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Samarti

Liluye, DRP * -

*2007, im Besitz seit dem 31.05.2015

Liluye, DRP * -
Samarti, 31 März 2017
AliciaFarina und Occulta gefällt das.
    • Samarti
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      Fahren E-A
      06. September 2015
      4322 Zeichen
      „Das heißt, ich muss noch Dressurfahren und Hindernisfahren machen, dann darf ich mit Poppy auch im Gelände fahren?“ Mit leuchtenden Augen und einem erwartungsvollen Gesicht sah ich Elena an und setzte meinen niedlichsten Blick auf. Natüüürlich konnte selbst die harte Eli dem nicht widerstehen und nickte nur seufzend. Man konnte ihr problemlos ansehen, dass sie es gar nicht so geil fand, dass ihre Reitponystute nun im Fahren trainiert werden würde, aber da musste sie jetzt durch.

      Daniel stand mir selbstverständlich wieder mit Rat und Tat zur Seite, als ich die zwei Ponys mit der Kutsche vertraut machte. Das hatte zwar vorher schon ganz gut geklappt, bevor wir mit dem Training so wirklich einstiegen, wollten wir es allerdings trotzdem noch mal einige Stunden langsam angehen lassen, ehe wir ganz einsteigen würden.
      Poppysmic war zwar eine sehr eigene Stute, doch neben Liluye konnte selbst sie sich anscheinend ein wenig zusammenreißen – wenn auch nur ein ganz klein wenig.
      Und irgendwie war Poppy da wie ihre Besitzerin: für das Dressurfahren nämlich keinesfalls zu motivieren. Wenn es nach mir gehen würde, hätten wir auch gleich mit dem Geländefahren einsteigen können, denn das war definitiv die spannendste Disziplin im Fahrsport. Dennoch brauchten die beiden Ponys einen gescheiten Einstieg in das Fahren und so begannen wir mit dem Dressurfahren.
      Die beiden Reitponystuten sollten erst einmal die Gangarten einer gefahrenen A-Dressur lernen, dabei stand der Gebrauchstrab ganz vorn auf der Liste. Der bezeichnete das Tempo zwischen dem versammelten und dem starken Trab, wobei das Pferd frei und gerade vorwärts treten sollte, indem es mit der Hinterhand untertrat und entsprechend weich an den Leinen stand. Durch das Untertreten und die raumgreifenden Bewegungen folgte dann automatisch eine dem Rahmen entsprechende Aufrichtung. Es war nicht sonderlich schwer, meiner Stute das beizubringen, denn sie war genauso fahrsportbegeistert wie ich! Lediglich Poppysmic bereitete da wieder Probleme, die hatte nämlich partout keinen Bock. Und das, obwohl sogar ihre beste Freundin Lilli dabei war.

      Danach widmeten wir uns dem Tritte verlängern. Dies konnte man als Vorstufe des Mitteltrabs verstehen. Die Stuten sollten raumgreifendere Tritten machen, ohne in der Trittfolge eiliger zu werden. Zudem sollten sie übertreten und durch den Schub aus der Hinterhand leichter abfedern und vermehrt vortreten, um sie noch mehr zu gymnastizieren.
      Auch wichtig in einer gefahrenen Dressur waren die ganzen Wendungen, die das Pferd können musste. Dazu gehörten Kreisbögen, die Ecken, Achten und auch Kehrtwendungen. Sie alle sollten ohne Unterbrechung und fließend gefahren werden. Liluye und Poppysmic führten das schon zu Beginn ziemlich gut aus und bogen sich im Genick, im Hals und sogar mit den Rippen in die Richtung, in die auch die Wendungen gingen. Wir mussten uns also hier nur noch darum kümmern, dass besonders Liluye die Wendungen nicht viel zu eng nahm, denn manchmal neigte die Stute zum Perfektionismus.
      Das Leinen aus der Hand kauen lassen war irgendwie das Gegenstück zur Lektion Zügel aus der Hand kauen lassen in einer gerittenen Dressur. Da beide Ponys dies schon drauf hatten, ging es hier nur noch um die richtige Technik, denn eigentlich konnten sie das schon – nur nicht vor der Kutsche. Demnach war dies keine Hürde, die wir nicht bewältigen konnten.
      Zu guter Letzt stand nur noch das Halten auf dem Trainingsplan, bis Lilli und Poppy A-fertig eingetragen werden konnten. Beim Übergang zum Halten musste man darauf achten, die Vorwärtsbewegung des Pferdes geschmeidig aufzufangen und kein abruptes Stehen herauszufordern. Die Hinterbeine des Pferdes sollten also gleichmäßig in Richtung unter den Körperschwerpunkt fußen, bis es zum endgültigen Halten kam. Dann stand es gerade gerichtet, unbeweglich, ausbalanciert und geschlossen. Das kannten die zwei Ponydamen allerdings ebenfalls aus der gerittenen Dressur, weshalb wir auch hier nicht viel üben mussten.

      Eli war auch noch nicht vom Fahrsport überzeugt, als ich ihr zeigte, was die beiden Ponystuten am Ende des Trainings konnten, als sie A-fertig waren.
      Schade drum, aber um das weitere Fahrtraining würden beide nicht herumkommen. Irgendwann würde ich auch mit ihnen im Gelände fahren! Und wenn es das Letzte war, was ich tun würde.
    • Samarti
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      Springtraining
      29. November 2015, von Gwen
      4518 Zeichen
      Da Kanada momentan im Schnee förmlich versank, musste ich bezüglich meines Trainings kreativ werden. Irgendwie gab es auf dem Reitplatz immer viel mehr Möglichkeiten als in der Halle! Das stimmt natürlich nicht, aber die Halle versprüht einfach jeden Winter aufs Neue ihren Charme von Unkreativität.
      Dementsprechend unmotiviert stiefelte ich mit Ameya im Schlepptau den Weg von der Weide zum Stall hinauf. Oder ich lief zumindest dort lang, wo ich den Weg erahnte – etwas anderes blieb mir nicht übrig. Also ich liebe den Schnee und den Winter wirklich, aber ich war eben ein Mensch und die neigten ja bekanntlich dazu, sich im Winter den Sommer zu wünschen und im Sommer den Winter.
      Im Stall stellte ich Ameya vor ihrer Box ab und holte ihr Putzzeug. Während des Putzens würden wenigstens wieder meine Finger auftauen, so dass ich dann auch die Zügel würde halten können. Hoffentlich. Es war heute eisig kalt, was aber an dem bereits aufkommenden Schneesturm lag, welcher uns auch zwang, in die Halle zu gehen. Und so etwas Ende November... Aber das war eben der Winter, wäre er ein Mensch, hätte ich ihn mir genauso vorgestellt.
      Ameya hingegen genoss die schöne Massage, während ich mich durch ihre Massen von Winterfell kämpfte. Ein Plüschteddy war da nichts dagegen! Aber dafür konnte man sich auch wirklich gut an die Stute herankuscheln und sich nebenbei aufwärmen. Am liebsten hätte ich ja den Stall beheizt, aber das war ja bekanntlich nicht gut für die Pferde, also war mein einziger Lichtblick das warme Reiterstübchen nach unserem Training.
      Doch dafür musste ich nun erst einmal Ameya fertig werden und das brauchte seine Zeit. An sich war Ameya eine warmherzige Stute, aber sie war sehr darauf bedacht, ordentlich und gerecht behandelt zu werden. Mit einem Huschhusch gab sie sich nicht zufrieden und reagierte dann dementsprechend auch darauf.
      Aber irgendwann war auch alles so, wie Ameya es wünschte und ich konnte in meine gefütterten Reitstiefel schlüpfen und den Helm aufsetzen. Da ich heute gerne ein wenig Springreiten wollte, hatte ich mich zu Elisa einladen lassen, da meine Halle zwar auch dafür geeignet war, aber es bei Elisa einfach jemanden gab, der die Hindernisse aufbaute und auch wieder abbaute. Das war einfach zu verlockend.
      Also schwang ich mich vor dem Stall in den Sattel und machte mich auf den Weg zum Towsend Acres. Eigentlich waren das nur knapp fünf bis zehn Minuten, bei dem Wind fühlten sie sich aber wesentlich länger an und ich war mehr als froh, als endlich die Gebäude in Sichtweite kamen.
      Da Elisa sowieso noch nicht fertig war, konnte ich mich erst einmal im Stall auftauen. Elisa sattelte derweil Liluye und dann machten wir uns gemeinsam auf dem Weg zur Halle. Vorbildlich hatten Elisas Angestellte uns einen schönen Parcours aufgebaut. Anspruchsvoll, aber nicht zu anspruchsvoll.
      Wir ritten unsere Stuten in aller Ruhe warm, denn bei der Kälte brauchten auch unsere Vierbeiner länger. Dann arbeiteten wir erst mit Trabstangen und Cavaletti, ehe wir die ersten Sprünge nutzten. Ameya und Liluye sprangen gerne, tickten aber beim Anblick eines Hindernisses nicht aus. Zum Glück, solche Pferde waren mir ein reiner Graus, wobei sowohl Elisa als auch ich solche im Stall stehen hatten, aber man musste ja immerhin jedem eine Chance geben und für Integration offen sein.
      So wirklich motiviert waren Elisa und ich aber zugegeben nicht. So ritten wir die Hindernisse eher schludrig an und achteten auch nicht zu sehr auf die Technik unserer Stuten, Hauptsache es machte Spaß – bis Matthew kam.
      Seine Anwesenheit quittierten wir mit einem synchronen Stöhnen, was er aber einfach ignorierte und direkt in seine Ausbilderrolle sprang. „Das hilft euren Pferden nicht, wenn ihr sie so latschen lasst!“, begann die Unterrichtsstunde, bei welcher mir Elisa eigentlich versprochen hatte, dass wir ihr entgehen würden, weil Matthew zu beschäftigt wäre. Ich merkte es.
      Also hatten wir dann doch noch eine halbe Stunde lang Arbeit und danach war nicht nur den Pferden warm und sie schwitzten, sondern auch Elisa und ich konnten uns nicht beklagen. Aus diesem Grunde blieb ich nach dem Abreiten auch noch ein Weilchen bei Elisa und stellte Ameya mit unter das Solarium.
      Während unsere Pferde ihren VIP-Status genossen, sorgte auch Elisa dafür, dass es uns Reitern an nichts mehr mangelte und während wir dann in den hochedlen Stallungen von Townsend Acres saßen und von Matthew mit Kakao und Plätzchen bedient wurden, konnte man den eisigen Winter draußen doch direkt vergessen!
    • Samarti
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      Neues Jahr, neues Glück
      02/2016 | 1369 Zeichen
      Mit Sicherheit hatte ich schon wieder über die Hälfte meiner Pferde aussortiert. Was am Anfang ziemlich gemein klang, war allerdings gar nicht so gemeint.
      Viele geblieben waren allerdings nicht. Von Ace of Clubs hatte ich mich nicht trennen können, genauso wie von Audio Delite at Low Fidelity, Romantica, Trés Jolie und auch Ocean Water. Die Damen würden auf jeden Fall erst einmal bleiben, ebenso wie Liluye und Hall of Fame CU.
      Bei den Hengsten sah das da schon anders aus: Hier hatte ich nur noch sechs, und bei zweien war ich mir nicht einmal mehr ganz sicher. Momentan bestand der Hengststall allerdings nur noch aus Avanti, Azrael, Intoxicated, Tenacious, Levi und Cardillac. Besonders letzterer würde es mir wahrscheinlich nicht wirklich verzeihen, würde ich ihm Umzugsstress antun.
      Die Kleinen fielen mir besonders schwer. Aponi und Pamuya blieben auf jeden Fall, genau wie Nessaja. Von Beverly und Pina könnte ich mich auch nicht trennen, Chesmu würde auch dort bleiben, wo er hin gehörte. English Love Affair war zwar noch nicht so lange hier, aber bei ihr war ich mir schon wieder nicht mehr so sicher. Auch Vendetta müsste ich mir noch einmal durch den Kopf gehen lassen.
      Alles in allem war es schon wieder eine ziemliche Bestandsverkleinerung gewesen, die ich hier hatte über mich ergehen lassen. Aber hey, anscheinend brauchte ich das einmal im Jahr.
    • Samarti
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      Hoher Besuch
      07. Juni 2016
      9105 Zeichen
      „Welch hoher Besuch.“
      Joline kommentierte meine Anwesenheit nur mit einem schiefen Grinsen, während Sophia sich eher darüber lustig machte, dass ich mich auch mal wieder blicken ließ. Ich war jetzt einige Monate lang tatsächlich sehr wenig zu Hause gewesen; immer nur auf Durchreise und irgendwie war das alles sehr stressig gewesen. Umso glücklicher war ich darüber, dass ich nun endlich wieder heimischen Boden betreten und mich meinem Alltag widmen konnte.
      Auch vor der Körung, die ich erst vor Kurzem mit Intoxicated bestritten hatte, war ich nicht nach Hause gereist. Es war also wirklich eine gefühlte Ewigkeit her, seit ich das Gestütshaus von innen gesehen hatte. Und während dieser Zeit hatte ich schon wieder Entscheidungen gefällt, welche ich mit Sicherheit früher oder später bereuen würde. So hatte ich Filly aus dem Sport verabschiedet, stattdessen diente sie nun vollständig als Freizeitpferd. Bei Hall of Fame CU, meiner Palominostute, hatte ich lange hin und her überlegt und sogar Rücksprache mit ihrer Züchterin gehalten, letztendlich waren wir aber zu dem Entschluss gelangt, dass sie noch eine Weile aktiv bleiben dürfte. Zu Ace of Clubs und Très Jolie musste ich da gar nichts erst sagen und obwohl Ocean Water doch schon eine ziemlich alte Dame war, würde auch sie noch nicht in den vollkommenen Ruhestand entlassen werden. Liluye würde, genau wie bereits zuvor, mit Fame weiterhin für den Ferienbetrieb laufen und Kinderpony spielen.
      Es wurden also tatsächlich immer weniger Ponys, die aktiv im Sport und in der Zucht bleiben würden, denn von der Zucht wollte ich mich etwas zurückziehen. So hatte ich auch diejenigen, die praktisch „alles“ erreicht hatten, in eine etwas längere Pause geschickt.

      Und obwohl deshalb doch etwas Ruhe einkehrte, hielt diese nicht lange an, denn ich nahm bald schon wieder Aufträge in Gwens und meinem Ausbildungsbetrieb an. Eins kam also zum Anderen und nur wenig später hatte ich ein weiteres Reitpony auf meinem Gestüt stehen: Blazing Flame. Die Scheckstute gehörte mir jedoch nicht (was ziemlich ungewöhnlich für ein DRP, das auf meinem Boden stand, war), sondern Verena O'Connor, und würde auch bald wieder abreisen, denn sie war tatsächlich ein Trainingspferd. Für sie galt es, in der nächsten Zeit im Geländeritt auf ein L-Niveau trainiert zu werden und um ehrlich zu sein, freute ich mich darauf auch schon wieder ziemlich.

      Die erste Zeit füllten wir, wie bei jedem anderen Trainingspferd, erst einmal mit einer Gewöhnungsphase an die neue, ungewohnte und völlig fremde Umgebung. Unser Nationalpark war geprägt von einer abwechslungsreichen Flora und Fauna und auch die Tierwelt kam hier nicht zu kurz. Damit wir während des Trainings nicht unangenehm überrascht wurden, nutzten wir diese erste Zeit, um uns auch miteinander anzufreunden.
      Ich lernte schnell, dass Blazing Flame ihrem Namen alle Ehre machte – das hatte Verena mir aber zuvor auch schon erklärt. Die Ponystute wies ein scheinheiliges Äußeres auf, als würde sie keiner Fliege was zu leide tun. Falls sie allerdings mal mit dem falschen Huf aufstand, konnte sich dies um hundertachtzig Grad wenden und das Reitpony wurde teilweise wirklich unberechenbar. Zwar hatte ich damit anfangs rechnen können, aber einmal haute es sogar mich aus dem Sattel, als Blazing Flame absolut keinen Bock auf das Training in der Reithalle hatte und sich kurzerhand dazu entschied, dass sie mich also schnell loswerden wollte. Danach war ich aber immer wieder auf der Hut und aus dem Sattel flog ich danach zum Glück kein einziges Mal mehr.
      Mit den Ausritten durch den Nationalpark stärkten wir Blazing Flames gesamten körperlichen Zustand. Das unebene Gelände förderte ihre Beinkoordination, viele längere Ritten konzentrierten sich auf den Ausbau ihrer Ausdauer. Generell wuchs ihre Kondition mit jedem Mal, und das betraf dann alles: nicht nur die Stärke, Schnelligkeit oder die Ausdauer, sondern das Gesamtpaket. Natürlich brachten wir ab und zu Dressurtraining oder auch Cavalettiarbeit mit ein, aber tatsächlich bestand die erste Zeit zum Großteil aus Ritten durch die kanadische Landschaft. Nach einiger Zeit hatten Blazing Flame und ich uns dann auch aneinander gewöhnt und fast schon angefreundet, doch so weit wollte ich mich noch nicht aus dem Fenster lehnen.

      „Ich hasse weißes Fell“, grummelte ich eines Morgens, als ich Verenas Pony von der Weide holte und beleidigt feststellte, dass sie sich wohl in einer riesigen Schlammpfütze gewälzt hatte. Aber da musste ich jetzt leider durch, ob wir jetzt um sieben Uhr mit dem Training einsteigen würden oder erst um elf.
      Im Springen war Blazing Flame bereits auf L-Niveau, zumindest hatte Verena sie laut eigenen Angaben auf diese Stufe trainiert und in diesem Punkt vertraute ich ihr auch. Nur zur absoluten Sicherheit legten wir ein paar Stunden in der Reithalle ein, in welcher wir uns langsam auf die Maße der Naturhindernisse vorbereiteten. Zum Glück hatte der Schecke da ihre guten Tage, sodass sie mal eben so mir nichts, dir nichts über die Hindernisse sprang und es wahnsinnig leicht aussehen ließ. Ich musste wirklich zugeben, dass in ihr Potential steckte, und zwar mehr, als ich anfangs erwartet hatte.

      Aufgrund der Tatsache, dass Blaze, wie sie daheim genannt wurde, bereits auf A-Niveau im Geländeritt war, waren ihr auch die meisten Sprünge nicht unbekannt. Stattdessen hatten wir nur die neuen Höhen und Weiten mit ihr üben müssen, die auch tatsächlich einen ziemlich großen Sprung machten. Das geforderte Durchschnittstempo pro Minute hatte sich um etwa 50 Meter pro Minute erhöht, dies hatten wir jedoch bereits zu genüge durch das Intervall- und Ausdauertraining im Gelände gefördert und gefordert. Man konnte schon jetzt deutliche Unterschiede an ihrer generellen Kondition ausmachen und es war immer schön, wenn man die Fortschritte so genau beobachten konnte.
      Für die Reitponystute hatte ich mich für einen Stilgeländeritt entschieden, um sie erst einmal auf das L-Niveau vorzubereiten. Das war nicht ganz so hart wie der Rest, aber an diesen könnte man sie später noch heranführen, wenn erst einmal die Grundlagen saßen. Das Fundament war also auch bei ihr für mich der absolut wichtigste Punkt, an den es sich zu halten galt.
      Hierbei hatten die Hindernisse eine maximale Höhe von 1,10 Metern, was wir in der Reithalle mit den normalen Sprünge schon üben konnten. So hatten wir sie also auch an die Weite von maximal 2,20 Metern heranführen können. Obwohl wir dabei ein wenig hatten improvisieren müssen, hatte es doch relativ gut geklappt. Gräben durften sogar bis zu 260 Zentimeter weit sein, was dann natürlich noch einmal einen großen Unterschied darstellte, aber ich war mir sicher, dass Blazing Flame das schaffen würde. So viel Energie, wie sie ab und an mal bündeln musste, wenn sie einen schlechten Tag hatte, könnte man mit hundertprozentiger Sicherheit in positivere Energie umwandeln und sie somit dazu bringen, sich nicht auf mich, sondern auf die erhöhten Anforderungen zu konzentrieren.
      Tiefsprünge hatten wir leider in der Reithalle nicht üben können, weshalb wir diese tatsächlich nur im Geländeparcours in Angriff nehmen konnten. Hatten sie bei einem A-Parcours eine maximale Tiefe von 120 Zentimetern, wurden nun bis zu vierzig Zentimeter draufgepackt. Für manche Pferde oder Ponys stellten gerade diese Sprünge eine ganz schöne Herausforderung dar. Natürlich sahen die etwas unheimlich aus und als Vierbeiner würde auch ich nicht gerne einfach nach unten springen, aber Blazing Flame war da schon sehr tapfer. Anfangs erschrocken über diese Art von Hindernissen, überwand sie solche Sprünge später, als wären es ganz normale Hindernisse. Sie zuckte kaum noch mit der Wimper und genau solche Trainingsfortschritte sorgten dafür, dass ich ziemlich stolz auf meine Patientin war.
      Der Stilgeländeritt der Klasse L hatte nun also zwanzig bis fünfundzwanzig Sprünge, die überwunden werden mussten und konnte eine Gesamtlänge von 2500 Metern aufweisen. Das konnte ganz schön in die Hose gehen, wenn das Pferd nicht schnell und ausdauernd genug war, aber genau das war auch der Grund, warum wir auch während des eigentlichen Trainings nie mit dem Fördern der Ausdauer und der Schnelligkeit aufhörten oder dies unterbrachen. Es war ein fundamentaler Bestandteil des gesamten Geländetrainings, denn das war um einiges vielseitiger, als so manch einer erwarten würde.

      Blazing Flame war ziemlich gelehrig, wenn sie denn gut genug gelaunt war, und zum Glück war dies in mehr als 50% der Trainingseinheiten der Fall. Zu Beginn hatte ich mir das relativ schwierig vorgestellt, doch letztendlich kamen wir doch sehr flott mit dem gesamten Training durch. Ich konnte als Verena schon bald wieder Bescheid geben, dass sich ihre Reitponystute auf den Heimweg machen würde. Da Verena ebenfalls in Kanada wohnte, würde es für Blaze nicht allzu lange dauern, bis sie wieder heimischen Boden betreten würde. Und so sehr ich mich auch freute, dass die Scheckstute sich sehr gut geschlagen hatte – ein bisschen weh tat es mir schon, sie gehen zu lassen. Denn auch Trainingspferde schloss ich immer sehr schnell ich mein Herz.
    • Samarti
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      Die Pokémon im eigenen Stall
      07/2016 | 5576 Zeichen
      „LAPRAS!“
      „Wo?!“
      „Könnt ihr vielleicht weniger hier rumschreien? Ich versuche gerade zu lesen. Danke.“ Joline seufzte auf und verdrehte die Augen.
      „Nein, lies woanders“, ertönte es im Einklang von Matthew und mir, was Joline nur dazu brachte, genervt aufzustehen und sich in ein anderes Zimmer zu begeben.
      Eigentlich hätte ich nicht erwartet, dass wir hier in der Nähe wirklich einen PokéStop haben würden. Tatsächlich war aber mein Gestüt einer – warum auch immer. Musste wohl jemand damals eingereicht haben, als man bei Ingress die Portale selbst noch einschicken konnte.
      Jedenfalls hatten sowohl Matthew als auch ich dann ziemlich viel Spaß daran, den PokéStop vom Sofa aus zu aktivieren und einfach immer Lockmodule anzuschmeißen, wenn es gerade die Gelegenheit dazu gab. Meist waren es dann nur Taubsis, Raupys, Hornlius – obwohl die ja zum Leveln alle echt pures Gold waren – oder eben ein nerviges Rattfratz. Bei denen konnte man ja wohl wirklich schon von einer Plage sprechen …
      Nur jetzt war gerade ein wildes Lapras aufgetaucht.
      „Wie viel hat deins?“, grinste ich Matthew an, zufrieden mit der Anzahl der CP, die mir bei meinem angezeigt wurden.
      „Das ist doch nicht wahr? Ich bin Level 17, warum kriege ich ein 43er Lapras?!“
      „Haha, meins hat 1200!“ Ich war versucht, die Zunge rauszustrecken, aber das wäre wohl doch ein wenig zu viel. Zumindest sollte es Matthew ein wenig stören, dass ich drei Level unter ihm war. Tja, wäre er auch mal Level 14 geblieben.

      Nach knapp sieben Minuten ging das Lockmodul dann auch wieder aus und Matthew und ich entschlossen uns dafür, dass es heute wohl genug gewesen wäre. Ich hatte immerhin mein Blitza entwickeln können und ein Lapras gefangen, bei Matthew war es ein recht gutes Aquana geworden und im Großen und Ganzen waren wir doch ziemlich zufrieden. Also beschloss ich, nur noch einmal eine Runde durch die Ställe zu drehen und mich dann schlafen zu legen; immerhin war es schon wieder kurz nach Mitternacht. Matthew hatte mir sogar empfohlen, das zu tun. Ich solle doch mal lieber nach meinen eigenen „Pokémon“ sehen ... Am liebsten hätte ich ihm für den Spruch eine reingehauen, aber ich konnte mich gerade noch beherrschen.
      Beginnen tat ich im Stall der Stuten. Momentan befanden sich hier nur fünf von ihnen, zumindest nachdem ich vor einer Weile den Bestand mal wieder etwas reduziert hatte. Inzwischen waren hier nur noch Hall of Fame CU, Ace of Clubs, Très Jolie, Liluye und die gute alte Ocean Water anzutreffen. Vielleicht würde Beverly auch bald hierher umziehen. Je nachdem, wie sie sich machte, würde sich das wohl in der nächsten Zeit herausstellen.
      Ich checkte nur, ob die Boxen alle vernünftig geschlossen waren und verteilte kurz Streicheleinheiten, bevor ich noch das Licht ausmachte und dann die große Stalltür verschloss.
      Daraufhin ging es weiter zum Hengststall. Sechs waren es hier an der Zahl, und bis auf Allelujah, der noch nicht sonderlich lange wieder bei mir war, und Tenacious waren inzwischen alle erfolgreich gekört. Intoxicated, Levi, Cardillac und Avanti hatten den Stress bereits hinter sich und die Körungen erfolgreich für sich gewonnen. Mal sehen, wie es mit ihnen weitergehen würde. Avanti war ja bereits Papa geworden, und sein Nachkomme hatte sich auch echt entwickelt. Kam ganz nach dem Papa.
      Auch hier ging ich nur einmal kurz von Box zu Box und machte mich dann auf den Weg zum Stall der Kleineren, wo auch Beverly momentan ja noch stand. Liberté's Nessaja fand sich hier auch noch wieder, mal sehen, wann sie den Umzug in den anderen Stall eintreten würde – allzu lange dauerte es bestimmt nicht mehr, sie hatte sich echt gut gemacht. Bei Pina war das ein wenig komplizierter, sie war noch immer sehr kritisch, was die Menschen um sie herum betraf und auf größere Menschenmassen reagierte sie leider nicht sonderlich positiv, was aber auch total nachvollziehbar war. Mit ihr hatten wir noch eine Menge Arbeit vor uns.
      Chesmu hatte sich auch wirklich entwickelt und er wuchs immer mehr zu einem schicken Hengst heran. Der Gute war ja inzwischen auch schon dreieinhalb Jahre alt und meine Erwartungen in ihn waren tatsächlich sehr hoch. Allerdings versprachen sowohl seine Abstammung als auch der junge Hengst selbst, dass er wohl noch einmal einen beeindruckenden „Lebenslauf“ vermerken könnte.
      Aponi und Pamuya waren noch immer beinahe unzertrennlich. Flightless Bird hatten sie jedoch sehr schnell aufgenommen und so bildeten die drei jetzt ihre eigene kleine „Clique“. Leslie war dabei eher diejenige, die immer schüchtern im Hintergrund blieb, während die anderen neue Kontakte knüpften. So war es auch, als Accomplishment, die Neue, dazustieß und sie sich alle erst einmal aneinander gewöhnen mussten. Das Baby unter den vier Stutfohlen sah zwischen den älteren immer sehr zierlich und zerbrechlich aus, machte aber schnell klar, dass das keineswegs auf ihren Charakter zutraf. Stattdessen wollte sie ihren Willen sehr stark durchsetzen und ließ dies auch den Rest wissen. Obwohl Aponi und Pamuya das nicht so recht in den Kram passte (Leslie hatte da wenig beizusteuern, die akzeptierte das einfach), fügte Accomplishment sich doch recht schnell in die wachsende „Gang“ ein und so waren sie dann schon zu viert. Bald würde auch noch Empire of Irony dazustoßen, noch verweilte die allerdings auf dem Pineforest Stud. Mal sehen, wie das mit denen dann werden würde. Für heute hatte ich jedenfalls genug und schloss auch den Stalltrakt der Jüngeren sorgfältig ab, bevor ich wieder ins Haus ging und noch einen Rauch anschmiss. Man wollte ja nicht unnötig Lockmodule verballern.
    • Samarti
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      Goldener Oktober
      12. Oktober 2016
      10541 Zeichen
      „Was kann ich dafür, dass Jojo kein Englisch kann?“, keifte Elena entschlossen in die Runde, während Jojo sich hinter Gwen in Sicherheit brachte. Heute hatte ich alle zu einem gemütlichen Frühstück bei mir eingeladen, denn ich wollte meinen Freundinnen eröffnen, dass mein kanadischer Hof nun endlich einen Namen trug (ich war ja schließlich auch erst vor zehn Monaten umgezogen!). Das ganze hatte sich nach der Bekanntgabe des Namens aber nicht ganz so entwickelt, wie geplant: Während Elisa und Gwen mir zu dem wohlklingenden Namen gratulierten, nickte Jojo nur; Elena fand als erste ihre Sprache wieder und hielt nun einen Vortrag darüber, dass ihr über alles geliebter Cressi ja eigentlich auch diesen Namen tragen sollte und dieser deshalb nur ihr alleine vorbehalten war. Tatsächlich gab es eine gewisse Ähnlichkeit zwischen ‚Crescent Acres‘ und ‚Crescant Moon‘, allerdings wusste ich bisher noch nicht, dass Jojo einmal so eine Niete in der englischen Sprache gewesen war, dass in die Halbmondsichel ein A anstelle eines E gerutscht war. „Ups..“, grinste ich nur entschuldigend, als Elena eine kurze Pause einlegte, um Luft zu holen. Jojo hingegen durfte sich den restlichen Vormittag über, so lange erstreckte sich nämlich unser ausgiebiges Frühstück, anhören, dass sie alleine die Schuld an diesem furchtbar schrecklichen Unglück trug und dafür wahrscheinlich auf ewig in der Höhle schmorren musste. Ein Glück, dass Jojo trotz dieser Aussicht noch genüsslich in ihr Brötchen beißen konnte.

      Als es Mittag wurde, versuchte ich die gackernden Hühner dann langsam hinaus zu scheuchen. Den Grund dafür wollte ich lieber noch verschweigen, denn wenn die Damen erfahren würden, dass heute ein neuer Mitarbeiter in eines der beiden Mitarbeiterhäuser einziehen würde, würde ich sie nie mehr loswerden! „Im Gegensatz zu euch, schmeiße ich meinen Hof alleine und habe noch ein bisschen was zu tun“, tadelte ich Elisa und Elena, die schon wieder über irgendein DRP sprachen und anscheinend nicht multitaskingfähig genug waren, um sich zeitgleich die Schuhe anzuziehen. Gwen und Jojo hingegen hatten es immerhin schon auf die Veranda geschafft, auch, wenn sie so schauten, als wollten sie bei dem kalten Wind am liebsten wieder zurück ins warme Haus. „Hopp hopp, Tempo!“, forderte ich noch einmal und warf einen Blick auf mein Smartphone, ein Fan von Uhren war ich einfach nicht. Hugo wollte bereits vor fünf Minuten hier sein und ich hatte ihn beim Vorstellungsgespräch und den zwei Terminen zum Probearbeiten als sehr pflichtbewusst kennengelernt.
      „Unfair!“, „Gemein!“, „Mobbing!“, hörte ich durch die geschlossene Haustür, als diese endlich ins Schloss gefallen war und Elena, Elisa, Gwen und Jojo auf der anderen Seite davon standen. Ich schmunzelte zufrieden vor mich hin, doch scheinbar hatte ich mich zu früh gefreut, denn ich hörte ein Auto die Straße zum Hof entlang rauschen und ein Blick aus dem Küchenfenster verriet mir, dass das tatsächlich mein neuer Bereiter am Steuer des SUVs war. „Nein!“, stöhnte ich auf und eilte zur Haustür. Natürlich hatten die Damen es noch nicht weit geschafft und so standen sie nun in einem kleinen Kreis auf dem Hof und reckten „unauffällig“ die Hälse in Richtung des Wagens. Ich riss die Tür auf und versuchte sie von der Veranda aus, durch wedelnde Armbewegungen, zum Gehen zu animieren, aber vergeblich. Ich kniff die Lippen zusammen und lief dem Wagen entgegen, der gerade geparkt worden war. „Hugo, schön dich zu sehen!“, begrüßte ich den blondhaarigen jungen Mann und schüttelte ihm die ausgestreckte Hand. Er grüßte höflich zurück und schenkte meinen Freundinnen (die immer noch auf dem Hof standen) nur einen kurzen, kühlen Blick. Ich hatte das Gefühl, in einer billigen B-Movie-Teeniekomödie zu sein, denn man hätte mir in diesem Moment sicher nicht geglaubt, dass es sich bei den vier weiblichen Wesen auf meinem Hof um über zwanzig Jährige und nicht um pubertierende Mädchen handelte. Ich entschuldigte mich bei dem Kanadier und versuchte, eine Erklärung für diesen Anblick zu finden, der nicht auf mangelnde geistige Gesundheit deuten ließ, doch ich war mir nicht sicher, ob mir das auch gelang.
      Ich übergab Hugo den Schlüssel für das Mitarbeiterhaus und nachdem er es ablehnte, Unterstützung beim Gepäck tragen zu erhalten, verzog ich mich in den Stall. Die Kommentare von den vieren, die immer noch bei mir rumstanden (hatten die auf ihren eigenen Höfen nichts zu tun?), versuchte ich so gut es ging zu ignorieren. „Hier, aufhalftern!“, kommandierte ich, während ich die Mädels der Reihe nach vor den Boxen von Lakim, Talitha, Siri und Scylla abstellte. Wenn sie hier schon nicht weg kamen, konnten sie sich wenigstens nützlich machen. Eli kannte Siri bereits, stammte die Stute doch aus ihrer Zucht und außerdem hatte sie sie aus schlechter Haltung übernehmen müssen. Auch Gwen, als Stammtrainerin des Hofes, und Scylla hatten sich bereits früher kennengelernt. Jojo hatte ich Lakim zugeordnet, da die Stute problemlos zu händeln war und ich nicht die Schuld daran tragen wollte, dass sie ihren Gips noch länger tragen musste. Ich selbst nahm mir Ima und Ani vor, die beiden Stuten waren seit Amis Ankunft ein traumhaftes Team gewesen und harmonierten auch heute noch sehr. Gemeinsam ging es für die Stuten auf die Weide und während Elisa und Jojo nochmal zurück zum Stall gingen, um die Nachzügler Scylla und Already zu holen, schnappte ich mir mit Elena und Gwen im Weststall Dakan, Dreamie und Adrian. „Er hat sich wirklich gemacht“, stellte Gwen staunend fest und betrachtete meinen Hannoveranerhengst, als dieser über das herbstfarbene Gras galoppierte. Er war mein ganzer Stolz, hatte ich ihn doch, seitdem Elena ihn von seiner Mutter abgesetzt hatte. „Er soll im Frühjahr Litha decken“, eröffnete ich meine Zuchtpläne und sicherte mir dabei gleich noch die Unterstützung von Elena zu, denn im Gegensatz zu ihr, würde das mein erstes selbst gezogenes Fohlen werden.
      Zurück beim Stall waren Elisa und Jojo bereits dabei, ihre Stuten Liluye und Tautou zu betüddeln. Neben Gwens Ameya und Elenas Baila Conmigo standen nur noch Zairina, Esteem und Every im Stall. Anfang des Monats hatte ich mit meinen Stuten die letzten Turniere bestritten, nun war die Turniersaison 2016 zu Ende und die Stuten durften den Herbst mit nur leichtem Training genießen. Während die Mädels für mich die beiden Zweijährigen putzten, machte ich Zairina startklar und nachdem auch die anderen Stuten gesattelt waren, saßen wir vor dem Hof auf. Also.. alle, bis auf Jojo, die führte Tautou nämlich, denn mit Gips ließ es sich eher suboptimal reiten. Ich selbst nahm Esteem neben Zairina an die Hand, Every hatte ich ihrer Züchterin Elena angedreht.
      Kaum hatten wir den Hof hinter uns gelassen, trat das ein, was ich schon viel früher voller Furcht erwartet hatte: „Na, Zai, wer war das denn?“, „Deshalb wolltest du uns also los werden?“, „Du hast uns gar nicht vorgestellt!“, „Erzähl doch mal ein bisschen!“ ich setzte mich an die Spitze der Truppe und tat, als würde ich die schnatternden Stimmen nicht hören, doch schnell war ich wieder eingeholt und so ergab ich mich meinem Schicksal und erzählte, was ich so von Hugo wusste. „Aber bitte verhaltet euch ihm gegenüber nicht, als wüsstet ihr das alles schon!“, setzte ich am Ende noch hektisch an, unsicher, ob meine Freundinnen mir noch zuhörten.
      Nachdem die vieren sich wieder beruhigt hatten, war es eine gemütliche Schrittrunde und somit optimal, um Every und Esteem mal wieder ein bisschen was vom Nationalpark zu zeigen, hatte sich das Training mit den Jungstuten während der Turniersaison doch eher sporadisch gehalten.
      Nach und nach verabschiedeten wir uns, als wir auf dem Rückweg am Pine Grove Stud, der Nahanni Rivers Ranch und Townsend Acres vorbei kamen. Als Elena uns an der letzten Weggabelung verließ, stieg ich ab und ging das letzte Stück zu Fuß, zwei Pferde an der Hand waren mir vom Rücken eines dritten dann doch zu waghalsig gewesen.

      Als mein Hof in Sicht kam, trat eine kurze Panik ein, da ich auf dem Reitplatz ein Pferd entdeckte. Gleich darauf machte ich aber auch Hugo auf dem Rücken von Soul Eater aus und die Panik legte sich. Ich würde mich wohl erst noch daran gewöhnen müssen, dass ich nun nicht mehr alleine auf dem Hof war. Ich versorgte die drei Stuten und brachte sie anschließend zu den übrigen auf die Weide, ehe ich mich an die Bande des Reitplatzes lehnte. Der junge Mann saß heute das erste Mal auf dem Rücken des temperamentvollen Hengstes und noch schienen die beiden nicht zu harmonieren, doch Hugo ließ sich von den Buckelattacken des Schecken nicht verunsichern. Ebenso wenig von mir, war ich doch diejenige, die ihn bezahlte. Ich war mir nicht sicher, ob ich so ruhig geblieben wäre, wenn die Situation andersrum stattgefunden hätte. So aber konnte ich mich sorglos in den Weststall verziehen und mich Eisvogel widmen. Der Isländer und ich hatten eine eher durchwachsene Saison hinter uns und ich hatte schon mehrfach überlegt, ihn in den Ruhestand zu schicken, doch auf der anderen Seite war er doch erst fünfzehn Jahre alt und noch immer ein Prachtkerl.
      Heute longierte ich ihn nur eine Runde und traf anschließend im Stall auf Hugo, der gerade Soul Eater absattelte. „Und, Kampf gewonnen?“, scherzte ich und der Blondhaarige rang sich ein Lächeln zu seiner Antwort ab: „Oui, es ‘at ganz gut geklappt für das erste Mal“ Dass er kein großer Geschichtenerzähler war, hatte ich bereits festgestellt. Dafür hatte er diese fast schon gruselig ruhige Art, die ihn immer besonnen und gelassen wirken ließ. So verlief die restliche Zeit im Stall ruhig, wir brachten die Hengste auf die Weide und bereiten bereits die abendlichen Futterrationen vor. Ich war zugegebenermaßen tief beeindruckt, dass er noch fast alle Futterpläne auswendig konnte, obwohl er das letzte Mal vor zwei Wochen hier gewesen war. Das konnte nicht mal ich, dafür hatte ich sie ja schließlich aufgeschrieben. Zu zweit ging das Ganze auch wesentlich schneller von der Hand, als alleine und so, und auch, weil Hugo angeboten hatte, die Pferde am Abend wieder in die Ställe zu holen, konnte ich mich nachmittags noch an den Schreibtisch setzen. Der Papierkram war in letzter Zeit liegen geblieben; ich hatte es ziemlich vor mir hergeschoben, doch so langsam war mein Schreibtisch nur noch zu erahnen und so musste ich ran. „Ich sollte ernsthaft in Erwägung ziehen, jemanden für den Papierkram einzustellen..“, überlegte ich mir, doch davor wollte ich Alex nochmal einladen, es war schon eine Weile her, dass wir uns das letzte Mal gesehen hatten.
    • Samarti
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      Die schönste Zeit des Jahres
      11/2016 | 5592 Zeichen
      Weihnachten näherte sich – wieder einmal. Man merkte jetzt schon jedem an, der auf dem Gestüt lebte oder beschäftigt war.
      Dieses Jahr hatte es sogar mich schon ziemlich erwischt. Meine Stimmung hob sich schon, wenn ich nur an Weihnachtsmärkte und Glühwein dachte. Glücklicherweise gab es zur heutigen Zeit auch in Kanada schöne Weihnachtsmärkte, auf denen man sich die Zeit totschlagen konnte – mit Glühwein natürlich.
      Aber bevor ich mich heute Abend mit Joline auf einen dieser Weihnachtsmärkte begeben würde, hatten wir noch einiges vor uns. Denn obwohl meine Vierbeiner momentan in ihre wohlverdiente Winterpause entlassen worden waren und heute sowieso Ruhetag hatten, also demnach nicht ganz so viel zu tun war, wollten sie doch zumindest alle ein wenig Beschäftigung haben.
      Beginnen taten wir mit den Stuten. Matthew und Sophia hatten uns ebenfalls begleitet, sodass es alles noch etwas schneller gehen würde. Ich entschied mich dafür, Très Jolie und Ace of Clubs einfach eben in der Halle ein wenig laufen zu lassen, damit sie sich ihre Beine vertreten konnten (die Paddocks waren zur Zeit leider eine Zumutung für jedes Pferd) und es dauerte nicht lange, bis die beiden Stuten fröhlich durch die Halle galoppierten. Sophia, Matthew und Joline machten mit Hall of Fame CU, Liluye und Ocean Water lieber einen gemütlichen, völlig entspannten Schrittausritt durch einen der Wälder, die sich hier nur so tummelten.
      Nach einer Weile verfrachtete ich meine beiden Stuten wieder in ihre Boxen und gab ihnen noch die Abendportion Futter, ehe es mich schon zu den Hengsten verschlug. So ganz wusste ich noch nicht, was ich mit ihnen heute anfangen sollte. Grundsätzlich waren ja alle recht sozial untereinander und es gab keine wirklichen Dominanzkämpfe, dennoch wollte ich die sechs Hengste nicht mal eben so mir nichts, dir nichts frei in der Halle laufen lassen. Intoxicated hatte ich dann kurzerhand an die Longe genommen, um ihn wenigstens ein bisschen zu arbeiten, genau wie es auch bei dem schicken Rappen Levi der Fall war. Allelujah ließ ich allein in der Halle laufen, bei ihm war es dann doch noch zu riskant, ihn mit den anderen so frei laufen zu lassen, nachdem sich seine ganze Energie angestaut hatte. Zuletzt blieben dann noch Avanti, Cardillac und Tenacious. Auch die drei durften noch ein paar Runden in der Halle drehen, bevor es für sie auch wieder zurück in die Boxen ging.
      Für die Jungpferde und Fohlen nahm ich mir dann etwas mehr Zeit. Die Anderen waren inzwischen auch von ihrem Ausritt zurück und so schnappte sich jeder eins der vier Reitponyfohlen: Matthew beanspruchte Aponi für sich, Joline halfterte Pamuya auf und Sophia kümmerte sich um Flightless Bird, während ich Accomplishment unter meine Fittiche nahm. Für die Kleine hatten wir noch immer keinen passenden Spitznamen gefunden, obwohl sie doch schon eine ganze Weile bei uns war. Die kreative Eingebung, auf die wir alle hofften, blieb aber leider momentan noch aus. Die vier Stutfohlen wurden allesamt ausgiebig verwöhnt und praktisch blitzeblank geputzt, ehe es für sie wieder in die Boxen ging. Auch PFS‘ Empire of Irony durfte sich noch einer Putzeinheit unterziehen und schien auch dies sichtlich zu genießen, denn der Anglo-Araber schloss zufrieden die Augen und begann spontan zu dösen. Generell war sie doch schon sehr zutraulich für ihr junges Alter, ließ sich aber dennoch Zeit dabei, bis sie jemandem wirklich vertraute.
      Beverly und Pina liefen inzwischen beide wirklich sehr gut unter dem Sattel – zumindest für ihren Ausbildungsstand. Pina ließ sich zwar nur von mir reiten, weshalb ich mir für sie immer besonders viel Zeit nehmen musste, doch bei ihrer Vergangenheit war das kein Wunder. Dementsprechend störte es mich auch nicht, dass sie so gesehen eine Extrabehandlung benötigte, denn ihre Fortschritte machten sowieso alles wieder wett und Trainingsfortschritte verfolgte man doch immer wieder gern, wenn man wirklich sehen konnte, was man bereits alles erreicht hatte. Liberté’s Nessaja nahm ich ebenfalls noch kurz an die Longe, damit sie sich wenigstens etwas bewegen konnte.
      Zu guter Letzt kam dann noch Chesmu dran. Der Gute hatte sich in der letzten Zeit wahnsinnig gemacht und inzwischen war er doch tatsächlich schon fast ganze vier Jahre alt – wie die Zeit verging! Chessi war von einem kleinen, süßen Fohlen zu einem wahnsinnig schicken Hengst herangewachsen, dessen war er sich aber auch mehr als nur bewusst. Mit dem goldenen Fell und dem seidigen Langhaar könnte man ihn inzwischen fast für ein Barbiepferd halten. Glücklicherweise benahm er sich nicht wie Cardillac, denn sonst wäre der Vergleich wirklich treffend.
      Auch Chesmu durfte sich eine Weile an der Longe austoben und ihn schien das wirklich zu freuen. Ein paar Freudensprünge und Buckler waren schon drin, als er angaloppieren sollte. Auch, wenn dies sich relativ schnell legte, schlich sich doch ein Grinsen in mein Gesicht, als ich ihn so beobachtete.

      „Joliiiine, wir können los!“, rief ich durchs Haus, nachdem ich mir meine Jacke noch übergestreift hatte und in meine Schuhe schlüpfte.
      Besagte Person kam die Treppe heruntergestolpert und grinste mich nur an. „Ja, ich bin so-“, sie hickste kurz, „-weit!“ Dann kicherte sie kurz, weil sie sich versprochen hatte.
      Ein Blick auf die Tasse in ihrer Hand, aus der noch etwas Dampf stieg, verriet sowieso schon alles. „Ist das Glühwein?“, wollte ich wissen und zog fragend eine Augenbraue hoch. Das Nicken ihrerseits hatte zur Folge, dass wir uns einfach zu zweit mit Glühwein auf dem Sofa niederließen, Lost laufen ließen und uns einen gemütlichen Abend machten.
    • Samarti
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      Vertrauen
      27. Januar 2016
      9078 Zeichen
      Vielleicht könnte man mich für verrückt erklären, und wenn man dies tat, dann würde ich demjenigen wahrscheinlich momentan voll und ganz zustimmen. Es war jetzt das zweite Mal innerhalb von nicht einmal zwei Wochen, dass ich mich auf den Weg zu Nancy Wizzard machte, um Hidden Flyer einen Besuch abzustatten. Mein Hof zu Hause beanspruchte dann doch zu viel Zeit, als dass ich es mir hätte leisten können, einige Wochen Urlaub zu nehmen und komplett abzuhauen. Dass es nicht allzu viel Sinn ergab, wenn ich alle paar Tage insgesamt zweieinhalb Tage Autofahrt in Kauf nahm, nur um mich wenige Stunden langen mit Hidden Flyer zu beschäftigen, ging natürlich auch auf die Spritkosten. Matthew hatte es mir innerhalb der letzten Tage oft genug vorgehalten, dass das ganze viel zu viel Sprit verschwenden würde und ich mir doch lieber in der Nähe irgendwo einen Schlafplatz suchen sollte, aber gehört hatte ich auf ihn bisher nicht. Er musste mir erst die letzten drei Tankfüllungen vor die Nase drücken, damit ich mich ergab und uns nicht weit entfernt vom Echo Forest Stable ein kleines Zimmer mietete. Es war wirklich nicht geräumig und ziemlich eng, aber da wir wahrscheinlich sowieso nur hier schlafen würden, würde es bestimmt reichen. Zumindest würde es das, wenn Matthew und ich uns nicht mal wieder gegenseitig an die Gurgel gehen würden.
      Während Matthew und ich also nun ein weiteres Mal die knapp dreißigstündige Fahrt antraten, hatte ich Joline daheim damit beauftragt, sich ein wenig mit den Stuten zu beschäftigen. Beinahe quiekend hatte sie bejaht und sofort Hall of Fame CU für sich beansprucht, während Sophia nur augenrollend danebenstand und sich das Ganze eher widerwillig ansah. Sophia war eigentlich eine recht nette Zeitgenossin, sie hielt aber nicht viel von Gesellschaft während der Arbeit mit Pferden. Irgendwie hatte ich ihr aber wenigstens einen Ausritt mit Fame und Liluye schmackhaft machen können und Sophia, deren liebste Schützlinge unsere Nachwuchspferde waren, kam dann auf die Idee, Flightless Bird noch mitzunehmen. Die junge Stute war inzwischen beinahe drei Jahre alt und war schon mehrmals im Gelände als Handpferd mitgelaufen – was anfangs eher ein Spaß von Sophia gewesen war, hatte sich inzwischen beinahe zu einer Routine entwickelt. Obwohl Leslie ab und zu mal ein wenig frech sein konnte, war sie den Großteil der Zeit doch sehr ruhig und brav; schreckte nur bei zu plötzlichen Bewegungen noch etwas zurück. Die Enkelin von Ocean Water zeigte aber meist eher Charakterzüge ihrer Oma auf und ich persönlich war froh, dass Ocean da doch so gut durchgekommen war.

      Als Matthew und ich bei dem B&B Hotel ankamen, war es schon wieder später Abend. Viel hatten wir nun also nicht mehr zu tun oder konnten wir machen, also war unsere erste Handlung, todmüde ins Bett zu fallen und sofort einzuschlafen. Zumindest war das bei mir der Fall, wie es bei Matthew aussah, konnte ich nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen. Seinem Anblick am nächsten Morgen nach schien er aber auch recht schnell eingeschlafen zu sein; seine Augenringe hielten sich in Grenzen. Normalerweise erkannte man es bei ihm sofort, wenn er nicht ausgeschlafen war.
      Da wir Nancy nicht allzu früh stören wollten, machten wir uns sowieso erst am späten Vormittag auf den Weg zu ihrem Gestüt. Es war von unserem B&B eine knappe Viertelstunde mit Auto; also völlig akzeptabel für kanadische Verhältnisse. Wir hatten Glück gehabt, dass wir eine Unterkunft gefunden hatten, die doch relativ nah am Gestüt lag.

      Auf dem Echo Forest Stable angekommen, trafen wir wieder auf Biene. Inzwischen kannten wir uns sogar, wenn auch nur flüchtig, aber durch meine Besuche in der letzten Zeit wussten wir uns wenigstens mit Namen anzusprechen. Genauso, wie sie auch darüber informiert war, dass ich ab und an vorbeikam, um Hidden Flyer zu beschäftigen. Nancy hatte gesagt, ich müsste ihr nicht unbedingt Bescheid geben, wenn ich mit dem Schimmelhengst etwas machen wollte; ich tat es dennoch lieber. Sonst würde ich mich selbst noch wie ein Eindringling fühlen und genau das wollte ich vermeiden. Angekündigt hatte ich mich für kurze Besuche in den nächsten drei Tagen, danach müsste ich erst einmal sehen, wie es lief und wann wir wiederkommen könnten, um mein eigenes Gestüt und meine eigenen Pferde nicht zu vernachlässigen.
      Nachdem ich uns bei Nancy angemeldet hatte, machten Matthew und ich uns auf den Weg zu Hiddens Paddockbox. Man hatte es tatsächlich geschafft, ihn auf den Paddock zu verfrachten und ihn dazu zu bringen, auch dort zu bleiben, statt wieder über den Zaun auf die Koppel zu springen. Generell bemerkte man doch die Verbesserung seines Zustands. Er stand jetzt seit bald zwei Wochen hier und hatte immerhin schon ein wenig zugelegt, auch sein Verhalten gegenüber dem Menschen besserte sich langsam, aber stetig. Hatte er uns anfangs kaum eines Blickes gewürdigt, so wusste er doch jetzt gut genug, wer ihm nichts tat und wem er ruhig Leckerlis abnehmen könnte. Reiten wollten wir ihn noch immer nicht und bevor wir überhaupt an irgendwas in die Richtung dachten, müssten wir dafür sorgen, dass er seine Muskeln wieder aufbaute. Überhaupt war der Hengst noch immer in seiner Schutzphase; statt, dass großartig mit ihm gearbeitet wurde, wurde er eher verwöhnt. Zu Hause hatte ich mir einige Tipps und Tricks von Gwen mitgeben lassen, was die Bodenarbeit betraf, und genau dieser wollte ich mich heute mit ihm widmen. Immerhin sollte die Bodenarbeit sein Vertrauen noch weiter aufbauen und es vor allem stärken, damit er sein generelles Misstrauen dem Menschen langsam wieder ablegen könnte. Bis das vollkommen erfolgreich wäre, würde es noch eine ganze Weile dauern, aber ich war zum Glück geduldig.
      Hidden drängelte beim Führen noch immer ein wenig. Das englische Vollblut tippelte immer wieder ein wenig nervös auf der Stelle und zeigte ordentlichen Vorwärtsdrang, ließ sich aber grundsätzlich noch einigermaßen händeln. Mit einer ruhigen, aber bestimmten Stimme wies ich ihn immer wieder unermüdlich zurecht und je öfter das passierte, desto eher bemerkte Hidden, dass ihn das Drängeln nicht weiterbringen würde. Stattdessen wurde er etwas gelassener und entspannter während des Führens, weil er auch merkte, dass es gelobt wurde, wenn er sich vernünftig verhielt. Und genau danach suchte Hidden immer wieder: Bestätigung.
      Heute wollte ich mich ganz besonders der Freiheitsdressur widmen. Hidden konnte sich frei bewegen, somit selbst entscheiden, wann es ihm zu eng oder aufdringlich wurde und sich so vielleicht noch etwas sicherer fühlen. Wir begannen mit den Basisaufgaben: Rückwärtsrichten, angehen oder auch, dass er im Schritt neben mir lief. All dies sollte für die ersten Male eindeutig reichen, um den Siebenjährigen auch keinesfalls zu überfordern, aber gleichzeitig auch zu fordern. Es war auch ziemliche Kopfarbeit für ihn, genau das umzusetzen, was ich von ihm verlangte, aber der Hengst schlug sich für die Anfänge wirklich ziemlich gut. Man merkte deutlich, dass er Spaß an der Sache hatte und sich völlig vertiefte, ganz darauf konzentrierte und kaum noch abzulenken war. Am Ende hatten wir es sogar geschafft, dass er nur auf einen feinen Befehl hin einige Schritte rückwärts trat und ich war mehr als stolz auf unsere Fortschritte. Hidden war wahnsinnig aufmerksam während der ganzen Arbeit und ließ sich gerne alles verdeutlichen, achtete genau auf meine Bewegungen und mein Verhalten. Für einen Moment schien alles vergessen.

      Nach einer Weile musste ich mit einem Blick auf die Uhr feststellen, dass schon einige Zeit vergangen war, und so beendete ich die Einheit für den heutigen Tag. Hidden hatte sich gut geschlagen und auch Matthew bestätigte mir dies, als ich mit dem Hengst zu ihm lief. Der Mann hatte uns vom Rand aus beobachtet und zwar ab und zu etwas eingeworfen, sich aber meistens im Hintergrund gehalten. Matthews Meinung war stets eine, die mir sehr wichtig war und die ich zu schätzen wusste, gerade wenn es um das Thema Pferd ging, weshalb mich das Lob von ihm doppelt freute. Alles in allem war es eine sehr erfolgreiche Trainingseinheit gewesen und ich mit dem Tag mehr als zufrieden.
      Hidden wurde zum Abschluss von mir geputzt und ich verbrachte noch einige Minuten allein an seiner Box, während der Hengst genüsslich sein Heu zermalmte, verabschiedete mich dann aber noch von ihm und gab Nancy Bescheid, dass Matthew und ich für diesen Tag verschwinden würden. Natürlich wollte sie wissen, was wir gemacht hatten und wie es gelaufen war, und ich könnte schwören, dass meine Brust mindestens auf das Dreifache anschwoll, als ich ihr alles erzählte. Mein Grinsen reichte bis über beide Wangen und ich strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Auch Nancys Lippen formten sich bei meiner Erzählung zu einem Lächeln und nachdem wir uns dann voneinander verabschiedet und fürs nächste Mal verabredet hatten, stieg ich mit Matthew in den Wagen. Es war inzwischen dreizehn Uhr und pünktlich zur fünften Stunde ohne Essen knurrte mein Magen.
      „Klingt, als wäre ein Mittagessen dringend nötig“, stellte Matthew fest, startete den Wagen und fuhr los.
    • Samarti
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      Die Flucht vor Verantwortung
      05/2017 | 1256 Zeichen
      Hauptstall: Accomplishment, Ace of Clubs, Beverly, Hall of Fame CU, Liluye, Liberté’s Nessaja, Ocean Water, Pina, Très Jolie
      Südstall: Allelujah, Avanti, Cardillac, Chesmu, Intoxicated, Levi, Tenacious
      Weststall: Aponi, Flightless Bird, Pamuya, PFS‘ Empire of Irony
      Nebenstall: Morengo, Hidden Flyer

      „Ich will noch nicht aufstehen“, grummelte Matthew genervt und zog sich die Bettdecke wieder über den Kopf, als ich sie ihm gerade entreißen wollte.
      „Wir haben verschlafen“, klärte ich ihn gütiger Weise auf und strafte ihn mit einem vorwurfsvollen Blick. „Du hast noch viel zu tun heute, denk dran.“
      Plötzlich schlug der Mann die Bettdecke entrüstet ans Fußende. „Ich? ICH?! Das ist DEIN Hof, schon vergessen?“
      „Nö, aber mit dem Titel als Gestütsleiter kommen gewisse Verantwortungen auf dich zu, Matthew. Dem hättest du dir vorher bewusst sein sollen.“
      „Ich bin das eh nur, damit du einen Grund hast, meinen Nachnamen als Gestütsnamen zu nehmen.“
      Ich seufzte. Ja, vielleicht hatte er da Recht. Aus einem anderen Grund hätte ich Matthew niemals mehr Verantwortung überlassen. Als ich das Zimmer wenige Minuten später verließ, um mich fertig zu machen, hörte ich vom Bett aus schon wieder ein tiefes, gleichmäßiges Atmen.
      Wenigstens schnarchte er nicht.
    • Samarti
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      Reitponysammelstelle

      11/2017 | 711 Zeichen
      Hauptstall: Accomplishment, Ace of Clubs, Beverly, Devina, Kiss me Quick, Liluye, Liberté’s Nessaja, Liscalina, Ocean Water, Pina, Très Jolie
      Südstall: Allelujah, Avanti, Cardillac, Chesmu, Intoxicated, Levi, Tenacious
      Weststall: Aponi, Flightless Bird, Pamuya
      Nebenstall: Hidden Flyer, Morengo, PFS‘ Empire of Irony, Shrinking Violet

      Ein eigenes Gestüt zu führen war anstrengend.
      Noch anstrengender war es, wenn der Pferdebestand gefühlt täglich wuchs und man (mal wieder) zum absoluten Reitponymessi wurde. Immerhin hatte ich inzwischen ganze vier Pferde anderer Rassen bei mir stehen, sodass es wenigstens nicht mehr nur Deutsche Reitponys waren.
      Aber die Zahl stieg weiterhin.
      Es (ich) war schrecklich.
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  • Album:
    2.1 - Hauptstall
    Hochgeladen von:
    Samarti
    Datum:
    31 März 2017
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    EXIF Data

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    483,8 KB
    Mime Type:
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    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

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    Rufname: Lilli
    geboren: Februar 2007 | Alter: 11 Jahre


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    Rapsoul x Goldherz


    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Liver Chestnut Sabino
    Stockmaß: 146 cm

    Beschreibung:

    Liluye, kurz Lilli, ist eine Stute sondergleichen. Sie ist so gutmütig und liebevoll, dass man gerne einmal vergisst, dass sie noch recht jung ist. Man könnte auf ihrem Rücken Kunststückchen vollführen oder tanzen und Lilli würde dort stehen bleiben, wo man sie dazu gebeten hat.
    Wenn man das Kinderpony sucht, dann wäre Lilli die perfekte Wahl. Da sie aber nicht nur über einen wundervollen Charakter aufweist, sondern nebenbei auch noch tolle Gänge besitzt (wenn man sie nur aus ihr herauskitzelt), ist ihr eine Karriere als Turnierpony auf jeden Fall sicher. Wahrscheinlich als eines der liebsten Turnierponys in Kanada.

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    eingeritten [] | eingefahren []
    Reitstil: Englisch


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    Dressur S | Springen A| Fahren A

    SK 433
    SW 425
    217. Militaryturnier
    322. Dressurturnier
    300. Westernturnier
    90. Synchronspringen
    220. Militaryturnier
    303. Westernturnier

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    zur Zucht zugelassen []
    steht als Leihmutter zur Verfügung []
    Erreichte Punktzahl: 22 Punkte

    Gencode: ee Ata nSb nSty
    Carenté-Pferd []
    Decktaxe: n. v.


    Besitzer: Samarti
    Ersteller: Elii

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    gechippt []
    Letzte Kontrolle: 09/2015
    Letzte Impfung: 09/2015 | Letzte Wurmkur: 09/2015


    beschlagen []
    Letzte Kontrolle: 09/2015

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    Offizieller Hintergrund


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    // TO DO: Rapsoul x Goldherz
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