Sammy

Little Miss Backyard

Englisches Vollblut | Stute | 19 Pkt | RE: M (2) | DR: S (4) | SPR: L (2) | MIL: L (2)

Little Miss Backyard
Sammy, 2 Mai 2019
Cooper, Sevannie und Ezi gefällt das.
    • Sammy
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      Berichte aus Missy's Zeit bei Sadasha auf Bear Brook ec
      16. Mai 2017 | von sadasha
      Widerwillig knurrend schaltete ich nach vier Snooze Durchgängen meinen Wecker aus und rappelte mich hoch. Gerade als ich mein Schlafzimmer verlassen wollte hämmerte es gegen die Türe: „Aufstehen, Frühstück wird kalt!“ rief meine Mutter und sah mich erschrocken an, als ich sofort die Tür öffnete und vor ihr stand. „Morgen.“ murrte ich und glitt an ihr vorbei ins Bad um mich fertig zu machen. Nach etwa einer halben Stunde hatte ich so viel Kaffee intus, dass ich voller Tatendrang war. Ein kurzer Blick auf den Arbeitsplan verriet mir, dass ich heute den Vormittag bei meinen Vollblütern verbringen würde. Gine hatte die Offenställe von Mr. Raw Depression, Ehrengold und CHH‘ Lamperd schon geöffnet, sodass die Hengste nach draußen gehen konnten. Die Stuten jedoch warteten noch ungeduldig darauf herausgelassen zu werden. Blütenzauber streckte ihren Kopf in die Stallgasse, als ich mit den passenden Halftern näher kam. Neben Blütenzauber, nahm ich auch Bear Totem’s Denali, LMR Lady Luna samt Little Miss Backyard, Scarlet in Birth samt Stars of Magic und Riven in a Dream samt Rouge Trap mit raus. Natürlich musste ich mehrmals laufen. Immer eine Stute links, eine rechts. Hatte die Stute ein Fohlen bei Fuß, so lief es ohne mein Zutun mit. Nachdem alle Stuten auf dr Weide standen kümmerte ich mich um die Youngsters. Golden Sugar und PFS Strolch standen zusammen mit Raving Hope Slayer auf der Bachelor Weide. CHH‘ Classic Spring hatte Gine gerade im Training. PFS‘ Savory Blossom war mit einem der Jockeys auf dem Weg zur Ovalbahn.

      „Jetzt sind es nur noch wir beide.“ sagte ich zu Moulan, während ich meiner Rappstute das Halfter überstreifte. Moulan ließ das bei mir mittlerweile ohne Angst zu. Auf der verlassenen Stallgasse machte ich sie fest und holte ihren Putzkoffer. Beim Putzen ließ ich mir ordentlich Zeit und untersuchte meine Stute auch auf Ungeziefer oder Schrammen. Moulan war im besten Zustand seit Langem. Wir hatten seit ein paar Tagen die Testergebnisse ihrer Farbgene da. Sie war ein reinerbiger Rappe, was mir sehr zusagte. Zwar war mir die Farbe meiner Pferde im Grunde egal, wenn ich jedoch die Wahl habe würde ich immer mehr zum Braunen oder Rappen tendieren als zum Fuchs. Bei der nächsten Decksaison ist Moulan auch dabei. Mit 10 Jahren war sie eine verhältnismäßig alte Maidenstute, doch sie brauchte die Zeit.

      Eine halbe Stunde später stand ich mit Moulan auf dem Springplatz. Vor dem Platz hatten es sich meine Mutter und Kerry gemütlich gemacht. „Was machst du hier?“ wollte ich Kerry wissen, die ich heute nicht eingeplant hatte. Sie lächelte nur und wank ab. Weiß der Himmel was sie wieder hatte. Ich dachte nicht weiter daran und konzentrierte mich auf Moulan unter mir. Wir nahmen zuerst ein paar Cavalettis zum warm werden, bevor ich sie auf den aufgebauten Parcours brachte. Fehlerfrei waren unsere Durchgänge heute nicht, jedoch hatte ich das Schwierigkeitslevel erhöht. Sie musste engere Kurven gehen und sich schneller auf die neuen Hindernisse einstellen als üblich. Am Ende konnten wir aber doch zufrieden sein. Ein Durchgang ohne gefallene Stange war wirklich lobenswert für eine Stute, die eigentlich nicht als Springpferd geboren ist. Nach dem Abreiten lobte ich Moulan abermals und brachte sie schließlich mit ihrer Abschwitzdecke auf die Weide zu den anderen Stuten. Der Vormittag war damit vorbei.

      Nach der Mittagspause setzte ich mich in meinen Wagen. „Wohin willst du?“ Kerry… Die hatte ich schon ganz vergessen. „Zum Pineforest Stable.“ gab ich knapp zurück und legte den Sicherheitsgurt an. „Aha, was machst du da?“ sie warf einen suchenden Blick auf den Beifahrersitz neben mich. „Ich besuche dort ein Fohlen, das ich gekauft habe.“ Kerry fing an zu strahlen. „Darf ich mit?“ Natürlich sagte ich nicht Nein. Ich hätte keinen triftigen Grund gehabt.
      Auf dem Gestüt von Occulta Smith herrschte regen Treiben. Kerry war begeistert wie viele Pferde und Mitarbeiter es hier gab. An jeder Ecke blieb sie stehen um sich etwas genauer anzusehen. Ich hingegen lief suchend von Gebäude zu Gebäude bis ich Occulta fand. Wir grüßten uns herzlich, bevor sie mich zu PFS‘ Storm Cat führte. Das junge Schimmelstutfohlen tollte auf der Weide und man sah ihr Rennpotential ganz deutlich. Ich war begeistert. Bis zuletzt hatte ich immer versucht mich mehr auf meinen Sport zu fokussieren, doch jetzt da ich eine eigene Ovalbahn hatte, hatte ich die freie Wahl. „Und immer noch zufrieden mit deiner Wahl?“ wollte Occulta wissen und ich nickte. Mehr als das. Ein Schimmelfohlen war schon immer mein Traum. Mit Storm Cat wurde dieser erfüllt. Eine ganze Weile blieb ich am Zaun stehen und sah meinem zukünftigen Pferd zu. Kerry lief währenddessen überall herum, bis sie auch das irgendwann langweilig fand und wieder zurück wollte.

      Erst gegen Abend trafen wir wieder auf dem Bear Brook EC ein. Der Feierabendverkehr hatte uns voll erwischt. Gut zwei Stunden standen wir im Stau. Erst als ich die drei auf der Weide sah fiel mir ein, dass ich sie vollkommen vergessen hatte. „Mist…“ murmelte ich und Kerry sah mich mitfühlend, aber verwirrt an. „Was denn?“ fragte sie. „Eigentlich hätte ich heute Iseabail, Felan und Lady Lyneth Bowen bewegen sollen.“ gab ich zurück und sprang aus dem Wagen, als ich ihn geparkt hatte. Gine war noch immer auf dem Hof, zumindest stand ihr Wagen hier. Ohne Kerry weiter zu beachten suchte ich sie und fand sie in der beleuchteten Reithalle. „Es tut mir leid, Gine. Hast du die drei auch noch bewegt?“ fragte ich. Gine saß gerade auf Mister Blockhead und es sah ganz so aus, als wäre sie gerade fertig mit ihm. Sie nickte lächelnd. „Alles gut, deine Mutter hat mir geholfen und die Reitponystuten mit bewegt.“ Das hieß Princess Sansa, Iceflower, Arcany und Eismärchen waren auch beschäftigt worden. „Wen hast du noch gemacht?“ fragte ich, da ich meine Gedanken gerade nicht sortieren konnte. „Samson, Niffler, Pendragon, PFS‘ Heart of Ocean und Zuckerwatte.“ gab sie zurück und stieg ab. „Das reicht für heute oder?“ fragte sie neckend. „Isaac kam aber auch noch, er hat Come Back Cupcake gemacht und sich dann um Emrys, Mephisto und Vikar gekümmert.“ Nun war ich komplett raus. „Morgen wird es besser.“ versprach ich. Mir tat es wirklich leid, die beiden so allein gelassen zu haben, aber mein Kopf ist heute Morgen anscheinend im Bett geblieben.

      15. Juni 2017 | 17.014 Zeichen von adoptedfox
      Pferdepflege von Landsberg
      Ich hatte gerade die letzte Pferdebox ausgemistet als ich ein deutliches summen wahr nahm. Für gewöhnlich legte ich mein Telefon auf einen Strohballen oder ließ es im Haus, doch da die Auftragslage in letzter Zeit zunahm hielt ich es für vorteilhaft das Telefon immer in meiner Nähe zu haben. Ich lehnte die Mistgabel an eine Boxenwand und ging zur Box von Compliment, in dessen Trog ich das Telefon gelegt hatte, als es erneut zu vibrieren begann. "20 neue Nachrichten?" sagte ich verwirrt und öffnete WhatsApp. Er hat sicherlich einen Grund wieso er mich 20x begrüßt dachte ich und bevor ich das Telefon weg legen konnte, erreichte mich erneut eine Nachricht von Hunter. "Ich hab heute doch Zeit zum helfen." Ich antwortete nicht und legte das Telefon stattdessen zurück in den Trog. Ich brachte die Schubkarre zurück zum Misthaufen und legte die Mistgabel hinein. Hunter und ich hatten uns 7 Wochen nicht gesehen und ich war etwas aufgeregt. Er hatte einige neue Pferde und die würde ich heute besuchen gehen.Bevor ich mich jedoch auf den Weg machte ging ich ins Haus und zog mich um. Ich wählte ein einfarbiges Hemd aus und meine schwarze Reithose. Während der Stallartbeit trug ich stets Reitstiefeletten. Meinen Terminkalender und das Navigationsgerät ließ ich zuhause, den Weg nach BearBrookEC würde ich auch ohne finden. Ich stieg in den Wagen, ließ die Fenster herunter und machte mich auf den Weg.

      "Bitte nicht..." flehte ich meinen Wagen an. Die Warnleuchte der Motortemperatur leuchtete auf und ich war gezwungen den Wagen am Straßenrand abzustellen. Ich schaltete in den Leerlauf, stieg aus und öffnete die Motorhaube. Seufzend setzte ich mich zurück in den Wagen, zog mein Handy aus der Hosentasche und wählte Hunter's Nummer. "Crowley?" meldete es sich am anderen Telefon. "Hunter ich bin es, Käthe. Ich bin liegen geblieben zirka 10km von Lincolnshire und weiß nicht was ich machen soll..." ich versuchte meine Überforderung zu unterdrücken und hoffte das es funktionierte. "Ich bin gleich da!" antwortete er knapp und legte auf. Ich steckte mein Telefon zurück in die Tasche und wartete. Keine 15 Minuten vergingen als ich Motorengeräusche vernahm. Ich stieg aus dem Wagen aus und ging auf die Straße. Es war Hunter, aber er war nicht mit seinem Wagen da. "Ist das dein ernst?" fragte ich als er sein Motorrad abstellte, doch er antwortete nicht und lachte stattdessen, während er seinen Helm ab nahm. "Das ist nicht komisch Hunter!" sagte ich aufgebracht und verpasste ihm einen Schlag in die Seite. "Sorry!" sagte er, noch immer lachend und drückte mir einen Helm in die Hand. Widerwillig setzte ich ihn mir auf und stieg hinter Hunter auf das Motorrad. "Ich hab vielleicht ein bisschen Angst." sagte ich leise. "Halt dich einfach an mir fest, da passiert schon nichts." sagte er, nahm meine Hände und legte sie um seinen Bauch.

      Nie wieder setze ich mich auf ein Motorrad dachte ich und nahm den Helm ab. Während Hunter auf dem Weg ins Haus war, ging ich bereits in Richtung der Stallanlage. Ein neues Pferd fiel mir direkt ins Auge. Ich ging an seine Box und las seinen Namen auf dem Boxenschild. "Braddock 'The Parrot'" las ich laut vor und begrüßte den Ponyhengst durch die Gitterstäbe. Ich ging in die Sattelkammer und holte einen Strick damit ich Braddock aus seiner Box holen konnte. Ich band ihn vor seiner Box an und begann damit sein Fell zu striegeln. Nachdem ich auch seine Mähne und seinen Schweif gekämmt hatte, bürstete ich das Fell nochmals über. Ich griff nach dem Hufkratzer in meiner Hosentasche und begann damit seine kleinen Hufe auszukratzen. "Na hast du Lust eine Runde spazieren zu gehen?" fragte ich Braddock und öffnete den Knoten des Stricks. Ich führte Braddock aus dem Stallgebäude und schlug den Weg in Richtung der Weiden ein. Hunter ließ vor Wochen eine Rennbahn zum trainieren der Vollblüter errichten und das wollte ich mir unbedingt ansehen. Durch eine kleine Schneise konnte man durch die Bäume sehen und die Anlage erstreckte sich vor mir. Ich würde Hunter fragen ob ich irgendwann bei einem Training zusehen dürfte, soviel stand fest! Ich ging mit Braddock am Waldrand entlang bis wir eine geeignete Stelle fanden in den Wald zu gehen. Die Luft war kühl und frisch, genau richtig an solch einem Tag. Wenn wir uns nicht verlaufen hatten, sollten wir genau an den Rapsfeldern vor BearBrook EC landen und tatsächlich waren wir richtig gelaufen. Ich führte Braddock am Straßenrand entlang, wo er immer wieder versuchte sich zu entziehen um zu fressen. Wieder auf dem Hof angelangt blieb ich nahe des Parkplatz stehen und lies Braddock etwas grasen. Ich hatte ihn oft genug abgehalten, nun hatte er sich eine kleine Pause verdient. Während Braddock sein Maul durch die Halme schob zupfte ich ein paar lose Haare auf seinem Rücken. Nach geschätzt 10 Minuten beschloss ich Braddock auf die Weide zu bringen. Den Strick legte ich im Gras nahe des Zauns ab.
      Auf dem Weg zum Stall kam mir Hunter entgegen. "Ich habe alle Pferde auf die Weide gebracht, bis auf die um die du dich heute kümmerst. Wir treffen uns später!" sagte er mir, deutlich gestresst und verschwand. Auch wenn ich Hunter mochte war er gerade mein Auftraggeber und so folgte ich seiner Anweisung und ging in den Stall. Ich ging zu der Box in der CHH' Classic Spring sich befand, ein hübsches Stutfohlen. Ich öffnete die Boxentür und ging in die Box. Neugierig streckte Classic Spring mir ihren Kopf entgegen und sog die Luft scharf ein. Sanft berührte ich sie am Hals und begann sie zu streicheln. Das sie bereits ein Halfter trug machte es mir einfach sie festzuhalten. Ich hängte den Strick an das Halfter und führte Classic Spring in die Boxengasse wo ich das junge Fohlen fest band. Ich nahm die Bürste, welche ich zuvor aus der Sattelkammer geholt hatte und begann Classic Spring in kreisenden Bewegungen zu bürsten. Während ich mich zu den Beinen vorarbeitete tauschte ich die Bürste gegen einen Hufkratzer und griff mehrmals am Bein der jungen Stute entlang bevor ich es letztendlich anhob und hielt. Im ersten Moment wirkte sie unsicher da ihr ein Bein fehlte, doch als sie merkte das ich sie stützte blieb sie ruhig stehen und ich nutzte den Moment um mit der Bürste des Hufkratzers die kleinen Hufe zu säubern. Zufrieden lobte ich die junge Stute ausgiebig und ließ sie für einen Moment angebunden stehen. PFS' Storm Cat, ebenfalls eines der neuen Fohlen von Hunter, befand sich in der Box neben Classic Spring und so entschloss ich, da die beiden Fohlen sich bereits kannten, sie aus der Box zu holen und neben ihr anzubinden. Auch Storm Cat bekam das volle Programm. Das Bürsten schien ihr zu gefallen und auch die Berührungen am Körper schienen ihr keinerlei Probleme zu bereiten sodass es mir leicht fiel das Fohlen für den Spaziergang vorzubereiten. Nachdem auch die Hufe ausgekratzt waren löste ich die Stricke von Storm Cat und Clasic Spring und verlies, jeweils ein Fohlen links und eines rechts, die Stallgasse. Da ich den Fohlen keinen großen Stress aussetzen wollte wählte ich nicht den Weg, den ich zuvor mit Braddock gegangen war und ging mit den beiden entlang der Straße auf den Weg der zwischen zwei Feldern lag. Die Ohren der Fohlen spielten umher und ich musste ein paar Mal halten damit die beiden nicht an mir vorbeistürmten vor Aufregung. Am Ende des Feldes entschied ich mich umzukehren. Die Sonne stand über uns und ich wollte die beiden nicht direkt am ersten Tag überfordern. Wieder zurück am Hof brachte ich die beiden auf die Fohlenweide. Auf dem Weg in den Stall bemerkte ich ein Fohlen welches recht schüchtern wirkte. Ich ging an die Box und las den Namen auf dem Boxenschild: Fantastic Sonata. "Na Kleine, wie gehts Dir denn?" sprach ich beruhigend mit der jungen Stute und betrat die Box. Ich hielt ihr meine Hand hin damit sie mich kennenlernen konnte. Schüchtern schnoberte sie an meiner Hand. Langsam ging ich auf sie zu und streichelte ihren Rücken. Sie war stark verunsichert, anscheinend waren ihr menschliche Begegnungen noch nicht all zu bekannt. Vorsichtig hängte ich den Strick in das Halfter ein, welches sie trug und führte sie aus der Box. Ich entschied die junge Stute zu ihren Freunden auf die Weide zu bringen, vielleicht würde ihr der Umgang mit Gleichaltrigen besser tun als mit mir. Bereits auf dem Weg zur Weide wieherte sie schrill und bekam Antwort von Classic Spring die bereits aufgeregt am Zaun auf- und ab ging. Ich schob sie beiseite und betrat die Weide. Kaum löste ich den Strick von Fantastic Sonata's Halfter, da schoss sie bereits mit Classic Spring davon. Ich sah den beiden noch eine Weile zu bevor ich zurück in den Stall ging um mich um die nächsten Fohlen zu kümmern. Ich entschloss mich für PFS Strolch der bereits an seiner Boxentür zu warten schien. Ich begrüßte den jungen Hengst ausgiebig, bevor ich den Führstrick in das Halfter hängte und ihn aus der Box in die Stallgasse führte. Berührungen war er bereits gewohnt, er wirkte nur ungeduldig und zog am Strick. Sorgfältig putzte ich sein weiches Fell und zog mit meinen Fingern Knoten und Strohhalme aus der kurzen Mähne. Das Hufe geben war ihm noch nicht vertraut und so zog er mir das Bein weg und verlagerte sein Gewicht auf das jeweilige Bein welches ich anheben wollte. Nach ein paar Unstimmigkeiten konnten wir uns jedoch einigen und Strolch's Hufe waren geputzt. Da er sich schwer tat mit dem still stehen lies ich ihn vor seiner Box angefunden und wandte mich seinem Boxennachbarn Golden Sugar zu. Man merkte sofort das er dem Menschen gegenüber aufgeschlossener war. Er kam zur Begrüßung zu mir und ließ sich überall anfassen. Ich griff nach dem Strick, hakte ihn in das Halfter ein und brachte den jungen Hengst in die Stallgasse zu seinem ungeduldigen Freund Strolch. Ich putzte Golden Sugar gewissenhaft und übte mit ihm das Hufe geben. Er machte seine Sache gut. Ich holte ein Leckerchen aus meiner Tasche und schob es ihm zwischen seine weichen Lippen. Als auch er fertig vor mir stand stahl ich mich an ihm vorbei und löste den Knoten des Stricks von Strolch. Der saß mittlerweile fester als gedacht, doch ich konnte ihn lösen. Ich nahm Strolch in die rechte Hand und löste Golden Sugars Strick um ihn in der linken Hand zu führen. Die beiden Fohlen schienen sich gut zu verstehen. Wir verließen die Stallgasse und machten uns auf den Weg in Richtung Feldweg den ich bereits mit Classic Spring und Storm Cat ging um die Fohlen an das Führen zu gewöhnen. Die beiden folgten mir brav und Strolch bewies mir das er sich zu benehmen wusste. Vielleicht war es aber auch die Ehrfurcht vor der unbekannten Umgebung die ihn ruhig stimmte. Wieder zurück auf dem BearBrook EC brachte ich die beiden Hengstfohlen auf die Weide neben den Stutfohlen. Die Stricke der beiden ließ ich ebenfalls im Gras liegen. Rouge Trap war das Fohlen um welches ich mich nun kümmern wollte. Sie war eine hübsche Falbstute und ihr Vater war mir kein unbekannter. Ich betrat die Box des Fohlens und begrüßte es. Mit meiner Hand fuhr ich am Hals und Rücken des Fohlens entlang. Rouge Trap war den Berührungen gegenüber aufgeschlossen und ich nutzte ihre Zuneigung um den Strick in das Halfter zu hängen. Ich führte das junge Stutfohlen in die Stallgasse und band es vor seiner Box an. Auch Rouge Trap wurde mit der Bürste geputzt wobei ich darauf achtete auch die Beine zu putzen damit sie Berührungen zuließen. Als auch die Hufe der Stute sauber waren ließ ich sie in der Stallgasse angebunden und wandte mich ihrer Boxennachbarin zu, Little Miss Backyard. "Du bist ja eine schöne!" sagte ich und bestaunte die junge Stute während sie in der Stallgasse angebunden stand. Ich war gerade dabei Miss Backyards Hufe auszukratzen als Hunter sich von hinten anschlich. "Können wir los?" fragte er mich und nahm mir den Hufkratzer ab. "Wohin?" fragte ich und löste einen Knoten in Miss Backyards Mähne. "Wolltest du mit den beiden nicht spazieren? Ich komm mit!" sagte er, drängte sich an mir vorbei, löste den Strick von Rouge Trap und zündete sich eine Zigarette an. Ich sah ihn mahnend an und sagte "Rauchen im Stall? Das erhöht das Brandrisiko ungemein Hunter!". Ich sah aus dem Augenwinkel das er mit den Augen rollte, doch er schien seinen Fehler einzusehen und ging mit Rouge Trap in den Hof. Provokant rief er ein "Besser?" über die Schulter, doch ich antwortete nicht und lächelte stumm in mich hinein. Ich löste den Strick von Little Miss Backyard und folgte Hunter in den Hof. Da er vor lief folgte ich ihm mit dem jungen Stutfohlen. Immerhin kannte er sich auch besser aus. Im Wald kühlte es langsam ab und das dichte Blattwerk sorgte dafür das es weitaus dunkler war als außerhalb des Waldgebiets. "Hunter?" platzte es aus meinem Mund, noch bevor meine Gedanken im Kopf zurechtgelegt waren "Hast du eigentlich je daran gedacht nach Deutschland zurückzukehren?" Ich war mir nicht sicher wie er reagieren würde, doch ich hatte mir fest vorgenommen mehr über ihn zu erfahren. Er blieb abrupt stehen, drehte sich um und sagte kurz angebunden "Nein.". Damit drehte er sich wieder um und ging weiter. Ich fühlte mich etwas vor den Kopf gestoßen und folgte ihm. Ich sagte leise "Tut mir Leid." und entschloss mich für den Rest des Weges zu schweigen. Als wir zurück auf dem Hof waren hielt ich Hunter den Strick von Miss Backyard hin. Er war auf dem Weg zur Fohlenweide, da konnte er die kleine direkt mitnehmen. Auf dem Weg in den Stall fragte ich mich, ob ich etwas falsches gefragt hatte. Ich ging zu Stars of Magic, dem letzten Pferd im Stall und holte die Stute aus der Box. Es dämmerte breits und so entschloss ich mich die Stute lediglich zu putzen da ich die Stallungen noch sauber machen musste. Sorgsam bürstete ich das weiche Fell der Stute und sammelte mit meinen Fingern die Strohhalme aus Schweif und Mähne. Stars of Magic ließ sich brav an den Beinen berühren und auch das Hufe geben bereitete ihr keine Probleme. Zur Belohnung kraulte ich ihr die Stirn und löste dann den Strick um die junge Stute zu Ihren Freunden auf die Weide zu bringen. Ich bemerkte Hunter, der am Weidezaun lehnte und rauchte. Da mir der Gedanke an den Spaziergang noch immer im Magen lag entschloss ich ihn zu ignorieren und stattdessen meinen Job zu erledigen. Ich ging an ihm vorbei und öffnete das Weidetor um mit Stars of Magic die Weide zu betreten. "Dann geh mal zu deinen Freunden!" sagte ich und löste den Strick vom Halfter. Ich verließ die Weide, schloss das Tor hinter mir und ging in Richtung Stall. Bevor ich das Stallgebäude betrat nahm ich mir eine Schubkarre und eine Mistgabel um mich direkt um die Boxen kümmern zu können. Ich mistete Box für Box aus und fegte die Boxen leer bevor ich sie neu einstreute. Sorgfältig wusch ich die Pferdetränken in den Boxen aus und mischte das Futter der Fohlen um es in deren Tröge zu füllen. Als die Arbeit erledigt war fegte ich die Stallgasse und brachte die Untensilien zurück. Ich trat aus der Stallgasse heraus und klopfte meine Hose sauber. Die Sonne ging bereits unter. Da ich Hunter nahe der Weiden nicht finden konnte zog ich mein Telefon aus der Hosentasche und schrieb ihm eine Nachricht, dass alles erledigt war und ich mich auf den Heimweg machen würde. Ich konnte sehen das die Nachricht gelesen wurde und Hunter online war, doch sofort war er wieder Offline. Eine Antwort erhielt ich nicht. Niedergeschlagen ging ich in Richtung der Einfahrt und rieb meine Arme. Hätte ich doch eine Jacke mitgenommen dachte ich und ärgerte mich im nachhinein über mich selbst. Ich war keine 500 Meter von der Hofeinfahrt entfernt, als ich Hunter meinen Namen rufen hörte. Widerwillig blieb ich stehen und drehte mich um. "Du willst nicht nach Hause laufen oder?" fragte er mich und noch bevor ich antworten konnte fügte er hinzu "Was ist denn los?". Ich wippte von meinen linken auf den rechten Fuß und begann auf meiner Unterlippe zu kauen. "Ich war nur neugierig. Tut mir Leid wenn ich etwas falsches gesagt habe, ich wollte dich doch nur näher kennenlernen." antwortete ich zaghaft und vermied es ihn anzusehen. Hunter sah mich an und runzelte die Stirn. "Ich fahr dich nach Hause!" sagte er bestimmt, griff meine Hand und zog mich hinter sich her. Ich ließ mich in den Beifahrersitz seines Wagens sinken und schnallte mich an. Ich sah während der Fahrt aus dem Fenster und beobachtete die Bäume wie sie an uns vorbeizogen. "Ich bin wegen Jill nach Deutschland gezogen. Sie hatte einen schweren Reitunfall und war an einen Rollstuhl gefesselt. Ich wollte ihr helfen. Ich war nur wenige Stunden weg. Sie ist gestorben, Käthe." Hunter hielt den Wagen an und stieg aus. Ich tat es ihm gleich und ging um den Wagen zu ihm. Er stand auf der Straße, von mir abgewandt. Ich ging zu ihm und anstatt etwas zu sagen umarmte ich ihn. "Macht es Dir etwas aus wenn ich die Nacht bei Dir auf dem Sofa schlafe?" fragte er leise. "Du kannst auch im Gästezimmer im Bett schlafen." antwortete ich und schob ihn in den Wagen. Es war besser wenn er über Nacht blieb, bevor er etwas unüberlegtes tat. Auch ich würde den Tag erst einmal verdauen müssen.

      25. Oktober 2017 | 13.287 Zeichen von sadasha
      „Jetzt bleib doch mal stehen!“ Kerry folgte mir schon den halben Tag und versuchte in ein Gespräch zu kommen. Aber ich hatte besseres zu tun, so besorgt sie auch wirkte. Ich war nun mehrere Monate in der Weltgeschichte unterwegs und hatte nun endlich Zeit für meine Pferde. Dass ich diese Zeit nicht für Kerry opfern würde, musste sie doch früher oder später begreifen. Verzweifelt seufzte sie, als ich die Boxentür zu Verdine aufschob. „Gut, dann halt so. Ich komme mit Braddock mit! Mir egal was du jetzt mit Verdine vor hattest!“ beschloss Kerry und wirkte stolz, endlich einen Weg gefunden zu haben mit mir zu sprechen. Schweigend machten wir die Pferde fertig und gingen dann in die Reithalle. Mirko war hier gerade dabei den Hufschlag wieder plan zu ziehen, also begnügten wir uns zum Warmreiten mit Zirkelreiterei. Braddock ‚The Parrot‘ schlurfte unter Kerry vor sich hin. Wenn Ruby das sehen würde, würde sie beide Hände über den Kopf schlagen. „Jetzt erzähl doch mal.“ forderte Kerry schließlich und sah mich erwartungsvoll an. „Du bist seit zwei Tagen wieder da und hast Nichts erzählt!“ beschwerte sie sich. „Was soll ich denn erzählen?“ brummte ich widerwillig und ging nun, da dieser gerade gezogen war, mit Verdine auf den Hufschlag. „Ich hab gearbeitet…“ antwortete ich schließlich und hörte wie Kerry abermals seufzte. „Und es ist nichts Spannendes passiert? Du warst doch auch bei deiner Freundin!“ fragte sie genervt. Ich lachte heiser. „Davon erzähle ich dir nicht.“ sagte ich bestimmt und galoppierte Verdine an, die sich freute endlich ans arbeiten zu kommen. Braddock und Kerry schlurften noch immer im Schritt und wenn Kerry es doch mal schaffte sich halbwegs durchzusetzen im langsamen Trab, vor sich hin. „Früher hast du mehr erzählt!“ sagte Kerry enttäuscht, als ich auf ihrer Höhe war. Für mich war das Gespräch beendet und so warf ich ihr nur einen flüchtigen Blick zu und widmete mich dann wieder Verdine. „Du siehst gestresst aus, deshalb hake ich nach.“ fing Kerry wieder an. „Wir machen uns alle Sorgen!“ Tief ausatmend parierte ich Verdine zum Schritt und sah rüber zu Kerry, die in der Mitte eines Zirkels stand und Braddock machen ließ, was er wollte. „Wenn du nicht willst dass er sich gleich mit dir wälzt, solltest du die Zügel aufnehmen.“ warnte ich sie die Stirn in Falten gelegt. Hektisch zog Kerry die Zügel zu sich, sodass Braddock den Kopf hob und seine Aufmerksamkeit wieder bei Kerry war. „Warum ich gestresst bin ist privat.“ sagte ich ruhig und versuchte den erstaunten Blick von Kerry zu ignorieren. „Auf einmal?“ flüsterte sie niedergeschlagen und ließ Braddocks Kopf abermals sinken. „Fängst du wieder an alles in dich hinein zu fressen, wie damals als wir uns kennenlernten?“ sagte sie noch immer leise, aber so laut, dass ich sie gut verstehen konnte. „Das war etwas anderes.“ meinte ich kühl und lobte Verdine, da sie heute trotz meiner gedanklichen Abwesenheit gut mitmachte. Kopfschüttelnd stieg Kerry ab. „Wenn du meinst.“ sagte sie abweisend und brachte Ruby’s Pony zurück in seine Box. Wirklich bewegt wurde Braddock nicht, aber das würde Ruby heute Abend schon merken. Ich arbeitete mit Verdine noch ein paar Minuten, ehe ich sie abritt und im Anschluss auf die Stutenweide brachte. Bis zum Abend beschäftigte ich noch Happy Fantasy und Felan. Mikro und Beth hatten sich ausgiebig mit den Fohlen befasst. Bear Brooks Denahi, What Rainbow, Fantastic Sonata, Rouge Trap, PFS Strolch, Golden Sugar, Little Miss Backyard, PFS‘ Storm Cat, Stars of Magic und CHH‘ Classic Spring standen in kleinen Gruppen aneinander gekuschelt auf den beiden Absetzerweiden. May und José hatten PFS‘ Savory Blossom, Raving Hope Slayer, Ehrengold, Moulan, Bear Totem’s Denali und Blütenzauber im Galopprennen trainiert. Gegen Abend kam Ruby um nach ihrem Pony zu sehen und beschäftigte dann auch noch Iseabail und Lady Lyneth Bowen.

      Am nächsten Tag war ich nach einer beinahe schlaflosen Nacht früh auf den Beinen und machte die beiden Junghengste Vikar und Mephisto soweit fertig. Die beiden waren noch nicht fertig eingeritten und so longierte ich sie vorbereitend. Der Beritt für die beiden würde außerhalb stattfinden. Anschließend machte ich mit Thomas, der ebenfalls noch nicht beritten war etwas Freidressur. Der große Hengst war nicht ganz so roh wie die beiden Tinker und würde unter meiner Hand fertig eingeritten. Ruby kam heute schon vormittags zum Stall. Nachdem sie mit ihrem Pony durch war schnappte sie sich Magical Touch von der Weide und putzte sie übergründlich, flechtete ihr Langhaar neu ein und begleitete mich dann auf einen Ausritt, bei dem ich Slap Happy ritt. „Wie kommt es, dass du so früh hier bist?“ wollte ich wissen und lächelte Ruby an, die sich in ihrer Zeit auf dem Hof verdammt gut gemacht hatte. Wenn sie so weiter macht, dann würde sie sicher eine gute Reiterkarriere hinlegen. „Ich hab heute keine Schule, weil zu viele Lehrer ausgefallen sind.“ erzählte sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Ich lachte kurz und trabte Scheppi dann an. Ruby folgte. „Aber nächste Woche hab ich ein paar Klausuren…“ fügte Ruby ernüchtert hinzu. „Ich bin froh, wenn ich endlich fertig bin.“ Schweigend schmunzelte ich. Alles was ich jetzt hätte sagen können, wird Ruby oft genug von Erwachsenen hören. Also beließ ich es dabei. Als wir wieder auf dem Hof waren kam uns Max mit Riven in a Dream und Scarlet in Birth entgegen, die er wohl zur Ovalbahn brachte. Ich kümmerte mich den Rest des Tages um Mr. Raw Depression und LMR Lady Luna. Kerry hielt sich heute fern von mir und versuchte Niffler und Benji in den Griff zu bekommen, die heute besonders aufmüpfig waren. Gegen Abend sah ich dass Abby sich mit Mister Blockhead beschäftigte. Der Tinkerhengst war noch recht neu auf dem Hof und zeigte durchaus Talent für die Dressur. Allerdings hätte ich nicht vermutet, dass Abby so viel aus ihm herausholen konnte wie ich da gerade sah. Da ich mit meinen Aufgaben für heute abgeschlossen hatte verweilte ich an der Bande und sah mir das Training an. Abby war ein Profi und ließ sich von Zuschauern nicht stören. Im Gegenteil, es schien sie anzufachen noch mehr Enthusiasmus reinzustecken. „Sieht gut aus, nicht wahr?!“ erschrocken fuhr ich herum und hätte Isaac beinahe eine Klatsche verpasst. Doch er hatte damit gerechnet und meinen Unterarm gepackt, bevor ich ihn erreichte. „Woah, ruhig Brauner!“ meinte er lachend und ließ mich los. „Du kommst spät.“ merkte ich an. „Ich komme immer spät, das ist eine Kunst für sich.“ meinte Isaac grinsend. Ich lachte und sah wieder zu Abby, die diese Anspielung wohl gehört hatte und angewidert den Kopf schüttelte. „Gehen dir die Witze aus?“ rief sie zu Isaac, doch Isaac fand sich immer noch äußert amüsant und ließ sich nichts anderes einreden. „Wie war deine Fortbildung?“ wollte ich wissen und ging mit Isaac ins Haus, wo wir ausgiebig über die Arbeit der letzten und der nächsten Tage sprachen. Kerry saß immer noch recht bockig daneben und schüttelte hie und da den Kopf. Als Isaac sich verabschiedete sah Kerry mich wieder mit diesem erwartungsvollen Blick an. „Was denn?“ fragte ich genervt. „Ihr habt euch mehrere Stunden nur über die Arbeit unterhalten? Im Ernst jetzt?“ sagte sie mit steinerner Miene. Ich zog den Kopf zwischen die Schultern. „Kann es sein, dass du das Problem hast, Kerry?“ fragte ich ein wenig forscher als gewollt. Ertappt sah sie mich an. „Ich bin nicht Gine!“ beteuerte sie empört und machte auf dem Absatz kehrt. „Dann mach nicht die gleichen Fehler wie sie.“ In Kerrys Gesicht mischte sich Traurigkeit. Für einen kurzen Moment sah es so aus, als würde sie noch etwas erwidern. Doch dann verabschiedete sie sich mit einer vollkommen deplatzierten Reserviertheit und verschwand. Was für eine scheußliche Lage…

      „Kerry hat sich heute und morgen krank gemeldet.“ meldete Mrs Clayton, als ich am nächsten Morgen zusammen mit Pitch im Halbschlaf die Treppe runterlief um mir den ersten Kaffee zu holen. „Was hat sie denn?“ fragte ich teilnahmslos, da ich noch nicht ganz begriffen hatte wer und was vor sich ging. „Hat sie nicht gesagt.“ Ich ließ ein Brummen vernehmen und nahm meine Tasse aus der Spülmaschine, trocknete sie kurz ab und nahm mir etwas frisch aufgebrühten Kaffee. „Soll ich hier bleiben?“ fragte ich den nächstbesten Mitarbeiter, der rein kam. Beth schüttelte eifrig den Kopf. „Fahr ruhig, wir kommen klar.“ sagte sie fröhlich und nahm sich ebenfalls eine Tasse Kaffee. Da meine nun leer war bedankte ich mich und schnappte mir Unterlagen, Leine, Jacke und Schlüssel, zog meine Schuhe an und ging mit Pitch raus. Regen. Immer noch regnete es und stürmisch war es noch dazu. Pitch, der mittlerweile kniehoch gewachsen war zog die Rute ein. Das war absolut nicht unser Wetter und die paar Meter bis zum Auto reichten aus um uns beide zu durchnässen. Der Weg führte uns heute zu einer Show für regionale Pferdezuchten. Zwar stellte ich selber nicht aus, aber es war immer gut zu wissen, mit wem man Kontakte schließen konnte.

      Auf der Show gab es viele Züchter der typisch britischen Rassen. Darunter auch einige Clydesdale und Shire Horse Züchter und ich glaubte sogar zwei Drum Horse Hengste zu sehen. Shire und Clydesdale Züchter verpönten Drum Horses meistens, da sie noch nicht lange als eigenständige Rasse galten. Ich für meinen Teil fand sowohl die einen, als auch die anderen interessant. Allerdings gefielen mir die heute anwesenden Drum Horses nicht so gut. Sie war zu schlaksig und zudem hatten sie beide eine Tovero Scheckung, was ich mit allen Mitteln zu vermeiden suchte. Sehr schön waren jedoch einige Shires. Kräftig gebaut mit ordentlich Halsung und Fesselbehang. Vor einem Exemplar blieb ich stehen. Ein Brauner ohne Blesse, mit vier symmetrisch weißen Beinen. Ein bisschen Weiß hatte er an der Stirn. Das Langhaar war zu shiretypisch verflochten und ließ die eigentliche Länge nur erahnen. Eigentlich war an diesem Pferd nicht viel Besonderes. Den Braunton hatten 90% aller braunen Shires und auch das nur sehr kleine Kopfabzeichen war nicht allzu selten. Es war seine Ausstrahlung die mir gefiel. Acht Jahre alt, gefahren und geritten, mit überschaubarer Showkarriere. Wie ich so das Informationsblatt durchlas sah ich aus dem Augenwinkel, wie sich ein Mann näherte. Neugierig wie Pitch war zog er leicht in dessen Richtung. Als der Mann neben mir stehenblieb und mich freundlich anlächelte wandte ich mich zu ihm. „Sie sehen aus, als hätten sie Ahnung?“ begann der schmale Mann etwas unsicher und sah kurz zu Pitch, den ich daraufhin zu mir zog. „Ich bin Züchter. Hunter Crowley.“ stellte ich mich vor und lächelte den Mann aufmunternd an. „Was für Pferde züchten sie, Sir?“ fragte er übertrieben höflich. „Hauptsächlich Englische Vollblüter.“ Und sie Mr …?“ Ich hatte den Herrn kalt erwischt. Eilig stellte er sich als Jayden Buck vor. „Ich baue mir gerade eine Shire Zucht auf.“ erklärte er und zeigte mir stolz seinen Deckhengst Clairkson. Er sah dem Hengst hier vor uns sogar ein wenig ähnlich, war aber wesentlich dunkler in der Farbe und hatte unregelmäßigere Beinabzeichen. Wir unterhielten uns eine Weile über die Pferdezucht, worauf man zu achten hatte und was bei den Shires als Zuchtziel galt. „Woher kennt ihr euch bei den Shires aus?“ wollte Jayden wissen, der mich noch immer siezte. „Ich habe eine Shire Stute für die Drum Horse Zucht.“ erklärte ich und rechnete eigentlich schon mit einem abfälligen Kommentar. Doch Jayden war interessiert. Mitten im Gespräch darüber ob Drum Horse eine sinnvolle Zucht war oder nicht, brach ich ab. Im Gehen fiel mir eine schwarze Stute auf, die im miserablen Zustand war. „Wieso stellt man sie hier aus?“ fragte ich empört. Die Stute hieß Bad Medicine und war lackschwarz. Sähe sie nicht aus wie ein Flickenteppich durch die ganzen Narben, wäre sie sicher ein hübsches Exemplar ihrer Rasse. Nicht ganz typisch, da weiße Beine eigentlich höchst erwünscht waren, aber ein Hingucker alle male. Auch Jaydens Blick haftete auf der Stute. „Die werden doch untersucht, bevor sie herkommen. Wie kann sie dann hier stehen?“ fragte er und warf einen Blick auf das Informationsblatt. In großen Lettern stand dort „Rette mich“. Es handelte sich hier also um ein Rettungspferd, aus schlechten Verhältnissen. Man suchte über die Show jemanden, der sich der Stute annahm. „Was hältst du davon?“ fragte mich Jayden und versuchte die Stute anzulocken, die sich im hintersten Eck ihres begrenzten Platzes verkrochen hatte. „Nicht viel.“ meinte ich knapp und musste eiskalt auf Jayden wirken, der es tatsächlich geschafft hatte, dass Bad Medicine ein paar Schritte auf uns zu tat. „Wieso nicht?“ fragte er ebenso knapp ohne den Blick von der Stute abzuwenden. „Weil man nicht weiß ob man es je wieder gerade biegen kann, was da falsch gemacht wurde.“ erklärte ich stumpf. „Dafür hätte ich keine Zeit.“ Jayden hatte dafür wenig Verständnis, ließ mir aber meine Meinung. Wir beschlossen gemeinsam etwas zu Essen und verabschiedeten uns nach dem gegenseitigen Versprechen in Kontakt zu bleiben was die Zucht betrifft. Ich machte zusammen mit Pitch noch einen Abstecher zu den Englischen Vollblütern, bevor wir uns auf den Heimweg machten. Zu Hause schrieb ich Käthe von meinem Tag und fragte gleichzeitig wie es bei ihr aussieht. Wir hatten seit einer gefühlten Ewigkeit nicht gesprochen.

      13. Februar 2018 | 14.487 Zeichen von adoptedfox und sadasha
      Hunter | Mit Kopfzerbrechen lag ich wach. Käthe benahm sich wie ein Teenager, der nicht wusste ob er gute oder schlechte Laune hatte. Mit Sicherheit kam es mir auch nur so vor, aber es nervte mich. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es bereits 2 Uhr morgens war. Noch drei Stunden um Schlaf zu finden, bis der Arbeitstag beginnt. Eigentlich hatte Käthe nichts Schlimmes verbrochen. Wir hatten wenig Kontakt und als wir uns zufällig trafen war es komisch. Da kann Käthe auch nichts für, oder doch? Pitch riss mich aus meinen Gedanken. Er träumte und schlug dabei mit seinen Pfoten gegen das Bett, was mich richtig wach machte. Zwar kannte ich die Geräusche schon und sie versetzten mich nicht mehr in einen Schockzustand wie beim ersten Mal als ich sie hörte, aber dennoch saß ich jetzt kerzengerade im Bett und beobachtete den schwarzen Rüden. Punkt 5 Uhr sprang Pitch auf und lief im Zimmer auf und ab. Es dauerte nicht lange, bis mich das Geräusch der Krallen auf dem Parkett so nervte, dass ich aufstand um ihn rauszulassen. Bei der Gelegenheit machte ich mich gleich auch fertig für den Tag und bereitete im Anschluss Pitchs Frühstück vor. Mrs Clayton machte nebenbei Kaffee und warf ab und an einen argwöhnischen Blick auf das rohe Fleisch. „Das riecht fürchterlich.“ klagte sie und sog den Duft der ersten Tasse Kaffee ein um den Gestank loszuwerden. „Für Pitch duftet das gut.“ erwiderte ich und deutete zum Retriever, dem der Sabber schon aus den Lefzen hing. Da er dazu neigte sein Futter in einem Drei-Meter-Radius um sich herum zu verteilen wenn er fraß, fütterte ich ihn seit ein paar Monaten draußen. Auch heute stellte ich die Schüssel vor die Türe und Pitch trottete fröhlich hinterher um sein Frühstück auf dem überdachten Platz zu genießen.
      Ein paar Stunden später stand ich mit Kerry in der Reithalle und half ihr mit Vikar und Mephisto. Die beiden Junghengste waren zur Zeit im Beritt und bekamen daher besonders viel Aufmerksamkeit. Kerry hatte es mit Hilfe einer Trainerin bereits geschafft sie an das Zubehör und Reitergewicht zu gewöhnen, sodass nun die richtige Arbeit anfing. Nach gut zwei Stunden saßen wir wieder ab und brachten die zwei in ihre Boxen. “Ist bei Käthe und dir eigentlich alles in Ordnung?” fragte Kerry. “Wieso fragst du?” Wollte sie jetzt wirklich über meine Beziehung sprechen? “Weil sie lange nicht mehr hier war und du warst schon lange nicht mehr bei ihr. Am Hof gehen schon Gerüchte rund, dass es bei euch kriselt.” - “Gerüchte?” fragte ich lachend. “Jetzt lenk nicht ab! Ist alles in Ordnung?” - “Ich weiß es selbst nicht.” meinte ich schulterzuckend und machte mich auf die Suche nach Pitch. “Du solltest mit ihr sprechen, wenn du nichtmal selbst weißt was Sache ist. Das meine ich nicht nur als Psychologin, sondern auch Freundin.” Wahrscheinlich hatte sie damit recht. Sie hatte Recht. Ohne vorher anzurufen packte ich Pitch in den Wagen, den ich irgendwo bei den Weiden aufgegabelt hatte und fuhr los.

      Käthe | “Soll ich dir sicher keinen Helm bringen?” rief Erin mir über den Platz zu. Ich lachte gespielt und verneinte während ich damit beschäftigt war Smooth Gravity zu parieren. Die Stute machte es mir alles andere als einfach. Als ich sie endlich dort hatte wo ich sie wollte hielt ich neben Erin an und rieb mir mit dem Ärmel den Schweiß von der Stirn. “Du hättest sie Probe reiten sollen.” sagte sie vorwurfsvoll und reichte mir eine Flasche Wasser. “Sie muss sich erst einleben. Gib ihr etwas Zeit!” erwiderte ich und nahm einen kräftigen Schluck. “Einen Versuch noch!” motivierte ich mich selbst und nahm die Zügel auf. Konzentriert trabte ich die Stute an und wechselte durch die ganze Bahn um die Stute anzugaloppieren. Gravity kam mir jedoch einen Schritt zuvor und machte einen gewaltigen Satz nach vorn um mich abzusetzen. Was ihr gelang. “Du hättest dir einen Helm aufsetzen sollen.”

      Stöhnend rappelte ich mich auf und rieb mir die Schulter. “Was machst du denn hier?” fragte ich Hunter und lief zu Gravity die am Zaun stand und mich beobachtete. “Nach dir sehen.” gab er trocken zurück. “Jetzt hast du mich ja gesehen.” antwortete ich und öffnete das Tor um Gravity zurück in den Stall zu bringen. “Ich lass euch besser allein, ja?” flüsterte Erin und lächelte mir aufmunternd zu bevor sie ging. Ich zog der Stute die Zügel über den Hals, nahm die Trense ab und zog ihr ein Halfter an damit ich sie in der Stallgasse anbinden konnte. “Ich wollte nach dir sehen, weil wir sprechen müssen.” sagte er genervt. “Ich hör dir zu.” sagte ich ohne ihn anzusehen, nahm der Stute den Sattel ab und brachte ihn zusammen mit dem Zaum in die Sattelkammer. Mit schmerzverzerrtem Gesicht hob ich den Sattel auf seinen Platz und ging zurück zu Gravity und Hunter. Ich nahm den Hufkratzer aus der Putzbox und hob einen Huf der Stute an. “Du wolltest mit mir sprechen.” erinnerte ich Hunter und begann damit ihren Huf auszukratzen. “Hast du dich verletzt?” wollte er wissen und bemühte sich um eine nicht allzu besorgte Miene zu machen. “Natürlich habe ich mich verletzt, ich wurde gerade in hohem Bogen abgesetzt.” gab ich genervt zurück und drängte mich an ihm vorbei. “Dann fahre ich dich jetzt zum Krankenhaus.” - “Nein das wirst du nicht.” unterbrach ich ihn und sah auf. “Es geht mir gut. Zwei oder drei Tage, dann ist alles wieder in Ordnung.” - “Das.” Er packte mir forsch an die Schulter. “Ist nicht in zwei, drei Tagen wieder in Ordnung.” Ich stöhnte vor Schmerz auf und gab ihm aus Reflex eine Ohrfeige. “Was sollte das?” fragte ich und sah ihn vorwurfsvoll an. Er ignorierte meine Frage und bugsierte mich zu seinem Wagen. Pitch folgte uns fröhlich. “Ich bleibe hier!” fuhr ich ihn an und stemmte meine Hand gegen die Tür damit er sie nicht öffnen konnte. “Damit es schlimmer wird und du für Wochen ausgeknockt wirst, weil du nicht sofort zum Arzt gehen wolltest? Machst du das immer so? Sachen aufschieben?”- “Aufschieben?” fragte ich und wirbelte herum damit ich ihn ansehen konnte. “Du meinst also ich schiebe Sachen auf, ja?” - “Ja.” - “Zum Beispiel?” fragte ich und verschränkte die Arme. Er verdrehte genervt die Augen. “Jetzt gerade, zum Beispiel. Aber wenn du nicht willst. Dann geh halt und sitz es aus.” Er ließ mich los. “Ich bin auch der Meinung du solltest das abklären lassen…” warf Erin ein die, allem Anschein nach, schon eine Zeit lang in der Haustür stand und mitgehört hatte. Ich sah sie an und atmete hörbar aus. “Ich muss mich um…” begann ich, musste aber unterbrechen als Hunter die Wagentür öffnete und mich auf den Sitz schob. “Danke!” rief er Erin zu und ließ sich auf den Fahrersitz fallen. Er zog die Tür zu und verriegelte das Fahrzeug. “Hunter! Das ist Entführung!” rief ich und sah ihn an. “Sobald du aus dem Krankenhaus raus bist, fahre ich dich gerne zur Polizei, damit du mich anzeigen kannst.” meinte er spitz und fuhr los. Genervt schnallte ich mich an und sah aus dem Fenster. Die Fahrt über sprachen wir kein Wort miteinander. Auch im Krankenhaus schien es nicht besser zu werden. Die Notaufnahme war brechend voll und man teilte mir mit, dass es zirka 2 Stunden dauern würde bevor ich dran war. Nervös kaute ich auf meiner Unterlippe herum und ging nach draußen, wo ich mir von einem jungen Mann, der etwa mein Alter hatte, eine Zigarette lieh. Normalerweise rauchte ich nicht, aber manchmal war es eine Erfüllung.

      Hunter | Ich ging davon aus, dass Käthe frische Luft schnappen wollte, daher folgte ich ihr nicht sondern wartete geduldig. Als ich geistesabwesend aus dem Fenster sah konnte ich meinen Augen nicht glauben. Käthe mit einer Zigarette? Seit wann rauchte sie? Ohne nachzudenken ging ich raus und sah sie verwirrt an. “Was hab ich noch verpasst?” fragte ich fast schon enttäuscht, dass ich nichtmal davon etwas wusste. “Ich habe drei neue Pferde und habe die mobile Pferdepflege aufgegeben um meine Trainerlizenz zu erhalten und… sonst eigentlich nichts.” antwortete sie und blies mir den Rauch entgegen. Resigniert nickte ich und zog meine Schachtel Zigaretten aus der Tasche um mir eine anzumachen. “Wie sieht es bei dir aus?” fragte sie und sah mich an. “Wenn sich bei mir etwas Großes bewegt hätte, wüsstest du davon.” - “Das ist also der Grund weswegen du dich nicht mehr gemeldet hast.” - “Was?” verwirrt sah ich sie an. Ich hatte keine Lust wieder zu diskutieren. “Ach vergiss es!” sagte sie, warf ihre Zigarette auf den Boden und ging wieder hinein.

      Nach zwei Stunden wurde Käthe endlich aufgerufen. Die Schulter und der Ellenbogen waren geprellt und der Arzt riet ihr sich zu schonen. Dass sie das nicht tun würde stand außer Frage. “Wieso hast du dich nicht gemeldet?” fragte Käthe leise. “Weil ich nicht sicher war ob es richtig wäre. Deinem Vater ging es nicht gut und ich dachte du würdest dich lieber erstmal auf ihn konzentrieren. Ich wollte nicht stören. Ich war mir sicher, dass du dich gemeldet hättest, wenn es wieder passt.” - “Danke, jetzt fühle ich mich schlecht!” rief sie und rutschte tiefer in den Sitz hinein. Ich lachte leise. “Noch schlechter?” Doch anstatt zu antworten nickte sie nur. “Ich habe oft überlegt dir zu schreiben oder einfach vorbei zu fahren aber ich wollte dich nicht mit meinen Problemen belasten.” Seufzend stieg ich aus und ging um den Wagen herum um Käthe die Tür zu öffnen. “Also waren wir in etwa gleich blöd.” schloss ich und warf die Tür zu, nachdem Käthe ausgestiegen war. “Kann man so sagen, ja.” antwortete sie und lächelte. Wie sie da stand, noch immer an den Wagen gelehnt und lächelnd trotz ihrer Verletzung an der Schulter, war sie der schönste Mensch, den ich mir jetzt gerade vorstellen konnte. Es fühlte sich an als hätte jemand die Zeit angehalten, doch mein Herz raste dagegen an. Wie gerne würde ich sie jetzt... Doch ich hielt mich zurück. Wir hatten gerade erst unseren bisher größten Konflikt gelöst und da konnte ich jetzt nicht... oder doch? Unwillkürlich sah ich mich vor ihr, hatte meine Hände an ihre Hüfte gelegt und berührte sanft ihre Lippen mit meinen. Es war kein richtiger Kuss, es war mehr eine kaum spürbare Berührung. Doch sie weckte mich aus meiner Trance. Ein eiskalter Schauer durchlief meinen Körper und riss mich ein paar Schritte von ihr weg. Noch immer pochte mein Herz so stark, als wolle es mir aus der Brust springen. Ich atmete hörbar aus und fuhr mir durch die Haare, während ich mich langsam wieder beruhigte und zu ihr umdrehte. “Ist alles in Ordnung?” fragte Käthe besorgt und rieb sich die verletzte Schulter. “Alles Bestens.” gab ich verschmitzt lächelnd zurück. “Ich muss leider wieder fahren. Isaac ist heute quasi Alleine mit den Pferden und da muss ich mithelfen.” - “Schreiben wir heute Abend miteinander?” fragte sie, während sie auf mich zu kam und umarmte. “Ich habe dich wirklich vermisst.” flüsterte sie leise und lehnte ihren Kopf auf meine Brust. “Ich hab dich auch vermisst. Ich schreibe dir wenn wir mit den Pferden durch sind.” Ich konnte sie zwar nicht sehen, spürte aber dass sie zufrieden lächelte. “Dann schaue ich mal wie weit Erin mit den Pferden ist.” - “Melde dich, wenn du mich brauchst. Ich kann Isaac auch mal alleine lassen.” meinte ich schmunzelnd und öffnete die Fahrertür. “Mache ich, versprochen!” sagte sie lächelnd und entfernte sich ein paar Schritte vom Wagen damit ich fahren konnte.

      “Auch mal wieder da?” rief mi Isaac zu, der gerade mit Mr. Raw Depression von den Feldern zurück auf den Hof kam, als ich aus meinem Wagen stieg. Es war mittlerweile Spätnachmittag und eigentlich hätte ich ihm helfen müssen die Pferde zu versorgen, weil Kerry nur bis mittags da war. Entschuldigend hob ich die Hände und kam mit Pitch im Schlepptau zu ihm. “Es kam leider etwas dazwischen. Wer muss noch gemacht werden?” Isaac taxierte mich kritisch, während er Mr. Raw Depression auf eine unscheinbare, ruhige Art die Leviten las, da der Hengst versuchte einfach weiterzulaufen, obwohl Isaac stehen geblieben war. “Du kannst deine Vollblüter als abgehakt sehen. Ehrengold, Raving Hope Slayer und PFS Strolch hatte Kelly noch auf die Rennbahn gelassen und Slap Happy, Blütenzauber, Bear Totem’s Denali, Moulan, Riven in a Dream, Scarlet in Birth, LMR Lady Luna, PFS’ Savory Blossom, Happy Fantasy und CHH’ Classic Spring hab ich in der Führanlage laufen lassen. Golden Sugar, Stars of Magic, PFS’ Storm Cat, Little Miss Backyard, Fantastic Sonata, Rouge Trap, What Rainbow und Bear Brooks Denahi hat Kerry glaube ich zusammen von der einen zur anderen Weide geschickt. Keine Ahnung welcher Sinn dahinter stand, aber die Fohlen sind damit alle bedient gewesen, sodass ich sie zwischendurch nur zurück in die Boxen gebracht hatte. Immerhin soll es kommende Nacht wieder frieren. Achja, Benji und Niffler haben sich heute in den Haaren gehabt, die hab ich jetzt getrennt gestellt. Nicht dass du dich wunderst. Wir müssten jetzt noch die Großen machen und Verdine.” - “War Ruby da?” Isaac nickte. “Ja, war sie. Sie hat Braddock ‘The Parrot’ bewegt und ist dann wieder abgezischt. Die war wegen irgendwas verstört, schlechte Noten, Beziehungsdrama, weiß der Geier… Apropos Beziehungsdrama…” Wieder taxierte der Ire mich und wartete auf eine Antwort. Doch ich beschloss nicht auf diese Anspielung einzugehen. “Gut, dann schnappe ich mir als erstes Iseabail und Lady Lyneth Bowen. Du nimmst dir bitte Magical Touch und Felan vor.”
      Gesagt getan, beide machten wir uns an die Arbeit. Isaac ließ immer wieder Sticheleien vom Stapel und versuchte aus mir herauszuquetschen was denn jetzt mit Käthe und mir war, doch ich genoss es ihm den Gefallen nicht zu machen. Soll er ruhig ein bisschen grübeln, wenn es ihn so brennend interessierte. Nachdem die Stuten bewegt waren, blieben uns nur noch Mister Blockhead und Thomas. Als auch diese beiden Hengste zufrieden und müde in ihren Boxen standen war es schon längst Dunkel geworden. Die Uhr zeigte 11 Uhr abends. “Danke.” sagte ich knapp als Isaac sich in seinen Wagen schwang. “Du weißt, dass du dich immer auf mich verlassen kannst.” gab er zurück und knallt die Tür zu um loszufahren. Lachend wandte ich mich ab und ging noch einmal über den Hof um alle Tore und Türen zu kontrollieren. Nebenbei sammelte ich Pitch ein, der sich in einer leeren Box auf Mäusesuche begeben hatte. “Komm Junge.” rief ich und der schwarze Rüde folgte, wenn auch widerwillig. Als ich mir sicher war, dass der Hof gut abgeriegelt war ging ich ins Haus und sprang erstmal unter die Dusche, ehe ich mich aufs Bett warf und mein Telefon aus der Tasche kramte um mich bei Käthe dafür zu entschuldigen, dass es so spät geworden war.

      11. Juni 2018 | 13.173 Zeichen von sadasha
      Neuzugänge
      Als mitten in der Nacht das Telefon klingelte drehte ich mich zuerst noch einmal auf die andere Seite, in der Hoffnung den schrillen Ton ignorieren zu können. Doch sobald ich mich umgedreht hatte leckte mit Pitch hektisch über das Gesicht. Genervt schob ich ihn von mir weg und richtete mich ächzend mit einem Blick auf die Uhr auf. Wer zur Hölle ruft um 2:37am an? Die Vorwahl sagte mir nichts und das konnte nur bedeuten, dass der Anrufer von weit weg kam. Wenigstens erklärte das auch die irre Zeit. Verschlafen nahm ich das Gespräch an und brummte ins Telefon. "Ehm… Hunter?" Ich brummte erneut. Eine Frau war am anderen Ende der Leitung und die Verbindung stand eher schlecht als recht, sodass der Ton knisternd und rauschen bei mir ankam. "Hey! Wir hatten uns doch über deine Tinker unterhalten! Und was du suchst und ja… Ich hab eine tolle gefunden, Pearl carrier und… du wolltest keine Fohlen oder?" Nachdenklich schwieg ich. Cooper aus Kanada war am Telefon, doch auch bei ihr musste es jetzt schon spät sein. "Schläfst du auch mal?" brummte ich ohne ihre Frage zu beantworten. Sie lachte. "Ist doch noch früh hier! Oh, hab ich dich geweckt? -" sie brabbelte eine Entschuldigung und redete dann über ein Fohlen, das sie ebenfalls entdeckt hatte. "Double Dilute! Du suchtest doch sowas oder nicht? Und eine Stute! Warte, ich schicke dir Fotos. Und… Hunter ich hab die zwei gekauft, du kannst also nicht Nein sagen. Im Zweifelsfall werden die sicher auch klasse Therapiepferde für deine… Freun-, Kollegin?" Ich hatte nach Fotos mein Gehör eingestellt und kramte nach meinem Laptop. Pitch hatte seinen Kopf auf dem Bett abgelegt und sah mir schwanzwedelnd dabei zu wie ich versuchte klar zu werden. "Warte kurz, der Laptop braucht Strom…" unterbrach ich Cooper. "...und ich brauche Kaffee."

      Nachdem ich mir einen Kaffee gemacht und Pitch auf den Hof gelassen hatte, setzte ich mich mit dem Laptop ins Wohnzimmer wo auch das Ladekabel lag. Die Stute war bereits eingeritten und gefahren und komplett durchgetestet was Erbkrankheiten und Farben betraf. Für mich also perfekt und dass sie Pearl Trägerin war würde später noch mit Mephisto interessant werden. Das Tinkerfohlen war sehr kompakt gebaut trotz der Größe und sie sah auch ansonsten korrekt aus. Hier wurde nicht nur wegen der Farbe gezüchtet. Trotzdem sah ich mir auch die Linien der kleinen Stute ausgiebig an, ehe ich mich bei Cooper bedankte. Gemeinsam planten wir die Überfahrt nach England und klärten das Finanzielle. Als ich auflegte wurde es schon hell und auch Cooper war jetzt müde. Wir wünschten uns also noch eine gute Nacht und legten dann auf. Ich jedoch blieb jetzt wach. Ich ging ins Bad um zu Duschen und mich für den Tag fertig zu machen. Noch bevor einer der Angestellten eintrudelte hatte ich die Fütterung fertig, die ersten Pferde auf die Weiden gebracht und mistete die ersten paar Boxen, bis Beth zum Arbeitstag kam und mir das Werkzeug aus der Hand schnappte. "Guten Morgen!" meinte sie fröhlich und lächelte mich an. "Du hast wohl nichts Besseres zu tun, hm?" Ich verneinte grinsend und streckte mich ausgiebig, ehe ich aus Benjis Box ging. Der kleine Hengst stand zusammen mit seinem Shettykumpel Niffler auf einer doppelt gesicherten Weide aus denen sie nicht mehr ausbüchsen konnten. Zu meiner Überraschung kam mir Ruby entgegen, als ich Thomas von der Weide holen wollte um mit ihm zu arbeiten. Sie hatte ihren Ponyhengst Braddock 'The Parrot' an der Hand. "Mit dir habe ich erst am Nachmittag gerechnet. Keine Schule heute?" Sie grinste über beide Ohren und nickte. "Richtig. Es sind viele Lehrer krank und deshalb dürfen heute zwei Klassen zu Hause bleiben. Ich bin unter den Glücklichen." - "Na dann viel Spaß." meinte ich und ging weiter zu meinem Drum Horse Hengst. "Achja Hunter?!" rief Ruby noch und ich blieb kurz stehen. "Später kommen noch ein paar Freundinnen, können wir uns die Shettys dann leihen? Nur auf dem Hofplatz etwas Spielen mit den Ponys?" Ich nickte und gab ihr einen Daumen hoch, ehe ich wieder kehrt machte. Thomas stand zusammen mit Tank am Rand der Weide, wo das höchste Gras wuchs. Doch im Gegensatz zum Rappen graste er nicht, sondern beobachtete aufmerksam mein Verhalten. Vielleicht erkannte er, dass ich sein Halfter mitschleppte. Jedenfalls trabte er ein paar Schritte auf mich zu, sodass auch Tank kurz aufsah um zu überprüfen was seinen Kumpel aufmischte. "Guter Junge." lobte ich den Schecken und streichelte den kräftigen Hals, als er bei mir stand und sich das Halfter überziehen ließ. Den fast vierjährigen Hengst hatte ich seit Kurzem unterm Sattel und er machte sich soweit ganz gut. Die langen Beine bekam er noch nicht immer richtig geordnet, doch dafür übten wir das ja. Auch heute sattelte und zäumte ich ihn. In der noch recht kühlen Reithalle longierte ich Thomas zuerst ab und schwang mich dann in den Sattel. Im Moment arbeiteten wir an seinem Trab und den Übergängen zum Schritt. Hier und da, wenn die Motivation stimmte versuchten wir es auch schon mit kurzen Galoppphasen. Doch die waren kaum nennenswert und wirklich schlacksig in der Ausführung. In Trab und Schrott kam Thomas aber schon gut runter, lernte sich zu entspannen und versuchte es mir Recht zu machen.
      Nach der Session mit dem Drum Horse Hengst rief ich bei Käthe an. Sie erzählte mir vom ein oder anderen Neuzugang und dass sie nun aufpassen müsse nicht noch mehr Pferde ins Boot zu holen. Ich erklärte ihr, dass es mir da im Moment nicht viel anders ging. Die beiden Neuzugänge Stonery und Hester würden wohl nächste Woche eintreffen. "Achja und wenn du ja jetzt eine Rappstute hast verlange ich ein Shooting zusammen mit Moulan und als Kontrast vielleicht Smooth Gravity, sollten die sich verstehen." meinte ich und lächelte bei dem Bild, das ich mir da zusammenstellte. Echo's Maiden sollte die Rappstute heißen. "Mit blauen Augen!" Ich war sehr gespannt sie kennenzulernen. "Und wenn du so denkst, kannst du Sympathy of the Devil auch gleich mit einplanen. Die ist auch schwarz-weiß." Ich brummte wohlwollend. "Und wen hat dir Occulta noch verkauft?" fragte ich neugierg. "Einen Hengst." sagte sie aufgeregt. "Valentine's Cantastor heißt er. Ein Brauner." Da ging mir sofort ein Licht auf. "Den habe ich gesehen, als ich sie mal besucht habe. Holst du die zwei ab oder werden sie dir gebracht?" Käthe schwieg. "Ich sehe dich nicht, das ist dir aber klar oder?" fragte ich vorsichtig. "Ja klar… Keine Ahnung, das haben wir noch nicht geklärt." Ich lachte leise. "Gut, ich komme später vorbei. Bearing Spots und Compliment erkennen mich vielleicht schon nicht mehr, so lange war ich nicht mehr da." Wir legten auf. Kerry hatte mittlerweile Vikar und Mister Blockhead für heute fertig, sodass sie nur noch die Stuten übrig hatte. "Venetia und Magical Touch spanne ich mir an und bin für etwa eine Stunde im Gelände." erklärte ich und ging mit den Halftern der beiden Stuten auf die Weide. Erleichtert dankte sie mir und schnappte sich das Halfter von Felan. Max und José sind fleißig mit CHH' Classic Spring und PFS Strolch. Die beiden Vollblüter räumten auf den Rennen aktuell viele Schleifen ab. Bald würde ich Bear Brooks Denahi ebenfalls auf die Rennbahn schicken, doch ihr fehlte es noch an Ausbildung.
      Während ich mit den beiden Tinkerstuten unterwegs war überlegte ich was ich am nächsten Tag unternehmen wollte. Die beiden benahmen sich vorbildlich und wir hatten eine sehr entspannte Runde um das Gestüt herum. Die Schatten der Bäume ließen die brennende Sonne nicht zu uns durchdringen, sodass wir immer noch fit waren als wir auf den Hof zurück kehrten. "Crowley, sie sollten was essen!" rief mir Mrs. Clayton von der Türe zu. Ich brachte zuerst die beiden Stuten zurück auf die Weiden und schob die Kutsche die letzten paar Zentimeter in die Scheune, ehe ich zum Essen kam. Danach setzte ich mich mit Pitch ins Auto und fuhr nach Nottingham um Käthe zu besuchen.

      "Erin ist mit Hibana unterwegs." erklärte Käthe und küsste mich sanft zur Begrüßung. "Wir haben den Hof für uns!" Hinter ihr stand Amistad und stupste sie ungeduldig an. "Wir bringen den kurz weg ja? Dann zeig ich dir auf dem Rückweg Echo's Maiden und dann gehen wir rein. Die beiden anderen sind ja noch nicht hier. Aber ich hab Fotos!" erzählte sie stolz. Dass ich auch nach den beiden Fohlen gucken würde war selbstverständlich. For an Angel streckte neugierig den Kopf aus der Box, als wir an ihr vorbeigingen. Amistad war auch nicht abgeneigt gegenüber der hübschen Stute, doch Käthe kannte keine Gnade und zog den Scheckhengst weiter bis zu seiner Box. "Wo sind denn die Kleinen?" wollte ich wissen. Käthe zeigte nach draußen und ich beschleunigte meinen Schritt. Bearing Spots und Compliment standen gleich draußen, wenn man aus dem Stall kam und warteten darauf reingeholt zu werden. "Die sollen noch draußen bleiben, Hunter!" rief Käthe, als ich das Tor öffnete um mich auf die Weide zu mogeln. Sofort kamen die beiden zu mir und taxierten mich neugierig. Doch Leckerchen hatte ich heute nicht dabei. Besonders Compliment hatte nochmal einen ordentlichen Wachstumsschub. Ich ließ meinen Blick über die anderen Weiden schweifen. Grenzfee stand auch noch draußen zusammen mit der neuen Rappstute. Smarty Jones war der einzige, den ich noch nicht gesehen hatte. Aber er würde dann wohl in seiner Box stehen. Pitch fing an zu quängeln, weil ich ihn nicht mit auf die Weide gelassen hatte und bevor er richtig laut wurde kam ich lieber wieder raus und ging mit ihm Käthe hinterher ins Haus. Hier tauschten wir uns über unser beider Neuzugänge aus. "Ach, ich hab ganz vergessen dir Echo's Maiden zu zeigen." sagte Käthe schockiert. Doch ich unterbrach sie, ehe sie weitersprechen konnte. "Ich hab sie eben schon gesehen. Sie sieht toll aus. Wunderbar groß!" - "Und ihr Fell ist total samtig!" fügte Käthe hinzu woraufhin ich schmunzelte.

      Wir waren erst spät wieder heim gefahren und so schaffte ich es in dieser Nacht wieder nicht den verlorenen Schlaf nachzuholen. Doch es half nichts. Wenigstens war Kerry früher da und hatte sich schon Iseabail und Lady Lyneth Bowen gewidmet. Ich ging daher sofort über zu meinen Vollblütern. Kerry würde später noch Xana bespaßen. Ich begann mit Happy Fantasy. Die Stute kam grundsätzlich etwas zu kurz und deshalb gehörte mein Vormittag heute gänzlich ihr. Ich putzte sie ausgiebig, sattelte sie dann und ging mit ihr auf die Militarystrecke in Mitten der Rennbahn. Von hier aus konnte ich meinen Jockey bei der Arbeit zusehen. Sie hatten heute die Oldies Ehrengold und Mikado aus dem Stall geholt. In der Mittagspause erklärte ich den beiden dass ich mir als nächstes Mr. Raw Depression rausnahm. Die beiden nickten und sagten dann dass sie PFS' Savory Blossom und Raving Hope Slayer rennen wollten.
      Ich freute mich sehr, als am Nachmittag Isaac aus dem Urlaub kam. Übersäht mit noch mehr Sommersprossen als üblich und mit heller Fläche rund um die Augen, weil er wohl die Sonnebrille nicht abgenommen hatte bevor er sich an den Strand gelegt hatte. Freundschaftlich begrüßten wir uns und gingen zusammen in den Stall. Blütenzauber und Riven in a Dream waren die nächsten, die wir uns vornahmen. So heiß wie es war zogen wir uns in die Reithalle zurück, wo auch Abby schon den ganzen Tag war. Sie hatte sich mit Moulan beschäftigt und jetzt gerade ritt sie Scarlet in Birth warm. "Beth macht das mit den Fohlen gut oder?" fragte Isaac, der unsere Stallhilfe vor seinem Urlaub auserkoren hatte die Fohlenarbeit zu übernehmen. Sie hatte damit zu Beginn sehr zu kämpfen. "Sie hat sich gut mit ihnen eingespielt, ja." gab ich zurück. Besonders das Hengstfohlen Golden Sugar hatte sie ganz gut im Griff. Die Flausen von PFS' Storm Cat oder Stars of Magic waren dagegen ein Witz. Als wir mit den beiden Stuten fertig waren hatte Beth gerade Little Miss Backyard an der linken und Fantastic Sonata an der rechten Hand. "Könnt ihr nicht noch die letzten beiden übernehmen?" flehte sie und Isaac und ich tauschten vielsagende Blicke aus. Wir stimmten aber zu. So konnte Beth mit der Stallarbeit weiter machen und Isaac und ich schnappten uns What Rainbow und Rouge Trap. Die beiden Stuten brannten schon darauf die Welt zu erkunden. Als wir jedoch mit ihnen nach draußen gehen wollten um eine Runde um den Hof herum zu machen scheuten sie und wollten lieber wieder zurückgehen. Wir tasteten uns also eine Ecke vorsichtiger heran und ließen die beiden Stutfohlen in Ruhe gucken und das Tempo selbst bestimmen. Weit kamen wir so zwar nicht, aber wir konnten das Führtraining mit einem positiven Gefühl abschließen, als wir nach einer halben Stunde auf den Hof zurück kehrten um die Fohlen in ihre Boxen zu bringen wo sie übernachten würden.
      Am nächsten Tag hatten die meisten Pferde frei und so konzentrierte ich mich auf Slap Happy. Isaac hatte sich Bear Totem's Denali fertig gemacht und Kerry nahm LMR Lady Luna mit auf einen gemeinsamen morgendlichen Ausritt. Am Nachmittag kümmerten sich die beiden um Verdine und Tainted Whiz Gun, sodass ich frei hatte. Ich nutzte die Zeit um mit Pitch zum See zu gehen und die Woche ruhig ausklingen zu lassen. Nächste Woche würden die beiden Neuzugänge eintreffen und die Stallordnung wieder mal aufmischen.

      01. November 2018 | von sadasha
      Schnelle Pflege für alle Pferde
      Nachdem ich endlich vom Arzt das Go bekommen habe meine Pferde wieder zum teil selbst zu versorgen, machte ich mich heute früh gleich auf in den Stall um bei der Fütterung auszuhelfen. Ich fing bei meinen Zuchtstuten an um sie als erste auf ihre Weide bringen zu können. LMR Lady Luna, PFS' Savory Blossom und Scarlet in Birth streckten schon neugierig die Köpfe aus der Box, als sie den Fuggerwagen hörte. Slap Happy kam erst zur Tür, als ich bereits vor ihr stand. Als Boxennachbarin wurde dann auch Mikado neugierig. Riven in a Dream war noch im Halbschlaf und musste erstmal aufstehen, als sie das Futter hörte. Ich versuchte noch ein Foto davon zu machen, wie sie in ihrer Box lag, doch ich war zu langsam und erwischte sie mitten in der Bewegung. Die Dunkelheit gab dann den Rest dazu, das Bild war komplett verschwommen. Als nächstes waren Moulan, Blütenzauber und Bear Totem's Denali an der Reihe. Die Vollblut Zuchtstuten waren damit fertig. Nach der Fütterung kamen sie auf ihre Weide. Jetzt waren Tainted Whiz Gun, Verdine und Happy Fantasy bereit für ihr Frühstück. Die bunte Truppe stand nicht mit den Zuchtstuten auf einer Weide. Sie hatte ein eigenes Weideplätzchen und war so harmonisch, dass ich sie gar nicht in die große Herde werfen wollte. Die "Youngsters" hingegen schon. CHH' Classic Spring, PFS' Storm Cat, Rouge Trap, Fantastic Sonata und Essence of Life konnten sich schonmal daran gewöhnen mit tragenden Stuten und Fohlen umzugehen. Sie waren meine Anwärter. Die Jährlingsstuten Little Miss Backyard, Stars of Magic und What Rainbow standen zusammen mit Hester auf einer Weide weiter weg von ihren Mutterstuten. Das Absetzen hatten sie bereits hinter sich, doch ehe sie wieder zu den Großen kommen, würde noch etwas Zeit versteichen. Framed in Fantasy, mein neuster Zuwachs stand zusammen mit Braddock 'The Parrot', Niffler und Benji auf einer Weide, da ich aktuell keine Hengstfohlen außer ihm auf dem Hof hatte. Als die Fütterung der Stuten durch war öffnete ich die Paddockboxen der Hengste. Dabei ließ ich zuerst die älteren Hengste raus. Ehrengold und Mr. Raw Depression und danach Reverence. Zuletzt kamen Raving Hope Slayer und PFS Strolch auf ihre Paddocks.
      Mirko hatte sich in der Zwischenzeit um den zweiten Stalltrakt gekümmert und Xana, Stonery, Venetia, Felan, Magical Touch, Delmara, Iseabail, Lady Lyneth Bowen und Uschi komplett versorgt. Beth war noch dabei die Kaltbluthengste raus zu bringen. Maeyr, Schneemann und Mister Blockhead hatte ich schon draußen gesehen. Tank, Buck or Two, Thomas, Vikar und Mephisto standen noch in ihren Boxen. Ich hatte noch zwanzig Minuten Zeit um eine Box fertig zu machen für den heutigen Neuankömmling. Ramira, eine Tinkerstute, die auch Kerry gut gefallen wird. Sie war charakterlich einwandfrei und genoß bislang ein sehr liebevolles zu Hause in dem sie ordentlich in der Freiarbeit gefördert wurde. Für ein Therapiepferd exzellente Voraussetzungen. Nach der langen Reise aus Deutschland würde sie erstmal Ruhe brauchen. Ich streute deshalb so ein, dass sie es gemütlich hatte. Futter würde sie Portionsweise mitbringen, sodass ich mir darum vorerst keine Gedanken machen musste. Futterumstellungen hatte ich nun schon zu genüge umgesetzt und auch Ramira wird damit sicher gut zurecht kommen, sobald ich damit beginne. Ich legte ein paar saftige Möhren in den Futterkrug und öffnete das Fenster zum Innenhof. Damit war ich mit meinem Tagesplan fertig.

      1. April 2019 | von sadasha
      Frühlingseinbruch
      Den Kopf auf eine Hand gestützt, saß ich auf dem Hocker in der Sattelkammer. Ich starrte die offene Dose Lederfett an, die vor mir auf dem Boden stand, sah sie jedoch nicht. Ich war mit meinen Gedanken bei meinen Eltern, suchte Lösungen für das Dilemma, das sich um sie wob, wie ein giftiges Netz. Die Nachricht vom Schlaganfall meines Vaters hatte mich vor zwei Tagen aus der Bahn geworfen. Meine Mutter war vollkommen aufgelöst und lief herum wie ein aufgescheuchtes Huhn, wenn man sie besuchte. Sie fand sich alleine nur schwer zurecht. Jahrzehnte lang hatte sie meinen Vater an ihrer Seite, ihr Ruhepol, ihr Anker. Jetzt war er im Krankenhaus und kämpfte mit den Folgen des Schlaganfalls. Die Ärzte wollten uns nicht zu viel versprechen, er würde vielleicht wieder gehen lernen, vielleicht wieder sprechen können, aber sein Geist war sehr mitgenommen. Ich hatte meine Mutter wegen ihrer ebenfalls schlechten Verfassung nach Hause geholt. Hier konnte ich immer ein Auge auf sie werfen, sie ablenken. Mein Team half mir dabei und es zeigte bereits Wirkung. Aber war das die Lösung? Sicher nicht. Ich musste mir für die Zukunft etwas anderes überlegen.
      Ich seufzte und riss mich aus meinem Gedankenkarussell. Jemand hatte die Tür hinter mir geöffnet. Als ich mich umwandte sah ich, dass es Kerry war. Sie brachte Sattel und Trense von Vikar nach ihrem Training zurück. „Vikar kam heute aus dem Schwitzen kaum noch raus. Auch die anderen Kaltblüter tun sich schwer mit dem plötzlichen Frühlingseinbruch. Kannst du mir helfen sie zu scheren? Ich bin mit der Maschine so unsicher.“, fragte sie, als sie das Zubehör fertig verstaut hatte und sich zum Gehen wandte. Ich nickte zum Sattel auf dem Bock vor mir. „Ich mach den noch fertig, dann komme ich.“
      Kerry hatte Tank auf die Stallgasse geholt und ihn gründlich geputzt. Der Shirehengst sah mich aufmerksam an, als ich mich mit der Schermaschine näherte. Er war meistens entspannt. Das Scheren kannte er und gerade ihm mit seinem schwarzen Fell, war es immer eine große Erleichterung, wenn wir ihm beim Fellwechsel halfen. „Ich hol schon mal den nächsten Kandidaten, dann kann ich Putzen, solange du Tank scherst.“ Abermals nickte ich und schloss die Maschine am Strom an. Ich stellte eine recht kurze Haarlänge ein und begann am Hals gegen den Strich zu scheren. Kerry hatte die Mähne fest eingeflochten, sodass sie mich jetzt nicht störte, selbst wenn sich Tank einmal schüttelte. Ich nahm mir die Zeit um langsam die Bahnen zu ziehen und auf Unebenheiten zu achten. Schließlich wollte ich den Hengst nicht verletzen. Immer wenn ich absetzte prüfte ich die Temperatur der Schermaschine. Wurde sie zu heiß, setzte ich für ein paar Minuten aus, damit sie sich abkühlen konnte. Nach Tank war Felan an der Reihe. Kerry brachte den Hengst weg und ich ging eine Stallgasse weiter um die Schimmelstute zu scheren. Felan war auch sehr ausgeglichen und ruhig. Der Krach der Schermaschine machte ihr nichts. Ihre dunkle Haut ließ das Fell grau erscheinen. Kerry half mir beim Po und hob den Schweif an, da Felan ihn nicht von selbst hochnahm, wenn ich in die Gegend kam. Dadurch dass die Stute deutlich kleiner war, als Tank war ich auch viel schneller mit dem Scheren fertig. Kerry hatte dennoch schon das nächste Pferd fertig geputzt. Schneemann war zwar auch weiß, hatte aber eine helle Haut, da er kein Schimmel war. Er bekam eher einen rosa Touch, wo die Haut durchschimmerte. Während ich ihn scherte, putzte Kerry Uschi, deren Dapples beim Schervorgang deutlicher zum Vorschein kamen. Eine Herausforderung stellte Maeyr dar. Der Hengst war mal wieder in Höchstform und schnappte immer wieder nach mir, wenn ihm eine Stelle nicht passte. Als ich seine Spinnereien satt hatte bat ich Kerry ihn abzulenken, damit ich den Schervogang in Ruhe abschließen konnte. Auch Mister Blockhead war nicht begeistert vom heutigen Tagesprogramm. Nach ihm legten wir erstmal eine Pause ein und aßen zu Mittag.
      „Holt ihr die anderen? Wir haben für Alle gekocht.“, bat meine Mutter, als wir die Küche betraten. Sie sah glücklich aus. Mrs. Clayton deckte im Hintergrund den Tisch. Es roch köstlich nach gebratenem Fleisch und Rosmarin. Kerry und ich teilten uns auf und holten den Rest des Teams. Ein so üppiges Essen hatten wir selten. Meistens gab es Eintöpfe, Suppen, irgendwas, das sich schnell für eine große Truppe anrichten ließ. Jetzt wo Mrs. Clayton jedoch die Hilfe von meiner Mutter hatte tischten sie gemeinsam auf. Sie waren ein ausgezeichnetes Team. „Als nächstes scheren wir Mephisto und Buck or Two. Dann sind es nur noch die übrigen Stuten.“, erklärte Kerry. Liz sah auf. „Das macht ihr also den ganzen Tag! Vielleicht könnte man bei der Gelegenheit die Fohlen an das Geräusch gewöhnen?“, schlug sie vor. Ein zustimmendes Murren ging durch die Reihe, da niemand den Mund leer hatte um in Worten zu antworten. Den Rest des Essens diskutierten wir aus wie dir das Fohlentraining am besten einbringen konnten ohne die Kleinen komplett zu verschrecken. Am besten ging das mit den sehr routinierten Stuten. Xana, Venetia, Ramira und Sovereign boten sich an.
      Nach dem Essen ging es dann an die Umsetzung. Ich begann damit die Stuten zu scheren und Kerry sah immer mal wieder mit einem der Fohlen vorbei. Zuerst mit Hester, die das Alles recht wenig interessierte. Gut für sie, denn als Tinker würde die später öfter in den Genuss kommen zum Fellwechsel geschoren zu werden. Aber auch die Vollblutfohlen Little Miss Backyard, What Rainbow und Framed in Fantasy konnten sich mit dem Geräusch und dem Vorgang etwas vertraut machen. Als die vier Stuten unseres Vertrauens durch waren mit Scheren, fehlte nur noch Stonery. Auch sie wurde heute von überschüssigem Winterfell befreit und anschließend mit einer leichten Decke eingedeckt.
      Der nächste Tag begann ganz standardmäßig. Es war für mich schon so normal, meine Mutter im Haus zu haben, dass es sich unnatürlich anfühlte, sie demnächst wieder wegzuschicken, damit sie weiter mit meinem Vater leben konnte. Doch für den Moment genoss ich ihre Anwesenheit und ihre Hilfsbereitschaft im Haushalt. Sie hatte sogar Pitch raus gelassen, sodass ich sofort an die Arbeit mit den Pferden gehen konnte. Ich schnappte mir zuerst Ehrengold und Sunday Morning und steckte sie in die Führanlage, die beiden braunen Hengste verstanden sich erstaunlich gut und so konnte man sie halbwegs unbeaufsichtigt ihre Runden drehen lassen. Von der Reithalle aus konnte ich sie beobachten. Ich machte mir Riven in a Dream fertig und wärmte sie zuerst einmal gründlich auf. Als ich damit fertig war betrat Isaac mit Mikado in die Halle. „Keine Stangen aufgebaut? Bist du krank?“ Ich lachte. „Kein Bedarf. Aber nur zu, wenn du Stangenarbeit machen möchtest: Fühl dich frei.“, gab ich zurück und trabte Riven an. Isaac beließ es für seine erste Trainingseinheit des Tages dabei und baute erst nachdem er Mikado weggebracht hatte ein paar Stangenlektionen auf. Ich hatte nun PFS Strolch unter mir und nutzte die Stangen ebenfalls. Da Isaac jetzt den Halbbruder PFS' Straight Alignment ritt kamen wir mit den Abständen in etwa hin, wenngleich Ally ein Stückchen kleiner war. Die Schrittlänge war erstaunlicher Weise recht ähnlich. Nach dem Mittag schnappte ich mir zuerst Golden Sugar und später Reverence und machte ihn für den Geländeparcours fertig, der sich endlich wieder bereiten ließ, nach all den nassen Tagen. Die Hofeigene Strecke hatte ich für mich alleine, da heute nur Isaac als Trainer auf dem Hof war. Er blieb jedoch den Tag über in der Halle. Die Stuten PFS' Savory Blossom und Essence of Life würde das freuen, da sie sonst gleich gewaschen werden müssten, was keine von ihnen sonderlich mochte. In der Führanlage liefen, als ich von meiner Geländesession zurück kam, Rouge Trap, PFS' Storm Cat, Tainted Whiz Gun und CHH' Classic Spring. Damit waren die Vollblüter für heute bewegt. Frei war mein Nachmittag jedoch trotzdem nicht, da ich noch ein paar Besorgungen für die Schmiede machen musste. Erst als ich spät Abends wieder nach Hause kam, hatte ich endlich frei und konnte mit Pitch die Ruhe genießen.
    • Sammy
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      Kunterbunte Neuzugänge
      Ankunft von Jeune Mariée, Little Miss Backyard, PFS' Storm Cat & Cadeau
      14. Juli 2019
      "Sammy! Sammy, komm mal schnell her!", schallte die aufgeregte Stimme von Ana, meiner neusten Angestellten durch den Stall. Die junge Russin hatte sich perfekt ins Team eingefügt und war mir inzwischen eine gute Freundin geworden. Grinsend trat ich in mein Büro, wo Ana mit der Nase an meinem PC-Bildschirm klebte. "Was ist denn los?", fragte ich neugierig. Ana riss sich vom Bildschirm los und deutete mit großen Augen auf den PC. "Hier sind grade zwei Verkaufsanzeigen aufgetaucht und die Leute rasten völlig aus. Ich glaube du hast die beiden Gestüte auch schon mal erwähnt.", erklärte Ana. Ich schob sie zur Seite und sah mir die erste Anzeige an. Sie war von dem Gestüt Caenheide in Deutschland. Dort war ich schon des Öfteren gewesen, um Pferde zu trainieren. Außerdem hatte ich meine geliebte Rappstute Leveneza von dort. "Die verkaufen ja fast all ihre Pferde! Was da wohl los ist?", überlegte ich überrascht. Ich wusste, wie sehr Franziska an ihren Pferden hing und fragte mich, ob bei ihr und ihrem Bruder alles in Ordnung war. Dennoch sah ich die Bilder der Verkaufspferde durch. Schnell vermerkte ich mir einen bildschönen Trakehnerschecken namens Cadeau und das Stutfohlen Jeune Mariée. Cadeau stammte von Cor de la Bryére ab und Mariée war mir schon bei meinem letzten Besuch auf dem Gestüt aufgefallen. Sie war eine Urenkelin meines Tophengstes Levistino, in auffallender Falscheck-Jacke. Ich griff zum Höhrer und rief Franziska an. Glücklicherweise war der Zeitunterschied von Deutschland und England ja nicht allzu groß. Bereits nach dem zweiten Klingeln nahm Franziska ab. "Hey du, Sammy hier. Ich hab grade deine Anzeige gelesen. Ist alles in Ordnung bei euch?", fragte ich. "Oh hi Sammy! Bei uns ist alles okay, aber das Gestüt wird uns zu viel. Bei Lars und mir ändert sich gerade einfach so viel, dass wir den vielen Pferden nicht mehr gerecht werden können. Du hast doch bestimmt Interesse an einigen oder? Wir werden gerade mit Verkaufsanzeigen überschüttet, aber mir wäre es natürlich lieb, wenn die Pferde an Leute gehen, die ich kenne.", erklärte Franziska. Also bekundete ich mein Interesse an Cadeau und Jeune Mariée und freute mich riesig, als Franziska einwillige, mir die beiden zu einem lächerlichen Preis zu verkaufen. "Uns kommt es vor allem darauf an, unsere Lieblinge in gute Hände zu geben. Vielleicht darf ich sie ja irgendwann mal besuchen kommen, wenn wieder etwas mehr Zeit ist?", fragte Franziska zögerlich. "Aber natürlich. Du kannst jederzeit vorbeikommen und vielleicht sehen wir uns ja auch mal auf dem ein oder anderen Turnier. Für immer werden die Pferde dich bestimmt nicht los.", sagte ich lächelnd. Wir beendeten das Gespräch und Ana viel mir quietschend um den Hals. "Wir bekommen die beiden, ja?", fragte sie.
      Ich nickte nur und öffnete die zweite Anzeige. Denn nun war ich doch sehr gespannt darauf, was noch kommen sollte. Ich staunte nicht schlecht, als ich den Namen "BearBrook ec" las. "Das gibt's doch nicht. Hunter auch?". Auch auf dem BearBrook ec war ich schon häufig gewesen, um Hunter's Pferde zu trainieren. Beim Durchsehen der Pferde verliebte ich mich sofort in eine wunderschöne Pintaloosa-Stute, die Pharlap in ihrer Ahnenlinie aufweisen konnte. Sie machte einen aufgeweckten Eindruck und wanderte sofort auf meine Liste, auch wenn sie noch keine Erfolge gesammelt hatte. Dann war da noch PFS' Storm Cat. Ich hatte die junge Stute schon bei zwei Rennen laufen gesehen und war begeistert von ihrem Temperament. Außerdem stammte sie von Pineforest Stable und ich träumte schon ewig davon, endlich einmal ein Englisches Vollblut aus Occulta's Zucht zu ergattern. Auch Hunter ging flott ans Telefon und über Little Miss Backyard waren wir uns innerhalb von zwei Minuten einig. Bei Storm Cat zögerte der junge Mann. "Ich gehe mal davon aus, dass Occulta sie gern zurück haben möchte. Aber du kannst sie natürlich gerne fragen. Falls sie einverstanden ist, darfst du das Kätzchen gerne auch zu dir nehmen. Aber Sammy? Es ist recht dringend, also wäre es toll, wenn du Backyard und eventuell Storm Cat schon diese Woche abholen könntest?", fragte Hunter. Ich bejahte selbstverständlich und wählte gleich Occulta's Nummer. "Hunter hat mir schon Bescheid gesagt, dass er viele Pferde abgibt. Hast du auch schon von Caenheide gehört? Aber um auf deine eigentliche Frage zurück zu kommen: Du kannst das Kätzchen gerne haben, ich bekomme sowieso einen ganzen Schwung Pferde zurück und bei dir hat sie es gut!". Ich konnte mein Glück kaum fassen und dankte Occu überschwänglich. Vier neue, absolut vielversprechende Pferde an einem einzigen Tag. Außerdem passten sie perfekt zum neuen Zuchtziel. Bei Hunter war besetzt, also schrieb ich ihm schnell eine SMS, dass ich Little Miss Backyard und Stormcat übermorgen abholen würde.

      ~*~

      Zwei Tage später war ich auf dem Weg zum BearBrook ec. Glücklicherweise dauerte die Fahrt nur zwei Stunden. Ana saß neben mir und starrte aufgeregt aus dem Fenster. Es war das erste Mal, dass sie mich zu einem Pferdekauf begleitete. Die Fahrt verlief ereignislos und so erreichten wir Hunter's Gestüt überpünktlich. Dennoch wurden wir sofort zu den Stallungen geführt. PFS' Storm Cat und Little Miss Backyard waren bereits auf Hochglanz geputzt worden. Nun banden zwei Pfleger die Vollblutstuten los und führten sie uns auf dem Hof vor. Da ich Storm Cat bereits kannte, wäre das bei ihr nicht nötig gewesen, doch Hunter mochte es, wenn alles nach einem festen Plan ablief. Storm Cat lief brav neben ihrem Pfleger her und trabte schwungvoll vor uns auf und ab. Ich zeigte Hunter lächelnd den erhobenen Daumen und Storm Cat wurde für den Transport vorbereitet, während Little Miss Backyard aus dem Stall geführt wurde. Missy, wie ich die Stute innerlich schon getauft hatte, war ein krasser Gegensatz zu Storm Cat. Während die Schimmelstute brav auf ihren Pfleger geachtet hatte, tänzelte Missy nervös auf der Stelle und schmiss den schönen Kopf in die Höhe. Nach zwei schwungvollen Schritten im Trab, machte sie einen Hüpfer zur Seite und ihr Pfleger hatte alle Mühe, die temperamentvolle Stute im Zaum zu halten. Nach zwei weiteren Runden, in denen Missy mehrere Bocksprünge vollführte und immer wieder zur Seite ausbrach, gab der Pfleger resigniert auf. "Sie hat ziemlich viel Pfeffer im Hintern. Aber mit der richtigen Ausbildung wird sicherlich trotzdem ein tolles Sportpferd aus ihr.", erklärte Hunter mir. Ich war absolut derselben Meinung. Immerhin würde Missy nicht das erste temperamentvolle Pferd auf meinem Gestüt sein und ihr Potenzial war deutlich zu erkennen.
      Eine Viertelstunde später waren die Verträge unterzeichnet, der Scheck ausgestellt und die Pferde verladen. Während Storm Cat wie ein echter Profi auf den Hänger gegangen war, hatte Missy einiges an Theater veranstaltet. Nun war mir auch klar, warum die junge Stute noch nicht auf Turnieren vorgestellt worden war. Aber daran würden wir nach und nach arbeiten und Missy dabei die Zeit geben, die sie brauchte.

      ~*~

      Gähnend stieg ich aus dem Auto und ging nach hinten zum Hänger. Ana war gerade losgezogen und holte Kaffee. Wir befanden uns auf der Fähre von Deutschland nach England und hatten die Trakehner Cadeau und Jeune Mariée dabei. Auf der Hinfahrt waren wir ewig im Stau gestanden, sodass es nun schon recht spät war. Ich wollte mit den beiden Pferden jedoch nirgendwo übernachten, also gab es nun Kaffee. Ich öffnete die Seitentür des Hängers und schlüpfte hinein. Cadeau schnoberte mich mit seinem samtenen Maul vorsichtig ab und ich strich ihm den schwarzen Schopf aus der Stirn. Der Hengst war ein absoluter Charmeur. Er wollte gefallen und war trotz seines jungen Alters sehr souverän. Das färbte auch auf das Jährlingsstütchen Jeune Mariée ab, die vollkommen ruhig neben ihrem ausgewachsenen Artgenossen stand. Mariée schien ein wenig gelangweilt, doch die Überfahrt dauerte ja zum Glück nicht allzu lang. Ich kraulte das Falbscheckfohlen am Widerrist und sah meine beiden Neuzugänge ganz verliebt an. Storm Cat und Missy hatten sich mittlerweile schon ein wenig eingewöhnt und Missy versuchte bereits meiner Vollblutstute Successful Dream ihren Rang streitig zu machen. Damit scheiterte sie bisher allerdings kläglich und ich behielt die beiden jungen Stuten gut im Auge. Ab nächster Woche wollte ich auch mit dem Training der Stuten beginnen. Gleiches galt auch für Cadeau und Mariée, falls sie sich bis dahin gut einlebten. Ich knutschte die beiden Süßen nochmal und setzte mich dann wieder ins Auto. Normalerweise genoss ich die Überfahrt an Deck, aber meine Pferde ließ ich nie alleine. Kurz darauf kam Ana mit dem Kaffee wieder. Auch sie war ganz verliebt in Mariée, doch wirklich angetan hatte es ihr Missy. Wenn sie sich weiter so gut anstellte, durfte sie die Stute demnächst auch im Training reiten. Immerhin machte Ana ihre Sache mit Kazumi Princess El Assuad bisher großartig.
      Als wir endlich zu Hause waren, wurden wir wie üblich vom gesamten Stammpersonal in Empfang genommen. Die Ankunft neuer Pferde war immer eine große Sache, vor allem, wenn sie von bekannten Gestüten stammten. Storm Cat hatte sich sowieso schon in die Herzen aller geschlichen und ich hatte so eine Ahnung, dass das mit Cadeau ähnlich sein würde. Da Brian immer noch traurig darüber war, dass ich meinen Hannoveranerhengst Black Soul in Rente geschickte hatte, wollte ich ihm Cadeau anvertrauen. Der Scheckhengst passte meiner Meinung nach wunderbar zu dem einfühlsamen Mann, der die Dressur liebte. Wir luden die beiden Pferde unter lauter "Oh's" und "Ah's" aus und ich drückte Brian sofort Cadeau's Führstrick in die Hand. "Stell ihn in die Box neben Fantastic Fly. Die beiden könnten sich ganz gut verstehen.", gab ich die völlig überflüssige Anweisung. Immerhin hatten wir die Boxen für die Pferde schon vor unserer Abfahrt vorbereitet. Brian nickte glücklich und führte Cadeau mit großen Schritten in Richtung Stall. Übergab ich ein neues Pferd sofort an einen Mitarbeiter, konnten diese sich schon denken, wer das Haupttraining des jeweiligen Pferdes übernehmen würde. Mariée nahm ich selbst, denn das Fohlentraining war immer noch meine Lieblingsbeschäftigung. Allerdings unterstützte Ana mich fleißig. Als Mariée gut versorgt neben meiner zweijährigen Araberstute PFS' Isis untergebracht war, machte ich eine kurze Runde durch den Stall und verzog mich dann in mein Haus, um todmüde ins Bett zu fallen. Es war eine aufregende Woche gewesen und ich freute mich schon sehr auf die Zeit mit meinen vier Neuankömmlingen.
    • Sammy
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      Umbaupläne & eine Freundin für Elfentanz!
      18. Oktober 2019
      "Ana, nimmt sie zurück! Sie verarscht dich!", rief ich über die Sandbahn. Dort kämpfte meine beste Arbeitsreiterin mit meiner erfolgreichen Vollblutstute Successful Dream. Bisher war nur ich auf dem Rücken der jungen Stute gesessen, doch Ana hatte sich in den letzten Wochen so hervorgetan, dass ich beschlossen hatte, ihr eine Chance zu geben. Bisher lief es allerdings nicht wirklich gut. Die braune Vollblutstute spielte mit Ana. Die ersten Minuten war sie vorbildlich im ruhigen Galopp an den Rails entlanggelaufen, doch nun wurde Dreamy immer schneller und driftete von den Rails weg. So viel also zu meinem Plan, das Training der Rennpferde hauptsächlich vom Boden aus zu überwachen. Ich sah auf die Uhr. Dream's Trainingszeit war gleich vorbei, dann kam der nächste Pulk Vollblüter an die Reihe. Meine Verkaufspferde Ghostbuster, Tschiwabschischi und Pirate Island waren ebenso wie Success Story xx, die erfolgreiche Mama von Dreamy, bereits ein Trainingsrennen gelaufen. Ghost, Tschiwi und Island gingen demnächst zurück zu Flair, die die drei Pferde gezüchtet hatte. Ich riss mich aus meinen Gedanken und sah wieder zur Bahn. Ana saß mittlerweile im Sattel, anstatt in den Bügeln zu stehen und versuchte so, Dreamy's Tempo zu drosseln. Die junge braune Stute hatte allerdings augenscheinlich überhaupt keine Lust, sich ihrer Reiterin unterzuordnen, denn sie begann nun, im Zickzack über die Bahn zu rennen. Ich konnte kaum hinsehen. Eingreifen konnte ich allerdings ebenso wenig. Ana war eine gute Reiterin, ich musste nun wohl einfach darauf vertrauen, dass sie die temperamtenvolle Stute in den Griff bekam.
      "Oh, oh Dreamy hat wohl wieder ihre fünf Minuten, was?", ertönte da Samuel's Stimme. Der junge Mann saß auf meinem Schimmelhengst Pawaneeh. Das Vollblut, dass schon etliche Schleifen mit nach Hause gebracht hatte, war der Vater meiner Stute Kagami El Assuad und damit der Großvater von Kagami's Tochter Kazumi Princess El Assuad. Die junge Scheckstute hatte heute genau wie ihre Mama ihren freien Tag. Sie warteten im Stall auf ihr Frühstück, dass es wie üblich erst nach der Morgenarbeit gab. Gleich hinter Samuel und Pawaneeh folgte Donald, der den Rapphengst El Racino führte. Das wunderschöne lackschwarze Vollblut war zu einem richtig stattlichen Hengst herangewachsen und bereitete mir jeden Tag viel Freude. Während Pawaneeh auf der Bahn mittlerweile recht gut zu händeln war, stach Racino ab und an immer noch der Hafer. Dabei interessierte es das inzwischen neunjährige Vollblut auch herzlich wenig, dass es unter den Rennpferden nun bald zu den alten Hasen gehörte. Rennen liefen beide Hengste kaum noch, aber ab und zu genossen sie einen schnellen Galopp auf der Bahn und genau den würden sie heute morgen auch bekommen. Vorausgesetzt, wir bekamen Dreamy von der Bahn. Sobald das verrückte Jungpferd jedoch die beiden schönen Hengste entdeckte, wurde es langsamer und kam freiwillig auf den Ausgang zugaloppiert. Ich stellte mich an die Lücke in den Rails und hob die Arme. Dreamy fiel in einen zuckeligen Trab und schließlich in den Schritt. Erleichtert griff ich nach ihren Zügeln und tastete ihre Beine ab. "Es tut mir so Leid, Sammy. Sie hat einfach nicht auf mich gehört.", sagte Ana niedergeschlagen. "Ich weiß schon Ana. Es ist nicht deine Schuld. Ich hatte nur die Hoffnung, dass Dream sich mittlerweile ein wenig mehr mit anderen Reitern arrangieren würde. Aber wenn sie auf der Rennbahn schon so abgeht, brauchst du es in der Halle oder auf dem Platz gar nicht erst versuchen.", sagte ich. Dream liebte die Rennbahn. Der Dressur konnte sie dafür herzlich wenig abgewinnen. Sobald es in die Halle ging, wurde Successful Dream mürrisch und fing an, Blödsinn zu machen. Auch ich hatte in diesen Momenten meine liebe Not, die junge Stute einigermaßen unter Kontrolle zu halten. "Immerhin hat sie dich nicht in den Sand gesetzt. Frag mal Donald, den lässt sie an schlechten Tagen nicht einmal in ihre Nähe.", sagte ich aufmunternd. Donald hob zur Bestätigung seinen muskulösen Arm, auf dem ein verblassender blauer Fleck zu sehen war, wo Dream ihm gezeigt hatte, wie wenig sie ihn in ihrer Nähe haben wollte. Das junge Vollblut war ebenso unberechenbar wie talentiert. Dennoch war Successful Dream, genau wie ihre Lieblingsfreundin Kazumi Princess El Assuad bereits gekrönt. Fohlen würden die beiden aber in nächster Zeit noch nicht bekommen. Dreamy stupste mich an und ich strich ihr über die weiche Nase. Dann drückte ich Ana die Zügel in die Hand. "Bring sie zurück in den Stall, ich muss jetzt hier weiter machen, sonst werden wir heute nicht mehr fertig. Oh und bring danach Bearing Spot's raus.", gab ich meine Anweisungen. Ana führte Dreamy geknickt weg. Ich grinste. Die junge Frau durfte gleich Bearing Spot's reiten. Das junge Punktepferd war noch nicht allzu lange in meinem Besitz und machte momentan quasi die ersten Schritte auf der Rennbahn. Im nächsten Frühjahr sollte sie dann die ersten Rennen gehen. Gleiches galt für die Scheckstute Little Miss Backyard und meine geliebte Pirate's Pride. Letztere war ein Fohlen von Pirate Island und Ghostbuster und hatte ihre Jungpferdezeit auf einer riesigen Weide verbracht. Nun wurde Pride bald drei Jahre alt und war somit soweit, zu arbeiten. Ich war schon unglaublich gespannt, wie sich das Stütchen machen würde. Aber mit solch erfolgreichen Eltern musste Pride einfach talentiert sein. Nun übernahm ich jedoch erst einmal El Racino. Der schöne Rappe drückte sein weiches Maul in meine Hand und ich strich ihm über die schneeweise Blesse. Racino war schon immer mein Baby gewesen und würde es wohl auch immer bleiben. Deshalb würde er auch nicht zurück zu Flair gehen. Von dem Rapphengst würde ich mich niemals trennen können. Donald warf mich in den Sattel und ging dann los, um PFS' Storm Cat fertig zu machen. Morgens lief hier alles wie am Fließband, damit die Vollblüter möglichst früh mit ihrem Rennbahntraining fertig waren. Ich strich Racino über den glänzenden Hals und ritt den Hengst durch die Öffnung der Rails. Samuel folgte uns mit Pawaneeh. Wir wärmten die Hengste zunächst im Uhrzeigersinn auf. Ich nahm die Zügel auf und trabte Racino an. Der Rappe lief mit schwungvollen Schritten los und trug mit flott um die Bahn. Als ich ihn schließlich im Arbeitstempo angaloppieren ließ, drängte er sofort gegen das Gebiss. "Ist Pawa auch so heiß?", rief ich über die Schulter zu Samuel. "Jap. Gut, dass es gleich losgeht.", kam es postwendend von Samuel zurück. Ich wendete Racino in einem großen Zirkel und gleich darauf schloss Samuel mit Pawaneeh zu uns auf. Als wir den 800-Meter-Pfosten erreichten, gaben wir die Zügel nach und die beiden Hengste schossen vorwärts. Racino wechselte so fliegend in den Renngalopp, dass Pawaneeh sofort eine Pferdelänge zurückfiel. Beide Hengste waren so talentiert und erfahren, dass es in den Rennen zwischen den beiden tatsächlich meist auf Glück ankam. Diesmal hatte Racino den besseren Start erwischt und es war unwahrscheinlich, dass der Schimmel uns einholen würde. Der Rappe streckte sich immer mehr und verschlang mit jedem Galoppsprung regelrecht den Boden unter sich. Ich kauerte mich so tief ich konnte über seinen Hals und ließ Racino ansonsten machen. Hatte der schöne Hengst ersteinmal freie Bahn, war er kaum noch zu schlagen. So kam es auch, dass wir eine knappe Länge vor Pawaneeh und Donald über die Ziellinie schossen. Ich stellte mich in die Bügel und pullte Racino auf. Der schöne Hengst schüttelte den feinen Kopf und wehrte sich ein wenig. Scheinbar wäre er gerne noch weitergelaufen. "Schon gut mein Hübscher. Wir wiederholen das bald und dann darfst du wirklich rennen." Sowohl El Racino als auch Pawaneeh waren Steher, also Pferde für längere Distanzen. Allerdings konnte ich sie ja nicht bei jedem Training die volle Distanz gehen lassen, wenn ich sie nicht überfordern wollte. Wir parierten die Hengste zum Schritt durch und ritten auf die Öffnung in den Rails zu. Dort warteten bereits Ana mit Bearing Spot's, Donald mit PFS' Storm Cat und Brian mit Backup und Ace of Spades. Brian machte sich nichts aus dem Rennreiten und ich zwang ihn nicht dazu. Solange wir genug Reiter waren, konnte Brian sich den anderen Disziplinen widmen. Neben dem jungen Mann lief Edward. Ihn hatte ich auf meinem Heimflug von Kanada mit HMJ 7786 Elfentanz kennengelernt und kurzerhand mit auf mein Gestüt gebracht, da er eine neue Bleibe suchte. "Brian wollte mir keins der Pferde geben, er sagte, dass müsstest du entscheiden.", meine Edward ein wenig mürrisch. Ich sprang von Racino's Rücken und lachte. Du kannst Racino trocken führen und versorgen. Ich muss mich jetzt nämlich um unser Kätzchen kümmern." Mit diesen Worten drückte ich Edward Racino's Zügel in die Hand und ließ mich von Donald in PFS' Storm Cat's Sattel werfen. "Dann reitet Donald Bearing Spot's?", fragte Ana unsicher. Ich schüttelte den Kopf. "Donald übernimmt Ace of Spades und Samuel reitet Backup. Du übernimmst ab jetzt Bearing Spot's. Zumindest, wenn ich sie nicht selbst reite." Ana machte große Augen. Ich war bekannt dafür, dass ich neue Pferde erst einmal ausschließlich selbst ritt, sodass diese Ausnahme ein großer Vertrauensbeweis war. Ana strahlte und sah sich nach Donald um, der ihr sofort in Spot's Sattel half. Dann ging der Mann zu Ace hinüber und schwang sich in deren Sattel. Brian und Samuel tauschten Pferde und so machten wir vier Reiter uns auf den Weg. "Ach Brian, bringst du mir dann Little Miss Backyard? Wenn Edward es sich zutraut, kann er dir auch helfen.", rief ich über die Schulter. Die Scheckstute war zwar unglaublich schön und ebenso talentiert, aber vollkommen unberechenbar. Sie war noch nicht soweit, mit anderen Pferden auf der Bahn zu laufen. Nun konzentrierte ich mich aber erst einmal auf Storm Cat. Die wunderschöne Schimmelstute aus dem bekannten Gestüt Pineforest Stable von Occulta zählte zu meinen absoluten Lieblingen. Und das wusste sie auch. Unser Kätzchen war einfach rundum wunderbar. Sie hatte ein angenehmes Temperament, ließ sich toll reiten und gab bei jedem Training alles. Ana konnte auch gar nicht mehr aufhören zu grinsen und strich Spotty unentwegt über die schwarz-weiße Mähne. "Ana, du weißt schon, dass wir zum arbeiten hier sind, ja?", neckte ich sie. "Werden wir ja auch. Aber sie ist so schön. Und so süß!", strahlte Ana. Die beiden Jungs verdrehten nur die Augen. Ace of Spades lief schon lange keine Rennen mehr, aber ich setzte sie gerne im Training mit den jüngeren Pferden ein. Auch Backup zählte zu meinen erfahrenen Rennpferden, war sie doch genauso alt wie mein Liebling Kagami El Assuad. Allerdings hatte Backup das Pech gehabt, immer in Kagami's Schatten zu stehen, obwohl die Stute keineswegs untalentiert war. Wir wärmten die vier Stuten ordentlich auf. Sie sollten heute über knapp 1.200 Meter rennen. Allerdings noch ohne Startbox, da wir das mit Bearing Spot's und Storm Cat erst noch üben mussten. Was die Kondition anging waren alle Stuten in Topform, daher sollte diese Distanz kein Problem sein. Ich blickte zum Eingang der Bahn zurück und sah Brian winken. Er würde unsere Zeit stoppen. Also hatte Edward ihn überredet, sich um Little Miss Backyard kümmern zu dürfen. Wir stellten unsere Pferde in einer Linie auf und trabten an. Diesen Start hatte ich mir aus Australien abgeschaut und fand ihn für die Trainingsanfänge ganz praktisch. Ich fasste die Zügel nach und sprach leise auf mein Kätzchen ein. Die graue Stute wollte rennen. Als wir die Markierung erreichten wechselten wir fast synchron in den Galopp und kauerten uns über die Hälse unserer Stuten. Backup fiel sofort zurück, die Stute kam im Endspurt gerne von hinten. Ace positionierte sich wie üblich in der Mitte, doch Bearing Spot's lief direkt neben uns. Storm Cat drängte gegen das Gebiss und legte ein wenig an Tempo zu. Ich hielt sie zurück, da ich nicht wollte, dass sich die junge Stute so früh zu Beginn des Rennens schon mit einem Kopf-an-Kopf Duell mit Spotty auspowerte. Bearing Spot's lag nun mit einer Halslänge vor uns und Storm Cat ließ sich überzeugen, auf dem zweiten Platz zu bleiben. Da wir ganz innen an den Rails liefen, hatten wir in den Bögen die bessere Position. Im zweiten Bogen machte das Kätzchen langsam Boden gut und schloss zu Spotty auf. Auf der Zielgeraden blickte ich unter meinem Arm hindurch und sah, wie Samuel auf Backup heranfegte. Das erfahrene Rennpferd hatte sich seine Kräfte perfekt eingeteilt und nun ausreichend Reserven für einen starken Endspurt. Ich ließ Strom Cat mehr Zügel. Spotty brach neben uns ein wenig ein, die Stute hatte sich zu früh verausgabt. Doch auch mein Schimmelchen war inzwischen ziemlich am Pumpen. Der frühe Kampf mit Spotty forderte seinen Tribut. Storm Cat lief eine halbe Länge vor Spotty, doch da kam Backup von außen und zog an uns vorbei. Die schöne braune Stute ging mit einer Länge Vorsprung über die Ziellinie und Samuel lobte sie begeistert. Ich ließ Storm Cat auslaufen und parierte sie dann durch. "Super geritten, Samuel! Ana, du natürlich auch. Unsere beiden Stütchen müssen einfach noch lernen, dass sie sich ihre Kräfte einteilen müssen. Donald? Wie war Ace?", wandte ich mich schließlich an den jungen Mann auf der kräftigen Rappstute. "Sie war gut, kann aber definitiv nicht mehr mithalten. Aber ich glaube, sie hatte Spaß an dem Rennen.", antworte Donald. Die Rappstute war inzwischen 18 Jahre alt und ging nur noch im Training mit, um die Jungpferde zu unterstützen. Ab und an genoss das Vollblut aber einen spritzigen Ritt. Wir dirigierten die vier Stuten zum Ausgang der Bahn und ich sprang vom Rücken meines Kätzchens. Die Schimmelstute schwitzte ziemlich, aber Brian würde sich darum kümmern, sie trockenzuführen. Der junge Mann kam in diesem Moment auch schon auf mich zu und nahm mir das Stütchen ab. Gleich darauf erschien Edward mit Little Miss Backyard. Er lachte: "Das ist ja vielleicht ein Clown. Die wollte die ganze Zeit über spielen!" Ich grinste und trat an die Seite der schönen Scheckstute. "Stimmt. Sie ist eine ganz besondere Stute. Nur unter dem Sattel haben wir noch viel Arbeit vor uns.", gab ich zurück. Edward half mir in den Sattel und ich nahm die Zügel auf. Missy wölbte sofort den Hals und tänzelte auf der Stelle. Ich strich ihr über den braun-weißen Hals. "Ganz ruhig Missy. Wir machen heute nur ein leichtes Training.", sagte ich zu der Stute. Ich ritt im Schritt auf die Bahn und ritt im Uhrzeigersinn an den Außenrails entlang. Außen war Missy leichter zu kontrollieren, als auf der Innenseite der Bahn. Ich trabte die schöne Stute an und trabte im Rhythmus von Missy's Schritten leicht. Die Stute wurde schneller, lief dabei aber gleichbleibend gleichmäßig, also ließ ich sie gewähren. Als ich schließlich in den Galopp wechselte, fühlte sich die Stute unter mir an, wie ein Pulverfass, dass jeden Moment in die Luft gehen konnte. Ich spielte mit den Zügeln und versuchte, Missy's Aufmerksamkeit mit halben Paraden bei mir zu halten. Wir fegten mit langen Sprüngen um die Bahn, doch noch gehorchte Missy mir. Plötzlich brauste etwas über unsere Köpfe. Missy quiekte erschrocken und wechselte mit einem riesigen Satz in den Renngalopp. Sie schoss quer über die Bahn zu den Innenrails und ich musste meine gesamte Reitkunst aufwenden, um Missy davon abzuhalten, in die Rails zu rennen. Ich gab zwei harte Paraden mit dem äußeren Zügel und atmete erleichtert auf, als die sensible Stute wieder ein wenig nach außen driftete. Eigentlich hielt ich nichts von zu heftigen Zügelhilfen, doch alles war besser, als mit Missy durch den Zaun zu krachen. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich die Stute wieder unter Kontrolle bekam und als ich sie schließlich zum Schritt durchparierte, keuchten wir beide. Edward kam über die Bahn auf uns zugelaufen. Ich saß mit zitternden Beinen ab und strich Missy über den nassen Hals. "Was zur Hölle war das?", fragte ich Edward mit dünner Stimme. "Ne Drohne. Die ist erst über mich drüber geflogen und dann über die Bahn. Als Missy abgegangen ist, ist das Ding ganz schnell verschwunden.", erklärte Edward, während er nach Missy's Zügeln griff und die Stute vorwärts führte. Mein Blick verfinsterte sich. "Dieser miese Sack. Diesmal ist er zu weit gegangen!", fluchte ich vor mich hin. "Du weißt, wer das war?", fragte Edward überrascht. "Ohja. Wir hatten das blöde Ding schon mehrmals auf dem Gestüt, aber bisher hat Meyer zumindest den vorgeschriebenen Höhenabstand eingehalten. Scheu gemacht hat es die Pferde natürlich trotzdem, aber das heute ist ja wohl die Höhe.", ereiferte ich mich. "Heute steht sowieso ein Ausritt mit Arriba und PFS' Devil in Prada an. Du kannst mich begleiten und wir reiten hin.", beschloss ich kurzerhand. Glücklicherweise hatte ich sogar Kameras an der Rennbahn, um das Training der Pferde im Nachhinein nochmals ansehen zu können. Das bedeutete aber auch, dass der Vorfall mit der Drohne ebenfalls auf dem Band zu sehen war. Gemeinsam versorgten wir Little Miss Backyard und erzählten dann den anderen von dem Vorfall. Sie ereiferten sich ebenso wie ich. Von uns hatte jeder schon Erfahrungen mit dem blöden Ding sammeln dürfen und ich war schon mehrmals bei Mr. Meyer gewesen, um mit ihm zu reden. Diesmal würde ich wesentlich deutlicher werden.

      ~*~

      Nach dem alle Pferde gefüttert waren, begannen wir damit, die Tiere, die heute frei hatten, hinaus auf die Koppeln zu bringen. Neben den englischen Vollblütern, die ja ihr Training alle schon hinter sich hatten, waren das vor allem meine Verkaufspferde. Napayné, Apaches Tomahawk, Mississle und Panta Rhei würden zurück zu Eddi ziehen, sobald meine Freundin Zeit hatte, die Pferde abzuholen. Solange durften die vier natürlich auf meinem Gestüt bleiben und wurden auch weiterhin bewegt. Auch für die beiden Achal Tekkiner Candle in the Wind und Ivory hatte ich bereits einen potenziellen Käufer gefunden. Cascar interessierte sich für das hübsche Pärchen. Der Paso Fino Hengst Wannabe kam zusammen mit Branagorn, Pierre, dem Appaloosa Dream of Wyoming und den Ponys Juego, Hollywood Undead und den Hollybrook Nachkommen Hollybrook's Classic Moment, Hollybrook's Bloody Valentine, Hollybrook's Zarin und Eddi's Dead Pop Romance auf die Hengstkoppel. Meine Einzelgänger Black Soul, Someone, Wüstentänzer, BMs Caradoc, Hollybrook's Casanova kamen alle auf Einzelkoppeln. Damit waren die Hengste unter meinen Verkaufspferden untergebracht. Fehlten die Stuten. Es fiel mir immer noch nicht leicht, mich von all den Pferden zu trennen, doch es war nötig, um mich auf das Hauptziel der Zucht zu konzentrieren. Bei einigen Pferden hing auch noch in der Schwebe, ob ich sie nicht in den Ruhestand auf ein schönes Gestüt außerhalb schicken sollte. In der Auswahl dafür standen vor allem Glammy, Mizzi, Salwa, Chaira, Precious Scream und Dorina, da die Stuten alle schon älter waren und in ihren Leben viel geleistet hatten. Ich seufzte, weil ich doch mehr mit diesem Thema zu kämpfen hatte, als gedacht. Wir brachten nun nacheinander Angels Fall First, Hollybrook's Barakah al Sanaa, Sharley, Little Miss Sunshine, Adina De Ra'idah, Cirilla, Pangäa, Middle Ages, Girlie, BB's Harmony, American Baby, Hollybrook's Tiny Girl, Kolibri, Hollybrook's Fairy Bluebird und Golden Flair auf die Koppeln. Für die beiden Quarter Horse Stuten American Baby und BB's Harmony hatte ich bereits mehrere Interessenten und musste mich nur noch entscheiden, in welchen Teil der Welt die beiden Stuten zukünftig ziehen sollten.

      ~*~

      Um mich von dem unliebsamen Thema der Verkaufspferde abzulenken, stand als nächstes die Pflege meiner Feenpferdchen an. Dies waren meine Ponys, unter anderem der Überrest meiner geliebten New Forest Ponys. Das Hauptzuchtziel umzulegen, war mir nicht leicht gefallen, doch die Vielseitigkeitspferde waren einfach meine große Leidenschaft. Dennoch würden meine Knutschkugeln immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben, allen voran mein nunmehr einziger New Forest Ponyhengst Hollybrook's Cheeky Jot. Der hübsche Pintaloosa war auf meinem damaligen Gestüt geboren worden und ich hatte ihn aufgezogen. Auch seine Mutter Magical Moment würde mich niemals verlassen. Ich strich GE's Ljósfari, der neben Cheeky Jot stand, liebevoll den dichten, hellen Schopf aus der Stirn und führte die beiden Hengste gemeinsam nach draußen. Cheeky Jot war unfassbar eigen, was andere Pferde - vor allem Hengste - anging, doch den hübschen Isländer mochte er. Daher waren die beiden Ponyhengste nun Weidekumpanen. Erst gestern hatten Ana und ich mit ihnen einen ausgiebigen Ausritt gemacht, daher hatten die zwei heute ihren freien Tag. Auch die New Forest Stuten Magical Moment, Thousand Sunny, Isola della Pirateria, Fairylike Facility, Naboo und Aimiliani brauchten heute nicht zu arbeiten. Während Magic, Sunny, Aimiliani und Fairy mir wahrscheinlich auch ohne Halfter gefolgt wären, waren Naboo und Isola immer noch schwierige Pferde. Naboo sprang zwar jedes Hindernis, das ihr vor die Nase kam, hatte mich aber schon so oft in den Sand gesetzt, wie kaum ein anderes meiner Pferde. Und die schöne Isola hatte eine sehr schwierige Vergangenheit und das Vertrauen in uns Zweibeiner niemals wieder völlig gewonnen. Die Stute vertraute mir zwar inzwischen soweit, dass ich sie umsorgen und auch reiten durfte, doch anderen Menschen gegenüber war sie noch immer unheimlich scheu. Ich hoffte, dass ich bei Elfentanz mehr Erfolg haben würde. Momentan sah es allerdings ganz danach aus und das freute mich sehr. Die Arbeit mit der schönen jungen Stute stand heute Nachmittag auch noch auf dem Plan. Allerdings durften zuvor meine Minipferdchen, also meine American Miniature Horses auf die Koppeln. Die vier großen waren mittlerweile alle gekört und hatten zurzeit Trainingspause. Somit kamen meine beiden Hengste Rumpelstielzchen und Darkwood's Storm Dancing Feather zusammen auf die Koppel. Anfangs hatten sich die Miniaturhengste überhaupt nicht leiden können, doch nach unzähligen gemeinsamen Trainingseinheiten hatten sie sich miteinander angefreundet. Das war mir nur recht. Die Minis konnten nämlich nicht auf die Koppeln der Ponys und Großpferde, da der Abstand zwischen Zaun und Boden zu groß war. Daher hatte ich für meine kleine Nebenzucht zwei extra Koppeln eingerichtet. Die richtigen Koppeln mit Holzzäunen wurden gerade noch gebaut. Sowieso hatte ich momentan Baupläne auf meinem Schreibtisch liegen. Ich wollte den Hengsttrakt vom Stall absplitten und eine zweite Reithalle zwischen Stuten- und Hengsttrakt setzen. So mussten wir bei schlechtem Wetter und im Winter nicht immer über den gesamten Hof laufen und hatten zudem mehr Platz, um die Pferde zu trainieren. Eventuell würde ich auch eine zweite Longierhalle mit direktem Zugang zum Stall bauen lassen, da waren sich mein Bauleiter und ich allerdings noch nicht ganz einig. Schon im nächsten Frühjahr sollte mit den kostspieligen Arbeiten begonnen werden und im selben Zug würden auch die Koppeln für meine Minis fertiggestellt werden. Ich ließ den Schecken und den Roanhengst laufen und hielt das Band des Elektrozauns für Brian offen, der mir mit dem wunderschönen Punktepferdchen PFS' Arctic Alinghi folgte. Alinghi war zwar noch Jungpferd und noch längst nicht gekört, allerdings war er mit seinen drei Jahren schon zu alt, um mit den Stütchen in seinem Alter zusammen auf einer Koppel zu stehen. Daher hatten Brian und ich ein kleines Stück der Koppel von Feather und Rumpel abgetrennt, um die Hengste miteinander zu vergesellschaften. Wir kehrten gerade zurück in den Stall, als Ana und Edward die beiden Miniature Horse Stuten Miniature America's Narnia und Porcelain Doll aus den Stallungen führten. Die beiden Damen waren beide trächtig und ich konnte die Geburt der Fohlen kaum abwarten. Immerhin hatten die Babys eine hervorragende Abstammung und äußerst talentierte Eltern. Noch mehr freute ich mich allerdings auf das erste Fohlen von Arctic Alinghi mit Porcelain Doll. Das würde sicherlich eine wunderbar seltene Fellfarbe werden. Brian stieß mich an und holte mich damit zurück in die Gegenwart. Die beiden Jungstuten PFS' Glenn's Cookie und PFS' Beck's Little Diva wieherten nämlich schon ungeduldig in ihren Boxen nach uns. Sie wussten genau, dass ihre Weidekumpanen bereits draußen waren und wollten nun natürlich auch hinaus. Ich atmete auf, als alle Feenpferdchen draußen waren.

      ~*~

      Meine Mitarbeiter hatten auch die Vielseitigkeits- und Shopferde schon hinaus gebracht und wir mussten uns nun nur noch um die Ranchpferde kümmern, bevor es endlich Mittagessen gab. Prada und Arriba waren bereits für den Ausritt zu Mr. Meyer verplant, doch die anderen sechs Westernpferde bekamen heute richtiges Training. Donald schnappte sich wie üblich seinen Liebling, den schicken Quarter Horse Hengst Golden Indian Summer, während Samuel sich sofort für den Paint Horse Hengst Dissident Hawk meldete. Die Westernpferde passten nun so überhaupt nicht in mein Zuchtkonzept, aber ich konnte mich von diesen achten nicht trennen. Meine Lieblinge waren die Paint Horse Stute My Golden Heart, die ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit besaß und die Jungstute Grace's Cookie 'n Cream. Ana hielt sich aus dem Training der Westernpferde heraus, doch Brian setzte ich kurzerhand auf die Rappscheckstute The Morticains Daughter und Edward bekam die wunderschöne Your possible Pasts unter den Hintern. Ich selbst kümmerte mich um Heart. Für unsere Palominoroanstute Cookie 'n Cream stand heute Gelassenheitstraining auf dem Plan. "Also Leute, auf gehts. Donald, Samuel, ihr geht mit den beiden Herren auf den Platz. Für alle fünf Pferde steht heute Reining an. Donald, du hast bei euch beiden das Sagen.", gab ich meine Anweisungen. Samuel verdrehte die Augen, sagte jedoch nichts. Jeder wusste, dass Donald sich neben mir am Besten mit der Westernreiterei auskannte. So trennten sich vor dem Brunnen am Haupthaus unsere Wege und ich ritt auf My Golden Heart als erstes in die Halle ein. Brian und Edward folgten mir. Daughter und Possy waren beide solch erfahrene Westernpferde, dass ich auch keine allzu passionierten Westernreiter auf ihre Rücken lassen konnte. Wir wärmten die Stuten in aller Ruhe auf und begannen dann mit dem Training. Alle drei Stuten liefen im Reining bereits in der höchsten Leistungsklasse, weshalb das Training mit ihnen hauptsächlich eine Wiederholung der schon gelernten Lektionen war. Als ich an der Reihe war, galoppierte ich My Golden Heart locker an, wendete bei A auf die Mittellinie ab und ließ die Scheckstute Gas geben. Etwa bei X gab ich der Stute eine ganze Parade und sie schlitterte in einem herrlichen Sliding Stop zum Halt. "Boah, das war cool! Kann ich das auch machen?", rief Edward begeistert. Ich nickte, ließ Brian jedoch den Vortritt. Morticains Daughter brauchte eine sicher Hand und auch wenn Brian's Herz nicht gerade für die Westernreiterei schlug, so besaß er trotzdem unglaublich viel Einfühlungsvermögen und kam mit jedem noch so schwierigen Pferd auf dem Gestüt zurecht. Auch Daughter legte einen sauberen Stopp hin und ich erklärte Edward nochmals kurz, was er zu tun hatte. Das Paar galoppierte die Mittellinie hinunter und als Edward nur leicht am Zügel zupfte, zog Possy sofort die Bremse. Ich grinste über Edward's verdutztes Gesicht, als die zwei einige Meter weit rutschten und dann zum Stehen kamen. "Ich weiß ja nicht, sah aus, als hätte Possy die ganze Arbeit alleine gemacht. Also sollte ich wohl nur sie loben, meinst du nicht auch?", zog ich ihn auf. Edward lachte nur und rieb der dunklen Palominostute liebevoll über den Hals. Ich nickte wohlwollend. Edward passte wirklich hervorragend zu uns. Auch Brian war zufrieden und schien seine Vorbehalte gegen den stets grellbunt gekleideten Paradiesvogel langsam zu überwinden. Wir ritten die Stuten trocken und versorgten sie. Anschließend schnappten sich Edward und ich die beiden Criollostuten PFS' Devil in Prada und Arriba und machten uns auf dem Weg zum Dörfchen Sway. Prada und Arriba waren beide absolute Lebensversicherungen im Gelände, daher waren sie perfekt für unsere kleine Mission geeignet. Während wir weg waren, würde Ana mit Cookie 'n Cream das Gelassenheitstraining absolvieren und dann mit den Jungs Pizza zum Mittagessen bestellen. Wir ritten vom Hof und ließen die Stuten antraben. Ich strich Prada über den hellgrauen Hals und die weiße Mähne. Ich liebte mein junges Criollostütchen über alles. Auch Edward schien mit seinem Reittier, der glänzenden Palominostute, sehr zufrieden. Wir trabten an den inzwischen verblühten Heidefeldern entlang und anschließend ein kleines Stück durch den Wald. "Du hast es hier wirklich wunderschön.", staunte Edward. Ich nickte stolz. "Das Gestüt war ein absoluter Glückskauf. Es war quasi nichts vorhanden, als die Außenmauer und das Gelände an sich. Ich hab natürlich viel reingesteckt, aber es hat sich wirklich gelohnt und ich ziehe nie wieder weg von hier, wenn ich nicht unbedingt muss.", erklärte ich ihm. Er nickte verstehend. Wir erreichten das Dorf und die Menschen grüßten uns freundlich. Da Sway nur ein kleines Dörfchen war, kannte man sich untereinander und mittlerweile behandelten mich die meisten Menschen wie eine Einheimische. "Sammy! Was machst du denn heute hier? Bist du zum Einkaufen da?", fragte mich die dickliche Bäckerin, als wir die Straße entlangritten. Ab und an ging ich tatsächlich mit Prada oder Arriba einkaufen, wenn es nicht allzu viel zu besorgen gab. "Nein, Margie, heute nicht. Wir sind auf dem Weg zu Mr. Meyer. Er hätte durch seine blöde Drohne heute früh fast einen Unfall verursacht.", erklärte ich. Die Frau wurde puterrot im Gesicht. "Dieser alte Mistkerl! Er geht uns allen mit dem Ding auf die Nerven, aber wenn es jetzt auch noch gefährlich wird, geht das ja wirklich zu weit! Wir sollten Eddi Bescheid geben, der weiß vielleicht was zu tun ist.", ereiferte sie sich. Ich lächelte ihr zum Dank für die Unterstützung zu und wir ritten weiter. Eddi war der ortsansässige Polizeiwachtmeister. Doch ich wollte ihn nur hinzuziehen, wenn es nicht anders ging. Immerhin war Mr. Meyer ein einsamer Mann, der nur ein wenig Ablenkung suchte. Vor dessen Haus angekommen, sprang ich aus dem Sattel und drückte Edward Prada's Zügel in die Hand. Die Porzellanscheckstute wäre wahrscheinlich auch so an Ort und Stelle stehen geblieben, doch wer wusste schon, was für Gerätschaften Mr. Meyer noch aus seinem Hut zaubern würde. Ich drückte auf die Klingel und gleich darauf wurde die Tür aufgerissen. "Sie! Was erlauben sie sich, mich zu stören?", fuhr er mich gereizt an. Ich verzog keine Miene und meinte höflich: "Aber Mr. Meyer, sie sagten mir, vor 12 Uhr wäre ein Besuch angemessen. Und es ist vor 12. Außerdem habe ich eine dringende Angelegenheit mit ihnen zu besprechen, die keinerlei Aufschub duldet." Mr. Meyer zog angesichts meiner gewählten Wortwahl die Augenbrauen nach oben. Seiner Meinung nach sollten in "seinem" Land nur gebürtige Engländer leben. Da ich das nun einmal nicht war, gehörte ich hier nicht her. Als er sich wieder gefasst hatte, fragte er: "Und diese Angelegenheit wäre?" "Ihre Drohne. Sie ist heute morgen viel zu dicht über mein Gestüt geflogen. Ihretwegen ist eines meiner wertvollsten Rennpferde durchgegangen und hätte sowohl sich, als auch mich schwer verletzen können.", sagte ich, so freundlich ich konnte. Mr. Meyer's Gesicht verdunkelte sich noch mehr. "Das müssen sie erst einmal beweisen. Ich weiß von nichts.", sagte er und wollte mir die Tür vor der Nase zumachen. Ich stellte blitzschnell den Fuß dazwischen, da begann der Mann zu toben. "Nana, was ist denn hier los?", fragte da plötzlich eine dunkle Stimme. Eddi schob sich an mir vorbei und forderte Mr. Meyer auf, aus dem Haus zu kommen. Ich schilderte ihm das Problem, da er nun ja schon einmal hier war und ignorierte Mr. Meyers Gezeter. "Kannst du denn irgendwie beweisen, dass es die Drohne unseres geschätzten Mr. Meyers war?", fragte Eddi mich. Ich wusste, dass er auf meiner Seite war, doch Eddi hielt sich immer ganz genau an das Gesetz und ließ jegliche Sympathie außen vor. Ein Charakterzug, den ich sehr schätzte. "Ich hab ein Video. Ich zeichne die Trainingseinheiten auf der Rennbahn immer auf, um das Training im Nachhinein bewerten zu können.", gab ich sofort zurück. Mr. Meyer schnappte empört nach Luft. "Das ist ja eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts! Mich einfach so auf Video aufzunehmen!", schrie er. Ich warf einen Blick auf die Pferde, doch Prada spielte lediglich ein wenig unruhig mit den Ohren, blieb jedoch brav neben Arriba stehen. Die wiederum interessierte sich überhaupt nicht für das Gebrüll. "Mr. Meyer. Damit haben sie zum einen gerade zugegeben, dass es sich um ihre Drohne handelt, zum Zweiten, dass sie so tief geflogen sind, dass sie damit auf dem Bild der Kameras zu sehen sind und zum Dritten ist das keine Verletzung des Persönlichkeitsrechts. Sie allerdings haben einen Verstoß dagegen begangen. Ich nehme das Ganze auf und übergebe es an den Richter. Ich gehe aber davon aus, dass er ihnen verbieten wird, die Drohne nochmals über Sammy's Gestüt zu fliegen.", sagte Eddi geschäftsmäßig. "Aber, aber... Dagegen werde ich vorgehen!", wetterte der Mann weiter. "Tschau Mr. Meyer. Notfalls sehen wir uns vor Gericht.", sagte ich nun deutlich kühler. Die Unverschämtheit dieses Mannes ging mir allmählich gehörig auf den Keks. Ich drehte mich um, nahm Edward Prada's Zügel ab und schwang mich in den Sattel. Eddi kam mir hinterher. "Das bekommen wir schon hin. Der gute Mann terrorisiert das ganze Dorf mit seinem blöden Spielzeug, aber das geht nun wirklich zu weit. Vielleicht spricht der Richter ja gleich ein generelles Verbot aus. Das würde wahrscheinlich das ganze Dorf freuen." "Danke für deine Hilfe, Eddi. Das heute Morgen war echt kritisch und ich hab herzlich wenig Lust drauf, dass wegen diesem blöden Ding irgendjemandem etwas passiert. Selbst wenn gerade kein Reiter in Gefahr gerät, wenn die Pferde auf der Koppel Panik bekommen, ist das auch nicht gerade lustig.", sagte ich. Eddi nickte verstehend. Wir plauderten noch kurz und ich füllte von Prada's Rücken aus ein Formular aus, mit dem ich Anzeige erstattete. Dann machten sich Edward und ich auf den Rückweg zum Gestüt.

      ~*~

      Nach dem Mittagessen stand das Training der Überflieger an. Die Überflieger waren meine Hauptzuchtpferde, also meine Vielseitigkeitsstars. Ana hatte sich bereits mit den beiden Fohlen Picturesque Diova und meinem kleinen Liebling Jeune Mariée beschäftigt. Die zwei beherrschten inzwischen das Fohlen ABC sehr gut, doch eine kleine Wiederholung ab und an schadete nicht. Meine Zuchthengste hatten heute frei. Daher ließen wir mein erfolgreichstes Vielseitigkeitspferd Levistino, den wunderschönen Trakehnerschecken Cadeau, den Hannoveraner Incendio, den Holsteiner Fantastic Fly und den schwarz-weiß gescheckten Pride & Prejudice für heute in Ruhe. Ich versammelte Edward, Ana und Brian um mich und teilte ihnen jeweils eine der Stuten zu. Edward sollte meine Cremellostute Samiyah reiten, Ana mein Schimmelchen Reminiscent Inspiration und Brian das Fuchsstütchen Coeur de Lilith. Letztere war gerade mitten in der Vorbereitung für ihren Stutbuchwettbewerb. Ich selbst würde die Rappstute Leveneza reiten. Donald und Samuel würden mit der Rappstute Wild Lady Roxanne und dem Schimmelchen Lamira einen ausgiebigen Ausritt machen. Auf unserem Plan stand eine nette kleine Dressurquadrille, da alle Stuten ausgemachte Balletttänzer waren. Vor allem die lackschwarze Leveneza. Wir verschwanden in den Boxen unserer Pferde und machten sie in Ruhe fertig. Ich duldete keine Eile beim putzen und satteln, da ich nicht wollte, dass die Pferde gestresst ins Training gingen. Dasselbe galt auch für das Versorgen nach dem Training. Ich strich Leveneza über das samtweiche Maul und zog ihr den schwarzen Schopf aus dem Stirnband des Zaumzeugs. Dann führte ich die Stute hinaus auf den Hof. Lilith, Inspiration und Samiyah folgten uns. In der Halle angekommen, gurteten wir nach, stellten die Steigbügel ein und schwangen uns in die Sättel. Edward hatte ich selbstverständlich vorreiten lassen, denn Samiyah war nicht unbedingt einfach. Die Cremellostute war recht eigensinnig und setzte sich deutlich zur Wehr, wenn ihr etwas nicht passte. Lilith war meine große Hoffnung, daher durfte Brian sie reiten. Er war der beste Dressurreiter unter meinen Angestellten. Inspiration war temperamentvoll, doch Ana kam gut mit dem Schimmelchen klar. Wir wärmten die Pferde unabhängig voneinander auf. Leveneza fühlte sich einfach großartig an. Die Rappstute stammte von Levistino ab, daher sah ich ihrer Zukunft mit Spannung entgegen. Sie war bereits als Fohlen gekrönt worden und nun schickte ich sie allmählich auf Turniere. Die Stute schmiss ihre weißen Beine von sich und trabte mit großen Schritten diagonal durch die Bahn. Lilith und Brian kamen uns entgegen und ich lächelte, da die Fuchsstute ebenso wunderbar lief wie mein schwarzes Stütchen. Als die vier Stuten gut aufgewärmt waren, bildeten wir Paare. Ana ritt mit Inspiration neben mich und Brian lenkte Lilith neben Samiyah, die prompt die Ohren anlegte. "Zicke.", murmelte ich leise. Aber Edward kam gut mit meiner Prinzessin klar und so beruhigte sie sich schnell wieder. Ich schaltete über mein Handy die Musikanlage ein und wir begannen mit dem Quadrillentraining. Alle vier Stuten arbeiteten schön mit und wir machten große Fortschritte. Wir bildeten Paare, lösten sie bei Erreichen des Hufschlags auf und kamen kurz darauf wieder zusammen. Paarweise wechselten wir gegeneinander durch die Bahn und aus dem Zirkel. Am Ende des Trainings war ich mehr als zufrieden mit Mensch und Tier. Ich lobte mein Rappstütchen, sprang aus dem Sattel und führte Leveneza zum Stall zurück. Dann versorgte ich die Stute liebevoll. "Also Leute, fertig?", fragte ich kurz darauf. Nun stand nämlich eine Springstunde an. Edward ritt Unannounced Pleasure, Ana Mahira und Brian Cassidy. Ich würde die Stunde geben und dabei gleich die Form aller drei Stuten bewerten. Die drei machten ihre Pferde fertig und ich ging schon einmal den Parcours ab. Alle drei gingen im Springen auf S-Niveau, heute waren die Hindernisse jedoch nur ca. auf M-Niveau. Kurz darauf führten die drei Reiter die beiden Hannoveraner und die Trakehnerstute auf den Platz, gurteten nach und schwangen sich auf die Rücken ihrer Pferde. Ich gab vom Zaun aus Anweisungen und sah zu, wie die Stuten zum Aufwärmen ihre Runden drehten. Schließlich gab ich Brian ein Zeichen, mit Cass den Anfang zu machen. Die Fuchsstute war ein routiniertes Springpferd und Brian führte sich mit sicherer, aber weicher Hand durch den Parcours. Ich zeigte ihm den erhobenen Daumen, als das Paar den letzten Sprung überwand, als wäre es ein Haufen Streichhölzer. Brian ritt Cassidy nun schon einmal trocken, während Ana mit Mahira an den Start ritt. Die wunderschöne Scheckstute wurde im Parcours gerne ein wenig heiß, doch Ana hatte das temperamentvolle Tier gut im Griff und flog nur so mit ihr über die Hindernisse. Zuletzt waren Edward und Unannounced Pleasure an der Reihe. Die Falbscheckstute war von den dreien die Erfahrenste, dennoch konnte ich erkennen, dass Edward auch im Springreiten außerordentlich versiert war. Seine Reitausbildung musste wirklich hervorragend gewesen sein. Als auch die beiden den Parcours erfolgreich abschlossen, brachten wir die Stuten gemeinsam zurück und ich sprach mit Edward über seine Zukunft auf dem Gestüt. Ich wollte den jungen Mann gerne hierbehalten und Edward stimmte begeistert zu. Da er mit allen Angestellten und mit den Pferden gut zurechtkam, passte er perfekt zu uns. Vor den Stallungen trennte ich mich von Edward und ging hinüber zur Fohlenkoppel, auf der momentan Hollywood Undead II und HMJ 7786 Elfentanz untergebracht waren. Mit einem Eventpferdchen lief es ziemlich gut. Inzwischen ließ Elfentanz sich ohne Probleme aufhalftern und auch führen. Vor anderen Menschen und Pferden hatte die schöne braune Stute aber immer noch unglaubliche Angst. Ich ging zu Elfentanz auf die Koppel und begrüßte das Stütchen. Mittlerweile wich Elfentanz nicht mehr aus, wenn ich auf sie zutrat. Sie kam mir zwar noch nicht entgegen, doch das würden wir auch noch schaffen. Gleich darauf ließ ich die Trakehnerstute stehen und ging zum Elektroband, das durch die Hälfte der Koppel gespannt war. Ich hakte es aus und hängte es weg. Elfentanz warf den Kopf hoch und starrte mich alarmiert an. "Alles gut Mäuschen.", sagte ich beruhigend zu ihr. Dann ging ich zu der Palominostute Hollywood Undead II und hakte den Führstrick in ihr Halfter ein. "Komm meine Süße, es wird Zeit, dass ihr euch mal richtig kennen lernt.", sagte ich zu der schönen Stute. Holly sah ganz allmählich wieder besser aus. Das Fell begann in altem Glanz zu erstrahlen und die Knochen zeichneten sich nicht mehr so deutlich ab. Selbst Muskelansätze waren ganz langsam wieder zu erkennen. Ich führte die Stute auf Elfentanz' Seite hinüber und blieb etwa in der Mitte der Koppel mit ihr stehen. Dann setzte ich mich mit dem Führstrick in der Hand ins Gras und wartete ab. Holly warf einen Blick hinüber zu der braunen Stute, doch sie hatte Elfentanz während der letzten Tage nun immer gesehen, daher verlor sie schnell das Interesse an dem anderen Pferd. Im Gegensatz zu meiner Elfe hatte Holly begriffen, dass das andere Tier ihr nichts tat. Holly senkte den Kopf und begann friedlich Gras zu rupfen. Elfentanz dagegen stand stocksteif in ihrer Lieblingsecke der Koppel und ließ die Palominostute nicht aus den Augen. "Komm doch her, meine Elfe. Dir passiert hier nichts, versprochen.", rief ich leise nach der Stute. Elfentanz spitzte die braunen Ohren mit den schwarzen Spitzen, die ich so liebte, blieb aber an Ort und Stelle. Dafür stupste mich nun Holly an, als wollte sich die ältere Stute darüber beschweren, dass ihr weniger Aufmerksamkeit zuteil wurde als Elfentanz. Ich strich der schönen Stute über die Blesse und entzog Elfentanz nun meine gesamte Aufmerksamkeit. Das wiederum passte der braunen Stute nicht wirklich. Sie hatte sich während der letzten Tage daran gewöhnt, dass sie mein Mittelpunkt war, wenn ich bei ihr auf der Koppel oder in der Box war. Sie war gekrault, geputzt, massiert und mit Apfelstückchen verwöhnt worden. Und nun brachte ich einfach ein anderes Pferd auf ihre Koppel und kümmerte mich nur noch um dieses?! Elfentanz machte einen unsicheren Schritt in unsere Richtung und blieb dann wieder stehen. Als nichts passierte - Holly blickte nicht einmal auf - machte die Stute einen zweiten und einen dritten Schritt, bis sie irgendwann nur noch etwa eineinhalb Meter von uns entfernt war. "Feines Mäuschen!", lobte ich sie mit leiser Stimme und erhob mich dann langsam. Glücklicherweise hatte ich mein langes Bodenarbeitsseil in Holly's Halfter eingehakt, sodass ich nun problemlos zu Elfentanz gehen konnte, ohne, dass die ältere Stute mir hinterherkam. Ich strich Elfentanz über das samtene Maul und dann über Stirn und Augen, so wie sie es besonders gerne hatte. Dann kraulte ich Elfentanz weiter, während ich Holly zu mir rief. Die Trakehnerstute kam ein paar Schritte näher und machte dann den Hals lang, um Elfentanz zu beschnuppern. Die braune Stute wurde sofort wieder bewegungslos. Doch Holly sog nur die Luft durch ihre Nüstern ein, schnaubte und begann dann wieder zu grasen. Elfentanz machte große Augen, als könne sie kaum glauben, dass nichts weiter passiert war. In Zeitlupe senkte nun auch sie den Kopf und rupfte ein paar Halme Gras, die andere Stute dabei immer im Auge. Ich nahm Holly den Führstrick ab und entfernte mich ein paar Schritte. Elfentanz sah kurz zwischen mir und Holly hin und her, als würde sie damit rechnen, dass die Stute nun auf sie losging. Holly sah aber nur kurz auf und widmete sich dann wieder dem Gras. Vielleicht schmeckte es auf dieser Seite der Koppel ja auch besser? Ich lächelte und kletterte durch den Zaun, von wo aus ich die beiden Stuten noch ein wenig beobachtete. Auch wenn Elfentanz noch skeptisch war, begann sie doch in unmittelbarer Nähe zu Holly zu grasen und das war für mich ein riesiger Fortschritt!

      ~*~

      Ich ging in den Stall und schnappte mir den Araberhengst Shamal. "Edward? Lust noch einen kleinen Ausritt zu machen?", rief ich dem jungen Mann zu, der ein wenig verloren vor der Box meiner Lewitzerstute Rosewell stand. Seine Augen leuchteten auf. "Klar! Die anderen haben irgendwie alle ihre Aufgaben und plötzlich war ich alleine im Stall.", sagte er. Ich nickte. "Du kannst Khamar al Sanaa nehmen. Das ist der weiße Araberhengst. Dann können wir dir auf dem Ausritt auch ein paar Pferde zuteilen, um die du dich fest kümmerst.", sagte ich. Brian und Ana waren gerade mit den Araberstuten Saddy und My lovely Horror Kid auf dem Springplatz und tobten sich ein wenig aus. Beide Araberdamen waren furchtbar schwierige, hitzige Pferde, die man mit viel Konsequenz und Geduld reiten mussten. Doch Brian und Ana kannten sich ja aus. Mein drittes Araberstütchen war PFS' Isis. Das wunderschöne Jungpferd hatte inzwischen das Fohlen ABC hinter sich, doch ich arbeitete noch nicht allzu viel mit ihr. Dasselbe galt für die Welsh D Stute PFS' Daydream of Money. Ihr späterer Zuchtpartner Roi du Soleil hatte heute frei. Auch meine drei Liebhabertraber Damon's Dynamo, Ehawee und Rainbow durften ihren freien Tag auf den weitläufigen Koppeln genießen. Bei Dynamo war es damals Liebe auf den ersten Blick gewesen und schnell hatte ich mich entschieden, dass der edle Hengst unbedingt eine passende Stute brauchte. Da ich mich nicht dazu durchringen konnte, mich von Ehawee oder Rainbow zu trennen, würden vorerst beide bleiben. Donald und Samuel waren mit den Andalusierhengsten Ojos Azules und Negresco im Gelände. Eigentlich hätten sie Edward ja mitnehmen können. Aber wahrscheinlich hatten sie sich ohne meine Erlaubnis nicht getraut und ich hatte allen klar gemacht, dass ich beim Training mit Elfentanz nicht gestört werden wollte. Edward und ich machten die beiden Araberhengste fertig und verließen schon kurz darauf den Hof. Diesmal nahmen wir einen anderen Weg und kamen eine knappe Viertelstunde später zu meiner Galoppstrecke. Shamal wölbte den Hals und tänzelte seitwärts. Er wusste genau was jetzt kam. Khamar war wesentlich rittiger als sein jüngerer Boxennachbar. Er war zwar gespannt und man sah das Feuer in seinen Augen, doch er wartete geduldig ab, bis er die entsprechende Erlaubnis zum Rennen bekam. "Du musst ein bisschen aufpassen. Die beiden sind schon etliche Rennen gelaufen, aber ich will nicht, dass das hier zu einem ausartet. Geh du mit Khamar an die Spitze, das wird ein gutes Training für meinen Feger hier.", sagte ich, während ich mich bemühte, den jungen Hengst in einem ruhigen Trab zu halten. Shamal ging beinahe in die Luft, als Edward sich mit dem Schimmel vor uns setzte und angaloppierte. Ich musste all mein reiterliches Können aufbringen, um Shamal in einen kontrollierten Galopp zu bekommen. Doch irgendwann fügte sich der Hengst. Ich strich ihm lobend über den Hals und ließ ihn zu Khamar aufschließen. Edward sah überrascht zu mir hinüber, doch als er sah, dass ich meinen Hengst unter Kontrolle hatte, wandte er sich wieder nach vorn. Er strahlte. Ich konnte es ihm nicht verübeln. Khamar war ein wundervolles Pferd, das auf die leiseste Hilfe hörte und dessen Galopp sich anfühlte, als säße man auf einer fluffigen, weißen Wolke.
      Zurück im Stall wurde allmählich schon alles für die Abendfütterung vorbereitet. Ich ging im Kopf meine Pferde durch. Donald und Samuel waren schon länger von ihrem Ausritt zurück und Brian und Ana kamen gerade mit den Stuten Cuchara und Where's Sleep aus der Halle. Ich sah sie gespannt an. "Wir haben ein bisschen Freiheitsdressur gemacht. Das macht mit den zweien so viel Spaß!", schwärmte Ana begeistert. Ich nickte zufrieden. "Dann ist jetzt ja nur noch Amayyas übrig.", sagte ich. Amayyas war mein wunderschöner Red Roan Berberhengst. Allerdings kam außer Brian und mir niemand mit ihm zu recht und der junge Mann war heute wirklich bereits auf genügend Pferden gesessen. Sofort schallte Samuels entsetzte Stimme um die Ecke: "Ich war gestern dran, heute hole ich ihn nicht rein!" Ich verdrehte die Augen. "Ich hole ihn. Und dann gehe ich noch eine Runde mit ihm auf den Springplatz. Ihr könnt solange ja schonmal das Heu verteilen, Kraftfutter vorbereiten und die Pferde reinholen. Aber denkt dran, Finger weg von Elfentanz und Holly!", mahnte ich nochmals, dann verschwand ich in Richtung der Hengstkoppeln. Edward folgte mir. "Darf ich mal versuchen, ihn einzufangen? Scheinbar reißt sich ja niemand darum, sich um ihn zu kümmern.", fragte er. Ich sah ihn von der Seite an. "Klar. Wenn du hier arbeitest, musst du ihn eh irgendwann rausbringen. Momentan ist jeden Tag ein anderer dran und die meisten sind nicht gerade froh darum. Wenn sie irgendwie können, bestechen sie Brian damit er sich um Amayyas kümmert.", sagte ich mit einem Grinsen. Bei den Koppeln angekommen, zeigte ich auf das herrliche Tier, das sofort seinen feinen Kopf hob und zum Zaun getrabt kam. "Das ist ja ganz einfach!", freute sich Edward. Doch sobald Amayyas sah, dass er und nicht ich die Koppel betrat, machte er auf der Hinterhand kehrt und galoppierte davon. Edward stöhnte und ich lachte. Amayyas lief noch zweimal vor Edward davon, dann verlegte er sich darauf, dem jungen Mann zu drohen, wenn er ihm zu nahe kam. Schließlich erbarmte ich mich und fing Amayyas ein. Ich liebte den Roan abgöttisch, aber manchmal machte er es mir wirklich nicht leicht. Im Stall angekommen kam Samuel um die Ecke und sah uns fragend an. Als er jedoch sah, dass ich Amayyas führte, wirkte er erleichtert. Es kratzte ziemlich an seinem Stolz, dass er mit dem Berber nicht zurechtkam. Ich strich Amayyas das rötliche Langhaar aus der Stirn und machte den Hengst mit routinierten Handgriffen fertig. Auf dem Platz ließ er erst einmal ein wenig Dampf ab, bevor er bereit war, ordentlich mit mir zu arbeiten. Dann jedoch lief es wie am Schnürchen. Amayyas nahm jeden Sprung mit einer fast schon spielerischen Leichtigkeit und sah sich am Ende des Parcours eifrig nach einem weiteren Hindernis um. "Na komm mein Großer. Es ist schon spät und du verpasst sonst dein Abendessen.", vertröstete ich ihn, als ich ihn trocken ritt und aus dem Sattel sprang. Es war ein langer Tag gewesen und ich freute mich schon riesig auf meine Badewanne. Voll mit nach Lavendel und Rosen duftendem Schaumbad. Ein bisschen schöne Musik und eine Chai Latte und ich hatte die Aussicht auf einen perfekten Abend.
    • Sammy
      Hufschmiedbericht
      von Laraya13
      09. November 2019

      Mich verschlug es seit langer Zeit für einen Termin in ein anderes Land. Es war keine schlechte Sache, im Gegenteil, denn so konnte ich mal ein wenig Urlaub machen und mich in anderen Ländern nach anderen Pferden umsehen. Einzig das Gepäck war umständlich, denn diesesmal hatte ich mein Röntgengerät dabei und alles in allem wog doch recht viel.

      Ich fuhr mit dem Leihwagen vom Hotel los richtung Hollybrook Stud. Die Gegend war sehr schön, die Landschaft von New Forest beeindruckte mich sehr. Dort angekommen bog ich auf den Parkplatz wo ich bereits erwartet und zu den Stuten geführt wurde. „So, was genau darf ich bei den drei bezaubernden Damen denn machen?“, fragte ich und betrachtete diese drei wunderschönen Pferde. Besonders die EVB-Stute Little Miss Backyard gefiel mir, so eine Farbe habe ich noch nie gesehen. „Röntgen, Kontrolle und Beurteilung für den Stutbuchwettbewerb ist heute dran.“, wurde mir zukunde getan und ich nickte. „Dann fangen wir einfach der Reihe nach an und zwar mit der Schimmelstute. Einmal vorlaufen, traben und aufstellen..“, wies ich an und legte das gröbste schon mal zurecht, ehe ich das Gangwerk der Stute PFS' Storm Cat betrachtete. Sie lief super und klar, kein Ticken. Beim Aufstellen betrachtete ich die Beine genau, da die Stute wunderbar Stillhielt konnte ich sogar gleich mit dem Röntgengerät ran. „Die Bilder schauen wir uns nach dem Raspeln gleich an.“, merkte ich an und wir liefen mit der Stute zurück, wo ich mir nun die Hufe genau unter die Lupe nahm. Lediglich ein wenig Raspeln war notwendig um die Hufe der Stute wieder schick zu machen. „Schöne Hufe, sehr gute Hufe. Sie steht gut, ich kann keine Fehlstellung sehen oder ähnliches. Gehen wir zum Wagen und schauen auf die Röntgenbilder..“, lud ich mit ein und lief zum Van, schmiss den Laptop an und öffnete die Bilder. Die Knochen waren gut, grade und ich konnte nix negatives feststellen.

      Weiter ging es mit dieser interessant gefärbten Stute, Little Miss Backyard. Auch Sie wurde mir erstmal vorgeführt und wies ebenfalls ein sehr gutes Ganzbild auf. Ich untersuchte und machte Röntgenbilder ihrer beine und sah mir ihre Hufe nun von unten an. Gute Hufe, viel zu raspeln war bei ihr nicht. Sie zerrte von hinten an meiner Schürze, was einige kleine unterbrechungen begünstigte aber nur, um den Spaß mit ihr mitzumachen. Als wir uns ihre Bilder ansahen, konnte ich ebenso nur sehr zufriedene Kommentare berichten.Wie schon bei Cat, waren ihre Beine sehr gut.

      Zu letzt war nun Couer de Lilith dran, welche mir vorgetrabt wurde. Sie war ein wenig nervös, tänzelte, dennoch war das Bild klar. Beim untersuchen und Röntgen benötigten wir einige Versuche, da Sie nicht viel davon zu halten schien. Bei der Hufkontrolle war sie etwas wackelig und zog. „Na komm Mäuschen, es ist gleich vorbei.“, sprach ich ruhig auf Sie ein und raspelte ihre Hufe. Hinten wuchsen die Hufwände ein wenig zu sehr nach innen, was aber nix heißen muss. Jedoch musste ich da auch mit der Zange ran, welches die Fuchsstute wohl etwas befremdlich fand. Ich zeigte ihr die Zange, streichelte Sie. „Die tut dir nix, schau. Es sind nur noch zwei Hufe und dann bist du fertig.“ Nach ein paar weiteren Minuten und kleinen Pausen waren die Hinterhufe ebenfalls fertig und Lilith ergatterte sich eine Möhre. Ich sah mir ihre Röntgenbilder an, besonders die der Hinterhufe aufgrund des Wachstumes. „Lilith steht hinten etwas eingedreht, um genau zu sein hinten links, deswegen wachsen dort die Hufe so seltsam.“, erklärte ich und sah kurz zu der Stute und erklärte weiter: „Mit regelmäßiger Kontrolle und Bearbeitung bekommt man das aber in den Griff. Es sollte kein Ausschlusskriterium oder ähnliches beim Wettbewerb sein, Eisen braucht Sie vorerst auch nicht.“

      Die Pferde wurden weggebracht und ich schob die Rötgenbilder sowie Berichte dazu auf einen Stick und reichte ihn weiter,falls es gebraucht werden sollte. Dann packte ich alles zusammen, verabschiedete mich und fuhr die Gegend ab, schließlich war nun ein wenig Urlaub angesagt.
      4011 Zeichen by Laraya13
    • Sammy
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      Galopprennen E-A
      zusammen mit PFS' Storm Cat, Bearing Spots & Pirate's Pride
      31. Dezember 2019
      "Guten Morgen ihr Süßen! Alle bereit für den heutigen Tag?", rief ich fröhlich, als ich an diesem Morgen meine Stallungen betrat. Für meine vier englischen Vollblutstuten PFS' Storm Cat, Little Miss Backyard, Bearing Spots und Pirate's Pride war heute ein großer Tag. Alle vier sollten den Aufstieg in die Klasse A des Galopprennens schaffen. Wie üblich im Abschlusstraining würde ich alle vier Stuten selbst reiten. Für den Aufstieg in Klasse A des Galopprennens mussten mein Kätzchen, Missy, Spotty und Pride sauber aus der Startbox springen und gegen ein anderes Pferd ein kleines Rennen laufen. Wie im Plan vorgesehen, ging ich zuerst zur Box von PFS' Storm Cat. Die wunderschöne Vollblutstute sollte gleich Anfang des neuen Jahres an einem Stutbuchwettbewerb teilnehmen, den sie mit Sicherheit auch erfolgreich bestreiten würde. Mein Kätzchen hatte bereits dreizehn Schleifen auf Turnieren eingeheimst und war damit am Schnellsten körfertig gewesen. Sie brauchte den heutigen Stufenaufstieg für die Teilnahme am Wettbewerb auch nicht, doch das Leben ging ja auch nach einem möglichen Sieg weiter. Ich öffnete Kätzchen's Boxentür und begrüßte die junge Stute, indem ich ihr liebevoll über die samtene Nase strich. Ich liebte Storm Cat über alles und war immer noch ziemlich stolz darauf, ein Vollblut aus Occulta's bekannter Zucht ergattert zu haben. Plötzlich flog Cat's Kopf hoch und die Stute sah mit gespitzten Ohren über die Boxentür. "Morgen Sammy! Kann ich helfen?", fragte Edward gähnend. Ich lachte. Edward tat sich mit dem frühen Aufstehen wirklich schwer, doch er gab sich immer beste Mühe. "Klar! Du könntest mir Spotty fertig machen, sie ist gleich nach Cat dran. Ansonsten kannst du Samuel und Donald fragen, ob du ihnen helfen kannst. Ana überwacht heute das Training. In diesem Moment tauchte die junge Frau auch schon auf. Sie wollte unbedingt Jockey werden, doch ihr zweitgrößter Wunsch war es, Vollblüter zu trainieren. Beides lernte sie zur Zeit bei mir auf dem Gestüt. So gesehen war dieser Tag nicht nur für meine Stuten wichtig, es war auch Anas erster Alleingang als Trainerin - auch wenn ich ihre Anweisungen natürlich insgeheim prüfte. Ich holte Cat aus der Box und band sie draußen auf der Stallgasse an. Die erfolgreiche Stute sollte heute gegen Kagami El Assuad laufen. Mein bereits gekörtes englisches Vollblut war nicht ganz einfach im Umgang, aber unglaublich schnell. Daher hatte ich sie als Trainingspartnerin für Cat ausgesucht. Die schwierige Little Miss Backyard bekam dagegen mein erfahrenes Rennpferd Ace of Spades als Gegner, um ein wenig Ausgleich zwischen den Temperamenten zu schaffen. Doch erst einmal war nun Cat dran. Ich putzte das Schimmelchen in aller Ruhe, bandagierte ihre Beine und sattelte sie anschließend auf. Cat bekam diesmal nicht den Arbeitssattel, sondern den leichteren und noch kleineren Rennsattel auf. Immerhin wollte ich alles so ähnlich wie möglich zu einem echten Rennen gestalten. Nachdem ich das Vorderzeug verschnallt und Cat aufgetrenst hatte, rief ich nach Samuel. Er hatte die Aufgabe bekommen, Kagami zu reiten. "Komme!", antwortete er prompt und führte die schöne Palominostute aus der Putzbox. Kagami hatte bisher erst ein einziges Fohlen bekommen und würde demnächst schon Oma werden. Doch sie hatte die Trennung von Princess nicht gut verkraftet, weshalb ich mich entschieden hatte, sie erst einmal nicht mehr decken zu lassen. Stattdessen ging Kagami nun wieder Turniere und machte sich als Vielseitigkeitspferd gar nicht mal schlecht. Wir führten die Pferde aus dem Stall hinaus und ließen uns von Edward und Donald in die Sättel werfen. Cat tänzelte auf der Stelle und schlug mit dem Kopf. Ich streichelte ihr den seidigen Hals und nahm die Zügel auf. Cat wollte rennen, doch sie war dabei nie außer Kontrolle. Das liebte ich so sehr an der jungen Stute. Da hatte es Samuel mit Kagami schon ein wenig schwerer. Die Palominostute fiel immer wieder in einen zuckeligen Trab und hüpfte jedes Mal zur Seite, wenn der Wind durchs Gebüsch fuhr. Als wir die Pferde auf die Sandbahn dirigierten, ließen wir sie erst einmal an den Außenrails entlanggehen und zwar im Uhrzeigersinn. Cat trabte eifrig über die Bahn und als ich schließlich in den leichten Sitz ging, wechselte sie leichtfüßig in einen gleichmäßigen Galopp. Schließlich wendete ich mein Stütchen und trabte zur Startbox. Kagami sollte zuerst einrücken und führte ihr übliches Theater auf, bis ich sie schließlich scharf anfuhr. Kagami kannte die Startbox und spielte sich einfach nur gerne auf. Storm Cat dagegen war ganz wild darauf, in ihren Stand einzurücken. Das intelligente Vollblut wusste genau, dass sie nach dem Start aus der Box rennen durfte. Ich balancierte mich über Storm Cat's Rücken aus und griff in die kurze graue Mähne, um mich auf den Start vorzubereiten. Gleich darauf schellte die Glocke und die Türen sprangen auf. Storm Cat erwischte den perfekten Start und setzte sich direkt vor Kagami dicht an die Rails. Dann streckte sie sich und legte mit jedem Galoppsprung an Tempo zu. Doch Kagami war eine starke Gegnerin. Auf der Zielgeraden schob sie sich langsam an Storm Cat's Flanke heran. Das jedoch motivierte mein Schimmelchen dazu, umzuspringen und ihren Turbo einzuwerfen, wie ich ihren Endspurt gern nannte. Stück für Stück zogen wir Samuel und Kagami davon und schossen über die Ziellinie. Ich strich Storm Cat begeistert über den Hals und stellte mich in die Bügel, um die Stute zu verlangsamen. Cat schüttelte übermütig den Kopf, fiel aber artig in den Trab und schließlich in den Schritt.
      Am Ausgang der Bahn sprang ich aus dem Sattel, drückte Cat einen Kuss auf die Nüstern und übernahm dann Pirate's Pride von Edward. Samuel dagegen übergab Kagami an Donald und übernahm dafür Bearing Spots. Spotty ließ sich von so gut wie jedem reiten, solange sie nur laufen durfte. Daher hatte ich beschlossen, dass Samuel das schöne Punktepferd reiten sollte, während ich mich um Pirate's Pride kümmerte. Die wunderschöne Pride war die Tochter meiner Vollblutstute Pirate Island und meines ehemaligen Hengstes Ghostbuster. Ghost war inzwischen schon wieder zu seiner Züchterin Flair gezogen und kam dort als Zuchthengst zum Einsatz. Ich strich Pride über die Schnippe und Edward warf mich in den Sattel. Samuel saß bereits auf Spotty's Rücken. Die beiden jungen Stuten waren noch nie gegeneinander gelaufen und so war ich sehr gespannt, wie dieses Rennen ausgehen würde. Ich war der Meinung, dass Pride grundsätzlich schneller war als Spotty, doch die junge Stute ließ sich zuweilen noch recht schnell ablenken und verlor dadurch an Boden. Edward und Donald führten Kagami und Cat im Schritt umher, damit die Stuten sich abkühlen konnten. Gleich danach würden sie zurück zu den Stallungen gehen und die letzten beiden Pferde für heute fertig machen - Missy und Ace. Pride machte einen kleinen Satz zur Seite und holte mich damit zurück ins Hier und Jetzt. Ich lachte. "Schon gut, meine Süße. Du hast ja Recht. Jetzt wo Cat ihren Stufenaufstieg mit solcher Bravour gemeistert hat, sollen du und Spotty das auch schaffen!", sagte ich liebevoll. In aller Ruhe wärmten wir Spotty und Pride auf und ritten dann auf die Startbox zu. Während Spotty anstandslos hineinging, prustete Pride nervös und plusterte sich auf. Ich rahmte sie mit meinen Beinen ein und redete leise auf das Stütchen ein. Wie all meine Vollblüter hatte Pride schon früh gelernt, in die Startbox zu gehen. Aber zuweilen führte sie sich eben ein wenig auf. So war das mit temperamentvollen Vollblutpferden. Als Pride endlich in der Startbox stand, hatte ich gerade noch Zeit, mich ordentlich hinzusetzen, da sprangen auch schon die Türen auf und das Rennen begann. Pride hatte einen denkbar schlechten Start, während Spotty perfekt absprang und sofort in den Renngalopp wechselte. Ich dirigierte Pride zu den Rails und gab der jungen Stute Zeit, ihren Tritt zu finden. Sobald das geschafft war, schoss Pride vorwärts, doch Spotty hatte einen großem Vorsprung. Ich kauerte mich so flach ich konnte über Pride's Rücken und die Stute verlängerte ihre Galoppsprünge. Am Anfang der Zielgeraden griffen wir an. Langsam aber sicher holten wir Spotty ein. Allerdings lief mein Punktepferd noch nicht volles Tempo. Samuel ließ sie trödeln, anstatt seinen Vorsprung auszubauen. Das kam ihm nun teuer zu Stehen. Als er das nächste Mal nach hinten blickte, war Pride's Nase bereits auf Höhe von Spotty's Bauch. Ich trieb die Stute mit meiner Stimme vorwärts, doch die Aufholjagd hatte das Stütchen geschlaucht. Spotty gab nun Gas und obwohl Pride alles gab, reichte es für den Sieg nicht mehr aus. Knapp hinter der schönen Stute flogen wir über die Ziellinie. Ich ließ Pride auslaufen und parierte sie dann durch. Samuel machte dasselbe mit Spotty und sah mich schuldbewusst an. Er wusste, dass sein Verhalten ihn beinahe den Sieg gekostet hätte, der nach Pride's schlechtem Start eigentlich sicher gewesen war. Dennoch war Pride wunderbar gelaufen und hatte den Stufenaufstieg genau wie Spotty mit Leichtigkeit geschafft.
      "Hey Missy, na wie geht's uns heute?", fragte ich fröhlich, als ich das herrliche Scheckstütchen von Edward übernahm. Edward rollte die Augen und übergab mir Little Miss Backyard. Dann warf er mich in den Sattel, während Missy ihm einen Schubs versetzte, der Edward zum Straucheln brachte und beinahe dazu führte, dass ich auf ihrer anderen Seite eine Bruchlandung hinlegte. Ich hielt mich gerade noch in Missy's Mähne fest und setzte mich schnell richtig in den Sattel, da die Stute gleich darauf einen Hüpfer machte. "Mhm, verstehe schon. Gut aufgelegt, wie immer also.", sagte ich mit Grabesstimme, grinste dabei aber. Missy war ein Clown, aber ein verdammt schneller Clown. Ich beeilte mich, das Stütchen auf die Bahn zu dirigieren, damit sie ein wenig überschüssige Energie loswerden konnte. Samuel wärmte währenddessen die Rappstute Ace of Spades auf. Ace war keine wirkliche Konkurrenz für Missy, doch bei der jungen Scheckstute ging es mir eher darum, dass sie lernte, mit anderen Pferden gemeinsam zu laufen. Sonst würde das mit den wirklichen Galopprennen eher schwierig werden. Sobald Missy auf der Bahn war, wollte sie lossprinten und ich musste mein gesamtes reiterliches Können aufwenden, um das Stütchen im Trab zu halten. Als ich sie schließlich angaloppieren ließ, machte Missy einen riesigen Satz vorwärts. Ich nahm die Zügel auf und beschäftigte mein übereifriges Stütchen mit vielen halben Paraden. Zudem lenkte ich sie auf einen relativ kleinen Zirkel, um sie zu beschäftigen. Als wir die beiden Stuten schließlich in die Startbox einrücken ließen, war ich schon ziemlich am Ende. Aber den schwierigsten Teil hatte ich geschafft. Die Türen sprangen auf und Missy schoss vorwärts. Ich hielt sich zurück und wir setzten uns hinter Ace of Spades an den Rails fest. Missy kam gerne von hinten, da sie einen unglaublichen Endspurt hatte. Dafür musste ich sie jedoch erst einmal davon überzeugen, nicht gleich vorneweg zu rennen. Missy kämpfte kurz gegen mich, doch dann fügte sie sich in ihre Rolle und wartete ab. Am Ende des Bogens lenkte ich Missy auf die Außenbahn und wir flogen regelrecht an Ace vorbei. Miss wurde immer länger und wir schossen mit unglaublichen sechs Längen Vorsprung über die Ziellinie. Ich pullte mein Stütchen auf und parierte sie strahlend durch. "Yes, das wäre Nummer vier! Alle habens geschafft.", jubelte ich fröhlich. Damit waren Little Miss Backyard, Bearing Spots, Pirate's Pride und PFS' Storm Cat im Galopprennen auf Klasse A trainiert.
    • Sammy
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      Neues Jahr, neues Glück?!
      09. Januar 2020
      Gähnend rollte ich mich herum und schlug auf meinen Wecker, um den nervtötenden Piepston auszustellen. Das blöde Ding hatte seit Neustem eine Macke und schaltete automatisch auf diesen Ton um, anstatt mir meine geliebte Aufwachmusik zu gönnen. Es war Anfang Januar und heute hatte ich mir einen trainingsfreien Tag eingeplant. Auf meinem Programm standen heute diverse Planungen für das Jahr und vielleicht der ein oder andere entspannte Ausritt in das herrlich schneebedeckte Gelände, rund um mein Gestüt. Meine englischen Vollblüter hatten heute Morgen frei, daher konnte ich es mir erlauben, länger im Bett zu bleiben. Die Morgenfütterung bekamen meine Angestellten auch ohne mich hin. Ich drehte mich auf den Bauch, legte den Kopf auf die Arme und ließ das letzte Jahr Revue passieren. Es war einiges vorgefallen. Gutes, wie Schlechtes. Das nun kommende Jahrzehnt war das wohl Entscheidendste meines Lebens. Würde ich den richtigen Mann finden? Würde ich Kinder haben? Wie entwickelte sich das Gestüt und vor allem die Zucht? Würden all meine Verkaufspferde ein schönes Zuhause finden? Und ganz aktuell: Wie würde meine schöne Trakehnerstute HMJ 7786 Elfentanz beim Abschlusswettbewerb des Horse Makovers abschneiden? Letzteres war für meine Zukunft als Trainerin natürlich enorm wichtig. Wer sich in diesem Wettbewerb platzierte, würde mit Sicherheit auch in Zukunft genügend Aufträge bekommen. Und auch die Prestige für mein Gestüt wäre enorm. Allerdings zweifelte ich in letzter Zeit daran, ob mein großes Gestüt der richtige Ort für eine sensible Stute wie Elfentanz war. Ich liebte das Stütchen und sie liebte mich, doch ich war mir nicht sicher, ob sie hier wirklich jemals zur Ruhe kommen konnte. Anderen Pferden gegenüber war Elfentanz noch immer sehr scheu und zurückhaltend und gerade von Hengsten hielt sie überhaupt nichts. Auf Springturnieren glänzte mein Makeoverpferdchen absolut, bei der Dressur gingen ihr noch zu sehr die Nerven durch. Daher hatte ich mich auch gegen die Teilnahme an einem Stutbuchwettbewerb entschieden. Es war einfach noch zu früh. Dafür stand mit meinem Elfentanz bereits morgen das Abschlusstraining für den Aufstieg in die Klasse L der Dressur an. Im Training machte sich Elfentanz ganz wunderbar. Sie war intelligent, arbeitete immer fleißig mit und wollte unbedingt gefallen. Zumal ihre Grundgangarten ein echter Traum jedes Dressurreiters waren. Dennoch - momentan spielte ich mit dem Gedanken, die schöne Stute nach dem Wettbewerb an jemanden zu verkaufen, der einen kleineren Hof sein eigen nannte. Oder jemanden, der noch gar kein Pferd hatte und Elfentanz in einem kleinen, ruhigen Pensionsstall unterbringen konnte. Allein der Gedanke mich von dem jungen Pferd zu trennen, bereitete mir Bauchschmerzen, doch ich wollte, dass es Elfentanz an nichts fehlte. Ich seufzte und schlug die Bettdecke zurück. Dann schüttelte ich den Kopf, um den traurigen Gedanken zu vertreiben. Diese Entscheidung musste ich noch nicht jetzt fällen. Elfentanz hatte in den letzten drei Monaten so viele Fortschritte gemacht, vielleicht lernte sie ja noch, mit dem Trubel der mit einem Gestüt wie meinem nun einmal einherging, umzugehen. Ich sprang unter die Dusche, kuschelte mich in meinen Lieblingspulli und eine Leggins und ging hinunter in die Küche. Dort bereitete ich mir ein leckeres Frühstück bestehend aus Obstsalat, Latte Macchiato und Naturjoghurt zu und setzte mich in mein Wohnzimmer auf die Couch. Dort stand schon mein Laptop bereit. Außerdem bedeckten diverse Blätter meinen Wohnzimmertisch. Unter anderem waren das die Baupläne für mein Gestüt. Der Umsatz im letzten Jahr war - vor allem durch meinen Trainingsbetrieb - ziemlich gut gewesen, daher hatte ich mich entschieden, in neue Anlagen zu investieren. Die ein oder andere davon würde mir mit Sicherheit noch mehr Trainingspferde einbringen und auch das Training mit meinen eigenen Vierbeinern erleichtern.
      Die erste und wichtigste Veränderung war ein Umbau der Stallungen. Da ich mich von vielen Pferden trennte, hatte ich für diese Maßnahme endlich den benötigten Platz. Stuten- und Hengsttrakt würden zukünftig komplett voneinander getrennt sein. Der gesamte Hengsttrakt wurde abgerissen, der Stutentrakt blieb bis auf vier neue Putzboxen mit Rotlichtanlagen so wie er war. Direkt an den Stutentrakt sollte eine Reithalle angebaut werden. Vom Stutentrakt aus, kam man in der Mitte der langen Seite in die Halle hinein. An die kurze Seite bei A sollte es einen zweiten Ausgang geben, der direkt an den Hengsttrakt anschloss. So mussten wir bei Regen, Unwetter und im Winter nicht immer über die gesamte Anlage laufen, um mit den Pferden zu trainieren. Weiterhin sollte es auf dieser Seite meines Gestüts einen kleinen Außenreitplatz und einen weiteren überdachten Roundpen geben. Die Anlagen auf der anderen Seite würden immer noch meine Haupttrainingsorte sein, doch gerade wenn ich einmal Events auf meinem Gestüt veranstaltete, gestaltete sich das alltägliche Training meiner Pferde eher schwierig. Auf diese Art und Weise konnte ich den Weg, der zu Koppeln und Stallungen führte einfach absperren und meine Pferde und Pfleger hätten ihre Ruhe. Die zweite große Neuerung war ein Pferdeschwimmbad. Ich besaß viele Sportpferde, die außerhalb der Wintermonate mehr als zwölf Stunden auf den weitläufigen Koppeln verbrachten. Da waren Verletzungen leider keine Seltenheit. Ganz davon abgesehen, war Schwimmtraining eine hervorragende Methode, um Muskeln aufzubauen. Gerade bei Jungpferden, um sie auf das Einreiten vorzubereiten, aber auch bei Sportpferden, die nach einer Verletzung wieder antrainiert werden sollten. Das Schwimmbad kostete mich fast so viel, wie meine großzügige Reithalle, doch es war schon lange mein Traum gewesen, eine solche Anlage mein Eigen nennen zu dürfen. Die vorerst letzte Neuerung war mein ganzer Stolz, da mir nicht bekannt war, dass es in der näheren und ferneren Umgebung eine solche Anlage gab. Das Training meiner Rennpferde hatte mich in diesem Winter vor größte Herausforderungen gestellt, da die Bahn zur Zeit unmöglich zu benutzen war - trotz dem Spezialboden auf meiner Sandbahn. Deshalb hatte ich beschlossen, eine Indoor-Rennbahn zu errichten. Sie würde die Sandbahn ersetzen. Damit war sie zwar ein wenig kleiner, als meine normale Grasrennbahn, doch ich konnte meine Vollbüter im Winter genauso trainieren, wie im Sommer. Früher hatte ich mit den Vollblütern im Winter einfach andere Trainingsschwerpunkte bearbeitet, zum Beispiel hatten vermehrt Bodenarbeit, Spaziergänge und Dressur auf dem Plan gestanden. Doch seit Successful Dream im Training war, klappte das nicht mehr so wirklich. Die junge Stute wurde fürchterlich unleidig, wenn sie nicht richtig rennen durfte. Und das war bei dieser Witterung nunmal weder im Gelände noch auf der Bahn möglich. Daher hatte das junge Vollblut des Öfteren versucht, in der Halle durchzustarten, was beinahe damit geendet hätte, dass wir beide in der Bande hingen. Seit letztem Jahr hatte ich nun ein weiteres Pferd, das so tickte - Little Miss Backyard. Die wunderschöne Scheckstute war beinahe noch eigensinniger als Dreamy und machte das Training zwar interessant, aber auch ein wenig anstrengend. Die beiden Stuten waren im Moment reine Pulverfässer und das wollte ich im nächsten Winter unbedingt vermeiden. Die Investition, die ich für diese Rennbahn war enorm, doch ich hoffte, damit auch ein wenig Geld reinholen zu können. In den USA flog man seine Rennpferde oft in wärmere Staaten, um sie auch im Winter starten zu lassen. Ich bot nun mit meiner Rennbahn englischen Trainern die Möglichkeit, dasselbe hier zu tun. Außerdem würde ich benachbarten Höfen anbieten, ihre Pferde im Winter entweder bei mir einzustellen oder zum Training herzufahren. Das würde natürlich auch wieder Einnahmen bringen. Die Indoor-Rennbahn würde eine bewegliche Startbox und diverse Tribünen besitzen. Außerdem sollte es Kameras geben, um das Training seines Tieres aufzuzeichnen und zu analysieren. Wenn all diese Vorhaben erst einmal in die Tat umgesetzt waren, würde mein Gestüt definitiv eines der bestausgestattetsten in ganz England sein.
      Ich lächelte bei dem Gedanken daran und klappte dann meinen Laptop auf, um den Fohlenkalender zu öffnen. Im letzten Jahr hatte ich mir endlich meinen Traum erfüllt und zwei Stuten von meinem Spitzenhengst Levistino decken lassen. Der Trakehner war der erste und noch immer einzige Gewinner von Jolympia und darauf war ich mächtig stolz. Die Entscheidung darüber, welche meiner Stuten ich von Levistino decken lassen sollte, war mir absolut nicht leicht gefallen. Die beiden Stuten, auf die meine Wahl gefallen war, waren meine Cremellostute Samiyah und meine Chestnut-Frame-Overo Stute Mahira. Beide hatten eine sehr gute Abstammung und bereits einige Schleifen eingeheimst. Außerdem erhoffte ich mir durch ihre Fellfärbung interessante Farben für die beiden Fohlen. Weiterhin war mein absoluter Liebling - Levistino's Enkelin Leveneza trächtig von meinem Trakehnerhengst Cadeau. Ihr Fohlen würde als deutsches Sportpferd eingetragen werden und hoffentlich die Talente seiner Eltern erben. Und dann war da natürlich noch Corde de la Cerise. Occulta hatte die schöne Stute im letzten Jahr von Levistino decken lassen, was bedeutete, dass ich noch ein reinrassiges Trakehnerbaby erwartete. Auch meine beiden Hannoveranerstuten Unannounced Pleasure und Reminiscent Inspiration waren hochträchtig. Während Reminiscent Inspiration von meinem Hannoveranerhengst Incendio gedeckt worden war, hatte ich bei Pleasure meine erste Vollblut-Warmblut-Paarung vorgenommen. Die wunderschöne Buckskin-Tobiano Stute war trächtig von meinem erfolgreichen Vollbluthengst Pawaneeh, der durch seine hervorragende Abstammung glänzte. Auf dieses Fohlen war ich besonders gespannt.
      Aber natürlich würde ich auch einige reinrassige Englische Vollblutfohlen bekommen. Meine Stute Backup war ebenfalls trächtig von Pawaneeh und meine geliebte Kazumi Princess El Assuad, der Nachkomme der berühmten Khiara El Assuad, war trächtig von meinem Rapphengst El Racino. Dies bedeutete, dass hoffentlich bald acht niedliche Pferdebabys meinen Hof bevölkern würden. Die Termine waren von Ende Januar bis Mitte März angesetzt und ich war sehr gespannt, ob meine Stuten sich daran halten würden. Ich checkte die Termine für die Kontrolluntersuchungen der Stuten und nahm mir vor, gleich heute nach den Abfohlboxen zu sehen. Man konnte ja nie wissen, ob eine der Stuten auf die Idee kam, ihr Baby früher auf die Welt zu bringen. Eigentlich hätte ich auch Successful Dream gerne decken lassen, doch die Stute war mir noch zu unausgelastet, um Mama zu werden. Vielleicht würde sie im nächsten Jahr ihr erstes Fohlen bekommen. Ich träumte noch eine Weile vor mich hin und stellte mir die acht niedlichsten Pferdebabys vor, die meine Fantasie hervorbringen konnte. Insgeheim träumte ich ja von einem Silver Buckskin aus der Anpaarung von Levistino mit Samiyah, doch diese Chance war extrem gering. Außerdem wollte ich mit den Fohlen Geld verdienen, was bedeutete, dass ich sie verkaufen musste. Und das würde mir auch schon ohne außergewöhnliche Fellfarben schwer genug fallen...

      ~*~

      "Sammy?! Sagmal, kommst du heute auch mal noch nach draußen? Ich hab Holly und Elfentanz gesattelt. Komm schon, wir wollten doch ins Gelände!", weckte mich Edward, indem er an meine Haustür hämmerte. Ich schreckte von der Couch hoch und wankte zur Tür. Mist, da war ich doch einfach wieder eingeschlafen. Ich rieb mir die Augen und öffnete die Tür. Edward strahlte mich an und zog dann die Augenbrauen hoch. "Ähm Sammy, du hast da Tinte im Gesicht, weißt du?", grinste er. Ich wurde rot. "Ich hab über Fohlennamen nachgedacht und muss dabei eingeschlafen sein.", gab ich zu. Edward rollte nur die Augen. "Reitest du so aus? Ich meine, Elfentanz lässt dich sicherlich auch in dem Aufzug auf ihren Rücken, aber ich stelle mir das doch ein bisschen kalt vor.", zog er mich auf. Nun war es an mir, die Augen zu verdrehen. "Gib mir zwei Minuten, ich komme gleich.", rief ich, während ich schon auf dem Weg nach oben war.
      Kurz darauf stand ich dick eingepackt neben meinem Elfenpferd. Die junge braune Stute schnoberte mich liebevoll ab, als ich behutsam nachgurtete und ihr über den inzwischen recht muskulösen Hals strich. Edward saß bereits auf meiner Trakehnerstute Hollywood Undead II, die zu Elfentanz bester Freundin geworden war. "Wenn du dann mit deinem Liebesgeflüster fertig bist, könnten wir vielleicht los? Ich friere ja schon auf Holly fest.", maulte Edward gespielt genervt. Ich rollte nur mit den Augen, schwang mich auf Elfentanz' Rücken und ließ die Stute sofort antreten. Holly trabte ruckartig an, um zu uns aufzuschließen, was Edward unsanft durchrüttelte. "Blöde Kuh!", schmollte der, aber ich lachte nur. Edward's Eltern hatten Geld wie Heu, hatten ihn aber rausgeschmissen, weil er seinen Job in einem renommierten Stall hingeworfen hatte. Ich hatte den jungen Mann kennengelernt, als ich Elfentanz nach Hause gebracht hatte und ihm angeboten, auf meinem Gestüt mitzuarbeiten und dafür kostenlos hier zu wohnen. Mittlerweile war Edward mein bester Freund. Dass er schwul war erleichterte die ganze Sache, denn alle Mädchen, die ich kannte, verknallten sich sofort in den gut aussehenden Mann. Wir ritten vom Hof in Richtung Heide. Dort war ich im Winter nicht allzu oft, da man aufgrund der Witterung meist nur im Schritt reiten konnte, doch heute stand sowieso nur ein gemütlicher Spazierritt auf dem Plan. Elfentanz schritt ruhig vorneweg und ich konnte kaum glauben, welch große Fortschritte die Stute in den letzten drei Monaten gemacht hatte. Sie war so sehr über sich hinausgewachsen, wie es ich niemals erwartet hätte. Als ein Vögelchen aus einem Gebüsch flog, zuckte Elfentanz kurz zusammen und richtete beide Öhrchen nach hinten, um auf mich zu lauschen. Ich klopfte ihr beruhigend den Hals und es ging weiter. Früher wäre die sensible Stute in solchen Momenten völlig ausgeflippt. Wenn sie so weitermachte, wurde sie noch zum echten Verlasspferd. Das wäre bei ihrer Vergangenheit ein richtiges Wunder.
      Nach fast zwei Stunden kehrten wir auf das Gestüt zurück und versorgten Holly und Elfentanz umsichtig. Die zwei durften gemeinsam auf einen der größeren Paddocks, während ich mal einen Rundgang durch meine Stallungen machte. Heute begann ich im Hengsttrakt. Levistino und Cadeau waren gerade mit Samuel und Donald draußen im Gelände. Brian arbeitete mit seinem Liebling Amayyas in der Halle an ein wenig Bodenarbeit und Patrick ging mit Incendio spazieren. Somit waren die ersten beiden Hengste, die ich begrüßte, der Holsteiner Fantastic Fly und das deutsche Reitpferd Pride & Prejudice. Ich strich beiden über die samtenen Mäuler und ging dann weiter. Pawaneeh und El Racino standen gemeinsam mit Ojos Azules und Negresco auf der Koppel. Die vier Hengste verstanden sich recht gut und ich war sehr froh, dass Racino endlich Artgenossen gefunden hatte, mit denen er auskam. Weiter ging es zu Damon's Dynamo, Khamar al Sanaa und Shamal. Letzterer war heute so liebesbedürftig, dass er mich am liebsten gar nicht mehr gehen lassen wollte. "Heute Nachmittag mache ich auch mit dir einen schönen langen Ausritt, versprochen, mein Hübscher!", tröstete ich ihn, als ich meinen Rundgang fortsetzte. Die Ponyhengste Roi du Soleil, Hollybrook's Cheeky Jot, Rumpelstielzchen, Darkwood's Storm Dancing Feather und GE's Ljósfari begrüßten mich ausgelassen. Auch bei PFS' Artic Alinghi verbrachte ich ein wenig Zeit. Das süße Miniature Horse war mittlerweile fast ausgewachsen und versprach ein wunderschöner Hengst zu werden. In diesem Frühjahr würde ich bei ihm mit dem Dressurtraining beginnen und ihn dann langsam auf eine passende Hengstkörung vorbereiten. Die beiden Westernhengste Dissident Hawk und Golden Indian Summer standen ruhig gemeinsam auf ihrem Paddock und beobachteten das Treiben um sich herum. Im Frühjahr würden sie alle in provisorische Stallungen umziehen, damit der Stall umgebaut werden konnte. Doch noch hatten sie ihre wunderschönen Boxen mit den dazugehörigen Paddocks. Ich blickte mich ein letztes Mal im Hengststall um und ging dann weiter zu den Stuten. Dort begann ich bei den Westernpferden. Meine Criollo's PFS' Devil in Prada und Arriba schmusten ein wenig mit mir, während meine Paint Horse Stute My Golden Heart mich völlig ignorierte. Die schöne Stute war sehr aufmerksamkeitsbedürftig und scheinbar hatte ich ihr in letzter Zeit zu wenig davon gewidmet. The Morticains Daughter und Your possible Pasts standen zur Zeit sehr gut im Training und auch mein Nachwuchspferdchen Grace's Cookie 'n Cream machte sich gut. Die Welsh D Stute PFS' Daydream of Money war nun auch allmählich so weit, angeritten zu werden und ich war sehr gespannt darauf, ob sie so gut zu Roi du Soleil passen würde, wie ich mir das vorstellte. Meine beiden absoluten Lieblinge bei den Stuten waren aber das Trakehnerfohlen Jeune Mariée, die zu einer wunderschönen, eleganten Stute heranwuchs und mein Araberfohlen PFS' Isis. Im Grunde liebte ich sie jedoch alle. Picturesque Diova war wunderschön geworden und auch PFS' Beck's Little Diva und PFS' Glenn's Cookie brachten meine Augen zum leuchten. Beide hatten sich zu einmalig schönen Ponys entwickelt und würden meine kleine Nebenzucht um ein Vielfaches bereichern. Ich ging weiter und erreichte mein neuestes Pferd - Pashmina. Sie sollte die Partnerin für meinen Berber Amayyas sein und ich konnte noch immer kaum glauben, dass die edle Stute endlich mir gehörte. Als ich die Box von Where's Sleep erreichte, war ich nicht überrascht, die schöne Stute mit dem traumhaften Langhaar drinnen vorzufinden, während die meisten anderen Pferde den Nachmittag auf ihren Paddocks verbrachten. Sleepy wurde nicht gerne nass oder dreckig und hielt sich im Winter daher lieber drinnen auf, als draußen herumzutollen. Das war für mich völlig in Ordnung, Hauptsache war, dass die Stute die Möglichkeit bekam, nach draußen zu gehen. Meine Traberstuten Rainbow und Ehawee standen gemeinsam auf einem Paddock, da sie ziemlich unzertrennlich waren. Erst vor kurzem hatte ich entschieden, die beiden doch erst einmal zu behalten. Irgendwie träumte ich eben doch von zwei reinrassigen Dynamo-Fohlen. Cuchara tollte draußen herum und schenkte mir daher weniger Beachtung, aber dafür kamen meine beiden Araberstuten Saddy und My lovely Horror Kid sofort herein, als sie mich kommen hörten. Auch meine Ponys freuten mich, dass ich sie besuchte - obwohl ich das ja jeden Tag tat. Rosewell legte mir den Kopf auf die Schulter und Magical Moment drückte mir ihren Kopf gegen die Brust. Das hatte das wunderschöne Tier schon getan, als sie zu mir auf den Hof gezogen war und seitdem war es ihr Markenzeichen. Allerdings hatte sich mein Goldpferdchen vor zwei Wochen verletzt, weshalb sie nicht mit den anderen Ponies hinaus auf die kleine Koppel durfte. Dort standen also im Moment nur Naboo, Fairylike Facility, Aimiliani, Thousand Sunny, Isola della Pirateria, Porcelain Doll und Miniature America's Narnia. Meine englischen Vollblutstuten standen dafür alle in ihren Boxen, beziehungsweise auf den Paddocks. Princess und Backup würden demnächst in den Abfohltrakt umziehen, damit sie mehr Ruhe hatten. Für Dreamy, Kagami El Assuad, Ace of Spades, Success Story xx, Pirate's Pride, Bearing Spots, PFS' Storm Cat und Little Miss Backyard ging es dagegen mit dem gewohnten Training weiter. Die letzten drei sollten auch gleich Anfang des Jahres bei einem Suttbuchwettbewerb mitmischen, den sie sicherlich erfolgreich absolvieren würden. Nun fehlten nur noch meine heißgeliebten Warmblüter. Natürlich machte ich erst Halt bei meinen hochträchtigen Stuten Corde de la Cerise, Unannounced Pleasure, Samiyah, Mahira, Reminiscent Inspiration und Leveneza. Auch diese sechs Stuten würden demnächst umziehen, damit sie ihre Ruhe hatten. Lamira, Cassidy, Wild Lady Roxanne, Coeur de Lilith und Hollywood Undead II sollten dagegen weiterhin bei den Winterturnieren um den Sieg kämpfen. Vor allem auf Lilith war ich unsagbar stolz. Ihr erstes Fohlen konnte ich kaum erwarten, doch das war frühstens nächstes Jahr soweit, da die junge Stute erst vor kurzem gekrönt worden war. Ich ging weiter und öffnete die Tür zum Abfohltrakt. Alle acht Boxen waren bereits vorbereitet und dick eingestreut. Außerdem war die Wächter-Kammer geputzt und aufgeräumt. So nannten wir das kleine Zimmer, in dem in der heißen Phase immer einer von uns schlafen würde, um die Stuten zu beobachten, ohne sie zu stören. Ich lächelte. Meine Mitarbeiter hatten an alles gedacht und alles vorbereitet, bevor ich auch nur ein Wort sagen musste. Was konnte man sich als Arbeitgeber schon mehr wünschen?
      Als letztes machte ich einen Abstecher zu meinen Verkaufspferden. Auch wenn ich sie verkaufte, bedeuteten sie mir unglaublich viel. Daher tat ich mich bei manchen auch recht schwer, einen Besitzer auszuwählen. Dennoch hatten mich im letzten Jahr einige Pferde verlassen. Noch hier waren aber Hollybrook's Barakah al Sanaa, Candle in the Wind, Girlie, Apaches Tomahawk, Hollybrook's Tiny Girl, Hollybrook's Fairy Bluebird, Hollybrook's Zarin, Cirilla, Middle Ages, Ivory, Wannabe, Pangäa, Chaira, Napayné, Glammy, Eddi's Dead Pop Romance, Dream of Wyoming, BB's Harmony, Wüstentänzer, Juego, Pirate Island, American Baby, Hollywood Undead, Kolibri, Dorina, Branagorn, Hollybrook's Casanova, Hollybrook's Classic Moment, Hollybrook's Bloody Valentine, BMs Caradoc, Black Soul, Angels Fall First, Someone, Mizzi, Pierre, Salwa, Sharley, Little Miss Sunshine, Golden Flair, Precious Scream und Adina De Ra'idah. Dieses Jahr mussten sie unbedingt einen geeigneten Platz finden, denn ich brauchte den Platz für meine Zucht und die neuen Fohlen...
    • Sammy
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      Körvorbereitung
      von Eddi
      18. Januar 2020
      Ich stieg aus dem Auto und atmete tief die saubere Luft ein. Erst vor zehn Tagen war ich bei meiner Freundin Sammy gewesen, um ihr Horse Makeoverpferd durchzuchecken. Diesmal stand der medizinische Check von drei Vollblutstuten an, die noch in dieser Woche an einem Stutbuchwettbewerb teilnehmen sollten. Vorausgesetzt natürlich, es war alles in Ordnung. Davon ging ich bei Sammy's Pferden allerdings aus. Sammy hatte mich gehört und kam freudestrahlend auf mich zu. Dabei zog sie den Reißverschluss ihrer Jacke so weit es ging zu. Es war wirklich kalt in England und das Hollybrook Stud Gestüt lag unter einer dicken Schneedecke begraben. Als hätte Sammy meine Gedanken erraten, grinste sie und meinte: "Wir haben jetzt mehr Schnee als an Weihnachten! Aber das Gelände ist zur Zeit herrlich." Ich lächelte. Endlich hatte ich mir mal wieder die Zeit genommen, einige Tage hier zu verbringen. Ich würde Sammy sogar zu dem Stutbuchwettbewerb begleiten. Das bedeutete aber auch, dass wir den Nachmittag mit einem ausgiebigen Ritt durch die wunderschöne Landschaft füllen konnten. Doch zuerst einmal waren nun meine Patienten an der Reihe. Sammy führte mich über den Hof und in den Stutentrakt hinein. Dort war bereits eine wundeschöne Apfelschimmelstute in einer der Putzboxen angebunden und sah uns mit gespitzten Ohren entgegen. "Das ist Cat. Oder mit vollem Namen: PFS' Storm Cat. Ich hab sie von Pineforest Stable aus Occulta's Zucht.", stellte Sammy mir das junge Vollblut stolz vor. Ich konnte sie absolut verstehen, das Schimmelchen war einfach herrlich anzusehen. Storm Cat streckte den Kopf nach vorn und beschnoberte mich vorsichtig. Ich stellte meine Tasche ab und begann gleich mit der Untersuchung. Zuerst hörte ich Herz und Lunge ab und kontrollierte die Temperatur. Cat versuchte mich dabei die ganze Zeit zu beobachten, aber eindeutig aus Neugierde und nicht aus Angst. Auch der kurze Blick in Augen, Ohren und Maul lieferte keine Auffälligkeiten. Cat war kerngesund. Ich absolvierte noch die Beugeprobe, dann band Sammy die Stute los und führte sie im Schritt und Trab die Stallgasse hinunter. Das Kätzchen lief gleichmäßig und taktrein und machte den Eindruck, als würde sie am liebsten noch ein paar weitere Runden drehen. Allerdings hatten Sammy und ich ja noch zwei weitere Kandidaten zu versorgen. Daher brachte meine Freundin das Stütchen zurück in ihre geräumige Box und brachte mir das nächste Pferd.
      Auch Bearing Spots war ein wunderschönes englisches Vollblut mit perfektem Exterieur und einer außergewöhnlichen Fellfärbung. Also genau Sammy's Beuteschema. Zumal das Stütchen wohl auch eine ganze Menge Talent besaß. Im Gegensatz zu der freundlichen Storm Cat hob Spotty misstrauisch den Kopf, als sie mich an der Putzbox stehen sah. Erst als Sammy ihr gut zuredete und sie energisch vorwärts führte, ging die Stute in den Stand hinein und ließ sich anbinden. Ich nahm mir ein wenig mehr Zeit und strich Spotty sanft über die samtige Nase. Dabei redete ich leise auf sie ein, bevor ich mit der Untersuchung des Punktepferdchens begann. Bearing Spots war etwas drahtiger als Cat, doch man sah beiden Stuten an, dass sie sehr gut im Training standen. Bei Spotty führte ich zuerst die Beugeprobe durch, damit sie sah, dass nichts Schlimmes passierte. Erst danach hörte ich Herz und Lunge ab, schaute in Ohren, Augen und Maul. Die Temperatur maß ich zum Schluss, da ich schon damit rechnete, dass das der jungen Stute nicht sonderlich gefallen würde. Tatsächlich quietschte Spotty empört und schlug mit dem Kopf. Sammy beeilte sich sie loszubinden und ließ sie antraben. Spotty lief eifrig neben meiner Freundin her und fiel anschließend nur widerwillig wieder in den Schritt. Doch auch sie hatte den Check problemlos bestanden und durfte an der morgigen Krönung teilnehmen.
      Gleich darauf kam Sammy mit meiner letzten Patientin wieder: Little Miss Backyard. Das Stütchen tänzelte mehr neben Sammy her, als dass sie lief und stieg spielerisch in die Luft, als aus dem Hengsttrakt Gepolter ertönte. Sammy zupfte am Führstrick und führte Missy vorwärts, um sie bei mir anzubinden. Die wunderschöne Scheckstute zappelte herum und beschnoberte mich von oben bis unten. Als ihre Tasthaare mich am Hals kitzelten, wich ich kichernd zur Seite aus. "Was bist du denn für ein Clown?", fragte ich lachend. Sammy grinste nur und strich ihrer Stute liebevoll über die weiche Nase. Die Untersuchung von Missy dauerte länger, als die der beiden anderen Vollblüter zusammen. Das verrückte junge Pferd alberte mit uns herum und sprang andauernd zur Seite. Doch schließlich war auch bei Missy der Check abgeschlossen. Sammy brachte ihr Scheckstütchen zurück in ihre Box und ich packte solange meine Tasche zusammen.
      Dann drehten wir gemeinsam eine Runde durch den Stall, da ich mir mein Pferd für den Ausritt selbst aussuchen durfte. Ausgeschlossen waren natürlich Sammy's hochträchtige Stuten, die ich demnächst auch einem gründlichen Check unterziehen würde. Doch nun war erst einmal Freizeit angesagt. Sammy und ich hatten uns wie immer viel zu erzählen und wo ging das schon besser, als im wunderschön verschneiten New Forest National Park?!
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  • Album:
    Trainingsstall
    Hochgeladen von:
    Sammy
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    2 Mai 2019
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  • Little Miss Backyard
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    Spitzname: Missy

    --------------------------------------------------
    ~ Abstammung ~
    Von: Magic Attack

    V: ?
    M: ?
    Aus der: LMR Lady Luna
    V: Lughnasadh
    VV: Pharlap
    MV: Elanor

    M: Lady Fantasy
    VM: Muskat
    MM: Black Lady

    --------------------------------------------------

    Rasse: Englisches Vollblut
    Geschlecht: Stute
    Geburtsdatum: 09. Mai 2015
    Stockmaß: 166m
    Fellfarbe: Pintaloosa
    Gencode: EE Aa nTo nLP nP²
    Infos Genetik: To ist an E gekuppert. Das heißt Tobiano Nachzucht erbt von Little Miss Backyard xE xTo.
    x steht hierbei für den Genpool des Vaters, der natürlich variieren kann.
    Kopfabzeichen: Blesse
    Beinabzeichen: h.l. halbweiße Fessel, h.r. weißer Fuß

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    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Als erstes Fohlen aus Lady Luna ist Little Miss Backyard die Überraschung überhaupt gewesen. Natürlich hatte Crowley auf ein buntes Fohlen gehofft, doch dass es gleich so bunt würde, hätte er sich nur erträumen können. Little Miss Backyard wurde wie alle Fohlen liebevoll aufgezogen und schonen abgesetzt sobald sie alt genug ist.
    Keiner konnte ahnen, dass die kleine Scheckstute nicht nur Pfeffer auf ihrer Kruppe trägt, sondern auch im Herzen. Schon früh stellte sich raus, dass Little Miss Backyard auch für ein Englisches Vollblut etwas viel Temperament abbekommen hatte. Sie kennt ihre Grenzen nicht und rennt so lange, bis sie umkippt, wenn sie gerade ihre fünf Minuten hat. Und die hat sie häufig. Sie bindet sich schnell an die Menschen, die sie versorgen und bringt sie tagtäglich mit ihrer gewitzten Art zum Lachen.
    Nun wird Little Miss Backyard auf Hollybrook Stud mit viel Liebe und Geduld zum Rennpferd ausgebildet und soll später die erfolgreiche Zuchtlinie ihrer Eltern fortführen.

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    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: sadasha
    Ersteller: sadasha
    Vkr: sadasha

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    ~ Qualifikationen ~
    Galopprennen: M
    Dressur:
    S
    Springen: L
    Military: L


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    ~ Schleifen ~
    550. DR | 551. DR | 553. DR | 565. DR
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    556. SPR | 565. SPR
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    483. RE | 494. RE
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    403. MIL | 410. MIL
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    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig:
    Nein
    Nachkommen: ///
    Punkte: 19
    (2 Eltern, 2 Großeltern, 10 Schleifen, HS, 1x Training, TA)
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    Hintergrund by Samarti! ♥
    Offizieller HG