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Eddi

Milka Luflee

Gegangen im Frühjahr 2016

Milka Luflee
Eddi, 26 Mai 2015
    • Eddi
      Alte Berichte:
      Alte Berichte - Deutschland










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      Heute war ich bereits den dritten Tag bei Lena. Nachdem ich meinen Wagen geparkt und alles ausgepackt hatte, brachte die junge Frau mir das erste Pferd für heute: Milka Luflee, eine Isländerstute. Ich begrüßte sie kurz und fing dann damit an, die alten Hufeisen abzunehmen. Die junge Stute stand dabei brav still und ich fuhr damit fort, die Hufe ordentlich auszuschneiden. Zuerst kürzte ich die Hufwände und die Trachten, anschließend rundete ich die Hufwand etwas ab. Zum Schluss schnitt ich noch den Strahl zurecht, dann war die Stute fertig und konnte zurück in die Box. Vorher bekam sie allerdings noch ein Leckerli zur Belohnung.
      Als nächstes war Totbringer dran. Die hübsche Stute sollte ebenfalls barhuf gehen, weshalb ich nach einer kurzen Begrüßung direkt mit dem Abnehmen der Eisen anfing. Gelangweilt und fast schlafend stand die Stute am Putzplatz und beachtete weder mich, noch irgendetwas anderes, sodass es relativ schnell ging, bis alle Eisen ab waren und ich mit dem Ausschneiden der Hufe fortfuhr. Zuerst kürzte ich die Hufwände und die Trachten, die bei diesem Pferd noch sehr gut aussahen. Anschließend rundete ich die Hufwände mit der Raspel ab und korrigierte mit dem Hufmesser den Strahl. Nachdem ich den letzten Huf abgesetzt hatte, klopfte ich Totbringer den Hals. Verschlafend guckte die Stute mich an und bekam ein Leckerli von mir, bevor Lena sie zurück in den Stall brachte.
      Als sie zurück kam, führte sie eine kleine, cremefarbene Isländerstute, band sie an und erklärte mir: „Das ist Kempa, sie ist ruhig im Umgang und auch bei Hufschmied macht sie keine Probleme. Sie soll ebenfalls barhuf gehen.“ Ich nickte und begann sofort, die Hufeisen, welche schon ziemlich abgelaufen waren, abzunehmen. Anschließend kürzte ich die Hufe und schnitt den Strahl zurecht. Lena hatte recht behalten, die Stute war total lieb und ließ alles brav machen. Zur Belohnung gab ich ihr ein Leckerli und streichelte ihr über die warmen Nüstern. Dann wurde sie zurück in den Stall gebracht und die nächste Stute war dran.
      White Pearls Sunset, eine Mixstute, ließ sich brav von Lena anbinden und betrachtete mich neugierig. Ich begrüßte sie und fing dann damit an, die Hufeisen abzunehmen, da auch diese Stute barhuf gehen sollte. Sunset gab mir brav die Hufe und stand fast ohne eine Bewegung da und ließ mich arbeiten. Ich lobte die Stute, nachdem ich die Hufe ausgeschnitten und zurecht gefeilt hatte.
      Als nächstes waren Buried Hope und die beiden Fohlen Columbia fra Frelsi und Nökkvadís fra Frelsi dran. Bei der großen Stute nahm ich die Hufeisen ab, anschließend schnitt ich bei allen drei Pferden die Hufe aus. Hope war zwar etwas neugierig und musste alles untersuchen was ich ihr zeigte, war aber, wie die beiden Fohlen, brav und weigerte sich nicht. Bevor die Stuten zurück in den Stall kamen, gab ich jedem noch ein Leckerli.
      Nun kam das erste Pferd, welches neue Eisen bekommen sollte. Little Grey war eine hübsche Mixstute, die mich neugierig begutachtete, während Lena sie anband. Ich gab ihr ein Leckerli zur Begrüßung, über das sie sich sehr zu freuen schien. Zuerst nahm ich, wie bei den anderen Pferden, die alten Eisen ab. Anschließend suchte ich neue, passende Eisen raus und erhitze das erste im Schmiedeofen. Während ich darauf wartete, dass es heiß genug war, strich ich Grey über den Hals. Sie stand gelassen neben mir und auch als ich das glühende Eisen auf ihren Huf legte, machte sie keine Anstalten. Mit dem Hammer formte ich das Eisen, sodass es perfekt auf den Huf passte. Im Wasser kühlte ich es dann ab und schnitt mit der Schere den Schneegrip auf das Eisen zu. Mit zwei Nieten befestigte ich die Einlage und nagelte dann beides auf den Huf. An das Hufeisen konnten außerdem noch Stollen befestigt werden. Zur Belohnung gab ich der Stute und sie konnte zurück in den Stall.
      Die letzten Stuten für heute, Pögn und Saints Row, sollten ebenfalls neue Eisen mit Schneegrip bekommen. Ich wiederholte also die Abläufe wie bei Grey und nach kurzer Zeit hatten beide Stuten die neuen Eisen an den Hufen. Die beiden Ponys waren dabei lieb und ich konnte meine Arbeit ohne Probleme machen. Bevor sie zurück in den Stall kamen, gab ich beiden noch ein Leckerli.
      Während Lena die Stuten zurück in den Stall brachte, räumte ich mein Werkzeug zusammen und verstaute es im Auto. Die junge Frau kam zu mir und wir verabschiedeten uns. Ich machte mich fröhlich auf den Weg nach Hause.

      [4406 Zeichen | mit Leerzeichen | © Mongofisch | 2013]

      Jubel, Trubel, Heiterkeit


      Niemals hätte ich gedacht, dass ich an so einen schönen Tag so tief unten sein kann. Trotzdem quäle ich mich aus dem Bett und mache mir ein Brötchen, das letzte. Gezwungen schlucke ich den letzten Bissen und geh dann zu den Pferdchen. Vorher habe ich mich natürlich noch gewaschen und umgezogen. Anfangen tu ich heute mit den Fohlen. Eine einfache Kontrolle heute nur. Besonders bei Náttdis, Nenir und Slave müssen unter's Auge genommen werden. Die Drei sind in letzter Zeit öffter aufgefallen durch Hummeln und ähnkliches. Also mit einem Halfter bewaffnet gehe ich die Koppeln ab. Als erste begrüsst mich Hlíf, doch zu der komme ich erst später. Weiter gehe ich zu Nökk, die weiter hinten steht. Als sie mich auch erblickt, kommt sie mir etwas entgegen und nimmt dann den Kopf wieder nach unten. Bevor ich den Strick befestigen kann, mach ich ihn erst mal vom Halfter ab. Anschließend habe ich Nökk schon in der Hand und gucke sie mir dann an. An der Fessel hinten rechts hat sie sich etwas aufgeschierft, aber nichts dramatisches. Auch die Schramme am Hals ist nichts schlimmes. Also mit Nökk ist alles gut, deshalb mach ich den Strick wieder ab. Weiter geht es zur nächsten Stute.
      Meine kleine Náttdís kommt schon. Sie sieht sehr hingerichtet aus. Doch jetzt nichts schlimmes. Überall hat die Falbin Kratzer und Bissspuren. Sie ist auch immer recht aufmüpfig den Älteren gegenüber. Also muss sie mit Leben. Das kurze gehummel sind nur schreck Momente. Deshalb nehme ich ohne Sorgen, den Strick wieder ab.
      Jetzt noch die kleinen Hengste kontrollieren. Slaves kommt mir bereits entgegen. Also mache ich ihn den Strick ran und guck ihn mir an. So weit alles ok, nur er muss genäht werden an der Hinterhand. Also führe ich ihn auf den Hof in einen der vier Paddocks. Sofort rufe ich Hayley an. Sie kommt nach her, da sie grad noch unterwegs ist. Aber jetzt kann ernicht mehr viel machen.
      Zurück gehe ich auf die Weide und schnappe mir Radioactive, mit dem ich nächste Woche einreiten anfange. Doch er sieht vollkommen ok aus.
      Der nächste ist Towelie. Mein junger Hengst wird auch bald angeritten, aber noch ein zwei Monate darf er stehen. Noch etwas meckert er, wenn man ihm am Kopf streichelt und ähnliches. Deshalb darf er auch noch etwas warten. Trotzdem kontrolliere ich ihn noch. Auch er hat nichts, nicht mal ein Kratzer.
      Novio steht auch mit in der Runde. Da ich lange keine Zeit mehr für ihn hatte, bringe ich auch den Großen in einen Paddock am Hof. Noch einmal streiche ich ihn über den Hals. Später mache ich noch was mit ihm.
      Als nächstes kommt noch Nexus mit dem auch bald anfange, Einreiten. Meine ganzen Kleinen, sind langsam groß. Wie schnell die Zeit vergehet. Ich gucke ihn komplett ab und alles ist gut. Jetzt müssen wir nur hoffen, dass er auch ein tolles Reitpferd wird. Ich mach den Strick wieder ab und suche Nennir.
      Der neue Hengst ist recht neugierig, aber trotzdem zu Faul zu mir zu kommen. Also laufe ich zu ihm und lege das Halfter um, was ich mit habe. Es ist zwar noch zu groß, aber in den nächsten Monaten bekommt er noch eins. Erstmal darf er noch ohne blieben. Auch er hat keine Kratzer oder so. Nicht mal eine Bisswunde irgendwo.
      So die ersten sind fertig kontrolliert und es geht weiter mit den Zuchtstuten. Das ist eine schnelle Sache. Deshalb laufe ich zum Tor und geh rüber wieder zur Stuten Weide. Uach wenn ich immer ein ganz schönes Stück laufen muss. Am Tor stehen bereits Milka und Blacky. Beide sind trächtig. Ich kontrolliere ob die beiden noch ihr Fohlen im Bauch haben. Die Zitzen sind auch inordnungd. Beide Stuten bekommen ein Leckerlie und ich geh weiter zu den nächsten. Sie folgen mir. Wie immer.
      Byjumi kommt auch dazu. Ich halte und geh zu ihr. Als erstes taste ich den Bauch ab und uach die Zitzen. Alles in Ordnung. Auch am restlichen Körper ist alles ok. Ich kann einfach nicht noch ein Pferd in die Klinik schicken, dass trächtig ist.
      Auch Aqua kommt zu mir. Sie ist nicht trächtig, trotzdem geht es gut. Zur Zeit läuft sie selten in der Reitschule mit. Bald muss ich auch sie reiten. Ich schreibe mir alles auf und geh dann zu Tot.
      Die Stute ist auch nicht trächtig und Thor reitet sie dem öffteren, weil sie beim Eintölten ist. Die nächsten Tage setze ich mich auch noch mal drauf, um zugucken, wie weit sie ist. Doch heute nicht, habe andere Pferde eingeplant.
      Deshalb geh ich zum nächsten Pferdchen und das ist Grey, die auch in der Reitschule mitläuft, aber häufiger als Aqua. Aber auch nur, weil wir für sie keine Zeit haben und Thor die kleine nicht mag. Trotzdem ist sie ein klasse Zuchtpferd.
      Für heute war es das erst mal. Jetzt muss ich erst mal zur Steuerbehörde.

      4654 Zeichen | © Vepr | 2014



      Ankunftsbericht

      Und plötzlich kam ein dunkler Schatten hinter der Wand hervorgeschossen. Ein Mensch, feingliedrig und schmal gebaut, suchte hastig seine Umgebung nach etwas ab. Nach einigen Minuten wagte er wieder zu atmen und packte leise sein Messer ein, welches in der Abenddämmerung hell schimmerte.

      „Alessia“, ruft plötzlich eine helle Stimme und reisst mich gnadenlos aus der spannenden Geschichte. Ich schüttle verwirrt den Kopf, lege das Buch auf die Seite und starre noch einige Sekunden ins Nichts, ehe ich mir bewusst werde, dass Vina mich gerufen hat. Mit einem Seufzen streiche ich mir eine Locke aus dem Gesicht, ehe ich aufspringe und zum Fenster eile. Dort sehe ich Vina ausserhalb des Hauses stehen, mit einem leicht verdatterten Grinsen frage ich sie: „Solltest du heute nicht unterwegs sein?“ „Bin früher heimgekommen. Aber – wenn es dich stört, kann ich gerne wieder gehen!“ Wir beide grinsen uns an und wieder einmal könnte ich vor Glück einfach die ganze Welt umarmen. Erst zwei Wochen sind vergangen, als ich zu Vina nach England gezogen bin. Krass, wie schnell die Zeit vergeht, schiesst es mir durch den Kopf und ich schüttle fast unmerkbar den Kopf. Alle meine heissgeliebten Pferde haben sich super eingelebt und auch ich habe mich an das Leben hier gewöhnt. Zusammen mit Vina, Thor und Georgio geniesse ich die wundervolle Zeit und bereue es kein bisschen, dass ich hierhin gezogen bin – im Gegenteil, ich freue mich jeden Tag wie ein kleines Kind, welchem man sein grössten Wunsch erfüllt. Aber, schliesslich ist ja auch mein Traum in Erfüllung gegangen? Ein Leben auf dem Gestüt, mit einer aktiven Zucht. Das ist es, was ich mir immer gewünscht habe. Wieder seufze ich, diesmal vor Glück und wende mich wieder Vina zu. „Wollen wir mal die kreative Pferdeübergabe machen?“, grinst sie mich an und ich erwidere ihr Grinsen. Denn fünf wundervolle Isländer sollten heute in meinem Besitztum wandern – für die Pferde gibt es allerdings keinen Unterschied, ihr Leben wird wie gewohnt weitergehen, nur dass nun ich mich mehr mit ihnen beschäftigen werde, als Vina. Vina schreitet nun los zu den Stallungen und ich folge ihr, währendem ich in der Ferne den Pferden auf der Weide zuschaue.
      Bei Felix halten wir zuerst an, der hübsche Hengst beachtet uns mit hochgehobenem Kopf, als er dann aber Vina erkennt, streckt er ihr den Kopf entgegen. Zwar immer noch mit angelegten Ohren, aber immerhin. Vina lächelt ihrem Schützling zu, ich weiss, dass ihr an Felix sehr viel liegt, da er auch sehr speziell ist. Es wird eine strenge Herausforderung sein, mit Felix zu arbeiten. „Wie gesagt, ich helfe dir, falls es Probleme mit ihm geben würde“, meint nun Vina zu mir und ich nicke. Nun strecke ich ihm vorsichtig meine Hand entgegen, wie erwartet reagiert Felix nicht mit einer liebevollen Bewegung sondern legt noch mehr die Ohren an. „Na du, das wird ein harter Brocken Arbeit sein“, meine ich leise und ziehe vorsichtig, aber lächelnd, meine Hand zurück. „Ja, sein Vertrauen zu gewinnen… ist fast unmöglich“, bestätigt Vina. Danach gingen wir weiter, ehe wir zu Hyregyur kommen. Der hübsche Hengst mit der langen Mähne mustert uns neugierig, jedenfalls Vina. Mich blickt er nämlich eher misstrauisch an. „Hyregyur ist eigentlich ganz ein Lieber, doch am Anfang nicht so zutraulich“, erklärt mir Vina und ich strecke langsam und vorsichtig meine Hand aus. Zunächst dreht Hyre seinen Kopf in die andere Richtung, schielt aber zu mir hinüber. Dann schnuppert er kurz an meiner Hand und wendet sich wieder. Lachend ziehe ich meine Hand zurück und lächle Vina an. Dann kommen wir zu Milka, welche auch in meinen Besitz wandern sollte. Eine braune und sehr liebe Stute, erinnere ich mich, ehe wir bei ihr ankommen. „Na, das ist Milka. Milka, das ist Alessia, deine neue Besitzerin“, stellt Vina lachend uns vor. Milka streckt ihren Kopf neugierig über die Box und beschnüffelt meine Hand. Danach kann ich sie ruhig streicheln und Milka geniesst die Streicheleinheiten sichtlich. „Wie süss, ist ja total zutraulich“, grinse ich Vina an, welche nun nickt. Nun geht es zu Totbringer, mein absoluter Favorit unter den vielen Pferden. Eine Aegidienberger Stute, faul und verfressen und hat ihren eigenen Willen. Aber wenn sie einen guten Tag hat, kann sie auch ganz fleissig sein und allgemein ist sie eher eine Liebe. „Da sind wir ja“, reisst mich Vina aus meinen Gedanken und ich betrachtete die hübsche Tot. „Wow“, bringe ich nur hervor, ehe ich mich mit ihr bekannt mache. Sie atmet meinen Geruch ein und döst dann weiter, mit der Änderung, dass sie nun von mir gestreichelt wird. „Sie ist so toll“, strahle ich Vina an. „Schön dass sie dir so gefällt“, erwidert sie und grinst mich an. „Nun muss ich aber wieder gehen, hab noch einen Termin“, meint Vina nach kurzer Zeit und wir umarmen uns zum Abschied. „Viel Spass!“, rufe ich ihr hinterher und verwöhne Tot weiter mit Streicheleinheiten. Drei wundervolle Isländer und eine bezaubernde Aegidienberger kann ich nun mein nennen, dieser Tag ist einfach perfekt.




      by medy I 5010 Zeichen

      Ein weiterer Schritt nach vorn

      © medy I 3596 Zeichen

      Es beginnt schon zu dämmern und der Tag neigt sich zu Ende, als ich nochmals bei meinen Kleinen vorbeischaue. In dieser Woche haben wir wieder Neuzugang gekriegt, drei wundervolle Shettys, gekörte. Also wirklich ein grosser Schritt weiter, ich hab mich echt riesig gefreut, als Eddi bei uns angerufen hat und mich gefragt hat, ob ich denn die Süssen bei mir aufnehmen will. Natürlich hab ich sofort zugesagt und so sind sie vor fünf Tagen hier eingetrudelt. Noch haben wir die drei nicht ganz zu der grossen Herde gelassen, sondern einfach nur ein Bruchteil und unter Aufsicht, wir wollen ja schliesslich nicht, dass sie sich verletzten. Window versteht sich wunderbar mit den anderen Hengsten und auch Mondscheinsonate und Werina haben nur ein wenig gequietscht, als wir sie mit den anderen Stuten zusammen liessen. Soweit also alles gut. Wir selber haben uns in Tschechien mehr oder weniger eingelebt, jedoch sind wir alle noch ziemlich mitgenommen und müde. Ich hole mir einen Schemel und lasse mich darauf nieder, währendem ich meinen Lieblingen zuschaue, wie sie ihr Heu vertilgen. Schmunzelnd erinnere ich mich, als ich Pancake anschaue, wie er sich gestern so gefreut hat. Ich haben ihn auf einen Ausritt mitgenommen, als Handpferd, neben auf Punisher. Trotz des gewaltigen Grössenunterschieds war er so schnell wie das Kaltblut, wenn doch nicht schneller. Und er ermüdete auch nicht, als wir ihn Galopp übergingen. Er ist halt einfach eine richtige Sportskanone. Gähnend stehe ich dann wieder auf, streiche mir meine Haare hinters Ohr und gehe noch hie und da einige Köpfchen kraulen, dann verlasse ich die Shetlandponies. „So, dann geht’s noch zu meinen Grossen“, murmle ich vor mich hin und mache einen kurzen Abstecher zu den grossen, aber sanftmütigen Riesen. Mrs. Flauschig hat sich gut gemacht bei uns, an der Longe hat sie neulich auch ganz viel Freude gehabt, sowie Yolo. Sile prustet mich an, als ich bei ihm zu stehen komme. „Hallo mein Hübscher“, begrüsse ich ihn leise, ehe ich dann zu den anderen weitergehe. Wieder schaue ich den Grossen zu und kraule sie, geniesse einfach ihre Gegenwart. Und nochmals muss ich gähnen. „Ich bin echt müde, was“, meine ich lächelnd zu Muffin, welche mir gegenüber steht. Als ich wieder nach draussen gehe, kommt mir gerade Vina entgegen. „Heii“, begrüsst sie mich, „ich hab gerade Felix einen Besuch abgestattet. Milka übrigens ist ziemlich müde noch von vorgestern, ich glaube, das hat ihr echt gutgetan“ Grinsend nicke ich, mit Milka habe ich im Springen trainiert und dies war ziemlich anstrengend. „Ich muss glaub noch bei Enpri und den anderen vorbeischauen, nicht dass er wieder etwas kaputt gemacht hat“, meine ich lachend zu Vina und wir verabschieden uns kurz. Im Privattrakt angekommen, strecken sich sofort zwei Köpfe über die Boxentüren. Paradolia und Melo, die beiden Unzertrennlichen. „Na hallo“, grinse ich sie an und gebe ihnen ein Pferdeleckerchen. Enpri nebenan dreht mir demonstrativ den Arsch zu und legt die Ohren an. „Ich dich auch, Enpri“, lache ich leise, um ihn nicht zu provozieren. Wieder einmal nehme ich mir fest vor, dass wenn ich dann irgendeinmal bei ihm vorbeischaue, er sich nicht wegdreht, sondern mich begrüsst. Dass er dann wieder Vertrauen zu den Menschen hat. Aber bis dort ist es noch ein langer, ein sehr langer Weg. „Aber nicht unmöglich, oder was meinst du Enpri?“, frage ich den Hengst vorsichtig. Noch eine Weile stehe ich einfach da, ehe ich mich dann abwende und mich von den Pferden verabschiede. Draussen ist es nun schliesslich ganz dunkel und so mache ich mich schnell auf den Weg ins Haus.

    • Eddi
      Pflegebericht - April 2015
      Auf den Isländer gekommen

      Ein wenig sehr verwunderte mich diese Wandlung meiner selbst immer noch. Ich war nie großartig ein Fan von diesen zotteligen Ponys gewesen, die irgendwo im Meer auf einer kleinen Insel lebten. Aber dann trat Lila Wolken in mein Leben und belehrte mich eines Besseren. Anfangs war ich fest der Meinung, dass sie aber auch nicht dem typischen Isländercharakter entsprach und tat das Ganze somit schnell ab. Lila Wolken war eine Fünfgängerin, so beherrschte sie neben den Grundgangarten ebenso den Tölt und Pass und das für ihre Verhältnisse sehr gut. Ich hingegen war ein blutiger Anfänger und blieb immer lieber bei Schritt, Trab und Galopp. Von Anfang an nahm ich mir vor, dass die Stute so gesehen bilingual ausgebildet werden würde. Sie konnte ihr Talent gerne auf Gangturnieren zeigen, aber unter mir wurde klassische Dressur geritten. Für die Turniere hatte ich ein junges Mädchen gefunden, die die Chance sehr gerne ergriffen hatte, endlich wieder in einen isländischen Sattel zu steigen und zu zeigen, was sie konnte. Sie hieß Laurel und machte ihre Sache wirklich gut. Die beiden passten super zu einander und Lila Wolken blühte regelrecht auf. Heute stand für die Scheckstute aber mal wieder etwas Klassisches an und auch da war sie immer motiviert dabei, auch wenn wir uns erst einmal die Grundlagen erarbeiteten. Sie stand jetzt seit fast einem Monat in meinen Stall und hatte schon fleißig neue Schleifen gesammelt. Einmal hatte ich ein Reiterspiel für Gangpferde mit ihr bestreiten müssen, als Laurel der Grippewelle zum Fraß vorfiel und das Rückziehen der Meldung nicht mehr möglich war. Wir waren richtig schlecht gewesen, aber wir hatten trotzdem gewonnen. Dennoch war ich heute sehr glücklich, als ich den Dressursattel aus der Sattelkammer holte und auf Lilas Rücken schob. Nachdem wir mit Putzen und Satteln fertig waren, verließen wir den Stall und gingen direkt hinüber zur Halle. Momentan war ziemliches Aprilwetter und es konnte binnen einer halben Stunde viermal zwischen Regen und Sonne wechseln, klasse! Lila und ich kamen dafür heute recht weit. Wir übten fleißig an den Übergängen zwischen den Gangarten und den Handwechseln. Manchmal fiel es Lila schwer, sich sicher zu sein, welche Gangart ich jetzt von ihr wollte, aber für Tölt und Pass bekam sie andere Hilfen, welche Laurel mit ihr erarbeitete und wir arbeiteten mit den normalen. So kamen wir recht fix vorwärts und waren nach der Stunde beide fix und fertig. Ich war gerade dabei, Lila die Abschwitzdecke überzuwerfen und die rauskommende Sonne für eine Trockenrunde um den Hof zu nutzen, als mein Handy klingelte. Eine gute Freundin war dran und informierte mich wahrscheinlich über den momentan größten Skandal im Lande. Viele Pferde hatte der Tierschutzverein bei allerhand Höfen eingesackt und nun hatten diese über hundert neue Pferde. Ich erahnte bereits, dass es sicherlich auch Bekannte von mir getroffen hatte und so ritt ich Lila schnell ab, versorgte sie und huschte dann ins Büro an den PC. Die Seite mit den Steckbriefen erstreckte sich über halbe Ewigkeiten, doch ich scrollte sie geduldig herunter und schrieb mir parallel dazu allerhand Pferdenamen und Besitzer auf. Am Ende war meine Liste recht lang. Ich wollte zum einen einige Vorbesitzer darüber informieren, wo sich ihr Pferd befand, als auch das ein oder andere selber retten. Meine erste Anlaufstelle war deshalb Jani. Auf ihrem Gestüt lief es momentan nicht so gut, aber dennoch erklärte sie sich bereit, mir zu helfen. Fünf Pferde wollte ich gemeinsam mit ihr retten. Mit der Liste fuhren wir los und kamen mit einem vollen Trailer zurück. Die Auflagen des Tierschutzvereins waren klar: Die Pferde würden einen Monat bei der Züchterin bleiben müssen, ehe sie den Besitzer wechseln dürften, also an mich gingen. „Tut mir leid, dass du sie jetzt so lange an der Backe hast“, meinte ich entschuldigend, doch Jani winkte nur lachend ab und wir luden die Ponys aus. Zu meiner Überraschung hatte ich unbedingt Milka Luflee und Hýreygur (dessen Name mir ein Rätsel war) retten wollen. Nicht nur weil sie gekört waren, sondern tatsächlich, weil es Isländer waren! „Nicht gut!“, meinte ich kopfschüttelnd, denn eine neue Rasse hatte mein Herz erobert und das in Windeseile. Aber die beiden waren so hübsch und liebenswürdig! Selbst jetzt in ihrem Zustand konnte man sie nur toll finden. Milka war eine recht schlichte braune Stute, hatte aber dichtes Langhaar und einen wirklich lieben Blick und Hýreygur war einfach ein farblicher Hingucker. Ein Silver Dapple mit Sabino sah man selbst bei Isländern nicht oft und dann seine lange Mähne! Gut, die würden wir leider kürzen müssen, dann sie war sehr stark verfilzt, aber ich war mir sicher, dass sie genauso wieder nachwachsen würde. Erst einmal brachten wir die beiden auf einzelne Paddocks und luden dann noch die anderen drei Kandidaten aus. Es waren drei Shettys, erst vor einem knappen Jahr schon einmal von mir und Jani gerettet und dann an eine Zucht gegeben. Leider hatte die Zucht nicht so geklappt wie es sollte und so standen die drei nun wieder vor uns, aber hier würden sie auch für den Rest ihrer Tage bleiben. Es handelte sich um die Shettys Window, Mondscheinsonate und Werina. Ich war froh, dass ich mitbekommen hatte, wo die drei gelandet waren, sonst hätte es noch böser enden können. Auch die drei luden wir aus und brachten sie in ihre Boxen und dann machte ich mich an die Arbeit: Jedes Pferd wurde ordentlich geputzt, vom Winterfell und Filz befreit. Bei einigen musste ich den Behang als auch Mähne und Schweif kürzen, da es so verknotet war, dass es nicht anders ging, aber dann sahen die fünf wieder richtig ansehnlich aus. Sie bekamen alle einen Arm voll Heu und durften erst einmal ihre neuen Boxen erkunden.
    • Eddi
      Pflegebericht - Juli 2015

      Wer hätte gedacht, dass die Idee der Ausritte so gut fruchten würde? Momentan waren wir natürlich noch in der Aufbauphase und die Menschen sprachen eher uns an als andersrum, aber meiner Meinung nach schien das doch eine ganz gute Idee zu sein. Kat würde sich sicherlich gerne um alle notwendigen Dinge kümmern.
      Auch dieser Morgen begann mit einem Ritt. Da Ethan allerdings in der Stadt unterwegs war (und um dort hin beziehungsweise zurück zu kommen, brauchte es ein Weilchen), musste Kat den Ritt mit mir zusammen begleiten. Dementsprechend setzte ich sie auf meine ruhigste Stute: Apaches Tomahawk.
      Ich selber machte mir Freeway fertig. Die Tinkerstute war ich schon eine ganze Weile nicht mehr selbst geritten, also wurde es mal wieder Zeit. Heute hatten wir auch nur vier Mitreiter. Es war eine Familie mit zwei älteren Kindern. Die Mutter setzte ich auf Caribic Sue, der Vater bekam Ice Coffee und für die Kids hatte ich Deep Silent Complete und Come Whatever May ausgesucht.
      Der Ausritt verlief ohne Probleme und eigentlich sogar richtig schön, wir machten ein kleineres Picknick und genossen die frühen Morgenstunden. Für besonderen Spaß sorgte Little Chocolate Chip. Mein kleines Falabella hatte ich mitgenommen und die Fuchsstute lief auch brav und frei neben uns her und schien den Ausritt auch zu genießen.
      Nachdem alle wieder heile zu Hause waren, ging es ans Versorgen und dann ans Füttern und Abmisten. Wie immer brauchten wir dafür eine ganze Weile und waren auch dankbar, als Ethan endlich mal wieder eintraf. Dann waren wir auch etwas schneller fertig.
      So konnte ich Khiara El Assuad mal wieder ordentlich longieren. Ihr letztes Fohlen war noch gar nicht so lange her und ehrlich? Das sah man ihr an. Die Vollblutstute war immer noch etwas kugelig, aber langsam wurde es besser.
      Da Kat sich mit einbringen wollte, übertrug ich ihr Chou und Fariyah Amazir. Die beiden Stuten sollten nur geputzt werden und das würde auch schon reichen. Auf der Weide stattete ich kurz Naimibia einen Besuch ab. Sie hatte heute frei, genauso wie Acacia, aber dennoch wollte ich bei den beiden nach dem Rechten sehen, ehe ich Walking In The Air zu mir holte und mit der Warmblutstute einen kleinen Ausritt machte.
      Der hatte vor allem den Zweck, die Zäune zu kontrollieren und dafür gingen gut und gerne zwei Stunden drauf, denn unser Land war nicht sonderlich klein. Danach waren sowohl Wita als auch ich verschwitzt und gönnten uns erst einmal eine Abkühlung im Fluss, ehe es nach Hause ging.
      Ein kurzer Blick auf die Liste verriet mir, dass zum Glück nur noch vier Stuten anstanden. Sika und Milka Luflee putzte ich beide gründlich. Sika longierte ich und Milka Luflee ritt ich heute sogar noch, ein wenig Abwechslung tat der Isländerstute gut.
      Die letzten waren Werina und Mondscheinsonate. Spontan setzte ich meine Idee mit der kleinen Kutsche um, zu zweit sollten die beiden das eigentlich locker schaffen, also putzen und anschirren. Klappte auch alles wunderbar und tatsächlich konnten wir eine kleine Runde über den Hof drehen! Für mehr war es aber auch zu warm und allmählich neigte sich der Tag auch dem Ende und außerdem hatte Kat heute gekocht, also würde es endlich mal wieder etwas Ordentliches geben!
    • Eddi
      Pflegebericht - August 2015

      Grübelnd saß ich gemeinsam mit Kat und Ethan am Frühstückstisch. Ich wusste gar nicht so recht wie ich beginnen sollte, aber vielleicht fing ich einfach an, das wäre wohl das einfachste. „Leute? Ich muss euch was sagen“, meinte ich und zog die Stirn ein wenig kraus. Ethan und Kat sahen mich neugierig an, sie schienen mit nichts Besonderem zu rechnen, maximal mit einem neuen Pferd, aber sonst. „Es ist nicht das was ihr denkt“, sagte ich genervt und haute es dann einfach raus: „Ich ziehe weg. Die Ranch steht schon zum Verkauf.“
      Tja, da waren meine beiden Mitbewohner erst einmal baff, aber es ging nicht anders. Ich hatte die Pause in Wyoming wirklich genossen, aber es war langsam Schluss damit. Ich sehnte mich wieder nach einem richtigen Gestüt und nach Mitarbeitern und genau das wollte ich umsetzen. Kat und Ethan schwiegen, sie schienen nicht so recht zu wissen, was sie sagen sollten. Auch sie hatten diese Pause genutzt, um aus ihrem alten Stress heraus zu kommen, aber beide waren eher Stadtmenschen und nicht für das Land geschaffen und das hatten sie auch schon oft zugegeben.
      Wir frühstückten relativ schweigend zu Ende und dann machte ich mich auch schon auf den Weg nach draußen, die Pferde mussten immerhin versorgt werden. „Ich übernehme die Hengste!“, erklärte sich Ethan bereit und stand mit auf. Schweigend warf ich vier Heubündel auf die Schubkarre und machte mich auf den Weg in Richtung Stutenweide. Die Heunetze wurden alle frisch aufgefüllt und der Rest kam in die Raufen. Dann mistete ich die Unterstände und machte mich auf den Weg zu den Fohlen.
      Im Stall traf ich wieder auf Ethan, der nun auch fertig war. Gemeinsam brachten wir die neueren Pferde auf die kleineren Weiden und misteten deren Boxen aus. Neu waren Fandango und Scheherazade, welche immer noch getrennt von den anderen standen, das war mir doch lieber. Doch schon bald sollten dann auch sie umgesiedelt werden, aber ein wenig Zeit hatten wir ja noch. Da nun die grundlegende Arbeit fertig war, konnte ich mit dem Training beginnen. Dabei standen an vorderster Spitze unsere momentanen Körungskandidaten und davon hatten wir mehr als genug.
      Dementsprechend holte ich Classic Gold und CH’s Sun is Shining von der Weide. Zweitere packte ich erst einmal auf den Paddock und erstere wurde geputzt und zum Longieren fertig gemacht. Den Probedurchlauf für die Krönung hatten Classic Gold und ich schon hinter uns, nun wurde es langsam ernst und ich hoffte, dass das bald mal von Statten gehen würde. Hier in Wyoming hatten sie es nicht so mit regelmäßigen Krönungen, die waren manchmal Monate lang offen.
      Classic Gold longierte ich heute nur locker vorwärts-abwärts. Sie sollte fit bleiben, aber gestern waren wir auf einem Turnier gewesen, deshalb machten wir heute nur muskelkater-vorbeugendes Training. Sunny musste stattdessen mehr dran glauben. Die Araberstute sattelte ich mir und ging mit ihr für ein Stündchen auf den Reitplatz, um die kommenden Aufgaben durchzureiten und unsere Fehler noch auszubessern.
      Danach waren Ice Coffee und Cual Maniaca an der Reihe. Ich schnappte mir Kat für einen kleinen Ausritt und setzte die Anfängerin auf die brave Westernstute. Manni wäre nichts für sie gewesen, sie war viel zu zickig dafür. Der Ausritt verlief aber ganz entspannt, auch wenn Kat nur grummelnde Töne von sich gab. Wieder auf der Ranch traf ich auf Laurel, welche die Reitbeteiligung von Lila Wolken und Hákur war, dementsprechend waren die beiden Isländer heute versorgt.
      „Wenn du fertig bist, können wir auch noch einen Ausritt mit Milka Luflee und Hyreygur machen!“, bot ich ihr an und Laurel schien sich nach einem anstrengenden Schultag sichtlich auf diese Abwechslung zu freuen. In der Zwischenzeit bewegte ich Allelujah und Feuervogel, meine beiden hübschen Palominos. Mit beiden Junghengsten hatte ich genug zu tun und war danach eigentlich auch echt k.o., aber der Tag war noch nicht einmal zur Hälfte rum! Auf mich wartete nun noch ein Dressurtraining mit Dr. Insektor und ein Geländeritt mit Hollybrook’s Zarin. Ethan wollte uns auf Schneeleopard begleiten und das Training beobachten, außerdem wollte ich ungern alleine im Gelände springen, wenn doch einmal etwas passierte, hatte ich keine Hilfe vor Ort.
      Ethan versorgte danach beide Hengste, damit ich in der Zeit erst Animby und dann Absinth longieren konnte. So viele Pferde alleine zu bewegen machte definitiv keinen Spaß. Umso dankbarer war ich dann, als die ersten Pferdemädchen eintrafen. Ich hatte zwei feste Gruppen je fünf Mädchen erstellt, welche zweimal die Woche kamen und Reitunterricht bekamen. Sie hatten auch jeder ein eigenes Pflegepferd und so standen einige Minuten später fünf Stuten am Putzplatz und wurden vorbildlich versorgt.
      Dabei handelte es sich um Apache’s Tomahawk, Caribic Sue, Freeway, Walking in the Air und das Kürbisvieh. Die Mädchen liebten ihre Pferde und gingen immer sehr umsichtig mit ihnen um. Dementsprechend verlief auch die heutige Stunde wieder sehr entspannt und lehrreich. Am Ende standen alle Pferde wieder zufrieden auf den Weiden und die erste Gruppe zog ab. Aber die zweite stand schon in den Startlöchern.
      Da diese aber jünger war, holte ich die Pferde selbst von der Weide. Aus dem Grund fing ich mir Naimibia, Herbsttraum, Occani, Deep Silent Complete und Come Whatever May ein und nahm sie mit zum Putzplatz. Dort wurden sie direkt umzingelt und liebevoll versorgt. Für die zweite Gruppe stand heute ein Spazierritt an und deshalb nahm ich die kleine Little Chocolate Chip als Handpferd für mich mit, während ich mir Chou fertig gemacht hatte.
      Nach dem Ausritt ging es wie immer noch einmal zu den Shetlandponys und diese wurden dann mit Streicheleinheiten und Leckerlis umsorgt. Werina und Mondscheinsonate liebten das besonders, aber auch Window holte sich gerne das ein oder andere Leckerli ab. Hoppla stand mit bei dem kleinen Shetty und bekam dementsprechend auch Streicheleinheiten.
      Danach war auch die zweite Gruppe weg und nun war es bereits später Nachmittag. Ich gönnte mir eine Pause, bei welcher ich bei Khiara El Assuad und Quintesse of Xaras vorbeischaute. Die beiden standen grasend am Koppelzaun und ließen sich gerne ein wenig kraulen. Dann ging es für mich auch schon in den Endspurt. Sika, Cover the Sun, Morning Sun und Raunchy’s Limited wollten noch bewegt werden, außerdem musste ich auch noch bei Joyce vorbeischauen. Danach war ich für heute fertig, die Pferde bekamen noch ihr Abendheu und dann ging es unter die Dusche und zum Abendbrot.
      Am nächsten Tag saßen wir erneut schweigend am Frühstückstisch, bis Kat damit rausplatzte, dass sie eh wieder zurück nach New York kehren wollte und Ethan sich auch dafür entschieden hatte. „Das ist gut. Ich habe nämlich auch schon Interessenten für die Ranch“, meinte ich lächelnd und schaute in zwei entsetzte Gesichter, damit hatten sie anscheinend nicht gerechnet. Tja, so war das Leben.
      Der Tag begann wie jeder andere mit Füttern und Abmisten und dann ging es los mit dem Training. Heute widmete ich das vor allem den Hengsten und Fohlen. Zu allererst waren Leitz und Vertigo an der Reihe. Beide ließ ich freispringen. Danach ging es direkt im fliegenden Wechsel weiter, denn Sikari musste noch longiert werden und mit Rosewell arbeitete ich weiter am Fohlen ABC, das saß nämlich noch nicht so richtig. Piccolo’s Blaze, Niyo und Caillou hatten momentan frei, deshalb hatte ich genug Zeit, mich um unsere Nachzuchten zu kümmern. Korah schmuste ich nur, aber mit Panta Rhei und Amadahy ging es schon in Richtung Bodenarbeit.
      Danach war Talya an der Reihe, die junge Stute machte sich momentan wunderbar, allerdings war sie noch längst nicht an der Reihe. Erst einmal würde Amazed Marlin an einer Krönung teilnehmen und hoffentlich so in die Fußstapfen von They call her Fiorina und Donatella treten. Ebenso war Elliot erst kürzlich gekört wurden und nun der neuste Zuchthengst im Stall. Calimero II musste stattdessen erst einmal lernen, dass man während des Putzens still stand, da hatte er viel mit Frozen Bubble und Nabiri gemein, denn alle drei Fohlen waren die Unruhe in Person.
      Deshalb brauchte ich dann erst einmal eine Fohlenpause und holte mir Pajero und Heartbreaker für einen Ausritt. Heartbreaker ging als Handpferd mit und wir genossen den Ausritt wirklich, er war mal wieder richtig schön entspannt. „Ausritt mit den Westernpferden?“, fragte ich Kat und Ethan und natürlich sagten diese nicht nein. Also machten wir uns gemeinsam mit Dissident Aggressor, Call me a Twist und Morrigan auf den Weg. Die Weidezäune kontrollierten wir nebenbei auch direkt und schlichteten einen heftigen Streit zwischen Golden Ebano und Pawaneeh. Die beiden Vollbluthengste konnten sich noch nie wirklich leiden und zankten sich selbst über den Zaun hinweg an.
      Wieder da stattete ich kurz Aristo und Thorondor einen Besuch ab. Die beiden hatten heute frei, genauso wie Bandit und die drei schienen damit sichtlich glücklich zu sein. Im Gegensatz zu Hugo Boss, der nämlich mit mir in die Springstunde musste, genauso wie Carachillo und Varulv. Denn drei der gestrigen Reitmädels waren schon etwas fortgeschrittener und sprangen für ihr Leben gerne.
      Nach dieser Stunde wurden die Hengste abgesattelt und abgewaschen. Der Tag neigte sich bereits dem Ende zu, dabei musste ich noch Albertino longieren, mit Altyn ins Gelände und mit meinem geliebten He’s called Trüffel wollte ich noch ein wenig Bodenarbeit machen. Denn der junge Hengst stand seit neusten mit bei den großen und wurde allmählich zum Reitpony ausgebildet. Also theoretisch war er schon eingeritten, aber manchmal war er noch etwas schreckhaft und die Kommandos saßen noch nicht, aber genau das wollte ich heute ein wenig erarbeiten, damit dann das Training unter dem Sattel einfacher von der Hand gehen würde. So wie ich Trüffel kannte, würde er sowieso einwandfrei mitmachen und wir würden auch heute wieder große Fortschritte erzielen. Ich erahnte bereits, dass ich das kaum schaffen würde, aber ich gab mir Mühe und siehe da! Am Ende des Tages waren alle Pferde versorgt.
    • Eddi
      Pflegebericht - Dezember 2015
      Weihnachten!

      Pünktlich sieben Uhr morgens trällerte mein Wecker „Shake up the happiness, wake up the happiness…“ und versetzte mich zurück in das Gefühl der letzten Tage. Vor kurzem waren wir umgezogen und hatten es Anfang Dezember dann endlich geschafft, dass alle Pferde auf das neue Gestüt zogen und nun stand mir ein Neubeginn vor. Nochmal von vorne, aber es fühlte sich richtig und gut an.
      Seit Tagen verbrachten nun ich und die Pfleger vor allem auch Zeit damit, alles weihnachtlich zu schmücken, denn am 23. Dezember würden wir unsere Weihnachtsfeier haben und bis da waren es nun nur noch knapp vierundzwanzig Stunden, in denen allerhand geschafft werden musste. Die Pferde hatten zwischenzeitlich ein wenig Pause gehabt, denn ich hatte mich erst einmal ordnen müssen.
      Da das Gestüt aber über genügend Weiden verfügte, verbrachten sie ihre freie Zeit eben dort. Da der Winter momentan auch gar kein Winter war, konnten sie auch ungestört über die fast schon zu grünen Wiesen toben und ich musste ein wenig aufpassen, dass sie mir nichts zerstörten, aber so lange es trocken blieb, war alles gut. Tatsächlich war es dieses Jahr wirklich kein Winter. Stattdessen hatten wir täglich um die 15 Grad und Sonnenschein, es war eher wie Frühling.
      Dementsprechend fiel es alle Beteiligten schwer, sich wirklich in ein Winterfeeling zu versetzen, aber es blieb uns ja nichts anderes übrig, wenn in zwei Tagen Weihnachten sein würde. An sich hatte ich an dem Tag meinem ganzen Personal frei geben wollen, aber sie wollten zumindest bis Mittag noch ihren Dienst verrichten und mich bei der großen Anzahl an Pferden unterstützen. Dafür dankte ich ihnen sehr und am morgigen Abend würde jeder noch eine kleine Überraschung von mir erhalten.
      Doch nun musste ich mich erst einmal aus dem Bett schälen und mich allmählich fertig machen, denn die Pferde warteten schon auf ihr Frühstück und dann wollten sie auch schon hinaus auf die Weide. Bisher hatte ich nicht viel Personal, weshalb ich selbst noch kräftig mit anpackte. Jeder hatte eine bestimmte Aufgabe verteilt bekommen, weshalb sie Pferde schon gefüttert waren, als ich angezogen und gefrühstückt in den Stall trat. Stattdessen ging es nun auf die Weide. Immer mit zwei Pferden verließ ich den Stall und brachte sie auf ihre bestimmte Weide. Um dem Personal einen Leitfaden zu geben, hing zum einen im Stall ein großer Plan und zum anderen stand sowohl an den Boxen als auch an den Weiden, wer wo hingehörte. So konnte ich mir sicher sein, dass alle Pferde dorthin kamen, wo hin sie sollten.
      Die Fohlen waren heute wieder besonders aufgeregt, für sie konnte es nie schnell genug nach draußen gehen. Besonders Hidden Flyer und Exciting Force waren immer sehr stürmisch. Die beiden Vollblutfohlen waren noch nicht sonderlich lange in meinem Besitz, weshalb ich sie bisher nur schwer einschätzen konnte, aber ich gab mir Mühe und so langsam kam ich dahinter. Zumindest rissen sie sich inzwischen nicht mehr samt Halfter und Strick los, sondern warteten, bis ich diese entfernt hatten.
      Heute sollte ein normaler Alltag anstehen, trotz der Tatsache, dass der 22. Dezember war, hatten wir noch genügend Anmeldungen für unsere heutigen Reitstunden. Eine würde ich halten, die andere würde auf das Konto einer mobilen Reitlehrerin gehen. Doch vorher wollte ich das sonnige Wetter für einen Ausritt nutzen. Leider fand sich spontan kein Mitreiter, weshalb ich entschied, mich selbst auf Deep Silent Complete zu schwingen und Come Whatever May als Handpferd zu nehmen.
      Die beiden Warmblutstuten kannten sich schon lange und kamen sehr gut miteinander aus, es würde also ein ruhiger und entspannter Ausritt werden, so etwas hatte mir gefehlt! Danach konnte ich dann guten Gewissens in den Tag starten. Tatsächlich waren wir auch nur eineinhalb Stunden unterwegs und nachdem beide Stuten gut versorgt wieder auf der Weide standen, erwarteten mich schon die Reitstunden.
      Die erste Reitstunde hatte etwas eher begonnen, da die Reitlehrerin heute Nachmittag noch woanders hin musste. In ihr liefen nur Herbsttraum und Hugo Boss. Beide unter sehr erfahrenen und talentierten Nachwuchsreitern, welche eine wirklich gute Figur auf den Ponys machten und den Unterricht der Reitlehrerin befürwortete ich auch sehr. Meine Reitstunde würde für fünf Reiter sein, es war ausnahmsweise Abteilungsreiten, was ich ungern machte, aber es konnte auch Spaß machen.
      Ich muss ehrlich sein, die Lewitzer setzte ich an liebsten in den Reitstunden ein. Immerhin züchtete ich sie als talentierte Sportponys für Kinder und Jugendliche. Dementsprechend besaßen sie auch einen ruhigen und rücksichtsvollen Charakter, waren aber denn wirklich talentiert. Das war auch der Grund, weshalb ich für meine Reitstunde Donatella, Elliot, They call her Fiorina, Talya und Carachillo ausgesucht hatte. Schnell waren die Pferde verteilt und die Reiter damit beschäftigt, sie vorzubereiten, denn das musste man bei uns noch alleine machen. Sie hatten dafür gut eine halbe Stunde, je nachdem ob sie eher oder später kamen. Pünktlich um zwölf startete dann meine Reitstunde. Ich ließ sie die Pferde erst einmal aufwärmen und gab den ein oder anderen schon ein paar Tipps. Wir wechselten immer zwischen Abteilungsreiten und freiem Reiten, bei zweiteren nahm ich sie mir auch gerne mal einzeln auf dem Zirkel vor. Es lief wirklich gut, auch wenn ich das Gefühl hatte, danach schon heiser zu sein, aber was tat man nicht für die Jugend!
      Auch das Versorgen der Pferde beobachtete ich aufmerksam und war erst zufrieden, als es sowohl den Pferden als auch der Ausrüstung wirklich gut ging. Einer meiner Reiter schien gerade im Stress zu sein, denn ich fing ihm auf den Hof ab, wo er im fliegenden Wechsel von einem Pferd aufs andere sprang. Gerade kam er mit Scheherazade vom Distanztraining zurück und war nun schon auf halben Weg, um mit Cual Maniaca die nächste Runde anzutreten. Deshalb nahm ich ihm ein wenig Arbeit ab und führte meine braune Araberstute trocken, ehe ich sie noch abbürstete und dann auf die Weide brachte. Scheherazade barg sehr viel Potenzial, doch bisher hatte es sich noch nicht wirklich entfaltet. Leider.
      Da der morgige Tag gefüllt sein würde mit dem Programm unseres Weihnachtsfestes, hatte ich spontan eine Longenstunde doch noch auf heute geschoben. Das Pferd dafür war Kürbis, sie war ideal für die kleine Sechsjährige, welche uns hoffentlich öfters besuchen würde. Gemeinsam machten wir das Pferd fertig. Das Mädchen war sehr wissbegierig und scheute sich auch nicht, direkt nachzufragen. Heute machten wir an der Longe nur leichte Übungen, um ihre Balance und Konzentration zu stärken. Abschließend durfte sie noch ein paar Runden traben, ehe ich sie noch eine Runde um den Hof führte und dann war auch schon Schluss. Ohne Protest ging das zwar auch nicht, aber kommende Woche würde sie ja schon wieder da sein.
      Das Reitschulgeschäft konnte ganz lukrativ sein und ohne würde ich kurz über lang nicht auskommen, wiederum war mir aber das Wohl meiner Pferde wichtig und so basierte mein Prinzip darauf, dass auf jede Reitstunde mindestens zwei Korrekturstunden kamen und ein Pferd nie wirklich öfters als ein bis zweimal in der Woche lief. So dringend nötig hatten wir das Geld dann auch wieder nicht.
      Für den heutigen Nachmittag stand aber noch allerhand an. Ich wollte zumindest auch ein wenig mit helfen und es gab das ein oder andere Pferd, was wirklich nur ich ritt. Das war aus Prinzip Pajero. Den Schecken hatte ich schon, seitdem er ein Fohlen war, weshalb wir eine enge Bindung zueinander hatten. Für heute hatte ich mal wieder ein wenig Geländetraining eingeplant, das liebte er ja abgöttisch und besonders talentiert war er auch.
      Nach Pajero wartete schon mein zweiter Liebling: Thorondor. Jahrelang war ich seine Reitbeteiligung gewesen, dann war er in meinen Besitz gewandert und nun stand der wunderschöne Rappe bei mir im Stall und ging meinem Personal auf den Keks, denn er hatte einen sehr speziellen Charakter. Doch die Freiarbeit machte mit ihm tierisch Spaß und jeder bewunderte den Ausdruck und die Motivation des Pferdes, während wir über den Reitplatz tobten, es war wie immer sehr erleichternd.
      Für den heutigen Tag stand noch ein Springtraining mit Classic Gold an und eine Kutschfahrt mit Little Chocolate Chip. Danach telefonierte ich noch mit Occulta, welche momentan Naimibia als Leihstute für ein Fohlen besaß, schon bald würde meine hübsche Stute zurückkehren, da Occulta gerade dabei war, das Fohlen abzusetzen. Es war ein Traum von Reitpony geworden und wurde schon jetzt (zurecht) bewundert.

      Am kommenden Tag stand die Weihnachtsfeier an. Da diese pünktlich 13 Uhr beginnen sollte hieß es, den restlichen Kram schon vorher fertig zu machen und das war allerhand. Zum einen ritt ich vorher noch Allelujah, denn der hatte sich inzwischen seinen Ruf bei meinen Reitern gemacht und wurde tunlichst gemieden, weshalb ich die einzige war, die ihn vor allem gerne ritt. Danach longierte ich noch meinen Zwerg Hoppla, damit der kleine Kerl über den Winter weg nicht zu kräftig wurde und als letztes ließ ich noch einmal allen Stress von mir abfallen, während ich mit Albertino eine gemütliche Runde ins Gelände ging.
      Und dann ging schon unser Programm los! Beginnen tat das Ganze mit einem Führzügelwettbewerb. Endlich hatten wir eine Beschäftigung für unsere Zwerge gefunden. Werina und Mondscheinsonate liefen auch öfters als Gespann vor der Kutsche, aber Window blieb da immer ein wenig alleine im Nichtstun. Führzügelwettbewerbe und das Training mit den Zwergen machte ihm hingegen riesigen Spaß und unsere kleine Flauschkugel nahm tatsächlich ein wenig ab!
      Occani und Heartbreaker brauchten ein wenig mehr Beschäftigung. Zwar waren beide super kinderlieb und sehr geduldig, aber man sah ihnen doch an, dass es ihnen wesentlich mehr Spaß machte, gefordert zu werden. Sei es nun in der Dressur, im Springen oder im Gelände. Die beiden Welshs waren einfach für alles zu haben.
      Aus diesem Grunde hatten wir angeboten, die ein oder anderen kleinen Reiterinnen darauf vorzubereiten und alle waren wie verrückt gewesen. Es gab natürlich Schleifchen zu gewinnen und für jeden einen Nikolausstiefel mit Leckereien, so dass niemand leer ausging. Das Publikum hatte auch sichtlich Spaß! Danach sollten die Großen zeigen, was sie konnten, denn nun kam eine Hengstquadrille!
      „Bei der Auswahl der Pferde für die Hengstquadrille hatte ich lange mit mir gehapert, denn diese Pferde repräsentierten das Gestüt und sollten auch potenzielle Züchter anlocken. Also hatte ich versucht, so viel wie möglich mit einzubringen: Pawaneeh als Vertreter unserer Vollblüter, Cover the Sun lief als Sportpferd mit, Aristo zeigte die barocke Seite des Gestüts und zu guter hatte ich mich noch für Dissident Aggressor entschieden.
      Ich hatte alles dabei haben wollen und es war mir gelungen! Ich selbst saß auf Dissident Aggressor und jedes Pferd zeigte eine besondere Lektion, so dass Dissi und ich einen Spin zeigten, Aristo die Piaffe, Cover the Sun eine Pirouette und Pawaneeh überzeugte mit seinen Seitengängen. Der Applaus sprach auf jeden Fall für sich!
      Da ich wusste, wie beliebt es bei kleinen Kindern war, boten wir eine Art Ponyreiten an. Es waren immer größere Spaziergänge in das umliegende Gelände, circa eine Viertelstunde, bei welcher die Kinder geführt wurden. Dafür hatte ich Milka Luflee, Hyreygur, Varulv und Cheveyo ausgewählt, allesamt waren Hingucker aber totenbrav und das war das Wichtigste.
      Die Weihnachtsfeier war toll und alle hatten viel Spaß. Gegen 18 Uhr verließen allmählich alle das Gestüt und mit meinen engsten Leuten machte ich noch einen nächtlichen Ausritt bei Vollmond. Gut, nächtlich war übertrieben, aber 19 Uhr war es eben schon stockduster. Wir waren zu viert unterwegs und ritten unsere ruhigen Westernstuten: Kisshimbye, Like Honey and Milk, Ice Coffee und Apache’s Tomahawk. Schöner konnte man es nicht haben. Der Abend endete mit einer Weihnachtsfeier mit einem reichen Büffet und einer Dankesrede samt Geschenken für alle. Dann rückte auch der 24. Schon näher und ich würde allerhand zu tun haben.

      Wirklich viel Zeit hatte ich nicht, ich wollte alles schaffen, aber auch pünktlich 18 Uhr zu Hause sein, das hieß, dass spätestens halb fünf alles geschafft sein musste. Aus diesem Grund stand ich heute wesentlich eher auf, um nach der Fütterung direkt Khiara El Assuad, Golden Ebano und CH’S Sun is Shining in die Führmaschine zu packen.
      Während die drei beschäftigt waren, longierte ich meinen Junghengst Altyn, welcher sich momentan mehr als gut machte und mit dem ich wirklich zufrieden war. Dann widmete ich meine Aufmerksamkeit meinem Neuzugang Cola, welcher immer noch ein wenig in sich gekehrt war, was ich versuchte, mit Bodenarbeit aufzulockern. Wir machten Fortschritte, allerdings eben nur kleine. Da ich heute noch meinen Pferden etwas Gutes tun wollte, ritt ich noch Feuervogel und Morning Sun. Ich wusste, dass die beiden Reitponys sonst vor Langeweile vergingen.
      Da ich noch ein wenig Hilfe von meinem Personal am Morgen hatte, waren auch Lila Wolken, Possy Pleasure Mainstream und Sika bereits bewegt. Für Autumn Leave in the Sky und Dr. Insektor hatte sich auch noch jemand gefunden und so hatte ich doch schon fast meine Liste geschafft. Es war bereits früher Nachmittag, als ich noch zu einem Ausritt mit Flintstone und Schneeleopard aufbrach.
      Danach machte ich alles für den Abend bereit, denn die Pferde bekamen jeweils eine Extraportion Möhren, weil Weihnachten war. Dann ging ich zu meiner Kontrollrunde in den Fohlenstall. Amadahy, Frozen Bubble, Korah, Nabiri, Panta Rhei und Roswell vertraten stolz meine Lewitzerzucht. Es waren allesamt herrliche Nachkommen, auf welche ich mehr als stolz sein konnte.
      Auch über meine Welshponys konnte ich mich nicht beklagen. Acariya wurde von Tag zu Tag schöner, Sacre Fleur langsam immer selbstbewusster und zu Herbstmond brauchte ich nichts sagen, die wurde eh von alles und jedem geliebt und das zurecht! Shawnée und Siberia waren ja damals mehr Zufall gewesen, dennoch wollte ich die beiden Welsh Ds nicht mehr missen und auch heute bekamen sie wieder ihre Portion Knuddeln.
      Vor den Boxen von CH’s Destiny Horror und Hollybrook’s Fairy Bluebird blieb ich etwas länger stehen. Beide waren nun langsam bereit für den nächsten Schritt in ihr Dasein als Reitpferd, nur ich zögerte noch ein wenig, ich wollte ihnen so viel Zeit wie möglich geben. Das Gleiche galt für Tiny Girl, doch mein AMH unterschätzte ich zu gerne und wenn ich das tat, zeigte sie es mir auch deutlich.
      Der Tag neigte sich dem Ende und halb fünf standen alle Pferde in frisch gemachten Boxen, mit ihrer Ladung Heu für die Nacht. So konnte ich guten Gewissens duschen und mich umziehen, um dann pünktlich auf den Familienfest zu erscheinen.

      Von meiner Familie konnte kaum einer nachvollziehen, dass ich meine Feiertage mit den Pferden verbrachte, statt mit der Familie, obwohl ich zu jeder Feier trotzdem pünktlich kam, dennoch standen die Vierbeiner an erster Stelle. Diesen Morgen arbeitete ich ein wenig mit den Junghengst Abendprinz und Cruel Twist of Fate. Danach war HGT’s Unitato an der Reihe und dann noch Outlaw Torn. Die Jungpferde brauchten allerhand Beschäftigung, doch ich kam momentan kaum hinterher.
      Deshalb hatte Prazzy’s Goldbell allerhand Flausen im Kopf, genauso wie Paddington und gemeinsam machten sie nur Unsinn! War ich da immer froh über Caruso, der sich nichts anmerken ließ und ein Engel war. Am Ende meines Fohlenrundgangs betüddelte ich noch ein wenig Mon petit écrou, ehe ich mich an die richtige Arbeit machte.
      Vertigo, Caillou und Piccolos Blaze mussten geritten werden. Calimero II sollte noch longiert werden und dann wollte ich zumindest noch mit Joyce oder Sika eine Runde ins Gelände, für die Jungstuten war diese Erfahrung mehr als wichtig. Die restlichen würde ich auf die kommenden Feiertage schieben müssen, denn heute Nachmittag stand bereits die nächste Familienbevölkerung statt.
      Während dieser plante ich aber nur die kommenden Tage. Am morgigen Tag sah ich mich früh mit Amazed Marlin ausreiten, ehe ich gemeinsam mit Hákur neue Lektionen in Angriff nahm. Dann würde ich HGT’s End of Day longieren und an seinen Rückenmuskeln arbeiten, ehe ich etwas bodenarbeitstechnisches mit Fandango machen wollte.
      Am 27. Dezember ging es dann gemeinsam mit drei Freundinnen ins Gelände. Ich selbst ritt Quintesse, während ich den Rest auf Caribic Sue, Freeway und Walking in the Air verfrachtet hatte und dann stand tatsächlich schon fast 2016 vor der Tür! Ich würde Zarin und Golden Ebano ihre homöopathischen Tropfen am 31. Geben müssen, damit sie nicht vollkommen explodierten, wenn dann überall das Feuerwerk losging.
      Zum Glück bestand mein Stall größtenteils aus Pferden, denen das egal war .Call me a Twist und Bandit war das schnuppe, die würde auch neben einem Feuerwerk herlaufen. Morrigan war da nicht viel anders, nur He’s called Trüffel konnte ich da nicht so gut einschätzen, aber das würde sich noch zeigen, nun musste ich erst einmal diese Familienfeier hinter mich bringen!
    • Eddi
      Gestüt Sapala
      Frühjahrsputz
      02. April 2016
      Kurz nach Neujahr hatte unser Umzug stattgefunden, so dass wir nun seit fast vier Monaten in Holland lebten. Wie ich es bereits gewohnt war, zog sich alles unglaublich. Es hatte gut zwei Monate gedauert, bis alle Pferde umgezogen waren und ein festes Team hatte ich auch noch nicht, da war ich noch fleißig auf der Suche, aber trotzdem kehrte allmählich eine Routine ein. Und ich liebte unser Gestüt. Den Namen hatte ich so übernommen und so lebten wir nun auf Gestüt Sapala.
      Es lag zwischen Wäldern und Wiesen, ziemlich im Abseits und stellte eine herrliche Anlage da. Das wichtigste war zu Hauf vorhanden: Weiden. Zudem besaßen wir zwei Reitplätze und zwei Hallen plus weitere Trainingsmöglichkeiten wie eine Führanlage und zwei Longierzirkel. Und natürlich gigantische Stallungen, was für uns nun mehr als nötig war. Ganz nebenbei war ich ja in mein Wohnhaus verliebt, hier konnte man sich wohlfühlen!
      Den Pferden gefiel es auch, das spürte man deutlich und das Gelände war auch einfach mehr als idyllisch, denn außer unseren Heuwiesen gab es rundum kaum etwas anderes als Felder, Wiesen und Wälder. Ich war endlich in meinem Traumzuhause angekommen und wenn man sich etwas mehr Zeit nahm, war man mit einem halbstündigen Ritt auch direkt am Meer. Wir befanden uns im Friesland, genauer gesagt in Aurich und ziemlich nah an der Küste.
      Die frische Meeresluft tat allen gut und momentan arbeitete ich auch eine lange Liste an Bewerbungen ab, denn wir waren begehrter als gedacht. Nun war schon April 2016 und wie immer erfasste mich die Frühjahrsputz-Laune. Es gab schließlich immer etwas zu tun und es gab auch noch genug Kisten, die noch ungeöffnet irgendwo standen. Besonders in den Sattelkammern hatte ich bisher nur das Nötigste untergebracht, meine Pferde hatten zu viel Kram!
      Die waren momentan übrigens alle in ihrer Schonfrist. Der Umzug war auch für die kräftezehrend gewesen, aber glücklich waren wir alle. Außer ich in dem Moment, denn gerade klingelte mein Wecker – 5 Uhr in der Früh. Bisher sah es an Mitarbeitern noch mager aus, dementsprechend musste ich selber kräftig mit anpacken was Fütterung, Rausbringen und Misten betraf. Dazu kamen der Papierkram und die Vorstellungsgespräche und so bekam ich kaum noch die Gelegenheit zum Reiten.
      Angezogen, frisch gemacht und gefrühstückt tauchte ich im Stall auf und grüßte knapp die anderen Pfleger, die bereits angetanzt waren. Es war kurz nach sechs und draußen tatsächlich schon hell. Oh ich freute mich so auf den Sommer! Dann würden die Pferde auch 24 Stunden auf den Weiden stehen und wir hätten ein bisschen Arbeit weniger. Aber wirklich nur ein bisschen, denn im Sommer wollte ich alle wieder in Höchstform sehen – mich eingeschlossen.
      Füttern und Rausbringen fraß Zeit. Nachdem dann auch gemistet war, war es schon fast 10 Uhr und ich würde mich für das nächste Vorstellungsgespräch fertig machen müssen. Leider überzeugte mich der Herr um die 30 Jahre weder im Gespräch noch auf dem Pferd. Als Dressurtrainer hatte er sich beworben, weshalb ich ihm für den Proberitt Aristo ausgesucht hatte, einer unserer Dressurässer. Doch sein „Was, ein Barockpferd?“ hatte mich eigentlich direkt abgeschreckt und so hatte ich zwar ein freundliches „Ich melde mich noch einmal bei Ihnen“ herausgebracht, war aber erleichtert, als er weg war.
      Stattdessen ging der Stress direkt weiter, denn heute sollten einige neue Pferde kommen. Ich war dafür bekannt, regelmäßig aufzustocken und da meine liebe Freundin Julie aus privaten Gründen ihren Hof auflöste, kamen einige Pferde aus Schottland zu uns. Zum einen Van Deyk, ein toller Trakehnerhengst mit großem Potenzial, auf dessen Dasein ich mich schon jetzt freute. Des weiteren Ayumi, ein tolles Fohlen aus der Zucht von Siobhan, was mit einer tollen Abstammung daher kam. Dann noch Key, eine Vollblutstute, welche ich noch aus meiner Nasty Past Zeit kannte. Und als letztes was ganz witziges: Ridcully, ein American Miniature Horse. Er sollte das Gegenstück zu meiner Hollybrook’s Tiny Girl werden und dementsprechend war er sofort eingezogen.
      Heute tanzten die drei an, doch während ich noch gut eine Stunde Zeit hatte, schaute ich bei den ehemaligen Neuzugängen an. Die beiden Vollblutfohen Hidden Flyer und Exciting Force waren mir sehr schnell ans Herz gewachsen und entwickelten sich prächtig, ich hatte mich in beide wirklich verguckt. Da wir ja ein riesiges Gestüt hatten, kamen auch Anfang des Jahres zwei Reitponys zurück. Elisa hatte leider verkleinert und so kehrten Never look back und Raunchy’s Limited zurück. Hatte ich sie noch als zerzauste Jungpferde nach Townsend Acres gegeben, kamen sie nun als schicke Turnierponys zurück. Elisa verstand eindeutig etwas von ihrer Rasse und ihrem Geschäft.
      Dementsprechend hatte sie sich auch über Absinth’s erfolgreiche Körung gefreut und war sich sicher, dass Allelujah und Morning Sun genauso schnell ihre Punkte sammeln würden. Ich hatte da ja noch allerhand zu tun, denn sie waren nicht die einzigen Pferde, die in eine Körung geschickt werden sollten. Priorität hatte auch immer noch Feuervogel, den hätte mir Elisa sicherlich auch trotz Verkleinerung aus den Händen gerissen.
      Selbst bei unserem zerstruppelten Neuzugang Cola hatte sie bei ihrem Besuch (natürlich hatte sie ihre beiden Schätze eigens vorbei bringen müssen) neugierig begutachtet. Sie sah das Potenzial, was hinter dem vernachlässigten Pferd steckte. Wir beide kannten Cola schon sehr lange vom Sehen und Hören. Ich musste auch sagen, dass er sich wirklich ganz gut machte, genauso wie seine Leidensgenossin Autumn Leave in the Sky. Beide stammten aus schlechter Haltung und wurden bei uns nun wieder aufgebaut.
      Bei ihrem Besuch hatte Elisa natürlich meine Reitponys auf den Kopf gestellt. Paddington hatte sie unbedingt einen Besuch abstatten müssen und gestaunt, wie schnell der kleine Kerl wuchs. Mit Hugo Boss und Carachillo hatten wir einen entspannten Ausritt gemacht und ausgiebig geplappert, so wie es sich für zwei Frauen gehörte, ehe sie auch noch ihren Senf zu Naimibia und Sika gegeben hatte.
      Naimibia war schon gekört und bereits von ein paar Fohlen stolze Mutter, bei Sika sah ich das ja noch nicht so, doch Elisa ermunterte mich und sah die Rappscheckstute auch schon gekört. Während ich so schön in Gedanken schwelgte, kam der Transporter an und die neuen Pferde mussten versorgt und ausgeladen werden.
      Während Van Deyk erst einmal seine Box mit Paddock bezog, wollte ich Ridcully und das Stutfohlen direkt vergesellschaften. Auf einer kleineren Weide traf Ridcully auf Heartbreaker. Mein Welshhengst war der Chef unserer Zwergengruppe und wenn er Ridcully akzeptierte, würde das auch der Rest tun. Der Rest, das waren Window und Hoppla auch beide problemlos und so stand Ridcully eine halbe Stunde später bei unseren Zwergenhengsten und genoss das herrliche Wetter.
      Ayumi sollte heute nur auf CH’s Destiny Horror und Mon petit écrou treffen. Beides eher ruhigere und ältere Jungpferde und dementsprechend perfekt geeignet und siehe da, es klappte wirklich gut und auch das Fohlen war untergebracht. Um auch Van Deyk noch etwas Abwechslung zu bieten, ging ich mit dem Schecken eine kleine Runde über das Gestüt und kennte ihn etwas lernen.
      So wirklich zum Frühjahrsputz kam ich heute ja nicht, denn es standen noch zwei Schnupperstunden an. Ich hatte entschieden, im kleinen Rahmen gutes Reiten anzubieten und nutzte die Chance einer Ponyschule, um meine Zwerge unter einen Deckel zu bekommen. Da die Ponyhengste heute aber schon genug Aktion hatten, waren die Mädels an der Reihe.
      Tatsächlich hatte sich sogar jemand für Little Chocolate Chip gefunden. Ein kleines dreijähriges Mädchen schwärmte von Ponys und ihre Mutti schien selbst pferdevernarrt zu sein und so kamen sie heute mal zu Besuch. Auch Mondscheinsonate, Occani und Werina waren heute an der Reihe. Alle Kinder waren unter 10 Jahre und bekamen beim Putzen und Satteln die Unterstützung von mir und ihren Eltern (zumeist die Mütter).
      Als alle fertig waren, gingen wir auf den Reitplatz, wo wir erst ein kleines bisschen Theorie paukten und es dann endlich in den Sattel ging und wir die ersten kleinen Runden drehten und auch allerhand Übungen machten. Die Ponyschule war eine schöne Idee, aber ich brauchte auf jeden Fall Helfer. Zum Glück waren es heute nur Schnupperstunden, aber Kinder und Eltern waren mehr als begeistert und so war auch ich glücklich.
      Zweiteres war eine Reitstunde für Fortgeschrittene und unter 18-Jährige. Altersbeschränkungen waren mir an sich egal, aber für das Klima in der Stunde war so etwas doch immer sehr angenehm und die Erwachsenen waren auch immer lieber unter sich. Als Schulpferde hatten sich bereits damals unsere Lewitzer bewährt und auch heute wählte ich fünf von ihnen. Cheveyo, Donatella, They call her Fiorina, Piccolo’s Blaze und Elliot. Die Mädels waren begeistert von ihren Schecken und auch davon, dass man bei uns die Pferde selbst holte und fertig machte.
      Natürlich kontrollierte ich alles und gab Tipps, aber sie machten das wirklich gut. Auch im Viereck konnten sich die fünf Reiterinnen sehen lassen. Natürlich hatten sie ihre Fehler und Probleme, aber genau deshalb kamen sie ja zu uns. Anscheinend kamen diese Schnupperstunden mehr als gut an und während die Mädels quatschend abritten, baute ich meine Geschäftsidee aus, indem ich auch Reitstunden für reine Jungsgruppen und Senioren anbieten wollte. Alles Gruppen, die man so anlocken konnte.
      Mein Prinzip war lediglich, dass für das Pferd pro Reitstunde mind. zwei Korrekturstunden kamen, so dass einerseits sehr gute Schulpferde vorhanden waren, aber eben auch diese nicht überstrapaziert worden. Also würde sich das Pensum auch mehr als Gering halten. Nachdem alle Pferde versorgt waren, ging ich Lewitzerliste kurz durch:
      Vertigo wollte ich im Turniersport, so fiel er als Reitpferd für Schüler weg und bei Talya war ich mir auch nicht sicher, ob es das Richtige war. Genauso wie bei Elliot. Er hatte seine Sache heute gut gemacht, aber ich glaube, Caillou konnte ich mir da besser vorstellen. Und Amazed Marlin ließ ich bisher auch lieber außen vor, sie sollte sich auf ihre Krönung konzentrieren.
      Zum Glück hatten die Fohlen nicht solche Probleme. Sowohl Amadahy, Frozen Bubble, Nabiri und Rosewell als auch die beiden Hengstfohlen Panta Rhei und Calimero II tobten mit dem Rest zufrieden über die Weiden. Aber irgendwann würde auch für sie der Ernst des Pferdelebens kommen. Obwohl, sie hatte noch Zeit.
      Den Nachmittag verbrauchte ich im Büro und plante für die Fohlen. Das machte ich gerne und es war auch nötig, denn so erinnerte ich mich wieder daran, dass ich einige „Fohlen“ hatte, die schon längst nicht mehr so klein waren wie ich dachte, sondern schon mehr als bereit. Hollybrook’s Fairy Bluebird war eine tolle Ponystute geworden, nun bald sechs Jahre, hatte bisher aber noch keinen Reiter gesehen.
      Das Gleiche galt für Prazzy’s Goldbell, dabei wollte ich meinen geliebten Pajero-Sohn gerne langsam unter dem Sattel sehen, er würde seinem Vater alle Ehre machen! Apropos, einen Ausritt mit Pajero würde ich mir heute Abend noch gönnen müssen, zum Glück blieb es immer länger hell. Ach, ich war doch ganz froh, den Winter hinter mir zu haben, auch wenn der Sommer sicherlich wieder heiß werden würde.
      Bei Outlaw Torn war ich mir bezüglich der Ausbildung sehr unschlüssig. Er war bald vier und schon sehr weit, eben weil das bei Paint Horses so gehandhabt wurde, aber genau deshalb wollte ich ihm Zeit lassen und es war ja nicht so, als wäre das Reiten für ihn essentiell wichtig. Das sahen HGT’s Unitato und Cruel Twist of Fate nicht anders und so ließ ich meinen Westernpferden gerne mehr Zeit.
      Und dann gab es da noch meine Welshnachkommen. Alle behalten, nachdem die ältere Generation verkauft worden war. Herbstmond und Acariya waren bisher immer noch meine Favoriten, aber auch Sacre Fleur liebte ich, ebenso wie Shawnée und Sibiria, auch wenn ich nicht recht wusste, was ich mit zwei Welsh D Stuten anfangen sollte, aber irgendwas würde sich schon finden.
      Dann gab es da nur noch Abendprinz und Caruso. Zwei Fohlen sondergleichen, die ich beide sehr liebte. Geplant war in weiter Zukunft ein Fohlen aus Fairy von Zarin, welches als Gegenstück für Caruso dienen sollte, aber im Gegensatz zu Zarin war Fairy noch nicht gekört.
      Und dann hatte ich mich in die Araber verguckt, neben Abendprinz gab es bisher zwei Stuten: Scheherazade und CH’s Sun is Shining. Zwei wunderbare Tiere und eine sogar schön gekrönt. Aus der Zucht meiner besten Freundin Sammy würde mich auch noch ein wahrer Wüstenstürmer erwarten, aber bisher war er noch nicht so weit, ich freute mich aber schon auf ihn.
      Den heutigen Abend verbrachte ich zu meiner Freude dann doch noch auf den Pferd und erkundete mit Pajero die neuen Wege rund um das Gestüt und freute mich natürlich riesig, denn es war so toll! Irgendwann mussten wir einen großen Ritt ans Meer machen, aus unserer Frankreich-Zeit wusste ich, wie sehr Pajero das liebte.

      Am nächsten Morgen ging es wieder früh raus und wieder war viel los, wie eigentlich jeden Tag auf dem Gestüt. Zur Abwechslung beschäftigte ich am Morgen aber erst einmal Thorondor mit viel Bodenarbeit, damit mein Berber nicht verrückt wurde, denn nur Weide war für ihn einfach gar nichts und so war er einer der wenigen, die mich mindestens fünfmal die Woche zu Gesicht bekamen.
      Ach und die Führanlage hatte ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Spätestens als sie Pawaneeh und Golden Ebano die nötige Bewegung verschaffte. Bei Classic Gold und Khiara El Assuad war die aber noch wichtiger. Die Vollblüter wären mir sonst explodiert. Wer witzigerweise auch richtig Gefallen daran fand, war Freeway, unsere Tinkerstute. Eigentlich ein Pferd, was ich nie in die Führanlage gepackt hätte, aber sie liebte es.
      Heute war mal wieder Bewegungstag, gestern hatte ich ja Pause gehabt. Am Morgen longierte ich Deep Silent Complete und Herbsttraum, ehe ich mit Come Whatever May auf den Springplatz ging. Flott weiter ging es mit einem Ausritt: Apaches Tomahawk als Reitpferd und Caribic Sue als Handpferd. Was die Bewegung betraf, kamen mir die Schnupperstunden recht. Heute war wieder eine und so waren Kürbis, Lila Wolken, Milka Luflee, Walking in the Air und Quintesse beschäftigt und ich auch.
      Danach hätte ich zu gerne eine Pause gehabt, raffte mich aber noch auf Like Honey and Milk zu longieren. Ihre Vorbesitzerin war immer sehr hinterher, dass es der Stute gut ging und so kam sie auch jetzt definitiv nicht zu kurz. Eine Pause stand an und die genoss ich auch wirklich, denn heute Abend hatte ich etwas Besonderes für meine treuen Pfleger geplant. Bisher dachten sie, sie würden zu einer Besprechung antanzen müssen, dementsprechend ahnten sie nichts.
      Doch als es dann so weit war, eröffnete ich ihnen einen Ausritt an den Strand und alle waren begeistert. Wir waren zu elft, also eine ziemlich große Mannschaft, die gute und ruhige Pferde benötigte. Guten Gewissens hatte ich mir direkt Schneeleopard rausgepickt und dann die beiden Westernstuten Ice Coffee und Kisshimbye. Flintstone und Joyce kamen auch zum Einsatz. Die Hälfte war abgedeckt. Für mich hatte ich Fandango rausgesucht, mein kleiner Sonderling im Stall und so fehlten nur noch fünf Pferde und wir waren vollständig. Call me a Twist und Dissident Aggressor waren sowas von mit dabei und dann nahm ich noch Bandit und Albertino mit. Als letztes hatte Varulv die Ehre und so ging es gefühlt auf einen Riesen-Ausritt, den alle Beteiligten sehr genossen, denn am Strand erwartete uns auch noch ein Lagerfeuer.

      Obwohl ich weder trank noch irgendwas desgleichen tat, fühlte ich mich am nächsten Morgen verkatert. Ein langer Ritt plus ein langer Abend waren nichts für jemanden, dessen Wecker fünf Uhr morgens klingelte und so kam ich auch fast zu spät zum Proberitt meiner eventuellen neuen Reitlehrerin. Diese hatte ich auf Altyn gesetzt, was etwas fies war, aber mir dann auch direkt zeigte, dass sie die richtige war, denn mein junger Hengst lief unter ihr wirklich traumhaft, nachdem sie zusammengefunden hatten.
      Halb dösend bespaßte ich nach diesem Erfolg Cover the Sun im Longierzirkel mit etwas Stangenarbeit. Die nutzte ich kurz darauf auch noch einmal mit Possy Pleasure Mainstream, um Rücken- und Bauchmuskeln zu aktivieren. Eigentlich war meine Liste heute mehr als lang, aber aus privaten Gründen bekamen Hákur und HGT’s End of Day frei, so dass ich nur mit Dr. Insektor ins Dressurtraining musste und danach eine Pause im Gelände mit Cual Maniaca einlegte.
      „Ich bewundere dich für dein Durchhaltevermögen!“, hörte ich dann am Telefon, als ich mit meiner Mutti bezüglich meines Geburtstags Ende April sprach, denn ich lud sie nach Holland ein. Und bisher waren sie nicht abgeneigt. Währenddessen ließ ich He’s called Trüffel und Hýreygur freispringen, aber trotz maximaler 50cm war zweiterer einfach nicht begabt.
      Mein Abend endete wieder mal auf dem Pferderücken, nämlich auf Morrigans, welcher mich entspannt gen Gestüt trug, nachdem wir einmal über die schöne Waldwiese gejagt waren und nun genüsslich entspannt in unseren Feierabend spazierten.
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  • Album:
    Pferde im Ruhestand
    Hochgeladen von:
    Eddi
    Datum:
    26 Mai 2015
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  • Name: Milka Luflee
    Geboren: 2005
    __________________


    Von: unbekannt
    Aus der: unbekannt
    __________________

    Rasse: Isländer
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Brauner
    Stockmaß: 140cm


    Beschreibung:
    Milka ist eine liebe und treue Stute. Sie ist lernwillig und arbeitsfreudig. Dazu ist sie immer für jemanden da und passt stark auf ihre Reiter auf, sowie auch auf kleine Kinder, daher ist sie ziemlich kinderlieb. Ausserdem ist sie sehr aufmerksam und lässt sich nicht schnell ablenken. Im Gelände ist sie sicher.

    Milka Luflee ist eine ausdauernde Stute. Sie ist ein wirklich gutes Freizeitpferd, auch wenn sie sehr hoch springt. Sie ist wirklich brav und ziemlich kinderlieb. Milka ist 4. Gängig und besitzt daher nur Tölt. Die Stute arbeitet ziemlich gut bei Wettkämpfen oder Trainig mit, sie gibt sich viel Mühe, es ihren Reitern recht zu machen. Bald steht sie auch als Therapiepferd zur Verfügung.

    Ersteller: sweetvelvetrose
    Besitzer: Eddi
    Vorkaufsrecht: sweetvelvetrose

    Dressur E -- Gangreiten E
    __________________


    Gekört: ja, [BSK 193] für Welshponys, DRPs und Isländer
    [​IMG]

    Nachkommen:
    Die Rise (von Blettur, 2012)
    Frejka (von Branda Phönix, 2009)
    Hákur (von Call me God, 2008)
    Milka Amavel (von Branda Phönix, 2008)
    Silfra (von unbekannt, 2006)
    Mön (von Draki, ?)
    River's Friðmundur (von Nico, 2010)
    River's Slaufa (von Blettur, 2011)
    Brött (von Blettur, 2013)
    Vákur fge. (von Blettur, 2015)
    tc Herkir (von Havanna Club, ?)
    Ljóski (von Blettur, ?)
    Snoppa (von Maxi, 2006)