Elii

Little Jim* -- Classic Pony

*1990, im Besitz seit 02. Juli 2015

Little Jim* -- Classic Pony
Elii, 2 Juli 2015
Samarti und Jackie gefällt das.
    • Elii
      Ältere Berichte - 2014

      Ankunft von Little Jim ∞

      Normalerweise freute ich mich, wenn ein neues Pferd zu und kam. Heute weinte ich.
      Nicht, weil ich den kleinen Hengst nicht wollte. Sondern weil mein größter Wunsch in Erfüllung ging - ich hatte Little Jim gefunden. Und er gehörte jetzt mir. Für immer.
      Ich lächelte unter Tränen und wartete auf dem Hof auf meinen Dad. Als der Hänger vorfuhr und das so vertraute Wiehern zu mir drang, konnte ich nicht anders, als in die Knie zu gehen und die Hände vor dem Gesicht zusammenzuschlagen.
      Als ich wieder etwas sehen konnte, stand er vor mir. Mein Pferd. Mein wunderbarer Jimmy.
      Ich schluchzte und fiel ihm um den Hals, ließ ihn nicht los. Jetzt nicht mehr.
      Es war alles so wunderbar - es schien richtig, dass er neben mit lief und im Galopp in der Ferne verschwand, als ich ihn auf der Koppel losmachte. Und als ich seinen Stall einstreute bekam ich eine Ahnung davon, was ich gewonnen hatte. Erst am Abend kam er nach Drinnen und lernte seinen Nachbarn Simba kennen.
      Zum Abschied drückte ich ihm einen Kuss auf die Stirn.

      Bericht [04.03.2014] 21:46

      Ich grinste, als ich das Boxentor vorsichtig hinter Little Jim schloss. Jener drehte lediglich den Kopf und betrachtet mich fragend. Ich streichelte das Pony und band ihn dann von außen an; begann mit dem Putzen. Wie ich es von ihm kannte, genoss er das Kraulen an der Brust besonders und ich ließ mir viiel Zeit. Schließlich machte ich ihn los und nahm ihn mit nach draußen. Jimmy sah sich neugierig um und ich führte ihn ins Gelände. Das Wetter war Super für einen Spaziergang. Wir drehten die übliche große Ründe - über die Wiese und durch den Wald. Teilweise trabten und galoppierten wir, es verging keine Minute, in der ich nicht mit dem Hengst sprach.
      Zurück auf Stones longierte ich den kleinen Kerl in der Halle. Etwas träge ließ er sich zum Trab auffordern, für Galopp brauchte ich ziemlich viel Durchsetzungsvermögen. Aber als auch das geschafft war, lobte ich Jim und brachte ihn kurzerhand zu Simba auf die Koppel. Jetzt musste ich auch seine Box ausmisten. Er bekam allerdings kein Kraftfutter - nur etwas Brot und frische Äpfel. Ich holte ihn erst am Abend in den Stall.

      Bericht [07.03.2014] 14:32
      Ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich mich am Vortag kaum um meine Hottas gekümmert hatte. Deshalb ging ich als erstes zu Little Jim. Der Kleine begrüßte mich freundlich und ich kam nicht umhin, ihm liebevoll den Hals zu kraulen. Ansonsten putzte ich ihn erstmal - heute würde ich ihn reiten.
      Jimmy schien das zu wissen, denn er war mit den Ohren praktisch immer bei mir. Ich nutzte die Gelegenheit und redete ununterbrochen auf ihn ein. Dann war ich fertig und nahm ihn mit auf den Reitplatz.
      Wieder einmal schien die Sonne, aber der Wind war stark und kalt. Ich hörte praktisch nichts. Schweigend gurtete ich nach und stellte die Steigbügel ein, dann saß ich endlich wieder auf seinem Rücken. Jim kaute auf seinem Gebiss. Ich drückte ihm sachte die Fersen in den Bauch und das Hüh lief gehorsam los. Er hatte sich verändert. Sein Schritt war zügiger. Ich machte ihn warm; ritt vor allem enge Biegungen und Zirkel. Dann begann endlich wieder unser' altes Spiel. Wer war Stärker, hatte die längere Ausdauer? Ich versuchte anfangs vergeblich, den Hengst in den Trab zu bekommen. Dann ließ ich ein leises, bestimmtes "Vorwärts!", vernehmen und mein Hotta lief los. Spätestens jetzt wusste er wieder, wer ich war.
      Der Galopp war danach nur ein Klacks. Am langen Zügel ritt ich ihn schließlich trocken.
      Nach dem absatteln durfte das Hüh auf die Weide und ich mistete in der Zeit den Stall aus, legte Futter bereit. Um ihn am Abend wieder reinzuholen.

      Sammelbericht für den Hengststall [14.03.2014] 21:03

      Ich wusste eigentlich schon als ich aufwachte, dass heute ein seehr ruhiger Tag auf SOG eintreten würde. Also kümmerte ich mich erstmal um mich und trat schließlich am Vormittag am Stall an. Meine beiden Hengste begrüßten mich sichtlich erfreut und ich war froh, ihnen einen Ruhetag geben zu können. Also steckte ich den Beiden je eine Rübe zu und holte mir das Putzzeug. Zuerst putzte ich Little Jim, danach Simba. Beide Hottas waren entzückt und als wir schließlich auf der Weide eintrafen und die Pferde laufen ließ, umspielte ein zufriedenes Lächeln meine Lippen.
      Allerdings mussten auch noch andere Arbeiten erledigt werden - zum Beispiel das ausmisten. Ich schwitzte, als ich schließlich auch das entsprechende Futter gemischt und bereitgelegt hatte.
      Und erst als es dunkel wurde, kehrten die Pferde in einen warmen, sauberen Stall zurück. Ich beobachtete meine Schätze beim Fressen und war erstmals wirklich glücklich, dass die meine Beiden sich so gut verstanden.

      Bericht [24.03.2014] 17:33

      Nach dem letzten freien Tag, wollte ich heute etwas produktives unternehmen. Also schleppte ich optimistisch Sattel- und Putzzeug zum Hengststall und band nach einer überschwänglichen Begrüßung meinen Jimmy draußen an. Das Hüh war voller Energie und ließ sich nur höchst ungeduldig Putzen. Dafür freute er sich umso mehr, als wir auf den Reitplatz gingen.
      Nach einem kurzen ablongieren gurtete ich dann nach und saß auf. Mein Pony konnte es kaum erwarten, seine Fähigkeiten zu präsentieren und ich hatte Mühe, ordentlich Schritt und Trab zu gehen. Erst als ich den Kleinen mit ausreichend Bahnfiguren und Biegungen beschäftigte, wurde er ruhiger und so war auch unser Galopp ausgeglichen und gemütlich. Ich achtete auf die effektive Auslastung beider Seiten und war nach unserem Ritt sehr zufrieden mit uns. Ich kraulte dem Hotta die Stirn und sattelte dann rasch auf dem Platz ab, brachte Little auf die Weide.
      Dann räumte ich auf, mistete den Stall und bereitete das Futter für den Abend vor.
      In der Dunkelheit brachte ich ihn dann zurück.

      Bericht [06.04.2014] 09:32

      Der Himmel war grau, aber die Temperaturen waren annehmbar. Und es wehte kein Wind. Hinzu kam, dass ich optimistisch war, was die Arbeit mit meinen Pferden betraf. Konkret Little Jim.
      Den begrüßte ich nämlich als erstes, bzw. er mich auf seinem Paddock. Ich kraulte ihn überschwänglich, bewunderte die mächtigen Dreckverkrustungen und holte dann das entsprechende Putzzeug. Der Hengst wurde draußen angebunden und ich ließ mir viel Zeit, um mein Hüh auf Hochglanz zu bekommen.
      Erfolgreich.
      Dann sattelte ich den Kleinen und brachte ihn auf den Reitplatz. Die Hindernisse waren irgendwie noch auf S-Niveau, also rief ich kurzerhand meinen Dad an. Während ich also warmritt, baute er die Sprünge zurück. Der Schecke würde heute seit langem mal wieder springen, also beließ ich es auf dem E. Das klappte dann auch Super und nach dem Training brachte ich meinen Schützling zum Toben auf die Weide. Das Ausmisten und füttern später am Abend war dann nur noch meine geringste Sorge - ich war sehr zufrieden mit meinem Jimmy.

      Sammelbericht für den Hengststall [10.04.2014] 19:01

      Heute ließ das Wetter ausnahmsweise keine Wünsche offen. Ich war optimistisch und begann prompt im Hengststall mit dem Füttern. Dann durften die Hottas im Morgennebel auf ihre Paddocks. Dort standen sie, bis auch ich mit dem Frühstück fertig war.
      Ich begann bei Simba mit dem Putzen. Der Dunkelfuchs hatte sich eben draußen hingelegt und ich popelte mit viel Ausdauer den Sand aus seinem Fell. Er durfte damit auch als Erstes auf die große Weide.
      Der Zweite im Bunde war Empire of Darkness. Der junge Schecke genoss diese Aufmerksamkeit und ich ließ mir bewusst viel Zeit. Wie schon sein stärkerer, aber nicht annähernd so zierlicher Kumpel durfte auch er dann raus.
      Des Teufels Lockvogel brachte mich dafür an meine Grenzen. Er dachte nichtmal daran, seine Ohren wieder aufzustellen; er sah mich mir in einer ständigen Drohung entgegen. Ich hoffte einfach, dass der Liebe (oder nicht so Liebe) bluffte und fuhr ungerührt mit der Pflege fort. Schließlich durfte er ohne weitere Komplikationen auf die Koppel.
      Der Letzte war Little Jim. Das Pony begrüßte mich mit einem freudigen Wiehern; ich tätschelte seinen Hals und putzte ihn ausgiebig. Er verlor, ebenso wie der Rest der Herde, sein Winterfell, sodass es mir unmöglich war, sein Fell zum Glänzen zu bringen.
      Aber irgendwie durfte er dann zu den anderen Hengsten.

      Nun mistete ich noch die vier Boxen aus und machte das Futter für den Abend fertig: beinahe stolz bemerkte ich, dass ich die Kraftfuttermischungen aus dem Kopf konnte.

      Bericht [11.04.2014] 22:27

      Die Sonne ging in wunderschönen pink- und orangetönen unter; ich hatte nichts besseres zu tun, als Little Jim an diesem milden Abend zu holen und mit ihm, redend, lächelnd und singen über die Wiese spazieren zu gehen. Die Sonne blendete, aber eigentlich war das egal. Mein kleiner Schecke war da. Alles in Ordnung. Später bekam er noch sein Futter und eine saubere Box - meine Hengste würden bald auf die große Sommerweide umziehen können. Allein der Gedanke war toll.

      Deckbericht
      [Spotted Dreams x Little Jim]

      Ich freute mich einfach wahnsinnig und vergaß in dem ganzen Trubel meines Wissen, die Stiefel anzuziehen. Fälschlicherweise mit Hausschuhen traf ich also im Stall ein und wurde prompt zurückgeschickt. Ein wenig konzentrierter begrüßte mich dann also mein Vater an der Box von Spotted Dreams. Sie war nun einmal wieder rossig und das musste genutzt werden - zusammen mit Little Jim würde sie ein großartiges Fohlen bekommen.
      Wenn alles gut ging.
      Ich beschäftigte mich damit, die Ponystute aufzuhalftern und dem Zug direkt mit zu putzen, während mein Dad den Hengst auf die Weide brachte. Wir hielten alle relativ wenig davon, sie so extrem kontrolliert zusammenzuführen. Also folgte ich dem Rest der Horde wenig später und brachte Spotti flott zu ihrem Gefährten, der und bereits flehmend und wiehernd entgegenkam.
      Ich brachte mich in Sicherheit und stellte mich mit dem Herren des Hauses an den Zaun. Wir mussten eine geschlagene Stunde warten, aber schließlich setzte sich der Braunschecke durch und erledigte seine 'Arbeit'. Ob alles gut war, würde der Tierarzt entscheiden.. Bis dahin würde zumindest das Stütchen ein Rundum-Sorglos-Programm bekommen.
      Ich grinste, als wir unsere Schützlinge wieder trennten, unabhängig voneinander putzten und wieder in den Stall brachten. Den mistete ich im übrigen noch später am Tag.

      Stufenerhöhung Springen (E/A)
      Einziger Bericht | (c) Cascar

      Little Jim begrüßte mich mit einem hellen Wiehern. Ich hätte es gern erwidert, aber eben das konnte ich nicht. Lächelnd kraulte ich seinen Hals und redete auf ihn ein, dann halfterte ich auf und band ihn außen am Paddock an.
      Das Putzen verlief entspannt und relativ ereignislos, schließlich ging es in die Halle. Mein Vater war gerade nicht da und ich musste die Sprünge selbstständig zurechtmachen. Währenddessen zog ich mein Pony hinter mir her. Immerhin schien das dem Schecken nicht auszumachen und ich konnte wenig später problemlos aufsitzen.
      Warmgeritten wurde in Schritt, Trab und Galopp; alle Bahnfiguren rauf und runter. Dann ging es an unseren Trainingsparcours auf E-Basis und wie immer freute ich mich über die Begeisterung, die Jimmy hier mitbrachte. Auch die A's waren in dem Zug kein Problem, auch wenn er teilweise ächzte und zweimal riss.
      Nach zwanzig Minuten war mir klar, dass ich vor allem an der Ausdauer meines Hühs arbeiten musste.. mit diesem Vorbehalt beendete ich das Training, lobte mein Pferd und stieg ab.

      Das nun folgende Putzen war wieder locker; ich kühlte dem Hengst die Beine und stellte ihn dann zu seinen Kumpanen auf die Weide. Stall und Futter machte ich noch fertig und führte den Kleinen am Abend wieder ins Trockene.

      *Auf zur großen Wiese*
      Sammelbericht
      03.07.2014




      Der Tag war wunderschön und ziemlich warm. Enthusiastisch und zufrieden fütterte ich morgens halb sieben unsere Pferde. Bei einigen verweilte ich zum kuscheln.
      Gegen acht standen meine Eltern auf, wir frühstückten gemütlich und gingen zum letzten Mal unsere Liste durch. Nicht irgendeine Liste, nein. Einige Pferde würden den Sommer über auf eine riesige Koppel umziehen, um einfach mal Pause von uns, Training und den Turnieren zu bekommen. Einige andere Hühs konnten dafür umso mehr gefordert werden.
      Für heute hatte mein Dad einen LKW gemietet, sodass wir zwölf Pferde gleichzeitig transportieren konnten - das reichte allemal.

      Ruhig streifte ich Spearmint ihr Halfter über. Ich liebte dieses Pferd und war schon beinahe traurig, sie nun ganze drei Monate nicht zu sehen. Erwartungsvoll betrachtete sie mich und ließ sich schließlich protestlos verladen.
      Als nächstes holte ich Versatilely Gold, die vom Hofalltag allein mittlerweile regelrecht erschöpft war. Ich streichelte sie behutsam, sodass sie sich schon einmal auf den kommenden Urlaub einstellen konnte.
      Meine temperamentvolle, rotbraune Hannoveranerstute Cheetahwar schon nicht mehr ganz so sanft. Aber als sie ihre Kameraden auf dem Hänger erblickte, rannte sie regelrecht hinein. Meine erste wirkliche Sorge war damit beseitigt.
      Auch Lotte Buff sollte mit auf die Weide. Ich hatte sie noch nicht soo lange, aber sie sollte erstmal von ihrem Egotrip runterkommen, bevor ich intensiver mit ihr arbeitet. Sie war schließlich noch jung und das Unterordnen lernte sie letztendlich am besten in einer Pferdeherde.
      Mein Vater "bearbeitete" den Hengststall, während ich mit meinen Hottas durch die Gegend tanzte. Demnach gingen Locki, Simbaund mein kleiner Jimmy ebenfalls raus. Natürlich auf eine andere Weide als die Stuten..

      Geschlagene anderthalb Stunden später kamen wir an den beiden großläufigen Sommerweiden an. Als erstes durften die Hengste laufen. Ich stand eine Ewigkeit am Tor und sah meinen davongaloppierenden Freunden nach. Dann lächelte ich und folgte dem Geräusch heftiger Huftritte zu Lotte Buff und Cheetah, die sich mittlerweile mehr oder weniger bekriegten. Die Beiden setzten das Gezoffe auf der Weide mit dem kniehohen Gras selbstverständlich fort. Als Letztes brachte ich Gold und das Minzpferdchen zu ihren Kameraden.
      Die Sonne versank, als ich mich von allen Stuten verabschiedete und zusammen mit meinem Dad die Tränke prüfte und den LKW zusammenbaute; auf der Rückfahrt schlief ich ein. Der Tag war klasse gewesen, soweit war alles nach Plan verlaufen.
      Der Sommer konnte kommen.

      Rückkehr der Sommerpferde —

      Seit knapp zwei Monaten stand mehr als die Hälfte meiner Schützlinge am anderen Ende der Halbinsel, auf einer riesigen Koppel. Betreut wurden die lieben angeblich von (noch) einem neuen Mitarbeiter, der dort in einer Hütte lebte und regelmäßig Ernährungszustand und Gesundheit der Pferde überprüfte. Genau dieser Jemand würde ab heute, ab der Rückkehr der Pferde, mit auf dem Hof wohnen und arbeiten. Ich lächelte bei dem Gedanken, meine Hühs wieder in die Arme schließen zu können, in mein Kissen. Was für ein wunderbares Gefühl.
      Gedankenverloren rappelte ich mich auf, zog mich in Windeseile an und fand mich pünktlich halb acht zum Frühstück ein. Für mich ging es dann in den Stall - ich musste die Boxen einstreuen und Futter herrichten. Außerdem würde ich die meisten Pferde noch putzen.
      Mein Dad und Marc fuhren indes mit dem geliehenen LKW die Pferde holen. Ab einem gewissen Punkt, als ich absolut nicht mehr wusste, was ich tun konnte, ging ich auf dem Gelände auf und ab und wartete. Warten war anstrengend, merkte ich.
      Trotz allem kam der Wagen wieder auf den Hof; ich sprang auf und öffnete die Tür ins Innere. Ein klares Wiehern begrüßte mich und ich erkannte Spearmint, die zwar mit dem Hinterteil zu mir stand, mich aber schlagartig erkannt hatte. Als ich meine Stimme vernehmen ließ, gab es zahlreiche Antworten aus dem dunklen Inneren. Ich konnte es nicht mehr erwarten und lud als allererstes mein Minzpferd vom Hänger.
      Ihre Mähne war verfilzt, das Fell stumpf vor Dreck, aber ihre Augen leuchteten begeistert und glücklich und ich umarmte meine Liebste stürmisch. Sie wieherte leise, als wollte sie mich beruhigen. Sofort redete und redete ich auf sie ein und zog sie nebenbei Richtung Offenstall davon. Sie war eines der Pferde, die ich später würde putzen können. Also musste ich mich dann erstmal wieder verabschieden.
      Als ich zum LKW zurückkehrte, hatten Dad und Marc Cheetah, Versatilely Gold und Simba bereits weggebracht. Ein noch unbekanntes Gesicht schickte Locki gerade Rückwärts vom Hänger. Ich wartete geduldig, und musterte in dieser Zeit den Neuen. Er war wohl etwa so alt wie Marc, hatte aber blonde Haare. Also auch er sah unverschämt gut aus. Gerade redete er in leisem Französisch auf den schwarzen Hengst ein und lobte ihn schließlich, als beide wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Mit mir redete er dann wieder Englisch, was ich erfreut akzeptierte. »Heey; danke, dass du gewartet hast, äähm.. Ich bin Oliver..«, er wurde von einem energisch Schnauben unterbrochen, »..Okay, egal. Wir sehen uns noch.« Wir grinsten uns an und beendeten unseren einseitigen Plausch kurzfristig, um die restlichen Pferde zu versorgen. So kam es, dass ich Lotte Buff in ihre frisch eingestreute Box brachte und auch direkt putzte. Was da aus ihrem Fell kam, war nicht normal und zur Abwechslung genoss das Hyperaktiv'lein die Zuwendung. Ich redete die ganze Zeit mit ihr und erlebte zum ersten Mal 'Entspannung'. Wow.
      Danach schwitzte ich und war auch so total fertig. Trotzdem sah ich im Hengststall vorbei und begrüßte den, inzwischen eingetroffenen, Little Jim. Er hatte mir gefehlt und das erklärte ich ihm auch. Wie zur Bestätigung pustete mir der Kleine ins Ohr und ich begegnete dem mit einem Kuss auf die Nase.
      »Du bist ja mit Feuereifer bei der Sache.« Ich drehte mich abrupt um und erblickte Oliver. Der mich freundlich, mit warmen grünen Augen ansah. »Klar, immer. Woher hast du das..« Schritte erklangen, ich wurde unterbrochen - »..gute Französisch?« Marc stand neben mir und hatte meine Frage tatsächlich ordnungsgemäß beendet. Es war das erste gewesen, was mir in den Sinn gekommen war, trotzdem mussten wir alle grinsen. »Zweisprachige Familie.«, erwiderte der Blonde und sah zwischen Marc und mir hin und her. »Nein, wir sind nicht zusammen.« Das war mir spontan so rausgerutscht. Und es stimmte. Eigentlich. Ich wollte nichts von meinen Gefühlen wissen, aber Marc ansehen konnte ich trotzdem nicht. Oliver lachte und nickte bescheiden. »Okay, alles klar..«

      Bericht [17.08.2014] 18:06

      Am Nachmittag wurde es nochmal deutlich wärmer und weil ja so ziemlich alle Pferde bewegt werden mussten, entschieden wir drei uns für einen kurzen Ausritt durch den Wald. Die Pferde dafür nahmen wir mal eben aus dem Hengststall und führten sie auf den Putzplatz. Dort gab es eine gründliche Säuberung für Simba, Empire of Darkness, Locki und Little Jim. »Warum hast du den eigentlich mitgebracht?«, fragte mich Marc schließlich, als er vor dem zu ihm schielenden Scheckpony stand. »Wir nehmen ihn als Handpferd mit.«, erklärte ich schlicht und legte schwungvoll den Sattel auf Simbas Rücken. Der Dunkelfuchs stand still, aber er freute sich auf Arbeit für seine grauen Zellen, das sah man ihm an der Nasenspitze an.
      Nach vierzig Minuten stiegen wir auf; ich ritt ganz hinten, vor mir Marc auf Empire und Oliver auf dem Teufelchen. So machten wir uns auf den Weg in den Schatten des Waldes. Da ergriff ich dann die Initiative und redete los. »Wo kommt ihr eigentlich her, ich glaub' das hab ich noch nicht gefragt.« Oli sprang als erstes darauf an. »Ne, stimmt.. Also ich eigentlich aus Ameerika.. San Francisco. Aber mein Vater ist eben Franzose, deshalb die intelligenten Flüche.« Marc lachte und schloss sich ihm dann an. »Ich so aus England, war dort Bereiter, äähm.. Wollen wir mal traben?« Niemand hatte was dagegen, also musste ich mit meiner nächsten Frage vier Minuten warten. »Hätten wir das geklärt«, meinte ich schließlich, »und wie alt seit ihr?« Darauf folgte kurzes Schweigen. Dann kam von ganz vorn eine weitere Frage. »Willst du 'ne ehrliche Antwort?«
      »Äh ja. Wäre schön.«
      »Neunzehn.«
      »BÄÄHM, zwanzig!«
      Marc klatschte triumphierend in die Hände und Jimmy zuckte neben mir merklich zusammen. »Oli, wir sollten traben, meine zwei schlafen schon!« Also trabten wir wieder, bis der Weg eine steile Kurve nach rechts nahm. Dort ritten wir dann nebeneinander, denn bis nach Hause war es nicht mehr weit. »Jetzt darfst du reden. Wo kommst du her, wie alt..?«, fragte der Blonde grinsend. Ich überlegte. »Aus Deutschland, aber mit 'ner Mutter aus Irland. Tja und.. Fast Fünfzehn.« Ich zwinkerte den beiden Jungs zu und sah dann wieder zwischen den Pferdeohren auf den Weg. »Schick, Schick. Habt ihr eigentlich zweite Vornamen?«, fuhr Oli scheinbar unbeteiligt fort. »Jackson«, entgegnete Marc mit finsterer Miene. »Oh Jackie!« Ich konnte nicht anders, es war mir rausgerutscht und wir prusteten alle los. Dann waren wir leider schon wieder daheim.

      Nachdem wir abgesattelt, geputzt und die Hufe kontrolliert hatten, brachten wir unsere Pferde auf die Koppel. Ich steckte Jimmy heimlich einen Apfel zu und verschwand dann hinter den Jungs in den Hengststall. Ausmisten durften die zwei alleine; ich hatte noch so einiges zu erledigen.

      Umzug nach Neuseeland
      Sammelbericht [20. — 23.08.2014]

      — Tag 1
      Mein Blick überflog ein letztes Mal den Brief mit der Überschrift 'Amtliches Schreiben'. Darin hieß es, dass die Versorgung des Hofes nicht mehr gewährleistet werden konnte. Stones endete wegen einer Geschichte, mit der andere Höfe nicht zu kämpfen hatten - das kalte Inlandklima und die Wärme des Golfstroms trafen hier, an der Westküste aufeinander. Durch die stetige Erderwärmung entstanden nun unberechenbare Auf- und Abwinde. Es war schlichtweg zu gefährlich, Personen oder Lebensmittel mit dem Helikopter hierher zu transportieren. Eine andere Möglichkeit gab es nicht, die nächste Stadt war sechshundert Kilometer entfernt.
      Deshalb also zogen wir jetzt nach Neuseeland. Obwohl.. ich denke, nicht nur deshalb. Wir wollten uns nun zielstrebig auf das Training von Renn- und Springpferden konzentrieren, unser Leben leben. Also war die südliche Insel auch ein Neubeginn.
      Ja, ein Neubeginn und der Beginn der Winterscape Stables.

      Ich legte den Brief weg, stand auf und verließ, mich an den Umzugskartons vorbeischiebend, das Haus. Draußen wurde gearbeitet - Oliver und Marc hatten ihr Gepäck schon verstaut und verluden schon die Pferde, allen voran die Hengste. Ich winkte ihnen mit einem gezwungenen Lächeln zu und tappte zum Zaun der Offenstallweide.
      Und da bin ich jetzt und sehe Spearmint und Gold beim Grasen zu. Ich wollte es nicht zugeben, aber dass wir Grönland verließen, machte mich traurig. Wenigstens würde ich meine Freunde, Familie und Pferde nicht verlieren und ja, ich konnte dann auch wieder zur Schule gehen. In Auckland.
      Gerade da fällt mir ein, dass die hochträchtige Spotted Dreams extremen Stress wird ertragen müssen. Bei dem Gedanken wird das Loch, das die Sorgen in meinem Herz hinterlassen haben, noch etwas tiefer.
      Ich sollte wohl endlich Eddie anrufen, damit hier alles gut ging.
      Verstört entferne ich mich vom Stall und rette mich mit meinem Handy in eine leere Box, gerade als der Regen einsetzt.

      — Tag 2
      Ich sitze gerade auf der Fähre, rechts und links von mir Marc und Oliver. Jeder ist in eine Decke gewickelt und trinkt eigentlich Tee, aber vor uns ausgebreitet liegt ein Hofplan. Darauf malen wir eben rum, welche Pferde wohin sollen, und so. Es gibt unheimlich viele Ställe und riesige Weiden, je zwei Reithallen und -plätze. Und das ganze Teil ist uralt. Die Renovierung ist gerade so weit fortgeschritten, dass wir alle einziehen können.
      Apropos 'alle'. Mein Blick schweift ab und ich erhebe mich kurzerhand, tappe um das Fahrerhaus. Hier stehen die beiden großen, geliehenen LKWs, aus deren Inneren immer wieder ein energisches Schnauben oder Knallen zu hören ist, wenn ein Huf die Wand trifft. Ich nähere mich den Gefährten, rede leise auf die Hühs ein, Spearmint erkennt mich als Erste, was ich wiederum nur an ihrem Wiehern merke.
      Ihr folgen dann auch Bemme und Gold, die meinen Gruß von weiter hinten erwidern. Insgesamt scheint es allen gut zu gehen - auch nach nun knapp zwei Tagen im Auto.
      Zu meiner linken sehe ich sehr weit entfernt das Festland; schwer zu sagen ob Europa oder Afrika. Den Äquator haben wir auf jeden Fall noch nicht überquert, dazu ist es zu kalt. Überhaupt habe ich kein Zeitgefühl mehr, aber das ist wohl auch egal.
      Ich gehe zurück zu meinem Sitzplatz und setze mich nun auf die Decke. Neben dem Plan liegt nun eine Liste.
      »Ihr habt nicht ernsthaft allen Ställen Namen gegeben!?« Marc sieht mich gespielt ernst an. »Cascar - sei froh, dass wir die Weiden nicht getauft haben.« Oliver grinst nur und schreibt dann einen Namen auf den Zettel. »Spearmint in einer Paddockbox? Bist du wahnsinnig? Gib ihr eine Nacht und der Stall ist platt.« Ich kenne mein Pferd und sie stand früher, in Deutschland, immer nachts in der Box.. Pure Qual.
      »Naja, der Paddock ist groß, sie steht nicht allein und geht tagsüber eh..« Ich höre nicht mehr zu, irgendwie habe ich grad keinen Bock auf gar nichts. »Kommt, Jungs, das machen wir später; ich hab Hunger.«

      Hotdogs gab es und eine Reihe anderer einfacher Gerichte. Ich wählte einen Salat und jetzt sitzen wir wieder mal zu dritt am Tisch, mit Blick nach Osten.
      »Bist du schon aufgeregt?«, Marc lächelt mich durch seine, vom Wind zerzausten, Haare an. Er sieht gut aus und ich muss über seine Worte nachdenken. »Warum.. Oh mein Gott.« Natürlich nicht Afrika, Europa. Spanien. Zwischenhalt. Pferderennen. Mit Versatilely Gold. Übrigens jetzt wirklich ganz ohne Bestätigung vom Tierarzt. Aber egal, ich habe das irgendwie schlichtweg vergessen. Okaay. Ich sehe mich hektisch um und bekomme auf einmal keinen einzigen Bissen runter. »Leute.. Neiin.. Wie konnte ich das vergessen..« Ich fühle mich wie eine Gurkenpflanze in Alaska, unbeständig und halbtot. Aber was hilft's?
      In den folgenden Stunden unterstützen mich Oli und Marc vorbildlich, auch als wir anlegen und VGold in einen normalen Hänger verladen; schließlich zu dritt zur Rennstrecke fahren. Meine Freunde bleiben auf der Fähre.
      Die Bahn liegt, Gott sei Dank, ziemlich am Meer, es ist nicht weit. Jetzt bin ich aufgeregt, ich fühle mich, als würde ich träumen. Wer hat das nochmal vorgeschlagen? Maria? Maria Wernske? Ich kenne sie doch gar nicht richtig, was habe ich mir dabei gedacht?
      Ehe ich mich versehe habe ich mich in der nächstbesten Umkleide in die typische Jockey-Kleidung gewunden (weiß, mit blauen Streifen um den Armen), gehe zum Wiegen (57kg) und sattle mein Pferd, geputzt hat es mein Dad, der mein plötzliches Rennfieber relativ widerstandslos akzeptiert hatte.
      »Hey Schnecke, wir müssen kurz einen Traum leben.«, flüstere ich Gold lächelnd in den Mähnenansatz, bevor ich sie vor versammelter Mannschaft, den paar hundert Leuten, die Wetten, vorführe. Sie zeigen auf uns, auf das vierzehnjährige Mädchen, mit der ruhigen, vergleichsweise kleinen Palominostute und machen sich Notizen auf ihre Rennübersicht.
      Wahnsinn.
      Der Komplette Wahnsinn.

      — Tag 3
      »Ja, weißt du? Auf der Bahn trifft man den ein oder anderen.. Deshalb habe ich ein Pferd gekauft.« Ich sah meinen Dad entgeistert an. »Ääh.. Wie..« Mein Vater lächelte und fuhr fort.
      »Ein Pferd vom Schlachter, es heißt Worgait.«
      »Und mehr hast du nicht zu sagen?«
      »Er ist ein Achal Tekkiner Hengst und wird derzeit als unreitbar eingestuft. Auf der Rennbahn war er ein paar mal, manchmal musste die Teilnahme zurückgezogen werden, wegen seiner Aggressivität. Das heißt er geht nach dem Motto - schaffst du es, seinen Zähnen auszuweichen und auf den Rücken zu kommen, wird er dich zum Sieg tragen.«

      Worgait, also. Das unglaubliche Rennpferd. Ich fasse es nicht, dass mein Dad ihn so nebenbei gekauft hat, zumal es noch ein, zwei Monate dauert, bis er zu uns kommt.
      Ich stochere lustlos in meinem Essen rum. Mittlerweile kann man mich als seekrank einstufen, ich bin völlig fertig vom Rennen und VGold glaube auch. Im LKW ist das schwer, aber wir haben es noch geschafft, ihr eine entsprechend große Box zu zimmern, damit sie liegen konnte. Momentan sind die Jungs bei den Pferden und füttern. Ich erhole mich, oder so - meine Eltern sind beim Kapitän um sich Koordinaten und Haltepunkte durchgeben zu lassen. Eigentlich müssen wir heute noch den Äquator hinter uns lassen, sodass wir morgen Abend auf dem Hof sein können. Den Zwischenhalt in Sydney haben wir übrigens abgelehnt.

      Weil ich gerade Lust dazu habe; hier die komplette Stalleinteilung. Die Jungs haben meine Erschöpfung gestern gnadenlos ausgenutzt und ich muss sagen, sie haben gute Arbeit geleistet..:

      Dann vorerst liebe Grüße, morgen geht's entgültig nach Auckland..

      — Tag 4
      Es ist so unglaublich warm. Auch hinter dem Äquator. Den haben wir in der Nacht überquert, jetzt sitze ich draußen, mit einer Sonnenbrille auf der Nase, und wedele so mit dem T-Shirt vor mich hin. Baden gehen können wir nicht, außerdem gibt es weit und breit kein Festland, ich hab Hunger. So ist das, wenn man mit seiner Familie verreist. »Cascar, du Nuss. Hättest auch rausgehen können, statt dich die ganze Nacht hin und her zu schmeißen.« Ich sehe auf und Marc kommt in kurzen Hosen und Flip-Flops, mit einem Handtuch über der Schulter, einer Zahnbürste im Mund und feuchten Haaren auf mich zu.
      »Wenn ich das mache, mit dem hin und her schmeißen, schnarchst du wenigstens nicht!«
      »Ich schnarche nicht!«
      »Ooh doch!«
      »Nein!?«
      »Du kannst es ja nicht wissen, du schlägst doch!« Ich grinse ihn triumphierend an. Wer viele Bücher ließt, bekommt tolle Zitate.

      Nach dem Frühstück gehe ich duschen. Ich habe nichts anderes zu tun und werde andernfalls wahnsinnig. Mein Dad läuft auf dem Deck auf und ab wie ein Tiger und telefoniert alle fünf Minuten mit jemand anderem. Ich wusste jetzt schon, dass Maria Wernske in Auckland auf uns wartete und bis dahin schon den ganzen Hof vorbereitet hat. Mehr aber auch nicht.
      Unter der Dusche werde ich wenigstens wach und als ich dann wieder nach oben komme, sehe ich einerseits zu meiner Linken Festland, einen mächtigen Zettel auf dem Tisch zu meiner Rechten. Darauf steht.. Ziemlich viel. In der Handschrift meines Vaters scheinen alle auf dem Hof wohnenden und arbeitenden Menschen niedergeschrieben worden zu sein. Ich runzele die Stirn, als ich neue Namen entdecke. Auch noch andere, mit dem Nachnamen "Winterscape".
      Habe keinen Schimmer, wo sie den herhaben.

      Auckland erreichen wir am Abend tatsächlich - die Sonne ist schon beinahe untergegangen, es ist angenehm warm. Schleunigst fahren wir LKWs und Umzugswagen von Bord; es ist merkwürdig, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Dann geht es los, wir fahren knapp zwanzig Minuten bis zu unserem neuen Anwesen. Ich bin irgendwie kaputt vom Nichtstun und als wir halten und ein Scheinwerfer aufflammt, zucke ich zusammen. »Beruhige dich, wir sind da.«, gibt mir Marc vom Fahrersitz unnötigerweise, aber ernst durch. Er steigt aus und ich tue es ihm nach.

      Am LKW, mehr im Schatten, steht Maria und öffnet eben die Tür. Ich helfe ihr kommentarlos und binde kurz darauf das erste Pferd los. Empire of Darkness. Ich lächle, als der Hengst meine Schulter anstupst und sich gesittet zum Stall bringen lässt, obwohl er sich drei (oder vier?) Tage gar nicht bewegt hat.
      Es dauert eine Weile, bis ich den Stall in der Dunkelheit finde. Drum herum sind einige Paddocks und Wald - ein extra Hof auf dem Hof, oder so.
      Ich rufe mir die Stalleinteilung ins Gedächtnis und führe den Schecken in die zweite Box. Die Tür zum Paddock ist offen, alles ist eingestreut, Futter und Wasser gibt es auch. Perfekt.
      Nur Licht noch nicht. Deshalb drehe ich mich auch ziemlich abrupt um, als ein Mensch und ein neues Pferd den Stall betreten. Das Licht einer Taschenlampe tanzt über den Boden; es ist natürlich Marc.
      »Du bist heute ganz schön schreckhaft, in welche Box geht Simba?« Der Dunkelfuchs mustert gerade den fressenden Empire, wird aber schleunigst weiter in die zweite Box von hinten gezogen.
      Ich mache mich indes wieder auf dem Weg zum LKW und bringe meinen Bemme in die Erste Box, Jimmy und Lockvogel folgen.
      Während Marc und ich diesen Stall abklären, arbeiten meine Eltern und Maria mit den Stuten, es gelingt mir schließlich, Spearmint in der Finsternis in ihre Box zu bringen, Oliver tut es mir mit Versatilely Gold nach.

      Mittlerweile sind alle Pferde, wo sie hingehören, ich bin müde und registriere unser neues Heim gar nicht, lasse mir nur zeigen, wo mein Zimmer und Bett ist und schlafe dann in Klamotten ein.

      Sammelbericht Hengststall [25.08.2014]

      Außer Bem-Te-Vi standen alle Hengste in der Box und da ich nach dem Mittagessen mit Marc und Oliver einkaufen gehen sollte, beschloss ich, dass sich die Pferde direkt nützlich machen konnten.
      Gegen zwei kamen wir also zu dritt in den Stall und wurden direkt durch Gewieher begrüßt; quatschend putzten wir unsere Pferde. Nebenbei beschlossen wir, Little Jim auf der Koppel zu lassen, damit Bemme nicht ausrastete und ausbrach, oder so.
      Eine Stunde später liefen wir also mit Empire, Locki und Simba Richtung Auckland los. Wir brauchten ernsthaft nur rund 45 Minuten bis zum nächsten Supermarkt. Der befand sich in einer fast dörflichen Gegend, die wiederum zu Auckland gehörte.
      Die Pferde banden wir am Fahrradständer an und betraten anschließend den Discounter. Da drin wurde mir glatt bewusst, dass es außerhalb des Reiterhofes auch noch eine Welt gab..
      Wir sammelten alles ein, was uns in die Quere kam. Also nicht nur das, was auf dem Zettel stand, sondern auch Massen an Schokolade und Ladekabeln. Die stolze Rechnung betrug 123,99€. Das Geld hatten wir, allerdings auch drei volle Einkaufswagen. Da war es doch gut, dass die Pferde Longiergurte auf dem Rücken hatten und wir alles bequem in Beuteln verstauen konnten - letztendlich trugen zwar auch wir Menschen etwas (aus Solidarität), aber wir kamen gut weg.
      Der Heimweg dauerte trotzdem deutlich länger, wir waren erst gegen sechs wieder da und es schwitzten nicht nur die Pferde erbärmlich. Da war es schon gut, dass uns Mum und Dad die Einkäufe abnahmen, worauf wir uns in den Stall verkrümelten. Den Hühs nahmen wir alles ab, dann ging es noch für ein zwei Stunden auf die Weide, während wir ausmisteten. Ich war dann wieder völlig alle und hatte entsetzlichen Hunger. Das verleitete mich dazu, auch den Hottas mehr hinzulegen und weil alle Hengste so super drauf gewesen waren, gab ich mich großzügig mit Äpfeln und Rüben.

      Sammelbericht Hengststall
      [21.10.2014] xx:xx

      Meine vier Hengste empfangen mich mit einem Wiehern, das ich ja leider nicht erwidern kann. Draußen nieselt es leicht, aber weil die Hottas unmöglich noch länger im Stall bleiben können, geht es nach der morgendlichen Fütterung und einer schlichten gemeinsamen Putzrunde mit Marc und Oliver (der sich auch mal wieder blicken lässt..) auf die Weide.
      Unsere Schützlinge bleiben den ganzen Tag draußen, Winterfell haben die Lieben schon angesetzt, da macht ihnen der piepsige Regen nichts aus.
      Weil das gerade passt, misten wir den Hengststall komplett auch, äppeln die Paddocks ab und nehmen und viel Zeit für die Futtergestaltung. Ebenso säubern wir die Boxenschilder. Also wenn das unseren Kerlen am Abend nicht auffällt..

      Reitunterricht
      (Cheetah & Little Jim) // Cascar

      Endlich ist es so weit - offiziell hält der Schulbetrieb Einzug in den Winterscape Stables. Das bedeutet natürlich mehr Arbeit für die Trainer, aber auch mehr Leben auf dem Hof und vor allem Abwechslung für die Pferde.
      Ich denke darüber nach, als ich Cheetah von der Weide hole. Nachdem die Stute das letzte mal absolut kinderlieb war, darf sie heute auch von oben inspiziert werden. Zumindest, wenn das Fell jemals wieder sauber wird.
      Als ich auf dem Putzplatz eintreffe, erwartet mich nicht nur Marc mit seinen vier Reitschülerinnen (allesamt ungefähr sechs Jahre alt), sondern auch Little Jim. Letzterer wiehert bei meinem Anblick; Cheetah legt warnend die Ohren an. Ich begrüße meinen Kleinen trotzdem, gleich nachdem ich die Stute angebunden habe. In der Zwischenzeit verteilt Marc die Kinder auf die Pferde. Mir ist es von Anfang an schleierhaft, wie die Knirpse die riesige, rotbraune Warmblutstute speziell auf dem Rücken sauber bekommen sollen. Das ändert sich, als Marc einsteigt.
      Ich sehe zu, meine Hottas sind entspannt, nur Jimmy zuckt manchmal. Ich hole irgendwann schon einmal Pad, Voltigiergurt und die gebisslosen Trensen, damit alles reibungslos verläuft.
      Tut es dann auch, das weiß ich spätestens, als alle Kinderchen mit leuchtenden Augen in der Halle stehen und sich von Marc Gepflogenheiten und Wissenswertes über Pferd und Reiter erzählen lassen. Ich longiere derweil Jimmy, der dem Gespräch ebenfalls aufmerksam lauscht. Schließlich bekomme ich ein kleines, blondes Mädchen zugeteilt, dass ich auf Jimbos Rücken werfe. »Schau mal, du hältst sich an den Griffen fest. Ich gebe dir ein paar Anweisungen aus der Mitte, versuch's einfach mal. Jimmy ist lieb.« Das Mädchen nicht mit großen Augen, sie stellt sich mir später als Mia vor. Schöner Name.
      Mia ist also ziemlich begabt, aber auch unerfahren, was die ganze Pferdesache betrifft. Trotz allem ist sie mutig und probiert alle Übungen mal mehr oder weniger erfolgreich. ABER sie bleibt oben, das muss man ihr hoch anrechnen. Insgesamt wohl ziemlich begeistert, nach einer halben Stunde beendet Mia also ihre erste Reitstunde mit einem überschwänglichen »Das war toll!«.
      Ihr folgt ein braunhaariges Mädchen namens Eve. Eve ist eher schüchtern, meistert meine Herausforderungen aber ebenso gewandt und klug.
      Am Ende sind alle glücklich, auch Marcs Schülerinnen. Die Pferde bekommen ebenfalls ein dickes Lob, bevor es wieder Richtung Stall geht.
      Da wird abgesattelt, geputzt und irgendwie auch der Stall ausgemistet, während die Pferde auf der Weide toben.
      Reitunterricht macht also nicht nur Spaß, sondern ist für uns Lehrer auch ziemlich effektiv..

      Sammelbericht [02.12.2014] xx:xx

      Ich war weihnachtlich gestimmt. Draußen, auf der Wiese hinter unserem Haus, vermischte sich der Reif mit pludrigem Schnee. Ich frühstückte.
      Und dann ging es los. Zum Stall. In letzter Zeit hatte ich meine Aufgaben hier stark vernachlässigt. Schulbedingt, muss man sagen. Umso mehr freute ich mich, als ich Spearmint hell wiehern hörte.
      Ich lächelte, tappte zu meinem Pferd und begrüßte sie herzlich. Zum Teddybären war sie mutiert und das veranlasste mich, sie noch zehn Minuten länger zu streicheln und vernarrt zu betrachten. VGold und Feuerzauber empfing ich ähnlich, dann gab es Futter für alle.
      Während die Hühs auf dem Paddock, unter klarem und doch irgendwie dunklem Himmel fraßen, mistete ich die Boxen aus, sodass es pünktlich zum Abschluss des Mahls auf die Weide gehen konnte.
      Danach musste ich leider weiter, denn wir hatten ja hier nicht nur drei Pferde... Also begab ich mich in den Südstall, wo ich ähnlich erfreut wie im Norden empfangen und gründlich beschnüffelt wurde. Ich fütterte auch hier meine drei Schützlinge und während des Fressens beschäftigte ich mich mit Spotti Junior und dem Halfter.
      Die kleine Stute war zu klug, um etwas dagegen zu haben; viel zu oft hatte sie sich das bei ihrer Mutter angesehen, sodass sie wirklich still hielt.
      Ich nahm das Halfter dann wieder mit und begann stolz mit dem Ausmisten der Boxen. So kam es, dass die Spottis und Ever auch bald auf der Koppel untergebracht waren.
      Ich wandte mich als nächstes den ausladenden Nordstallungen zu. Das Gewieher hier war eher verhalten. So viel hatte ich mit den Bewohnern ja auch nicht zu tun.
      Ich begrüßte trotzdem alle gründlich, bevor ich fütterte und ausmistete. Jessica kam dann auch direkt, kuschelte mit Serafino und half dann.
      Und hier war es dann auf einmal Arbeit, alle Pferde heil und sicher auf die Weide zu bekommen. Mein Dad und Jess halfen mir, vierzig Minuten dauerte das trotzdem.
      Im Hengststall war die Freude riesig. Empire und vor allem Bemme konnten es kaum erwarten, mich mit der Nase anzutippen und ich konnte meine Schützlinge nur grinsend streicheln. So gehörte sich das!
      Ich befütterte den Stall und mistete schon deutlich unmotivierter und langsamer die Boxen, bevor es für Empire, Locki, Jimmy und Bemme auf die große Wiese ging.
      Mittlerweile war es 10 und ich beeilte mich, zu den Tekken zu kommen. Estragon und Kazoom waren wie immer eher still, Choco sah mir immerhin neugierig entgegen und die kleine Sysah wieherte unglaublich eifrig und hoch. Über Worgait, der in der letzten, großen Paddockbox stand, müssen wir ja gar nicht reden.
      Für diesen Stall nahm ich mir wieder viel Zeit. Die Hottas hier wurden nicht nur gefüttert, sondern auch geputzt und eingedeckt, bevor es auf die Weide ging.
      Der Winter ist nicht gut für Tekken.
      So kam es allerdings, dass ich plus ausmisten um eins fertig war. Mit allem.
      Und weil ich das schon lange nicht mehr gemacht hatte, setzte ich mich an Spearmints Weide auf den Zaun und sah meiner ersten Stute beim Grasen zu.

      Reitunterricht Cheetah und Little Jim [05.12.2014] 17:13

      Mia und Eve waren wieder da und es schien, als hätten sie Hunderte andere Mädchen und sogar einige Jungen mitgebracht. Alle waren ungefähr zehn Jahre alt und kamen meist aus Auckland.
      Unterrichtet wurden sie nun ständig, in der Anfängergruppe, von Marc und mir.
      Heute putzte ich gerade Cheetah, als die Kleineren den Nordstall mit Sattel, Schabrake, Vorderzeug, Trense und unterschiedlich dicken Bandagen stürmten. Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, dass von unsagbarem Stolz verfolgt wurde, als Cheetah wunderbar ruhig und gelassen blieb, während da fünf Kinder um sie herumsprangen. Ich erklärte trotzdem noch einmal die Verhaltensregeln gegenüber Pferden und wurde mit großen Augen und Interesse gehört.
      Zwanzig Minuten später traf ich mich der Stute in der Halle ein, wo Marc schon meinen kleineren Kameraden longierte. Hinter der Bände drängten sich die Kinder.
      Zwei Pferde reichten wohl in Zukunft nicht, ich nahm mir vor, Ever und Nacorde mitzubringen.
      Mit diesem Gedanken lief sich Cheetah warm und trug dann insgesamt anderthalb Stunden brav Kinder. Ich hätte meine Liebe knutschen können. Überhaupt entwickelte sie sich gerade in eine für mich ziemlich erfreuliche Richtung.
      Zum Verlasspferd.
      Nach der Stunde wurde abgesattelt; auch wenn es draußen bereits dunkel wurde. Im Schein der Flutlichter ging es für die beiden Pferde in ausgemistete Boxen, wo sie von allen noch einmal verabschiedet und geknuddelt wurden, bevor sie ihr verdientes Abendmahl genießen durften.

      Weihnachten [24.12.2014] 19:06

      Weihnachten. Mit einem Lächeln auf den Lippen schloss ich die Haustür und tappte Dampfwölkchen in den kalten Abend pustend Richtung Turnierstall.
      Letztes Jahr um diese Zeit hatten wir noch in Deutschland gewohnt - der absolute Wahnsinn.
      Ich begrüßte Spearmint schon, bevor ich sie sah und bekam prompt eine wunderbar klare Antwort - ein Wiehern, in das Gold und Feuer gleich darauf einstimmten. Für meine drei Stuten hatte ich den klassischen Kuchen mitgebracht; heute gab es außerdem noch Rüben und Äpfel, die begeistert auf dem schneebedeckten Paddock verspeist wurden.
      Ich stand zu diesem Zeitpunkt bei meinen treuen Gefährten; streichelte wo ich konnte und bedankte mich ehrlich für dieses herrliche Jahr.
      Dann musste ich leider weiter. Mein Weg führte mich direkt in den Südstall, wo ich ähnlich begeistert von Ever und den Spottis begrüßt wurde. Hier drehte ich meine Handlung um, zumal es nicht für alle Kuchen gab: ich streichelte und kuschelte, bevor es ausgiebig Rüben und kleinere Leckereien gab.
      Ich ließ mich eben im Stroh, zu Käses Hufen nieder, um die kleine Stute hinter den Ohren zu kraulen, als ich vor dem Stalltor ein eindringliches Wiehern und darauf folgendes Geflüster hörte.
      Ich grinste, sprang auf und begrüßte zehn Minuten später lachend meine Freunde.
      Sie boten einen prächtigen Anblick: Marc saß, als Weihnachtsmann verkleidet, auf dem als Rentier geschmückten Empire; neben ihm Oliver, irgendwie total grau, auf Locki. Letzterer hielt meinen Jimmy am Strick als Handpferd und bedeutete mir nun, mich auf dessen Rücken zu schwingen. Die Flanken des Schecken waren mit wunderbaren Stoffen im charakteristischen WCS-Blau mit goldenen Stickereien bedeckt. Ich war irgendwie glücklich, als ich an der Seite meiner Kameraden im Dunkeln über den Hof ritt.
      "Was bist du eigentlich, Oli?", wagte ich schließlich zu fragen.
      "Der Maulwurf", war die Antwort, "Der Maulwurf des Weihnachtsmanns."
      Unser Lachen hörte man weit; so war es kein Wunder, dass der bereits ausrastende Bemme uns schon lange bemerkte, bevor wir in Sicht kamen. Den jungen Hengst und Klappstuhl nahmen wir einfach als Handpferd mit zum Tekkenstall, um die allgemeine Aufregung zu mindern.
      Trotz allem der erste Stall, in dem das Wiehern erst einsetzte, als wir eintraten.
      Nunmehr zu dritt wurden Essig, Kazoom, Late, Devri und Sysah begrüßt, gestreichelt, gefüttert und irgendwie auch beschenkt: Oliver hatte für die junge Fuchsstute ein hellblaues Halfter genäht, dass der Lieben ganz ausgezeichnet stand und Devri bekam eine neue Renntrense von Marc.
      Während sich meine Freunde mit den übrigen Tekken abgaben, suchte ich mir einen Weg in den hinteren, dunkleren Teil des Gebäudes.
      Hier stand noch immer Worgait, der an diesem Abend keine Reaktion zeigte, als ich mich näherte. Er starrte aus seinem Boxenfenster in die anbrechende Nacht, als würde er in der Dunkelheit etwas suchen.
      Ich ging nicht in die Box, ließ nur mit einem "Frohe Weihnachten" eine Rübe in den Trog fallen und kehrte zu meinen Begleitern zurück. Zurück ins Licht.
      Unsere nächste Station war der Nordstall. Zugleich auch unsere Letzte, aber der Tumult der uns empfing, machte allein schon die Begrüßung zum Erlebnis.
      In diesem Stall waren außer Marc, Oli und mir auch noch Jessica und mein Dad, die ihren jeweiligen Pferden wohl auch frohe Weihnachten wünschen wollten.
      Ich hingegen begab mich gleich nach dem Absitzen zu Cheetah und Razita, die sich ebenfalls einen der begehrten Weihnachtskuchen teilen durften. Lotte bekam eine Rübe und dann tappte ich in das Nebengebäude der Hengste. Sol kassierte dort neben seinem Futter einige liebevolle Streicheleinheiten; ebenso wie Corde und Fino, die ja aber im Grunde genommen schon genug versorgt worden waren, von ihren Besitzern.
      Der Letzte im Bunde war schließlich Karthago, dem ich seine Freude förmlich ansah. Es war einfach allgemein ein wunderbarer Abend und als wir uns im Hengststall, nach dem absatteln, putzen und Kuchen-füttern der Hengste voneinander verabschiedeten und uns frohe Weihnachten wünschten, geschah das ungemein feierlich und im Schall der zufrieden kauenden und schnaubenden Pferde.

      Bericht [26.12.2014] 08:51

      Der Tag war frisch und es schien ausnahmsweise die Sonne, sodass ich schon früh pfeifend in den Hengststall trat, die dort anwesenden Pferde fütterte und dann noch einmal ausgiebig Little Jim begrüßte. Der kleine Schecke spielte aufgeregt mit den Ohren, während ich vor seiner Box Putz- und Sattelzeug stapelte und als es an die Säuberung von Fell, Hufe und Langhaar ging, scharrte mein Kumpane unaufhörlich.
      Kurzum: es war anstrengend, aber ich lächelte. Jimmys Temperament hatte mir einfach gefehlt.

      Zwanzig Minuten später ging es auf den Platz. Die Sonne kitzelte auf der Nase und ich longierte meinen Hengst so lange (also sehr lange), bis er in einer ordentlichen Haltung und ohne zu mucken trabte.
      Dann schwang ich mich auf seinen kurzen Rücken und begann mit dem Warmreiten: ganze Bahn, Schritt, Bahnfiguren, Schenkelweichen - was eben so dazugehört, bevor ich ein zweites Mal nachgurtete und mein Hüh auch im Trab und Galopp arbeitete.
      Nach einer geschlagenen Stunde parierte ich zufrieden durch, klopfte Jimmys Hals und ritt ihn im Schritt trocken, bevor es wieder Richtung Stall ging.

      Dort wurde abgesattelt, erneut geputzt und gefressen. Der Schecke durfte im Anschluss mit den anderen Hengsten auf die Koppel, während ich den gesamten Stall klarmachte.
    • Elii
      Ältere Berichte - 2015

      Bericht [26.12.2014] 08:51

      Der Tag war frisch und es schien ausnahmsweise die Sonne, sodass ich schon früh pfeifend in den Hengststall trat, die dort anwesenden Pferde fütterte und dann noch einmal ausgiebig Little Jim begrüßte. Der kleine Schecke spielte aufgeregt mit den Ohren, während ich vor seiner Box Putz- und Sattelzeug stapelte und als es an die Säuberung von Fell, Hufe und Langhaar ging, scharrte mein Kumpane unaufhörlich.
      Kurzum: es war anstrengend, aber ich lächelte. Jimmys Temperament hatte mir einfach gefehlt.

      Zwanzig Minuten später ging es auf den Platz. Die Sonne kitzelte auf der Nase und ich longierte meinen Hengst so lange (also sehr lange), bis er in einer ordentlichen Haltung und ohne zu mucken trabte.
      Dann schwang ich mich auf seinen kurzen Rücken und begann mit dem Warmreiten: ganze Bahn, Schritt, Bahnfiguren, Schenkelweichen - was eben so dazugehört, bevor ich ein zweites Mal nachgurtete und mein Hüh auch im Trab und Galopp arbeitete.
      Nach einer geschlagenen Stunde parierte ich zufrieden durch, klopfte Jimmys Hals und ritt ihn im Schritt trocken, bevor es wieder Richtung Stall ging.

      Dort wurde abgesattelt, erneut geputzt und gefressen. Der Schecke durfte im Anschluss mit den anderen Hengsten auf die Koppel, während ich den gesamten Stall klarmachte.

      Ponyspiele [22.02.2015] 13:04

      Ich stehe wieder auf, nehme den braunen Westernsattel aus dem Sattelschrank und lasse mir von Marc das Pad vorneweg tragen. So satteln wir Jimmy, der das tatsächlich nicht einmal mitzubekommen scheint. Erst als ich den Sattelgurt festziehe, wendet er den Kopf und sieh mich fragend an, bevor er kurz darauf zu scharren beginnt. Energisch bitte ich mein Pony zur Ruhe; dann ziehe ich mich in das Auto zurück, um eine gewaschene Reithose und ein T-Shirt anzuziehen.

      Zwanzig Minuten später binde ich Jimmy ab und führe ihn über das Gelände. Ein bisschen Wärme in den Muskeln kann nicht schaden. Ich werde zunehmend nervöser. Eigentlich untypisch, aber das hier ist kein Turnier. Zumindest nicht in dem Sinne, das hier ist eher Demokratie. Ich atme während des Nachgurtens und Steigbügel Einstellens tief durch, dann schwinge ich mich auf den niedrigen Ponyrücken und lenke Jimmy geschickt zwischen den Transportern und Autos über den Parkplatz. Mein Hengst ist tatsächlich ruhig. Aber ich spüre seine Energie, die mir ein wenig Sorgen bereitet, als wir schließlich aufgerufen werden.
      Sorgfältig und ordentlich, leider auch am angenommenen Zügel, reiten wir im Schritt in die Halle. Sobald wir stehen, kommt mir eine freundlich aussehende, junge Frau entgegen, die mir die vier Fähnchen in die Hand drückt und mit einem Wink den Parcours freigibt.
      Jetzt ist mein Pony auch aufgeregt. Fähnchen. "Jimmy, die kennst du. Kein Vorwand, überschüssige Energie loszuwerden!", mahne ich lässig und reite an. Erstmal eine runde auf dem Hufschlag, die kann uns niemand nehmen - Übersicht ist wichtig und wie gesagt, das hier wird eine demokratische Entscheidung. Mein Hengst schwitzt zwar vor Aufregung, entspannt sich aber zunehmend. Auch ich zwinge mich zur Ruhe und lächle, bevor es an die erste Station geht:
      Slalom. Ich trabe zuversichtlich mit einem leichten Schnalzen an und manövriere den Braunschecken durch die Hütchen - das hier ist gottseidank das, was wir praktisch jeden Tag machen. Wenige Sekunden später ist uns eine Fahne sicher und ich lobe mein Pony. Dann geht es an Aufgabe nummer zwei.
      Cavalettis. Und ich weiß, was Jimmy machen wird, noch bevor wir losgeritten sind: dieser Hengst liebt das Springen und so segeln wir im unverschämt hohen Bogen und in unverschämt hohem Tempo über die Mini-Hindernisse. Ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen und bekunde meinem Hüh leise meine Liebe.
      Und dann kommt das Stangenlabyrinth. Mein Lächeln friert ein wenig ein, ich spüre es. Konzentration ist nicht so unsere Stärke, aber einen Versuch ist das hier ja wert. Sachte treibe ich Jimmy zur Station und lasse ihn dort eine halbe Vorderhandwende, unter indirekter Zügelführung, veranstalten, sodass wir die erste gerade Strecke zwar langsam und unter viel Lob, aber doch fehlerfrei schaffen. Die folgende Kurve gestaltet sich zum Problem und - schwubs - ist der Huf außerhalb des Labyrinths. Ich finde mein Grinsen wieder, rede ein bisschen mit meinem Hotta und mache dann unbeirrt weiter. Die Fahne können wir vergessen, aber Übung hat noch niemandem geschadet - so kommt es, dass wir schließlich mit noch einige Fehltritten den Ausgang des Labyrinths finden. Ich lobe Jimmy überschwänglich, dann steige ich ab. In meiner Hand befinden sich noch drei Fahnen - der Teufel weiß, ob es gleich nur noch zwei sein werden.
      Trotzdem wende ich mich optimistisch den am Boden liegenden Säcken zu, ergreife den erstbesten und schlüpfe hinein. Stimme beäugt mich mit gewölbtem Hals und ich gestatte ihm darauf, das komische braune Ding zu inspizieren. Mit nichts geringerem als Pferdesabber am Hinter starten wir dann das Sackhüpfen. Also ich hüpfe und Jimmy tänzelt ungehalten neben mir her. "Nicht bügeln, Kleiner!", zische ich ihm zu, worauf der Hengst leise wiehert und es noch fertigbringt, den Schweif aufzustellen. Ich lache und beeile mich, fertig zu werden.
      Damit ist beschlossen, dass ich die dritte Fahne behalten darf und wir sind offiziell entlassen. Trotzdem lasse ich es mir nicht nehmen, den Hals meines Hengstes zu kraulen und ihm vor den ganzen Zuschauern eine Möhre zu geben. Ich bin zufrieden.
      Aller guten Dinge sind Drei.

      Sammelbericht [23.03.2015] 19:10

      Die Lehrer meiner Schule streiken, sodass ich mir händereibend am frühen Morgen meine Reitstiefel anziehe und noch Müsli kauend über den sonnenbeschienen Hof in den Südstall tappe. Dort erwarten mich Spotti, Spotti Junior und Ever. Die drei Stuten begrüßen mich mit einem herzlichen Wiehern – im Vorbeigehen kraule ich jedem die Stirn, dann gibt es Futter. Kurz darauf putze ich meine Schützlinge auf der Stallgasse, für den restlichen Tag geht es auf die Koppel.
      Gegen zehn betrete ich dann also den Turnierstall, wo ich Spearmint und VGold begeistert umarme. Mit diesen engsten Freunden habe ich schon seit Ewigkeiten keine Zeit mehr verbracht, sodass ich mir beim Füttern, Putzen und auf die Weide bringen, auch von Feuerzauber, Zeit lasse und auf dem Weg zur Wiese einige unnötige Schlenker laufe.
      Als auch diese Hühs entspannt grasen, mache ich mich auf den Weg zum Hengststall. Das Gewiher hier ist beinahe nicht zu toppen und ich füttere die ganze Zeit grinsend. Gegen elf treffen außerdem Marc und Oliver ein, sodass wir uns mit dem Putzen und Herumführen von Empire, Locki, Jimmy, Dumb, Bemme und Jack getrost aufteilen können. Dank des guten Wetters und der motivierten Pferde geht uns die Arbeit leicht von der Hand und die Hottas sind schnell versorgt und untergebracht.
      Nunmehr zu dritt begeben wir uns in den Tekkenstall, wo uns ein unendlich energiegeladener Kazoom, sowie die immer ruhigen Choco und Estragon erwarten. Wieder wird gefüttert und geputzt; ich nehme mir besonders Zeit für Distraction und CH's Unglück, da diese Pferde noch nicht so lange auf dem Hof leben. Insgesamt scheinen sich meine Kameraden, jedoch gut eingelebt zu haben; es läuft alles glatt, als sie zusammen mit Drevri, Walla und Sysah auf die Weide dürfen; einzig Worgait bleibt im Stall.
      So geht es für uns, mittlerweile kaputten, Menschen noch in den Nordstall. Es ist Mittag und die Pferde hier wurden bereits von meinem Dad gefüttert. Insgesamt sind die Hühs also ruhig und lassen sich dösend anbinden und putzen. Letztendlich geht es damit auch für Law, Corde, Karthago, Fino auf die eine und für Cheetah, Zita und Lotte auf die andere Weide.
      Damit ist unser Alltag selbstverständlich nicht vorbei: jetzt ziehen wir los, um noch vor dem Mittagessen zumindest die Hälfte aller Boxen ausgemistet und mit frischem Rau- und Kraftfutter für den Abend ausgestattet zu haben.
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  • Album:
    2.0 Pferde im Ruhestand
    Hochgeladen von:
    Elii
    Datum:
    2 Juli 2015
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    EXIF Data

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    400px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Rufname:
    geboren: 23. Mai 1990

    von: John Boy — Classic Pony
    aus: Merylin — Classic Pony

    Rasse: Classic Pony
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Braunschecke
    Stockmaß: 134 cm

    Beschreibung:
    Es dauert immer ein Weilchen, bis man zu Little Jim durchgedrungen ist, also Einfluss auf ihn hat. Das erfordert viel Arbeit und Durchsetzungsvermögen. Hat man aber einmal das Vertrauen des Hengstes erlangt, gibt es kein Zurück mehr - ab jetzt hat man einen treuen Freund, der seine Menschen, anhänglich und verfressen wie er ist, stets ein Lächeln auf das Gesicht zaubert.


    Ersteller: Elii
    Besitzer: Elii
    Vorkaufsrecht: Elii

    Springen A

    [​IMG]
    Gewinner der BHK 268 [Braune und Braunschecken]

    Spotted Frischkäse [2013] / Classic Pony aus Spotted Dreams [1987] / Classic Pony