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Samarti

Levi, DRP *

*2007, im Besitz seit dem 22.08.2014

Levi, DRP *
Samarti, 22 Feb. 2017
sadasha gefällt das.
    • Samarti
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      Ein Traum in Schwarz
      08/2014 | 8472 Zeichen
      So einer wie Cressi in schwarz, das wär’s. Ein tiefschwarzer Rapphengst mit ein paar Abzeichen, seidigem, aber wildem Langhaar und einem tollen Ausdruck, so einer fehlt mir noch im Stall.“

      Elf Tage war es nun her, dass diese Worte meine Lippen verlassen hatten und ich Elena von meinem eigenen Traum in Schwarz erzählt hatte. Vor eben jenen elf Tagen waren wir dabei gewesen, ihren Deutschen Reitponyhengst Cresant Moon auf eine Hengstkörung vorzubereiten, bei welcher ich ihn vorstellen durfte. Nicht nur das hatte mich nach Deutschland gezogen, auch hatte ich mir vor gut zwei Wochen einen möglichen Neuzugang angesehen, weshalb ich bei Eli eine Unterkunft gefunden hatte. Leider hatte er sich dann als vielversprechender herausgestellt, als er war: Sein Charakter passte nicht zu unserem Gestüt und auch hätte man ihn noch korrekturreiten müssen. Also hatte ich dem Besitzer dann doch absagen müssen und die Suche nach einem neuen Hengst für mein Gestüt hatte auch noch kein Ende gefunden.
      Vor neun Tagen war ich dann auf eine Anzeige in der Zeitung aufmerksam geworden – obwohl ich eigentlich nie Zeitung las. Genauer gesagt war es auch Elena, die mir die Zeitung am Morgen beim Frühstück vor die Nase geklatscht und mit dem Finger auf die Anzeige gezeigt hatte. Bereits kurz nachdem ich mir den kleinen Verkaufstext durchgelesen hatte, hatte ich beim Besitzer angerufen und einen Termin für den heutigen Tag vereinbart. Es handelte sich hierbei um ein ziemlich großes Zuchtgestüt, welches aufgrund finanzieller Probleme jedoch das Gelände zwangsversteigern musste und somit waren auch viele Pferde dazu „verdonnert“, ein neues Heim zu finden. Zwar waren dort kaum Informationen über die Pferde niedergeschrieben worden, doch da es ein Gestüt war, welches sich auf die Zucht von Deutschen Reitponys spezialisiert hatte, setzte ich große Hoffnungen in diesen Besuch.
      Kurzerhand hatte ich meinen „Urlaub“ auf Elenas Gestüt also verlängert und beschäftigte mich hin und wieder mit ihren Pferden, wogegen sie auch anscheinend nichts einzuwenden hatte. Natürlich verbrachte ich einen Großteil der Zeit bei Cressi, der einfach mein Liebling auf ihrem Gestüt war, doch auch bei Baila Conmigo, einer fuchsfarbenen, fast vierjährigen Deutschen Reitponystute, die sich ziemlich über meine Aufmerksamkeit freute. Sie liebte es, verwöhnt zu werden und im Mittelpunkt zu stehen. Auch Gwen ärgerte ich ab und zu, indem ich ihr per WhatsApp Bilder von Fagy schickte, von der ich wusste, dass Gwen sie vergötterte – schon mehrmals hatte sie mit dem Gedanken gespielt, das Pferd zu sich zu nehmen und in letzter Zeit war das Thema dann wieder aufgekommen, da meine Nachbarin noch nach neuen „Schleifensammlern“ suchte und sowohl Fagy als auch Kedves dafür perfekte Kandidaten wären.
      „Heute ist also der Tag der Entscheidung, hm?“, grinste Eli verschmitzt und stubste mir mit ihrem Ellbogen in die Seite, weshalb ich kurz zu ihr sah und erwiderte: „Eigentlich bin ich doch relativ guter Dinge, dass da jemand bei ist, der zu mir passt.“ Schmunzelnd fuhr ich mir mit der Hand durch die Haare und seufzte dann. „Du kommst doch mit, oder?“, fragte ich zweifelnd, dennoch zierte ein hoffnungsvoller Schimmer meine Augen. Es war der zweite Besuch in zwei Monaten in Deutschland für mich, doch diesmal war Matthew nicht dabei, auf dessen Meinung ich beim Pferdekauf eigentlich unheimlich viel Wert legte.
      „Ja, klar“, wischte sie meine Zweifel mit einer Handbewegung fort und lächelte dann beschwichtigend, stütze spielerisch ihren Arm auf meiner Schulter ab. „Wir schaffen das schon!“

      Es war ungewöhnlich für mich, Deutsch zu sprechen. Daheim sprachen wir ausschließlich Englisch, nur mit Gwen wechselte ich einige Worte auf Deutsch, doch irgendwie rutschten mir dann immer wieder englische Sätze raus. Man konnte also sagen, dass ich ziemlich aus der Übung war. Auch letzten Monat in Deutschland hatten wir fast ständig auf Englisch geantwortet, wenn ich mit meiner Familie oder alten Freunden sprach. Matthew, der ursprünglich aus England stammt, nutzte sein geringes, deutschsprachiges Wissen so gut, wie es ihm möglich war und sein starker Akzent, wenn er Deutsch sprach, war zwar mehr belustigend als niedlich oder heiß, aber dennoch hätte ich ihm stundenlang zuhören können.
      Ebenso musste Elena unter meinen englischen Antworten leiden, bei denen sie doch irgendwann mal nachhaken musste, weil sie irgendetwas nicht verstanden hatte.
      Obwohl man hätte meinen sollen, dass ich während meines zweiwöchigen Deutschlandsaufenthalts genug Deutsch gesprochen hätte, damit ich es wieder vernünftig sprechen konnte, dennoch war es ein komisches Gefühl, als ich den freundlichen Gestütsleiter mit einem „Guten Tag“ begrüßte und ihm mein Anliegen erklärte. Er lächelte zwar, doch das Lächeln erreichte seine Augen nicht – wahrscheinlich würde ich bei solch einem Verlust genauso reagieren. Und wenn ich daran dachte, dass es möglicherweise eines Tages bei mir so enden könnte, verdrehte sich mein Magen und mir wurde irgendwie mulmig.
      „Dann werde ich Ihnen mal unsere Lieblinge zeigen“, erklärte er und blickte mich traurig an. Das Zuchtgestüt war riesig und aufgrund der Verkaufsanzeige tummelten sich auch ein paar andere Interessenten hier herum, die jedoch für sich selbst blieben und allen anderen Personen keine Aufmerksamkeit schenkten.
      Hier und da reckten sich Pferdenasen über die Boxentüren, als wir durch die lange Stallgasse gingen und von beiden Seiten mit Mäulern attackiert wurden. Es waren einige niedliche Pferde dabei, doch irgendwie konnte ich mich mit keinem so richtig anfreunden. Auch ein Rapphengst zog seine Aufmerksamkeit auf sich, doch nachdem auch dieser nicht so wirklich etwas für mich war, wurde mir wohl klar, dass diese explizite Suche nach einem bestimmten Pferd wohl schwieriger werden würde, als ich es anfangs dachte. Natürlich suchte man nicht einfach einen Rappen, sondern musste offen für alles sein, doch irgendwie war das so mein Traum, den ich einfach nicht aufgeben wollte.
      Gerade, als wir kurz vor dem Ende des zweiten Stalls waren und ich schon keine Hoffnungen mehr hatte, streckte sich ein zierlicher, schwarzer Ponykopf mit einer wunderschönen, schmalen Blesse über die Boxentür. Die klaren, braunen Augen starrten förmlich durch meine Augen in meine Seele, und ich war nicht in der Lage, den Blick loszureißen. Während der Gestütsleiter noch etwas über den braunen Ponyhengst zu meiner rechten erzählte, hatte ich keine Augen für den Hengst mit dem Stern und dem schokoladenfarbigen Fell, viel mehr ging ich einfach, so unhöflich es auch schien, einige Schritte in Richtung des Rappen und betrachtete ihn näher. Obwohl er gerade noch so liebevoll geguckt hatte, drehte er seinen Kopf zur Seite, als ich ihm über die Stirn streicheln wollte, und entfloh somit meiner Berührung. Er trat einen Schritt zurück und schlug desinteressiert mit dem Schweif, um die Fliegen zu vertreiben. Mir fiel sofort auf, wie sauber die Box noch gehalten war – das Stroh war noch gründlich verteilt und auch befand sich der Pferdemist ausschließlich in der hinteren linken Ecke der Box, nirgendwo sonst. Ein Schmunzeln machte sich auf meinem Gesicht breit.
      „Levi also, hm?“, ertönte plötzlich die dunkle, raue Stimme des Mannes und ich riss den Blick endlich von dem Rappen los, sah den Mann an.
      „Levi“, murmelte ich, „ein schöner Name.“ Elena trat ebenfalls zu mir und sah in das Innere der Box.
      Während der Gestütsleiter mir alles Mögliche über den Hengst erzählte – er war sieben Jahre alt, hatte ein Stockmaß von 137 Zentimetern und hatte seinen eigenen Willen –, betrachtete ich ihn näher. Er war tatsächlich nicht der Größte und würde auf meinem Gestüt wohl einer der Kleinsten sein, doch die Stärke und besonders die Power, die ihn umgab, machte dies wieder wett. Die Mähne war nicht sportlich kurz, sondern lang, dicht und wild, lag locker und verwüstet auf seinem Hals und er schlug ständig mit dem seidigen, ebenso dicken Schweif, während der Schopf seine Augen leicht verdeckte. Nachdem Levi auch Elena gemustert hatte, schüttelte er mit dem schicken Kopf und drehte sich dann von uns weg, zeigte sein Hinterteil und döste.
      Dies war meine erste Begegnung mit dem Ponyhengst, der mein Herz im Sturm eroberte hatte.

      Und gut eine Woche später war ich nun hier, trat nervös und ungeduldig von einem Fuß auf den anderen und starrte die Gestütsauffahrt an, in der Hoffnung, jeden Moment ein Auto mit Pferdetransporter dahinter am Horizont entdecken zu können.
    • Samarti
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      Tierarztkontrolle
      08/2014, von Eddi | 2425 Zeichen
      Es gab genau eine Person, deren Telefonnummer auch schon im Praxistelefon eingespeichert war. Eigentlich dazu gedacht, dass ich sie mal ignorieren konnte, wenn mir danach war, doch ich nahm jedes Mal wieder ab.
      „Ja liebste Elisa? Was können wir denn diesmal für Sie tun?“ sagte ich lachend und kritzelte bereits einen frechen Smiley in den morgigen Tag. „Punkt zwölf bin ich bei dir.“ versprach ich und legte auf.

      Als ich dann bei Maren fertig war, ging es auf direktem Wege zu Elisa. Durch meine morgendliche Verspätung kam ich auch auf Crown Hill nicht pünktlich an und entschuldigte mich vielmals.
      Elisa war das relativ schnuppe, sie erzählte – eher gesagt schwärmte – von ihrem neuen Reitponyhengst.
      Diesbezüglich hatte sie auch nicht übertrieben, denn Levi war wirklich eine wahre Schönheit. Rabenschwarz, aber mit einigen schicken Abzeichen.
      Leider war sein Charakter nicht ganz so berauschend und er ignorierte uns größtenteils. „Na solange ich ihn trotzdem untersuchen kann, ist ja alles gut.“ lachte ich und musterte den Hengst kurz.
      Als erstes warf ich einen Blick in Ohren, Augen und Maul. Seine Schleimhäute besaßen eine gesunde Farbe und ich konnte keinen Ausfluss entdecken.
      Auch beim Abhören und Abtasten war alles wunderbar und ich lobte Elisa für diesen klasse Kauf.
      „Führst du ihn mir bitte einmal vor? Im Schritt und Trab?“ fragte ich und Elisa tat sofort wie geheißen.
      Die Gänge des Hengstes waren taktklar und schwungvoll, dennoch röntgte ich noch einmal Hufen und Gelenke. „Die Ergebnis maile ich dir heute Abend.“ meinte ich, während ich bereits die erste Impfung aufzog.
      Es war eine Kombi aus Herpes und Influenza, welche Levi da tapfer über sich ergehen ließ. Danach folgten noch Tetanus und Tollwut, ehe der schwarze Hengst auch noch gechippt werden sollte.
      Schnell war der Chip unter seiner Haut und ich konnte mit dem Lesegerät darüber fahren und ihn registrieren. Währenddessen schrieb Elisa die Nummer des Hengstes in den Pass, welche ich ihr ansagte.
      Den Abschluss machte die Wurmkur, welche Levi ungewollt hinunterschluckte und dann hatten wir es auch schon geschafft.
      „Na dann, bis bald!“ verabschiedete ich und fuhr nach Hause.

      Den Abend verbrachte ich wie so oft vor dem PC und gerade tippte ich die Mail für Elisa:
      „Herzlichen Glückwunsch! Levi gehört der Röntgenklasse I an. Ich konnte keine Auffälligkeiten auf den Röntgenbildern entdecken, es ist alles wunderbar!
      Liebste Grüße,
      Eddi“
    • Samarti
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      Weihnachtliche Vorbereitungen
      12/2014 | 3918 Zeichen
      „Star's Diamond und Trés Jolie befinden sich in den Boxen, holst du eben Ace of Clubs und Romantica? Dann kümmere ich mich noch um Monsta und Goldherz. Julien, nimm du bitte noch Beverly und bring sie in die Box!“, bat ich Joline und Julien im Vorbeigehen im Stall, eilte dann zu den Halfterhaltern und zückte die Halfter der beiden Reitponystuten, welche ich in ihre Boxen bringen wollte. Die verbleibenden Stuten Audio Delite at Low Fidelity, Sambuca, Pina, Star, Yuki, Star und neuerdings auch Hall of Fame standen auch nicht mehr auf der Weide.
      Unbridled Dreams, Skyrim und Bacardi Mojito waren schon gut versorgt und standen in ihrem Stall, ebenso wie Pinero.
      Auch die Hengste des Gestüts – Rapsoul, Kronjuwel, Capriciasso, Diggin' in the Dirth, Levi, Unbroken Soul of a Rebel und Cardillac – machten sich bereits eifrig über ihr Futter her.
      Es war ein anstrengender Tag gewesen und die Kälte machte dies nicht besser. Nächsten Samstag sollten es bis zu -25 Grad Celsius werden! Minus!
      Umso glücklicher war ich, als ich endlich mit Julien im Haus verschwinden und mich vor den Kamin schmeißen konnte. Doch natürlich musste diese schöne Stille direkt unterbrochen werden.

      »Last Christmas I gave you my heart,
      But the very next day, you gave it away.
      This year, to save me from tears,
      I'll give it to someone special.«

      „Mach es sofort aus!“, rief ich verzweifelt und stürzte in Richtung des Radios, um dieses schreckliche Lied endlich zum Verstummen zu bringen. Es war genau wie letztes Jahr, als wir an Heiligabend alle beisammen waren und plötzlich Last Christmas ertönte. Jedes Jahr war es dasselbe, dämliche Lied, welches die Radiosender in Dauerschleife auf und ab spielten, und es nervte mich. Umso schöner war die Stille, wenn die letzten Töne verklungen und ich diese Melodie nicht mehr hören musste.
      Möglicherweise war ich ein Weihnachtsmuffel, den man erst einmal in Stimmung bringen musste, doch genau mit diesem Lied ging es in die ganz falsche Richtung, weshalb das Radio bei uns an Heiligabend ein totales No-Go war.
      „Ich sag' es zwar nicht gern, aber Matthew hat mich geschickt, um dir zu sagen, dass er mit dir reden möchte“, stürmte Joline in das Zimmer und vergewisserte sich erst dann, dass niemand in der Nähe war. Bis auf Julien war dies nicht der Fall – und der konnte es meinetwegen wissen.
      „Woher der plötzliche Sinneswandel?“, wollte ich fragen, doch ich hielt lieber meinen Mund und nickte ihr dankend zu, ehe ich zu Matthew ging, von dem ich wusste, dass er sich in seinem Schlafzimmer verkrochen hatte.
      „Hey“, lächelte Matthew mich zaghaft an, nachdem ich sein Zimmer betreten hatte und wir uns einige Minuten stillschweigend und irgendwie steif angesehen hatten. Still erwiderte ich sein Lächeln und seufzte dann.
      „Äh, ich wollte dir nur sagen, dass ich es total schade finde, wie es gelaufen ist und … na ja, es tut mir leid.“ Der Mann hob den Blick und sah mir direkt in die Augen, was mir einen Schauer über den Rücken sandte.
      „Schon … okay“, stammelte ich nervös und nickte dann, „mir tut es auch leid. Vergeben und vergessen?“
      „Ich verspreche dir, ich versuche, mich zu bessern. Du hast mir wirklich gefehlt.“ Angespannt stand er von seinem Stuhl auf und bewegte sich auf mich zu.
      „Ich hab dich wirklich vermisst“, flüsterte ich in Matthews Schulter, als er mich in seinen Arm genommen hatte und ich mich an seine Brust kuschelte. Ich liebte es, wenn Männer gut rochen – und dieses Exemplar tat dies momentan ganz besonders gut.
      Nach einer Weile entfernten wir uns etwas voneinander, doch der Mann vor mir beobachtete mich noch immer ganz genau und sah mir eindringlich in die Augen. Seine Augen wanderten zwischen den meinen und meinen Lippen hin und her, und auch, wenn ich intuitiv wusste, worauf er hinaus wollte, zögerte ich keine Sekunde, als der Abstand zwischen unseren Mündern immer kleiner wurde und schließlich ganz verschwunden war und wir unsere Lippen versiegelten.
    • Samarti
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      Springen E-A
      12/2014 | 4593 Zeichen
      Fest entschlossen knallte ich die Anzeige auf den Tisch und somit vor Matthews Nase, der gerade am Frühstücken war und deutliche Augenringe aufwies. Wahrscheinlich hatte er wieder die ganze Nacht damit verbracht, sich mit unserer Homepage zu beschäftigen – er war derjenige, der diese am Laufen hielt und auch immer aktualisierte.
      „Was ist das?“, fragte er verwundert, doch ich deutete ihm nur an, dass er sich das Blatt mal näher ansehen sollte.
      „Hengstkörung für Rappen und Schimmel“ prangte in fetter Schrift am oberen Ende des Zettels, darunter befanden sich einige Informationen zu der Körung, welche das Datum, den Ort und spezielle Teilnahmebedingungen sowie -informationen beinhaltete.
      „Levi?“ – „Natürlich Levi!“, antwortete ich auf Matthews Frage, der direkt zustimmend nickte.
      „Klingt gut. Worauf warten wir noch?“

      Es hatte sich herausgestellt, dass Levi sehr viel weiter im Training fortgeschritten war, als wir zunächst angenommen hatten. Auf dem Gestüt in Deutschland, von welchem er stammte, wurde viel Wert auf seine Ausbildung gelegt und dies bekamen wir nun zu spüren. Es war kaum von Nöten, seine Sprungtechnik zu verfeinern, und auch auf A-Niveau sprang der Hengst schon relativ sicher. Möglicherweise kannte er dies noch gar nicht, dennoch lag die Vermutung nahe, dass es entweder daran lag, dass der Hengst sehr lernwillig war und viele Probleme eigenständig und beinahe mühelos bewältigte, oder dass er bereits in Deutschland auf A-Niveau gelaufen war.
      Dementsprechend übten wir zwar zuvor noch viel mit Cavalettis und überanspruchten den Rappen somit nicht, obwohl er schon bald davon gelangweilt zu sein schien, weshalb wir auf die etwas höheren Hindernisse umstiegen.
      Die erste Zeit hatten wir uns mit der Annäherung an die A-Höhen beschäftigt, welche eben auch sehr vielversprechend verliefen. Levi machte stets gut mit, arbeitete konzentriert und ehrgeizig, auch mangelte es ihm weder an Spaß noch an Lernfreudigkeit.
      Nachdem diese Phase beendet war, legten wir regelmäßiges Training auf A-Niveau ein. Auch dies war ausnahmslos gut verlaufen und bereitete uns während des Trainings keine Probleme, weshalb wir auch bald zur dritten Phase, den höheren Höhen und weiteren Weiten des A-Niveaus, übergingen.

      Während der ersten Phase beschäftigten wir uns größtenteils mit Hindernissen auf Höhen von etwa neunzig Zentimetern. Oftmals waren diese Hindernisse Ricks, welche aus ein bis zwei Stangen bestanden, dennoch fanden sich auch Oxer mit einer maximalen Weite von ebenfalls neunzig Zentimetern wieder. Diese nahm Levi ohne große Umschweife und brachte die Sprünge problemlos hinter sich. Häufig hatte er mehr als genug Luftraum zwischen sich und dem Hindernis und man merkte wirklich, dass der siebenjährige Rapphengst definitiv Spaß am Springen hatte und ebenso viel Potential in diesem Gebiet besaß.
      Etappenweise wurden unsere Hindernisse höher und weiter und der Parcours anspruchsvoller. Ein Parcours auf A-Niveau konnte zwischen sechs und sieben Sprüngen beinhalten. Unsere waren zu Beginn aus weniger aufgebaut, doch später erhöhte sich auf die Anzahl der Sprünge in einem Parcours weiterhin.
      Danach nahmen wir also Hindernisse mit einer Höhe von einem Meter und einer Weite von bis zu 115 Zentimetern in Angriff. Levi musste ich vor dem Sprung nicht sonderlich selbstständig versammeln und er nahm mir einiges an Arbeit ab, war viel ambitionierter als der Großteil der Pferde, die ich trainierte. Die flinken und wendigen Bewegungen des Hengstes machten es ihm im Springsport vorteilhaft, ebenso wie sein vitales und kraftvolles Auftreten, die ihn zu einem wunderbaren Allrounder machten. Ich konnte mir den Hengst auch als Dressurcrack vorstellen, doch er brauchte unbedingt die Action und diese würde ihm mit Sicherheit in der eher ruhigen Dressur fehlen, weshalb wir erst einmal aufs Springen setzen wollten, da wir uns hier sicherer waren, dass auch das Pony Spaß an der Arbeit finden würde.
      Die höchsten Sprünge waren bis zu 110 Zentimeter hoch und bis zu 125 Zentimeter hoch, dies war die maximale Höhe beziehungsweise Weite, die in einem Parcours der Klasse A erlaubt war.
      Ich war auch, als sich das Training dem Ende näherte, ausgesprochen zufrieden damit, wie Levi sich gemacht hatte. Trotz alledem war ich noch immer überrascht davon, wie viel Levi bereits zu Anfang gekonnt hatte und wie weit er doch tatsächlich im Springsport schon fortgeschritten war. Ich war mir ziemlich sicher, dass er es mit dem richtigen Training in dieser Sparte noch weit schaffen könnte.
      Und ich war mir auch sicher, dass er das richtige Training hier bekommen könnte.
    • Samarti
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      HK 468
      01/2015, von Ally | 3000 Zeichen
      Eigentlich war es klar, dass Levi wenige Chancen auf eine Körung hatte, aber meine beste Freundin zwang mich trotzdem, mit einem meiner Lieblingen aus meinem Stall teilzunehmen. Die Körung war ausschließlich für Schimmel und Rappen, und etwas besseres als das gab es für Levi nicht. Bisher konnte er aber kaum Punkte erzielen - Meine Freundin gab die Hoffnung aber nicht auf und drängelte immer weiter, bis ich zustimmen musste und jetzt standen wir mitsamt Hänger und einem Levi auf dem Parkplatz. Meine Freundin hatte leider keine Zeit gehabt, mit zu kommen, sie hatte schließlich ihren eigenen Hof, aber gestern blieb sie noch da und half mir, Levis Mähne zu kürzen. Denn eine Turniermähne würde sich schick zeigen und außerdem hatte ich keinen Nerv gehabt, ihm Zöpfe einzunähen, denn sogar beim Schneiden war er unruhig gewesen, als wolle er seinem schönen Haar nicht Tschüss sagen. Aber Schnipp Schnapp Mähne ab und hier stand er mit glänzendem Fell und gewölbtem Hals.
      Ich ging mit einer Lammfellbürste noch einmal über seinen Körper, kratzte seine Hufe aus und fettete sie ein, damit alles schön 'on fleek' war, wie meine Freundin immer sagte - woher das Wort auch immer kam - und sattelte ihn dann. Seine weiße Turnierschabracke war etwas verschwitzt, weil ich keine Zeit hatte, sie zu waschen, aber sie strahlte trotzdem reinweiß und schnell legte ich ihm noch Bandagen an. Levi fühlte sich etwas unwohl unter dem Dressursattel, denn eigentlich war er ans Springen gewöhnt. "Heute nicht, Dicker!", sagte ich grinsend, als er mich fast schon leidend ansah. Ich zog mir meine Reithandschuhe an und stieg dann auf. Typisch Levi lief der Rappe natürlich sofort los, obwohl er keine Ahnung hatte, wohin, und ich musste ihn durchparieren und in die richtige Richtung weisen. Am langen Zügel stolzierten wir auf den Warmreiteplatz und ich starrte auf das Schild, wo die Startnummern dran standen, die gerade dran waren. Wir hatten noch eine Menge Zeit, denn unsere Startnummer war 177 und derzeit war Startnummer 156 dran. Ich lief ihn erst ein bisschen warm und fing dann mit der richtigen Arbeit an.
      Es dauerte nicht lange bis wir in die Halle gerufen wurden und aufgeregt ritten wir vor das Tor. Naja, eigentlich war ich die einzige, die aufgeregt war, Levi stand ganz lässig da und kaute ab und an auf dem Gebiss herum. Ich nahm die Zügel an, stellte aber noch keinen richtigen Zügelkontakt her, bis sich das Tor öffnete. In einer geraden Linie ritten wir auf X zu und ich parierte ihn dort durch. Levi sortierte seine Beine und ich hoffte, dass er geschlossen stand. Mit ausgestreckter Hand grüßte ich die Richter und mit einer fast unsichtbaren Hilfe trabte Levi an. Wir gingen erst auf die linke Hand, da auf dieser Hand seine Gänge immer temperamentvoller als sonst waren. Allgemein war Levi auf Turnieren und Körungen anders - Er gab sein bestes, als ob er wüsste, dass er sich gegen ein paar der besten Dressurpferde beweisen musste. Nach einiger Zeit ließ ich ihn angaloppieren und dann machten wir einen Galopp-Schritt-Übergang, den Levi perfekt hinkriegte. Kurz vor der Ecke trabte ich ihn an und wir kehrten um auf die rechte Hand, wo ich seine Gänge noch einmal zeigte. Im Galopp ritten wir dann auf den Zirkel, wo ich ihn kurz wieder antraben ließ, und im Trab wechselten wir auf den anderen Zirkel, wo ich ihm wieder die Galopphilfe gab.
      Viel zu schnell war die Kür vorbei und am langen Zügel ritten wir aus der Bahn. Ich ließ ihn trinken und zusammen warteten wir gespannt auf das Ergebnis, in der Hoffnung, dass auch mein schwarzer Ponyhengst endlich gekört werden würde.
    • Samarti
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      Hufkontrolle
      01/2015, von Ally | 4455 Zeichen
      Grölend rollte ich in meinem Bett herum und streckte die Arme aus. Ich hatte noch so viele Leute auf meiner Warteliste, konnte mich aber nicht überwinden, aus dem Haus zu gehen, alleine schon in die Küche, um mir Frühstück zu machen. Frühstück? Ich blickte auf den Wecker und brummelte noch lauter. Es war schon 16 Uhr und ich hatte mich kein Stückchen bewegt. Zimmer war immer noch unaufgeräumt, Leute warteten immer noch, dass ich ihren Hof besuchte, und meine Freundin Zasa auch noch auf einen Anruf, wann ich denn bitte umziehen würde. Das stand nämlich schon seit Tagen in dick und rot auf meinem Kalender, quer durch Januar und Februar: "UMZUG!" Nach Luggala - zu den Wicklow Mountains, auf unseren eigenen Hof. Mittelalterhof, wenn ich bitten dürfte, denn wir wollten unser Leben zurück ins Mittelalter versetzen und nicht nur das, sondern auch Spektakelreisen veranstalten.
      Aber ich hatte schon lange genug in meinen Gedanken geschwafelt und wurde abgelenkt durch ein lautes Klingeln, dass durch mein komplettes Apartment hallte. Seufzend griff ich nach dem Telefon neben meinem Bett, dass meinte, mir ins Ohr dröhnen zu müssen. "Ja?", muffelte ich und vergrub mein Gesicht in meinem weichen Kissen. "Heyho Ally!", schrie mir Elisa ins Ohr und ich grölte laut. "Sei leise!" Ich war kurz davor, aufzuhängen, aber das wäre ja unhöflich. Pf. Und ich war das Gegenteil von unhöflich .. Hust hust. "Ich brauch dich, ich brauch dich! Für Levi.", sagte sie und ich konnte mir vorstellen, wie sie aufgeregt umher hüpfte. "Wieso?", murrte ich und rollte aus dem Bett. Mit einem lauten WUMMS lag ich auf dem Boden und rollte grölend auf meinen Schrank zu. Aufstehen? Was war das? "Was- Sag mir nicht, du bist noch nicht aufgestanden.", sagte sie lachend und ich rollte mit den Augen. So abnormal war das doch nicht, oder? "Jaja, also, was brauchst du?" Ich hievte mich mit Hilfe meines Schreibtisches hoch und plumpste auf den Stuhl runter, der ein bisschen wegrollte und ich deswegen fast wieder auf den Boden flog. "Ehm, du musst so Hufe kontrollieren und so bei Levi.", sagte Elisa und ich rümpfte die Nase. "Ja, oke. Wann, wo, wie?" Ich stand auf und ging auf meinen Schrank zu, kramte ein paar Klamotten raus und warf sie auf das Bett. "Jetzt, auf meinem Hof, mit Auto und Koffer.", antwortete Elisa und ich grölte wieder laut. "Ich bin in ner halben Stunde da." Toll.
      Mit einem Grinsen hopste Elisa auf mich zu und ich hob eine Augenbraue. "Wie kannst du so energisch sein?", fragte ich seufzend und schloss mein Auto ab, ehe ich ihr auf den Hof folgte. "Ehm. Red Bull, Cola, Fa- Nein Scherz, Schlaf.", antwortete sie neckisch und ich verzog die Nase. Levi stand angebunden am Zaun und kaute am Holz herum, aber sobald er mich sah, hörte er auf. Levi war einer meiner Lieblinge und ich liebte ihn einfach, weil .. Ja, weil er eben mein Liebling war. Ich ließ den Koffer fallen und fiel dem Rapphengst um den Hals und wäre fast eingeschlafen, hätte Elisa sich nicht laut geräuspert. "Also, einfach Hufe kontrollieren und ausschneiden und so?", fragte ich und Elisa nickte. "Oki." Ich machte mich an die Arbeit und hob Levis ersten Huf. Sie waren schön ausgekratzt und sauber und ich holte mein Hufmesser, schnitt den Huf gerade und ein bisschen tiefer aus. Schließlich feilte ich alles schön ab und ließ den Huf dann wieder ab. "Boar, stinkt der!", murrte ich als ich an seinem Bauch roch. "Der hat sich in scheiße gewälzt.", meinte Elisa und ich starrte sie an. "Bah, wie ekelhaft."
      Nach einiger Zeit hatte ich alle vier Hufe ausgeschnitten und gefeilt. Und da Levi mein Liebling war, bekam er mein Liebling-Bonus und alle Hufe mit Huffett eingeschmiert. Eigentlich ging Levi das am Po vorbei, aber Elisa freute sich, weil sie selbst keine Kohle für Huffett hatte. Ich bereitete dann auch noch den Eimer für die ätherischen Öle - die waren schweineteuer! - vor und stellte abwechselnd alle vier Hufe für fünf Minuten in den Eimer, was Levi überhaupt nicht gefiel. Er zappelte rum und wollte das nasse Ding an seinem Bein wegkriegen, schaffte es aber nicht. Ich unterdrückte mir die Bemerkung 'wie dumm ist er denn bitte', weil Levi ja mein Liebling war und mein Liebling war nicht dumm.
      Levi hatte schön glänzende Hufe und grölend verabschiedete ich mich von Elisa. "Was machste jetzt?", fragte sie und ich hob meine Augenbrauen. Als ob sie das nicht wüsste. "Zu McDonalds und dann mich im Bett verkriechen.", antwortete ich grinsend und Elisa lachte.
    • Samarti
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      Springen A-L
      01/2015, von Gwen | 3878 Zeichen
      Müde gähnte ich und goss mir direkt noch eine Tasse Kaffee ein. Eigentlich war ich ja so gar nicht die Kaffeetrinkerin, aber wenn man Morgens wie eine Mumie umherwanderte, blieb einem nichts anderes übrig. Außerdem wollte ich ja Elisa nicht enttäuschen, hatte ich meiner liebsten Freundin doch versprochen, ihren Rapphengst Levi zur Genüge auf die Hengstkörung vorzubereiten. Damit ich dabei aber nicht vollkommen ins Fettnäpfchen trat, stand mir Matthew mit Rat und Tat beiseite.
      Seit gut einer Woche nahm er uns täglich zwei Stunden in die Mangel und so langsam hatten sowohl Levi als auch ich die Nase voll, wenn wir Matthew schon nur hörten oder sahen. Wie so oft lief es zwischen ihm und Elisa nicht einwandfrei und natürlich ließ er das immer indirekt anklingen. Dass wir eigentlich gar nichts dafür konnten, war ihm egal. Matthew war im übrigen einer der wenigen männlichen Reiter, vor denen ich wirklichen Respekt hatte, denn er verstand sein Fach.
      Schnell hatte ich einsehen müssen, dass ich noch längst nicht so weit in meiner Ausbildung zur Bereiterin war, wie ich gedacht hatte. Und auch Levi hatte des Öfteren einsehen müssen, dass er eben auch noch nicht alles konnte. Aber wir hatten uns jedes Mal von Neuem aufgerafft und so langsam hatten wir gemeinsam den Dreh raus! Das einzig traurige daran war, dass wir immer noch fast nur Stangen- und Cavalettiarbeit machten, maximal als Abwechslung mal hier, mal da einen kleinen Sprung.
      Eigentlich frustrierte das Levi und mich zunehmend, aber ich gab die Hoffnung nicht auf, dass wir uns bald endlich auf das L-Niveau gelangen würden oder zumindest erst einmal am A-Niveau arbeiteten. Heute sollten sich meine Hoffnungen aber endlich erfüllen. Ich hatte Levi aus seiner Box geholt und ihn gründlich geputzt. Inzwischen war er gesattelt, getrenst und hatte die Gamaschen, Streichkappen und Hufglocken um. Locker warf ich ihm noch die Abschwitzdecke über den Rücken und führte ihn dann die Stallgasse entlang zur Halle.
      Dort wärmte ich ihn erst einmal in aller Ruhe auf, denn Matthew würde sowieso erst in einer Viertelstunde kommen. Am langen Zügel drehten wir unsere Runden, wobei ich immer darauf achtete, dass Levi fleißig vorwärts ging und auch im Schritt schon arbeitete. Schon bald ritten wir im Trab große Zirkel und vermehrt Wendungen und Handwechsel und dann betrat auch Matthew schon die Halle.
      Wie üblich begannen wir mit den Trabstangen und den Cavalettis. Jedoch war Matthew dort heute schneller fertig als gedacht und ließ uns eher als sonst springen. Natürlich war er keine Sekunde still. Permanent trödelte auf uns Kritik ein, was wir, beziehungsweise ich, verbessern sollten. Aber dann kam der Satz: "So, dann springen wir jetzt mal den A-Parcours!"
      Ich freute mich wie ein kleines Kind, riss mich aber zusammen und rief mir all das wieder in den Kopf, was Matthew uns letzte Woche beigebracht hatte. Der A-Parcours verlief hervorragend, Levi und ich strotzten nur so vor Energie und Konzentration und Matthew war tatsächlich mal verhältnismäßig still. Kurz darauf erhöhte er direkt auf L und ließ uns noch einmal den Parcours durchgehen lassen. Er verbesserte noch ein zwei Dinge, ehe er anscheinend sichtlich zufrieden war.
      Levi und ich waren ziemlich kaputt, denn vier Parcoursdurchgänge waren nicht ohne, doch dann ging mir ein Lichtlein auf. Matthew hatte uns ewig mit den Grundlagen genervt, aber das war auch das einzige, was man zum Springen brauchte, das einzige was sich später änderte, waren die Höhen mehr nicht. Saßen also die Grundlagen, konnte man alles Mögliche springen.
      Lächelnd dankte ich ihm, während ich Levi die Zügel hingab und den Hengst abritt. "Tja, ich denke ihr beide seid jetzt so weit", meinte er lächelnd und verließ die Halle. Ich versorgte Levi und stellte ihn mit Abschwitzdecke in die Box, denn ich musste erst einmal Elisa von unseren Erfolgen per SMS berichten!
    • Samarti
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      Tierarztkontrolle
      01/2015, von Eddi | 1265 Zeichen
      Heute machte ich einen flotten Stop bei Elisa. Ich hatte nicht sonderlich viel Zeit, aber sie schob ich doch zu gern in meinen Terminkalender. Es standen vier Pferde an, die dringend mal durchgecheckt werden mussten. Auch wenn bei Elisas Pferden sowieso alles in Ordnung war, brauchten sie diesen Vet-Check für die Leistungsprüfungen. Ich begrüßte Elisa fröhlich, welche mir auch direkt Levi aus der Box holte. Der hübsche Rapphengst hielt vorbildlich still, während ich ihn eingehend untersuchte und abhörte. Er war bei bester Gesundheit, weshalb es direkt die vier Spritzen plus die Wurmkur gab. Levi war gar nicht davon angetan und sehr froh, zurück in die Box zu dürfen. Der nächste Patient war Cardillac, ein wunderschöner Perlino, der mich aber nicht sonderlich zu mögen schien. Während der Untersuchung zappelte er ununterbrochen herum und eine Spritze wäre bei ihm beinahe Verschutt gegangen, weil er einfach nicht stillhielt. Mit den anderen beiden hatte ich es wesentlich einfacher. Rozene und Chesmu waren noch klein, süß und verdammt leicht zu handhaben. Dementsprechend mussten sie die Untersuchung brav über sich ergehen lassen, genauso wie die Impfungen und die Wurmkur. Dafür gab es danach warmes Mash, während ich noch fröhlich mit Elisa quatschte.
    • Samarti
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      Erfreuliche Neuigkeiten!
      02/2015 | 2613 Zeichen
      Ein mit den Augenbrauen wackelnder Matthew kam vielsagend auf mich zugelaufen, als ich gerade aus dem Badezimmer herausgetreten war.
      „Äh? Ja? Was denn?“, fragte ich skeptisch und zog dann eine Augenbraue hoch, was aber nicht lange anhielt, denn irgendwie rutschte die andere gleich mit nach oben?!
      „Na ja, also … Levi …“, setzte er an und schloss dann mitten im Satz den Mund, um mich noch weiter auf die Folter zu spannen. Ungeduldig hakte ich nach: „Jahaa, Matthew, was ist denn mit Levi?“
      Gefühlte acht Stunden verweilten wir dort, auch, wenn es mit Sicherheit nur zwei Minuten gewesen waren.
      „Levi ist gekört!“, platzte es dann letztendlich doch aus Matthew heraus und ehe ich mich versehen konnte, hatte ich mich schon in seinen Arm fallen lassen und umarmte ihn stürmisch. Auch, wenn Matthew anfangs etwas steif da stand, umfasste er mich kurz darauf mit seinem kräftigen Armen und erwiderte die Umarmung, wenn auch sehr vorsichtig und zurückhaltend.
      Sobald ich realisierte, was ich da gerade getan hatte, löste ich mich ruckartig aus der Umarmung und trat einen Schritt zurück. Auch, wenn ich sie echt genossen hatte, ihm endlich mal wieder etwas näher zu sein (war er doch inzwischen wieder irgendwie neben der Spur), so war es vielleicht etwas voreilig gewesen. „Sorry“, entschuldigte ich mich deshalb kurz angebunden und irgendwie war meine Freude, dass Levi nun offiziell als Zuchthengst dienen konnte, in dem Moment wie weggeblasen. Stattdessen übermannte mich nun irgendwie ein recht schlechtes Gewissen, weil ich ihm mal wieder zu nahegekommen war.
      „Hm“, machte Matthew als Antwort nur und deutete mir dann an, zu Levi zu gehen, der von Julien auf dem Hof gerade verhätschelt wurde. Nickend sah ich auf den Boden und ging auch so an Matthew vorbei, welcher sich dann in die Küche begab.
      Als ich draußen angekommen war, überließ Julien mir gleich den Führstrick des Hengstes. „Herzlichen Glückwunsch!“, lächelte er mich an und tätschelte dann stolz den Hals des schicken Rapphengstes. Denn auch, wenn er eher der Typ war, der sich um die Westernpferde kümmerte, hatte er Levi offensichtlich sehr liebgewonnen. Das Deutsche Reitpony schnaubte in dem Moment und nickte so stark mit dem Kopf, dass seine Mähne nur so flog – als wolle er sich bedanken. Und während ich ihn dort beobachtete, wie er dort so stolz stand und mich mit seinen braunen, treuen Augen so liebevoll ansah, bevor er seinen Kopf an mir rieb und mich so zum Lächeln brachte. Es war damals eindeutig die richtige Entscheidung gewesen, Levi aufzukaufen. Denn so glücklich, wie ich es mit ihm war, war ich schon ewig nicht mehr gewesen.
    • Samarti
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      April, April!
      03/2015, von Gwen | 4176 Zeichen
      Schon den ganzen Morgen rannte ich mit einem fetten Grinsen im Gesicht herum. Seit gestern Abend stand ein neuer Vierbeiner bei uns im Stall, aber nur zwischenzeitlich. Heute sollte er nämlich umziehen, zu Elisa. Fröhlich frühstückte ich und kümmerte mich dann um die Stallarbeit. Danach holte ich den neuen Hengst aus seiner Box und band ihn in der Stallgasse an. Gründlich begann ich ihn zu putzen. Erst mit einem groben Striegel einmal komplett drüber, danach mit unterschiedlichsten Bürste erst der Körper, dann die Beine und dann das Langhaar.
      Danach ging es mit einem weichen Lammfell über den Kopf und nochmal komplett über seinen Körper. „Oh er ist so hübsch! Können wir ihn nicht behalten!“, seufzte Kathy traurig, welche sich daran machte, dem Hengst die Hufe schön zu machen, während ich ihm bereits die schwarz-goldene Abschwitzdecke überwarf. Lachend schüttelte ich den Kopf. „Ich glaube Azrael wird es bei Elisa perfekt gehen“, meinte ich grinsend und tauschte das Lederhalfter gegen die Trense. Dann musste Azreal warten, was für ihn aber nicht sonderlich schlimm war, da Kathy ihn die gesamte Zeit betüddelte. Ich putzte und sattelte derweil fix Altair.
      Der sah neben dem schlanken Fuchs wie ein kleines dickes Pony aus. „Aber ich hab dich trotzdem lieb“, meinte ich lachend und umarmte ihn kurz. Dann führten wir die beiden Hengste aus dem Stall, ich schwang mich in Altairs Sattel und Kathy reichte mir Az‘ Führzügel. „Viel Spaß!“, rief sie uns noch zu und dann war sie auch schon außer Sichtweite und wir mitten im Wald. Az lief problemlos neben uns her und gebärdete sich keineswegs, aber das würde noch früh genug kommen, sobald er die Stuten von Elisa erspüren würde. Und so war es dann auch, als wir die Geländestrecke erreicht hatten und wie Weiden in Sichtweite kamen, wurde Az zunehmend aufgeregter und tänzelte neben mir her.
      Ich klingelte Elisa kurz an und bat sie, mir bei einem Problempferdchen zur Hand zu gehen. Sie war natürlich direkt absolut genervt und sah gar nicht ein, sich noch einen Chaoten in den Stall zu stellen. „Sicher, dass du diesen Wunderschönen nicht in deinem Stall stehen haben willst?“, fragte ich sie lachend, als wir vor dem Stall anhielten. Ungläubig starrte Elisa den Fuchshengst an, welcher aufgeregt den Hals gewölbt hatte und dadurch nur noch stattlicher wirkte. „Woah! Der ist ja toll!“, begann sie zu schwärmen. „Tja, April, April!“, meinte ich lachend und erhielt daraufhin direkt einen genervten Blick von Matthew, der gerade von dem Geländetraining kam.
      Er saß auf der hellen Teddy und ehe ich ihn vor Az‘ Hengstigkeit warnen konnte, passierte es beinahe: Az sah Teddy und drehte total auf, er konnte es anscheinend gar nicht fassen so eine schicke Dame zu sehen. Schnell reichte ich Elisa den Führstrick und schwang mich aus den Sattel, um Az an der Trense zu packen, während Matthew von Teddy abstieg und diese davon führte. „Mal sehen, was ich mir von ihm noch anhören darf“, murmelte ich leicht verächtlich und blickte Matthew nach. Momentan war er immer so ein Miesepeter!
      „Was ist eigentlich aus dem immer gut gelaunten Matthew geworden?“, fragte ich Elisa, welche daraufhin nur die Schultern zuckte, sie war vollkommen verzückt von Azrael und gerade nicht ansprechbar. Der Hengst bekam direkt die Box ganz vorne im Stall, wo er alles im Blick hatte und wurde die nächste halbe Stunde ausgiebig betüddelt. „Ich dachte, dass wir vielleicht auch noch einmal auf die Geländestrecke gehen?“, fragte ich Elisa und riss sie so aus ihren Gedanken. Verwirrt blickte sie auf und nickte dann. „Ja ja, klar!“, meinte sie und machte geschwind Levi fertig, so dass wir dann mit unseren beiden Hengsten ins Gelände konnten.
      Gerade hatten wir auch Glück mit dem Wetter, es war zwar grau und bewölkt, aber wenigstens regnete es nicht! Und ab und an schien sogar die Sonne! Dementsprechend wählten wir heute die mittlere Geländestrecke und bewältigten diese relativ gut, obwohl der Boden aufgeweichter war als gedacht und wir mit mehr Bedacht und Vorsicht reiten mussten. Dann trennten sich auch schon unsere Wege, Elisa ritt zurück zum Stall, um weiter Azrael anzuschmachten und ich machte mich zufrieden auf den Heimweg.
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  • Album:
    2.2 - Südstall
    Hochgeladen von:
    Samarti
    Datum:
    22 Feb. 2017
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    Rufname: --
    geboren: Mai 2007


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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Hengst

    Farbe: Rappe (aa Ee)
    Stockmaß: 137 cm

    Beschreibung:

    Anders als es viele wegen des eher freundlichen, aufmerksamen Blicks erwarten, besitzt Levi eher die Eigenschaft, sich gegenüber anderen ziemlich direkt und kühl zu verhalten. Nicht alle kommen damit klar, für manche stellt dieses Verhalten ein Problem dar - und doch zeigt er es weiterhin, wenn er mit etwas nicht einverstanden ist.
    Disziplin steht bei ihm an erster Stelle: Egal, ob es nun auf der Weide oder unter dem Sattel ist, stets ist Levi kontrolliert, möchte das Sagen haben und die Truppe anführen, und meist gelingt ihm das auch, weil er verlässlich ist und auch sein Vertrauen in seine Teampartner zeigt.
    Dennoch zeigt er selten Autorität gegenüber anderen.
    Wenn das dunkle Reitpony etwas erreichen möchte, kann es schon mal vorkommen, dass er zu beinahe gnadenlosen, sadistischen Mitteln greift, dennoch würde es ihm nicht einfallen, jemanden, der ihn gut behandelt, absichtlich zu verletzen. Trotz des kühlen Verhaltens, was er an den Tag legt, ist er niemand, der sich nicht um seine Kameraden kümmert, er steht ihnen immer zur Seite und bemerkt es sofort, wenn es einem seiner Kameraden nicht gut geht - dank kleiner Gesten ist er in der Lage, seinem Gegenüber wieder Hoffnung zu schenken. Wenn er etwas verliert, ist er angeschlagen und scheint nur noch eine leere Hülle seiner Selbst zu sein. Auch weist er einen starken Beschützerinstinkt auf, der ihn dazu verleitet, schon mal Verletzungen in Kauf zu nehmen.
    Kraft bezieht er sich durch das Vertrauen, welches andere ihm geben, und wenn man ihm vertraut und ihn schätzt, wird er seine Fassade etwas lockern - fallen lassen wird er sie jedoch niemals.
    Beim Vorbeigehen an seiner Box wird auch klar, dass der Hengst irgendwie Wert auf Sauberkeit legt: Nie ist das Stroh auf einen Haufen gekehrt, es bleibt stets überall in der Box und obwohl er es liebt, sich nach der Arbeit zu wälzen, genießt er es noch viel mehr, wenn sein Fell in der Sonne prachtvoll glänzt und ihn so aussehen lässt, wie er wirklich ist: kraftvoll, vital und willensstark.

    Flink, wendig, unfassbar schnell und kraftvoll - so präsentiert sich Levi stets aufs Neue und verdeutlicht, dass er bei der richtigen Förderung einiges erreichen kann. Bereits als Jungpferd wies er eine Stärke auf, die in diesem Alter für Pferde eher ungewöhnlich ist, weshalb er unheimlich interessant für den Springsport ist und dort sicherlich ein gutes Bild abgeben wird.
    Probleme, welche vielen schwierig und kaum schaffbar erscheinen, löst er beinahe mühelos und eigenständig. Selten ist er auf die Hilfe anderer angewiesen, auch neues macht ihm kaum etwas aus.
    Das Einzige, woran es bei Levi hapert, ist sein Gehorsam. Eben aufgrund seiner Charaktereigenschaft des teilweise fehlenden Respektes anderen gegenüber wird man es wohl kaum schaffen, dass er eine Vorbildfunktion einnehmen könnte, doch wenn man korrekt und verständlich mit ihm arbeitet, ist auch dies kein Problem.

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    Besitzer: Samarti
    Ersteller: Levi

    Dressur E - Springen L - Fahren A
    HK 468
    BZSW 11
    222. Fahrturnier


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    Offizieller Hintergrund

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