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sadasha

Levistino's Hope

Trakehner | Stute | Buckskin Tobiano | Sammy

Levistino's Hope
sadasha, 4 Juni 2016
Occulta gefällt das.
    • sadasha

      Alte Berichte
      Alte Berichte

      angy, on 21 Jun 2013 - 11:29, said:
      Zitat von angy:
      Neuer Wind auf dem Hof

      Ich war gerade dabei meine Pferde zu verkaufen, da ich auf Trakhener umstellen wollte. Nebenbei suchte ich nach Trakhenerpferden, Meine Vorstellungen war 2 jährig und keine fohlen, doch dann endeckte ich 3 Fohlenanzeigen, die mein interresse geweckt haben. Es waren zwei Stuten und ein Hengst. Ich machte mit allein drei Züchtern ein Besichtigungstermin aus diese schon am Nachmittag war. Zuerst fuhr ich zu Occtula. Dort wartete eine süße Falbstute mit blauen augen. Ich freute mich und verfuhr deshalb mich einmal bei einer Abzweigung, ich merkte dies zum glück schnell und konnte zurück fahren. Bei Occtula angekommen entschuldigte mich für die Verspätung. Dann gingen wir gemeinsam die kleine anschauen. “ Sie hat noch keinen namen, sie hat super Abstammung Ysun eine erfolgreiche Zuchtstute und Pacey einen erfolgreichen Hengst, sie habe leider keine zeit für die kleine.!” Sofort hatte ich mich in die kleine Schönheit verliebt. “ Wenn ich sie bekommen würde würde sie Mystical Star heißen!” sagte ich und strich der Schönheit über die Nüstern.. Dann verhandelten wir den Kaufpreis aus und occtula sagte sie würde sie heute abend schon bringen. Dann fuhr ich zu Catycat sie hatte einen falberen hengst namens Golden Coin, und auch dort verhandelten wir den Kaufpreis und sie wollte ihn auch heute noch bringen. Dann gingen wir zu Sammy, schon 2 fohlen im “Gepäck” und kurz darauf erreichte ich den hof, Auch dort war eine bildhübsche stute Laruna, Sammy sagte sie sei anfangs schüchtern. Aber sonst ist sie eine fabelhafte stute, das hat mich überzeugt und auch sie war gekauft, und auch sie würde heute noch kommen.
      Ich fuhr dann nach hause richtete drei Boxen her und wartete auf die drei Neuankömmlinge.


      3h später

      Ich war schon aufgeregt, und wartete auf 3 Anhänger. Diese kamen auch alle gleichzeitig. Wir brachten die Neuankömmlinge unter, gingen dann noch ins Stübchen Kaffee trinken. Dann regelten wir das finanzielle ab und die drei verließen den hof und ich ging noch mal nachschauen ob denen dreien gut gingen. Sie fraßen genüsslich nur laruna stand etwas verschüchtert in einer ecke, aber das wird sich bestimmt noch legen,
      angy, on 24 Jun 2013 - 22:18, said:
      Zitat von angy:
      24.Geburstagsritt.(Amjad Amir, Faras, Donnerschall,Flip,Lady of Pancake,Laruna,Golden Coin, Mystical Sar)
      JayJay kam zu Besuch

      Heute war mein 24. Geburtstag und wollte den Tag mit meinen Fohlen und Pferde verbringen. 3 Meiner Fohlen mussten für die bevorstehenden Fohlenschau vorbereiten. Jayjay meine Freundin wollte heute auch noch vorbeikommen. Ich freute mich sehr, ich war gerade in der Küche fertig geworden und ging Richtung stall um meine Lieblinge zu füttern. Ich zog die schwere Stalltüre auf und eine wohlwollende Prise der Pferdeduft entgegen und ging dann ins Futterlager um den Heuwagen zu holen. Ich verteilte jedem Pferd seine Ration und auch sein Kraftfutter und begann 1,5h später die Pferde auf die koppeln zu lassen um die Boxen sauber zu misten. Als ich mit der letzten Box fertig war kam Jayjay gerade auf den hof. "Hi Angy", begrüßte ich sie. "Alles gute zum Geburtstag" Ich übergab ihr eine Kleinigkeit. "Ich hoffe du kannst das gebrauchen", grinste ich sie an. "Soll ich dir was helfen?", fragte ich sie, während sie das Geschenk auspackte. " Hi Jay, Danke" freute ich mich. " Ja klar, wir müssen Donnerschall, Laruna und Mystical Star fertig machen für die Show heut abend!" sagte ich und die anderen noch etwas beschäftigen. Jay hatte mir ein schönes pinkes fohlenhalfter mit sternchen geschenkt. Dieses wohl für Star sein sollte. ich bedankte mich nocheinmal. "Dann kannst du das Halfter ja gleich heute Abend einweihen", sagte ich und ging mit ihr mit. Wir holten in der Sattelkammer jeweils eine Bürste aus den Putzboxen und gingen zu den Fohlen. "Mensch, Donnerschall ist live ja noch viel schöner als auf den Bildern die du mir geschickt hast", schwärmte ich. "Ja Donnerschall mit ihm hatte ich probleme als muemmi ihn mir schenkte!" ich ging zu meiner kleinen mystical Star und fing an ihr fohlenmähne an zu kämmen. Star stand ruhig da und genoss es sichtlich. "Warum Probleme?", fragte ich sie, während ich Donnerschalls Fell bürstete und anschließend sein Langhaar entwirrte. " man meinte weil man ein ioffizielles Vkr hatte und ich es dann an die vorbesitzerin geben sollte, was ich nicht mache natürlich!" meinte ich und ich bürstete Stars fell. "Aber wenn Muemmi ihn dir anvertraut hat, finde ich es ja nicht so schlimm und gut ist das für den kleinen ja auch nicht", sagte ich kopfschüttelnd und machte mich daran seine Hufe auszukratzen. Anschließend kraulte ich den kleinen noch ein wenig. "Ja find ich auch" naja kann man nichts machen. Ich war gerade dabei ihre hufen zu ölen, und flechtete nun die mähne ein. Ysun die Mutter von Star würde heute auch noch kommen. um an der FS teilnehmen zu können. Also wartete ich dann noch auf Ysun. Laruna mussten wir auch noch machen, flip, amjad amir und Pancacke wollten heute auch noch bewegt werden. "wir haben also noch viel vor Jay!" lachte ich

      "Macht nichts", lachte ich, "dann wirds uns schon nicht langweilig heute."

      Als ich die Hufe von Donnerschall geölt hatte, ging ich zu dem dritten Fohlen und fing dort an das Fell zu putzen. "Aber geb mir nachher lieber ein großes Pferd, nicht das ich zu groß bin", sagte ich zu ihr und machte mich nun daran, die Mähne zu entwirren und anschließend zu flechten.
      "Dann kannst du Faras nehmen und ich nehm amjad , dann könnten wir ja ausreiten gehen! wenn du lust hast. "Klar, da brauchst du mich nicht zwei mal fragen", sagte ich grinsend und wartete bis sie fertig war. Anschließend gingen wir gemeinsam in die Sattelkammer und räumten dort die Sachen der Fohlen wieder auf. Angy zeigte mir wo die Sachen von Faras waren. Gemeinsam gingen wir dann in den Stall und Angy zeigte mir noch wo Faras stand. wir machten Faas und Amjad fertig und ritten los richtung Wald. "Sollen wir galoppieren?", fragte ich sie nun. Als sie nickte, ließ ich den Araberhengst angaloppieren.Amjad setzte in einem kräftigen Gallopp hinterher. Seine mähne flatterten im wind. "Na wie lief dein date gestern?" keuchte ich "Richtig toll", sagte ich und versuchte sie kurz anzuschauen, " der Kerl ist einfach hammer und lieb und nett und sein Hund erst." Allein schon wenn ich an ihn dachte, musste ich lächeln." wird da noch mehr?" fragte ich grinsen, ich hab ihre augen bemerkt. "Na, ich hoffe doch", grinste ich und parierte Faras in den Schritt. Als ich verschnauft hatte, zog ich mein Handy aus der Tasche und zeigte ihr ein Foto von ihm. "Also wenn das nichts wird, dann bin ich echt beleidigt", sagte ich grinsend." Na dann drück dir die Daumen!" und parierte meinen hengsten der im verkauf stand zurück und ließ ihm eine verschnaufpause "Was muss denn jetzt noch alles gemacht werden?", fragte ich sie und steckte das Handy wieder in die Hosentasche zurück." Flip und Pancake, und in einer dreiviertelstunde kam ysun, dort muss noch ne Box gemacht werden, und sie herausputzen!" gab ich zurück. und klopfte dem hengst den hals ."Ok und was willst mit Flip und Pancake machen?", fragte ich sie. "Ich kann ja den Flip longieren wenn du magst."" Gut, dann mach ich Ysun´s box. und Pancake" gab ich zurück und ging dann auf den rückweg.

      Ich ritt ihr nach. Als wir wieder auf dem Hof angekommen waren, stieg ich ab und führte den Hengst in den Stall, wo ich ihn absattelte und versorgte. Ich reinigte noch das Gebiss und räumte die Sachen von dem Hengst auf. Anschließend holte ich Flips Halfter, Führstrick und Putzbox. Nachdem Angy mir seine Box gezeigt hatte, stellte ich die Putzbox vor der Box ab und öffnete die Boxentür. Als ich ihn begrüßt hatte, legte ich ihm sein Halfter an, befestigte den Führstrick am Halfter und führte den Wallach aus der Box heraus und band ihn davor an. Nun öffnete ich die Putzbox und nahm Striegel und Kardätsche heraus und fing an ihn zu putzen. Als ich damit fertig war, entwirrte ich noch sein Langhaar und kratzte ihm die Hufe aus. Als ich ihn wieder in die Box gebracht und seine Sachen aufgeräumt hatte, ging ich zu Angy und half ihr dabei die Box für Ysun fertig zu machen.Nun war die Box fertig und zusammen ließen wir pancake in der halle rennen, und schon hörten wir den hänger, Stelli brachte Ysun vorbei. Ob Mystical Star und Ysun sich noch kennen, wäre interressant zu wissen Als die Stute in ihrer Box war, nahmen wir ihre Sachen von Stelli entgegen und fingen dann an sie gemeinsam zu putzen und danach herzurichten. "So, ich denke wir sind fertig oder fehlt noch was?""nein, wir habens geschafft! Danke nochmal!" sagte ich zu meiner Freundin und kontrollierte nochmal alles genau, ich war aufgeregt auf die Show. "Kein Problem", sagte ich, "dann werd ich jetzt mal wieder gehen. Ich wünsch dir viel Glück nachher." Als wir uns verabschiedet hatten, stieg ich in mein Auto ein und fuhr nach Hause. Ich wunk ihr hinterher und während ich ins haus lief viel mir ein das wir Golden Coin vergessen hatten, also stiefelte ich wieder zurück und ließ den kleinen in der halle fetzen, dann legte ich mich hin.
      angy, on 21 Jul 2013 - 20:17, said:
      Zitat von angy:
      Ein wunderbarer Sommertag

      In der letzten paar Tagen waren wir also ich und meine Pferde ziemlich erfolgreich. Donnerschall gewann eine Fohlenschau, Mistical Star war bei ihrem ersten Fohlenschau sehr brav, zwar hat sie nicht gewonnen, aber das wird schon noch werden denk ich!! In der Zeitung endeckte ich zwei Annoncen, eine für eine Trakhenerstutfohlen und einen Trakhenerhengst 4 Jährig. Beide interressierten mich und machte desshalb einen Besichtigungstermin aus. Diese vor zwei Tagen war. Ich war begeistert von beiden und kaufte sie sofort und heute sollten sie kommen. Flip das Welschpony hatte ich an einen guten Platz verkauft und wurde heute früh abgeholt. Es fehlten nur noch Amjad Amir und Faras zwei prachtvolle Araber. Ich konnte nicht verstehen wieso sie noch nicht gekauft wurden. Beide unter Wert angeschrieben hatte. Ich ging in den Stall und mistete erstmal sämtliche Boxen aus und richtete 2 neue her. Dann holte ich Laruna. Die scheckstutfohlen hatte heute ihr ersten hufschmiedbesuch. Ich bin gespannt wie das ausgeht. Laruna machte ich fertig und der Hufschmied kam schon angerollt. Dann ließ ich ihn arbeiten, blieb aber am Kopf von Laruna stehen und beobachtete alles. Wenn sie brav war lobte ich sie. Artig ließ sie sich die hufen stutzen und als der Hufschmied fertig war bekam sie ein stück apfel als belohnung. Dann durfte sie auf die Weide. Dann holte Ich Mistical Star. Die kleine durfte sich in der Halle ausgibig rennen und wälzen ehe sie zu Laruna auf die Weide kam. Dann gingen wir zu den Hengsten donnerschall. Der hübsche durfte auch auf die Weide und golden Coin gleich mit. Dann rollten 2 Hänger auf meinem Hof einmal war es Niolee die mir mein Fohlen Celebration of Dance bringt und ein fremder verkäufer der mir Cadiz bringen sollte. Wir luden erstmal die Pferde aus . Celebration durfte zu den Stutenfohlen auf die weide, erstmal aber an einer abgetrennten stück, damit sich die anderen kennen lernen konnten. Cadiz dagegen wollte ich heute noch Tranieren. Ich striegelte den schönen über Sattelte und fing an ihn warmzureiten.
      Ich plante nur ne halbe stunde ein da er nch jung war und noch nicht lange unterm sattel war.
      Nach ner weile trabte ich ihn an, sofort ging er über und schnaubte nach unten. Ich tätschelte ihm den Hals. Machte kleine Bahnfiguren und wechselte mal die Seiten. Cadiz hatte die ohren immer nach mir gerichtet und wartete auf das nächste Signal. Dann gallopierte ich Cadiz an und der junge hengst sprang richtig an. „ Fein!“ lobte ich ihn und ließ ihn ordentlich abgallopieren, eine Stallmitarbeiterin machte da gerade ein Foto.

      Nach dem wir nun mit dem Training fertig wurden, ritt ich den kleinen noch trocken und dann durfte er auf eine extra Weide.
      angy, on 20 Oct 2013 - 17:27, said:
      Zitat von angy:
      Pflegeberichte meiner Pferde

      Donnerschall
      Golden Coin
      Cadiz
      Sun Sulverdore
      Star Bucks
      Mystical Star
      Laruna
      Celabration of Dance
      Petit Jayaprada
      Mountin´s Girl


      Heute fand ich etwas zeit um mich meine Pferde zu kümmern. Meine Lehrstelle spannte mich einfach zu sehr ein. An meinem Freien tag fuhr ich auf meinen Hof, zum glück hatte ich tolle Freunde die ab und zu nach meinen Schützlingen sahen konnte ich mich beruhigt um meine Stelle kümmern. Doch die Sehnsucht war trozdem da. Ich ging zuerst zu meinem 4 Jährigen Hengst Donnerschall. Mein schönling wieherte mir gut zu und ich strich ihm kurz über die nüstern. Ich würde ihn zum Training woanderst bringen. Dann ging ich zu den Hengsten und lies Coin in die Halle rennen. In der zwischenzeit ging ich zu meinem Jungen Trakhener Hengst Cadiz und striegelte den braunschecken wieder sauber und sattelte ihn auf. Ich ritt den kleinen auf den Ausenplatz für eine halbe Stunde und merkte wie er schon taktvoller war, seine RB leistete gute arbeit. Dann kamen Sun Sulverdore ein Pottok Pony an der Reihe, diesen ich heute nur longierte und Star Bucks konnte ich kaum anfassen darum lies ich ihn in ruhe beschloss aber mit ihm demnächst ordentlich zu Tranieren. Dann ging es zu den Stuten, Zuerst brachte ich aber coin zurück. Und ging dann zu Mystical Star. Die kleine hatte es offenbar nicht glück in der FS, aber das wird sicher noch kommen. Uch lies Mystical star, Laruna und Celabration of Dance zusammen in der Halle laufen und scheuchte sie rum. Dann machte ich Jayaprada fertig und und Mountains Girl. Dann musste ich auch schon wieder los.



      ( An Modis: Ich weiß das der Berichte nicht optimal sind aber ich hab kaum zeit =( )
      angy, on 25 Dec 2013 - 17:04, said:
      Zitat von angy:
      Weihnachten


      Es war heilig abend und ich wollte mich heute um meine Pferde kümmern. Zuerst ging ich zu meinem Zuchthengst Donnerhall. Ich wollte heute mit ihm einwenig ausreiten. Der Junge hengst kam gerade aus seiner Ausbildung. Ich hatte jetzt einpaar Tage Frei und die wollte ich mit meinen pferden verbringen auch wenn es bitter kalt war. Ich zog mich desshalb warm an und ging in den Stall dort kam mir ein wohliger warmer Duft entgegen. Ich putzte den Rapphengst und sattelte ihn auf. Dann schwang ich mich elegant auf sein Rücken und ritt aus. Ich genoß die zweisamkeit mit meinem geköhrten Hengst. Aber ich hatte ja noch andere Pferde die ich bewegen musste. Nach einer halben stunde brachte ich meinen Hengst zurück in die Box und holte Cadiz meinen anderne Trakhenerscheckhengst. Diesen ich heute nur longieren wollte. Ich putzte auch ihn, und sah das sich seine Reitbeteiligung wirklich gut um ihn kümmerte. Ich war da immer skeptisch was mit meinen Tieren war. Ich lasse einfach nicht jeden Rann schon gar nicht an meinen wertvollen Hengsten. Cadiz benahm sich sehr gut und setzte meine Kommandos auch sehr gut um. Als er fertig war ging ich zu meinem Pottok Hengst Sun Sulverdor. Den hengst hatte ich nur longiert in letzter zeit und desshalb wollte ich ihn heute reiten. Er konnte zwar noch nicht viel aber er war sehr lernwillig.
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    • sadasha

      Alte Berichte
      Umzugsgedanken…
      Aufgeregt und voller Vorfreude stieg ich aus dem Flugzeug, lief zum Kofferband und lud so schnell ich konnte meine Tasche ab. Anschließend ging ich nach draußen und atmete die kühle Luft des Londoner Flughafens ein. Jetzt im Januar war es noch ziemlich frisch. Ich sucht mir ein Taxi und nannte dem Fahrer mein Ziel: ein kleines Hotel in Winchester. Von dort aus wollte ich endlich meine Suche starten – die Suche nach meinem neuen Gestüt.
      Ich hatte mir schon vor einiger Zeit überlegt umzuziehen und zunächst hatte es mich nach Kentucky in die USA gezogen. Nach reiflicher Überlegung war mir dieser Plan jedoch zu gewagt. Amerika war einfach zu weit weg, diese lange Reise wollte ich meinen Pferden nicht antun. Zudem wären auch die Umzugskosten kaum zu stämmen, da ich ja auch den neuen Hof noch bezahlen musste. Nicht zuletzt wäre ich auch völlig ab vom Schuss gewesen und hätte all meine Freunde zurückgelassen. England jedoch lag nicht ganz so sehr aus der Welt und gab auch ein schönes Plätzchen für einen Kurzurlaub ab. Ich hatte auch schon mit einigen Leuten telefoniert, die Gestüte und Höfe zu verkaufen hatten und erhoffte mir von diesen Besuchen natürlich viel. Ich hatte ein ganz genau festgelegtes Budget, welches für den Kauf, eventuelle Renovierungen und Umbauten reichen musste. Den Rest brauchte ich dann für den Umzug und natürlich die tierärztliche Versorgung meiner Pferde. Ich hatte eine ganze Weile gebraucht, um endlich eine Woche zu finden, in der ich nach England fliegen konnte. Zu Hause war momentan schrecklich viel los. Für Wüstentänzer und Melody’s Girl standen nächste Woche Körungen an, Unannounced Pleasure, San Salvador und Reminiscent Inspiration sollten auf Fohlenschauen gehen und natürlich waren viele meiner Pferde für die laufenden Turniere gemeldet. Gott sei Dank hatten sich einige meiner Freunde bereit erklärt, sich diese eine Woche um meine 73 Pferde zu kümmern. Drei davon würde ich auf alle Fälle verkaufen, bei zweien war ich mir noch nicht sicher. Der Rest jedoch durfte bleiben und würde meine Zucht begründen. Früher mit Rawwrrr hatte ich nur New Forest Ponies gezüchtet. Nun wollte ich neben meinen geliebten New Forests jedoch auch Araber, Englische Vollblüter, Trakehner, Hannoveraner, Holsteiner, Isländer, Deutsche Reitponies, Welsh As, Welsh Bs, Andalusier, Lusitanos, Saddlebreds und Barockpintos züchten, sodass ich insgesamt auf 14 Rassen kam. Desweiteren überlegte ich mir auch Quarter Horses und Paints in die Zucht mit aufzunehmen. Dafür hatte ich schon zwei Stuten: einmal meine American Baby, die schon gekört war und dann noch My Golden Heart, eine junge und sehr viel versprechende Paint Horse Stute. Mit diesen beiden Rassen könnte ich auch die Westernreiter abdecken, was mir sicherlich eine etwas größere Kundschaft einbrachte. Sonst waren meine Pferde nämlich bis auf zwei Ausnahmen englisch geritten und ausgebildet.
      Neben der Zucht hatte ich außerdem vor, auch meinen Ausbildungsbetrieb , die Hollybrook Stud Training Stables weiterzuführen. Dies würde allerdings von da an auf meinem Gestüt stattfinden, da ich dann hoffentlich die richtige Anlage dafür bieten konnte.
      Der Taxifahrer hielt vor einem kleinen, aber netten Hotel. Ich bezahlte, stieg aus und checkte schnell ein. In zwei Stunden hatte ich bereits meinen ersten Termin. Solange wollte ich schon einmal auspacken und mich im Internet nach weiteren Angeboten schlau machen.
      Bisher hatte ich vier hoffnungs erweckende Termine, doch ich rechnete eigentlich damit, mir noch mehr Anwesen ansehen zu können. In England gab es eine Vielzahl wunderschöner, alter Höfe, Villen, Schlösser – viele waren jedoch zu teuer oder standen unter Denkmalschutz. Daher war ich umso gespannter, was mir meine Besichtigungen bringen würden.
      Zwei Stunden später hatte ich bereits vier weitere Besichtigungstermine rund um Winchester vereinbart und außerdem für Freitag einen Ausflug in den New Forest Nationalpark geplant. Vier Tage würden mir mit Sicherheit reichen, um ein passendes Gestüt zu finden.
      Mein erstes Ziel lag zwischen Winchester und Stonehenge. Ich hatte mir für diese Woche ein Auto mit Navi gemietet und fand den Hof so auch recht schnell. Es war ein nettes Anwesen, mit einem modernen Stallgebäude und einem schönen Garten. Für mich jedoch viel zu klein und vor allem auch völlig überteuert. Dies lag wohl an der Nähe zu Stonehenge, da der Ort natürlich viele Touristen anlockte. Ich verabschiedete mich schon sehr schnell wieder von der Frau und besichtigte Stonehenge, um mir die Zeit totzuschlagen.
      Mein nächster – und für heute auch letzter – Termin war nahe bei Southampton. Ich fuhr eine kurze Auffahrt hinauf und wurde prompt von einer molligen jungen Frau begrüßt. Sie führte mich über den Hof und erzählte, dass sie das gute Stück geerbt hatte, aber eher ein Stadtmensch war. Der Hof besaß ein paar wirklich schöne Gebäude und sah auch ordentlich gepflegt aus. Renovierungsarbeiten würden hier wohl kaum anfallen. Ich vereinbarte mit der Frau, dass ich mich bis Ende dieser Woche wieder bei ihr melden würde und versicherte ihr, dass ich auf jeden Fall Interesse hatte. Billig war der Hof zwar nicht, aber für das was geboten wurde auf jeden Fall angemessen…
      Die Tage vergingen und viel zu schnell war es Freitag geworden. Ich hatte mir nun vierzehn Höfe angesehen und bereits morgen früh würde ich wieder nach Deutschland fliegen. Nun hatte ich vier Höfe ausgewählt, die in Betracht kommen würden. Keine Frage, es waren alles sehr schöne Anwesen, nur so wirklich „klick“ gemacht, hatte es bei keinem von ihnen. Es fehlte einfach das Gefühl, das perfekte neue Zuhause gefunden zu haben. Ich packte gerade meine Sachen und richtete mir dann belegte Brötchen und etwas zu trinken für meinen Ausflug in den New Forest Nationalpark.
      Von dort stammten meine beiden Gründerponies Caspar und Precious Scream ab. Somit hatten auch ihre Nachkommen Caradoc, Cheeky Jot, Valentine, Casanova, Classic Moment, Nymphomaniac Fantasia und Fairy Bluebird Vorfahren in England. Als ich fertig war, trat ich aus dem Hotel, setzte mich in mein Auto und fuhr los.
      Als ich einige Zeit später schließlich endlich in Tiptoe, einem kleinen Dorf im New Forest ankam, blickte ich mich überwältigt um. Diese Landschaft hier war einfach wunderschön. Ich kaufte mir noch eine Karte der näheren Umgebung und zog dann los, immer faszinierter von der Natur um mich herum. Wohin man auch blickte, waren Wiesen, rießige Bäume, idyllische Waldwege, Brücken und Lichtungen zu sehen. Ab und an stieß man auf ein winziges Dorf, dass aussah als wäre es dem Mittelalter entflohen. Als ich gerade die Dorfstraße entlanglief, kamen mir plötzlich zwei Ponies entgegen. Da die Menschen sie überhaupt nicht beachteten, fragte ich einen Mann danach. Dieser antwortete grinsend: „Ach sie sind Touristin, ja? In diesen Teil des Waldes verirren sich eher weniger Leute..Die Ponies gehören einer Familie aus dem Dorf. Das weiß jeder und deshalb dürfen sie frei herumlaufen. Sie entfernen sich auch nie weiter als ein paar hundert Meter und kommen, sobald man sie ruft.“ Ich bedankte mich und sah staunend den beiden Ponies hinterher. Kurz darauf befand ich mich wieder im Wald und genoss die Ruhe, als ich plötzlich ein weiteres Pony auf mich zugaloppieren sah. Erst dachte ich, das wäre ebenfalls in Ordnung so, doch dann hörte ich eine Kinderstimme rufen. Ich holte schnell ein Stück Zucker aus meiner Tasche und hielt es dem Pony hin. Dieses hob den Kopf, fiel in den Schritt und nahm mir vorsichtig den Leckerbissen ab. Ich griff schnell nach der Mähne des Ponies und wartete auf den kleinen Jungen, der mir mit hochrotem Kopf entgegengerannt kam.
      „Danke, dass sie Funny eingefangen haben! Das ist schon das dritte Mal in dieser Woche, dass sie ausgebüxt ist. Mein Opa wäre sehr wütend geworden, wenn ich sie diesmal nicht gefunden hätte.“
      „Ach kein Problem, das hab ich doch gern gemacht. Wohnt ihr hier in der Nähe?“, fragte ich den Jungen.
      Der antwortete: „Ja noch. Aber wahrscheinlich nicht mehr lange. Mein Opa hat nicht genug Geld um so ein rießiges Grundstück in Schuss zu halten, sagt er. Ich mache jetzt bei ihm Ferien und meine Mama hilft ihm all seine Sachen zu packen. Aber niemand will den Hof kaufen. Und weil Opa jetzt immer so schlechte Laune hat, spricht er die ganze Zeit davon, Funny zu verkaufen! Dabei hab ich sie doch so lieb!“
      Ich sah den Jungen ein wenig entgeistert an. So einen Gefühlsausbruch hätte ich ihm gar nicht zugetraut. Dann fragte ich: „Dein Opa hat einen Hof zu verkaufen sagst du? Mein du du könntest mich mal zu ihm bringen? Ich bin nämlich gerade auf der Suche nach einem schönen Grundstück für mein neues Gestüt.“
      „Wirklich? Oh das wäre ja schön! Obwohl. Sie sehen so nett aus, da gefällt ihnen der Hof bestimmt nicht. Bisher sind alle netten Leute schnell wieder gegangen und die blöden, hochnäsigen wollten alles abreißen und irgendwelche blöden Hotels darauf bauen.“
      Ich lief neben dem Jungen her und unterhielt mich solange mit ihm über sein Pony. Die kleine Stute war ein New Forest Pony-Mix und ziemlich dick. Er erzählte mir, dass er versuchte, sie auf Diät zu setzen, doch Funny lief einfach immer wieder davon und schlug sich irgendwo anders den Bauch voll.
      So verging die Zeit recht schnell und ein rießiges, schmiedeisernes Tor kam in Sicht. Ich schluckte. Das sah irgendwie ziemlich beklemmend aus. Wir traten durch das Tor und gingen auf ein recht großes, jedoch ziemlich verfallenes Herrenhaus zu. Obwohl der Hof auf den ersten Blick recht verwahrlost wirkte, verliebte ich mich sofort in diesen Ort. Ich wusste nicht wieso, doch ich fühlte mich hier auf Anhieb richtig wohl. Eine wütende Stimme riss mich aus meinen Träumereien: „Wo zum Geier kommst du her? Wir warten mit dem Tee auf dich! Sag bloß das verflixte Tier ist dir schon wieder abgehauen? Deine Mutter hat sich Sorgen gemacht! Und wer ist überhaupt diese Frau?“
      Dann sagte der ältere Mann freundlich zu mir: „Hat er sie etwa belästigt Madam?“
      „Oh nein nein im Gegenteil. Er sagte mir, dass sie einen Hof zu verkaufen haben und zufälligerweise bin ich zur Zeit auf der Suche nach einem. Ich habe mir auch bereits 14 Höfe angesehen, aber wirklich das Passende war nicht dabei.“, erwiderte ich schnell.
      „Timm? Los gib mir das Pony und geh dann zu deiner Mutter. Ich werde die Dame über den Hof führen.“ Mit diesen Worten nahm der Mann dem Jungen Funny’s Strick aus der Hand und ging mit dem Pony los.
      „Also ich weiß nicht was sie führ Ansprüche haben, aber wie sie sehen ist der Hof nicht mehr das, was er einmal war. Früher war dies ein Herrenhaus mit wunderbaren Ställen und einem rießigen Park. Nun..naja das sehen sie ja selbst. Also. Was haben sie denn mit dem Hof vor?“, fragte er.
      „Ich habe 74 Pferde, mit denen ich mir eine erfolgreiche Zucht aufbauen möchte. Außerdem leite ich einen Trainings- und Ausbildungsbetrieb den ich hier gerne weiterführen möchte. Daher suche ich ein Anwesen das ausreichend Platz für ein großes Haus, Top moderne Ställe für ca 100 Pferde, Trainingsanlagen und Weiden bietet. Schöne Ausreitmöglichkeiten wären ebenfalls von Vorteil.“, antwortete ich, wie aus der Pistole geschossen.
      „Aha“, meinte der Alte „Naja wenn ich ehrlich bin, sind die ganzen Gebäude die hier stehen nicht mehr zu gebrauchen. Sie sind alt, morsch, viel zu klein und dunkel. Die Zäune , die den Hof umgeben sind ebenfalls größtenteils kaputt. Das einzige, was mit ein wenig Aufwand wieder in Stand gesetzt werden könnte, wäre das Haupthaus. So viel zu den Nachteilen des Hofs.“, er sah mich erwartungsvoll an, als würde er damit rechnen, dass ich sofort reiß aus nehmen würde. Als ich jedoch nichts sagte, fuhr er fort: „Die Vorzüge des Anwesens liegen sicherlich zum einen in seiner Größe. Ich werde gleich den Wagen holen, wenn wir Funny weggebracht haben, denn zu Fuß schaffe ich das nicht mehr. Es grenzt westlich direkt an den Wald und im Osten an die Heiden. Im Norden liegt in ca fünf Minuten Entfernung das Dorf Sway. Ein sehr hübscher Ort übrigens. Dorthin werde ich ziehen, wenn ich den Hof verkauft habe. Meine Tochter und ihr Mann haben mir netterweise ein Zimmer in ihrem Haus angeboten. Wo war ich jetzt noch gleich stehen geblieben? Ach ja. Im Süden liegen vor allem Felder und Wiesen und außerdem die Bundesstraße. Von dort aus gelangen sie nach etwa fünf Milen nach Milford on Sea, welches direkt am Ärmelkanal liegt. Platz und Ausreitmöglichkeiten hätten sie hier auf jeden Fall mehr als genug.“, schloss er seinen Bericht. Ich hatte aufmerksam zugehört und schwärmte immer mehr für den idyllisch gelegenen Hof. Da auch die Anbindung zur Schnellstraße gut war und Sway einen Bahnhof besaß, wäre mein Gestüt auch sehr leicht erreichbar, was mir sehr wichtig war.
      „Also ich muss sagen, das hört sich alles nicht schlecht an. Könnten wir vielleicht einmal über das ganze Anwesen fahren?“, bat ich den Mann. Dieser nickte und stellte Funny auf eine kleine, mit Stromzaun umsteckte Weide. Dann knipste er kopfschüttelnd den Strom an. „Der Junge ist wirklich unmöglich. Wundert mich nicht, dass das kleine Biest immer abhaut, wenn nie Strom auf dem Zaun ist. Ich lächelte in mich hinein und wir gingen zu einem alten Auto. Ich war recht froh, mal aus der Kälte rauszukommen und wäre gleichzeitig am liebsten draußen geblieben, um mir alles ganz genau anzusehen. Der alte Mann fuhr zunächst um das Herrenhaus herum und dann in weiten Bögen über das Anwesen. Es waren kaum Gebäude zu sehen, eigentlich nur kaputte Zaune und Wiesen. Außerdem lief ein schmaler Bach durch das Anwesen. Es war weitgehend flach, nur hier und da erhob sich ein Hügelchen aus dem Boden. Um den gesamten Hof lief eine halb zerfallene Steinmauer und dahinter konnte man bereits Einblicke in die darumliegenden Wälder und Felder bekommen. Auch wenn dieser Hof unglaublich arbeitsintensiv war, ich hatte mich hoffnungslos verliebt. Der Platz war ausreichend, um einen rießigen Stall, viele großzügige Koppeln, Reitplätze, eine Halle, eine Rennbahn und noch mehr aufzubauen. Die Möglichkeiten hier waren schier unbegrenzt.
      Als wir schließlich wieder vor dem Haupthaus standen, kamen bereits Timm und seine Mutter hinaus und sahen mich gespannt an. Auch der alte Mann schien zu warten, dass ich etwas sagte.
      „Wie viel hätten sie denn gerne für das Anwesen?“, fragte ich dann.
      „Sie..Sie wollen es nehmen? Ich meine, sie kaufen es und bauen dann hier ihr Gestüt?“, stammelte der alte Mann und ich hatte schon ein bisschen Angst, dass er gleich umfallen würde.
      „Naja , ich hätte auf jeden Fall großes Interesse. Aber das kommt natürlich auf den Preis an. Hier ist so viel Instand zu setzen und ich habe leider auch nicht alles Geld der Welt zur Verfügung.“
      „Das verlangt ja auch kein Mensch! Meine Notlösung, dieser reiche Schnösel, der hier ein Hotel bauen wollte, hat mir 200ts Joellen geboten. Er meinte, wenn ich diese Woche noch einwillige und sofort hier verschwinde, verdoppelt er sein Gebot sogar noch.“
      Ich sah meinen Traumhof in Gedanken bereits zerplatzen. So viel war einfach nicht drin, wenn ich die ganzen Renovierungsarbeiten und Materialkosten einrechnete. Dies wollte ich dem Mann gerade mitteilen, als er fort fuhr: „Mir geht es aber nicht darum, dieses Anwesen möglichst teuer zu verkaufen. Ich möchte jemanden, der es zu schätzen weiß und gut damit umgeht. Der Schnösel hätte alles platt gemacht und überall hässliche Betonkästen hingestellt. Das möchte ich aber nicht. Mir gefällt die Idee hier bald ein Gestüt zu haben, viel viel besser. Daher würde ich ihnen anbieten, dass sie mir 20ts Joellen für das Grundstück zahlen und dann hier das schönste Gestüt in der Gegend aufbauen!“
      „Ja! Und wenn sie hier sind, um die Bauarbeiten zu überwachen, können Sie gerne bei meiner Familie unterkommen. Wir haben ein großes Haus mit Gästezimmer, nur fünf Minuten von hier entfernt!“, setzte seine Tochter hinzu. Timm strahlte mit den beiden Älteren um die Wette.
      Ich schaute die drei völlig fassungslos an. 20ts war für so ein rießiges Anwesen eigentlich nichts. Schon fast geschenkt. Ich nickte glücklich und ging mit den dreien ins Haus, um sofort den Kaufvertrag zu unterschreiben. Der alte Mann ließ auch sofort einen Notar kommen, der uns das Ganze beglaubigte und dann gehörte das Grundstück tatsächlich mir. Ich konnte es kaum glauben.
      „Miss? Wenn sie doch hier einen Trainingshof aufmachen, darf ich dann ab und zu mit Funny kommen? Sie ist manchmal soo störrisch. Ein bisschen Training würde ihr sicherlich nicht schaden!“, fragte Timm mich leise. Ich wollte gerade antworten, da viel sein Großvater mir ins Wort:
      „Also Timm was erlaubst du dir? Bitte Madam, hören sie einfach nicht auf ihn. Ach so eine Sache noch, würde es sie stören, wenn ich erst morgen ausziehe? Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich nun so schnell einen passenden Käufer finden würde.“
      „Aber natürlich! Ich fliege morgen früh zurück nach Deutschland. Dort werde ich dann erst einmal alles regeln und komme in frühestens zwei Wochen zurück. Also lassen sie sich ruhig Zeit. Und Timm – wenn ich Zeit habe, darfst du gern mit Funny herüber kommen. Weißt du, ich habe auch New Forests. Zwei davon stammen sogar von hier.“
      Ich verabschiedete mich fröhlich von den drei Leuten, nahm einen Bus zu meinem Auto und fuhr dann nach Winchester zurück, wo ich das Auto wegbrachte, meine Sachen packte und schnell den anderen vier Hofbesitzern absagte.
      Am nächsten Morgen um sieben saß ich bereits im Flugzeug nach Deutschland und konnte es kaum erwarten, meinen Freunden von dem Hof zu erzählen und alles haarklein zu planen…

      Planen, planen und nochmals planen!
      Kaum war ich wieder Zuhause angekommen, rief ich sofort Edfriend an, um ihr die tollen Neuigkeiten mitzuteilen. Sie sagte mir außerdem zu, mir zu helfen wo sie nur konnte. Ich erzählte ihr alles was ich bisher über den Hof wusste. Der alte Mann, Mister Bane, hatte mir inzwischen die früheren Baupläne, sowie Lagepläne und genaue Auflistungen über den Hof zukommen lassen, so dass meiner Organisation eigentlich nichts mehr im Wege stand. Nachdem Eddi und ich uns für nächste Woche verabredet hatten, lief ich hinaus auf den Hof, um Immanuel zu finden. Ihm gehörte der Stall, indem ich 27 meiner Pferde untergebracht hatte. Nämlich meine 17 New Forest Ponies und meine Hannoveraner, Holsteiner und Trakehner. Er erließ mir einen Teil der Stallmiete, dafür dass ich seinen Schülern Unterricht gab oder auch Vorführungen mit meinen Pferden ritt.
      Bei Klaus, der einen Stall ca 6 Kilometer von hier entfernt besaß, hatte ich meine englischen und arabischen Vollblüter, also 21 Pferde untergestellt. Ihm half ich beim Trainieren und Korrigieren seiner Privatpferde und stellte sie ab und an auch auf Turnieren vor.
      Die restlichen 26 Pferde standen 20 Kilometer entfernt, auf einem recht großen Zuchtgestüt. Auch hier half ich wo ich nur konnte, um meine Stallmiete so gering wie möglich zu halten. Auch wenn ich Immanuel und Klaus mittlerweile sehr lieb gewonnen hatte, war ich doch unglaublich froh, bald endlich wieder mein eigenes Gestüt zu leiten. Es war einfach nicht dasselbe, ‚nur‘ ein Einsteller zu sein und außerdem waren die Stallmieten trotz meiner tatkräftigen Mithilfe immer noch horrend.
      Ich teilte also allen dreien mit, dass ich mir einen eigenen Hof gekauft hatte und diesen in nächster Zeit in Stand setzen würde. Immanuel und Klaus sicherten mir zu, beim Transport der Pferde zu helfen und meinten außerdem, sie würden mir die Kündigungsfrist erlassen, damit ich mir um das genaue Umzugsdatum keine Sorgen machen musste. Sollte ein Monat angebrochen werden, würden sie die Kosten einfach anteilig berechnen. Nicht so hingegen Herr Kramer, dem das Zuchtgestüt gehörte. Er verlangte sofortige Auskunft darüber, wann ich umziehen wollte, bestand auf einer fristgerechten Kündigung und meinte außerdem hämisch grinsend, dass ich natürlich die gesamte Monatsmiete zu zahlen hätte, wenn ich erst einen Tag später als geplant den Stall verließ. Ich seufzte resigniert. Der Kerl hatte über 250 Boxen auf seinem Gestüt und über die Hälfte davon stand leer. Aber natürlich konnte er ja nicht wissen, wann genau er die Boxen meiner 26 Pferde brauchen würde!
      Nun gut, das musste ich eben in meiner Planung berücksichtigen. Dann mussten die Pferde, die bei ihm standen, eben zuerst umziehen. Ich fertigte Tabellen an, in die ich all meine Pferde eintrug. Dann überlegte ich: Wir waren vier Leute, die mitfahren würden. Immanuel und Klaus besaßen je einen dieser rießigen Pferdetransporter, in denen man bis zu 10 Pferden transportieren konnte. Eddi und ich hatten beide einen Vierer-Hänger. Somit könnten wir pro Fahrt 28 Pferde nach England bringen. Das wiederum bedeutete dreimal England und wieder zurück. Das war natürlich eine große Belastung, vor allem da Immanuel, Eddi und Klaus ja ihre eigenen Gestüte zu führen hatten. Ich beschloss, einmal bei Herrn Kramer nachzufragen, ob ich seinen großen Pferde-LKW mieten konnte und vielleicht einen seiner Stallburschen als Fahrer. Da wir sowieso zeitversetzt fahren würden und die Fähren nach England jede Stunde ablegten, sollte das kein Problem werden. Die erste Fahrt würde auf jeden Fall ich machen und Eddi sollte das Schlusslicht bilden. So war ich bei der Ankunft der Pferde bereits da und Eddi konnte das Verladen gut im Auge behalten. Außer mir kannte sie meine Pferde immerhin am besten. Ich griff sofort zum Hörer und rief im Büro von Herr Kramer an.
      „Na haben Sie jetzt endlich einen Kündigungstermin für mich?“, bellte er ins Telefon.
      Ich verkniff mir einen bissigen Kommentar und fragte so höflich wie möglich: „Nein, leider noch nicht. Ich muss erst mit den Bauunternehmen reden. Aber ich wollte Sie fragen, ob ich mir ihren großen Pferde-LKW für zwei Fahrten ausleihen könnte? Und vielleicht einen Pfleger der ihn fährt? Selbstverständlich bezahle ich Ihnen auch etwas.“
      Herr Kramer lachte: „Na von mir aus können Sie das tun. Ich möchte für jede Fahrt 1000 Joellen. Zusätzlich zu der Tagespauschale von 500 Joellen. Ach und natürlich müssen sie mir meine Stallkraft ersetzen. Macht noch einmal 1000 Joellen pro Tag.“
      Ich schluckte, konnte meine Wut jedoch nicht völlig unterdrücken: „Sie verlangen von mir 8000 Joellen, dafür dass ich ihren Hänger für eineinhalb Tage miete?“
      „Ja. Wenn sie das nicht möchten, suchen sie sich jemand anderen, auf Wiederhören.“, damit verabschiedete sich der widerliche Kerl und legte einfach auf. Nun gut, ich würde erst einmal mit Immanuel, Klaus und Eddi reden, bevor ich mir überlegte einen Transportverleih zu kontaktieren. Wobei der garantiert immer noch günstiger war, als das Angebot von Herrn Kramer.
      Eine halbe Stunde später saß ich wieder vor meiner Tabelle. Alle drei hatten zugesagt, zu jeder Fahrt mitzukommen, sie würden aber am Tag darauf auch wieder nach Deutschland fahren. Ich war wirklich gerührt von ihrer Hilfsbereitschaft.
      Wenn wir bei den ersten beiden Fahrten alle Transporter voll machten, waren bereits 56 Pferde in England. So könnte ich dann schon dort bleiben, um alles zu regeln und die Pferde zu versorgen. Die restlichen 17 Pferde konnte man dann anders verteilen. Klaus konnte zu Hause bleiben und noch mit nach Immanuels Pferden sehen. Immanuel dagegen würde noch einen Vierer-Hänger an seinen LKW koppeln und Eddi wiederum mit ihrem Vierer-Hänger das Schlusslicht bilden. Immanuel sagte, er würde nicht so gerne mit zwei Anhängern fahren, doch für das eine Mal konnte er eine Ausnahme machen. Nun galt es nur noch zu überlegen, welche Pferde in welchem Transport mitfahren sollten.
      Ich beschloss meine Sensibelchen auf der zweiten Fahrt mitzunehmen. So hatten sie mich die ganze Zeit um sich und sahen bei ihrer Ankunft auch schon ein paar vertraute Gesichter wieder.
      Dazu zählten: Hollybrook’s Cheeky Jot, Hollybrook’s Bloody Valentine, Naboo, Isola delle Pirateria, Walk of Fame, Precious Scream, Wüstentänzer, Sahira, Adina De Ra’idah, Samiyah, Mahira, Cuchara und Black Soul. Also war noch Platz für 15 Pferde. Ich beschloss die Hengste in einen der großen Hänger zu stecken, damit ich zu den nervösen Kerlen auch noch ein paar ruhige stellen konnte. Also brauchte ich noch sechs Hengste. Ich entschied mich für Orfino, Khamar al Sanaa, Branagorn, Warrior, Ghostbuster und Juego. Damit war einer der LKW’s belegt.
      Die acht Stuten wollte ich dagegen aufteilen. Zwei sollten je in einen der Vierer-Hänger und die restlichen Vier kamen in den zweiten LKW. Ich würde Isola delle Pirateria, Adina De Ra’idah, Magical Moment und Thousand Sunny in meinen Hänger nehmen. Eddi bekam Sahira, Precious Scream, Melody’s Girl und Rose de Soleil. In den zweiten LKW kamen demnach Naboo, Walk of Fame, Samiyah, Mahira, Golden Flair, Fairylike Facility, Aimiliani, Cuchara, Angels Fall First und Wild Lady Roxanne. Zufrieden mit meiner Einteilung harkte ich die Pferde in meiner Tabelle ab und widmete mich den anderen beiden Fahrten. Meine Fohlen kamen auf jeden Fall in die letzte Fuhre. Und in der ersten sollten möglichst viele Pferde vom Gestüt von Herr Kramer mitfahren.
      Wieder begann ich aufzuteilen: Bei Kramer im Gestüt standen 26 Pferde. Cuchara und Juego würden allerdings erst in der zweiten Woche nachkommen, die konnte ich dann solange bei Immanuel unterbringen. Blieben 22 Pferde für die erste Fahrt, um bei Kramer die Boxen frei zu räumen. Die Fohlen Mississle und San Salvador würde ich bereits vorher abholen und zu Immanuel stellen.
      Es waren genau 10 Hengste, die ich alle zusammen in einen der großen LKWs stecken wollte. Somit wären Candle in the Wind, Laruna, Ojos Azules, Someone, Slaters Secret, Pierre, Fair Prince, Intolerable Life, Daemon und Hollywood Undead versorgt. Die 14 Stuten würde ich auf den zweiten LKW und auf einen der Hänger verteilen, sodas noch ein Hänger blieb, in den ich Hengste laden konnte. In den Vierer-Hänger sollten Fatimah, Dark Misery, Paradises Rafinesse und Mizzi. Den LKW würden dann My Golden Heart, American Baby, Benjilala, Salwa, Dorina, Cinnemont’s History, Little Big Girl und Kolibri belegen. Außerdem sollten ihnen Haadeh und Little Miss Sunshine Gesellschaft leisten. In den Vierer-Hänger würde ich Levistino, Fantastic Fly, Caradoc und Caspar stellen. Somit waren die Pferde für die zweite Fahrt ebenfalls aufgeteilt.
      Fehlten nur noch die 18 Pferde für die letzte Fahrt. 9 von ihnen waren Fohlen – 6 Stutfohlen und 3 Hengstfohlen. Meine insgesamt fünf Hengste sollten zusammen mit den Stutfohlen in den großen Hänger. Somit wurde der LKW von Tschiwabschischi, El Racino, San Salvador, Hollybrook’s Casanova, Hollybrook’s Classic Moment und den Stutfohlen Reminiscent Inspiration, Unannounced Pleasure, Backup, Mississle und Ravenback belegt. In Eddi’s Hänger würden Everybody’s Darling, Hollybrook’s I Love You My Dear, Sharley und Bittersweet mitfahren. Der Hänger, der an den LKW gekoppelt wurde, würde somit von Fallen Immortaliny, Ace of Spades, Black Pearl und Pirate Island belegt werden.
      Aufatmend machte ich mir eine Tasse Tee und überdachte meine Aufteilung dann noch eine Weile. Im Großen und Ganzen war ich aber ziemlich zufrieden. Nun musste ich noch mit Immanuel abklären, dass Cookie, Juego, Mississle und San Salvador für eine Weile in seinem Stall unterkommen sollten, damit ich die Boxen bei Herr Kramer alle zusammen kündigen konnte. Immanuel erklärte sich sofort einverstanden und so konnte ich diesen Punkt auf meiner Liste auch abhaken. Nun ging es an den aufwändigeren Teil: Ich musste mir überlegen, wie mein Gestüt aussehen sollte, das Ganze mit Architekten abklären und natürlich Baufirmen beauftragen, damit die Renovierung schon bald beginnen konnte.


      Fahrt 1
      Aufgeregt wälzte ich mich in meinem Bett herum. Seitdem ich mein neues Gestüt gekauft hatte, war inzwischen ein halbes Jahr vergangen und heute würden wir endlich die erste Fuhre mit Pferden nach England bringen. Die zweite Fuhre folgte dann am nächsten Wochenende und mit dieser würde auch ich endgültig nach England ziehen. Während dieser einen Woche vor dem Umzug würden sich Mr. Bane, Liz und Tim um meine Pferde kümmern, Eddi, Immanuel und Klaus übernahmen dann die Pflege für die Woche nach meinem Umzug. Außerdem hatte ich für den nächsten Tag fünf Vorstellungsgespräche anstehen, immerhin brauchte ich Personal um mein Gestüt zu versorgen.
      Obwohl es erst halb vier Uhr morgens war, stand ich schließlich auf, duschte mich und schlüpfte in meine Stallklamotten. Dann ging ich in die Sattelkammer und kontrollierte noch einmal, ob ich auch nichts vergessen hatte. Das Zubehör der Pferde, die diese Woche mitkamen war bereits fein säuberlich verstaut, nur die Halfter, Transportdecken und Gamaschen lagen noch draußen.
      Ich legte mir einen Stapel Zubehör über den Arm und hängte alles ordentlich vor die Box des jeweiligen Pferdes. Anschließend begann ich damit meine Pferde zu putzen.
      Ich begann mit Fatimah und Dark Misery. Anschließend waren Mizzi und Paradises Rafinesse an der Reihe. Das waren die vier Stuten die als erstes mit mir mitkommen würden. Ich war gerade mit Rafinesse fertig, als Eddis fröhliche Stimme die morgendliche Stille zerriss.
      "Wusste ich doch, dass du auch nicht mehr schlafen kannst! Ich bin schon mit dem Hänger da, wen soll ich putzen?"
      "Oh hi Eddi, wie schön, dass du schon da bist! Übernimmst du die Pferde, die bei Immanuel mitfahren? Das wären Candle in the Wind, Dream of Wyoming, Ojos Azules, Someone, Slaters Secret, Pierre, Fair Prince, Intolerable Life, Daemon und Hollywood Undead. Dann würde ich mit den Stuten anfangen, die in Klaus' LKW kommen.", bat ich meine Freundin.
      Die nickte, schnappte sich einen Putzkoffer und legte sofort los.
      Ich dagegen begann mit My Golden Heart, die kürzlich gekrönt worden war, und machte dann mit American Baby, Benjilala, Salwa, Dorina, Cinnemont's History, Little Big Girl, Kolibri, Haadeh und Little Miss Sunshine weiter. Als Eddi und ich fertig waren, war es auch Zeit, die erste Fuhre transportfertig zu machen. Also legten wir Fatimah, Misery, Rafinesse und Mizzi Transportdecken und Gamaschen an und führten die vier in meinen Hänger. Der war bereits vorbereitet: Die Heunetze waren gefüllt und das Zubehör war sicher verstaut. Auch mein Auto war rappelvoll beladen mit den ersten Klamottenkisten und sonstigem Kram, den ich flott brauchte.
      Nachdem wir die Pferde noch einmal kontrolliert hatten, ging ich mit Eddi noch einmal den Ablauf durch:
      "Also zwei Stunden nachdem ich los gefahren bin, sollte sich Immanuel mit den zehn Hengsten auf den Weg machen. Eine Stunde später kommt dann Klaus mit den Stuten und du bildest dann wieder eine Stunde später die Nachhut mit Levistino, Fantastic Fly, BMs Caradoc und Caspar, ja? Die Tickets hast alle du, vergiss also nicht, sie Immanuel und Klaus zu geben. Ich freue mich schon schrecklich darauf, dass du mein Gestüt kennen lernst, bis später dann!", ratterte ich hinunter, setzte mich hinters Steuer und fuhr los in Richtung Frankreich.
      Als ich endlich am Hafen ankam, stand die Fähre nach England schon bereit und ich konnte sofort mit dem Hänger darauf fahren. Dann verzog ich mich in den Hänger, um nach den Pferden zu sehen. Meine vier Stuten reckten zwar aufgeregt die Hälse, blieben aber verhältnismäßig ruhig, sodass ich als das Schiff ablegte ein wenig an Deck ging. Dort holte ich mir etwas zu Essen und stellte mich an die Reling, um ein wenig über die letzten Wochen nachzudenken.
      Ich war ständig zwischen Deutschland und England hin und her gereist, um möglichst viele der Arbeiten auf dem Hof zu überwachen. Zuallererst hatten wir die ganzen zerfallenen Gebäude abreißen und den Müll vom Grundstück entfernen lassen. Gleich im Anschluss begannen die Bauarbeiten an der Mauer, die das Grundstück umgab, immerhin sollte sie auch die Hengstkoppeln und die Gemeinschaftskoppeln an ihrer Außenseite begrenzen und musste deshalb so früh wie möglich fertig gestellt werden. Das Streichen der Mauer hatten dann Tim, Liz und ich übernommen, wobei wir literweise wetterfeste, weiße Farbe verbraucht hatten.
      Im Anschluss daran hatte endlich der Bau des rießigen Stalles begonnen. Ich hatte sehr lange mit meinem Architekten darüber gesessen, bis ich endlich zufrieden gewesen war. Und das Endergebnis konnte sich mehr als nur sehen lassen: In dem Stall war Platz für insgesamt 100 Pferde samt deren Ausrüstung. Außerdem befand sich eine große Futterkammer für das Kraftfutter darin.
      Der Stall war hufeisenförmig angelegt und hatte drei Eingänge. Der Haupttrakt, sowie die linke Seite sollte meine Stuten beherbergen. Im linken Teil gab es zudem einen extra abgetrennten Trakt für die werdenden Mütter und die frischgebackenen Mütter mit ihren Fohlen. Im Haupttrakt befanden sich zusätzlich zwei Eckboxen, die doppelt so groß waren, wie die normalen und gegenüber der Boxenseite befanden sich Futter- und Sattelkammer. Jede Box maß 4x3,5 Meter, besaß eine gerundete Front mit goldenem Namensschild und Halfterhalter und ließ zudem Kontakt zu den Nachbarpferden zu, da die Wände keine Gitterstäbe besaßen. Außerdem waren es alles Außenboxen, an die jeweils ein Paddock angeschlossen war. In der Mitte des Stallkomplexes war mein Putz- und Waschplatz angelegt worden. Er bot genügend Platz und war überdacht, sodass die Pferde auch bei schlechterem Wetter dort fertig gemacht werden konnten.
      Direkt hinter dem Stalltrakt lag die Gemeinschaftskoppel der Hengste, auf der all meine verträglichen Hengste zusammen stehen durften. Daneben folgten dann drei Koppeln für meine Stuten.
      Rechts neben dem Stallgebäude gelangte man zu den einzelnen Hengstkoppeln. Hier würden die Hengste stehen, die sich überhaupt nicht mit anderen verstanden, bzw die, die nur mit einem anderen Hengst auskamen.
      Das Zentrum meines Gestüts war nach wie vor das Haupthaus. Dieses hatten wir auch nicht abgerissen, sondern wunderschön restauriert, was dem alten Mr. Bane unglaublich glücklich gemacht hatte. Er hatte mir erzählt, dass seine Familie schon seit Generationen hier gelebt hatte und es ihn sehr stolz machte, dass der Hof endlich wieder gepflegt wurde.
      Mein Haus war umgeben von einem großzügigen Garten. Darum herum trafen sich sämtliche Wege des Gestüts. Direkt hinter dem Haus lag die Fohlenkoppel, damit ich meine kleinen Schätze auch aus dem Büro heraus im Auge behalten konnte.
      Auf der anderen Seite des Gestüts befanden sich die modernen Trainingseinrichtungen. Der erste Weg führte zum überdachten Longierzirkel und zum Schwimmbad, der zweite zur Grasrennbahn, die auf einer Seite komplett von Tribünen umgeben war, der dritte zur großen Reithalle mit direkt anschließendem Außenplatz und der letzte schließlich zu den Dressur- und Springplätzen. Auch hier waren zwei große Tribünen aufgestellt, da ich vorhatte des öfteren Turniere auf meinem Hof abzuhalten.
      Neben den ganzen Einrichtungen für die Pferde befanden sich aber auch ein Geräteschuppen, sowie ein schönes Gästehaus auf dem Hof. In dem Gästehaus sollte auch mein zukünftiges Personal wohnen und ich hoffte sehr, dass es allen gefallen würde. Der Parkplatz befand sich direkt an der Außenmauer des Gestüts, lediglich in Notfällen wollte ich Autos und Hänger auf meinem Hof haben.
      Gedankenverloren riss ich mich von der Reling los und stieg wieder hinab, um nach meinen Pferden zu sehen. Eigentlich müssten wir auch gleich ankommen.
      Und tatsächlich legten wir eine Viertelstunde später in Dover an. Ich startete den Motor und fuhr langsam von der Fähre. Bisher war alles großartig gelaufen. Auch die vier Pferde hatten die ca. 1 1/2 Stunden auf der Fähre gut überstanden. Insgesamt hatten wir nun bereits etwa acht Stunden Fahrt hinter uns und mussten noch knapp drei Stunden weiter fahren, bis wir endlich auf dem Gestüt angelangt waren. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass wir gut im Plan lagen und das Gestüt etwa um vier Uhr Nachmittags erreichen würden. Das hieß, dass alle Pferde bis sieben Uhr angekommen sein müssten, wenn alles gut lief.
      Wie bisher kam ich gut voran und erreichte um Viertel nach vier mein neues Zuhause. Das Tor stand offen, sodass ich gleich auf den Parkplatz fahren konnte. Ich stellte mich ganz nach hinten, da Immanuel und Klaus sehr viel mehr Sachen in ihren LKWs hatten, die wir zum Stall schleppen mussten.
      Ich stieg aus und streckte mich glücklich. Endlich war ich daheim. Plötzlich riss mich eine kleine Gestalt fast von den Füßen.
      "Tim! Was machst du denn da?", schimpfte gleich darauf Liz und lächelte mich entschuldigend an.
      "Wir haben schon Heu und Stroh vor die Ställe gebracht, du musst uns nur noch sagen, welche Boxen wir fertig machen sollen." Ich lächelte sie dankbar an.
      "Moment ich schaue schnell auf meinen Plan.", antwortete ich und kramte in meiner Handtasche herum.
      "Also Paradises Rafinesse und Mizzi kommen in die ersten beiden Boxen im linken Trakt auf der rechten Seite. Dark Misery und Fatimah bekommen die dritte und vierte Box von rechts im Haupttrakt.
      "Alles klar, gib uns ne Viertelstunde, dann können sie rein", meinte Liz und joggte mit Tim los, um die Boxen vorzubereiten.
      In dem Moment kam Mr. Bane um die Ecke und blieb erwartungsvoll vor dem Hänger stehen.
      "Ich muss sagen, ich bin sehr gespannt ihre ganzen Pferde zu sehen, nachdem sie so von allen geschwärmt haben!", sagte er lächelnd.
      Ich öffnete die Rampe und führte als erstes Mizzi heraus. Die hübsche Fuchsstute sah sich neugierig um, blieb aber ruhig. Nachdem ich sie am Hänger festgemacht hatte, durfte auch Rafinesse hinaus. Meine erst kürzlich eingerittene Jungstute war schon um einiges nervöser als ihre Freundin. Sie blähte aufgeregt die Nüstern und sah sich mit spielenden Ohren um. Danach waren Dark Misery und Fatimah an der Reihe. Die Isländer ließen sich brav aus dem Hänger führen und drehten ihre flauschigen Ohren in alle Richtungen, um so viel wie möglich mitzubekommen.
      "Sehr schöne Tiere, die Sie da haben Miss Sammy. Wie viele kommen denn heute noch an?", fragte Mr. Bane.
      "Insgesamt 24. Die nächsten müssten auch in einer Dreiviertelstunde ankommen, wenn alles gut läuft. Bis dahin sollten wir die Boxen vorbereitet haben, denn die Hengste sind meistens etwas ungeduldiger als meine Stuten", sagte ich zu ihm.
      Kaum hatten wir meinen vier Stuten die Transportsachen abgenommen, kamen auch schon Liz und Tim zurück und sagten, dass wir die Pferde nun in den Stall bringen konnten.
      "Darf ich auch eine nehmen?", fragte Tim mit leuchtenden Augen. Ich nickte lächelnd und drückte ihm Fatimah's Strick in die Hand. Die Isistute war brav und Tim würde sicherlich mit ihr klarkommen. Liz übernahm Mizzi, Mr. Bane die etwas schwierigere Misery und ich band Rafinesse los. Wir liefen an dem Springbrunnen vorbei, den die Pferde erst kurz ängstlich ansahen und von da aus direkt auf das Stallgebäude zu. Ich lief mit Liz in den linken Stutentrakt, während Liz und Tim die Isländer im Haupttrakt in ihre Boxen führten.
      "So, lasst uns schnell die Sachen ausladen und dann sollten wir die restlichen Boxen herrichten, denn meine drei Freunde kommen dann im Abstand von nur einer Stunde hier an.", berichtete ich den anderen.
      Zuerst machten wir die Boxen für Candle in the Wind, Dream of Wyoming, Ojos Azules, Someone, Slaters Secret, Pierre, Fair Prince, Intolerable Life, Daemon und Hollywood Undead fertig. Als auch die restlichen vierzehn Boxen eingestreut waren, kontrollierten wir die Tränken und hängten Heunetze in jeder Box auf.
      Kurz darauf war ein Hupen zu hören und wir rannten zum Parkplatz um Immanuel zu begrüßen.
      Der Gestütsbesitzer sah recht müde aus, lächelte aber beim Aussteigen.
      "Es ist alles gut gegangen, die Pferde waren auch recht ruhig, nur Someone, Wyoming und Daemon musste ich ein Beruhigungsmittel geben, als wir mit der Fähre abgelegt haben.
      Er half mir dabei die Hängerklappe zu öffnen und führte dann sofort Fair Prince und Intolerable Life aus dem Hänger. Ich folgte ihm und band Hollywood Undead los, um Tim dessen Führstrick in die Hand zu drücken. Liz übernahm Pierre, Mr. Bane Daemon und ich holte Someone aus dem Hänger. Der Cremellohengst hatte weit aufgerissene Augen und sah sich nervös um. Als wir am Springbrunnen vorbeikamen, sträubten sich Daemon und Someone, doch sobald wir den ruhigen Hengststalltrakt betraten, begannen sie sich abzuregen.
      "Pierre kommt auf die rechte Seite in die zweite Box vor dem Durchgang zu den Stuten. Someone stelle ich direkt daneben. Intolerable Life soll auf die linke Seite in die sechste Box vom Stutendurchgang, Fair Prince daneben und Daemon stellen wir neben Prince. Ach so Tim, Hollywood Undead bekommt die Box neben Daemon.", ratterte ich herunter.
      Gleich darauf waren wir wieder beim Hänger. Tim durfte Ojos Azules nehmen, was dem Jungen ein Leuchten in die Augen zauberte. Liz übernahm Candle in The Wind, Mr. Bane Slaters Secret und ich band Dream of Wyoming los. Immanuel trug schon einmal einen Teil der Ausrüstung in die Sattelkammer.
      "Candle in the Wind kommt neben Intolerable Life, Jojo neben Pierre, Secret soll neben Someone und Wyoming kommt zwei Boxen weiter.", sagte ich wieder, während ich meinen Appaloosa in seine Box führte. Der Hengst drehte sich mit schiefgelegten Ohren im Kreis und entdeckte dann sein Heunetz. Das beschäftigte meine Hengste fürs erste.
      Nachdem wir auch die Ausrüstung der Pferde verstaut hatten, luden wir mein Auto aus, richteten unser Luftmatratzen - Lager für die Nacht und räumten meine Lebensmittel in den Kühlschrank.
      Dann gingen wir hinaus und warteten auf Klaus.
      Der kam auch kurz darauf angefahren und streckte sich erst einmal ausgiebig.
      Er übergab mir die Führstricke von My Golden Heart und American Baby, übergab Tim Cinnemont's History und Liz Dorina, drückte Mr. Bane die Führstricke von Little Big Girl und Kolibri in die Hand, Immanuel Benjilala und Salwa und führte zuletzt meine Araberdamen Haadeh und Little Miss Sunshine aus dem Hänger.
      Zwischendurch pfiff er beim Anblick meines neuen Gestüts immer wieder durch die Zähne.
      "Meine Güte Sammy, du hast dir hier echt was tolles aufgebaut! Ich bin gespannt wie deine Zucht laufen wird."
      Vor dem Stall teilte ich die Pferde gleich auf. Benjilala und Salwa kommen in den kleinen Stutentrakt neben Mizzi. My Golden Heart und American Baby ziehen in die Boxen auf der linken Seite und zwar in die vierte und fünfte vom Durchgang gezählt. Little Big Girl und Kolibri beziehen im Haupttrakt die Randboxen rechts und zwar die erste und zweite vom Hengstdurchgang aus. History und Dorina kommen in die ersten Boxen von rechts aus. Haadeh bezieht die dritte Box links vom Eingang im Haupttrakt und Little Miss Sunshine die zweite."
      Als alle Stuten gut versorgt waren, atmete ich erleichtert auf. Wir versorgten auch nun die Ausrüstung und begannen dann mit der Abendfütterung. Kurz darauf traf Eddi mit den letzten vier Hengsten für heute ein. Diesmal bat ich Liz, Tim und Mr. Bane das Sattelzeug zu nehmen, da diese vier Hengste doch ein wenig eigen waren. Eddi übernahm Caradoc, Immanuel Caspar, Klaus Levistino und ich meinen frisch gekörten Hengst Fantastic Fly.
      "So. Die vier kommen natürlich alle in den Hengsttrakt. Levistino bekommt die sechste Box auf der rechten Seite, Fly die daneben. Caradoc zieht auf die linke Seite in die fünfte Box und Caspar in die sechste. Und außerdem darf ich nun endlich verkünden: Das wars für heute, ich bestellte uns jetzt Pizza. Wer möchte noch?"
      Diese Ansage wurde mit zustimmendem Jubel aufgenommen und so machten wir uns gleich darauf auf, um den Lieferservice anzurufen. Bis dahin erntete ich weiterhin viele Komplimente für meinen wunderschönen Hof und meine noch schöneren Pferde. Ich war unglaublich froh, dass die erste Fahrt so gut geklappt hat und hoffte, dass die beiden ausstehenden auch reibungslos verliefen.

      Am nächsten Morgen verabschiedeten sich Eddi, Immanuel und Klaus schon sehr früh wieder. Ich wünschte meinen Freunden eine gute Heimfahrt und teilte ihnen mit, dass ich am Dienstag wieder zurückfahren würde.
      Dann räumte ich ein wenig im Haus auf, putzte meinen Pferdehänger und wartete dann vor meinem Haus auf die Bewerber.
      Insgesamt hatte ich zehn Termine vereinbart und Kandidat Nr 1 müsste in wenigen Minuten auftauchen.
      Tatsächlich tauchte kurz darauf ein großer, blonder junger Mann auf. Zu meiner Verwunderung kam ihm jedoch noch ein zweiter mit roten Haaren hinterer. Ich stand auf und ging auf die beiden zu.
      "Guten Tag! Willkommen auf Hollybrook! Ich nehme an, einer von Ihnen ist Samuel?", fragte ich neugierig.
      Der Blonde errötete ein wenig und meinte lächelnd: "Ja das bin ich, wir hatten telefoniert. Es tut mir sehr Leid, wenn ich Sie verwirre, aber Donald hier ist ein sehr guter Freund und kann wunderbar mit Pferden umgehen. Er hat nur leider vor kurzem seine Stelle verloren und deshalb dachte ich, sie könnten sich vielleicht einmal von ihm überzeugen?"
      Ich musterte Donald. Er war recht kräftig gebaut und machte einen netten Eindruck.
      "Na klar. Ich würde sagen, wir gehen mal zu den Ställen, dann kann ich mich mal von eurem Umgang mit den Pferden überzeugen. Ihr dürft euch nur nicht wunder, die Guten hatten gestern eine sehr lange Fahrt und sind deshalb heute vielleicht ein wenig gereizt."
      Die zwei Männer folgten mir und ich verfolgte aus den Augenwinkeln wie sie sich staunend das Stallgebäude ansahen.
      "Ich würde sagen, wir fangen bei den Hengsten an.", sagte ich, während ich die Tür zum Hengsttrakt öffnete.
      Sofort erschallte lautes Gewieher und den Neuankömmlingen wurden zwölf Köpfe entgegen gereckt. Nur Daemon und Dream of Wyoming kamen nicht an die Türen.
      "Ich würde sagen ihr holt jetzt Levistino und Fantastic Fly aus ihren Boxen, führt sie nach draußen auf den Putzplatz und macht die zwei dann sauber.", wies ich die beiden an und zeigte ihnen die Hengste.
      Samuel nahm meinen hübschen Schimmel, Donald halfterte Fantastic Fly auf. Die beiden großen Hengste waren zwar im Grunde brav, hatten allerdings auch eine gehörige Portion Temperament.
      Als erstes sah ich mir an, wie die beiden die Hengste anbanden. Dabei punkteten sie schon damit, dass sie mit den Tieren redeten und sie nicht direkt nebeneinander stellten.
      Auch beim Putzen gingen sie sorgfältig vor und Donald schaffte es, Fly innerhalb einer Bestzeit zu beruhigen, als der junge Hengst sich mal wieder unnötig aufregte.
      Auf die Fragen der beiden meinte ich: "Levistino ist ein achtjähriger Trakehner, Fly ist ein Holsteiner und erst vier. Beide sind bereits gekört und ich lege sehr viel Wert auf eine gute Ausbildung. So werde ich auch meinen Trainingsbetrieb wieder aufnehmen, sobald hier alles fertig ist. Es würde übrigens auch mit zu den Aufgaben der Pfleger gehören, ab und an beim Training der Pferde zu helfen. Aber das kommt nach und nach, da ich natürlich nicht jeden auf den Rücken meiner Pferde lasse."
      Die beiden nickten und führten ihre Hengste dann zu den Koppeln. Die beiden mussten zu meinem Leidwesen auf Einzelkoppeln, da sie sehr ausgeprägte Hengstmanieren hatten und sofort auf die anderen Tiere losgegangen wären.
      Ich bedankte mich bei den beiden Männern und versprach, mich noch am selben Abend bei ihnen zu melden.
      Kaum dass die beiden weg waren, kam auch schon die nächste Kandidatin.
      Am Ende des Tages hatte ich ohne Mühe sechs junge Leute ausgewählt. Außer Samuel und Donald würden Patrick, Brian, Anna und Meg bei mir anfangen. Arbeitsbeginn war der nächste Sonntag und alle sechs freuten sich schon sehr auf die Arbeit.
      Donald, Samuel, Brian und Meg würden außerdem bei mir auf dem Gestüt wohnen.
      Ich war sehr zufrieden mit dem Tag und fiel hundemüde auf meine Luftmatratze.
      Am nächsten Morgen holte ich Liz ab und fuhr mit ihr zu einem großen Möbelhaus. Samuel und Donald verdienten sich ein wenig Geld dazu, indem sie die Zimmer in dem Gästehaus strichen. Wir würden die Wohnungen der Mitarbeiter alle identisch einrichten, ein kleines Bad und eine Küchenzeile waren bereits vorhanden. Die Zimmer für die Gäste hatten ebenfalls ein Bad, jedoch keine Küche.
      Liz und ich verbrachten den ganzen Tag in dem Möbelhaus. Neben der Einrichtung für das Gäste- und Personalhaus kauften wir auch gleich meine neuen Möbel. Dann vereinbarten wir mit dem netten Herrn an der Information , dass die Möbel nächsten Samstag geliefert und auch gleich in die entsprechenden Räume gebracht werden sollten. Also würde ich bereits am Freitag mit den nächsten Pferden wieder herfahren.
      Nachdem ich meine Pferde versorgt und Liz und Tim die Futterpläne ausgehändigte hatte, ging ich schlafen, um am nächsten Morgen gut ausgeruht nach Deutschland fahren zu können.
    • sadasha

      Alte Berichte
      Fahrt 2
      In der darauffolgenden Woche packte ich mein letztes Hab und gut in Kisten, auch das Sattelzeug der verbliebenen Pferde sammelte ich bereits zusammen.
      Als der Freitag schließlich gekommen war, fing ich meine beiden jungen Ragdolls ein, schob sie in ihren Transportkorb und ging dann hinaus, um mich zu verabschieden und Isola della Pirateria, Adina de Ra'idah, Magical Moment und Thousand Sunny einzuladen.
      Eddi bekam von mir sämtliche Dokumente für die anderen Pferde, sowie die Verladungs- und Abfahrtspläne.
      Dann verabschiedete ich mich von meiner besten Freundin und nahm ihr das Versprechen ab, sich am Sonntag vor der Abfahrt noch einmal kurz zu melden.
      Bis zur Fähre lief alles wunderbar, doch als das Schiff ablegte, wurden Isola und Adina sehr unruhig. Also verabschiedete ich mich von dem Gedanken, die Überfahrt an Deck zu verbringen und öffnete die Vordertür des Hängers, um meine Stuten zu beruhigen.
      In diesem Moment rauschte mir etwas grau-weißes entgegen und ein aufgeregtes: "Finn, aus!", schallte durch die Schiffsgarage.
      Ich sah mich einem äußerst hübschen Australian Shepherd gegenüber, der mit eingeklemmten Schwanz versuchte, an mir vorbeizukommen.
      Gleich darauf kam mir ein großer, muskulöser Typ mit schwarzen Haaren und unglaublich grünen Augen entgegen und nahm den Hund mit hochrotem Kopf von mir weg.
      "Das tut mir wirklich sehr Leid, eigentlich ist Finn gut erzogen, aber er hasst die Überfahrt nach England...", begann er seine Entschuldigung.
      "Ach das macht doch nichts! Ich habe auch ein paar Vierbeiner dabei, die nicht ganz so begeistert sind.", sagte ich lachend.
      "Ja das dachte ich mir schon. Die machen ja nen ganz schönen Radau. Würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich Ihnen ein wenig Gesellschaft leisten würde? Es ist so unglaublich langweilig alleine.", fragte er mit seinem unglaublich süßen englischen Akzent.
      Ich stimmte freudig zu und so setzten wir uns samt Finn in den Vorraum meines Hängers. In unserem Gespräch stellte sich heraus, dass der nette Typ Kevin hieß, er Familie in Deutschland hatte, aber in Oxford studierte.
      "Und du eröffnest also ein Gestüt?", fragte er mit leuchtenden Augen nach.
      "Ja, dieses Wochenende kommt das zweite Drittel meiner Pferde nach England. Und nächste Woche hab ich dann wenn alles gut geht, alle drüben. Kannst du reiten?", antwortete ich.
      "Naja, ich hab es mal gelernt, aber wirklich gut bin ich glaube ich nicht... Du könntest es mir ja beibringen", meinte er grinsend.
      Ich schluckte und wurde mir zum ersten Mal der Nähe bewusst, die mittlerweile zwischen uns herrschte. Ich errötete und sah lächelnd zu ihm auf.
      Er wurde nun ebenfalls rot und stammelte: "Das war nur ein Scherz, keine Sorge!"
      Ich lächelte tapfer weiter, war aber insgeheim etwas enttäuscht. Mir war schon lange kein so netter Kerl wie Kevin mehr begegnet. Aber wie es aussah, würde ich ihn wohl nicht wieder sehen.
      Kurz darauf legten wir an und ich verabschiedete mich wehmütig von Kevin. Er hatte nicht einmal nach meiner Handynummer gefragt.
      Ich seufzte und machte mich auf, um den letzten Streckenabschnitt zu bewältigen.
      Auf dem Gestüt angekommen, wurde ich wieder von Liz und Tim erwartet. Heute war das Wetter nicht so toll, daher war Mr. Bane zu Hause geblieben, da sein Rheuma ihm Probleme bereitete.
      Ich führte Magical Moment aus dem Hänger und freute mich über die staunenden "Ohs" und "Ahs" von Tim und seiner Mutter. Meine Elitestute sorgte einfach immer für Bewunderung.
      Ich drückte Tim ihren Führstrick in die Hand und grinste, als er vor stolz einen ganz roten Kopf bekam.
      "Liz würdest du kurz hierblieben? Isola und Adina sind beide ein wenig schwierig, ich kann nicht beide zusammen nehmen, aber auch keine von ihnen alleine lassen.", bat ich meine neue Freundin. Liz nickte und ich führte Isola della Pirateria aus dem Hänger. Die junge Rappstute tänzelte mit aufgerissenen Augen neben mir her und drängte sich eng an Magical Moment.
      Vor dem Springbrunnen rammte sie die Hufe in den Boden und quiekte erschrocken.
      "Tim? Dreh Magic mal um und warte dann kurz auf uns!", rief ich dem Jungen hinterher, da Magic natürlich ohne Probleme am Brunnen vorbei ging. Nach einigen Überredungsversuchen bewegte sich Isola schließlich im Stechtrab an dem Brunnen vorbei. Wir banden die beiden am Putzplatz fest und nahmen ihnen die Ausrüstung ab. Tim und Liz hatten die vier Boxen bereits eingestreut, weshalb ich Tim auch nicht sagen musste, wohin die Stuten kamen.
      Ich wurde von freudigem Wiehern begrüßt und Isola entspannte sich sofort ein wenig. Magical Moment bezog die Box im Haupttrakt direkt rechts neben der Stalltür. Isola kam in die dritte Box daneben. Als ich mich versichert hatte, dass die Rappstute keinen Unsinn anstellen würde, joggten wir zurück zu Liz. Diesmal bekam sie den Strick von Thousand Sunny, ich übernahm Adina De Ra'idah und Tim trug schon einmal einen Teil der Ausrüstung zum Stall.
      Auch Adina zickte am Brunnen ein wenig herum, doch als sie das Wiehern von Little Miss Sunshine hörte war sie kaum noch zu halten. Wir nahmen auch den beiden die Ausrüstung ab und führten sie in ihre Boxen.
      Nachdem dann auch die ganzen Zubehörkisten verräumt waren, machten wir uns im Haus an die Arbeit. Morgen sollten schließlich die ganzen Möbel geliefert werden und zwar samt der rießigen Küche für mein Haus.
      Daher besorgten wir uns Wandfarben und strichen die Wände meines Hauses.

      Am nächsten Morgen stand ich bereits sehr früh auf und wartete auf meine Möbel. Um kurz nach acht fuhr bereits der rießige Laster vor und vier Männer sprangen heraus. Zwei von Ihnen kümmerten sich um meine Küche, die anderen begannen damit die Möbel ins Gästehaus zu bringen. Kurz darauf tauchte auch Liz auf und half mir alles zu koordinieren. Nachdem die Männer alle Möbel in die jeweiligen Zimmer gebracht hatten, fuhren sie wieder ab, während ihre beiden Kollegen die Küche anschlossen und aufbauten. Ich verzog mich währenddessen mit Liz in mein Schlafzimmer und wir verbrachten die nächsten Stunden damit mein Bett, den Kleiderschrank und die Badezimmermöbel aufzubauen.
      Anschließend gönnten wir uns eine Pause, verabschiedeten die beiden Handwerker und begrüßten dafür den Elektriker, der sämtliche Lampen in meinem und im Gästehaus anschließend sollte.
      Liz und ich verzogen uns mit dem Mann zusammen in die Personalwohnungen, die über den Garagen für Kutschen und Sulkys standen.
      Dort bauten wir jeweils ein Bett, einen Schrank, einen Spiegelschrank im Bad, einen Schreibtisch, einen Nachttisch, ein Bücherregal und eine Kommode auf. Die Küchenzeilen samt Hängeschränken waren bereits aufgebaut und auch die Badezimmer inklusive Waschmaschine waren bereits fertig.
      Wir schlossen unsere Arbeit in den Zimmer ab, indem wir die Vorhangstangen mit Vorhängen aufhängten, die Betten bezogen und in drei der Zimmer eine Schale mit Süßem stellten.
      "Puh das wars für heute. Ich fahre dich schnell nach Hause, du ziehst dich um und dann gehen wir essen, was hälst du davon?", fragte ich Liz. Die nickte fröhlich und machte noch einen kurzen Abstecher mit in mein Haus, um meine zwei süßen Kätzchen zu knuddeln.

      Der nächste Morgen begann genauso früh wie der Samstag. Wieder kamen Liz und Tim, um mir zu helfen. Zu allererst waren natürlich die Pferde an der Reihe. Wir versorgten die Pferde, die bisher hier standen und streuten dann 24 weitere Boxen ein.
      Gleich darauf machten wir uns daran, mein Haus weiter einzurichten. Wir bauten die restlichen Möbel in der Küche auf, danach war das große Esszimmer an der Reihe. Immerhin sollte es hier irgendwann einmal sehr gesellig zugehen, da ich nicht nur mein Personal des öfteren hier haben wollte, sondern natürlich auch meine Gäste bewirten musste.
      Als wir schließlich schon recht müde das Werkzeug verräumten, hörte ich die Stimmen meiner neuen Mitarbeiter. Ich hatte sie gebeten so rechtzeitig zu kommen, dass sie beim Ausladen der Pferde helfen konnten.
      Kurz darauf fuhr auch schon Immanuel auf den Parkplatz.
      "Immanuel nimmst du Black Soul? Er kommt in den Hengsttrakt, rechte Seite in die zweite Box links von Fly. Samuel, Donald nehmt ihr Wüstentänzer und Khamar al Sanaa. Die beiden kommen auch auf die rechte Seite in die ersten Boxen vom Eingang weg. Patrick du übernimmst Branagorn. Er kommt zwischen Fantastic Fly und Black Soul. Brian dir gebe ich Ghostbuster. Er kommt neben Wüstentänzer. Liz, Tim? Ihr übernehmt Orfino und Juego. Orfino kommt rechts neben Caradoc, Juego zwischen Caspar und Hollywood Undead. Bleiben noch Hollybrook's Casanova, Hollybrook's Cheeky Jot und Hollybrook's Bloody Valentine. Valentine nehme ich. Anna du übernimmst Nova und Meg du hast die Ehre meinen Liebling Cheeky zu führen. Cheeky kommt in die erste Box auf der linken Seite, Valentine daneben und Nova neben Valentine."
      Nachdem wir alles verräumt hatten, atmeten wir erleichtert durch und ich schickte Immanuel ins Haus, damit er sich ausruhen konnte. Mein Freund wollte nämlich noch an diesem Abend wieder nach Hause fahren.
      Kurz darauf traf dann auch schon Klaus mit den Stuten ein. Wieder ratterte ich los:
      "Samuel, Donald euch gebe ich Samiyah und Mahira. Samiyah kommt in den Haupttrakt auf die linke Seite , in die erste Box an der Seite. Mahira steht direkt daneben. Brian du nimmst Wild Lady Roxanne. Sie soll neben Mahira. Liz und Tim ihr bekommt Golden Flair und Fairylike Facility. Anna du gehst gleich mit Aimiliani mit und Meg du nimmst Naboo. Die kommt neben Magical Moment, Aimiliani neben Isola, Facility zwei Boxen rechts von Thousand Sunny und Golden Flair zwei Boxen von Facilty weg. Patrick du nimmst Angels Fall First, Klaus geht gleich mit Cuchara mit und ich schnappe mir Walk of Fame. Angel kommt rechts neben My Golden Heart, Cuchara neben Salwa und Fame stelle ich zwischen Thousand Sunny und Fairylike Facility."
      Ich atmete tief durch als wir auch hier alles erledigt hatte und zeigte Samuel, Donald und Meg ihre neuen Wohnungen. Die drei waren restlos begeistert und bedankten sich überschwänglich. Anschließend schickte ich sie nach Hause und Klaus in mein Haus, da wir mit den vier Stuten die Eddi mitbrachte auch alleine fertig wurden.
      Als Eddi schließlich ankam übernahmen Liz und Tim Melody's Girl und Rose de Soleil, während Eddi und ich uns mit Precious Scream und Sahira abmühten. Meine Araberstute kam in die Box neben Little Miss Sunshine, Scream durfte zwischen Facility und Flair ziehen, Soleil kam rechts neben Adina und Melody links neben Adina.
      Ich kontrollierte gerade noch einmal alles, als Eddi grinsend auf mich zu kam.
      "Du vor dem Gestütseingang steht ein mega süßer Typ, der nach dir gefragt hat. Hast du vielleicht vergessen mir was zu erzählen?", fragte sie mich neckisch.
      "Ich hab keine Ahnung wer das sein könnte. Vielleicht noch ein Bewerber für einen Job...", meinte ich Schulter zuckend und ging zum Tor.
      Dort traf mich jedoch fast der Schlag, denn der mega süße Typ war kein anderer als Kevin!
      Er bemerkte meinen überraschten Blick und lief knallrot an.
      "Also ich muss dir was gestehen. Ich hätte mich Ohrfeigen können, dass ich dich nicht nach deiner Adresse oder wenigstens deiner Handynummer gefragt habe und deshalb bin ich dir am Freitag einfach hinter her gefahren, bis ich ungefähr wusste, wo du hinwillst. Ich war aber zu feige, dich da schon anzusprechen.
      Aber jetzt bin ich da und deshalb: Hättest du Lust nächsten Freitag mit mir Essen zu gehen?", ratterte er hinunter.
      Ich konnte mein Glück kaum fassen und nickte ihm strahlend zu.
      "Oh okay, das ist ja toll! Also..ich denke du hast zu tun und ich muss heute auch wieder zurück nach Oxford, aber ich freue mich schon sehr auf Freitag. Ach ja und hier, meine Nummer!", meinte Kevin, stieg in sein Auto und brauste davon.
      Eddi grinste übers ganze Gesicht und löcherte mich bis tief in die Nacht mit Fragen. Mein Umzug nach England lief wirklich besser, als ich es mir jemals erträumt hätte....

      ~*~

      Fahrt 3
      Endlich war der Tag gekommen, an dem der Rest meiner Pferde ankommen sollte. In der letzten Woche hatte ich mein Personal eingearbeitet, mein Haus eingerichtet und war nun daran, Charme in meinen Hof zu bekommen. Und natürlich hatte ich mich am Freitag mit Kevin getroffen. Seitdem telefonierten wir jeden Tag mindestens zwei Stunden und er hatte versprochen, das nächste Wochenende ganz hier zu verbringen.
      Ich stand bereits vor dem Tor und wartete auf Immanuel, der ja diesmal mit vierzehn Pferden ankommen würde. Auch meine Mitarbeiter, sowie Liz, Mr. Bane und Tim waren hier, um zu helfen.
      Als der rießige Transporter schließlich ankam, verteilte ich sofort wieder die Pferde.
      Immanuel übernahm Tschiwabschischi, Samuel El Racino, Donald San Salvador und Brian Classic Moment. Tschiwi kam neben Ghostbuster, Racino zwischen Tschiwi und Levistino, San Salvador zog zwischen Slaters Secret und Wyoming und Classic Moment kam auf die gegenüberliegende Seite neben Candle in the Wind.
      Liz schnappte Unannounced Pleasure, in die sie sich sofort verliebte, Tim nahm Reminiscent Inspiration, Anna übergab ich Levistino's Hope und Meg nahm Mississle. Für Patrick und mich blieben nun nur noch Backup und Ravenback.
      Die beiden Vollblutfohlen bezogen die Boxen ganz rechts im Haupttrakt. Mississle kam neben Little Big Girl, Inspiration und Pleasure kamen in den rechten Stutentrakt auf die rechte Seite direkt an den Durchgang und Hope auf die gegenüberliegende Seite neben Cuchara.
      Im zweiten Hänger warteten nun noch Ace of Spades, Black Pearl, Pirate Island und Fallen Immortaliny. Fallen durfte zwei Boxen rechts von Soleil stehen, Black Pearl neben Ravenback, Island neben Pearl und Spades zwischen Island und Melody.
      Kaum eine Stunde später war auch Eddi mit der letzten Fuhre da.
      Sie transportierte Everybody's Darling, die zwischen Naboo und Isola stand, Barakah al Sanaa, die die Box neben Hope bezog, Sharley und Bittersweet. Die beiden Araberdamen durften die Boxen rechts und links von Fallen Immortaliny ihr neues heim nennen.
      Ich atmete erleichtert durch Es hatte alles geklappt und endlich hatte ich alle Pferde sowie auch die ganze Ausrüstung hier. Ich kochte für meine Gäste ein feines Essen und lud sie dann alle ein, in ein paar Wochen zur Eröffnungsparty herzukommen.
      Endlich konnte ich meinen Lebenstraum verwirklichen!


      "Guten Morgen alle zusammen!", begrüßte ich fröhlich meine Mitarbeiter Anna, Meg, Patrick, Brian, Donald und Samuel, die mich bereits erwartungsvoll anblickten. Ich hatte sie gestesrn Abend gebeten, sich heute eine halbe Stunde vor Arbeitsbeginn mit mir zu treffen, da es einiges zu besprechen gab.
      "Also ihr Lieben. Wie ihr wisst, möchte ich meine Zucht bald wieder eröffnen und habe nun beschlossen, auch Achal Tekkiner und Berber mitaufzunehmen. Deshalb ist Ivory zu uns gezogen und Candle in the Wind wird ebenfalls bleiben. Die Suche nach den Berbern habe ich auch schon begonnen, aber das wird noch eine Weile dauern. Fakt ist, dass wir den Stall ein wenig umplanen müssen und ich außerdem einen neuen Plan für die Unterbringung der Pferde erstellt habe. Das müssen wir nach dem Misten als erstes machen. Leider ist auf den Koppeln alles vereist, deshalb werden wir von den Stutenkoppeln einen kleineren Teil abtrennen, damit die Pferde wenigstens ein bisschen Auslauf bekommen.
      Außerdem beginnen wir ab heute mit dem Arbeiten der Pferde. Longieren werdet ihr alle, beim Reiten lege ich viel Wert auf die Dressur, wer möchte kann sich auch für Springen, Military, Distanz, Western, Galopprennen und Fahren melden. Eure Longiertechnik und die Dressur schaue ich mir heute schon an, den Rest dann morgen!". Ich blickte meine Mitarbeiter erwartungsvoll an und sie brachen alle in zustimmendes Gejubel aus. Nur Anna drückte sich ein wenig hinter die anderen und wirkte auch nicht wirklich begeistert.
      Wir machten uns nun alle gemeinsam daran, die Pferde auf die Koppeln zu verteilen und anschließend die ganzen Boxen auszumisten. Nachdem diese Arbeit getan war, beorderte ich alle in die Sattelkammer, um die Ausrüstung mal wieder richtig zu reinigen.
      Dann sagte ich: "Na los, erzählt mal. Auf wem würdet ihr das Probereiten heute gern absolvieren? Möchte jemand gar nicht reiten? Oder möchte jemand noch andere Disziplinen dazu nehmen?"
      Samuel und Donald begannen gleichzeitig zu reden, sahen sich an, lachten und begannen dann nacheinander nochmal von vorne. Samuel begann.
      "Also am liebsten würde ich natürlich Levistino reiten. Außer der Dressur würde ich mich unglaublich für Springen und Military interessieren.", begann der blonde Junge.
      "Und ich würde gern Fantastic Fly oder Golden Indian Summer reiten! Aber da du dir ja die Dressur ansehen möchtest, wohl eher Fly. Außer Dressur würde ich gerne Western und Fahren trainieren. Ich hab ja auch auf dem Gestüt auf dem ich vorher war, bereits Pferde eingefahren und mit ihnen trainiert.", schloss sich Donald an.
      Als die beiden Jungs fertig waren, brachte Meg strahlend hervor: "Mir ist es eigentlich egal, wen ich reiten soll, aber ich würde unglaublich gern Galopp- und Distanzrennen trainieren."
      Ich nickte lächelnd. Das hatte ich schon gewusst, da Meg eigentlich von nichts anderem mehr sprach, seit sie hier war.
      Fragend sah ich nun Brian an. Der zuckte mit den Achseln und meinte: "Wen ich reite, interessiert mich nicht. Ein guter Trainer muss ja schließlich mit allen Pferden klar kommen. Meine Disziplinen wären Fahren und Springen."
      Patrick erklärte, er wolle am liebsten nur Dressur reiten, da er mit den restlichen Disziplinen noch keine Erfahrung gesammelt hatte und Anna druckste verlegen, mit hoch rotem Kopf herum, bis ich sie schließlich aufforderte, mit mir nach draußen zu kommen.
      "Anna was ist denn los mit dir?", fragte ich die junge Frau. Schließlich hatte ich doch von vornherein klar gemacht, dass ich von allen erwartete, auch mit den Pferden zu arbeiten und zwar auch vom Sattel aus.
      Anna starrte verlegen auf ihre Füße und meinte dann leise: "Ich habe zu große Angst, um zu reiten! Ich liebe Pferde, aber ich möchte sie auf keinen Fall trainieren. Bitte wirf mich deshalb nicht raus, ich liebe meinen Job wirklich sehr!"
      Stirnrunzelnd betrachtete ich das braunhaarige Mädchen: "Aber Anna, ich habe fast 100 Pferde hier stehen, ich brauche jede Unterstützung, die ich bekommen kann. Warum hast du denn solche Angst? Du musst ja nicht Springen oder Galopprennen reiten. Aber Dressur und Ausritte sollten doch möglich sein?"
      Anna schüttelte den Kopf, während ihr Tränen in die Augen traten: "Nein, wirklich nicht. Ich hatte vor drei Jahren einen schlimmen Unfall und seitdem habe ich einfach zu viel Angst. Erst hatte ich überhaupt keinen Kontakt zu Pferden mehr, doch ich konnte einfach nicht ohne sie. Und dann habe ich gemert, dass alles wunderbar ist, solange ich nur nicht reiten muss!"
      Ich musterte das Mädchen von Kopf bis Fuß und sagte dann entschieden: "Anna es tut mir Leid, aber ihr seid nicht nur zum Arbeiten hier, sondern auch um etwas zu lernen. Um aber alles über ein Zucht- und Trainingsgestüt zu erfahren, muss man sich eben auch aufs Pferd setzen. Ich kann dir höchstens anbieten, dass wir dich auf ein ganz ruhiges Pony setzen, wenn die anderen heute Abend weg sind und du dich dann langsam wieder ans Reiten herantastest. Aber du hast in deiner Bewerbung angegeben, dass du sehr gut reitest und darauf habe ich mich natürlich auch verlassen. Bist du bereit, es heute Abend zu versuchen?"
      Anna sah mich unglücklich an, nickte aber nach einer Weile. Ich lächelte sie an und kehrte dann wieder zu den anderen zurück.
      Nachdem wir alles Sattelzeug geputzt und neu geordnet hatten, machten wir uns daran die Pferde reinzuholen. Wie immer widmete ich mich Hollybrook`s Cheeky Jot und Hollybrook`s Bloody Valentine, die zusammen auf einer der Hengstkoppeln standen. Die Halbgeschwister verstanden sich außerordentlich gut und ich war froh, dass Cheeky in Bloody einen Spielkameraden hatte und Bloody durch Cheeky`s Verhalten selbstsicherer wurde. Ich führte beide zum Putzplatz, nahm ihnen die Weidedecken ab und begann sie flott überzuputzen. Donald tat das gleiche bei Hollybrook`s Casanova und Hollybrook`s Classic Moment, Samuel übernahm Caspar und Orfino, Brian führte BMs Caradoc von der Koppel, Patrick übernahm Daemon, Meg führte Intolerable Life, Eddi`s Dead Pop Romance und Fair Prince von der großen Hengstkoppel und Anna kümmerte sich um Hollywood Undead, Pequeno und Juego.
      Als die zwölf Hengste sauber waren, zog ich meinen zerknitterten Stallplan aus der Tasche und begann vorzulesen: "Cheeky Jot kommt wie gehabt in die erste Box am Eingang auf der linken Seite. Daneben stehen Bloody Valentine, Casanova Orfino, Caradoc, Caspar, Fair Prince, Intolerable Life, Daemon, Hollywood Undead, Juego und Pequeno. Classisc Moment kommt dann neben Juego und Romance wiederum neben den."
      Als alle Pferde versorgt waren, holten wir die nächsten Hengste und wieder las ich vor: "Direkt neben der Tür auf der rechten Seite steht Wüstentänzer. Dann kommen Khamar al Sanaa, Ghostbuster, El Racino, Tschiwabschischi und Candle in the Wind. Die Box neben Candle bleibt frei, dort soll später mal der Berberhengst stehen. Daneben stehen dann Ojos Azules, Pierre, Slaters Secret, San Salvador, Someone, Levistino, Fantastic Fly, Branagorn, Black Soul, Dream of Wyoming und Golden Indian Summer." Somit war neben Summer noch eine Box für den Painthengst frei, den ich mir definitiv noch zulegen wollte. Auf der anderen Seite hingegen gab es noch sechs freie Boxen. Diese waren für Trainingspferde, Fohlen oder auch Rettungspferde gedacht. Immerhin sollten auch Romance und Classic Moment irgendwann wieder ausziehen.
      Nachdem alle Hengste gut versorgt waren, ging es mit den Stuten weiter. Wir begannen mit den Stuten aus dem linken Trakt. Dort standen auf der linken Seite vom Durchgang aus Samiyah, Mahira, Wild Lady Roxanne, Angels Falls First, Reminiscent Inspiration, Unannounced Pleasure, Levistino`s Hope und Barakah al Sanaa. Gegenüber von Barakah sollte irgendwann einmal meine Berberstute einziehen. Daneben kamen dann Ivory, Salwa, Benjilala, Mizzi, Paradises Rafinesse, Shekitt Quinn und Cuchara. Im Haupttrakt im rechten Seitenteil waren American Baby, BBs Harmony, My Golden Heart und The Morticains Daugther untergebracht. Die große Eckbox stand momentan leer. Dann kamen Backup, Kagami el Assuad, Pirate Island, Black Pearl, Ace of Spades, Rose de Soleil, Adina de Ra`idah, Melody`s Girl, Bittersweet, Fallen Immortaliny, Sharley, Haadeh, Little Miss Sunshine und Sahira. Zwischen der Box von Sahira und Magical Moment lag die große Stalltür, die nach hinten zu den Koppel führte. Neben Magic waren Naboo, Everybody`s Darling, Isola della Pirateria, Thousand Sunny, Walk of Fame, Fairylike Facility, Aimiliani, Precious Scream, Golden Flair, Dorina, Cinnemont`s History, Fatimah und Dark Misery untergebracht. Daneben im Seitenteil standen meinen kleinen Damen, nämlich Talina, Mississle, Little Big Girl und Kolibri.
      Als schließlich alle Tiere sauber in ihren gemisteten Boxen standen rief ich meine Pfleger wieder zusammen.
      "Also Samuel du machst Levistino fertig, Donald du darfst Fly reiten. Meg dir habe ich Ghostbuster herausgesucht, Brian nimmt Black Soul. Patrick dich setze ich auf Branagorn, du meintest ja, dass du noch nicht so sicher bist. Anna für dich habe ich Ojos Azules ausgesucht. Ihr sattelt die Pferde bitte alle, aber wir werden zuerst longieren. Anna du legst Jojo einfach nur einen Longiergurt und den Kappzaum an."
      Es verteilten sich sofort alle und Anna nickte mir dankbar zu. Ich lief im Hengststall auf und ab und beobachtete meine Pfleger dabei, wie sie die Pferde putzten.
      "Samuel macht den Anfang, ihr anderen dürft mit gucken kommen.", wies ich die jungen Leute an. Ich war schon sehr gespannt, wie Samuel mit dem etwas eigensinnigen Levistino klar kommen würde, doch ich musste mein Personal auf die schwierigeren Pferde setzen, damit ich sah, was sie konnten.
      Samuel wirkte nun doch ein wenig nervös, als er den hochbeinigen Schimmel aus dem Stall zur Reithalle führte. In der Halle angekommen, verteilten wir anderen uns auf die Ränge, während Samuel Levistino in der Mitte der Bahn aufstellte, die Steigbügel noch einmal sicherte und dann die Longe einhakte. Der große Hengst lief recht manierlich, auch wenn er zweimal versuchte, vom Trab in den Galopp zu wechseln. Schließlich hatte ich genug gesehen und nickte Samuel zu. "Okay, dann schwing dich mal in den Sattel und zeig uns, was du kannst!", sagte ich lächelnd zu ihm.
      Samuel nickte, brachte mir Longe und Peitsche, gurtete nach, stellte die Steigbügel auf seine Länge ein und saß dann auf. Levistino merkte, dass Samuel nervös war und begann sofort auf der Stelle zu tänzeln. Samuel trieb ihn sachte vorwärts und der Hengst schoss im Stechtrab auf die Bande zu. Donald stöhnte auf und Brian verzog verächtlich das Gesicht, während Anna am liebsten davon gelaufen wäre.
      Ich sagte gar nichts, sondern schaute einfach zu. Levistino war kein einfaches Pferd und natürlich lies ich Samuel Zeit, um sich auf den Hengst einzustellen. Der verstand nun langsam, dass er Levistino nervös machte und ich konnte erkennen, wie er versuchte, sich zu entspannen. Er ließ die Zügel lockerer und wurde weicher in der Hand. Auch sein Sitz sah jetzt besser aus und prompt ließ Levistino sich fallen und arbeitete mit. Ich nickte Samuel anerkennend zu und sagte: "Sehr schön, Samuel. Morgen kannst du mit ihm Springen, dann werden wir deinen Trainingsplan ausarbeiten! Bring Levistino bitte zurück in seine Box. Donald du bist als nächtes an der Reihe!"
      Die beiden Männer eilten zurück zum Stall und kamen ein paar Minuten später mit dem gesattelten Fantastic Fly zurück.
      Der junge Fuchs war heute gut aufgelegt und Donald hatte schon seine liebe Not, überhaupt in den Sattel des Hengstes zu kommen. Dann fügte sich Fly jedoch schnell und ich war wieder einmal sehr froh darum, dass Samuel seinen Freund damals einfach zu seinem Vorstellungsgespräch mitgebracht hatte. Nachdem Donald Fantastic Fly auf beiden Händen galoppiert war, nickte ich ihm lächelnd zu. Dann schickte ich Meg in den Stall, um Ghostbuster zu holen.
      Die junge Frau hatte sich im Nu in den Sattel des grauen Hengstes geschwungen und holte nun alles aus ihm heraus. Ich war hin und weg. Ghostbuster war zwar bisher das einfachste Pferd gewesen, doch um ihn so zu präsentieren, brauchte es einiges an Können.
      Als nächstes war Brian mit Black Soul an der Reihe. Der schweigsame Pfleger führte das Pferd mit festen Schritt in die Halle und saß auf dem Rücken des Rappen, bevor dieser überhaupt Blödsinn machen konnte. Black Soul hasste fremde Reiter und gebährdete sich normalerweise wie ein Wahnsinniger, doch ich hatte ihn für Brian ausgesucht, weil der junge Mann einen fantastischen Lebenslauf hatte, was die Reiterei betraf. Und tatsächlich versuchte Black Soul nicht einmal Blödsinn zu machen, sondern zeigte sich wie das geborene Dressurpferd. Als Brian Soul unter meinem lächelnden Blick aus der Halle führte, begannen Donald und Samuel zu tuscheln. "Das war ja gemein! Unsere Pferde waren viel schwieriger. Auf Black Soul hätten wir auch eine solche Figur abgegeben."
      Ich baute mich hinter den beiden auf und räusperte mich: "Ihr irrt euch. Black Soul war das schwierigste Pferd. Dass er Brian nicht abgeworfen hat, grenzt schon fast an ein Wunder und beweist, dass er nicht gelogen hat, was seine reiterliche Laufbahn betrifft."
      Die beiden Jungs zogen die Köpfe ein und liefen knallrot an.
      "Anna? Holst du bitte Ojos Azules? Es wird so langsam immerhin auch Zeit, mit der Abendfütterung zu beginnen. Donald, Samuel geht ihr schon mal vor und fangt mit Brian zusammen an, bitte.", sagte ich zu meinen Helfern.
      Als Anna weg war, nahm ich Meg zur Seite und sagte: "Meinst du, du schaffst es, Jojo`s Sattelzeug hierher zu schmuggeln? Ich will Anna wieder aufs Pferd setzen, aber wenn die Jungs das rausfinden, wollen sie zuschauen."
      "Aber ich dachte Anna reitet nicht, weil sie es nicht kann?", fragte Meg verwundert.
      Ich zog überrascht die Augenbrauen hoch, da ich eigentlich erwartet hatte, dass Anna sich wenigstens den anderen Stallburschen anvertraut hatte. "Nein. Sie kann reiten, hatte aber einen schweren Unfall und hat deshalb fürchterliche Angst. Deshalb möchte ich es sehr ruhig angehen lassen und ich finde, dass Jojo dafür das perfekte Pferd ist."
      Meg nickte und rannte zum Stall, um mir das Sattelzeug zu bringen. Da die Jungs im Hengsttrakt mit der Fütterung beginnen würden, müsste sie es ungesehen aus der Sattelkammer holen können. Kurz darauf kehrte sie bereits wieder zurück, legte mir Jojo`s Trense, Sattel und Satteldecke vor die Füße und machte sich dann daran, ihren Freunden bei der Abendfütterung zu helfen.
      Als Anna mit Jojo zurückkam, ließ ich sie den Rappen erst einmal in aller Ruhe longieren, dann schnappte ich mir das Sattelzeug und lief auf das Mädchen zu. Anna wurde bei den Utensilien auf meinem Arm ganz blass.
      "Ich soll Jojo reiten? Der ist aber doch so groß!", stammelte sie.
      "Er ist vielleicht groß, aber sanft wie ein Lamm, das hast du doch gerade gesehen. Wir satteln ihn jetzt zusammen und dann nehme ich dich für den Anfang an die Longe, wenn du dich damit sicherer fühlst."
      Anna sagte kein Wort mehr, half mir aber den Hengst aufzusatteln. Als ich ihr in den Sattel half, war sie leichenblass und zitterte so sehr, dass sie kaum die Zügel aufnehmen konnte. Ich stellte mich in die Mitte der Bahn und ließ Jojo im Schritt antreten. Anna zuckte zusammen und verkrallte die Finger in den Zügeln. Mein sensibler Andalusierhengst riss den Kopf nach oben, blieb stehen und sah mich verunsichert an.
      "Anna. Ganz ruhig, Jojo ist eines meiner brävsten Pferde. Er würde niemals etwas tun, was dir schadet!", versuchte ich das Mädchen zu beruhigen.
      Nach einem zweiten Blick seufzte ich, entwirrte die Zügel aus Anna`s verkrampften Händen und löste diese von Jojo`s Trense.
      Anna sah mich schockiert an und wollte schon absteigen, da sagte ich : "Halte dich an seiner Mähne fest. Oder am Sattel. Aber Jojo ist sehr empfindsam, deshalb darfst du ihm auf keinen Fall im Maul reißen. Wir lassen ihn heute auch nur Schritt gehen, versprochen!"
      Ich ging wieder zurück in die Mitte der Halle und ließ Jojo erneut losgehen. Der Rappe schritt fleißig aus und bewegte sich in völliger Gelassenheit. Nun, da nichts mehr an seinem Maul zerrte, war die Welt für ihn wieder in Ordnung.
      Ich ließ den Hengst etliche Runden im Schritt drehen und sah zufrieden, dass Anna sich ganz allmählich entspannte.
      "So, das reicht für heute. Sonst fragen sich die anderen noch, wo wir solange bleiben.", sagte ich schließlich, ließ Jojo halten und half Anna aus dem Sattel. Der hübsche Rappe schüttelte seinen weißen Kopf und schnaubte mir in die Haare. Ich lächelte.
      "Morgen bewege ich dich wieder Jojo, dann arbeiten wir eine neue Kür aus.", sagte ich liebevoll zu dem Hengst, während wir sein Sattelzeug wieder gegen Longiergurt und Kappzaum tauschten.
      Im Stall angekommen, half ich Anna den Rapphengst zu versorgen und stellte ihn dann zurück in seine Box.
      Anschließend halfen Anna und ich den anderen bei der Abendfütterung, bevor Patrick und Anna sich verabschiedeten. Meg nahm mich später noch einmal auf die Seite und fragte nach, wie es mit Anna und Jojo gelaufen war.
      "Das Longieren war gar kein Problem, aber beim Reiten musste ich die Zügel ausschnallen, weil sie Jojo so im Maul gerissen hat. Ich hab ihn nur im Schritt gehen lassen und hab aufgehört, als Anna sich endlich ein bisschen entspannt hat. Das wird noch eine ganze Weile dauern, bis sie aktiv beim Arbeiten der Pferde helfen kann.", sagte ich ein wenig resigniert.
      Meg sagte schnell: "Also ich mache gern Überstunden und reite mehr Pferde, um Anna auszugleichen. Samuel, Donald und Patrick würden das bestimmt auch machen. Nur bitte, du darfst sie nicht rauswerfen. Anna liebt diesen Job."
      "Meg, ich habe nicht vor, sie rauszuwerfen. Aber dafür muss sie an sich arbeiten und das habe ich ihr heute auch gesagt. Sie kann ja zusammen mit Patrick die braven Pferde bewegen, aber das muss einfach gehen."
      Wir unterhielten uns noch eine Weile, bis Meg sich schließlich verabschiedete und ich mich todmüde ins Bett fallen ließ. Heute war ein sehr anstrengender Tag gewesen und der morgige würde sicherlich nicht leichter werden, zumal ich noch ein neues Pferd erwartete....

      "Hey Eddi, was gibts?", fragte ich ein wenig atemlos. Ich war immer noch in den USA, wo Kagami el Assuad, Backup und Success Story xx an Rennen teilnahmen. Vor einiger Zeit hatte ich Eddi auf ihrer Ranch besucht und ihr beim Training ihrer Stute Classic Gold geholfen.
      "Du bist doch noch in Kentucky, oder? Ich habe mich entschieden einige meiner Pferde abzugeben und wollte dich fragen, ob du Interesse an Napayné und Ehawee hättest?"
      Da musste ich nicht zweimal überlegen. Napayné hatte einmal meiner ehemaligen Zuchtpartnerin rawwrrr gehört und Ehawee war eine wunderschöne fuchsfarbene Traberstute. Da ich sowieso Traber in meine Zucht aufnehmen wollte und ich mit Kolibri und Hollywood Undead ja auch zwei wunderbare Welsh Bs hatte, sagte ich Eddi sofort zu.
      "Ich fliege nächste Woche wieder nach Hause. Am besten rufe ich gleich mal bei der Fluggesellschaft an und frage nach, ob sie die beiden mitnehmen können."

      ~*~

      Eine Woche später knetete ich nervös meine Hände, während ich darauf wartete, dass der Flieger endlich auf der Rollbahn aufsetzte. Der Flug war lang gewesen und ich konnte es kaum erwarten, nach meinen fünf Stuten zu sehen. Gott sei Dank war noch Platz gewesen und wir hatten Ehawee und Napayné gleich mitnehmen können.
      Als wir ausgestiegen waren, trat ich so ungeduldig von einem Bein aufs andere, dass Samuel schon genervt die Augen verdrehte.
      "Erde an Sammy, beruhig dich mal. Denen geht`s gut. Die haben den Hinflug immerhin alle fünf schon einmal hinter sich gebracht. Nach Amerika kann man nun mal nicht mit dem Hänger fahren! A propos Hänger , da kommt Donald!"
      Ich drehte mich um und winkte meinen Mitarbeiter zu uns. Donald war extra mit dem Hänger hergekommen, um uns abzuholen. Ich hatte natürlich schon Bescheid gegeben, dass die Box neben Kolibri und die große Eckbox eingestreut werden sollten, doch noch wusste die Daheimgebliebenen nicht, um was für Pferde es sich handelte.
      Endlich winkte uns der Flugsicherheitsbegleiter heran und wir durften die Pferde aus ihren Container-Boxen holen. Donald nahm Backup, Samuel Kagami und ich kümmerte mich um Succcess Story xx, da die braune Stute immer noch recht scheu war.
      Nachdem die drei verladen waren, begann Donald damit, die Sattelkisten im Transporter zu verstauen und Samuel und ich kümmerten uns um Napayné und Ehawee.
      Die beiden Stuten reckten die Hälse und blähten die Nüstern.
      Donald betrachtete den Schimmel und den Fuchs eingehend, dann strahlte er.
      "Wahnsinn, ich liebe die ganzen neuen Pferde, die du uns in letzter Zeit anschleppst! Ich weiß zwar nicht, wie du das machst, aber irgendwie schaffst du es immer, an absolute Diamanten zu kommen!", rief er aus, bevor er Napayné und Ehawee vorsichtig begrüßte.
      "Napayné ist ein bisschen zickig, aber Ehawee ist ganz lieb. Sie soll die Traberlinie bei uns begründen - fehlt nur noch der passende Hengst.", lachte ich.
      Wir verluden auch die beiden und machten uns dann auf die letzte Etappe unserer Reise. Ich freute mich schon unglaublich darauf, endlich meine ganzen Pferde wieder zu sehen.
      "Hat sich Amayyas eigentlich benommen?", fragte ich Donald nach meiner ehemals neuesten Errungenschaft, einem Berberhengst.
      "Es geht. Er testet uns an allen Ecken und Enden, aber wir haben es geschafft ihn von der Box auf die Weide zu bringen und umgekehrt. Außerdem hab ich mal ein bisschen Bodenarbeit mit ihm gemacht, aber da war ich wohl eher der Rangniedrigere. Er hat mich nämlich einfach stehen gelassen und ist über den Zaun gesprungen. Eigentlich wollte Brian sich ja um ihn kümmern, aber der lag mit einer ziemlich fiesen Grippe im Bett.", sagte Donald ein wenig betreten.
      Ich machte große Augen: "Über den Zaun gesprungen? Und dann?"
      "Ganz einfach. Erst ist er zu den Stutenkoppeln gelaufen, hat dann die Fohlen besucht und hat sich anschließend in seine Box gestellt, als wenn nichts gewesen wäre.", berichtete Donald weiter.
      Während Samuel sich vor Lachen ausschüttete, runzelte ich nachdenklich die Stirn. Amayyas war ein ausgesprochen vielversprechender Hengst, aber ich musste ihn endlich so erziehen, dass auch die anderen mit ihm arbeiten konnten.
      "Na gut, schauen wir erstmal, dass wir gut daheim ankommen, um unseren Geparden kümmere ich mich morgen!", entschied ich grinsend.

      ~*~

      Gähnend stieg ich aus und streckte mich genüsslich. Endlich wieder daheim! Sofort kam Meg angelaufen. Brian lag immer noch im Bett und Anna und Patrick waren bereits nach Hause gefahren, da sie ja nicht auf dem Gestüt lebten.
      "Ich möchte Backup nehmen! Darf ich?", fragte sie sofort. Seit Ravenback`s tragischem Tod kümmerte Meg sich lebevoll Backup und die Stute entwickelte sich unter ihrer Führsorge prächtig. Donald führte diesmal Kagami und ich nahm wieder Succes Story.
      "Samuel bleibt du kurz bei den anderen? Ich möchte keine von ihnen alleine lassen.", bat ich den jungen Mann, während wir die drei Stuten in den Stall brachten. Wie immer wurden wir von lautem Gewieher begrüßt und es juckte mich in den Fingern, jedes meiner geliebten Pferde in die Arme zu schließen.
      Stattdessen liefen wir sofort zurück zum Transporter.
      "Jungs kümmert ihr euch um die Sattelkisten und das Gepäck? Dann stelle ich Meg unsere beiden Neuzugänge vor.", sagte ich, während ich bereits in den Hänger ging und Napayné herausführte. Meg quietschte erfreut, als sie das Schimmel-Pony sah. "Die bekommt bestimmt süße Fohlen mit Holly!!", meinte sie strahelnd.
      "Oh ja, das denke ich auch. Und unsere zweite Hübsche hier wird irgendwann sicherlich auch einmal eine Bereicherung für unsere Zucht!", sagte ich, während ich Ehawee aus dem Hänger führte.
      "Oh wow! Was ist das für ne Rasse? Sieht ein bisschen nach Traber aus....", riet Meg.
      Ich nickte lächelnd und sofort meinte sie: "Trainierst du sie für Trabrennen? Ich weiß, ich will Jockey werden, aber Trabrennen sind ja schließlich auch Rennen...."
      "Halt, stopp! Ich weiß noch nicht genau wie ich sie fördern werde. Eddi hat sie für Dressur und Springen vorgemerkt, sollte sie Talent fürs Rennen und den Sulky haben, nehmen wir diese Disziplinen natürlich dazu. Aber jetzt darf unsere Süße sich erstmal eingewöhnen! Napayné steht natürlich in der Box neben Kolibri und Ehawee hier bekommt die Eckbox neben Napayné. Dort soll sie zwar nicht immer stehen bleiben, immerhin ist das der Ponytrakt, aber dann fühlen sich unsere beiden anfangs vielleicht nicht so einsam."
      Meg nickte zustimmend und gemeinsam führten wir die Stuten in den einladenden Stall. Als ich meinen Rundgang durch den Stall erledigt hatte, lud ich Donald, Samuel und Meg noch zu einem Feierabend -Bier in meinen Garten ein, wo wir einen anstrengenden Tag in der lauen Sommernacht ausklingen ließen.

      ~*~

      Am nächsten Morgen war ich bereits vor allen anderen auf den Beinen, da ich meine Pferde ganz in Ruhe noch einmal begrüßen wollte. Deshalb würde ich sie alle alleine auf die Koppeln bringen.
      Wie immer begann ich im Hengsttrakt, da meine Herren mir sonst einen rießen Radau veranstalten würden. Ich gab meinen Liebling Hollybrook`s Cheeky Jot einen dicken Kuss auf die Nase, zog ihm sein Halfter über und führte ihn aus der Box. Dann halfterte ich einhändig seinen Halbbruder Hollybrook`s Bloody Valentine auf und führte die beiden Ponyhengste nach draußen. Der schüchterne Bloody war der einzige Hengst, mit dem Cheeky sich verstand, deshalb kamen die beiden zusammen auf einen der zehn Hengstpaddocks. Auch Cheeky`s Sohn, Hollybrook`s Casanova, durfte auf einen Hengstpaddock, da er was das Verhalten anderen Hengsten gegebüber anging, genauso war wie sein Vater.
      "Nova, du bist wirklich schrecklich. Schau dir lieber Chex gute Seiten ab und nicht sein alberenes Getue!", ermahnte ich den jungen Silver Dapple, als ich ihn an dem giftenden Cheeky Jot vorbeiführte und der Junghengst sofort das Gehabe seines Vaters nachahmte.
      Der letzte New Foresthengst, der einen Paddock sein Eigen nennen durfte, war Cheeky`s Vater und damit Nova`s Großvater, BMs Caradoc. Der schöne Braunschecke tänzelte eifrig neben mir her und legte auf der Koppel erst einmal ein paar ausgelassene Bocksprünge hin.
      Früher hatte ich auch meinen Gründerhengst Caspar einzeln stellen müssen, doch der in die Jahre gekommene Hengst war ruhiger und umgänglicher geworden und ließ mittlerweile auch andere Hengste an sich heran, weshalb ich ihn zusammen mit dem Palominohengst Orfino auf die große Hengstkoppel brachte.
      Der nächste war mein Araberhengst Wüstentänzer. Der energiegeladene Fuchs schlug bereits mit dem Vorderbein gegen die Boxentür, weshalb ich meinen zweiten Araberhengst, Khamar al Sanaa erst einmal stehen ließ.
      "Keine Sorge mein Schöner, ich bring nur schnell deinen lärmenden Kollegen auf seine Koppel und dann bist du an der Reihe!", tröstete ich den wunderschönen Schimmel.
      Ich streifte Wüstentänzer das Halfter über und er bezog Paddock Nummer vier. Danach löste ich mein Versprechen ein und brachte Khamar al Sanaa auf die Koppel. Der Hengst hatte ein wenig Zeit gebraucht, doch mittlerweile mauserte er sich zu einem Top-Hengst. Erst kürzlich hatte er eine hart umkämpfte Hengst des Monatswahl für sich entscheiden können und ich war unglaublich stolz auf meinen Schönen.
      Weiter ging es mit meinen Warmbluthengsten. Wie immer begann ich mit dem Apfelschimmel Levistino, da er schon am längsten in meinem Besitz war. Der große Hengst vergrub sein Maul in meiner Hand und ich strich ihm liebevoll den weißen Schopf aus der Stirn, bevor ich ihn auf die nächste Hengstkoppel stellte. Auch Levistino verstand sich überhaupt nicht mit anderen Hengsten. Genauso lief es mit dem jungen Holsteiner Fantastic Fly. Er wölbte stolz den Hals, als ich ihn an den anderen Hengsten vorbei zu seiner Koppel führte und preschte dann erst einmal in gestrecktem Galopp über das grüne Gras. Ich schüttelte den Kopf und holte den nächsten im Bunde: Den Hannoveranerrappen Black Soul. Er war bei den Warmblütern immer noch ein wenig mein Sorgenkind, da er außer Brian und mir niemanden so wirklich an sich heran ließ. A propos - nach Brian musste ich heute unbedingt auch noch sehen, immerhin lag der arme Kerl krank im Bett.
      Meinen zweiten Hannoveranerhengst Branagorn führte ich zusammen mit dem Andalusier Ojos Azules auf die große Hengstkoppel, auf der ja schon Orfino und Caspar standen. Die beiden braven Hengst folgten mir wie Lämmchen und ich gab beiden einen Kuss auf die weichen Nüstern. Als nächstes waren dann Golden Indian Summer und Dream of Wyoming an der Reihe. Der Quarterhengst folgte mir brav am langen Strick, während Wyoming immer noch ein wenig zurückhaltend war. Aber gut, er hatte viel durchgemacht, da verzieh ich ihm das natürlich. Ich war unglaublich froh, dass er in Summer einen Freund zu haben schien, denn der Buckskin ließ keinen der anderen Hengste an den Appaloosa heran.
      Das nächste Paar, das auf die große Koppel durfte waren mein Achal Tekkiner Candle in the Wind und mein frisch gekörter American Saddlebred -Hengst GH`s Safriko. Beide gehörten mir noch nicht so lange, hatten sich jedoch hervorragend eingelebt und sich toll entwickelt.
      Als ich wiederkam, schaute mich mein zweiter Saddlebredhengst Someone bereits vorwurfsvoll an. Der elegante Cremello mochte es nicht, missachtet zu werden, schon gar nicht, wenn man ihm seine Boxnachbarn entführte.
      Ich lachte und strich Someone den langen Schopf aus der Stirn, bevor ich ihn auf den achten Hengstpaddock brachte.
      Mein Barockpintohengst Slaters Secret und mein Lusitanohengst Pierre dagegen durften zusammen mit dem Junghengst San Salvador ebenfalls auf die Gemeinschaftskoppel, da sie sich gut mit den anderen verstanden.
      Als nächstes waren dann meine edlen Englischen Vollblüter an der Reihe. El Racino, den pechschwarzen Sohn meiner Stute Black Pearl brachte ich auf Hengstpaddock Nummer neun, während die beiden älteren Hengste Ghostbuster und Tschiwabschischi auf die große Koppel durften. So langsam wurde der Hengststall merklich leerer. Es standen nun nur noch meine Ponyhengste, sowie die beiden ungekörten Amayyas und Classic Moment im Stall.
      Ich begann mit dem Welsh A Juego und dem Welsh B Hollywood Undead. Beide kamen auf die große Koppel, auf der sie sich sofort gemächlich zu den anderen gesellten.
      Auch die Isländer Fair Prince und Intolerable Life machten mir keine Probleme.
      Den Deutschen Reitponyrappen Daemon nahm ich wie üblich alleine, da der Hengst zwar mit anderen Hengsten klarkam, sie aber nicht in seiner unmittelbaren Nähe haben wollte. So stand er auch auf der Koppel immer ein wenig abseits und drohte den anderen, wenn sie ihm zu Nahe kamen.
      Da ich die beiden verbliebenen Ponies auch zusammen mitnehmen würde, beschloss ich zuerst meinen Neuzugang Amayyas, einen wunderschönen Red Roan Berber auf den letzten Hengstpaddock zu bringen. Er war der Grund, warum Daemon jetzt auf der großen Koppel stand. Im Gegensatz zu dem Rappen konnte der wilde Amayyas andere Hengste nämlich nicht ausstehen und ging wenn möglich auf sie los. Um solche Angriffe zu vermeiden, bezog er den letzten Hengstpadock, der durch einen noch höheren Zaun und eine Hecke von den anderen abgetrennt war. Hier war früher Cheeky Jot`s Reich gewesen, doch seit der Hengst mit Bloody Valentine zusammen stand, war er merklich ausgeglichener geworden.
      "So ihr zwei Schönen, ihr seid die letzten!", verkündete ich meinem New Forest Ponyhengst Hollybrook`s Classic Moment und meinem Reitponyhengst Eddi`s Dead Pop Romance. Letzteren hatte ich eigentlich nur kören und dann verkaufen wollen, doch der Hengst hatte solch ein ernormes Potential, dass ich es einfach nicht über mich brachte, ihn herzugeben.
      Classic dagegen würde nach seiner Körung defintiv ausziehen müssen, da ich nicht noch einen Hengst aus der Linie halten konnte. Auch diese beiden durften auf die große Hengstkoppel und nachdem ich ihnen ein paar Minuten beim Toben zugesehen hatte, widmete ich mich meinen Stuten...
      Hier waren wie immer zuerst meine Jüngsten an der Reihe. Mein Champagne farbenes Achal Tekkiner Stütchen Ivory führte ich zusammen mit dem Berbermädchen Cirilla aus dem Stall. Die beiden hatten sich einfach gesucht und gefunden. Anschließend waren die Welsh A Stute Mississle und mein American Saddlebred Shekitt Quinn an der Reihe. Letztere war immer noch sehr schüchtern und hatte auch noch keine wirkliche Freundin in den anderen Pferden gefunden, was ich sehr schade fand. Meine Hannoveranerstuten Unannounced Pleasure und Reminiscent Inspiration führte ich wie immer zusammen auf die mittlere Stutenweide, auf der meine Warmblüter und Westernpferde untergebracht waren. Die zwei waren immer noch unzertrennlich, auch wenn Reminiscent Inspiration mittlerweile schon fleißig im Turniersport unterwegs war, während ich bei Pleasure noch mit Einreiten beschäftigt war.
      Die Trakehnerstute und Tochter von meinem Levistino, Levistino`s Hope führte ich gemeinsam mit der braven Pintostute Glammy ebenfalls auf die mittlere Koppel. Als nächstes waren Backup und Success Story xx dran. Backup war zwar nervös und aufgedreht, ließ sich aber ganz gut händeln, sodass ich meine Konzentration auf die schwierigere Success Story richten konnte. Die beiden Damen bezogen die Koppel links der Warmblutkoppel.
      Nun waren von den ungekörten Stuten nur noch Kagami el Assuad und Ehawee im Stall. Da Ehawee und Napayné die Köfpe zusammen steckten, machte die aufgedrehte Kagami bereits Radau, weshalb ich die schöne Palominostute zuerst aus ihrer Box herausführte. Das aufmümpfige Jungpferd hatte mir bereits ganz schön viel Ärger bereitet, doch ich liebte die Stute trotzdem abgöttisch.
      Meine beiden Neuzugänge Ehawee und Napayné bezogen die dritte Stutenkoppel, allerdings nur einen kleinen abgetrennten Teil davon, damit sie sich an die anderen gewöhnen könnten. Anfangs würde ich die Welsh B Stute und die Traberstute noch zusammen stehen lassen, damit sie sich in Ruhe eingewöhnen konnten.
      Ich wischte mir den Schweiß von der Stirn. Es war ganz schön anstrengend, alle Pferde alleine raus zu bringen, doch ich wollte ja alle gebührend begrüßen.
      Weiter ging es mit meinen Araberstuten. Hier führte ich wie immer Sahira, Fallen Immortaliny und Sharley alleine auf die Koppel der Vollblüter. Sahira und Kagami hatten sich anfangs gehasst, doch mittlerweile hatte meine Araberfalbstute ihre Position als Leitstute wieder klar gemacht und Kagami hielt sich ihr gegenüber zurück.
      Die anderen Araber nahm ich in Dreier-Gruppen, um noch fertig zu werden, bevor meine Mitarbeiter aufkreuzten. Vor allem Meg kam öfter schon früher in den Stall. Ich schnappte mir Melody`s Girl, Adina de Ra`idah und Rose de Soleil und brachte die drei zur Koppel, um gleich darauf auch Hadeeh, Little Miss Sunshine und Bittersweet hinaus zu führen. Soweit so gut.
      Auch die drei verbliebenen englischen Vollblutdamen Ace of Spades, Pirate Island und Black Pearl beförderte ich im Dreierpack zu den anderen Vollblütern und sah ihnen dann lächelnd dabei zu, wie sie sich über die weitläufige Weide hinweg ein Wettrennen lieferten, solange, bis mich das ungeduldige Wiehern meiner Prinzessin Samiyah aus der Starre riss.
      Die Trakehnerstute forderte die nächsten zehn Minuten meine volle Aufmerskamkeit, da sie immer wieder den Kopf hochriss, nur um gleich darauf ihr rosanes Maul in meine Hände zu drücken. Ich kraulte sie an ihrer Lieblingsstelle am Hals und führte sie dann zusammen mit der zweiten Trakehnerstute, Mahira, auf die Koppel. Gleich darauf waren auch die Hannoveranerstute Angels Fall First und die Holsteinerstute Wild Lady Roxanne an der Reihe. Sie kamen alle auf die mittlere Koppel. Um eben jene voll zu machen, machte ich gleich mit den Warmblütern weiter. Da meine Westernpferde alle exzellent ausgebildet waren und aufs Wort hörten, nahm ich die Paint Horse Stuten My Golden Heart und The Morticains Daugther sowie die Quarter Horse Stuten BBs Harmony und American Baby einfach alle zusammen mit zur Koppel, liebkoste jede Einzelne von ihnen und entließ sie dann zu den anderen.
      Meine Andalusierstute Cuchara führte ich zusammen mit dem Lusitano Salwa und der Barockpintostute Benjilala hinaus und zum Schluss folgten noch meine American Saddlebreds Mizzi und Paradises Rafinesse. Seufzend verschloss ich das Gatter und machte mich auf, um auch meine geliebten Ponies hinaus zu lassen, damit Napayné und Ehawee endlich ihre Stallgenossen richtig kennen lernen konnten.
      Ich begann mit den Welsh Ponies Little Big Girl und Kolibri, dann kamen die Isländer Dark Misery und Fatimah und zum Schluss folgten die Reitponies Dorina und Cinnemont`s History.
      Alle sechs schenkten den beiden Neuen nur einen kurzen Blick und begannen dann zu grasen.
      Das würde bei meinen New Forest Ponies wohl anders laufen. Zumindest Naboo und Walk of Fame würden ihre Position schnell deutlich machen.
      Genau deshalb ließ ich die beiden auch erst einmal stehen und begann stattdessen mit der Palominostute Magical Moment und ihrer Freundin Thousand Sunny. Dann waren die Red Roan Stute Aimiliani und die Braune Fairylike Facility an der Reihe, bevor ich Golden Flair und Precious Scream holte. Die Buckskin Stute verstand sich gut mit der älteren Falbscheckin und Gründerstute meiner Zucht, weshalb ich die beiden problemlos zusammen führen konnte. Auch über das nächste Paar freute ich mich nach wie vor ungemein: Meine scheue Rappstute Isola della Pirateria hatte in dem Waisenfohlen Everybody`s Darling so etwas wie eine Tochter gefunden und obwohl Darling mitlerweile ausgewachsen, gekört und fast fertig ausgebildet waren, bemutterte Isola sie noch immer. Nun waren nur noch Walk of Fame und Naboo übrig. Ich beschloss mich mit Cheeky`s Mutter zu beginnen und führte die Apfelschimmelstute aus ihrer Box. Als wir an Naboo vorbeikamen und diese registrierte, dass sie nun alleine war, stieg sie in ihrer Box und begann laut zu wiehern. Ich verdrehte die Augen, band Walk of Fame neben Naboo`s Box an und holte auch die Rappscheckin aus der Box.
      "Na gut ihr beiden, ich nehme euch zusammen mit, aber wehe ihr macht mir Ärger!", warnte ich die zwei vorsichtshalber. Normalerweise nahm ich meine temperamentvollen Stuten nur einzeln mit nach draußen, aber ich wollte auch nicht, dass Naboo mir den Stall zerlegte oder sich gar verletzte.
      Erstaunlicherweise waren die beiden recht brav, doch sobald sie frei waren, galoppierten sie zum Zaun, der sie von Ehawee und Napayné trennte und gifteten die neuen Stuten gemeinsam an.
      "Na sieh mal einer an, normalerweise könenn sich die beiden nicht leiden, aber bei dem Thema halten sie zusammen...", dachte ich kopfschüttelnd, während ich zurück zum Stall ging, wo mich meine Mitarbeiter ein wenig entgeistert ansahen.
      "Warum hast du die denn alle alleine rausgebracht? Das war doch ne wahnsinnige Arbeit!", meinte Samuel fassungslos.
      "Ja, aber ich war ja jetzt auch ewig weg, da musste das sein. Dafür dürft ihr jetzt Boxen ausmisten, während ich uns Kaffee koche und dann mal nach Brian sehe....", gab ich grinsend zurück.
      Die anderen lachten und machten sich an die Arbeit. Mit diesem tollen Team würde ich sicherlich noch viele schöne Stunden erleben...

      „Guten Morgen meine Lieben!“, begrüßte ich Meg, Brian, Donald und Samuel fröhlich. Die vier hatten Weihnachten mit mir zusammen verbracht und heute wollten wir auch gemeinsam Silvester feiern. Anna und Patrick waren dagegen zu Hause bei ihren Familien geblieben. Während meine Angestellten die morgendliche Stallarbeit erledigt und die Pferde auf die Paddocks gelassen hatten, hatte ich ein bombastisches Frühstück zubereitet. Von einem rießigen Berg Pancakes tropfte der Sirup, eine gigantische Pfanne mit Rührei stand auf dem Tisch und soeben trug ich gefühlt Kiloweise gebratenen Speck zum Tisch. Samuel und Donald sahen den Teller mit leuchtenden Augen an und ich war schon fast ein wenig verwundert, dass sie nicht mit Sabbern anfingen. Meg verdrehte nur die Augen und setzte sich an ihren Platz, während ich den Speckteller wohlweislich vor ihr abstellte und nocheinmal in der Küche verschwand, um meinen Obstsalat zu holen. Dazu gab es frische Brötchen, frisch gepressten Orangensaft und Latte Macchiato. Für das Abendessen hatte ich Gott sei Danke Hilfe von Meg, denn das Frühstück alleine zuzubereiten war schon ein Haufen Arbeit gewesen und ich wollte heut schließlich wenigstens ein bisschen Zeit mit meinen vierbeinigen Lieblingen verbringen. Meine beiden Katzen strichen schnurrend um die Beine meiner Gäste und sogar Brian ließ sich zu einem Lächelnd herab, während er sich den ersten Bissen Rührei auf der Zunge zergehen ließ. Wir hatten ein wundervolles Frühstück, unterhielten und lachend und brachen schließlich gemeinsam zum Stall auf, um die Pferde für einen kleinen Silvester-Ausritt zu satteln. Allerdings würden wir dafür nur die bravsten meiner Pferde nehmen, da viele Leute ja bereits viel zu früh mit der Knallerei begannen. Als Donald und Samuel ein wenig murrten, sie hätten das sonst auch immer getan grinste ich sie nur an und meinte: „Männer, die an Silvester zu früh schießen, kommen auch sonst immer zu früh!“. Meg und Brian brachen in schallendes Gelächter aus, während die anderen beiden bis über die Ohren rot wurden und sich schnell in den Hengststall verdrückten.
      Donald hatte ich American Baby zugeteilt, Samuel Branagorn, Meg Dorina und Brian Melody`s Girl. Ich selbst würde mich in den Sattel meiner Lebensversicherung Ojos Azules schwingen, sodass wir eine nette kleine Truppe zusammen hatten. Jeder von uns holte sein Pferd vom Paddock und ich unterhielt mich ein wenig mit Samuel, während wir die beiden Hengste fertig machten. Der Schnee lag recht hoch und wir befestigten Nierendecken für die Pferde an den Sätteln. Außerdem packten wir auch uns selbst dick ein. Ich kontrollierte ein letztes Mal den Sitz von Jojo`s Gamaschen, dann führte ich den imposanten Rappen nach draußen auf den Hof, wo ich mich nach dem Nachgurten behände in den Sattel schwang. Die anderen taten es mir nach und schon kurz darauf ritten wir an den unzähligen Paddocks meines Stalls vorbei. Manche der Stuten kamen neugierig ans Gatter, andere blieben in ihren Boxen und sahen aus als wären sie glücklich darüber, im trockenen Stall bleiben zu dürfen. Unsere vier Pferde dagegen schritten flott aus und vor allem Dorina lief mit ihren kurzen Beinchen fast doppelt so schnell wie die Großen. Als wir an einer schier unendlichen schneebedeckten Wiese ankamen, ließ ich die anderen zu mir aufschließen und forderte sie zu einem kleinen Galopp auf. „Aber langsam und ordentlich! Ich will hier auf dem Schnee kein hitziges Wettrennen, auf den Tierarzt kann ich dieses Jahr wirklich gut verzichten!“, mahnte ich die vier, bevor ich Jojo eine leichte Galopphilfe gab. Sofort sprang der schicke Hengst in den Galopp und wir flogen über die dicke Schneedecke. Neben mir konnte ich den strahlenden Samuel auf Branagorn sehen, die anderen liefen ein wenig hinter uns. Am Ende der Wiese parierten wir die Pferde zum Schritt durch und ritten dann in einem großen Bogen zum Gestüt zurück. Es war erst zwei Uhr Nachmittags und somit hatte ich noch ein wenig Zeit für meine Lieblinge. Ich übergab Jojo an Samuel und holte sofort meine geliebte Hannoveranerstute Unannounced Pleasure aus ihrer Box. Die große Falbscheckin wurde gerade auf ihre bald anstehende Krönung vorbereitet und machte sich einfach hervorragend. Trotzdem konnte ein letztes Training in diesem Jahr nicht schaden. Ich führte die schöne Stute zur Reithalle, gurtete nach und schwang mich in den Sattel. Pleasure lief eifrig vorwärts und arbeitete wie gewöhnlich hervorragend mit. Als ich mit der schönen Stute zum Stall zurückkehrte, nahm Meg sie mir sofort ab und Samuel brachte Pride and Prejudice hinaus. Der rießige Rappschecke sollte später einmal Glammy`s Partner für meine Sportpintolinie werden, doch bis dahin war es noch ein weiter Weg, da ich den Hengst erst vor kurzem bei mir aufgenommen hatte und er noch nicht viel beherrschte. Auch mit Pride trainierte ich Dressur, nur um mir gleich darauf meine drei jüngsten zu holen: Ivory, Cirilla und Mississle. Mississle und Ivory waren zwar bereits ausgewachsen und auch schon eine ganze Weile im Training, doch sie waren neben Missy eben die Jüngsten und hatten außerdem viel Zeit zusammen auf der Koppel verbracht. Da ich die aufgedrehten Stuten nicht alleine führen wollte, begleitete Meg mich. Sie führte Ivory, ich Cissy und Missy. Gerade das Achal Tekkiner und das Berbermädchen verstanden sich ausgezeichnet. Ivy war sehr lange recht allein gewesen, da sie für die anderen jungen Stuten zu dominant war. In Cissy hatte sie dagegen endlich jemanden gefunden, der ihr ebenbürtig war. Wir lösten die Stricke von den Halftern der Stuten und ließen sie in der Halle freilaufen. Ab und an rief ich eine von ihnen zu mir, schickte sie ein paar Tritte rückwärts und seitwärts oder forderte sie auf, mir ohne Führstrick zu folgen. Das trainierte ich ein paar Mal mit jedem Stütchen und schon durften sie zurück in ihren warmen Stall. Die drei Jungs hatten mittlerweile die entsprechenden Boxen ausgemistet und Brian brachte mir Hollybrook`s Cheeky Jot nach draußen – das letzte Pferd, das ich heute trainieren würde. Ich liebte all meine Pferde, doch Chexx würde für immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen behalten. Ganz abgesehen von seinem unglaublichen Charakter war er immerhin das erste erfolgreiche Fohlen aus Rawrs und meiner damaligen New Forest Pony Zucht. Ich strich dem Pony den langen schwarzen Schopf aus der Stirn und führte es dann zur Halle. Cheeky folgte mir wie ein Hund und blieb geduldig stehen, bis ich es mir im Sattel bequem gemacht hatte. Der einst so aufgedrehte ungeduldige Hengst war besonnener geworden. Er hatte immer noch ein gehöriges Maß an Temperament, doch inzwischen konnte er dieses in sinnvolle Bahnen lenken, was früher eher gescheitert war. Ich wärmte Cheeky Jot in aller Ruhe auf und fragte dann ein paar schwierige Dressurlektionen ab. Der Hengst ging völlig in seiner Aufgabe auf und wieder einmal nagte das schlechte Gewissen an mir. Sicherlich, Cheeky wurde umsorgt wie ein Gott und bekam auch genug Bewegung, doch ich selbst hatte meines Erachtens nach viel zu wenig Zeit für meinen Lieblingshengst. Leider war es auch nicht möglich, daran etwas zu ändern. Ich war zwar händeringend auf der Suche nach gutem Personal – bei 91 Pferden brauchten wir einfach noch Unterstützung – doch selbst dann würde ich nicht mehr Zeit zur Verfügung haben. Allein die Leitung des Gestüts fraß unglaublich viel von diesem kostbaren Gut und dabei hatte ich den Zuchtbetrieb noch nicht einmal aufgenommen. Ich seufzte und galoppierte Cheeky an, um auf andere Gedanken zu kommen. Der Hengst schüttelte unwillig den Kopf, er schätzte es überhaupt nicht, wenn ich mich nicht auf ihn konzentrierte. „Du hast ja Recht mein Guter, wenn ich schonmal Zeit für dich ganz alleine habe, sollst du auch meine volle Aufmerksamkeit bekommen!“, sagte ich liebevoll zu ihm. Kurz darauf zerriss ein lautes Knallen die nachmittägliche Stille und Cheeky machte einen erschrockenen Satz nach vorn. Er spielte unruhig mit den Ohren und ich wusste genau, dass nur meine vertraute Stimme den schönen Hengst davon abhielt, in gestrecktem Galopp durch die Halle zu rasen. Flott glitt ich aus dem Sattel und griff fest in Cheeky`s Zügel. „Na komm mein Schatz, dann bringen wir dich mal zurück, die anderen brauchen sicherlich auch Hilfe.“ Tatsächlich dauerte es keine zwei Minuten, bis mir Meg entgegengerannt kam. Es knallte mittlerweile alle paar Minuten und die junge Frau war völlig aufgelöst. „Du musst und helfen, die Pferde drehen ja völlig durch!“, sagte sie hektisch. Ich schnalzte mit der Zunge und Cheeky trabte mit flotten Schritten neben mir her. Tatsächlich wieherten meine Pferde panisch, während die Pfleger versuchten, sie in ihre Boxen zu bekommen. Ich schüttelte den Kopf und übergab Cheeky an Meg, die erst einmal die Tür zu seinem Paddock schloss, bevor sie den Hengst in seine Box entließ.
      Ich eilte in die Futterkammer und kam gleich darauf mit der Schubkarre voller Kraftfutter wieder. Ein paar mal geschüttelt und schon kamen Khamar al Sanaa, Ojos Azules, Cazador, Golden Indian Summer, Ghostbuster, Tschiwabschischi, Juego, Hollywood Undead, Fair Prince, Intolerable Life, Eddi`s Dead Pop Romance, Branagorn, Wannabe, GH`s Safriko, Slaters Secret, Pierre, Hollybrook`s Classic Moment und Orfino in den Stall. Während ich das Kraftfutter in ihre Tröge schüttete, liefen die anderen vier nach draußen, kletterten durch die Zäune und schlossen die Außentüren. „Na also, zusammen mit Pride and Prejudice und Cheeky sind nun von 35 Hengsten schon 20 im Stall. Meg, Brian und Donald geht ihr mal in den Stutentrakt und macht es dort genauso, Samuel und ich kommen dann gleich nach.“, wies ich meine Mitarbeiter an, bevor ich zu meinem Araberhengst Wüstentänzer trat und ihn energisch in seine Box schickte. Der schöne Fuchs sah mich argwöhnisch an, entschied dann jedoch, dass seine Box der sicherste Ort war. Ich schloss die Tür und ging sofort in die Box nebenan zu Candle in the Wind. Genau wie dieser brauchten auch mein Neuzugang Dissident Hawk, Damon`s Dynamo, Levistino, Fantastic Fly, Someone, El Racino, Daemon, San Salvador, Caradoc und Hollybrook`s Casanova nur ein paar aufmunternde Worte, bis sie ruhig in ihren Boxen standen. Als nächstes war mein Berberhengst Amayyas an der Reihe. Mit ihm kam außer Brian und mir noch immer niemand klar, doch mittlerweile war der wunderschöne Red Roan sogar gekört. Amayyas war jedoch nicht nervös, er sah eher wütend aus. Ich strich ihm besänftigend über das weiche Maul und dirigierte ihn allein mithilfe meiner Körpersprache in seine Box, gleich darauf schloss Samuel die Tür. Amayyas ließ sich nicht gern herumkommandieren, daher wendete ich bei ihm ausschließlich diese Methode an. Nun fehlten nur noch Black Soul und Hollybrook`s Bloody Valentine. Zuerst widmete ich mich dem Pünktchen-Hengst. Seit ich den schönen Halbbruder von Cheeky vor der völligen Verwahrlosung gerettet hatte, hatte er schon eine unglaubliche Wandlung hinter sich. Menschenansammlungen machten ihm keine Angst mehr und er hatte sogar schon vor geraumer Zeit seine Körung bestanden. An Silvester war es jedoch jedes Jahr, als würde der junge Hengst in eine Art Schockstarre verfallen und es war pures Glück, wenn er mich an sich heran ließ. Ich sprach Valentine leise an, doch der Hengst nahm überhaupt keine Notiz von mir. Also nahm ich ihn kurzerhand am Halfter und zog ihn halb hinter mir her, bis Samuel die Tür geschlossen hatte. Er würde später ein von den Beruhigungsspritzen bekommen, die Eddi mir für den Notfall dagelassen hatte. Zuerst einmal musste ich nun jedoch die anderen Pferde reinholen. Mein nachtschwarzer Hannoveranerhengst Black Soul stand mit flach angelegten Ohren in der hintersten Ecke seines Paddocks und giftete mich an, als ich mich auf ihn zubewegte. Ich sah das weiße in seinen Augen schimmern und beim nächsten Knall sprang der große Hengst mit allen Vieren in die Luft. Ich schüttelte den Kopf und bat Samuel die Longe zu holen. Diese spannten wir über den Paddock und trieben Black Soul so in seine Box, da der Hengst sich nicht einmal mit der Longe berühren lassen wollte.
      Erleichtert wischte ich mir über die Stirn. „So, das wäre geschafft. Dann lass uns mal schauen, wie weit die anderen inzwischen sind!“, sagte ich zu Samuel, während wir mit großen Schritten in den Stutenstall liefen. Dort sah es schon recht gut aus. Die Anwärter Ehawee, Middle Ages, Unannounced Pleasure, Shekitt Quinn, Ivory, Mississle und Cirilla starrten uns mit großen Augen aus ihren Boxen heraus an, doch immerhin waren sie alle sicher im Stall. Auch mein Berber-Neuzugang Pangäa, sowie die Araberstuten Hadeeh, Little Miss Sunshine, Bittersweet, Sharley, Fallen Immortaliny und Melody`s Girl waren drinnen. Dass hier Sahira und Adina de Ra`idah fehlten, wunderte mich nicht. Ich verbrachte einiges an Zeit damit, die beiden ängstlichen Stuten in den Stall zu bekommen, doch dann konnten wir unseren Rundgang fortsetzen. Chaira, The Morticains Daugther, BBs Harmony, My Golden Heart und American Baby hatten sich anstandslos hereinholen lassen, genauso Backup, Ace of Spades, Pirate Island und Far Cry. Kagami el Assuad kam nach einem scharfen Piff meinerseits in die Box getrabt und Success Story xx benötigte Zuspruch und ein paar Streicheleinheiten, bevor sie mir folgte. Die Ponies Little Big Girl, Napayné, Kolibri, Fatimah, Dark Misery, Dorina und Cinnemont`s History kauten alle zufrieden an ihrem Heu und schienen sich überhaupt nicht an dem Trubel um sie herum zu stören. Auch Glammy, Levistino`s Hope, Wild Lady Roxanne, Mahira und Angels Falls First standen einigermaßen ruhig da. Reminiscent Inspiration war tatsächlich neugierig und starrte mit hoch erhobenem Kopf zum Himmel hoch. Trotzdem holte ich die junge Stute schnell herein, man konnte ja nie wissen, wie schnell ihre Faszination in Angst umschlug. Bei meiner Trakehner-Prinzessin Samiyah brauchte ich ein wenig mehr Überredungskunst. Die wunderschöne Cremellostute rannte in ihrem Paddock herum, machte bei jeder Ecke Kehrt und wirbelte wieder herum. Ihre schönen blauen Augen weit aufgerissen, hätte sie mich beinahe sogar über den Haufen gerannt. Nach einem scharfen: „Samiyah!“, sah die Stute mich jedoch wenigstens kurz an. Das reichte mir , um ihr Halfter zu packen und sie in den sicheren Stall zu verfrachten. Zu meiner Erleichterung war meine recht nervöse Andalusierstute Cuchara bereits im Stall und auch Paradises Rafinesse, Mizzi, Benjilala und Salwa reckten mir über den Rand ihrer Boxen ihre weichen Nasen entgegen. Ich kraulte jede Stute kurz und straffte dann die Schultern. Mit meinen New Forests würde es sicherlich die meisten Probleme geben. Und so war es auch. Lediglich Magical Moment, Thousand Sunny, Aimiliani, Fairylike Facility und Golden Flair Standen in ihren Boxen. Brian, Donald und Meg bemühten sich um die anderen, waren aber nicht schnell genug oder kamen gar nicht erst an die nervösen Stuten heran. Bei Everybody`s Darling, meiner erklärten Lieblings-Ponystute war es ganz einfach. Ich rief leise ihren Namen und schon kam die Fuchsstute in ihre Box. Ich hatte Darling mit der Flasche aufgezogen und seitdem hatten wir beide eine ganz besondere Verbindung. Precious Scream, Walk of Fame und Naboo waren zwar nervös, ließen sich jedoch mit Hängen und Würgen in den Stall verfrachten, als sie mitbekamen, dass die meisten anderen Stuten nicht mehr draußen waren. Fehlte nur noch mein Sorgenkind Isola della Pirateria. Die gekörte Rappstute war zwar mittlerweile sehr gut ausgebildet und hatte auch Vertrauen in die Menschen gefasst, doch in außergewöhnlichen Situationen wie dieser, drehte sie zuweilen völlig ab. Ich verfluchte im Stillen die Vollidioten, die mal wieder zwölf Uhr nicht abwarten konnten und näherte mich dann langsam meiner verängstigten Stute. Ich brauchte schließlich die Hilfe von Everybody`s Darling, um Isola in den Stall zu bekommen. Die Rappstute hatte das Waisenfohlen unter ihre Fittiche genommen und anscheinend half Darling`s Ruhe ihr auch. „Die Box ist groß genug, wir lassen die beiden heute Nacht zusammen stehen.“, sagte ich, als Isola`s Tür sicher verschlossen war. Die anderen waren genauso erschöpft wie ich, deshalb lud ich sie auf ein Stück Linzertorte und einen Tee zu mir ins Haus ein, bevor wir uns alle zusammen an die Stallarbeit machen würden.
      Ein paar Stunden später stieg ich aus der dampfenden Dusche, legte ein wenig Make up auf und flog dann in die Küche hinunter, wo ich schoneinmal anfing, das Gemüse vorzubereiten. Kurz darauf erschien Meg und wir schnippelten einträchtig nebeneinander. Als später die Jungs dazukamen, hatten wir lauter Schüsseln mit Fleisch, Gemüse, Käse und Wurst, sowie ein paar leckere Dips auf den reich geschmückten Tisch gestellt. Die Raclettes liefen auch schon auf Hochtouren und alle machten sich gut gelaunt über das Essen her. Um zwölf gingen wir dann hinaus auf ein Feld, sahen und das Feuerwerk an und schauten den Jungs zu, wie sie selbst ein paar Raketen zündeten. Als ich ins Bett fiel war bereits vier Uhr morgens und es schüttelte mich, als ich daran dachte, in zwei Stunden schon wieder aufstehen zu müssen. Wenigstens hatten sich die Pferde nach der Knallerei wieder beruhigt und wir konnten zufrieden ins neue Jahr 2016 starten!
    • sadasha

      Trainingsberichte

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      "Morgen Immanuel! Wie schaut denn dein Reitstundenplan heute aus? Hab ich heute morgen ein bisschen Luft?", fragte ich den Besitzer des Hofes, auf dem zur Zeit ein großer Teil meiner Pferde untergebracht war. Ich war zwar schon voll mit meiner Umzugsplanung beschäftigt, doch natürlich musste ich mich auch weiterhin um das Training meiner Pferde kümmern. Immanuel hob den Finger und blätterte schnell durch sein Büchlein, dass er eigentlich immer mit sich herumtrug. "Ich brauche dich erst um elf für den Ausritt mit den Urlaubern. Und für eine Stunde ist der Platz auf jeden Fall noch frei." Ich nickte ihm lächelnd zu und verschwand sofort in den Stall, um meine Trakehnerstute Levistino`s Hope fertig zu machen. Die schöne Scheckstute wollte ich heute in der Dressur auf Klasse A trainieren und es war mir einfach lieber, wenn ich dazu Platz und Ruhe hatte. Das kam in einem großen Reitschulbetrieb, wie Immanuel ihn führte, leider oft zu kurz. Ich begrüßte Hope mit einem Stückchen Möhre, halfterte die Stute auf und führte sie hinaus auf die Stallgasse. Dort putzte ich die große Stute so flott es ging, bandagierte ihre Beine und sattelte sie anschließend auf. "Na komm mein Mädchen, wir haben leider nicht allzu viel Zeit, also müssen wir uns ein bisschen beeilen.", sagte ich aufmunternd zu dem Falbschecken, während ich mit großen Schritten zum Platz lief. Dort angekommen stellte ich Levistino`s Hope neben die Aufstieghilfe und stieg von da aus in den Sattel. Hope war sehr gut erzogen und im Umgang unglaublich brav. Sie hatte sich bisher wirklich zu einem tollen Pferd entwickelt und ich war gespannt, wie weit ich mit der Stute noch kommen würde. Leider konnte ich die anmutige Stute nicht auf Dauer behalten, da sie von meinem einzigen Trakehnerhengst abstammte und ich somit zuchtmäßig nichts mit ihr anfangen konnte. Auch das war einer der Gründe, warum ich sie so solide wie möglich ausbilden wollte. Ich hatte einfach die Hoffnung, dass sie somit einen liebevollen, guten Endplatz finden würde, an dem man ihre Talente schätzte und förderte.
      Während ich Hope im Schritt und Trab aufwärmte, ging ich im Kopf noch einmal kurz die Aufgaben durch, die wir heute zu bewältigen hatten. Das waren die Schritt-Galopp-Übergänge, das Rückwärtsrichten, die Vorhandwendung und Viereck verkleinern und vergrößern.
      Indem ich Hope leicht nach innen stellte und mein äußeres Bein eine Handbreit hinter den Gurt legte, galoppierte ich die Stute im Arbeitstempo an. Zuerst wollte ich mich nämlich den Schritt-Galopp-Übergängen widmen. Hope galoppierte gesittet um die Bahn, war wie gewohnt aufmerksam und motiviert. Etwa in der Mitte der langen Seite parierte ich die Trakehnerstute zum Schritt durch, wobei ich sie zuvor mit mehreren halben Paraden auf den folgenden Tempowechsel vorbereitete. Hope fiel brav in den Schritt und auch die Wiederholungen klappten jedesmal auf Anhieb. Nun ritt ich Hope im Schritt die lange Seite entlang und galoppierte die Trakehnerstute in die zweite Ecke hin an. Hier musste ich anfangs etwas mehr einwirken, als gewöhnlich, doch nach ein paar Durchgängen hatte Hope die Lektion verstanden.
      Als nächstes parierte ich Hope bei A zum Halten durch, da nun das Rückwärtsrichten an der Reihe war. Dies hatte ich mit dem hübschen Stütchen bereits frühzeitig vom Boden aus geübt, sodass ich nun das ihr bekannte Kommando "Back" einsetzen konnte. Ich hob mich leicht aus dem Sattel, ließ die Zügel anstehen und ließ Hope Schritt für Schritt nach hinten treten, bis wir eine Pferdelänge geschafft hatten. Dann lobte ich mein gehorsames Stütchen, ritt erneut im Schritt an und widmete mich dem Viereck verkleinern und vergrößern. Dazu stellte ich Levistino`s Hope bereits in der zweiten Ecke der kurzen Seite nach außen, trieb mit dem äußeren Bein vorwärts-seitwärts und legte das innere verwahrend eine Handbreit hinter den Gurt. So bewegten wir uns im Seitwärtsgang in Richtung Mittellinie. Eine Pferdelänge vor E richtete ich Hope geradeaus, stellte sie dann um und ließ sie wieder bis zum Hufschlag Schenkelweichen. Diese Lektion übten wir natürlich auch noch auf der anderen Hand und daraufhin im Trab.
      "Du machst das so toll meine Süße, jetzt fehlt uns nur noch eine einzige Lektion!", sagte ich strahlend zu meinem Stütchen, während ich sie auf dem zweiten Hufschlag zum Halten durchparierte. Die Vorhandwendung war dran. Mit einem leichten Zupfen am äußeren Zügel stellte ich Hope Richtung Bande, trieb mit dem äußeren Bein seitwärts und legte das innere Bein verwahrend zurück. Ich ritt jeden Tritt einzeln heraus und achtete vor allem darauf, dass Hope keinen einzigen Schritt nach vorn machte. Dann beendete ich die Lektion mit einer ganzen Parade und lobte Hope ausgiebig. Die junge Stute hatte sich hervorragend geschlagen und war nun offiziell auf A-Niveau trainiert.
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      "Guten morgen meine Lieben! Ist das nicht ein wundertoller Tag?", flötete ich mit bester Laune. Meine Angestellten sahen mich nur ein wenig perplex an und Donald, ein rothaariger, aufgeschlossener junger Mann grinste: "Wundertoll? Ich weiß ja, dass du keine Engländerin bist, aber mir wäre auch nicht bekannt , dass man dieses Wort in Deutschland benutzt!" Statt einer Antwort griff ich nach dem nassen Schwamm, mit dem Samuel gerade meinen Trakehnerhengst Levistino gewaschen hatte und warf ihn nach Donald. Der wich mit einem wenig männerhaften quietschen geradeso aus und ich brachte mich schnell im Stutenstall in Sicherheit. Nun war ich ja noch nicht lange in England, doch ich liebte meine kleine Crew jetzt schon und fühlte mich so wohl wie noch nie zuvor in meinem Leben.
      Trotzdem hatte ich natürlich einen Haufen Arbeit, unter anderem auch das Training meiner Pferde. Heute wollte ich Levistino`s Hope in der Dressur auf L-Niveau trainieren. Meg hatte mir die Stute bereits vorbereitet, sodass ich nur noch kurz die Ausrüstung kontrollierte und die Falbscheckin dann aus dem Stall führen konnte. Es war inzwischen Mitte Oktober und ich schickte einen leisen Dankesgruß Richtung Himmel, da es tatsächlich so aussah, als würden wir trocken in die Halle kommen. Die letzten Tage hatte ich schon beinahe das Gefühl gehabt, in dem ganzen Wasser ertrinken zu müssen und ohne Regendecke auf dem Pferderücken hatte ich den Weg zur Halle nicht hinter mich gebracht. Zur Sicherheit nahm ich die Decke auch jetzt wieder mit und atmete erleichtert auf, als wir völlig trocken in der Halle ankamen. Ich stellte mein Stütchen auf der Mittellinie auf, gurtete nach und schwang mich in den Sattel. Hope blieb wie gewohnt brav stehen und wartete auf mein nächstes Kommando. Die junge Stute entwickelte sich prächtig und hatte sich in England auch sehr schnell eingelebt. Für unser erstes Stufentraining in England mussten wir den einfachen Galoppwechsel, den Außengalopp, die Kurzkehrt und die Hinterhandwendung erarbeiten. Doch zunächst wärmte ich meine Falbstute natürlich im Schritt und Trab auf, indem ich Übergänge, Zirkel, einfache Schlangenlinien und Handwechsel ritt. Erst im Anschluss daran begann ich mit dem eigentlichen Training. Ich galoppierte Levistino`s Hope an und wendete auf den Zirkel ab. Kurz vor X parierte ich die junge Stute zum Schritt durch, stellte sie um und galoppierte auf der anderen Hand erneut an. Diesen einfachen Wechsel wiederholten wir einige Male auf beiden Händen, dann konnten wir uns auch schon dem Außengalopp widmen.
      Um diesen vorzubereiten ritt ich mit Levistino`s Hope im Galopp einfache Schlangenlinien und zog den Bogen immer weiter in die Länge, da die Stute somit schon ein wenig im Kontergalopp gehen musste. Als das auf beiden Händen gut klappte, wechselte ich im Handgalopp durch die ganze Bahn und achtete vor Erreichen des Hufschlags darauf, so ruhig wie möglich zu sitzen, um Hope auch ja nicht zum Umspringen zu animieren. So konnte ich bereits eine ganze Runde im Außengalopp reiten, bevor ich die Stute wieder zum Trab durchparierte. Als letzte Übung für den Außengalopp, wollte ich Hope nun direkt in diesem Anspringen lassen. Dazu stellte ich die Falbscheckstute im Trab nach außen, drückte das äußere Bein an und legte das innere eine Handbreit hinter den Gurt. Zusätzlich schnalzte ich auffordernd mit der Zunge und lobte Hope ausgiebig, als sie sofort richtig ansprang. Nach und nach wurde die Stute auch immer sicherer und wir konnten uns somit der nächsten Lektion widmen.
      Dies war die Kurzkehrt. Ich ritt mit Hope eine Volte, da die Stute so schon optimal gestellt war, lenkte sie dann noch weiter in die Biegung hinein, trieb mit dem äußeren Bein seitwärts und legte das innere ein wenig zurück. Anfangs ließ ich Hope immer nur ein paar Schritte wenden, da sie nicht lernen sollte, sich einfach herumzuwerfen. Nach und nach schafften wir jedoch die geforderten 180° der Lektion und schließlich klappte die Kurzkehrt auch ohne einleitende Volte. "Fein meine Süße, fast geschafft! Fehlt nur noch die Hinterhandwendung.", sagte ich fröhlich zu meinem Stütchen und machte mich auch sofort daran, die letzte Lektion zu erarbeiten. Die Hilfen waren dieselben wie auch bei der Kurzkehrt, nur wurde die Hinterhandwendung aus dem Halt heraus geritten und endete auch mit einer ganzen Parade. Hope verstand aber sehr schnell und schon kurz darauf konnte ich unser Training für Klasse L für erfolgreich beendet erklären. Ich ritt Levistino`s Hope trocken, führte sie zum Stall und versorgte sie dort gewohnt liebevoll.
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      "Es schneit! Leute es schneit tatsächlich!", hallte Samuel`s lauter Ruf durch den Stall. Meg und ich sahen uns an und liefen dann schnell aus dem Stall hinaus. Seit Wochen hatte es fast ununterbrochen geregnet, doch nun fielen unzählige weiße Flocken vom Himmel und begannen schon den Boden zu bedecken. Wir fassten uns an den Händen und sprangen im Kreis wie kleine Kinder - Samuel und Donald waren genauso ausgelassen wie wir. Als Brian aus dem Stall kam und uns nur mit hochgezogenen Augenbrauen ansah, brachen wir in einen leicht hysterischen Kicheranfall aus. "Ich glaube wir haben ihm Angst gemacht!", prustete Meg, als sie wieder ein wenig Luft bekam. Ich nickte und zuckte dann mit den Schultern: "Ach bei der ganzen Arbeit dürfen wir auch ab und an ein bisschen Spaß haben. Ich freue mich immer wie ein Kind auf den ersten Schnee und finde, wir sollten das nachher alle zusammen mit einem schönen Ausritt feiern!" Meg`s Augen weiteten sich: "Du lässt uns reiten?" Ich grinste nur: "Die braven Pferde, ja. Ich weiß ja, auf wen ich mich im Gelände verlassen kann. Bei dem Vorreiten nächstes Jahr geht es auch eher um euer Können für das Training der Pferde." Quietschend fiel mir Meg um den Hals und sogar auf Brian`s Gesicht stahl sich die Andeutung eines Grinsens. "Wen bekommen wir? Bitte bitte, ich will es unbedingt wissen. Das halte ich nicht den ganzen Tag aus!", bettelte Donald. Ich erbarmte mich schließlich und meinte: "Patrick bekommt American Baby, Anna Dorina, Meg Melody`s Girl...." An dieser Stelle wurde ich von einem begeisterten Quieken unterbrochen, als Meg mir ein weiteres Mal um den Hals fiel. Ich befreite mich lachend aus ihrer Umarmung und sah die drei verbliebenen Jungs an, die Meg für die Unterbrechung böse Blicke zuwarfen. "Donald nimmt Ojos Azules, Samuel darf Pierre reiten und Brian setze ich auf Branagorn. Die drei sind wirklich brav und laufen auch problemlos mit den Stuten mit. Aber meine Lieben, ich muss jetzt Hope fürs Training fertig machen und ihr habt bestimmt auch noch einiges zu tun!", beendete ich meinen Vortrag. Als ich gerade wieder in Hope`s Box angelangt war, um die Stute für den heutigen Stufenaufstieg im Springen fertig zu machen, ertönte Anna`s zaghafte Stimme hinter mir. "Sammy ich kann leider nicht mit ausreiten. Ich hab ganz vergessen dir zu sagen, dass ich heute gleich nach der Stallarbeit gehen muss.", murmelte sie. Ich drehte mich mit bedauerndem Gesicht zu ihr: "Oh, das ist sehr schade Anna, aber gut. Dann eben beim nächsten Mal!". Das Mädchen nickte und ich wurde den Verdacht nicht los, dass sie irgendwie erleichtert wirkte.
      Kopfschüttelnd machte ich Hope fertig und führte die Scheckstute dann aus dem Stall. Ich wollte sie heute auf Klasse A im Springen trainieren, nachdem wir mit unserem Dressurtraining ja schon sehr gut voran gekommen waren. In der Halle angekommen, schwang ich mich in den Sattel und wärmte Hope in aller Seelenruhe im Schritt und Trab auf, indem ich Biegungen und Wendungen, sowie Handwechsel und Übergänge ritt. Erst im Anschluss daran, begann ich mit dem Springtraining. Hope wachte sofort auf und galoppierte mit gespitzten Ohren auf den ersten Sprung des Parcours zu. Dieser bestand aus insgesamt sechs Hindernissen, darunter zwei zweifache Kombinationen und ein künstlicher Wassergraben. Die maximale Sprunghöhe betrug 1,10 Meter und die maximale Weite 1,25 Meter. Ausnahmen bildeten der Wassergraben mit 2,50 Metern und die Tripplebarre mit 1,75 Metern. Alles in allem kein einfacher Parcours, doch ich war mir sicher, dass Hope den Anforderungen vollends gewachsen war. Einige Sekunden später flogen wir auch schon über den ersten Steilsprung und nahmen sofort danach Kurs auf die Tripplebarre. Hope war schön an meine Hilfen gestellt und wiedereinmal musste ich darüber lächeln, wie schön die junge Stute zu reiten war. Ihr Vater Levistino war in ihrem Alter im Parcours kaum zu halten gewesen und hatte als recht schwierig gegolten. Das konnte man von seiner Tochter wahrlich nicht sagen. Wir überwanden auch die erste Kombination ohne Schwierigkeiten und befanden uns kurz darauf schon im Anritt zum Wassergraben. Hope sprang um und ich merkte, dass der Sprung ihr nicht behagte. Nach ein paar aufmunternden Worten fasste sich die junge Stute jedoch wieder und wir flogen mit viel Luft über das Hindernis hinweg. "Fein Hope, du bist wirklich unglaublich!", sagte ich stolz. Hope schlug sich zwar auch in der Dressur sehr gut, doch man merkte ihr deutlich an, dass ihr Herz fürs Springen schlug. Auch die nun folgende Mauer überwanden wir mit ordentlich Abstand und ritten gleich darauf im versammelten Galopp die zweite Kombination an. Diese bestand aus einem Steilsprung und einem Oxer. Ich stellte Hope gut an meine Hilfen, regulierte ihr Tempo und schon setzten wir über die Sprünge hinweg, als wären sie überhaupt nicht vorhanden. Mit vor Freude glühendem Gesicht ritt ich Hope trocken und verkündete den anderen dann die frohe Nachricht, dass sie ihren Aufstieg mit Leichtigkeit geschafft hatte. Nun freute ich mich nur noch mehr auf unseren gemeinsamen Ausritt am Nachmittag.
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      "I don`t care about the presents underneath the christmas tree.... Make my wish come truuuuuue, all I want for christmas iiiiiiiiiiiis youuuuu!", schmetterte ich in voller Lautstärke, als ich an diesem herrlichen Morgen Levistino`s Hope putzte. Für heute war der Aufstieg auf L-Niveau im Springen geplant und ich hatte beste Laune, da ich mir sicher war, dass die fleißige Trakehnerstute eine Glanzvorstellung abliefern würde. "Sammy, um himmels willen. Bitte bitte hör auf!", quengelte Donald mit geqäulter Miene. Als jedoch gleich darauf Meg um die Ecke kam und aus vollem Herzen "Last Christmas" zum besten gab, verdrehte er nur die Augen und hielt sich die Ohren zu. Meg und ich verbreiteten schon seit Anfang Dezember Weihnachtsstimmung und nun, nur noch eine Woche vor Weihnachten, liefen wir zu Höchstformen auf - sehr zum Verdruss der Jungs. "Hey Donald! Ich hab hier noch ein paar frisch gebackene Plätzchen und dachte, du magst die vielleicht für dich und Samuel mit in den Stall nehmen? Aber wenn nicht, essen wir sie hier eben alleine..." Sofort hatte ich die volle Aufmerksamkeit des Jungen und er kam im Laufschritt wieder zur Box zurück. "Warum sagst du das nicht gleich? Da lässt sich euer Gejaule... Verzeihung, euer wunderschöner Gesang, doch gleich viel besser aushalten!", grinste er und ging dann schnell in Deckung, weil Meg eine Bürste nach ihm warf. Ich lachte nur und machte mich daran, die letzten Heuhalme aus Hope`s dichtem Schweif zu lesen. Die hübsche Stute schaute mich erwartungsvoll an - bei ihr hatte ich immer das Gefühl, sie wusste immer genau, was wir vor hatten. Ich strich ihr über den hübschen Kopf, sattelte sie auf und führte sie über den verschneiten Hof zur Reithalle. Bibbernd zog ich das große Tor hinter uns zu. Ich liebte die Vorweihnachtszeit und vor allem den Schnee, doch es war wirklich bitterkalt in England. Trotzdem freute ich mich wie ein kleines Kind auf mein erstes Weihnachtsfest hier. Immerhin würden Meg, Donald, Samuel und Brian mit mir feiern und erst vor ein paar Tagen hatten wir einen rießigen Tannenbaum in meinem Wohnzimmer aufgestellt. Die Tage würde ich dann auch unbedingt losziehen müssen, um die letzten Geschenke zu besorgen. Hope holte mich mit einem sanften Stubser zurück in die Wirklichkeit. "Tschuldige Maus, ab jetzt bin ich ganz für dich da.", sagte ich entschuldigend zu der hübschen Stute, gurtete nach und schwang mich in den Springsattel. Den Parcours hatte ich wie üblich bereits aufgebaut und sofort spürte ich Hope`s Aufregung. Natürlich wärmte ich die junge Stute trotzdem zuerst auf. Das war bei dieser Kälte sogar noch wichtiger, als sonst. Als wir auch ein paar Trabstangen und zwei Cavaletti überwunden hatten, galoppierte ich Hope auf das erste Hindernis zu. Für den Aufstieg in Klasse L musste Hope einen Parcours aus sieben Hindernissen meistern, inklusive zwei zweifachen und einer dreifachen Kombination und einem künstlichen Wassergraben mit 3 Metern Breite. Ansonsten betrug die Maximalhöhe 1,20 Meter und die Maximalweite 1,35 Meter. Die der Tripplebarre somit 1,85 Meter. Mit viel Schwung flogen wir über den ersten Sprung, dann ging es auch schon in die erste zweifache Kombination hinein. Hope überwand den Steilsprung, ließ sich gut zurücknehmen und flog sauber über den Oxer. Als nächstes war die Tripplebarre an der Reihe, bevor die zweite Kombination anstand. Hope galoppierte eifrig vorwärts, gehorchte jedoch jeder noch so kleinen Hilfe, die ich ihr gab. Das war eine der Eigenschaften, die ich besonders an der schönen Scheckstute schätzte. Sie machte sie auch zum perfekten Sportpferd und schnell verscheuchte ich den wehmütigen Gedanken, dass Hope uns irgendwann verlassen würde. Aber wenn ich mein Gestüt bekannt machen wollte, musste ich eben dann und wann Pferde verkaufen und Hope gehörte leider dazu. Auch der nun folgende Wassergraben erregte nicht mehr Hope`s Argwohn. Nach dem letzten Training hatte Hope sich an das ungwöhnliche Gebilde gewöhnt und ich war stolz auf mein intelligentes Mädchen. Da war nach dem Wassergraben ordentlich Tempo drauf hatten, musste ich Hope stark zurücknehmen. Jetzt lag nämlich die dreifache Kombination vor uns, da durften wir auf keinen Fall zu schnell hinkommen. Wir setzten kontrolliert über den Steilsprung, flogen mit viel Luft über den Oxer und absolvierten auch den dritten Sprung fehlerfrei. Am liebsten hätte ich meine Scheckstute umarmt, doch ich riss mich zusammen. Immerhin hatten wir noch einen letzten Sprung zu bewältigen. Wie erwartet bereitete die Mauer Hope jedoch keinerlei Probleme und ich rieb ihr überglücklich den Hals. Das Training mit Levistino`s Hope war einfach so herrlich unkompliziert und die Stute war wirklich talentiert. Ich ritt sie trocken und sinnierte dabei schon über das nächste Stufentraining, dass wir sicherlich bald absolvieren konnten. Und diverse Tunierteilnahmen hatte ich auch schon in Planung. Hope würde sich sicherlich hervorragend schlagen.
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      "Hopp, hopp, hopp mein Mäuschen, beeil dich mal ein bisschen!", sagte ich aufmunternd zu der jungen Stute unter mir, während ich sie ein wenig schneller vorwärts trieb. Wir waren gerade auf dem Weg zur Reithalle, wo ich heute das Training für den Aufstieg in Klasse M des Springreitens abhalten wollte. Im Normalfall führte ich meine Pferde ja zur Halle, aber ich hoffte, schneller dorthin zu gelangen, wenn ich ritt. Es war nämlich wirklich eisig kalt, an diesem Tag Ende Januar. Als wir endlich an der Halle ankamen, klopfte ich an das Tor und Meg machte auf. Sie war gerade mit Unannounced Pleasure in der Halle und arbeitete die Stute vom Boden aus. "Ah, da bist du ja! Ich wollte gerade aufhören. Ich wünsch dir viel Spaß." An Levistino`s Hope gewandt sagte sie: "Und dir natürlich auch, mein Schmuckstück. Ich weiß, dass du das hervorragend machen wirst!" Bei diesem Satz schwang ein trauriger Unterton in Meg`s Stimme mit und ich konnte sie verstehen. Aller Vorraussicht nach, würde ich Hope noch in diesem Jahr zur Krönung schicken und wenn sie die bestand, wurde sie verkauft. Jeder Erfolg mit der Stute war ein weiterer Schritt in Richtung Abschied. Und gerade Meg hing fürchterlich an dem schönen Tier. Sie hatte mich sogar einmal gefragt, ob sie Hope nicht kaufen und hier behalten könnte. Unter anderen Umständen hätte ich sofort `Ja` gesagt, doch das Gestüt brauchte das Geld, das der Verkauf eines gekörten, erfolgreichen Sport- und Zuchtpferdes einbrachte.
      Ich schüttelte den Kopf und ritt Hope im Schritt um die Hindernisse herum, die ich schon früh an diesem Morgen aufgebaut hatte. Im nächsten Monat fand das Vorreiten meiner Mitarbeiter statt, ich hoffte dass dies Meg ein wenig aufheitern würde. Sie musste sich schließlich daran gewöhnen, dass hier ab und an Pferde verkauft wurden. Ich platzierte Hope`s Abschwitzdecke auf der Bande und trabte die Stute an. Dabei genoss ich wiedereinmal ihren raumgreifenden Trab und arbeitete die Stute, um ihre Aufmerksamkeit auf mich und weg von den Hindernissen zu lenken. Hope sprang für ihr Leben gern und genau das würden wir uns gleich auch zu Nutzen machen. Ich galoppierte die Stute auf beiden Händen kurz ab, dann widmete ich mich dem anspruchsvollen Parcours, den ich für uns vorbereitet hatte. Dieser bestand aus neun Hindernissen, mit einer maximalen Höhe von 1,40 Metern und einer maximalen Weite von 1,55 Metern. Der Wassergraben maß vier Meter, die Tripplebarre 2,05 Meter. Es gab zwei zweifache und zwei dreifache Kombinationen. Ich lenkte Hope auf den ersten Sprung - einen bunt gestrichenen Oxer zu und schon flogen wir darüber hinweg. Auch die zweifache Kombination, die nun folgte, meisterte meine eifrige Stute ohne Schwierigkeiten. Wir setzten über die Tripplebarre und kamen kontrolliert durch die erste dreifache Kombination, bevor wir uns auch schon auf der Geraden zum Wassergraben befanden. Ich ließ Hope etwas mehr Zügel und sofort verlängerte die Stute ihre Galoppsprünge. Die Flugphase während des Sprungs kam mir ewig vor und wir landeten sicher auf der anderen Seite. Hope war voll konzentriert und lauschte auf jedes meiner Signale. Hindernis Nummer sechs war die nächste zweifache Kombination, bevor es für Hindernis sieben über eine Mauer ging. Acht war die nächste dreifache Kombination. Ich versuchte mich in Hope hinein zu spüren, versuchte herauszufinden, ob die Stute bereits erschöpft war. Ich konnte ihren Atem zwar hören, doch sie galoppierte frisch vorwärts und setzte mit gewohnter Energie über den Oxer, der die Dreifache einleitete. Auch die folgenden beiden Sprünge nahm sie, als wären sie überhaupt nicht vorhanden und nach der darauffolgenden Tripplebarre, schlug sie übermütig nach hinten aus. Ich parierte die Scheckstute zum Trab und dann zum Schritt durch und klopfte ihr den glänzenden Hals. "Mäuschen du bist einfach unglaublich!", sagte ich stolz zu ihr. Meg würde es wahrscheinlich gar nicht erwarten können, bis ich ihr das Training in allen Einzelheiten erörterte. Schließlich hatte gerade eine ihrer Lieblingsstuten den Aufstieg in Klasse M des Springreitens geschafft!
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      "Brr. Warum muss es immernoch so kalt sein? Der Schnee ist doch wieder weg.", sagte ich murrend, während ich mit hochgezogenen Schultern zum Stall stapfte. Mittlerweile war es Ende Februar und ich sehnte mich nach Wärme und Sonne. Außerdem stand heute das Militarytraining mit Levistino`s Hope auf dem Programm. Im Normalfall benötigte ich für den Aufstieg in dieser Disziplin meherere Trainingseinheiten, doch Hope ging in der Dressur bereits auf L- und im Springen sogar auf S-Niveau. Deshalb würden diese beiden Teildisziplinen heute eine reine Wiederholung darstellen und wir würden uns hauptsächlich auf die Geländestrecke konzentrieren.
      Meg hatte mir die schöne Trakehnerstute schon geputzt, sodass ich mich nun nur noch um die Ausrüstung kümmern musste. Ich befestigte Gamaschen und Streichkappen an Hope`s Beinen, legten den Vielseitigkeitssattel auf ihren Rücken, verschnallte das Martingal und trenste die Stute abschließend auf. Zu guter Letzt setzte ich mir meinen Helm auf und schlüpfte in Schutzweste und Handschuhe. Ich zupfte die grüne Abschwitzdecke nocheinmal über Hope`s Rücken zurecht, dann führte ich die junge Stute in die Reithalle. Für Klasse A waren die Dressuranforderungen noch mit denen der Einzeldisziplin identisch, in den höheren Klassen ergaben sich durchaus ein paar Unterschiede. Ich stellte Hope auf der Mittellinie auf, inmitten des Parcours, den ich schon vorbereitet hatte. Da es noch so kalt war, wollte ich so wenig Zeit wie möglich im Freien verbringen. Nachdem Nachgurten, schlug ich die Fleecedecke zurück und schwang mich in den Sattel. Die große Stute blieb ruhig stehen, bis ich mich zurechtgesetzt und die Enden der Decke um meine Knie geschlungen hatte. Dann ritt ich Hope im Schritt um die Hindernisse herum, wechselte die Hand und legte die Decke schließlich auf der Bande ab, um mit dem eigentlichen Training zu beginnen. Ich wärmte mein Pferd ordentlich auf und wiederholte anschließend die Lektionen, die wir für den Aufstieg in Klasse A der Dressur bereits erarbeitet hatten. Namentlich also das Rückwärtsrichten, Viereck verkleinern und vergrößern, die Vorhandwendung und die Schritt-Galopp-Übergänge. Das alles klappte wie erwartet wunderbar und ich konnte schon bald dazu übergehen, die Trabstangen und Cavaletti in das Training mit einzubeziehen. Erst im Anschluss daran ließ ich Hope über die Hindernisse springen. Im Normalfall waren die A-Sprünge mittlerweile zur reinen Aufwärmübung oder Gymnastizierung gedacht, und heute dienten sie eben der Wiederholung und Vorbereitung auf den gleich folgenden Geländeparcours. Ich hatte ein wenig damit zu kämpfen, Hope`s Aufmerksamkeit bei mir zu halten - anscheinend war der Stute die Aufgabe zu langweilig. Trotzdem absolvierten wir den kleinen Parcours fehlerfrei und schon kurze Zeit später ritt ich im flotten Trab zur Geländestrecke.
      Dort lenkte ich Hope sofort auf das erste Hindernis zu, welches wir auch problemlos überwanden. Mittlerweile war die junge Stute auch wieder aufgewacht. Natürlich waren wir schon oft im Gelände gewesen und hatten auch den E-Teil der Strecke unzählige Male geübt. Trotzdem merkte ich Hope jedesmal ihre überschäumende Freude an, wenn es wieder nach draußen ging. Bald schon waren wir am ersten schwierigeren Hinderniskomplex angelangt. Dieser bestand aus einem Baumstamm, dann mussten wir einen Hang hinabgaloppieren, in der Senke einen weiteren Baumstamm überspringen und anschließend auf der anderen Seite wieder einen Hang hinauf reiten. Das schwierigste hieran war eigentlich, den Hang in gemäßigtem Tempo, mit Gewicht auf der Hinterhand, zu bewältigen. Sonst kam man zu unkontrolliert an den zweiten Baumstamm heran. Ich ritt Levistino`s Hope im versammelten Galopp auf das Hindernis zu. Ein paar Sekunden später flogen wir über den Baumstamm, kamen den Hang in versammeltem Galopp herunter, nahmen auch den zweiten Stamm und stürmten auf der anderen Seite wieder aus der Senke heraus. Ich kraulte den gescheckten Hals der Stute und nahm sofort das nächste Hindernis ins Visier.
      Es klappte alles problemlos, bis wir schließlich an das erste Wasser kamen. Es war kein komplexes Hindernis und sollte die Pferde hauptsächlich an das kühle Nass gewöhnen. Hope musste lediglich durch das Wasser hindurch laufen und über eine niedrige Hecke hinausspringen. Da es ein wenig windig war, kräuselte sich die Wasseroberfläche und Hope hob verunsichert den Kopf. Ich parierte die Stute zum Schritt durch, redete ihr gut zu und war heilfroh, dass ich nicht absteigen und selbst ins Wasser waten musste. Hope maschierte zwar zögerlich hinein, aber immerhin. Nach etlichen Wiederholungen galoppierte die Stute schließlich hindurch, sprang über die Hecke und legte einen kleinen Bocksprung hin - ganz so, als wäre sie froh das Wasser hinter sich zu haben. Ich beendete die Geländestrecke in aller Ruhe und ritt dann im Trab zum Hof zurück. Da ich Hope`s Decke nicht dabei hatte, wollte ich sie erst auf dem Gestüt trocken führen, damit sie ja nicht auskühlte und sich erkältete. Ich glitt aus dem Sattel, befreite Hope von ihrer Ausrüstung, legte ihre Decke über den Rücken und führte sie über das Gestüt spazieren. Dabei versicherte ich ihr immer wieder, wie toll sie ihre Sache gemacht hatte, immerhin lief sie nun im Military auf A-Niveau.
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      "Die Sonne scheint, das gibt es ja gar nicht!", sagte ich staunend, als ich meine hübsche Trakehnerstute Levistino`s Hope aus dem Stall führte. Für die junge Scheckstute stand heute der Aufstieg in Klasse L im Military an und etwas besseres als strahlender Sonnenschein hätte uns nicht passieren können. Wie auch beim letzten Aufstieg im Vielseitigkeitsreiten würde ich das Training an einem Tag absolvieren, da Hope im Springen und der Dressur schon so gut ausgebildet war. Ich führte die Stute zum Reitplatz, da ich den seltenen Sonnenschein unbedingt ausnutzen wollte. Dort angekommen, gurtete ich nach und schwang mich in den Sattel. Wie üblich war Levistino`s Hope gut drauf und reagierte auf jede noch so kleine Hilfe, als ich sie im Schritt und Trab aufwärmte. Es war wirklich kaum zu glauben, wie viel die junge Stute in ihrer Zeit hier schon gelernt hatte. Ich galoppierte Hope auf beiden Händen kurz ab und begann dann mit der Wiederholung der Dressuraufgabe. Für Klasse L im Military waren der Außengalopp, die Kurzkehrt und der einfache Wechsel gefordert. Alles Lektionen, die Hope durch unser Dressurtraining bereits sicher beherrschte. Ich begann mit der Wiederholung des Außengalopps, machte mit dem einfachen Wechsel weiter und fragte zum Schluss die Kurzkehrt ab. Wie erwartet klappte alles wie am Schnürchen. Ich kraulte Hope`s gescheckten Hals und ritt die Stute zum Springplatz. Dort ließ ich die junge Stute erst über ein paar Trabstangen gehen, nahm zwei Cavaletti und richtete sie erst im Anschluss daran zum ersten Hindernis eines kleinen Parcours aus. Wir würden nicht den gesamten Parcours springen, da unser Hauptaugenmerk natürlich auf dem Geländeparcours lag, doch zwei bis drei Hindernisse zum einspringen kamen mir sowieso ganz gelegen. Hope war voll bei der Sache und setzte scheinbar mühelos über die Sprünge hinweg. Hier bekam sie nun zum ersten Mal auch einen richtigen Wassergraben zu Gesicht. Während des Winters hatten wir in der Halle mit einem künstlichen trainiert, doch das war natürlich nicht dasselbe. Hope durfte sich das Gebilde einmal ansehen, doch für den Aufstieg in Klasse A des Military hatte sie ja sogar durch Wasser hindurch galoppieren müssen, deshalb war die intelligente Stute nicht weiter beeindruckt. Ich wendete sie und ritt in flottem Tempo auf den Graben zu - einen Augenblick später flogen wir auch schon darüber hinweg. Ich grinste zufrieden und ritt mit meiner Stute zur Geländestrecke hinüber.
      Wir preschten über die Strecke, nahmen die Hindernisse mit Bravour und kamen schließlich zum ersten anspruchsvollen Wasserhindernis. Beim letzten Mal hatte Hope ja nur aus dem Wasser hinausspringen müssen. Diesmal gab es jedoch auch einen Einsprung und ein weiteres Hindernis in der Mitte des Wassers. Ich nahm die junge Stute ein wenig zurück, damit wir nicht mit zu viel Tempo ins Wasser ritten und wir setzten sauber über alle drei Sprünge. Fröhlich lobte ich Hope und ließ ihr auf der nun folgenden Galoppstrecke richtig Luft. Die Scheckstute reagierte mit einem Schub nach vorn und ich sah die Bäume nur noch verschwommen an uns vorbeifliegen. Diese Geschwindigkeit verdankte sie wohl dem recht hohen Vollblutanteil von Levistino. Bevor wir die nächsten Sprünge erreichten, nahm ich Hope auf. Das nächste schwierige Hindernis war eine Treppe. Hierbei musste Hope nach jeder Landung sofort wieder abspringen und das über drei Stufen hinweg. Wir gingen die Treppe erst im Trab an und zwar von beiden Seiten. Als das gut klappte, ließ ich Hope auch im Galopp hinauf und hinunter springen. "Fein Süße, das wars schon fast wieder!", lobte ich sie strahlend, während wir uns auf einen Tiefsprung zubewegten. Hier musste Hope eine niedrige Hecke überwinden, danach ging es 1,55 Meter in die Tiefe. Ich bereitete mein Pferd mit halben Paraden gut auf die folgende Aufgabe vor und schon segelten wir in die Tiefe. Sauber unten aufgekommen, ritt ich die Strecke zu Ende und kehrte dann am langen Zügel im Schritt zum Gestüt zurück. Hope hatte auch den Aufstieg in Klasse L der Vielseitigkeit hervorragend bewältigt.
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      "Meg, kommst du?", fragte ich meine Angestellte und Freundin fröhlich. Heute wollten wir Reminiscent Inspiration und Levistino`s Hope im Fahren auf Klasse A trainieren. Beide waren ordentlich eingefahren und gingen auch eine solide E-Aufgabe. Nun war es jedoch an der Zeit, mit dem Training fortzufahren. Für Klasse A standen Dressur- und Hindernisfahren auf dem Programm. Das Geländefahren nahm ich erst ab dem Training zu Klasse M mit dazu, da es doch ganz andere Anforderungen an die Pferde stellte. Ich schlüpfte in die Box meiner geliebten Apfelschimmelstute Reminiscent Inspiration, um sie auf den Putzplatz zu führen, während Meg sich um Levistino`s Hope kümmerte. Die Tochter meines schicken Trakehenerhengstes würde uns jedoch verlassen, sobald sie gekrönt war. Hope hatte ich ja bereits als Fohlen verkauft, doch als sie dann nach kurzer Zeit schon wieder zu mir zurückgekommen war, hatte ich beschlossen ihre Ausbildung selbst in die Hand zu nehmen. Hope hatte sich zu einer wunderschönen, liebenswerten Stute entwickelt, die Talent für viele Sparten der Reiterei zeigte. Wie auch Inspiration hatte ich Hope zuerst in der Dressur und im Springen ausgebildet. Nun besaßen beide Stuten die nötige Reife und Gelassenheit fürs Fahren.
      Ich verlas umsichtig den dichtigen Schweif von Inspiration, legte ihr Gamaschen an und begann anschließend, sie auszurüsten. Die leichte Kutsche stand bereits vor dem Putzplatz. Meg strahlte vor Freude darüber, dass ich sie gefragt hatte, ob sie mir beim Training behilflich sein wollte. Die junge Frau hatte sich zwar dem Rennreiten verschrieben, doch sie war auch für alle anderen Disziplinen offen, vor allem, wenn es um ihre Lieblingsstuten ging. Das wiederum machte mir ein wenig Kopfzerbrechen. Meg wusste zwar, dass Hope nicht für immer bleiben würde, doch ich war mir nicht sicher, wie sie damit umgehen würde, wenn die Trakehnerstute dann tatsächlich verkauft wurde. Ich schüttelte den Kopf, um diese Gedanken loszuwerden, kontrollierte ein letztes Mal die Gurte und führte Inspiration dann zur Kutsche. Meg folgte uns mit Hope auf dem Fuß und kurze Zeit später hatten wir beide Stuten angeschirrt. Meg lief an Hope`s Seite, während ich Inspiration am Zügel hielt. Für den Anfang hielten wir es für sicherer, die beiden zum Platz zu führen und erst dort auf dem Kutschbock Platz zu nehmen. Auf dem Platz angekommen, setzten wir uns in die Kutsche und ich nahm die Zügel auf, um die beiden Stuten antreten zu lassen. Inspiration und Hope passten perfekt zueinander, sie hatten in etwa dieselbe Schrittlänge und während Inspiration ein wenig aufgekratzter war, war Hope die ruhigere von beiden. Ich wärmte die Pferde im Schritt und Trab auf und fuhr dann ein paar Lektionen der Klasse E, um die Pferde auf die nachfolgenden Aufgaben vorzubereiten. Dazu gehörten Zirkel im Gebrauchstrab, der Wechsel durch die ganze Bahn, Schritt-Trab-Übergänge, Tritte verlängern und absolutes Stillstehen. Die beiden Dressurcracks hatten die ganzen Übungen natürlich auch schon vor Beginn des Fahrtrainings gekannt, doch mit einer Kutsche war das Ganze doch noch einmal eine Nummer schwieriger. Erwartungsgemäß klappte die Wiederholung ausgesprochen gut und beide Pferde schienen gut drauf zu sein. "Okay Meg, dann können wir jetzt mit den neuen Lektionen anfangen.", sagte ich gut gelaunt. Meg spitzte genau die Ohren, um sich auch ja alles einzuprägen, was ich sagte. Um den Aufstieg in Klasse A zu meistern, mussten die Pferde das Rückwärtsrichten, die Kehrtvolte, die Kehrtwendung, die halbe Volte, den halben Mittelzirkel und die einfache Schlangenlinie beherrschen. Wie gewöhnlich begann ich mit den Bahnfiguren. Wir fuhren alles erst einmal im Schritt, anschließend auch im Trab. Der Galopp wurde in Dressur-Fahrprüfungen kaum gefragt und kam auch erst im Training für Klasse L hinzu. Beide Stuten arbeiteten hervorragend mit und ich war jetzt schon unglaublich stolz auf meine beiden Mäuse. Als die Figuren saßen, war das Rückwärtsrichten an der Reihe. Ich fuhr bei A auf die Mittellinie und parierte die Pferde dann zum Halten durch. Anschließend ließ ich die Fahrleinen anstehen und sagte: "Back!". Dieses Kommando kannten Inspiration und auch Hope schon aus dem Fohlenalter und sie traten sofort zurück. Als sie jedoch den Widerstand der Kutsche spürten, blieben beide stehen und spielten verunsichert mit den Ohren. Ich spielte ein bisschen mit den Fahrleinen und murmelte meinen Stuten ein paar aufmunternde Worte zu. Dann bat ich Meg abzusteigen und sich vor den beiden aufzustellen. Sie waren darauf trainiert, auf das Wackeln mit dem erhobenen Zeigefinger hin zurück zu treten und genau das sollte Meg nun tun. Mit beiden Kommandos zusammen, den anstehenden Leinen und unseren bestärkenden Worten traten die Stuten schließlich zögernd zurück. Als die Kutsche erst einmal in Bewegung war, verloren die beiden auch schnell ihre Unsicherheit und die nächsten Durchgänge klappten schon wesentlich besser. Was das Dressurfahren anging, fehlte nun nur noch die Kehrtwendung. Für diese war ein Winkel von 45° gefragt, doch für den Anfang wählte ich einen deutlich größeren. Wir konnten uns ja ganz in Ruhe an die geforderte Aufgabe herantasten. Ich lenkte die Stuten bis zur Mittellinie und verkleinerte dann nach und nach den Winkel, indem wir wieder zurück zur Bande fuhren und somit wendeten. Als die Lektion sauber klappte, hielt ich die Stuten an, drückte der verblüfften Meg die Fahrleinen in die Hand und sagte: "Fahr sie im Schritt ein bisschen um den Platz, ich stelle schnell die Kegel fürs Hindernisfahren auf, okay?" Meg nickte nur strahlend und fuhr die Stuten mit einem leisen Zungenschnalzen wieder an. Für die Klasse A mussten die Kegel 40-50 cm weiter auseinanderstehen, als die Kutsche breit war. Für den Anfang stellte ich nur einzelne Kegelpaare auf und als erste Lektion auch noch Schlangenlinien durch die Bahn mit drei Bögen. Wenn die Stuten diese Anforderungen bewältigten, stand dem Aufstieg in Klasse A des Fahrens nichts mehr im Wege!
      Ich setzte mich wieder auf den Kutschbock und fuhr die Pferde erst durch die einzeln aufgestellten Kegelpaare. Beide waren exakte Zügelführung gewohnt und reagierten auch sehr sensibel auf jegliche Hilfen. So schafften wir es ohne größere Schwierigkeiten durch die Kegel, bis wir schlussendlich sogar in einem flotten Trab hindurch reiten können. Ich überließ es Meg, die Stuten im Schritt noch ein wenig herumzufahren, während ich die Kegel wieder einsammelte. Das war ein wunderbares Training gewesen und sowohl Hope als auch Inspiration gingen nun im Fahren auf A-Niveau!
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      "Hallo meine beiden Hübschen!", säuselte ich fröhlich, während ich die beiden Warmblutstuten Reminiscent Inspiration und Levistino`s Hope von der Koppel zum Putzplatz führte. Heute stand das Training für die Klasse L im Fahren an und ich konnte es kaum noch erwarten, endlich damit zu beginnen. Es war Ende Juni und die Sonne schien angenehm warm vom Himmel herunter. Meg war heute mit zwei meiner Vollblüter auf der Galopprennbahn, deshalb würde Brian mich beim Training unterstützen. Der junge Mann konnte hervorragend mit Pferden umgehen, gerade auch was die schwierigeren Fälle betraf, doch leider verstand er sich nicht allzu gut mit meinen anderen Angestellten. Während er noch mit den Jungs den Stall machte, begann ich schon einmal damit, Hope und Inspiration zu putzen, kratzte die Hufe aus und legte ihnen Gamaschen an. Ich war gerade dabei, Reminiscent Inspiration auch das Geschirr anzulegen, da kam Brian aus dem Stall und kümmerte sich sofort um Hope. Sein Liebling in meinem Stall war der rabenschwarze Hannoveranerhengst Black Soul, mit dem ansonsten auch keiner von meinen Angestellten richtig klar kam. Auch mit meinem äußerst dominanten Berberhengst kam Brian ausgezeichnet zurecht und ich schätzte die ruhige Art, die er in Gegenwart der Pferde an den Tag legte. Wir schirrten die beiden Stuten in aller Ruhe an und führten sie dann wieder zum Außenplatz, der von der Größe her extra auch fürs Fahren ausgelegt war. Heute wollten wir allerdings nach dem Training eine Runde über das Gestüt fahren, um die Stuten schon einmal langsam an die nächste Klasse heranzuführen. Wir nahmen beide auf dem Kutschbock Platz und ich wärmte die beiden Stuten wieder auf. Nachdem wir einige Lektionen und Figuren aus den Klassen E und A wiederholt hatten, ging es ans eigentliche Training. Auch heute begannen wir wieder mit dem Dressurfahren. Auf dem Plan standen die 20-Meter-Volte, Schlangenlinien durch die Bahn mit drei Bögen und Tempowechseln, der versammelte Trab, der Mittelzirkel mit Zügel aus der Hand kauen lassen und das Anfahren im Trab aus dem Rückwärtsrichten heraus. Den versammelten Trab beherrschten beide Pferde, da sie in der Dressur bereits wesentlich weiter ausgebildet waren, sodass wir diesen nur ganz kurz wiederholten. Anschließend stand auch schon der Mittelzirkel und anschließend die Volte auf dem Programm. An Letztere tasteten wir uns wiederum langsam heran, bis wir schließlich den geforderten Durchmesser von 20 Metern meisterten.
      Für die Schlangenlinien begannen wir im Gebrauchstrab, parierten vor dem zweiten Bogen zum Schritt durch und beschleunigten vor dem dritten in den versammelten Trab. Hope und Inspiration arbeiteten wieder absolut hervorragend mit und schon bald übergab ich Brian die Fahrleinen, damit er die Bahnfiguren wiederholte. Anschließend war das Rückwärtsrichten mit sofortigem Anfahren im Trab an der Reihe. An der Kutsche zurückgehen konnten beide Stuten von unserem Training für Klasse A, doch der direkte Übergang in den Trab war nicht einfach. Noch während die Pferde den letzten Tritt zurück machten, schnalzte ich mit der Zunge und gab ihnen das Zeichen zum Antraben. Wie erwartet fielen die ersten Übergänge noch recht holprig aus und schüttelten Brian und mich auf dem Kutschbock ordentlich durch. Nach und nach wurde es jedoch zunehmend besser, bis ich schließlich verkündete, dass unser Training fürs Dressurfahren hiermit beendet war. Allerdings hatte ich noch etwas Besonderes vor. Ich schnalzte erneut mit der Zunge und ließ die Stuten angaloppieren. Wie schon erwähnt, war es sehr unwahrscheinlich, dass der Galopp in einer Aufgabe des Dressurfahrens gefragt war, doch in Klasse M ging es ins Gelände und da war es normal zu galoppieren. Ich ließ die Stuten zwei Runden um die ganze Bahn gehen, wechselte im Trab durch die Bahn und fuhr auch auf der anderen Hand zwei Runden im Galopp. Brian stand dabei als Sozius hinten auf der Kutsche, um in den Kurven notfalls ausgleichen zu können.
      "Sehr schön ihr Beiden, das habt ihr ganz toll gemacht!", lobte ich Hope und Inspiration zufrieden, als ich sie zum Halt durchparierte und Brian die Fahrleinen reichte. Für mich war es nun wieder an der Zeit, die Kegel fürs Hindernisfahren aufzustellen. Heute baute ich drei Volten mit unterschiedlichen Durchmessern, ein U- , ein Eck- und ein Boxhindernis für uns auf. Das war schon um einiges anspruchsvoller als in Klasse A, doch ich war mir sicher, dass meine beiden Mädels den Anforderungen gewachsen waren. Ich platzierte mich wieder neben Brian und fuhr die Stuten für den Anfang durch die einzelnen Kegelpaare. Sie standen nun nur noch 30 cm weiter auseinander, als meine leichte Kutsche breit war. Trotzdem klappten die ersten Durchgänge sehr gut, sodass wir uns bald an die Figuren heranwagen konnten. Wir begannen mit den Volten und hier natürlich mit der größten, sodass wir uns langsam an die 15 Meter der kleinsten Volte herantasten konnten. Anschließend war die Kegel-Hindernisse an der Reihe. Sie alle durchfuhren wir wieder zuerst im Schritt, bis wir sie schlussendlich auch im Trab passieren konnten.
      "Sehr gut, das Training ist soweit eigentlich beendet und die beiden haben den Aufstieg in Klasse L souverän geschafft! Jetzt fahren wir noch ein Ründchen über das Gestüt und dann dürfen sie zurück auf die Koppel, das haben sie sich wirklich redlich verdient!", sagte ich zufrieden zu Brian, während ich die Stuten auf das Gatter des Reitplatzes zulenkte und dann hinausfuhr. Inspiration war sofort ein wenig angespannter, doch die Ruhe, die von Hope ausstrahlte, beruhigte die junge Hannoveranerstute schon bald wieder und wir machten eine gemütliche Spazierfahrt, vorbei an den Trainingsanlagen und den Koppeln. Als wir wieder vor dem Stall hielten, sprangen Brian und ich vom Kutschbock, lobten die Stuten über alle Maßen und versorgten sie dann führsorglich. Immerhin hatten sie ihre Sache wiedereinmal ausgezeichnet gemacht.
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      "Brian, kommst du?", rief ich durch den Stall. Heute sollten die beiden Warmblutstuten Levistino`s Hope und Reminiscent Inspiration im Fahren auf Klasse M trainiert werden und ich hatte Brian gebeten, mich zu begleiten. Immerhin brauchte ich ja einen Groom auf meinem schicken Marathonwagen. Die Trakehner- und die Hannoveranerstute standen bereits blitzblank geputzt am Putzplatz. Ihre Beine wurden mit Gamaschen geschützt und ich begann schoneinmal Inspiration das Geschirr anzulegen. Kurz darauf trat auch Brian hinaus in die warme Sommersonne und ging mir sofort bei Hope zur Hand, sodass wir beinahe gleichzeitig fertig wurden. Inspiration war heute mal wieder recht zappelig, anscheinend spürte die hoch sensible Stute, dass sie heute etwas neues erwartete. Es ging nämlich zum ersten Mal mit der Kutsche ins Gelände. Selbstverständlich waren beide Pferde schon sehr erfahren im Gelände und benahmen sich auch in den allermeisten Fällen vorbildlich. Mit Wagen war es aber natürlich trotzdem noch einmal etwas anderes, zumal wir ja auch diverse Hindernisse zu bewältigen hatten. Wir schirrten die Pferde an, ich setzte mich auf den Kutschbock und Brian platzierte sich im hinteren Teil der Kutsche. Dann fuhren wir in gemäßigtem Schritt vom Hof. Die beiden Stuten schritten eifrig aus, als wir das Gestüt verließen und schon kurze Zeit später ließ ich sie angaloppieren. Vor uns lag eine etwa 18 Kilometer lange Strecke, die wir bewältigen mussten. Wir fuhren einen gewundenen, schmalen Weg entlang und fanden uns kurz darauf auch schon vor der ersten Wasserdurchfahrt. Inspiration wie auch Hope waren es durch ihr bisheriges Training gewohnt, durch Wasser zu gehen, auch wenn gerade Inspiration nicht unbedingt begeistert davon war. Ich schnalzte auffordernd mit der Zunge, als ich merkte, dass die Apfelschimmelstute zögerte. Inspiration sowie Hope sollten noch in diesem Jahr zu ihrer Krönung antreten, doch im Gegensatz zu Hope würde Inspiration danach auf unserem Gestüt bleiben. Das war auch der Grund, warum ich vermehrt Brian in das Training mit der schönen Scheckstute Hope einbezogen hatte. Ich wollte nicht, dass Meg sich noch mehr an das Pferd hing, als sie dies ohnehin schon tat. Auch mir würde der Abschied von der talentierten Stute schwer fallen, doch ich würde gewissenhaft darauf achten, dass sie in ein liebevolles Zuhause kam, in dem sie gefördert wurde. Wir fuhren platschend durch das Wasser und mussten gleich darauf klappernd eine Holzbrücke überwinden. Die beiden Stuten schienen Gefallen an der neuen Aufgabe zu finden und galoppierten eifrig vorwärts. Die zweite Flussdurchquerung stellte schon überhaupt kein Problem mehr dar und auch das Fahren über eine leuchtend blaue Plane lief weitgehend reibungslos ab. Ich nutzte die Zeit, um ein bisschen mit Brian zu sprechen. Der junge Mann war absolut brilliant im Umgang mit den Pferden und er war nebenbei außer mir der Einzige, der mit Amayyas und Black Soul zurechtkam. Leider verstand er sich nicht gut mit den anderen Angestellten und es kam des öfteren zu Reibereien. Sogar letztes Weihnachten hatten sich die drei Jungs in die Haare bekommen. Das bereitete mir ein wenig Sorgen, denn ich wollte Ruhe und Frieden auf meinem Gestüt haben. "Sagmal Brian, wie läuft es denn mittlerweile mit den anderen? Kommt ihr besser zurecht, als vorher?", fragte ich deshalb unumwunden. Ganz kurz meinte ich so etwas wie Trauer über das Gesicht des jungen Mannes zucken zu sehen, doch gleich darauf hatte er seine Maske wieder fest im Griff und meinte: "Naja, ich gehe Donald und Samuel so gut es geht aus dem Weg. Mit Patrick und Anna habe ich sowieso nicht so viel zu tun, seit du mich ins Training eingebunden hast und Meg geht mir fast schon auf die Nerven, weil sie so übertrieben freundlich zu mir ist. Aber mit ihr hatte ich ja eigentlich auch nie Schwierigkeiten. Manchmal glaube ich, sie will das Verhalten der anderen wettmachen." Ich seufzte: "Du willst sicher nicht, dass ich nochmal mit Donald und Samuel rede? Ihnen aus dem Weg zu gehen ist auf Dauer keine Lösung. Ich möchte euch immer mehr in das Training der Pferde einbeziehen und irgendwann sollt ihr auch selbstständig zu Turnieren fahren. Da müsst ihr euch vertragen, weil ich die Teams nach euren Leistungen zusammen stelle und nicht danach, ob ihr miteinander klar kommt." Brian nickte nur ein wenig geknickt, also ließ ich das Thema fürs erste auf sich beruhen und konzentrierte mich darauf, meine beiden talentierten Stuten heil nach Hause zu bringen. Sie hatten sich wieder einmal wunderbar geschlagen und den Aufstieg in Klasse M im Fahren redlich verdient!

      Hufschmied- & Tierarztberichte

      Gegen zehn Uhr morgens kam ich am Hollybrook Stud Zuchtgestüt an und wurde auch gleich von Samantha O`Neill begrüßt. Sie war mir sofort sympathisch und bat mir auch gleich das Du-Wort an. Während wir also in den Stall gingen erzählte sie mir etwas über ihre fünf Schützlinge. Sie liefen alle barfuß, was mir meine Arbeit natürlich erheblich erleichterte, wenn ich Hufe ausschneiden oder korrigieren musste.
      Das erste Pferd, dass ich mir ansah war Levistino's Hope, eine wunderschöne, gescheckte Stute. Ich bat Samantha als erstes sie mir einmal in Schritt und Trab vorzuführen, damit ich ihren Bewegungsapparat begutachten konnte. Sie lief brav, einwandfrei. ,,Sehr schön'',sagte ich lächelnd und ging dann langsam auf Hope, wie sie liebevoll genannt wurde, zu. Sie schien etwas schüchtern zu sein, guckte mich aber dennoch ganz neugierig mit ihren großen, runden Glupschaugen an. Um sie etwas zu bestechen bot ich ihr ein paar Apfelleckerli an. Erst scheute sie sich, aber je länger ich wartete umso größer wurde ihr Appetit, weshalb sie sich dann doch traute die Leckerli zu nehmen. ,,Braav.'',lobte ihre Besitzerin und ich begann anschließend langsam ihre Hufe zu kontrollieren. Bis auf ein wenig gewuchertes Sohlenhorn waren ihre Hufe also in einwandfreiem Zustand. Vorsichtig nahm ich also mein Hufmesser zur Hand und machte einen kleinen Probeschnitt, um zu sehen wie viel Horn weg gehörte. Dieses nahm ich dann auch herunter und schnitt noch ein bisschen ihren Strahl zurecht, sodass ihre Hufe wieder tip-top waren.
      Dann verabschiedete ich mich auch schon von ihr und es ging weiter zu Backup. Auch sie war ein eher schüchternes, aber neugieriges Pferd. Doch nachdem ich mir ein wenig Vertrauen verschafft hatte, ließ sie sich problemlos ihre Hüfchen kontrollieren und anschließend auch ausschneiden. Bei ihr korrigierte ich zusätzlich ganz leicht etwas ausgebrochenes Horn am linken Hinterbein. ,,Da dürfte sie wohl irgendwann mal an etwas hartes gekommen sein. Könnte aber auch wegen der Hitze sein - ist aber kein großes Problem.'',erklärte ich noch. Dann ließ ich mir auch die süße Vollblutstute in Schritt und Trab vorführen, wobei ich keine anderen Probleme erkennen konnte.
      Die nächste war Kagami el Assuad; Kagami genannt. Samantha hatte mich bereits etwas vorgewahnt, dass sie vielleicht ein wenig herumtänzeln würde und eine sehr temperamentvolle Stute ist. Dies fiel mir natürlich auch gleich von Anfang an auf. Allein schon die Art wie sie dastand und ihren Kopf hielt. Ein sehr beeindruckender Anblick, wenn ich ehrlich bin. Erstmals wollte ich sie mir auch in Schritt und Trab ansehen. Sehr schön. Auch sie lief nicht lahm und zeigte auch sonst keine Taktunreinheiten. Anschließend half mir ihre Besitzerin noch dabei, dass sie mir ihre Beine gab und halbwegs ruhig stand. Dies fiel ihr eher schwer, was allerdings natürlich bei Rennpferden keine Seltenheit war. Bei ihr musste ich nichts wirklich korrigieren. Dennoch schnitt ich sie aus, damit sie dann nicht in ein oder zwei Wochen doch lahm laufe. ,,Das lief ja dann doch besser als erwartet.'',meinten wir Beide und entließen Kagami wieder in ihre Box.
      Und nun ging es zu Amayyas. Der hübsche Berberhengst beachtete mich zuerst gar nicht wirklich. Beim Vorführen an der Hand zeigte er ebenfalls wie meine vorherigen 'Patienten' keine Auffälligkeiten. Außer natürlich, dass er seine GGA sehr ausdrucksstark zeigte. Wie es sich für einen Hengst nunmal gehörte. Bis dahin lief alles gut, doch dann wollte ich, dass er mir sein Bein gab, was er erst wirklich nicht tun wollte. Er weigerte sich strickt - zeigte sich stur. Erst als Samantha nachhalf, ließ er sich überzeugen und ich konnte seine Hufe kontrollieren. Dabei versuchte er zwar einige Male sie weg zu ziehen - ansonsten aber lief es gut und ich konnte auch seinen Strahl schön zurecht stutzen und seine Sohle gut in Form bekommen. ,,Guuter Junge.''
      Last but not least - Damon's Dynamo, ein außerordentlich gut gebauter und sportlicher Traber. Er zeigte sich sofort sehr aufgeschlossen und interessiert an mir und was wohl gleich passieren würde. Zuerst führte seine Besitzerin ihn also aus dem Stall, wo sie ihn vor meinen prüfenden Augen Schritt führte und anschließend vortraben ließ. Wow - was für ein Pferd. Brav ging es dann wieder in die Stallgasse, wo ich mir seine Hufe ansah. Er machte das wirklich vorbildlich. Gab jedes Bein sofort her und zog es nicht weg, bis man es wollte. Seine Hufe waren, wer hätte es bei dieser tollen Pflege erwartet, in einem perfekten Zustand. Dennoch schnitt ich ihn ein bisschen aus. Eine Korrektur war allerdings nicht notwendig.
      Damit war meine Arbeit auch schon getan und ich verabschiedet mich, ehe ich das Gestüt verließ.
      von Bracelet
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      "Wenn sie das geschafft haben, sind sie offiziell bereit", meinte ich grinsend zu Sammy, die hibbelig von einem Bein auf das andere sprang. Heute war ich da, um ihre drei Stuten noch tierärztlich zu untersuchen, ehe es dann auf die Körungen gehen würde. Ich drückte allen dreien natürlich fleißig die Daumen und war mir ziemlich sicher, dass sie ihre Körung mit Bravour bestehen würden. Doch vorher brauchten sie noch die Vorsorgeuntersuchung und die aktuellen Impfungen. Spontan begannen wir mit Kagami El Assuad. Auf die Vollblutstute war ich besonders stolz, immerhin war sie eine Nachkommin von Khiara und machte ihrer Mutter auch alle Ehre. Ich begann mit der Untersuchung von Augen und Zähnen. Danach hörte ich Kagamis Herz und Lunge ab, ehe ich auch die Darmgegend abhorchte. Nun wurde sie mit gekonnten Handgriffen vom Genick an abgetastet, ehe ich noch die Körpertemperatur kontrollierte und dann bereits die erste Impfung aufzog. Sie wurde gegen Influenza und Herpes geimpft. Beides hielt Kagami tapfer aus und nachdem dann auch die Wurmkur geschluckt war, durfte sie gehen. Als nächstes war Levistino's Hope an der Reihe. Sie war von meinem Besuch nicht sonderlich angetan, benahm sich aber trotzdem einigermaßen und hielt still. Auch sie untersuchte ich, hörte sie ab und tastete sie ab. Danach gab es erneut die zwei Impfungen und die Wurmkur und die zweite im Bunde war fertig. Nun war also nur noch Backup an der Reihe. Die Vollblutstute benahm sich besser als gedacht und ließ sich brav abtasten und abhören. Nur vor den Spritzen zuckte sie zurück, aber die hatten wir dennoch schnell geschafft, nur noch die Wurmkur und meine Arbeit hier war getan.
      von Eddi
    • sadasha
      23. Juli 2016
      Pflege aller Pferde des Phoenix Valley
      „Wie heißt die?“ ungläubig sah ich meinen Bruder an, als er mir den Namen des Tigerscheck-Fohlens nannte, das er sich angeschafft hatte. „Ases Maskwamozi“ ließ er mich in absoluter Überzeugung wissen. „Das klingt falsch. Das spricht man bestimmt nicht so aus.“ Kopfschüttelnd nahm ich ihm die Papiere des Fohlens aus den Händen. „Ist ja auch egal. Sie wird eh einen Rufnamen bekommen.“ Ein wenig beleidigt verließ Kenneth das Haus um sich um seine neuen Youngster zu kümmern. Neben dem Tigerschecken, hatte er auch noch eine Falbscheckstute mit Rappfohlen auf den Hof geholt. Levisino's Hope und Leveneza. Die Abstammung konnte sich durchaus zeigen lassen. Endlich mal Pferde, bei dem einem die Namen im Stammbaum etwas sagten. Nachdem ich meinen Kaffe ausgetrunken hatte schlenderte auch ich in den Stall. Die Isländer hatten mittlerweile den größten Teil ihrer Winterwolle verloren und mussten nicht mehr allzu schlimm schwitzen von der kalifornischen Sonne. Vor allem um Óslogi sorgte ich mich immer wenn die Sonne besonders stark war. Zur Zeit hatte er auch mit einem hartnäckigen Sonnebrand auf der Nase zu kämpfen. Trotz Maske und Sonnencreme, ließ sich das manchmal nicht vermeiden. Der goldene Hengst war nämlich Entfesslungskünstler und wir konnten ihn nicht rund um die Uhr im Auge behalten. Félagi war da doch angenehmer. Auch er hatte immer mal einen leichten Sonnenbrand auf der Nase, war aber allgemein unkomplizierter in der Handhabe. Bis jetzt.
      Kenneth hatte den Fohlen und seiner Zuchtstute frisches Futter angeboten und die Tränken kontrolliert. „Amador kannst du heute vergessen. Der hat sich irgendwo die Schulter aufgerissen.“ Kenneth sagte das so nebenbei... Am liebsten hätte ich ihm dafür direkt den Kopf gewashcne, aber mein Schützling war mir wichtiger. Sofort rannte ich zu seiner Box um mir die Wunde anzusehen. Durch das trockene Klima hatte sich bereits eine Kruste gebildet und viel Dreck schien nicht reingekommen zu sein. An Reiten war nun jedoch erstmal nicht zu denken. „Ich longiere ihn trotzdem ab.“ Kenneth nickte und putzte an seinem Ghost Merchant herum, der wie immer nicht wirklich sauber werden sollte. „Ist das da ein Fleck im Fell oder vom Dreck?“ ich zeugte auf eine Stelle am Hals. „Keine Ahnung... Es wäre einfacher, wäre er ganz weiß.“ beschwerte sich Ken. „Tja...“ Ich hatte ihn schon beim Kauf gewarnt, aber er wollte nicht hören. „Warte ab bis dein Isländer ausschimmelt, du wirst das gleiche Probleme bekommen. Du wirst weinen!“ - „Der wird schöner schimmeln.“ scherzte ich und führte Amador vorbei und quer über das Gelände in die Reithalle. Es war heute einer dieser Tage, die viel zu heiß waren um überhaupt richtig zu arbeiten. Der Verbrauch an Trinkwasser stieg ins Unermessliche und wir konnten froh sein einen eigenen Wassertank zu haben, denn anderen Kaliforniern wurde die Wasserzufuhr dicht gemacht weil sie zu viel verbraucht hatten. Kaum zehn Minuten longiert pumpte Amador als hätte man ihn drei Stunden galoppieren lassen. Auch Kenneth war jetzt in der Reithalle. Niemand wollte bei dem Wetter länger draußen sein als unbedingt möglich. „Vielleicht solltest du ihn durchchecken lassen.“ Er wirkte ernst. „Find mal wen, der heutzutage schnell hier ist...“ Es war noch immer schwer akute Krankheiten und andere Wehwehchen schnell behandeln zu lassen. Sowohl tierärzte als auch Hufschmiede waren chronisch ausgebucht. Es brachte in diesem Moment nichts Amador noch weiter zu quälen. Also brachte ich den reinweißen Schimmel zurück in den Stall und ritt stattdessen Cadiz, einen der Hengste meines Bruders. Der Schecke war gut gelaunt und arbeitete fleißig mit. Später blieben nur noch Busted Cherry Cake und Fix the Flame übrig. Die Stuten wurden derzeit aktiv auf die Zuchtzulassung vorbereitet und würden vielleicht schon in einem halben Jahr durchstarten. Mal sehen was da noch kommt.
    • sadasha
      07. November 2016
      Praktikum in Californien bei den Gebrüder Jenkins

      Pflege aller Pferde des Phoenix Valley

      „Warum soll ich denn jetzt nach Californien?“, fragte ich Rachel neugierig. „Ich habe vorhin bei Kennet Jenkins angerufen und habe dir dort ein einwöchiges Praktikum gesichert. Die beiden haben viel um die Ohren mit ihren Pferden und Lucius wird dir was über das Stuntreiten und das Showreiten erklären. Ken zeigt dir dann Sachen, was die Pferdezucht betrifft und der Umgang mit Fohlen.“ Mein Mund blieb offenstehen. „Dein Ernst? Show- und Stuntreiten? Ich glaub’s nicht.“ „Doch, du fliegst morgen rüber. Ich würde an deiner Stelle deine Sachen packen. In der Woche wird Cleavant dann kastriert und du hast einen Wallach und keinen Hengst mehr zur Pflege“, sagte meine Tante streng und drehte sich dann um und ging in den Stall zu ihrem Hengst Cherti. Ich stand noch eine Weile da und starrte Löcher in die Luft bis ich mich in mein Zimmer machte und meine Sachen zusammenpackte. In California lagen die Temperaturen noch zwischen 20 – 35°C und somit war es um einiges wärmer als in Mazedonien. Ich würde die Woche schon überleben ohne Cleavant, aber doch verletzte es mich irgendwie, dass er kastriert wurde. Auch wenn er ein komischer Mix war, konnte man doch sicher mit ihm züchten. Vielleicht war er hier auf unserem Hof einfach nur falsch…

      Der Flug war länger als geplant und die Landung nahm mich genauso mit wie damals von Canada nach Mazedonien. Meine Ohren taten weh, ich war fertig wie ein Lachsbrötchen und wartete nach der Passkontrolle auf meinen wohl etwas zu groß geratenen Koffer. Die ganzen Kontrollen hier dauerten immer eine Ewigkeit. Aber immerhin wurde ich von Kenneth und seinem Bruder Lucius herzlichst in Empfang genommen.

      „Du musst Valerie sein“, stellte Kenneth erfolgreich fest und ich nickte nur kurz. „Das ist mein Bruder Lucius“, sagte er und deutete dabei auf den etwas kleineren Mann neben ihn, der mich nur mit einem kurzen Grinsen begrüßte, „Und ich bin Kenneth.“ Ich reichte ihm die Hand und stellte mich auch noch einmal vor. Die Blicke der beiden waren unbezahlbar, als sie meinen Koffer entdeckten und Lucius sich bereit erklärte, diesen zu schleppen. Er hatte Kraft, hatte aber wohl nicht mit dem Gewicht gerechnet. „Was hast du darin? Klamotten oder doch eher Ziegelsteine“, fragte er mich und schaute mich mit schiefgelegten Kopf an. „Alles was ich brauche“, grinste ich und sah mich um. Der Flughafen war riesig und ziemlich modern, so hatte ich mir das ganze hier gar nicht vorgestellt. Die Fahrt zum Anwesen dauerte nur länger als gedacht und ich war sowieso schon vom Flug fertig, dass ich im Auto kurzerhand auch noch einschlief. Die Zeitverschiebung machte mir auch etwas zu schaffen, aber ich schlief die paar Stunden zum Hof sehr gut im Auto. Kenneth konnte sehr gut Auto fahren und ich wurde sofort wach, als Lucius am Steuer saß. Er hatte einen etwas rasanteren Fahrstil und ich murmelte jedes Gebet, das ich kannte vor mir her. „War das arabisch?“, fragte mich Ken neugierig und ich nickte. „Ja, muslimisch geprägt“, sagte ich und sah auf die Straße, die wir gerade einbogen. Lucius schluckte. „Gut, das wir gleich da sind.“


      Tag 1 – Monday

      Mein Tag begann bereits um sieben Uhr morgens mit dem Füttern der Pferde. Wir hatten allein in der Reitschule fast so viele Pferde wie die beiden Brüder, aber trotzdem hatte ich am Anfang noch Mühe, die Pferde auseinander zu halten. Ich schaute also lieber doppelt und dreifach auf die Boxenschilder um den Pferden die richtige Ration zu geben, als dass ich ihnen womöglich zu viel oder zu wenig zu fressen gab. Allein vom ersten Anblick her, hatten mir Morgane, eine Dark Bay Tobiano Stute, Leveneza, ein Rappfohlen mit vier weißen Stelzen und Senda Oscura, eine rabenschwarze Stute angetan. Als die Pferde den Futterwagen rollen hörten, wurden sie alle ein wenig unruhig, ließen mich aber alle brav bis auf Morgane den Weg zum Futtertrog durchschreiten. Die noch junge Stute schüchterte mich doch ein wenig ein. Bei ihr war ich froh, als sie mich heile aus der Box raus ließ. „Ärgert die dich?“, fragte mich Kenneth und ich sah etwas verwirrt zu ihm ans andere Ende der Stallgasse. „Morgane ist noch jung. Keine vier Jahre alt und auch sonst immer etwas launisch. Als sie hier hinkam, war sie die Diva und Zicke in Person. Sie ließ sich nicht kraulen, machte Palaver und und und. Aber mittlerweile lässt sie sich auch mal kraulen und streicheln. Man muss sich nur mal durchsetzen und sie muss dir ein wenig vertrauen können. Dann geht das.“ Er demonstrierte es noch kurz und begann dann mit dem Verteilen des Heus. „Nimm dir mal Busted Cherry Cake und S’Cada und führ sie dort hinten auf die Weide. Danach kannst du Leveneza und Ases Maskwamozi auf die Weide führen. Ghost Merchant und Cadiz können auf die andere Weide. Danach kannst du grad die Stallgasse fegen“, erteilte mir Kenneth meine Aufgaben zu und ich gab nicht mehr als ein kurzes „Ok“ raus. „Ist was?“, fragte er mich feinfühlig und ich schüttelte mit meinem Kopf. „Nein, ich bin nur nicht so der extrovertierte Typ Mensch“, sagte ich und nun war es Ken, der nur ein Nicken brachte. „Alles klar, wenn du das gemacht hast, kannst du was essen. Wir sind ja keine Unmenschen“, zwinkerte er und ich lächelte. „Danach kannst du meinem Bruder ja zuschauen und etwas lernen“, sagte er und schaute auf seine Uhr, für mich ein kleines Zeichen mich an meine Arbeit zu machen.

      Zuerst nahm ich mir die Scheckstute ans Halfter und dann erst S’Cada. Die dunklere der beiden, war ihres Verhalten zu urteilen auch noch jung und etwas unausgeglichener. Ihr Schritt war zügiger als der von Busted Cherry Cake und so hatte ich vielleicht doch ein paar mehr Probleme als auf Briar Cliff. Gut, dort kannte ich auch schon die Pferde etwas länger. Mit den Jungpferden, ging das ganze irgendwie leichter. Leveneza wartete sogar bis ich ihrer Freundin den Strick vom Halfter löste, sodass die zwei zusammen los tollten. Der Porzellanschecke Ghost Merchant stupste mich sanft mit seiner hellgrauen Schnauze an auf dem Weg zur Weide. Blieb auch ruhig, fast so wie ich es von Cleavie gewohnt war.

      Ich beeilte mich beim Fegen der Stallgasse und hatte nun von 8:00 bis um 8:30 Uhr eine kleine Pause in der ich ein Toast mit Marmelade aß. Ich hatte die Marmelade aus den vereinigten Staaten vermisst. Bis ich 16 wurde, hatte ich sie beinahe täglich auf dem Tisch gehabt und jetzt seit eineinhalb Jahren hatte ich endlich wieder den Genuss auf der Zunge. Kenneth schrieb mir, dass ich nun Leveneza wieder reinholen solle und sie ein wenig über den Hof führen könnte, wenn ich wollte und davor noch schnell drüber putzen sollte und so machte ich mich wieder an die Arbeit und spülte schnell ab und stapfte zur Weide. Die Sonne war noch lange nicht am höchsten Punkt, raubte mir mit ihrer Hitze aber dennoch ein paar Nerven.

      Leveneza musste ich von der Weide holen gehen, ließ sich aber super von mir leiten. Ases trottete mir hinterher und ich versuchte sie leicht abzuschütteln, damit sie nicht mit uns durchs Tor trappelte. Es gelang mir auch zum Glück und nur Levenza und ich durchquerten das Tor bis hin zur Stallgasse, an der ich sie anband. Sie blieb erstaunlicherweise ruhiger als ich dachte beim Putzen und ich fand gleich ihre Lieblingsstelle an der sie lustig die Schnute verzog und die Luft ‚kraulte‘. Ich putzte sie ausgiebig und führte sie dann gut 15 min und übte mit ihr das Stehen bleiben und weitergehen. Wenn sie nicht rechtzeitig stehen blieb, richtete ich sie zurück. Das hatte ich von Rachel gelernt gehabt und bisher gingen die meisten ihrer Pferde ordentlich vom Boden aus. Aber auch das machte die Rappstute neben mir gut. Als ich fertig war, stellte ich sie wieder auf die Weide. „Valerie!“, rief Lucius dunkle Stimme quer über den Hof und ließ mich aufzucken. Ich konnte doch bis jetzt nichts falsch gemacht haben. Ich eilte zu ihm in den Stall und sah etwas misstrauisch in die Stallgasse. „Hmm?“, machte ich und sah, dass er gerade die lange, dichte Mähne einflocht. „Komm mal her und schau mir gut zu, okey“, sagte er und ich trat näher. Der Schimmel schaute mich nur mit angelegten Ohren an. „Er hat heute einen guten Tag“, grinste Lucius und klopfte dem Hengst auf die Schulter. Als er fertig war hielt er den geflochtenen Zopf am Ende fest und fragte mich ob ich gesehen hätte, wie er geflochten hatte und ich nickte. „Ja? Gut. Dann kannst du das ja nochmal machen“, grinste er neckend und löste den gesamten Zopf noch einmal. „Ihr Ernst?“, fragte ich perplex nach. „Klar, du willst ja auch was lernen, also auf“, grinste er weiterhin und ich sah ihn nur ungläubig an. Schließlich machte ich mich dann aber doch an die Mähne und versuchte Amador so gut es ging, zu ignorieren. Es dauerte doch etwas länger als bei Lucius, doch ich gab mir Mühe nicht völlige Hilfslosigkeit darzustellen und zog den Zopf etwas enger und bekam am Ende ein Lob. „Ich flechte ihm noch den Schweif ein und dann geh ich mit ihm auf den Platz, du kannst mir zuschauen wie wir für unsere nächste Show proben. Vielleicht inspiriert dich das ja bei Cleavant. Den Kleinen, haben wir im Übrigen zusammen mit Hunter Crowley gesehen und ihn ermutigt ihn mitzunehmen.“ Meine Augen blitzten auf. „Echt?“, fragte ich neugierig und hakte weiter nach. „Ja, wir waren gerade in England unterwegs und fanden ihn zusammen mit Braddock, einem fast gleichen Mix in einer Hobbyzucht zum Verkauf. Beide hatten was. Während Braddock so ziemlich das beliebte Kinderpony war, war Cleavant der Hingucker mit seiner weißen Brust. Fast wie ein Pinguin“, erzählte er mir weiter und ich grinste über beide Ohren. „Dann muss ich mich bei ihnen ja noch bedanken“, sagte ich und tat dies auch gleich. „Du kannst mich gerne duzen.“ Ich nickte kurz, schaute ihm dabei zu, wie er den Schweif hochband. Danach legte er ein schickes Sattelzeug drauf und führte ihn zum Reitplatz mit einer Longe bewaffnet. Er longierte Amador vorher ab und ich konnte sogleich begreifen wieso. Amador hatte Pfeffer im Arsch – Verdammt viel Pfeffer. Erst nach einer Weile auf beiden Händen beruhigte er sich allmählich und wurde ruhiger. Dann stieg Lucius auch schon auf und warf mir die Longe entgegen, die ich glücklicherweise auch noch fing. „Anders kann man den hier nicht arbeiten“, sagte er mir und begann dann auch schon gleich im Schritt mit dem spanischen Schritt, ging dann über in den Spanischen Trab und blieb in der Gangart. Lucius lieferte mir eine tolle Show, in der ich viel über die beiden lernte und als er fertig war, bat er mich darum Senda Oscura zu putzen und im Anschluss zu Satteln. Ihr Sattelzeug würde ich in ihrem Spind finden. Ich nahm den Auftrag gerne an und watschelte auch schon zu der Stute und nahm sie langsam aus der Box. Und schon lutschte sie an meinem Rücken am T-Shirt rum. „Hör auf“, murmelte ich und band sie an. Sie genoss die Pflegeeinheiten und lutschte weiter an der Wand vor ihr. „Senda, du hast eine Macke“, schmunzelte ich und kratzte ihr gerade die Hufe aus, als ich ihre Schnauze auf meinem Rücken spürte. Während ich sie sattelte und dann ihre Bandagen wickelte, sah ich wie Kenneth über den Hof irrte und irgendwen suchte. Ich machte mir aber nichts draus und ging meiner Arbeit wieder nach. Lucius kam mir gerade entgegen und fragte mich dann ob ich reiten könne. Ich bejahte verwirrt. „Dann reite sie im Schritt ein wenig warm, ich komme gleich nach. Ich bringe Amador gerade auf die Weide.“ Wieder nickte ich und stieg dann auf dem Reitplatz mit einem leicht mulmigen Gefühl auf die Stute auf. „Auf geht’s“, murmelte ich und war fasziniert von ihrem zielstrebigen Schritt. Die ersten paar Runden blieb ich auf dem Hufschlag, rang mich aber dann an andere Bahnfiguren. Ich ritt jetzt bestimmt seit 30 Minuten und wunderte mich so langsam, wo Lucius denn blieb. Nun betrat auch Kenneth den Reitplatz mit seiner Stute Fix the Flame und arbeitete sie in der Dressur weiter. Es dauerte noch ein paar Minuten bis Lucius zu mir kam. „Es hat ein wenig länger gedauert“, rief er um die Ecke und ich sah zu ihm rüber. Etwas zu ruckartig, denn jetzt schmerzte mein Nacken. Er hatte einen Apfelschimmel neben ihm stehen und ich sah ihn verwirrt an. „Und was ist mit Senda?“, fragte ich nach und er sah mich von Lucero aus nachdenklich an. „Hmm. Dann reite sie ein wenig im Trab und Galopp und dann kann sie auf die Weide. Danach kannst du Estrada holen und sie spazieren führen“, sagte er und ich gehorchte. Ich ritt sie im Trab und hatte Mühe zu entdecken ob sie gerade trabte oder im Rack unterwegs war. Dann galoppierten wir auf beiden Händen. Immerhin konnte ich das gut unterscheiden. Als ich Senda Oscura trocken ritt, sagte mir ihr Besitzer, dass ich Estrada doch nicht führen brauchte. Sie käme heute nur auf die Weide und ich könnte dann jetzt Feierabend machen. Heute Abend würden sie mir die Stadt zeigen.


      Tag 2 – Tuesday

      Der zweite Tag war weniger anstrengend. Ich fütterte wieder alle Pferde und fegte nach dem Heu verfüttern wieder die Stallgasse. Heute erzählte mir Ken dann mehr über die Zucht und ich verbrachte die meiste Zeit bei ihm und hörte aufmerksam zu. Er erklärte mir, was er sich bei der Verpaarung von den Elternteilen von Ases Maskwamozi gedacht hatte. Die Kleine hatte die Farbe der Mutter geerbt und dazu das Talent des Vaters. Mr. Raw Depression kannte ich sogar vom Sehen. Ein toller Hengst mit viel Potenzial. Ases würde wohl in seine Fußstapfen treten. „Und wie kam S’Cada zu euch?“, fragte ich neugierig und schaute auf die Rappstute neben der Buckskin Tobiano Stute Levistino’s Hope. „Sie ist noch nicht lange hier, ist auch etwas stürmisch. Levistino’s Hope ist da schon anders. Sie hat uns auch Leveneza als Fohlen gebracht und zeigt so ihre Zuchttauglichkeit schon sehr deutlich. S’Cada kommt sogar von einer Freundin von uns.“ Ich nickte stumm und lauschte aufmerksam seiner Erzählung und schon führte mich Kenneth zu Ases damit ich in der Jungpferdeerziehung ein wenig weiter kam. Auch wenn sie sich bei mir sehr unaufmerksam zeigte, gab mir Kenneth Tipps wie ich ihre Aufmerksamkeit bekommen konnte. Wurde sie zu temperamentvoll, zügelte ich sie mit Rückwärtsrichten und hoffte insgeheim, dass sie nicht steigen würde. Das Problem hatten wir heute teilweise noch mit Deila, doch das hatte wohl gesundheitliche Probleme. Die Sonne zwang uns sogar zu einer längeren Pause und erst gegen Abend spürte ich die Anstrengung.


      Tag 3-4 – Wednesday + Thursday

      Den heutigen Tag plagte ich mich mit sehr viel Muskelkater rum, doch auch heute fütterte ich die Pferde dreimal am Tag und mistete heute alle Boxen aus. Danach half ich Kenneth auch wieder bei seinen Jungspunden und durfte auch über Morgane drüber putzen, was ich als Ehre empfand, denn die Scheckstute war biestig, fast schon wie unsere Bailey. Nach der Pause half ich Lucius dann wieder und durfte Senda wieder reiten. So langsam vernarrte ich mich in das Pferd, auch wenn ich Cleavant ganz schön vermisste. Senda war da schon schöner Ersatz. Wenn man das so nennen konnte. Die Hälfte meiner Zeit hier auf dem Hof war schon vergangen und ich sehnte mich irgendwie doch nach Mazedonien. Mal sehen wie die nächsten Tage vergehen würden. Ich longierte gegen Abend noch Estrada Dourada auf beiden Händen und lobte sie am Ende ausgiebig. „Geh mit der noch eine Runde spazieren, die ist ja pitschnass“, sagte mir Luci, wie ich ihn in Gedanken nun immer zu nennen pflegte. Ich nickte wieder und legte ihr noch eine Abschwitzdecke über und führte sie ein paar Runden um den Hof bis sie trocken war und ich Heu und Kraftfutter verfütterte. Am Abend machte ich mich dann auch schon wieder mit den beiden in die Stadt und schaute nach ein paar Souvenirs, die ich für Rachel, Smetti und Abby holen würde. Morgen wäre mein letzter Tag hier in Kalifornien und ich legte mich noch einmal richtig ins Zeug. Ich putzte zusätzlich das Sattelzeug der Pferde und durfte noch etwas Zeit mit Senda verbringen und Morgane putzte ich auch wieder. Am Donnerstag war sie besser drauf als den Tag zuvor. Konnte aber auch an der Bestechung liegen, die ich ihr für danach aufgehoben hatte. Mit Ghost Merchant und Fix the Flame ging es dann auch zu einer Körung und Krönung, sodass ich noch was Aufregendes erlebte und am Abend mit den beiden noch die beiden Pferde auslud. Freitag morgen flog ich wieder nach Hause.


      von Sosox3
    • sadasha
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      02. März 2017 | 20513 Zeichen von adoptedfox
      Pflege für alle Pferde des Phoenix Valley

      Ankunft

      Mittwoch. Vor wenigen Minuten noch setzte mein Flug zur Landung an und schon stand ich inmitten der Menschenmenge, welche darauf wartete abgeholt zu werden. Die Sonne stand genau über dem Flughafen und die Luft wurde nur durch die leichte Frühlingsbrise abgekühlt. Ich sah mich um und hoffte zu erkennen, wer mich abholen würde. Und da entdeckte ich Ihn. Er stand etwas Abseits mit einem Schild in der Hand auf welchem in großen Druckbuchstaben "Käthe -> Phoenix Valley" stand. Ich hängte meine Reisetasche über die Schulter, nahm meinen Koffer und ging Ihm mit einem Lächeln entgegen. "Hi, ich bin Käthe!" begrüßte ich Ihn, stellte meinen Koffer ab und machte anstalten seine Hand zu schütteln doch er kam mir zuvor, nahm meine Hand, zog mich an sich und umarmte mich. "Ich bin Kenneth, schön Dich zu sehen! Wir war dein Flug? fragte er mich während er mich aus der Umarmung entließ und nahm gleichzeitig meine Reisetasche ab. "Weniger anstrengend als ich erwartet hatte." antwortete ich Ihm ehrlich und folgte Ihm zum Kofferraum, wo ich meinen Koffer neben die Reisetasche stellte die er bereits hineingelegt hatte. Während der Fahrt zur Anlage unterhielten wir uns über die Pferde, meine Arbeit und wie es mich nach England verschlug. Nach einer Weile fuhren wir auf den Parkplatz des Phoenix Valley ein. Kenneth nahm meine Reisetasche und meinen Koffer aus dem Kofferraum und bat mich Ihm zu folgen. Während wir über den Hof zum Hauptgebäude liefen, erklärte mir Kenneth das man mich im Gästezimmer unterbringen würde für die Zeit des Aufenthalts. Dort angekommen stellte er meinen Koffer und meine Reisetasche vor das Bett und teilte mir mit, das er im Stallgebäude der Stuten auf mich warten würde. Ich nutzte seine Abwesenheit um mich umzuziehen. Eine schlichte Reithose und ein leichtes Top. Ich zog meine Stiefeletten an und ging aus dem Gebäude zu dem Stalltrakt, den ich für den Bereich der Stuten hielt.

      Tag 1
      Er ging mit mir von Box zu Box und stellte mir die Pferde vor. "Ok, ich denke es ist das einfachste wenn ich mich zuerst um die Fohlen kümmere, dann kann ich diese zusammen auf eine Weide stellen während ich mich um den Stall kümmere. Oder?" fragte ich. Kenneth sah mich an und antwortete mir lachend "Perfekt, kommst du zurecht? Dann schauen Lucius, mein Bruder und Ich nach dem Wagen, der macht nämlich Probleme.". Mit den Worten verschwand er aus der Stallgasse in Richtung Hof. Ich wandte mich den beiden Stutfohlen Ases Maskwamozi und Leveneza zu. Kenneth berichtete mir, dass die beiden Fohlen vom Ausbildungsstand am weitesten wären und so entschloss ich mit beiden eine Runde spazieren zu gehen um die Umgbung kennen zu lernen. Behutsam zog ich Ases Maskwamozi das Halfter über und führte das Fohlen in die Stallgasse, wo ich es mit einem geschickten Knoten anband um Leveneza zu holen. Ich begrüßte beide Fohlen ausgiebig, nahm eines in die linke, das andere in die rechte Hand und zu dritt verließen wir die Stallgasse. Wir wandten uns dem Weg zu, welcher von Bäumen gesäumt war um im kühlen Schatten zu laufen. Leveneza nahm die Umgebung aufmerksam wahr, die Ohren spielten und schienen jedes Geräusch einzusaugen. Ases Maskwamozi hingegen schien nur Levenza zu folgen. Mehrfach versuchte sie mich auszutricksen und den Rückweg anzustreben, doch mit Geschick konnte ich sie immer wieder überreden uns weiter zu begleiten. Die Wege um den Hof schienen miteinander verbunden, denn langsam ließen sich die Umrisse des Stallgebäudes erahnen. Auf dem Hof angekommen ließ ich die beiden Stutfohlen trinken und brachte beide auf die Weide. "Na, was stellen wir denn mit euch 2 hübschen an?" fragte ich als ich die Stallgasse betrat und ging zu der Box mit Stracciatella. Die kleine Stute sah gelagweilt aus und schenkte mir, bis auf 1 zugewandtes Ohr, keinerlei Aufmerksamkeit. Ich öffnete die Boxentür und wandte mich ihr langsam zu. "Keine Sorge, wir wollen Dir doch nichts schlechtes, hm?" sprach ich beruhigend auf das junge Fohlen ein und streichelte dessen Hals. Vorsichtig wanderte meine Hand zum Mähnenkamm, weiterhin kreisende Bewegungen streichelnd. "Super machst du das!" lobte ich Stracciatella, die aufzutauen schien. Ich holte aus meiner Hosentasche 1 Bananenchip und bot ihn Ihr an. Neugierig schnaubte sie in meine Handfläche und nahm den Bananenchip zwischen die weichen Lippen. Er schien Ihr zu schmecken, denn kaum war der erste verschwunden, schob sie Ihr weiches Maul in Richtung meiner Hose. Ich lachte "So aber nicht! Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!". Ich strich in sanften Bewegungen in Richtung Rücken. Mit meiner anderen Hand griff ich in den Trog, wo ich zuvor einen weichen Striegel positioniert hatte. Ich bewegte den Striegel in der gleichen kreisenden Bewegung am Rücken des Fohlens, wie zuvor meine Hand. Stracciatella schien sich selbst nicht sicher zu sein, ob sie dies gut oder schlecht fand. Ich beschloss das Training für den heutigen Tag zu beenden und gab Stracciatella zur Belohnen noch einen Bananenchip. Das letzte Fohlen, Phoebe, beobachtete mich bereits neugierig als ich aus Stracciatella's Box kam. Als ich die Boxentür öffnete spürte ich eine Hand auf meiner Schulter, es war Kenneth. "Wenn du magst..." sagte er und reichte mir ein kleines Halfter. "Sie wird mir doch nicht die Hand abbeißen, oder?" fragte ich und erhielt statt einer Antwort nur ein verlegenes Schulterzucken. Er schloss die Boxentür hinter mir, blieb jedoch stehen und sah mir zu. Ich ließ mich nicht beirren strich mit beruhigenden, sanften Bewegungen über den Hals der Stute. Das Halfter war bereits geöffnet, sodass es mir leicht fiel das Genickstück sanft über Ihren Hals zu streifen. Vorsichtig zog ich Ihr das Halfter an und schloss es locker. Sobald ich meine Hand entfernte schlug die junge Stute ein paar Mal mit dem Kopf. Sie schien nicht erschrocken über das klappernde Geräusch welches die Halfterschnallen verursachten, im Gegenteil, es schien sie zu amüsieren! Lobend kraulte ich Phoebe die Brust und steckte ihr einen Bananenchip als Belohnung zu. Kenneth reichte mir durch die Boxenstäbe einen Strick. Ich nahm ihn und befestigte ihn am Halfter der Stute und führte sie in die Stallgasse. Dort band ich sie aber nicht an und griff stattdessen nach dem Striegel aus Stracciatellas Trog um in kreisenden Bewegungen über Phoebes kurzes Fell zu streichen. Es schien ihr nichts auszumachen, jedoch entschied ich das Training zu beenden, da ich die Stute nicht überfordern wollte. Damit Stracciatella nicht als einziges Fohlen im Stall bleiben musste, brachte ich auch Phoebe zurück in Ihre Box.
      Während die beiden Fohlen Ases Maskwamozi und Levenza nicht in Ihren Boxen waren, nutzte ich die Zeit um diese auszumisten. Ich schob die halb gefüllte Schubkarre an die Box von Stracciatella, öffnete die Boxentür und ging hinein. Behutsam sammelte ich alle Pferdeäpfel und das nasse Stroh ein und beförderte es in die Schubkarre. Das gute Stroh verteilte ich, wie bei den anderen beiden Boxen, über die kahlen Stellen. Den Vorgang wiederholte ich anschließend auch bei Phoebe und den anderen Stuten im Stall. Nachdem auch die letzte Schubkarre auf dem Misthaufen entleert wurde, schnappte ich mir ein paar Strohballen um die Stallboxen entsprechend aufzufüllen. Als die Boxen der Stuten und Fohlen gemistet und neu eingestreut waren schob ich die Schubkarre hinaus in den Hof, lehnte die Mistgabel gegen das Stalltor und kehrte mit einem Besen die Stallgasse sauber. Mit jedem Bürstenstrich über den Stallboden wirbelte Staub auf. Als die Arbeit erledigt war beschloss ich die beiden Fohlen wieder in die Boxen zu bringen. Da ich zuvor bereits mit beiden spazieren war und dies super funktionierte, etschloss ich auch dieses Mal beide Fohlen zeitgleich zum Stall zu bringen. Zurück in der Stallgasse traf ich Kenneth, der sich gerade ein Halfter und einen Strick nahm. "Hast du Lust auf eine Runde spazieren? Ich würde Morgane nehmen und wenn du magst, kannst du Fix the Flame nehmen." ich nickte zustimmend und brachte die beiden Fohlen in Ihre Boxen. Kenneth hat bereits beide Stuten aufgehalftert und in die Stallgasse gebracht. Geschickt löste ich den Knoten und bevor ich mich versah, befanden wir uns auf einem kleinen Waldpfad. Kenneth erzählte, das dieser Pfad angenehm für Spaziergänge mit Pferden wie Fix the Flame war, da Sie sich so an die Umgebung gewöhnte und man Ihr gleichzeitig zeigen konnte, das es außerhalb der sicheren Box nicht nur Gefahren gab. Morgane schien die Ruhe selbst zu sein, aber Kenneth versicherte mir, das dies nur ein trügender Schein ist. Über diesen Pfad kamen wir auf der Rückseite der Stutstallung an. Kenneth nahm Morgane mit in Richtung der Reithalle, während ich Fix the Flame wieder in Ihre Box brachte. Nachdem die Boxentür fest verschlossen war und ich Fix the Flame einen Bananenchip zusteckte, begab ich mich auf die gegenüberliegende Boxenseite und holte Levistino's Hope und Busted Cherry Cake aus den Boxen. Ich entschied mich mit beiden Pferden dazu, die erste Route entlang zu spazieren, welche ich bereits mit den Fohlen erkundet hatte. Beide Stuten verhielten sich vorbildlich und schienen, genau so wie ich, den warmen, sonnigen Tag zu genießen. Nachdem wir zum Hof zurückgekehrt waren stellte ich die Stuten in Ihre jeweiligen Boxen. Gerade als ich die Boxentür zu Estrada Dourada öffnete, suchte jemand anderes meine Aufmerksamkeit. "Hey, wenn du Estrada beschäftigst, kannst du an Ihrer Gelassenheit arbeiten? Der Hufschmied hat nicht jedes Mal die Zeit mit einer aufmüpfigen Stute zu diskutieren!" hallte es die Stallgasse entlang und ich war mir sicher, dass es sich nicht um Kenneth gehandelt haben kann. "Du bereitest deinen Besitzern also Kopfzerbrechen, hm?" fragte ich die Stute und strich ihr sanft über die Stirn. Ich zog Ihr das Halfter über und führte Sie in die Stallgasse, wo ich sie vor Ihrer Box festband. Ich nahm mir aus der Putzbox einen Hufkratzer und aus der Sattelkammer einen zusätzlichen Strick. Schon als ich mit meiner Hand am Bein der Stute entlang striff, schien sich diese merkbar zu verspannen. Ich sprach beruhigend auf die Stute ein und wiederholte den Vorgang immer wieder, bevor ich den Huf hoch nahm und in der Luft behielt. Immer wenn ich den Huf in der Luft hielt, zählte ich bis 5 und setzte Ihn sanft wieder ab. Nach einigen Wiederholungen nutzte ich zusätzlich den Hufkratzer um der Stute zu zeigen, das Ihr nichts geschieht und es nur um ihr Wohl ging. Von Wiederholung zu Wiederholung wurde die Stute entspannter und ruhiger. Ich klopfte lobend Ihren Hals und brachte sie zurück in Ihre Box, wo sie ein paar Bananenchips von mir bekam. Der Tag neigte sich langsam aber sicher dem Ende zu. Ich entschied, mit Senda Oscura noch eine Runde spazieren zu gehen, bevor ich den Stalltrakt für den Tag verließ und mich dem Bett in meinem Gästezimmer widmete.


      Tag 2
      Mit dem ersten aufgeregten zwitschern der Vögel wurde ich wach. Ich betrat das Badezimmer und bereitete mich auf den Tag vor. Auf dem Weg nach draußen hielt mir Kenneth eine Brottüte vor die Nase. "Frühstück nicht vergessen junge Dame!" sagte er lächelnd und ich nahm diese dankend entgegen. Bevor ich mich den Pferden widmete ging es zur Fütterung. Ich betrag die Futterkammer und richtete die Futterrationen für die Pferde. Nach und nach leerte ich jeden Eimer im Trog der Pferde, bis alle schmatzend ihr Frühstück genossen. Ich ebenso, denn ich hatte es mir gerade auf einem Strohballen gemütlich gemacht und nahm das Sandwich aus der Brottüte. Ich sollte mir für die Heimreise ein paar Sandwiches von Kenneth wünschen, denn sie schmeckten fabelhaft! Gestärkt nahm ich mir eine Longe aus der Sattelkammer und ging hinüber zu den Stuten. Ich hing die Longe an die Box von Corde de la cerise und begann die Stute in Ihrer Box zu putzen. In langen Zügen strich ich mit dem Striegel in der einen und der Bürste in der anderen Hand über das Fell der hübschen Stute. Die Mähne und den Schweif säuberte ich lediglich mit meinen Fingern und sammelte so Strohhalme heraus und löste Knötchen. Mithilfe des Hufkratzers säuberte ich die Hufe und nahm die Stute dann am Halfter und führte sie zur Boxentür. Dort hakte ich die Longe am Halfter ein und führte die Stute zur Reithalle. Ich positionierte mich in die Mitte der Halle und schickte die Stute nach außen auf den Zirkel. Sie schien arbeitswillig, denn sie setzte sich sofort in Bewegung und lief im Schritt Ihre Runden. Nach ein paar Runden schnalzte ich mit der Zunge und Corde de la cerise fiel in einen lockeren Trab. Die Stute war aufmerksam, hielt ein Ohr aber stets zu mir gerichtet. Im Galopp powerte sie sich offenbar erst aus, bevor sie zur eigntlichen Arbeit zurück kam. Ich lies sie gewähren. Ich nahm die Longe auf und ließ die Stute in den Schritt parieren und letztendlich stehen. Mithilfe einer lockeren Armbewegung gab ich der Stute zu verstehen, das ich einen Handwechsel möchte und nach einer kleinen Diskussion trabte die Stute auch auf der linken Hand auf dem Zirkel. Die anfängliche Anspannung war schnell verflogen und so holte ich die Stute zu mir, lobte sie ausgiebig und brachte sie zurück in Ihre Box. Den gleichen Ablauf versuchte ich bei S'Cada, jedoch zeigte sie mir eindeutig, das es ihr absolut nicht passte arbeiten zu müssen. Nach minutenlangen Diskussionen und wildem gereiße an der Longe holte ich die Stute zu mir und nahm die Longe ab. "Gut, dann bleibst du halt hier. Tob dich aus!" sagte ich bestimmt und verließ die Halle. Offenbar schien ihr das auch nicht wirklich Recht, denn sobald das Hallentor geschlossen war stürmte die Stute los und buckelte. Währenddessen nutzte ich die Zeit um die Boxen der Hengste auszumisten und neu einzustreuen. Als die Arbeit beendet war ging ich zurück zur Halle, wo eine ausgepowerte S'Cada bereits auf mich zu warten schien. "Na, alles klar?" rief ich ihr zu und schloss das Hallentor hinter mir. Ich ging ruhig auf die Stute zu und klopfte ihren Hals. Die Longe wieder eingehakt, gingen wir aus der Halle zurück in die Stallgasse. Ich brachte S'Cada in Ihre Box zurück und nahm ihr das Halfter ab. Als ich die Stallgasse der Hengste betrat wartete bereits Kenneth auf mich. "Bevor du dich mit unseren Jungs beschäftigst rate ich Dir an, Amador zum Schluß zu arbeiten. Und sei vorsichtig, er ist das, was sich alle unter einem Hengst vorstellen!" sagte er und redete auf mich ein aufzupassen. Ich beschloss auf ihn zu hören und ging zur Box von Cadiz. Ich strich ihm sanft über die Nüstern und tauschte sein Stallhalfter gegen eine Trense. Bereits auf unserem eigenen Gestüt lernte ich schnell, das es leichter war einen Hengst mit einer Trense, als mit einem Halfter auszuführen. Ich nahm mir, auf dem Weg an der Sattelkammer vorbei, eine Longierbrille und Longe und tauschte diese gegen die Zügel ein. Zusammen gingen wir nach draußen und schlugen den ruhigen Waldpfad ein. Der heutige Tag würde nicht so heiß werden wie der gestrige, zumindest hoffte ich das. Cadiz lief im Schritt neben mir, sodass es eine ruhige und entspannte Runde wurde. Zurück im Stall tauschte ich Cadiz gegen Ghost Merchant ein. Er war ein hübscher Hengst und gefiel mir auf Anhieb. Auch mit Ihm lief ich auf dem Waldpfad entlang. Ghost Merchant war aufmerksam und nahm seine Umgebung genauestens auf. Einige Male versuchte er mich zu überholen, doch das wusste ich mit einem einfachen Wendemanöver zu unterbieten! Da mir der Hengst gefiel gab es, zurück in der Box, einen Bananenchip.
      Bevor ich mich an Amador versuchte, wandte ich mich Lucero zu. Schon als ich in die Box kam stieß er mir seinen gewaltigen Kopf schnell entgegen und schnupperte an meiner Hosentasche. Als wüsste er was sich in Ihr befindet, knabberte und zog er am Stoff umher. "Hey du Spinner, lass das!" sagte ich und schob seinen Kopf beiseite. Ich legte ihm das Halfter an und führte ihn aus der Box auf den anhängenden Reitplatz. Da ich nicht wusste wie der Hengst sich verhält hielt ich es für die beste Idee mit Halfter und Longe zu arbeiten. Ich stellte mich mit dem Hengst auf den Zirkel und strich mit der Schlaufe der Longe über den Hals und die Schulter des Hengstes. Dies schien ihm keine Probleme zu bereiten, so begann ich damit das Longenende über seinen Rücken zu legen und herunter zu ziehen. Lucero verspannte sich, sobald er bemerkt wie das Seil heruntergezogen wird. Ich sprach beruhigend auf ihn ein und wurde langsamer, sodass er sich auf das Gefühl, welches das Seil verursachte, einlassen konnte. Schon nach ein paar Wiederholungen wurde der Hengst merklich ruhiger und entspannter. Das ich das Longenende schließlich über seinen Rücken warf bereitete ihm keinerlei Probleme mehr. Ich lobte den Hengst ausgiebig für seine Geduld und Mitarbeit und schob ihm ein paar Bananenchips zu. Diese schienen ihm zu schmecken denn sofort bettelte er nach mehr. Ich verwehrte Ihm den Zugang in meine Tasche und führte ihn zurück in seine Box. Ich schloss die Boxentür und wandte mich Amador zu. Dieser legte bereits die Ohren an, als ich auch nur zur Box trat. Ich ging in die Sattelkammer und holte ein festes Rope, sowie ein Knotenhalfter. Behutsam öffnete ich seine Boxentür und betrat diese, während ich beruhigend auf den Hengst einsprach. Die Ohren noch immer angelegt ging er ein paar Schritte auf mich zu und beobachtete mich. Ich ging ebenfalls auf den Hengst zu und sprach weiterhin beruhigend auf ihn ein. Er lies zu das ich ihn berührte und ich nutzte den Moment, ihm das Knotenhalfter anzuziehen. Ich entschloss zuerst mit dem Hengst in die Reithalle zu gehen um ihn ein paar Runden laufen zu lassen, bevor wir einen Spaziergang unternahmen. So konnte er sich auspowern und ich konnte mir ein Bild über ihn verschaffen. Allein der Weg in die Halle war kein Zuckerschlecken. Amador zog am Rope und versuchte auf der kurzen Strecke mehrmals sich mir zu entziehen und strebte den Sprung nach vorn an. Ohne mich! Ich wendete ihn immer und immer wieder, blieb stehen und richtete rückwärts. In der Halle angekommen ließ ich ihn sich auspowern. Er setzte sofort zum Galopp an und hielt diesen minutenlang am Zirkel. Irgendwann schien ihm die Lust zu vergehen und nach ein paar Buckler und gezielten, gegen mich gerichteten Tritten, lief er mit gesenktem Kopf im Schritt. Ich lobte ihn mit sicherer Stimme und ließ ihn zum Stand hin parieren. Bestimmt ging ich auf den Hengst zu und klopfte seinen Hals. "Na, hast du Lust auf Entspannung?" fragte ich ihn und ging in Richtung Hallentor. Kenneth erwartete mich bereits und öffnete das Tor. "Wer hätte gedacht das eine so zierliche Frau diese Eskarpaden aushält!" sagte er sichtlich beeindruckt und schloss das Hallentor hinter mir. "Ich begleite euch, es ist gerade Luft und sollte doch etwas passieren kann ich eingreifen" bot er an und ehe wir uns versahen, befanden wir uns im Wald. Kenneth erzählte mir von Amador und wie sie zu ihm kamen. Ebenso erfuhr ich, das ich am Tag zuvor seinen Bruder Lucius kennenlernte und er sich gleich für dessen forschen Ton entschuldigte. Er sei im Stress gewesen als er mich bei den Pferden sah. Ich beschloss ihm zu vergeben. Kenneth erkundigte sich nach dem Stand meiner Arbeit und bot mir an doch noch einen weiteren Tag zu bleiben um Kalifornien kennenzulernen. Ich nahm diesen Vorschlag dankend an, entgegnete jedoch das ich dafür am Abend kochen würde als Dankeschön. Kurz bevor wir auf den Hof einbogen stemmte Amador seine Hufe in den Boden, riss den Kopf in die Luft und stieß ein durchdringendes Wiehern aus. "Halt ihn fest....!" sagte Kenneth und sah sich um. Doch alles was er entdeckte war sein Bruder Lucius, der mit Morgane über den Hof lief. Ich hielt Amador fest und richtete ihn rückwärts um seine Aufmerksamkeit zu erhalten und um ihn dazu zu bringen weiter zu gehen. Es funktionierte und schon wenige Minuten später fanden wir uns auf dem Hof ein. "Wir bringen Amador besser auf die Weide, nicht das er uns schon wieder die Box zertritt." sagte Kenneth und nahm mir den Hengst ab. Ich wandte mich der Stallgasse der Hengste zu und begann diese für die Mittagszeit zu füttern. Als jeder der Hengste, bis auf Amador, schmatzend mit dem Maul in den Trog schauten, ging ich hinüber zu den Stuten und bereitete auch ihnen das Futter zu. Als auch die Stuten gefüttert waren ging ich zurück ins Haupthaus und besprach mit Kenneth und Lucius den Rest des Tages, sowie den Tagesablauf für Morgen. Ich freute mich schon auf die Führung durch Kalifornien, doch noch mehr freute ich mich darauf wieder nach Nottingham zu reisen. Auch wenn ich die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut vermissen werde.
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  • Album:
    Gnadenweide | Pferdehimmel
    Hochgeladen von:
    sadasha
    Datum:
    4 Juni 2016
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  • Abstammung
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Von Summer Wine
    Von unbekannt Aus der unbekannt


    Aus der Levistino
    Von Levistino Z. Aus der Amandara


    Exterieur
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    Stute
    13. April | 8 Jahre
    Rasse: Trakehner
    Stockmaß/Endmaß: 172cm
    Gewicht: 632kg
    Fellfarbe: Buckskin Tobiano
    Geno: Ee Aa nCr nTo


    Interieur + Beschreibung
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    Verhalten in der Box: Ruhig
    Verhalten auf der Weide: Neutral


    Charaktereigenschaften:

    Schüchtern, Menschenbezogen, Intelligent

    Hope ist eine auffällig gefärbte, zurückhaltende Jungstute. Sie ist anfangs recht schüchtern und braucht einige Zeit, um fremden Personen ihr Vertrauen zu schenken. Hat sie ihre Scheu erst einmal überwunden ist die kleine Stute sehr liebenswert und anhänglich. Hope zeigt schon jetzt außergewöhnlich schöne Grundgangarten und verblüfft des öfteren mit ihrer Intelligenz und ihrer Wissbegierde. Sicherlich kann man von diesem Stütchen noch einiges erwarten!

    Weide: Offenstall
    Unterbringung: Offenstall

    Einstreu: Stroh
    Futtersorte: 1 Schippe Hafer + Heu
    Fütterungszeiten: morgens, abends


    Besitzer: sadasha (Kenneth Jenkins)
    VKR/Ersteller: Sammy


    Qualifizierungen + Erfolge
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    ● Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Qualifikation durch TB's

    Dressur E A L
    Lektionen der Dressur: E A L LM LP


    Springen E A L M S
    Show Jumping: E A* A** L M* M** S* S** S*** S****

    Military E A L
    Geländestrecke: CIC/CCI* CIC/CCI**

    Fahren E A L M
    Dressurprüfung: CAI-A1 CAI-A2
    Ausdauerprüfung: CAI-M-A1 CAI-M-A2
    Hindernisfahren: CAI-C-A1 CAI-C-A2


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Offiziell
    SK 436 Alle Rassen
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    318. Springturnier
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    Inoffiziell
    -

    Zuchtverband
    -

    GHP - Prüfungen
    -

    Gewinnsumme: x


    Ausbildung + Zuchtdaten
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Trainingsplan
    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren ✔

    1 = Sehr gelassen, 6 = schlechtes / unsicheres Verhalten
    ● Angeboren
    Antrainiert Prüfung Abgeschlossen


    Fremde Umgebungen: 6 5 4 3 2 1
    Platz/Halle: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Hufschmied: 6 5 4 3 2 1
    Tierarzt: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Wasser: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Gelände: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Straßen: 6 5 4 3 2 1 ✪

    Stangenarbeit: 3 2 1
    Longenarbeit: 3 2 1
    Verladefromm:
    3 2 1

    Schrecktraining: 3 2 1

    Bodenarbeit
    Treiben + Bremsen ✔ | Rückwärtsrichten ✔ | Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Halten ✔
    Abstand halten ✔ | Wenden + Handwechsel ✔ | Abruf ✔

    Freiheitsdressur / Zirzensik
    Kompliment x | Knien x | Liegen x | Sitzen x | Stehen x
    Rückwärtsrichten x | Spanischer Schritt x | Spanischer Trab x
    Passage x | Piaffe x | Seitengänge x | Traversalen x | Fliegender Wechsel x | Pirouette x
    Steigen (undefiniert) x | Levade x | Pesade x | Ballotade x | Croupade x
    Kapriole x | Courbette x | Lancade x


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Pferdepass

    [​IMG]
    SK 436

    Zur Zucht zugelassen: ja
    Eingetragene Zucht: Phoenix Valley
    Züchter/Herkunft: Hollybrook Stud

    Trächtig [] Nächste Rosse (alle 21 Tage): 04. Mai 2017

    Nachkommen
    2/5
    Leveneza | Stute
    Stracciatella | Stute


    Gesundheitszustand
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Letzter Tierarztbesuch: 13. August 2015
    Chipnummer: x
    zuletzt kontrolliert []

    Letzte Zahnpflege (jedes Jahr) überfällig

    Wurmkur (jedes Jahr) überfällig
    Tollwut Impfung
    (jedes Jahr) überfällig
    Tetanus Impfung (alle 2 Jahre) überfällig
    Influenza Impfung
    (alle 6 Monate) überfällig
    EHV-1 + EHV-4
    (alle 6 Monate) überfällig


    Gesamteindruck: gut
    Aktue Krankheit/en: x
    Chronische Krankheit/en: x
    Erbkrankheit/en: x


    Letzter Hufschmiedbesuch: 13. August 2015
    Ausgeschnitten/Korrigiert: x
    Hufbeschaffenheit: gut
    Hufkrankheit/en: x

    Beschlag vorne: Alueiesen mit Stahlgriffen
    Beschlag hinten: x


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    PNG | Puzzel PNG | Offizieller Hintergrund