Cascar

Lucifer

Hengst | Achal Tekkiner | * 02.05.2017 | im Besitz seit 04.06.2017 | gekört: nein | gechippt: nein | geimpft: nein | Decktaxe/Leihgebühr: - (9 Punkte + HS + TA + Bild)

Lucifer
Cascar, 18 Apr. 2018
Lye und Rinnaja gefällt das.
    • Cascar
      Sammelbericht
      [14.12.2018]

      Es wird Sommer, in Neuseeland. Jeden Tag steigen die Temperaturen, die Luftfeuchtigkeit ist manchmal nur mit gekühlten Getränken zu ertragen. Auf die Pferde hat das unterschiedliche Auswirkungen - während unsere Vollblüter besonders in den Morgen- und Abendstunden während des Trainings voller Energie sind und gerne mal einen Schritt zulegen, sind Ponys und schwerere Pferde wie Hic Rhodus, hic salta! eher träge.
      Insgesamt passt Weihnachten ganz gut in's Konzept - einige der Angestellten wie Ewa und Stani sind schon zu ihren Familien nach Europa geflogen. Für mich heißt das aber, dass um so mehr zu tun ist.
      Für gewöhnlich (und heute ist "gewöhnlich") kümmere ich mich um Spearmint, Versatilely Gold, Spotted Frischkäse, Spearmint's Cavale Miellée, Mrs. Fluffy, Cheetah, Omega, Ashqar und Taste of Desire. Das umfasst Putzen, füttern, Pferde auf die Weide bringen und jeweils zwei aus der Gruppe morgens oder abends arbeiten.
      Oliver hat einen ähnlichen Stundenplan mit Himmawallajugaga, Kazoom, Cyclone, Antar Ibn Dahr, Lucifer, Blomquist, Distraction und Charelle. Ann arbeitet Yacedor Gepir wie gewöhnlich, Paul sein Pferd Rhodus und Carina Earl Grey's Darjeeling. Marc ist außerdem über Weihnachten bei uns und verschwindet meistens für Stunden mit seinem Pferd Empire of Darkness ins Gelände.
      Mein Vater ist zurzeit zuhause - Weihnachtsbedingt - und ist deswegen so freundlich, die Stuten Ashinta und Devrienterreuth sowie Bixs, Bem-Te-Vi und Klappstuhl zu übernehmen. Unser Neuzugang A Caramel Touch ist auch unter seiner persönlichen Obhut, er arbeitet sie jeden Abend. Reitstunden, wenn auch zurzeit in reduzierter Zahl, gibt meine Mum täglich außer sonntags und so schaffen wir es doch insgesamt, trotz Weihnachtsstress und Hitze den Hof am laufen zu halten.
    • Cascar
      Einreiten I
      [28.03.2019]

      Mein Stundenplan ist voll. Und das im Hochsommer! Das Wetter in Neuseeland erreicht Höchstformen - von fast windstillen, heißen Tagen bis sintflutartigem Regen und Gewitterstürmen ist alles dabei. Und unser Roundpen hat leider kein Dach.
      Zum Glück bin ich aber auch nicht ganz auf mich alleine gestellt, Dad - über Weihnachten Zuhause und mal nicht damit beschäftigt, die Pferde anderer Leute zu trainieren und auf Turnieren vorzustellen, steht mir mit Rat und Tat zur Seite, während mir Mum den Rücken freihält. Über die Schule muss ich mir zum Glück seit letztem Sommer keine Gedanken mehr machen und so steht eins derzeit ganz im Mittelpunkt meines Lebens: Das Jungpferdetraining.
      Unter Dads Anleitung habe ich schon viele Pferde eingeritten, auch die anderer Leute, und trotzdem lerne ich nie aus. Einfach aufgrund der ganz verschiedenen Persönlichkeiten, mit denen ich mich da tagtäglich in den Ring begebe. Das beginnt schon beim Alter: Während Blomquist, Lucifer und Ashinta kaum zwei Jahre alt sind, haben Antar ibn Dahr, Taste of Desire und A Caramel Touch ihr drittes Lebensjahr schon abgeschlossen. Weiter geht es mit der Reitweise. Unsere drei Jungspunde werden zunächst als Rennpferde ausgebildet, die älteren als Distanz- und Reitpferde. Was da der Unterschied ist?
      Im Prinzip gibt es nur zwei wesentliche - die Rennpferde müssen einen wahrhaft festen Sattelgurt akzeptieren lernen und das Gefühl, den Reiter hoch über sich zu haben. Stehend statt sitzend. Das Grundtraining jedoch ist für alle Pferde gleich. Nach den Grundlagen des Fohlen-ABC's beginnt es mit dem Join up. Darin liegt auch der Grundstein für das Longieren und die Grundlagen der Hilfengebung.
      Die erste Stunde im Roundpen fällt für meine Schützlinge letztendlich ganz unterschiedlich aus.
      Taste of Desire buckelt (trotzdem dass sie ganztägigen Koppelgang genießt!) ausgiebig bevor sich ihre Ohren langsam, nach mehr als 20 Minuten Galopp und Stechtrab, zu mir drehen. Mit ihr habe ich schon vorher im Roundpen gearbeitet und trotzdem ist sie sehr sensibel und immer voller Energie. Behutsam und geduldig bekomme ich sie dazu, wieder normal zu atmen und in den Schritt durchzuparieren. Von da geht es an Seitenwechsel, die ich deutlich mit der Longierpeitsche vor dem Pferd anzeige. Tasty versucht ein paar Mal, durch die so gesetzte Absperrung zu rennen, aber ich bleibe konsequent und nach einem gerufenen "Hey!" trabt sie erschrocken einige Schritte, bevor ich den Druck von ihr nehme. Die Rappstute hält und kaut, dann kommt sie zu mir in die Mitte und lässt sich lammfromm Stirn und Augen reiben. Ohne Probleme führe ich sie im Anschluss umher.
      A Caramel Touch, mit der ich beinahe noch gar nichts zu tun hatte, seit sie bei uns angekommen ist, ist deutlich weniger dominant und neigt mehr zur Unsicherheit. Während der ersten Runden auf dem Sandboden sieht sie sich hilfesuchend um, hält mehrmals am Zaun und wiehert lauthals - eine Antwort bekommt sie nicht. Schließlich treibe ich sie mit lautem Schnalzen vorwärts. Diese Stute erfordert eine andere Art der Geduld und vor allem Einfühlungsvermögen. Ich setze darauf, sie gut zu beschäftigen, mit Gangart- und Seitenwechseln und vielem Loben, sodass sie gedanklich mehr bei mir ist als bei ihren Herdenmitgliedern. Mit zunehmender Zeit wird sie entspannter und durch die Bestätigung selbstbewusster und letztendlich fasst auch sie sich ein Herz und schließt die Lücke zwischen uns.
      Danach brauche ich erstmal eine Kaffeepause. Im Nachhinein stellt sich das als weise heraus, denn es folgt Antar ibn Dahr. Der junge Kerl ist mittlerweile ein wahrer Hengst und kaum zu bremsen. Ich sehe ihn im Distanzrennen … aber zuvor muss ich natürlich mit ihm arbeiten. Das ist leichter gesagt, als getan, wo Antar doch ausgelassen um mich trabt, wiehernd und mit aufgestellten Schweif, und nur mit gelegentlichen Rufen und Konsequenz zum Wenden gebracht werden kann. Er ist dafür der erste, der während des Trabens entspannt und plötzlich in eine wunderschöne Dehnungshaltung fällt. Ich wage gleich gar nicht, den Kerl wieder anzusprechen und lobe ihn stattdessen umso mehr, als er mit gesenktem Kopf zu mir in die Mitte kommt.
      Mittlerweile ist es Mittag und es wird wärmer und wärmer, als ich mit Ashinta anfange. Die Stute zirkelt von Anfang an aufmerksam und erfreut um mich, in einem leichten Trab, und reagiert willig auf meine Kommandos - zweifellos ein Ergebnis der Vorarbeit in Form von vergangen Einheiten im Roundpen. Rückblickend ist Ashinta wohl die, die am zuverlässigsten mit mir gearbeitet hat und mir mit dem Join up bereitwillig das Zepter übergeben hat.
      Nach diesem Erfolgserlebnis habe ich Mittagspause und tatsächlich auch einen kurzen Mittagsschlaf. Die Stunden unmittelbar nach 12 Uhr sind einfach zu warm, als dass die Arbeit mit Pferden ratsam wäre. Stattdessen wage ich mich gegen 15:30 wieder nach draußen. Vom Paddock hole ich mir Lucifer, mein ehemaliges Ziehkind. Der Hengst ist aufgeregt, vertraut mir aber von Kindesbeinen an. Mit ihm ist das Problem eher der tägliche Umgang. Er ist schnell und frech.
      Aber auch diese Dinge werden im Roundpen ausdiskutiert. Meine Dominanz frustriert den Schecken, schließlich schwitzt er aber so sehr und ist so deutlich müde, dass er nachgibt und im trägen Schritt zu mir und in die Mitte des Zirkels aufschließt. Ich lobe ihn herzlich.
      Zuletzt ist es Blomquist, der - ganz Achal Tekkiner - seine Kreise zieht. Der Hengst ist groß für seine Rasse, seine Scheckung bleicht immer mehr aus und auch charaktermäßig scheint er viel intelligenter und älter, als er tatsächlich ist. Er versteht die Hilfengebung wahnsinnig schnell und ist mir Ernst und Eifer bei der Sache. Ihm wende ich letztendlich meinen Rücken zu, damit er zu mir kommt - so pflichtbewusst ist er, dass er es nicht wagt, den Hufschlag zu verlassen, solange ich ihn beobachte. Er folgt mir, als ich von der Mitte des Zirkels spontan loslaufe. Mit einem tiefen Seufzer klopfe ich letztendlich Blomis Hals und beende damit das Training für diesen Tag. Mein Kopf tut weh und ich bin vollkommen kaputt - das hier ist definitiv anstrengender als es scheint!

      In den kommenden Tagen lasse ich das Training leichter angehen. Ich lerne die Pferde kennen - mit Caramel mache ich viele Spaziergänge und Bodenarbeit an immer neuen Gegenständen, damit sie an Vertrauen in sich und uns gewinnt. Ashinta bekommt schon am zweiten Tag zum ersten Mal Decke und Sattel aufgelegt (und sie hat nichts dagegen!), Taste of Desire unterrichte ich noch einige Einheiten mehr im Gehorsam, bevor ich auch ihr Vertrauen als ausreichend einschätze, um den Sattel aufzulegen. Lucifer und Blomquist machen nach entsprechender Zeit ebenso wenig Probleme, einzig Antar weiß nicht so recht mit dem Ding auf seinem Rücken umzugehen und buckelt sogar ein paar Mal, bevor er das merkwürdige Gefühl des Sattelgurts akzeptiert und langsam entspannter wird. In meiner bunten Herde ist A Caramel Touch die letzte, die ich schließlich erfolgreich sattle. Zu diesem Zeitpunkt sind die Pferde bereits mehr als zwei Wochen in ununterbrochenem Training. Ich gönne mir an dieser Stelle einen freien Tag.

      Danach ist es eine Frage der Gewohnheit und Selbstverständlichkeit und eine Frage des Vertrauens, natürlich. Wie das Aufhalftern, Putzen, Hufe auskratzen und die Arbeit im Roundpen ist auch das Satteln eine tägliche Aufgabe, der sich jedes Pferd unterzieht. Die Belastung der Steigbügel deute ich dabei immer wieder an - schließlich ist es Ashinta, auf deren Rücken ich als erstes Sitze. Die gescheckte Stute ist dabei entspannt, als hätte sie die ganze Zeit darauf gewartet, dass ich mir mal ein Herz fasse und ihren Rücken erklimme, und wedelt zufrieden die Fliegen mit dem Schweif davon. Auf diesem ersten Ritt, bei dem Dad neben und herläuft und die Stute behutsam führt, managen wir sogar einige Runden im Schritt und unseren ersten gemeinsamen Seitenwechsel!
      In unregelmäßigen Abständen folgen auf dieser Route Blomquist, A Caramel Touch, die sich am Anfang gar nicht traut, mit dem Reiter auf dem Rücken loszulaufen, Lucifer, Tasty und schließlich auch Antar. Am Abend von Antars ersten Ritt stoße ich mit Dad auf die Junpferde an.

      Danach wir der Stundenplan nur noch voller, falls das möglich ist. Die Pferde sind an der Stelle seit knapp drei Monaten im Training und stehen gleichzeitig am Beginn der reiterlichen Ausbildung. An dieser Stelle kann ich das Training zeitlich nicht mehr allein bewerkstelligen - nun wird das Training ohnehin in das der Renn- und das der Reitpferde unterteilt. Meine große Hilfe an diesem Punkt ist Martin, Worgaits Jockey, der in seiner Jockeykarriere zweifellos schon viel gesehen und gelernt hat. Ich habe auf der Bahn Pferde gesehen, die er mit eingeritten hat. Seit Januar ist er nun bei uns unter Vertrag und die drei zukünftigen Rennpferde werden zumindest zum Teil in seiner Obhut aufwachsen.
      Martins Auftreten ist professionell - obwohl erst Mitte 20 wohnt er dem Training bei, bevor er selbst involviert ist, um sich ein Bild von den Pferdepersönlichkeiten zu machen. Er zeigt sich erleichtert, dass A Caramel Touch nicht auf die Bahn soll, wo sie doch ziemlich zurückhaltend und schreckhaft ist. Er ist begeistert von Blomquist und rechnet mit Ken und Diego für das Training von Lucifer und Ashinta.
      Taste of Desire, A Caramel Touch und Antar ibn Dahr hingegen bleiben vollkommen unter meiner Obhut.
    • Cascar
      Einreiten II
      [30.03.2019]

      Ich klatsche erwartungsvoll in die Hände, als ich Ken und Diego die beiden anderen Pferde im Training vorstelle. Blomquist steht auf dem Paddock hinter mir; schnell ist klar, dass Ken Lucifer und Diego Ashinta übernehmen wird.
      "Fein, dann macht euch heute mit eurem neuen Buddy bekannt, morgen Longieren wir mal von oben und schauen, wie es klappt.", sage ich und erhalte Zustimmung von meinen Freunden. Longieren "von oben" heißt, wir Longieren die Pferde auf einem Strohballen stehend. Das mag jetzt bei der Körpergröße von uns Jockeys nicht so klingen, als mache es viel Unterschied für das Pferd, tatsächlich geht es aber um die schlichte Situation, dass wir uns über den Pferdeköpfen befinden und bewegen. Ganz, wie es auf der Rennbahn auch ist.
      Für den ersten Tag wähle ich mit Blomquist einen Spaziergang, auf dem ich ihn hin und wieder maßregle, weil er vor mir zu laufen versucht, aber auch ermutige, weil er immer wieder zögert, mir ganz allein zu folgen. Den Tag beenden wir - wie Ken und Diego mit ihren Pferden auch - mit einem Join up im Roundpen.
      Am folgenden Morgen ist Ken mit Lucifer der erste im Roundpen und steht schon auf dem Strohballen, als ich im Auto in die Hofeinfahrt einbiege. Der Hengst schwitzt, stelle ich dann fest, und scheint gestresst mit der ungewohnten Situation. Ken aber ist ruhig und konzentriert und fragt den Schecken ausschließlich Dinge, die er aus dem Training mit Cascar bereits kennt. Nach knapp 50 Minuten senkt Lucifer seinen Kopf schließlich in eine Dehnungshaltung und entspannt sichtlich. An dieser Stelle hat das erste Pärchen sein Tagwerk vollbracht.
      An dieser Stelle hole ich Blomquist vom Paddock und lasse das Pferd im Roundpen los. Der Hengst galoppiert etliche Runden, bevor er sich von mir durchparieren lässt. Erst dann begebe ich mich auf mein Plateau und prompt beginnt das Sensibelchen einen Stechtrab, der schnell in ein Buckeln ausartet. Ich lasse ihn machen und frage mit der Pitsch Seitenwechsel ab bis der Schecke schließlich nachgibt und in seiner gewohnten Ernsthaftigkeit mit sich arbeiten lässt. Ich lobe und halte ihn, begebe mich wieder auf den Boden und klopfe seinen Hals, bevor wir die Arena verlassen. Inzwischen ist auch Diego eingetroffen und hat Ashinta geputzt. Sie scheint ruhig, als es in den Ring geht, obwohl das Ohrenspiel eine gewisse Unsicherheit verrät.
      Dennoch enttäuscht sie Diego nicht und stellt die Jungs ganz schön in den Schatten - vollkommen gefasst erträgt sie den Positionswechsel des Menschen und wird mit überschwänglichem Lob und einer Pause belohnt, in der sie prompt zu Diegos Füßen in die Mitte des Zirkels gelaufen kommt. Ich klatsche leise Applaus und auch der sonst so introvertierte Diego kann nicht anders als zu lächeln und streichelt auf dem Strohballen hockend die Stirn der gescheckten Stute.

      In den kommenden Tagen ist es diese Übung zusammen mit normalen Ritten, Spaziergängen und der schrittweisen Gewöhnung an die Startbox durch zusammengesteckte Eisenzäune, die uns beschäftigen. Erst nach knapp zwei Wochen sehen die Zweijährigen zum ersten Mal einen Rennsattel. Und bekommen den abnormal festen Sattelgurt zu spüren - wenn auch sanft. Die Gurte sind dehnbar und breit und der einzige, der sichtbar unzufrieden mit der Neuerung ist, ist Lucifer.
      Den ersten Ritt in diesem Setting gibt es erst weitere drei Tage später und dann auch nur für ein paar Runden im Roundpen. Insgesamt vier Wochen Zeit lasse ich uns allen, bis wir zum ersten Mal in die Startbox reiten und einige Runden im Galopp auf der Koppel in Jockeyposition drehen. An dieser Stelle vertrauen uns die Pferde, sind Position, Reiter und Gurt gewöhnt und entwickeln Energie und Spaß am Rennen … Zeit für die Rennbahn.

      Ein einfaches, kurzes Proberennen veranstalten wir an einem sonnigen Samstagmorgen, an dem wir sowohl den Transporter als auch die Rennbahn in Auckland für uns allein haben. Cascar kommt mit uns und führt Pferd und Reiter in die jeweilige Startbox. "Sie fangen schon an, sich einzubuddeln.", sagt sie anerkennend mit einem Blick unter das Gatter. Ich weiß das, ich kann fühlen, wie Blomquist unter mir nach hinten schwankt. Als sich die Tore öffnen, sind die Ohren meines Pferdes gespitzt und instinktiv zieht er zur inneren Bande. Lucifer folgt mit einigem Abstand, Ashinta ist Innen gestartet. Einen Sprint von knapp 400m absolvieren wir, dann parieren wir alle mühsam durch und sitzen ab. Die Pferde sind aufgeregt und hitzig und schwer zu halten. Wie sich das für ein aktives Rennpferd mit angemessener Energie gehört. Ich bin mehr als zufrieden mit meinem Team.
    • Cascar
      Stufenerhöhung Rennen (E/A)
      [31.03.2019]

      Unsere jüngsten Sprinter machen hervorragende Fortschritte. Zusammen mit Worgait und Kazoom (aber nicht mit Himmawallajugaga - die Stute ist trächtig) gehören sie nun fest in die Trainingsgruppe, die von mir, Martin, Ken und Diego geleitet wird. Einmal in der Woche schaut Maria vorbei, vor allem wegen der gesundheitlichen Checks und organisatorischen Dingen wie Rennanmeldungen und Ausrüstung für Pferd und Reiter.
      Blomquist, Ashinta und Lucifer haben alle drei inzwischen sowohl physisch, als auch psychisch ordentlich zugelegt - Muskeln an der Hinterhand und Schulter zeichnen sich bei jedem Schritt ab, die Oberschenkel sind rund und der Rücken gerade. Die Hengste haben am Nacken zugenommen und alle drei sind um einiges gelassener, im Training wie auf der Bahn. Der Wandel ist am stärksten bei Lucifer zu merken, der zu Beginn so schreckhaft war und Ken inzwischen bedingungslos vertraut.
      Das Training ist eine Mischung aus täglichen Longeneinheiten, Geländeritten zur Schulung der Ausdauer, gelegentlichen Sprints auf Weiden oder der Rennbahn in Auckland und dem Schwimmen im See, westlich des Anwesens.
      Letzteres wird zunehmend schwer möglich - durch die Kälte, die mit dem Herbst Einzug hält. Schlimm ist das nicht, das Schwimmen ist nur eine gute Möglichkeit des schnellen Muskelaufbaus dient der Schulung des Herz-Kreislauf-Systems. Unsere drei Jungspunde werden gut ohne Badewasser bis zum Frühjahr auskommen.
      Das zweite Standbein ist das Futter, das einer von uns morgens und abends zurechtmischt und unseren Schützlingen die nötige Energie verleiht.

      Seit knapp drei Monaten sind die drei Schecken nun im aktiven Training und ich bespreche am Abend des 30. März am Telefon mit Maria, das Trio am Folgetag nach Auckland zu fahren, für ein Testrennen. Die Bedingungen sind nicht optimal - einen echten Ruhetag hatten die Pferde heute nicht - aber die längere Sprintstrecke ist eine Frage der Ausdauer und die sage ich Ihnen zu.
      Maria ist einverstanden. Ich gebe Ken und Diego Bescheid und am nächsten Morgen füttern wir schon um fünf, um uns gegen sieben auf den Weg zu machen.

      Es ist noch kühl, als wir die Pferde satteln und unter Marias Aufsicht warmführen. Lucifer und Blomquist sind entsprechend spritzig, Ashinta spielt wie gewöhnlich die Gelassene. Sie wird aufgeregt, als es in die Startbox geht.
      "Macht langsam.", sagt Maria, als das letzte Tor geschlossen ist. "Es geht um Strecke, weniger um die Zeit. Ich möchte keine Verletzten. Gutes Rennen!", sie grinst. Ich grinse auch, Blomquist schnaubt leicht.
      "Fertig? LOS!" - die Tore öffnen sich mit einem metallischen "Klonk" und das Rennen beginnt. Ich halte Blomquist zurück, mit unserem Start an unser äußeren Position haben wir keine Chance, zügig nach innen zu gelangen. Der Platz ist zurzeit noch Lucifer und Ken vorbehalten. In der Kurve mingelt sich Ashinta - trotz angestelltem Zügel - heldenhaft zwischen den beiden größeren Hengsten hindurch und ist wohl kaum zu halten, auf der Zielgeraden. Alle drei Pferde schnaufen, hörbar gegen den Wind. Blomquist drängelt sich innen an Lucifer vorbei und wir werden alle gezwungen, die Reihe im letzten Sprint etwas aufzulockern. Wie auf ein stilles Kommando werden die Zügel locker gelassen und alle drei Schecken schaffen es, das Tempo drastisch zu erhöhen. Aber allen voran Ashinta. Mit mehr als anderthalb Pferdelängen Vorsprung überquert die Stute die Ziellinie. Lucifer und Blomquist folgen Kopf an Kopf.
      "Was für ein Ehrgeiz!", sagt Maria anerkennend zu Ashinta, als sie die Pferde nacheinander hält, damit die Jockeys absitzen können. Diego lacht leise und klopft den schweißnassenHals der Stute. "Ja, kaum zu halten." Zum ersten Mal seit dem Unfall seiner Schwester, die bis heute im Rollstuhl sitzt, sehe ich ein begeistertes Glitzern in seinen Augen.

      Der Tag verlief also mehr als erfolgreich. Maria meldet uns für das darauf folgende Wochende zu einem ersten offiziellen Rennen an. Ich weiß, auf wen ich wetten werde.
    • Cascar
      Stufenerhöhung Distanz (E/A)
      [04.04.2019]

      "Alles klar, die Werte sind fein.", sage ich, als ich in eine heute Morgen angelegte Liste Antars Atem- und Herzfrequenz eintrage. Der Hengst beäugt mich mit neugierig gespitzten Ohren und wird ganz aufgeregt, als ich ihm Ashqars Distanzsattel auflege, den Sattelgurt verschließe, auftrense und de Steigbügel einstelle. Kein Wunder, heute geht es schließlich auf unseren ersten Trainingsritt! Mit Antar ibn Dahr und mir kommen Oliver mit A Caramel Touch, Alois - mein Dad - auf Cyclone, der definitiv am schwersten zu halten ist, Cedric auf Lucifer und Louis auf Blomquist. Damit haben wir jede Menge junge Pferde und eine Knalltüte - deswegen sattelt Jeannine Ashqar, der sowieso auf eine Trainingsrunde muss und den wilden Haufen gut anführen kann. Trotz allem sind wir eine recht große Gruppe und es wird schnell klar, dass jeder Reiter jede Menge damit zu tun hat, sein Pferd unter Kontrolle zu halten. Aber besser, es wird gleich jetzt, am Anfang, deutlich, wer das Tempo bestimmt, als wenn wir alle immer nur als Pärchen rausgehen und im Rennen drehen die Pferde plötzlich frei.
      So hat jeder Reiter seine Probleme - auch Mum mit Ashqar - und gleichzeitig lösen sich die meisten Probleme während des Ritts. Sie werden gelöst durch Nachgurten, loben, beruhigendes Zureden, treiben - hin und wieder auch mit dem Zügelende - und durch die Müdigkeit, die bei den Pferden nach knapp zehn Kilometern traben einsetzen.
      Trotzdem werden die einstündigen Geländeritte für die kommenden Wochen unsere hauptsächliche Tagesaufgabe. Antar und ich werden ein eingespieltes und recht ruhiges Team - obwohl er die Geschwindigkeit liebt und augenscheinlich mehr Energie hat, als Cyclone oder A Caramel Touch, die wiederum eine Weile braucht, sich in die neue Routine zu finden, dann mit Oliver aber plötzlich gewaltige Fortschritte macht. Gleichzeitig erschreckt sie recht leicht, vor allen möglichen Reizen, die im Gelände auf uns warten.
      Cyclone ist selbst von Alois kaum zu halten, hat viel Energie und große Schritte, nur wenn er einmal erschöpft ist, kann es eine ganze Weile dauern, bis er sich erholt.
      Lucifer und Blomquist, die die Distanzritte primär als Ausdauerschulung für den Rennsport erhalten, haben beide Spaß an den vielen Reizen und lieben es, im unwegsamen Gelände ihren Weg suchen zu müssen.

      Nach diesen ersten vier Wochen habe ich dann die Möglichkeit, unsere Meute in harmonierende Paare zu unterteilen, die das Training flexibler für uns und besser abgestimmt für die Pferde macht. Louis und Cedric gehen mit Blomi und Lucifer demnach zusammen auf Reisen - 10 Kilometer täglich, aufbauend 20 bis 30 Kilometer samstags, Sonntag ist Ruhetag. Zudem werden die Pferde laserbehandelt, das heißt mithilfe von Rotlicht werden Muskelspannungen gelöst.
      Ich bin indes mit Oli, Antar und Caramel unterwegs. Die jungen Pferde scheinen sich gegenseitig Sicherheit zu geben und als ich einmal mit Antar alleine auf die 10km-Runde reite, wiehert er einmal nach seinen Freunden und beginnt unter mir zu tänzeln, lässt sich aber dann mühelos zurück auf den Weg lenken und lässt sich von mir durch den Wald reiten (auch wenn wir auf dem Rückweg ein bisschen zügig unterwegs sind).
      Es bleiben meine Eltern, die Ashqar und Cyclone jeden Tag reiten, und denen ich manchmal begegne.
      Nach mehr als zwei Monaten kontinuierlich aufbauendem Training und gutem Futter, treffen wir uns erneut als große Gruppe und reiten zum ersten Mal 80 Kilometer!
      Stani und Ewa nehmen nach 10, 30, 50 und 80 Kilometern Puls und Erholungspuls der Pferde, schreiben jegliche äußerlichen Auffälligkeiten auf, tränken die Tiere und prüfen die Pferde auf eventuelle Lahmheit. Im Ziel erwarten uns - nach sechs bis acht Stunden! - Martin und Ken, die Pferde führen, Decken überlegen und müde Reiter mit Wasser versorgen. Diego hilft mit dem Absatteln und putzen und -schwups - so ist es ganz ungewollt ein echtes (Trainings-) Event geworden!

      Als ich mir am Tag darauf die Gesundheitswerte anschaue, bin ich sehr zufrieden. Natürlich gibt es Unterschiede - ein schon länger laufender Cyclone (und Ashqar erst!) hat eine niedrigere Belastungsherzfrequenz als eine gerade erst eingestiegene A Caramel Touch. Aber dennoch - alle Pferde befinden sich im Rahmen von 60 Herzschlägen pro Minute, keine Lahmheiten. Die kommende Woche bekommen sie alle frei, zum regenerieren. Es wird fleißig gelasert und gefüttert und dann steht dem weiteren Training wohl nichts mehr im Wege …
    • Cascar
      Sammelbericht
      [02.06.2019]

      Es ist ein Tag, wie er in den Chroniken des WCS häufig festgehalten ist; alle Mitarbeiter und Bereiter sind zurzeit mehr als eingespannt, wenn nicht sogar überarbeitet - in der beginnenden Turniersaison sind viele Pferde zu pflegen und zu arbeiten, es ist Reitunterricht zu geben und Fohlen zu entwöhnen. Und so wächst unsere Familie gewissermaßen stetig, letzte Woche erst um Kaisa Scoresby, der mit Cherti nun auch auf dem Gestüt wohnt und das seine in Australien aufgegeben hat. Außer seinem Hengst reitet der junge Mann regelmäßig Klappstuhl und sorgt für Bixs und Bem-Te-Vi, bis feste Reitbeteiligungen für die Wallache gefunden sind. Paul ist natürlich für seinen Ardennerwallach Hic Rhodus, hic salta! verantwortlich, kümmert sich aber auch liebevoll um Himmawallajugaga und ihr junges Fohlen Himalaya. Marc hat sein Grundstudium in England abgeschlossen und ist zu uns nach Neuseeland gezogen. Empire of Darkness ist noch immer voll und ganz sein Pferd, er agiert aber nun auch als Trainer für Carina und Earl Grey's Darjeeling und reitet Antar ibn Dahr recht häufig.
      Martin leitet das Training der Rennpferde und ist in diesem Zug viel mit Worgait und Kazoom unterwegs. Ken steht ihm eigentlich zur Seite, reitet Lucifer und Blomquist aber zurzeit verstärkt in der Distanz. Diego trainiert Ashinta äußerst erfolgreich und stolz und ist für die Pflege von Devrienterreuth zuständig. Genannte wird geritten von Ann, die mit Yacedor Gepir zurzeit eine zweiwöchige Trainingspause eingelegt hat und deswegen auch ein Auge auf A Caramel Touch geworfen hat. Oliver kümmert sich nach wie vor um Spotted Frischkäse, Charelle und CH's Unglück, mit der er letztens ein Westernturnier für sich entscheiden konnte.
      Meine Mum liebt es, Ashqar im Gelände zu reiten und wenn ich nicht gerade etwas anderes zu tun habe, begleite ich sie gerne auf Cyclone. Ansonsten ist es an mir, Taste of Desire, Omega und Spearmint zu arbeiten. Distraction hat zum Glück gerade Trainingspause und Versatilely Gold läuft die meiste Zeit mit im Reitunterricht, der seit neuestem von meinem Opa geleitet wird. Deswegen schaut der im Übrigen auch regelmäßig nach Cheetah.
      Spearmint's Cavale Miellée steht von ihrer Mutter getrennt auf einer großen Koppel. Mrs. Fluffy leistet ihr Gesellschaft. Gepflegt werden die Stuten - wie alle Boxen auf dem Gelände - von Stani und Ewa.
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  • Album:
    WCS - Südweststallung
    Hochgeladen von:
    Cascar
    Datum:
    18 Apr. 2018
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  • Stallinterne Informationen
    _________________________________

    Zuchtname des Pferdes: Lucifer
    Rufname(n):
    Besitzer: Cascar Winterscape
    Reitweise:
    Vorbesitzer:
    Vorkaufsrecht: Rinnaja
    Züchter: Rinnaja

    Tierarzt: Eddi Caen
    Hufschmied:
    Ausbilder: Cascar Winterscape
    Reitbeteiligung:

    Stall: Turnierstall
    Weide: immer mit Spotted Frischkäse,
    zurzeit nur unter Aufsicht
    Einstreu: Stroh (sehr dicht)
    Futter: wird gesäugt
    Anmerkungen: Wird mit der Flasche
    großgezogen; verlangt ständige Betreuung,
    Wärme und Liebe

    Portrait:


    Abstammung
    _________________________________


    Von: Lucian
    Alazar x Sonja

    Aus der: Rosendaler
    unb. x Mokka

    Zur Zucht zugelassen:

    Züchter: Rinnaja

    Eingetragene Zucht:
    Akhal Teke Breeding Association (ATBA)
    / Winterscape Stables
    Gencode: EE aa dd Zz Toto Splspl
    Vererbung: unb.
    Nachkommen:


    Exterieur
    _________________________________

    Geschlecht: Hengst (männlich)
    Geburtsdatum: 02.05.2017
    Rasse: Achal Tekkiner
    Herkunft: Deutschland

    Stockmaß/Endmaß: im Wachstum;
    ca. 165 cm
    Art: Pferd
    Typ: Vollblut

    Fellfarbe: Rappwindfarbener Tobiano
    Langhaar: creme bis weiß
    Abzeichen: unregelmäßige Blesse
    Sonstige Erkennungsmerkmale: ungewöhnliche
    Fellfärbung für einen Achal Tekkiner


    Interieur
    _________________________________


    freundlich ◆◆◆ bösartig

    introvertiert ◆◆◆ extrovertiert

    intelligent ◆◆◆ unintelligent

    selbstbewusst ◆◆◆ unsicher

    sozial ◆◆◆◆ unsozial

    nervös ◆◆◆ beständig

    ausgeglichen ◆◆ unausgeglichen

    temperamentvoll ◆◆◆◆ ruhig

    aufmerksam ◆◆◆◆ unaufmerksam

    streitlustig ◆◆◆◆ friedlich

    naiv ◆◆ dominant

    loyal ◆◆◆ untreu

    arbeitsfreudig ◆◆◆◆ faul

    geduldig ◆◆ ungeduldig


    Charakterbeschreibung: folgt.

    Geschichte: Lucifer wurde in einem Alter von einem knappen Monat von seiner Mutter
    getrennt und reiste dann den - für ein Fohlen unfassbaren Weg - von Deutschland nach
    Neuseeland. Dort wurde er aufgenommen und ist seitdem in den WCS ein Zieh- und
    Flaschenkind unter der Obhut von Cascar Winterscape.



    Qualifizierungen & Erfolge
    _________________________________


    Eignung: Vielseitigkeit, Distanz

    Springen: E A L M S S* S**
    Military: E A L M
    Western:
    Distanz: E A L M S

    Galopprennen: E A L M S S* S**
    Fahren:

    Dressur: E A L M S S*
    Gangreiten:
    Wendigkeit: E A L M S

    Turnierbedingter Aufstieg | Trainingsaufstieg | Potential


    Auszeichnungen:

    [​IMG][​IMG]

    1. Platz; 391. Distanzturnier | 2. Platz; 399. Militaryturnier


    Ausbildungsstand
    _________________________________


    Fohlen ABC:
    Longiert:
    Eingeritten:
    Eingefahren: ✘

    Beurteilung: ✘

    Gelassenheitstraining:
    Hindernisgewöhnung:
    Hängergewöhnung:
    Startboxgewöhnung:

    Roundpen: unb.
    Reitplatz/Reithalle: unb.
    Gelände: unb.


    Gesundheitszustand
    _________________________________

    Gechippt:
    Geimpft:
    Bekannte Krankheiten:
    Anmerkungen: keine Auffälligkeiten,
    sollte aber demnächst kontrolliert werden

    Hufzustand: gut
    Prüfstand: verfallen
    Beschlag vorn:
    Beschlag hinten:
    Anmerkungen: nicht
    schmiedtauglich, guter Eindruck