ich hatte mich bei den Hilfen leicht verhaspelt und ehe ich korrigieren konnte, hatte Kedves bereits meine ungewollten Wünsche ausgeführt und so lief die Kurzkehrt nicht so wie sie sollte.
      Das würde uns allerhand Punktabzug kosten, aber als wir dann mit einer 7.3 aus dem Viereck gingen, war ich mehr als überrascht. Der Richterspruch war sehr positiv und auch wenn uns der Kurzkehrtfehler gute 0.2 Punkte gekostet hatte, fanden sie das Gesamtbild sehr ansprechend.
      Kedves ritt ich ab und beeilte mich, ihn dann in die Box zu bringen, so dass ich kurz nach Beginn von Minous Prüfung am Viereck erschien. Kathy musste in einer Abteilung reiten, hatte aber das Glück, erste Reiterin zu sein. Minou gab im Trab ein schönes Tempo vor und die Zirkel und Handwechsel liefen wirklich gut. Zumindest, bis der Galopp kam.
      Das Angaloppieren war richtig schön, aber dann tauchte urplötzlich der Blumentopf in der Ecke auf, den Minou anscheinend erst jetzt bemerkte und sie sprang einmal in die Mitte des Zirkels und buckelte auch leicht. Kathy hatte alle Hände voll zu tun, da sie auch wieder an ihren Platz musste. Also bugsierte sie Minou auf eine engere Volte, um die Abteilung wieder anzuführen, sobald sie den Zirkel erneut umrundet hatte.
      Ab da machte diese Ecke Minou in allen Gangarten Probleme und sie war dort immer sehr guckig und aufgeregt. Kathy löste das natürlich souverän, aber motzig war Minou trotzdem. Sie erhielten dennoch eine gute Wertnote und am Ende schafften sie es damit auf den dritten Platz. Ich gratulierte beiden ganz herzlich und war Kathy echt dankbar, dass sie eingesprungen wäre.
      Auch ich wurde nochmals zu einer Siegerehrung gerufen, denn mit Kedves war es auch der dritte Platz geworden! Mit einer 7.5 lag der erste Platz nicht viel weiter vor uns, genauso wenig wie der zweite. Es war sehr knapp gewesen, aber beide Ritte waren auch wirklich gut gewesen. Beide Pferde hatten es wirklich toll gemacht und so konnten wir uns doch tatsächlich mit zwei Schleifen auf den Heimweg machen.


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      Aprilwetter
      30. April 2016 -- Gwen

      Es gab Tage, an denen hatte man einfach keine Lust auf irgendwas. Und trotzdem saß ich nach der Stallarbeit im Büro und machte die Turniermeldungen für den kommenden Monat fertig. Es stand wieder allerhand auf dem Plan, weshalb ich immer schon früher plante, so dass die Wochenenden nicht aus dem Nichts kamen. Auch die Kurse für WHT musste ich noch bearbeiten. Der Kurs über Stangenarbeit würde demnächst stattfinden, bei dem Jungpferdetreffen sah es noch sehr mau aus.
      Seufzend klappte ich den Laptop zu und machte mich auf den Weg in den Stall. Dort holte ich die Halfter von Minnie Maus und Minou, um meine beiden Ponystuten von der Weide zu holen. Wie immer waren sie die Ruhe selbst und trotteten zufrieden hinter mir her. Im Stall band ich sie dann an und putzte sie nacheinander gründlich. Erst Minnie Maus und dann Minou. Zweitere bekam heute nur das Knotenhalfter um, währenddessen ich Minnie Maus sattelte und auch mich fertigmachte.
      Dann ging es auf einen kleinen, aber schönen Ausritt: Ich saß auf Minnie und Minou lief als Handpferd mit. Mit den beiden konnte man so etwas problemlos machen. Lediglich das Wetter spielte nicht so gut mit, weshalb ich immer etwas besorgt hinauf zu den grauen Wolken blickte. Trotzdem trabten und galoppierten wir und genossen den schönen Nationalpark, der dank des Frühlings wieder viel grüner und lebendiger wurde.
      Ich liebte diese Zeit, denn alle Tiere waren geschäftig unterwegs und es war einfach wieder viel mehr los. Aber wettertechnisch hatte uns der April auch verdammt viel zu bieten, so waren wir gerade am Fluss, als es urplötzlich anfing zu hageln. Im Eiltrab ritt ich mit beiden Stuten zurück in den Wald, dort waren wir ein wenig durch die großen Bäume geschützt, aber als es begann zu regnen, wurden wir trotzdem nass.
      Gut eine halbe Stunde brauchten wir trotz Trab und Galopp zurück zur Ranch und waren dann klatschnass. Im Stall kümmerte ich mich erst einmal um die Pferde, ich sattelte Minnie Maus ab und verfrachtete beide Stuten in ihre Boxen. Dort rubbelte ich sie nacheinander mit Stroh trocken und warf ihnen dann die Abschwitzdecken über. Dann zog auch ich meine nasse Jacke aus und wechselte sie gegen eine trockene aus dem Reiterstübchen.
      Dort setzte ich auch Wasser auf. Einerseits für meinen Tee, andererseits für das warme Mash der Stuten. Denn nach so einer Abkühlung wäre etwas Wärmendes sicherlich nicht verkehrt. Minnie Maus und Minou nahmen es auch dankend an und als sie fraßen, zog ich mich erst einmal komplett um. Im Stall lagen dafür im Schrank immer eine Jeans und ein Pullover. So wurde auch mir wieder trockener und ich konnte meine beiden Stuten bestens versorgen, so dass keiner von uns krank wurde.


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      Distanztraining
      18. Mai 2016 -- Gwen

      „Sie wachsen und wachsen“, murmelte ich lächelnd, während ich die Pferdeordner in das Regal einsortierte. Wie jede Woche hatte ich eine Art Inventur gemacht, geschaut wie es mit dem Training und dem generellen Zustand der Pferde aussah. Dabei war mir aufgefallen, dass Sinfonie inzwischen schon drei Jahre alt war. Selbst Elena staunte darüber und die unscheinbare Knabstrupperstute (so unscheinbar man mit der Farbe sein konnte…) hatte sich auch wirklich gemausert.
      Nichtsdestotrotz brauchte sie immer noch viel Zeit und Geduld bei der Arbeit. Man durfte sie nicht überfordern, sonst würde man bei null anfangen dürfen. Heute stand wieder Schrecktraining auf dem Plan. Das machten wir sehr regelmäßig, da ich Sinfonie pro Training immer nur mit maximal zwei neuen Dingen belastete. So langsam hatten sich aber doch schon recht viele Möglichkeiten angesammelt und so war die Halle bunt gestaltet, nachdem ich mit ihr fertig war.
      Danach holte ich Sinfonie von der Weide und putzte die Stute erst einmal gründlich, ich merkte bereits, dass sie recht groß werden würde, denn schon jetzt ging sie mir bis zur Schulter. „Du wirst ein tolles Pferd“, meinte ich lächelnd und kraulte Sinfonie hinter den Ohren. Dann machte ich sie los und ging in die Halle. Wir begannen mit einfachen Führübungen und ein bisschen Weichen.
      Dann fingen wir mit den Slaloms und Gassen an. Inzwischen war so etwas für Sinfonie kein Problem mehr, ebenso wenig wie enge Gänge, waren Planen noch ein Problem. Sinfonie schritt mutig darüber. Vor was sie noch Angst hatte waren Dinge über ihr. Der Regenschirm oder Planen über ihr waren ihr noch suspekt, aber auch das würden wir irgendwann noch schaffen. Wie immer lief während unseres Trainings auch relativ leise Musik, aber es lief welche.
      Sinfonie machte das Training immer Spaß und sie wirkte danach sehr ausgeglichen und kaute ab. Das war auch für mich das Zeichen, dass es reichte und ich brachte Sinfonie wieder hinaus auf die Weide. Von dort nahm ich mir direkt Minou und Moon’s Wishing Well mit. Für die Halbgeschwister stand heute Distanztraining auf dem Plan.
      Mit von der Partie war deshalb Joline. Sie sollte Wish reiten und ich kümmerte mich um meine Fünfjährige. Da Joline auf Townsend Acres sehr eingespannt war, machte ich die Pferde selbst fertig und holte sie dann ab. Für zwei Stunden würde Elisa sie schon einmal entbehren können. Da die Pferde nun schon sehr gut warm waren, begannen wir den heutigen Ritt mit einer lockeren Strecke im ruhigen Arbeitstrab von ca. 20 Minuten.
      Darauf folgte eine fünfminütige Schrittpause, ehe wieder 20 Minuten Trab folgten. Daraufhin gingen wir direkt in den Reisegalopp über. Dabei störten wir die Pferde möglichst wenig und ritten die nächsten fünf Kilometer in diesem Tempo. Beide Pferde machten gut mit, auch wenn Wish schon wesentlich weiter war als seine kleine Halbschwester Minou. Die schlug sich dennoch wacker.
      Das Training an der Longe und die kleineren Ritte hatten sich gelohnt, denn die zwei Stunden hielten sie sehr gut durch, die Werte am Ende befanden sich auch schon nah am Idealbereich. Ich setzte Joline dankend wieder bei Elisas Gestüt ab und machte mich auf dem Heimweg.
      Zu Hause wurden die beiden Pferde abgesattelt und abgespritzt. Das kühle Wasser genossen sie sichtlich. Dann hieß es noch in Ruhe trocknen, ehe sie bei dem schönen Wetter auch schon wieder zurück auf die Weide durften. Morgen hätten beide komplett frei und den darauffolgenden Tag würde es nur leichte Bewegung geben.
    • Rhapsody
      Alte Pflegeberichte
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      Zu dritt unterwegs
      28. Juni 2016 -- Gwen

      Momentan war das Wetter ideal für Distanztraining: Es war sonnig und warm, aber es wehte immer noch ein frisches Lüftchen, so dass es gut auszuhalten war. Da ich heute leider keinen Mitreiter hatte auftreiben können, würde ich mit Handpferd losziehen. Mit von der Partie waren wieder meine beiden Connemaras Moon’s Wishing Well und Minou. Beide für die Distanz gezüchtet.
      Ich holte zuerst Wish von der Weide und putzte ihn im Stall gründlich. Dann sammelte ich noch Minou ein und kümmerte mich auch um sie. Da sie ohne alles war, würde sie die zwei Satteltaschen tragen dürfen. Die beinhalteten ein kleines Notfallkit für die Pferde und mich, ebenso wie Essen und Trinken.
      Geplant war ein etwa dreistündiger Ritt und so machten wir uns auch direkt auf den Weg. Wir begannen im ruhigen Schritt und würden das auch die erste halbe Stunde beibehalten, damit beide Pferde ordentlich warm wurden. Dann gingen wir in den Trab hinüber und bahnten uns unseren weg über den Fluss und die großen Wiesen bis hin zum Strathclair.
      Das hieß, es ging die nächste halbe Stunde durchgängig bergauf. Die Steigung variierte zwischen zehn bis zwanzig Prozent, war aber für die trainierten Pferde sehr gut machbar. Die Bergkette überquerten wir schließlich im lockeren Trab oder Reisegalopp, ehe wir schon wieder den Abstieg erreichten. Unten würde die beiden Connemaras noch unsere längere Galoppstrecke erwarten.
      Zwar waren sie schon verschwitzt, aber Schwitzen gehörte zu den positiven Eigenschaften eines Sportlers und da beide noch bestens bei der Atmung dabei waren, ließ ich Wish angaloppieren. Die beiden waren ein eingespieltes Team und so passte sich Minou ohne Probleme an. Es war auch für mich anstrengend, so lange zu traben oder zu galoppieren, dementsprechend kamen mir solche Ritte mindestens genauso zugute wie den Pferden.
      Nach dem langen Galopp folgte noch ein Trab zur Auflockerung der Muskeln, ehe es für uns im Schritt nach Hause ging. Halbe Stunde Schritt vor und nach dem Training waren ein Muss für mich und so baute ich sie auch direkt ein. Dementsprechend waren die beiden schon wieder entspannt und trocken, als wir am Stall ankamen.
      Eine Pause hatten wir diesmal nicht eingelegt, aber das Wetter war auch angenehm frisch gewesen, so dass wir ohne Probleme hatten durchziehen können. Als Belohnung bekamen beide Pferde trotzdem eine schöne Dusche und danach noch ihr Mineralfutter mit Äpfeln und Möhren. Nachdem sie versorgt waren, ging es auch zurück auf die Weide und ich machte mich daran, im Stall Ordnung zu schaffen.


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      Geburtstagsausritt
      30. Juli 2016 -- Gwen

      Jojo hatte Geburtstag und ich hatte mir etwas Kreatives einfallen lassen. Gut, eigentlich war es nur ein Ausritt, aber mit einem tollen Ziel und gutem Essen! Da Lena momentan im Urlaub war, waren wir nur zu viert und ich lieh die Pferde. Das war sicherlich nicht ganz uneigennützig, denn die vier Stuten mussten sowieso noch bewegt werden, aber pscht!
      Es war kurz nach zwölf Uhr mittags als ich die vier Pferde in den Stall holte und dann kamen auch schon die anderen Reiter angetanzt. Jojo schnappte sich direkt Minnie Maus, denn die dunkle Stute mochte sie sowieso. Elena eilte zu Tawny Bawny und betonte, dass dieses Pferd auf immer und ewig bei ihr Tawny Hawk heißen würde… Und Elisa wählte sich Minou aus – gute Entscheidung, wenn man einen entspannten Ausritt wollte. Und so blieb für mich Nayala übrig.
      Wir putzten die Stuten und sattelten sie danach. Dann verteilte ich fix die bereits gefüllten Satteltaschen und musste Elena dreimal ermahnen, dass sie ihre gefälligst zu ließ. „Ich habe dir sowieso nicht den Kuchen eingepackt, sonst ist der ja weg, eh wir am See ankommen“, meinte ich grinsend und Eli funkelte mich nur böse an.
      Als dann alle bereit waren, machten wir uns auf den Weg. Wir würden circa eine Dreiviertelstunde unterwegs sein und da Eli Angst um das Essen hatte, durften wir auch nicht großartig zu schnell reiten. Es könnte ja etwas kaputtgehen!
      Den Ritt nutzten wir natürlich zum Quatschen und vor allem zu Diskutieren. Am meisten darüber, dass Elena immer noch kein Pokemongo spielen konnte. Elisa drängte darauf, dass sie doch bald das neue Handy bestellen sollte und so wie es aussah, hatte sie Elena auch schon so gut wie überzeugt.
      Erstaunlicherweise konnte man hier in Kanada mitten im Nirgendwo doch einige Pokémon abgreifen, ich vermutete ja, dass Elisa an dieser Tatsache nicht ganz unschuldig war…
      Als wir am See ankamen, sattelten wir die Pferde ab und ließen sie auf der Wiese grasen, während wir endlich zum Essen kamen, worauf Elena schon so lange wartete. Hibbelig saß sie auf der Decke und konnte es kaum abwarten, dass Jojo die Kerzen ausblies. Ich hatte ja schon das Bild vor mir, dass Elena sie selbst ausblies, damit es schneller ging, aber zum Glück traf dieser Fall nicht ein.
      Stattdessen entspannten wir uns im Schatten der Bäume und aßen, absolut unsere Lieblingsbeschäftigung! Da wir klug waren, hatten wir auch unsere Badesachen mit und so konnten wir uns sogar ein wenig abkühlen. Die Seen in Kanada waren wenigstens auch klar und sauber, kein Vergleich zu deutschen Seen.
      Als wir alle in der Sonne lagen und entspannten, sprang Elisa plötzlich auf und rannte los. Auf Elenas Nachfrage rief sie nur noch zurück, dass dort drüben ein Aussichtspunkt sei. Okay, sie sagte Pokemonstop, aber eigentlich war es ein Aussichtspunkt… Und so waren wir nur noch zu dritt und verbrachten auch die nächste Stunde noch dort, weil Elisa unbedingt Lockmodule aktivieren musste, um die Dratini zu jagen.


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      Achtung Katze
      14. August 2016 -- Gwen

      Ich hatte bereits meine bequemste Jogginghose an und war mit einer Tasse Tee auf dem Weg zum Sofa, wo schon meine kuschelige Decke und meine Serie auf mich warteten. Es dauerte auch nicht lange, bis ich mich häuslich eingerichtet hatte und gerade den Stream starten wollte. Die Betonung lag auf wollte, denn ich hörte ein riesiges Theater von draußen. Also so laut war es nicht, aber in Anbetracht der Tatsache, dass der Stall auch nicht direkt neben dem Haus lag, war es verständlich.
      Grummelnd erhob ich mich noch einmal, zog mir eine warme Jacke über und huschte hinaus in die dunkle Nacht. Wir hatten es fast um zehn, dementsprechend war es schon recht dunkel, auch wenn die Grillen noch ein ziemliches Spektakel veranstalteten. Vorsichtig öffnete ich die Stalltür und schlüpfte hinein. Auf der anderen Seite angekommen schaltete ich direkt das Licht ein und musterte aufmerksam Box für Box, um den Grund für den Lärm ausfindig zu machen.
      Mein Blick blieb an Ravis Box hängen, denn die machten einen riesigen Radau, drehte sich im Kreis und brummelte unruhig. Der Rest der Pferde schlief entweder noch oder war zumindest trotz des Lärms noch im Halbschlaf. Nur Minou, welche neben Ravi stand, schaute ein wenig verwirrt in die Box ihrer Nachbarin. Anscheinend konnte sie aber auch nichts entdecken, was so einen Stress auszulösen vermochte. Dementsprechend pirschte auch ich mich vorsichtig an die Box heran.
      Ich lugte kurz über die Tür und murmelte Ravi dann einige beruhigende Worte zu, während ich mich aufmerksam im Stall umsah, aber es war nichts zu sehen. "Hä?", entfuhr es mir nur, ich konnte mir Ravis Theater echt nicht erklären, aber mit einem Mal war sie wieder ruhig, kam zu mir und ließ sich kraulen.
      Minou, welche sich in der Zwischenzeit eigentlich schon wieder im Stroh niedergelassen hatte (und das zurecht, denn wir waren heute auf einem Distanzturnier gewesen und sie hatte echt viel geleistet), sprang auf und prustete eine Ecke ihrer Box an. Ravi blickte skeptisch nach links und so wechselte auch ich die Box. Und dann entdeckte ich den kleinen Unruhestifter, der meine Pferde und mich von der Nachtruhe abhielt.
      "Miiiiaaauu", kam leise aus einer Ecke von Minous Box, als die Stute neugierig den Kopf senkte und der kleinen Miezekatze direkt einmal ins Gesicht blies. "Eine Katze", murmelte ich nur lachend und erinnerte mich wieder an Ravis einzige Angst: Katzen. Da wir aber noch nie eine Stallkatze gehabt hatten und man hier mitten im kanadischen Wald auch selten Hauskatzen über den Weg lief, war Ravis Angst bei mir eigentlich so ziemlich in Vergessenheit geraten.
      Minou hingegen hatte nun gar keine Angst mehr, nachdem sie erkannt hatte, um was es sich handelte. Stattdessen nahm sie die kleine Katze genau unter die Lupe und beschnupperte sie ausgiebig. Der Katze schien das nicht sonderlich zu gefallen und sie rollte sich im Stroh zusammen, fauchte aber auch nicht. Interessant wäre natürlich die Frage gewesen, wie die Kleine sich überhaupt zu uns verirrt hatte, aber nun wollte ich sie erst einmal aus der misslichen Lage retten.
      Sanft schob ich Minou zur Seite und näherte mich vorsichtig diesem kleinen Häufchen Elend. Besonders groß war sie nicht, sah dafür aber sehr mitgenommen aus. Das Fell war verklebt, sie hatte ein dreckiges Gesicht und zitterte am ganzen Leib. An einer Vorderpfote schien sie auch eine kleine Verletzung zu haben, was man durch den Dreck aber nur schwer erkennen konnte.
      Da ich sie nicht erschrecken wollte, zog ich meine Jacke aus und legte sie vorsichtig um die Katze, um die dann darin einzuwickeln und hochzunehmen. So konnte ich ihr zumindest weniger wehtun und sie würde mich nicht kratzen können. Ravi beobachtete uns aufmerksam und misstrauisch. "Du kannst jetzt wieder schlafen", meinte ich beruhigend zu ihr, kraulte auch Minou noch einmal kurz die Stirn und verließ dann wieder die Box.
      Kurz überprüfte ich noch einmal, ob im Stall alles im Lot war und schaltete dann das Licht aus, um mich auf den Weg zum Haus zu machen, die kleine Katze nahm ich direkt mit. Und so gestaltete sich mein Abend dann spontan ganz anders als gedacht. Statt entspannt auf dem Sofa zu sitzen, ging es erst einmal ins Bad, wo ich eine Wäschewanne nahm und mit ein bisschen lauwarmen Wasser füllte. Danach begann eine ziemlich langwierige Prozedur.
      Mit viel Bedacht und vorsichtig versuchte ich die Katze Schritt für Schritt zu säubern. Viele Stellen musste ich erst einmal mit dem feuchten Waschlappen einweichen lassen, ehe sich dort überhaupt etwas rührte. Nach und nach kam dann aber immerhin zu Tage, dass es sich um eine kleine graue Katze handelte. Geduldig, wenn auch verängstigt, ließ sie die Prozedur über sich ergehen und hielt tapfer aus.
      Nach gut einer Stunde verfrachtete ich sie in ein Handtuch und trocknete sie vorsichtig ab. Dann ging es für uns in die Küche, wo die kleine auf dem Tisch platziert wurde und ich meinen Erste-Hilfe-Schrank plünderte. Als angehende Tierheilpraktikern hatte ich doch schon einiges an praktischer Erfahrung. Für ihre Pfote hatte ich eine antiseptische Salbe und danach bekam diese auch einen Verband um. Wie lange der halten würde, war fraglich, aber ich machte es trotzdem.
      Zur Vorsorge für ihr Immunsystem und gegen die Schmerzen bekam sie ein kleines, aber feines homöopathisches Mittel. Zum Glück hatte ich für die Pferde sowieso alles da und es ließ sich auch immer sehr gut dosieren. Kurz warf ich noch einen Blick in ihre Ohren, Augen und das Maul. Ganz sicher war ich nicht, aber ihre Schleimhaut sah doch ein wenig gerötet aus. Ein Katzenschnupfen wäre bei ihrem Zustand nicht verwunderlich gewesen. Auch die Ohren waren nicht wirklich sauber, also eventuell Milben.
      Doch darum sollte sich dann Morgen der Tierarzt kümmern, denn dort würde ich in der Früh direkt mit ihr hinfahren. Dann würde ich auch wissen, ob sie jemanden fortgelaufen war. Das bezweifelte ich zwar, denn dann hätte sie sich nie hierher verirrt, aber man musste alles in Betracht ziehen. Stattdessen war ich mir recht sicher, dass sie jemand auf den Weg durch den Nationalpark hier ausgesetzt hatte. Unsere Ranch lag nahe der Hauptstraße, die einmal komplett hindurch führte. Und momentan war ja die beste Zeit (Urlaub und so), um ungewollte Tierkinder loszuwerden...
      Aber nun ließ ich mich erst einmal seufzend auf dem Sofa nieder und packte die kleine Katze in eine Decke, ehe ich sie neben mich legte, damit sie es sich so bequem machen konnte wie sie wollte. Für eine Folge meiner Serie hatte ich nun zumindest noch Zeit, mehr würde mein Kopf heute sowieso nicht mehr schaffen. Die kleine Mieze neben mir schlief inzwischen tief und hatte sich in ihre Decke eingekuschelt. Wenigstens gehörte sie nicht zu der Sorte der angriffslustigen, das erhöhte ihre Chance, dass sie soeben eine neue Freundin gefunden hatte.


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      Tierarzt Klinik Caen
      25. August 2016 -- Eddi

      „Ich glaube wir haben uns ein schlechtes Wetter für den Sammeltermin ausgesucht“, meinte ich grinsend, als ich aus dem Auto stieg und von Gwen in Empfang genommen wurde. Auch sie blickte stirnrunzelnd hinauf zu Himmel. „Es ist schrecklich“, kommentierte sie den strahlend blauen Himmel und den Sonnenschein. Spontan stiegen Ende August die Temperaturen doch noch einmal locker über 30 Grad und dabei erwarteten mich heute bei Gwen 17 Patienten!
      „Die sind alle brav, wir sollten also schnell sein“, beruhigte sie mich grinsend. Außerdem war es in ihrem Stall erstaunlich kühl, so dass es sich definitiv besser ertragen ließ als die letzte halbe Stunde im Auto. „Na dann legen wir mal los!“, meinte ich auffordernd und breitete mich am Putzplatz aus, so dass ich direkt alles griffbereit haben würde.
      Wir begannen mit den Stuten und so durfte ich Ceredwen kennenlernen. Ihre Abstammung erkannte ich sofort und auf meine Frage, ob sie von Cadoc abstamme, erhielt ich ein grinsendes Ja. Anscheinend schien Gwen den schicken Scheckhengst nicht wirklich zu kennen, sonst hätte sie gewusst, wen sie da gerade neben sich stehen hatte.
      Ich bat sie, mir die Stute erst einmal im Schritt und Trab vorzuführen. Danach warf ich fix einen Blick in Augen, Ohren und Maul, ehe ich die Stute einmal komplett abtastete. Zu guter Letzt hörte ich noch Herz und Lunge ab und kontrollierte die Körpertemperatur.
      Gwen hatte recht, zumindest Ceredwen benahm sich vorbildlich und hielt sehr gut still. Ich lobte sie ausgiebig und setzte dann die erste Impfung an. Die Stute benötigte einmal das Komplettpaket: Influenza, Herpes, Tetanus und Tollwut. Danach gab es auch direkt noch die Wurmkur und dann war sie fertig.
      Als nächstes war Ravi an der Reihe. Sie war mit ihren 18 Jahren das älteste Pferd in Gwens Stall, was man ihr aber keineswegs ansah und anmerkte. Dennoch hielt sie während der Untersuchung wunderbar still und zuckte nicht einmal bei den Impfungen zusammen. Auch die Wurmkur nahm sie fast von selbst.
      Das Gleiche konnte man auch von Tawny Bawny sagen, die direkt danach zu mir kam. Auch sie war wirklich umgänglich. Solche Patienten wünschte man sich doch als Tierarzt! Die kleine Nuriya war etwas anstrengender, allerdings kannte sie auch noch nicht wirklich Tierärzte, deshalb sah ich ihr das gerne nach und für ein halbwüchsiges Fohlen, meisterte sie den Besuch doch wirklich bestens.
      Bei Gwen ging es Zack auf Zack. Sie hatte alle Pferde vorher in den Stall geholt und so entstanden gar keine großen Pausen. Dementsprechend waren die Jungstuten Ginny My Love und Sinfonie auch sehr schnell gemacht. Ebenso behielt Gwen Recht, denn keine ihrer Stuten hatte bisher rumgemotzt.
      Auch bei Arriba, Minnie Maus und Minou brauchten wir nichts Schlimmes zu erwarten. Lediglich Nayala zickte etwas rum, was aber auch nur auffiel, weil der Rest von Gwens Stall so schrecklich umgänglich war. Bei anderen Ställen wäre Nayala wohl immer noch der liebste Kandidat gewesen.
      Da nun alle Stuten geimpft und entwurmt waren, gönnten wir uns eine kurze Pause. Sieben Pferde standen noch an, allesamt Hengste, weshalb ich mich doch schon einmal ein wenig wappnete, eventuell würde es jetzt nicht mehr so ruhig bleiben.
      Doch das Theater blieb aus. Kedves stand beinahe gelangweilt am Putzplatz, während ich ihn untersuchte. Altair war sowieso ein alter Hase und döste und auch Moon’s Wishing Well machte keine Probleme. Man hätte die drei beinahe als Wallache abgestempelt. „Deine Pferde sind ja schrecklich! Alle so lieb“, murmelte ich theatralisch und grinste Gwen an, die gerade mit Pinero zurückkam.
      Der Junghengst brachte wenigstens etwas Abwechslung rein, weil er die Impfungen doof fand. Aber selbst er war recht schnell fertig. Andvari machte auch kaum Probleme, war dafür höchst interessant: Ein Haflinger in dunkler Jacke. Sehr hübsch und auch verhältnismäßig groß, man erkannte ihn kaum als Haflinger.
      Papermoon’s Yakari machte auch keine Probleme, sondern ließ sich brav impfen und entwurmen. Und selbst Gwens damaliges Problempferd Ohnezahn stand vorbildlich am Putzplatz und ließ sich untersuchen. Auch die Impfungen und die Wurmkur hielt er tapfer aus und wurde dafür dann auch ausgiebig gelobt.
      „Das ging echt schneller als gedacht“, meinte ich lachend und räumte meine Sachen zusammen, nachdem alle Impfpässe wieder auf dem neusten Stand waren. Gwen bedankte sich ausgiebig bei mir, ehe ich mich bei der Hitze dann wieder auf den Weg nach Hause machte. Dort würde mich mein Pool erwarten und ein Eistee!
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  • Album:
    2 | Tullamore Creek
    Hochgeladen von:
    Rhapsody
    Datum:
    10 Okt. 2017
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  • [​IMG]

    Minou
    Minnie
    "kleines Kätzchen"


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    Exterieur & Interieur

    Connemara
    Stute
    10 Jahre

    146cm
    Brauner
    Schnippe

    Minou ist ihrem Vater beinahe wie aus dem Gesicht geschnitten - die selben treuen Augen, seine Farbe hat sie geerbt und seinen Sinn für Rennen. Noch ist sie mitten im Wachstum, doch mit der richtigen Pflege und Training wird die in der Distanz eine gute Karriere machen - wie auch schon ihre Mutter Kürbis. Minou bedeutet so viel wie Engel - im Umgang ist sie dies auch, manchmal ist sie vielleicht ein wenig zickig - wie jede Stute an manchen Tagen. Sie benötigt keine besondere Handhabung, jedoch liebt sie die Aufmerksamkeit eines Menschen - hat sie einmal Vertrauen gefasst geht sie für ihren Besitzer durchaus durch Feuer.

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    Pedigree

    von: Moonlight Shadow
    v: unbk.
    v. unbk.
    a.d. unbk.


    a.d. unbk.
    v. unbk.
    a.d. unbk.


    aus der: Das Kürbisvieh
    v: unbk.
    v. unbk.
    a.d. unbk.


    a.d. unbk.
    v. unbk.
    a.d. unbk.


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    Training

    Englisch geritten
    Fohlen ABC – Eingeritten

    Dressur
    E A L M* M** S*

    Springen
    E A L M* M**

    Military

    E A L M* M** S*

    Distanz

    E A L M* M** S*

    Fahren

    E A L M* M**



    Erfolge

    Offiziell

    327. Springturnier
    352. Dressurturnier
    377. Dressurturnier
    262. Militaryturnier
    265. Militaryturnier
    268. Militaryturnier
    271. Militaryturnier
    219. Distanzturnier
    222. Distanzturnier
    255. Distanzturnier
    257. Distanzturnier
    264. Distanzturnier

    386. Fahrturnier

    Inoffiziell

    -


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    Stallintern

    Besitzer: (Rhapsody)
    Ersteller/VKR: Occulta


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    Zucht

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    SK 446 - Alle Stuten


    Aa Ee
    Leihmutterschaft: 86.-
    Aus der Zucht: Caed Crevan (Eriska, UK)
    Nachkommen: -


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    Gesundheit

    826 4 88 522627976
    Erkrankungen: -
    Letzter Tierarztbesuch:
    25.08.16, Klinik Caen

    harte, breite Hufe
    Fehlstellungen: -
    Beschlag: Barhuf
    Letzter Hufschmiedbesuch:
    05.11.16, Hufschmiede Pine Grove Stud


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    Spind – Offiziell