Laraya13

Levante

Levante
Laraya13, 16 Aug. 2019
    • Laraya13
      Alte Berichte von Samanta, Hufschmied, Tierarzt

      Andalusier, meine Leidenschaft. Lange hatte ich vergebens die Verkaufsanzeigen nach einem Andalusier durchforstet und dann war ich doch auf ein Angebot gestoßen. Ein 6 Monate altes Fohlen. Ich hatte angerufen und zu meiner Freude war das Tier noch zu haben. Ich hatte einen Termin gemacht und wenige Tage später, war ich dann auch schon zur Besichtigung da gewesen. Mir hatte ein süßes Fohlen entgegen geblickt, das offenbar unheimlich gerne gestreichelt wurde. Ich hätte sagen können, dass es Liebe auf den ersten Blick war, aber das wäre gelogen. Zu Anfang war mir da eher unscheinbare Fohlen gar nicht so aufgefallen, aber er hatte mich mit seinem Charakter bestochen. Er war gutmütig, folgsam, etwas ungestüm, aber vor allem kuschelbedürftig. All das hatte den Ausschlag für meine Entscheidung gegeben. Ich hatte noch um ein paar Tage Bedenkzeit gebeten und war dann erst einmal unverrichteter Dinge nach Hause gefahren. Schließlich hatte ich mich wieder gemeldet, hatte den Preis mit der Besitzerin verhandelt und war noch am selben Tag losgefahren, um das Fohlen zu mir zu holen. Levante war brav in den Hänger gestiegen und schien auch sonst sehr zutraulich zu sein. Ich brachte ihn erst einmal in einer Box unter, damit er sich eingewöhnen konnte. Außerdem wollte ich mich auf die Suche nach einem weiteren Fohlen machen, mit dem er auf der Wiese toben konnte. Meine Hengste waren wohl alle einfach schon zu alt, um sich mit einem solchen Jungspund abzugeben. Ich fütterte und tränkte Levante noch, bevor ich noch eine Weile mit ihm schmuste. Dann überließ ich ihn erst einmal sich selbst und den benachbarten Pferden - alles Stuten, weil ich wollte, dass er sich erst einmal an die fremde Umgebung gewöhnte ohne dass er gleich von den Hengsten umzingelt war. Während er gemütlich in seiner Box stand, rief ich direkt meine Tierarzt und meinen Hufschmied an, damit sie die Vorsorgeuntersuchungen durchführen konnten. Ich wollte schließlich, dass es meinem Fohlen an nichts fehlte. Anschließend machte ich mich sofort auf die Suche nach einem Spielkameraden.

      Joana Johnson lenkte den blauen Kleinbus mit der weißen Aufschrift „Hufschmiede-Tänzelndes Pony“ vorsichtig die schmale Straße entlang.
      Aus dem Radio dudelte angenehme Musik zu der sie fröhlich mit summte während sie sich auf die Straße konzentrierte. Im hinterem Bereich des Fahrzeugs, klirrten Hufeisen aneinander oder rumpelten Werkzeuge in den Schubladen wenn der wagen auf der unebenen Straße doch mal ein winziges Schlagloch erwischte.
      „Du meine Güte, ohne Navi wäre ich hier aber richtig aufgeschmissen...“ sagte die junge Frau zu sich selbst und hielt Ausschau nach der richtigen Einfahrt.

      Der Hof konnte nicht mehr weit sein.
      Dort würde sie sich heute einen kleinen Hengst ansehen, welcher zum verkauf stand. Genaugenommen sollte sie zwecks einer Ankaufsuntersuchung sich dort für den Kunden einmal die Hufe besehen.

      Es dauerte auch nicht mehr lange und das Navi beschrieb die letzten hundert Meter. Bäume und Gestrüpp gaben den Blick auf eine breite Einfahrt mit Beschilderung frei und bald schon konnte man auch den Hof sehen.
      Joana stellte ihr Fahrzeug in die Nähe des Stallgebäudes und zog die Handbremse an.
      Schon während sie ausstieg, kam ihr eine Frau entgegen und streckte ihr freundlich die Hand hin.
      Es handelte sich dabei um Samanta Thomsen. Sie war die Kundin, die von der Schmiede wollte, dass diese sich mal die Hufe des jungen Hengstes ansah. Sie hatte ihn erst seid kurzem und wollte demnach natürlich alles gleich richtig machen.

      Levante hieß das kleine Bürschchen und war ein Andalusierfohlen. Schon jetzt zeigte er starke Muskeln und kräftige Beine.
      Samanta holte den sechs Monate alten Hengst aus seiner Box, nachdem Joana ihr Werkzeug unter die Arme geklemmt hatte um der Frau in den Stall zu folgen.
      Die blonde Frau lies sich zuerst von Levante beschnuppern und erst als er begann an ihrer Schmiedeschürze zu knabbern, strich sie ihm noch einmal durch den Schopf und widmete sich seinen Beinchen.

      Samanta hatte schon einiges zu dem Fohlen erzählen können. Es kannte zwar das Hufe geben, aber ein Schmied war noch neu. Joana bezweifelte fast das sie etwas machen musste, aber es ging ja auch darum das Fohlen an den Schmied zu gewöhnen. Zudem wollte sie schauen ob es irgendwelche Stellungsfehler gab die man jetzt schon behandeln musste. Viele Pferdebesitzer verpassten dieses oder nahmen es auf die leichte Schulter. Und dann wenn das Pferd älter geworden ist, hatte man den Salat. Lieber in jungen Jahren versuchen dagegen an zu gehen, sollte etwas sein, als später das dicke Problem vor sich zu haben. Damit war dem Pferd auch eher geholfen, wenn man früh drauf schaute.
      Den ersten Huf lies sich Levante willig nehmen. Er bog den Kopf nach hinten um zu sehen was da gemacht wurde, doch er sah nur das Hinterteil der Menschenfrau, welche da gebeugt an seinem Bein stand. Und natürlich musste dieser Hintern erst einmal beschnuppert werden und.. man beißt gegebenenfalls auch mal versuchsweise hinein.

      Zum Glück ist das Mäulchen noch zu klein um wirklich weh zu tun, dennoch hielt Samanta das Tier nun etwas mehr davon ab den Kopf zu weit zu drehen, während sie sich eifrig bei der Schmiedin entschuldigte. Joana winkte lachen ab. Wäre ja nicht das erste mal, sagte sie.


      Die Schmiedin setzte nur probeweise das Schneidmesser an das Horn und ritzte etwas davon ab, wenn wirklich mal eine Kante überstand. Auch die Feile wurde kurz an jedem Huf angesetzt, damit das Fohlen sich an das Gefühl und Geräusch gewöhnte. An den ersten beiden Hufen fand Levante, das es sich ganz schrecklich war und zog und zerrte so sehr, das Joana ihn lieber freigab, als ihn mit Gewalt fest zu halten.

      Sie brauchte ein paar Anläufe und viel Engelsgeduld um dem Pferdekind klar zu machen, das es da nichts gab wovor es sich fürchten musste.Für das Erste Mal lief es jedenfalls auch schon sehr gut und es gab eine kleine Extra Streicheneinheit.

      Alles in allem fand Joana nichts ungewöhnliches an den Hufen oder deren Stellung. Sie waren gesund und auch sehr fest. Auch als sie Samanta bat den Hengst herum zu führen, fiel ihr nicht ins Auge was man hätte bearbeiten müssen. Das Fohlen zeigte eine gesunde Haltung und Fuß- / Beinstellung

      Samanta bedankte sich bei der blonden Schmiedin und diese packte ihre Sachen dann auch schon zusammen um sie wieder in den Wagen zu laden. Danach setzte sie sich in das Auto, winkte der Hofbesitzerin, welche soeben aus dem Stall kam, noch einmal zu und fuhr von dannen.

      Mit einem schnellen Schluck trank ich meinen Kaffee aus und erhob mich. Der Terminkalender war bis oben hin gefüllt und leider machten sich meine Termine nicht von selber, also würde es heute wieder in einen arbeitsreichen Tag starten. Der sollte auf dem Gestüt "Zur roten Rose" beginnen, denn dort wartete das neue Fohlen von Samanta auf mich. Levante hieß der kleine Andalusierhengst und war seit Samstag auf dem Gestüt. Laut seiner Akte war er auch noch recht jung, gerade einmal ein halbes Jahr, deshalb stand für ihn jetzt auch der erste wirklich großes Tierarztbesuch an und ich war gespannt, wie sich der Kleine benehmen würde. Die Fahrt zum Gestüt verlief problemlos und dort wurde ich von einer aktiven Samanta dann auch schon in Empfang genommen. Wir unterhielten uns kurz und dann ging es auch schon in den Stall. Dort durfte ich Levante kennenlernen, der Heu mümmelnd in seiner Box stand und uns neugierig beobachtete. Samanta holte den Hübschen aus seiner Box und führte ihn mir einmal im Schritt und Trab vor. Dann marschierten wir zum Putzplatz, wo sie ihn anband und ich mit der Untersuchung begann. Fix warf ich einen Blick in Augen und Nüstern und dann ins Maul. Für den Kleinen stand heute nämlich auch eine Zahnkontrolle an, aber da gab es gar nicht viel zu sehen, denn seine Milchzähne standen 1A. Deshalb machten wir auch direkt mit dem Abhören weiter. Erst Herz und Lunge, dann noch der Darm. Levante war das ja etwas unangenehm, aber er machte sonst wirklich sehr brav mit. Also konnte ich ihn nun abtasten. Ich begann am Genick und ging dann die Wirbelsäule abwärts zur Schweifwurzel. Levante wirkte fit und munter, wie es ein junges Fohlen tun sollte. Nun konnte ich ihn auch guten Gewissens impfen. Er wurde gegen Influenza, Tetanus, Herpes, Tollwut und Fohlenlähme geimpft. Brav hielt er alle fünf Spritzen aus und wurde jedes Mal überschwänglich gelobt, immerhin sollte er den Tierarzt in guter Erinnerung halten. Als das geschafft war, chippte ich ihn auch noch. Das ging genauso fix wie das Impfen und nachdem Levante dann auch noch die Wurmkur verabreicht bekommen hatte, waren wir hier auch schon fertig. Ich lobte den kleinen Kerl ausgiebig, füllte seinen Impfpass aus und verabschiedete mich von Samanta.

      Schon vor einiger Zeit, hatte ich eigentlich nach einem Spielkameraden für Levante gesucht, war bisher aber leider nicht fündig geworden,weshalb ich immer mal mit ihm gespielt hatte und das auch heute machte. Zuerst aber wurde der Hengst geputzt. Er stand noch nicht hundertprozentig still, aber dafür gab er gut Hufe. Manchmal machte er auch daraus ein Spiel, aber damit konnte ich leben. Er lernte ja noch. Nachdem ich ihn geputzt hatte, brachte ich ihn in die Halle und ließ ihn dort laufen. Bockend rannte der Hengst durch die Halle, ließ sich schließlich aber auf ein Spiel mit mir ein und nachdem er sich ausgetobt hatte, begann das Lernen. Ich wollte, dass er besser auf mich reagierte und beim Führen nicht mehr so zog und versuchte an mir vorbei zu kommen. Es war schon viel besser, als am Anfang, aber teilweise war er eben doch noch sehr übermütig und verspielt. Eine halbe Stunde reichte seine Aufmerksamkeit. In dieser Zeit beschäftigte ich mich viel mit Führen, Stehen bleiben und mir folgen und am Ende der halben Stunde hatte ich das Gefühl, dass wir schon Fortschritte gemacht hatten. Ich lobte ihn und ließ ihn noch eine Weile grasen, bevor ich ihn wieder in die Box brachte. "Ich finde schon einen Spielkameraden für dich", versprach ich ihm zum Abschied und ging dann ins Haus, wo ich die Anzeigen durchforstete.

      "Ich werd noch irre." Heute hatte ich wirklich viele Pferde zu versorgen und das ganze wuchs mir doch etwas über den Kopf. HMB Mountain's Girl, Demba Diadem, Batteries Not Included, Levante und Carinoso wollten heute bespaßt werden und das würde sicher nicht so einfach werden, wie es sich für andere anhörte. "Brauchst du Hilfe?" Grinsend kam Juan um die Ecke und ich wäre ihm vor Erleichterung fast auf den Arm gesprungen. "Du bist meine Rettung. Könntest du dich um Levante und Carinoso kümmern?" Juan nickte und antwortete:"Klar, Sonnenschein. Kein Problem." Zwei Pferde weniger. Ich atmete erleichtert auf. Zu allererst ging ich zu Girly, die ich heute nur putzen wollte, da sie sich bei den Mounted Games gut geschlagen hatte und sich einen Tag Pause verdient hatte. "Das gefällt dir, was?" Lachend verstärkte ich den Druck, als Girly entspannt den Kopf sinken ließ und die Augen schloss. Es gefiel mir gut, dass sie sich so gerne putzen ließ, denn auch mich entspannte das wirklich sehr. Nachdem ich sie mit Striegel und Kardätsche bearbeitet hatte, machte ich mich daran ihre Mähne und den Schweif zu entwirren sowie anschließend ihre Beine noch mit der Wurzelbürste zu säubern und ihre Hufe auszukratzen. "Der Hufschmied müsste auch mal wieder vorbei schauen", überlegte ich und beschloss, dass ich das demnächst veranlassen würde. Erstmal musste ich mich aber um die anderen kümmern. Als nächstes kümmerte ich mich um Batteries Not Included, die letztens von Verena wieder im Western Pleasure trainiert wurde und mit der ich heute die gelernten Fähigkeiten vertiefen wollte. Wichtig waren die Übergänge, aber auch der gleichmäßige Takt innerhalb der Gangarten. Nachdem ich sie ordentlich geputzt hatte, ging ich mit der jungen Stute in die Halle. Die nächsten Trainingsschritte würden noch einige Jahre Zeit haben, denn ich wollte die Stute nicht überfordern und ihr Zeit geben. Immer wieder merkte ich, dass sie noch Probleme mit dem Gleichgewicht hatte. Das Rückwärtsrichten hatte sie hingegen schon gut drauf. Ich nahm sie also zum Schluss nochmal an die Longe, um sie dabei zu unterstützen ihr Gleichgewicht zu finden, Ich würde das in nächster Zeit öfter machen, damit sie Sicherheit gewann. Schließlich beendete ich auch das Training mit ihr und führte sie noch etwas trocken, bevor ich sie erstmal mit einer Decke in den Stall stellte und erst später, nachdem sie abgeschwitzt hatte, wieder auf die Koppel brachte. Als letztes nahm ich mir Demba Diadem vor. Die Stute war so vielseitig, dass ich wirklich einige Zeit überlegte, was ich heute mit ihr machen wollte. Schließlich entschied ich mich dafür mit der Stute ein wenig zu springen. Ich machte sie fertig und führte sie dann auf den Springplatz, wo einige leichte A-Sprünge aufgebaut waren. Ich wärmte sie erst einmal im Schritt auf und holte mir Allison dazu, die mir brav einige Stangen für Schritt, Trab und Galopp hinlegte, sodass wir uns beide aufwärmen konnten. Schließlich übersprang ich erst noch ein Kreuz, bevor ich mich den höheren Sprüngen zuwendete. Wir trainierten ungefähr eine Stunde und ich musste wirklich feststellen, dass die Stute wirklich Talent hatte. Größeres Talent hatte sie zwar in der Dressur, aber ich wollte sie auch im Springen noch weiter fördern. Nachdem ich Demba versorgt hatte, traf ich mich mit Juan, der mir kurz mitteilte, was er mit den beiden Pferden gemacht hatte. Mit Levante hatte er einen Spaziergang gemacht und wieder einmal Hufe geben geübt. Zwar hatte das quirlige Hengstfohlen schon das Fohlen-ABC gelernt, aber es bedurfte immer wieder einer Auffrischung und er erzählte, dass Levante immer wieder versucht hatte Leckerlis aus seiner Tasche zu ziehen und sie fast zerrissen hatte. Ich lachte und sagte dann:"Selbst schuld. Was hast du mit Carinoso gemach?"
      "Ich bin ein bisschen Dressur geritten. Dieses Pferd ist der Hammer. Du musst ihn auf jeden Fall weiter fördern. Er hat total Talent." Ich lachte über die Begeisterung, mit der Juan von diesem Pferd redete. "Wenn du Lust hast, kannst du ihn gerne regelmäßig trainieren." Er umarmte mich grinsend und dankte mir überschwänglich. Ich lächelte nachgiebig und kümmerte mich den Rest des Tages um all die anderen Aufgaben, die der Hof noch so mit sich brachte und um Alan, der sich beschwerte, dass ich nicht so viel Zeit für ihn hatte. Lachend umarmte ich ihn und sagte:"Och, du armer, vernachlässigter Mann." Lächelnd küsste ich ihn und machte es mir auf seinem Schoss bequem.

      Schweren Herzens hatte ich mich dazu entschieden, Levante und auch Mini zum Verkauf anzubieten. Die beiden wurden bei mir einfach nicht richtig gefördert und ich hatte mit meinem Job als Trainierin auch immer wieder alle Hände voll zu tun, sodass einige Pferde auf der Strecke blieben. Nach und nach wollte ich abbauen, aber momentan konnte ich mich erstmal nur von den beiden trennen. Die anderen hatte ich zu lieb gewonnen und selbst bei Levante und Mini fiel es mir schwer, aber alleine konnte ich eben doch nicht 10 Pferde bewältigen. Mit Levante wollte ich heute einfach Zeit verbringen. So lange er noch da war, sollte er nicht das Gefühl haben, dass er nicht gewollt war. Außerdem wünschte ich mir, dass er zu jemandem kam, der andere Fohlen hatte, mit denen er Fohlengerecht aufwachsen und lernen konnte. Manche meiner Trainerkollegen schworen darauf, dass man nicht früh genug mit dem Training anfangen konnte, aber bei mir lernten die Fohlen nur die Basics. Erst ab 3 Jahren begann ich dann mit dem Gewöhnen an Sattel, Trense und Longe, um sie dann schonend einzureiten. Levante konnte bisher das Fohlen-ABC. Den Rest sollte er bei seinem neuen Besitzer lernen, wenn es an der Zeit war. Heute frischte ich das ABC mit ihm auf. Er war noch immer etwas zögerlich beim Hufegeben und man musste ihn regelrecht überreden. Etwas, was ich noch in den Griff bekommen wollte, bevor er zu einem neuen Besitzer kam. Also übte ich mit ihm. Lobte ihn immer wieder ausgiebig und nach einer halben Stunde machte er es schon sichtlich besser. Ich unterbrach das Training und ging ein wenig mit ihm spazieren, um ihn etwas auf andere Gedanken zu bringen. Anschließend führte ich das Training eine weitere halbe Stunde fort und stellte zufrieden fest, dass er nun souveräner seine Hufe gab. Der neue Besitzer würde trotzdem noch daran zu üben haben, aber der größte Schritt war geschafft."Ich werd dich vermissen, du Sonnenschein",sagte ich sanft und kraulte ihn,"aber du hast es verdient mit anderen Fohlen zusammen zu sein und ich habe es einfach nicht geschafft, noch eines zu finden. Du sollst toben und spielen dürfen. Das ist mir wichtig." Ich schmiegte mich an ihn und putzte ihn noch einmal ausgiebig, bevor ich mich für heute verabschiedete. Vielleicht wäre er schon bald nicht mehr da, aber er würde es gut haben. Dafür würde ich sorgen.

      "Weißt du eigentlich, dass deine Ponys dich ganz schön vermissen? Du kannst nicht immer nur mit mir herumhängen." Ich streckte Alan die Zunge raus und sagte:"Das sagt genau der Richtige. Du bist es doch, der immer mit mir herumhängen will." Ich gab ihm einen kleinen Kuss auf die Stirn und machte mich dann auf den Weg nach draußen. Heute wollte ich mich um Levante, Carinoso und HMB Mountain's Girl kümmern. Die drei hatten meine Aufmerksamkeit mehr als nur verdient. Zuerst wandte ich mich dem quirligen Hengstfohlen zu. Nachdem ich ihn über die Koppel gejagt und mit einem Leckerli endlich dazu überreden hatte können, doch mit mir zu kommen, beschloss ich mit ihm zuerst das Anbinden und Hufe auskratzen zu üben. Anbinden und putzen klappte mittlerweile schon ganz gut, aber fürs Hufeauskratzen holte ich mir doch lieber Juan dazu, der das Fohlen vorne hielt. Er gab zwar brav die Hufe, aber manchmal hatte er noch so seine Probleme damit, sodass ich es ihm so einfach wie möglich machen wollte. Nachdem wir dieses Training hinter uns gebracht hatten, machte ich mich auf den Weg, um einen kleinen Spaziergang mit ihm zu unternehmen. Am Halfter lief er schon wirklich gut, sodass wir einen recht entspannten Spaziergang hinter uns bringen konnten. Zwischendurch war Levante noch etwas übermütig und versuchte hier und da mal übermütig voranzustürmen, aber ansonsten benahm er sich ordentlich, sodass ich ihn nach einer Stunde schließlich wieder auf die Weide bringen konnte. Am Hof angekommen, entdeckte ich Juan. "Lust auf den Geländepacours zu gehen?" Der spitzbübische Spanier sah mich an und sagte dann:"Klar, wenn du Girly nimmst."

      Zwei Jahre alt war mein quirliges Hengstfohlen nun schon und ich wusste, dass er es bei mir zwar gut hatte, aber er hatte einfach keinen Kumpel, mit dem er sich austoben konnte. Die 'alten' Herren waren nicht bereit mit dem quietschlebendigen Fohlen zu spielen und auch mein Versuch ihn zu verkaufen, um ihm die Möglichkeit zu geben, mit gleichaltrigen Fohlen aufzuwachsen, hatte keine Früchte getragen. Also hatte ich mich die meiste Zeit mit ihm beschäftigt und versuchte so gut es ging, seinen Spieltrieb zu befriedigen, aber auf Dauer war das natürlich nicht das Wahre und ich würde mich also erneut auf die Suche nach einem Fohlen machen. Verkaufen stand erstmal nicht auf dem Plan, denn ich hatte ihn mittlerweile so ins Herz geschlossen, dass ich es einfach nicht über mich brachte. Heute stand bei uns wieder einmal 'Fohlen-ABC' auf dem Plan. Etwas, das er anständig machte. Er war für sein Alter sehr geduldig, gab bereits alle Hufe anstandslos und ließ sich auch meistens aufhalftern. Manchmal, wenn ihn der Schalk packte, wurde er etwas ungeduldig, aber die meiste Zeit blieb mein kleiner Mann brav stehen und ließ sich alles gefallen. Weil er so große Fortschritte gemacht hatte, hatte ich mich dazu entschlossen langsam mit dem Longieren anzufangen. Ganz ohne Zwang, ohne Trense oder Sattel. Er sollte einfach ein bisschen an die Arbeit gewöhnt werden. Dazu hatte ich mir Juan zur Seite geholt, der sowieso für Andalusier Feuer und Flamme war und auch den kleinen Hengst schnell in sein Herz geschlossen hatte. Wir holten ihn gemeinsam von der Koppel und er ließ sich anstandslos putzen. Das Kapzaum beäugte er erst einmal etwas misstrauisch, schien sich aber schnell damit abgefunden zu haben und ließ sich auch brav von uns in den Roundpen führen. Dort hakte Juan erst einmal einen Strick ein und während ich den Hengst an der Longe hatte, führte Juan ihn um mich herum. Wir wollten es heute einfach nur beim Schritt belassen und trainierten auch nicht so lange, denn der Hengst war heute extrem abgelenkt und konzentrierte sich eher auf die Dinge, die um ihn herum passierten, als sich wirklich auf mich zu fokussieren. So machten wir nach 15 Minuten Schritt um mich herumführen Schluss und entließen ihn wieder auf die Koppel. "Ich muss für ihn unbedingt einen Spielkameraden finden. Er ist nicht glücklich und ich bin es auch nicht." Juan legte mir eine Hand auf die Schulter und sagte dann:"Du schaffst das schon. Er hat es hier auf jeden Fall gut. Er hat Auslauf, bekommt genug zu fressen und Aufmerksamkeit." Ich nickte und beobachtete, wie Levante versuchte einen der Hengste zum Spielen zu überreden, aber er scheiterte kläglich und so stob er eben alleine über die Koppel. Nachdem ich noch eine Weile zugesehen hatte, ging ich nach drinnen und durchforstete die Verkaufsanzeigen. Irgendwo musste es doch einen Kameraden für Levante geben.

      Für Levante würde es heute das erste Mal sein, dass er seinen neuen Kameraden Be my Sunshine kennenlernen würde. Ich hatte endlich ein Hengstfohlen gefunden, mit dem mein kleiner Wirbelwind würde spielen können. Es freute mich wirklich sehr und nachdem ich ihn von der Hengstkoppel geholt hatte, putzte ich ihn erstmal ausgiebig und machte einen kleinen Spaziergang mit ihm, denn er sollte außerdem heute noch ein bisschen was lernen. Er folgte mir bereitwillig und auch das Longieren, bei dem ich Juan zur Hilfe holte, klappte wirklich einwandfrei, sodass ich ihn schon nach einer Stunde zur Koppel führen konnte, auf der Sunshine bereits auf ihn wartete. Schon von weitem konnte ich sehen, dass Levante neugierig die Ohren spitzte und als ich ihn auf die Koppel entließ, kam sofort Sunshine angelaufen und beschnupperte ihn neugierig. Nachdem sie kurz geklärt hatten, wer hier das Sagen hatte, begannen die beiden Fohlen aufgeregt nebeneinander herzulaufen. Immer wieder beschnupperten sie einander und schließlich begannen die beiden zu spielen. Mir ging das Herz auf. Meine Fohlen so glücklich zu sehen machte mich wirklich einfach nur froh. Ich ließ die beiden alleine, denn offenbar verstanden sie sich wirklich gut.

      Nicht mehr lange bis Weihnachten. Ich mochte die Zeit vor und während Weihnachten sehr gerne. Alles war irgendwie magischer, besinnlicher und auch etwas entschleunigter. So auch auf meinem Hof. Am heutigen Tag wollte ich mich um Girly, Levante und meinen spanischen Hengst Carinoso kümmern. Weil eben alles irgendwie ein wenig entschleunigter war, entschloss ich mich aufgrund des guten Wetters dazu, heute mit allen dreien draußen zu arbeiten. Zuerst kümmerte ich mich um Carinoso. Ich wollte ein wenig Platzarbeit mit ihm machen, denn die letzten Male waren wir oft ausgeritten und ich war der Meinung, dass ein wenig lockerer Dressurunterricht nicht schaden konnte. Der Hengst war heute sehr entspannt, sodass ich mir beim Putzen und fertig machen viel Zeit mit ihm ließ und schließlich nach einer guten Dreiviertelstunde erst auf dem Platz eintraf, wo bereits Juan wartete, der uns ein wenig unterstützten wollte. Er kannte sich mit der barocken Reitweise und mit den barocken Pferden gut aus, sodass ich ihm sehr in dieser Hinsicht vertraute. Nachdem ich Carinoso warm geritten war, fingen wir mit ein paar lockeren Schritt- und Trabübungen an und schnell merkte ich, dass er heute wirklich gut drauf war. Er war geschmeidig und ließ sich durch die feinsten Hilfen animieren. Juan gab hier und da ein paar sehr hilfreiche Tipps und nach einer guten Dreiviertelstunde beendete ich das Training und ritt den Hengst noch 10 Minuten trocken. Da er ein wenig geschwitzt hatte, beschloss ich ihn erst einmal eingedeckt in den Stall zu stellen, wo noch ein paar andere seiner Kumpels gerade standen, weil sich jemand aus meinem Team um sie gekümmert hatte oder aber auch weil einige etwas Zusatzfutter bekamen. Nachdem ich mach ausgiebig von Carinoso verabschiedet hatte, kam ich zu Girly, die mir entgegensah, aber im Gegensatz zu Carinoso eher wenig begeistert war. Ich wusste, dass das Pottokpony momentan ihre trotzige Phase durchlebte und so wollte ich sie heute nicht mit Dressur versammeln, sondern einen kleinen Springpacours mit ihr absolvieren. Hier würden mir Alan und Jonathan helfen. Isabella hatte derweil Plätzchen und Kuchen gebacken und erklärte, dass sie den Kaffee aufsetzen würde, sobald die Arbeit für heute getan war. Gemeinsam mit Alan und Jonathan baute ich den kleinen Pacours auf, der aus 4 Hindernissen bestand, und machte dann Girly fertig, die heute wirklich nicht besonders gut drauf war, wie sie mir auch beim Putzen zeigte. Ich ließ mich davon nicht beirren und machte sie fertig. Nachdem ich sie erst einmal ordentlich warm geritten war, trabte ich locker über ein paar Trabstangen und nachdem ich sie auch im Galopp locker gemacht hatte, wendeten wir uns einem Kreuz zu, das sie übersprang ohne mit der Wimper zu zucken. Ich wusste, dass das Springen ihr nicht so sehr lag, aber heute schien es gut zu sein, denn sie konnte sich ein wenig auspowern und musste aufmerksam bleiben. Nachdem wir die Hindernisse einzeln übersprungen und die passende Höhe gefunden hatten, sprang ich den Pacours mehrmals durch und beendete das Training mit Girly, die sichtlich entspannter wirkte, aber dennoch noch nicht wirklich zufrieden. Ich würde es in den nächsten Tagen im Auge behalten und sollte es sich nicht ändern, würde ich mir überlegen müssen, woran ihre schlechte Laune lag. Als letzter an diesem Tag kam mein Fohlen Levante an die Reihe, der mit seinem Kumpel schon für viel Aufsehen gesorgt hatte. Ich war froh, dass mein Fohlen nun endlich jemanden zum Spielen hatte und deshalb machte ich mit ihm heute auch nicht so viel, denn er war artig und ließ sich brav putzen und führen. Auch das vorsichtige Longieren im Schritt und ein paar Tritte im Trab klappte so gut, dass ich schließlich nach einer halben Stunde das Training beendete und ihn erst noch einmal in den Stall brachte, wo er ein wenig abschwitzen konnte, bevor ich ihn wieder zu seinem Freund auf die Wiese ließ. Nachdem alles soweit klarschiff gemacht war, trafen wir uns alle in der gemütlichen Wohnstube, wo wir bei Kaffee, Kakao, Kuchen und Plätzchen noch einen schönen Nachmittag und später auch noch einen schönen Abend gemeinsam verbrachten. Ich war froh, dass ich eine so tolle 'Familie' hatte, denn hier auf unserem Hof war immer jeder für den anderen da und genau so sollte es sein.

      Heute wollte ich mich wieder mit Carinoso, Levante und HMB Mountain's Girl beschäftigen. Zunächst beschloss ich mit Carinoso zu arbeiten und an das letzte Dressurtraining anzuschließen. Es hatte so gut funktioniert, dass ich dieses gerne weiter ausbauen würde. Wie beim letzten Mal stand mir Juan mit Rat und Tat zur Seite. Ich machte den Hengst fertig und ging dann mit ihm in die Halle, da es heute leicht nieselte und ich es bevorzugte das Training im Trockenen abzuhalten. Nachdem ich nachgegurtet hatte, stieg ich auf und ritt den Hengst erst einmal locker 15 Minuten warm. Er war auch heute zunächst wirklich gut drauf und arbeitete brav mit. Als wir aber mit dem Traben anfingen merkte ich gleich, dass er heute nicht ganz so kooperativ wie beim letzten Mal war. Er war etwas eingerostet, ein klein wenig steif und so arbeitete ich mit Juan daran, dass er loslassen konnte. Immer wieder gab mir der Trainer hilfreiche Tipps, erklärte mir, dass ich die Zügel manchmal zu verbissen dran hatte und dass ich ihm auch mal Luft nach vorne und nach unten geben musste, wenn ich wollte, dass ein zufriedenes Pferd unter mir ging. Und er hatte Recht. Ich war heute irgendwie selbst ein wenig verkrampft. Also arbeiteten wir daran, dass sowohl ich als auch das Pferd unter mir insgesamt entspannter wurden und am Ende der Stunde konnte ich zufrieden sagen, dass wir das Ziel erreicht hatten. Carinoso lief am Ende der Dreiviertelstunde viel geschmeidiger, ging gut am Zügel und dehnte sich entspannt vorwärts-abwärts. Ich lobte ihn ausgiebig und beendete das Training für heute. Nachdem ich ihn noch einige Minuten trocken geritten hatte, versorgte ich ihn und machte mich dann auf den Weg zu Girly, die ich heute ein wenig im Springen trainieren wollte. Es lag ihr nicht unbedingt, aber ab und zu brauchte jeder mal Abwechslung und ich wollte sie ein wenig darin fördern, weil ich vorhatte sie zu einem Kinderpony zu machen und eventuell Reitstunden auf dem Hof zu geben. Hierbei würde mir Juan dahingegend zur Seite stehen, dass er den Pacours mit mir aufgebaut hatte und dabei sein würde, um eventuell die ein oder andere Stange wieder an die richtige Stelle zu rücken. Wir bauten den Pacours ganz klein und locker auf, denn sie sollte dabei ja Spaß haben und ein bisschen Stangenarbeit und vielleicht am Ende einen kleinen Hüpfer würde ihr sicher nicht schaden. Wir trainierten gut eine halbe Stunde und Girly machte ihre Sache wirklich gut. Dafür, dass sie Springen nicht unbedingt gerne machte hatte sie wirklich gut mitgearbeitet und so beließ ich es für heute dabei. Zum Schluss kümmerte ich mich noch um Levante, der heute abgesehen vom Putzen einen freien Tag genießen durfte. Ich führte ihn noch ein wenig am Strick, damit er das schön im Kopf behielt und brachte ihn dann zum Spielen zurück zu seinem Kumpel auf die Weide. So ging ein ereignisreicher und trainingsintensiver, aber auch sehr schöner Tag zu Ende.
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    ♂BOS - Stallions and Geldings♂
    Hochgeladen von:
    Laraya13
    Datum:
    16 Aug. 2019
    Klicks:
    59
    Kommentare:
    1
  • Von: unbekannt
    Aus der: unbekannt


    Rasse: Andalusier (100%)
    Geschlecht: Hengst
    Geburtsdatum: 03.04.2015
    Stockmaß: wird ca. 1,54 m
    Fellfarbe: Brauner
    Langhaar: schwarz
    Abzeichen: keine

    Gesundheitszustand: sehr gut
    Letzter TA Besuch: 07. Oktober 2015
    Was wurde gemacht: Ankaufsuntersuchung

    Hufzustand: sehr gut
    Letzter HS Besuch: 04. Oktober 2015
    Was wurde gemacht: Erstkontrolle



    anhänglich | verspielt | lernwillig
    Levante ist verschmust und hängt sehr an seinem Menschen. Hat er einen einmal in Beschlag genommen, dann kommt man so schnell nicht wieder von der Koppel oder aus der Box raus. Er hat viele Flausen im Kopf und kann unter anderem die Boxentür öffnen, weshalb ein extra Riegel für ihn angebracht werden musste. Er ist eine gute Seele und braucht viel Zuwendung. Das Fohlen ist sehr quirlig und braucht eine Aufgabe, damit er nicht immer nur Flausen im Kopf hat. Er ist arbeitswillig und lernt recht schnell, sodass sein Besitzer sich immer wieder neue Aufgaben für ihn überlegen muss.


    Besitzer: Laraya13
    VKR: Snoopy
    Ersteller: Snoopy
    Verkäuflich: Nein
    Gekört/Gekrönt: nein?



    Fohlen-ABC
    Eignung: Dressur & Springen (evtl.)
    Eingeritten: nein
    Eingefahren: nein

    Galopprennen: /
    Western: /
    Springen: E
    Military: E
    Dressur: E
    Distanz: /
    Fahren: /