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Bracelet

Master of Gold ♥

Unbekannt x Unbekannt <3

Master of Gold ♥
Bracelet, 28 Dez. 2015
    • Canyon
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      Distanztraining E → A | 15.544 Zeichen | © Canyon
      8. Januar 2016

      Fröstelnd wickelte ich mir meinen neuen Schal, welchen ich mir extra für solche Reisen in kältere Gebiete gekauft hatte, enger um meinen Hals, als ich das Flughafengebäude verließ.
      Wie immer war ich nur mit meinem Rucksack ausgestattet, der war einfach praktischer, als ein eckiger Koffer.
      „Irgendwo muss hier doch ein Taxi sein!“ murmelte ich in meinen Schal und schaute mich fragend um.
      Unter einer Baumansammlung, welche natürlich in dieser Jahreszeit keine Blätter mehr trugen, standen mehrere silberne Autos. Vielleicht waren das ja Taxis?
      Als ich näher kam, bewahrheitete sich dieser Gedanke und glücklich, endlich wieder der Kälte zu entkommen, ließ ich mich in das erst beste fallen.
      „Zum Gestüt Burning Sping bitte!“ bat ich den Fahrer, welcher sogleich den Motor startete und in schnellem Tempo das Flughafengelände verließ.
      Im Innern des Autos war es tatsächlich war, warm und rauchig und nach bereits wenigen Minuten wünschte ich mir, nicht so voreilig gewesen zu sein und mich bewusst für ein Taxi entschieden zu haben.
      Tapfer hielt ich es jedoch durch, bis ich ein Schild entdecken konnte, auf dem ich Burning Spring entziffern konnte.
      „So, wir sin' da.“ nuschelte der Fahrer. „Ik bekom' dreißig Euro von Ihnen.“
      Hastig holte ich mein Portemonnaie aus meinem Rucksack und bezahlte dem Fahrer das gewünschte Geld, legte sogar noch etwas drauf, jedenfalls wollte ich so schnell wie möglich raus hier!
      Das Gestüt, auf dem ich heute als Trainerin unterwegs war, gefiel mir gleich auf Anhieb. Vielleicht lag es daran, dass ich es mir genauso vorgestellt hatte, wie es jetzt vor mir lag.
      Ich schaute mich so begeistert um, dass ich gar nicht merkte, wie meine Freundin Bracelet auf mich zu kam und mich herzlich begrüßte, bevor sie mich in eine gemütliche Küche schleifte und für uns einen Tee ansetzte.
      Während wir gut gelaunt am Tisch saßen und reichlich Zeit hatten, nutzten wir diese und Bracelet erzählte mir von den drei Pferden, wegen welchen ich heute hier war.
      „Master of Gold und Party Shaker müssen nur auf A gebracht werden“, erläuterte sie mir. „Takada läuft allerdings schon A, muss also auf L gebracht werden. Wäre das möglich?“
      „Klar, dafür bin ich ja immerhin hier! Ich würde sagen, dann fangen wir heute mit Goldi und Party an, morgen würde ich dann meine restliche Zeit dafür verwenden, Takada eine Stufe höher zu bringen. Ab in den Stall!“
      Der warme Tee hatte auf jeden Fall mich nochmal so richtig erwärmt und so starteten wir zu zweit mit den beiden Hengsten.
      Da es uns beiden eindeutig zu kalt draußen war und wir nachher sowieso noch einige Zeit dem Wetter ausgesetzt sein würden, putzten wir die beiden Trakehner in ihren Boxen.
      Ich hatte mich für Party entschieden, da es vielleicht besser wäre, wenn Goldi von seiner Besitzerin geritten wird, damit der noch recht neue Hengst sich an sie gewöhnt und natürlich sie auch an ihn.
      Als wir mit dem Putzen fertig waren, ging es ans Sattel und in dem Moment, als ich meinem Schecken die Trense über die Ohren ziehen wollte, fiel mir ein, was ich diesmal vergessen hatte.
      „Meine Handschuhe!“, rief ich entsetzt aus, denn die siebzehn Kilometer Route, welche ich mir heute zu recht gelegt hatte, würde ich ohne nicht schaffen. „Ich werde erfrieren!“
      „Ach quatsch!“ tönte es aus der Box neben mir. „Ich habe unzählige Handschuhe, kann dir nur nicht versprechen, dass ich ein gleiches Paar finde. Aber ohne Handschuhe lasse ich dich nicht aufs Pferd, nachher hast du blaue Finger und den Anblick will ich mir ersparen.“
      Erleichtert bedankte ich mich bei ihr und trenste nun befreit von den Sorgen Party.
      Als auch Bracelet fertig war, ließ sie ihren Hengst kurz in der Box stehen und holte für mich warme Handschuhe, in welchen ich sicherlich nicht frieren würde.
      Wir führten die beiden Hengste nach draußen an die frische Luft, in welcher unser aller Atem gefror.
      Mit meinem Rucksack, in dem alle wichtigen Utensilien für einen Distanzritt verpackt waren, bewaffnet, führten wir die beiden Pferde vom Gelände des Gestüts und schlugen einen kleinen Reitweg ein, welcher uns auf ein kleines Wäldchen zu führte.
      Nach einigen Minuten des Führens hielten wir an, gurteten nach und zogen uns dann in die Sättel, denn der Sinn eines Distanzritts bestand ja darin, zu reiten.
      Obwohl Party Shaker nicht der Kleinste war, überragte mich Bracelet auf dem großen Master of Gold mich um Meilen. Immer wenn ich sie ansprach, musste ich zu ihr auf schauen und das wurde mit der Zeit echt anstrengend.
      Gemütlich liefen wir über den gefrorenen Boden eine kleine Weile im Schritt und als ich befand, dass es nun gut war anzutraben, trabten wir an.
      In Party Shaker's Trab verliebte ich mich gleich nach den ersten Schritten und ich konnte es gar nicht erwarten, die nächsten 1 ½ Stunden auf ihm zu traben.
      Auch Bracelet neben mir schien vollkommen mit ihrem Hengst zufrieden und so konnte das Training ja nur ein Erfolg werden.
      Als der Pfad, welchem wir folgten, langsam aber stetig anstieg, gab ich Party das Zeichen zum angaloppieren und in einem gemächlichem Galopp ritten wir den Hügel hinauf. Da mir der Weg oben allerdings zu uneben war und ich nicht das Risiko eingehen wollte, auszurutschen, parierte ich sogleich wieder in den Schritt durch. Auf dem Ritt würden wir noch genügend Möglichkeiten haben, bei denen wir schneller reiten konnten.
      Wir folgten nun im entspannten, aber trotzdem treibenden Schritt einem kleinen Bach, welcher auch auf der Karte, die Bracelet mir vor dem Start gezeugt hatte, eingezeichnet gewesen war.
      Als wir an einer Kreuzung ankamen, hielt in meinen Schecken an und drehte mich im Sattel zu Bracelet um, welche die meiste Zeit hinter mir geritten war.
      „Weißt du wo wir lang müssen? Geradeaus oder nach links abbiegen?“ fragte ich sie.
      Bracelet schaute sich kurz um und schien zu überlegen. „Es geht beides. Der Weg-“, sie zeigte auf den Pfad, welcher geradeaus führte „-führt auch nach Hause, aber ich würde den Linken nehmen, da kommt bald eine tolle Galoppstrecke, da könnten wir galoppieren.“
      Ich nickte. „Gute Idee, dann nehmen wir diesen Weg.“ sagte ich. „Vorher machen wir aber noch eine kurze Pause, da können die Pferde etwas trinken und da nehme ich gleich die Pulsfrequenz.“
      Etwas weniger elegant schwang ich mich von meinem Pferd und kramte dann meinen Pulsmesser aus dem Rucksack. Während beide Pferde genüsslich das kühle Wasser aus dem Bach tranken, nutzte ich die Chance und nahm von beiden die Pulsfrequenz.
      „Ausgezeichnet, bei beiden! Aber wir waren gerade ja auch lange im Schritt unterwegs, mal schauen wie es nachher ist.“ sagte ich und war zufrieden mit den Messungen.
      Auch Bracelet und ich tranken noch einen Schluck von unserem mitgebrachten Trinken und stiegen dann wieder auf die beiden Hengste. Immerhin war es ein Distanztraining und kein gemütlicher Wanderritt.
      Ich sortierte meine Zügel und lenkte Party dann nach links, Bracelet folgte mir auf Goldi.
      Fast schien es, als hätten die Hengste unseren Worten gelauscht, denn beide wollten das Tempo rasant anziehen und ich musste meinen Party stark abbremsen.
      Als es gar nicht mehr ging, hielt ich an und bat Bracelet, mir nach hinten etwas Platz zu geben. Dann richtete ich den Schecken rückwärts, was ihm gar nicht zu gefallen schien.
      Nach drei Schritt ließ ich ihn nach vorne frei und versuchte weiter Schritt zu reiten. Es schien, als hätte er kein Bock auf eine weitere Rückwärtsrichtung und hielt sich nun besser an meine Tempovorgaben.
      Als wir die Galoppwiese erreichten, von welcher Bracelet gesprochen hatte, trabten wir an und gingen irgendwann in einen langsamen Galopp über.
      Bei Distanzritten war es immer wichtig, so wenig Kraft wie möglich zu verschwenden und trotzdem so schnell wie möglich vorwärts zu kommen. Ein gemächlicher Galopp oder Trab war da perfekt.
      Auch nach der Wiese bauten wir immer mehr Tempowechsel ein und so schafften wir es in der vorgesehenen Zeit wieder zurück auf dem Gestüt zu sein.
      Trotz einer warmen Mützen, einem Schal und dicken Handschuhen war auch mir kalt und ich freute mich auf einen weiteren heißen Tee im warmem.
      Doch zu erst müssten auch die beiden Hengste versorgt werden, welche reichlich geschwitzt hatten und auch froh schienen, endlich wieder zu Hause zu sein.
      Nachdem wir abgestiegen waren, holte ich wieder einen Pulsmesser aus dem Rucksack und nahm erneut die Werte ab.
      Wie erwartet waren sie um einiges gestiegen, lagen allerdings noch im grünen Bereich.
      "Und damit", sagte ich zu Bracelet "Haben die beiden eine Aufstufung zur Leistungsklasse A erfolgreich gemeistert!"
      Bracelet schien genauso zufrieden wie ich mit dem Training, denn erfreutes Lächeln lag auf unser beider Lippen.
      Zusammen brachten wir beide Hengste wieder zurück in ihre Boxen, wo wir sie absattelten, fleißig putzten und ihnen dann ihre warmen Decken überwarfen, damit sie sich nicht erkälteten.
      Mit schnellen Schritten verließen wir den Stall und ließen uns wenig später vor einer warmen Heizung nieder, wo wir uns, mit einer dampfenden Tasse in den Händen, aufwärmten.
      Das Training mit Takada verschob ich dann auf morgen Vormittag, heute war es dafür aber schon zu spät, denn wir wären sonst erst nach Einbruch der Dunkelheit zurück und das wollte ich uns nicht antun.
      Trotzdem wollte ich schon heute anfangen, Takada kennenzulernen und hatte mich deswegen dafür entschieden, sie etwas zu longieren.
      So konnte ich mich gleich auf sie einstellen und sie hatte bereits ein kleines Vortraining, bevor ich morgen mit ihr etwa 25 Kilometer gehen würde.
      Nachdem ich mich genügend aufgewärmt hatte, zog ich mich wieder warm an und gingen wieder hinaus in die eisige Kälte.
      Takada stand noch auf der Koppel und so mussten wir sie erst noch von dort holen.
      Auch diese Stute war ein Schecke und da ich schon immer eine schwäche für diese gefleckten Kuhtiere hatte, fand ich sie sofort bezaubernd.
      Um das gute Verhältnis jetzt schon aufzubauen, holte ich sie von der Weide und führte sie auch den Weg zurück zum Stall.
      Bracelet und ich putzten die zutrauliche Stute, legten ihr dann einen Kappzaum um und führten sie in die Halle.
      Schon bei ihren ersten Schritten auf dem Zirkel merkte ich, dass diese Stute viel Potenzial hatte.
      Von vornherein lief sie entspannt und ruhig und ich konnte es kaum abwarten, morgen auf ihr zu sitzen.
      Zusammen mit Bracelet longierte ich die Stute eine Stunde lang. Nach hinten hin verlängerte ich die Trab- und Galoppphasen und obwohl Takada zum Ende hin immer feuchter wurde, ließ sie sich die Erschöpfung kaum anmerken.
      „Eine tolle Stute!“ sagte ich am Ende der Stunde zu Bracelet. Auch sie schien sie sehr zu mögen und schien froh, dass ich sie auch mochte.
      Takada brachten wir wieder in den Stall, ließen sie jedoch gleich in ihrer Box, wo sie sich gierig auf das Wasser und das Heu stürzte.
      Da die Zeit bereits gekommen war, holten Bracelet und ich auch all die anderen Pferde von den Koppeln, welche die Nacht in ihren Boxen verbringen würden.
      Nachdem auch alle gefüttert waren, gingen wir zurück zum Haus und lümmelten uns wieder in eine warme Ecke.
      Den Abend verbrachten wir gemütlich vor dem Fernseher, mit einer Tiefkühlpizza auf dem Schoß.
      Bracelet hatte mir ein kleines Zimmer her gerichtet, in welchem ich schlafen würde. In mein Bett fiel ich erst recht spät und blöderweise schmiss mich mein Wecker schon früh am Morgen aus dem Bett. Ich hatte mir schon immer mal vorgenommen, das blöde Ding beim nächsten Mal einfach zu Hause zu vergessen!
      Nach dem Frühstück brachten Bracelet und ich wieder zusammen die Pferde auf die Weiden, nur Takada ließen wir in ihrer Box, was sie gar nicht gut fand.
      Gründlich putzte ich die hübsche Stute, bevor ich sie sattelte und mich wieder mit meinem Rucksack ausrüstete.
      Bracelet wünschte mir, bevor ich aufstieg, nochmal viel Glück und sah dabei vielleicht auch etwas besorgt aus, denn auf diesem längeren Ritt bei diesen Temperaturen konnte so einiges passieren.
      Dann ritt ich vom Gelände und schlug den Weg ein, den wir auch gestern bereits geritten waren.
      Da ich mich hier nicht so gut auskannte, war das die sicherste Variante. Takada lief schon eine Stufe höher als die beiden Hengste von gestern und so achtete ich bei ihr auf Dinge, welche wichtig waren.
      Wie auch bereits gestern, passte ich mein Tempo der Umgebung an. Steinige Wege, Straßen oder zu steile Berge ging ich im Schritt, auf offenem Gelände oder guten Wegen erhöhte ich das Tempo und ging hier viel Trab und an den passenden Stellen auch Galopp.
      Ich merkte gleich, dass Takada viele Eigenschaften hatte, welche sie zu einem guten Distanzpferd machten.
      In den schnelleren Gangarten war sie recht zügig unterwegs, achtete aber trotzdem auf mich, den Reiter.
      Sie besaß die Ausdauer, die Nervenstärke und die Umgänglichkeit und ich erlaubte auf ihr ein Training, was ich auf nicht allzu vielen Pferden bisher erlebt hatte.
      Der erste Teil blieb der Gleiche, doch an einer Kreuzung nahm ich einen anderen Pfad, da ja heute nochmal einige mehr Kilometer zu reiten waren.
      Takada schien Freude an dem Ritt zu haben, auch wenn ihre Kraft merklich schwand. Nach der Hälfte legte ich eine kleine Pause ein, um die Pulsfrequenz der Stute zu testen. Ich war zufrieden mit meinen Messungen, denn auch sie lag im grünen Bereich.
      Nach der Pause ging es weiter. Takada und ich waren gestärkt und nun genossen wir die Landschaft.
      Leere Felder, blattlose Bäume und ein kalter Wind, welcher uns ins Gesicht wehte.
      Takada hielt gut durch und als wir auf den letzten Kilometern waren, galoppierte ich mit ihr das letzte Mal, bevor ich sie in den Schritt durchparierte und die müde Stute am langen Zügel auf das Gestüt zuritt.
      Einige hundert Meter vor dem Tor stieg ich von ihrem Rücken. Auch meine Beine drohten einzuknicken und ich brauchte einige Sekunden, bis sie sich wieder an das Gefühl gewohnt hatten, ein großes Gewicht zu tragen.
      Ich führte die verschwitzte Stute die letzten Meter zum Gestüt und sobald wir auf dem Hof angekommen waren, nahm ich noch einmal ihre Pulswerte. Sie waren deutlich erhöht und ganz knapp lagen sie unter dem Vorschriftwert. Ich wartete noch einmal fünf Minuten und nahm dann erneut ihre Werte. Diesmal war ich mit ihnen zufrieden und so brachte ich die Stute in den Stall und dann in ihre Box.
      Sie schien überglücklich, endlich wieder da zu sein und auch ich musste zugeben, dass dieser Ritt bei diesem Wetter viel von mir abverlangt hatte.
      Schnell sattelte ich sie ab, putzte sie über und legte ihr eine Decke auf.
      So schnell wie ich konnte, ging ich zurück zum Haus, ich brauchte jetzt dringen eine weitere Tasse mit heißem Tee! Immerhin musste ich in zwei Stunden wieder am Flughafen sein.
      Meine Freundin Bracelet fand ich in der Küche, wo sie mich erleichtert begrüßte.
      Bei einer Tasse leckerem Bambustee berichtete ich ihr in Ruhe von dem Ritt und als sie hörte, dass alles sehr gut verlaufen war, schien sie sich stark zu freuen.
      „Ich darf dir hiermit verkünden, dass deine Takada nun offiziell auf Stufe L starten darf. Sie ist echt ein tolles Pferd und hat viel Potenzial.“ fügte ich zum Schluss noch hinzu, während ich mein Handy zückte und ein Taxi zum Hof rief.
      Meine Tasche war gepackt und ich selbst war erstaunt darüber, wie schnell die Zeit auf dem Gestüt Burning Spring vorbeigegangen war.
      Als ich das Taxi auf den Hof fahren sah, umarmte ich Bracelet ein letztes Mal. Ich bedankte mich überschwänglich für die nette Gastfreundschaft und sie bedankte sich bei mir für das gute Training, was mich mit stolz erfüllte.
      Dann ging ich hinaus, stieg in das Taxi und winkte Bracelet ein letztes Mal. Vielleicht hatte ihr mein Training ja gefallen und ich würde bald wieder kommen können.
      Bracelet, ihre Pferde und vorallem den heißen Tee würde ich vermissen.
      Bracelet gefällt das.
    • Veija
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      März 2016, by Veija

      Master of Gold Dressur E-A, Dreaming Of Better Days Springen E-A, Christmas Joy Springen E-A, Costa de la Bryére Dressur M-S

      Lachend legte ich auf und steckte mein Handy wieder in die Tache. Backfett brauchte erneut meine Hilfe, diesmal sogar bei 4 Pferden, weshalb ich mir wieder meine fleißigen Helferbienchen zusammenrief und überlegte, welche drei ich mitnehmen könnte. "Wir haben ein M-S Dressurpferd, welches ich selbst mache. Dann zwei E-A Springer und einen E-A Dressurler", kündete ich die neuen Pferd an, zu denen ich fliegen würde. "Ich würde gerne eins der Springpferde machen, eventuell auch das Dressurpferd", sagte Aaron und sah zu Riley. "Das andere Springpferd würde ich machen", erklärte er und ich nickte. Mehr fehlende Leute konnte die Ranch nicht verkraften.
      Schneller als gedacht waren die Taschen gepackt, es wurde sich verabschiedet und unser Flugzeug hob ab. Nach einer Weile waren wir bei Bracelet angekommen und bezogen flink unser Zimmer, bevor wir die Pferde kennen lernten. Persönlich kannte ich nur Costa. Es freute mich zu sehen, dass der Hengst sich gut im Training machte und fleißig bei der Sache war. "Riley, Aaron schnappt euch die Springpferde und geht in die Halle, ich gehe mit Costa auf den Platz", erklärte ich und ließ die zwei dann alleine. Aaron ritt auf einem sicheren M-Niveau und Riley zwischen A und L, Aaron würde ihm aber alles beibringen, was er nicht wusste.
      Lächelnd schnappte ich mir also Costa, putzte und sattelte ihn und ging auf den Platz, wo sich sofort eine vorwitzige Bracelet hin verlief. "Willst du nicht selbst reiten?", fragte ich sie lachend und sie lief ein wenig rot an. "So gut bin ich leider noch nicht", murmelte sie zerknirscht. "Irgendwann kannst du das auch", munterte ich sie auf und ritt Costa erst einmal im Schritt, Trab und Galopp ordentlich warm. Dann wiederholte ich ein paar der Klasse M- Elemente, unter anderem Halten aus allen Gangarten, die starken Gangarten, Schulterherein, Traversale und Travers. Dann gönnte ich ihm eine lange Schrittpause, ehe ich an die S-Elemente ging. Heute würden wir uns 3 Dingen widmen, 6 Meter Volte im Trab und Galopp, 10 Meter Volte im Galopp und in Passage sowie durch den Zirkel wechseln mit fliegenden Galoppwechseln. Wir brauchten eine gute Stunde mit vielen Pausen dazwischen, ehe alles halbwegs klappte und ich Bracelet den Hengst in die Hand drückte. Ich streckte mich einmal. "Ein Dressursattel ist doch was ganz anderes, als ein Westernsattel", erklärte ich ihr lachend und ging dann in die Halle. "Die Springpferde sind für heute fertig, ich trainier Master noch 10 Minuten, dann ist er auch fertig", erklärte Aaron mir und ich nickte, schaute ihm jedoch noch eine Weile zu. Beim Mitteltrab und Mittelgalopp musste ich ihm jedoch ein wenig helfen. "Bein ran!", befahl ich ihm und auf einmal konnte Master auch schneller traben. "Lass es dann gut sein für heute", erklärte ich und wir verbrachten einen gemütlichen Abend bei Bracelet.
      Die nächsten Tage hatten wir viel zu tun. Die Pferde wurden morgens und abends trainiert, jeweils eine halbe bis dreiviertel Stunde, das reichte locker. Morgens wurde vom Vortag wiederholt, abends kamen neue Dinge dazu. Am vorletzten Tag schaute ich mir einen A- Springparcours von Dreamy und Joy an, den Aaron und Riley wirklich gut ritten. Es folgte ein Klasse A Dressurrritt von Aaron, bei dem ich öfter Kommentare in die Runde warf: 'Bein ran' 'Bein weg' 'Nimm die verdammten Zügela an!' und so weiter. Aaron wusste aber genau, wie es gemeint war, denn er kannte mich ja schon länger. Ganz zum Schluss ritt ich dann eine S-Klasse mit Costa, bei der ich Bracelet zum ersten Mal zeigte, wie schön der Hengst piaffieren konnte. Total begeistert kraulte sie den Hals des Hengstes, ehe wir alle Pferde wegbrachten und uns noch ein letztes Mal gemeinsam zusammen setzten und was aßen. Am nächsten Morgen rückten wir schon früh ab und erreichten unsere Ranch am späten Nachmittag.
    • Zion
      Besuch bei Bracelet

      by Zion

      Verschlafen. Mal wieder. Und heute war so ein wichtiger Tag, denn es ging zu Bracelet nach Slowenien. Schnell hatte ich mich angezogen und gewaschen. Angie drückte mir noch eine Lunchbox in die Hand. Ich umarmte sie kurz und rannte ins Auto um zum Flughafen zu fahren. Gerade noch so hatte ich den Flieger geschafft. Auf nach Slowenien!



      Da die liebe Bracelet gerade nicht da war, bat sie mich, dass ich ihre Pferde pflege. Vom Flughafen aus nahm ich ein Taxi und fuhr zum Gestüt.



      Dort angekommen zog ich mir die Reitsachen an und machte mich an die Arbeit! Zu aller erst ließ ich alle Pferde des Gestüts nach draußen um die Boxen auszumisten und Futter zu verteilen. Erstmal schickte ich Dempsy, Vaconda, Vintage Gold, Winterzauber und Dreaming of better Day in die Führanlage. Anschließend durften sie zusammen mit Christmas Joy, HGT's Nightmare, Takada und Take my Hand auf die Stutenweide.



      Als nächstes waren die Trakehnerhengste dran:

      Erstmal scheuchte ich It's Showtime, Master of Gold, Batman's Rendezvous, Costa de la Bryére, Deo Volente, N'oubliez jamais, Party Shaker, Seattle's GT'aime und Waldjunge in der riesigen Halle umher. Danach durften sie sich welzen nach Lust und Laune. Nun war schon einiges an Zeit vergangen und ich brachte die Trakehner in den Stall und machte weiter.



      Nun waren die Jungpferde und Fohlen dran, alle durften auf der Weide rumtoben. Also brachte ich VK Gunna Whiz, Backfett, Bambina, Capri, Caddylack und Chestnut nach draußen.



      Also nun fast fertig mit der Arbeit, machte ich mich an den Nebenstall. Angels Kiss, Birdcatcher, Black Pearl, Donella, Golden Eye, Herbstblüte, I've got the move like jagger, Simple little Melody und Sir Donnerhal hatte ich bereits nach draußen geführt und brachten nun den anderen Teil des Stalls nach draußen. Es war nur noch 1 Pferd da und zwar Wastl. Nun war es vollbracht! Alle Pferden waren versorgt und ich konnte nach Hause fliegen.
    • Bracelet
      Hufschmiedbericht
      7. Juli 2016

      Noch gähnend kam ich morgens in den Stall, wo meine Stallburschen mir einige Pferde bereits fertig geputzt und hergerichtet hatten. Diesmal wurde aber nicht geritten, sondern renoviert. Sozusagen. Es sollte nämlich den alten Hufeisen meiner Pferde auf den Leim gehen. Genau handelte es sich hierbei um Costa de la Bryére, I've got the moves like Jagger, Vintage Gold und Master Of Gold.
      Costa war dabei mein erstes Opfer. Er gab sich gewohnt gelassen und arbeitete gut mit; blieb brav stehen, gab Huf wenn ich es von ihm verlangte und zeigte sich Geduldig. Costas Hufe wurden zuerst ausgeschnitten und korrigiert. Anschließend bekam er dann Stolleneisen für das kommende Jolympia. Genaugenommen waren es extraleichte Eisen mit Stollenlöchern, die bei Bedarf mit Stollen ausgestattet werden konnten. Dann war Costa auch schon fertig und durfte zurück in seine Box, wo er eine Extraportion Müsli bekam.
      Jagger war die nächste. Auch meine hübsche Roanstute zeigte sich gehorsam und machte es mir nicht schwer. Sie bekam eine ausgiebige Hufkontrolle, eine leichte Korrektur und neue Eisen. Bei ihr handelte es sich um normale Aluminiumeisen.
      Danach ging es an Vintage und Master. Die Hufe meiner beiden Pferde wurden ebenso kontrolliert und ausgeschnitten. Eine Korrektur war bei ihnen nicht möglich. Dennoch sollten sie Eisen bekommen. Master bekam dabei spezielle Kunststoffeisen mit Stollenlöchern. Der Kunststoff wirkte sich bei Springpferden sehr positiv aus, da er Stöße besser dämpfte als andere Beschläge. Dennoch nutzte sich dieses Material sehr schnell ab, weshalb ich nun wohl öfter an seine Hufe müsste. Vintage hingegen bekam herkömmliche Stahleisen, da sie mit diesen sehr gut lief und ich bei ihr keine Experimente wagen wollte.
      Damit war ich auch schon wieder fertig mit dem Hufschmiedsdarsein und konnte mich mit Dreamy beschäftigen, die heute eine kleine Bodenarbeitssession bekam.​
    • Bracelet
      Hufschmiedbesuch
      20. Juli 2016

      Heute war wieder einmal einer der anstrengenden Tage im Leben gekommen. Der Routinetermin beim Hufschmied stand an und bevor ich mein Amt in ein paar Wochen niederlegen würde musste ich ein letztes Mal an die Hufe meiner Pferde. Hufe, Hufeisen - irgendwie konnte ich den ganzen Kram nicht mehr sehen. Umso mehr freute ich mich nun auf die Tage in denen ich stattdessen Jungpferde ausbilden würde und mit erfahrenen Pferden arbeiten könnte um Feinheiten zu verbessern. Auch bei meinen eigenen Pferden würde ich also bald Hand anlegen dürfen - ich wartete nur noch auf die Bestätigung und meiner Trainerlizenz.
      Nun seufzte ich allerdings erstmal und arbeitete Box für Box ab. Begonnen wurde mit Dempsey. Sie lief bisher barfuß und sollte heute beschlagen werden. Zuerst musste ich ihre Hufe allerdings kontrollieren: Alles in Ordnung. Dann wurde noch schnell aber gründlich ausgeschnitten und anschließend folgte auch schon der neue Beschlag.
      Damit wanderte ich auch schon zur nächsten Box: Vaconda; mein süßes Alterchen. Alt war sie nicht wirklich aber in meinem Stall, in dem beinahe nur Pferde unter 7 standen stach die 13jährige Stute natürlich etwas heraus. Hufzustandsmäßig aber ganz und gar nicht. Deswegen war ich bei ihr auch sehr schnell fertig. Ausschneiden und ein wenig Hufbalsam, dann war's das auch schon wieder.
      Next: Winterzauber. Wizza war heute eher müde und etwas träge, weshalb ich mir etwas Sorgen machte. Allerdings schätze ich, dass dies mit den Hormonen im Zusammenhang mit ihrem Fohlen stand. Mein Hufschmiedbesuch bei meiner Braunen verlief absolut komplikationslos und am Ende waren ihre Hufe wieder in bester Ordnung. ,,Feines Mädchen.'',sagte ich liebevoll und tätschelte ihren Hals.
      Dreaming Of Better Days war die nächste. Als ich zu ihr kam kaute sie gerade an ihrem heu, ganz genüsslich und zufrieden. Dreamy schien also von dem von mir verordneten Zwangstag Boxenruhe für alle meine hufschmiedbedürftigen Pferden wenig betrübt zu sein. Nur mein Herumwerkeln an ihren Hufen schien etwas zu stören - beim fressen nämlich. Dennoch hielt sie brav still und erleichterte mir meine Arbeit. ,,So. Fertig.'',sagte ich dann und gab ihr noch eine Karotte.
      Anschließend ging ich in die Futterkammer und holte ein paar Kräuter, welche ich unter WInterzaubers Extrafutterportion mischte. Sie sollten sie etwas aufputschen und den Kreislauf stabilisieren. Sie nahm das ganze dankbar an und ich blieb noch ein wenig bei ihr.
      Dann ging ich zu Christmas Joy. Sie war im Gegensatz zu Dreamy wenig begeistert über die Zwangsruhe. Sie lief nämlich kreise in ihrer Box als ich kam. ,,Hee.'',sagte ich und sie fuhr kurz zusammen. Im nächsten Moment aber spitzte sie ihre Öhrchen und kam neugierig auf mich zu. Ich streichelte sie einige Zeit lang und untersuchte dann gründlich ihre Hufe. Auch ausgeschnitten und neu beschlagen wurde mein Schimmelchen. Sie zeigte sich geduldig. ,,Gute Joy.''
      Nighti war mein nächstes Opfer. Mein rabenschwarzer Liebling. Trächtigkeitsbedingt war ich sie schon sehr lange nicht geritten, was ich sehr bedauerte aber sich möglicherweise bald ändern könnte. Mal schauen - vielleicht ließ ich sie auch Koppelpferdchen sein, zumindest noch eine gewisse Zeit lang. Meine Stute wurde untersucht, ausgeschnitten, etwas korrigiert und ebenso neu beschlagen. ,,Brave Maus.'',sagte ich dann sentimental und ließ sie in ihrer Box zurück.
      Take my Hand und Takada erledigte ich daraufhin sozusagen in einem Aufwasch. Auch sie wurden behutsam ausgeschnitten, nach ausführlicher Kontrolle natürlich, und beschlagen.
      Dann ging's an meine Trakehnerhengste. Deo Volente, Batman's Rendezous, N'oubliez Jamais, Party Shaker, Seattle's GT'aime und Waldjunge. Sie alle bekamen ebenso das selbe Routineprogramm wie meine Stuten und die selbe Arbeit sollte bei den Pferdchen im Nebenstall folgen.
      Sookie, Birdcatcher, Angels Kiss, Black Pearl, Golden Eye, Donella, Herbstblüte, Simple Little Melody, Wastl und Donnerhall. Bei ihnen allen das selbe Prozedere. Es war wirklich mühsam. Wie froh ich doch war diese monotone Arbeit zukünftig nicht mehr verrichten zu müssen.
      Am darauffolgenden Tag machte ich auch noch It's Showtimes Hufe. Der Hengst zeigte sich dabei gewohnt vorbildlich und erfreute sich danach einer ausgiebigen Streicheleinheit.​
    • Bracelet
      Der Umzug in die Traumheimat Schweden
      16. August 2016

      Freitag. Wie immer ein absolut fantastischer Tag. Dieser Freitag, dieser Freitagmorgen, sollte jedoch ein ganz besonderer Tag in meinem Leben werden. Beinahe ein Jahr hatte ich auf diesen besonderen Moment hingearbeitet und nicht mal in meinen kühnsten Träume hätte ich gewagt mir diesen auszumalen. Doch nun war er tatsächlich gekommen: Der Umzug nach Schweden; mit all meinen Pferden, ohne meine Familie, ohne all meine Freunde. Der Sprung ins Unbekannte. Die Abreise von allem was ich bisher kannte und liebte. Meine Selbstverwirklichung in einem von mir selbst geplanten Reit und Sportpferdezuchtstall. Das One-Way Ticket auf ein absolut gigantisches Areal, welches ich seit einem dreiviertel Jahr offiziell mein Eigen nennen durfte und bebauen ließ, im schönsten Land das ich bisher kennengelernt habe.
      ,,Guten Morgen.'',sagte meine Mutter lächelnd und strich mir über die Wange. Ich presste meine Augen zu und versuchte diese nun mit Mühe zu öffnen. ,,Guten Morgen Mum.'',entgegnete ich dann und blickte in ihr Gesicht. Obwohl sie ein breites Lächeln auf den Lippen hatte wusste ich dennoch, wie traurig sie dieser Tag machte. Ich hatte die letzten drei Tage mit ihr verbracht. Doch nun war die Zeit gekommen zu gehen. Ich wusste, dass ich sie wieder sehen würde, dass sie öfter übers Wochenende zu mir fliegen würde. Doch nichts würde je sein wie früher und es würde jedes Mal zweieinhalb Stunden dauern bis ich bei ihr wäre. ,,Ich hab dich lieb.''
      Dies waren dann auch die letzten Worte zu ihr und meinem Vater, kurz bevor ich ins Auto stieg und nun zu meinem alten Gestüt fuhr. Burning Spring. Wenn ich auch eine wunderschöne Zeit hier hatte wusste ich, dass es seinen Glanz längst verloren hatte. Seine Zeit war um. Zumindest die Zeit in der ich hier mit meinen Pferden lebte und diese den Hof so lebendig machten. Die neuen Besitzer würden es wohl, zumindest die nächsten Monate, brach legen. Traurig. Dies war das zweite Mal an diesem Tag dass ich meine Tränen ersticken musste. Dabei wand ich meinen altbewährten Trick an und presse meine Zunge gegen meinen Gaumen.
      Wehmütig ging ich ein letztes Mal ins Haupthaus. Nur um die Liste meiner Pferde zu holen. Sie und jeweils eines ihrer Halfter mit Strick, Transportgamaschen und Abschwitzdecke waren alles was noch hier war. Beim Personal hatte ich mich vor einer Woche verabschiedet. Die letzten Tage hatte ich alle Pferde zusammen mit meiner Mutter selbst versorgt. Nun war ich alleine hier. Nur die Mitarbeiter des Transportunternehmens waren ebenfalls anwesend. Sie waren mit acht riesigen Pferdetransportern gekommen, mit welchen meine Lieblinge anschließend zum Flugharfen gebracht werden sollten.
      Ich half beim Verladen. Im ersten LKW standen zum Schluss Waldjunge, Party Shaker, Deo Volente und Sir Donnerhall; im Zweiten Takada, Take my Hand, Dreaming of better Days, Vaconda und Simple little Melody; im Dritten Angels Kiss, Donella, Herbstblüte und Bambina; im Vierten Sookie mit Kameradin Birdcatcher und I've got the moves like Jagger; im Fünften Seattle's GT'aime, N'oubliez Jamais, Costa de la Bryére und Wastl; im Sechsten HGT's Nightmare, Vintage Gold, Dempsey und Winterzauber; im Siebten Batman's Rendezvous, Master of Gold, Black Pearl, Golden Eye und Chestnut; im Achten, letzten Hänger, die Stute Christmas Joy mit den vier Fohlen Capri, Backfett, Caddylack und der Junghengst, am weitesten weg von der Stute, VK Gunna Whiz.
      Ich ging ein letztes Mal die Pferde durch, zählte die Equidenpässe durch, unternahm einen letzten Rundgang auf dem Gestüt und kontrollierte alle Richtlinienbestimmungen, Papiere und Genehmigungen. Dann konnte es los gehen. Adieu Burning Spring.
      Die Lastwagen rollten vom Gestüt. Gleich taten es ihnen meine Tränen über die nun nassen Wangen. Ich versuchte sie mir mit den Fingern zu trocknen. Erfolglos. Dann stieg auch ich in meinen schwarzen Volvo-Geländewagen und stieg in die Pedale. Ich folgte den Pferdetransportern circa zwei Stunden zu einem Flugharfen, weit außerhalb unserer Heimat Velenje, Slowenien, gelegen. Hier wurden wir von einigen Mitarbeitern des Flugplatzes eingewiesen. Ich stieg anschließend aus meinem Wagen, welcher ebenfalls nach Schweden geflogen wurde und gab zu allererst den Schlüssel ab. Dann musste ich gefühlte tausend Formulare ausfüllen und alle Impfpapiere meiner Pferde vorlegen.
      Erst dann durfte ich beim Aus- und wieder Verladen meiner Pferde mithelfen. Beinahe alle von ihnen standen nun zum ersten Mal in einem Flugzeug. In diesem gab es spezielle Boxen, welche natürlich sehr platzsparend und damit klein gehalten waren. Wie immer sollte es vor allem bei einem ganz bestimmten Hengst ein Problem geben: Deo Volente. Der Rappe, welcher mich Tag für Tag auf die Palme brachte, da er einfach zu viel Energie und Temperament besaß. ,,Brrrr.'',sagte ich dennoch in ruhiger Tonlage. Erfahrungsgemäß war dann kurz Ruhe, was auch jetzt der Fall war; Deo ging gehorsam in die Box. In der nächsten Sekunde jedoch riss er den Kopf hoch, die Vorderbeine folgten und er verfehlte mich nur knapp mit einem Tritt. ,,Deo!'',schrie ich und schnalzte mit dem Strick. So rettete ich mich aus der Box und schloss sie hinter ihm. Allmählich wurde dies zu ein Problem. Auch unterm Sattel wurde der Sechsjährige täglich unkontrollierbarer. Deswegen hatte sich der Gedanke in meinen Kopf geschlichen ihn nicht vielleicht legen zu lassen. Der Sicherheit wegen.
      Kurz danach standen alle Pferde in ihren Flugboxen. Leider hatte sich dank Deo Volente, der nach wie vor in seiner Box wild auf und absprang, allgemeine Unruhe eingeschlichen und der Tierarzt musste beginnen die Pferde zu sedieren, beziehungsweise ihnen Beruhigungsmittel zu verabreichen. Leider war während der Tierarzt durch die Reihen ging die Unruhe bei einem anderen Junghengst übergekocht. Ausgerechnet Chestnut, mein dreijähriges, selbst gezogenes Nachwuchspferd kämpfte mit sich selbst, hatte Panik und damit extrem hohen Puls, weshalb er bereits keuchte. Der Tierarzt gab ihm deswegen etwas ganz besonderes, fragt mich nicht was, das half. Es tat wirklich weh das mit ansehen zu müssen.
      ,,Tief durchatmen.'',befahl ich mir selbst und schluckte wiederwillig. Dann trat ich vom Flugzeug zurück und wurde von einem Mitarbeiter mit einem dieser putzigen mini-schrägstrich-Golf-Wagen zu meiner Propellermaschine gebracht.
      Zwei Stunden später landete ich in Schweden und hier wurde es wieder mühsam: Formulare ausfüllen, Gesundheitsnachweise, Bewilligungen und zig andere Papiere mussten erneut ausgefüllt und vorgezeigt werden.
      Dann, ungeschlagene zweieinhalb Stunden später, durfte ich zu meinen Pferden. Das gemietete Transportunternehmen hatte bereits alle Pferde in die LKWs umgeladen. Ich kontrollierte dennoch noch einmal ob alles richtig gemacht wurde. Anschließend stieg ich zu einem der Fahrer in den Wagen. Mit dem Herrn Eriksson hatte ich bereits im Vorfeld telefoniert. Es war erfrischend, dass er noch Deutsch mit mir sprach, da mein Schwedisch noch sehr eingerostet war, wenn ich es vor ein paar Monaten auch noch relativ gut konnte.
      Eine dreiviertel Stunde fuhren wir bis zum Tor meines Traumanwesens. Ich kramte meine Fernbedienung aus der Handtasche und drückte auf das kleine, weiße Schlüsselsymbol. Daraufhin öffnete sich das schwarze Metalltor augenblicklich und die Transporter fuhren durch zum Parkplatz. Hier begann ich die Pferde auszuladen. Von hier ging es für die Pferde, natürlich nachdem Decken und Gamaschen abgenommen wurden, auf die flachen, weiten Weiden des DVTS.
      Ich verabschiedete mich anschließend bei Nils Eriksson und ging in meine neuen Ställe. Die Boxen mussten gut verteilt und beschriftet werden. Anschließend ging ich das Anwesen ab. Abgesehen von den traumhaften Stallungen und Weiden fand man auf dem Den Vacker Trakehner Stud alles was das Herz eines Pferdemenschen begehrte: Ausreitwege, Paddocks, ein tolles Hauptgebäude mit Stüberl, Dressurarena, Springhalle, Dressurviereck, Springplatz, Roundpen, Geländestrecken, Schrittmaschine, Laufband, ein Solarium unter welchem während meines Rundganges It's Showtime gerade massiert wurde, und sogar eine kleine Grasrennbahn. Es war traumhaft.
      Als die Sonne unterging saß ich im Gras der Stutenkoppel und beobachtete Vina neben mir, wie sie genüsslich einige Halme ausriss und die Büschel herunterschlang. Als könnte sie meine Gedanken lesen blickte sie kurz zu mir hoch, beäugte mich mit ihren braunen Ponyaugen und schnaubte glücklich. Hach, was für ein wunderbarer Ort für Pferd und Reiter.​
    • Bracelet
      Fahrtraining E-A
      August 2016

      Diesen Monat stand ein ganz besonderes Projekt auf dem DVTS an. Meine Hengste Deo Volente, Master Of Gold, Party Shaker und Sir Donnerhall sollten im Geschirr zur Klasse A ausgebildet werden. Anforderungen dafür gab es jede Menge und das auch noch in drei verschiedenen Sparten. Dressur auf dem Platz, Geländefahren und Hindernisfahren. Doch langweilig Ein- oder Zweispännerfahren war mir zu langweilig - wenn schon denn schon. Dies dachte ich mir an diesem Tag, als ich mutig wie ich war den Trainingsplan ans Whiteboard schrieb. Diese Entscheidung würde ich wohl noch bereuen. Immerhin waren es vier Hengste und dann bestand der Vierspänner auch noch aus Deo Volente, der mich wirklich immer auf die Palme brachte und Master, bei dem ich das Fahren mit dem Einspänner aufgegeben hatte. Er hatte einfach zu viel Energie um ruhig vor dem Wagen herzutrotten.
      ,,Wüüh.'',gab Deo schon von sich als ich zum Putzen in die Stallgasse kam und schnaubte hengstisch. Ich seufzte genervt und bat mein Personal ihn mir fertig zu machen. Master und Party wurden von meiner Bereiterin geputzt. Dann machte ich mich an meinen Hannoveraner Sir Donnerhall. ,,Na mein Schatzi?'',murmelte ich während ich den Großen mit zwei Fingern am Nüstern streichelte. Anschließend putzte ich ihn und stattete ihn mit Geschirr und Trense aus. Ebenfalls bekam er dunkelbraune Gamaschen, Streichkappen und Hufglocken, damit er sich nicht verletzte.
      Dann ging ich mit ihm zum Wagen, wo ich ihn mit den anderen Pferden vor die Kutsche spannte. Master Of Gold und Deo Volente kamen am nächsten an den Wagen. Sie hatten die meiste Energie und Kraft um die Kutsche zu ziehen. Vorne Sir Donnerhall und Party Shaker. So ging es dann auch schon los.
      Zuerst ging es auf den Platz, wo das Gespann sich erstmal einlaufen sollte. Wie erwartet führten Donnerhall und Party ausgezeichnet. Deo machte Probleme. Ebenso wie ich es mir gedacht hatte. Doch durch die anderen Drei war er mehr oder weniger gezwungen sich halbwegs zu benehmen.
      Die darauffolgende Woche arbeitete ich mit ihnen an ihren Dressurskills. Die nächste an dem Hindernisfahren und dann am Geländefahren. Von Tag zu Tag wurde es besser und auch Deo benahm sich, da ich ihn sehr vorderte; zusah, dass er in den Wendungen das meiste Gewicht ziehen musste. Klang unfair, war aber außerordentlich effektiv und ihm schien das Training gefordert auch mehr Spaß zu machen.
      Am Ende des Monats konnte ich stolz sagen, dass mein kleiner Vierspänner auf A-Niveau lief.​
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      Springtraining L-M
      Oktober 2016

      Obwohl mir die Kälte des heutigen Tag absolut zusetzte musste ich zwangsläufig früh aus dem Bett. Noch verschlafen zog ich mir meine Jacke über und schlüpfte in meine Reithose. Noch schnell die Stiefel angezogen, schon stand ich im Stall. Master Of Gold spitzte sofort neugierig die Öhrchen und streckte seinen Kopf aus seiner Box. Er beäugte mich neugierig während ich durch grinsend durch die Stallgasse ging. Als ich mit der Schubkarre, voll beladen mit Heu, vorfuhr schaute Master noch immer aus seiner Box. Er war ein wirklich intelligentes Pferd mit einer absolut genauen inneren Uhr. Heute schien er aber wirklich hungrig zu sein, weshalb er als erster seine morgendliche Ration bekam. Er sollte anschließend dann auch als erster gearbeitet werden. Der nächste im Bunde war Batman's Rendezvous, der heute noch entspannt döste, als ich seine Box öffnete. ,,Guter Junge.",sagte ich dann und tätschelte ihn am Hals als er versuchte der ganzen Sache Begeisterung abzugewinnen.
      Nachdem ich auch alle übrigen Pferde mit ihrem Heu verpflegt hatte ging ich in die Sattelkammer und putzte Masters Trense. Dann wischte ich noch schnell über den Sattel und hängte die beiden Dinge über meinen Transportcaddy, wie ich diesen zu nennen pflegte. Darauf stellte ich auch Masters große, schwarze Putzbox. Anschließend suchte ich mir noch eine hübsche Schabracke aus und nahm Masters Hartschalengamaschen, welche ich samt Hufglocken ebenfalls auf den Caddy legte.
      Dann ging ich damit wieder in die Stallgasse, wo ich mein Zeug neben Masters Box abstellte. Daraufhin ging ich zu ihm hinein und nahm seine Stalldecke herunter. Damit er allerdings nicht frieren musste warf ich ihm seine Abschwitzdecke über und halfterte ihn anschließend. ,,Komm.",sagte ich und er folgte mir brav in die Stallgasse, wo ich ihn links und rechts anband und begann ihn zu putzen.
      Anschließend stattete ich ihn mit seinem Springzubehör aus und zog meine Reithandschuhe und meinen Reithelm an. Dann nahm ich noch schnell meinen Springstock und ging mit meinem großen Braunen in die Springhalle, wo ich aufstieg und ihn erstmal im Schritt warm ritt.
      Diesen Trainingsmonat sollte er sicher einen M-Springparcours gehen können und dann offiziell auf dieser Leistungsklasse stehen. Die Höhe war absolut kein Problem für ihn. Doch die Weite und Technik war noch nicht perfekt. Bei der Weite verkalkulierte sich der Hengst immer wieder und auch mit der Distanz haderte es. Obwohl ich ein gutes Auge hatte war es für Master teilweise unmöglich richtig weg zu springen. Er sah die Distanz nämlich überhaupt nicht und vertraute mir je höher es wurde immer weniger. Eher ergriff er Eigeninitiative und sprang dann teilweise ins Hindernis oder viel zu hoch darüber hinweg.
      Zum Aufwärmen trabte ich ihn dann ein wenig vorwärts abwärts und ließ ihn erst locker galoppieren, während ich in den leichten Sitz ging. Dann nahmen wir drei mal ein kleines Kreuz und dann eine kleine Kombination aus Oxern der Klasse E.
      Erst dann ging es langsam ans Eingemachte. Drei L-Hindernisse ließ ich ihn in Folge springen ehe ich mich dann an niedrige M Höhe herantastete. Erst klappte alles gut doch als es dann breiter wurde ließ sich Master erneut schwer taxieren. Ich hatte wirklich hart zu arbeiten. Dennoch verlief das Training anschließend sehr gut und Master mauserte sich.
      Zu guter letzt ging ich am Platz etwas mit ihm Schritt ehe ich abstieg und ihn anschließend auf die Weide stellte.
      Batman nahm ich dann im fliegenden Wechsel auch gleich von der Koppel mit. Wie immer war er absolut eingesaut, weshalb ich eine gefühlte Ewigkeit an ihm herumputzte. Vor allem an den weißen Stellen seiner Scheckung war der Dreck sehr hartnäckig.
      Als er dann endlich fertig war stattete ich ihn mit seinem Springsattel und Gamaschen aus. Dann trenste ich ihn und ging mit ihm auf dem Viereck Schritt. Anschließend ging es auf die Rennbahn wo ich an Batmans Ausdauer und Schnelligkeit arbeitete. Er sollte am Ende des Monats auf Klasse L in Sachen Galopp stehen, was eine gute Basis für zukünftige Warmblutrennen darstellen sollte, was meinem Allrounder absolut lag und Spaß machte.
      Am Ende des Tages war ich absolut zufrieden mit meinen beiden Pferden und am Monatsende konnte ich guten Gewissens sagen, dass das Trainingsziel bei Beiden ausreichend erfüllt war.​
    • Bracelet
      Graue Stunden
      1. Februar 2017

      Die beißende Kälte hatte mittlerweile die Mauern meiner Schützenden Behausung durchdrungen und nagte nun einmal mehr an mir als ich um halb fünf Uhr morgens aus meinem Bett stieg. Ich hüllte mich in eine dicke Wollweste und ging die Treppen des Haupthauses hinunter. Nie hätte ich gedacht, dass mir Kälte so viel ausmachen würde; war ich doch immer ein sehr unempfindlicher Mensch diesbezüglich gewesen. Doch dies war auch der erste Winter im neuen Heim, der erste Winter in Schweden, den ich miterlebte. Doch es lang nicht an den eisigen Temperaturen, dass ich die ganze Nacht nicht schlafen konnte. Während ich mir den Kamin einheizte versank ich dann endgültig in Gedanken. Meine Sorgen kamen wie schon so oft von meinem Deo Volente. Der Rappe brachte mich nun seit über drei Jahren regelmäßig auf die Palme, oder eher hinaus ins Universum. Schon als ich ihn bekam wusste ich, was ich mir da aufhalste. Er war absolut kein leichtes Pferd. Wofür andere zwei Wochen brauchten brauchte Deo vier. Einfach und alleine schon aus dem Grund, dass er einfach nicht mitarbeiten wollte. Andere Pferde taten sich schwer und der Trainingserfolg verzögerte sich deswegen. Bei Deo war es schlicht und ergreifend einfach sein Sturschädel, der jede noch so kurze Trainingseinheit mit ihm zu einer nervenaufreibenden Sache machte, die nicht selten mit meinem Unfreiwilligem Abstieg endete. Nein, an Deos Potential lag es nicht. Davon hatte er genug und dies war einer der Gründe dafür, dass ich einer Freundin vor kurzem erzählt hatte, dass ich überlege den rabenschwarzen Wildfang zu verkaufen und genau diese Freundin hatte sich vor einigen Tagen bei mir gemeldet und ihr Interesse bekundet.
      Seufzend saß ich beinahe eine Stunde vor meinem Kamin und starrte in die Decke. Es war so traurig. Aber es würde wohl das Beste für ihn sein. Hier auf dem DVTS würde er nicht weiter kommen. Er würde praktisch verstauben weil ich mich immer vor dem Training mit ihm drückte und Anastasia wollte ich das nicht antun. So hart dies klang. Es war einfach zu gefährlich und ich wollte nicht die Verantwortung dafür übernehmen, wenn mein Rappe seine fünf Minuten bekam und sie dabei verletze.
      Hustend verließ ich dann meinen bequemen Sessel, zog mich schnell um und ging in den Stall um die Pferde zu verpflegen. Als ich die Stallgasse betrat beäugte mich auch schon meine Hummels Enterprise. Sie schien nichts dagegen zu haben heute schon etwas früher an ihr Heu zu kommen. Sie zauberte mir ein kleines Lächeln auf die Lippen und ebenso taten es Dempsey, Vaconda und Christmas Joy, die ihre Hälse nun ebenfalls neugierig in die Höhe ragten. Ich schlenderte also hinüber zur Futterkammer und ging dann bewaffnet mit Scheibtruhe, Heugabel und Heu die Boxen ab. Dabei begann ich bei Take my Hand und Takada. Die letzte war Dreaming Of Better Days, die sich am gelassensten gab und am wenigsten Hunger klagte.
      Anschließend verschlug mich meine Morgenmotivation, oder wohl eher mein Ablenkungsritus, in die Sattelkammer, wo ich beschloss, dass es an der Zeit war neue Schabracken unter die Sättel zu geben. Mein Neuling Roommate zum Beispiel hatte noch nicht mal eine. Dies änderte sich nun. It's Showtime stieg von Dunkelblau auf Weinrot um, Batman's Rendezvous von Grün auf Beige, Master Of Gold von Weiß auf Schwarz und N'oubliez Jamais von Hellblau auf Pastellgelb. Danach putzte ich noch eine knappe halbe Stunde die Trensen meiner Spitzenhengste Seattle's GT'aime und Costa de la Bryére.
      Als dies auch vollbracht war brachte ich meinen Party Shaker zusammen mit Waldjunge raus aufs Paddock. Ich sah den Beiden anschließend kurz zu und brachte dann Romulus, Sir Donnerhall, Wastl, Nephilim und Vina auf die Weide. Ihnen folgten Scarlet Sun, Pinochio, Sookie, Birdcatcher, Black Pearl, Herbstblüte, Donella, Golden Eye, Angels Kiss und I've got the moves like Jagger.
      Dies lenkte mich eine Zeit lang ab. Inzwischen waren auch meine Mitarbeiter schon auf den Beinen und freuten sich einen Kaffee länger genießen zu dürfen, da ich die Pferde ja schon auf die Koppeln gebracht hatte. Nur Anastasia traf ich in der Stallgasse an. Sie hielt ihren Reitplan in den Händen und grübelte ob sie nun mit Only Known in Texas oder Simple Little Melody beginnen sollte. Ich grüßte sie nett und ging holte Hollywood King Guns Putzzeug. Diesen putzte ich ausgiebig und schmuste ein wenig mit ihm. Ich hatte ihn leider noch nicht sehr lange aber jeder Tag mit ihm brachte mir eine Menge an Glücksgefühlen. So auch heute.
      Nachdem ich Husky, wie wir ihn zu nennen pflegten, in der Halle gearbeitet hatte ging es für mich am heutigen Tage zu den Jungpferden. Chestnut und VK Gunna Whiz trainierte ich momentan gerade für das bevorstehende Anreiten. Sie machten sich sehr gut, weshalb ich diesem sehr positiv entgegenblickte.
      Leider war der Tag nun noch immer nicht vorbei und meine Trauer um den bevorstehenden Abschied, welcher unausweichlich immer näher kam, drohte überzuschwappen. Deshalb beschloss ich nun zur Koppel meiner Zuchtstuten zu gehen, da mich der Anblick dieser mit ihren Fohlen immer und immer wieder glücklich machte. Bereits auf dem Weg dorthin sah ich Caddylack, Capri, Bambina und Backfett durch den hohen Schnee toben und fühlte mich ein klein wenig besser. Dann sah ich sie endlich. HGT's Nightmare trabte gerade mit aufgestellter Schweifrübe den Trampelweg entlang, der sich im Laufe der letzten schneelosen Tage gebildet hatte. Neben ihr im vollen Galopp DVTS' Colour the Nightsky; mein erstgeborenes Zuchtfohlen. Die Kleine musterte sich immer mehr, wenn sie auch noch etwas tollpatschig war. Sie hing sehr an ihrer Mutter, konnte jedoch mittlerweile auch schon damit umgehen von ihr getrennt zu sein, wenn ich Nighti etwas arbeitete. Sie stand dann immer mit Vintage Gold und deren Fohlen DVTS' Cascadeur de la Vie zusammen. Winterzauber und ihr Fohlen grenzen sich immer ein wenig von der kleinen Herde ab, standen interessanterweise konstant alleine immer zehn bis fünfzehn Meter entfernt. DVTS' Seattle's Wintertime war trotzdem ein sehr soziales Fohlen. Bloß ihre Mama schien keine Lust auf den Trubel zu haben.
      Am Abend erreichte mich dann der erwartete Anruf. Meine Freundin fragte nach, wie es denn mit Deo aussah und ich willigte schweren Herzens ein. Nachdem ich den Hörer zur Seite gelegt hatte ging ich noch ein letztes Mal für den heutigen Tag in den Stall. Deo Volente stand nichtsahnend in seiner Box. Wie gewohnt begann er zu Scharren als er mich kommen hörte und erwartete, dass ich ihm einen Leckerbissen mitgebracht hätte. Meist war dem allerdings nicht so und Deo ließ mit seiner lästigen Angewohnheit nicht locker. Diesmal allerdings hatte er Glück: Ich hatte ihm extra einen halben Kilo Möhren mitgebracht. Diese nahm er gerne an.
      Nachdem ich meinen Rappen anschließend ein wenig geputzt hatte kamen mir dann endgültig die Tränen. Ich wusste, dass er es gut haben würde doch leicht würde es wohl nie werden ein Pferd zu verkaufen, das man schon so lange besaß wie ich Deo.​
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    DVTS' Hauptstallungen ♥
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    28 Dez. 2015
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  • ♥ Master of Gold ♥
    ,,Goldy, Bubi, Großer''

    Aus der:
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    Von:


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    Von:


    Rasse: Trakehner
    Geschlecht: Hengst
    Stockmaß: 1,82m
    Fellfarbe: Brauner
    Gencode: EeAa
    Geburtsjahr: 2011

    Master of Gold ist ein sehr großer, sportlicher Hengst, der mit seinem imposanten Erscheinungsbild alle sofort in seinen Bann zieht. Zeigt er dann noch seine tolle Galoppade ist es um die Meisten auch schon geschehen.
    Aufgrund seiner Größe tut er sich was das Springen betrifft sehr leicht. Vor allem auch, weil er große Sprungkraft besitzt und das Talent hat seine Beine sehr schnell ordnen zu können. Auch in der Distanz sieht seine Züchterin 90A großes Potential in ihm, da er sehr viel Energie und Ausdauer mit bringt.
    Diese Energie ist unterm Sattel allerdings nicht immer ein Segen, da er nicht selten buckeln oder einfach mal in die Luft springen möchte. Dies meint er aber keineswegs böse. Charakterlich ist Goldy nämlich einfach spitze. Er ist sehr liebevoll, lernwillig und gelassen im täglichem Umgang; sowie intelligent und neugierig Neuem gegenüber.

    Ausbildungsstand:
    Dressur: L
    Springen: S**
    Military: L
    Distanz: M
    Warmblutrennen: A
    Fahren: L
    Western: L

    Eingeritten: Ja
    Eingefahren: Ja
    Gekört: Ja

    Zirkuslektionen:
    noch keine

    Turniererfolge:

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    ~ Drittplatzierter beim 234. Distanzturnier ~
    ~ Zweitplatzierter beim 243. Distanzturnier ~
    ~ Gewinner des 122. Synchronspringturniers ~
    ~ Gewinner des 123. Synchronspringturniers ~
    ~ Zweitplatzierter beim 245. Militaryturnier ~
    ~ Gewinner des 246. Militaryturniers ~
    ~ Drittplatzierter beim 377. Westernturnier ~
    ~ Zweitplatzierter beim 399. Springturnier ~
    ~ Gewinner des 399. Dressursturniers ~
    ~ Zweitplatzierter beim 367. Galopprennen ~
    ~ Gewinner des 177. Synchronspringen ~
    ~ Zweitplatzierter beim 315. Fahrturnier ~
    ~ Gewinner des 391. Westernturnier ~

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    ~ Gewinner der 489. Hengstkörung ~

    Gesundheit: ausgezeichnet
    Eisen: Kunststoffeisen mit Stollenlöchern

    Besitzer: Bracelet
    Vorkausrecht: 90A
    Züchter/Ersteller: 90A

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