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Julie

Maestoso India

Hengst | Lipizzaner

Maestoso India
Julie, 15 Sep. 2015
    • Julie
      Tierarztbericht für Julie’s Pferde

      Als ich in meinen Kalender schaute, stellte ich fest, dass auf meinem Plan heute sieben Pferde zum impfen und entwurmen standen.
      Das war mir sehr recht und angenehm. Sie standen alle auf dem selben Hof, sodass der Termin eigentlich recht schnell gemacht sein dürfte.
      Pfeifend ging ich zum Auto und öffnete den Kofferraum, um meine Bestände an Spritzen, Nadeln und Injektionslösungen zu kontrollieren.
      Es war etwas wenig Influenza-Impfstoff vorhanden und auch die Kombipräparate waren offenbar sehr beliebt in der Nutzung. Rasch füllte ich diese Bestände auf, bevor ich mich langsam auf den Ledersitz des Wagens gleiten ließ, den Schlüssel in das Loch fummelte und ihn anließ.
      Ich hatte eine recht weite Fahrt vor mir und zu allem Überfluss schien es heute gar nicht aufhören zu wollen zu regnen, sodass ich nur schleppend vorankam.
      Aber nach einer guten Stunde Fahrt kam ich auf dem Hof von Julie an.
      Rückwärts lenkte ich das Auto diagonal vor die Stalltür, dann ließ ich den Motos ausgehen und stieg aus, um sogleich raschen Schrittes in den Stall zu waten – auf dem Hof hatten sich bereits knöcheltiefe Pfützen gebildet.
      Überrascht stellte ich fest, dass sowohl Julie als auch meine erste Patientin – Ayumi – bereits auf mich warteten. Julie saß an der Wand gelehnt vor dem Jungpferd und blickte zu dem Rappschecken auf, die interessiert hinab blickte und ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht blies. Sie lachte.
      Als Julie mich bemerkte, schrak sie kurz hoch und erhob sich dann. Schief lächelnd begrüßte sie mich, dann erklärte sie kurz, was zu machen sei.
      „Alle Pferde brauchen Impfungen und Wurmkur. Ayumi hatte die letzte Impfung im Oktober.“
      Ich nickte, dann erklärte ich ihr kurz und bündig: „Gut, dann braucht sie jetzt nur Influenza. Tetanus müsstest du im Oktober noch einmal impfen lassen. Anschließend reichen hier alle zwei Jahre.“
      Sogleich stapfte ich zum Auto und zog eine Spritze mit der richtigen Menge Influenza-Impfstoff auf. Anschließend setzte ich eine neue Nadel auf die Spritze und nahm direkt eine Wurmkur für die Halbblutstute mit.
      Ich klopfte sie zunächst ab, dann desinfizierte ich die Einstichstelle mit dem Alkoholtupfer und injizierte dann die Impfung. Sie zuckte nicht einmal zusammen und blieb vollkommen ruhig stehen.
      „Na, wenn man jedes Jungpferd hierbei so artig bliebe!“, lobte ich und klopfte den Hals nochmals.
      Anschließend stellte ich bei der Wurmkur das richtige Gewicht ein und verabreichte sie ihr, indem ich die Paste tief in ihren Schlund drückte, was sie zum schlucken zwang.
      Auch dieses Prozedere ließ sie überaus artig über sich ergehen.
      Nachdem ich sie nochmals gelobt hatte, durfte sie wieder in die Box, woraufhin Julie just einen Augenblick später mit dem nächsten Patienten ankam.
      Nun war Amadea an der Reihe – eine dreijährige Haflingerstute in auffallend dunkler Jacke.
      Auch sie begrüßte ich als erstes, dann ließ ich mir berichten, wann die Stute das letzte Mal geimpft wurde.
      Es ergab sich, dass hier noch die Grundimmunisierung gemacht werden müsste.
      Folglich zog ich ein Präparat gegen Tetanus und Influenza auf.
      Amadea starrte mich unwillig an, als ich mit der Spritze kam, und quietschte, während sie die Ohren kurz anlegte, blieb jedoch artig stehen, sodass ich lobte und ihr ein Leckerli zukommen ließ. Schließlich sollte sie auch nicht lernen, dass der Tierarzt böse ist.
      „Die Impfung muss in vier bis acht Wochen noch einmal aufgefrischt werden. Dann in einem halben Jahr noch einmal Influenza und in einem Jahr Tetanus“, erklärte ich.
      Auch Amadea bekam anschließend ihre Wurmkur, von der sie nicht sonderlich begeistert war. Murrig kaute sie leer, die Ohren zur Seite hin abgeklappt. Doch immerhin hatte ich die Paste einigermaßen kampffrei in ihr Maul bekommen – das reichte mir schon.
      Sichtlich dankbar war die Haflinger-Dame, als sie wieder in ihren Stall durfte und vom nächsten Pferd abgelöst wurde.
      Dieses war, wie ich mir erklären ließ, die Mutter von Amadea: Lady Äppel.
      „Huch, wo hat Amadea denn diese dunkle Farbe her?“, entfuhr es mir, denn ihre Mutter war wirklich sehr, sehr hell – selbst für einen Haflinger. Aber sie war bildhübsch: Langbeinig, fein gebaut, aber dennoch von gutem Fundament und mit einem erstaunlich zartem Köpfchen mit großen, ausdrucksstarken Augen.
      Julie lachte und zuckte mit den Schultern. „Der Vater ist unbekannt. Da muss sie’s her haben.“
      Das klang einleuchtend. Von Lady hatte sie es jedenfalls nicht.
      Lady Äppfel benötigte ebenfalls die Grundimmunisierung, also bekam sie auch das Kombipräparat Tetanus und Influenza.
      Wie ihre Tochter auch, quietschte sie mich empört an, blieb aber artig stehen.
      Ich lobte die Haflingerdame kurz, dann verabreichte ich auch ihr die Wurmkur. Diese nahm sie ein kleines bisschen schlechter als ihre Tochter – denn sie machte das Maul erst gar nicht auf. Behände griff ich in die Laden und drückte die Tube dann rasch hinein, sodass sie keine Wahl mehr hatten.
      Dann funktionierte das Ganze auch sehr gut.
      Sie kaute deutlich leer, als Julie sie in den Stall brachte und schielte mit einem halben Auge wieder zurück zu mir, als wolle sie sagen: „Das merk ich mir!“ Und ich befürchtete, dass sie dies auch tat.
      Der nächste Kandidat war wieder ein Haflinger.
      Als ich die Abstammung erfuhr, war ich erstaunt – den Vater kannte ich auch. Ich war von diesem Hengst sehr begeistert und schätzte ihn hoch ein. Als Julie mir dann erzählte, dass Burberry bereits auf L-Niveau sprang, wunderte dies mich wenig.
      Offenbar war hier eine sehr gute Anpaarung gewählt worden.
      Auch für Burberry zog ich die Spritze für die Grundimmunisierung auf.
      Als ich auf ihn zutrat, schnaufte er, bummelte dann leicht und trat mit den Vorderhufen hin und her, leicht zappelig. Ich klopfte ihm den Hals, gewarnt, dass er sehr sensibel war.
      Auf die Berührung mit dem kühlen Alkoholtupfer reagierte er mit einem forschen Blick und einem Laut, der sich anhörte wie ein Grunzen. Auf die Impfung an sich hin quietschte er und haute mit der Vorhand aus – seine Wut bekam jedoch nur die Wand zu spüren.
      Dennoch lobte ich ihn dafür, dass er nicht weiter ausgeschweift war.
      Die Wurmkur nahm Burberry erstaunlicherweise sehr gut an, auch wenngleich er mir unmissverständlich zu verstehen gab, dass es endlich mal Wurmkur mit Apfelgeschmack geben solle, indem er die Kiefer einige Male aufeinander schlagen ließ, mit dem Kopf hoch und runter schlug und die Zunge aus dem Mund fallen ließ, um daraufhin ausgiebig zu gähnen.
      „Den kann man bestimmt lange beobachten…“, stellte ich fest, woraufhin Julie lachte und erklärte, dass es immer wieder etwas neues mit ihm gebe.
      Burberry durfte nun wieder in den Stall und wurde von Guiness abgelöst, einem Irish Tinker.
      Bei Guiness warnte Julie mich direkt vor, dass sie nicht wisse, wie er sich verhalten würde. Sie hatte ihn von einem Gnadenhof übernommen, der ihn gerettet hatte, nachdem er ziemlich verwahrlost worden war.
      Dementsprechend trat ich dem Hengst mit gebürtiger Vorsicht entgegen und begrüßte ihn zunächst eingehend, indem ich ihm sanft über den Hals strich und ruhig mit ihm redete.
      Doch ich schien für ihn gar nicht so interessant zu sein. Er ließ sich artig kraulen und horchte auch auf, was deutlich wurde, indem er ein Ohr zu mir drehte. Aber er ließ den Hals fallen und atmete geräuschvoll aus.
      Er benötigte nur Influenza, alles andere wurde bereits bei den Vorbesitzern übernommen.
      Bei der Impfung spannte ich meinen Körper unwillkürlich an, bereit, zur Seite zu springen, sollte etwas sein. Doch er zuckte nicht einmal, er blieb vollkommen gelassen stehen, so als wäre es das normalste von der Welt.
      Ich lobte ihn, dann bekam er seine Wurmkur, die er ähnlich leicht nahm, und dann durfte er wieder in die Box.
      Das nächste Pferd entsprach genau meinen Vorstellungen: „Hach, ist die süß!“, entfuhr es mir, als Julie mit Salea um die Ecke kam. Minishetty, Schecke, kleine Stute mit keckem Ausdruck – genau mein Ding!
      Ich begrüßte die kleine kurz, dann impfte ich sie. Sie bekam die erste Spritze der Grundimmunisierung gegen Tetanus und Influenza.
      Sie war sehr artig dabei und ließ alles mit sich machen, ein kurzes Zucken konnte sie dennoch nicht unterdrücken.
      Auch die Wurmkur nahm sie sehr gelassen und schluckte es artig hinunter, sodass ich mit Salea schnell fertig war.
      Ich lobte die kleine Dame für ihr gutes Benehmen, dann durfte sie wieder in die Box, bevor Julie mit meinem letzten Patienten wieder kam.
      Dieser war Maestoso India, ein Lipizzaner-Hengst.
      Auch ihn begrüßte ich kurz, dann bekam er von mir die Spritze für die Grundimmunisierung und die Wurmkur.
      Beides ließ er mit stoischer Gelassenheit über sich ergehen.
      Ich lobte ihn dafür, dass er so brav war, dann konnte er schon wieder in seine Box.
      Als Julie wieder kam, gab ich ihr einen Terminzettel mit den Angaben, wann welches Pferd welche Impfung wieder brauchte.
      Dann verabschiedete ich mich von ihr, setzte mich in mein Auto und machte mich auf den langen Weg nach Hause.

      8940 Zeichen

      (c) Eowin

      Pflegebericht 1
      Regenreiche Aussichten

      Schottland war wirklich wunderschön. Wenn man sich einmal an das Wetter gewöhnt hatte. Warum ich zugestimmt hatte in dieses kalte Land zu kommen, war mir bisher mehr als schleierhaft. Ich hasste Regen. Noch mehr wie Regen, hasste ich die Kälte und den Wind. Alle drei Dinge waren auf der kleinen schottischen Insel, die ich seit kurzem mein Zuhause nennen durfte, vorhanden. Vor allem der Regen. Ich brauchte unbedingt ein Sparbuch. Ein Urlaubssparbuch. Karibik oder Afrika. Zumindest einmal im Jahr für ein paar Wochen brauchte ich die Hitze wenn mir die Sonne auf den Körper scheint. Vor allem jetzt nach Kalifornien vermisste ich die heißen Sonnentage umso mehr. Mir tat es leid, Sora zu verlassen, doch die Chance endlich einen eigenen Ausbildungsbetrieb zu haben, war mir das wert. Da ich es alleine nicht schaffen würde, den Betrieb finanziell zu stemmen, war ich umso froher, dass sich Sarah bereit erklärte, neben ihrem Gestüt mit Kathi den Betrieb mit mir zu führen. Sarah wohnte allerdings mit Kathi in Schottland. Da ich eher nicht verlangen konnte, dass sie ihr ganzes Gestüt einfach mal so versetzten, war ich nun also hier. Doch für meinen Traum verließ ich sogar fast gern die von mir so heißgeliebte Sonne und zog in eine der regenreichsten Gebiete Schottlands.

      So in Gedanken versunken, mistete ich früh morgens die Ställe aus. Während ich mit dem Offenstall der Stuten angefangen hatte, machte sich Liza, meine Stallhilfe, die sich kurz nach der Eröffnung von Legacy als Aushilfe beworben hatte, den Stall der Hengste. Schon immer war ich ein schweigsamer Mensch gewesen, während ich arbeitete und war froh wenn ich keinen unterhalten musste, sondern meinen Gedanken nachhängen konnte, während Handgriffe wie von selbst gingen, aufgrund der jahrelangen Routine.
      Plötzlich bekam ich von hinten einen festen Stupser der mich fast in die halbvolle Schubkarre fallen ließ. Entrüstet und auch ein klein wenig erschrocken drehte ich mich um. Mit gespitzten Ohren und neugierigen Blick sah mich Ayumi an. „Ich hab leider nichts eingesteckt du Fresssack.“, meinte ich, als sie kurz darauf mit spitzen Lippen meine Jackentaschen abtastete. Lächelnd schob ich sie weg. „Wenn du so weitermachst, wird dein Bett nie fertig. Du hast ne riesen Koppel hinter dir, da gibt’s massenhaft Gras.“ Enttäuscht schnaubte die junge Stute und verzog sich wieder zu den anderen, die indessen neugierig zu uns gesehen hatten.
      Nach einem kurzen Blick auf die Uhr, beeilte ich mich fertig zu werden. Nachdem die letzte Schubkarre voll Mist auf dem Kompost gelandet war, ging ich quer über den Hof zu den Pensionspferden. Kurz darauf kam auch Liza, etwas kurzatmig in dem weitläufigen Stall an. Katniss, eine etwas spezielle Stute, die Maren gehörte, giftete Liza postwendend an und schlug energisch gegen die Boxenwände. Das Pferd fraß mir noch die Haare vom Kopf, doch unterm Sattel machte sie sich erstaunlich gut, wenn man mal zu ihr durchgedrungen war. Nun ich war immer noch am graben, doch kleine Erfolge waren schon sichtbar. Liza hatte einfach nur Angst vor der Ponystute. Ich drückte ihr ein Halfter in die Hand.
      „Du kannst Jaya ja schon mal auf die Koppel führen und dann mit ihrem Stall beginnen. Katniss mach ich schon.“
      Ich konnte förmlich hören wie die Erleichterung aus dem Stallmädchen rausströmte. Früher oder später musste sich aber auch mit schwierigen Pferden befassen. Mir war nicht bewusst, dass ihre Angst vor etwas eigenen Pferden, möchte ich mal sagen, so ausgeprägt ist. Doch nun war sie schon hier und feuern wollte ich sie deshalb auch nicht.

      Während Liza die sensible Stute aufhalfterte und auf die Weide brachte, versuchte ich erstmal den kleinen Wildfang zu bändigen. Mit viel Konsequenz und noch sicher einer Tonne Geduld schaffte ich es, Katniss soweit zu beruhigen, dass ich sie aufhalftern konnte. Zur Belohnung steckte ich ihr ein Leckerli zu, was sie mehr als unsanft annahm und brachte sie ebenfalls auf die Weide. Katniss hatte relativ schnell herausgefunden, dass sich Jaya nicht von ihr provozieren ließ, weswegen sie für sich beschlossen hatte, die Trakehnerstute zu ignorieren und nur hinzugiften, wenn ihr die Stute zu nahe kam. Keine ideale Konstellation, aber besser wie Einzelhaft. Jaya könnte nämlich ohne Probleme bei meinen Stuten stehen, doch wenn Maren erfuhr das Katniss allein gestanden hat in der Zeit wo sie auf Legacy war, wäre ich mit Sicherheit mehr als einen Kopf kürzer. Außerdem widersprach es meinen Grundsätzen. Sobald ich der Roanstute das Halfter abgenommen hatte und mich abgewandt, buckelte sie los wie eine Verrückte und fetzte erstmal ans andere Ende der Weide. Der Regen tropfte unaufhörlich auf mich herab während ich die kleine Stute beobachtete wie sie sich ausgelassen wälzte. Ich strich mir die Haare aus dem Gesicht, die schon klatschnass waren und ging zurück zum Stall.

      Nachdem die Boxen von Katniss und Jaya ebenfalls fertig waren und ich gerade gemütlich zum Hengststall schlendern wollte, läutete mein Handy. Sarahs Stimme klang etwas belegt durch den Hörer.
      „Hey Julie. Du weißt ja, dass es Moon nicht so besonders ging. Grade war der Tierarzt da.“
      Ich schluckte. Konnte raushören, wie Sarah gegen die Tränen ankämpfte.
      „Und was ist mit Moon?“, drängte ich sie. Der Ponyhengst war mir ebenfalls sehr ans Herz gewachsen und ich war ebenfalls in Sorge um ihn, seit mir Sarah erzählt hatte dass er sich sehr verändert hatte.
      Am anderen Ende der Leitung war ein Räuspern zu hören. „Er hat Athrose. Schrittausritte sind noch erlaubt, aber mehr nicht.“
      Ich wusste was das für sie bedeutete. „Ach du Scheiße.“, meinte ich leise. Mehr brachte ich gar nicht hervor. Wir redeten noch kurz und vereinbarten dann, dass sie am Nachmittag vorbeikam auf eine Tasse Tee.

      Zusammen mit Liza arbeitete ich anschließend sämtliche Pferde, die heute nicht Pause hatten. Hier hatte jedes Pferd 1-2 mal die Woche Pause wo nichts gemacht wurde, außer eventuell einen kleinen Spaziergang, wenn es die Zeit erlaubte. Die Ausnahme bildeten die Jährlinge und Jungpferde. Hier war es quasi umgekehrt. Die wurden 2-3 mal die Woche kurz gearbeitet und durften die restlichen Tage einfach Pferd sein.
      Nachdem wir durch den Regen zu den Stuten gestiefelt waren, schnappte ich mir Ayumi, die Jüngste im Bunde, während Liza Lady Äppel aufhalfterte. Gemeinsam juckelten wir zu den Putzplätzen, wobei ich leise den anhaltenden Dauerregen verfluchte. Ayumi hatte ich, seit sie abgesetzt war. Mit ihren zwei Jahren hatte sie schon eine Menge gelernt und mich freute es richtig zu sehen, dass sie so motiviert war.
      Nachdem die beiden geputzt waren, ging Liza mit der gesattelten Lady in die Halle um mit ihr in der Dressur zu trainieren, während ich mit Ayumi in den Roundpen verschwand.
      Nach ca. einer halben Stunde befand ich, dass es genug war für heute, lobte sie noch einmal und brachte sie dann zurück zu den anderen, wo sie fröhlich in die Luft ausschlug. Grinsend sah ich ihr kurz zu, wie sie mit fliegender Mähne und etwas chaotisch in Richtung Koppel davongaloppierte.
      Anschließend schnappte ich mir Maestoso, den ich erst seit kurzem hatte. Burberry hatte heute auch Pause und musste heute nur noch für einen Spaziergang herhalten, während Liza nach Lady noch Guinness übernahm. Guinness kam zwar aus schlechter Haltung, weswegen meine Gehilfin etwas Respekt vor ihm hatte, aufgrund des Überraschungspaketes, doch mittlerweile konnte sie ihn ganz gut einschätzen.
      Maestoso war schon älter, jedoch wohl nicht viel geritten worden, weswegen ich ihn, wie auch schon die letzten Tage, nur leicht arbeitete und viel v/a ritt um den Muskelaufbau zu fördern. Er hatte zweifelsohne eine gute Ausbildung genossen, denn er reagierte sehr fein auf meine Hilfen und war sehr bemüht alles richtig zu machen. Leider ließ er sich auch diesmal wieder sehr leicht ablenken. Lady war zwar schon aus der Halle draußen, doch jedes Geräusch und jeder unbekannte Geruch hatte sofort seine Aufmerksamkeit. Durch die Bodenarbeit wurde es zwar besser mit seiner Konzentration doch ich wusste, dass ich noch ein gutes Stück Arbeit vor mir hatte. Die letzten 10 Minuten nutzte ich wie immer um etwas Bodenarbeit zu machen und seine Aufmerksamkeit zu schulen. Anschließend, sattelte und zäumte ich ihn ab und ließ ihn noch etwas in der Halle toben, da Liza mit Guinness sowieso ausreiten gehen wollte.
      Während sich der Lipizzaner in der Halle mit Sand panierte, ging ich um Burberry zu holen. Ich putzte ihm ausgiebig die Matschpanade herunter und verzog die Mähne. Anschließend ließ ich ihn kurz warten um Maestoso zurück auf die Koppel zu bringen. Der weiße Hengst war jetzt natürlich so richtig schön braun. Meine Freude darüber hielt sich natürlich in Grenzen, hatte ich ihn doch vorher so schön geputzt. Aber nun gut, das gehört einfach dazu und so stellte ich den ehemaligen Schimmel zurück zu seinen Kumpels in den Offenstall.

      Da ich mit der Arbeit nun fertig war, schickte ich Liza kurz eine SMS das ich Sarah einen Besuch abstatten wolle. Burberry durfte mit. Der sensible Hengst schien sich richtig auf den kleinen Spaziergang zu freuen. Seit ich ihn gekauft hatte, war ich zu einer richtigen Bezugsperson für ihn geworden und wurde auch immer lautstark von ihm begrüßt wenn ich zum Offenstall kam. Der Kleine hatte sich richtig super gemacht, hatte Muskeln aufgebaut, arbeitete schön fleißig mit, wenn man wusste, wie man mit ihm umgehen sollte und hatte sogar schon einige Schleifen gewonnen. Vor allem das Springen schien ihm richtig gut zu gefallen. Dressur fand er schnell mal langweilig.
      Ich ließ meinen Kopf während eines Spaziergangs immer gern Dinge Revue passieren, weswegen mir eben jetzt genau diese Sachen durch den Kopf schossen, während Burberry gemütlich neben mir herzuckelte und hie und da versuchte einen Grashalm zu erhaschen.
      Auf Caed Crevan angekommen, blickte ich mich suchend um, entdeckte jedoch nur Cayden der eine volle Schubkarre vor sich her schob.
      "Hey Cayden. Weißt du wo Sarah steckt?", rief ich lautstark und winkte ihm zu. Der Angesprochene zuckte erstmal erschrocken zusammen. "Julie! Musst du mich immer erschrecken?!", lachte er und kam auf mich zu. "Naja ich schätze mal du hättest gern einen Platz für Burberry, oder?" "Na wenn ihr einen freien Paddock über habt, wäre das natürlich klasse.", grinste ich. "Na gib schon her. Ich finde schon ein Plätzchen für ihn.", meinte Cayden. Anschließend hörte ich ihn noch leise murmeln. "Das sind Pferde...Pferde...keine Hunde, die man Gassi führt. Jedes Mal dasselbe Theater, wenn sie hier ist. Ohne behuftes Tier gehts wohl gar nicht."
      "Cayden ich kann dein Gegrummel hören!", kicherte ich und machte mich auf in die Richtung zu verschwinden, die er mir als Antwort darauf deutete.
      Sarah fand ich schließlich bei Moon. Wo denn auch sonst? Ich hätte es mir eigentlich denken können. Ich begrüßte die Beiden und steckte dem Hengst ein Leckerli zu.
      Wir unterhielten uns schließlich noch bei einer Tasse Tee über Gott und die Welt bis es sowohl für mich, als auch für sie Zeit zum füttern war.

      (c) Julie

      Pflegebericht 2
      Urlaub in Schottland

      Ich brauchte ein wenig Abwechslung, um endlich meine Gedanken wieder klar ordnen zu können. Aus dem Grunde nutzte ich die Gelegenheit, gute alte Pferdefreunde auf der ganzen Welt zu besuchen. Fast eine Woche hatte ich bei Abajo in Japan verbracht und es war faszinierend gewesen, eine völlig andere Kultur anzutreffen. Nun war ich über Deutschland zurück allmählich auf den Heimweg, bis ich im World Wide Web eine Nachricht von Julie las. Sie hatte momentan etwas Stress und wäre sehr dankbar gewesen, eine helfende Hand an ihrer Seite zu haben. Schottland war jetzt nicht ein sonderlich großer Umweg, weshalb ich schon ein paar Tage später unangemeldet bei ihr aufkreuzte.
      „Wah, Eddi! Mit dir habe ich ja gar nicht gerechnet!“, lachte sie ungläubig und umarmte mich zur Begrüßung. „Ich mache dir direkt das Gästezimmer fertig.“, meinte Julie und wollte schon ins Haus eilen, doch ich hielt sie zurück. „Kein Stress! Mir reicht ein Bett mit Kissen und Decke und das hat bis heute Abend Zeit.“, meinte ich lachend und erklärte Julie wie es kam, dass ich hier vorbeischaute. Leider hatte Julie mit dem Herbstwetter in Schottland nicht untertrieben, denn ab dem ersten Tag regnete es fast ununterbrochen, dennoch wollte ich Julie vor allem im Stall eine Hilfe sein.
      Momentan zog Julie selbst um und musste deshalb allerhand hin und her transportieren, also versorgte ich in der Zeit die Pferde, während Julie ihre Sachen von A nach B transportierte. Am ersten Tag hatten wir uns so viel zu erzählen, dass wir erst spät Abends in den Stall kamen. Da half ich nur noch flott mit bei der Fütterung und viel dann auch nach dem Abendessen hundemüde ins Bett.
      Der nächste Tag brachte schon wesentlich mehr Zeit mit sich. Schon kurz nach sieben stand ich unten in der Küche und bekam von Julie ein köstliches Frühstück serviert. Gemeinsam frühstückten wir, ehe es hinaus in den Stall ging. Dort standen die alltäglichen Arbeiten an: Erst Füttern, dann auf die Weide und dann Boxen misten. Bei elf Pferden ging das aber ganz fix. Julie verschwand unter die Dusche und verabschiedete sich schon einmal für den restlichen Tag. Ich wollte trotz des Regens die Pferde bewegen.
      Also holte ich eine höchst motivierte Ayumi von der Weide, rubbelte sie einigermaßen trocken und putzte sie gründlich. Die extra Aufmerksamkeit schien dem Stutfohlen zu gefallen und sie genoss es sichtlich. Ich wollte die Kleine longieren und das klappte auch mit uns beiden ganz gut. Danach betüddelte ich die Haflingerstute Amadea, welche dringend Bewegung zu brauchen schien. Also putzte und sattelte ich sie, um mit ihr in der Halle zu arbeiten.
      Als Abschluss für heute holte ich die Zuchtstute Lady Äppel von ihrer Weide, putzte sie gründlich und suchte dann ihren Springsattel heraus. Schon lange war ich selbst nicht mehr gesprungen, weshalb wir klein anfingen und dann immer höher wurden. Nach dem Training war es schon nach Mittag. Ich sprang schneller unter die Dusche und fuhr dann in die Stadt, natürlich wollte ich auch etwas Sightseeing machen! Am Abend kamen Julie und ich beinahe gleichzeitig auf dem Hof an. Von dem Tag erschöpft machten wir uns daran, die Pferde in den Stall zu bringen und zu füttern, für heute reichte es!
      Der nächste Morgen lief fast schon routiniert ab und heute nahm ich mir den ganzen Tag für die restlichen Pferde. Nach der Stallarbeit longierte ich den Hengst Burberry, ehe ich einen Ausritt mit Guinness machte. Zwar wurden wir dabei nass, aber etwas anderes blieb einem in Schottland eh nicht übrig, wenn man mal an die frische Luft wollte. Also hieß es danach erst einmal trocknen.
      Frisch und trocken angezogen verwöhnte ich die kleine Stute Salea und übte mit ihr einige von Julie begonnene Zirkustricks. Damit konnte ich bei Lambardo direkt weitermachen und so waren auch die kleinsten versorgt.
      Als letztes holte ich Maestoso India von der Weide und putzte den schicken Schimmel. Er wurde auch longiert und wir machten viel Stangenarbeit. Da ich heute Julie eine Auszeit gönnen wollte, hörte ich eher mit den Pferden auf und kümmerte mich noch um die anstehenden Stallarbeiten. So war alles schon fertig, als Julie geschafft nach Hause kam. Wir aßen noch gemeinsam und dann verschwanden wir auch schon ins Bett.
      Trotz der anstrengenden Tage war ich schon um sechs hellwach. Ich sprang aus dem Bett und machte mich fertig, denn draußen wartete schon die Stallarbeit. Erneut hieß es Füttern und misten und danach bewegen. Heute durfte ich mich auf den Rücken des edlen Van Deyk schwingen und mit ihm etwas Dressur trainieren. Als wir die Halle wieder verließen, hatte es tatsächlich aufgehört zu regnen! Also sattelte ich spontan Conversano India und machte mit der hibbeligen Stute einen lockeren Herbstausritt. Danach longierte ich noch den jungen Appollino, ehe ich tatsächlich mit allen fertig war.
      Zwei Tage blieb ich noch in Schottland, einen davon verbrachte ich in der Nähe von Julies Gestüt und den anderen mitten in einer großen Stadt. Schottland war ein faszinierendes Land und war froh, diese Chance genutzt zu haben, doch allmählich wurde es auch für mich Zeit, nach Hause zurückzukehren.

      (c) Eddi

      Pflegebericht 3
      Key kommt an!

      Endlich hatte ich mal wieder einen Grund, um bei Julie in Schottland vorbeizuschauen. Insgeheim hoffte ich ja, dass die Sonne scheinen und man etwas von der herrlichen Landschaft sehen würde. Als ich aber den Flughafen verließ, begrüßte mich bereits der Nebel und machte meine Hoffnungen allmählich zu nichte. Seufzend schaute ich mich um und suchte die Halle Nummer 45. Dort wartete meine Mitreisende auf mich. Diese besaß vier Hufen, konnte wiehern und war der Grund, weshalb wir in Schottland waren. Mit dem kleinen Rettungshof Nasty Past war es allmählich zu Ende gegangen und so suchte nun auch die Vollblutstute Key einen wundervollen Endplatz. Und diesen fand sie hier in Schottland bei Julie und ich hatte mich bereit erklärt, die Hübsche zu begleiten. Bisher war alles planmäßig abgelaufen und auch den letzten Check überstand Key problemlos. So standen wir eine Stunde später gemeinsam auf dem Parkplatz und warteten ungeduldig auf Julie. Key graste in der Zwischenzeit zufrieden auf dem kleinen Fleckchen Grün und zog allerhand neugierige Blicke auf sich. Dann kam endlich Julie und wir konnten uns auf den Weg zum Gestüt machen. Dort war Key die erste auf der Liste ganz oben. Sie wurde versorgt und in ihre neue Box gebracht. Alle mochten sie von Anfang an. Während wir sie glücklich beobachteten, wollte auch ihre Boxennachbarin Lady Äppel Aufmerksamkeit, weshalb ich mich der Haflingerstute zuwand und sie ein wenig kraulte. Danach zeigte mir Julie erst einmal mein Gästezimmer und sagte mir dann Bescheid, wenn es Mittagessen geben würde. Anlässlich meines Besuches hatte Julie extra selber gekocht und es gab köstliche Spaghetti. Frisch gestärkt und umgezogen ging es dann wieder in den Stall und Julie holte die beiden Hengste Van Deyk und Burberry von der Weide. Ich durfte den bequemen Haflinger während unseres Ausrittes reiten. Mir reichten aber auch schon die zwei Stunden im Gelände und ich war dank dem kalten, nassen Wetter direkt durchgefroren. "Wäh, das ist echt nichts für mich!", seufzte ich bibbernd, als Julie mir im Stall eine Tasse Tee anbot. Sie sah aus wie vor dem Ritt und grinste nur. Nachdem ich wieder aufgetaut war, betüddelten wir die beiden Jungpferde Ayumi und Appollino. Erst wurden sie ordentlich geputzt und dann gingen wir zusammen eine kleine Runde spazieren. "Gibts hier auch noch anderes Wetter?", fragte ich ironisch und starrte in den bewölkten Himmel. Nach dem Spaziergang zeigte mir Julie ihre Freiarbeit mit den beiden Zwergen Salea und Lambardo. Es war faszinierend wie die beiden auf ihre Kommandos reagierten, man hätte meinen können, sie wären die Stars von einer dieser großen Pferdeshows. Dann neigte sich der Tag auch langsam dem Ende zu und Julie longierte nur noch flott die Haflingerstute Amadea, ehe wir die Pferde alle in ihre frisch gemachten Boxen brachten und die Abendfütterung machten. Dann gab es auch für uns Zweibeiner Abendbrot. Währenddessen plante Julie schon aufgeregt den nächsten Tag. "Morgen soll tatsächlich die Sonne scheinen! Dann können wir einen Ausritt mit Guinness und Maestoso India machen!", meinte sie grinsend zu mir. "Oh und ich muss dir noch meine neue Stute Conversano India zeigen! Ich liebe sie!", fügte sie noch aufgeregt hinzu. Wir unterhielten uns noch eine Weile, ehe ich fix unter eine heiße Dusche sprang und dann auch schon hundemüde ins Bett fiel.

      (c) Eddi

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      Heute hatte ich einen Großauftrag, welcher mich mal wieder zu Julie nach Schottland führte. Etwas müde stieg ich aus dem Auto und wurde kurz darauf auch schon in Empfang genommen worden. Erst kürzlich war ich wegen Maestoso India hier gewesen, heute sollten die restlichen an der Reihe sein. Aber bei dem Lipizzaner würde ich auch noch einmal vorbeischauen müssen, denn auch er sollte noch gechippt werden.
      Aus dem Grund begannen wir auch direkt bei dem Schimmel, für welchen ich gerade das Präparat vorbereitete. Danach suchte ich mir die passende Stelle am Hals und nach einer Minute war das Ganze vorbei. Der Chip war unter der Haut und auch wenn India kurz zusammengezuckt war, hatte er es kaum gemerkt. Nun fuhr ich zur Kontrolle mit dem Lesegerät über besagte Stelle. Dieses erkannte den Chip und so konnte ich die Nummer auch direkt in Indias Pass schreiben und der erste Patient war fertig.
      Da für die kommenden wesentlich mehr anstand, bereitete ich mir auf einem kleinen Beistelltisch alles vor, damit ich es direkt griffbereit hatte und so wesentlich schneller hantieren konnte. Als erstes war eine mir bereits bekannte Stute an der Reihe: Key. Die hübsche Vollblutstute schien sich inzwischen bestens eingelebt zu haben und begrüßten mich mit einem leisen Brummeln. Zu Beginn bat ich Julie auch direkt, mir die Stute im Schritt und Trab auf der Stallgasse vorzuführen. Die Gänge waren klar und schwingend, dementsprechend bezweifelte ich, dass Key irgendwelche Probleme zu haben schien.
      Nun ging es mit dem Blick in Ohren, Augen und Nüstern weiter. Der Kopf des Pferdes konnte sehr viel über die momentane Gesundheit aussagen und so war es auch bei Key der Fall. Sie war kerngesund, so konnten wir direkt zur Zahnkontrolle übergehen. Das bedeutete Maul auf, Maulsperre rein, einmal durchleuchten und Maulsperre wieder raus. Key hatte sehr gute Zähne, was ich bei ihrer Vergangenheit immer wieder bewundernd fand.
      Nun machten wir weiter mit dem Abhören und Abtasten. Vor dem Stethoskop hatte Key ein wenig Angst, aber sie bemühte sich, ruhig zu halten und so konnte ich die Frequenzen ganz gut kontrollieren. Danach tastete ich sie noch vom Genick an die Wirbelsäule entlang ab, ehe zu guter Letzt noch die Körpertemperatur kontrolliert wurde. Key war fit wie ein Turnschuh und nun kamen wir zum unangenehmeren Teil.
      Wir begannen mit dem Röntgen. Das ging mit Key ganz fix, denn sie stand wie eine Statue da und so klappte jedes Bild auf Anhieb. Danach musste ich ihr leider etwas Blut abnehmen, das fand sie nicht sonderlich toll, hielt es aber tapfer aus. Nun stand das Chippen an. Wieder eine große Nadel vor der Key sichtlich Respekt hatte. Sie hielt aber still und so war der Chip schnell unter der Haut.
      Laut ihrem Impfpass mussten Influenza und Herpes erneuert werden. Ich bereitete beide Spritzen vor, desinfizierte die neue Stelle am Hals und dann ging es zackzack und Key war geimpft. Nun gab es nur noch die Wurmkur und Key hatte das riesige Paket an Untersuchungen und Spritzen geschafft. Während Key mich verließ, erneuerte ich die Materialien und dann stand auch schon Appollino vor mir, ein kleiner, hübscher Mixhengst.
      "Och ist der süß", meinte ich lächelnd zu dem Fuchs, der mich aufmerksam beobachtete. Auch bei ihm begannen wir mit dem Vorführen, ehe ich den Kontrollblick am Kopf tat und dann direkt mit der Zahnkontrolle weitermachte. Appollino hatte einen Haken am rechten Hengstzahn, welchen ich vorsichtig wegfeilte, ehe er Unheil anrichten konnte. Ansonsten sahen seine Zähne aber wunderbar aus, so dass ich mit dem Abhören und Abtasten direkt weitermachen konnte.
      Bei beidem hielt Appollino wunderbar still und dann bekam er eine kurze Pause, ehe wir mit dem Röntgen weitermachten. Bei Appollino machte ich zu den normalen Aufnahmen noch zusätzliche Bilder seines vorderen Beines an welchem er einen Sehnenschaden gehabt hatte. Julie wollte natürlich auf Nummer sicher gehen, dass auch dort alles in Ordnung war.
      Dann hieß es Blut abnehmen, ehe auf Appollino schon sein ganz persönlicher Chip wartete. Spritzen mochte der junge Hengst nur leider gar nicht und von dem Blutabnehmen hatte er eindeutig schon genug, sodass er großes Theater bei den weiteren Spritzen machte. Chippen und Impfen waren daher eine wahre Herausforderung. Die ich erst nach einer halben Stunde endlich bewältigt hatte.
      Ein wenig entnervt gab ich Appollino dann noch seine Wurmkur und er durfte gehen. Ich erneuerte den Impfpass, während Julie mir das Pferd austauschte. Nun stand Van Deyk vor mir. Mit seinen 170cm Stockmaß überragte er mich um längen und ich hoffte inständig, dass er einer von der braven Sorte war. Julie konnte mich aber beruhigen, anscheinend schien Van Deyk problemlos zu sein, so lange seine Bezugsperson in der Nähe war. Perfekt.
      Wir begannen wieder mit dem ganzen Prozedere: Vorführen, dann kurz anschauen, abhören und abtasten. Danach war die Zahnkontrolle an der Reihe, wobei ich bei Van Deyk wesentlich mehr zu tun hatte, da er sich eine Kaufläche schief abgenutzt hatte. Das dauerte schon sein Weilchen das wieder zu richten. Danach konnten wir aber direkt mit dem Röntgen und Blutabnehmen weitermachen. Van Deyk ließ sich wunderbar von Julie beruhigen und so waren auch Chippen und Impfungen kein Problem. Auch die Wurmkur wurde vorbildlich geschluckt und schon war Patient Nummer vier fertig.
      Nun war Guinness an der Reihe. Der ruhige Tinker war eine willkommene Abwechslung, denn bei ihm lief alles problemlos ab. Die Untersuchung ergab, dass er kerngesund war und auch an seinen Zähnen musste ich nichts machen. Das Röntgen ließ er vorbildlich über sich ergehen und die Spritzen schien er nicht einmal zu merken. Dementsprechend waren wir mit ihm wohl fast am schnellsten von allen fertig und schon durfte er gehen.
      Als letztes war nun nur noch Ayumi an der Reihe. Auch wenn ich langsam fertig werden wollte, ließ ich mir für das Stutfohlen viel Zeit, damit sie keine Angst haben musste. Das Vorführen und die Untersuchungen machte sie auch ganz toll mit. Beim Röntgen blieb sie brav stehen, nur vor den Spritzen hatte sie etwas Angst. Aber sie hielt still, auch wenn sie am ganzen Leib zitterte. So war auch Ayumi am Ende gechippt, geimpft und entwurmt.
      Ich packte meine Sachen zusammen und verabschiedete mich dann von Julie, die Ergebnisse vom Röntgen und vom Blutbild würde ich ihr heute Abend zuschicken.

      Röntgenuntersuchung:

      Key
      Bei Key ließen sich keine Auffälligkeiten entdecken. Dementsprechend lässt sie sich in Röntgenklasse I-II einteilen.
      Appollino
      Der Sehnenschaden ist sehr gut verheilt und weist keine neuen Verletzungen auf. So lange Appollino korrekt gymnastiziert und nicht gesprungen würde, sollten sich dort auch keine Problem ergeben. Röntgenklasse III.
      Van Deyk
      Das Exterieur macht einen sehr guten Eindruck. Van Deyks Bau ist ideal für den Sport geeignet, da er sich in der Röntgenklasse I-II befindet.
      Guiness
      Bei dem Tinkerhengst ließen sich keine Auffälligkeiten entdecken. Hier und da sieht man die typischen leichten Abnutzungen, welche aber normal sind. Röntgenklasse II.
      Ayumi
      Bei dem Stutfohlen sieht man noch sehr gut die Wachstumsfugen. Bisher ist alles so, wie es in dem Alter aussehen sollte. Eine Röntgenklasse lässt sich noch nicht feststellen

      Blutuntersuchung:

      Alle
      Bei keinem der fünf untersuchten Pferde ließen sich auffällige Werte entdecken. Alle liegen im Ideal- bis Normalbereich und sind so kerngesund.

      (c) Eddi
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  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
    Hochgeladen von:
    Julie
    Datum:
    15 Sep. 2015
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    EXIF Data

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    Mime Type:
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    Width:
    600px
    Height:
    400px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Maestoso India

    Abstammung:

    Von: Maestoso Austria
    Von: Maestoso Thais
    Aus der: Noricum 150


    Aus der: India
    Von: Favory Trompeta
    Aus der: Birta 351


    Alter: 10 Jahre [2004]
    Geschlecht: Hengst
    Rasse: Lipizzaner
    Fellfarbe: Schimmel
    Abzeichen: schmale Blesse
    Besonderheiten: //
    Seltenheitsgrad: Einzigartig
    Stockmaß: 161 cm

    Charakter | Beschreibung:
    leicht ablenkbar | freundlich | stark

    Maestoso India ist ein 2004 geborener Lipizzanerhengst. Er wurde bisher englisch geritten und zeigt besonders viel Potential im Bereich der Dressur. Er ist allerdings nicht leicht zu reiten und braucht einen erfahrenen Reiter, der ihm deutliche Anweisungen gibt. Trotz seines freundlichen Charakters ist er nämlich sehr stark und leicht abzulenken. Mit ein wenig Zeit und Training, sollte Maestoso jedoch zu einem schicken, ausdrucksstarken Dressurpferd werden.

    Kein Anfängerpferd

    Zubehör: //

    Zuchtpapiere: nicht gekört
    Zuchteinstellung: -
    Vererbung:
    Farbe: Schimmel
    Charakter: unbk.
    Potential: unbk.


    Qualifikationen:

    Primäre Eignung: Dressur
    sekundäre Eignung: Fahren

    Dressur: E
    Springen: -
    Military: -
    Distanz: -
    Galopprennen: -
    Western: -
    Fahren: E

    Erfolge: -
    Besondere Erfolge: -

    Ausbildungsstand: eingeritten
    Reitstil: klassischer Reitstil | Englisch
    Ausbilder: -
    Trainer: -
    Reitbeteiligung: -

    Besitzer: Julie
    Ersteller/VKR: Ivi.Kiwi
    Pferdewert: 30.000 Joellen


    Tierarzt: Eowin
    Hufschmied: -

    Gesundheitszustand: sehr gut
    Letzte Impfung:
    Letzte Wurmkur:
    Krankheiten/Beschwerden: keine


    Hufzustand: sehr gut
    Letzes mal ausgeschnitten: -
    Beschlagen: Ja
    Probleme/Besonderheiten:keine