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Eowin

Lithium - Deutsches Sportpferd - Hengst

Pferdename: Lithiumvon Official LegitoPauline x Ostidaus der Dark JewelLiberty Changes Jewel x Dark FirestormI can't hold on to mewonder what's wrong with meLithiumdon't want to lock me up insideLithiumdon't want to forget how it feels withoutLithiumI want to stay in love with my sorrowLithium's LiedBasisinformationenGeschlecht: HengstGeburtsdatum: 16.06.2011Fellfarbe: RappscheckeGencode: Noch nicht getestetRasse: Deutsches Sportpferd (Trakehner x Hannoveraner)Stockmaß: 1,71mErsteller: EowinVKR: EowinBesitzer: EowinBeschreibung von LithiumCharakter:Lithium ist ein ungemein sensibler Hengst. Er ist ruhig und besitzt ein ausgeglichenes Temperament – eigentlich macht er nicht einmal Lärm wenn es irgendwie vermeidbar ist. So passiert es schnell, dass man ihn auf der Weide ruft, er von hinten zu einem kommt, den Kopf auf die Schulter legt und achtsam schnaubt. Nicht selten hat man sich dabei schon beinahe zu Tode erschreckt. Doch dahinter steht niemals eine boshafte Absicht – er könnte keiner Fliege was zu Leide tun.Dennoch ist er nicht sonderlich selbstbewusst und sehr in sich gekehrt, sodass die größte Arbeit darin bestehen wird, seinen Charakter zu festigen.In fremden Situationen reagiert er sehr verschieden, beinahe unkontrollierbar. Manchmal trägt er es völlig mit Fassung, manchmal geht er durch Angst durch und wird dabei so hysterisch, dass er kaum noch zu beruhigen ist, manchmal aber geht er in die Luft wie eine Rakete und explodiert.Doch Lithium ist auch ein Hengst, der im überdurchschnittlichem Maße die Nähe zu seinen Herdenmitgliedern und seinen Menschen sucht. Leider wird er in der Herde häufig vertrieben und er ist so rangniedrig, dass er sich in einer Offenstall- oder Weidehaltung nicht einmal das nötige Wasser erkämpfen kann. Dementsprechend hatte er es in der Hengstherde enorm schwer, sodass wir ihn im noch sehr jungen Alter nach Hause holen mussten.Was ihn auszeichnet:Lithium ist ein unbestrittenes Ausnahmetalent.Dass seine Anpaarung äußerst geschickt war, zeigt sich bei ihm. Er stammt aus zwei sehr erfolgreichen, konsequent durchgezüchteten Linien und hat nun von beiden Linien das allerbeste geerbt: bei ihm greift der Heterosiseffekt. Ob sich dieses einzigartige Talent bei seinen Nachkommen zeigen wird, bleibt abzuwarten – sein Pedigree verspricht hier viel.Er besitzt eine unglaubliche Elastizität im Körper, sein Rücken schwingt in der Bewegung herrlich mit, während er mit der Hinterhand weit unter den Körper springt und die Vorhand weit vorgreift. Er ist genau das, was man als Ideal bezeichnen würde.Sein Exterieur ist korrekt. Er besitzt einen guten Halsansatz, stabile, lange Beine, einen kräftigen, breiten und tendenziell eher kurzen Rücken. Sein Kopf ist gerade mit viel Ausdruck. Kleine Nüstern und ein ehrliches Auge machen das Bild komplett. Seine leicht sichelförmigen Ohren sind stets freundlich und aufmerksam nach vorn gestellt.Er besitzt ein dichtes, seidiges Haarkleid und wohlgeformte, widerstandsfähige Hufe.Ausbildungsstand:Lithium ist noch weitestgehend roh und es bedarf einiger Arbeit, bis sein Charakter so weit gefestigt ist, dass er auf Körungen vorgestellt werden kann.Qualifikationen:Dressur SSpringen AMilitary EGalopprennen EFahren EWestern EDistanz EWendigkeit ELetzte Impfung: Dezember 2013nächste Impfung: Januar 2014 (Influenza, Tetanus, Herpes)Letzte Wurmkur: Dezember 2013nächste Wurmkur: März 2014Letzter Hufschmiedbesuch: Dezember 2013nächster Hufschmiedbesuch: Februar-März 20132. Platz 289. DressurturnierPunktestand für Körungen: 15Pedigree 6, TA 2, HS 2, Zubehör-Bild + Bewegung 2, Training 2, Schleifen 1

Lithium - Deutsches Sportpferd - Hengst
Eowin, 2 Dez. 2013
    • Eowin
      Ankunft von Lithium

      Schon den ganzen Tag wartete ich gespannt darauf, dass wir endlich den Junghengst Lithium abholen konnten.
      Wir hatten letzte Woche nach ihm gesehen. Wenngleich schon länger in meinem Besitz, war der Kleine bisher auf einer Hengstweide im Marschland gewesen – was ja eigentlich besonders gut für die Entwicklung sein sollte, sodass er eigentlich noch eine gewisse Zeit dort verbringen sollte. Wir hatten sehr lange für die Auswahl eines Aufzuchtbetriebes gebraucht und dann endlich einen mit schönen, weitläufigen Weiden, gut strukturierten und umsorgten Herden und vor allem einer Winterbetreuung gefunden. Hier war es eigentlich geplant gewesen, dass er mit den anderen Zweijährigen in den Laufstall käme und tagsüber auf die gut befestigten Paddocks kam.
      Sein Temperament hatte uns hier einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er war fürchterlich verstört und lief teilweise stundenlang nur am Weidezaun entlang. Er konnte sich kaum gegen die anderen Hengste behaupten, sodass er nun schon deutlich abgenommen hatte.
      Bevor er dadurch irgendwie zu Schaden käme, musste er nach Hause. So schnell wie möglich.
      Und zu diesem Zwecke brauchten wir einen Anhänger. Gewöhnlich lieh ich mir den von Anna, die brauchte ihn aber heute Morgen noch, sodass warten angesagt war.
      So saß ich vor dem Fernseher und wechselte ständig die Art und Weise, wie ich saß, wibbelte mit den Beinen und klopfte nervös mit den Fingern auf die Armlehne des Sofas.
      „Schatz, kannst du nicht mal fünf Minuten still sitzen?“, herrschte mein Freund mich an.
      Von da an gab ich mir die allergrößte Mühe, wirklich still zu sitzen, was mir mäßig gelang, bis endlich der rettende Anruf kam: „Ihr könnt den Anhänger jetzt haben“, hörte ich Annas Stimme auf der anderen Seite des Telefons.
      Sofort machten wir uns startklar und holten den Anhänger ab.
      Anschließend hatten wir noch gut zwei Stunden Fahrt vor uns – Lithium stand beinahe an der Nordsee in der Nähe von Bremen.
      Die ganze Fahrt über war ich enorm angespannt. Ich hatte keine Ahnung, wie der Kleine sich verhalten würde und wie wir ihn auf den Anhänger bekamen. Das letzte Mal war er mit seiner Mutter zusammen gefahren.
      Auf dem Aufzuchtbetrieb angekommen, wurden wir schon herzlich empfangen. Man erzählte uns, dass Lithium heute einen schlechten Tag hatte, weil er gerade noch einen saftigen Tritt abbekommen hatte, sodass sich der Hufabdruck des anderen Junghengstes nun deutlich auf seiner Schulter abzeichnete. Es war allerhöchste Eisenbahn.
      Stefan, der Besitzer des Aufzuchtbetriebes, führte uns zu dem Paddock, wo Lithium derzeit mit fünf anderen Junghengsten tagsüber stand. An und für sich waren es bereits die rangniedrigsten, die er zur Aufzucht da hatte, aber nichts desto weniger kam unser Rappschecke nicht gegen sie an.
      Hier fing bereits die erste Herausforderung an: Das Halfter. Lithium hatte noch nicht sehr häufig so etwas gesehen und in seinem verängstigten Zustand würde gerade eigentlich alles schwierig werden.
      Ich griff mich das Halfter und trat in das Paddock. Während Alex und Stefan die anderen Hengste beruhigten, ging ich zu Lithium und legte ihm vorsichtig das Strick um den Hals, damit ich ihn erst einmal ein wenig hatte.
      „Ruhig, Süßer, dir geschieht nichts.“
      Ich strich ihm zunächst über seine Stirn, während er mich mit geblähten Nüstern und weit aufgerissenen Augen anstarrte. Ich blieb ganz ruhig.
      Dann versuchte ich ganz langsam das Nasenstück über seine Nüstern zu streifen.
      Er erschrak, zuckte merklich zusammen und rannte im Affenzahn rückwärts und galoppierte dann wie irre über den Paddock. Sand flog hoch, er flog beinahe aus der Kurve und wäre um Haaresbreite im Zaun gelandet.
      Die anderen Hengste rannten aufgeregt hinterher, begannen ihn zu hetzen, bis er zitternd und mit breit aufgestellten Vorderbeinen in Verteidigungsstellung in einer Ecke stand. Sein Atem stob in weißen Wölkchen von seinen Nüstern in die winterliche Luft. Es war bitterkalt, der Hengst aber bereits klitschnass.
      Ganz langsam und vorsichtig ging ich erneut auf ihn zu, jeden Schritt kontrolliert und leise am Murmeln um ihn zu beruhigen.
      Er ließ es zu, dass ich ihm sanft über den Hals strich. Dieses Mal änderte ich meine Taktik und hatte mit einem Ruck das Halfter über seinem Kopf. Nicht unbedingt die netteste Methoden, aber in den nächsten Tagen würden wir genug Zeit haben, es zu üben.
      Der Rappschecke zuckte merklich zusammen, blieb jedoch stehen und wehrte sich nicht weiter, sodass ich mit langsamen Bewegungen den Karabinerharken schließen und ihn liebevoll loben konnte.
      Noch einmal klopfte ich ihm den Hals, dann nahm ich das Strick in die Hand und machte einen Schritt voran. Auf leichten Druck am Halfter hin folgte er mir ohne Widerstand, was mich sehr erstaunte, doch ich war froh.
      Derweil hatte Alex den Anhänger so am Paddock geparkt, dass er direkt im Tor stand und der Hengst im Zweifelsfalle an keiner Seite neben der Klappe aus dem Paddock heraus springen könnte.
      Wir ließen nun vorsichtig und langsam die Rampe herunter. Lithium schaute sich alles mit gespitzten Ohren an und stand am langen Strick da. Aus weiser Voraussicht bat ich Stefan, direkt die Trennwand breit zu stellen.
      Langsam und mit unentwegtem Murmeln führte ich meinen kleinen nun auf die Rampe zu. Zunächst folgte er mir, senkte den Kopf, legte ihn leicht schief, schnaubte dann laut und beinahe panisch, ging aber weiter darauf zu.
      Vorsichtig und beinahe in Zeitlupe stellte er einen Huf auf das Anti-Rutsch-Gummi des modernen Anhängers, woraufhin dieser auf den Boden gedrückt wurde und leise klapperte.
      Das Sportpferd erschrak, scheute zur Seite weg, ich konnte nicht schnell genug loslassen und wurde ein paar Meter mitgeschleift, bevor ich endlich den Strick aus Reflex losließ.
      Lithium stand in der am weitesten entfernten Ecke, schnaubte und atmete panisch und deutlich hörbar.
      Mühsam rappelte ich mich auf. Mein Rücken schmerzte, meine Knie waren aufgerissen und blutig – und die Hose war im Arsch. Meine Hände waren voller Sand und es brannte höllisch. Als ich die Hände gegeneinander klopfte, um den Sand loszuwerden, erfuhr ich auch warum: Auch meine Hände waren gewaltig in Mitleidenschaft gezogen worden.
      Wir beschlossen, Futter zu holen und während Stefan Hafer besorgte reinigte ich meine Wunden notdürftig, indem ich Wasser aus der Tränke über sie laufen ließ. Es war eiskalt und ich begann am ganzen Körper zu zittern.
      Stefan stellte sich nach seiner Rückkehr in den Anhänger und lockte den Hengst, indem er mit dem Hafer im Eimer klapperte. Lithium kannte das, es war ein allabendliches Ritual, bevor er sein Futter bekam. Eigens angelernt für solche Situationen.
      Lithium spitzte die Ohren und erhob den Kopf. Er wusste also, was da war. Ich ging zu ihm und griff mir wieder den Strick, dann führte ich ihn erneut auf den Anhänger zu. Diesmal schmiss er schon einen Meter vor der Klappe den Anker und war nicht davon zu überzeugen, auch nur einen Meter weiter zu gehen.
      So ging es noch rund eine Stunde weiter. Eine Stute, in der er mir den Strick aus der Hand riss, wegrannte, stieg, bockte, eisern stehen blieb und sich auch sonst mit „Händen und Füßen“ wehrte.
      Und dann, endlich, nach einer guten Stunde hatten wir ihn auf den Anhänger. Viel Arbeit. Viel, viel Arbeit würde in ihm noch stecken. Ich hatte keine Ahnung, warum er so unsicher war und so verschieden reagierte.
      Wir schlossen die Klappe, bedankten und bei Stefan für die Hilfe und fuhren heim.
      Dort angekommen war es ein ähnliches Drama, bis der Junghengst in seiner Box war.
      Aber als dies geschafft war, bekam er erst einmal sein Müsli mit Mineralfutter, einige Möhren und eine große Portion Heu.
      Offen zugegeben war ich an diesem Abend froh, als ich das Licht im Stall löschen und ins Bett gehen konnte.
    • Eselchen
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      Die Sonne hatte sich heute komplett hinter eine dicken Schicht Wolken verzogen und tauchte Eowins Hof in eine triste Vorweihnachtszeit.
      Mit meinem Köfferchen unter dem Arm ging ich über den Hof und direkt in den hell beleuchteten Stall, wo mich Eowin schon erwartete.
      „Hey, Eowin! Na? Wie sieht’s heute aus?“, begrüßte ich sie gut gelaunt und lächelte.
      „Hallo Jamie. Gut, und bei dir?“, fragte sie freundlich und gab mir die Hand.
      „Tut mir echt leid, dass ich jetzt erst hier bin, aber die Vorweihnachtszeit ist echt hart. Noch dies und das zu erledigen – überall irgendwelche Bekloppten auf der Jagd nach Deko und Geschenken … Da wird man ja verrückt bei!“, entschuldigte ich mich, während Eowin Lithium aus seiner Box holte. Der junge Hengst war gerade von der Hengstweide gekommen und bildhübsch.
      Eowin band ihn vor seiner Box an und streichelte seinen Hals.
      „Hey, Großer!“, flüsterte ich liebevoll und hielt ihm meine Hand zum Beschnuppern hin.
      Lithium betastete interessiert meinen Arm und machte sich mit mir bekannt, während ich mich ganz ruhig verhielt. Nach einigen Sekunden war ich dann aber uninteressant geworden und Lithium wandte sich zu seiner Besitzerin.
      „Na dann – wollen wir doch mal.“
      Als erstes begutachtete ich den allgemeinen Zustand von Lithium. Er sah gepflegt und gesund aus. Schlaksig, aber nicht zu dünn – wie es sich für einen jungen Hengst gehörte. Seine Augen waren wachsam und klar, die Hufe sahen auch gut aus. Das Fell war dicht gewachsen und glänzte.
      „Auf den ersten Blick ist schon mal alles super.“, sagte ich leise zu mir selbst und trat an den Kopf von Lithium, der sich interessiert zu mir wandte.
      Behutsam hob ich meine Hand an seinen Kopf, was der kleine Bursche nicht allzu toll fand. Er schaute mich etwas entgeistert an und trat einen Schritt zurück, als ich mit den Fingern über seinen Nasenrücken strich.
      „Okay – ich sehe schon – der wird uns gleich unruhig. Binde ihn doch bitte los und halte ihn locker fest. Das ist entspannter für ihn.“, bat ich Eowin freundlich und hielt einen Moment inne.
      Als Lithium dann von seiner Besitzerin gehalten wurde, versuchte ich es noch einmal in aller Ruhe und der Hengst ließ sich – zwar mit hocherhobenen Kopf, aber immerhin – am Kopf anfassen und ich konnte die Schleimhäute überprüfen. Sie glänzten und waren rosa, was für eine gute Durchblutung und ein gesundes Pferd sprach.
      Nun wollte ich die Atmung und die Herztätigkeit des jungen Pferdes untersuchen.
      Aus meinem Köfferchen holte ich mein Stethoskop, welches Lithium erst einmal beschnüffeln und betasten durfte.
      „Aber nicht fressen!“, wies ich ihn spaßig an, als er es in sein Maul nehmen wollte. „Wie ein kleines Kind – alles in den Mund nehmen, was man vor die Nase bekommt!“
      Als Lithium dann von dem Stethoskop abgelassen hatte setzte ich das Kopfstück etwas erhöht, hinter die linke Achselhöhle. Der Herzschlag war klar und kräftig, aber etwas schnell.
      Dann verschob ich das Kopfstück einige Zentimeter weiter nach rechtsoben und bekam eine regelmäßige, etwas schnelle Atmung zu hören.
      „Alles super! Der Kleine ist zwar ein wenig aufgeregt, aber ansonsten fit wie ein Turnschuh!“, erklärte ich Eowin und legte das Stethoskop wieder in mein Köfferchen.
      Kurz bereitete ich die Impfdosen gegen Herpes, Influenza und Tetanus vor und desinfizierte dann kurz die Stelle, an der ich die Spritzen setzen wollte.
      „Und jetzt gut festhalten.“, wies ich Lithiums Besitzerin freundlich an und setzte die erste Spritze.
      Der junge Hengst zuckte zusammen und versuchte auszuweichen, wurde aber mit Kraft und ruhiger Stimme von seiner Besitzerin im Zaum gehalten.
      „So – eine noch.“, sagte ich und spritzte die zweite Impfdosis in den Kreislauf des jungen Pferdes.
      „Das war’s schon. Fertig.“, sagte ich und bat Eowin darum, ihren Schützling wieder in seine Box zu lassen.
      „Also. Der Bursche ist jetzt bis März 2014 abgedeckt. Dann solltest du ihn wieder impfen lassen. Und die Wurmkur lasse ich dir hier. Die kannst du ihm in fünf bis sechs Tagen geben. Zur Not kannst du sie auch über ein Brötchen oder einen Apfel verfüttern – Hauptsache sie geht rein.“, erklärte ich Eowin und suchte die passende Wurmkur aus meinem Köfferchen.

      „Wir sehen uns!“, sagte ich noch, ehe ich fröhlich aus dem Stall trat und mich wieder auf den Weg nach Hause machte.

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      (c) Trostpferd
    • Eowin
      Stammbaumanalyse von Lithium

      Die Stammbaumanalyse von Lithium ergab folgenden Genotypen:

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    • Eowin
      Lithium scheut

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      Lithium beim Freispringen

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    • Ravenna
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      Lithium Anlongieren
      5035 Zeichen| (c) Ravenna | Legacy of Èire

      Nun war es an der Zeit das auch ich einmal meiner Tierärztin helfen konnte Maren hatte mich angerufen, wegen ihres Rappschecken Lithium. Was sie mir von ihm beschrieben hatte war ein durch und durch misstrauisches junges Pferd, dass noch einiges zu lernen hatte bevor mit ihm an den Sport gedacht werden konnte. Gerade passierte ich das Tor des Gestüts Federsee – dessen Zuchtkonzept mir wirklich gefiehl. Doch heute war ich da um den jungen Hengst zu trainieren, zwar hatte Maren in den letzten Wochen seit er hier war schon etwas Arbeit in ihn gesteckt – am Halfter gehen, war nicht mehr ganz so gruselig wie zu Anfang seines Aufenthaltes. Bewaffnet mit einer Tasche voller Leckerli, einem Halfter und der Putzkiste machte ich mich zusammen mit Maren auf in den Stall – sie holte ihn raus, wir putzen gemeinsam den Hengst, wobei ich dabei den Strick in der Hand hielt, ihn immer wieder beruhigte, wenn er wieder hin und her tippelte. Stetig drehte er den Kopf, schlug ab und an nervös mit dem Schweif, mit dem Leckerli ließ er sich für ein paar Momente ablenken. Schließlich gingen wir gekoppelt in den Round Pen zunächst wollte ich den Hengst in Aktion sehen – ihm die einzelnen Kommandos beibringen und ihm zeigen, dass er mir Vertrauen konnte. Im Trab – mit erhobenem Schweif ganz so als sei er ein Araber, tänzelte er auf und ab. Ruhig lief ich an die eine Seite des Rouns Pens um ihm den Weg zu versperren, mit dem Ende des Strickes wackelte ich leicht rum um ihn auf den äußeren Zirkel zu treiben. Lithium preschte im Trab um mich herum, sein Schweif nach wie vor erhoben – ich hielt mich derweil ruhig lies den Strick einfach hängen um ihm die Zeit zu geben die Lithium benötigte um sich zu beruhigen. Es dauerte eine ganze Weile ehe er langsamer wurde „Sooo ist feein. Scheeeritt“ säuselte ich zu dem Rapphengst zu. Langsam stapfte der „kleine“ voran,das schlagen des Schweifes wurde etwas weniger. Dann hob ich wieder die Hände trieb ihn etwas an indem ich den Strick wieder bewegte – dazu gab es ein harsches „Terab!“ Diese Übungen wiederholten wir einige Male hintereinander – um ihn nicht zu überfordern nie länger als etwa eine Viertelstunde.
      Im Verlauf der letzten 2 Wochen hatten wir alles gefestigt, jeden Morgen und jeden Abend gab es eine kleine Einheit der Kommandos. Auch beim Putzen wurde der Rapphengst ruhiger – wobei wir ihn noch immer nicht richtig anbanden, nicht das er sich doch noch verletzte. Einmal hatte jemand die Schubkarre zu Boden fallen lassen – Lithium war rückwärts gegangen, hatte mir dabei den Strick durch die Hände gezogen ehe ich ihn halten konnte. Ihm war nichts passiert – bis auf den Schreck – ich hatte eine Brandblase – die wurde am Abend auf gemacht, Pflaster drüber und gut war die Sache. Die Arbeit im Round Pen sah sehr gut aus – vorallem aber kontrolliert, sogar den Galopp hatten wir entdeckt. Zu Beginn der zweiten Woche hatte Maren gefragt ob wir ihn nicht bereits an die Trense gewöhnen wollten um ihn besser longieren zu können. Daran war nichts auszusetzten – also machten wir ihm das Gebiss mit ein wenig Apfelsaft und Honig schmackhaft, sodass wir bald darauf immer mit der Trense begannen in den Round Pen zu gehen. Mit Beginn der dritten Woche gingen wir das erste Mal auf den Platz, Maren hielt den jungen Lithium an der Trense führte ihn somit auf den Hufschlag. In meinen Händen ruhte die Longe, während ich das Kommando zum Schritt gab, half Maren dem Hengst dabei den richtigen Weg zu finden. Auch im Trab klappte es recht gut, also ließ Maren Lithium los, während sie sich weiter weg bewegte verlor Lithium seine Begrenzung seine Kreise wurden immer größer – die Longe zog sich mir durch die Hände – zur Vorsicht trug ich nun Handschuhe- bis zum Ende der Schlaufe lief er, dann gab es einen kleinen Ruck. Lithium begann wieder mit dem schweif zu schlagen, leicht ging er vorne hoch, schnaufte unwillig und in seinen Augen war das weiße zu erkennen. Jedoch versuchte er nicht mit aller Macht noch weiter nach außen zu gehen – wir standen es aus – das knapp 600 kg schwere Jungpferd an einem Ende der Longe, ich am anderen. Beruhigend redete Maren auf ihn ein – trat an ihn heran und führte ihn wieder auf den Zirkel – wir machten weiter ganz so als wäre nicht geschehen. Als Lithium brav an der Longe ging, wenn er auch noch immer Maren neben sich hatte zum Halt machten wir an diesem Tag Schluss. Jeden Tag war Maren weniger an seiner Seite, beim putzten banden wir ihn bereits Probehalber an, zumindest zogen wir den Strick bereits durch den Ring. Es schien beinahe so als würde der Hengst langsam etwas selbstbewusster, wenn auch er noch immer Misstrauisch war. Am Ende der dritten Woche klappten Trab und Schritt an der Longe ohne wirkliche Probleme – ab und an wollte er noch immer ausbrechen, doch hielt es sich in Grenzen. Jeden Tag übten wir gemeinsam, öfter nahm Maren nun die Longe in die Hand – das Grundtraining war nun so gut wie erledigt. „Das Grundprinzip hat er verstanden, übe nur weiter mit ihm – im Laufe der Zeit wird er Selbstbewusster.“
    • Mongofisch
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      Gegen Abend machte ich mich mal wieder auf den Weg zu Maren. Sie hatte einen jungen Hengst, der heute schöne Hufe bekommen sollte. Ich fuhr die schöne Einfahrt entlang, die von Kirschbäumen gesäumt war und parkte mein Auto auf dem Parkplatz. Am Stallgebäude entdeckte ich die junge Frau. Rasch nahm ich mein Werkzeug und lief zu ihr hinüber.
      „Hallo Maren“, rief ich freundlich und winkte ihr zu. Sie drehte sich um und lächelte mir entgegen. „Guten Abend! Schön, dass du da bist!“ Sie streckte mir die Hand entgegen, welche ich lächelnd schüttelte. „Wo ist denn unser heutiger Kandidat?“ Fragte ich. „Komm, er wartet im Stall.“ Ich folgte Maren in den hellen Stall, wo wir vor einer der Boxen stehen blieben. „Das ist Lithium. Fremden Situationen gegenüber ist er oft skeptisch und es ist schwierig ihn einzuschätzen. Aber ich denke, dass kriegen wir schon hin“, erklärte Maren mir, während sie behutsam die Box betrat und den jungen Schecken aufhalfterte. Dieser hatte mehr Augen für mich und kam nur widerwillig mit auf die Stallgasse.
      Unruhig musterte er mich und stand keinen Moment still. „Hallo du Hübscher“, sagte ich ruhig und streckte ihm meine Hand entgegen. „Du magst doch sicher ein Leckerchen haben, oder?“ Lithium beschnupperte meine Hand ausgiebig und nahm sich auch das Leckerli, welches ich ihm nun hinhielt. Danach wich er aber wieder zurück und ließ mich nicht aus den Augen. „Ich halte ihn fest, dann fühlt er sich sicherer, als wenn er angebunden ist“, sagte Maren und strich ihrem Pferd über den Hals. Nickend stimmte ich zu und schnappte mir mein Hufmesser, welches ich Lithium zeigte. Neugierig tastete er es ab, empfand es dann aber für weniger Interessant, sodass ich ihm sanft über die Schulter strich und den ersten Huf anhob. Erschrocken zog er mir den Huf aus der Hand, ich nahm ihn jedoch ruhig wieder hoch, während Maren den Hengst beruhigte. Zwar immer noch unruhig, ließ er mich aber nun mit dem Ausschneiden beginnen. Ordentlich schnitt ich die Hufwand zurecht und kürzte die Trachten, sodass der Huf gleichmäßig den Boden berühren konnte. Ich beeilte mich den Huf fertig zu bekommen, blieb aber trotzdem ruhig, um dem Hengst Sicherheit zu geben. „Siehst du, so schlimm ist es gar nicht“, lobte ich ihn, nachdem ich den ersten Huf fertig hatte.
      Gelassen machte ich mich nun an den nächsten Huf, bei dem Lithium schon um einiges ruhiger blieb. Er war zwar noch immer angespannt, ließ mich aber meine Arbeit in Ruhe ausführen.
      Nach einiger Zeit waren alle Hufe wieder schön in Form gebracht und ich entfernte mich einige Schritte. „Kannst du ihn mir einmal vortraben? Vielleicht gehen wir dazu nach draußen“, bat ich Maren, die nickte und den Hengst raus führte. Ich beobachtete genau den Bewegungsablauf und wie Lithium die Hufe aufsetzte. Es schien alles in Ordnung zu sein, sodass er endlich zurück in seine Box durfte. Sichtlich erleichtert machte er sich über sein abendliches Heu her.
      Maren half mir noch, meine Sachen zum Auto zu bringen, dann verabschiedeten wir uns und ich rollte langsam vom Hof.
      © Mongofisch / 3040 Zeichen
    • Eowin
      Training mit Lithium

      Nachdem wir Lithium erfolgreich an die Longe gewöhnt und die Grundkommandos gefestigt hatten, hatte ich mir vorgenommen, jeden Tag weiter daran zu arbeiten.
      Dies stand auch heute wieder auf dem Plan. Er sollte lernen, die Longe als Begrenzung noch besser zu akzeptieren und sollte auch im Galopp gut an der Longe händelbar werden.
      So holte ich meinen kleinen Angsthasen aus der Box. Er stand zwar erst seit ungefähr einer Woche bei uns, hatte sich aber schon gut an mich gewöhnt und war etwas aufgeschlossener geworden. Während Fremde ihn immernoch nicht anfassen konnte, wieherte er mir bereits entgegen. Er war ein wirklich liebevoller kleiner Kerl, der schnell lernte und sehr intelligent war. Doch war ich mich auch sicher, dass er immer mit Vorsicht zu genießen sein würde. Mir machte die Arbeit mit ihm dennoch sehr viel Spaß - ich hatte ihn lieb gewonnen. Sehr lieb.
      Vorsichtig und bedächtig putzte ich den "Kleinen" um ihn dann vorsichtig aufzutrensen. Er machte dies schon viel besser und kaute nur noch etwas ungewohnt auf dem Gebiss herum.
      Nun begaben wir uns wieder in den Round Pen und wir begannen mit der täglichen Arbeit. Heute war es das erste Mal, dass ich alleine mit ihm arbeiten würde.
      Zu meiner Überraschung funktionierte es nun schon deutlich besser als mit seiner Trainerin Sarah zusammen. Ich vermutete, dass es einfach daran lag, dass wir einander vertrauter waren.
      Heute benahm er sich an der Longe sehr vorbildlich.
      Ich ließ ihn in allen Gangarten auf beiden Händen arbeiten, achtete auf häufige Handwechsel und hielt ihn ab und an auch an der Longe an. Er machte sich gut - er war bemüht, alles richtig zu machen.
      Da ich ihn aufgrund seines schlechten Trainingszustandes noch nicht allzu lange fordern wollte, machten wir nachher noch etwas Bodenarbeit, in der wir übten, auch zurück zu treten und auf Berührung hin zu weichen, womit der Junghengst noch drastische Probleme hatte. Aber er machte sich und ich war zuversichtlich, dass aus ihm eines Tages etwas großes werden würde.
    • Ravenna
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      Lithium einreiten
      14859 Zeichen | (c) Jackie & Ravenna | Legacy of Èire/Heartland

      Gewöhnung an das Zaumzeug

      "Hallo Maren." begrüßte Amy die Junge Frau die gerade aus dem Auto stieg. Maren lächelte und streckte Amy die Hand entgegen. "Ich bin so froh das du Lithium trotz seines Charakters aufnehmen willst, ich sag dir er wird unberechenbar - Ich selber könnte ihn wohl möglich nicht so einfach einreiten." sie seufzte und blickte zum Hänger rüber der hinter dem Auto stand. Amy nickte und musterte ihr Gesicht. "Ich bin kein Professor in so etwas, aber ich habe schon viele Pferde wie Lithium behandelt. Glaub mir, wir bekommen ihn noch eingeritten." Sie zwinkerte ihr bewusst zu und ging zum Hänger. Lithium war ruhig und begrüßte sie mit einem freundlichen Schnauben. "Komm doch mein Süßer, ich stell dir deine neue Box vor." Maren begleitete die beiden noch bis zur Box. Ty hielt schon die Tür offen. "Er macht einen gelassenen Eindruck." bemerkte er. Amy wand sich Maren zu. "Du sagtest er wird unberechenbar ?" Maren nickte: "Ja, wenn er Angst bekommt. Lithium ist nicht gerade das Pferd das vor Selbstvertrauen strotzt." sagte sie nachdenklich. "Gut das könnte sich jedoch ändern, oder man könnte es wenigstens verbessern." sagte Amy und strich dem Pferd über die Nüstern. "Wir werden ihn heute erstmal ausruhen lassen, die Fahrt war bestimmt anstrengend."

      Am nächsten Morgen stürzte sich Amy auf die Arbeit zu. Die Pferde müssten gefüttert werden und ein neues Fohlen käme auch noch an. Es sollte ein Quater Horse sein, ganz weiß und aus der Zucht vom Hofgut Tannenheide. Ty mistete bereits die Boxen, damit die Pferde den Abend in einer warmen Box ausharren konnten und nicht auf der Schneewiese erfrieren. "Ich kümmer mich jetzt um Lithium, kannst du... wenn du Gwen siehst ihr sagen sie solle noch die Pferde putzen ?" - "Ja, klar mach ich." Amy sah Ty dankend an und ging zur Box vom Neuankömmling. "Na du." Begrüßte sie den Hengst einfühlsam. Er schnaubte bloß. "Heute wollen wir dich an Sattel und Trense gewöhnen." Amy führte das Pferd aus der Box zum Roundpen. "Doch bevor wir dich an Sattel und Trense gewöhnen, machen wir noch ein Join Up, damit du mir vertraust." Sie schnallte den Führstrick ab und hob in aggressiver Haltung die Arme in die Höhe. "LAUF!" rief sie auffordernd und schickte den Hengst von sich weg. Lithium war völlig erschrocken und preschte den Hufschlag entlang, fand jedoch keinen Ausweg. "LAUF WEITER!" rief sie immer wieder. Nach einiger Zeit war der Hengst erschöpft, er wollte unbedingt zu ihr kommen. Er wurde langsamer, richtete sein Ohr nach Amy und machte Kaubewegungen. Das war das Zeichen auf das Amy so lange gewartet hat. Sie entfernte ihre aggressive Stellung und drehte sich vom Pferd weg. Sie blieb einfach stehen. Dann wartete sie... bis Lithium kam und ihr in den Nacken blies. "Das hast du fein gemacht." Lobte sie das Pferd und kraulte seine Stirn, ohne es jedoch anzusehen. Dann ging sie ein paar Runden durch den Roundpen. Lithium folgte ihr unaufgefordert. "Perfekt." sagte Lou begeistert. Amy drehte sich überrascht um. "Wie lange bist du schon da gewesen ?" - "Etwas länger." antwortete diese lächelnd. "Ich gewöhne ihn jetzt an Sattel und Trense." Sagte Amy aufgeregt und Griff nach einer Satteldecke. Diese war dem Hengst nicht geheuer, immerhin kannte er auch so schon Decken. Schließlich kam der Sattel. Beunruhigt sah er zum Monstrum rüber und lehnte die Ohren an. Als Amy ihn jedoch mit T-Touchbewegungen am Hals massierte entspannte er sich allmählich und ließ sich den Sattel überlegen. Amy lobte ihn und massierte ihn weiter. Lithium entspannte sich völlig und ließ sich nun auch den Gurt anziehen. "Jetzt kommt die Trense. Es ist alles in Ordnung." Versicherte sie ihm. Dann griff sie nach der Trense um sie ihm zu zeigen. Er beschnupperte das Ding misstrauisch und schnaubte. Mit einem Minzbonbon lotzte sie ihm das Gebiss in das Maul zu nehmen. Anschließend folgt ein großes Lob und ganz viele Streicheleinheiten. Als die komplette Trense am Pferd saß, massierte Amy ihn noch einmal, damit er positive Erfahrungen mit dem Zaumzeug macht. "Die nächsten Tage üben wir noch Druck anzuwenden und dann versuch ich mich selber mal auf ihn." sagte sie entschlossen zu Lou.

      Ty währenddessen war gerade dabei das neue Fohlen Dead Snow auszuladen. Die kleine blickte sich neugierig um wieherte laut den Pferden entgegen. "Ich wette du kannst es kaum erwarten deine neuen Freunde kennen zu lernen. I See You und Wikotikabesa werden sich bestimmt freuen." Er führte die kleine - wenn auch mit etwas Mühe - zum Stall um ihr erst einmal eine Decke anzulegen, damit sie mit Wärmeschutz auf die Weide konnte. "Ich füll dir danach dein Heunetz auf und kontrolliere das Wasser." murmelte er und tätschelte das seidig glänzende Pferd der Stute. "Das Wasser..." sein Blick sah ein wenig besorgt aus. Gerade im Dezember... in der Winterzeit konnte es schnell passieren das die Wasserleitung gefror und die Pferde mit Hilfe Eimern getränkt werden mussten. Aber bei dieser Anzahl von Pferden... konnte das schnell zu einem Problem werden

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      Kennenlernen und Longieren mit Sattelzeug

      Amy hatte mit den anderen Pferden genug zu tun – da ich im Moment weniger Aufträge hatte bot ich ihr an mich um Lithium zu kümmern „Wäre eine Sorge weniger – Danke!“ Den unsicheren Hengst kannte ich bereits vom anlongieren auf dem Hof von Maren – als ich Peti trainiert hatte berichtete ich ihr gleich, das ich fortan Lithium übernehmen würde. Ich wollte es langsam angehen, zunächst putzte ich den gar nicht mehr so kleinen – stellte mit Zufriedenheit fest er stand nun am Anbindeplatz – komplett angebunden! „Na wir werden uns schon gemeinsam arrangieren!“ Nun nahm ließ ich den Hengst mit Gwen einen Moment allein die gerade Minou putzte, dann brachte ich seinen Sattel, die Trense zum Round Pen um den Hengst dann zu holen. Ich legte ihm nach erster Bewegung beides auf den Rücken und legte ihm die Trense an – Amy hatte ihm dies bereits nahe gebracht. Dann ließ ich ihn wieder laufen, er buckelte ordentlich im Versuch den Sattel loszuwerden. Ich stand dabei ließ ihn eine Weile machen ehe ich mit beruhigender „Brummstimme“ eingriff – langsam beruhigte sich der Hengst. Nun konnten wir mit der richtigen Arbeit beginnen – so schnallte ich die Longe ein, verließ den Pen um zur Halle zu gehen. Dort longierte ich ihn, fragte nochmal alle Kommandos ab, band ihn ebenfalls ein wenig aus um ihm den Weg in die Anlehnung zu weisen. ER arbeitete brav mit – ließ sich Problemlos in jede Gangart weisen, zog in keiner Weise mehr nach außen. Danach brachte ich ihn wieder in seine Box, legte ihm eine Abschwitzdecke darauf – geschwitzt hatte er dabei ganz ordentlich. Nach einer halben Stunde kehrte ich in den Stall zurück nahm ihm die Decke wieder ab um ihm sein Futter zu geben. Für diesen Tag machte ich dann aber Schluss und kehrte ins Haus zurück. Auf der Couch besprach ich den nächsten Tag mit Cayden – „Morgen wollte ich mich zum ersten Mal in den Sattel schwingen – ich denke nicht das ich schon sitzen kann, aber wahrscheinlich einmal drüber legen. Erstmal würde ich es sogar nur mit Longiergurt machen – da kann ich mich notfalls besser festhalten. Was meinst du“ Cayden nickte bedächtig „Ja, da werde ich dir dann bei helfen!“ meinte küsste mich auf die Wange und verschwand kurz in der Küche um den letzten Rest Met zu trinken. „Auch was?“ Da musste er gar nicht fragen!
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      Reitergewicht - mit Fall zum Ziel

      Wir hatten Moon und Lithium zum ersten Mal durch den Zaun Kontakt aufnehmen lassen – Lithium akzeptierte meinen Ponyhengst. Zusammen mit ihm und Cayden betraten wir nun den großen Round Pen, ich hatte die Hoffnung Lithium würde durch die Souveränität von Moon angesteckt und nicht mehr ganz so scheu auf neues reagieren. Ob mein Plan auf ging musste nun die Zeit beweisen. Lithium trug sein Halfter, eine Decke mit Longiergurt und Moon dagegen nichts. Cayden hielt den Sporthengst fest, während ich ihm gut zuredete – die Aufstieghilfe ließ ihn scheuen. Das weiße in seinen Augen war zu sehen, als er den Kopf nach oben zog und zurückwich. Cayden ließ den Strick sacht durch die Finger gleiten, durch meine Erfahrung mit ihm hatte ich meinem Gefährten zu Handschuhen geraten, dies zeigte sich nun als eine gute Entscheidung. Wir standen dies aus, zeigten ihm das er sich nicht zu fürchten brauchte – manchmal führte ich auch Moon dorthin. Sobald sich Lithium der Aufstieghilfe nährte bekam er ein Leckerlie – bis er es schlussendlich kaum noch scheu zeigte. Nun kam der schwierigere Teil der Arbeit – ich stellte mich auf die Hilfe, streichelte über seinen Widerrist, massierte ihn ein wenig – dann legte ich mit dem Oberkörper auf ihn bevor ich den Druck wieder weg nahm. Diese kleine Übung wiederholte ich einige Male – Lithium tänzelte oft von mir fort, sodass Cayden ihn oft wieder in die richtige Position lenken musste. Dennoch beobachtete der junge Hengst aus Argusaugen was um ihn herum geschah – nachdem er nicht mehr zurückwich wenn ich mich auf seinen Rücken legte machten wir für den Vormittag Schluss. Am Nachmittag taten wir genau das selbe noch einmal – dieses Mal unternahm Cayden sogar den Versuch mich herum zu führen. Das ganze Gewicht meines Körpers nun auf seinem Rücken zu wissen, war ihm gar nicht geheuer, doch mit unsicheren Schritten bewegte er sich fort. In einem kleinen Anschwung von Übermut wollte ich meinen Fuß über seinen Rücken schwingen – da hatte ich die Rechnung ohne den Hengst gemacht. Er machte einen Satz zur Seite buckelte leicht und ich landete schneller auf dem harten Eis als ich wollte. Zwar landete ich noch recht gut auf den Beinen, aber innerlich schollt ich mich ein wenig – Lithium war noch nicht bereit.
      Die nächsten Tage folgten solche Übungen immer wieder, am dritten gelang es mir den Hengst davon zu überzeugen mein Bein über seinen Rücken zu schwingen – er rannte wieder los, nur ohne zu buckeln. Cayden hatte ihn losgelassen, der Panikhaken hatte sich gelöst – Lithium lief seine Runden um den Pen, ich hielt mich mit der Hand am Longiergurt fest. Nach nur ein, zwei Runden beruhigte ich ihn mit den Kommandos die dem Hengst nun schon ins Blut übergegangen sein mussten. Er versuchte noch ein paar Buckler, ehe er zum stehen kam. Fortan fuhren wir in dem Training fort – am Ende der Woche saß ich hoch zu Ross in Lithiums Sattel – ich war noch zweimal gefallen, doch diese waren nicht weiter erwähnenswert.
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      erste Hilfen und Bahnfiguren

      Die letzte Woche über hatte ich jeden Tag auf Lithiums Rücken verbracht, wurde von Cayden longiert um ihm die Hilfen nahe zu bringen – doch der Hengst reagierte eher auf die stimmlichen Kommandos als alles andere. Fürs erste fand ich das erstmal nicht so schlimm, ich fand es erfrischend das er je mehr er lernte, etwas an Vertrauen gewann. Irgendwie hatte es mir das Pferdchen angetan. Im Laufe der Woche lernte er weniger auf die Stimme zu achten als auf die Hilfen die ich mithilfe von Gewicht und Beinen gab – dann nahm ich auch langsam die Zügel auf. Nun ritten Cayden und ich oft auf dem Platz – mal war es Varulv, mal Moon oder Scylla. Manchmal ließ ich sie vorreiten, dann lief ich neben ihnen oder aber versuchte sie ein wenig zu überholen. Einmal kam gerade Ty in die Halle um etwas zu holen – das klappern des Tores war zu viel – Lithium machte einen Satz nach hinten zur Seite, ging vorn ein wenig hoch ehe ich ihn beruhigt hatte. Danach machten wir noch ein bisschen was im Trab – ab und an hatte er auch keine Lust, drehte bei um zum Tor zu rennen. Innerlich rollte ich bereits die Augen, ärgerte mich, dass ich die Anzeichen nicht vorher sah um dann einmal tiiiiiiief durchzuatmen und von neuem eine Runde um die Bahn zu laufen. Am Ende der Woche hatten wir zumindest dies bereits geschafft. Heute hatte ich ein paar Trabstangen aufgestellt um ihn ein wenig zu beschäftigt, zuvor hatte ich sie bereits beim longieren benutz damit er keine Angst davor haben würde. Nun durchquerte ich ab und an im Schritt und später im Trab auf die Halle brav lief Lithium über die kleinen „Hindernisse“. Gleichzeitig arbeitete ich auch an Lithiums Anlehnung, zwar lief er auch oft wie ein *Hans guck in die Luft* durch die Weltgeschichte, aber immerhin war ich bisher nicht wieder im Dreck gelandet. Auch wenn er nach wie vor nicht vor Selbstvertrauen strotzte, zeichnete sich trotzdem eine Lernwilligkeit ab, die sich ebenfalls in einem Tempo vollzog die ich wundervoll fand. Jedoch kamen da dann wieder diese Momente in denen der „unkontrollierbar“ wurde – so wie gestern in der Halle als er sich vor den Klicken des Tores erschrocken hatte.
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      der letzte Schliff

      Heute schwang sich Cayden in Lithiums Sattel, gestern hatte mich der „Kleine“ Kerl aus dem Sattel befördert und nun taten mir die Arschbacken weh. Wir waren in der Halle gewesen, Lithium kam zu nahe an die Bande der Steigbügel schrapte daran. Lithium der das Geräusch nicht zuordnen konnte, zeigte was in ihm steckte er tat einen gewaltigen Satz nach vorn – in meiner „Panik“ ließ ich die Zügel los und verlor damit einen Teil meiner Verbindung zu ihm. Im Galopp zog er dann schließlich an, buckelte einige Male ehe er von der Ecke der Bahn gebremst wurde und eine plötzliche Wende nach links tat die mich zur rechten Seite aus dem Sattel beförderte. Ich konnte mich abrollen, landete jedoch ungünstig auf dem Steißbein und blieb einen Moment auf dem Bauch liegen. Lithium hatte sich wieder ein wenig beruhigt, unsicher lief er zu mir, schnoberte an meinen Sachen – wollte er sich etwa bei mir entschuldigen? Ich setzte mich halb auf, strich ihm mit der Hand über die Nüster, sein Atem ging immer noch stoßweise „Ganz ruhig, mein Junge. Da hast du dir wohl gleich zwei Schrecken eingehandelt, was?“ Als sich der Hengst etwas beruhigt hatte, stieg ich wieder in den Sattel – schließlich sollte er mit dieser Erfahrung den Tag nicht beenden. Das Traben hielten meine Pobacken nicht für eine meiner besten Ideen, doch gelang es mir ihn wieder zu beruhigen. Der junge Hengst hatte sich von dem Schrecken erholt, ließ sich an weicher Hand durch die Bahn reiten und ich war glücklich. Jetzt unter Cayden machte er sich genauso gut, Cayden war sogar noch einen ticken energischer als ich – er ließ Lithium nicht allzu viele Faxen machen. Wie ich mir die beiden so anschaute, schickte ich noch am selben Abend eine Mail an Maren. Ich schickte ihr ihren Liebling mit einem unserer Pfleger im Laufe der Woche auf die Reise zu ihr nach Polen. Lithium sei nun komplett eingeritten, alles Feinfühligere und der weitere Lernprozess war ihr überlassen. In der Zeit hier schien er ein wenig an Selbstvertrauen dazu gewonnen zu haben, Spaziergänge ins Gelände hatten ihm ein wenig die Angst vor den „bööösen“ Büschen genommen. Ausritte hatte ich bisher noch nicht gewagt, doch daran konnte sich dann Maren machen.
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    • Eowin
      Neue Gesichter & alte Bekannte

      Für die Weidepferde

      Heute war ein recht großer Tag auf dem Gestüt Federsee, denn einige Neuankömmlinge sollten ankommen.
      Da wir trotz stundenlanger Verhandlungen nicht verhindern konnten, dass sämtliche Pferde zwei Wochen lang in Quarantäne mussten, bevor sie nach Polen einreisen durften, war heute also angesagt, sämtliche Pferde aus der Quarantänestation zu holen. Seien es all die, die schon seit Jahren und Monaten auf unserem Gestüt zu Hause waren, seien es die, die wir neu erstanden hatten.
      Ich wusste, dass es ein heiden Stress werden würde und die Tatsache, dass über Nacht ordentlich Schnee gefallen war, machte die Sache irgendwie nicht besser.
      Wir hatten sämtliche bekannte Helfer aus Deutschland organisiert und einige Pferde-LKWs geliehen, um nach Möglichkeit alle Pferde annähernd zeitgleich auf den Hof zu schaffen.
      Die Unterstände waren vorbereitet, Heu war in den Raufen, die frostsichere Tränke lieferte trotz Minusgraden sauberes, fließendes Wasser. Die Boxen waren neu eingestreut, Heu war verteilt. Es konnte losgehen. Let’s rumble, Baby!
      Als erstes verluden wir die Weidepferde. Als erstes verluden wir die Fohlen und Miniponys, also Mirror, Frechdachs, Demba Diadem, For an Angel, Feather und Arahil. Feather packten wir auf die andere Seite als die Hengste, damit es keine ungeplanten Fohlen gab. Ganz legal war es ohnehin nicht, so viele Ponies auf einen LKW, der für 4 Pferde zugelassen war, zu transportieren, aber wir waren in Polen, die Grenzen verliefen manchmal schwimmend.
      Aus diesem Grund setzten wir den routiniertesten Fahrer an das Lenkrad des schwarzen LKWs – welch unauffällige Farbe im weißen, polnischen Winterwunderland. Matze. Er kannte das, er konnte auch acht Warmblutjährlinge in dem LKW transportieren.
      Und so machte er sich auf den Weg.
      Den nächsten LKW beluden wir mit einigen Stuten: La Petite, Love Sux, Black Eyed Smokey, Kätzchen.
      Da von den Weidepferden nun nur noch zwei Stuten waren, nämlich Rebia und Esmeraldas Topside, stellten wir diese auf die eine Seite des nächsten LKW und zwei wenig hengstige Hengste mit Fußfesseln, da wir keine verletzten wollten, auf die andere, nämlich Cheero und Shining Sommerdream.
      Es folgten Eskardron mit seinem Freund Wieco zusammen mit Prai und Real Bad Alliance.
      Dann kamen Thrift Shop, Elysion, Silver Bullet und Cows bring the Spring an die Reihe.
      Die letzten Pferde kamen im Anhänger mit uns mit: Lithium und Dauthdaert.
      Dieses Mal ging Lithium Gott sei Dank einigermaßen brav auf den Anhänger und er schien sich sofort gut mit dem Isi-Mix neben ihm zu verstehen.
      Die Fahrt verlief – zumindest bei uns – recht ruhig. Lithium stand brav, von dem Pony hörte man gar nichts.
      Im neuen Zuhause angekommen, trennten wir die Pferde und Ponies direkt nach Geschlecht in die zwei abgetrennten Ausläufe ein. Jedes Geschlecht hatte einen Offenstall mit zwei Unterständen, zahlreichen Heuraufen und einem Zugang zu einer eigenen Wiese, der nur tagsüber geöffnet war – also jetzt auch.
      Schon als die ersten Pferde im Stall waren, ging die Luzi ab. Wie die Irren erkundeten sie ihr neues Heim, buckelten, tobten durch den Schnee.
      Nummer 1 von 3 war geschafft!
    • Atha
      Tunierliste Februar 2014
      - 175. Distanztunier
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  • Album:
    Eo's Gnadenweide
    Hochgeladen von:
    Eowin
    Datum:
    2 Dez. 2013
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