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Eddi

Maelis

Trakehner ♀

Maelis
Eddi, 23 Dez. 2016
Zaii und Muemmi gefällt das.
    • Eddi
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      Ehemalige Berichte

    • Eddi
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      Weihnachten!
      24. Dezember 2016
      Selbst am 24. Dezember klingelte mein Wecker pünktlich sechs Uhr. Doch ich hatte bereits meinem Team angekündigt, dass wir den Tag heute ruhig angehen würden. Dennoch entschied ich mich gegen das Ausschlafen, denn umso eher wäre dann alles geschafft. Aus diesem Grund quälte ich mich zugegebenermaßen etwas mühsam aus dem Bett, um dann meinen Weg ins Bad anzutreten.
      Ein wenig wacher, angezogen und gewaschen betrat ich danach die Küche und machte mir erst einmal einen Tee. Praktischerweise direkt in einem Thermobecher, welchen ich dann direkt mit hinaus in den Stall nahm. Mein Team hatte ich für heute erst ab acht Uhr eingeplant. Deshalb stand für mich auch etwas mehr an.
      Während ich meinen Tee schlürfte, bereitete ich die Futtereimer vor, ging dabei vorbildlich nach den Futterplänen, die ich schon so gut wie auswendig konnte. Hier ein bisschen, dort ein bisschen – bis die Schubkarre bis obenhin mit Eimern gestapelt war. Dann fuhr ich einmal durch die lange Stallgasse und alle Pferde hatten ihr Frühstück.
      Seit Oktober standen sie nun nachts in den Ställen. 18 Uhr holten wir sie abends rein und morgens ging es 8 Uhr auf die Weiden. Also hatten sie nun noch genügend Zeit zum Futtern und ich auch für mein Frühstück. Dabei musterte ich lächelnd die weihnachtliche Dekoration, welche Alexa und Tami extra im gesamten Stall angebracht hatten – es sah wirklich toll aus.
      Pünktlich acht Uhr trudelten meine drei Teammitglieder ein und wir machten uns auf den Weg, die gesamten Pferde auf ihre Weiden zu bringen. Heute würde es für die Pferde bereits 15 Uhr zurück in den Stall gehen, damit ich mein Team auch eher nach Hause schicken konnte. Einen Tag im Jahr würden sie das überleben, zumal sie große, offene Boxen mit Paddocks besaßen.
      Dennoch durften sie nun erst einmal den schönen Wintertag genießen. Zu meiner puren Enttäuschung lag bei uns bisher kein Schnee. Da kam tatsächlich nur schwer Weihnachtsfeeling auf… Kurz darauf trafen wir uns im Reiterstübchen zur Besprechung des heutigen Tages. Viel stand nicht an, es sollten heute alle eigentlich großteils frei haben.
      „Ein neues Pferd kommt!“, meinte ich fröhlich und musste ungewollt grinsen als ich an Maelis dachte. Die junge Trakehnerin kannte ich schon seit ihrer Geburt und hatte ihren Werdegang stets neugierig verfolgt und nun war es so weit, dass sie tatsächlich auf Gestüt Sapala ziehen würde! Dafür würde ich ihrer Vorbesitzerin eigentlich noch einmal danken müssen.
      Doch nun musste für die Stute erst einmal eine Box und ein abgestecktes Stück Weide hergerichtet werden. Während Tami und ich die Box machten, gingen Alexa und Tassilo raus, um sich um die Weide zu kümmern. Maelis bekam ein abgestecktes Stück neben den anderen Jungstuten, damit sie sich kennenlernen konnten.
      Da Tami und ich schon eher fertig war, bereiteten wir die „Weihnachtsgeschenke“ für unsere Fohlen vor. Jedes Fohlen bekam zwei Leckerlis und eine große Möhre. Wir teilten sie nur schon jetzt auf, damit wir später im Gedränge nicht untergehen würden. Dann schnappten wir uns Alexa und Tassilo und liefen zu den Weiden.
      Die Jungpferde und Fohlen hatten heute frei. Generell ließen wir die Kleinen den Winter über immer Pferd sein, nur selten übten wir mit ihnen mal grundlegende Dinge. Dennoch schauten wir jeden Tag ausgiebig nach dem Rechten und heute gab es da sogar Leckerchen dafür.
      Das kam bei den Fohlen natürlich mehr als gut an. Direkt als erstes kamen Outlaw Torn und HGT’s Unitato angelaufen, immerhin waren sie auch die größten. Ich spürte Tassilos vorwurfsvollen Blick im Nacken. „Ja ja! Im neuen Jahr werden sie eingeritten“, seufzte ich. Die beiden waren langsam wirklich überfällig, doch ich sah sie immer noch gerne als Babys an.
      Dann schob ich mich durch zu Herbstmond und Korah, zwei junge Stuten, die lieber immer geduldig im Hintergrund warteten und dafür sollten sie natürlich belohnt werden. Ich mochte beide sehr, nicht nur, weil sie eigene Nachzuchten waren, sondern auch, weil sie charakterlich totale Herzchen waren und dazu auch noch einfach süß aussahen.
      Auf meinem Weg zurück lief ich auch Paddington über den Weg. Der Junghengst war immer sehr ruhig und überlegt, er würde später ein tolles Sportpony werden. Bei Calimero II war ich mir da noch nicht so sicher. Stürmisch kam er von hinten und schob Paddington zur Seite. Bei mir versuchte er es auch, aber ich schob ihn direkt zurück. Kurz übten wir das rückwärts weichen, ehe er als Belohnung sein Futter bekam.
      In der Zwischenzeit waren auch Acarya und Amadahy zu ihrem Weihnachtsgeschenk gekommen und während wir noch hier und da kraulten, hörten wir plötzlich ein Auto auf den Hof fahren. „Maelis!“, rief ich erfreut und es fühlte sich an, als würde man eine alte Freundin wiedertreffen. Dankend nahm ich dem Fahrer die Stute ab und brachte sie direkt auf ihre Weide. Dort bekam auch sie noch ihr Weihnachtsgeschenk, ehe sie sich erst einmal die Beine vertreten durfte.
      Zu Weihnachten gehörte natürlich auch ein Weihnachtsausritt und da wir nun mit allem fertig waren, schnappten wir uns alle ein Pferd. Heute wollten wir es relativ ruhig haben, weshalb Tami sich direkt Walking in the Air aussuchte. Alexa wählte Call me a Twist, Tassilo suchte sich nach langem Überlegen dann Like Honey and Milk heraus und ich holte Teasie von der Weide.
      In der fröhlichen Runde ging es ins Gelände und wir genossen den freien Tag sichtlich. Mehr hatten wir für heute auch nicht geplant. Nach dem Ausritt misteten wir noch alle Boxen und bereiteten schon einmal Heu und Futter für die Nacht vor. Außerdem mussten wir noch einiges für die kommende Woche besprechen, denn dort hatten wir unser jährliches Weihnachtsfest geplant.
      Zu sehen sein würde eine Quadrille, sowohl Dressur als auch Springen, ebenso veranstalteten wir auch ein kleines Turnier. Dann gab es noch die ein oder andere Showeinlage und das Ponyreiten durfte natürlich auch nicht fehlen.
      An diesen Tagen war immer sehr viel auf dem Gestüt los, weshalb wir alle noch einmal die Ruhe genossen, ehe der große Trubel losgehen würde. Deshalb beendeten wir den heutigen Tag auch früher als sonst, denn alle wollten nun zu ihren Familien und den Weihnachtsfesten. Auch ich war zu Hause eingeladen und nachdem ich alles auf dem Gestüt abgesichert und mich fertiggemacht hatte, machte ich mich auf den Weg.
    • Eddi
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      Winterroutine
      07. Februar 2017
      Wenn der Winter Einzug hielt, veränderte sich auch das Leben auf dem Gestüt. Die Turniersaison war im Herbst beendet und in den Wintermonaten gab es nur hier und da ein paar kleinere Hallenturniere. Ich nutzte diese Zeit dann gerne, um unsere Youngster an die neue Atmosphäre heranzuführen und generell auf die neue Turniersaison vorzubereiten. Das galt natürlich auch für die Turnierpferde, für welche ab Oktober meist das Wintertraining begann.
      Natürlich wurden unsere Pferde allumfassend trainiert, so dass für alle der Muskelaufbau und die Verbesserung der Techniken auf dem Plan stand. Trotz der allgemeinen Einheiten gab es aber auch diejenigen, bei welchen wir uns auf die individuellen Stärken und Schwächen unserer Pferde konzentrierten und auch deren Hauptdisziplin in den Fokus nahmen.
      Über Weihnachten und Neujahr war viel los gewesen auf dem Gestüt, immerhin musste man sich auch repräsentieren, wenn man wahrgenommen werden wollte. Bei uns war das wirklich erfolgreich gewesen und danach waren wir entspannt in das neue Jahr gerutscht. Momentan lief alles routiniert und ruhig ab, auch heute war wieder einer der Tage, an denen ich mir keine Gedanken machen brauchte.
      Mein Team war fit und motiviert, alle drei waren anwesend und bei bester Laune. Aber immerhin hatten wir auch einen wunderschönen Wintertag mit Schnee und Sonnenschein erwischt. Das war hier in Deutschland ja dann doch nicht der Normalfall für einen Winter, also musste es auch wirklich genossen werden.
      Die Pläne für heute standen und nachdem alle Pferde gefüttert waren, wurde eingedeckt und dann auf die Weiden hinausgebracht. Auch im Winter durften unsere Vierbeiner den gesamten Tag draußen verbringen und es tat ihnen sichtlich gut. Wir mühten uns dann stattdessen mit den Stallarbeiten ab und bereiteten schon alles für den Abend vor, um da dann schneller zu sein.
      Und dann ging es mit der ernsten Arbeit los. Momentan standen für mich Sarabi und Shattered Glass im Fokus. Bei den beiden Stuten nutzte ich die Wintermonate, um sie auf ihre Prämierungen vorzubereiten. Hierzu war Sarabi erst kürzlich wieder bei einer Trainerin gewesen und hatte sich im Springen fortgebildet. Die junge Stute entwickelte sich prächtig und zeigte auch auf Turnieren eine tolle Präsenz. Heute ritt Alexa sie in der Halle Dressur und feilte an den Lektionen.
      Shattered Glass ließ ich hingegen noch etwas in Ruhe, hatte sie dennoch immer im Auge. Fleißig ging auch sie hier und da auf Turniere und zeigte sich von ihrer besten Seite. Ihr Training war hingegen entspannt, da ich noch nicht recht wusste, in welche Richtung ich mit der Stute gehen wollte. Für sie stand heute ein wenig lockere Arbeit unter Tami an. Unsere Auszubildende hatte sich ja in die Scheckstute ein bisschen verliebt.
      „Bringst du sie in die Führanlage?“, fragte ich Tami, die gerade mit Shattered Glass durch die Stallgasse lief. Sie bejahte und ich drückte ihr gleich noch Teasie und Walking in the Air in die Hand, um sie mit in die Führanlage zu packen. Die beiden Scheckstuten würden sich nur eine Viertelstunde warmlaufen, aber Wita wollte ich danach noch etwas traben lassen und dann war sie für heute auch schon fertig.
      Mit zwanzig Jahren musste man es in der Wintersaison auch nicht übertreiben und meistens ging sie im Unterricht mit, so dass sie sehr gut ausgelastet war. Ich schnappte mir stattdessen heute Teasie. Schnell geputzt und gesattelt, ging es für uns beide in die Halle, wo Alexa bereits Sarabi abritt und Tami hingegen Shattered Glass warmritt.
      Wir gesellten uns dazu und ich wärmte Teasie in aller Ruhe auf. Teasie war immer vor allem eine Zuchtstute gewesen und hatte nie viel mit Turnieren am Hut gehabt. Das wollte ich ab kommenden Frühjahr aber ändern, da ich merkte, wie viel Spaß ihr das machte und sie diese Aktion auch brauchte. Also arbeiteten wir heuten an den grundlegenden Lektionen, Tempiunterschieden und Bahnfiguren.
      Teasie war für einen Araber ausgesprochen schön zu reiten und ich war wirklich zufrieden, als ich mit ihr dann fertig war und sie abritt. Im Stall durfte die verschwitzte Stute dann für ein Viertelstündchen unter das Solarium, ehe sie eingedeckt wieder auf die Schneeweide hinausdurfte. In der Zeit traf Lynn im Stall ein. Sie war die Reitbeteiligung von Lila Wolken.
      Tendenziell vergab ich keine Reitbeteiligungen, es sei denn, sie konnten etwas, was ich nicht konnte, nämlich einen Fünfgänger reiten. Lynn konnte das und umsorgte Lila Wolken schon gefühlt seit immer. Sie war sehr zuverlässig, ritt gut und hatte eine tolle Art mit Pferden umzugehen. Dementsprechend war sie bei uns stets willkommen.
      „Eddi, kurze Absprache?“, fragte Tassilo und riss mich so aus meinen Gedanken. Ich nickte nur kurz und folgte ihn raus zu der Weide unserer Youngster. Ich ahnte, worauf er hinauswollte. „Jaaa, die beiden sind diesen Winter an der Reihe. Willst du das machen?“, fragte ich ihn grinsend und Tassilo nickte begeistert. Es ging um die Junghengste HGT’s Unitato und Outlaw Torn.
      Junghengste war wohl untertrieben, denn beide waren nun eigentlich schon erwachsen, aber für mich waren sie immer noch Babys. Nichtsdestotrotz stand für sie diesen Winter das Einreiten an und ich wusste, dass Tassilo indirekt darauf brannte, die beiden selbst auszubilden. Ich vertraute ihm da und überließ ihm meine beiden Schätze. Es wurde auch langsam echt Zeit für die zwei.
      Paddington und Amadahy hatten da noch ein Jahr Zeit, würden dieses dann aber auch schon anlongiert werden und vom Boden aus in aller Ruhe vorbereitet werden. Das ersparte dann später viele Mühen. Fraglich für mich war hingegen Korah. Sie wurde dieses Jahr bereits vier, nur konnte ich sie noch gar nicht einschätzen, ob sie noch etwas brauchte oder bereit war. Ich würde wohl bis zum Frühjahr warten, ehe eine Entscheidung gefällt wurde.
      Calimero II war da auch so ein fraglicher Kandidat, aber auch ihm ließ ich noch ein wenig Zeit. Stattdessen widmete ich mich lieber noch den großen Sportponys. Raunchy’s Limited wurde gerade von Alexa geritten und Feuervogel hatte heute frei. Schon öfters war ich gefragt wurden, wann ich denn ein Fohlen aus beiden ziehen wöllte, aber ehrlich gesagt, wusste ich das noch nicht. Vielleicht nächstes Jahr.
      „Acariya wird auch vier“, meinte Tami mahnend, als sie einen Blick über meine Schulter warf und die Liste durchlas. Kurz wollte ich ihr widersprechen, dann rechnete ich aber nach und seufzte. „Ja stimmt“, murmelte ich nur und schrieb sie auch zu den Vierjährigen. Wenigstens hatten Maelis und Herbstmond noch Zeit!
      Die jüngeren beschäftigten wir nur regelmäßig mit den Grundlagen des Fohlen ABC und sonst durften sie ihre freie Zeit genießen und Fohlen beziehungsweise Pferd sein. Like Honey and Milk lief gerade seelenruhig hinter einer Reitschülerin her. Sie war heute zu einer Probestunde da und wurde von Alexa unterrichtet.
      Ich war mir sicher, dass sie begeistert sein würde, auch wenn ich das Pferd wohl anders gewählt hätte, aber das musste Alexa wissen. So viel ich weiß, ritt das Mädchen schon länger und da wären Aristo oder sogar He’s called Trüffel auch eine sehr gute Wahl gewesen. Wobei zweiterer eventuell etwas zu klein hätte sein können, das wäre dann doch nicht so stimmig gewesen.
      „Ausritt?“, fragte ich Tami und sie nickte begeistert. Ich holte mir Thorondor von der Weide und sie sich Call me a Twist. Wir machten beide Hengste fertig und entschwanden dann für zwei Stunden in unser Winter Wonderland und genossen einfach die Sonne.
      Danach war ich wirklich motiviert und hatte Kraft getankt, weshalb ich mir Pajero schnappte und für ein Springtraining vorbereitete. Tassilo war auch sofort dabei und sattelte sich Cover the Sun. Die beiden Hengste liebten das Springen und die heutige Stunde machte auch wirklich Spaß. Alexa nahm sich sogar kurz Zeit, um uns beide noch etwas zu korrigieren und so war die Stunde ein voller Erfolg.
      Während Pajero dann unter dem Solarium döste, brachte ich Dr. Insektor und Dissident Aggressor in die Führanlage. Sie sollten sich heute bewegen, aber ruhig und kontrolliert, dementsprechend war die Führanlage ideal. In der Zeit besprach ich mit Alexa, wie unsere heutige Ponystunde aussehen würde und wen wir nehmen wollten.
      „Ich bin für Polka Dot und Batida de Coco“, meinte Alexa und ich stimmte ihr zu. „Übrigens hab ich gestern in der Zeitung etwas von einer neueröffneten Zirkusschule gehört, vielleicht könnte man die gute Frau mal zu uns einladen, um den Kindern das zu zeigen?“, gab Alexa als Vorschlag und ich meinte, dass ich darüber nachdenken würde. Es klang gut, nur musste ich eben erst wissen, um wen es ging.
      Da nun die beiden Ponystuten heute im Einsatz waren, mussten unsere Hengste noch versorgt werden. Erutan Wishes nahm ich für eine halbe Stunde an die Longe und mit What does the Fox say machte ich Bodenarbeit. Shetland Ponys waren bald anstrengender als Großpferde, denn die Zwerge mussten täglich beschäftigt werden. Sie wurden sonst erstens dick und zweitens maulig.
      Für uns stand heute dann nur noch 17 Uhr die Reitstunde an und dann kehrte auch langsam Ruhe auf dem Gestüt ein. 18 Uhr ging es für alle Pferde in den Stall, es gab Futter und dann wurde noch der letzte Abendrundgang gemacht, ehe wir uns alle in unsere eigenen vier Wände zurückzogen.
    • Eddi
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      Weidezeit
      06. Mai 2017
      Es war der 6. Mai. Eigentlich kein besonderes Datum, aber ich hatte mich dafür entschieden, dass nun endgültig die Weidesaison für unsere Pferde losgehen sollte. Den gesamten April über hatten wir sie in aller Ruhe angeweidet und nun sollte es auf die ersten großen Sommerweiden gehen. Ich machte daraus immer gerne ein kleines Event, weil es doch was Anderes war und uns endlich von unserer Winterroutine löste.
      An diesem Morgen wurden dennoch alle Pferde noch einmal im Stall gefüttert. Meine Truppe war auch schon früh gemeinsam zugegen, denn alle wollten es miterleben. Gestern Abend hatte ich mir noch einmal Gedanken über unsere Weideaufteilungen gemacht. Die Hengste hatten wir in zwei Gruppen geteilt und die Stuten ließen wir aber zusammen.
      Auch heute fühlte sich das noch gut an, so dass wir guten Gewissens die Pferde nacheinander rausschaffen würden. Ich hatte die Hengstgruppen so aufgeteilt, dass sie gut ausbalanciert waren. Es gab in jeder Gruppe sowohl jüngere als auch ältere Hengste, denn ich erachtete das für die Sozialisation als sehr wichtig.
      So durften die drei „Oldies“ Call me a Twist, Pajero und Dissident Aggressor mit Cover the Sun, HGT’s Unitato, Outlaw Torn, Altyn und Calimero II auf die Weide. In der zweiten Gruppe waren somit Thorondor, Aristo, Dr. Insektor, Erutan Wishes, What does the Fox say, Nochnoi Dozor, Feuervogel und He’s called Trüffel. Generell erschien mir die erstere Gruppe definitiv die aktivere, aber das war ja nicht schlimm.
      Die Sommerweiden boten den Pferden genügend Platz und frisches Gras. Zusätzlich gab es einen geräumigen Unterstand, wo wir jetzt zu Anfang auch noch Heu anbieten würden. Dort ließ sich auch eine von zwei vorhandenen Tränken finden.
      Die älteren Hengste wussten bereits genau, worum es heute ging. Unsere beiden Neulinge Altyn und Nochnoi Dozor hatten sich auch schon sehr gut eingefunden und nun null Probleme, mit ihren neuen Freunden auf die Weiden zu jagen. Es war wirklich schön anzusehen, wie da jeweils die Gruppen aus acht Pferden über die Wiese preschten.
      Als nächstes machten wir direkt mit den Stuten weiter. Insgesamt beherbergte das Gestüt momentan zehn Stuten und im Gesamten waren das alles sehr ruhige und liebe Zeitgenossen. Aus dem Grund wollte ich die Gruppe auch nicht teilen.
      Walking In The Air und Teasie waren die ältesten, aber auch gleichzeitig ranghöchsten. Danach folgte Sarabi, welche schon gerne einmal den Besitzanspruch der beiden älteren anfechtete und danach ergab sich der Rest ein bisschen von alleine. Lila Wolken zog sich vorzugsweise immer etwas zurück und genoss ihre Ruhe.
      Batida de Coco und Polka Dot waren generell auch sehr gern für sich. Zumindest wenn sie nicht ihre fünf Minuten hatten und den Großen auf den Keks gehen wollten. Sie waren aber auch gerne in der Nähe von den zwei absoluten Ruhepolen Shattered Glass und Like Honey and Milk. Die beiden machten ihrem Westernpferde-Dasein nämlich alle Ehre.
      Raunchy’s Limited und Amadahy waren irgendwie die Küken der Gruppe und waren sich dementsprechend bezüglich ihres Platzes noch nicht so sicher. Aber sie hielten sich auch gerne eher im Hintergrund auf. Außerdem hatte Raunchy im Moment auch noch Feuerdrache bei Fuß, aber das lief erstaunlich gut und er würde ja schon bald abgesetzt werden. Bei den Stuten ging es auch ruhiger zu und der Großteil begann sehr schnell zu grasen.
      Nun fehlten nur noch unsere Jungpferde. Dahingehend hatten wir momentan gar nicht viele und da wir auch die Hengste von den Stuten trennten, bekamen die jeweiligen Gruppen auch kleinere Areale. Also verhältnismäßig kleiner, für die Dreiergrüppchen waren sie dennoch riesig, aber den vollen Platz hätten sie nie nutzen können.
      So zunächst Applaus und Paddington alleine eine Gruppe, ehe Ende Sommer noch Feuerdrache dazu stoßen würde. Die Stuten bestanden hingegen aus Maelis, Acariya, Herbstmond und Korah. Alle bereits halbwüchsig und auch sehr aufgeweckt.
      Nachdem nun alle Pferde die Stallungen verlassen hatten, begann für uns erst der wahre Akt. Über den Sommer würden die Boxen nicht wirklich in Benutzung sein, also wurden sie komplett ausgemistet, ausgekehrt und auch direkt einmal mit dem Wasserschlauch ausgespritzt.
      Außerdem putzten wir die Tränken und Tröge, säuberten grob die restlichen Oberflächen und die Fenster. Auch die Paddocks mussten abgeäppelt werden.
      Am Ende hatten wir aber einen blitzeblanken Stall und waren wirklich zufrieden mit uns. Der Tag war jedoch noch längst nicht rum, denn immerhin sollte ein Großteil der Pferde heute auch bewegt werden. Besonders die momentanen Anwärter standen unter Beobachtung.
      Dazu zählten insbesondere Altyn und Nochnoi Dozor, die beiden neuen Achal Tekkiner, in welche ich große Hoffnungen legte. Aber auch Calimero II sollte langsam aus sich herauskommen, genauso wie HGT’s Unitato. Die vier hatten momentan einen strengen Trainingsplan einzuhalten.
      Ich kümmerte mich hingegen um Outlaw Torn, der war zwar bereits zur Zucht zugelassen, aber unter dem Sattel musste er dennoch noch viel lernen. Alexa nahm sich da lieber unsere Shettys zu Hand, denn daran hatte sie besonders viel Spaß. Die Shettyhengste fuhr sie heute und mit den Stuten machte sie Freiarbeit.
      Ich gönnte mir heute dann noch einen Ausritt mit der jungen Amadahy, die zu meinen geheimen Lieblingen gehörte. Und außerdem schaute ich noch einmal bei Sarabi vorbei, von welcher ich nämlich diesen Monat noch ein Fohlen erwartete. Das Treiben auf dem Gestüt war dementsprechend in vollem Gange und so hatten wir alle Hände voll zu tun.
    • Eddi
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      Herbst
      07. Oktober 2017
      „Ich war eigentlich ganz glücklich mit dem Sommer“, seufzte Tassilo, während er Maelis und Acariya aufhalfterte. Ich grinste nur in seine Richtung. Es war Oktober und der nass-kalte Herbst hatte uns erreicht. Dementsprechend standen die Pferde nicht mehr 24/7 auf den Weiden, sondern wurden morgens zwischen 8 bis 9 Uhr auf die Weiden gebracht und zwischen 17-18 Uhr wieder reingeholt.
      Das war natürlich für uns wesentlich mehr Arbeit, zumal nun wieder Boxen gemistet wurden, aber gerade für die Jungspunde war es so wesentlich besser. Aktuell hatte wir auch einigen Aufruhr in der kleinen Herde, denn Feuerdrache war kürzlich abgesetzt worden und machte doch recht viel Theater.
      Zum Glück hatte Cover the Moon noch ein paar Monate Zeit, so dass er noch gemeinsam mit Mama Sarabi über die Wiesen streifte und den Herbst genoss. Ich war mir aber bald sicher, dass er nicht so viele Probleme machen würde, wie sein baldiger Weidegenosse.
      Feuerdrache legte sich momentan sehr gerne mit Applaus und Paddington an, bekam aber von beiden älteren Junghengsten dann einige zurück. Ich hoffte einfach, dass sich das noch beruhigen würde. Wenigstens die Mädels waren problemlos. Korah, Herbstmond und Lady Fox ließen sich sogar zu dritt führen und schon waren alle Jungpferde draußen.
      Alexa und Tami hatten sich derweil um die Hengste gekümmert, so dass wir nun nur noch die Stuten rausbrachten. Während sich meine Mitarbeiter dann schon an die Arbeit machten, schaute ich nochmal kurz bei den Weiden vorbei.
      Zufrieden grasend standen am Zaun Alice von Landwein und Amadahy. Etwas weiter weg konnte ich die schneeweiße Nandalee sehen, die sich gerne mit zu Nesquik und Sally stellte. Manchmal irritierte es mich, dass die junge Stute, so die Nähe der älteren suchte, aber ich akzeptierte es.
      Raunchy’s Limited stand etwas abseits und wirkte auch etwas abwesend. Feuerdrache war ihr erstes Fohlen gewesen, dementsprechend nahm auch sie die Entwöhnung etwas mit. Unsere neue Stute Possy Pleasure Mainstream nutzte das aber direkt, um nicht gar so alleine stehen zu müssen.
      Bei den Hengsten sah es da hingegen heute wesentlich entspannter aus. Altyn, Dissident Aggressor, Nochnoi Dozor und Pajero standen zusammen in einem Pulk und grasten friedlich. Calimero II versuchte sich gerade wieder mit BonnyBoy oder Auftakt zu streiten, aber die beiden älteren ignorierten den Junghengst einfach. Erst mit HGT’s Unitato fand er jemanden, der mit ihm spielte.
      Ich zählte auch die Welshs nach, weit hinten standen noch Single Malt und Fürst der Finsternis. He’s called Trüffel stromerte irgendwo bei Dr. Insektor und Outlaw Torn mit herum. Die Welshs waren noch gar nicht so lange da, aber fühlten sich anscheinend sichtlich wohl, so sollte es doch sein.
      So konnte ich mich nun auch zufrieden der Stallarbeit widmen.
    • Eddi
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      Weihnachten!
      24. Dezember 2017
      Wieder war ein Jahr vorüber und Weihnachten stand vor der Tür. Da sowohl Alex, als auch Tami und ich total weihnachtsbegeistert waren, war das gesamte Gestüt rundum geschmückt. Zu unserer Freude hatten wir aktuell auch Schnee, so dass alles weiß und verschneit war. Heute war der 24. Dezember und wir hatten unseren alltäglichen Betrieb auf das Minimum runtergeschraubt, denn natürlich wollte ich meinem Team auch freie Tage gönnen. Aber wie es bei Pferdemenschen so war, tauchten sie trotzdem alle morgens im Stall auf und halfen bei den täglichen Arbeiten.
      Das bedeutete, alle Pferde wurden gefüttert, dann ging es raus auf die Weiden und die Boxen wurden gemistet. Abschließend wurde schon Futter und Heu für den Abend vorbereitet, ehe wir gemeinsam noch unseren weihnachtlichen Rundgang über die Weiden gingen und den Pferden Möhren vorbeibrachten, die wir auf den Weiden verteilten.
      Gerade im Schnee war es immer relativ amüsant, den Pferden bei der Suche zuzuschauen. Wir begannen bei den Jungpferden und dort hatte besonders Tassilo seinen Spaß. Paddington hatte schnell verstanden, dass Tassilo die Möhren etwas weiter warf und war schon ein Stück weiter getrabt, bevor die nächste Möhre durch die Luft flog. Unsere jüngsten, Cover the Moon und Feuerdrache, hielten sich da lieber etwas bedeckt und erschlichen sich durch Süßheit bei Tami ihre Möhren.
      Bei Alex sammelten sich auch bereits einige Jungpferde. Darunter auch unser noch recht frischer Neuzugang Merida, die sich aber schon bestens eingelebt hatte und sichtlich zufrieden mit ihrer Herde zu sein schien. Besonders gerne spielte sie mit Maelis und Acariya. Ich wurde gerade von Lady Fox angestupst, die Korah und Herbstmond zur Seite schob, um nun auch an ihre Möhren zu kommen. Die beiden Welshs Acariya und Applaus hielten sich etwas zurück und warteten einfach geduldig, bis Tassilo ihnen die Möhren vorbeibrachte.
      Bei den Hengsten war aktuell wesentlich mehr los. Calimero II und BonnyBoy jagten sich gerade gemeinsam über die Weide und stießen dabei beinahe mit Call me a Twist und Aristo zusammen, die eigentlich gerade im Schnee nach Gras stöberten und die jungen Hengste direkt zurechtwiesen. Den restlichen Teil ließ das bisher kalt, bis wir dazu kamen. Sofort hoben Pajero, Thorondor und Dr. Insektor den Kopf als sie mein Pfeifen hörten und kamen angetrabt. Man merkte, wer schon lange hier lebte.
      Cover the Sun, Altyn und Fiebertraum ließen sich direkt anstecken und kamen mit angerauscht. Durch die trabende Gruppe wurden auch die anderen aufmerksam und warum auch immer preschten Feuervogel und Outlaw Torn nebeneinander los und buckelten erst einmal wild über die verschneite Weide. Das waren eindeutig die Wintergefühle und die ergriffen auch HGT's Unitato und die beiden Shettys What does the Fox say und Erutan Wishes. Die waren ja sowieso für jeden Quatsch zu haben.
      Bis dann die Hengste bemerkten, dass es bei uns Möhren gab und schon standen sie in einem großen Kreis um uns herum und warteten ungeduldig auf das weihnachtliche Geschenk. Das war eigentlich vor allem dafür da, um bei allen Pferden nach den Rechten zu sehen. Aber anscheinend waren alle bei bester Gesundheit. Für die Möhren rissen sich dann sogar Auftakt und Dissident Aggressor von den Heunetzen los und kamen herübergeschlendert. Fürst der Finsternis und He's called Trüffel schlossen sich an. Die beiden hatten bisher relativ weit hinten gestanden und das Theater hier vorne geflissentlich ignoriert.
      Fehlte nur noch Single Malt, aber der kam nach einem Rufen auch sofort an und schon waren alle Hengste beisammen. Sie waren alle fit und dementsprechend konnten wir uns dann schon bald verabschiedeten und nun ging es nur noch zu den Stuten. Dort wurden wir schon von Walking in the Air, Sally und Teasie erwartet. Die ruhigeren Damen hielten sich gerne am Eingang auf, um auch ja alles mitzubekommen.
      Auch hier reichte ein Rufen und schon kamen Sarabi, Raunchy's Limited und Polka Dot um die Ecke gesaust. Und da sich die Gruppe in Bewegung setzte, kamen auch nach und nach die anderen. Erst Possy Pleasure Mainstream und Shattered Glass, dann aber auch noch Nesquik und Nandalee. Für den Rest mussten wir uns auf den hinteren Teil der Weide bewegen. Lila Wolken und Like Honey and Milk fanden das Heunetz zu nett, als dass sie sich bewegt hätten. Außerdem stromerte hier hinten auch noch Batida de Coco herum und Alice von Landwein und Amadahy spielten gerade miteinander, während Razita sich genüsslich wälzte.
      Auch sie war wie Merida noch relativ neu bei uns, hatte sich aber wirklich problemlos eingliedern lassen.
      Allen Pferden ging es bestens und so schickte ich mit etwas Nachdruck mein Team dann nach Hause zu ihren Familien. Vorher gab es für jeden von ihnen noch ein kleines Geschenk von mir, ehe ich sie dann endgültig verabschiedete und ihnen frohe Weihnachten und schöne Feiertage wünschte. Die hatten sie sich definitiv verdient und die Pferde konnten auch mal ein paar Tage entspannen.
    • Eddi
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      Sommerweiden
      07. Juni 2018
      Hengste: Altyn, Aristo, Auftakt, BonnyBoy, Calimero II, Call me a Twist, Cover the Sun, Dissident Aggressor, Dr. Insektor, Erutan Wishes, Feuervogel, Fiebertraum, Fürst der Finsternis, He's called Trüffel, HGT's Unitato, Namour, Nochnoi Dozor, Outlaw Torn, Pajero, Single Malt, Thorondor, Varulv, Vertigo, What does the Fox say
      Stuten: Alice von Landwein, Amadahy, Batida de Coco, Das Kürbisvieh, Herbsttraum, Like Honey and Milk, Lila Wolken, Naimibia, Nandalee, Nesquik, Polka Dot, Possy Pleasure Mainstream, Raunchy's Limited, Razita, Sally, Sarabi, Shattered Glass, Teasie, Walking in the Air
      Fohlen: Acariya, Applaus, Cover the Moon, Feuerdrache, Herbstmond, Korah, Lady Fox, Maelis, Merida, Paddington

      Der Sommer hatte uns mittlerweile vollständig erreicht. Nach einer längeren Anweidezeit dieses Jahr, waren nun seit kurzem die Sommerweiden eröffnet. Den Mai über hatten uns noch allerhand Unwetter und Stürme geplagt, doch mit denen schien endlich Schluss zu sein. In aller Ruhe hatten mein Team und ich die Sommerweiden vorbereitet und vorgestern die jeweiligen Herden auf die großen Stücke gelassen. Die ersten Tage hatten sie auch alle heil überstanden. Für uns hatte das bedeutet, die Ställe komplett zu misten und auch einmal ordentlich durchzuspülen. Nun fiel für uns viel Arbeit weg. Das Futter bekamen die Pferde nach der täglichen Arbeit und Heu stand ihnen trotz der Weiden permanent zur Verfügung. Jeden Morgen kontrollierte ich auf dem Pferderücken alle Zäune, ehe ich den Pferden auch einen Besuch abstattete und schaute, ob alles in Ordnung war.
    • Eddi
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      Die Kleinen werden groß
      10. November 2018
      Der Sommer hatte sich endgültig verabschiedet und ein durchwachsener Herbst begrüßte uns. Mal hatte man tagelang Sonnenschein und warme Temperaturen und kurz darauf schlug das Wetter um und es begann zu stürmen und zu regnen. Wie jedes Jahr begann mit dieser Jahreszeit für die Kleinen die Arbeitszeit. Den Sommer über verbrachten unsere Jüngsten ihre Zeit zumeist auf den großen Weiden und durften einfach Pferd sein. Wenn sie dann aber im Herbst und Winter wieder näher am Stall standen, befassten wir uns mit der Ausbildung der Kleinen, denn je eher man anfing, desto besser.
      So hieß es unter anderem für Cover the Moon und Feuerdrache, dass sie das Fohlen ABC kennenlernten. Die beiden Jährlinge waren noch nicht lange bei uns und nachdem Absetzen, hatten sie sich erstmal mit ihresgleichen vergnügen dürfen. Natürlich stand das immer noch im Vordergrund und sie hatten noch alle Zeit der Welt, um zu wachsen und Fohlen sein zu dürfen. Aber die Grundlagen mussten im Alltag eben doch sitzen. Dazu gehörten das Aufhalftern und Führen, ebenso wie das Putzen und Hufegeben. Ein paar Grundkommandos bezüglich Schritt, Trab und Halt waren auch durchaus von Vorteil und förderten bereits jetzt das Benehmen.
      Die beiden waren unsere Jüngsten und wurden meist ein- bis zweimal die Woche beschäftigt. Entweder wurden sie nur betüddelt oder wir gingen eine Runde spazieren. So konnten sie am besten spielerisch die Basics lernen und wurden nebenbei schon ein wenig abgehärtet. Immerhin traf man da immer mal einen Traktor oder Hunde. Aber sonst ließen wir die beiden in Ruhe. Außerdem hatten wir mit dem Rest zur Genüge zu tun, denn so jung war unsere Fohlenherde leider nicht mehr. Im Gegenteil, so schnell wie die Zeit verging, wuchsen auch die Fohlen heran.
      Teilweise war es erschreckend. Besonders, wenn man sich die Kleinen nach der Sommerzeit genauer betrachtete. Die meisten waren nochmal gut geschossen, sowohl in die Höhe, als auch in die Breite. Korah und Acariya waren unsere ältesten und sollten den Winter über langsam schon in die großen Herden eingegliedert werden. Als Fohlen konnte man die beiden nicht mehr bezeichnen, Jungpferde traf es eher und so begann für sie auch langsam der Ernst des Lebens. In der Winterzeit würden beide vom Boden aus auf ihr Leben als Reitpferde vorbereitet werden.
      Zunächst stand für mich immer Bodenarbeit, Longieren und Handarbeit auf den Plan. So konnten die Jungpferde in Ruhe Muskeln und Kondition aufbauen, wurden also sowohl physisch als auch psychisch auf ihre Aufgabe vorbereitet. Außerdem lernten sie vom Boden aus auch schon viele Grundlagen, die später im Sattel sehr nützlich sein würden. Bei den beiden wirkte ich selbst auch viel mit, da sie zu meinen ersten eigenen Zuchtfohlen gehört hatten, da wollte man vorzugsweise mit dabei sein. Beide zeigten sich bisher bei der Arbeit stets fleißig und bemüht. Und sie machten schon große Fortschritte.
      Sowohl Acariya als auch Korah waren kürzlich bereits fünf Jahre geworden. Doch vor einem Jahr hatte ich entschieden, den beiden Ponystuten noch ein Jahr mehr zu geben. Sie gehörten beide eher zu den Spätentwicklern und jetzt, ein Jahr später, sah man, dass sich diese Entscheidung auszahlte. Sie waren körperlich und psychisch noch einmal wirklich gewachsen. Besonders Korah erkannte man kaum wieder: Vor einem Jahr war sie noch sehr schmal gebaut gewesen, doch nach diesem Sommer war sie schön breit geworden, so dass man sie sich nun auch unter dem Reiter vorstellen konnte.
      Aktuell stand das Longieren am Kappzaum im Vordergrund. Die beiden sollten lernen, sich in schöner Selbsthaltung zu tragen und somit die richtigen Muskeln zu fördern. Auch Applaus, Paddington und Maelis kamen da nicht herum. Zwar waren die drei noch ein Jahr jünger, aber dennoch schon weit genug, um auch vorbereitet zu werden. Wenn alles rund lief, würden die Pferde Ende des Winters beziehungsweise Anfang des Frühjahrs eingeritten werden. Maelis war für ihr Alter bereits sehr reif und gut gebaut, so dass sie schon jetzt mehr gefördert wurde, weil sie sonst unterfordert war.
      Paddington und Applaus hingegen liefen momentan zwei- bis dreimal in der Woche an der Longe oder in der Bodenarbeit. Und auch die beiden machten ihre Sache wirklich famous.
      Zwischen unseren Jüngsten und den Ältesten lag der Rest. So in etwa. Lady Fox und Herbstmond waren drei Jahre alt und würden erst kommendes Jahr an die Reihe kommen. Allerdings waren sie bereits gut ausgebildet, was das Fohlen ABC betraf, dementsprechend hatten sie eigentlich Pause und durften noch wachsen und gedeihen. Außerdem hatten die beiden eine gute Beschäftigung: Seit kurzem weilte Nabiri wieder bei uns im Stall. Die Dreijährige stammte aus meiner ehemaligen Lewitzerzucht und stand kürzlich zum Verkauf. Kurz und knapp hatte ich sie wieder zu uns geholt.
      Aktuell durfte die junge Stute erst einmal ankommen und ein wenig aufbauen. Der Umzug hatte ihr doch ein wenig Stress gemacht. Danach sollte sie in die Gruppe zu Lady Fox und Herbstmond und dann würden wir schauen, wie ihr aktueller Stand aussah.
      Also bei unseren Jüngsten lief alles wie am Schnürchen. Ein wenig die Oberhand hatte hier auch Tamara, die sich nur zu gern um die Kleinen kümmerte. Manchmal musste man sie sehr daran erinnern, dass sie auch noch die Großen reiten und bewegen sollte. Aber für sie schien es das tollste der Welt zu sein, zu sehen wie die Kleinen groß wurden und irgendwann dann plötzlich Reitpferde wurden. Ab und an musste ich schmunzeln, wenn ich ihre großen, begeisterten Augen sah. Aber genau das wünschte man sich ja von seinen Mitarbeitern.
    • Eddi
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      Neuankömmlinge
      19. Juni 2019
      Ich musste schlucken, als ich Graceful Eclipse und Pashmina über die Weide toben sah. Die beiden Jungstuten hatten einer sehr guten Freundin gehört. Ailsa. Und ich war immer so neidisch auf ihr Gehöft gewesen, eine alte Burg und ihre schönen Pferde. Vor Monaten erreichte mich dann plötzlich die unschönste Nachricht überhaupt: Sie hatte einen schweren Unfall gehabt und lag im Koma. Da ich sie oft besucht hatte, die Pferde kannte und ihr stets meine Hilfe angeboten hatte, nahm ich ihre Vierbeiner an mich. Ich hoffte immer noch, sie würde sich bald wieder so weit erholen, dass sie erneut ihre Schützlinge zurücknehmen könnte. Aktuell war alles noch unklar und ich konnte nichts tun, als abzuwarten. Also schob ich den Gedanken beiseite und machte weiter mit dem Befüllen der Heunetze.
      Mittlerweile standen die Jungpferde wieder auf den Sommerweiden. Dennoch hatten sie dort neben den Unterständen die Möglichkeit von Heu. Allerhand nutzten dies auch, so dass es sich immer lohnte, die Netze zu füllen. Danach würde ich noch die Unterstände misten, die Tränken kontrollieren und ein paar neue Äste auf den Koppeln verteilen. Meistens sammelte ich dafür Weide, die liebten die Pferde und für die Jungspunde war es eine tolle Beschäftigung.
      Bei den Mädels war es heute ruhig. Merida und Maelis standen weit abseits und dahinter sah ich Lady Fox und Korah grasen. Auch Nabiri, Acariya und Herbstmond konnte ich ausmachen und war erstaunt wie toll sich meine Jungstuten aktuell machten. Sie sahen einfach top aus. Die Junghengste standen weiter entfernt auf einer anderen Koppel und momentan hatten wir auch gar nicht mehr so viele. Neben Cover the Moon und Paddington gehörten nur noch Feuerdrache und Applaus zu dem kleinen Grüppchen, aber sie passten einwandfrei zusammen und es gab selten Streit.
      Nachdem ich mich um die Jungpferde gekümmert hatte, war es mittlerweile neun Uhr und so langsam wurde die Sonne immer wärmer, doch ich hatte noch allerhand zu tun, bevor ich mich in meine wohlverdiente Mittagspause begeben könnte.
    • Eddi
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      Neujahr
      03. Januar 2020
      Mississle, Teasie, Sarabi, Possy Pleasure Mainstream, Razita, Walking In The Air, Like Honey and Milk, Shattered Glass, Raunchy's Limited, Naimibia, Das Kürbisvieh, Amadahy, Lila Wolken, Herbsttraum, Alice von Landwein, Nandalee, Nesquik, Sally, Batida de Coco, Polka Dot, My Hope Nymeria
      Panta Rhei, Phex, Leitz, Exciting Force, Altyn, Fiebertraum, Nochnoi Dozor, Catani, Cover the Sun, Pajero, Dr. Insektor, Aristo, Thorondor, Call me a Twist, Dissident Aggressor, HGT's Unitato, Outlaw Torn, Feuervogel, Varulv, Calimero II, Vertigo, Auftakt, BonnyBoy, Fürst der Finsternis, He's called Trüffel, Single Malt, Erutan Wishes, What does the Fox say
      Graceful Eclipse, Merida, Maelis, Lady Fox, Korah, Nabiri, Acariya, Herbstmond, Cover the Moon, Paddington, Feuerdrache, Applaus


      Das neue Jahr war angebrochen und mit ihm auch ein neues Jahrzehnt. 2020 hatten wir erreicht und ich war stolz auf das, was das Gestüt Sapala darstellte. Wir hatten ein funktionierendes, tolles Team, welches sich mit ganzem Herzblut um die Pferde kümmerte und die konnten sich auch wirklich nicht beklagen.
      Das vergangene Jahr hatten wir ruhig und entspannt enden lassen. Wie immer schickte ich meine Mitarbeiter über die Feiertage zu ihren Familien in ihren wohlverdienten Urlaub. Zu den Tagen schafften wir es auch mit wenigen, den Stall in Stand zu halten und die Pferde hatten zum Großteil frei.
      Natürlich waren wir alle Pferdemenschen und die ließen es sich nicht nehmen, auch ihre freie Zeit im Stall zu verbringen. Es war immerhin unsere Leidenschaft. So hatten wir zum 23.12. einen großen gemeinsamen Weihnachtsritt mit gemeinsamen Mittagessen gemacht und am 01.01. hatten wir uns alle zum Neujahrsritt versammelt.
      Mein Team hatte die vergangenen Tage damit verbracht, ihre kleinen Reitschülergrüppchen auch an so etwas wie einem Neujahrsritt teilhaben zu lassen. Natürlich ging das nicht alles an einem Tag, aber so waren die ersten Tage des neuen Jahres direkt gut gefüllt gewesen.
      Ende Januar würde unser jährliches Neujahrsturnier anstehen und die jungen Reiter trainierten jetzt schon fleißig und waren sehr ehrgeizig. Auch für meine Mitarbeiter gab es eine eigene Abteilung, auch sie sollten sich messen dürfen und ihren Spaß haben.
      Ich war schon voll in den Vorbereitungen hierfür, bereitete die Schleifen und Gewinne vor und plante das Event und schrieb Listen. Draußen war es heute diesig und nass, so dass ich gerne mal den Tag zum Großteil im Büro verbracht. Den Morgen über hatte ich bereits auf mehreren Pferden gesessen, denn nun ging das Antrainieren wieder los, wenn wir dann im März in die diesjährige Turniersaison starten wollten.
      Die ersten Tage des Jahres würde ich noch viel für Organisatorisches gebrauchen, aber dann sollte alles wieder seinen gewohnten Gang gehen.
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  • Album:
    Fohlenstall
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    Eddi
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    23 Dez. 2016
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  • Name: Maelis
    Geboren: 2014
    __________________

    Von: Donnerschall

    von: Don Caladrio
    aus der: Marah


    Aus der: Mon Chérie

    von: --
    aus der: --

    __________________

    Rasse: Trakehner
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Braunschecke
    Stockmaß: voraussichtlich 160cm

    Beschreibung:
    Maelis hat viel von ihrem Vater. Sie ist sehr verspielt und neugierig, wohl auch ein wenig tollpatschig. Ihre raumgreifenden Gänge, vor allem der Trab, prägen sich schon in ihren jungen Jahren hervor. Ihr wird eine glorreiche Zukunft bevorstehen.

    Ersteller: Waldvoegelchen
    Besitzer: Eddi
    Vorkaufsrecht: erloschen

    [Noch nicht eingeritten.]


    __________________

    Gekört: nein

    Nachkommen:
    --