Rhapsody

Mánas

Connemara -- im Besitz seit 02/2017 -- von Moon's Wishing Well -- Aa ee Dd

Mánas
Rhapsody, 26 Feb. 2017
Veija, kira und Elii gefällt das.
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      Welpentreff
      | 31. März 2017
      „Fünf Minuten. Ich möchte, dass du, wenn du das Gatter geschlossen hast, deinen Timer auf fünf Minuten stellst und wenn diese fünf Minuten vorbei sind kommen die Pferde wieder auf ihre Paddocks.“
      Für fünfzehn Sekunden hörte Lesja auf, sein Müsli zu kauen, und sah mich nur an. „Und das muss so akribisch eingehalten werden?“
      Memo an mich selbst: Lesja niemals konfrontieren oder auch nur irgendwie mit ihm kommunizieren, wenn er beim Essen war. Wirklich, das sollte ich mir merken. Bäh. Als er sich den nächsten Löffel in den Mund geschoben hatte, war die Gefahr vorüber und ich konnte endlich wieder antworten. „Muss ich dir jetzt nochmal einen Vortrag über die Gefahr von zu eiweißreicher Fütterung halten? Nach fast eineinhalb Jahren? Wirklich Lesja?“
      Er senkte seinen Löffel und wollte gerade mit dem Reden ansetzen, also machte ich lieber auf dem Absatz kehrt und rannte aus der Küche. „Ach, ich leih mir später Mishka aus, solltest du ihn suchen!“ Seine Antwort bekam ich leider Gottes nicht mehr mit, da fiel die Tür einfach zu laut ins Schloss und Butters und Mishka wedelten so laut mit den Schwänzen, dass ich die Proteste gar nicht hören konnte. So was aber auch.
      Weil uns aufgefallen war, dass wir mittlerweile wirklich alle mindestens einen Hund im Haushalt hatten (oder zwei oder auch drei), hatten Zai, Elena, Gwen und ich uns heute für eine Hundespielstunde entschieden. Nach dem Zwischenfall mit Butters hatte ich mich dagegen entschieden, den Corgi mitzunehmen, und ob Khaleesi wirklich mitwollte, würde sich erst zwei Minuten vor Aufbruch entscheiden. Aber Mishka, der sich als verspielt und als kleiner Trottel herausgestellt hatte, freute sich bestimmt mal, unter Gleichaltrigen zu sein. Naja, zumindest halbwegs gleichaltrig.
      Mit dem Barsoi an der Schleppleine und Butters ein paar Meter vor oder hinter uns, je nachdem, was er gerade schnuppern musste, ging es in Richtung Paddock. Seit ein paar Wochen hatten nun sowohl Bucky und Medeia ihre Fohlen gekriegt – am helllichten Tag, nur, um mir, die wochenlang nachts kaum geschlafen hatte weil sie den Stalllivestream schauen musste, den hocherhobenen Mittelfinger zu zeigen. Medeia hatte ein rotes, jedoch ziemlich großes Fohlen am Rockzipfel hängen. Damit hatten wir schon gerechnet und mit Tierarzt und Tierarzt-in-Spe – ja, auch Peggy hatte mal mitarbeiten müssen, sowas aber auch – war dann Mànas doch recht schnell auf die Welt gekommen. Nicht viele Tage später war dann auch Painted Basquiat, Buckys Fohlen, einfach irgendwann im Stroh gelegen. Lackschwarz und extrem schüchtern hatte sie wohl mehr von ihrem Vater, Painted Blur, geerbt. Aber da Basquiat für die ganzen Amis und Aussies angeblich unaussprechlich war, hatte die kleine Stute schon schnell einen Spitznamen bekommen – Bowie. Ausgestattet mit frischem Wasser und genug Heu behausten die vier jetzt den bislang eh nicht genutzten Reitplatz, damit wir vor allem auch die Mütter schonend anweiden konnten. Früher oder später würden dann auch alle zusammen auf der Stutenweide stehen; bis dahin durften sich die zwei Fohlen erst einmal in der Welt zurechtfinden. Normalerweise wurde mit allen vieren spazieren gegangen, man übte das Aufhaltern mit ihnen, sie kamen täglich irgendwie in Berührung mit Menschen. Heute war das aber auf ein paar Streicheleinheiten beschränkt.
      Bevor ich mich mit den anderen treffen wollte, musste nämlich noch ein bisschen was getan werden. Während ich Boxen ausmistete, Quixoticelixer, Vaffanculo, Paramour, Tautou und Parvati ein bisschen die Mist- und Sandflecken aus dem Fell bürstete, verdrückte sich Butters unter meinem wachsamen Auge ins Haus und Mishka in das Stroh der nächsten Box – ich war also alleine. Bis auf das regelmäßige Schnauben der Pferde was es mucksmäuschenstill; Zoe und Declan gönnten den „Großen“ eine kleine Auszeit und nahmen sich dabei den Kleinen an. Auf dem Weg zum Hengststall sah ich Zoe eine Weile dabei zu, wie sie Cìola longierte. Es sah noch nicht ganz perfekt aus, aber die junge Reitponystute hatte noch genug Zeit, um das richtig zu lernen. Als ich dann Waffel, Q und Paramour einigermaßen sauber hatte – für seine Winterdecken war es mittlerweile einfach zu warm, deswegen war Q putzen eine Challenge, die ich tagtäglich verlor – und zu den Stuten zurück schlenderte, war der Rotschopf verschwunden und stattdessen wurde Ironic longiert. Eigentlich teilte Lesja solche Aufgaben überhaupt nicht gern, blöderweise steckte er sich aber vor vier Tagen mit der Rotzhuststerbseuche an und bekam von mir (und bestimmt auch von den anderen, die aber leider den Mund nicht aufmachen konnten) Arbeitsverbot. Schlimm genug, dass wir alle der Bazillenschleuder ausgeliefert waren, da musste er die Pferde nicht auch noch nerven. Deswegen hatten wir Ironic für die Woche unter uns dreien aufgeteilt. Unterm Sattel war er jetzt zumindest im Schritt und Trab relativ sicher; um das Training aber auch abwechselnd zu gestalten, wurde er heute ein bisschen locker trainiert. Vielleicht würde er dieses Jahr schon seine ersten Turniere gehen – zum Ende der Saison zwar, aber so abwegig war das gar nicht.
      Nachdem dann auch der Stutenstall schön sauber war, Mishkas Fell zu 93% aus Stroh bestand und ich weißes Winterfell in den Augen stecken hatte, gönnte ich mir eine kurze Auszeit. In etwa einer halben Stunde machte ich mich auf gen … Süden. Keine Ahnung, ob Elenas, Zais und Gwens Höfe überhaupt südlich von meinem lagen, aber es ging zumindest runter. Glaubte ich. Um dem guten Herrn ein paar Manieren beizubringen, holte ich PFS‘ Gamble Away von seinem Paddock und befreite ihn schnell von Sand und dem bisschen Winterfell, welches das Vollblut überhaupt besaß. Ob es eine gute Idee war, mit Rennpferd und Rennhund spazieren zu gehen? Bestimmt nicht. Aber irgendwie würde ich das schon gebacken kriegen. Mit Kappzaum, Longe und Schleppleine lief ich dann kurz darauf los.
      Fast schon wie ein Taxi kam ich mir vor, wie ich alle nacheinander abholte. Zuerst Gwen mit ihrer mittlerweile groß gewordenen Nuriya. Eigentlich wollten wir ja vorwiegend unsere Welpen aneinander gewöhnen und vorzeigen, aber weil wir Gwen ja nicht ausschließen wollten, hatten wir – also der Große Rat bestehend aus Zai, Elena und mir – netterweise zugestimmt, dass sie Shiva mitnehmen durfte. Auch, wenn es eigentlich gar nicht ihr Hund war, aber darüber wollte ich jetzt nicht diskutieren. Außerdem war ich auch damit beschäftigt, Mishka davon abzuhalten, sich ganz und gar in seiner Leine zu verheddern. Wie ein … naja, Welpe eben warf er sich an die Füße der schwarzen Hündin, rollte sich auf den Boden, sprang kurz darauf wieder auf und sprang sowohl um Shiva als auch um Gwen selbst, als gäbe es kein Morgen. Erst nach einem scharfen Pfiff beruhigte er sich langsam, und zu sechst machten wir uns auf den Weg zu Elena. Die hatte sich aus heiterem Himmel zwei Shiba Inus geholt – das hatte mich ein wenig verwundert, da Eli zu 110% Katzenmensch war und Hunden eher reserviert – und ehrlich gesagt sahen sie aus, als würden sie gerade aus einem alten Nintendogs-Speicherstand gekrabbelt sein. Neben den beiden Wollknäueln, die sie Yuki und Ayumi nannte (aber nicht erklären wollte oder konnte, was das bedeutete – so ein Amateur) führte sie auch noch Baila Conmigo.
      „Colour GH’s Baila Conmigo,“ verbesserte sie mich stolz. „Je mehr davor steht, desto edler das Pferd.“
      „Aha,“ machte ich und zuppelte am Führstrick meines Vollbluthengstes, der Elis Ponystute schon jetzt um ein paar Zentimeter überragte. „Das spricht aber nicht für deine Zucht.“
      Weil Eli so ein toller Mensch war fing sie keinen Streit auf einem fremden Hof an, sondern hob nur drohend den Zeigefinger und begrüßte dann Zai mit SST’s Lakim. Somit war ich mit meinem Junghengst deutlich in der Minderheit. Gott sei Dank führte der sich heute einigermaßen ruhig auf, schnorchelte nur ab und an einen der Hunde an. Mishka fand die Neuankömmlinge äußert interessant, aber er hatte doch ein paar Manieren und setzte sich lieber vor den braunen Dalmatinerwelpen, als ihn einfach umzurennen. Langsam aber sicher wurde das was mit dem braven Hund.
      In unserer kleinen Truppe ging es dann auf eine Wiese hinter Elis Gestüt, auf der die anderen ihre Hunde freilassen konnten und ich zumindest die Schleppleine ein bisschen länger lassen. Eigentlich rannte nur wirklich Friedrich, Zais-eigentlich-nicht-Zais Dalmatiner, umher; Shiva war damit beschäftigt, Friedrich zu beschäftigen (oder wohl eher, Friedrich um sich herum hüpfen zu lassen bis seine Energie ausgeschöpft war), Friedrich belästigte Shiva, Yuki und Ayumi kauten sich gegenseitig an – und ehrlich, das konnten nur Elenas Hunde sein – und Mishka versuchte, Friedrich von der großen Labradorhündin wegzulocken und stattdessen mit ihm zu spielen. Die Pferde machten sich stattdessen mit dem Gras bekannt.
      Als Friedrich sich geschlagen gebte, beide Shiba Inus schliefen (sowas von Elenas Hunde) und Mishka schon mehr als zehn Minuten neben mir saß und mich dabei beobachtete, wie ich den anderen zuhörte – eine einzige Starrerei, wirklich – beschlossen wir alle, uns langsam auf den Heimweg zu machen. Immerhin hatten wir alle einen Hof mit anderen Pferden als die vier, die wir dabei hatten, und ordentlich Arbeit vor uns. Deswegen war ich auch keine zehn Minuten nach meiner Ankunft auf Ares‘ Rücken. Wirklich einfach gestaltete sich das tägliche Training nicht mit ihm; hatte er einen guten Tag, war alles super, aber wehe wenn nicht. Ehrlich gesagt war ich ein bisschen überrascht, wie wir überhaupt die letzten paar Turniere überlebt hatten. Außerdem arbeiteten wir hart daran, dass er auch auf Dressurturnieren absahnen konnte; zwar war er gemacht für die Vielseitigkeit und hatte wohl auch eine solide Dressurausbildung, andererseits war es auch eine Gratwanderung, irgendwelche Lektionen von ihm abzuverlangen. Das Training verlief mittelmäßig; ein paar Male lief er wirklich schön an der Hand und drehte nicht zu sehr auf. Nach einer dreiviertel Stunde war er klitschnass, mein Kopf war rot wie eine Tomate, also war es Zeit, aufzuhören.
      Bevor auch ich dann zum Abendessen durfte, war erst noch Fütterungszeit. Pacco und Rising of Storm randalierten in ihren Boxen, während ich das Futter in der Futterkammer zusammen mischte, und stürzten sich sofort hungrig auf die Tröge, als hätten sie den ganzen Tag nichts zu futtern bekommen. Männer. Die Stuten dagegen waren pflegeleicht – Cìola sah mir vom Paddock aus zu, wie ich ihr Futter auffüllte, und erst, als ich Buckys und Medeias Portion fertig hatte und den Stutenstall verlassen wollte, stand sie an ihrem Trog und mampfte in sich hinein.
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      Boys Day
      | 28. April 2017
      Manchmal hatte man einfach göttliche Eingebungen. Ich hatte die, um ehrlich zu sein, ziemlich häufig. Einfach aus dem nichts traf mich dann ein Gedanke, und diese Gedanken musste ich dann so schnell wie möglich mit anderen mitteilen. War gerade kein Lebewesen in der Nähe, durften auch Gwen, Eli und Zai daran teilhaben.

      An einem Samstagnachmittag Ende April aber war ich nicht allein. Mit Zoe und Declan ritt ich durch die kanadische Landschaft; die anderen beiden auf Quixoticelixer und Painted Blur, ich selbst auf Ares. Eigentlich sollten wir vor allem mit dem letzteren gerade auf dem Platz arbeiten, damit aus dem Jung‘ ma was wird nech, aber man musste ja auch mal an den Spaß denken. Wir waren schon wieder auf dem Heimweg, Zoe und Declan diskutierten über …irgendetwas – um ehrlich zu sein, ich war schon vor zehn Minuten mental aus der Unterhaltung ausgestiegen und tat nur mein bestes, Ares im gleichen Tempo zu halten wie einen ruhigen Holsteiner und ein noch ruhigeres Pony. Und dann traf es mich, mitten aus dem Nichts.

      „Dani California ist das Girl aus By the Way!“

      Das Gespräch verstummte kurz, Declan und Zoe sahen erst mich fragend an, dann sich gegenseitig.

      „Redest du von den Chili Peppers?“ fragte Zoe vorsichtig.

      „Kennst du jemand anderes der über Dani California singt?“

      Declan würde sich am liebsten die Hand ins Gesicht schlagen, das sah ich an seinem Handzucken. „Das hast du jetzt erst gemerkt? By The Way ist 15 Jahre alt.“

      „Tut mir Leid, ich bin langsam und das weißt du,“ verteidigte ich mich. „Aber by the way – woher weißt du so genau, wann ein spezifisches Album von einer Band mit vielen Alben rausgekommen ist?“ Ich warf ihm einen scharfen Blick von der Seite zu.

      „Ich möchte mit dir nicht über meine Vergangenheit reden,“ murmelte Declan und rieb sich eine Stelle direkt unter dem Ellenbogen.

      „Lügner.“ Er war zwar nicht ganz so ein Blabberle wie Lesja oder zeigte seine Gefühle so offen wie Zoe, aber in den letzten Jahren stellte sich Declan nicht gerade als verschlossenes Buch heraus.

      „Warte nur darauf, bis du herausfindest, was mit Dani passiert,“ meinte Zoe und zuckte mit den Augenbrauen. Bevor ich aber den Mund öffnen könnte und es aus ihr herauskitzeln konnte, erstickte Declan das Gespräch mit einem lauten Seufzen im Keim. „Zoe, bevor wir von jemanden sehr unhöflich unterbrochen wurden –“

      Ich schaltete wieder ab.

      ***

      Nach dem Ausritt, der mir einen fantastischen Ohrwurm verpasst hatte, erklärte ich mich freiwillig bereit, mich um die restlichen Hengste zu kümmern. Während Ares und Blurry seelenruhig nebeneinander grasten, schien Quixo seine fünf Minuten zu haben. Runde um Runde galoppierte er, buckelte, schlug nach seinem Weidefreund Vaffanculo aus. Normalerweise war der Dunkelfuchs ja derjenige, der … naja, wild war. Und wenn man irgendetwas aus seiner versteinerten Position in der Mitte der Koppel ableiten konnte, dann, dass er mindestens genauso überrascht war wie ich.
      Aber Back to Business. Aus Faulheit legte ich Paramour den Kappzaum an und führte ihn anschließend in den Longierzirkel. Eigentlich wäre schon noch ein kleiner Ritt drin gewesen, aber … nein, ich hatte keine Ausrede.

      Wirklich anstrengend war die Longeneinheit weder für mich noch für den Lewitzer. Verstärkungen waren für ein Pferd, das M*-Dressuren gewonnen hatte, wirklich das kleinste Problem. Trotzdem schnaubte der Hengst mit Genuss ab und schien durchaus zufrieden, als ich ihn nach zwanzig Minuten mit einer Handbewegung zum Stehen brachte. Ich hatte ein bisschen Angst gehabt, dass sich Paramour, sobald er aus dem aktiven Sport genommen wurde, verändern würde. Immerhin war er immer zu 100 Prozent ausgelastet gewesen und hatte auch immer ein recht freundliches Wesen gehabt. Glücklicherweise zeigte er jetzt seit fast einem Jahr, dass er die doofen Turniere gar nicht brauchte, sondern von Haus auf ein freundliches Pferd war. Mensch, war mir da ein Stein vom Herzen gefallen.

      Meine Aufgaben waren erledigt; Declan und Zoe hatten sich die Stuten und Youngsters untereinander aufgeteilt. War es eine gerechte Aufteilung? Nein, überhaupt nicht. Aber ich war diejenige, die am besten davon gekommen war, also sagte ich natürlich nichts und machte mich stattdessen auf zur Stutenweide. Seit ein paar Wochen standen Medeia und Bucky samt Mánas und Painted Basquiat mit den anderen Pferden auf der großen Weide. Mittlerweile für ein paar Stunden, im Sommer dann 24/7. Als ich an den weißen Holzzaun trat und mich auf die oberste Latte setzte, kam auch schon das Connemarafohlen auf mich zu. Er war definitiv der zutraulichere der beiden. Das hatte bestimmt zu einem gewissen Prozentsatz auch damit zu tun, dass er einen Monat älter war, aber eigentlich hatte sich das schon in den ersten Tagen nach der Geburt gezeigt. Mánas verließ Medis Seite zwar genauso ungern wie jedes frischgeborene Fohlen, aber zumindest rannte er nicht vor mir weg. Jetzt, wo Mama zwar immer noch wichtig aber nicht mehr ganz so wichtig war – zumindest für ihn – traute er sich auch mal alleine zu mir her, beschnupperte meine Finger und ließ sich das weiche Fohlenfell streicheln. Entspannt blubberte er mich an, rieb seinen Kopf an meinen Beinen, als hätte ich ihm nicht vor ein paar Tagen die erste Wurmkur gegeben, bei der er am liebsten ausgebüxt wäre.

      Aber innerhalb von zehn Minuten war ich für Mánas komplett uninteressant geworden und er trottete wieder in Richtung Mama. Das nahm ich als Zeichen, jetzt auch mal nach Bowie zu gucken. Bis jetzt hatte sich der Spitzname nur bei mir durchgesetzt; die anderen benutzten lieber Basquiat (aber was war das denn bitte für ein Rufname? Genau, ein doofer). Insgeheim hegte ich die Hoffnung, dass die kleine Rappstute aber später nur auf Bowie und deswegen auch nur auf mich hören würde. Momentan waren Menschen noch ein bisschen gruselig für sie. Als ich Bucky und Bowie – ha ha ha – entdeckte, sprang das Fohlen schnell hinter seine Mama. Nur blöd, dass Bucky sich ins Gras gelegt hatte. Wie versteinert stand Bowie da und guckte mich an wie ein Schaf. Also tat ich das einzige, was mir gerade einfiel. Anstatt mich auf das Fohlen zu konzentrieren, setzte ich mich neben Buckys Kopf und massierte ihr ein bisschen die Ohren. Im Gegensatz zu anderen Pferde liebte sie das nämlich. Und nebenbei zeigte es ihrem Fohlen auch noch, dass ich gar nicht so böse war.

      Trotzdem bereitete mir Bowies Scheu immer noch ein bisschen Bauchweh. Eigentlich war sie schon sein Tag 1 mit Menschen in Berührung gekommen, und eigentlich waren wir auch stets darauf bedacht gewesen, ruhig in ihrer Nähe zu sein. Keine lauten Geräusche, die sie mit Menschen verbinden konnte. Mit Ach und Krach bekam sie jeden Tag das Halfter drauf, in der vagen Hoffnung, dass plötzlich ein Wunder passieren würde und sie sich von jedem ohne mit der Wimper zu zucken anfassen ließ. Irgendwann würde der Tag bestimmt kommen. Und andererseits war sie ja auch erst vier Wochen alt. Eigentlich sollte sie jetzt schon zutraulicher sein, aber immerhin war sie nicht mehr ganz so angespannt in unserer Nähe. Nach ein paar Minuten Beobachtung senkte sie nämlich den Kopf und rupfte ein paar Halme ab, während ich Buckys Schopf flocht. So schlimm konnte ich also gar nicht sein.

      Als die Sonne sich dann langsam in Richtung Westen aufmachte, stand ich unter Ächzen und Stöhnen auf, klopfte mir die Hose ab und klettert wieder über den Zaun. Ich konnte ja wenigstens schon mal mit dem Kochen anfangen, wenn alle bis auf den ach-so-kranken Lesja hart arbeiteten.
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      versteckte nachrichten hihihi

      chapter three | 11. Juni 2017
      PFS' Scion d'Or | Dark Innuendo | Bucky | Painted Basquiat | Medeia | Mánas | Cíola
      „Ah, der allseits beliebte sterbende Schwan.“

      Snafu öffnete die Augen, blinzelte gegen das helle Licht im Zimmer an und drehte seinen Kopf in Richtung Tür. Leslie lehnte gegen den Türrahmen mit einem selbstgefälligen Grinsen auf den Lippen.
      Eine böse Bemerkung unterdrückend seufzte er nur und schloss wieder die Augen. „Nicht jeder kann in Kalifornien aufwachsen.“

      „Snafu, es hat 22 Grad. Celsius.“

      „Es fühlt sich an, als wäre ich in der Hölle gelandet.“

      „In einer Hölle, in der Ezra extra nach dir rufen lässt, damit du auch ja nichts verpasst. In so eine Hölle möchte ich auch mal kommen.“

      Innerhalb von Sekunden war Snafu vom Rücken auf den Bauch gerollt, um Leslie besser ansehen zu können. Ihr Grinsen war ein wenig gedämpfter, dafür blitzten jetzt ihre Augen gefährlich. Das registrierte er aber erst einmal nicht, genauso wenig wie die eigentlichen Worte, die sie gesagt hatte. Einzig und allein, was sie damit eigentlich sagen wollte, kam in seinem hitzegeschädigten Gehirn an. „Er tut’s? Jetzt?“

      Ohne auf eine Antwort zu warten, versuchte er, seine Beine so schnell wie möglich unter sich zu bringen und rannte an Leslie vorbei in den Flur. In den paar Wochen, in denen Scion d’Or auf dem Gestüt stand, hatte sich Snafu Hals über Kopf in die junge Stute verliebt. Und wenn das passierte, konnte er das einfach nicht verbergen – schon gar nicht erst vor seinem Trainer. Ezra hatte das sonst eigentlich immer ohne Kommentar so stehen gelassen, deswegen hatte sich Snafu auch nicht wirklich Chancen ausgerechnet.

      Da sollte nochmal jemand behaupten, Ezra Thompson steckte nicht voller Überraschungen.

      Schwer atmend kam er schließlich an dem kleinen Hof vor den Außenboxen an, in denen Goldie bis jetzt noch untergebracht war. Mit einigen Sekunden Verzögerung kam auch Leslie an – gerade, als Ezra den Cremello mit Trense und Sattel aus der Box führte. Als der Trainer ihn entdeckte, winkte er Snafu her und drückte ihm ohne großen Kommentar die Zügel in die Hand. Mit wachem Blick sah sich Goldie um, blieb aber ruhig stehen, als Ezra am Sattel rumwerkelte.

      Die Steigbügel wurden runtergelassen, nachgegurtet, dann stemmte der Trainer sich in den Bügel. Snafu sah, wie Goldie kurz mit den Ohren zuckte, aber sonst ruhig weiter atmete und ihn ruhig anblinzelte – als würde sie durch ihn hindurch gucken und – ja, das klang verdammt kitschig, aber so war Snafu nun mal und so war er schon immer gewesen – direkt in seine Seele. Das hatte er bis jetzt schon ein paar Mal bei Pferden gehabt; irgendwie sah er es auch als Sign of Approval, da noch kein Pferd schreiend weggerannt war.

      Am liebsten hätte Snafu erzählt, dass er unentwegt Augenkontakt mit dem besten Pferd der Welt hatte, aber wenn er ehrlich war, starrte er nur irgendwo in die Halbferne, als Ezra plötzlich seinen Namen ruf. Wie ein Hund sah Snafu auf – weil sein Trainer mittlerweile im Sattel saß. Goldie sah ein bisschen angespannter aus und trippelte ein paar Schritte zur Seite. Nach ein paar Sekunden schnaufte sie einmal tief durch, dann blieb sie stehen.

      Bis auf das Strohrascheln in den anderen Boxen war es still – nicht einmal Leslie machte eine blöde Bemerkung. Aus dem Augenwinkel sah Snafu, wie sie an die Box von Dark Innuendo, einem Warmblut mit dem sie wahrscheinlich nie etwas zu tun haben würde, trat und versuchte, mit ein paar wilden Handbewegungen die junge Stute herzulocken. Kurz darauf stieg Ezra wieder ab – immerhin musste man es ja nicht gleich übertreiben – und Snafu kramte ein paar Leckerli als Belohnung aus seiner Jeans.

      Ezra klatschte in die Hände; Goldie drehte sich kurz verwirrt zu ihm um, dann widmete sie sich lieber dem Leckerbissen auf Snafus Handfläche. „In ein paar Wochen geht das Training los, schätze ich mal.“
      Snafu zog eine Augenbraue nach oben, wagte es jedoch nicht, dem Trainer zu widersprechen. Viel mehr machte er sich daran, Goldie vor der freien Box anzubinden und die Ausrüstung wieder abzunehmen.

      „Früher oder später steht sie im B-Stall, das ist dir bewusst?“ fragte Ezra, nachdem er dem Treiben für einige Minuten zugeguckt hatte. „Ich mein, das ist ein ganz schönes Stück zu laufen. Das traust du dir zu?“

      Mitten in der Bewegung fror Snafu ein, dann drehte er sich zu seinem Trainer um. Nonchalant lehnte er sich an die Wand zwischen zwei Boxen, die Hände in die Hosentaschen gestopft, aber sein Gesicht schmunzelte verschmitzt.

      Kaum hatte Goldie das Gebiss aus dem Maul gehabt und war von Snafu in die Box geführt worden, hatte sie sich auf das Heu in der Raufe gestürzt. Kurz sah Snafu ihr zu, klopfte ihr noch einmal den Hals und schnappte sich dann den Trainingssattel samt Decke.

      „‘Nen Versuch wärs wert,“ murmelte er und verlagerte den Sattel auf den linken Vorderarm. Dann räusperte er sich. „Wenn sie Rennen laufen soll, dann würde ich mich wirklich freuen, wenn ich ihr Jockey sein darf.“

      Ezra nickte, mehr für sich. Es dauerte kurz, dann kam aus dem Hintergrund ein Prusten. Snafu stellte sich auf die Zehenspitzen, damit er Leslie über die Schulter des Trainers ein schmallippiges Grinsen zeigen konnte – seine Hand hatte kurz gezuckt, aber wer weiß, wie Ezra das auffassen würde. Leslie streckte ihm die Zunge raus.

      Bevor Snafu aber noch etwas tun könnte, was ihm die Chance seines Lebens komplett vermiesen könnte, fuhr Ezra wieder fort, komplett unbeirrt von den Kindeleien, die hinter ihm abgingen. Er sah nur auf die Uhr und fuhr sich dabei durch die dunklen Haare. „Dann sehen wir uns in 24 Stunden.“ Er drehte sich halb um, jetzt an Leslie gewandt. „Das Gleiche gilt für dich.“

      Leslie konnte gerade noch ihren ausgestreckten Mittelfinger in einer mehr oder weniger (und vor allem sehr gewollten, das gab Abzüge in der B-Note) coolen Bewegung hinter ihrem Rücken verschwinden. So viel zum Thema „Ich weiß gar nicht, wieso du solche Angst vor Ezra hast, der ist doch wie ein großer Bruder, vor dem würde ich nichts verstecken!“, liebe Leslie.

      Die andere Hand hob sie als Mock-Salut an die Stirn. „Aye aye, sir.“

      Ezra drehte sich wieder um und rollte die Augen. Gott, dass musste Snafu Leslie so schnell wie möglich unter die Nase reiben. Mit einem Das-bleibt-unter-uns-Blick stieß der Trainer sich schließlich von der Zwischenwand der Außenboxen ab. Als er um die Ecke Richtung A-Stall war, schulterte Snafu die Trense und machte sich in Richtung Sattelkammer los. Leslie, die natürlich nichts trug, schlenderte neben ihm her.

      Wie ein Seitenblick verriet, mit einem selbstgefälligen Grinsen. Typischer Fall von Narzissmus.

      Als sie von ihm nur ein böses Funkeln erntete, lachte sie schallend los und legte freundschaftlich den Arm um seinen Nacken. „Ich glaube, jemand ist verlieeeebt,“ trällerte sie und hörte nicht einmal auf, als Snafu die Sattelkammer wieder hinter sich schloss. Mittlerweile war vor den Außenboxen reger Betrieb; Esthers Enkel führten zusammen mit Sophia Graham, der Tochter der Dressurtrainerin, die Pferde auf die Weide. Bucky, eine kräftige Holsteinerstute, hatte Sophia genommen; die Ponys Cíola und Medeia wurden von den zwei jungen Fitzalan-Mädels geführt. Als sie Leslie singen hörten, drehten sie sich um – Snafu konnte aus der Entfernung zwar den genauen Gesichtsausdruck nicht sehen, aber er würde sein gesamtes Geld darauf verwetten, dass sie blöd guckten. Mit einem Stoß in die Rippen machte er Leslie darauf aufmerksam. Sie winkte den dreien wild zu und jagte den beiden Fohlen, die Bucky und Medeia begleiteten, einen ordentlichen Schrecken ein; das Rappfohlen verkroch sich hinter Bucky, während der Rotfalbe wie erstarrt stehen blieb. Um die Babys nicht noch mehr zu verunsichern, packte Snafu Leslie am Ellenbogen und zog ihren Arm wieder runter.

      Als sie ihn verwirrt ansah, erklärte er: „Du verschreckst die Kinder.“

      „Aber du mit deiner Visage nicht?“
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      versteckte nachrichten hihihi

      chapter seven | 26. September 2017
      Ares | Ironic | Painted Blur | Paramour
      Siana | Benihana | Bucky | Medeia | Cíola
      Dark Royale | Painted Basquiat | Mánas | PFS' Scion d'Or | Dark Innuendo | Painted Taloubet | Rising Of Storm | PFS' Gamble Away | Pacco
      Hi Grams,

      ich hoffe, für dich ist das in Ordnung, dass ich einen Brief schreibe und dich nicht anrufe. Außerdem kann ich mich so ein bisschen sammeln und wirklich alles erzählen, was in den letzten Wochen so passiert ist – so leg ich auf und plötzlich fallen mir 1000 Dinge ein, die ich dir nicht gesagt hab.

      Langsam aber sicher lebe ich mich wirklich ein, und langsam fange ich auch an, mich mit meiner Mitbewohnerin anzufreunden.

      An diesem schicksalhaften Tag, ab dem sich Bernie und Leslie nicht mehr wenn möglich mieden, war eine ganz besonders fiese Aufgabe dran gewesen. Nach zwei Monaten auf dem Sandringham Manor schien es Bernie, als würden die Trainer sie testen wollen. Unter dem Vorwand, Blurrys Kondition aufzubauen, schickten sie das Reiter-Pferd-Duo auf die Geländestrecke, auf den Springplatz, in die Reithalle oder den kleinen Platz beim Stall. Die einzige, die nach den Trainingseinheiten außer Puste war, war jedoch Bernie. An eben diesem Tag war sie mit Frank am Springplatz verabredet.

      England zeigte, dass es nicht umsonst den Ruf für das schlechteste Wetter weghatte. Die Sonne war die letzten Tage kaum rausgekommen und es regnete unentwegt – mal stärker, mal schwächer. Als Bernie Blurry auf dem Reitplatz abritt, begann es gerade, zu nieseln. Eigentlich sollte das ja kein Hindernis sein, dachte sie. Blurry war zwar nicht wirklich begeistert von dem Regen, aber wenigstens war sie konzentriert und ließ sich von dem bisschen Regen nicht ablenken.

      Dachte sie. Innerhalb von zwanzig Minuten klebte ihr das dünne Sweatshirt auf der Haut, sie blinzelte immer wieder Tropfen aus den Augen, und vom Schirm ihres Helmes hing der Nieselregen in ihr Gesichtsfeld. Sie tat ihr Bestes, sich trotzdem auf den Hengst unter ihr zu konzentrieren – ohne Erfolg. Blurry merkte, dass sie nicht komplett anwesend war, und nutzte das aus. Er überlegte sich zweimal, ob er die Schenkelhilfe annahm oder nicht, und so hatte Bernie alle Hände voll zu tun, den Rappen überhaupt in einem annehmbaren Tempo zu reiten.

      Normal kam sie mit Painted Blur super aus. Er kam ihr auf der Weide entgegen und brummelte sie an, wenn sie die Boxentür öffnete. Und normalerweise waren sie auch im Training ein ganz gutes Team. Aber heute rannte er bei jeder Gelegenheit an den Hindernissen vorbei, und ein paar Mal sah sich Bernie schon in die bunten Stangen krachen weil sie den Sprung gerade so geschafft hatten. Von der Mitte der Bahn kam kein einziger Kommentar, keine Hilfe. So viel zum Thema Blurry trainieren – würde es hier wirklich um den Hengst gehen, würde Frank darauf achten, dass er ordentlich lief.

      Stattdessen wurde sie nach einer halben Stunde Qual endlich erlöst. Bis dahin war ihr Sweatshirt komplett durchnässt, auf den Schenkeln ihrer Reithose waren zwei dunkle, nasse Flecken, die Beine fühlten sich schwer und steif an. Während Blurry im Solarium stand, lehnte Bernie sich an die Stallwand daneben. Im Stall war Abendbetrieb; die Stallburschen (deren Namen Bernie sich ums Verrecken nicht merken konnte) liefen mit ihren Schubkarren voll Futtereimer hin und her. Wirklich viel hatte Bernie noch nicht mit ihnen geredet – und wenn, dann war es auch eigentlich nur Cat, die mit ihnen redete, und Bernie, die blöd danebenstand. Das bedeutete, dass Bernie die Sekunden, die Blurry noch brauchte, einzeln herunterzählte.

      Irgendwann war es dann doch soweit. Blurry stand in seiner Box, kaute auf seinem Heu mit seiner Abschwitzdecke auf dem Rücken und wenigstens diese Aufgabe hatte Bernie erfolgreich abgeschlossen. Im Mitarbeiterhaus stand schon eine große Schüssel Spaghetti in der Küche, aber trotzdem schleppte sich Bernie erst einmal in ihr Zimmer. Sie schälte sich aus den nassen Klamotten und schlüpfte in eine bequeme Jogginghose, bis sie sich mit einem Handtuchturban auf dem Kopf auf ihr Bett fallen ließ.

      Sekunden später quietschte die Zimmertür und fiel kurz darauf wieder ins Schloss. Bernie unterdrückte ein Seufzen. In den letzten Monaten hatte sie sich mit ihrer Zimmerpartnerin mehr schlecht als recht angefreundet. Seit Tag 1 hatte sie das Gefühl gehabt, Leslie hätte sie am liebsten auf dem Misthaufen entsorgt. Auch jetzt sagte Leslie kein Wort – Bernie hörte nur ihre Füße über den Boden tapsen, dann das leichte Stöhnen des Drehstuhls als sie sich draufsetzte.

      Gerade wollte sich Bernie aufraffen, die Augen aufmachen und etwas essen, damit sie so früh wie möglich ins Bett und den Tag hinter sich bringen konnte, da klingelte ihr Handy. Für zwei Sekunden starrte sie die Decke über sich an, dann setzte sie sich auf, griff nach dem Handy – und sah, dass Leslie sie wie versteinert anstarrte.

      Ein paar Augenblicke verstrichen. Das Handy verstummte wieder, Leslie räusperte sich und sah auf die Unterlagen vor ihr auf dem Schreibtisch hinab. Bernie öffnete den Mund, wollte sich schon flüchtig entschuldigen, da fing Leslie an.

      „Weißt du, zufällig wollen Snafu und ich später mit der vierten Staffel anfangen. Also –“

      Bernies Mund blieb offen. Sie hatte keine Ahnung, wer oder was Snafu war aber … naja, sie hatte nichts zu tun und sie hatte die vierte Staffel wirklich noch nicht angefangen. Um ehrlich zu sein, hatte sie ihren Netflix-Account noch nicht mal angefasst, seit sie in England war. Und es klang ein bisschen ach einem Friedensangebot, also –

      „Klar, wieso nicht?“ sagte sie und versuchte sich an einem flüchtigen Lächeln. „Aber ich glaub ich muss erstmal duschen. Und essen. Also, wenn das –“

      „Klar! Klar klar, kein Problem.“ Der Stuhl rollte über den Boden, als Leslie aufstand und Richtung Tür lief. „Ich lass dir noch ein paar Spaghetti übrig, ja?“

      Dann fiel die Tür ins Schloss.

      Du brauchst dir also keine Sorgen mehr über mein nicht vorhandenes Sozialleben machen. Ich hab Cat zum Ausreiten und dank Leslie lern ich auch langsam den Rest der Leute hier kennen. Du brauchst mir also keine Links zu fremden Facebookprofilen schicken.

      Was auch neu ist: ich hab jetzt ein echtes eigenes Pferd zugeteilt bekommen. Sein Name ist Ares und er ist so ziemlich das komplette Gegenteil von Blurry. Also – komplett. Das hat meine Trainer aber nicht davon abgehalten, uns gleich mal auf eine Kür zu schicken.

      Nicht nach unten gucken. Nicht zu verkrampft lachen. Bernies Hände klebten an dem Kunstleder der weißen Handschuhe. Sommer war schön, und Turniere waren toll – auf beides zusammen konnte sie aber getrost verzichten. Sie hatte das schwarze Jackett erst angezogen, als sie sich gemeinsam mit Cat auf den Weg vom Abreiteplatz zur Dressurbahn machte, aber trotzdem würde sie es am liebsten wieder ausziehen. In eine Ecke schmeißen und die nächsten paar Wochen nicht ansehen, bis es endlich Herbst wurde.

      Ares war erst vor wenigen Tagen angekommen. Für Bernies Geschmack war es viel zu früh, ihn schon auf einer Schau vorzustellen – sie hatte ihn nur drei Mal reiten können, und wirkliches Training war auch nur die letzte Einheit. Aber wenn Mrs Fitzalan sich etwas einbildete, dann konnte man sie davon nicht abbringen; so viel hatte Bernie bis jetzt gelernt. Deswegen nahm sie entschieden die Zügel auf, lächelte Cat kurz zu und ließ Ares dann in die Bahn traben.

      Seine Gänge waren noch komplett neu für sie. Mit viel Konzentration saß sie sich in den Sattel ein, streckte die Beine nach unten und hoffte, dass sie nicht wie ein Gummiball auf dem Rücken herumhüpfte. Nicht nach unten gucken. Ein bisschen hektisch grüßte sie die Richter hinter dem Buchstaben A, dann ging es erst richtig los.

      Hauptsächlich im Trab bewegte sich das Duo durch die Bahn, anfangs auf der linken Hand. Ares‘ Ohren waren stets gespitzt und für Bernie schien es, als würde er überlegen, ob er lieber brav die Kür weitermachen würde oder ob er eine Show für das Publikum hinlegen sollte. Wirklich sicher war sie sich noch nicht, aber Bernie hatte das Gefühl, dass Turniere mit dem Hengst wirklich Spaß machen würden.
      Im Galopp lenkte sie den Hannoveraner auf einen Mittelzirkel und parierte ihn dann in den Schritt durch. Sie öffnete die Hände ein bisschen, ließ ihm die Zügel länger. Gleichzeitig versuchte sie, nicht zu arg mit der Hüfte mitzugehen; Ares hatte einen weitaus raumgreifenderen Schritt als Blurry, da war die Gefahr groß, wie ein nasser Sack auszusehen. Nach einer Kehrvolte ließ sie ihn auf der rechten Hand wieder antraben. Halbwegs durch.

      Bis der zweite Galopp kam, funktionierte alles noch super. Dann hatte Bernie das Gefühl, Ares‘ Konzentration schien langsam aber sicher zu schwinden. Mit Ach und Krach sahen die Schlangenlinien mit drei Bögen noch halbwegs passabel aus, der Übergang zwischen Schritt und Trab ginge auch schöner, aber letzten Endes steuerte Bernie Ares wieder vor den Richtertisch, verabschiedete sich und trabte schlussendlich aus der Bahn.

      Ares‘ Ohren drehten sich in alle Richtungen als er aus der Arena schritt. Der Moderator kündigte das nächste Paar an, überall auf dem Platz standen andere Pferde und noch viel mehr Menschen. Trotzdem ließ er sich mit einem leichten Zügelzupfen durchparieren. Cat tauchte an seiner Seite aus und half Bernie aus ihrem Jackett.

      Außerdem kann ich jetzt endlich auch mal mit den Youngsters arbeiten – nicht viel, aber definitiv mehr als daheim.

      Von heute auf morgen hatte das Wetter in England von ganz-okay-ich-mein-für-England-ist-das-ganz-gut-auch-wenns-in-Kalifornien-wärmer-und-sonniger-ist-wir-wissens-langsam-Leslie-Sommer in Herbst umgeschlagen. Aber komplett Herbst: Den einen Tag wachte Bernie noch auf, weil ihr die Sonne ins Gesicht schien, den anderen sah sie draußen nur noch grau.

      „Gewöhn dich dran,“ riet ihr Leslie am Frühstückstisch. „Ich hoffe, du hast genug Socken dabei. Und Pullis. Und Regenjacken.“

      Snafu, dessen Gesicht halb in der Cornflakes-Schüssel hin, stöhnte in seine Milch hinein. „Oh mein Gott, Regenjacken.“ Leslie grinste ihn daraufhin breit an, also musste das wohl irgendein Insider sein.

      „Solange ich nicht wieder im Regen Zäune kontrollieren muss,“ grummelte Bernie.

      „Viel besser.“ Leslies Grinsen wurde noch breiter.

      Viel besser stellte sich schnell heraus als halb-freier Tag. Der Hufschmied kam und die Jocks waren dafür zuständig, dass die richtigen Pferde zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren. Und nachdem die Großen soweit fertig waren, schickte Heath Walsh eine Delegation der Stallburschen und eine Delegation der Jocks auf die Weide der Junghengste.

      Mit Jungpferden hatte Bernie wirklich lange nichts mehr unternommen – zuhause in Boston stand ein Dreijähriger in der Box neben Bernies Pflegepferd, also hatte sie eben auch mal die Box gemistet oder ihn auf die Koppel geführt. Recht viel mehr war das ja jetzt auch nicht, sagte sie sich als sie einem Holsteiner namens Painted Taloubet das Halfter aufzog. Das ließ er zwar ganz gut mit sich machen, aber irgendetwas an ihm sagte Bernie, dass sie später lieber aufpassen sollte.

      Mit vier jungen Hengsten ging es in Richtung A-Stall. Vor Bernie und Taloubet dackelte ein fast schon ausgewachsener Hannoveraner namens Dark Royale, dahinter kamen Leslie mit ihrem Gambit und ein Connemarahengst, der von allen nur Donnie genannt wurde.

      Im Stall angekommen wurden die Stallburschen dazu verdonnert, beim Halten zu helfen. Gerade wollte sich Bernie hinsetzen, da tauchte auf einmal Cat vor ihr auf. Und deswegen war es heute nur ein halb-freier Tag: das Training fiel zwar aus, aber trotzdem rannten alle wie verrückt hin und her. Cat und Bernie halfen im B-Stall aus, trennten die beiden Fohlen in den Außenboxen für ihre Mama, damit vor allem das Hengstfohlen in nächster Zeit in eine Herde mit Gleichaltrigen kam. Der Rotfalbe machte das schon ziemlich routiniert mit, nur das Stutfohlen wieherte immer wieder nach der Mama – die natürlich ebenso herzzerreißend antwortete. Genauso lautstark war dann die Begrüßung, als beide Fohlen zurückkamen.

      Wirklich viel mehr ist in den letzten Wochen nicht passiert. Ich weiß, du kannst es nicht glauben, aber ich möchte dir jetzt nicht jeden Tag einzeln aufdröseln.

      Sag allen daheim liebe Grüße von mir.

      Bernie xx
      11.931 Zeichen
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      versteckte nachrichten hihihi

      chapter nine | 11. November 2017
      Ares | Ironic | Painted Blur | Paramour
      Minou | Siana | Benihana | Bucky | Medeia | Cíola
      Dark Royale | Painted Basquiat | Mánas | PFS' Scion d'Or | Dark Innuendo | Painted Taloubet | Doineann | PFS' Gamble Away | Pacco
      -- Leslie --

      Oktober war Leslies Lieblingsmonat. September war immer noch ein bisschen Sommer, und November schon fast Winter; der Oktober war noch nicht ganz bitterkalt, die Blätter waren schön bunt – und es war Jagdzeit.

      Am liebsten hätte sie dieses Jahr ja selbst mitgemacht. Nicht unbedingt mit Gambit, natürlich, aber irgendein Pferd hätte sich schon gefunden. Blöderweise fand dieses Jahr die Jagd auf Sandringham Manor statt – und alle Jocks hatten Teilnahmeverbot gekriegt. Irgendwo verständlich, aber wirklich begeistert war Leslie nicht gewesen.

      Also hatte sie das Nächstbeste getan und sich Hals über Kopf in die Organisation geschickt. Zusammen mit Logan war sie die Strecke mehrmals abgeritten, hatte Pferde vom Flughafen abgeholt, auf die umliegenden Höfe verteilt und fuhr diese täglich ab. Das füllte so ziemlich den ganzen Tag, sodass sie jeden Abend todmüde ins Bett fiel – zum Leidwesen von Bernie und Snafu. Bernie, weil sie selbst dann gezwungen war, sich ab acht Uhr abends so leise wie möglich zu verhalten, und Snafu, weil der jetzt mit Goldie alleine trainieren musste.

      Dementsprechend war Leslie am Tag der Jagd auch schon um halb fünf wach. Auf Zehenspitzen schlich sie ins Bad, wusch sich schnell und tapste dann barfuß über den Gang zu Beau und Snafus Zimmer und klopfte sachte an.

      Fast gleichzeitig drückte sich dann auch schon Beau durch einen Minispalt in der Tür (durch den er gar nicht hätte passen sollen – immerhin war er bestimmt dreimal so breit wie Leslie. Mindestens) und schob sie in Richtung Treppe nach unten.

      Frühstück gab es für die beiden nicht. „Cooper ist eh schon angepisst, dass ich andauernd woanders bin,“ flüsterte Beau und steuerte Leslie an der Küche vorbei direkt an die Haustür. Draußen war es noch dunkel; nur ein leichtes, dunkelgraues Band war schon am Horizont zu erkennen. Der Hof rund um das Mitarbeiterhaus war umhüllt von Nebel und es roch nach Regen. Solange der sich für den restlichen Tag verzogen hatte, war Leslie das ganz recht.

      Wie ein kleines Kind schlappte sie Beau hinterher, der zuerst die Tür in die Sattelkammer des A-Stalles aufsperrte. Als er das Licht anmachte, war Leslie für einen kleinen Moment geblendet, dann ging sie die Spinde der Gastpferde durch. Im A-Stall waren nicht wirklich viele Boxen freigewesen; die Junghengste standen seit ein paar Tagen wieder über Nacht in den Boxen und nahmen dementsprechend Platz weg. Ein Paint Horse aus New Mexico, ein Holsteiner und ein Trakehner aus Deutschland bewohnten seit Anfang der Woche die drei freien Boxen und schienen sich ganz gut mit den Boxennachbarn zu verstehen. Dementsprechend kam Beau auch schnell wieder, nachdem er Leslie in der Sattelkammer zurückgelassen hatte.

      Die Spinde waren immer noch verschlossen, beim kurzen Inventarcheck schien auch nichts zu fehlen. „Gehen wir weiter,“ flüsterte Leslie. Wenn man den Geräuschen der Pferde in der Box trauen konnte, waren die zwar eh schon wach und verlangten auch schon langsam ihr Futter, aber irgendwie wollte sie trotzdem so leise wie möglich reden.

      Im C-Stall war dann der Großteil der fremden Hengste untergebracht. Der stand im Winter meistens eh leer – Esther verfolgte die Philosophie, dass auch Hochleistungssportler mal ein bisschen Pause brauchten und nahm deswegen am Anfang Oktober keine Trainingspferde mehr an – und war somit für die restlichen 9 Gasthengste frei. Auch hier checkte Leslie kurz, ob die Spinde nach wie vor verschlossen waren und ob auch wirklich nichts fehlte. Beau knipste das Licht in der Stallgasse an, guckte kurz in jede Box und zog Leslie dann auch schon wieder quer über den Hof.

      Langsam aber sicher meldete sich dann doch ihr Magen. Um kurz nach 5 schalteten sich immer mehr Lampen in den Ställen und Häusern an, und ihre innere Uhr sagte ihr, dass es jetzt wirklich Zeit fürs Frühstück war. Trotzdem trottete sie hinter Beau her und versuchte, das Magengrummeln einfach zu ignorieren.

      Funktionierte semi-gut. Als die beiden im Stutenstall angekommen waren und Leslie gerade Spind Nummer 3 von 7 aufsperrte, knurrte ihr Magen so laut, dass Moses kurz darauf den Kopf in die Sattelkammer steckte.

      „Ich dachte, hier drin ist ein Bär,“ sagte er grinsend, als er Leslie entdeckte. Die verdrehte nur kurz die Augen; Moses war wirklich einer der einzigen Menschen, die sie kannte, der frühmorgens (um 5 Uhr. 5 Uhr morgens frühmorgens) schon zu Witzen aufgelegt war. Einer der Gründe, warum sie den B-Stall mied, bis sie wirklich wach war.

      Gerettet wurde sie von Beau, der sich an Moses vorbeischlängelte und wortlos die restlichen vier Spinde inspizierte. Dann fiel sein Blick auf die Uhr und unter wildem Fluchen stürmte er aus der Sattelkammer. Leslie konnte ihn gerade noch auf dem Weg zum Parkplatz einholen.

      „Keine Frühstückspause?“ keuchte sie ihm hinterher.

      Er öffnete die Fahrertür eines dunkelblauen Yaris‘. „Keine Frühstückspause.“

      -- Idony --

      Wenn man monatelang jeden Tag um die gleiche Uhrzeit aufstand, dann war das irgendwann so in einem drin, dass man an jedem Nicht-Arbeitstag um fünf hellwach war. So ging es Idony heute – Training fiel für die nächsten paar Tage aus und Cam war so nett gewesen und hatte ihr freigegeben, damit sie später bei der Jagd konzentriert mitreiten konnte.

      Trotzdem – sie war um Punkt fünf Uhr wach gewesen und nach ein paar Minuten hatte sich herausgestellt, dass sie das mit dem Weiterschlafen vergessen konnte. Also war Idony zwei Stunden später schon mit den meisten Arbeiten fertig. Benihana versorgen, Benihanas neue Boxennachbarin Minou und die Reitponystute Cíola zusammen auf die Weide stellen, Stallgasse fegen und nett zu den Gästen sein.

      Gegenüber von Billies Box stand eine Scheckstute, die jeden Schritt und jedes Atmen im Stall genaustens im Blick hatte. Jedes Mal, wenn Idony kurz zu ihr hinübersah, stand die Stute woanders – mal im Paddock, mal in der Box, mal genau auf der Schwelle. Idony ließ sie kurz mit sich selbst allein und huschte an die Box des Scheckens. Die Stute hatte in etwa die gleiche Größe wie Benihana, wirkte aber zugleich imposanter als auch gebrechlicher als der Holsteiner gegenüber.

      „Schon mal die Konkurrenz begutachten?“ kam plötzlich von hinten. Idony zwang sich, nicht wie ertappt zu gucken, als sie sich umdrehte und eine junge Frau vor ihr stand – mit einem breiten Grinsen.

      Die Frau streckte auch sogleich ihre Hand aus. „Alexandra Cordes. Und das hinter dir ist Possy Pleasure Mainstream.“

      Als hätte sie ihren Namen verstanden, schnaubte die Stute und schlich sich dann sogleich wieder nach draußen auf den Paddock. Idony räusperte sich und nahm die Hand der Frau. „Idony Berqvist – aber ich bin keine Konkurrenz, ich arbeite hier.“

      „Oooh,“ machte Alexandra. „Und da dürft ihr gar nicht mitmachen? Das ist ja auch schade. Da gibt’s sowas mal und ihr werdet ausgeschlossen.“

      Ein bisschen überrumpelt von den vielen Worten in der kurzen Zeit blinzelte Idony Alexandra erst mal an. Dann registrierte sie die Worte erst. „Ach nein, das ist wirklich nicht schlimm – jetzt im Herbst sind hier so viele Jagden, also wer will—“

      „Oooh,“ machte Alexandra wieder. Possy Pleasure Mainstream kam wieder in die Box und reckte den Hals nach ihr. „Ich werde jetzt auch mal gucken, wo die zweite im Team bleibt – allmählich sollten wir ja mal beginnen, die Pferde fertig zu machen.“

      Mit einem Winken verabschiedete sich Alexandra wieder und ging aus dem Stall. Neben den Stallburschen, die die Futtereimer wieder von vor den Boxen einsammelten, war Idony die einzige im Stall. Also nutzte sie die Gunst der Stunde und richtete Benihana schon einmal so weit her, dass sie dieser später nur noch den Sattel auf- und die Trense anlegen musste.

      -- Leslie --

      Treffpunkt der Reiter war um halb elf auf dem Dressurviereck. Bis dahin hatte Leslie Zeit, den Matsch aus Painted Blurs Fell zu bürsten. Pünktlich hatte sich der natürlich in die nächstbeste Matschpfütze geschmissen – und von denen gab es auf den Weiden gerade genug. Soweit wäre es gar nicht gekommen, wären Leslie und Beau zur Stelle gewesen. So wie es war hatte nämlich Cooper Blurry auf die Weide gebracht, der hatte die Chance ergriffen – und jetzt stand Leslie in der Stallgasse des A-Stalls und versuchte, den noch feuchten Matsch so gut wie möglich aus dem Fell zu bekommen.

      Eigentlich wäre das eine Fall für die Waschanlage, dachte sie und schrubbte an einem Fleck an der Flanke des Hengstes. Eigentlich – nur leider war es kurz nach zehn, und wenn man Bernie und Cat glauben konnte, dann waren die ersten Gäste auch schon am Platz versammelt.

      (Beau hatte sich übrigens verkrümelt und frühstückte. Während Leslie nasse Matschflecken ausbürsten durfte, die vermeidbar gewesen wären. Schöner Tag war das heute.)

      10:15 Uhr ließ sie dann die Bürste fallen und schnappte sich Blurrys Sattel. Weg waren die Flecken zwar nicht, aber sollte sich jemand der Gäste drüber beschweren – naja, dann ließ sie Cooper die Sache handeln. Sie hatte gleich erst mal ein Date mit ihrer Müslischale.

      Gerade hatte Leslie Blurry das Gebiss ins Maul geschoben, als auch schon Esther in den Stall kam. Die drei Gäste, deren Pferde im A-Stall untergebracht waren, hatten sich schon längst auf den Weg zum Viereck gemacht – schön rausgeputzt mit Turnierjackett, hellen Hosen und weißen Schabracken. Leslie wusste also, dass sie spät dran war (und das würde Cooper auch noch den ganzen lieben langen Tag hören, ob er es wollte oder nicht). Dass jetzt aber schon die Chefin nach ihr sah, das hätte sie aber nicht gedacht.

      „Schon fertig,“ rief sie Esther entgegen und steckte den Zipfel des Nasenriemens noch schnell unter die dafür vorgesehene Lasche. „So gut wie’s eben ging,“ murmelte sie dann noch vor sich hin, nahm Blurry die Zügel vom Hals und führte ihn die Stallgasse hinab.

      Esther sah sich den Hengst kurz von beiden Seiten an, seufzte und zuckte dann mit den Schultern. „Sauberer wird er jetzt eh nicht mehr,“ sagte sie und klopfte Leslie kurz auf die Schulter. „Wenn du mir noch kurz helfen könntest?“

      Per Räuberleiter schwang sich Esther in den Sattel und nahm die Zügel auf. „Ich kehr‘ noch schnell, dann bin ich sofort da,“ versprach Leslie, aber Esther winkte ab.

      „Der Dreck liegt später auch noch da, wenn wir weg sind. Du solltest dir das jetzt lieber mit ansehen.“

      Gut, das ließ sich wahrscheinlich niemand zweimal sagen. Hinter dem großen Rappen und ihrer Chefin schloss Leslie das Stalltor und folgte den beiden dann in Richtung Viereck.

      -- Idony --

      „Guten Morgen und natürlich herzlich Willkommen auf Sandringham Manor.“

      Das Stimmenwirrwarr auf dem Dressurviereck verstummte augenblicklich. Neben Idony hörten sogar die zwei Geschwister auf, die schon seit sie aufgetaucht waren die Köpfe zusammengesteckt hatten, zu tuscheln. Fast alle Köpfe drehten sich nach vorne in Richtung Eingang. Vor der Kulisse des Herrenhauses saß Esther im Sattel von Blurry, hinter ihr Logan und Frank.

      „Ich freue mich, euch alle hier begrüßen zu dürfen. Das ist die erste Jagd seit fast 13 Jahren, die auf unserem Gestüt stattfindet, und ich bin sehr gespannt, wie es ausgeht.

      Ich möchte auch gar nicht groß um den heißen Brei herumreden, schließlich wollen wir alle so bald wie möglich los. Wir haben eine Strecke von etwa 15 Kilometern vor uns. Nach etwa sieben gibt es für alle eine kleine Pause auf einem benachbarten Hof. Die Pferde dürfen grasen und für uns Menschen gibt es auch ein paar Snacks. Abschließend treffen wir uns auf der Wiese ein, auf der unser Geländetraining startet. Wer besonders aufmerksam ist, wird auf dem Weg dorthin auch etwas ganz Besonderes im Wald entdecken.

      Die Regeln lauten wie bei jeder Jagd. Um einen sicheren Ablauf zu gewähren, bete ich euch alle, euch gleich euren Platz im Feld zu finden und diesen, wenn möglich, nicht zu verlassen. Und, das ist ganz wichtig: reitet nie quer zu den anderen Reitern. Außerdem dürfen die Master, die euer Feld anführen, niemals überholt werden – die kennen die Strecke und sind dafür zuständig, dass alles gut abläuft. Für die Springer sind meine Kollegen Logan Reid und Frank Montgomery zuständig,“ Esther gestikulierte auf die zwei Trainer hinter ihr, „die Nicht-Springer hören auf mein Kommando.“

      Idony sah sich ein bisschen in den Reihen rum. Einige Reiter hatten ein schmales Lächeln auf den Lippen, andere sahen Esther stockernst ins Gesicht.

      „Zu eurer Sicherheit bilden die Schlusslichter die sogenannten Schlusspiköre. Jeder noch so gute Reiter fällt mal vom Pferd – für den Fall sind die Schlusspiköre da. Sie sind auch ein bisschen die Schiedsrichter, die alles sehen.

      Auf der Strecke gibt es 15 Hindernisse, inklusive Bachläufen und feste Naturhindernisse. Sollte euer Pferd vor dem Hindernis verweigern, dann dreht am besten sofort ab und reitet um das Hindernis herum. So kann es keine Staus geben und ihr und eure Pferde werden nicht verletzt.

      Außerdem bitte ich euch grundsätzlich, aufzupassen. Wir haben einige Pferde dabei, die noch recht jung und stürmisch sind. Wenn ihr die Jagd ohne dickes Knie abschließen möchtet, dann reitet nicht zu arg auf – vor allem nicht, wenn das Pferd eine rote Schleife im Schweif trägt.

      Recht viel mehr gibt es auch nicht zu sagen, also fange ich gleich mit den Feldeinteilungen an.“

      Die ersten Reiter zogen die Gurte nach und ließen die Steigbügel herunter. Esther kramte einen Zettel aus ihrer Jacketttasche hervor und räusperte sich.

      „Feld Eins ist das erste springende Feld mit Philipp Gerdes und Daitona, Nicolaus du Martin und Ghostly Phenomenon, Elena Redling und Couleur du Deuil, Leticia Weidner und Ingénue, Octavia Blake und Raspberry, Mio Wild und Raised from Hell, Malte Tordenvaerson und Belmonts Brock und Gwendolyn Campbell und Neelix. Euer Master ist Logan Reid und euer Schlusspikör ist Idony Bergqvist.“

      Während alle, die gerade aufgerufen wurden, sich auf eine Seite des Vierecks verteilten, blätterte Esther um. „Feld zwei als zweites springende Feld mit Occulta Smith mit Co Pilot de la Bryére, Ciaran Duclair und Shenandoah, Eddi Canary und Pajero, Jonas Moser und Diarado, Lisa Zimmermann mit Halluzination, Isa Neyer mit Jonquil, Ikarus Dragomir mit Pitú, Tassilo Greving und Cover the Sun und Charlotte von Eylenstein mit Grenzfee. Euer Master ist Frank Montgomery, der Schlusspikör ist Katharina Karenin.

      Das letzte Feld mit mir als Master besteht aus Addison Moore mit My Canyon, Janina Lohmann mit Nemax, Elliot Hadley mit Vychar, Bellamy Blake mit Gun and Slide, Franziska Ziegler mit Cadeau, Nate Prescott und Dark Chocolate, Alexandria Cordes und Possy Pleasure Mainstream, Tamara Meyrohe mit Walking in the Air, Marie Wortkötter mit Macaruja, Vuyo Ndour mit Aspantau und Artemis Fortounis mit Bahar. Euer Schlusspikör ist Bree Price.“

      Ein paar Sekunden gab Esther den Leuten, um sich aufzuteilen, dann steckte sie den Zettel wieder in ihre Tasche. „Ihr könnt jetzt aufsitzen. Feld 1 macht sich in wenigen Minuten auf den Weg, ein paar Minuten später Feld 2 und dann Feld 3. Ich wünsche euch eine schöne und angenehme Jagd und natürlich viel Glück.“

      -- Leslie --

      Gemeinsam mit Bernie und Snafu hatte Leslie Esthers kleiner Ansprache vom Rande des Dressurvierecks gelauscht. Als das letzte Feld mit Blurry an der Spitze und Siana als Schlusslicht vom Platz ritt, seufzte Leslie erst einmal laut. Passend dazu grummelte ihr Magen.

      Wie auf Knopfdruck drehten sich Bernie und Snafu zu ihr um. „Schon wieder Hunger?“ scherzte Bernie.

      „Immer noch,“ grummelte Leslie. „Aber ich werd mich jetzt umdrehen und auf schnellstem Weg ins Haus gehen und schön und lange frühstücken.“

      Snafu grinste sie kurz an, dann schweifte sein Blick über ihre Schulter ab. Seine Augen wurden für einen Moment weich – und Leslie wusste genau, was sie erwartete. Mit einem lauten Stöhnen schlug sie sich die Hände vor die Augen.

      „Leslie, fertig soweit?“ kam es von hinter ihr in einer allzu familiären, tiefen Stimme. „Die Millers haben gerade angerufen, wir sollen gleichkommen – hab ich was verpasst?“

      Als sie die Hände von den Augen nahm, sah sie, dass Snafu schon antworten wollte, also ergriff sie lieber selber die Initiative.

      „Nein, gar nichts. Gehen wir.“ Schwungvoll drehte sich Leslie um, packte Beau beim Oberarm und zog ihn hinter sich her in Richtung Parkplatz.

      Schon wieder.

      -- Idony --

      Billie gefiel das Hinterhergetrotte ganz und gar nicht. Während der ersten Trabstrecke hätte die langbeinige Stute gleich mal versucht, einen wuchtigen Draught-Hengst und eine zierliche Buckskinstute zu überholen – also hatte Idony sie auf eine Volte abgewendet und sich tief in den Sattel eingesessen. Sowohl der Mann auf dem Draught als auch die junge Frau auf der Stute schienen ihr das aber nicht übel zu nehmen. Immer wieder versuchte die Holsteinerstute, irgendwie an der Gruppe vorbeizuziehen – bis sie sich dann nach dem ersten Galopp anscheinend damit abgefunden hatte. Ungeduldig kauend, aber wenigstens ein Schritt in die richtige Richtung.

      Idony selbst kam auch dann erst richtig in den Genuss – bis dahin hatte so gut wie jeder seinen Platz in der Gruppe gefunden. Im Schritt unterhielten sich die meisten, lachten miteinander. Wenn Logan das Handzeichen für den Trab oder Galopp gab, verstummten jedoch alle und vor den Hindernissen wurde eine schöne Reihe gebildet. Pferd nach Pferd hüpfte über die Zäune, kletterte einen Wall hinunter und watete durch einen Bachlauf.

      Die Reiter schätzte Idony als ziemlich erfahren ein; keiner kam über den Hindernissen ins Straucheln. Eine Rappstute weiter vorne im Feld schlug den ein oder anderen Haken zur Seite, aber die Reiterin schien sich dadurch nicht aus dem Konzept zu bringen zu lassen. Trotzdem stoppte bei jedem Seitensprung kurz Idonys Herz und sie nahm Billie vorsichtshalber gleich ein bisschen zurück – sollte die Reiterin den Halt verlieren und stürzen, war es immerhin ihre Aufgabe, alle wieder einzusammeln.

      Trotz hakenschlagender Stute erreichten alle Reiter als erstes die Zwischenstation auf dem Bauernhof der Familie Wright ohne Zwischenfälle. Von einem kleinen Wäldchen ging es direkt an den Schaf- und Kuhweiden vorbei, direkt auf den kleinen Platz vor dem Guthaus. Ein paar Stallburschen von Sandringham Manor wuselten schon umher; auf ein paar Aufstelltischen standen Gläser und Wasserflaschen, auf anderen eingewickelte Sandwiches.

      Nachdem den Pferden die Zaumzeuge abgenommen und die Sattelgurte gelockert wurden, gab es für die Reiter dann das verdiente Lunch. Die alte Mrs Wright füllte Wassereimer für die Pferde auf und die Stallburschen verteilten sie schließlich. Nach und nach kamen auch Frank und Esthers Felder an, als allerletzte Cat auf Ironic. Im Gegensatz zu ihrer Gruppe sah sie ein bisschen abgekämpft aus, also machte sich Idony kurzerhand auf den Weg zu ihr.

      Ironic blubberte freundlich, als er Billie entdeckte. Als die ihm aber keinerlei Beachtung schenkte, sondern lieber ein paar vertrocknete Grashalme abrupfte, bekam er sich auch schnell wieder ein und spielte lieber mit dem Wassereimer, dem ihn ein Stallbursche hinhielt.

      Cat lächelte Idony müde an. „Du siehst ja richtig frisch aus.“

      „Kann ich von dir nicht wirklich behaupten,“ sagte Idony. „Schwere Gruppe?“

      „Die Gruppe nicht unbedingt,“ Cat nahm ihren Reithelm ab und fuhr sich durch die Haare. „Eine Stute, ich glaub ein Vollblut. Rote Schleife im Schweif, also sollte ich nicht so überrascht sein, aber im Schritt schien sie noch besser drauf zu sein.“ Sie zuckte mit den Schultern. „Ich musste noch keinen retten, aber wir haben ja noch ein paar Kilometer vor uns.“

      „Dann solltest du ganz schnell irgendwo Holz finden und drauf klopfen.“

      „Bietest du mir deinen Kopf an?“

      Idony rollte mit den Augen, dann streckte sie die Hand nach Ironics Zügeln aus. „Los, hol dir noch was zum Essen bevor nichts mehr da ist.“

      -- Leslie --

      Ja gut, vielleicht hatte Leslie den Aufwand einer solchen Jagdorganisation ein bisschen unterschätzt. Mittlerweile war es nach 12 Uhr mittags und bis auf ein paar Gurken bei der Essensvorbereitung hatte sie immer noch nichts zwischen die Zähne bekommen. Wenn sie nicht Essen ausgab, dann schleppte sie Getränkekisten, Wassereimer oder was auch immer die alte Wright sie auch machen ließ.

      „Wenn das hier rum ist,“ sagte sie leise und bedrohlich, als Beau ihr noch eine Wasserkiste in die Brust stieß, „dann schuldest du mir ein drei Gänge Menü. Selbst gekocht. Alles andere akzeptiere ich nicht als Entschuldigung.“

      Beau, der sonst eigentlich sehr gefestigt wirkte, bekam seine kleine Sorgenfalte zwischen den Augenbrauen. Jackpot. „Irgendwie sowas sollte ich hinkriegen.“

      „Das hoffe ich für dich.“

      -- Idony --

      Der zweite und letzte Abschnitt begann ein bisschen ruhiger als der erste – zumindest für Idony. Im Schritt ging es wieder zurück in das kleine Wäldchen, an einer Abzweigung jedoch geradeaus statt rechts.

      Wie als hätten die Pferde nie etwas anderes gemacht, kletterten sie einen Wall hinab, galoppierten dann geschlossen und ruhig an und nahmen die ersten paar Hindernisse des letzten Streckenabschnitts mit Leichtigkeit. Erst kurz vor der letzten Galoppstrecke verweigerte eine große Rappstute weiter vorne im Feld. Ihr Reiter fing sich gerade noch über dem Hals hängend. Die Stute ging zwei Schritte mit hochgerissenem Kopf rückwärts. Idony nahm schon Billies Zügel an, kurz davor, einzugreifen – immerhin kamen schon die nächsten Pferde, die auch über das Hindernis springen wollten, und so ein Stau konnte ziemlich blöd hinausgehen – doch dann trieb der Reiter die Stute schon seitlich und machte einen großen Bogen um den Zaun und kurz darauf nahmen beide wieder ihren Platz im Feld ein.

      Als von Logan an der Spitze das Kommando zum Suchen kam, saßen plötzlich alle aufrechter im Sattel. Alle nahmen ihre Pferde zurück, ließen die Galoppsprünge verkürzen, und sahen sich links und rechts im Gebüsch des Waldes um. Wo genau der Fuchsschwanz versteckt war, wusste Idony auch nicht; sie selbst verließ sich also darauf, dass Billie sich mit dem hintersten Platz im Feld abgefunden hatte, stellte sich in die Bügel und reckte selbst den Hals, um besser sehen zu können. Bis auf ein paar orangefarbene Blätter fand sie aber nichts, und auch die Teilnehmer gingen leer aus. Ein wenig enttäuscht setzte sich Idony wieder in den Sattel ein. Billie spielte kurz mit den Ohren, erwartete eine Parade, galoppierte aber dann letzten Endes ruhig weiter.

      Wenige Meter voraus endete der Wald schon; dann waren sie eigentlich schon wieder mitten auf dem Gestüt. An den leeren Paddocks vorbei, um das Haupthaus herum, dann tauchte auch schon das Dressurviereck vor dem Feld auf, mit dem aufgebauten Sprung. Einer nach dem anderen, wie in den letzten Stunden, sprangen die Pferde darüber. Als Idony und Billie auf dem anderen Ende des Hindernisses ankamen, waren die ersten Reiter schon abgestiegen.

      Wenige Minuten, nachdem ein paar Jocks die ersten Eichenbrüche verteilten, kam auch das zweite Feld an – ebenfalls erfolglos, wie sich schnell herausstellte. Trotzdem schien die Stimmung heiter zu sein; die Reiterin mit der nervösen Stute aus Idonys Feld erzählte im größten Detail und mit ausladenden Armbewegungen jedem im Umkreis von fünf Metern, wie sie sich dreimal schon fast am Boden liegen sah.

      Erst, als dann zwanzig Minuten nach dem ersten Feld Esther und ihre Gruppe auf dem Platz eintrafen, schwenkte jemand ein orangefarbenes Stück Pelz hin und her. Als die Gruppe sich dann auch langsam lichtete, bekam Idony einen ersten Blick auf den Gewinner: die Reiterin war noch jung und saß auf einer hellen, schweren Buckskinstute. Sie grinste, umklammerte den Fuchsschwanz eisern und unterhielt sich angeregt mit der Frau, die Idony heute Morgen im Stall getroffen hatte. Auch das Pferd kam Idony bekannt vor – da musste sie später gleich mal gucken, ob die Stute nicht sogar neben Minou einquartiert wurde.

      Esther platzierte sich wieder in die Mitte des Vierecks. Als jeder Teilnehmer seinen Eichenbruch in der Hand hielt, verkündete sie die Siegerin – Tamara Meyrohe aus Deutschland, deren Stute tatsächlich nur ein paar Boxen neben Benihana stand – und bedankte sich bei allen, die irgendwie geholfen hatten. „Und zur Feier des Tages lade ich Euch alle herzlich zum Jagdgericht ein – nachdem die Pferde versorgt wurden, versteht sich.“

      Ein wirkliches Jagdgericht im klassischen Sinn war es nicht – Idony hatte sich noch nicht mit Bree und Cat unterhalten können, ob es in deren Feldern irgendwelche Vergehen gab, aber das konnte sie sich kaum vorstellen – sondern eher ein Dinner im Herrenhaus. Die Piköre waren ebenfalls eingeladen – trotzdem ließ sich Idony viel Zeit im Stall, stopfte Billie Stroh unter die Abschwitzdecke und weichte die Kühlgamaschen in aller Ruhe ein.

      Ein bisschen verspätet und mit eiskalten Fingern kam Idony dann im Speisesaal an. Cat hatte ihr einen Platz freigehalten, direkt vor dem Teller mit Hühnchen. Um sie herum hatten die anderen schon mit dem Essen begonnen, also lud sie sich sofort ein bisschen Fleisch, Gemüse und Brot auf, ohne noch groß nachzudenken. Der Hunger war erst gekommen, als sie vor dem Speisesaal gestanden war und das Essen gerochen hatte. Komisch, wie man einfach vergessen konnte, hungrig zu sein.

      -- Leslie --

      Leslie, auf Cats anderer Seite, lud sich ihren Teller dreimal mit allem Möglichen auf, probierte jedes der drei verschiedenen Desserts und schnappte sich anschließend noch das übrige Mousse au Chocolat von Beaus Teller. Das schuldete er ihr ja schließlich.
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      chapter sixteen | 12. Mai 2018
      Ares | Painted Blur
      Dark Royale | Mánas | Painted Taloubet
      „Du wurdest also befördert zur Kindergärtnerin?“

      Bernie warf Leslie einen bösen Blick zu. Ihre Zimmerkameradin lümmelte auf ihrem Bett herum, noch in Jogginghosen, noch nicht einmal annähernd arbeitsfertig. Bernie hingegen hatte schon ihre Reithose an, die Regenjacke lag parat über den Schreibtischstuhl, der Reithelm auf dem Tisch.

      Vielleicht lag das daran, dass Leslie momentan ein Pferd bespaßte, während auf Bernies Plan drei standen – vier, wenn sie noch Zeit hatte.

      „Weniger Kindergärtnerin, mehr Vorschullehrerin. Erstklasslehrerin?“ Bernie band sich die Haare zu einem strammen Pferdeschwanz zusammen und sah Leslie durch den Spiegel über der Kommode an. „Irgendwie sowas.“
      Mit einem dramatischen Seufzer ließ sich Leslie noch mehr auf ihre Kissen fallen. „Ich an deiner Stelle würde ja eingehen. Dieser Stress—“

      „Wenn man um halb acht schon fertig angezogen ist, geht der Stress auch,“ murmelte Bernie. Dann fiel ihr Blick auf den Kalender über ihrem eigenen Bett. „Warte – heute ist Mittwoch. Du musst nicht mal ein Pferd reiten.“

      „No shit, Sherlock,“ antwortete Leslie mit einem selbstgefälligen Grinsen.

      „Dann sehen wir uns heute Nachmittag. Du, ich, Blurry und Ares.“

      Daran, dass Leslie nicht sofort protestierte, erkannte Bernie, dass dieser der Vorschlag gar nicht so doof vorkam. Jetzt spielte auch um ihre Lippen ein zufriedenes Lächeln, und sie packte den Helm und die Jacke. Von Leslie bekam sie noch ein „Viel Spaß“, hinterhergerufen, dann war sie auch schon in den Stiefeln und aus dem Haus.
      Der Morgen begann dann erst mal ruhig, mit Painted Taloubet. Der Junghengst war mittlerweile drei Jahre und, bevor es für ihn nochmal einen Sommer auf die Weide ging, sollte er schon mal ein paar Grundlagen kennenlernen. Deswegen hatte Leslie Bernie auch Kindergärtnerin genannt; sie war momentan für den Großteil der Jungen zuständig. Mit Ares im Deckeinsatz hatte sie viel freie Zeit, und zuhause hatte sie auch beim ein oder anderen Jungpferd mitgeholfen. Anscheinend gefiel sowohl den Trainern als auch Esther selbst, was sie da fabrizierte – sollte sich nicht bald ein neues Reitpferd finden, sollte Bernie sich überlegen, ob sie sich nicht ganz der Jungpferdeausbildung widmete.

      Taloubet stand gemeinsam mit Doineann auf einem Paddock in der Nähe des C-Stalls. Erst schrie das Connemarapony seinem besten Freund laut und lange nach, aber sobald Taloubet um die nächste Kurve war, hörte man ihn auch schon nicht mehr.

      Das Führen klappte schon gut – die meiste Zeit folgte er Bernie unauffällig, nur ab und zu kam dann sein Charakter durch. Mit einem Zungenschnalzen forderte Bernie dann seine Aufmerksamkeit, weg von den Gespenstern in den Büschen, wieder zu ihr. Erstmal ging es für die beiden in den C-Stall – hier war sein Zuhause. Gemütlich striegelte Bernie ihm das Fell, bürstete das letzte Winterfell heraus, verlas den Schweif und ließ den Hengst schließlich alle vier Hufe geben – immer und immer wieder. Langsam hatte Taloubet da auch den Dreh raus und hob das Bein schon, als Bernie nur das innere Karpalgelenk berührte.

      Nachdem das Putzen beendet war, nahm Bernie den Longiergurt. Der war nur zu Übungszwecken da – dadurch konnte Taloubet das erste Gewicht auf seinem Rücken kennenlernen, genauso wie das Verschnallen um den Bauch. Wirklich begeistert war er davon noch nicht; kaum lag der Gurt auf seinem Rücken, wurde er rastlos, ging immer mal wieder einen Schritt nach vorne, nach hinten, zur Seite. Bernie versuchte ihn mit guten Zusprüchen zu beruhigen, und nach zehn Minuten zeigte das auch Wirkung. Sie nahm den Longiergurt wieder ab, ließ ein paar Augenblicke vergehen, dann versuchte sie es nochmal. Und nochmal und nochmal, bis Taloubets Ohren nur noch ein wenig spielten, als der Gurt auf seinem Rücken lag. Mit viel Streicheleinheiten und Leckerlis belohnte Bernie den jungen Hengst schließlich und ließ es dann für den Tag gut sein. Noch ein paar Möhren, dann kam Taloubet wieder zu seinem Kumpel Donnie zurück auf den Paddock. Donnie selbst würde noch mehr Zeit kriegen – im Gegensatz zu Taloubet war er das totale Kind.

      Nach Taloubet war der nächste Junghengst dran: Dark Royale. Letzte Woche hatten Bernie und er ihre erste Longeneinheit absolviert – eineinhalb Monate nach dem Plan, aber besser spät als nie. Mit Kappzaum und Longe ging es dann wieder in den Zirkel.

      Bernie bemerkte immer wieder, dass Dark Royale am liebsten schon in allen drei Grundgangarten laufen würde – ihr war aber eine gründliche Ausbildung wichtig, und so blieb sie auch heute erst mal nur im Schritt. Rausschicken, reinholen, stehen bleiben – diese Lektionen standen heute auf dem Plan. Ein paar Anläufe brauchte es, bis Royales Eifer nicht mehr mit ihm durchging, und er auf die Kommandos anständig hörte. Zum Schluss wagte Bernie dann doch noch einen kleinen Trab – er sah aus wie der erste Trab an der Longe, aber Royale schnaubte zufrieden, und die richtige Haltung war eh Bestandteil einer anderen Einheit. Ausgiebig lobte sie ihn und, weil das die größte Belohnung für den Rappen war, ließ sie ihn zum Schluss noch ein bisschen freilaufen. Mit großen Galoppsprüngen sprang er durch den Zirkel und kam dann schließlich von sich allein wieder in die Mitte, als wolle er sagen: Gut, bin fertig. Gehen wir jetzt?

      Für Bernie stand jetzt erst einmal Mittagspause fest; dann schleppte sie Leslie zu Ares‘ und Blurrys Weide. Blurry schien absolut nichts gegen den fremden Reiter in seinem Sattel zu haben, und so wurde der kleine Ausritt zur Entspannung für Reiter und Pferd.

      „Und jetzt, wo du schon früher Feierabend hast,“ meinte Leslie, als sie Blurrys verschwitztes Fell bürstete, „können wir auch ein bisschen Spaß haben.“

      Bernie zögerte. „Was meinst du mit Spaß?“

      Leslie zuckte mit den Schultern. „Beau schuldet mir noch was, und Snafu muss seinen Frust irgendwo ablassen.“

      Bernie seufzte. „Wir gehen also in eine Bar.“

      „Wow,“ sagte Leslie und schnallte Blurry von den Stricken ab. „Du kannst ja Gedanken lesen.“
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      chapter twenty one | 04. Januar 2019
      Cíola | Paramour | Siana | Doineann | Medeia | Minou | Mánas
      Cobain | Quarterback | PFS' Scion d'Or | PFS' Gamble Away | Dark Royale | Painted Taloubet | Dark Innuendo
      Ares
      Das alte Jahr ging auf Sandringham Manor leise zuende. Während über die Weihnachtsfeiertage die meisten bei ihren Familien zuhause saßen, waren zu Silvester wieder alle auf dem Hof. Es gab kein Feuerwerk, um die Pferde nicht unnötig zu erschrecken; allerdings sah man die Raketen der Nachbarn in einiger Ferne den Himmel erleuchten.

      Für Bernie war Silvester nur eine kleine Verschnaufspause – sie arbeitete jetzt fast jeden Tag mit den Jungpferden und Cobain. Vor wenigen Tagen hatte sie den ersten halbwegs erfolgreichen Reitversuch auf dem Vollblut abgelegt. Zwar war es noch weit von dem entfernt, was es einmal sein sollte, trotzdem war Bernie zufrieden mit dem Hengst. Dafür zeigte sich Dark Royale mehr als ehrgeizig unter dem Sattel; mit ein bisschen Glück konnte der Hengst im Frühjahr voller Tatendrang in seine erste Turniersaison starten. Und auch Painted Taloubet und Dark Innuendo schien die Arbeit langsam Spaß zu machen; bis jetzt war es nur ein bisschen Bodenarbeit, denn vor allem Jitterbug hatte noch genug Zeit, um großzuwerden. Ab und zu durfte sich Bernie dann doch noch in den Sattel schwingen und Ares weiter ausbilden. Nach den zwei Monaten, die er jetzt wieder in ihrer Obhut war, hatte sie den großen Hannoveraner auf ein gutes Level gebracht. Auf dem stallinternen Neujahrsturnier würde sie ihn dann in einer M**-Dressur vorstellen; die Lektionen hatten die beiden die letzten Wochen bis zum Vergasen geübt und sie rechnete sich gute Chancen aus.

      Leslie und Snafu waren um diese Jahreszeit oft im Gelände unterwegs. PFS‘ Gamble Away genoss eine Winterpause weg von der Rennbahn, während PFS‘ Scion d’Or den Sommer auf der Weide sichtlich genossen hatte. Nächstes Jahr soll Goldie ähnlich wie Cobain „umgesattelt“ werden, in der Hoffnung, die kleine Stute fühle sich im Busch deutlich wohler als auf der Bahn. Das bedeutete allerdings auch, dass Snafu sie an einen anderen Jock weitergeben müsste – also will er die Zeit, die ihm noch blieb, intensiv mit der jungen Stute verbringen. Gambit hingegen soll sich noch einmal beweisen – ihm macht das Rennen deutlich mehr Spaß und das zeigt sich auch an den Schleifen an seinem Spind. Sowohl Leslie als auch die Senior Trainer sahen in ihm aber noch ganz viel unentdecktes Potenzial, das er früher oder später ebenfalls unter Beweis stellen konnte. Aber jetzt noch nicht, noch darf er mit Leslie über das Gras rennen.

      Cat hat sich bereits nach einer neuen Arbeitsstelle umgesehen, sich dann aber trotzdem erstmal dazu entschieden, bei Quarterback zu bleiben. Mittlerweile sind die beiden ein eingespieltes Team; sollte Cat den Hof doch noch verlassen, plant sie, den Trakehnerhengst zu kaufen. Dafür will sie 2019 so viel Geld wie möglich zurücklegen, um sich diesen Traum zu erfüllen.

      Es wird außerdem gemunkelt, Esther hätte etwas mit den Ponys vor. Mit ihren Enkeln wieder in der Schule. Jemand der Jocks soll gehört haben, wie sie von einem Bekannten in Irland sprach, der wohl Interesse an Doineann, Medeia und Minou geäußert hätte – jemand anderes behauptete, er wolle den Kaufvertrag für Mánas schon unterzeichnet auf Esthers Schreibtisch liegen gesehen haben. Noch sind alle Ponys da, inklusive Siana, Paramour und Cíola – ob und wie lange die Ponys noch bleiben, ist ungewiss.

      Bis jetzt spricht nichts dagegen, dass 2019 ein gutes Jahr für Sandringham Manor wird. Als das Feuerwerk in der Ferne langsam abklingt und die letzten Wunderkerzen heruntergebrannt waren, sammelten alle ihre Sektflaschen und Gläser wieder zusammen und machten sich fertig fürs Bett. Immerhin war morgen ein neuer Tag, und der begann für viele schon um fünf Uhr morgens.
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      chapter twenty two | 09. Juni 2019
      Cíola | Paramour | Siana | Doineann | Medeia | Minou | Mánas
      Cobain | Quarterback | PFS' Scion d'Or | PFS' Gamble Away | Dark Royale | Painted Taloubet | Dark Innuendo
      Der Sommer hatte sich allmählich auch nach England geschlichen. Doch heiße Tage bedeuteten nicht, dass man sich ausruhen konnte. Bernie und Leslie hatten allerhand zu tun – Leslie arbeitete zwar nach wie vor für Sandringham Manor, hatte aber in Absprache mit Esther die ein oder anderen auswärtigen Jobs angenommen und war fast jedes Wochenende auf der Rennbahn. Wenn sie nicht gerade dafür trainierte, half sie Bernie und Cat so gut es ging. Gambits Rennkarriere war noch nicht vorbei, Goldie hingegen sollte langsam an die feine englische Reitkunst herangetragen werden – und einem wenn auch nicht großartig erfolgreichem Renn-Galopper zu sagen, er müsse jetzt ruhig bleiben und am besten noch schön den Hals annehmen, war eine Aufgabe für sich. Bernie hatte als Ausgleich noch mit den noch nicht eingerittenen Jungpferden zu tun und das genoss sie sichtlich. Und auch Cat, die sonst sehr auf ihre Sportkarriere versteift war, musste verletzungsbedingt eine Auszeit nehmen – vor wenigen Wochen war sie vom Pferd gestürzt und hatte sich dabei das Handgelenk gebrochen. Und während das verheilte, packte sie so gut wie möglich im Stall an.
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      chapter twenty three | 02. Januar 2020
      Cíola | Paramour | Siana | Doineann | Medeia | Minou | Mánas
      Cobain | PFS' Scion d'Or | PFS' Gamble Away | Dark Innuendo
      Bernie feierte Silvester alleine. Alleine war zwar das falsche Wort – immerhin waren noch die anderen Jocks und die Stallburschen da, die schon Wochen zuvor eine aufwendige Party geplant hatten – aber die wichtigsten fehlten. Die zweite Hälfte des Jahres hatte viele Veränderungen mit sich gebracht.

      Leslie hatte einen Job auf einem Gestüt angeboten gekriegt. Auf einem Rennen im Herbst, auf dem sie mit Gambit erfolgreich gewesen war, war ein junger Gestütsbesitzer aus Dublin auf sie zugekommen und hatte ihr seine Visitenkarte mitgegeben. Es hatte an ihr gefressen, aber letztendlich hatte sie sich doch dafür entschieden – dort war sie nicht nur Jockey, sondern schnupperte erste Züchter-Luft. Glücklicherweise war Dublin (noch) nicht unmöglich zu erreichen, und so hatte Bernie sie so oft wie möglich in ihrem neuen Zuhause besucht. Und auch, wenn Leslie vor allem Gambit und Goldie vermisste, musste sie doch zugeben, dass ihr die Arbeit auf dem Gestüt außerordentlich Spaß machte.

      Kurz nach Leslies Abreise musste auch Cat sich verabschieden. Nach einem Todesfall in der Familie hatte sie plötzlich schreckliches Heimweh bekommen. Wochenlang bekam sie nichts mehr auf die Reihe, bevor sie sich dann doch eingestand, dass sie Veränderung brauchte. Deutschland war im Gegensatz zu Irland nicht nur einen Katzensprung entfernt, aber über Snapchat und SMS stand Bernie noch immer mit Cat in regem Kontakt. Bis jetzt war sie noch selbst auf Pferdesuche – bisher aber leider erfolglos.

      Und auch Snafu war mittlerweile nicht mehr Teil des Teams, auch wenn er noch immer im Mitarbeiterhaus rumhängte – immerhin war Beau nach wie vor Stallbursche und würde wohl auch nicht für Snafu seinen Job aufgeben. Die beiden hatten eine kleine Wohnung in Dersingham, nur etwa fünf Minuten Fahrt von Sandringham Manor entfernt. Nach seiner Turnierkarriere wollte Snafu einen radikalen Cut machen – seit er Sandringham Manor verließ, war er bis jetzt nicht wieder aufs Pferd gestiegen. Doch erst diesen Morgen hatte er Bernie ein paar Verkaufsanzeigen gezeigt – so ganz ohne Pferde ging es also doch nicht.

      An diesem Silvesterabend versammelten sich die Jocks in einer kleinen Bar in Dersingham, um dort um 12 das Feuerwerk anzusehen. Bernie aber wollte nachkommen und lieber noch einmal nach den Pferden schauen. Die Ställe waren natürlich voll, aber sie hatte vor allem einen Bezug zu Cobain, Dark Innuendo und Leslies zwei Vollblüter, Gambit und Goldie. Cobain war dieses Jahr förmlich aufgeblüht und machte sich langsam aber sicher toll unterm Sattel. In ein paar Monaten konnte er bestimmt seine ersten Turniere bestreiten. Ähnlich bei Gambit und Goldie – beide waren dieses Jahr sporadisch Rennen gegangen, doch jetzt im Winter sollten sie dann endgültig „umgepolt“ werden. Zunächst bedeutete das, dass Bernie sie viel longierte und ihnen dabei beibrachte, schön vorwärts-abwärts zu laufen. Dark Innuendo war da schon ein bisschen weiter – mit ihren fünf Jahren stand das Einreiten auf dem Plan. Sattel und Trense hatte sie gut angenommen, ebenso wie das Reitergewicht. Mit ein bisschen mehr Arbeit sollte sie wohl in den nächsten Wochen dann auch vom Sattel ausgebildet werden. Vor wenigen Tagen hatte Esther allerdings ihren Plan mit der Hannoveranerstute preisgegeben – sobald sie ordentlich eingeritten war, sollte sie verkauft werden.

      Um halb 12 machte Bernie noch eine kleine Runde durch den Stall und streichelte ein paar weiche Nasen, bis sie sich auf den Weg nach Dersingham machte. Das neue Jahr sollte ja gebührend eingeläutet werden.
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  • Album:
    2 | Tullamore Creek
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    Rhapsody
    Datum:
    26 Feb. 2017
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    Mánas
    "groß"


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    Exterieur & Interieur

    Connemara
    Hengst
    2 Jahre

    123cm
    Fuchsfalbe
    Stern

    Aufgewecktes, freundliches Fohlen.

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    Pedigree

    von: Moon's Wishing Well
    v: Moonlight Shadow
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    a.d. unbk.


    a.d. Das Kürbisvieh
    v. unbk.
    a.d. unbk.


    aus der: Medeia
    v: Murdaigean
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    a.d. unbk.


    a.d. Osla
    v. unbk.
    a.d. unbk.


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    Training

    Fohlen ABC

    Dressur
    E A L M* M** S*

    Springen
    E A L M* M**

    Military

    E A L M* M** S*

    Distanz

    E A L M* M** S*

    Fahren

    E A L M* M**



    Erfolge

    Offiziell
    -
    Inoffiziell
    -


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    Stallintern

    Besitzer: (Rhapsody)
    Ersteller/VKR: Occulta


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    Zucht


    Aa ee Dd
    Decktaxe: -

    Aus der Zucht: Pine Grove Stud (Manitoba, CAN)
    Nachkommen: -


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    Gesundheit

    124 4 88 365681633
    Erkrankungen: -
    Letzter Tierarztbesuch:
    -


    Fehlstellungen: -
    Beschlag: Barhuf
    Letzter Hufschmiedbesuch:
    -


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    Spind – Offiziell