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AngieMaus

Midnight Surprise - Trakehner

Midnight Surprise - Trakehner
AngieMaus, 15 Nov. 2014
    • AngieMaus
      Ein neues Pferd
      Ich wartete schon sehnsüchtig auf Fiona, die mit meinem neuen Hengst kommen sollte. Auf unserem Hof war im Moment nichts los. Die anderen Pferde waren auf der Koppel und ich saß im Wohnhaus und starrte aus dem Fenster. Eigentlich hätten sie schon vor einer halben Stunde kommen müssen.
      "ich hoffe es ist nichts passiert.", sagte ich leise. Ich stand auf und ging in die Küche. Auf dem Tisch stand mein Glas mit Wasser. Ich nahm es und trank einen großen Schluck.
      Plötzlich hörte ich ein Motorengeräusch. Ich stellte das Glas schnell wieder auf den Tisch und rannte die Treppe runter. Da waren sie. Ich konnte leider keinen Blick in den Pferdetransporter erhaschen. Fiona stieg mit einem großen Grinsen aus.
      "Also ich habe dir jemanden mitgebracht", sagte sie.
      Ich rannte auf sie zu und umarmte sie: "Danke!".
      "Los, lass ihn uns rausholen!", sagte sie.
      Ich war zu aufgeregt um mich zu rühren. Als Fiona einen wunderschönen, dunkelbraunen Hengst rausholte, hätte ich vor Freude fast geweint. Ich beruhigte mich und ging auf ihn zu. Er war definitiv nicht scheu, denn er lies sich sofort von mir streicheln und führen. Ich brachte ihn zu unserem Anbindeplatz. Es war zu schön, um wahr zu sein. Alle Pferde auf unserem Hof gehörten mehr oder weniger Fiona. Ich hatte zu viel zu tun, deswegen besaß ich bis gerade eben gar kein Pferd. Natürlich pflegte ich die anderen Pferde auf unserem Hof, aber sie gehörten nun mal nicht mir. Midnight Surprise, so war sein Namen, war ein echter Prachtkerl. Als ich ihn putzte, stand er ganz still da und genoss die Sonne, die auf sein Fell schien. Ich putzte ihn gründlich, obwohl er schon sauber war. Ich wollte unser Band stärken. Zusammen mit Fiona gingen wir zu der Koppel, auf der die Hengste und Wallache standen. Stolzen Schrittes ging er auf die anderen zu. Keine Spur von Unsicherheit. Sie schienen sich ganz gut zu verstehen.
      Fiona und ich blieben noch eine Weile stehen und beobachteten unsere Pferde. Und während die Sonne mein Gesicht wärmte, wusste ich, dass ich und Midnight Surprise noch viel Spaß zusammen haben würden...
    • AngieMaus
      Erster Ausritt
      Midnight hat sich sehr gut eingelebt. Er ist gegenüber den anderen etwas dominant, aber es ist bis dato noch nichts passiert. Wir verstanden uns wirklich gut und vertrauten einander. Ich ging mit ihm oft im Wald spazieren. Dort hielt ich ihn am Strick, während wir den Weg entlang trabten. Ich fühlte mich frei, auch wenn ich nicht auf seinem Rücken saß.
      Doch heute, würde ich nicht nur in der Reithalle reiten. Nein, heute würde ich mit ihm unseren ersten Ausritt machen. Ich finde, das ist ein sehr wichtiger Teil in einer Freundschaft von Pferd zu Mensch.
      Das Wetter war einfach wundervoll. Die Sonne schien, auch wenn es nicht sonderlich warm war. Ich zog meine Reithandschuhe über, die mir ein wenig Wärme spenden. Ohne meine Handschuhe würden mir die Finger abfrieren! Ich sattelte Midnight ordentlich und nahm den bequemsten Sattel, den wir hatte. Er bestand aus Lammfell und war so kuschelig wie Bärenfell. Ich führte ihn zu Tor. Als ich die Tür geschlossen hatte, stieg ich auf. Ich war sehr vorsichtig, da ich diesen Tag als perfekt in Erinnerung haben wollte. Gemütlich gingen wir im Schritt durch den Wald. Die Blätter waren bunt betupft. Es sah aus als hätte jemand Farbkleckse auf die Blätter gemalt. Die Sonne schien sacht durch die Blätter. Als wir tiefer im Wald drinnen waren und die Erde eben war, trabte ich ihn an. Es ging reibungslos und ich wurde ordentlich durchgerüttelt, auch wenn ich gut reite. Kurz bevor es Zeit zum Umkehren war, ließ ih ihn angaloppieren. Wir hatten das alles schon auf dem Platz geprobt und er reagierte wie eine Eins. Ich spürte den Wind, der mein Gesicht umstreifte. Er war eiskalt, aber das störte mich nicht. Ich fühlte mich frei.
      Es war viel zu schnell vorbei. Wir waren beide ganz schön aus der Puste. Die Sonne leuchtete noch schwach über die Baumkronen. Beim Putzen lobte ich ihn ordentlich. Es war ein grandioser Tag und ich würde ihn noch lange in Erinnerung behalten...
    • AngieMaus
      Umzug!
      Midnight Surprise und ich lebten jetzt schon eine Weile zusammen. Wir hatten schon viel miteinander gemacht und Spaß gehabt. Jetzt kam unser Umzug immer näher. Ich und Fiona zogen von Holland nach Norwegen. Es verschlug uns in die schneebedeckten Landschaften und Nadelwälder. Unser Hof war schon verkaut und unsere neue Ranch stand bereit.
      Heute war es Zeit, sich von dem schönen Holland zu verabschieden. Ich wurde von Fiona geweckt, da ich wahrscheinlich verschlafen hätte. Alles war schon verpackt und in den Möbeltransportern verstaut. Ich zog mich an und ging nach unten. Nach einem kurzen Frühstück ging ich nach draußen. Es war sehr frisch und ich zitterte. Fiona lud noch einige Karton ein.
      Ich begab mich zu Midnights Box. Er war ebenfalls aufgeregt, als ob er wüsste, was bevorstand. Wir haben nun eine große Reise vor uns. Als ich ihn aus seiner Box führte, vergrub ich mein Gesicht in seine Mähne. Er war mein bester Freund geworden...
      Hoffentlich überstand er die Reise gut.
      Nach 2 weiteren Stunden waren alle Pferde verladen und auf dem Weg zu den Frachtschiffen. Ich betete, dass es Midnight und den anderen gut ging. Auch ich und Fiona machten uns auf den Weg in ein neues Abenteuer. Es fiel mir schwer los zulassen. Schließlich hatten wir eine Menge Spaß hier. Aber wir hatten uns entschieden und es wird genauso schön werden. Wir entfernten uns immer weiter von unserem ehemaligen Zuhause und blickten unserer neuen Zukunft entgegen...
    • AngieMaus
      Im neuen Heim
      Fiona und ich waren schon seit einer Stunde in unserem neuen Heim angekommen. Es war sehr gemütlich in Norwegen. Wir hatten schon ein wenig die Gegend angesehen. Wir waren umgeben von Wäldern mit Wiesen, die mit Tau überzogen waren. Außerdem gab es ein schönes Gelände, das perfekt für gemütliche Ausritte war.
      Nach 2 qualvollen Stunden des Wartens auf den Pferdetransporter, kamen unsere Lieblinge endlich an. Ich ging direkt zu Midnight, der gelassen in seinem Abteil stand. Anscheinend hatte ihm die Reise keine weiteren Anstrengen gemacht und er war keineswegs gestresst gewesen. Erleichtert brachte ich ich in seine neue Box. Sie war schon mit Stroh und Heu ausgestattet, darum hatten wir den Vorbesitzer gebeten. Als Midnight ruhig in seiner Box fraß, half ich Fiona mit den restlichen Pferde. Glücklicherweise waren alle wohlbehalten angekommen.
      Unsere Möbel kamen noch nicht. Das war jedoch nicht schlimm, denn unser Haus war schon eingerichtet. Es fehlten nur eine Kaffemaschine, einige Schränke und naja, eben einige Kleinigkeiten. Aber ich fühlte mich hier sofort wie zu Hause. Auch wenn es kühler hier draußen ist, die Landschaft ist einfach atemberaubend...
    • AngieMaus
      Kleiner Parcours im Gelände
      Unser kleiner Hof ist umgeben von Nadelwäldern. Dadurch ergeben sich schöne Sprungmöglichkeiten mitten im Gelände. Ich war schon lange nicht mehr mit Midnight ausreiten, deshalb entschloss ich mich, heute ins Gelände zu gehen. Ein paar Tage zuvor bin ich schon mit Fatinah ins Gelände gegangen, deshalb kenne ich mich schon ein wenig aus. Midnight hatte heute viel Energie und ich wollte ihn richtig auspowern. Ein paar Mal wurde er schneller, als ich wollte und ich musste ihn ganz schön zügeln. Nach einer Weile gab ich nach und ließ ihn galoppieren. Sein erster Galoppsprung war gewaltig! Ich sah die Landschaft an mir vorbeiziehen und versuchte, die Tränen, die mein Blickfeld verminderten, zu ignorieren. Allmählich verschwamm mein mein Blick und ich konnte nur noch die Umrisse erkennen. Ich parierte Midnight Surprise durch, was er sich nur widerwillig gefallen ließ. Mit meinem Ärmel wischte ich schnell meine Tränen weg und fing an zu lachen. Es hallte unheimlich, aber das störte mich in dem Moment nicht. Glücklicherweise erkannte ich, dass wir richtig waren, weil ich schon von weitem die umgestürzte Tanne sah. Sie muss riesig gewesen sein, als sie noch anmutig in den Himmel ragte. Unsere Nachbarn sagen, dass sie bei dem letzten großen Sturm umgefallen sei. Ich entfernte mich vom Weg und ritt etwa hundert Meter weiter. Kein Baum kreuzte unseren Weg, die perfekte Voraussetzung für einen kleinen Sprung über einen Baumstamm. Ich ließ Midnight aus dem Stand angaloppieren, was er sofort ausführte. Mit einer hohen Geschwindigkeit rasten wir auf dem Baumstamm zu. Ich zügelte ihn wieder ein wenig, weil wir auch nicht zu schnell sein dürfen. Als er sprang, fühlte es sich an, als ob wir fliegen würden. Es war nur für einen kurzen Moment, aber trotzdem unsagbar schön. Wir preschten mitten durch den Wald. Mein Orientierungssinn war recht ausgeprägt, deswegen konnte ich gut beurteilen, in welche Richtung es nach Hause geht. Als wir ankamen waren wir erledigt, aber glücklich. Ein kleiner Sprung über einen Baumstamm kann Pferd und Reiter glücklich machen
    • AngieMaus
      Sammelbericht "Letzter Umzug"
      So schön unsere Zeit in Norwegen auch war, wir müssen weiterziehen. Leider war es nicht das richtige für uns, sodass wir uns für die Camargue in Frankreich entschieden haben.
      Dieser Morgen war besonders kalt und grau. Regentropfen fielen vom Himmel, so dick wie wie Liebesperlen Fiona und ich räumten unsere Möbel in große, braune Kisten und beschrifteten sie.
      "Tja, das wars also mit Norwegen.", sagte ich.
      "Hm. Aber die Camargue ist doch auch schön. Außerdem indest du Frankreich doch so toll!", antwortete sie.
      "Ja, das tue ich auch. Aber...es war auch hier schön."
      Fiona schwieg und schrieb "Wohnzimmer" auf unsere letzte Kiste. Ich wusste, dass die Camargue toll ist, und ich freute mich auch darauf, aber wir waren erst vor kurzem umgezogen und jetzt verließen wir unser Heim wieder. Das Haus sah leer und trostlos aus. Um mich abzulenken, ging ich nach draußen. Einige Pferde standen an dem Anbinder und warteten auf den Transporter. Auch Milki war unter ihnen. Schnellen Schrittes ging ich zu ihr und legte meinen Kopf auf ihr schönes,weiches Winterfell. Es gab mir ein warmes Gefühl und ich fing an zu lächeln. Milki war schon geputzt und sah gut aus. Ihr Fell strahlte und ihre Mähne war glatt. Eigentlich hatte ich vor ihre Mähne zu flechten, aber ich ging zu den Boxen, um Midnight zu holen. Er stand unruhig in seiner Box und wieherte, als er mich sah. Ich sprach zu ihm und streichte ihm über seinen Rücken. Er war prachtvoll und stolz, nichts konnte ihn niederstrecken. Er gab mir neuen Mut und neue Hoffnung.
      Als alle Pferde und Möbel verladen waren, stiegen ich und Fiona in unser Auto. Wir müssen mit der Fähre über das Wasser, genauso wie unsere Pferde. Anders als heute morgen freute ich mich auf die Camargue. Der Grund? Ich habe gemerkt, dass nicht der Ort bestimmt, wo ich mich daheim fühle, sondern meine Freunde und besonders meine beiden Pferde. Sie haben mir neue Kraft gegeben...
    • AngieMaus
      Im neuen Heim
      In der Camargue, unserem neuen Heimatland, war es angenehm warm. Unsere Wintersachen brauchen wir im Moment nicht.
      Fiona und ich waren fleißig am Auspacken, als mehrere Transporter auf unseren Hof fuhren.
      "Die Pferde sind da!", rief Fiona glücklich.
      Wir rannten die Treppe so schnell herunter, sodass ich fast stolperte. Wir gaben den Fahrern noch ein wenig Trinkgeld und machten uns ans Ausladen der Pferde. Zuerst half ich Fiona mit Fatinah und Zander, bevor ich mich zu Midnight's Transporter begab. Ich zitterte und stieg hinein. Midnight war gelassen und ich gab ihn ein Stück der Karotte, die ich in der Tasche hatte.
      Als er rückwärts hinausging, wurde er ein wenig unruhig, was sich aber schnell wieder legte. Zügig führte ich ihn zu seiner neuen Box, die viel geräumiger war als vorher, und ließ ihn daran schnuppern. Alles war vorbereitet und ich ließ ihn hinein.
      Er schien sich sichtlich wohl zu fühlen und entspannte sich. Ich streichelte seine Hals und ging wieder zu den Transportern. Schließlich wartete noch jemand auf mich.
      Nur noch 3 Pferde warteten darauf, ausgeladen zu werden. Von mir selbst war es nur noch meine schöne Milkchocolate. Als ich zu ihr kam, war sie sehr unruhig. Ich wusste, dass sie das Fahren nicht mochte und war heilfroh, dass es ihr gut ging. Sie bekam gleich 2 Stückchen der Karotte und eine liebevolle Streicheleinheit. Beim Ausladen war sie jedoch ruhiger als Midnight Surprise. Ihre Mähne war leicht verknotet, aber ich musste sie erst einmal in ihren Abteil bringen.
      Sie bekam eine Box neben Fatinah, da die beiden sich gut kannten. Anfangs war sie sehr zögerlich, weshalb ich mit ihr in die Box ging. Nach ein paar Minuten hatte sie sich beruhigt und ich ging wieder hinaus.
      Unser neuer Hof war schön und unsere Nachbarin ist Sissicat,eine bekannte von uns. Also haben wir ein wirklich gutes Los gezogen...
    • AngieMaus
      Rennen im Regen
      Mein letztes Pferd, was ich pflegen musste, war Midnight. Er tänzelte in seiner Box herum.
      "Ist ja gut. Du kannst ja jetzt raus."
      Er schien mich zu verstehen und kam zur Boxentür. Ich hatte Mühe ihn zu halten, als er herauskam. Er hätte mich beinahe umgerannt. Meine Wut verrauchte sofort wieder, schließlich hatte ich ihn nicht bewegen können.
      Beim Putzen war er sehr ungeduldig und ließ mich nicht ordentlich putzen. Reiten wollte ich mit ihm so nicht, da er sonst viel zu übermütig wäre. Ich entschloss mich zu einem schnellen Spaziergang im Wald.
      Draußen war es schon windstiller geworden und regnen tat es auch nicht mehr.
      Ich musste ihn zügeln, weil er immer an meiner Hand trabte. Nach einer Weile hatte er verstanden, dass es nutzlos ist, zu versuchen sich gegen mich durchzusetzen. Dann lief er brav an meiner Hand und sah sich neugierig die Umgebung an. Die Blätter in den Bäumen raschelten und der Wind sang still seine Lieder.
      Plötzlich tropfte ein kleiner Regentropfen auf meinen Kopf.
      "Oh nein, bitte nicht!", flehte ich.
      Doch es half nichts. Es nieselte und wurde immer stärker. Midnight machte das nichts aus. Er stand an einem Baum und schnupperte an seinen Blättern. Ich zog an dem Strick und ließ ihn zu mir kommen.
      "So jetzt kannst du rennen, so schnell du willst.", sagte ich und stützte mich auf seinen Rücken. Er kannte das und ließ es bereitwillig zu. Ich machte aus dem Strick schnell Zügel, während der Wind weiter auf mich herab fiel und immer schlimmer wurde.
      Ich ließ ihn aus dem Stand angaloppieren, was er sehr gut beherrschte. Wir preschten durch die Landschaft und ich musste aufpassen, damit wir den richtigen Weg liefen.
      Tränen und Tropfen ließen meine Sicht verschwimmen und ich hatte große Mühe zu sehen. Zum Glück war der Weg nicht so lang, sodass wir im Handumdrehen wieder zu Hause waren.
      Im Stall holte ich ein Handtuch und rubbelte sein Fell ab. Dann streichelte ich ihn und schmiegte mich an ihn. Danach brachte ich ihn in seine frisch gemachte Box und ließ ihn entspannen...
    • AngieMaus
      Wiedersehen
      Durch Stress und Krankheit hatte ich keine Zeit mich um meine Lieblinge zu kümmern. Es tat mir selbst auch weh, weil ich sie so schrecklich vermisste, aber jetzt bin ich wieder gesund.
      Am Tag meiner Ankunft auf unserem Hof war ich super aufgeregt. Ich war jetzt ein paar Wochen lang unterwegs gewesen. In meiner Abwesenheit hatte sich Fiona um alles gekümmert, weshalb ich ihr sehr dankbar war.
      Ich ging geradewegs zu den Koppeln, die sich im hinteren Teil des Hofes befanden. Es hat sich nicht wirklich viel geändert aber trotzdem war alles irgendwie... neu. Mein Herz machte einen Hüpfer, als ich ein bekanntes Wiehern hörte. Ich rannte los und stolperte alle 2 Meter, aber das war egal. Völlig außer Puste kam ich an der Koppel an und sah bekannte Gesichter. Ich öffnete das Gatter und schlüpfte schnell hinein. Die Hengste und Wallache unseres Hofes fraßen gemütlich an der Heuraufe. Als ich auf sie zuging, drehten sich ein paar zu mir um. Auch Midnight, mein erstes Pferd, warf neugierig den Kopf hoch. "Hallo Midnight, ich bins Angie...", sagte ich zu ihm. Hoffentlich erkennt er mich noch.
      Er sah mich an und lief auf mich zu. Ruhig streckte ich ihm meine Hand entgegen, woraufhin er sie beschnupperte. Dann machte es klick bei ihm und er wieherte mir fröhlich zu. Überglücklich umarmte ich seinen Hals und kraulte ihn an seiner Lieblingsstelle.
      Als ich zum Zaun lief, trabte er neben mir her und ließ mich nicht mehr allein. Ich war froh, dass er mich nicht vergessen hatte und mir meine Abwesenheit anscheinend nicht übel nahm.
      Ich machte ihm schnell sein dunkelblaues Halfter um und machte den Karabiner des Stricks daran fest. Dann öffnete ich das Gatter und wir traten auf den Weg. Während des Laufens stupste er mich immer wieder sanft an und fing an zu traben. Trotz seiner Freude ließ ich mich nicht darauf ein und zwang ihn in meinem Tempo zu laufen.
      Beim Putzen ließ ich mir besonders viel Zeit um alles wieder aufzuholen, was ich die letzten Wochen verpasst hatte. Leider tänzelte er die ganze Zeit vor lauter Übermut und Energie.
      "Jaja, wir machen nachher was Schönes, okay? Aber erst mal muss ich noch nach den anderen sehen.", versuchte ich ihm zu erklären. Das Hufe geben war die reinste Katastrophe, doch ich ließ mich nicht entmutigen und zog es durch, ob Midnight das wollte oder nicht.
      Als ich ihn zurück auf die Koppel brachte ließ er mich nicht gehen und lief die ganze Zeit neben mir. Das war ja ganz süß, aber ich musste noch meine anderen Pferde begrüßen. Deswegen musste ich ihn ein wenig scheuchen, in der Hoffnung, er würde noch bis nachher warten können...
    • AngieMaus
      Austoben
      Heute kam ich so gut wie gar nicht aus den Federn. Draußen hatten Wolken die Sonne überdeckt und es sah aus, als wenn es jeden Moment anfangen würde zu regnen. Ich wälzte mich hin und her, unsicher ob ich nun aufstehen oder noch weiter schlafen sollte. Seufzend setzte ich mich anschließend auf die Bettkante und rieb mir die Augen. Eine Stunde lang war ich im Badezimmer, hatte geduscht, mir die Zähne geputzt, das gemacht, was man eben morgens machte. Auf das Frühstück verzichtete ich heute, es war eh schon viel zu spät und Fiona war schon mitten bei der Arbeit.
      Ich grüßte sie noch leicht verschlafen und nahm mir die größere Schubkarre, die hinten in der Ecke stand. Dann machte ich mich auf die restlichen Boxen zu säubern und mit Stroh aufzufüllen. Daily Routine eben. Noch im Halbschlaf sammelt ich mit der Forke die Pferdeäpfel auf, die teilweise unter dem Stroh vergraben waren. Als die Schubkarre voll war, brachte ich sie seufzend zu den restlichen Pferdeäpfeln, die schon einen gewaltigen Berg bildeten. Ja, wir mussten bald wieder die Pferdeäpfel abholen lassen, aber darum würde ich mich erst später kümmern. Nach 2 weiteren Schubkarren voll Mist konnte ich endlich die Boxen mit Stroh eindecken, eine weitaus leichtere, spaßigere Arbeit als das Ausmisten selbst. Auch wenn ich manchmal von dem Stroh Niesattacken bekam, die schier endlos gingen.
      Gegen Mittag waren Fiona & ich endlich mit den Boxen fertig und konnten uns um die Pferde kümmern. Meine erste Anlaufstation war daher die Hengst- und Wallachkoppel. Ich kam irgendwie nicht mehr dazu mich um alle meine Pferdchen täglich zu kümmern, was mir leidtat. Besonders Midnight, was mein erstes Pferd hier war, war schon seit einiger Zeit mit Pflege überfällig. Natürlich putzte ich ihn täglich und brachte ihm Futter, aber richtig gearbeitet hatte ich mit ihm schon länger nicht mehr. Leider sah man das auch, denn der Gute hatte einen leichten Grasbauch, auch wenn es nicht allzu schlimm war.
      Ich stieg einfach über den Zaun hinüber, weil ich das Gatter nicht öffnen wollte. Luna, unsere 14 Wochen alte Hündin hatte ich diesmal vorne gelassen, um Midnight nicht zu überfordern. Ich erblickte ihn etwa 10 Meter weit von mir entfernt, er fraß gerade seelenruhig Gras. Ich ging au ihn zu und strahlte vor mich hin. Er hob kurz den Kopf und begutachtete mich, als wenn er sagen wollte "Ach du bist das. Willst du endlich auch mal wieder etwas mit mir machen?"
      Ich sah ihn schuldbewusst an und kraulte ihn an seiner Brust, seiner Lieblingskraulstelle. Er stupste leicht meine Jackentasche an, in der sich einige Leckerlis befanden und ich verstand sofort. Ich reichte ihm eins und er kaute genüsslich darauf rum. "Das sollte als Entschädigung reichen.", sagte ich ihm leise und nahm ihn am Halfter.
      Etwas später, nachdem ich ihn ausgiebig geputzt und gekrault hatte, legte ich ein marineblaues Pad auf seinen Rücken und legte ihm den Halsring um. Zugegeben, ich hatte nicht wirklich viel Erfahrung von Reiten mit Halsring, aber ich habe mich gut darüber belesen und hoffte, dass ich es umsetzen konnte. Zu Not hatte ich auch noch einen weiteren Strick dabei, sodass ich das Halfter schnell zu einer "Trense" umwandeln konnte.
      Ich stieg auf eine Kiste und schwang mein Bein auf seinen Rücken. Seine Ohren drehten sich zu mir und ich stieg auf, nicht wirklich leichtfüßig aber auch nicht so, dass es Midnight gestört hätte. Das Pad war bequem und ich nahm den Halsring in die Rechte.
      Wir ritten durch das Tor hinaus, das glücklicherweise offen stand. Ich hatte mich noch nicht wirklich an den Halsring gewöhnt, aber Midnight reagierte ganz gut darauf. Ich legte sowieso mehr wert auf Gewichtsverlagerung und Schenkeldruck. Wir überquerten schnell die Straße, trotzdem noch im Schritt, und gingen die Landschaft erkunden. Seit wir das letzte Mal umgezogen sind habe ich noch nicht nur ehr selten die Gegend hier erkundet. Wir hatten genug zu tun mit neuen Pferden u.Ä.
      Midnight war sehr flott unterwegs und ich entschied mich ihn nicht weiter zurück zu halten. Schließlich konnte er schon eine Weile nicht austoben. Er galoppierte los und es war anfangs schwer mich zu halten. Ich krallte mich an seiner Mähne fest und uckte mich leicht. Der Wind peitschte in mein Gesicht und meine Haare schlugen mir wild ins Gesicht.
      Ich weiß nicht wie lange wir so unterwegs waren, aber als wir umdrehten war die Sonne, die inzwischen durch die Wolken brach, ungefähr an ihrem höhten Punkt. Wir beeilten uns nach Hause zu kommen, weil ich noch einiges zu tun hatte. An der Straße mussten wir halten und ich klopfte Midnight lobend auf die Schulter. Es hat super Spaß gemacht, auch wenn meine Haare jetzt aussahen, wie die einer Vogelscheuche.
      Zurück in der Stallgasse gab es erstmal noch ein paar Leckerlis und Streicheleinheiten. Dann räumte ich das Pad und den Halsring Dann stieg ich wieder auf seiner Rücken, eleganter als vorhin, und trabte mit ihm zu den Koppeln. Um das Gatter aufzumachen musste ich allerdings absteigen und Midnight am Halfter festhalten. Ich öffnete das Gatter vorsichtig und schickte ihn hinein. Ich ging erstmal Richtung Haus, um meine Haare wieder einigermaßen in Ordnung zu bringen, bevor ich weitermachen würde...
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  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
    Hochgeladen von:
    AngieMaus
    Datum:
    15 Nov. 2014
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  • [​IMG]
    Name: Midnight Surprise
    Spitzname: Midnight
    Geschlecht: Hengst
    Rasse: Trakehner
    Geburtstag August 2009
    Alter: 5 Jahre
    Stockmaß:
    1,62 m
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    Mutter: Unbekannt
    Vater: Dschehim
    Geschwister: Unbekannt
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    Fellfarbe: dunkelbraun
    Mahne: Schwarz
    Schweif: Schwarz
    Abzeichen: Blesse;h.l.,h.r. Stiefel
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    Springen:E
    Millitary:E
    Dressur:E
    Distanz:E
    Western:E
    Galopp:E
    Fahren: E
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    Noch keine
    Erfolge
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    Midnight ist ein echtes Verlasspferd. Er ist nett und neugierig. Da er ein Hengst ist, sollte man jedoch immer wachsam sein, da er manchmal den Macho raushängen lässt. Seinen Artgenossen gegenüber kann er manchmal sehr dominant sein. Bei Menschen ist er dann jedoch wie ausgewechselt stets freundlich und schmusebedürftig.
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    Gekört/Gekrönt:Nein
    Vorgesehen für die Zucht: Ja
    Nachkommen: Nein
    Zu verkaufen
    : Nein
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    Besitzer/Besitzerin: AngieMaus
    Ersteller/Erstellerin:Sissicat
    Vorkaufsrecht:
    Sissicat
    Reitbeteiligung: Nein
    Tierarzt:Nein
    Hufschmied: Nein
    Steckbrief: by Wolfszeit​