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sadasha

Lorelei ♀ | Suffolk Punch | 18p.

Lorelei ♀ | Suffolk Punch | 18p.
sadasha, 2 Nov. 2019
AliciaFarina, Rinnaja, Cooper und 4 anderen gefällt das.
    • sadasha
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      Pflegebericht für alle Pferde des von Landsberg TC | 4978 Zeichen von adoptedfox
      Käthe | “Du gehörst ins Bett, my Dear.” ermahnte mich Erin, als ich den Stall betrat und meine Thermoskanne auf der Futterkiste abstellte. Ich seufzte. “...aber mir fällt die Decke auf den Kopf.” sagte ich mit erstickter Stimme und folgte ihr in die Sattelkammer. “Wie läuft es mit Funny Sugar?” fragte ich sie und nahm mir einen Führstrick. “Sehr gut! Die letzten Tage habe ich mit ihr vermehrt Bodenarbeit gemacht und unsere Verbindung wird immer besser!” erzählte sie euphorisch und ich freute mich darauf, die Entwicklung der beiden miterleben zu dürfen. Erin hatte die junge Stute im Oktober letzten Jahres gekauft um sie selbst ausbilden zu können und ich versprach ihr zu helfen, sollte sie meine Unterstützung benötigen. Sie öffnete den Spind von Hibana und nahm den Sattel, ein paar Gamaschen und die Putzkiste heraus. “Was möchtest du heute machen?” fragte sie mich auf dem Weg zu ihrer Box und ich überlegte einen Moment. “Ich denke ich striegel die Pferde nur ab, bringe sie auf die Weiden und vielleicht gehe ich eine gemütliche Runde ins Gelände.” antwortete ich und Erin nickte zustimmend. Wir unterhielten uns noch einen Moment, bevor ich mich auf den Weg machte und mich um die Pferde kümmerte. Nachdem sich die Fohlen Granada, Ivy’s Rhapsody und Missing Misty auf der Weide neben dem unteren Stallgebäude befanden und um die Wette galoppierten, ging ich zur Box von Lorelei. Lorelei war seit einer Woche auf dem Hof und stach, als Kaltblut, deutlich zwischen den Vollblütern hervor. “Na meine Große, wie geht es dir heute?” fragte ich sie und ging in die Box um ihr grobe Verschmutzungen und Streu, die sich im Fell verfangen hat, abzubürsten. Tiefenentspannt, stand sie mit ihrem dichten Winterfell vor mir und genoss die massierenden Bewegungen der Bürste.
      Da sie noch in der Eingewöhnung war, brachte ich sie auf die Koppel neben dem Haus, die wir abgetrennt hatten damit auch Westatlanta ihren Freigang genießen konnte. Ases Maskwamozi, Echo’s Maiden und Smooth Gravity brachte ich zusammen auf eine der großen Weiden und Bearing Spot's, Bear Brooks Denahi, Grenzfee und Sympathy of the Devil auf eine anschließende Weide, damit die Stuten untereinander trotz der Litze Kontakt halten konnten. For an Angel brachte ich zu den Fohlen auf die Weide. Als auch Amistad, Compliment und Valentine’s Cantastor auf den Weiden waren, kontrollierte ich noch einmal dass alle Tore fest verschlossen waren und ging in den Stall um Smarty Jones für den Ausritt fertig zu machen. Der Hengst war das Verlasspferd schlechthin und ich vertraute ihm in jeder Situation. Da ich angeschlagen war hielt ich es für besser, ihn für einen Ausritt zu wählen. Ich holte den Hengst aus der Box und band ihn in der Stallgasse an um ihn gründlich zu putzen. Nachdem ich seine Hufe ausgekratzt hatte ging ich in die Sattelkammer und holte ein paar Gamaschen, seinen Sattel und die Trense. Mit einer Grippe war es ein Kraftakt, den schweren Westernsattel auf den Rücken des Hengstes zu bekommen, doch ich nahm alle Kraft zusammen und legte ihn mit Schwung auf. Der Hengst schnaubte und wandte mir seinen Kopf zu als wolle er fragen, ob alles okay sei. Ich streichelte über seine Stirn und lachte. “Womit hab ich dich nur verdient, hm?” fragte ich ihn und er rieb sein zartes Maul an meinem Oberschenkel. Ich holte eine Abschwitzdecke aus seinem Schrank und legte sie ihn über die Kruppe. Wir hatten zwar keine Minusgrade, doch der Wind fühlte sich eisig kalt an. Ich trenste den Hengst und führte ihn auf den Hof zur kleinen Bank um aufzusteigen. “Nimm das mit, zur Sicherheit.” sagte Erin und drückte mir mein Smartphone in die Hand. Dankbar steckte ich es in meine Jackentasche und trieb den Hengst vorwärts. Als wir an den Weiden vorbeigeritten waren, schlugen wir den Weg entlang der Felder ein. Im Schritt ritten wir auf einem kleinen Pfad zwischen Waldrand und frisch gepflügtem Feld bis es zu nieseln begann und wir in den Wald abbogen. “Wir sollten viel öfter ausreiten, meinst du nicht auch?” fragte ich Smarty Jones und streichelte den Hals unter seiner nachgewachsenen Mähne. Als würde er mir zustimmen, stieß er ein kurzes Schnauben aus und richtete ein Ohr nach hinten. Auch wenn es mich fröstelte, genoss ich die Auszeit im Wald auf dem Rücken meines Lieblings. Die vergangenen Wochen waren nervenaufreibend gewesen. Beginnend mit der Heunot durch den heißen Sommer, über die Vorbereitungen für den Winter, bis hin zum Jahreswechsel hatten wir alle Hände voll zu tun und sogar Hunter, der ebenfalls nicht zu wenig Arbeit hatte, half wo es nur möglich war. Mit dem ersten Tag im neuen Jahr fiel alle Last von unseren Schultern und wir hofften auf ein besseres Jahr. Nach knapp 3 Stunden erreichten wir wieder den Hof. Ich sattelte den Hengst ab und brachte ihn mit einer Abschwitzdecke auf die Koppel zu Valentine’s Cantastor, mit dem er sich sehr gut verstand. Sichtlich am Ende räumte ich den Stall noch auf, bevor ich mich ins Haus zurück zog und mir ein Erkältungsbad einließ.


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      Pflegebericht für alle Pferde des von Landsberg TC | 1999 Zeichen von adoptedfox
      Verdine, Lorelei, Funny Sugar, Hibana, Ivy’s Rhapsody, Granada, Missing Misty, Westatlanta, Bear Brooks Denahi, Ases Maskwamozi, Bearing Spot’s, Echo’s Maiden, Smooth Gravity, Sympathy of the Devil, Grenzfee, For an Angel, Compliment, Amistad, Smarty Jones, Valentine’s Cantastor

      Käthe | Ein paar Monate waren vergangen, seit Hunter sich dazu entschlossen hatte den Hofbetrieb für geraume Zeit einzustellen und die Pferde an befreundete Sport- und Zuchtanlagen verkaufte. Wir verbrachten nur noch wenig Zeit miteinander und doch genoss ich jede Minute seiner Anwesenheit. Um Erin zu entlasten, die einmal wöchentlich Seminare an der Universität in Nottingham besuchte um ihre Trainerlizenz zu erhalten, stellte ich zwei zusätzliche Pferdepfleger ein die uns unterstützten. Die Reitstunden hatte ich aus dem Programm genommen, dafür bot ich aber immer wieder Kurse zu verschiedenen Themen an die mehr als gut besucht waren. Auch bei meinen privaten Pferden lief es bestens. Die Fohlen werden mehr und mehr an das Fohlen ABC herangeführt und beinahe wöchentlich waren wir mit unseren Pferden auf Turnieren vertreten. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Jetzt im Sommer zogen wir es vor, die Pferde in den frühen Morgenstunden zu bewegen damit sie die heißen Temperaturen auf den Weiden verbringen konnten. Abends, nachdem die Pfleger sich in den Feierabend verabschiedeten, sattelten Erin und ich die Pferde und ritten aus um den alltäglichen Wahnsinn hinter uns zu lassen. “Wollen wir heute Abend zum See reiten?” fragte Erin und setzte den Huf ihrer Stute Hibana ab. “Ich kann leider nicht. Hunter kommt heute vorbei und ich möchte ihn mit einem Abendessen überraschen.” antwortete ich ehrlich und streichelte der Stute den Hals.
      “Da freut er sich bestimmt! Mensch… ich finde es schade das er alles auf Eis gelegt hat.” Ich stimmte ihr zu. Auch wenn ich hinter ihm stand, machte ich mir Sorgen wie es weitergehen würde. Ich blieb noch ein paar Stunden im Stall und half Erin dabei die Pferde für die Koppel fertig zu machen, bevor ich mir eine Einkaufsliste schrieb und in die Stadt fuhr um alles für das Essen zu besorgen. Die kommenden Wochen waren bereits gut durchgeplant. Am meisten freute ich mich auf einen Dressurlehrgang, den ich für mich und Bear Brooks Denahi gebucht hatte.


      Mein Traum wird War | 21. August 2019 von Elsaria

      (Juna Preske)
      Ich hatte erfolgreich mein Matura und Master Arbeit in der Pferdewirtschaft im schwerpunkt Zucht, Haltung und Sport bestanden und als belohnung schenkte mir meine Familie ein Rießen Arial im Vorarlbergerischen Gebierge. Am Fuße eines Berges, fernab von der Stadt jedoch nicht all zu weit weg mit dem Auto ca eine 1h fahrt. Der Hof war modern rießig und hat vielen weiden koppeln, sogar eine Alm gehörte dazu. Ich konnte es kaum fassen, das meine Eltern so verrückt waren. Von kindesalter an hatte ich eisern mein Taschengeld gespart auch im studium schaffte ich es immer was beiseite zu legen jetzt mit 22 jahren konnte ich mir nun 2 pferde kaufen. Da ich anfangs nur mit sport und Service groß werden möchte war es egal welche Rassen die sie hatten. Ich ging auf das gewisse etwas und ich fand 2 passende pferde für mich. Lorelei eine liebe Suffulk Punch stute und Hibana einer Oldenburg stute, beide standen auf dem Selben gestüt und wir wickelten den kaufverträgen ab und ich organiesierte den Transport von Deutschland zu mir ins schöne Vorarlberg. Der Ortschaft wo mein Gestüt von nun an lag hieß Bezau. Mein name war Juna Preske. Heute gegen mittag sollten die 2 süßen ankommen. Ich machte mich schon an die arbeit die 2 Boxen vorzubereiten, die Stuten bekamen die boxen nebeneinander da sie sich wschon kannten. Die boxen waren Paddockboxen. Ich war mit meiner Arbeit fertig und saß mich auf den sessel vor dem hof und wartete den transporter. Endlich kam er an, wir luden die 2 hübschen aus und brachte sie in die boxen für heute ließ ich sie in ruhe, da sie eine lange fahrt hatten.


      Vertrauen Aufbauen und Hufe geben üben | 14. Oktober 2019 | 5030 Zeichen von Elsaria
      Ein kalter oktober morgen brach heran, die schwachen sonnenstrahlen kitzelten mein Gesicht ich wachte schließlich auf und rieb meine Augen. Es waren einige Tage vergangen als Beastly Domina in Österreich angekommen war. Sie hatte sich gut in meine kleine Herde integriert, also vor artgenossen hatte die junge stute keine angst. Den weg von Box zur weide ließ sich mina mit viel überzeugungsarbeit führen. Es war 6 uhr morgens als ich aus meinem warmen Bett stieg. Ich wollte zuerst Duschen dann frühstücken. Heute würde ich zuerst die Pferde nach dem Füttern auf die weide bringen und dann die Stallarbeit machen, Luna ist eine neue Pratikantin die um 9 kommen sollte. Als ich fertig war zog ich mich warm an, den der Oktober in den Bergen kann schön windig und frisch sein. ich stampfte in den stall und verteilte zuerst das heu an meine süßen und dann kam das kraftfutter. Während meine Pferde fraßen kontrollierte ich das stück weide wo ich sie heute drauf stellen wollte. Dann fing ich an die ersten Pferde auf die weide zu bringen. Lorelei und Hibana konnte ich gemeinsam führen, die beiden stuten waren sehr artig. Danach holte ich das jährlingstutfohlen Frigg von antomic und Uruguay. Uruguay fühlte sich wie die mutter obwohl das Rassetechnisch nie funktionierte. Danach holte ich Tori von ihrer Box. Die schimmelstute bevorzugte lieber alleine gebracht zu werden. Nach tori kam cielo ein wunderschöner Ponyhengst durfte auf die nebenweide, damit kein unfall passieren konnte. Nun kam ich an Beastly Domina an. Die stute schien schon etwas vertrauen gewonnen zu haben, den sie brummelte leise als ich die Boxtür öffnete. "Hallo meine Schöne, heute nachmittag gehts ans hufe geben üben! aber erstmal darfst du dich auf die weide austoben!" sagte ich und zog ihr ihr halfter vorsichtig an. seit ihrem Unfall zog ich ihr das Halfter ab auch wenn es nur kurz war. Heute lief sie erstaunlich brav mit. Als Mina nun auf der weide war begann ich mit der ersten Box zu misten, heute kamm das ganze streu raus denn in den kalten tagen wäre zuerst eine holzspäneschicht und dann kam das frische Stroh. Lorelei´s Box war die größte und darum brauchte es länger. Dann kam Hibanas box. "Guten morgen!" hörte ich jemanden rufen es musste luna sein. " Hallo luna!" begrüßte ich sie, und teilte sie schon ein mir zu helfen. Nach dem wir fertig gemistet hatte zeigte ich ihr den Hof und die Pferde, ich verbat ihr Beastly Domina alleine zu nähern, da sie noch nicht gut resozialisiert war. Ihr kullerten eine Träne über die wange als ich mina´s geschichte erzählte. Sie sollte nun den hof fegen ich würde das mittagessen machen, nach dem mittag essen durfte sie Cielo auf dem Außenplatz bewegen da ich die halle für mina bräuchte. Es gab Spaghetti Bolognese, das geht schnell und schmeckt auch sehr gut. Wir aßen zu mittag und dann gab es noch einen kaffee. Ich trank 2 Tassen luna 1 danach gingen wir cielo holen. Ich beobachtete Luna und ließ sie machen, sie wärmte den Hengst ordentlich auf und ich konnte ihre sattelfestigkeit beobachten, dann holte ich mina von der weide. Heute würde ich sie putzen und hufe geben üben, danach durfte sie in der halle rennen nach lust und laune. Den Rückweg von weide in den stall fand mina zwar nicht so toll sie blieb des öfteren stehen und weigerte sich weiter zu gehen. sie versuchte sich umzudrehen. " alles gut mina komm mit!" sagte ich . Im Stall angekommmen ich band sie an und beginne mit der weichen bürste über ihr körper zu fahren. Mina kannte das nicht und war sichtlich angespannt. Aber sie wurde entspannter als sie merkte das es nichts schlimmes war. Ich lobte die stute mit einer karrotte. Als sie endlich vom ihre alten Dreck befreit war strich ich mit der hand über ihre beine und versuchte sie anzuheben. Mina tat sich noch schwer mit dem gleichgewicht und zog desshalb ihr Bein weg. Blieb aber dennoch ruhig. " Braves Mädchen!" gab ich von mir. Ich wiederholte meine herangehensweise bis ich ihre Hufe problemlos auskratzen konnte. Danach brachte ich sie in die halle, dort buckelte sie und tobte herum. ich schaute inzwischen zu luna. " nachdem Reiten kannst du ihn in die Box stellen und die anderen holen, die Boxen tragen jeweils den namen des pferdes!" gab ich anweisungen und ging wieder zu der braunen schönheit. Sie hatte sich gewählzt ein zeichen das sie sich wohl fühlte. Ich würde nun langsam aufbauen bevor ich sie zu einem Trainer schicken werde. Dann brachte ich die Stute in ihre Box. Gemeinsam mit luna verteilte ich noch das abendessen ,fegte die stallgasse und den hof, sprengte die halle mit wasser und stellte luna ein, denn sie wollte hier anfangen und somit war luna meine erste mitarbeiterin. Sie müsse zuhause nur noch alles klären und ich konnte ihr zimmer im Haus einrichten. Danach schaute ich noch etwas fern und ließ den Tag ausklingen, dann beschloss ich noch ein heißes Bad zu nehmen. Ich liebte ein schaumbad. Ich musste nur aufpassen das ich dann nicht einschlief. Nach dem baden ging es dann ins Bett.

      Ein Abendteuer des Einreitens beginnt. | 25. Oktober 2019 | 6147 Zeichen von Elsaria
      Beastly Domina war nun 3 Wochen auf meinem Hof und hatte sich sehr gut eingelebt und sie machte wirklich tolle Fortschritte. Wir saßen gerade am Frühstückstisch. " Wann beginnst du mit dem Einreiten?!" wollte Luna wissen. " ich weiß nicht ob sie schon soweit ist!" sagte ich ihr. " ich glaube schon, du musst nur trauen, sie macht ja alles brav mit!" sagte sie. Ich biss gedankenverloren in mein Käsewurstbrot. Es stimmte schon, ich war etwas übervorsichtig. " Wollen wir heute ausreiten bei diesem schönen wetter?!" fragte ich luna aus heiterem Himmel?. " Ja klar!" stimmte sie zu. Da tim und tom nicht reiten konnten machten sie die Ställe sauber und andere Arbeiten auf dem Hof. Es gab immer was zu tun, wie zumbeispiel die dachrinnen säubern, die Werkstatt aussortieren und aufräumen ectra. Wir richteten Lorlelei und Hibana. im Schritt ritten wir vom hof und ritten richtung berge. Aufwärtzs training würden unserern Pferden gut tun. Luna saß auf Hibana und ich saß auf meine Suffol Punch stute Lorelei. Der Milde herbsttag zeigte ihre schöne Pracht. " Juna, sie ist wirklich soweit!" versuchte luna wieder dem Thema einreiten zu widmen. " Ja, aber ich kann sowas nicht!" gab ich zu . " Wir schaffen das schon!" munterte mich Luna auf. Ich seufzte und sagte das ich einverstanden wäre und wir mit dem Abendteuer beginnen würden heute nachmittag. Vormittags wollten wir uns um die anderen pferde und unsere neuzugänge kümmern. Pudy und elsa. elsa war noch unterwegs und würde im laufe des Tages ankommmen. Sie war eine wunderschöne dunkelbraune stute. Und Pudy ein Schettyhengst war gestern angekommen und war gerade bei Cielo mein anderer Hengst kennenzulernen. Ich hoffe sehr das die 2 Hengste sich vertragen würden so wäre Cielo nicht mehr alleine auf dem Paddock oder Weide. Wir kehrten um und als wir auf dem Hof angekommen waren Tim und Tom gerade mit den Regenrinnen drann. Wir brachten die stuten auf ihre Paddocks und holten Uruguay und Tori. Ich nahm die Aigendbergerstute. Wir ritten wieder aus, diesmal in die andere richtung in den Wald. Uruguay und Tori benahmen sich vorbildlich. Nach einer stunde kamen wir zurück. Luna kümerte sich nun um Frig, die 1 Jährige stute wird das Abc Gewöhnt und ich kümmerte mich um Cielo. Ich wollte den Hengst heute in der Halle etwas longieren. Luna war gerade mit Frig beschäftigt sie würde noch mit ihr um den hof spazieren gehen. Die Junge stute sollte alles kennenlernen. Ich hatte inzwischen den Hengst geputzt und das longierzeug angelegt. Nun gingen wir in die halle dort angekommen ließ ich den braunen erst einige runden im schritt laufen.. Er sollte sich warm laufen. Dann schickte ich ihn in den Trab und gallopp der Hengst. " Äh juna da kommmen 2 Hänger!" hörte ich Tim sagen. " Oh das müssen die neuen sein!" Pudgy ein schettyhengst für Cielo und Elsa ein Österreichische Warmblutstute die ich für Dommia gesucht hatte. Ich hoffte das sie in ihr eine Kumpeline findet, sie steht zwar in der herde drinn, aber immer abseits von den anderen. Ich beendete das Training, und bat Tim Cielo abzusatteln und ihn auf sein Paddock zu stellen. Ich ging auf den Hof und begrüßten die Fahrer, wir luden zuerst Pudgy der kleine Hengst aus und brachten ihn in seine box. Dann kam elsa an der Reihe, auch für sie war erstmal Boxenruhe angesagt, sie sollten sich ausruhen und erstmal ankommen in ihrem neuen Zuhause. Als ich alles geregtelt hatte fuhren die Fahrer wieder vom hof. Es war 11 Uhr und es war zeit das Mittagessen für uns zu kochen also ging ich in die Küche und beginne mit dem panieren der schnitzel, heute würde es Wienerschnitzel mit Kartoffelsalat und Pommes geben. Es war eine drecksarbeit, aber ich mochte es lieber selbst panieren als die fertigen kaufen. dann fritierte ich die Pommmes, schälte die kartoffel und schnippelte sie in dünne scheiben, dann machte ich das Salatdressing und etwas schnittlauch als Garnierung. Dann backte ich die schnitzel heraus. Ich deckte den tisch und rief alle zum Essen. Luna war vom Spaziergang zurück und erzählte mir freudig wie brav Frigg von Anatomic doch war. Ich erzählte ihr das 2 neue Pferde da waren , sie sagte sie habe sie schon gesehen als sie das halfter versorgte und hat sich gewundert warum diese noch in der Box standen. Tim und Tom werden am nachmittag die Werkstatt wieder auf vordermann bringen und die geräte und Maschinen überprüfen ob diese noch funktionierten. Luna und ich würden dann mit Beastly Domina arbeiten. Aber zuerst machten wir bis 2 uhr Mittagspause, wir hatten am vormittag echt viel geschafft und das hatten wir regelrecht verdient. 14 uhr angekommen gingen wir in den Stall und holten Beastly Domina von ihrem Paddock, Luna sollte sie putzen und sie satteln. Dies ließ sie sich mittlerweile echt gut mit sich machen. Ich war so stolz auf sie, das wir in den 3 Wochen schon so weit gekommen sind. Die Stute möchte regelrecht arbeiten. Als sie fertig gesattelt war gingen wir in die Halle, dort longierten wir die Stute erstmal ohne Reiter. Nun übernahm luna die Longe und ich zog mich einer seite am Sattel hoch und wir verharrten in dieser Position um zu sehen wie Mina auf das neue Gewicht reagiert. Die Stute spielte mit den Ohren und lief einen schritt nach vorne. Ich sprang wieder ab, lobte sie und wiederholte dies ein paar mal. Als ich mir sicher war das sie dies nicht überforderte setzte ich mich in den sattel. Ich lobte die Stute ausgiebig. Luna sollte sie in den schritt bewegen. Mina startete dies etwas zögerlich. Das war ja klar was das gewicht plötzlich auf ihren Rücken. Mina blieb aber brav so das wir sie traben ließen. Sie brauchte noch Balance aber es schien ihr nichts auszumachen das ich oben saß. Immer wieder spielte sie mt den Ohren. Dann sollte Luna nur die longe halten und mitlaufen, alles andere würde ich von oben machen. Als das gut klappte lobte ich die Stute ausgiebig und beendete das Training. In den nächsten Tagen werden wir das wiederholen, bis wir zum ersten mal frei reiten werden. Nun war es zeit, die anderen pferde in ihre Boxen zu bringen und ihr Abendbrot zu machen. Nachdem alle versorgt waren gingen wir schlafen.
    • sadasha
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      Erstberitt | 5847 Zeichen von adoptedfox

      eingeritten durch eine Bereiterin des Stalls

      “Good mornin’ my big love.” begrüßte ich die große Kaltblutstute und zog den kleinen Riegel, der die Boxentür zusätzlich vor dem Gewicht des massiven Pferdes schützte, zur Seite um einzutreten. Ich strich mit der flachen Hand über ihren breiten Nasenrücken und holte den Kopf etwas nach unten um Lorelei das Halfter anzuziehen. In den letzten Wochen hatten wir viel Zeit damit verbracht die Stute auf ihr Leben unter dem Sattel vorzubereiten und heute wollte ich es wagen: Ich wollte in ihrem Sattel sitzen. Gemütlichen Schrittes folgte die Stute mir am durchhängenden Strick zum Putzplatz. Nachdem ich sie festgebunden hatte nahm ich einen Striegel in die eine- und eine Bürste in die andere Hand um das dichte Winterfell der Stute gründlich zu putzen. In kreisenden Bewegungen glitt der Striegel durch das Fell und ließ getrocknete Schlammreste, Staub und Haare zu Boden fallen. Ich klopfte die Putzutensilien aus und legte sie zurück in die Putzbox um mich den Hufen zu widmen. Mit einer härteren Bürste säuberte ich die Hufwand um dann den Huf anzuheben und ihn auszukratzen. Nachdem auch die Hufe sauber ließ ich Lorelei für einen Moment allein um einen Besen zu holen, mit dem ich rasch den Schmutz unter dem Pferd weg kehrte. Ich lehnte den Besen gegen die Wand und nahm das Mähnenspray aus der Putzkiste um die Mähne, den Schweif und den Behang der Stute einzusprühen. Das Spray pflegte das Langhaar nicht nur, es ließ sich dadurch auch leichter kämmen und verlieh ihm einen seidigen Glanz.
      “Are you ready for your training?” fragte ich die Stute und kraulte ihren Mähnenkamm. Ich räumte die Putzbox wieder ein und ging in die Sattelkammer um die nötigen Utensilien zu holen. Westernsattel, ein dickes Pad, Zaum und eine Longe. Ich legte alles am Putzplatz ab und nahm das Pad um es auf den Rücken der Stute zu legen. Auch das Gewicht des schweren Westernsattels war der Stute nicht mehr fremd. Ich erinnerte mich nur zu gut an den Tag, an dem wir ihr zum ersten Mal einen Trainingssattel aufgelegt hatten. Der Sattel lag schlussendlich im Sand und Lorelei trabte mit aufgeblähten Nüstern und tief schnaubend um uns herum. “Good girl!” lobte ich sie und klopfte ihren Hals. Vorsichtig zog ich den Gurtriemen fest und hob die Longe vom Boden auf um sie am Halfter zu befestigen. Ich hängte meinen Reithelm an das Horn des Westernsattels, legte mir den Zaum über die Schulter und löste den Strick an dem ich die Stute angebunden hatte um sie in die Reithalle zu führen. Charlotte, die mir in den vergangenen Wochen oft mit der Stute geholfen hatte, wartete bereits auf uns. Wir umarmte uns zur Begrüßung und unterhielten uns ein paar Minuten bevor wir uns der Stute widmeten. Charlotte schickte die Stute auf den Zirkel und begann sie zu longieren. Schon nach wenigen Minuten senkte Lorelei den Kopf und begann zu kauen. Nach einer weiteren Viertelstunde sah Charlotte zu mir rüber und fragte ob ich bereit sei. Ich nickte und sie parierte die massive Stute mit einem ruhigen “Brrrr” in den Schritt um sie schlussendlich anzuhalten damit ich aufsteigen konnte. Ich setzte meinen Helm auf und nahm die Aufstieghilfe mit. Bevor ich mich in den Sattel setzte stieg ich in den Steigbügel und lehnte mich über den Sattel um das geübte zu wiederholen. “Good Girl!” lobte ich Lorelei und streichelte ihren Hals. Ich war ein bisschen aufgeregt, atmete aber tief durch um die Stute nicht mit meiner Nervosität zu verunsichern und stellte meinen Fuß erneut in den Steigbügel. Vorsichtig schwang ich mein Bein über den Rücken und ließ mich sanft in den Sattel sinken. Mit beiden Händen streichelte ich ihren Hals zur Belohnung und Beruhigung und nickte Charlotte zu die mein Zeichen verstand und im Schritt loslief. Ich setzte mich aufrecht hin und legte meine Hände auf dem Horn ab. Meine Beine standen ruhig im Steigbügel und am liebsten hätte ich laut gejubelt. Lorelei war das gutmütigste und gelehrigste Pferd welches ich je eingeritten hatte. Mit Abstand.
      “Do you want to try to ride her on your own?” fragte Charlotte und ich überlegte einen Moment bevor ich mit Ja antwortete. Charlotte führte die Stute am großen Hallentor vorbei und hielt sie an, damit ich über die Bande greifen konnte um die Trense von der Halterung zu nehmen. Ich gab sie Charlotte die beruhigend mit der Stute sprach während sie das Halfter abnahm und gegen den Zaum tauschte. Ich sortierte die Split Reins in meinen Händen um eine lockere Verbindung zum Pferdemaul zu halten. Charlotte griff die Zügel und führte die Stute und mich ein paar Meter bevor sie los ließ und wir unsere erste freie Runde auf der Bahn liefen. Ich ritt die Stute nur über die Verlagerung meines Gewichts und das Anlegen der Zügel an den Hals. Lorelei war sehr feinfühlig und arbeitswillig. Um ihr nicht zu viel zuzumuten hielt ich sie nach ein paar Runden an und klopfte ihren Hals ausgiebig bevor ich abstieg und ihr ein Leckerchen auf meiner flachen Hand anbot. Mit zarten Lippen nahm sie es von meiner Handinnenfläche und zerkaute es genüsslich. “That went great!” sagte ich zu Charlotte und strahlte. Sie trug das Halfter und die Longe von Lorelei mit zurück zur Box und verabschiedete sich dann um sich ihrem Pferd zu widmen. Ich sattelte die Stute ab und halbierte ein paar Karotten zur Belohnung um sie ihr in den Futtertrog zu legen. Während ich ihre Utensilien in die Sattelkammer brachte kam Hunter dazu. Ich erzählte ihm vom heutigen Training und er schien zufrieden zu sein. Hunter war einer der Kunden, deren Verhalten ich nur schwer einschätzen konnte. Wir unterhielten uns noch einige Minuten, bevor sich unsere Wege trennten und ich mich von der Stute verabschiedete. Ich würde sie noch einmal selbst reiten, bevor ich ihre Zügel in Hunters Hände gab und ihm das weitere Training überließ.
      Lorelei war in besten Händen und würde ein mehr als zuverlässiges Reitpferd werden. ​
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    • sadasha
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      Gut Schwarzfels
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      14. Januar 2020

      Der Duft der Wildblumen steigt mir in die Nase. Eine leichte Brise weht ihn zu mir, während ich über die Lichtung laufe, mit dir. Ein Glücksgefühl erfüllt mich. Hand in Hand bahnen wir uns einen Weg durch die hüfthohe Wiese. Ich lasse mich rücklings fallen und schließe die Augen. Genieße den Augenblick, der sich unendlich anfühlt. Eine Ewigkeit später blinzle ich. Es ist dunkel geworden, du bist weg. Bittere Kälte kriecht an mir hoch. Hektisch stehe ich auf, sehe mich um. Du bist weg. Die Bäume, die die Lichtung umranden beugen sich unheilvoll über mich. Die Wildblumen sind plötzlich welk. Tausende Augenpaare scheinen mich anzustarren, Arme nach mir zu greifen. Ein Schauder überkommt mich. "Wo bist du?" flüstere ich fast schon flehend. Panik macht sich in mir breit, als ich bemerke, dass etwas aus dem Wald auf mich zukommt. Ein Dämon? Ein Wolf? Das kann nicht sein. Es gibt keine! Nicht hier. Das Wesen nähert sich unerbittlich, wendet seinen starren Blick nicht eine Sekunde von mir ab - es geifert, lechzt nach mir. Ich höre seine raue Atmung. Mein Herz rast. Ich will fliehen, aber mein Körper bewegt sich nicht vom Fleck. Das kann nicht wahr sein. Gedanken schießen mir durch den Kopf. Hat es dich vor mir geholt? Bist du tot? Die Gewissheit trifft mich wie ein Schlag. Du bist tot. Es gibt keine Zweifel, dass das Wesen dich vor mir geholt hat. Doch sein Hunger ist nicht gestillt. Nur noch wenige Meter bis es mich erreicht. Noch immer kann ich mich nicht bewegen, sehe meinem Schicksal ins Gesicht. Mit einem letzten Sprung und einem Schwall übermannender Angst reißt mich das Ungetüm zu Boden. "Käthe..." Es ist mein letzter Gedanke, ehe mich mein Tod aus dem Traum reißt.

      Mein Herz raste immer noch und ich kam nur langsam in der Realität an. Es war tatsächlich kühl und so zog ich mir die Decke ein Stück weiter über und rollte mich auf die Seite. Pitch sah mich interessiert von seinem Schlafplatz aus an, rührte sich jedoch nicht vom Fleck. Er wusste, dass sein Frühstück erst in zwei Stunden im Napf landen würde. Meine Gedanken schwirren jetzt wieder um Käthe, dabei war es schon gut ein halbes Jahr her, dass sich unsere Wege trennten. Was mich jeden Tag an sie erinnerte stand im Stall unten. Lorelei konnte sie auf ihren Weg nicht mitnehmen und so war die Kaltblutstute genau wie ich eine Verstoßene. Ich hab bis heute nicht begriffen, was überhaupt passiert ist. Die Erinnerungen sind verschwommen und obendrein verzerrt von negativen Gedanken, denen ich nicht trauen wollte. Ich hatte nicht mal mehr Familie, mit der ich über das was passiert war reden konnte.

      Es dauerte eine halbe Ewigkeit bis ich mich aus dem Bett gequält hatte, um die Tiere zu versorgen. Mein einziger Lichtblick in diesem Leben war dieser kleine Hof, auf dem ich seit einer Weile lebte. Das Gut Schwarzfels. Es war etwas in die Jahre gekommen, aber das passte zu mir. Ein Projekt, das ich aufbauen und nach meinen Vorstellungen gestalten konnte. Irgendwo gab es immer etwas zu tun. Da ich mich auch im Reitsport fit halten wollte und die gute Lorelei, leider meine Erwartungen in dieser Hinsicht nicht erfüllen konnte, hatte ich mir ein weiteres Pferd gekauft. Eine schlichte Schönheit, voller Kraft und Talent. Maleficent, war eine Rheinländer Stute, wie sie im Buche stand. Der Blick in die Zukunft mit ihr freute mich, denn er war vielversprechend. Vielleicht konnte ich mir wieder eine kleine Zucht aufbauen, nachdem ich die britischen Pferde hinter mir gelassen hatte. Ich hatte diese deutsche Seite und wieder in Deutschland zu leben, war der erste Schritt diese Seite wieder zu erwecken. Die Sprache war mir über die Jahre etwas eingerostet, aber ich kam zurecht. Die Leute fanden meinen Akzent meistens sogar ganz lustig. Das war ein Eisbrecher. Ich arbeitete nebenbei als Hufschmied und vermietete Weiden und Boxen um mich über Wasser halten zu können. auf dem Hof herrschte reges Treiben, auch wenn ich nicht einen Angestellten hatte. Ich übernahm alle Arbeiten die anfielen selbst. Dass ich in Arbeit nicht ertrank lag einzig und allein daran, dass ich schon längst unter Wasser war. Ich hatte die Oberfläche nicht mehr erreicht, seit der Trennung. Lediglich die erwähnten Lichtblicke gaben mir Kraft durchzuhalten.

      Niemand merkte mir an, wie schlecht es mir ging. Zumindest wage ich zu behaupten, dass ich das so gut überspielen kann, dass niemand es erahnt. Auch heute grüßte ich die frühen Vögel, die bereits ihre Pferde aus den Boxen geholt hatten um sie noch vor der Arbeit zu pflegen und zu bewegen. Ich machte inzwischen meine Runde, mistete und fütterte die Pferde, die hier in Vollpension standen und brachte eine Stunde später alle auf ihre Weiden. Es war jetzt hell und auch für mich an der Zeit Lorelei und Maleficent zu bewegen. Viel machte ich nicht, nur das Nötigste. Später musste ich noch zur Arbeit und abends lief mit Pitch eine große Runde durch die Felder. So lief hier jeder Wochentag ab. Wenig Schlaf, viel Arbeit und noch mehr Verdrängung.

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    • Veija
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      Lorelei Trail LK 5 - LK 4, Havanna Girl Trail LK 5 - LK 4
      29.02.2020

      Caleb
      Nach einiger Zeit war es nun endlich wieder soweit und wir würden Pferde auf der eigenen Ranch trainieren. Nachdem der ganze Trubel um das Horse Makeover endlich vorbei war- und Gott… ich war froh, dass ich meine Ranch wieder für mich hatte- konnte ich mich wieder anderen Dingen widmen.
      Kaum hatte ich die beiden neuen Trainingsplätze ausgeschrieben, waren sie auch schon vergriffen gewesen. Ein Auftrag ging dabei an mich, der Andere an Cayce.
      Mein Auftrag stammte von Hunter Crowley aus Deutschland. Bei seinem Namen sprang mir sofort die Tinkerstute Venetia in den Sinn, die Laurence vor einiger Zeit trainiert hatte. Sie hatte den Besitzer gewechselt und zum Verkauf gestanden. Für Laurence wäre sie das perfekte Pferd gewesen und er hatte sich auch mit Leib und Seele für sie beworben, doch leider hatte es nicht sein sollen. Die nun ehemalige Besitzerin wollte die Stute in der Zucht sehen, nicht im Turnier- und Freizeitbereich. Man hatte Laurence wirklich angemerkt, dass er sehr enttäuscht über den Entschluss gewesen war. Nach der Entscheidung über den Verkauf sah man ihn ein paar Tage mit hängendem Kopf über den Hof schlurfen. Er hatte wirklich sein Herz an dieses Pferd verloren gehabt. Er war leider einfach nicht mehr der Jüngste und konnte sich auf jedes Pferd setzen, weshalb er mir Gangster und Lena auch zurückgegeben hatte. Alle Versuche ihm ein anderes Pferd der Ranch schmackhaft zu machen, waren gescheitert.
      “Laurence ich fahr gleich zum Flughafen und hole zwei neue Trainingspferde ab, hast du nicht Lust mitzukommen?”, fragte ich ihn während ich ein letztes Mal kontrollierte, ob der Pferdehänger auch richtig an meinem Truck angeschlossen war.
      “Nicht wirklich.”, meinte er und wandte sich um, um seinen Weg zu den Ställen fortzusetzen.
      Ich sah ihm nach, seufzte kurz und lief ihm ein paar Schritte hinterher. Als ich bei ihm angekommen war packte ich ihn kurz am Arm, so dass er sich zu mir umdrehen musste. “Es ist eins von Hunter Crowley, du weißt schon. Ein Suffolk Punch. Lorelei heißt die Stute. Und auch ein Mustang, Havanna Girl von Malte Tordenværson. Beziehungsweise weiß ich gar nicht wem die Stute genau gehört, aber Malte kümmert sich um das Pferd. Komm doch mit, ich könnte deine Hilfe gut gebrauchen.”, versicherte ich ihm und entlockte ihm doch ein kleines Lächeln.
      “Ein Suffolk Punch und ein Mustang? Das ist mal eine Kombination… Ich verteil noch schnell Kraftfutter im Stall dann bin ich fertig.”
      “Ich helf dir.” Gesagt getan. Zusammen mit dem älteren Mann verteilten wir das Kraftfutter an die Trainingspferde und hängten einen großen Zettel an unsere To-Do Wand, dass jemand in einer halben Stunde alle Tiere auf die Koppel bringen sollte. Ich hatte die beiden neuen Pferde eigentlich in eine der Paddockboxen nahe des Reitplatzes stellen wollen, aber entschied mich aufgrund der Kälte hier in Kanada doch dagegen, da die Beiden aus eher warmen Gegenden kamen. Im hinteren Bereich des Stalles waren immer ein paar Boxen zu solch einem Zweck leer, so dass die Pferde zumindest nachts im Warmen stehen konnten.
      Nach etwa einer Stunde waren wir am Flughafen und nahmen die Pferde in Empfang. Beide waren noch etwas benommen vom Flug, ließen sich aber ohne Probleme verladen. Die Mitarbeiter des Flughafens in Calgary kannten uns schon eine ganze Weile und waren mittlerweile fast immer zu einem kleinen Schwätzchen bereit.
      Auf der Ranch angekommen luden Laurence und ich die Pferde aus und brachten sie in ihre Boxen, damit sie Zeit hatten, anzukommen.
      Dann war es auch schon Zeit für das Mittagessen auf der Ranch. Octavia und Travis waren so lieb gewesen und hatten etwas vorbereitet für uns alle. Es war nicht immer leicht, so viele hungrige Mäuler zu stopfen und ich konnte O verstehen, dass sie nicht ständig in der Küche oder im Haus stehen wollte. Zum Glück bot sich Travis und auch Betsy immer wieder an, ihr unter die Arme zu greifen. “Wie wäre es denn mal mit einer Köchin? Oder einer Hilfe im Haushalt?”, fragte ich zwischen zwei Gabeln voller Nudeln.
      “Ist die dann nur für dein Haus hier zuständig oder für alle Häuser?”, fragte Bellamy lachend und kratzte sich kurz an seinem Wuschelkopf.
      “Du machst ja aber wohl den meisten Dreck- und räumst du auf? Nein.”, protestierte seine Schwester und funkelte ihn an.
      “Naja ich dachte daran, dass wir jemanden einstellen der hauptsächlich mittags für uns kocht. Die Häuser in Ordnung halten sollte bei so vielen Menschen ja doch irgendwie möglich sein.”, meinte ich und sah in die Runde. Es wurde zustimmend genickt, so dass ich dies in den nächsten Tagen in Angriff nehmen würde. Ich müsste eh die Tage nochmal in die Stadt neues Kraftfutter für die Pferde bestellen, so dass ich im Laden einen Aushang hinhängen konnte.
      Den Rest des Tages verbrachte ich mit meinen eigenen Pferden und sah immer mal wieder kurz bei den beiden Neuen vorbei. Havanna als auch Lorelei standen mittlerweile ruhig in der Box und fraßen ihr Heu. Etwas aufregend wurde es am Abend, als die anderen Pferde wieder in die Boxen zurückkamen, aber die Aufregung legte sich schnell. Am nächsten Tag würden wir mit dem Training anfangen, dann wäre auch Cayce wieder da, der einen kurzen Ausflug zu seiner Familie gemacht hatte.

      Am nächsten Morgen ging ich in den Stall und machte mich auf den Weg zu Loreleis Box, vor der Laurence stand und die Stute streichelte.
      “So ein liebes Pferd, mit der wirst du es wirklich einfach haben, glaube ich.”, meinte er und wollte wieder seiner Wege gehen.
      “Hast du nicht Lust mir beim Putzen grade zu helfen?”, fragte ich ihn und er nickte, halfterte die Stute auf und band sie im Gang an, um sie zu putzen. Währenddessen ging ich auf den Platz und baute den Parcours auf, dem Cayce und ich uns mit den Pferden in der nächsten Zeit widmen würden.
      Als ich zurück in den Stall kam, hatte Laurence die Stute auch schon fertig gesattelt. “Dich kann man wirklich etwas anstellen.”, lachte ich und nahm Lorelei dankend entgegen. Als ich gerade den Stall verließ, kam mir Cayce entgegen. “Na, auch wieder im Land?”, fragte ich ihn und er nickte, setzte dann jedoch seinen Weg zu Havanna Girl fort.
      Auf dem Platz angekommen gurtete ich nochmal nach und longierte sie zunächst ein paar Runden ab, ehe ich mich dann in den Sattel setzte. Lorelei war nicht wirklich größer als einige meiner Pferde, aber doch breiter und massiger. Mit ihr müsste ich viel Training zum Biegen machen, damit sie es in den höheren Klassen später leichter hatte. Das lag eben nicht so wirklich in ihrer Natur, sich so klein zusammenzufalten. Aber daran würden wir arbeiten, wir hatten ja schließlich nun vier Monate zusammen das Vergnügen. Nach ausgiebigem Aufwärmen und antesten der Hilfen wollte ich mich heute zunächst den Stangen widmen. Neben den vier Schrittstangen lagen auch zweimal zwei Trabstangen auf dem Boden. Ebenso eine Trabstange beim Slalom, welche wir wirklich gerade anreiten mussten, damit sie es leichter hatte, ihre Füße zu sortieren.
      Was ich allerdings bei der Stute sofort merkte, sie war wahnsinnig lieb. Sie hörte gut zu und versuchte die Anweisungen so gut sie konnte umzusetzen. Bevor ich die Stangen wirklich anritt, nutzte ich den Zwischenraum und lenkte sie einfach grade zwischen den Stangen hindurch. Sie war noch nicht lange eingeritten und ich wollte sie nicht direkt am ersten Tag überfordern. Die eigentliche Trabstange die einzeln lag, nutzte ich jetzt auch für den Schritt. Ich lenkte sie auf die Stange zu und gab ihr den Zügel nach, damit sie die Stange taxieren konnte. Ohne dranzukommen ging sie drüber hinweg. Nach einer kleinen Runde kamen wir von der anderen Seite zurück und gingen erneut drüber. Ich streichelte kurz lobend ihren Hals, bog sie auf einen Zirkel und ließ sie sich dann wieder strecken, um nun über die vier Schrittstangen zu reiten. Hier schaffte sie es über die ersten Beiden ohne Anschlagen, an die letzten Beiden kam sie jedoch heran. Das war kein Problem, ich wandte sie ab und ritt erneut auf die Stangen zu. Diesmal nahm ich die Zügel kurz vorher auf und trieb sie ein bisschen, um ihre Aufmerksamkeit auf die Stangen zu lenken, ihren Schritt aber ein wenig zu vergrößern. Beim ersten Versuch war sie etwas unsicher, beim Zweiten klappte es jedoch auf Anhieb, so dass ich sie unmittelbar hinter den Schrittstangen stehen ließ und sie lobte. Gleich wollte ich mich noch dem Viereck widmen. Dabei ging es mir noch gar nicht ums drehen, sondern nur ums Einreiten, punktgenaue Stehenbleiben und wieder ordentlich raus gehen.
      Ich nahm also die Zügel wieder auf und trieb sie an. Auf dem Weg zum Viereck baute ich immer wieder kleine Zirkel in unterschiedlichen Größen ein, damit sich sich nochmal biegen musste. Das Viereck bereitete ihr soweit keine Probleme, weshalb ich es für heute gut sein ließ, sie abritt und sie schließlich mit ihrer Decke auf die Koppel durfte.

      Cayce
      Havanna Girl war schon ein Fall für sich. Mustangs, auch wenn sie schon einige Zeit unter dem Sattel waren, blieben immer Wildpferde. So auch die Trainingsstute von Malte. Havanna wäre zum Beispiel kein Pferd für Caleb. Ihm fehlte manchmal die Geduld, wurde dann zu hart in den Hilfen. Vielen Pferden machte das nichts aus, aber schon beim Putzen und satteln der Stute merkte ich, dass man mit ihr ein bisschen aufpassen musste. Sie schien zwar ziemlich starke nerven zu haben, man merkte ihr aber deutlich an, dass sie vieles nur so über sich ergehen ließ. Einen riesen Vorteil hatte das Leben in der Wildnis für die Stute doch: sie war sehr trittsicher, was ich gleich unterm Sattel auch nochmal mitbekommen würde.
      Als ich mit der Stute auf den Platz ging, war Caleb gerade fertig. “Welche Übungen bist du als erstes angegangen?”
      “Stangen und das Viereck, aber noch keine Drehung, nur ein Gefühl für die Stangen bekommen.”, antwortete Caleb mir und warf mir die Longe rüber.
      Ich fing sie auf, nickte ihm kurz zu und sah zu Havanna, die nur kurz mit den Ohren gezuckt hatte. “Ich hatte dich mir wirklich anders vorgestellt, schreckhafter und nicht so ruhig.”, murmelte ich, machte die Zügel am Horn fest, ehe ich die Longe einklickte und sie von mir weg schickte. Ablongieren war bei dem Wetterumschwung bitter nötig. Havanna machte einen Satz von mir weg und trabte Runde um Runde. Ich machte mir gar nicht die Mühe sie zurück zu holen, sondern wartete, bis sie von selbst in den Schritt fallen wollte. Dann schnalzte ich und trieb sie weiter. Erst als sie wirklich ruhig trabte, gab ich das Kommando zum Schrittgehen und wechselte die Hand. Auch dort ließ ich sie im Schritt und Trab laufen, ehe ich sie zu mir nahm, nachgurtete und aufsaß. Ich ritt sie nicht mehr wirklich lange warm sondern widmete mich sofort den Stangen. Zunächst lenkte ich sie auf die einzelne Stange zu, die kein Problem darstellte. Auch waren die vier Schrittstangen nicht schwierig. Die Stute schien genau zu wissen, wo sie welchen Fuß abstellen konnte und wo sie aufpassen musste. Das hatte ich eben mit trittsicher gemeint gehabt. Da die Stangen im Schritt so gut klappten, widmete ich mich nun den Trabstangen, bei denen ich ein bisschen mehr nachhelfen musste, und dem Viereck. Bei uns ging es hier auch noch gar nicht ums Drehen, sondern nur ums korrekte Einreiten, Stoppen und wieder rausreiten. Wir brauchten einige Versuche bis Havanna wirklich auf mein Kommando stehen blieb, aber zum Schluss machte sie ihren Job wirklich gut. Ich testete noch kurz das Rückwärtsrichten an, lobte sie und ritt sie dann ab. Das reichte für heute.
      Die nächsten Tage war ich immer morgens auf dem Platz, Caleb erst nachmittags. Morgens war er immer mit den eigenen Reinern in der Halle und trainierte dort. Den guten Sand zum Stoppen hatten wir im Moment nur da. Das würde sich jedoch bald auch ändern.
      Ab und zu gesellte sich Bellamy oder auch Betsy zu mir. Sie nutzten die Chance eines aufgebauten Trailparcourses, um neben der normalen Arbeit immer mal wieder ein paar andere Übungen einzubringen.
      Mein Trainingspferd Havanna Girl entwickelte sich jedoch wirklich gut. Immer wieder hatte wir kleinere Diskussionen, wenn sie mir nicht ganz vertraute und die Übung nicht ausführen wollte. Zum Beispiel wollte sie einfach nicht über die Brücke gehen oder am Tor ruhig stehen bleiben. Die Brücke übten wir also jeden Tag immer mal wieder ein bisschen, Huf für Huf, bis sie schließlich doch drüber ging. Auch für das Tor hatte ich einen Trick. Ich ließ es einfach auf und ritt sie so lange im Kreis drum herum und hindurch, bis es ihr nichts mehr ausmachte, links, rechts, vorne oder hinten stehen zu bleiben und zu warten. Unser Rückwärtsrichten wurde auch immer besser. War es zunächst nur ein Schritt gewesen, den sie flüssig rückwärts gegangen war, so waren wir jetzt bei fünf. Bei ihrer Schrittlänge fehlten uns, um das Hinderniss abschließen zu können, noch zwei weitere. Da machte ich mir jedoch absolut keine Sorgen.
      Auch im Viereck machte sie sich immer besser. Ich war mir auch sicher, dass sich die Stute in der Reining auch wohlfühlen würde, denn sie drehte für den Anfang schon richtig gut.
      Heute wäre der erste Tag, an dem ich die komplette Pattern einmal durchgehen wollte mir der Stute. Ich ging also mit ihr auf den Platz, longierte sie kurz ab und setzte mich dann in den Sattel.
      Die Pattern begann bei der Brücke. Unsere Vorarbeit machte sich hier wirklich bezahlt. Es war gut gewesen diese Übung mit ihr Schritt für Schritt und ohne Stress anzugehen, denn ich wurde nun von ihr belohnt, indem sie ohne zu zögern rüber ging. Es folgten zwei Schrittstangen, bei der sie heute über die erste stolperte, weil sie ihre Ohren lieber bei dem zweiten Pferd auf dem Platz hatte, als bei mir. “Du musst schon aufpassen.”, murmelte ich und gab ihr zum Slalom etwas übertriebene Hilfen. Als sie die einzeln liegende Stange nicht anstieß, lockerte ich meine Hilfen wieder etwas und wandte sie im lockeren Trab nach rechts ab, wo erneut zwei Trabstangen vor uns lagen. Kurz vorher schnalzte ich einmal, damit sie ihre Trabschritte ein bisschen vergrößerte und besser über die Stangen kam. Kurz vor der Box parierte ich sie zum Schritt durch, ritt in die Box und hielt sie punktgenau an. Ich strich ihr einmal kurz über den Hals, ehe ich die Hilfen zum ‘Spin’ gab und wir uns eine ganze Runde nach rechts drehten. Wir gingen aus der Box, drehten eine kurze Runde um die Pylone, ritten erneut in die Box ein und aus und befanden uns jetzt auf einer Geraden zum Stangen U. Kurz vor der Abgrenzung hielt ich die Stute an und begann sie rückwärts zu richten. Eins.. zwei.. drei.. vier.. fünf.. sechs… und sieben. Wir hatten es geschafft! Es folgte eine 90 Grad Drehung, die vier Schrittstangen und das Tor. Dann waren wir fertig. Für einen ersten Versuch alles miteinander zu reiten hatte sie ihren Job wirklich gut gemacht, so dass ich sie ausgiebig lobte und dann abritt.

      Caleb
      Die ersten Tage war ich mit Lorelei jeden Tag auf dem Platz und übte mit ihr. Ich stellte dabei schnell fest, dass sie beim Taxieren der Stangen immer mal wieder meine Hilfe brauchte, dann aber sehr schnell selbst versuchte, alles richtig zu machen. Zwischenzeitlich kam es mal vor, dass ich sie erst später abends oder auch mal einen Tag gar nicht reiten konnte. Nach Absprache mit Hunter hatte er uns erlaubt, dass Laurence die Stute auch trainieren durfte, was ihn natürlich riesig freute. So konnte ich guten Gewissens auch mal einen Tag ausfallen lassen, ohne dass die Stute zu viel stand. Laurence leistete wirklich ganze Arbeit mit dem Fuchs. In einer Ecke des Platzes hatte er vor ein paar Tagen verschiedene Stangenkombinationen aufgebaut und war mit ihr immer mal wieder an der Hand und auch unter dem Sattel drüber gegangen, so dass sie sich immer wieder auf neue Abstände und Formen einstellen musste. Und es half ihr wirklich, denn sie wurde von Tag zu Tag besser. Wenn Laurence sie nicht mit den Stangen herausforderte, kümmerte ich mich um die restlichen Übungen der Walk - Trot Pattern, die wir für ihre Leistungsklasse ausgesucht hatten. Die Brücke war auch ihr zunächst ein wenig suspekt gewesen, doch ich ließ ihr gar keine Zeit lange über eine Reaktion nachzudenken, sondern trieb sie einfach selbstsicher weiter vorwärts, so dass sie ohne weiter zu zögern über die Brücke drüber ging. Der Slalom stellte für sie kein wirkliches Problem dar, auch wenn ich die Abstände der Pylonen extra immer mal wieder weiter auseinander oder enger zusammen stellte, damit sie nicht einfach lief, sondern auf meine Hilfen achtete und sich wirklich dann bog, wenn das Kommando von oben kam. Das Tor und auch das Rückwärtsrichten waren für Lorelei nach ein paar Wiederholungen nicht mehr schwierig. Als ich mich beim Tor zum ersten Mal rüber lehnte, um es aufzumachen, hatte sie ihren Kopf zu mir nach hinten gestreckt und mich angeschaut nach dem Motto: ‘Was machst du da?’
      Nun fehlte uns nur noch die Box… ja.. die Box. Ich hatte sie mir mit ihr viel schwieriger vorgestellt. Aber Lorelei schaffte es nun punktgenau stehen zu bleiben. Das Drehen fiel ihr zunächst leichter als ich gedacht hatte, würde ihr aber in den nächsten Stufen zum Verhängnis werden. Nunja, zum Verhängnis vielleicht nicht, aber an der Übung würden wir uns die Zähne ausbeißen. Es würde schwierig und anstrengend werden, aber bei Weitem nicht unmöglich.
      Nachdem ich mit Lorelei die Pattern einmal durchgegangen war ließ ich es gut sein für heute. Die nächsten zwei Tage hatte sie Pause und dann würde ich die Pattern noch einmal durchgehen. Direkt danach fing schon das Training für die LK 3 und der Umstieg auf einhändiges Reiten an, also hatte sie und auch Havanna sich eine kurze Pause verdient.
    • Veija

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      Lorelei Trail LK 4 - LK 3, Havanna Girl Trail LK 4 - LK 3
      11.03.2020

      Caleb
      Ich lag noch immer in meinem Bett und starrte die Decke an. Auf dem Hof herrschte schon buntes Treiben, jeder- naja fast jeder, ging seiner morgendlichen Aufgabe nach. Betsy war in der Schule, wo sich die anderen Kinder herumtrieben wusste ich nicht. Louis und Ylvi ging ich noch immer so gut es ging aus dem Weg, auch wenn mein Verhalten vielleicht mehr als kindisch war.
      Aber war es das wirklich? Oder war ich vielleicht noch immer nicht darüber hinweg, dass die Beiden verheiratet waren? Mein Seufzer verschwand in einem Gähnen und ich rappelte mich nun wirklich aus dem Bett auf. Ich sprang unter die Dusche, zog mich warm an und ging nach unten, wo bereits jemand Kaffee gekocht hatte. Aus dem Schrank nahm ich mir meine Tasse und füllte mir den Kaffee hinein, ehe ich mich an den Tisch setzte und meinen Hut wieder vom Kopf nahm. Kurz fuhr ich mir durch die Haare, ehe ich wieder aufsah und in das fragende Gesicht von Murphy schaute. “Was??”, fragte ich ihn unwirsch und griff nach der Milch, wovon ich mir, überschwänglich wie ich sie gegriffen hatte, nun fluchend viel zu viel in die Tasse schüttete.
      Mein Gegenüber kratzte sich kurz am Kopf, wollte gar nicht richtig mit der Sprache rausrücken. Stattdessen nahm auch er sich eine Tasse Kaffee, schenkte sich Milch ein und setzte sich zu mir an den Tisch. “Ich wollte mal fragen.. jetzt wo ich schon so lange hier bin… ob du mir nicht vielleicht Reitstunden geben kannst. Richtige… Reitstunden. Nicht das, was du bei dem Ausritt mit mir gemacht hast. Das war Folter.”
      “Folter?”, ich lachte kurz auf. “Folter war, dass du ständig deinen Hut verloren hast! Der muss auf einem Kopf wie angewachsen sitzen. Mir ist bis heute noch immer unbeschreiblich, wie du es geschafft hast den andauernd zu verlieren.”
      “Caleb es geht jetzt nicht um meinen Hut. Ich frage dich, ob du mir Reitstunden geben kannst.”, presste er zwischen zusammengebissenen Zähnen heraus und schaute mich unsicher an.
      “Ja, kann ich. Gerne sogar. Wie lange bist du schon hier dabei? 4 Jahre? 5 Jahre? Ich gebe dir auf jeden Fall Reitstunden. Heute Morgen bin ich verplant, heute Mittag steht das Training mit Lorelei an. Aber danach hab ich Zeit. Nimmst du dir Sue?”
      “Ja. Sue würde ich gerne wieder reiten. Muss ich das mit Betsy absprechen?”
      Ein Kopfschütteln meinerseits signalisierte ihm, dass er das nicht mit ihr absprechen musste. “Hmmm”, überlegte ich. “Es ist vielleicht doch besser wenn wir Blue nehmen. Sue bekommt bald ihr Fohlen, hab das voll verdrängt”, erklärte ich ihm und er nickte.
      “Dann bis heute Mittag”, meinte er fröhlich, setzte ein Lächeln auf und verschwand aus der Küche. Wurde auch Zeit, dass er reiten lernte…
      Am Nachmittag machte ich mir Lorelei fertig. Sie hatte sich wirklich gut auf der Ranch eingelebt und brummelte mir ab und zu leicht entgegen, wenn sie mich kommen sah. Wem sie allerdings jedes, wirklich jedes Mal zu brummelte, das war Laurence. Die Beiden hatten sich wahnsinnig schnell angefreundet und ich konnte Laurence jedes Mal ein Lächeln aufs Gesicht zaubern, wenn er sich mit der Stute beschäftigen durfte.
      Aber auch Cayce und Havanna Girl freundeten sich immer mehr an und wurden zusammen immer besser. Es wurde immer deutlicher, dass die Stute Nerven aus Stahl hatte und genau wusste, wo sie welchen Huf hinsetzen konnte.
      Von der LK 4 zur LK 3 würden beide Pferde einen kleinen Sprung machen müssen. Bewusst hatten wir im letzten Monat eine sehr leichte Pattern trainiert, um die Pferde an uns und die neue Umgebung zu gewöhnen und nicht sofort zu überfordern. Jetzt, nachdem sich die Pferde eingelebt hatten, würde es richtig losgehen. Nicht nur, dass nun auch die Galopparbeit dazu kam, auch würden beide Pferde langsam auf Kandare umgestellt, denn in der LK 3 wurde damit geritten, nicht mehr mit Wassertrense. Ich ging davon aus, dass ich vor allem Lorelei zu Beginn vermehrt trotz Kandare beidhändig reiten musste, einfach weil sie bei den Stangen noch mehr Übung brauchte. Bei Havanna Girl war ich mir da gar nicht so sicher, aber Cayce hatte das Training der Stute voll im Griff.

      Cayce
      Ich hatte eigentlich erwartet, dass Caleb vor mir auf dem Platz sein würde. Allerdings fand ich diesen leer vor und freute mich ein kleines bisschen, mit Havanna vor ihm trainieren zu können. Viele Elemente der neuen Pattern waren genau so wie bei der letzten. Einige Dinge hatten sich jedoch auch verändert. So mussten wir in der Box nicht mehr drehen, fanden aber ein Stangen L vor uns und hatten eine kurze Galoppade eingebaut. Nach dem ausgiebigen Aufwärmen knöpfte ich mir zunächst die Stangen in den verschiedenen Gangarten vor. Zu erst begann ich mit den Schrittstangen, die für Havanna kein Problem darstellten. Auch bei den Trabstangen schlug sie sich gut. Man merkte ihr an, dass sie diese Übungen noch kannte und genau wusste, was sie machen musste.
      Die vier Galoppstangen waren ihr allerdings völlig fremd, was man ihr auch anmerkte. Ich stellte sie nach rechts, gab die Hilfen zum Galopp aber sie sprang nicht an. Ich drehte sie sofort um, ging zurück zum Anfangspunkt und versuchte es erneut. Wieder nichts, doch ich hatte meinen Fehler gefunden. Ich war zu weit nach vorne geritten und hatte sie in der Biegung anspringen lassen wollen, womit sie ziemliche Probleme hatte. Ich ritt also nochmals zurück, startete weiter vorne und gab ihr die Hilfen noch auf der Geraden, ehe es in die Biegung gin. Siehe da, sie sprang schön sauber an und hielt auch gut durch, bis ich sie wieder zum Trab durchparierte und durch die Box ritt. Nun wusste ich aber, woran ich in den nächsten Tagen vermehrt arbeiten wollte: das Anspringen in den Galopp auf gebogener Linie.

      Caleb
      Auch Lorelei merkte man an, dass sie viele der Elemente noch vom Training vor ein paar Wochen kannte. Die Brücke und die darauffolgenden Schritt und Trabstangen waren für sie kein Problem: vorausgesetzt ich gab ihr die nötige Hilfe und ließ sie nicht alleine. Man merkte ich zwar wirklich an, dass sie sich bemühte, alles richtig zu machen, aber sie schaffte es einfach nicht richtig. Doch dafür war ich da. Ich war mir ziemlich sicher, dass sie in ein paar Wochen nicht mehr oder gar keine Hilfe mehr brauchte und es alleine schaffte, den richtigen Abstand zu den Stangen zu finden. Auch wenn wir es im Moment noch nicht wirklich brauchten, arbeitete ich mit der Fuchsstute viel an der Versammlung. Ich nahm sie in allen Gangarten immer wieder für kurze Zeit auf, so dass sie sich wortwörtlich zusammenklappen und auf die Hinterhand setzen musste. Denn wenn ich nicht jetzt schon mit diesem Training anfing, würde sie die LK1 nicht schaffen. Dort lagen die Stangen sehr eng, es gab viele kleine Wendungen und Drehungen und da musste Lorelei verstehen, was ich von ihr wollte.
      Lorelei zeigte sich stets bemüht, und das absolut nicht negativ behaftet, wie man bei der Aussage “stets bemüht” denken könnte. Manchmal war sie noch verbissener als ich, wollte eine Übung unbedingt richtig erledigen und dafür Lob bekommen. Das waren jedoch die Tage, an denen ich nach einem kleinen positiven Ergebnis aufhörte und Laurence sie für den nächsten Tag überließ. Lorelei tat es gut, von verschiedenen Menschen geritten zu werden. Bei Laurence blühte sie immer noch mehr auf, strengte sich noch mehr an.

      Heute war einer dieser Tage, an denen Laurence und Cayce mit den Pferden zusammen auf dem Platz waren. Beide Pferde waren warm geritten und ich konnte mal von außen drauf schauen und noch Verbesserungsvorschläge einbringen. Von der Bande aus sah man häufig noch mehr, als wenn man selbst im Sattel saß.
      “Cayce starte einfach mal die Pattern”, rief ich zu dem jungen Mann rüber und wies Laurence nebenbei an, aus dem Parcours heraus zu bleiben, damit Havanna sich wirklich konzentrieren konnte.
      Cayce startete an der Brücke, ging dann auf die Schrittstangen zu und trabte den Mustang vor dem Slalom an. In der Gasse hätte Cayce eigentlich auf der rechten Hand angaloppieren müssen, doch ich hörte nur ein Fluchen von ihm. Er wandte ab, ging zurück zum Slalom und startete erneut. “Versuch sie sofort wenn du in der Gasse bist anzugaloppieren. Da bist du gezwungen sie gerade zu reiten, du kannst ja nicht über die Stange wegbrechen”, erklärte ich ihm und sah ihm dabei zu, wie er sofort die Hilfe zum Galopp gab und Havanna nun auch schön ansprang. Das war wirklich tricky und auch ärgerlich, denn in Cayces Kopf war das Anspringen schon so festgefahren, dass es gar nicht der Fehler der Stute war, sondern jedes Mal sein eigener. Ich würde ihm später auf der anderen Hälfte des Platzes ein paar Gassen aufbauen, bei denen er einfach das Anspringen üben konnte.
      Die Galoppstangen und auch die Box waren kein Problem für Havanna und Cayce. Das Stangen L erforderte mehr präzision, denn nun mussten sie sich zwischen den Stangen um 180 Grad drehen und hatten nach hinten nicht mehr so viel Luft. Auch am Tor mussten die Beiden noch ein bisschen arbeiten. “Im Großen und Ganzen sieht das echt gut aus. Top, macht weiter so!”, rief ich ihnen zu und nickte dann Laurence zu, der mit Lorelei zum Start ging.
      Die Brücke am Start absolvierten sie sauber, bei den darauffolgenden Schrittstangen hatte Laurence kurz nicht Acht gegeben und Lorelei einfach drüber gehen lassen, ohne ihre Schrittlänge anzupassen. Damit das Ganze nicht noch einmal passierte, nahm Laurence die Zügel einen ticken kürzer, so hatte er es einfacher auf die Stute einzuwirken. Der Slalom klappte, auch galoppierte Lorelei sauber an. In der Kurve vorm Viereck parierte Laurence die Stute zum Trab durch, kam schon gebremst in die Box rein und Lorelei hielt instinktiv an. Ich schüttelte kurz lachend den Kopf. “Na siehst du wie das schon drin ist. Die muss ich auf jeden Fall einen ticken früher durchparieren und dann durch die Box treiben, sonst bleibt sie stehen.”
      Das Stangen L klappte leider auch nur eher mühsam, aber daran würden wir noch arbeiten. Dafür waren die anderen Schrittstangen und das Tor kein Problem.
      Nach Laurence ritt setzte ich mich mit Cayce und ihm zusammen und wir besprachen, woran auf jeden Fall noch trainiert werden musste, bevor die Pferde auf Kandare umgestellt wurden.

      Zwei Wochen später stand Laurence am Zaun und beobachtete Cayce und mich beim Training. Wir hatten fleißig trainiert und auch seit drei Tagen auf beiden Pferden die Kandaren, auch wenn wir sie noch sehr viel zweihändig ritten. Für die LK 3 reichte es jedoch auf jeden Fall, auch wenn uns noch viel Training bevorstand.
    • adoptedfox
      02. April 2020 | Pflegebericht für Lorelei, It's me, Amira und Maleficent | 1759 Zeichen
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      Ein neuer Morgen brach an. Ich wand mich aus den warmen Decken meines Bettes und schaltete den Wecker ab, der mich mit seinen schrillen Glockenschlägen geweckt hatte. Seufzend stand ich auf und trat ans Fenster. Eine dichte Nebeldecke hing auf dem Gut und es schien, als versuche sie es zu schützen. Ich lächelte sanft und ging ins Badezimmer um mich für den Tag fertig zu machen.
      Nachdem ich den letzten Schluck meines allmorgendlichen Kaffees getrunken hatte, zog ich meine Jacke an und lief über den Hof zum Stallgebäude. Ich öffnete das Schloss und noch bevor ich das massive Tor öffnen konnte, begann eines der Pferde mit dem Huf gegen die Boxentür zu klopfen. “Einen Moment noch!” rief ich lachend und ging in die Sattelkammer um die Futtereimer für das Frühstück vorzubereiten. Ich genoss die Ruhe des Morgens und lauschte dem mahlenden Geräusch der Pferde, die ihr Müsli fraßen. Zwanzig Minuten später standen Lorelei, It's me, Amira und Maleficent mit gesenkten Köpfen auf der Weide. Das Leben auf dem Gut machte mich glücklich, auch wenn ich nur wenig Zeit hier verbrachte. Hunter Crowley ermöglichte mir die praktischen Einheiten meines dualen Studiums auf seinem Gut zu absolvieren und ich war mehr als dankbar einen Chef wie ihn zu haben. Nach dem ausmisten der Boxen kehrte ich die Stallgasse und machte mich daran die Heunetze der Pferde zu befüllen. Bis die Glocken der nahegelegenen Kapelle zur Mittagszeit schlugen hatten die Pferde frei und da ich alle anderen Arbeiten bereits am Vortag erledigt hatte, nutzte ich die Zeit um die Spinde der drei Stuten aufzuräumen. Später würde ich zusammen mit Hunter die Pferde trainieren und vielleicht erlaubte er mir, mit der gutmütigen Suffolk Punch Stute Lorelei eine Runde ins Gelände zu gehen.
    • Veija
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      Lorelei Trail LK 3 - LK 2, Havanna Girl LK 3 - LK 2, Miss Roxana Trail LK 4 - LK 3
      30.04.2020

      Cayce
      (vor dem HMJ)
      Ich klatschte lachend in die Hände, als ich Murphy reitend auf dem Platz sah. In der Mitte stand Caleb und zog sich seinen Hut vom Kopf, nur um diesen in seine Hände zu legen. Er sah etwas verzweifelt aus. Aber er hatte Murphy ja versprochen, ihm das Reiten beizubringen.
      Im letzten Monat war dies aus Zeitgründen nicht möglich gewesen, weshalb er das diesen Monat wohl angehen würde. Ich freute mich für ihn, wirklich. Es wurde Zeit, dass er reiten lernte. Aber der Hauptgrund war wohl, weil er Octavia damit beeindrucken wollte. O konnte mittlerweile schon so gut reiten und hatte auch einige gute Pferde die sie selbst trainierte. Wie ein Schatten war es jedoch Travis, der sie auf Schritt und Tritt verfolgte.
      “Kann ich nebenbei den neuen Parcours aufbauen?”, rief ich Caleb rüber und vernahm ein Nicken, ehe er sich seinen Hut wieder auf den Kopf setzte und zu Murphy rüber ging. Dieser klopfte den Hals des Pferdes, stieg ab und ging in Richtung Stall.
      “Ich helf dir schnell. Hast du den Plan im Kopf?”, fragte mich Caleb und ich nickte.
      Zusammen bauten wir die Pattern auf. Sie war komplett anders, als die des letzten Monats. Wurden die Hindernisse bei der LK 3 noch fast alle gerade angetsteuert, wurde nun beinahe alles schräg oder aus der Biegung heraus angeritten. Vor allem für Havanna würde es jetzt schwer werden, aber ich war dran. Wir übten fleißig das Angaloppieren aus der Biegung heraus. Auch das Antraben oder durchparieren auf gebogener Linie machte uns nicht mehr so viel aus, wie noch am Anfang des Trainings. Caleb und Lorelei sah man fast täglich an der Versammlung arbeiten. Lorelei schaffte es sogar schon halbwegs auf der Hinterhand stehen zu bleiben und sich zu drehen. Kein Vergleich mit einem Spin, aber das musste sie ja auch nicht können.
      “Ich muss gleich nochmal in die Stadt, du hast den Platz mit Havanna Girl also erstmal für dich alleine”, erklärte Caleb mir und legte die letzte Stange auf den Boden. “Das hier wird anstrengend”, meinte er und wischte sich einmal über die Stirn. “Ich weiß, warum ich lieber Reining reite. Da braucht man nichts herum zu schleppen”, lachte er und verließ dann den Platz.
      Ich ging zum Stall und machte mir die Mustangstute fertig, ehe ich mit ihr auf den Platz ging, nachgurtete und mich dann in den Sattel setzte. Man sah ihr an, dass sie nun jeden Tag im Training war. Sie hatte einiges an Muskeln zugelegt und war ein bisschen ausgeglichener geworden. Ich musste sie nicht mehr jedes Mal ablongieren sondern konnte mich gleich raufsetzen. Während des Warmreitens machte ich mir den Spaß und zählte die Stangen. 32. War es da überhaupt möglich, keinen Beinsalat zu bekommen? Wir würden sehen.
      Unsere Übung starteten wir mit der Brücke, die Havanna mittlerweile sehr vertraut war und vor der sie keine Angst mehr hatte. Es folgte eine Trabstange und ein kurzer, aber breiter Slalom, wieder zwei Trabstangen und ein punktgenaues Anhalten in der Box. Soweit erstmal, das war Bestandteil unseres Trainings am heutigen Tag. Dazu kamen noch ein paar Stangenkombinationen und das Anreiten und Wechseln der Gangart auf gebogener Linie.
      Ich ritt die Stute gerade ab, da fuhr Bellamy mit dem Pferdehänger auf den Hof. “Hey Caleb!”, rief ich meinem Chef zu, der gerade mit Lorelei auf den Platz kam. “Erwarten wir ein neues Pferd?”
      “Ja. Miss Roxana von Stefanie Westside. Sie wohnt eh in Kanada und ich empfand es für besser, wenn sie hier her kommt. Dann müssen wir nicht immer hin und her fahren, das dauert ja auch… Wenn du magst kannst du sie diesen Monat machen. Ist eine Miss Independent Tochter. Sogar die Zwillingsschwester von Homy. Eine ganz liebe.”
      Ich starrte ihn an. “Ich wusste gar nicht, dass Homy eine Schwester hat- und schon gar nicht von einer Zwillingsschwester. Dann mache ich sie. Bin gespannt ob man Homy und sie vergleichen kann!”
      Während Caleb Lorelei warm ritt, kümmerte ich mich um das Ausladen der Rappstute Miss Roxana. Ein schönes Tier. Körperlich sah sie Homy wirklich sehr ähnlich, schien Fremden gegenüber jedoch ziemlich reserviert oder schüchtern zu sein. “Alles gut, Maus. Du hast jetzt erstmal ein paar Tage Zeit, dich einzuleben”, erklärte ich ihr und ging dann wieder zum Platz, wo ich Caleb zuschaute.
      Lorelei musste schon ganz schön schuften. Sie Stute hatte mit Caleb einen Glückstreffer gelandet. Er wusste genau, was er der Stute abverlangen konnte und wann es besser war, aufzuhören. Es dauerte nicht lange, da kam Lorelei ganz schön ins schwitzen.
      Auch Laurence gesellte sich zu mir an den Zaun, der die Stute von Hunter sowieso über alles liebte. “Die macht sich toll, oder?”, fragte er mich begeistert und bekam von mir eine Antwort, mit der er wohl nicht gerechnet hatte: “Ja. Aber hast du mal Havanna Girl gesehen? Mit ihr mache ich auch richtige Fortschritte!”
      “Da muss ich gestehen nein. Die hab ich noch nicht wirklich zu sehen bekommen.”
      “Solltest du mal, lohnt sich.”, lachte ich und schaute wieder zu Caleb, der aus dem Stangen L gerade auf der rechten Hand angaloppierte, zwei Stangen schräg überritt, auf das offene Viereck zusteuerte und schließlich die letzte gebogene Stange anvisierte, um die Stute aus dem Galopp anzuhalten. Das kam der Stute wohl zu überraschend, denn sie blieb erst zwei Pferdelängen hinter dem Hütchen stehen. Ich lachte, Laurence stieg reserviert in mein Lachen ein: “So eine Masse braucht ein bisschen länger zum stehenbleiben.”
      “Haha, wie witzig”, erwiderte Caleb trocken und lobte die Stute, indem er ihren Hals streichelte. “Es wird.”
      “Caleb wenn du da fertig bist komm mal rein, eine E-Mail mit dem Horse Makeover. Du sollst so schnell es geht nach Schweden.”

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Laurence
      (während des HMJ’s)
      Caleb war vor ein paar Tagen zusammen mit Tschetan nach Schweden abgereist, so dass ich erneut das Vergnügen hatte, Lorelei von Hunter zu reiten. Ich freute mich wahnsinnig darüber- und auch Lorelei schien sich zu freuen, denn bei mir musste sie nicht so wahnsinnig hart arbeiten. Caleb würde bei seiner Rückkehr dafür mit mir schimpfen, aber er würde sehen, dass ich den Trainingsstand der Stute dennoch gehalten hatte.
      Wir fingen heute nach dem Aufwärmen wieder kurz mit den einfachen Stangenkombinationen an. Ein bisschen Schritt, ein bisschen Trab und viele Galoppeinsprünge. Mir war es wichtig, dass sie punktgenau ansprang und punktgenau durchparierte, wenn ich das von ihr verlangte. So etwas wie vor ein paar Tagen, dass sie einfach am Hütchen vorbei lief, durfte in einer Prüfung nicht passieren. Die Aussage, dass so eine Masse länger brauchte zum stehen bleiben, war natürlich nicht wahr- und genau das wollte ich den anderen Trainern beweisen.
      Dadurch, dass Lorelei charakterlich eh schon ziemlich gutmütig und lernwillig war, bekam ich sie mit einiger Übung dazu, langsamer und schön gleichmäßig zu galoppieren. Nun fiel ihr das Stehenbleiben aus dem Galopp auch wesentlich leichter, da sie nicht zu schnell unterwegs war. Sie nahm schön Last auf der Hinterhand auf und stemmte die Vorderbeine in den Boden, so dass wir schon beim zweiten Versuch neben der Pylone zum Halten kamen.

      Cayce
      Ich fing heute wieder mit Havanna Girl an. Murphy war so lieb gewesen und hatte sie mir schon gesattelt. Auch Miss Roxana würde er mir nachher vorbereiten, so dass ich später nur schnell die Pferde tauschen musste.
      Ich merkte Havanna sofort beim Aufsteigen an, dass sie heute wohl keinen guten Tag hatte. Kaum saß ich auf ihrem Rücken, flogen die Ohren zurück und sie warf den Kopf hoch. “Hey Mädchen, was hast du denn heute?”, fragte ich sie ungläubig und streichelte ihren Hals. Wir hatten die letzten Tage hart trainiert, vielleicht hatte sie auch ein wenig Muskelkater.
      Deshalb entschied ich mich dazu, die Stangen weg zu lassen und lediglich die Brücke, das Drehen und das Rückwärtsrichten anzugehen.
      Nach ausgiebigem Aufwärmen und dehnen der Stute wirkte sie gleich viel entspannter, dennoch blieb ich bei meinem Plan. Die Brücke bereitete ihr absolut keine Probleme mehr, sie ging langsam, aber flüssig hinüber und schaute nicht, wie zu Beginn, in der Gegend herum, sondern fokussierte ihren Blick nach vorne, um genauso flüssig von der Brücke hinunter zu gehen, wie sie hinaufging. Wir übten ein wenig die Turns und widmeten uns dann dem Rückwärts im großen Stangen L, aus dem ich sie auch ein paar Mal kurz angaloppieren ließ.
      Heute ging es auch Miss Roxana an den Kragen. Ich tauschte die Pferde im Stall und begab mich auf den kleinen Reitplatz, da der große ja mit den Hindernissen für die LK 2 belegt war.
      Ich führte Roxana ein paar Runden im Schritt. Dabei ging ich immer wieder um die Hindernisse herum. Schließlich saß ich auf. Caleb hatte mir die Pattern der letzten LK geschickt, so dass ich die Stute erneut an dieser trainieren konnte, nur dass ich die Abstände geringer gestaltete. Zwischen der Box und dem Tor lagen vier Schrittstangen, deren Abstände schon ordentlich gering waren. Ich ritt Roxana einfach darauf zu und wollte sehen, wie sie reagierte. Die fremde Umgebung und der fremde Reiter, auf den sie noch immer recht schüchtern reagierte, machten ihr wohl einen Strich durch die Rechnung. Es glongte. Nicht nur einmal, sondern gleich viermal. “Das geht so nicht..”, tadelte ich die Stute und setzte erneut an. Aus dem Augenwinkel sah ich Octavia am Zaun stehen. “Legst du nochmal richtig hin bitte?”, rief ich ihr zu und deutete auf die Schrittstangen.
      Wenige Augenblicke später steuerte ich erneut darauf zu, nahm die Stute vorher an und hielt sie so gut es ging zusammen. Diesmal konzentrierte sie sich wirklich auf den Weg nach vorne und schaffte es, nur bei der Letzten anzuschlagen. Wir wiederholten die Übung ein paar Mal, ehe ich sie vorne locker lassen konnte und sie von selbst die Hufe hob. Sie hatte wohl nur etwas Anlauf gebraucht.
      Das Tor und auch die Box schienen für die Stute kein Problem. Da hatte Caleb schon einiges an Vorarbeit geleistet gehabt. Die Plane, die als Vorübung zur Brücke gedient hatte, mussten wir später auf dem großen Reitplatz üben, denn dort war sie ja eh aufgebaut. Es wäre überflüssige Arbeit, sie auch hier hinzustellen.
      Der Slalom, bei dem wir im Trab über drei Stangen gehen mussten, war auch keine große Herausforderung. Ebenso wenig wie die Galoppstangen. Das Stangen L war da schon schwieriger, obwohl es breiter gelegt war, als für die beiden Pferde in der höheren Klasse, Havanna Girl und Lorelei.
      Schließlich ritten wir rüber zum großen Platz, wo ich sie mit der Brücke bekannt machte. Wir schafften es nicht auf Anhieb drüber zu reiten, aber ich war mit zwei Schritten auf der Brücke für heute schon zufrieden.

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Laurence
      Zwei Wochen später war Caleb wieder da und wollte sich für eine letzte finale Runde auf alle Pferde draufsetzen, bevor wir offiziell sagen konnten, dass sie eine Leistungsklasse nach oben gestiegen waren.
      Er fing mit Havanna Girl an. Cayce hatte viel mit ihr gearbeitet und abgesehen von dem einen schlechten Tag, war sie wirklich gut zu reiten gewesen und hatte immer toll mitgemacht. Nachdem Cayce sie warm geritten hatte, nahm er Miss Roxana von Murphy ab und ritt sie warm.
      Caleb fing am Anfang der Pattern an, stieg über die Brücke, ritt im Trab den Slalom und kam in der Box zum Stehen. Nach einer 360 Grad Drehung ging es weiter zum Tor. Von diesem aus ging es im Galopp über Galoppstangen. Schließlich Trabstangen und zum Stehen im Stangen L. Rückwärts um die Kurve und aus dem Stand in den Galopp, über die restlichen 4 Stangen und schließlich das punktgenaue Anhalten an der letzten Pylone. “Die hat sich wirklich gemacht.”, sagte er zu Cayce und gab Murphy das Pferd, der die Stute absatteln ging.
      Nun folgte Lorelei, die ich bis dato noch warmgeritten hatte. Die aufmerksame Stute merkte sofort, wer dort wieder auf ihrem Rücken saß. Das einfache Leben war vorbei, denn Caleb forderte die Stute sofort. “Hier hast du aber ein bisschen geschludert, als ich weg war”, meinte er weniger begeistert zu mir und nahm die Stute wieder vermehrt an, damit sie sich versammelte und ihm nicht auseinanderklappte. Lorelei schnaubte, gab ihr Bestes und trat schön unter, sofern ihr stämmiger Körperbau dies zuließ.
      Auch mit ihr ritt Caleb die Pattern, die er eben mit Havanna Girl geritten war. Immer, wenn die Stute sofort auf die Hilfen ansprang oder durchparierte, lächelte ich in mich hinein. Das konnte sie jetzt, daran hatte ich lange geübt- und als Caleb aus dem Stangen L angaloppierte, den Bogen ritt und auf die Pylone zusteuerte, jubelte ich laut auf, als Lorelei genau dort zum Stehen kam, wo sie sollte. Caleb sah mich kurz verwirrt an, lächelte dann aber. “Jetzt weiß ich, was ihr die ganze Zeit getrieben habt, als ich weg war.”
      Auch mit Miss Roxana war der Cowboy zufrieden. Über die Brücke ging sie nun ohne zu zögern und auch die Schritt, Trab und Galoppstangen stellten für sie kein Problem mehr dar. Die Umstellung von der Wassertrense auf die Kandare, die bei der LK 3 üblich war, hatte sie nicht ganz so gut verkraftet. Cayce hatte viel Zeit damit verbracht, mit der zweiten Hand einzugreifen und ihr vermehrt Hilfestellungen zu geben. Auch heute musste Caleb einmal mit der rechten Hand in den rechten Zügel fassen, weil sie zuerst nicht verstand, wohin sie denn nun gehen sollte. Dies war allerdings nicht schlimm. Miss Roxana durfte noch ein paar Tage bleiben und so hatten wir noch genügend Zeit, ihr die Unterstützung zu gewährleisten, die sie brauchte.
    • Veija
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      Lorelei Trail LK 2 - LK 1, Havanna Girl Trail LK 2 - LK 1
      30.05.2020


      Caleb
      Mit einem lachenden und einem weinenden Auge stand ich im Eingang des kleinen Reitplatzes. Ich hatte Lorelei an der Hand, die ich nur noch ein paar Tage hier bei mir hatte, ehe sie wieder nach Hause fliegen würde. Dann waren vier Monate Training vorbei- und wie sie vorbei geflogen waren, wie im nu! Nicht immer hatte ich ausreichend Zeit für die Stute gehabt, das HMJ und ein Aufenthalt in Schweden waren mir dazwischen gekommen. Doch Laurence war immer eine würdige Vertretung für mich gewesen und hatte sich wirklich mit der Stute angefreundet, ihn würde es, so glaubte ich, am härtesten Treffen, dass wir sie nicht mehr jeden Tag um uns herum haben würden.
      Lorelei war die ganze Trainingszeit über gutmütig und arbeitswillig gewesen, auch wenn ich ihr manches Mal mehr abverlangte hatte, als sie mir geben konnte. Ihr fiel es mittlerweile, vor allem durch das viele Training, nicht mehr ganz so schwer, sich zusammen zu falten und wirklich versammelt zu gehen- das kam ihr bei den Stangen zugute, die jetzt wirklich eng lagen.
      Wir ritten die selbe Pattern wie für die LK 2, allerdings hatte ich die Abstände der Stangen und auch der Kombinationen verkleinert. “Komm Lorelei”, sagte ich zu der Stute und gemeinsam gingen wir auf den Platz, wo ich nach dem Nachgurten aufstieg und sie warm ritt. Schon jetzt achtete ich darauf, dass sie locker und gleichmäßig lief und sie auf meine Hilfen fein und sofort reagierte.
      Ich merkte jedoch schnell, dass heute absolut nicht ihr Tag war. Sie schlug an die Stangen an, trat aus dem Viereck raus und hatte ihre Gedanken irgendwie nicht an der richtigen Stelle. Die Übungen ließ ich nun also sein und ritt viele Lockerungs- aber auch Versammlungsübungen, ehe ich das Training für heute beendete. Manchmal hatten auch die Pferde einen schlechten Tag, da nutzte es nicht, sie durch die Aufgaben zu quälen. Morgen würden wir einen neuen Versuch starten.

      Cayce
      Auch Havanna Girl würde nicht mehr lange bei uns bleiben, so dass nun die letzten Tage des Trainings anbrachen. Die Stute hatte sich gut gemacht. Am Anfang war ich nicht so gut mit ihr klar gekommen, doch das Training hatte uns immer mehr zusammen geschweißt. Sogar so sehr, dass ich sie abkaufen würde, sollte sie zum Verkauf stehen. Neben Shorty wäre sie eine willkommene Abwechslung. Natürlich hoffte ich, dass sie nicht zum Verkauf stehen würde, denn nun war sie bestens für die kommende Turniersaison gewappnet und würde im Trail einige erste Plätze abräumen können. Ich hoffte inständig, in Zukunft einiges über die Stute zu lesen, was Turniere anging.
      Caleb verließ gerade etwas zerknirscht den Platz, als ich diesen mit der Stute betrat. “Keinen guten Tag gehabt heute?”
      “Nein, morgen wirds aber wieder besser.”
      Ich nickte, ging schließlich mit dem Grullo auf den Platz, gurtete nach und stieg auf. Ich ritt die Stute fast jeden Tag. Man merkte ihr deutlich an, dass sie viel ausgeglichener und auch ausgelasteter war. Nach gründlichem Aufwärmen wandte ich mich heute vermehrt der Galopparbeit zu. Dazu nutzte ich die Stangen. Es ging mir nicht wirklich darum, über die Stangen zu reiten. Vielmehr nutzte ich sie als Hilfen, damit ich neben, über oder sogar zwischen ihnen die Hilfen zum Galopp geben konnte. Ich wechselte oft die Hand, ließ sie auch mal nur ein paar Schritte richtig anspringen und galoppierte sie auch mal im Außengalopp an, damit sie wirklich genau auf meine Hilfen reagierte.
      Erst dann ging ich wieder an den Teil der Trailpattern ran, bei dem das Angaloppieren verlangt war. Dazu stellte ich mich am Tor auf. Ich arbeitete dieses nicht, stellte mich nur in ‘Fluchtrichtung’. Kurz stellte ich Havanna, ehe ich sie auf der linken Hand angaloppierte und wir in einem Kreis über die fünf Galoppstangen gingen. Vor den Trabstangen parierte ich sie zum Schritt durch und ging daran vorbei. Wir arbeiteten das Stangen L, galoppierten auf der rechten Hand an, über die Beiden Trabstangen, das offene Quadrat und schließlich die letzte Galoppstange auf gebogener Linie, ehe ich sie neben der Pylone stoppte. “Gooood girl!”, lobte ich die Stute und streichelte ihren Hals, ehe ich sie am langen Zügel im Schritt noch ein wenig abritt. Vor eineinhalb Monaten hätte sie mir die Stangen fast alle angehauen, aber heute war ich mächtig stolz auf Havanna!

      Caleb
      Am nächsten Tag war ich wieder voller Elan, auch Lorelei schien einen besseren Tag zu haben, denn sie wieherte mir laut zu, als sie mich zum Paddock kommen sah. Vielleicht war sie aber auch nur so froh mich zu sehen, weil ich ihr eine Möhre zusteckte.
      Das Putzen und Satteln ging wie immer schnell, so dass ich mich eine viertel Stunde später auf dem Platz befand. Nach dem Nachgurten stieg ich auf und ließ sie zunächst am langen Zügel ein wenig Schritt gehen. Dabei wechselte ich immer wieder nur mit Gewichts- und Beinhilfen die Richtung. Sie reagierte sehr weich und augenblicklich auf meine Hilfen- fühlte sich von oben also auch viel besser an, als noch am vorherigen Tag.
      Ein paar Runden später nahm ich die Zügel auf und achtete darauf, dass Lorelei versammelt blieb. Sie hatte wirklich an Muskeln zugelegt, besonders am Rücken und an der Hinterhand. Ihr fiel es zwar noch immer schwer, ihren Rücken und die Bauchmuskulatur so lange anzuspannen, aber es wurde immer besser und kein Vergleich zu unserem Anfang von vor vier Wochen!
      Lorlei schaffte es im heutigen Training, dank Laurence’ Einheiten im letzten Monat, punktegenau anzutraben und anzugaloppieren sowie durchzuparieren, gleich nachdem ich ihr die Hilfen dazu gegeben hatte.
      Am Trabdreieck verhaspelten wir uns ein wenig, was aber meine Schuld gewesen war, weil ich sie vorne nicht locker genug gelassen hatte.
      Nachdem wir nun die Kombinationen erneut durchritten hatten, ging es zum Quadrat und dem Tor, was auf das Quadrat folgte. Die Stangen lagen für die LK 1 ziemlich eng und wir hatten uns hier schon gefühlt Tag und Nacht abgemüht, waren aber immer wieder aus den Stangen rausgetreten. Heute wollte ich eine andere Vorgehensweise testen. Lorelei wusste, wie sie sich um 360 Grad zu drehen hatte. Sie kontrollierte ihre Füße und versuchte so wenig Platz wie möglich zu brauchen, schaffte es aber nicht im Viereck zu bleiben. Also ging ich wieder einen Schritt zurück, ging das Ganze nochmal Schritt für Schritt von vorne an.
      Dazu ritt ich die Stute auf das Viereck zu, hielt sie zunächst nicht an, sondern ritt einfach drüber hinweg. Das machte ich ein paar Mal, ehe ich sie immer mal wieder in der Mitte anhielt, vor den Stangen, über der Stangen und hinter den Stangen. Erst dann ritt ich sie bis in die Mitte und hielt sie an. Kurz lobte ich die Stute, bevor ich anfing ihr die Hilfen zum drehen zu geben. Nach einem Schritt machte ich Pause, wieder ein Schritt, erneut Pause. Nach einer Runde fing die nächste an: zwei Schritte, Pause, zwei Schritte, Pause. Nicht in jeder Trailpattern kam das Stangenviereck so klein vor, doch ich wollte, dass Lorelei das hinbekommen sollte. Also hieß es üben, üben, üben.
      Ein paar Tage später machte sich die Arbeit und mein ‘back to the roots’ denken bemerkbar. Wir schafften jetzt gemeinsam eine halbe bis dreiviertel Drehung, ohne über die Stangen zu treten. Schon besser, aber noch immer nicht das, was ich erreichen wollte. Wir kamen unserem Ziel allerdings näher.
      Die restliche Pattern bereitete der Fuchsstute keine Probleme, daran hatten wir lange genug mit Schweiß und Tränen gearbeitet.

      Cayce
      Havanna war ein Pferd, die wenn sie Vertrauen gefasst hatte, mit einem durch dick und dünn ging. Ich war froh, dass wir nach den vier Monaten des Trainings dieses Level erreicht hatten und merkte ihr immer wieder an, dass sie sich die größte Mühe gab.
      Heute war der letzte Tag des Trainings hier auf der Bow River Ranch, so dass ich noch einmal die Pattern von vorne bis hinten durchreiten wollte- natürlich unter den strengen Adleraugen von Caleb, der nach mir den Parcours mit Lorelei reiten würde.
      Ich startete an der Brücke, über die ich im gemütlichen Schritt drüber ging. Kurz danach trabte ich sie an und nahm sie sofort zurück, weil sie mir ein bisschen flott wurde, sonst würden wir die Stangen gleich nicht packen. “Ruhiger antraben”, kam es von Caleb vom Zaun. Innerlich nickte ich, merkte mir das für den späteren Galopp und den erneuten Trab.
      Eine Stange, ein kurzer Slalom, zwei Trabstangen und das Halten im Viereck. Die Grullostute setzte schön unter, stoppte toll und stand ruhig zwischen den Stangen. Ich gab ihr die Hilfen zur 360 Grad Rechtsdrehung, ehe wir in Richtung des Tors gingen. Davor hielt ich sie an, stellte sie parallel und öffnete das Tor mit einer Hand, ehe ich sie hindurch navigierte und das Tor wieder schloss. Sie reagierte wunderbar auf meinen äußeren Schenkel und die angenommenen Zügel, denn sie ging ein paar Schritte im Sidepass rüber zum Tor, damit ich es besser zubekam. “Zu weit weg”, kommentierte Caleb meine Korrektur.
      “Ich weiß”, antwortete ich ihm, ehe ich Havanna stellte und sie, möglichst ruhig, im Linksgalopp angaloppierte. Es folgte die runde Stangenkombinarion, die wir vor ein paar Tagen intensiv geübt hatten, ehe ich sie zurück in den Trab nahm. Es folgten ein halbes Dutzend Trabstangen, ehe wir uns im Stangen L wiederfanden. Dort richtete ich sie rückwärts um die Ecke, ehe es ums erneute Angaloppieren ging. Ich richtete mich auf, legte mein rechtes Bein an, das Linke ein wenig zurück und gab der Stute ein Küsschen. Sofort sprang sie auf der rechten Hand an, wir galoppierten über die beiden Stangen, durch das offene Viereck und schließlich über die schräg liegende Stange, ehe wir an der Pylone punktgenau anhielten.
      Ich legte die Zügel ums Horn und beugte mich nach vorne, um die Stute ausgiebig zu loben. “Hat die sich gemacht oder was!” Caleb lachte, strich Lorelei durch die Mähne und nickte. “Kann man wohl sagen.”

      Caleb
      “Du musst aber aufpassen, dass du beim Antraben und angaloppieren nicht zu hektisch wirst und beim Tor dass dein Pferd dir nicht zu weit wegläuft, das soll schön dran bleiben, damit du mit Leichtigkeit zumachen kannst”, sagte ich Cayce, der gerade den Platz verließ und zur Seite ging, so dass ich diesen mit der Fuchsstute betreten konnte. Laurence hatte sich zu uns gesellt, schaute ein wenig traurig zu uns rüber. “Willst du sie reiten?”, fragte ich ihn doch er verneinte zu meiner Verwunderung. “Aber wenn ich darf würde ich gleich eine kleine Runde ins Gelände mit ihr gehen, vielleicht kann Cayce mit Havanna dann mitkommen?”
      Ich musste nur kurz überlegen, ehe ich nickte. “Aber nur wenn wir das verdammte Viereck hinbekommen, wenn das heute nicht klappt lass ich sie nicht gehen, bis ich ihr das eingetrichtert habe wie es geht. Oder ich schneid ein Stück ab. Dann ist sie kürzer und kommt besser rum!” Cayce fing schallend an zu lachen, während Laurence die Kinnlade runterklappte. “Das war ein Scherz…”
      Mit Schwung stieg ich auf den Rücken der Stute auf, setzte mich richtig hin und trabte zur Brücke, vor der ich sie anhielt. Anfangs hatte ich wirklich Angst gehabt, sie würde dazwischen stecken bleiben- aber um einiges sportlicher war sie hier auf der Ranch ja geworden.
      Wir starteten also mit der Brücke. Als alle vier Hufe runter waren, gab ich ihr die Hilfen zum Trab, lenkte sie nach links über die Stange, dann wieder nach rechts zur ersten Pylone des Slaloms, ehe es scharf nach links ging, über zwei Trabstangen und schließlich in das Viereck. “Alles oder nichts”, sagte ich zu Lorelei, legte meine Beine an, nahm die Hand mit den Zügeln relativ hoch, damit sie den Rücken anspannte und vorne nachgab, ehe ich anfing die Hilfen zur 360 Grad Drehung zu machen.
      Lorelei drehte sich langsam… aber sauber! Wir hatten es geschafft! Zwar im Schneckentempo, aber wir hatten es geschafft! Ich lächelte umso mehr, als ich Laurence am Rande des Reitplatzes jubeln sah. Es folgte das Tor, bei dem ich um Cayce zu ärgern penibel darauf achtete, es korrekt zu reiten. Nun folgte der Galopp auf der linken Hand, den ich Lorelei in ihrem Tempo laufen ließ, ehe ich sie nach der runden Stangenkombination in den Trab zurücknahm und bei den Dreiecksstangen die Hand vorgab, damit mir nicht wieder der gleiche Fehler passierte, wie noch vor ein paar Tagen. Die nächste Station war das Stangen L. Rückwärts war heute nicht so wirklich unser Ding, dennoch ritt ich sie korrekt, wenn auch langsam, um die Ecke, bevor wir aus dem Stand angaloppierten und nach der schräg anzureitenden Stange an der Pylone stoppten. Ich betone: genau an der Pylone.
      Doll lobte ich die Stute und ritt zum Ausgang des Platzes. “Die hat sich einen Ausritt wirklich verdient. Havanna Girl auch. Top, bin stolz auf die Leistung der Pferde.”
      “Wenn sie denn nur hierbleiben dürfte”, fügte Laurence an und stieg auf, nachdem er die Steigbügel angepasst hatte.
      “Pferde kommen und gehen, Laurence, wir finden noch das passende Pferd für dich. Auch wenn es nicht Venetia und Lorelei sind.”
    • sadasha
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      Gut Schwarzfels
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      30. August 2020

      Die letzte Zeit wurde es ruhig um das Gut Schwarzfels. Maleficent wurde als erste Stute prämiert und It's me, Amira! würde nachziehen sobald die nächste Zuchtshow stattfinden würde. Es zog ein erster Hengst auf das Gestüt. Wellington war ein wunderbarer Ausgleich zu den Stuten und ich hatte nicht gewusst wie sehr ich es vermisst hatte einen Hengst zu halten, bis ich mich um Wellington kümmern musste. Es machte Spaß mit ihm zu arbeiten und zu versuchen ihm seine Flausen auszujagen. Er brachte Salz in die Suppe. Lorelei war ruhig wie eh und je und man merkte ihr an, dass sie immer gelassener und noch ruhiger wurde, als sie eh schon war. Sie erinnerte mich stets an die Zeit mit Käthe in England und ich überlegte ob ich ihren Gedanken vielleicht doch nochmal aufgreifen sollte eine zweite Suffolk Punch Stute zu erstehen und mit den beiden die Fuhrshows unsicher zu machen. Außerdem würden sie sich doch prima als Eventpferde eignen mit ihrem äußerst genügsamen Charakter. Doch ohne laufendes Geschäft würde ich diesen Gedanken wohl immer wieder streichen müssen. Es gab aktuell wichtigere Aufgaben in meinem Leben als neue Pferde aufzunehmen. Ich musste die Zucht ans Laufen bringen und Geld durch Turniere einspielen, denn sonst würde der Hof wohl bald vor die Hunde gehen. Schließlich hatte ich nicht nur die Pferde und Pitch, sondern auch zwei Angestellte, die ich durchfüttern musste. Die globale Pandemie machte uns das Leben schwer. Viele Turniere fanden gar nicht erst statt und Messen gab es erst recht nicht. Nun folgte auch noch eine zweite Infektionswelle. Ich würde mich weiterhin so weit es eben geht zurückziehen bis der Spuk vorüber ist.
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    Gut Schwarzfels
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    sadasha
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    2 Nov. 2019
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  • Lorelei
    ___________________________________________________
    Exterieur
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    Rasse Suffolk Punch
    Herkunft England
    Geschlecht Stute
    Alter 12. März 2012, 6 Jahre

    Stockmaß 166cm
    Fellfarbe Chestnut
    Abzeichen Stern
    vr [] | vl [] | hr [] | hl []


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    Interieur
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    gutmütig | arbeitswillig | menschenbezogen | gehorsam

    Sozialverhalten
    1 (schwierig) - 5 (unproblematisch)
    Herde [3] | Gegenüber Artgenossen [4] | Gegenüber Menschen [5]


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    Zucht- & Besitzinformationen
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    Gekört []
    Nachkommen
    Gencode eeAA

    Besitzer sadasha (Hunter Crowley)
    Vorbesitzer Elsaria (Juna Preske)
    Vorvorbesitzer adoptedfox (Käthe von Landsberg)
    VKR sadasha
    Ersteller sadasha


    ___________________________________________________
    Qualifikationen
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    Eignung Fahren | Dressur | Western
    Dressur E A L M S
    Springen E A L M S
    Military E A L M S

    Distanz E A L M S
    Rennen E A L M S

    Western E A L M S
    Fahren E A L M S

    ___________________________________________________
    Erfolge
    ‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾
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    435. Fahrturnier | 436. Fahrturnier | 438. Fahrturnier

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    433. Fahrturnier | 447. Fahrturnier | 534. Westernturnier

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    459. Fahrturnier | 463. Fahrturnier | 541. Westernturnier

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    543. Westernturnier | 544. Westernturnier | 467. Fahrturnier


    inoffiziell


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    Ausbildungsstand
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    Fohlen ABC [x] | Eingefahren [x] | Eingeritten [x] | Gelassenheit []
    Problemverhalten x

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    Gesundheit
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    ‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾
    Letzter Tierarztbesuch
    Letzter Hufschmiedbesuch

    Chronische Erkrankung
    Akute Erkrankung

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