Arktiswolf

Leitz | ♂

Holsteiner

Leitz | ♂
Arktiswolf, 27 Jan. 2017
Cooper gefällt das.
    • Arktiswolf
      Zitat von Eddi:
      07.08.2012 - Ein neuer Anfang

      “Guten Morgen meine Süßen!” rief ich fröhlich, als ich der Weide entgegeneilte. Heute würde ein anstrengender Tag werden, doch zuerst sollten die Gnadenbrotpferde gefüttert werden. Zwar war Fly die einzige Stute unter vier Wallachen, dennoch war sie eindeutig die Chefin. Ich betrat den Offenstall und kraulte der Warmblutdame kurz die Stirn. Zu ihrer Linken stand der kleine Calimero, frech wie eh und je war unser 29-jähriges Shetty und die rechte Hand von Fly. Auch die anderen Pferde kamen sofort zu mir. Insgesamt bewohnten fünf Tiere den großen Offenstall mit anliegender Weide. Ich begrüßte zuerst Snickers und Star, beide waren wie immer Seite an Seite und ließen sich nur zusammen kraulen. Auch jetzt waren sie noch unzertrennlich, Kumpels für immer. Zu guter Letzt führte mich mein Weg zu Rashid. Auch er war näher gekommen, stand dennoch abseits. Unser Saddlebred war auf seinem linken Auge erblindet und deshalb stets vorsichtig. Ich redete lächelnd mit ihm und begann ihn zu kraulen, was er auch sichtlich genoss. Ich tätschelte ihm den Hals und macht mich dann ans Werk. Es war erst früh um sechs und dennoch schien die Sonne schon hell vom Himmel. Flott kontrollierte ich die Tränke und füllte nach. Dann schob ich die Schubkarre herein und verteilte das Heu in den Raufen. In aller Ruhe, wie Senioren eben sind, setzten sich die Pferde in Bewegung und begannen zu frühstücken. Danach nutzte ich sogleich die leergewordene Schubkarre, um den Paddock abzuäppeln und den Offenstall zu misten. Mit allem fertig, holte ich noch frisches Stroh und dann öffnete ich das Gatter zur Weide. Wenn sie wollten, würden die Guten sich schon im Grünen vergnügen. Ich hatte mich jedoch fast zu lange mit ihnen beschäftigt, denn es war bereits um sieben. “Mist…” fluchte ich. Ich hatte doch um diese Zeit schon auf Nasty Past sein wollen. Entschuldigt, ich meine damit unseren ehemaligen Hof. Denn heute stand der große Umzug an. Nachdem uns Monat für Monat immer mehr Helfer abgesprungen waren, hatten wir zuletzt nur noch zu zweit mit einem riesigen Hof und vielen Pferden dagestanden. Schwermütig hatten wir uns von den größten Teil getrennt und ich hatte nach einem neuen Hof gesucht, welchen ich auch mit Erfolg gefunden hatte. Er besaß alles, was wir brauchten, war aber gemütlicher und übersichtlicher. Heute würden noch die übrigen zwölf Pferde hier einziehen. Als Hilfe stand uns nun auch unsere Jahrespraktikantin Trudi zur Verfügung, welche uns nur zu gern half. Sie würde sich hauptsächlich um die Ordnung und Sauberkeit auf dem Hof kümmern, ab und an mit den Fohlen arbeiten und vielleicht auch manchmal reiten. Die Frage war nur wen, denn die Pferde waren doch noch sehr kompliziert. Doch ich musste erst einmal los.
      Auf dem großen Hof angekommen, stieg ich gähnend aus dem Auto und begrüßte eine ungeduldige Fee. “Ich bin doch pünktlich.” lachte ich. Als erstes wollten wir die Fohlen fahren. Also machten wir zuerst Moon River und Lulu für die Fahrt bereit. Die beiden waren auch schnell und ohne große Probleme verladen und ich konnte losfahren. Die beiden Zwerge Existenz und Calero würden von Fee gefahren werden, während meine Pflegerin Chrissi, auf die anderen Tiere aufpasste. Es dauerte nicht lange und wir kamen auf den neuen Hof an. Gemeinsam luden wir die Fohlen aus und brachten sie in die komplett neuen Boxen, welche Trudi schon fleißigerweise eingestreut und schön hergerichtet hatte. Es war ein Stall für zwanzig Pferde und jede Box besaß auch einen großen Paddock. Die Fohlen schienen sich wohlzufühlen. Wir fuhren direkt wieder zurück, um nun die Stuten zu holen. Das würde ein Spaß werden… Oh ja, das war es. Wir teilten so ein, dass jeweils eine ruhige Stute zu der nervösen kam. Als erstes waren Key und Success Story an der Reihe. Während Key mir ohne Weiteres brav hinauffolgte, sträubte Story sich wie eine Raubkatze. Sie stieg, tänzelte umher und wieherte ohrenbetäubend. Eine halbe Stunde brauchten wir, eh sie auf dem Hänger stand. Danach war die zweite Hürde an der Reihe. Zuerst verluden wir unsere Warmblutstute Deep Silent Complete. Sie ging auch ohne große Probleme auf den Hänger. Ihre Mitfahrerin Cual Maniaca, unsere Achal Tekkiner Dame, streikte noch schlimmer als Story. Beinahe riss sie sich los. Nur mit vereinten Kräften und gutem zureden schafften wir es auch bei ihr, sie auf den Hänger zu schaffen. Mit viel Radau ging die Fahrt los. Gott sei Dank war der andere Hof nur eine halbe Stunde entfernt, länger hätte ich das nicht ausgehalten. Das Ausladen gestaltete sich fast genauso schlimm und wir fahren froh, als wir unsere Vollblüter sicher in ihren Boxen stehen sahen. Besonders Manni schwitzte tierisch, also bekam sie direkt eine Stalldecke darauf. Story entspannte sich allmählich. Während man Key und Silly die Umstellung kaum anmerkte. Zu guter Letzt würden unsere vier Hengste kommen. Während ich Fiebertraum und Hoppla fuhr, würde Fee Leitz und Tiramisu übernehmen. Bei ihnen brauchten wir nicht ganz so lange, eh sie auf den Hängern standen. Glücklich fuhren wir auch die letzten vier Pferde auf den neuen Hof. Als auch unsere Hengste sicher in den Boxen standen, konnten wir verschnaufen. Der alte Hof stand nun leer, er war auch schon verkauft. In unseren neuen Hof zog gerade Leben ein. Für heute würden die Süßen im Stall bleiben müssen, aber sie hatten ja ihre Paddocks. Ab morgen würde es dann zum Test auf die Weiden gehen. Nachdem nun alle Pferde anwesend waren, gab es erstmal Mittagessen als Begrüßung. Jeder bekam seine spezielle Portion.
      Damit fertig, säuberten wir die Hänger und fuhren ein letztes Mal auf den riesigen Hof. Nun würde noch die Sattelkammer ausgeräumt werden. Ein langwieriges Unterfangen, denn wir säubert alles gleich, ehe wir es verpackten. Es dauerte zwar ewig, eh wir fertig waren, aber am späten Nachmittag war die neue Sattelkammer komplett eingeräumt und glänzte strahlend. Rundum zufrieden genoss ich die aufkommende Ruhe. Die Vögel zwitscherten noch und die Sonne gab ihre wärmenden Strahlen ab. Der Tag war erfolgreich geschafft und wir konnten stolz auf und sein. Fee musste relativ früh wieder weg und auch Trudi entließ ich nach Hause. Die ersten Tage würde ich alles mit ihr zusammen machen, damit sie die Pferde kennenlernte und alles. Wenn sie reiten würde, würde ich sie wahrscheinlich auf Key setzen. Sie ist die Ruhigste und hat genug Vertrauen in Menschen, Bei Silly wäre das eventuell auch möglich. Gegen Abend fütterte ich noch mal unsere Neuankömmlinge und nahm Manni ihre Decke ab. Dann machte ich mich auf den Weg zur Weide und pfiff die Gnadenbrotpferde zusammen in den Offenstall, um das Weidetor schließen zu können. Ich verteilte noch das Nachtheu, sagte jedem gute Nacht und bezog mein Nachtquartier im Büro.
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      Zitat von Eddi:
      10.08.2012 - Zwei Sturköpfe

      “Kannst du Leitz bitte im Stall stehen lassen?” rief ich Trudi, unserer Pflegerin, fragend zu. Diese nickte und ich halfterte die letzten beiden Stuten auf. Nachdem ich auch sie auf die Weide gebracht hatte, waren alle draußen. Nun konnte ich mich um unser Goldstück kümmern. Dieser protestierte jedoch schon lautstark im Stall und trat gegen die Boxentür. Deshalb gab es erst einmal Theater meinerseits, eh ich die Boxentür öffnete und ihn aufhalftern wollte. Stattdessen zickte der Hengst herum und wollte sich an mir vorbeidrängeln. Ohne zu zögern gab das einen nett gemeinten Klaps auf die Nase, als er Anstalten machte zu Steigen. Natürlich hatte ich vor seinem 1.80m Stockmaß Respekt, dennoch durfte er sich so etwas nicht erlauben. Ich diskutierte fünf Minuten mit ihm, eh die Rollen klar verteilt waren und ich ihn aufhalfterte. Streng führte ich ihn zum Putzplatz und begann ihn zu putzen, sauber war er ja Gott sei Dank. So konnte ich ihn schnell satteln. Damit fertig, trenste ich ihn auf. Danach schnallte ich noch den Martingal ein und befestigte die Gamaschen und Streichkappen. Heute stand Springen auf dem Plan. Mit allem fertig, band ich den Hengst los und machte mich auf den Weg in die Halle. Dort hatte ich heute früh zusammen mit Trudi einiges aufgebaut. Einerseits Trabstangen und Cavaletti, aber auch eine Kombination und einige Hindernisse, aber so, dass noch ein Zirkel komplett frei war. Leitz tänzelte neben mir her, er schien sauer zu sein, nicht mit auf die Weide gedurft zu haben. Ich seufzte und schloss die Hallentüren. Dann gurtete ich nach und schwang mich in den Sattel. Ich hatte noch nicht ganz die Zügel geordnet, schon lief Leitz los. Er schien wahrlich energiegeladen zu sein. Normalerweise begann ich mit einigen Minuten im Schritt am langen Zügel, aber Leitz ließ mir nicht die Möglichkeit. Ich nahm die Zügel leicht auf und gab Paraden. Diese beantwortete Leitz jedoch mit einem eleganten Sprung nach vorn, ehe er im Galopp losging und versuchte zu buckeln. Sofort zügelte ich ihn und warnte ihn mit einem scharfen “Nein!”. Ich stöhnte, gestern noch das liebste und fleißigste Pferd und heute ein wahrer Sturkopf. Ich merkte, wie sauer er war, doch das konnte ich ihm nicht durchgehen lassen. Meine fünf Minuten Schritt zog ich dennoch durch, eh ich antrabte. An sich lief Leitz perfekt, er trug sich selbst, trat stark unter und ich merkte seine Vorwärtsdrang. Doch es scheiterte an der Mitarbeit, er streikte. Stetig versuchte Leitz zu galoppieren und mir die Chefposition abzunehmen. Wendungen, Handwechsel und Tempowechsel hinderten ihn jedoch daran. Ich schickte ihn über Trabstangen und Cavaletti und band sogar einige Dressurlektionen in unser Training mit ein. Erst dann wagte ich zu galoppieren. Zuerst auf dem Zirkel, dann auf der ganzen Bahn. Die Buckelaktionen des Hengstes ignorierte ich gekonnt. Heute trafen zwei Sturköpfe aufeinander. Doch allmählich schien er Spaß an der Arbeit zu finden. So begann ich mit dem Springen, die ersten beiden Hindernisse liefen super, dann folgte die Kombination… Das erste Hindernis bewältigten wir mit Leichtigkeit und viel Luft dazwischen, doch schon der Buckler danach machte mich stutzig. Es passierte rasant schnell und es dauerte, eh ich verstand, dass Leitz sich hinwarf, mit Absicht! Er hatte ausbrechen wollen und legte sich in seiner scharfen Kurve hin. Der Boden kam mir unverständlich nahe, doch bevor ich ihn wirklich erreichte, ging es schon zurück in die Höhe. Erschrocken rutschte ich zuerst das Stück zurück in den Sattel, dann starrte ich Leitz an, der selbst verdutzt über seinen Fehler war. “geht’s noch?!” knurrte ich. Er war heute ja wirklich richtig stinkig. Ich seufzte, nahm die Zügel leicht auf und ließ ihn im Schritt laufen. Doch er lief taktrein. Ich stieg kurz ab und kontrollierte alles, doch er hatte sich bei dem Sturz nichts getan. Also schwang ich mich wieder in den Sattel und trabte an. Viele Seitengänge und Wechsel folgten. Ich ließ dem Holsteiner keine Zeit zum Nachdenken, Arbeiten war angesagt. Wir nahmen wieder die Stangen mit dazu und diesmal sprang er einwandfrei. Trotz einigen Bucklern, welche ich weiterhin ignorierte, kamen wir durch den Parcours. Doch ich forderte auch noch Kanter und fliegende Galoppwechsel von ihm, damit er seine Konzentration nicht verlor. Erst nach einer ordentlichen Stunde, ritt ich ihn ab. Leitz hatte ordentlich geschwitzt, ich auch. Doch er schnaubte zufrieden ab und streckte sich in die Tiefe. Auch ich war zufrieden und tätschelte ihm den Hals. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten hatte das Training doch positiv geendet. Ich machte mich zurück auf den Weg zum Stall und parierte vor dem Waschplatz. Trudi schaute nicht schlecht, als sie uns zwei so verschwitzt sah. Leitz machte Springtraining nämlich sonst kaum was aus. Sie kam sofort und nahm mir den Sattel und die Gamaschen ab. Dann wechselte ich noch Trense gegen Halfter und schnappte mir den Schlauch. Erst die Beine, dann Schulter und Brust, danach der Hals und zum Schluss noch die Sattellage. Leitz brummelte genüsslich und trank auch vom Schlauch. Dann schnappte ich mir noch das Schweißmesser und danach den Hufauskratzer. Mit allem fertig band ich den Palomino los und führte ihn auf die Hengstweide. Kurz begrüßte er seine Kumpels und wälzte sich dann auch direkt, ehe er begann zu grasen. Ich räumte noch die Ausrüstung gesäubert weg, eh ich auch mir eine Pause gönnte.
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      Zitat von IGottaFeeling:
      28.10.2012 - Reif für den Winter

      Kurz vor sieben klingelte mein Wecker, Doch mit mehreren gekonnten Schlägen lies ich ihn verstummen. Meine Lust aufzustehen war am Nullpunkt angekommen. Aber was sein muss, muss sein. Denn heute war nicht nur die übliche Stallarbeit an der Reihe, nein ganz im Gegenteil. Der Schmied wollte uns besuchen. Also überwindete ich mich trotzdem und stand aus meinem warmen Bett auf. Der erste Blick wanderte aus meinem Fenster hinaus, worauf ich erstmal nicht schlecht staunte. Es lag Schnee, ziemlich viel sogar. Verschlafen lief ich in die Küche hinunter und nahm mir ein Sandwich aus dem Kühlschrank, lies mir einen Kaffee ein und durchblätterte die heutige Zeitung. Kaum war ich mit meinem Kaffee fertig hörte ich ein Auto auf unseren Hof fahren, es war der Schmied.

      Der Schmied bei Leitz

      "Guten Morgen, hattest du eine gute fahrt?", fragte ich meine langjährige Freundin. Nach einem kurzen Plausch fingen wir an uns um Leitz zu kümmern, für den Winter brauche er neue Schuhe. Natürlich hatte Sie jegliche Eisen und Stollen in ihrem Auto dabei, sodass wir gleich mit der Arbeit anfangen konnten. Ich lief die breite Stallgasse entlang zu der Box von Leitz der schon sehnsüchtig seinen Kopf hinausreckte. "Guten Morgen großer", begrüßte ich den Hengst freundlich. Auch der Schmied gab ihm zur Begrüßung ein Stück Mohrrübe. Das wird ein Spaß. Ich halfterte ihn auf und brachte ihn hinaus auf die Stallgasse, damit der Schmied seine Arbeit verrichten konnte. Leitz war zum Anfang etwas unruhig was sich dann aber schnell legte als ich merkte das seine neuen Schuhe ziemlich angenehm waren. Auch meine Freundin hielt viel von ihm, da er so ein ausgeglichenes Gemüt für einen Hengst seines Alters hatte. Es vergingen einige Minuten bis Leitz wieder mit seinen neuen Schuhen in der Box stand. "Gute Arbeit", lobte ich den Schmied und lud sie zu einem schnellen Kaffee im Büro ein. Sie bedankte sich auch und lies sich das Angebot natürlich nicht abschlagen. Eine kleine Stärkung zwischen der Arbeit ist immer gut.

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      Zitat von Eddi:
      22.05.2013 - Frühjahrsputz

      „Morgen Fee!“ rief ich meiner Freundin fröhlich entgegen, als ich mich vom Rad schwang und Nessie an die Leine nahm. Heute war herrliches Wetter, doch uns stand ein anstrengender Tag auf Nasty Past bevor. Ich glaube wir hatten uns nun lang genug vor dem Frühjahrsputz gedrückt, so dass wir nun wirklich anfangen mussten. Doch zuerst waren die Pferde an der Reihe, denn sie spielten hier die Hauptrolle. Schon seit langem hatte Nasty Past kein neues Pferd mehr aufgenommen, so dass allmählich ein geregelter Alltag einhergegangen war und sich die Pferde dank unserer Unterstützung immer besser erholten. Dieses Jahr wollten wir sogar die ein oder anderen schon auf so manches Turnier schicken. Während Fee sich um die Morgenfütterung im Stall kümmerte, besuchte ich unsere Gnadenbrotpferde. Calimero kam als erster an, um sich einige Streicheleinheiten zu holen. Rashid war der zweite, welcher mich bemerkte und mir fröhlich entgegenbrummelte. Nightshine stand noch bei der Heuraufe und döste vor sich hin, währenddessen Snickers und Star schon ungeduldig am Weidegatter herumliefen und endlich auf die große Weide wollten. Die beiden waren wie Zwillinge und trennten sich nie. Ich begrüßte noch Nightshine, eh ich das Gatter des Paddocks öffnete und die Pferde auf die Wiese ließ. Trotz ihres Alters buckelten die beiden großen Schecken erfreut durch die Gegend. Calimero suchte Schutz neben der ruhigen Nightshine, um in ihrem Schutz zu bleiben. Rashid trabte stattdessen elegant hinfort. Ich schnappte mir sogleich die Schubkarre und eine Mistgabel, um den Paddock sauber zu machen. Dafür brauchte ich auch nicht lange, so dass ich nach einer Viertelstunde schon wieder verschwinden konnte und Fee bei dem Rausbringen der Pferde half. Als erstes schnappten wir uns die Fohlen. Fee nahm die Zwerge Calero und Existenz, währenddessen ich mir Moon River und Lulu schnappte. Als die vier auf ihrer großen Weide standen, waren noch die großen an der Reihe. Nachdem auch diese auf der Weide standen, machten wir uns an die Stallarbeit. Diese nahm heute wesentlich mehr Zeit in Anspruch, denn wir putzten auch die Fenster, machten die Spinnweben weg und kümmerten uns um das Aufräumen in der Sattelkammer. Nach drei Stunden waren wir durch und der Stall erstrahlte wieder in alten Glanz. Es war noch nicht lange her, dass wir umgezogen waren, doch im Winter hatte niemand große Lust, etwas zu machen. Ein Glück hatten wir uns zumindest letzte Woche schon um die Weiden und den Reitplatz gekümmert und die Reithalle hatten wir aktiv im Winter instand gehalten. Lediglich der Offenstall der Gnadenbrotpferde könnte noch einen neuen Anstrich gebrauchen, aber das würden wir auch noch schaffen. Nun wollten wir uns eine Pause gönnen, so dass wir uns Key und Silly schnappten, um mit den beiden Stuten auszureiten. Es war so schönes Wetter, dass wir uns zum See aufmachten und wir wurden für unseren Weg auch belohnt. Die beiden Pferde konnten sich abkühlen und wir hatten ein herrliches Panorama vor uns. Als wir wieder da waren, machten wir uns an die Arbeit: Fee ging mit Hoppla in den Longierzirkel, um mit dem Falabella einige Zirkuslektionen fortzuführen, während ich mir Leitz sattelte und an unseren Springkünsten feilte, denn dieses Jahr sollte seine erste Saison wieder losgehen. Bei meiner heutigen Motivation wagte ich mich dann sogar an die Dressurarbeit mit unserer Vollblutstute Success und bei dem schönen Wetter gingen wir natürlich auf den Reitplatz. Fee folgte bald mit Manni, unserer Achal Tekkiner Stute, so dass wir es uns am Ende nicht nehmen ließen, noch ein Pas de deux zu reiten. Das klappte heute auch erstaunlich gut, so dass sich unsere Laune immer mehr anhob. Die letzten unbewegten Pferde waren die Hengste Dreamer und Tiri. Ich freute mich schon riesig auf unseren Araberhengst und wir beschlossen, an deren Muskeln und Ausdauer zu arbeiten, so dass es heute Hügel hoch und wieder runter ging, damit die Muskeln geschult wurden. Danach waren beide auch ziemlich k.o, und wir hatten alles geschafft. Schnell war die Abendfütterung durch und alle Pferde konnten zurück in den Stall. Dann machten wir uns auf den Weg zu den Gnadenbrotpferden, welche schon vorbildlich im Paddock waren und wir nur noch das Gatter schließen mussten. Um den Tieren noch eine Wohltat zu tun, putzten wir heute noch alle gründlich durch und waren dann mit unserem Tageswerk vollends zufrieden.
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      Zitat von Eddi:
      11.08.2013 - Ein Neuzugang?
      Ich gähnte und warf die Decke von mir, schlaftrunken wanderte ich ins Bad und machte mich fertig. Unten in der Küche bekam mein Kater schnell sein Frühstück, währenddessen ich mir meinen Cappuccino in eine Thermoskanne goss und mir noch ein Toast schnappte. Ich wollte heute einmal pünktlich auf Nasty Past ankommen, weshalb ich extra früh aufgestanden war. Zu meiner Enttäuschung dann doch zu früh, denn schon Punkt sechs Uhr stand ich vor den Stallungen, von Fee oder Trudi natürlich noch keine Sicht. Ich war stolz auf mich, einmal die Überpünktliche zu sein und begann bereits die Pferde zu füttern. Während diese fraßen, kontrollierte ich kurz die Weidezäune und schaute bei der Gnadenweide vorbei. Dort wurde ich wie immer fröhlich begrüßt und von allen einmal angeknabbert. Wieder im Stall halfterte ich zuerst die Fohlen auf. Die vier Zwerge nahm ich immer zusammen, denn Calero und Existenz machten bei ihrer Größe keine Probleme, genauso wie Moon River und Lulu, welche beide bestens erzogen waren. Als alle ihr Halfter abhatten, preschte die kleine Fohlenherde davon und ich machte mich auf den Rückweg. Auch die vier Hengsten teilten sich unsere größte Weide. Doch hier halfterte ich zuerst Tiri und Leitz auf und brachte die beiden auf die Weide, da sie sonst ein riesiges Theater machen würden, wenn sie erst als zweites an der Reihe wären. Danach waren der kleine Hoppla und Dreamer an der Reihe. Als auch die Hengste auf der Weide standen, kamen wir zu den letzten. Erst brachte ich die sanftmütige Key und deren Weidepartnerin Story auf die Weide und dann kümmerte ich mich um unsere Diva Manni, welche nur mit Silly zusammen auf eine Weide konnte, da sie sich mit keinen anderen Pferd vertrug. „Morgen Eddi!“ rief Fee grinsend und umarmte mich. Kurz nach ihr kam auch Trudi und grüßte uns. Gemeinsam machten wir uns an die Stallarbeit, damit so schnell wie möglich die Boxen fertig waren. Dank dem langen Weideaufhalt hatten wir nicht gar so viel zu tun. Dann setzten wir uns vor den Stall und tranken unseren Kaffee beziehungsweise ich meinen Cappuccino. Dabei besprachen wir den heutigen Ablauf und ich berichtete von den heute anstehenden Dingen. „Ich habe interessante Neuigkeiten. Wir bekommen einen Neuzugang!“ grinste ich, während es Fee und Trudi die Kinnlade runterklappte. „Aber ich dachte Nasty Past wäre inzwischen inaktiv?“ fragte Trudi verwirrt. Also klärte ich die beiden ausführlich über unseren baldigen Neuankömmling auf. „Es ist eine junge Tekkenstute namens Unglück. Ich weiß nicht ob ihr mitbekommen habt, dass Hedone gehen musste, auf alle Fälle kann sie sich aus privaten Gründen nicht mehr um ihre Pferde kümmern. Also hat BluePearl mich angeschrieben, ob ich etwas für Unglück tun könnte, da sie die Züchterin der Stute ist. Ich habe gefragt, ob es okay wäre, wenn sie auf Nasty Past stehen würde und beide haben zugestimmt. BluePearl übernimmt auch den Transport, heute Abend wollte sie sie bringen.“ beendete ich meine Erläuterungen. Und dann unterhielten wir uns noch ausgiebig über die Vorbereitungen. „So, jetzt aber an die Arbeit!“ grinste ich. Wie immer würde Trudi die Fohlen bespaßen, während Fee und ich uns um die Großpferde kümmern würden. „Heute reitest du Manni.“ stöhnte Fee und ich musste lachen. Die Stute war letzte Stunde unter Fee äußerst spaßig draufgewesen. Aber zu Beginn wollten wir uns um Tiri und Dreamer kümmern. Wir holten die beiden Hengste von der Weide und begannen mit dem Putzen. Trudi hatte sich zu Beginn Moon River geholt und wollte sie longieren. Nachdem alle Pferde vorbereitet waren, gingen wir zu dritt in die Halle. Fee und ich drehten einige Runden im Schritt, während Trudi auf einen verkleinerten Mittelzirkel ging und begann, die schon groß gewordene Moon zu longieren. Sie baute auch auf der einen Seite drei Trabstangen auf und auf der anderen ein Cavaletti. Für uns waren diese gut durch eine gerittene Schlangenlinie oder einen Handwechsel zu erreichen. Im Trab begannen Fee und ich, ebenso die Stangen zu nutzen. Gerade für Dreamer war dies ein Genuss, denn der Vollbluthengst hasste Dressurarbeit, er war eher der Renner und Springer. Doch die Grundlagen mussten auch sitzen. Deshalb hatte Fee es manchmal gar nicht so leicht, zu dem Hengst durchzudringen und ihn munter zu halten. Sie ritt abwechslungsreich mit Hand- und Tempiwechseln. Ich hatte mit Tiri nicht so viel Arbeit, der Araber arbeitete heute wieder voller Begeisterung mit. Auch wenn er anfangs ein wenig Angst vor den Stangen zeigte und oftmals versuchte auszuweichen. Als wir zum Galopp übergingen war Trudi mit Moon bereits wieder verschwunden. „Pass auf, dass er dir nicht durchgeht.“ grinste ich Fee an, als sie im Galopp mit Dreamer das Cavaletti nahm. Er zog tüchtig davor an und sprang mit einen riesigen Satz darüber. Bei Tiri sah das nicht annähernd so kraftvoll aus, es war eher ein Ponyhüpfer, dafür brauchte ich heute aber wenigstens keine Handschuhe zum Reiten. Zum Abschluss ritten wir die beiden im Schritt ab und drehten noch eine kleine Runde um den Hof, um den beiden Hengsten noch ein wenig Abwechslung zu können. Wir sattelten die verschwitzten Hengste ab, spritzten die Beine ab und brachten beide dann wieder auf die Weide. Um keine sinnlose Pause zu machen, holten wir uns den kleinen Hoppla und putzten ihn gründlich. Während Fee seinen Schweif flocht, versuchte ich mich an einem spanischen Zopf für seine Mähne. Als er fertig war, machten wir uns auf den Weg zum Reitplatz, um dort ein wenig Bodenarbeit mit ihm zu machen. Hoppla war ein richtiges Showpony. Trudi trainierte gerade mit Existenz und Calero ein wenig Sicherheit, indem sie ein Schrecktraining machte. Als Hoppla wieder auf der Weide stand, holte ich Manni und Fee ging zur Hengstweide, um sich Leitz zu schnappen. Wir machten unsere beiden Pferde geländefest und ritten dann schon zum Springplatz, wo bereits unsere Trainerin wartete. Wir begrüßten sie und ritten uns im Schritt und Trab warm. Wie immer begannen wir mit Stangenarbeit zum erwärmen und dann mit niedrigen Sprüngen. Beide Pferde waren bei niedrigen Sprüngen immer ein wenig schläfrig und wurden erst ab einer gewissen Höhe wach. Denn dann konnte man die beiden kaum noch halten. Leitz sprang heute fließend und mit einer super Manier. Bei Manni hatte auch ich zu tun, sie zu halten und mich darauf zu konzentrieren, dass wir passend auf den Sprung zuritten, sicher sprangen und landeten. Aber man merkte deutlich, wie viel Spaß es den beiden machte. Nach einer Stunde waren dann aber nicht nur die Pferde verschwitzt. Dennoch zogen wir noch unser Ründchen um den Hof, ehe wir die Pferde versorgten. Es war inzwischen Nachmittag und da Trudi nun auch mit Lulu fertig war, welche sie auch longiert hatte, schlug ich einen Ausritt vor. Trudi ließen wir auf Key, da die Stute ein Sonnenschein war, Fee holte sich Silly und ich schnappte mir Story. Wir machten die drei Stuten ausrittfertig und schwangen uns dann in den Sattel. Wie so oft ritten wir erst durch den Wald und dann zum See, es war einfach ein herrliches Gebiet rundum Nasty Past. Die Stuten konnten sich am See die Beine abkühlen und ihren Durst stillen, ehe wir uns auf den Heimweg machten. Wie immer ritten wir ein Wettrennen und bei Story kam deutlich das Rennpferd hervor. Aber auch Key und Silly waren nicht gerade ohne. Als wir wieder da waren, gab ich Story in die Hände von Fee, da plötzlich ein Wagen auf den Hof rollte. „Hey BluePearl!“ lächelte ich und begrüßte sie, schnell sprachen wir alles ab und luden dann die Stute ab. Unglück war ein traumhaft schönes Pferd. Aufgeweckt blickte sie sich um und prustete uns an. Dann gab sie ein scharfes Wiehern von sich und bekam auch direkt Antwort von den Weiden. Wir brachten sie direkt in ihre neue Box und gaben ihr das Abendbrot. BluePearl musste sich schon wieder verabschieden, so dass wir die anderen Pferde reinholen konnten, fütterten und uns dann selbst an unser Abendessen machten. Während Trudi und Fee schon im Haus verschwanden, kontrollierte ich nochmal alle Pferde und blieb noch ein Weilchen bei Unglück. "Na du Kleine? Du bringst eine ganz andere Geschichte mit, als der Rest, der hier steht." lächelte ich sie an. Sie war das erste Pferd bei dem wir uns keine Gedanken machen mussten, wie wir sie wieder aufpäppelten und zähmten. Unglück war einfach da und ein wahrer Sonnenschein, rundum versorgt und glücklich. "Ich werde deine Besitzerin vermissen..." murmelte ich leise und kraulte ihre Stirn, ehe Fee mich zum Essen rief.
      8375 Zeichen (c) Edfriend

      Zitat von Eddi:
      21.12.2013 - Weihnachten auf Nasty Past
      „Guten Morgen meine Lieben!“ lächelte ich fröhlich, als ich den Stall betrat. Neugierige Blicke wurden mir von allen Seiten zugeworfen, anscheinend warteten alle schon begierig auf ihr Frühstück. Flott schnappte ich mir also die Heuballen, zerteilte sie und schob jedem Pferd sein Frühstück in die Box. Während ich meine Arbeit verrichtete, dachte ich über die kommenden Tage nach, denn in drei Tagen würde Weihnachten sein! Deshalb war ich der Meinung, dass wir den Stall doch noch schön schmücken mussten! Dementsprechend warf ich Fee schon früh aus dem Bett, damit wir nach der Fütterung einkaufen fahren würden. Doch vorher versorgte ich noch die Gnadenbrotpferde und äppelte deren Paddock ab. Gegen neun Uhr kam dann Fee und wir fuhren in die Stadt, um Weihnachtszeug zu kaufen.
      Schon nach Eineinhalbstunden waren wir wieder da und machten uns an unsere Lieblingsbeschäftigung, nämlich den Stall zu schmücken! Über das große Tor hängten wir einen hübschen Weihnachtskranz und ganz oben an der Spitze des Daches befestigten wir einen roten Stern. Im Stall hängten wir weihnachtliche Girlanden auf und hier und da ein wenig Schmuck. Auch hatten wir eine Lichterkette für den Tannenbaum gekauft, der vor dem Stall stand und trotz seiner spitzen Nadeln, schafften wir es, ihn zu dekorieren. Als alles an Ort und Stelle war, nickte ich Fee zufrieden zu. Nun konnten wir uns um die Pferde kümmern, welche alle friedlich auf der Weide standen und ihre Freiheit genossen.
      Wir holten uns Unglück und Key von der Weide, um mit beiden einen kleinen Ausritt zu wagen. Leider lag bei uns immer noch kein Schnee, obwohl doch heute sogar Winteranfang war! Ich hoffte inständig, dass es vor Weihnachten endlich noch schneien würde. Für uns war es natürlich auch praktisch, denn so ging die Arbeit noch wesentlich leichter von der Hand. Die beiden Stuten putzten und sattelten wir flott, eh wir in Richtung Wald ritten. Es war interessant zu sehen, dass einige Bäume tatsächlich noch ihr Laub besaßen. Mit den beiden Vollblutstuten konnte man sehr angenehm ausreiten und so kamen wir auch wohlbehalten wieder an.
      Als nächstes holte ich mir die aufgedrehte Success Story, während Fee sich lieber mit Deep Silent Complete beschäftigte. „Ey, Eddi! Hast du schon gehört, dass Joelle Galopp wieder aktiv wird?“ fragte mich Fee begeistert und ich strahlte sie an. Auf Nasty Past standen inzwischen so viele Vollblüter mit Potenzial und wenn wir bei solchen Rennen erfolgreich sein würden, könnten wir den Rettungshof wesentlich besser finanzieren! Während wir in der Halle ein wenig Dressur ritten, unterhielten wir uns noch sehr angeregt über Joelle Galopp, denn das wäre wahrlich eine geniale Idee.
      Generell hatten wir uns letzter Zeit zurückgezogen, so dass wir direkt beschlossen im Jahr 2014 wieder aktiver zu werden. Während wir Hoppla und Cual Maniaca putzten, nahmen die Pläne allmählich Gestalt an. Wir wollten Turniere veranstalten, um wieder einige Spenden zu bekommen, denn momentan wurde es doch langsam knapp, was das Geld für Tierärzte und Hufschmiede betraf. Alles aus eigener Tasche zu bezahlen war doch auch happig. Immerhin besaßen Fee und ich auch noch eigene Gestüte. Dennoch machte uns die Arbeit mit den Nasty Past Pferden riesigen Spaß und den kleinen Hoppla würde ich gewiss nicht mehr abgeben. Ihn und Cual Maniaca longierten wir heute nur.
      Danach waren noch Leitz und Fiebertraum an der Reihe. Mit ihnen wollten wir springen und da kamen wir schon auf die Turniere zurück, beziehungsweise Fiebertraum wäre der geborene Sprinter für Joelle Galopp. Während wir die Hengste mit Trabstangen und Cavalettis gymnastizierten, besprachen schon einige Dinge und inzwischen standen unsere Teilnahmen bei Joelle Galopp fest. Nur die Winter Cups würden wir wohl noch nicht mitmachen können, aber man sollte ja auch nicht alles überstürzen. Schließlich würden wir vorher noch fleißig trainieren müssen.
      Da kamen wir schon zum nächsten Problem, wo denn mit Vollblütern trainieren? Fee und ich stellten uns an die Weide der Vollblutstuten, welche wir damals von Sevannie übernommen hatten. Sie hatten sich inzwischen richtig gut eingelebt und ich hoffte doch, dass das mit dem Training nur noch besser werden würde. Already und Paper Heart kamen zum Zaun getrabt und begrüßten uns herzlich. Besonders Already hatten wir jetzt schon ins Herz geschlossen, die Stute war einfach wunderbar und so liebenswürdig! Allerdings konnte sie auch, genauso wie Paper Heart, ziemlich abgehen.
      Die Vollblüter standen im kleinen Stall, unserem eigentlichen Quarantänestall, aber dort waren sie am besten aufgehoben. Den Fuchshengst Calvados hatten wir mit zu unseren Hengsten gestellt und nach anfänglichen Eskapaden hatte er sich auch integriert. Ich holte ihn von der Weide, um ihn gründlich zu putzen und dann zu longieren. Fee wollte sich lieber um die beiden Fohlen Zanaro und Crown Jewel kümmern. Gemeinsam putzten wir die drei und splitteten uns dann auf, ich ging in die Halle und Fee ging spazieren. Nach einer halben Stunde trafen wir uns dann wieder und dann standen nur noch wenige Pferde an.
      Schnell putzten wir noch Moon River und Lulu, um die beiden älteren Stutfohlen dann noch ein wenig in der Halle zu fordern. Auch hier hieß es longieren oder zumindest daran gewöhnen. Als die beiden dann wieder in ihrer Box standen, holten wir noch die Zwerge Calero und Existenz. Beide putzten wir nur noch, ehe sie in ihre Boxen durften, dann folgten auch schon die anderen Pferde. Nachdem dann alle in ihren Boxen standen, fütterte ich im großen Stall und Fee kümmerte sich um die Vollblüter. Mit Fürsorge begutachtete ich noch einmal jedes Pferd, eh es sein Müsli und das Heu bekam. Den Abschluss unserer Abendrunde machten wir bei den Gnadenbrotpferden. Dort hieß es noch ein wenig kuscheln und das Heu verteilen, ehe wir müde nach Hause fuhren.

      Zitat von Eddi:
      Bei Nasty Past zu Besuch
      medy | 8254 Zeichen
      Mit einem Blick auf die Strasse setze ich den Blinker und biege rechts ab. Heute sollte es wieder zu Eddi gehen, zusammen mit ihr und Fee kümmern wir uns heute um die Pferde des Rettungshof und auch ein Frühlingsputz ist angesagt. Ich fahre dem Kiessträsschen entlang und bald erblicke ich den grossen Hof. Als ich dann aus dem Auto springe, kommen mir Eddi und Fee schon entgegengelaufen. Mit einem hellem "Hallo" begrüsse ich die beiden, bevor wir uns noch rechts und links drei Küsschen geben. Ich schaue mich mit strahlenden Augen auf dem Hof um, ich war schon einmal hier, da habe ich mich um Eddi's Fohlen gekümmert. Fee kenne ich noch nicht so gut, ich hoffe, dass wir uns an diesem Tag besser kennenlernen. Sie macht einen sympathischen Eindruck. "Und, wo fangen wir an?", frage ich dann die beiden Mädels. "Ich wäre dafür, dass wir zuerst alles auf Vordermann bringen, und uns dann um die Pferde kümmern. Wer weiss, vielleicht haben wir ja am Schluss noch Zeit für einen Ausritt...?", zwinkert mir Fee zu. Ich lache und erwidere: "Na, da bin ich einverstanden. Wo fangen wir an?" Nachdem mir Eddi antwortet, dass es vielleicht am besten wäre, wenn wir zuerst die Weidetränke reparieren würden, marschieren wir schon los. "Zuerst kontrollieren wir mal ob es überhaupt etwas zu reparieren gibt, und geputzt werden müssten die Tränke auch", grinst Eddi mich an, schlüpft unter den Zaun durch und wir folgen ihr. Auf der Weide schauen und viele Pferde neugierig an. "Oh, wie süss. Wer ist denn das dort hinten?", ich zeige auf ein Trakehner, ein Palomino. "Oh, das ist unser hübscher Fiebertraum.", antwortet Fee mir, während sie zu ihm geht und ihn streichelt. "Der Name passt ja aber gar nicht, ts ts", meine ich gespielt empört,"das ist doch kein Fiebertraum, das ist ein Traum auf Erden!" Wir lachen und die beiden stellen mir auch noch die anderen Pferde vor. Innert einiger Minuten habe ich praktisch alle Pferde des Rettungshof kennengelernt. Cual Maniaca, Hoppla, Fiebertraum und ZM’s Zanaro haben es mir doll angetan. Nun führt Fee mich auch schon zu den Weidetränken. Der erste scheint noch intakt zu sein, da müssen wir nichts machen, ausser ihn zu putzen. Beim zweiten sieht es aber schon anders aus; ein langer Riss schlängelt sich durch die Tränke. „Eddi, müssen wir den wohl ersetzen oder geht das vielleicht auch anderst …?“, fragte Fee an Eddi gerichtet. Eddi erwidert nicht, grinst nur und eilt davon. Was sie wohl im Sinn hat? Wenig Später kommt sie mit viel Klebband zurück. „Das wird doch nicht reichen!“, meint Fee kritisch. „Ach was, komm Klebband, denen zeigen wir es!“, lacht Eddi und fängt an, die Tränke zu reparieren. Und siehe da, nachdem wir der Wassertränke einen Wassertest gemacht haben, hält es perfekt. „Ha!“, ruft Eddi und zeigt mit dem Zeigefinger auf Fee, „da hast du es!“ Wir alle drei fangen an zu lachen und kontrollieren auch noch die anderen Tränke. Nachdem wir dann alle geputzt und kontrolliert haben, machen wir uns am Zaun zu schaffen, an einigen Stellen hält der nicht so gut. Deep Silent Complete bleibt immer in meiner Nähe und schaut neugierig zu, was ich da denn treibe. Ich erlaube mir hin und wieder eine kurze Pause und streichle ihren schönen Kopf.
      Später, nachdem wir alle erledigt von der Weide zurückkommen, bringt uns Eddi ein kaltes Getränk, genau das Richtige. Wir trinken und unterhalten uns über Belangloses, ehe wir uns wieder an die Arbeit machen. In der Sattelkammer sollte man wieder mal aufräumen und aussortieren und auch der Stall sollte wieder geputzt werden. Also erheben wir uns wieder und machen uns auf den Weg zur Sattelkammer. „Letztes Jahr haben wir Sachen gefunden, von denen wir gar nicht wussten, dass wir sie hatten. Hoffen wir es geht diese Jahr genau so“, lacht Fee und wir stimmen mit ein. „Das ist doch immer so“, grinse ich. In der Sattelkammer nehmen wir uns die erste Kiste vor und entdecken immer wieder neues, spannendes Zeug. „Ich wusste ja gar nicht das wir Laufferzügel haben!“, meint Fee plötzlich erstaunt. So ist es, man hat Sachen, welche man gar nicht braucht. Wir putzen Zügel, begutachten Schabracken und suchen zusammen passende Steigbügel. Nach einer guten Stunde, oder auch zwei, ist alles geputzt und sortiert an seinem richtigen Platz. „So, dann wollen wir uns mal die Stallungen vornehmen“, seufzt Fee und ich nicke mit gespielt ernster Miene. Im Stall befreien wir Boxenwände vor Spinnennetze, putzen das Fenster und reinigen allgemein den ganzen Stall. Plötzlich quieke ich auf und schreie: „Ratte! Eine Ratte!“ Ich hasse nämlich Ratten. Erschrocken von dem Geschrei eilen mir Fee und Eddi zur Hilfe. Als ich dann aber auf die graue, fette Ratte zeige, fallen sie in lautes Gelächter. Ich verziehe die Lippen und schmolle, entferne mich von der Ratte. „Nicht witzig“, brummle ich und verschränke die Arme. Als mich dann aber Fee anschaut, muss ich auch lachen. „Aber was soll ich den machen wenn ich Ratten hasse?“, ziehe ich die Schultern hoch und frage die beiden. Als Antwort lachen sie erneut. Nach diesem Zwischenfall arbeiten wir weiter, ich schaue mich immer wieder misstrauisch um, ob irgendwo eine Ratte lauert. Zum Glück läuft mir aber keine mehr über den Weg. In der Zwischenzeit haben Eddi und Fee Musik laufen lassen, und ich summe fröhlich mit.
      Nachdem wir alles sauber geputzt haben, wenden wir uns den Pferden zu. Zuerst hole ich Paper Heart von der Weide und putze sie gründlich. Sie geniesst die Putzeinheit und döst vor sich hin. Danach bringe ich sie wieder zurück und hole zuerst Already und dann Crown Jewel von der Weide. Beide Hüh putze ich gründlich, Already ist sehr verschmust und reibt ihren Kopf immer wieder an meiner Jacke. Crown jedoch ist schnell langweilig und versucht eine Befreiungsaktion. Erfolgslos. In der Zwischenzeit hat Eddi Lulu, Moon River und Calvados geputzt, währendem Fee sich um Key, Success Story und Hoppla gekümmert hat. Nun bleiben noch Leitz, Cual Maniaca, Fiebertraum, CH’s Unglück, CH’s Zanaro und Geoffrey’s Brother übrig. Zusammen putzen wir zuerst CH’s Unglück, dann CH’s Zanaro und Geoffrey. „Und was ist mit Calero und Existenz?“, frage ich Eddi und Fee und schaue die beiden Fohlen sehnsüchtig an. „ Um die beiden haben wir uns heute Morgen schon gekümmert“, meint Fee und lächelt mich an. Nun sind alle Pferde geputzt, ausser drei, denn mit Leitz, Cual Maniaca und Fiebertraum wollen wir auch noch einen Ausritt unternehmen.
      Nachdem wir die Pferde gesattelt haben, ich reite Fiebertraum, währendem Eddi Cual nimmt und Fee Leitz, zäumen wir unsere Pferde. Fiebertraum ist nicht ganz so brav und reisst seinen Kopf in die Höhe. „Nicht so mit mir“, lache ich und nach einigen Minuten ist es mir gelungen, ihn zu zäumen. Fee hat mir erzählt, dass der feine Kerl sehr sensibel ist und unter dem Sattel temperamentvoll. Mit ihm werde ich noch meinen Spass haben. Nun steigen wir auch schon auf und entfernen uns vom Hof. „Eddi?“, frage ich nach hinten, „wie gross ist denn eigentlich Fiebertraum?“ „Er sollte so circa 165 cm gross sein“, antwortet mir Eddi und ich antworte mit einem Okay. „Wollen wir dann mal traben?“, durchbricht nun Fee das friedliche Schweigen und bald darauf traben wir auch schon an. Fiebertraum hat einen wundervollen Trab, zuerst wollte er schneller davonpreschen, doch schnell mache ich ihm klar, dass ich hier das Sagen habe. „Aber keine Angst, Grosser. Wir werden schon noch galoppieren“, spreche ich mit ihm. Nachdem wir eine Weile getrabt sind, parieren wir die Pferde wieder in den Schritt und plaudern über Gott und die Welt. Irgendwann sagt dann aber Eddi: „So, hier könnten wir galoppieren. Lust auf ein Wettrennen?“ Wir bejahen und schon schnellen wir vor. Fiebertraum, froh endlich laufen zu können, rennt und ich könnt jubeln vor Glück. Das Vollblut ist unglaublich schnell. Eine Weile rennen die Pferde Kopf an Kopf, bis dann Fee aber leider sagt: „Nun müssen wir wieder bremsen“ Fiebertraum wollte zunächst nicht, doch nach einigen Paraden fällt dann auch er in den Trab. Wir traben noch ein Stückchen ehe wir dann ganz in den Schritt fallen. Zufrieden schauen wir uns an und lächeln. Nun kommt auch schon der Hof in Sichtweite, bald muss ich gehen. „ Heute war es echt toll hier bei euch!“, grinse ich die beiden an, und sie grinsen zurück.

      Zitat von Gast:
      Springtraining
      Im Stechschritt eilte ich den Weg zum Stall hoch. Ich war jetzt schon spät dran, und wenn ich mich auch noch um meine eigenen Pferd kümmern wollte musste ich echt sputen. In Windeseile begrüßte ich den riesigen Palomino Hengst Leitz und halfterte ihn auf. Er ließ sich Seelenruhig Putzen und döste vor sich hin. Er war nicht sonderlich dreckig und so putzte ich ihn nur schnell über und rückte dann mit seinem Springsattel an. Er schaute aufmerksam als ob er es kaum erwarten könne endlich über den Springplatz zu fegen. Pfeifend sattelte ich Leitz und legte ihm Gamaschen und Springglocken an ehe ich ihn auftrenste. Dann setzte ich mir meinen Helm auf und zog meine Stiefel an. Auf dem Weg zum Springplatz schnappte ich mir noch eine kurze Springgerte und stieg kurzentschlossen von einem Stein auf um die letzten Meter zum Springplatz zu reiten. Als der Palomino die bunten Hindernisse entdeckte wurde er augenblicklich munter. Er spitzte die Ohren und legte einen Zahn zu. Auf dem Platz angekommen ritt ich ihn zuerst 10 Minuten Locker vorwärts abwärts in Schritt und Trab ehe ich mit leichter Cavaletti Arbeit im Trab und im Galopp begann. Leitz war die ganze Zeit mit viel Elan und einem Feuereifer dabei und schien sichtlich Spaß an der Arbeit zu haben. Zum Schluss ließ ich ihn noch ein paar Leichte Gymnastik Sprünge gehen und sprang zu guter Letzt noch einen kleinen Parcours. Ich ritt wieder zum Stall, und als ich abstieg und absattelte stellte ich fest das er nur an Brust und Sattellage ein wenig geschwitzt hatte. Gute Kondition also. Der Hengst schien zufrieden, also ließ ich es für heute Gut sein. Ich spritzte ihm noch die verschlammten Beine ab und entließ ihn mit ein wenig Kraftfutter wieder in seine Box.
      (c) Keroseno
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      Zitat von Eddi:
      Pflegebericht für alle Pferde - Januar 2015

      Es war noch früh am Morgen, als Fee an meine Tür klopfte - laut genug, dass ich sofort hellwach war. Seufzend hievte ich mich aus dem Bett und schlüpfte in meine Stallsachen. Unten in der Küche erwarteten mich schon frisch gebackene Brötchen und heißer Kaffee. Doch auch das konnte meine Motivation nicht wirklich hervorrufen, denn draußen goss es aus Eimern. "Was für ein wundervoller Januarmorgen!", murmelte ich frustriert und frühstückte zusammen mit Fee. Die hatte schon die Post geholt, wo auch ein Sale-Katalog von Krämer dabei war und sie strich sich gerade fleißig Dinge an, die sie unbedingt kaufen wollte. "Falls Helme im Angebot sind, sag mir Bescheid, ich brauche einen neuen!", meinte ich und dachte an meinen inzwischen sehr labilen Helm zurück.
      Nachdem wir mit dem Frühstück fertig waren, ging es direkt in den Stall. Während ich alle Pferde fütterte, holte Fee schon Stroh und Heu vom Dachboden herunter, damit wir nachher schneller fertig sein würden. Dann kamen die Pferde auf die Weide und wir machten uns an die Stallarbeit. Also wurden die Boxen ausgemistet und frisch eingestreut. Das Heu wurde verteilt und die Tränken wurden kontrolliert. Als wir dann mit allem fertig waren, fuhren wir erst einmal in die Stadt, weil wir dringend neue Pellets kaufen mussten. Und nebenbei konnte man ja schön durch den Laden stöbern...
    • Arktiswolf
      Nachzügler

      Lange hatte ich überlegt und innerlich mit mir gerungen, weil ich ehrlich gesagt nicht ganz sicher war, was ich tun sollte. Bei Hoppla und Silly war ich mir von Anfang an sicher gewesen, dass ich die beiden übernehmen würde, aber es hatte auch allerhand Kandidaten gegeben, die gewackelt hatten. Meine Ställe waren nicht gerade leer und manchmal fürchtete ich doch, dass der ein oder andere Vierbeiner zu knapp kommen würde. Deshalb hatte ich für den Rest der Nasty Past Pferde liebevolle Besitzer gesucht, nur für Leitz war mir leider noch keiner untergekommen. Ich war gerade bei dem Holsteiner vorsichtig, denn er war an sich ein wunderbarer Hengst und konnte wirklich liebenswürdig sein, aber er hatte auch noch allerhand Problemstellen, die man auf jeden Fall noch aufarbeiten musste, ehe er wirklich komplett verträglich sein würde. Und heute entschied ich mich und traf die Entscheidung, dass ich Leitz das bieten wollte, was der Hengst brauchte. Leitz war mit seinen 13 Jahren längst aus dem Teenie-Alter gewachsen und sah es dementsprechend auch nicht immer ein, warum er jetzt plötzlich etwas anders machen sollte. Doch ich kannte ihn nun schon seit fast drei Jahren und hatte ihn wirklich lieb gewonnen und so war ich mir sicher, dass es zwischen uns beiden gut klappen würde. Dementsprechend machte ich mich diese Woche ein zweites Mal mit Hänger auf den Weg zu Nasty Past. Dort war ich die letzten Tage sehr oft gewesen, denn viele Pferde hatten uns bereits verlassen. Nun standen nur noch fünf Pferde auf dem Hof und drei davon warteten bereits darauf, von ihren neuen Besitzern abgeholt zu werden. Auf dem Hof traf ich Trudi an, die gerade Crown Jewel longiert hatte und nun zurück auf die Weide brachte. Der junge Vollblüter war auch schon verkauft, aber ich würde wohl nochmals seine Käuferin kontaktieren müssen, damit sie ihn nicht vergaß. Im Stall erwartete mich bereits Leitz, der mir freudig entgegen brummelte, er schien heute einen seiner guten Tage zu haben und dafür war ich wirklich dankbar! Aber er merkte schnell, dass Veränderungen in der Luft lagen und wurde während des Putzens unruhiger. Dementsprechend entschied ich, ihn erst einmal noch zu longieren, ehe wir uns auf den Heimweg machten. In der Halle traf ich auf Trudi und unsere Tekkinerstute Manni. Auch sie war bereits in guten Händen, auch wenn ich es innerlich ein bisschen bereute, sie nicht selbst zu behalten, denn sie war wirklich ein wunderbares Pferd. Ich würde ihrer neuen Besitzerin definitiv noch einmal kundtun, dass ich, sollte sie sie doch jemals verkaufen, ich sie gerne nehmen würde. Nachdem Leitz longiert war, war er wesentlich entspannter und ließ sich problemlos verladen. Zufrieden fuhr ich nach Hause, denn dort wartete eine große frische Box mit Begrüßungsmash auf ihn und ganz viele neue Pferde. Außerdem würde auf mich eine Menge Arbeit warten: Ich musste die Anzeigen von Paper Heart und Moon River erneuern und mir Gedanken über den Umbau der Pferdeklinik machen, es gab also genug zu tun!
    • Arktiswolf
      Die Teilnahme an der kommenden Hengstkörung sahen wir eher als einen Testdurchlauf. Ich wollte schauen, wie Leitz inzwischen war und wie er reagieren würde. Ziel war es eigentlich, dass er dann für später gut gewappnet war. Zu einer Hengstkörung gehörte natürlich auch der vorherige Vet-Check und da ich den bequem selber machen konnte, besuchte ich meinen Hengst heute mal als Tierärztin im Stall.
      Leitz war davon nun nicht sonderlich angetan, er mochte keine Tierärzte und auf der Meinung beharrte er auch. Dementsprechend kompliziert war es für ihn zu verstehen, dass seine Reiterin ihn nun plötzlich untersuchen wollte. Die Überraschung war auf meiner Seite und er blieb anfangs ganz ruhig. So konnte ich ihn in Ruhe abhören und abtasten.
      Nachdem das geschafft war, mussten Influenza und Herpes erneuert werden. Das waren zwei Impfungen und die hielt Leitz tapfer aus, zu guter Letzt gab es noch eine Wurmkur und schon hatte der Hengst es überstanden. "Braver Junge", lobte ich ihn und brachte ihn danach direkt raus auf die Weide.
    • Arktiswolf
      Früh am Morgen erwarteten mich schon zwei neue Vierbeiner auf der Ranch. Ich war extra eine Stunde eher aufgestanden, um die Stallarbeit schon fertig zu haben, ehe Eddi mit ihren beiden Pferden aufkreuzte. Dabei handelte es sich zum einen um einen Warmbluthengst namens Leitz und zum anderen um eine Araberstute namens Sun is Shining.
      Die beiden waren wirklich hübsch, aber auch arg gestresst, dementsprechend durften sie jetzt erst einmal beide auf ihre eigene Weide, um ein wenig Dampf abzulassen. Mit Eddi klärte ich derweil die beiden Verträge ab und dann verabschiedete sie sich auch schon wieder. Mir blieben nun zwei Pferde zum Arbeiten.
      Leitz sollte in der Military gefördert werden und Sun in der Dressur, eine einfache Aufgabe und ich war mir sicher, dass wir das recht schnell packen würden. Heute hatten sie frei und durften sich an ihre neue Unterkunft gewöhnen, aber ab Morgen sollte es losgehen. So hatte ich heute aber wenigstens noch Zeit die Trainingspläne zu erarbeiten.
      Am nächsten Tag machte ich mich erst einmal mit den beiden bekannt. Zuerst holte ich Leitz von der Weide und putzte ihn gründlich. Eddi hatte mich bereits gewarnt, dass er nicht immer unproblematisch war und auch eine schlechte Vergangenheit hatte. Dafür benahm er sich aber wirklich gut. Unter dem Sattel merkte ich dann aber das Feuer, was er unterm Hintern hatte und wir mussten erst einmal zueinander finden.
      Als ich mit Leitz einigermaßen gut klar kam, ritt ich ihn ab und versorgte ihn, denn Sun wollte heute auch noch an die Reihe. Die Araberstute putzte und sattelte ich auch, um sie heute das erste Mal zu reiten. Sun war eine liebe Stute und lief total problemlos, mit ihr würde ich schnell fertig sein.
      Der erste Tag verlief äußerst positiv und so konnte ich mit dem Training anfangen. Bei Leitz stellte ich zu Beginn noch die Arbeit auf den Platz, denn die Höhe wollte ich lieber erst einmal mit normalen Sprüngen testen, ehe wir ins Gelände gingen.
      Leitz enttäuschte mich aber nicht, sondern war motiviert bei der Sache. Durch Longenarbeit bauten wir zudem noch Ausdauer und Muskeln auf und so waren wir schon nach einer Woche wesentlich fitter als vorher. Auch Sun kam öfters an die Longe, es war ein schönes begleitendes Training zur restlichen Arbeit.
      Obwohl das M-Niveau schon eine andere Liga war und wir einen großen Sprung zu meistern hatten. Neben dem Halten aus dem Galopp kamen auch fliegende Galoppwechsel und Travers dazu. Anfangs eine wirkliche Hürde für die noch recht junge Stute. Einiges erklärte ich ihr zuerst vom Boden aus, ehe wir es erneut im Sattel probierten und dann Schritt für Schritt erarbeiteten.
      Zwei Wochen später sah es bei den beiden Pferden schon richtig gut aus. Mit Leitz ging ich nun regelmäßig ins Gelände und wir nahmen immer mehr S-Hindernisse hinzu, bis wir den S-Parcours fehlerfrei durchsprangen. Auch mit Sun war ich schon bald an dem Punkt, dass wir ohne Probleme eine M-Dressur reiten konnten, zwar noch nicht perfekt, aber alle Anforderungen waren enthalten.
      Die letzte Woche diente der Verfeinerung von dem bereits Gelernten und das klappte mit beiden wunderbar. Zufrieden konnte ich sie dementsprechend auch an Eddi zurück gegeben, die sich sehr über die Erfolge und Fortschritte ihrer Pferde freute.
    • Arktiswolf
      Es war mal wieder schön, ausschlafen zu können und nicht wegen der Hitze schon so früh am Morgen draußen rumturnen zu müssen. Momentan zogen die Sommergewitter nur so über Wyoming und dementsprechend runtergekühlt war es nun auch, man konnte eigentlich schon wieder lange Sachen anziehen, beziehungsweise sollte es sogar, denn wenn man so stur blieb wie ich, sah man auch so aus wie ich diesen Morgen: blass und total verschnupft.
      Seufzend entschwand ich ins Bad um mich dort zumindest einigermaßen ansehnlich zu machen. Draußen war der Himmel grau, aber es regnete wenigstens nicht, also würde ich zumindest nicht noch einmal vollkommen nass werden. Unten in der Küche war auch bereits Kat unterwegs und bot mir direkt ein Glas Wasser und ein Aspirin an. „Danke“, murmelte ich knapp, schluckte die Tablette und frühstückte dann. Zumindest das, was ich herunterbekam.
      Trotz Erkältung musste die Pferde bewegt werden und besonders die Zuchtanwärter. Eine unerwartete Pause im Training von meinen Vierbeinern konnte ich mir schlichtweg nicht leisten. Also schlüpfte ich nach der Fütterung in meine Reitsachen und es ging direkt los. Wie dankbar ich war, den Stall nicht als reinen Stall gelassen zu haben, sondern aus ihm zumindest eine kleinere Halle zu machen. Bei dem regnerischen Wetter würde ich heute öfter dorthin ausweichen müssen.
      Erst einmal wollte ich die Körungskandidaten abarbeiten, denn diese hatten momentan schlichtweg Vorrang. Deshalb holte ich mir Classic Gold aus der Box, band sie direkt davor an und nahm ihr die Stalldecke ab. Classic Gold war das typische Vollblut, nicht nur einen typischen Namen hatte sie, nein, sie sah auch ziemlich genau so aus, wie sich jeder ein Vollblut vorstellte. Nur, dass sie nicht mehr sonderlich oft auf der Rennbahn zugegen war. Eine sehr gute Karriere hatte sie da dennoch hingelegt, aber wir widmeten uns inzwischen bevorzugt der Distanz und als erfrischende Abwechslung dazu auch dem Geländereiten.
      Für ein Vollblut war Classic Gold sehr ruhig und entspannt und auch heute ließ sie sich wunderbar von mir longieren. Wir waren inzwischen auf M-Niveau was die Distanz betraf, dementsprechende Ausdauer besaß die Stute auch. Ebenso strotzte sie nur so vor Muskeln und war eigentlich so gut wie bereit für die Krönung. Wir hatten sogar schon eine rausgesucht und gemeldet, nur hinfahren mussten wir noch.
      Nach der lockeren Trainingseinheit deckte ich Classic ein und führte sie noch zum Abtrocknen eine Runde über den Hof. Classic war bei dem Wetter genauso empfindlich wie ich und deshalb ging ich lieber auf Nummer sicher. Außerdem bekam sie wieder ihre Stalldecke drauf und dann ging es zurück in die Box. Eigentlich Ironie, wenn man sein Pferd Ende Juli eindecken musste, aber was solls. Ich war ja das beste Beispiel dafür, was passierte, wenn man es ignorierte.
      Nach Classic Gold war die zweite Krönungskandidatin an der Reihe. CH’s Sun is Shining hatte sich inzwischen gut bei uns eingelebt und war auch momentan im Training. Dass sah man der jungen Araberstute an und wie immer war sie ein wenig aufgeregt, als ich sie von der Weide in den Stall holte und sie fertig machte. Da sie demnächst noch zum Trainer kommen würde, wollte ich sie nur locker vorwärts-abwärts reiten und es dann für heute dabei belassen.
      Sunny lief sehr fleißig vorwärts und es war immer ein pures Vergnügen die Stute zu reiten, ehrlich. So war auch dieser Ritt wieder sehr angenehm und ich konnte das Training zufrieden beenden. Nachdem Sunny versorgt war, holte ich Hollybrook’s Zarin. Ich liebte den Hengst ja abgöttisch, aber zwischenzeitlich waren wir echt einfach nicht vorwärts gekommen. Es hatte kein vor und kein zurück gegeben, schrecklich.
      Seit kurzem trainierte ich nun wieder mit ihm und ritt ihn auch regelmäßig auf Turnieren. Der Witz war, der Hengst liebte das Fahren. Davon war ich nun gar kein Fan, aber Zarin zu liebe hatte ich mein Wissen erneut aufgefrischt und motiviert zeigte sich der Hengst nun auch vor der Kutsche. Ich hoffte ja inständig, dass ich mit diesem Argument Elisa überzeugen könnte, den Hengst auch zu trainieren, sie mochte das Fahren doch genauso sehr wie er.
      Heute longierten wir aber nur, denn sowohl fürs Reiten als auch fürs Fahren waren starke Rückenmuskeln wichtig und da fehlte es Zarin gerne mal noch. Also mussten wir das aufarbeiten. Zarin machte fleißig mit und während er so seine Runden um mich drehte, musste ich daran denken, wie er als kleines Fohlen noch mit der Mama über die Weide getrippelt war. Zu süß!
      Nach Zarin schwang ich mich in den Sattel von Leitz. Zuvor hatte ich draußen auf dem Platz eine gute halbe Stunde damit verbracht, einen Springparcours aufzubauen. Keine spaßige Sache. Leitz war wie immer motiviert, beinahe zu motiviert und ich hatte ab und an zu tun, den großen Holsteiner wirklich unter Kontrolle zu haben. Aber ihm machte es Spaß und so arbeiten wir eben auch an unseren Problemchen. Damit ich den Parcours nicht nur für ein Pferd aufgebaut hatte, schwang ich mich fast direkt von einem Palomino auf den nächsten. Kat hatte angeboten, Leitz zu versorgen und so hatte ich mir direkt Allelujah geschnappt.
      Der aufmüpfige Kerl konnte ruhig mal wieder arbeiten. Da hatte ich mir von Elisa auch einen Chaoten andrehen lassen. Allelujah hatte sich inzwischen echt gebessert, aber manches Mal war er einfach noch anstrengend und genauso schrecklich wie am Anfang seiner Tage. Da seine größte Leidenschaft das Springen war, arbeitete er heute auch wunderbar mit und ich konnte mich wirklich nicht beklagen. Motiviert nahm er die Hindernisse, blieb dabei aber dennoch bei mir und reagierte sensibel auf meine Hilfen. Als Belohnungen gingen wir dann noch eine kleine Runde im Schritt ins Gelände, ehe er zurück auf die Weide durfte.
      Eigentlich war ich mit meiner Erkältung jetzt schon an meinen Grenzen, aber ich hatte nicht einmal die Hälfte der Pferde geschafft. Nachdem mich Laurel, die Reitbeteiligung von Lila Wolken, beinahe ewig angebettelt hatte, hatte sie es nun tatsächlich geschafft, dass wir mit den beiden Isländern zu einem Kurs fürs Gangreiten fahren würden. Laurel auf Lila Wolken und ich auf Hákur. Ganz so überzeugt war ich von der Idee ja noch nicht wirklich, aber als Besitzerin von inzwischen vier Isländern blieb mir nicht sonderlich viel übrig.
      Deshalb hatten Laurel und ich uns für heute auch zum Training verabredet. Motiviert sattelte das junge Mädchen die Scheckstute, während ich mir meinen hübschen Falben fertig machte. Gemeinsam wärmten wir die beiden dann auf und schon ging es los. Lila Wolken und Laurel waren ein klasse Team und was die da teilweise auf der Bahn zeigten, war beeindruckend! Da konnten Hákur und ich noch nicht wirklich mithalten, aber gut, irgendwie würden wir das auch noch hinbekommen, da war ich mir sicher. Zum Glück war Hákur heute auch nicht allzu motiviert, so dass ich heimlich einiges auf ihn schob.
      Nachdem die Isländer geschafft waren, fragte Laurel, ob sie mir noch helfen könnte. Ich grinste sie fröhlich an. „Wenn du genügend Lust und Zeit hast, hier gibt es noch genug zu tun“, meinte ich lachend und sie nickte begeistert. Sicherlich würde ich eine RB nicht auf alle meine Pferde lassen, aber Laurel war talentiert und vor allem verantwortungsbewusst. Bei ihr waren Pferde wirklich gut aufgehoben, aber den Ruf hatte sie sich natürlich auch erst einmal erarbeiten müssen. Nun sammelte sie dafür aber auch das Lob und den Lohn.
      „Du kannst gerne Morning Sun reiten und danach noch Animby longieren“, meinte ich und schon war Laurel verschwunden, auch nicht schlecht, wenn man eine Aushilfe hatte, zwei Pferde weniger. Ich machte mir stattdessen Ice Coffee fertig. Seit neustem plante ich, auch die Paint Stute langsam in Richtung Körung zu bekommen, sie wäre das ideale Gegenstück zu Twist und das wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Außerdem baute Jani sich im Moment wieder eine aktive Westernzucht auf und als Leihpferde gab ich meine Vierbeiner dort nur zu gerne hin.
      Nach der Westernstute ritt ich auch noch Dr. Insektor. Mit ihm war es das gleiche Spiel wie mit Zarin, momentan kamen wir einfach nicht voran. Aber ich hoffte einfach, dass der Hengst nur Zeit brauchte und dann würde das klappen. Stattdessen machte ich dann noch ein wenig Bodenarbeit mit Schneeleopard und ging eine Runde mit Absinth spazieren. Beide Hengste waren motiviert mit dabei und dementsprechend klappte auch alles gut. Als nächstes beschäftigte ich mich mit Feuervogel. Wir ritten heute nur ein wenig ohne Sattel in der Halle, denn so wirklich Lust hatte ich nicht mehr und Feuervogel hatte sich sowieso ein Päuschen verdient. Grinsend musste ich immer an Elisa denken, wenn ich ihn ritt.
      Danach lud ich Laurel noch zu einem Ausritt ein. Für den setzte ich sie auf Sika und ich machte mir Cual Maniaca fertig. Wir erfrischten eine lange Trockenphase zwischen den Regengüssen und konnten den Ausritt sogar richtig genießen. Zu guter Letzt versorgten wir die beiden Pferde und ich musste nur noch zwei Chaoten bewegen, dann hätte auch ich es endlich geschafft.
      Scheherazade longierte ich heute nur und Cover the Sun ritt ich dressurmäßig, der junge Hengst sollte auch langsam ins Training. Ich war mir aber sicher, dass er das mit Bravour schaffen würde. Zufrieden versorgte ich auch noch ihn und dann gönnte ich mir eine heiße Dusche, um mich danach in eine Decke auf dem Sofa einzumümmeln.
    • Arktiswolf
      Wiedereinmal führte mich mein Weg nach Wyoming, dieses Mal sollte ich eine Lewitzer Stute und einen Holsteiner Hengst ausbilden. Die Stute hieß Amazed Marlin, ich sollte sie in der Dressur von der Klasse A nach L bringen. In den ersten zwei Tagen machte ich mir ihr Bodenabeit um ihr Vertrauen zu bekommen. Nachdem sie mir vertraute tastete ich mich an das Reiten dran. Zuerst wiederholte ich die Lektionen der A Dressur, Marlin machte alles sehr gut, und da das alles sicher saß trainierte ich die Gangarten der L-Dressur. Der versammelte Trab und der versammelte Galopp fiel ihr leicht, ebenso das Überstreichen im Trab, der Kurzkehrt und die Hinterhandwendung klappten. Jetzt fehlte nur noch der Außengalopp und der einfache Galoppwechsel. Als auf das saß war sie bereit für eine L Dressur. Nun war Leitz an der Reihe, ich hatte mir vorgenommen das Eddi ihn reitet und ich sie unterrichten würde. Leitz machte seine Sache sehr gut und er flog nur über die Hindernisse als wären es Cavaletties.

      Nach wenigen Trainingseinheiten erreichten Eddi und er die Höhe eines L** Springens, das bedeutet dass wir unser Ziel erreicht hatten.
    • Arktiswolf
      Grübelnd saß ich gemeinsam mit Kat und Ethan am Frühstückstisch. Ich wusste gar nicht so recht wie ich beginnen sollte, aber vielleicht fing ich einfach an, das wäre wohl das einfachste. „Leute? Ich muss euch was sagen“, meinte ich und zog die Stirn ein wenig kraus. Ethan und Kat sahen mich neugierig an, sie schienen mit nichts Besonderem zu rechnen, maximal mit einem neuen Pferd, aber sonst. „Es ist nicht das was ihr denkt“, sagte ich genervt und haute es dann einfach raus: „Ich ziehe weg. Die Ranch steht schon zum Verkauf.“
      Tja, da waren meine beiden Mitbewohner erst einmal baff, aber es ging nicht anders. Ich hatte die Pause in Wyoming wirklich genossen, aber es war langsam Schluss damit. Ich sehnte mich wieder nach einem richtigen Gestüt und nach Mitarbeitern und genau das wollte ich umsetzen. Kat und Ethan schwiegen, sie schienen nicht so recht zu wissen, was sie sagen sollten. Auch sie hatten diese Pause genutzt, um aus ihrem alten Stress heraus zu kommen, aber beide waren eher Stadtmenschen und nicht für das Land geschaffen und das hatten sie auch schon oft zugegeben.
      Wir frühstückten relativ schweigend zu Ende und dann machte ich mich auch schon auf den Weg nach draußen, die Pferde mussten immerhin versorgt werden. „Ich übernehme die Hengste!“, erklärte sich Ethan bereit und stand mit auf. Schweigend warf ich vier Heubündel auf die Schubkarre und machte mich auf den Weg in Richtung Stutenweide. Die Heunetze wurden alle frisch aufgefüllt und der Rest kam in die Raufen. Dann mistete ich die Unterstände und machte mich auf den Weg zu den Fohlen.
      Im Stall traf ich wieder auf Ethan, der nun auch fertig war. Gemeinsam brachten wir die neueren Pferde auf die kleineren Weiden und misteten deren Boxen aus. Neu waren Fandango und Scheherazade, welche immer noch getrennt von den anderen standen, das war mir doch lieber. Doch schon bald sollten dann auch sie umgesiedelt werden, aber ein wenig Zeit hatten wir ja noch. Da nun die grundlegende Arbeit fertig war, konnte ich mit dem Training beginnen. Dabei standen an vorderster Spitze unsere momentanen Körungskandidaten und davon hatten wir mehr als genug.
      Dementsprechend holte ich Classic Gold und CH’s Sun is Shining von der Weide. Zweitere packte ich erst einmal auf den Paddock und erstere wurde geputzt und zum Longieren fertig gemacht. Den Probedurchlauf für die Krönung hatten Classic Gold und ich schon hinter uns, nun wurde es langsam ernst und ich hoffte, dass das bald mal von Statten gehen würde. Hier in Wyoming hatten sie es nicht so mit regelmäßigen Krönungen, die waren manchmal Monate lang offen.
      Classic Gold longierte ich heute nur locker vorwärts-abwärts. Sie sollte fit bleiben, aber gestern waren wir auf einem Turnier gewesen, deshalb machten wir heute nur muskelkater-vorbeugendes Training. Sunny musste stattdessen mehr dran glauben. Die Araberstute sattelte ich mir und ging mit ihr für ein Stündchen auf den Reitplatz, um die kommenden Aufgaben durchzureiten und unsere Fehler noch auszubessern.
      Danach waren Ice Coffee und Cual Maniaca an der Reihe. Ich schnappte mir Kat für einen kleinen Ausritt und setzte die Anfängerin auf die brave Westernstute. Manni wäre nichts für sie gewesen, sie war viel zu zickig dafür. Der Ausritt verlief aber ganz entspannt, auch wenn Kat nur grummelnde Töne von sich gab. Wieder auf der Ranch traf ich auf Laurel, welche die Reitbeteiligung von Lila Wolken und Hákur war, dementsprechend waren die beiden Isländer heute versorgt.
      „Wenn du fertig bist, können wir auch noch einen Ausritt mit Milka Luflee und Hyreygur machen!“, bot ich ihr an und Laurel schien sich nach einem anstrengenden Schultag sichtlich auf diese Abwechslung zu freuen. In der Zwischenzeit bewegte ich Allelujah und Feuervogel, meine beiden hübschen Palominos. Mit beiden Junghengsten hatte ich genug zu tun und war danach eigentlich auch echt k.o., aber der Tag war noch nicht einmal zur Hälfte rum! Auf mich wartete nun noch ein Dressurtraining mit Dr. Insektor und ein Geländeritt mit Hollybrook’s Zarin. Ethan wollte uns auf Schneeleopard begleiten und das Training beobachten, außerdem wollte ich ungern alleine im Gelände springen, wenn doch einmal etwas passierte, hatte ich keine Hilfe vor Ort.
      Ethan versorgte danach beide Hengste, damit ich in der Zeit erst Animby und dann Absinth longieren konnte. So viele Pferde alleine zu bewegen machte definitiv keinen Spaß. Umso dankbarer war ich dann, als die ersten Pferdemädchen eintrafen. Ich hatte zwei feste Gruppen je fünf Mädchen erstellt, welche zweimal die Woche kamen und Reitunterricht bekamen. Sie hatten auch jeder ein eigenes Pflegepferd und so standen einige Minuten später fünf Stuten am Putzplatz und wurden vorbildlich versorgt.
      Dabei handelte es sich um Apache’s Tomahawk, Caribic Sue, Freeway, Walking in the Air und das Kürbisvieh. Die Mädchen liebten ihre Pferde und gingen immer sehr umsichtig mit ihnen um. Dementsprechend verlief auch die heutige Stunde wieder sehr entspannt und lehrreich. Am Ende standen alle Pferde wieder zufrieden auf den Weiden und die erste Gruppe zog ab. Aber die zweite stand schon in den Startlöchern.
      Da diese aber jünger war, holte ich die Pferde selbst von der Weide. Aus dem Grund fing ich mir Naimibia, Herbsttraum, Occani, Deep Silent Complete und Come Whatever May ein und nahm sie mit zum Putzplatz. Dort wurden sie direkt umzingelt und liebevoll versorgt. Für die zweite Gruppe stand heute ein Spazierritt an und deshalb nahm ich die kleine Little Chocolate Chip als Handpferd für mich mit, während ich mir Chou fertig gemacht hatte.
      Nach dem Ausritt ging es wie immer noch einmal zu den Shetlandponys und diese wurden dann mit Streicheleinheiten und Leckerlis umsorgt. Werina und Mondscheinsonate liebten das besonders, aber auch Window holte sich gerne das ein oder andere Leckerli ab. Hoppla stand mit bei dem kleinen Shetty und bekam dementsprechend auch Streicheleinheiten.
      Danach war auch die zweite Gruppe weg und nun war es bereits später Nachmittag. Ich gönnte mir eine Pause, bei welcher ich bei Khiara El Assuad und Quintesse of Xaras vorbeischaute. Die beiden standen grasend am Koppelzaun und ließen sich gerne ein wenig kraulen. Dann ging es für mich auch schon in den Endspurt. Sika, Cover the Sun, Morning Sun und Raunchy’s Limited wollten noch bewegt werden, außerdem musste ich auch noch bei Joyce vorbeischauen. Danach war ich für heute fertig, die Pferde bekamen noch ihr Abendheu und dann ging es unter die Dusche und zum Abendbrot.
      Am nächsten Tag saßen wir erneut schweigend am Frühstückstisch, bis Kat damit rausplatzte, dass sie eh wieder zurück nach New York kehren wollte und Ethan sich auch dafür entschieden hatte. „Das ist gut. Ich habe nämlich auch schon Interessenten für die Ranch“, meinte ich lächelnd und schaute in zwei entsetzte Gesichter, damit hatten sie anscheinend nicht gerechnet. Tja, so war das Leben.
      Der Tag begann wie jeder andere mit Füttern und Abmisten und dann ging es los mit dem Training. Heute widmete ich das vor allem den Hengsten und Fohlen. Zu allererst waren Leitz und Vertigo an der Reihe. Beide ließ ich freispringen. Danach ging es direkt im fliegenden Wechsel weiter, denn Sikari musste noch longiert werden und mit Rosewell arbeitete ich weiter am Fohlen ABC, das saß nämlich noch nicht so richtig. Piccolo’s Blaze, Niyo und Caillou hatten momentan frei, deshalb hatte ich genug Zeit, mich um unsere Nachzuchten zu kümmern. Korah schmuste ich nur, aber mit Panta Rhei und Amadahy ging es schon in Richtung Bodenarbeit.
      Danach war Talya an der Reihe, die junge Stute machte sich momentan wunderbar, allerdings war sie noch längst nicht an der Reihe. Erst einmal würde Amazed Marlin an einer Krönung teilnehmen und hoffentlich so in die Fußstapfen von They call her Fiorina und Donatella treten. Ebenso war Elliot erst kürzlich gekört wurden und nun der neuste Zuchthengst im Stall. Calimero II musste stattdessen erst einmal lernen, dass man während des Putzens still stand, da hatte er viel mit Frozen Bubble und Nabiri gemein, denn alle drei Fohlen waren die Unruhe in Person.
      Deshalb brauchte ich dann erst einmal eine Fohlenpause und holte mir Pajero und Heartbreaker für einen Ausritt. Heartbreaker ging als Handpferd mit und wir genossen den Ausritt wirklich, er war mal wieder richtig schön entspannt. „Ausritt mit den Westernpferden?“, fragte ich Kat und Ethan und natürlich sagten diese nicht nein. Also machten wir uns gemeinsam mit Dissident Aggressor, Call me a Twist und Morrigan auf den Weg. Die Weidezäune kontrollierten wir nebenbei auch direkt und schlichteten einen heftigen Streit zwischen Golden Ebano und Pawaneeh. Die beiden Vollbluthengste konnten sich noch nie wirklich leiden und zankten sich selbst über den Zaun hinweg an.
      Wieder da stattete ich kurz Aristo und Thorondor einen Besuch ab. Die beiden hatten heute frei, genauso wie Bandit und die drei schienen damit sichtlich glücklich zu sein. Im Gegensatz zu Hugo Boss, der nämlich mit mir in die Springstunde musste, genauso wie Carachillo und Varulv. Denn drei der gestrigen Reitmädels waren schon etwas fortgeschrittener und sprangen für ihr Leben gerne.
      Nach dieser Stunde wurden die Hengste abgesattelt und abgewaschen. Der Tag neigte sich bereits dem Ende zu, dabei musste ich noch Albertino longieren, mit Altyn ins Gelände und mit meinem geliebten He’s called Trüffel wollte ich noch ein wenig Bodenarbeit machen. Denn der junge Hengst stand seit neusten mit bei den großen und wurde allmählich zum Reitpony ausgebildet. Also theoretisch war er schon eingeritten, aber manchmal war er noch etwas schreckhaft und die Kommandos saßen noch nicht, aber genau das wollte ich heute ein wenig erarbeiten, damit dann das Training unter dem Sattel einfacher von der Hand gehen würde. So wie ich Trüffel kannte, würde er sowieso einwandfrei mitmachen und wir würden auch heute wieder große Fortschritte erzielen. Ich erahnte bereits, dass ich das kaum schaffen würde, aber ich gab mir Mühe und siehe da! Am Ende des Tages waren alle Pferde versorgt.
      Der nächste Morgen war von Stress geprägt, denn Kat hatte ein plötzliches Vorstellungsgespräch in New York erhalten und musste deshalb schon eher los. Ich war eigentlich gerade dabei, nach potenziellen Höfen zu schauen, als Ethan ins Haus gestürmt kam und mir wild gestikulierend erklärte, dass der Zaun der Jungpferde ein Leck zu haben schien und die Hälfte davon im Nirgendwo war. Toll.
      Also schnell anziehen und los auf die Suche. Vorher machte ich aber eine Bestandsaufnahme von den Verbliebenen und sperrte das doch beachtlich große Loch im Zaun ab. Da waren noch circa 8 Fohlen. Ich konnte Sibiria entdecken, Caruso, Paddington, Outlaw Torn, Dead Memories, Hollybrook’s Tiny Girl, Destiny Horror und Hollybrook’s Fairy Bluebird. Also fehlten eindeutig noch genug.
      Als erstes entdeckte ich mitten im Wald Prazzys Goldbell. Der wollte sich natürlich gar nicht einfangen lassen und kam nur zu mir, weil Shawnée wiehernd und im Eiltempo auf mich zugetrabt kam. Ethan hatte auch Glück und erwischte Dead Memories und Never look back. „Puh. Wäre der was passiert, wäre ich dran gewesen!“, meinte ich lachend und musste an Elisa denken.
      Es fehlten noch Mellow Billow und Mon petit écrou. Die beiden Stuten waren aber gar nicht so weit gekommen wie gedacht und ich hatte auch beim Einfangen Glück. Auf dem Heimweg mit beiden lief uns noch Cruel Twist of Fate über den Weg. Und wieder an der Weide entdeckte ich Ethan mit Unitato und Abendprinz. Nun fehlten ja nur noch…ach ne!
      Da hatte ich noch einmal Glück gehabt, denn Herbstmond lief noch bei ihrer Mama mit und Acariya hatte ich auch mit zu den Welshponys gepackt. Um Sacre Fleur brauchte ich mir momentan keine Gedanken machen, die verweilte noch bei ihrer Mama bei kira, wobei sie auch langsam abgesetzt werden müsste…
      Ein letztes Mal zählte ich durch um zu kontrollieren, ob wirklich jeder da war, dann konnte ich mich zufrieden der Tagesordnung widmen.
    • Arktiswolf
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      Ailsa staunte nicht schlecht. Gerade erst aus dem Auto ihrer Großeltern gestiegen, die sie vom Flughafen in Edinburgh abgeholt hatten, fand sie sich nun in mitten einer traumhaften Landschaft von Schottland wieder. Welch ein Wechsel von der im Vergleich trostlosen Stadt Hamburgs zu diesem malerischem Paradies. Aber es war nicht schwer Ailsa zu begeistern. Sie liebte diese Gegend und all die Mythen und Legenden die sich darum rankten. Vorallem die Steinkreise und die Seen, wie nannte man die hier noch gleich-Loch, hatten es ihr angetan mit ihren ganzen geschichten um die Kreaturen die dort angeblich hausten.
      Schon als kleines Kind mochte sie gerne ihre Großeltern besuchen und nun, nach dem Tod ihrer Eltern, sollte die Siebzehnjährige gänzlich dort wohnen bleiben bis sie Volljährig war und allein entscheiden konnte wohin sie ging. Der Autounfall ihrer Familie lag nun schon über einem Jahr zurück und das Mädchen hatte Glück ein so starkes Gemüt zu besitzen, dass sie mit hocherhobenen Kopf weiterhin durch das Leben schreiten konnte ohne sich durch diesen Schicksalsschlag beirren zu lassen.
      "Es ist wunderschön hier." Sagte das rothaarige Mädchen und sah lächeln von dem kleinem Häuschen zurück zu ihren Großeltern, die immernoch am Auto standen und zu ihr herüber sahen. Das Haus war wirklich nicht groß und man sah im das Alter auch schon an. Ein wenig windschief stand es tapfer zwischen den großen Eichen, welche fast so wie Wächter aussahen mit ihren mächtigen Kronen und den dicken Ästen. Rings um das Häuschenw ar ein kleiner, weißer Gartenzaun gesetzt worden und eine große Grasfläche umsäumte das Haus. Von ihrer Position aus konnte Ailsa einen Garten erkennen, den sie mit Sicherheit des öfteren besuchen gehen würde um ihrer Großmutter bei der Gartenarbeit zu helfen.
      "Komm Ailsa. Steig mal wieder ein, wir müssen noch kurz woanders vorbei fahren. Es ist auch nicht weit. " Ailsa nickte als ihr Großvater sie in seinem typischen schottischem Akzent rief und lief zu ihnen zurück und nahm auf dem Rücksitz des kleinen Wagens Platz, dessen Fabrikat sie nicht so ganz deuten konnte.
      Die Fahrt dauerte wirklich nicht so lange und fast war Ailsa schon ein wenig enttäuscht das sie nicht mehr von der Landschaft zu sehen bekam. Einige Rinderherden konnte sie ausmachen, zottelige, hellbraune Riesen mit recht langen Hörnern. Fast beängstigend.
      Je weiter sie vorankamen, desto mehr weiden mit Pferden sah sie und ihr Herz schlug ein wenig höher. Sie mochte diese Tiere ganz besonders. Auch sie hatten etwas magisches an sich und konnten trotz ihrer Größe unglaublich sanft sein. Schon mit fünf Jahren hatte sie begonnen sich in den Sattel zu schmeißen und hatte ein Talent an sich entdeckt. nur leider hatte das Geld nie für ein Eigenes gereicht und bald machte auch der Reiterhof auf dem sie war seine Tore zu und alle Pferde und Ponys wurden verkauft.

      Ein wenig wehleidig dachte Ailsa an die alten Zeiten zurück und war nun ein wenig verblüfft das der kleine hellblaube Wagen in dem sie saß, in eine Einfahrt einbog, die genau auf ein großes Gebäude zuhielt und sich davor in einem großem Hof verlor. Links und Rechts waren ebenso hohe Gebäude die fast wie Gutshäuser aussahen, aber irgendwie auch so als hätte man sie zu Ställen umgebaut. Hier und da wurden tatsächlich Pferde herum geführt oder auf einem großem Platz geritten. Nahe liegende Weiden die man vom Hof aus sehen konnte, beherbergten ebenso viele der schönen Tiere.
      Wenn man sich genauer umsah, konnte man meinen man wäre in einer alten Burg. Eine Ruine die wieder aufgebaut und zum Leben erweckt wurde.

      Der Wagen hielt vor einem der Ställe und eine junge, blonde Frau kam ihnen entgegen als sie gemeinsam ausstiegen. Während ihre Großeltern mit der Frau sprachen, sah sich Ailsa mit großen Augen um. Es war einfach wunderschön hier und für einen moment überkam sie der Wunsch, diesen Moment mit ihren Eltern erleben zu können.
      In diesem Moment wurde sie auch schon gerufen und als sie sich umdrehte, hatte sich noch Jemand zu der kleinen Gruppe am auto gesellt. Ein junger Mann welcher ein Pferd am Halfter führte und neugierig zu ihr rüber sah. Auch ein wenig erwartungsvoll, was Ailsa ein wenig stutzen lies.

      "Hallo, Ich bin Casandra Larghendar. Ich betreue zusammen mit.. meiner Familie diese alte Burg. Wir haben uns den Pferden und alles was dazu gehört verschrieben und ich möchte dich im Namen aller herzlich bei uns willkommen heißen." "Öhm, ja vielen Dank. Freut mich auch euch kennen zu lernen." Ein wenig verwirrt schob sich das Mädchen eine rote Strähne hinter das Ohr. Soviel Aufregung um ihren Umzug hatte sie nicht erwartet. Aber wahrscheinlich lag es wohl in der Natur der Schotten?
      "Ich finde es toll das du nun zu uns gehörst und wenn du irgendwelche Fragen zu deinem Pferd, Unterstützung beim reiten, Ausbildung oder was dir auch sonst noch so vorschwebt, dann kannst du dich jederzeit an uns wenden." Ailsas hob abwehrend die Hände und sah die Frau entschuldigend an. "Oh, da muss eine Verwechslung vorliegen. ich habe kein Pferd. auch bin ich erst seid heute hier und weiß garnichts über die gegend und all dem."
      Nun deutete Casandra zu den Großeltern und lächelte. "Nun, man hat mir aber etwas ganz anderes gesagt und wir haben uns schon eine weile auf dein kommen vorbereitet." Nun nickte sie dem jungen MAnn zu der mit dem Pferd zu ailsa ging und ihr ebenfalls lächelnd den Strick in die Hand drückte.
      "Ich bin Justin. Freut mich. Und das hier ist Leitz. Deine Großeltern haben ihn für dich gekauft und uns gefragt ob sie ihn hier unterstellen dürfen udn ob wir dir zu beginn helfen würden. Er hier ist wohl ein Willkommensgeschenk für dich."
      Ailsa wurde gleichzeitig heiß und kalt. Mit zitternden Händen starrte sie auf den Strick darin und sah dann zu dem Pferd, welches da am ende stand und sie aufmerksam ansah. Es war ein Er und er hatte hellbraunes Fell, fast schon konnte man es blond nennen. Sein Langhaar war schneeweiß.. Der Palomino reckte den kräftigen Hals und schnoberte an Ailsas Schulter herum. Diese konnte ihre Rührung und Tränen nicht mehr zurück halten und stand einfach nur da und schaute vom Pferd zu den Beiden, für sie allerliebsten Menschen auf der ganzen Welt. "Ich danke euch..." schluchzte sie und rieb sich mit dem Handrücken über die Augen. Dann ging sie näher an das Pferd heran und strich ihm behutsam über die Nüster. "Leitz, ich werde mich gut um dich kümmern."
    • Arktiswolf
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      Hufschmiedebericht für Leitz
      zuvor bei Graceful Eclipse
      Ailsa kam nach einer Weile mit einem Palomino Hengst aus dem Stall zurück und stellte ihn zu dem Platz wo Patrik Sanders. Leitz schaute den jungen Mann nur kurz an ehe er weiter an Ailsas Jacke herum schnoberte.
      Das rothaarige Mädchen erklärte Patrik kurz was sie mit ihm alles macht und das er dafür neue Eisen bräuchte und nach einem kurzem Beratungsgespräch, entschieden sie sich für einen Vielseitigkeitsbeschlag. Damit würde der Hengst dann erst einmal probeweise seine Wettbewerbe laufen und wenn sie sich bewährten, würde man dabei bleiben.
      Es kam auch darauf an wie lange Ailsa mit ihm noch trainieren und auf die verschiedene Tuniere gehen würde.

      Patrik kümmerte sich zuerst darum, dem Holsteinerhengst die alten Eisen abzunehmen.
      Nachdem das geschehen war, holte er die Hornfeile aus der Tasche und bearbeitete die Hufe des Tieres so, dass dort dann später die neuen Eisen perfekt drauf passen konnten.
      Leitz´ Hufe waren sehr stabil. Nur an dem rechtem Hinterhuf war der Strahl etwas weich, aber es war nichts worum man sich Gedanken machen sollte. Ailsa würde das nur im Auge behalten müssen und schauen das der Holsteiner weiterhin auf weitgehend trockenem Untergrund stand.

      Die Hufe bekamen einen neuen Schliff und während der Schmied danach die Eisen vorbereitete, stand Leitz ganz geduldig vor seiner Besitzerin und lies sich die Stirn und den Kopf kraulen.
      Das Mädchen war froh das ihre Beiden Schützlinge so brav waren. Sie hatte schon andere Pferde gesehen, die gar nicht ruhig stehen konnten und sogar scheuten wenn der Schmied an ihre Beine wollte. Aber zum Glück waren solche Fälle eher selten. Zumindest hatte sie bisher nur ein einziges erlebt, welches sich fast überschlagen hätte, als es sich vor dem qualmenden Hufeisen auf dem Horn erschrocken hatte. Sie hoffte das Leitz das nicht tun würde. Aber da er schon ein wenig Älter war und auch Erfahrung mit dem Hufschmied, war sie guter Dinge.

      Interessiert beobachtete Ailsa den Schmied, wie er ein Hufeisen nach dem anderen fertigte und dem Hengst auflegte. Es stank fürchterlich da die Eisen noch heiß waren als sie auf das Horn angepasst wurde.Aber außer das Leitz nur einmal den Kopf hob und die Ohren zurückstellte, passierte nichts.
      Das Mädchen fand das Einschlagen der Hufnägel irgendwie schrecklich. Patrik erklärte ihr, das da nichts passieren konnte, wenn man wusste wie. Es gab ja eine bestimmte Schicht an Horn wo das Pferd keine Nerven oder ähnliches hatte die man verletzten konnte. Diese Prozedur tat dem Tier also in keinster Weise weh.
      Bald schon hatte der Palominohengst seine neuen Schuhe an den Hufen und war entlassen. Ailsa bedankte sich natürlich ganz herzlich bei dem netten Mann und Patrik ging noch zum Haupthaus um dort mit dem Grundbesitzer zu sprechen. Denn auch er hatte noch ein paar seiner Pferde die eine Behandlung brauchten.
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    • Arktiswolf
      Tierarztbericht für Leitz
      von Eddi

      Heute meinte es der Herbst ausnahmsweise mal wieder gut mit uns, denn die Sonne schien und der Himmel war blau, als ich mich auf den Weg zu dem kleinen schottischen Gestüt von Ailsa Johnson machte. Die Anfahrt dauerte heute etwas länger, doch trotz des Samstags verlief sie sehr entspannt und ich hatte oftmals freie Straßen. So kam ich wohlbehalten an und staunte erst einmal nicht schlecht. Dass Gestüt war an sich eine restaurierte Burg und man sah ihr sofort diesen schottischen Charme an. Begeistert fragte ich nach der Begrüßung auch direkt Ailsa nach dem Ort aus, denn für solche Sachen wie ehemalige Burgruinen war ich immer zu begeistern. Zu meiner Freude konnte sie mir auch allerhand erzählen und so verquatschten wir uns erst einmal, ehe es zu den Pferden ging.

      Meinen ersten Patient kannte ich sogar, denn es war der Holsteinerhengst Leitz. Es war schon ein Weilchen her, aber ich hoffte doch, dass er sich zumindest ein wenig an mich erinnerte, denn das würde die Untersuchung auf jeden Fall erleichtern. Zumindest brummelte er uns friedlich zu, was sicherlich aber auch an Ailsa lag, denn die kraulte den Palomino direkt hinter den Ohren und er ließ glücklich den Kopf sinken, damit sie besser ran kam. Lächelnd beobachtete ich die beiden ein wenig, ehe wir begannen. Zuerst sollte Ailsa mir den Hengst vorführen. Dementsprechend halfterte sie ihn auf und führte ihn aus der Box. "Einmal im Schritt und dann noch im Trab die Stallgasse entlang."

      Leitz Gänge waren taktklar und locker. Er lief sehr motiviert neben seiner Besitzerin her und schien keine Beschwerden zu haben. Zufrieden machten wir uns auf den Weg zum Putzplatz, wo Ailsa den Hengst anband und vorne am Kopf stehen blieb, um ihn gegebenenfalls zu beruhigen. Ich begann nun mit der Untersuchung und warf erst einmal einen gründlichen Blick in Augen und Maul. Die Schleimhäute besaßen eine gesunde Farbe, Leitz reagierte auf den Pupillenreflex und seine Zähne sahen auch in Ordnung aus. Also konnte ich mit dem Abhören direkt weitermachen und begann vorne an seiner Brust, denn zuerst mussten Herz und Lunge abgehört werden.

      Nach kurzer Zeit hatte ich die Werte aufgenommen und notiert, ehe ich auch noch die Darmgegend abhörte. Die Werte waren im Normalbereich und auch sonst ließ sich nichts auffälliges erkennen. Dementsprechend kontrollierte ich fix die Temperatur, ehe ich den Hengst noch abtastete. Auch dabei hielt er wunderbar still, als ich am Genick begann und mich dann die Wirbelsäule entlang bis zum Schweifansatz durchtastete. Leitz blieb durchweg entspannt und locker, so dass es keine Probleme gab. Der Gesamtüberblick seiner Gesundheit war also hervorragend.

      So kamen wir ziemlich schnell zum letzten Schritt für heute. Leitz würden noch einige Unannehmlichkeiten erwarten, aber dann war er fertig. Laut Impfpass waren heute nur zwei Impfungen fällig, dementsprechend blieb Leitz doch einiges erspart. So wurde er heute nur gegen Influenza und Herpes geimpft, die halbjährlich erneuert werden mussten. Da es diese in einem Kombinationspräparat gab, stand für Leitz nur eine Spritze an. Diese hatte er auch schnell geschafft und wunderbar still gehalten. Für ihn gab es ein großes Lob von Ailsa, während ich noch die Wurmkur vorbereitete. Gerne schluckte Leitz diese nicht, aber er tat uns den Gefallen und dann war er auch schon fertig und bekam zur Belohnung sogar einen Apfelschnitz, ehe es mit dem nächsten Patienten weitergehen würde.
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  • Album:
    Pferde Archiv - KEINE Weide!
    Hochgeladen von:
    Arktiswolf
    Datum:
    27 Jan. 2017
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  • Name: Leitz
    Geboren: 2002
    (15 Joelle Jahre)
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    Von: [​IMG] Lord Winter
    Aus der: [​IMG] Harmony

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    Rasse: Holsteiner
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Palomino
    Stockmaß: 180cm

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    Beschreibung:
    Leitz hat im seinem Leben wohl so einiges durchgemacht und auch seine Höhen und Tiefen erlebt. Eine Zeitlang hat der Hengst, welcher eigentlich recht tough ist, sein Selbstvertrauen verloren.
    Mit den Jahren insensiver Betreuung jedoch, gewann er schnell zu alter Stärke zurück und ist so gut wie wieder ganz der Alte.
    Und zwar:
    Der Holsteiner ist wohl der Liebling von allen. Er arbeitet unglaublich gerne, ist ein tolles Turnierpferd und Springen ist sein Leben. Er hat seine Vergangenheit schon längst hinter sich gelassen und ist schon lange immer bei allem gerne mit dabei. Er ist ein klasse Verlasspferd, wenn man sich einmal sein Vertrauen erarbeitet hat. Dennoch ist er gerne mal noch ungestüm und ein Pferd was viel Kopfarbeit braucht.

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    Ersteller: sweetvelvetrose
    Besitzer: Arktiswolf
    Vorbesitzer: Eddi
    Vorkaufsrecht: sweetvelvetorse

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    (E,A,L,M,S,S*,S**,S***)
    Dressur E -- Springen S*** -- Military S*** -- Distanz L -- Galopp L

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    Schleifen:
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    Gekört: ja
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    HK 476

    Nachkommen:
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    --

    eingetragen im Zuchtpferderegister Caranté
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    Decktaxe: 200 Joellen
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    Zubehör:
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