Eddi

Like Honey And Milk ♚

Paint Horse ♀ gekrönt

Like Honey And Milk ♚
Eddi, 24 Juni 2016
    • Eddi
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      Ehemalige Pflegeberichte
      Januar 2014 - Juli 2015
    • Eddi
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      Ehemalige Trainingsberichte
    • Eddi
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      Ankunft von Like Honey and Milk
      25. September 2015
      Der Herbst machte sich langsam breit, auch bei uns. Zwar hatten die meisten Bäume noch all ihre Blätter und das auch in grün, aber morgens schwebte der leichte Nebel über den Weiden und es war doch nun schon wesentlich kühler als sonst. Auch heute zeigte das Thermometer gerade einmal 8°C an, welche aber gepaart mit einem herrlichen Sonnenaufgang waren, der dazu motivierte, dass Haus zu verlassen und die Stallarbeiten zu erledigen. In meine Jacke gekuschelt brachte ich nacheinander die Pferde auf die Weide und dann ging es ans Ausmisten, also Musik an und los gings.
      Die Musik war auch der Grund, weshalb ich mein Handy nicht hörte und erst beim dritten Klingeln ran ging, zu meinem Glück! Am anderen Ende war nämlich Verena O'Connor und ich wusste, was das hieß: Entweder ein neues Pferd oder nicht. "Also wenn ich sie auch weiterhin trainieren dürfte, gehört sie dir", meinte Verena dann lächelnd, nachdem sie ein Weilchen um den heißen Brei geredet hatte. Fröhlich hüpfte ich kurz auf und versprach ihr dann, alles vorzubereiten und das so schnell wie möglich.
      Bei dem potenziellen neuen Pferd handelte es sich um eine Paint Horse Stute. Ich hatte nämlich entschieden, mir noch ein paar westernkundige Damen in den Stall zu holen, damit meine Hengste auch ein passendes Gegenstück hätten und Like Honey and Milk war einfach perfekt. Sie sah nicht nur wunderschön aus, sie war außerdem noch ein Engel, mehr konnte man sich da beinahe nicht wünschen. Ich hatte mit Verena auch direkt ausgemacht, dass sie heute einziehen würde. Netterweise hatte sie sich für den Transport bereit erklärt, so dass ich mich nun um eine neue Box und dann um die Weide kümmerte.
      Wir hatten zwei kleinere Weiden, die direkt nebeneinander lagen und vor allem zur Eingewöhnung dienten. Honey würde in unsere kleinste Stutenherde eingegliedert werden und deren Chef war Ice Coffee, ein angenehmer Zufall und ich hoffte einfach, dass sich die beiden Paintstuten auf Anhieb verstehen würden. Bevor Honey ankam, holte ich die Leitstute auch direkt von der Weide und packte sie auf eine der kleineren Weiden. Für Ice Coffee eine große Freude, denn da die Weiden selten genutzt wurden, waren sie selbst jetzt noch saftig grün und so hatte die Stute erst einmal genug Beschäftigung.
      Und dann kamen Verena und Honey. Wir machten erst das Finanzielle aus und nachdem dann Verena den Scheck in den Händen hielt, ging es für Honey vom Hänger. Sie war tüchtig aufgeregt, schien aber zu versuchen, sich das nicht anmerken zu lassen. Ich führte sie erst einmal eine kleinere Runde über den Hof. So konnte sie sich umsehen und entspannen. Und dann ging es auf die Weide neben Ice Coffee. Honey buckelte sich erst einmal ein wenig aus und erst nach einigen Minuten nahm sie Notiz von der anderen Stute.
      Honey war sehr offen und freundlich, kam direkt zum Zaun getrabt, um Ice Coffee zu begrüßen. Coffee glich ihr charakterlich sehr, dementsprechend lief das erste Kennenlernen sehr entspannt ab und die gleichaltrigen Stuten schienen sich direkt zu verstehen, denn schon kurz darauf standen sie nebeneinander grasend am Zaun. Verena sah auch sehr glücklich aus was den Verlauf betraf und verließ uns dann wieder, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Aber wenn alles gut lief, würde sie Honey regelmäßig sehen.
      Ich entschied mich stattdessen dafür, das herrliche Herbstwetter noch ordentlich zu nutzen und gönnte Honey erst einmal eine kleine Pause, indem ich mir Ice Coffee schnappte und mitnahm. So konnte die Neue ein bisschen für sich sein und den Umzug verarbeiten. Coffee putzte ich stattdessen und sattelte sie. Ein entspannter Ausritt würde der jungen Stute sicherlich gut tun und außerdem konnten wir ein wenig an ihrer Balance im Galopp arbeiten, das klappte im Gelände immer am besten.
      So entwickelte sich der heutige Tag wirklich zu einem schönen, sonnigen Herbsttag, mit einem tollen Verlauf. Nach dem gelungenen Ausritt ging es für Coffee auch zurück auf die Weide, aber dieses Mal packte ich sie mit zu Honey. Ein wenig unsicher war ich anfangs doch, aber wie auch über den Zaun, verstanden sich die Stuten auch so auf Anhieb und nach ein bisschen Gequietsche, trabten sie nebeneinander über die Weide, ehe sie sich entspannt zum grasen niederließen. Mission eingliedern erfüllt.
    • Eddi
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      WHT Ausbildungsbetrieb - Western S**-S***
      30. Oktober 2015 - von Gwen
      Theoretisch hatte Eddi Elisa mit dem Training der kommenden Pferde beauftragt. Nun war aber Elisa wirklich rein gar kein Westernfan, weshalb genau das an mir hängen blieb. Vor zwei Tagen hatte sie mir deshalb sogar Muffins gebacken, in der Hoffnung, ich würde ja sagen. Und ich knickte natürlich ein. Nun unterstanden mir also tatsächlich drei Westernpferde. Dabei war das Westernreiten für mich gefühlt auch nur ein Hobby. Natürlich wusste ich, was das A und O war, aber ein wenig einarbeiten würde auch ich mich erst einmal müssen, denn es war doch etwas anderes.
      Zu meiner Freude würde ich es mit meinen drei Kandidaten nicht allzu schwer haben. Alle drei waren in Western bereits auf S-Niveau und dementsprechend wahre Profis. So würde auch mir das Training wesentlich leichter fallen, aber nun mussten sie erst einmal ankommen. Da mein kleiner Stall nicht die Kapazitäten für drei Berittpferde hatte, standen wie so oft auf Townsend Acres. Von den Trainingsmöglichkeiten her war das sowieso praktischer und so konnte ich mir auch öfter den Rat von Joline einholen, Elisas aktiven Westerntrainerin, die mir versprochen hatte, mir unter die Arme zu greifen.
      Und dann kam der Transporter. Gemeinsam mit Matthew lud ich die drei aus. Er übernahm Schneeleopard und Flintstone, während ich mich direkt mit der hübschen Stute namens Like Honey and Milk bekannt machte. Ich wusste jetzt schon, dass ich mit ihr viel Spaß haben würde. Damit sie sich erst einmal austoben konnten, durften sie zu allererst auf eine kleinere Weide, natürlich getrennt, aber es war gut, dass zumindest die Hengste einander hatten. Honey schien tiefenentspannt zu sein und störte sich nicht an der Reise. Diesen Tag würden sie frei haben, ehe es Morgen ans Training gehen würde.

      Da mir Honey so positiv aufgefallen war, wollte ich gerne direkt mit ihr beginnen. Sie lief schon auf S**-Niveau und war dementsprechend auch schon stark spezialisiert. Da es anscheinend sowohl mir als auch der Stute zu Gute kommen würde, hatte ich gemeinsam mit Joline beschlossen, Honey in Hunter under Saddle zu trainieren. In diesem Westernbereich kannte sogar ich mich richtig gut aus.
      Also holte ich Honey von der Weide und putzte die Stute erst einmal gründlich. Sie war wirklich angenehm, weil sie so einen herrlich lieben Charakter hatte. Dann sattelte ich sie und musste erst einmal grinsen. Im englischen Zeug sah sie nicht schlecht aus, aber wie immer wirkte es an einem sonst westerngerittenen Pferd etwas suspekt. Ich wechselte meine Stallschuhe noch gegen Stiefel und die Mütze gegen einen Helm, ehe ich mich in den Sattel schwang und Honey warm ritt.
      Dann gingen wir auf den Platz und begannen mit dem Training und das unter den Adleraugen von Joline. Wir begannen mit den drei Grundgangarten Walk, Trot und Canter. Honey verstand sofort und hatte von Anfang an ein leicht erhöhtes Tempo, was in dieser Disziplin gefordert wurde. „Da hat jemand eine gute Ausbildung hinter sich“, meinte Joline lobend, während sie die Stute unter die Lupe nahm. Wie es in der Hunter Under Saddle gewünscht wurde, hatte ich unter mir ein leicht zu reitendes Pferd mit raumgreifenden Gängen. Am Ende des heutigen Trainings absolvierten wir vor allem aus Spaß die zwei Sprünge, die normalerweise in der Hunter Hack gefordert worden. Diese lockerten Honey noch einmal ein bisschen auf und Spaß schien es ihr auch zu machen.
      Nach dieser Stunde führte ich Honey trocken, während ich mit Joline ihre Stärken und Schwächen besprach. Ich sollte noch an ihrer Hals- und Kopfhaltung arbeiten und aufpassen, dass sie wirklich im gleichmäßigen Tempo blieb. Joline war aufgefallen, dass sie besonders im Galopp gerne mal kurz Schwung holte und für ein paar Sekunden schneller wurde. An sich nicht schlimm, aber den Richtern fiel so etwas sofort auf.
      Nachdem Honey trocken auf ihrer Weide stand und ich mir die Hinweise in Honeys Trainingsplan notiert hatte, war nun Flintstone an der Reihe. Wenn ich das richtig mitbekommen hatte, stammten beide Westernpferde von der Gips Reminder Ranch, was natürlich erklärte, weshalb sie so eine gute Westernausbildung genossen hatten. Da hatte sich Eddi tatsächlich zwei Prachtpferde in den Stall geholt. Denn genauso wie Honey konnte sich auch Flint sehen lassen.
      Eine wirkliche Spezialisierung schien der Hengst jedoch wiederum nicht zu haben, weshalb ich dort ansetzte, wo ich am liebsten ansetzte: beim Reining. Anscheinend hatte er darin aber auch bereits viel gute Ausbildung genossen, denn schon kurz nach dem Warmreiten testete ich das ein oder andere Manöver und Flint reagierte sehr deutlich und motiviert. Da er bereits in der schweren Klasse unterwegs war, also mindestens LK 3, würden wir das schon packen. Ich begann heute mit den unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Diese mussten einwandfrei sitzen, sonst würden die Manöver nicht so klappen, wie sie sollten. Dabei achtete ich stets auf die Durchlässigkeit des Hengstes unter mir und seiner Haltung.
      Dann begannen wir mit den Manövern. Zuerst fliegende Galoppwechsel, unterschiedliche Zirkel, dann Rückwärtsrichten und Roll Backs und abschließend noch Spins und Sliding Stops. Nach der Stunde war ich fix und alle, grinste aber unentwegt. Oh Gott, warum war ich so lange nicht mehr richtig Western geritten? Es machte riesigen Spaß! Insgeheim hatte ich ja schon mein kleines Westernpferd im Stall stehen, denn Ginny würde nächstes Jahr bald so weit sein, dass wir in Richtung Western gehen könnten.
      Lächelnd ritt ich Flintstone ab und stellte mir bereits meine Stute unter dem Westernsattel vor, wobei sie sich sicherlich auch englisch gut machen würde, aber es sprach ja auch nichts gegen eine bilinguale Ausbildung. Auf jeden Fall würde ich bei Eddi nachhaken, ob ich öfter das Westerntraining ihrer Pferde übernehmen könnte, um wieder in den Stoff zu kommen.
      Am Ende des Tages stand noch das Training mit Schneeleopard an. Der Criollo war schlichtweg ein Hingucker, jedes Mal wenn ich an seiner Box oder Weide vorbeilief, musste ich kurz stehen bleiben. Er war ein schwarzer Tigerschecke mit eisblauen Augen und man konnte nicht ohne gucken vorbeilaufen. Dementsprechend fehl am Platz wirkte er aber auch auf Townsend Acres.
      Ich holte ihn von der Weide, putzte und sattelte ihn. Um noch mehr Abwechslung zu bekommen, war Schneeleopard tatsächlich ein Talent in der Western Pleasure und im Trail. Ich wollte ihn die kommenden Wochen in beidem fördern, denn das würde der kluge Hengst brauchen. Heute begannen wir mit der Pleasure, damit wir erst einmal zueinander fanden.
      Nach dem Aufwärmen forderte ich von Schneeleopard die drei Gangarten Walk, Jog und Lope. Danach widmeten wir uns der Trabverstärkung. Schneeleopard hatte eine wunderbare Selbsthaltung lief traumhaft am losen Zügel. Ruhig und Ausgeglichen, so wie es sein sollte. Mit dem Hengst machte es tatsächlich riesigen Spaß die Aufgaben zu durchreiten und so war das Ende des Tages auch positiv gesichert.

      Die kommenden zwei Wochen ritt ich jeden Tag drei Westernpferde. Ich hoffte ja ehrlich, dass das keine negativen Folgen hinterlassen würde, denn durch die drei Berittpferde hatte ich alle Hände voll zu tun, meine eigenen, im Training stehenden, Pferde zu umsorgen. Aber es war machbar, zwar kam dafür das Studium etwas kürzer, aber irgendwie musste man sich ja seinen Lebensunterhalt verdienen.
      Am Ende der zweiten Woche konnte ich zufrieden feststellen, dass alle drei Pferde topfit waren und zurück zu ihrer Besitzerin konnten. Am meisten würde ich wohl Honey vermissen, die Stute war einfach ein Engel, aber auch Flintstone und Schneeleopard waren mir wirklich ans Herz gewachsen, weshalb mir auch bei ihnen der Abschied wirklich schwer fiel, aber Eddi freute sich schon auf ihre Pferde und diese Freude wollte ich ihr natürlich nicht nehmen.
    • Eddi
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      Briar Cliff Farrier
      03. November 2015 - von Sosox3
      Eigentlich hatte ich vor gehabt noch am Halloweenabend bei Eddi Canary vorbei zu schauen, doch leider hatte ich einen Platten und kam nicht dazu. Ich rief bei ihr an und gab ihr Bescheid, dass ich erst in 1-2 Tagen zu ihr kommen könnte und heute war es dann auch soweit und ich suchte meine sämtlichen Utensilien für den heutigen Tag zusammen.

      Als ich auf dem Hof ankam und Eddi mir erzählte für welche Pferde ich gekommen war staunte ich und war auch ein wenig froh zu wissen, dass es Flintstone gut ging. Er war einmal mir gewesen, doch unterforderte ich ihn, sodass ich ihn verkaufte. Umso mehr freute ich mich jetzt ihn wieder zu sehen. Das andere Pferd trug den Namen ‚Like Honey and Milk‘ und war ebenso ein Paint Horse wie Flintstone. „Flintstone steht schon in der Stallgasse und wartet auf seine Pediküre“, grinste mich die junge Frau und und ich lächelte : „Dann ist ja gut das ich pünktlich bin.“

      Wir unterhielten uns noch ein wenig über Halloween und meinen Platten, ehe ich mich um Flintstones Hufe kümmerte. Ich klopfte den Schecken auf den Hals und schob ihm ein Leckerli zu. Dann nahm ich ihm zuerst die alten Hufeisen von den Hufen und kontrollierte diese dann. Er hatte immernoch gute Hufe und so konnte ich auch gleich mit dem Ausschneiden anfangen. Begonnen hatte ich mit dem Probeschnitt, doch es musste nicht viel ausgeschnitten werden und so konnte ich rasch mit dem Raspeln der harten Hufe weiter machen. Es war harte Arbeit, aber gegen eine Entlohnung lohnte es sich doch noch. Flintstone blieb die ganze Zeit über ruhig und ließ mich arbeiten. Zwischenzeitlich döste er. Nachdem das Raspeln hinter mich gebracht war, feilte ich ihm seine Hufe und legte die Sliding Hufeisen in meinen mobilen Ofen. Während ich also seine Hufe feilte erhitzten sich die Eisen und als ich fertig war, legte ich ihm diese an. Ich merkte das sie nur minimal angepasst werden mussten und brachte den Akt Arbeit hinter mich. Als die Hufeisen saßen und auch nach dem Vorführen nichts sichtbar war, knuddelte ich Flint noch ein wenig ehe Eddi ihn in seine Box führte und mit der Stute wieder kam.

      Der Palominoschecke ‚Like Honey an Milk‘ neben Eddi strahlte eine wahre Sanftmütigkeit aus und sah einfach wunderbar aus. „Das ist aber `ne Hübsche“, gab ich von mir und Eddi nickte. „Eine ganz tolle. Sie macht sich echt super hier.“ Dann nahm ich nach einer kurzen Begrüßung auch ihr die alten, abgelaufenen Hufeisen ab und kontrollierte ihre Hufe. Auch sie hatte Hufe in einem Optimalen Zustand und ich konnte gleich mit meiner Arbeit beginnen. Auch hier musste ich nicht viel ausschneiden und dann raspelte ich auch hier die Hufe. Honey benahm sich einwandfrei bei der Prozedur und auch bei den weiteren Arbeiten hielt sie mich nicht auf und ich konnte ihr die Slidingbeschläge gut aufnageln. Und auch hier lief alles glatt und ich lobte sie, gab ihr ein Leckerli und verabschiedete mich dann von Eddi Canary.
    • Eddi
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      Tierärztliche Klinik Caen
      04. November 2015
      Es war bereits 18 Uhr und draußen war es schon dunkel, als ich nach meinen anderen Terminen endlich zu meinen eigenen Pferden kam. Diese wollte ich heute gerne noch einmal schnell abchecken, ehe es für den ein oder anderen dieses Wochenende wieder auf die Turniere gehen würde. Ich begann mit Schneeleopard, der zufrieden Heu mümmelnd in seiner Box stand. Seine Impfungen waren noch frisch und dementsprechend ließ ich ihn mir nur einmal vorführen, hörte ihn dann ab und tastete noch die Wirbelsäule und Beine entlang.
      Wie erwartet war der Criollo kerngesund. Er bekam heute nur noch seine Wurmkur und war dann fertig. An seine Boxentür hing ich den Vermerk zur Wurmkur und ging dann weiter zu Flintstone. Auch bei dem Hengst stand nicht viel an. Vor einer Woche hatte ich ihn geimpft und entwurmt, dementsprechend wusste ich eigentlich wie es ihm ging, denn schaute ich mir den Hengst noch einmal von oben bis unten an, ehe ich ihn wieder entließ.
      Bei Lila Wolken war stattdessen mehr zu tun. Meine Isländerstute benötigte wieder ihre Influenza- und Herpesimpfung. Zum Glück ein Kombipräparat, welches auch fix gesetzt war. Danach untersuchte ich sie noch einmal eingehen, ehe ich sie für die Nacht in Ruhe ließ und zur letzten Kandidatin marschierte. Das war Like Honey and Milk und sie nahm ich noch einmal besonders unter die Lupe, denn kommendes Wochenende stand für sie ihre Stutenkrönung an.
      Geimpft war sie deshalb schon seit zwei Wochen und ebenso entwurmt, denn für die Krönungen mussten wir die Fristen einhalten. Heute sah ich mir nur noch einmal ihren Gesamtzustand an und tastete vor allem ihre Gelenke und Sehnen ab, aber alles war in Ordnung und ich konnte auch sie zufrieden zu ihrem Abendbrot entlassen.
    • Eddi
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      WHT Ausbildungsbetrieb - Reining LK3 auf LK2
      04. November 2015 - von Samarti
      „Bitte? Ach komm schon!“, jammerte Eddi am Telefon. Schade, dass sie nicht sehen konnte, wie ich die Augen verdrehte. „Na gut, aber nur, wenn du dafür demnächst zufällig mal auf TSA bezüglich tierärztlicher Vorsorgeuntersuchungen vorbeischaust!“, versuchte ich direkt einen positiven Nebeneffekt für mich herauszuholen und wie Eddi nun einmal war, stimmte sie sofort zu. Zufrieden konnte ich also „Tierarzt für die Körkandidaten suchen“ von meiner imaginären Liste streichen.
      Dafür würde mich nun Morgen ein Westernpferd erwarten. Like Honey and Milk hieß sie, sollte ein wahrer Engel sein und war letzten Monat schon bei meiner Co-Trainerin Gwen gewesen. Vielleicht ließ sich da ja auch was machen, dann könnte ich das Tierchen direkt weiter abschieben, denn ich weigerte mich definitiv, auf Western zu trainieren und eigentlich hatte Joline alle Hände voll anderweit zu tun.

      Und da kam sie. Der Fahrer ließ mich die Papiere unterschreiben und trieb mich dann voran, endlich das Pferd von seinem Transporter zu holen, damit er weiter konnte. Aus diesem Grund ließ ich mir extra viel Zeit und erklärte ihm, dass Honey eine äußerst schreckhafte und dann schnell aggressiv werdende Stute war. Stimmte nicht, zeigte aber seine Wirkung. Er verlor kein Wort mehr über Zeit und kam auch Honey nicht zu nahe.
      Zufrieden packte ich die Stute auf eine der kleineren Gastweiden und musterte sie kurz. Hübsch war sie ja, aber ein Paint Horse, also definitiv nein. Stattdessen tippte ich Gwens Nummer und kommandierte sie hinüber. Nichts ahnend kam meine Nachbarin dann auch schon daher, wollte aber direkt auf den Absatz kehrt machen, als sie Honey entdeckte. „Aber du kennst sie schon! Und Joline greift dir bestimmt unter die Arme!“ – Gut, zweiteres war gelogen, denn Joline hatte ich schon mit meinen Pferden vollgepackt, die hatte definitiv keine Zeit, aber Gwen würde das schon schaffen. So wie ich das verstanden hatte, war Honey sowieso ein wahrer Westernprofi.
      „Falls du Tipps brauchst, kannst du ja Jojo anrufen! Die ist auch Westernprofi!“, sagte ich überzeugt und entschwand dann ins Haus. Gwen würde das Ganze schon packen und ich hätte derweil meine Ruhe. Leider war ich nicht ganz von meiner Pflicht entbunden, denn zumindest alle zwei Tage musste ich beim Training zuschauen und die Fortschritte dokumentieren.
      Wenn ich es richtig verstanden hatte, trainierte Gwen die Stute im Reining. „Westerndressur“. Ich hielt nicht viel davon, obwohl es teilweise wirklich ganz hübsch war. Da ich das leider so nicht in meine Unterlagen schreiben konnte, recherchierte ich ein wenig, indem ich Gwen ausfragte.
      Ich merkte mir vor allem das wichtigste: Zuerst erarbeiteten sie die unterschiedlichen Geschwindigkeiten, um dann später die geforderten Manöver auch korrekt ausführen zu können. Zu diesen Manövern gehörten die allbekannten (ha! Die kannte sogar ich). Und zwar Spins, Sliding Stops, Roll Back und tatsächlich auch solche Sachen wie Zirkel, fliegende Galoppwechsel und das Rückwärtsrichten.
      Schweigend machte ich mir meine Notizen, warf dann Gwen den ausgedruckten Stapel an Patterns hin und verschwand wieder, um meine Berichte direkt einmal vorzuarbeiten. Das Training dauerte insgesamt zwei Wochen und dann musste ich mir von Gwen noch anhören, was Leistungsklassen waren. Es dauerte ewig, bis sie endlich zu dem Punkt kam, der mich interessierte: Welche Klasse Honey nun war.
      Laut Gwen war es ein Aufstieg von LK 3 auf LK 2, dementsprechend anspruchsvoll war das Training auch gewesen. Ich dankte ihr herzlich, rief Eddi an und schickte zwei Tage später mein ordentlich trainiertes Pferd zurück in die Niederlande. Ich war wirklich eine fantastische Trainerin!
    • Eddi
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      Weihnachten
      30. Dezember 2015
      Pünktlich sieben Uhr morgens trällerte mein Wecker „Shake up the happiness, wake up the happiness…“ und versetzte mich zurück in das Gefühl der letzten Tage. Vor kurzem waren wir umgezogen und hatten es Anfang Dezember dann endlich geschafft, dass alle Pferde auf das neue Gestüt zogen und nun stand mir ein Neubeginn vor. Nochmal von vorne, aber es fühlte sich richtig und gut an.
      Seit Tagen verbrachten nun ich und die Pfleger vor allem auch Zeit damit, alles weihnachtlich zu schmücken, denn am 23. Dezember würden wir unsere Weihnachtsfeier haben und bis da waren es nun nur noch knapp vierundzwanzig Stunden, in denen allerhand geschafft werden musste. Die Pferde hatten zwischenzeitlich ein wenig Pause gehabt, denn ich hatte mich erst einmal ordnen müssen.
      Da das Gestüt aber über genügend Weiden verfügte, verbrachten sie ihre freie Zeit eben dort. Da der Winter momentan auch gar kein Winter war, konnten sie auch ungestört über die fast schon zu grünen Wiesen toben und ich musste ein wenig aufpassen, dass sie mir nichts zerstörten, aber so lange es trocken blieb, war alles gut. Tatsächlich war es dieses Jahr wirklich kein Winter. Stattdessen hatten wir täglich um die 15 Grad und Sonnenschein, es war eher wie Frühling.
      Dementsprechend fiel es alle Beteiligten schwer, sich wirklich in ein Winterfeeling zu versetzen, aber es blieb uns ja nichts anderes übrig, wenn in zwei Tagen Weihnachten sein würde. An sich hatte ich an dem Tag meinem ganzen Personal frei geben wollen, aber sie wollten zumindest bis Mittag noch ihren Dienst verrichten und mich bei der großen Anzahl an Pferden unterstützen. Dafür dankte ich ihnen sehr und am morgigen Abend würde jeder noch eine kleine Überraschung von mir erhalten.
      Doch nun musste ich mich erst einmal aus dem Bett schälen und mich allmählich fertig machen, denn die Pferde warteten schon auf ihr Frühstück und dann wollten sie auch schon hinaus auf die Weide. Bisher hatte ich nicht viel Personal, weshalb ich selbst noch kräftig mit anpackte. Jeder hatte eine bestimmte Aufgabe verteilt bekommen, weshalb sie Pferde schon gefüttert waren, als ich angezogen und gefrühstückt in den Stall trat. Stattdessen ging es nun auf die Weide. Immer mit zwei Pferden verließ ich den Stall und brachte sie auf ihre bestimmte Weide. Um dem Personal einen Leitfaden zu geben, hing zum einen im Stall ein großer Plan und zum anderen stand sowohl an den Boxen als auch an den Weiden, wer wo hingehörte. So konnte ich mir sicher sein, dass alle Pferde dorthin kamen, wo hin sie sollten.
      Die Fohlen waren heute wieder besonders aufgeregt, für sie konnte es nie schnell genug nach draußen gehen. Besonders Hidden Flyer und Exciting Force waren immer sehr stürmisch. Die beiden Vollblutfohlen waren noch nicht sonderlich lange in meinem Besitz, weshalb ich sie bisher nur schwer einschätzen konnte, aber ich gab mir Mühe und so langsam kam ich dahinter. Zumindest rissen sie sich inzwischen nicht mehr samt Halfter und Strick los, sondern warteten, bis ich diese entfernt hatten.
      Heute sollte ein normaler Alltag anstehen, trotz der Tatsache, dass der 22. Dezember war, hatten wir noch genügend Anmeldungen für unsere heutigen Reitstunden. Eine würde ich halten, die andere würde auf das Konto einer mobilen Reitlehrerin gehen. Doch vorher wollte ich das sonnige Wetter für einen Ausritt nutzen. Leider fand sich spontan kein Mitreiter, weshalb ich entschied, mich selbst auf Deep Silent Complete zu schwingen und Come Whatever May als Handpferd zu nehmen.
      Die beiden Warmblutstuten kannten sich schon lange und kamen sehr gut miteinander aus, es würde also ein ruhiger und entspannter Ausritt werden, so etwas hatte mir gefehlt! Danach konnte ich dann guten Gewissens in den Tag starten. Tatsächlich waren wir auch nur eineinhalb Stunden unterwegs und nachdem beide Stuten gut versorgt wieder auf der Weide standen, erwarteten mich schon die Reitstunden.
      Die erste Reitstunde hatte etwas eher begonnen, da die Reitlehrerin heute Nachmittag noch woanders hin musste. In ihr liefen nur Herbsttraum und Hugo Boss. Beide unter sehr erfahrenen und talentierten Nachwuchsreitern, welche eine wirklich gute Figur auf den Ponys machten und den Unterricht der Reitlehrerin befürwortete ich auch sehr. Meine Reitstunde würde für fünf Reiter sein, es war ausnahmsweise Abteilungsreiten, was ich ungern machte, aber es konnte auch Spaß machen.
      Ich muss ehrlich sein, die Lewitzer setzte ich an liebsten in den Reitstunden ein. Immerhin züchtete ich sie als talentierte Sportponys für Kinder und Jugendliche. Dementsprechend besaßen sie auch einen ruhigen und rücksichtsvollen Charakter, waren aber denn wirklich talentiert. Das war auch der Grund, weshalb ich für meine Reitstunde Donatella, Elliot, They call her Fiorina, Talya und Carachillo ausgesucht hatte. Schnell waren die Pferde verteilt und die Reiter damit beschäftigt, sie vorzubereiten, denn das musste man bei uns noch alleine machen. Sie hatten dafür gut eine halbe Stunde, je nachdem ob sie eher oder später kamen. Pünktlich um zwölf startete dann meine Reitstunde. Ich ließ sie die Pferde erst einmal aufwärmen und gab den ein oder anderen schon ein paar Tipps. Wir wechselten immer zwischen Abteilungsreiten und freiem Reiten, bei zweiteren nahm ich sie mir auch gerne mal einzeln auf dem Zirkel vor. Es lief wirklich gut, auch wenn ich das Gefühl hatte, danach schon heiser zu sein, aber was tat man nicht für die Jugend!
      Auch das Versorgen der Pferde beobachtete ich aufmerksam und war erst zufrieden, als es sowohl den Pferden als auch der Ausrüstung wirklich gut ging. Einer meiner Reiter schien gerade im Stress zu sein, denn ich fing ihm auf den Hof ab, wo er im fliegenden Wechsel von einem Pferd aufs andere sprang. Gerade kam er mit Scheherazade vom Distanztraining zurück und war nun schon auf halben Weg, um mit Cual Maniaca die nächste Runde anzutreten. Deshalb nahm ich ihm ein wenig Arbeit ab und führte meine braune Araberstute trocken, ehe ich sie noch abbürstete und dann auf die Weide brachte. Scheherazade barg sehr viel Potenzial, doch bisher hatte es sich noch nicht wirklich entfaltet. Leider.
      Da der morgige Tag gefüllt sein würde mit dem Programm unseres Weihnachtsfestes, hatte ich spontan eine Longenstunde doch noch auf heute geschoben. Das Pferd dafür war Kürbis, sie war ideal für die kleine Sechsjährige, welche uns hoffentlich öfters besuchen würde. Gemeinsam machten wir das Pferd fertig. Das Mädchen war sehr wissbegierig und scheute sich auch nicht, direkt nachzufragen. Heute machten wir an der Longe nur leichte Übungen, um ihre Balance und Konzentration zu stärken. Abschließend durfte sie noch ein paar Runden traben, ehe ich sie noch eine Runde um den Hof führte und dann war auch schon Schluss. Ohne Protest ging das zwar auch nicht, aber kommende Woche würde sie ja schon wieder da sein.
      Das Reitschulgeschäft konnte ganz lukrativ sein und ohne würde ich kurz über lang nicht auskommen, wiederum war mir aber das Wohl meiner Pferde wichtig und so basierte mein Prinzip darauf, dass auf jede Reitstunde mindestens zwei Korrekturstunden kamen und ein Pferd nie wirklich öfters als ein bis zweimal in der Woche lief. So dringend nötig hatten wir das Geld dann auch wieder nicht.
      Für den heutigen Nachmittag stand aber noch allerhand an. Ich wollte zumindest auch ein wenig mit helfen und es gab das ein oder andere Pferd, was wirklich nur ich ritt. Das war aus Prinzip Pajero. Den Schecken hatte ich schon, seitdem er ein Fohlen war, weshalb wir eine enge Bindung zueinander hatten. Für heute hatte ich mal wieder ein wenig Geländetraining eingeplant, das liebte er ja abgöttisch und besonders talentiert war er auch.
      Nach Pajero wartete schon mein zweiter Liebling: Thorondor. Jahrelang war ich seine Reitbeteiligung gewesen, dann war er in meinen Besitz gewandert und nun stand der wunderschöne Rappe bei mir im Stall und ging meinem Personal auf den Keks, denn er hatte einen sehr speziellen Charakter. Doch die Freiarbeit machte mit ihm tierisch Spaß und jeder bewunderte den Ausdruck und die Motivation des Pferdes, während wir über den Reitplatz tobten, es war wie immer sehr erleichternd.
      Für den heutigen Tag stand noch ein Springtraining mit Classic Gold an und eine Kutschfahrt mit Little Chocolate Chip. Danach telefonierte ich noch mit Occulta, welche momentan Naimibia als Leihstute für ein Fohlen besaß, schon bald würde meine hübsche Stute zurückkehren, da Occulta gerade dabei war, das Fohlen abzusetzen. Es war ein Traum von Reitpony geworden und wurde schon jetzt (zurecht) bewundert.

      Am kommenden Tag stand die Weihnachtsfeier an. Da diese pünktlich 13 Uhr beginnen sollte hieß es, den restlichen Kram schon vorher fertig zu machen und das war allerhand. Zum einen ritt ich vorher noch Allelujah, denn der hatte sich inzwischen seinen Ruf bei meinen Reitern gemacht und wurde tunlichst gemieden, weshalb ich die einzige war, die ihn vor allem gerne ritt. Danach longierte ich noch meinen Zwerg Hoppla, damit der kleine Kerl über den Winter weg nicht zu kräftig wurde und als letztes ließ ich noch einmal allen Stress von mir abfallen, während ich mit Albertino eine gemütliche Runde ins Gelände ging.
      Und dann ging schon unser Programm los! Beginnen tat das Ganze mit einem Führzügelwettbewerb. Endlich hatten wir eine Beschäftigung für unsere Zwerge gefunden. Werina und Mondscheinsonate liefen auch öfters als Gespann vor der Kutsche, aber Window blieb da immer ein wenig alleine im Nichtstun. Führzügelwettbewerbe und das Training mit den Zwergen machte ihm hingegen riesigen Spaß und unsere kleine Flauschkugel nahm tatsächlich ein wenig ab!
      Occani und Heartbreaker brauchten ein wenig mehr Beschäftigung. Zwar waren beide super kinderlieb und sehr geduldig, aber man sah ihnen doch an, dass es ihnen wesentlich mehr Spaß machte, gefordert zu werden. Sei es nun in der Dressur, im Springen oder im Gelände. Die beiden Welshs waren einfach für alles zu haben.
      Aus diesem Grunde hatten wir angeboten, die ein oder anderen kleinen Reiterinnen darauf vorzubereiten und alle waren wie verrückt gewesen. Es gab natürlich Schleifchen zu gewinnen und für jeden einen Nikolausstiefel mit Leckereien, so dass niemand leer ausging. Das Publikum hatte auch sichtlich Spaß! Danach sollten die Großen zeigen, was sie konnten, denn nun kam eine Hengstquadrille!
      „Bei der Auswahl der Pferde für die Hengstquadrille hatte ich lange mit mir gehapert, denn diese Pferde repräsentierten das Gestüt und sollten auch potenzielle Züchter anlocken. Also hatte ich versucht, so viel wie möglich mit einzubringen: Pawaneeh als Vertreter unserer Vollblüter, Cover the Sun lief als Sportpferd mit, Aristo zeigte die barocke Seite des Gestüts und zu guter hatte ich mich noch für Dissident Aggressor entschieden.
      Ich hatte alles dabei haben wollen und es war mir gelungen! Ich selbst saß auf Dissident Aggressor und jedes Pferd zeigte eine besondere Lektion, so dass Dissi und ich einen Spin zeigten, Aristo die Piaffe, Cover the Sun eine Pirouette und Pawaneeh überzeugte mit seinen Seitengängen. Der Applaus sprach auf jeden Fall für sich!
      Da ich wusste, wie beliebt es bei kleinen Kindern war, boten wir eine Art Ponyreiten an. Es waren immer größere Spaziergänge in das umliegende Gelände, circa eine Viertelstunde, bei welcher die Kinder geführt wurden. Dafür hatte ich Milka Luflee, Hyreygur, Varulv und Cheveyo ausgewählt, allesamt waren Hingucker aber totenbrav und das war das Wichtigste.
      Die Weihnachtsfeier war toll und alle hatten viel Spaß. Gegen 18 Uhr verließen allmählich alle das Gestüt und mit meinen engsten Leuten machte ich noch einen nächtlichen Ausritt bei Vollmond. Gut, nächtlich war übertrieben, aber 19 Uhr war es eben schon stockduster. Wir waren zu viert unterwegs und ritten unsere ruhigen Westernstuten: Kisshimbye, Like Honey and Milk, Ice Coffee und Apache’s Tomahawk. Schöner konnte man es nicht haben. Der Abend endete mit einer Weihnachtsfeier mit einem reichen Büffet und einer Dankesrede samt Geschenken für alle. Dann rückte auch der 24. Schon näher und ich würde allerhand zu tun haben.

      Wirklich viel Zeit hatte ich nicht, ich wollte alles schaffen, aber auch pünktlich 18 Uhr zu Hause sein, das hieß, dass spätestens halb fünf alles geschafft sein musste. Aus diesem Grund stand ich heute wesentlich eher auf, um nach der Fütterung direkt Khiara El Assuad, Golden Ebano und CH’S Sun is Shining in die Führmaschine zu packen.
      Während die drei beschäftigt waren, longierte ich meinen Junghengst Altyn, welcher sich momentan mehr als gut machte und mit dem ich wirklich zufrieden war. Dann widmete ich meine Aufmerksamkeit meinem Neuzugang Cola, welcher immer noch ein wenig in sich gekehrt war, was ich versuchte, mit Bodenarbeit aufzulockern. Wir machten Fortschritte, allerdings eben nur kleine. Da ich heute noch meinen Pferden etwas Gutes tun wollte, ritt ich noch Feuervogel und Morning Sun. Ich wusste, dass die beiden Reitponys sonst vor Langeweile vergingen.
      Da ich noch ein wenig Hilfe von meinem Personal am Morgen hatte, waren auch Lila Wolken, Possy Pleasure Mainstream und Sika bereits bewegt. Für Autumn Leave in the Sky und Dr. Insektor hatte sich auch noch jemand gefunden und so hatte ich doch schon fast meine Liste geschafft. Es war bereits früher Nachmittag, als ich noch zu einem Ausritt mit Flintstone und Schneeleopard aufbrach.
      Danach machte ich alles für den Abend bereit, denn die Pferde bekamen jeweils eine Extraportion Möhren, weil Weihnachten war. Dann ging ich zu meiner Kontrollrunde in den Fohlenstall. Amadahy, Frozen Bubble, Korah, Nabiri, Panta Rhei und Roswell vertraten stolz meine Lewitzerzucht. Es waren allesamt herrliche Nachkommen, auf welche ich mehr als stolz sein konnte.
      Auch über meine Welshponys konnte ich mich nicht beklagen. Acariya wurde von Tag zu Tag schöner, Sacre Fleur langsam immer selbstbewusster und zu Herbstmond brauchte ich nichts sagen, die wurde eh von alles und jedem geliebt und das zurecht! Shawnée und Siberia waren ja damals mehr Zufall gewesen, dennoch wollte ich die beiden Welsh Ds nicht mehr missen und auch heute bekamen sie wieder ihre Portion Knuddeln.
      Vor den Boxen von CH’s Destiny Horror und Hollybrook’s Fairy Bluebird blieb ich etwas länger stehen. Beide waren nun langsam bereit für den nächsten Schritt in ihr Dasein als Reitpferd, nur ich zögerte noch ein wenig, ich wollte ihnen so viel Zeit wie möglich geben. Das Gleiche galt für Tiny Girl, doch mein AMH unterschätzte ich zu gerne und wenn ich das tat, zeigte sie es mir auch deutlich.
      Der Tag neigte sich dem Ende und halb fünf standen alle Pferde in frisch gemachten Boxen, mit ihrer Ladung Heu für die Nacht. So konnte ich guten Gewissens duschen und mich umziehen, um dann pünktlich auf den Familienfest zu erscheinen.

      Von meiner Familie konnte kaum einer nachvollziehen, dass ich meine Feiertage mit den Pferden verbrachte, statt mit der Familie, obwohl ich zu jeder Feier trotzdem pünktlich kam, dennoch standen die Vierbeiner an erster Stelle. Diesen Morgen arbeitete ich ein wenig mit den Junghengst Abendprinz und Cruel Twist of Fate. Danach war HGT’s Unitato an der Reihe und dann noch Outlaw Torn. Die Jungpferde brauchten allerhand Beschäftigung, doch ich kam momentan kaum hinterher.
      Deshalb hatte Prazzy’s Goldbell allerhand Flausen im Kopf, genauso wie Paddington und gemeinsam machten sie nur Unsinn! War ich da immer froh über Caruso, der sich nichts anmerken ließ und ein Engel war. Am Ende meines Fohlenrundgangs betüddelte ich noch ein wenig Mon petit écrou, ehe ich mich an die richtige Arbeit machte.
      Vertigo, Caillou und Piccolos Blaze mussten geritten werden. Calimero II sollte noch longiert werden und dann wollte ich zumindest noch mit Joyce oder Sika eine Runde ins Gelände, für die Jungstuten war diese Erfahrung mehr als wichtig. Die restlichen würde ich auf die kommenden Feiertage schieben müssen, denn heute Nachmittag stand bereits die nächste Familienbevölkerung statt.
      Während dieser plante ich aber nur die kommenden Tage. Am morgigen Tag sah ich mich früh mit Amazed Marlin ausreiten, ehe ich gemeinsam mit Hákur neue Lektionen in Angriff nahm. Dann würde ich HGT’s End of Day longieren und an seinen Rückenmuskeln arbeiten, ehe ich etwas bodenarbeitstechnisches mit Fandango machen wollte.
      Am 27. Dezember ging es dann gemeinsam mit drei Freundinnen ins Gelände. Ich selbst ritt Quintesse, während ich den Rest auf Caribic Sue, Freeway und Walking in the Air verfrachtet hatte und dann stand tatsächlich schon fast 2016 vor der Tür! Ich würde Zarin und Golden Ebano ihre homöopathischen Tropfen am 31. Geben müssen, damit sie nicht vollkommen explodierten, wenn dann überall das Feuerwerk losging.
      Zum Glück bestand mein Stall größtenteils aus Pferden, denen das egal war .Call me a Twist und Bandit war das schnuppe, die würde auch neben einem Feuerwerk herlaufen. Morrigan war da nicht viel anders, nur He’s called Trüffel konnte ich da nicht so gut einschätzen, aber das würde sich noch zeigen, nun musste ich erst einmal diese Familienfeier hinter mich bringen!
    • Eddi
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      Frühjahrsputz
      02. April 2016
      Kurz nach Neujahr hatte unser Umzug stattgefunden, so dass wir nun seit fast vier Monaten in Holland lebten. Wie ich es bereits gewohnt war, zog sich alles unglaublich. Es hatte gut zwei Monate gedauert, bis alle Pferde umgezogen waren und ein festes Team hatte ich auch noch nicht, da war ich noch fleißig auf der Suche, aber trotzdem kehrte allmählich eine Routine ein. Und ich liebte unser Gestüt. Den Namen hatte ich so übernommen und so lebten wir nun auf Gestüt Sapala.
      Es lag zwischen Wäldern und Wiesen, ziemlich im Abseits und stellte eine herrliche Anlage da. Das wichtigste war zu Hauf vorhanden: Weiden. Zudem besaßen wir zwei Reitplätze und zwei Hallen plus weitere Trainingsmöglichkeiten wie eine Führanlage und zwei Longierzirkel. Und natürlich gigantische Stallungen, was für uns nun mehr als nötig war. Ganz nebenbei war ich ja in mein Wohnhaus verliebt, hier konnte man sich wohlfühlen!
      Den Pferden gefiel es auch, das spürte man deutlich und das Gelände war auch einfach mehr als idyllisch, denn außer unseren Heuwiesen gab es rundum kaum etwas anderes als Felder, Wiesen und Wälder. Ich war endlich in meinem Traumzuhause angekommen und wenn man sich etwas mehr Zeit nahm, war man mit einem halbstündigen Ritt auch direkt am Meer. Wir befanden uns im Friesland, genauer gesagt in Aurich und ziemlich nah an der Küste.
      Die frische Meeresluft tat allen gut und momentan arbeitete ich auch eine lange Liste an Bewerbungen ab, denn wir waren begehrter als gedacht. Nun war schon April 2016 und wie immer erfasste mich die Frühjahrsputz-Laune. Es gab schließlich immer etwas zu tun und es gab auch noch genug Kisten, die noch ungeöffnet irgendwo standen. Besonders in den Sattelkammern hatte ich bisher nur das Nötigste untergebracht, meine Pferde hatten zu viel Kram!
      Die waren momentan übrigens alle in ihrer Schonfrist. Der Umzug war auch für die kräftezehrend gewesen, aber glücklich waren wir alle. Außer ich in dem Moment, denn gerade klingelte mein Wecker – 5 Uhr in der Früh. Bisher sah es an Mitarbeitern noch mager aus, dementsprechend musste ich selber kräftig mit anpacken was Fütterung, Rausbringen und Misten betraf. Dazu kamen der Papierkram und die Vorstellungsgespräche und so bekam ich kaum noch die Gelegenheit zum Reiten.
      Angezogen, frisch gemacht und gefrühstückt tauchte ich im Stall auf und grüßte knapp die anderen Pfleger, die bereits angetanzt waren. Es war kurz nach sechs und draußen tatsächlich schon hell. Oh ich freute mich so auf den Sommer! Dann würden die Pferde auch 24 Stunden auf den Weiden stehen und wir hätten ein bisschen Arbeit weniger. Aber wirklich nur ein bisschen, denn im Sommer wollte ich alle wieder in Höchstform sehen – mich eingeschlossen.
      Füttern und Rausbringen fraß Zeit. Nachdem dann auch gemistet war, war es schon fast 10 Uhr und ich würde mich für das nächste Vorstellungsgespräch fertig machen müssen. Leider überzeugte mich der Herr um die 30 Jahre weder im Gespräch noch auf dem Pferd. Als Dressurtrainer hatte er sich beworben, weshalb ich ihm für den Proberitt Aristo ausgesucht hatte, einer unserer Dressurässer. Doch sein „Was, ein Barockpferd?“ hatte mich eigentlich direkt abgeschreckt und so hatte ich zwar ein freundliches „Ich melde mich noch einmal bei Ihnen“ herausgebracht, war aber erleichtert, als er weg war.
      Stattdessen ging der Stress direkt weiter, denn heute sollten einige neue Pferde kommen. Ich war dafür bekannt, regelmäßig aufzustocken und da meine liebe Freundin Julie aus privaten Gründen ihren Hof auflöste, kamen einige Pferde aus Schottland zu uns. Zum einen Van Deyk, ein toller Trakehnerhengst mit großem Potenzial, auf dessen Dasein ich mich schon jetzt freute. Des weiteren Ayumi, ein tolles Fohlen aus der Zucht von Siobhan, was mit einer tollen Abstammung daher kam. Dann noch Key, eine Vollblutstute, welche ich noch aus meiner Nasty Past Zeit kannte. Und als letztes was ganz witziges: Ridcully, ein American Miniature Horse. Er sollte das Gegenstück zu meiner Hollybrook’s Tiny Girl werden und dementsprechend war er sofort eingezogen.
      Heute tanzten die drei an, doch während ich noch gut eine Stunde Zeit hatte, schaute ich bei den ehemaligen Neuzugängen an. Die beiden Vollblutfohen Hidden Flyer und Exciting Force waren mir sehr schnell ans Herz gewachsen und entwickelten sich prächtig, ich hatte mich in beide wirklich verguckt. Da wir ja ein riesiges Gestüt hatten, kamen auch Anfang des Jahres zwei Reitponys zurück. Elisa hatte leider verkleinert und so kehrten Never look back und Raunchy’s Limited zurück. Hatte ich sie noch als zerzauste Jungpferde nach Townsend Acres gegeben, kamen sie nun als schicke Turnierponys zurück. Elisa verstand eindeutig etwas von ihrer Rasse und ihrem Geschäft.
      Dementsprechend hatte sie sich auch über Absinth’s erfolgreiche Körung gefreut und war sich sicher, dass Allelujah und Morning Sun genauso schnell ihre Punkte sammeln würden. Ich hatte da ja noch allerhand zu tun, denn sie waren nicht die einzigen Pferde, die in eine Körung geschickt werden sollten. Priorität hatte auch immer noch Feuervogel, den hätte mir Elisa sicherlich auch trotz Verkleinerung aus den Händen gerissen.
      Selbst bei unserem zerstruppelten Neuzugang Cola hatte sie bei ihrem Besuch (natürlich hatte sie ihre beiden Schätze eigens vorbei bringen müssen) neugierig begutachtet. Sie sah das Potenzial, was hinter dem vernachlässigten Pferd steckte. Wir beide kannten Cola schon sehr lange vom Sehen und Hören. Ich musste auch sagen, dass er sich wirklich ganz gut machte, genauso wie seine Leidensgenossin Autumn Leave in the Sky. Beide stammten aus schlechter Haltung und wurden bei uns nun wieder aufgebaut.
      Bei ihrem Besuch hatte Elisa natürlich meine Reitponys auf den Kopf gestellt. Paddington hatte sie unbedingt einen Besuch abstatten müssen und gestaunt, wie schnell der kleine Kerl wuchs. Mit Hugo Boss und Carachillo hatten wir einen entspannten Ausritt gemacht und ausgiebig geplappert, so wie es sich für zwei Frauen gehörte, ehe sie auch noch ihren Senf zu Naimibia und Sika gegeben hatte.
      Naimibia war schon gekört und bereits von ein paar Fohlen stolze Mutter, bei Sika sah ich das ja noch nicht so, doch Elisa ermunterte mich und sah die Rappscheckstute auch schon gekört. Während ich so schön in Gedanken schwelgte, kam der Transporter an und die neuen Pferde mussten versorgt und ausgeladen werden.
      Während Van Deyk erst einmal seine Box mit Paddock bezog, wollte ich Ridcully und das Stutfohlen direkt vergesellschaften. Auf einer kleineren Weide traf Ridcully auf Heartbreaker. Mein Welshhengst war der Chef unserer Zwergengruppe und wenn er Ridcully akzeptierte, würde das auch der Rest tun. Der Rest, das waren Window und Hoppla auch beide problemlos und so stand Ridcully eine halbe Stunde später bei unseren Zwergenhengsten und genoss das herrliche Wetter.
      Ayumi sollte heute nur auf CH’s Destiny Horror und Mon petit écrou treffen. Beides eher ruhigere und ältere Jungpferde und dementsprechend perfekt geeignet und siehe da, es klappte wirklich gut und auch das Fohlen war untergebracht. Um auch Van Deyk noch etwas Abwechslung zu bieten, ging ich mit dem Schecken eine kleine Runde über das Gestüt und kennte ihn etwas lernen.
      So wirklich zum Frühjahrsputz kam ich heute ja nicht, denn es standen noch zwei Schnupperstunden an. Ich hatte entschieden, im kleinen Rahmen gutes Reiten anzubieten und nutzte die Chance einer Ponyschule, um meine Zwerge unter einen Deckel zu bekommen. Da die Ponyhengste heute aber schon genug Aktion hatten, waren die Mädels an der Reihe.
      Tatsächlich hatte sich sogar jemand für Little Chocolate Chip gefunden. Ein kleines dreijähriges Mädchen schwärmte von Ponys und ihre Mutti schien selbst pferdevernarrt zu sein und so kamen sie heute mal zu Besuch. Auch Mondscheinsonate, Occani und Werina waren heute an der Reihe. Alle Kinder waren unter 10 Jahre und bekamen beim Putzen und Satteln die Unterstützung von mir und ihren Eltern (zumeist die Mütter).
      Als alle fertig waren, gingen wir auf den Reitplatz, wo wir erst ein kleines bisschen Theorie paukten und es dann endlich in den Sattel ging und wir die ersten kleinen Runden drehten und auch allerhand Übungen machten. Die Ponyschule war eine schöne Idee, aber ich brauchte auf jeden Fall Helfer. Zum Glück waren es heute nur Schnupperstunden, aber Kinder und Eltern waren mehr als begeistert und so war auch ich glücklich.
      Zweiteres war eine Reitstunde für Fortgeschrittene und unter 18-Jährige. Altersbeschränkungen waren mir an sich egal, aber für das Klima in der Stunde war so etwas doch immer sehr angenehm und die Erwachsenen waren auch immer lieber unter sich. Als Schulpferde hatten sich bereits damals unsere Lewitzer bewährt und auch heute wählte ich fünf von ihnen. Cheveyo, Donatella, They call her Fiorina, Piccolo’s Blaze und Elliot. Die Mädels waren begeistert von ihren Schecken und auch davon, dass man bei uns die Pferde selbst holte und fertig machte.
      Natürlich kontrollierte ich alles und gab Tipps, aber sie machten das wirklich gut. Auch im Viereck konnten sich die fünf Reiterinnen sehen lassen. Natürlich hatten sie ihre Fehler und Probleme, aber genau deshalb kamen sie ja zu uns. Anscheinend kamen diese Schnupperstunden mehr als gut an und während die Mädels quatschend abritten, baute ich meine Geschäftsidee aus, indem ich auch Reitstunden für reine Jungsgruppen und Senioren anbieten wollte. Alles Gruppen, die man so anlocken konnte.
      Mein Prinzip war lediglich, dass für das Pferd pro Reitstunde mind. zwei Korrekturstunden kamen, so dass einerseits sehr gute Schulpferde vorhanden waren, aber eben auch diese nicht überstrapaziert worden. Also würde sich das Pensum auch mehr als Gering halten. Nachdem alle Pferde versorgt waren, ging ich Lewitzerliste kurz durch:
      Vertigo wollte ich im Turniersport, so fiel er als Reitpferd für Schüler weg und bei Talya war ich mir auch nicht sicher, ob es das Richtige war. Genauso wie bei Elliot. Er hatte seine Sache heute gut gemacht, aber ich glaube, Caillou konnte ich mir da besser vorstellen. Und Amazed Marlin ließ ich bisher auch lieber außen vor, sie sollte sich auf ihre Krönung konzentrieren.
      Zum Glück hatten die Fohlen nicht solche Probleme. Sowohl Amadahy, Frozen Bubble, Nabiri und Rosewell als auch die beiden Hengstfohlen Panta Rhei und Calimero II tobten mit dem Rest zufrieden über die Weiden. Aber irgendwann würde auch für sie der Ernst des Pferdelebens kommen. Obwohl, sie hatte noch Zeit.
      Den Nachmittag verbrauchte ich im Büro und plante für die Fohlen. Das machte ich gerne und es war auch nötig, denn so erinnerte ich mich wieder daran, dass ich einige „Fohlen“ hatte, die schon längst nicht mehr so klein waren wie ich dachte, sondern schon mehr als bereit. Hollybrook’s Fairy Bluebird war eine tolle Ponystute geworden, nun bald sechs Jahre, hatte bisher aber noch keinen Reiter gesehen.
      Das Gleiche galt für Prazzy’s Goldbell, dabei wollte ich meinen geliebten Pajero-Sohn gerne langsam unter dem Sattel sehen, er würde seinem Vater alle Ehre machen! Apropos, einen Ausritt mit Pajero würde ich mir heute Abend noch gönnen müssen, zum Glück blieb es immer länger hell. Ach, ich war doch ganz froh, den Winter hinter mir zu haben, auch wenn der Sommer sicherlich wieder heiß werden würde.
      Bei Outlaw Torn war ich mir bezüglich der Ausbildung sehr unschlüssig. Er war bald vier und schon sehr weit, eben weil das bei Paint Horses so gehandhabt wurde, aber genau deshalb wollte ich ihm Zeit lassen und es war ja nicht so, als wäre das Reiten für ihn essentiell wichtig. Das sahen HGT’s Unitato und Cruel Twist of Fate nicht anders und so ließ ich meinen Westernpferden gerne mehr Zeit.
      Und dann gab es da noch meine Welshnachkommen. Alle behalten, nachdem die ältere Generation verkauft worden war. Herbstmond und Acariya waren bisher immer noch meine Favoriten, aber auch Sacre Fleur liebte ich, ebenso wie Shawnée und Sibiria, auch wenn ich nicht recht wusste, was ich mit zwei Welsh D Stuten anfangen sollte, aber irgendwas würde sich schon finden.
      Dann gab es da nur noch Abendprinz und Caruso. Zwei Fohlen sondergleichen, die ich beide sehr liebte. Geplant war in weiter Zukunft ein Fohlen aus Fairy von Zarin, welches als Gegenstück für Caruso dienen sollte, aber im Gegensatz zu Zarin war Fairy noch nicht gekört.
      Und dann hatte ich mich in die Araber verguckt, neben Abendprinz gab es bisher zwei Stuten: Scheherazade und CH’s Sun is Shining. Zwei wunderbare Tiere und eine sogar schön gekrönt. Aus der Zucht meiner besten Freundin Sammy würde mich auch noch ein wahrer Wüstenstürmer erwarten, aber bisher war er noch nicht so weit, ich freute mich aber schon auf ihn.
      Den heutigen Abend verbrachte ich zu meiner Freude dann doch noch auf den Pferd und erkundete mit Pajero die neuen Wege rund um das Gestüt und freute mich natürlich riesig, denn es war so toll! Irgendwann mussten wir einen großen Ritt ans Meer machen, aus unserer Frankreich-Zeit wusste ich, wie sehr Pajero das liebte.

      Am nächsten Morgen ging es wieder früh raus und wieder war viel los, wie eigentlich jeden Tag auf dem Gestüt. Zur Abwechslung beschäftigte ich am Morgen aber erst einmal Thorondor mit viel Bodenarbeit, damit mein Berber nicht verrückt wurde, denn nur Weide war für ihn einfach gar nichts und so war er einer der wenigen, die mich mindestens fünfmal die Woche zu Gesicht bekamen.
      Ach und die Führanlage hatte ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Spätestens als sie Pawaneeh und Golden Ebano die nötige Bewegung verschaffte. Bei Classic Gold und Khiara El Assuad war die aber noch wichtiger. Die Vollblüter wären mir sonst explodiert. Wer witzigerweise auch richtig Gefallen daran fand, war Freeway, unsere Tinkerstute. Eigentlich ein Pferd, was ich nie in die Führanlage gepackt hätte, aber sie liebte es.
      Heute war mal wieder Bewegungstag, gestern hatte ich ja Pause gehabt. Am Morgen longierte ich Deep Silent Complete und Herbsttraum, ehe ich mit Come Whatever May auf den Springplatz ging. Flott weiter ging es mit einem Ausritt: Apaches Tomahawk als Reitpferd und Caribic Sue als Handpferd. Was die Bewegung betraf, kamen mir die Schnupperstunden recht. Heute war wieder eine und so waren Kürbis, Lila Wolken, Milka Luflee, Walking in the Air und Quintesse beschäftigt und ich auch.
      Danach hätte ich zu gerne eine Pause gehabt, raffte mich aber noch auf Like Honey and Milk zu longieren. Ihre Vorbesitzerin war immer sehr hinterher, dass es der Stute gut ging und so kam sie auch jetzt definitiv nicht zu kurz. Eine Pause stand an und die genoss ich auch wirklich, denn heute Abend hatte ich etwas Besonderes für meine treuen Pfleger geplant. Bisher dachten sie, sie würden zu einer Besprechung antanzen müssen, dementsprechend ahnten sie nichts.
      Doch als es dann so weit war, eröffnete ich ihnen einen Ausritt an den Strand und alle waren begeistert. Wir waren zu elft, also eine ziemlich große Mannschaft, die gute und ruhige Pferde benötigte. Guten Gewissens hatte ich mir direkt Schneeleopard rausgepickt und dann die beiden Westernstuten Ice Coffee und Kisshimbye. Flintstone und Joyce kamen auch zum Einsatz. Die Hälfte war abgedeckt. Für mich hatte ich Fandango rausgesucht, mein kleiner Sonderling im Stall und so fehlten nur noch fünf Pferde und wir waren vollständig. Call me a Twist und Dissident Aggressor waren sowas von mit dabei und dann nahm ich noch Bandit und Albertino mit. Als letztes hatte Varulv die Ehre und so ging es gefühlt auf einen Riesen-Ausritt, den alle Beteiligten sehr genossen, denn am Strand erwartete uns auch noch ein Lagerfeuer.

      Obwohl ich weder trank noch irgendwas desgleichen tat, fühlte ich mich am nächsten Morgen verkatert. Ein langer Ritt plus ein langer Abend waren nichts für jemanden, dessen Wecker fünf Uhr morgens klingelte und so kam ich auch fast zu spät zum Proberitt meiner eventuellen neuen Reitlehrerin. Diese hatte ich auf Altyn gesetzt, was etwas fies war, aber mir dann auch direkt zeigte, dass sie die richtige war, denn mein junger Hengst lief unter ihr wirklich traumhaft, nachdem sie zusammengefunden hatten.
      Halb dösend bespaßte ich nach diesem Erfolg Cover the Sun im Longierzirkel mit etwas Stangenarbeit. Die nutzte ich kurz darauf auch noch einmal mit Possy Pleasure Mainstream, um Rücken- und Bauchmuskeln zu aktivieren. Eigentlich war meine Liste heute mehr als lang, aber aus privaten Gründen bekamen Hákur und HGT’s End of Day frei, so dass ich nur mit Dr. Insektor ins Dressurtraining musste und danach eine Pause im Gelände mit Cual Maniaca einlegte.
      „Ich bewundere dich für dein Durchhaltevermögen!“, hörte ich dann am Telefon, als ich mit meiner Mutti bezüglich meines Geburtstags Ende April sprach, denn ich lud sie nach Holland ein. Und bisher waren sie nicht abgeneigt. Währenddessen ließ ich He’s called Trüffel und Hýreygur freispringen, aber trotz maximaler 50cm war zweiterer einfach nicht begabt.
      Mein Abend endete wieder mal auf dem Pferderücken, nämlich auf Morrigans, welcher mich entspannt gen Gestüt trug, nachdem wir einmal über die schöne Waldwiese gejagt waren und nun genüsslich entspannt in unseren Feierabend spazierten.
    • Eddi
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      Sommer der Veränderungen
      04. Juni 2016
      Wie jede meiner Entscheidungen war auch diese gut und ausgiebig durchdacht, ehe sie in die Tat umgesetzt wurde und ich hatte natürlich auch hier und da ein wenig mit mir gehapert. Aber nun, da alles in trockenen Tüchern war, fühlte es sich einfach nur gut an. Wir hatten inzwischen Juni und unser Umzug war nun schon wieder ein halbes Jahr her, so fühlte es sich noch gar nicht an.
      Aber eins konnte ich sagen: Ich war endlich angekommen. Das Gestüt in Holland war das, was ich mir immer gewünscht hatte. Wir hatten alles was wir brauchten und ich entschied, es so für mich zu optimieren, wie es am besten war. Und deshalb hatte ich an unserer Pferdeanzahl ein wenig herumgeschraubt. Von fast achtzig Pferden war ich auf zwanzig runtergegangen.
      Der Grund hierfür war einfach, dass ich keine Lust mehr auf so einen großen Betrieb hatte. Ich wollte auch nicht wieder ein zehn- bis zwanzigköpfiges Team einstellen, sondern endlich mal selbst einen Überblick über alles haben. Somit hatte ich viele Pferde in ihren wohlverdienten Ruhestand geschickt und einige wenige zogen auch um – meist zu guten Freunden oder zu ihren vorherigen Züchtern (was genau genommen bei mir das Gleiche war).
      Heute war einer dieser Tage, an denen ich wirklich keine Entscheidung bereute, sondern an der ich mich so leicht und glücklich fühlte wie schon lange nicht mehr, als pünktlich sieben Uhr mein Wecker klingelte. Seit Ende Mai war es nun morgens sehr entspannt, denn wir hatten die Pferde erst über den Monat Mai hinweg angeweidet und nun standen sie 24 Stunden, sieben Tage die Woche, draußen auf den großen Sommerwiesen. Beste Entscheidung überhaupt für Pferd und Mensch.
      Keine frühe Fütterung, kein Rausbringen und kein Boxenmisten. Natürlich mussten auch die Weiden regelmäßig auf Tränken und Zäune kontrolliert werden, aber trotzdem war es einfach entspannter. Dies würde hoffentlich bis August oder September so bleiben können, danach würde es nur noch ganztags auf die Weide gehen und nachts dann in die Box.
      Entspannt trat ich den Weg ins Bad an, wo ich mich in aller Ruhe fertigmachte, ehe ich in der Küche die üblichen Handgriffe vollführte. Kaffeemaschine an für den Cappuccino und Milch in die Mikrowelle für das Müsli. Während ich so am Tisch saß und frühstückte, spielte ich mit dem Gedanken, dass ein kleinerer Hund gut in das große Haus passen würde, aber diese Anschaffung ließ ich mir lieber noch einmal durch den Kopf gehen.
      Pünktlich um acht war ich dafür dann draußen im Stall und machte mich auf den Weg zum schwarzen Brett. Acht Uhr ging es bei uns generell los und dann traf auch mein Team ein. Ja, trotz drastischer Verkleinerung hatte ich mich für Mitarbeiter entschieden. Anfangs nur für zwei, aber durch Zufall waren wir nun zu viert. Neben zwei bereits fertigen Bereitern, gab ich momentan einer jungen Auszubildenden die Chance, sich bei uns zu beweisen und bisher machte sie sich gut.
      Und dann trudelten die drei auch nacheinander ein. Tassilo und Alexandria waren meine beiden professionellen Bereiter. Das Schöne war, dass beide sich auch nicht scheuten im Stall anzupacken, weshalb ich nicht extra Pfleger eingestellt hatte, sondern wir so nicht nur die Pferde unter uns aufteilten, sondern eben auch die Stallarbeit und die letzten Monate hatte das mehr als gut geklappt.
      Tamara war unsere Auszubildende und schien sich bei uns pudelwohl zu fühlen. Sie passte aber auch einfach in unsere Gruppe, als wäre sie das fehlende Puzzleteil gewesen. Insgeheim plante ich sie ja schon für nach ihrer Ausbildung bei uns ein, immerhin würden die Fohlen und Jungpferde irgendwann auch ins feste Training eingebunden werden und dann brauchten wir definitiv noch einen vierten Reiter, wenn man sich den direkt selbst ausbildete, hatte man doch eine Win-Win-Situation.
      Zu Beginn ihrer Arbeit auf meinem Gestüt hatte jeder fest Pferde zugeteilt bekommen. Diese Zuteilungen waren nicht endgültig, aber mir war es lieber, wenn eine Person regelmäßig mit den gleichen Pferden arbeitete, als dass es ständig wechselte. Natürlich setzte sich auch mal jemand anderes auf das Pferd, aber Ziel war es eben, dass jeder so seine Ziele auch schaffen konnte.
      Wie jeden Morgen trafen wir uns nur kurz am schwarzen Brett bezüglich der Absprache, was denn an dem Tag alles so anstand. Heute war ausnahmsweise gar nicht so viel los, außer dass hoffentlich die neue Futterlieferung kommen sollte, aber das packte ich auch alleine. Bei der Verspätung konnten mir die werten Herren das Futter ruhig auch direkt in die Futterkammer tragen.
      „Gut, dann steht ja alles. Aber wie wärs heute Abend mal mit einem Ritt ans Watt? Da war ich schon lange nicht mehr und heute soll es zwar schön, aber nicht so schrecklich warm werden“, schlug ich vor und bekam von allen anderen eine begeisterte Zusage. Wir waren zwar alle sehr zielstrebig und wollten die Pferde in Topform halten, aber gegen so einen entspannten Ausritt hatte definitiv niemand was.
      Heute blieb alles beim Alten, also hatte ich mal wieder meine drei Lieblinge zum Reiten. Den Anfang machte ich heute mit Pajero. Mein schöner Falbschecke trieb sich irgendwo in den hintersten Ecken der Sommerweide herum und schien das grüne Gras sichtlich zu genießen. Auf mein Rufen reagierte er dennoch und auch wenn es des Weges wegen länger dauerte, kam er mir irgendwann entgegengelaufen.
      Zur Begrüßung streckte ich ihm meine Hand hin, ehe ich ihn kurz kraulte und dann aufhalfterte. Für Tami nahm ich direkt Cover the Sun mit, da sich der junge Trakehnerhengst sowieso gerade bei uns herumtrieb. Da ich sein Halfter nicht dabeihatte, musste er mit einem Strick um den Hals vorliebnehmen, aber das klappte auch ganz gut.
      Am Weidetor nahm ihn mir Tami dann dankend ab. Sunny war ihr liebstes Pferd bei uns. Sie hatte sich vom ersten Tag an in den Trakehner verguckt und ich konnte es ihr wirklich nicht übelnehmen, er war ein tolles Pferd, sowohl reiterlich als auch charakterlich. Mit Pajero an meiner Seite musste ich da aber definitiv nicht eifersüchtig sein.
      Gemeinsam ging es für uns zum Putzplatz. Wir entschieden uns für draußen, da mit Sonne und Wind wirklich angenehm war. Die Pferde dösten entspannt nebeneinander, während wir uns ans Putzen machen. Im Verlauf von Putzen und Satteln kam auch Alexa mit Feuervogel um die Ecke. Natürlich war ich neugierig und fragte, was sie heute vorhatte.
      „Longieren. Wir wollen die Rückenmuskeln und seine Selbsthaltung mal noch ein wenig fördern“, erklärte sie lächelnd, während sie den dichten Schweif des Hengstes verlas. Ich zeigte ihr einen Daumen nach oben und lud dann Tami dazu ein, bei meiner Stangenarbeit mitzumachen. Pajero liebte Stangenarbeit und die Muskeln förderte es auch ungemein, den beiden Hengsten würde das definitiv nicht schaden.
      Als wir den Putzplatz verließen, wünschte ich Alexa noch viel Spaß und machte mich dann auf den Weg zu unserem großen Reitplatz. Pajero gab ich Tami als Handpferd, so dass sie beide Pferde im Schritt in einer Runde um den Platz aufwärmte, während ich einige Stangenkombinationen aus Trabstangen und Cavalettis aufbaute.
      Des Spaßes halber packte ich auch noch ein Kreuz mit hinein und nahm Tami dann dankend wieder mein Pferd ab. Wir ritten beide Hengste erst einmal ausgiebig im Schritt und Trab warm, ehe es an den Galopp ging und danach auch die Stangen mit eingebracht wurden. Ich liebte Stangenarbeit, besonders mit Pajero, denn dann war mein junger Hengst sehr aufmerksam und fleißig bei der Sache mit dabei.
      Bei Tami und Sunny sah es nicht anders aus und ich nahm mir ab und an gerne die Zeit, die beiden ausgiebig zu beobachten, immerhin war sie ja bei uns in Ausbildung. Ich musste aber sagen, dass ich sehr zufrieden mit ihr war. Ihr Mentor war Tassilo, auch wenn Alexa sie gleichermaßen unterstützte. Unterricht erhielt sie regelmäßig von beiden, da sie doch unterschiedliche Schwerpunkte hatten.
      Tami bedankte sich häufig für die Chance, die ich ihr gab. Doch ich winkte nur ab, immerhin hatte meine Menschenkenntnis mich mal wieder nicht im Stich gelassen und Tami war sowohl als Reiterin als auch als Teammitglied ein Segen. Ich musste grinsend, als sie mich gefragt hatte, was denn Tassilo überhaupt bei so einer Mädchengruppe machte.
      Das Argument, dass ein Kerl definitiv sehr viel Ruhe reinbrachte, hatte sie aber schnell akzeptiert und genau das war auch der Grund gewesen, weshalb ich gerne zumindest einen Mann im Team hatte haben wollen und siehe da, wir waren bisher eine sehr harmonische Gruppe.
      Nach gut einer Stunde ritten wir die beiden Hengste ab. Im Stall wurden sie dann abgesattelt und abgeduscht, ehe beide am Putzplatz ihr Kraftfutter erhielten. Wenn die Pferde 24 Stunden auf der Weide standen, gab es keine einheitliche Fütterung im Stall und so bekam jedes Pferd seine Portion nach getaner Arbeit. Wer frei hatte, wurde genau aus diesem Grund trotzdem einmal am Tag zum Stall geholt, so bekam auch jedes Pferd täglich Aufmerksamkeit.
      Danach ging es aber auch direkt wieder auf die Weide. Während Tami dann später ihren Unterricht beim Mentor haben würde, wollte ich mich mit einigen Jungspunden beschäftigen. Aber vorher schaute ich noch bei Tassilo vorbei, welcher gerade mit Dr. Insektor in der Halle arbeitete. Ich liebte den lackschwarzen Hengst und bewunderte seine Gänge.
      Er war ein altes Geschenk einer guten damaligen Freundin und man sah ihm sofort an, dass diese ein Genie gewesen war, was die Zucht betraf. Doc, wie wir ihn kurz nannten, verfügte nicht nur über ein wunderbar harmonisches Exterieur, sondern auch über einen netten Charakter und über wirklich tolle Gangarten und die brachte Tassilo auch sehr gut zur Geltung.
      Lächelnd verschwand ich wieder von meinem Beobachtungsposten und holte mir stattdessen Amadahy von der Weide der Stutfohlen. Mein kleines süßes Lewitzerfohlen wuchs so schrecklich schnell. Inzwischen war sie schon eine Zweijährige und das sah man ihr auch an. Für heute hatte ich aber nicht viel mit ihr geplant, sondern nur ein bisschen Betüddeln und Spazierengehen.
      Da Amadahy es aber sowieso liebte, die Gegend zu erkunden, war das genau das Richtige für sie und wir waren auch wirklich lange unterwegs, denn auch ich erkundete nur zu gerne die Natur rund um das Gestüt. Als wir wiederkamen, konnten wir auch kurz Tami bei ihrer Reitstunde zuschauen. Sie saß auf unserem Welshhengst He’s called Trüffel, welcher die doch recht schmale und kleine Reiterin hervorragend abdeckte. Generell waren wir alle relativ klein, immer nur um die 1.60-1.65m, während da Tassilo mit seinen 1.80m für uns ein Riese war und dementsprechend auch eher die großen Pferde bevorzugte.
      Mit seinem ruhigen Gemüt war er zumindest ein toller Lehrmeister und selbst ich ließ mich regelmäßig von ihm korrigieren, weil sein Unterricht wirklich Spaß machte. Das sah man auch Tami und Trüffel an, die motiviert ausführten, was Tassilo vorgab. Momentan arbeiteten sie, so viel ich wusste, an dem einfachen Galoppwechsel.
      Ich brachte Amadahy zurück auf die Weide und verschwand dann ins Haus, denn zu meinem Leidwesen war ich heute mit Kochen an der Reihe. Mittagessen gab es immer bei mir und für alle. Wir wechselten uns aber täglich mit dem Kochen ab, denn wir waren alle nicht begeisterte Köche. Ich war heute besonders kreativ und machte Kartoffelgratin.
      Pünktlich um zwölf trudelten dann auch alle am Essenstisch ein und es konnte losgehen. Wir nutzten das gemeinsame Essen auch immer zum Austausch und so erzählte Alexa von ihrem erfolgreichen Springtraining mit unserer schweren Warmblutstute Walking in the Air. „Also was Wita manchmal leistet, ist unfassbar! Sie kann ja echt schwerfällig und faul sein, aber wenn man einmal ihre Motivation angekurbelt hat, geht sie ab wie Schmitz‘ Katze“, erzählte sie lachend und auch ich war begeistert von der Entwicklung der Stute, seitdem sie die Aufmerksamkeit erhielt, die sie brauchte.
      Da es über Mittag immer recht warm wurde, hatten die Reitpferde um die Zeit definitiv Pause. Stattdessen widmeten wir uns da den Jungpferden und heute wollten wir ein wenig Schrecktraining in der Halle machen und sie danach ein wenig abspritzen. Alles Dinge die selbstverständlich waren, aber unsere Kleinen erstmal lernen mussten.
      Und so ging es dann gemeinsam zur Weide der Jungpferde, jeder mit einem Halfter bewaffnet. Das Einfangen war kein Problem, denn kaum hatten wir die Weide betreten, wurden wir von den jungen Pferden umringt, welche uns neugierig musterten. Sie liebten es, mit den Menschen zu arbeiten, aber sie standen ja dafür auch den Rest des Tages draußen.
      Da sie mir sowieso schon am T-Shirt-Zipfel hing, nahm ich direkt Korah. Tami schnappte sich Calimero II, sie liebte den bunten Schecken. Und Tassilo und Alexa nahmen sich Herbstmond und Paddington und schon waren wir eine Vierergruppe. Gemeinsam ging es in den Stall, wo wir die vier ordentlich putzten. Bei Herbstmond haperte es manchmal noch am Stillstehen, aber dadurch, dass sie unter den älteren stand, guckte sie sich vieles ab.
      Lächelnd beobachtete ich Tami. Bevor sie zu uns gestoßen war, hatte sie ihre Ausbildung bereits auf einem anderen Gestüt begonnen. Jedoch war dort einiges schiefgelaufen, woran sie auch definitiv keine Schuld traf, aber dennoch hatte sie vieles abbekommen. Letztendlich hatte sie gekündigt und noch einmal von vorne anfangen wollen und hier war sie nun – bei uns.
      Besonders die Arbeit mit den Fohlen machte ihr Spaß und ich plante sie auch schon bei der Ausbildung der Pferde mit ein. Heute stand für die vier Jungpferde nur ein Spaziergang an. An sich klang es nicht besonders, aber es förderte ihr Vertrauen in den Menschen, ihre Gelassenheit und die Tatsache, dass sie sich ordentlichen führen ließen. Danach ging es für sie auch wieder auf die Weide und jeder ging seinen Wegen nach. Wir verabredeten uns für heute Abend 17 Uhr zum Ausritt.
      Tassilo kümmerte sich außerdem heute um die Kontrolle der Weiden, so dass ich etwas mehr Zeit hatte und mir Outlaw Torn von der Weide holte. Outlaw wurde dieses Jahr vier Jahre alt und war der Liebling von allen. Momentan longierten wir ihn regelmäßig, damit er Muskeln aufbaute und regelmäßig machte er nun Bekanntschaft mit Sattel und Trense.
      Bisher waren wir uns alle einig, ihn englisch einzureiten. Die meisten unserer Westernpferde wurden auf beide Varianten geritten, denn wir alle waren mehr Englischreiter. Und so würde es für Outlaw auch direkt so losgehen. Immerhin hatte er auch großes Talent in der Distanzreiterei.
      Heute machte ich wieder ein bisschen longieren mit dem leichten Trainingssattel, damit er sich in aller Ruhe daran gewöhnen konnte. Bisher juckte ihn das aber sowieso recht wenig, ich war also guten Wissens, dass das Einreiten kein Problem mit ihm sein würde.
      Normalerweise machte ich gegen Nachmittag die Kontrollgänge, aber da die mir heute abgenommen wurden, holte ich mir Raunchy’s Limited von der Weide. Inzwischen war ich ja mehr als froh, dass meine kleine Schönheit wieder bei uns war. Sie wurde ihrem Vater immer ähnlicher und das freute mich natürlich riesig.
      Da Raunchy ein absolutes Allroundpony war, wollten wir heute mal auf den Springplatz gehen. Murrend musterte ich ihre Springausrüstung, wir brauchten dringend einen neuen Sattel, vor allem seitdem das Micklem nun da war und ihr wirklich hervorragend stand.
      Nichtsdestotrotz passte der Sattel und erfüllte seinen Zweck, er war nur nicht mehr so schön wie damals. Ich putzte und sattelte Raunchy und wärmte sie dann mit einer Runde um den Hof auf, ehe wir in allen drei Gangarten auf den Platz Bahnfiguren ritten und dann Trabstangen und Cavalettis dazu nahmen. Am Ende gingen wir zweimal den E-Parcours durch und ich war wirklich zufrieden mit der Leistung meiner Stute.
      Für sie gab es nun eine kühle Dusche und ihr Kraftfutter, ehe es dann zurück auf die Weide ging, wo sie ausgelassen zurück zu den anderen beiden Stuten trabte. Dann machte ich mich auf die Suche nach einem Helferlein und traf Alexa. „Ich bin grad fertig mit dem Dressurtraining mit Call me a Twist, ich habe also Zeit“, erklärte sie lachend.
      Denn ich brauchte sie auch, ich wollte heute zum ersten Mal einen Menschen auf Unitatos Rücken setzen. Er war schon wesentlich weiter als Outlaw, kannte bereits Sattel und Trense und machte einen sehr guten Eindruck. Ich machte ihn gemeinsam mit Alexa fertig und dann ging es in die Halle. Dort spielte ich Reiterlein und Alexa hatte unseren silbernen Hengst an der Longe.
      Er sollte mich erst einmal nur aufsteigen lassen und gut wars für heute. Wir man es von den Westernpferden gewohnt war, lief alles mit viel Ruhe ab und wir waren schnell fertig. Lächelnd lobte ich ihn ausgiebig und auch Alexa war sehr zufrieden.
      Kurz bevor es dann zu unserem Ausritt gehen sollte, holte ich mir noch einmal Acariya von der Weide und betüddelte mein hübsches Welshpony. Insgeheim war sie für mich schon das Gegenstück für Trüffel, wobei Herbstmond ihr da auch große Konkurrenz machte. Für Acariya stand heute ein wenig Führtraining auf dem Plan, damit sie langsam sicherer wurde, bisher war es mit ihr immer noch ein ziemliches hin und her.
      Wie es so war, kam dann letztendlich die Chefin zu spät. Total abgehetzt, aber immerhin war Thorondor gesattelt und ich war auch fertig. Alexa, Tami und Tassilo saßen schon hoch zu Ross und warteten grinsend auf dem Hof auf mich. „Ja ja“, murmelte ich nur lachend, führte Thorondor zur Aufstieghilfe und schwang mich in den Sattel und schon konnte es losgehen.
      Wir brauchten circa eine halbe Stunde zum Strand, wenn wir einige Trab- und Galoppstrecken einbauten. Es war eine ruhige Gruppe und das, obwohl es drei Hengste und eine Stute waren. Tami hatte ich nämlich auf Like Honey and Milk gesetzt, während die anderen beiden Aristo und Dissident Aggressor ritten.
      Wir genossen den schönen Abend und machten uns mit dem Sonnenuntergang im Rücken auf den Heimweg. Weit waren wir vom Gestüt nicht mehr entfernt, als es anfing zu donnern und zu blitzen. „Äh, also wenn wir trocken bleiben wollen, sollten wir einen Zahn zulegen“, meinte Alexa und ließ Dissi antraben. Wir taten es ihr gleich.
      Leider half alles nichts und wir wurde trotz dessen noch pitschnass, kurz bevor wir am Stall ankamen. Dort versorgten wir fix die Pferde, ehe wir gemeinsam ins große Haus eilten. Dort bot ich jedem erstmal eine Dusche an, immerhin hatte ich sowieso drei Badezimmer und während die drei duschten, kümmerte ich mich um Tee und das Abendbrot, ehe auch ich nochmal unter die Dusche sprang.
      Draußen rumorte hingegen ein schönes Sommergewitter vor sich hin. „Also wenn ihr wollt, könnt ihr auch über Nacht hierbleiben. Ich habe zwar nur zwei Gästezimmer, aber dafür noch eine Luftmatratze“, meinte ich lachend und die anderen dankten mir nur erleichtert. Bei dem Wetter wollte keiner mehr nach Hause fahren.
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  • Album:
    Stutenstall
    Hochgeladen von:
    Eddi
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    24 Juni 2016
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    EXIF Data

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    Height:
    640px
     

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  • Name: Like Honey and Milk
    geboren: 2010

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    Von: Call me a Twist
    Aus der: -

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    Rasse: American Paint Horse
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Palominoschecke
    Stockmaß: 155 cm

    Beschreibung:
    Like Honey and Milk, kurz Honey, ist eine herzensgute Seele: Sie ist sanft, verschmust und menschenbezogen. So wie man sich ein richtiges Kinderpony wünscht und tatsächlich ist die Stute auch für die kleinsten Reiter bestens geeignet. Sie geht selbst mit den unbeholfensten Reitern sehr vorsichtig und sanft um. Nichtsdestotrotz birgt die Stute ein riesiges Potenzial für den Westernsport und ist somit auch für die Turnierreiter geeignet. Besondere Begabungen zeigt sie in der Pleasure, im Hunter Hack und im Hunter under Saddle. Ein absolutes Allrounderpferd für alle Alters- und Reitklassen.

    Ersteller: sweetvelvetrose
    Besitzer: Eddi
    Vorkaufsrecht: sweetvelvetrose

    Dressur A - Distanz L - Western S***

    [Reining: LK 2 | Trail: LK 4 | Hunter under Saddle: LK 1]

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    1. Platz 305. Westernturnier
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    Gekört: [SK 435] Stuten mit einer L-Qualifizierung
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    Nachkommen:

    Dissident Hawk (, 2012, von Dissident Aggressor)
    Honey's Aleshanee (♀, 2015, von Dissdent Aggressor)
    Like Twist and Gun (, 2016, von Genuine Lil Cut)

    __________________
    Offizieller Hintergrund