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Samarti

Kronjuwel, DRP *

*2002, im Besitz seit dem 25. Februar 2014

Kronjuwel, DRP *
Samarti, 23 Okt. 2015
Ally gefällt das.
    • Samarti
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      Kanada, wir kommen!
      02. März 2014
      Hochwasser.
      Ein Wort, das allein schon dämlich genug klingt – welcher Idiot hatte sich das denn bitte ausgedacht?
      Nachdem Cornwall noch immer unter Wasser stand und unser ganzes Gestüt tatsächlich darunter zu leiden hatte, indem die Weiden, Reitplätze und auch die Reithalle nun völlig verstört worden waren, hatten Matthew und ich uns dazu entschieden, dass etwas Neues her musste. Und das so schnell wie möglich. Es war auch für die Pferde unzumutbar, sie noch im Stall stehen zu lassen, weshalb diese inzwischen schon auf dem neuen Gestüt untergebracht worden waren.
      So sehr es mir auch im Herzen wehtat, aus England wegzuziehen – hatte ich hier doch eine lange Zeit gelebt – so war es dennoch eine Erleichterung, dass wir zumindest unseren treuen Vierbeinern ein vernünftiges Zuhause bieten konnten. Obwohl wir erst vor knapp zwei Monaten nach Penzance gezogen waren, was für mich ein Stich ins Herz war. Ich liebte England, aber besonders nach der Zeit, die wir im ungewünschten Wasser verbracht hatten, wurde mir klar, dass dringend eine Lösung her musste.
      Zu meinem Glück sah Matthew, mit dem ich mich inzwischen wieder ziemlich gut verstand, das Ganze genauso; ebenso meine anderen paar Mitarbeiter. Bei einigen hatte ich Glück, Matthew, Sophia, Charles und seine Frau Lucy hatten beschlossen, mich zu begleiten, da ihnen die Lage in England förmlich zu Kopf stieg. Hätte ich mich zuvor nicht mit Matthew versöhnt, würde er mich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht begleiten.
      So traf es sich gut, dass neben der Ranch Gwen, dessen Hengst Altair ich bereits im Training gehabt hatte, ein leerstehendes Gestüt zum Verkauf stand. Ursprünglich wollte ich nie nach Kanada ziehen – doch das Mädchen hatte mich dann schlussendlich doch überzeugen können und inzwischen war ich mir ziemlich sicher, dass uns eine schöne Zeit bevorstand. Natürlich war ich mir über die Wetterumschwünge in Kanada im Klaren, dennoch würde es mit Sicherheit eine interessante, neue Erfahrung sein.
      Die letzten Umzugskartons waren gerade verpackt, als jemand von hinten seine Arme um meinen Torso schlang und sein Kinn auf meiner Schulter bettete. Ohne hinsehen zu müssen, wusste ich, dass es sich um Matthew handelte.
      „Ich werde England vermissen“, murmelte er leise in mein Ohr. Sein Atem kitzelte auf meiner Haut; jagte mir einen wohligen Schauer über den Rücken und sorgte dafür, dass sich Gänsehaut auf meinem Körper ausbreitete.
      „Ich auch.“ Meine Stimme war kurz vorm Versagen. Ja, ich würde England vermissen – und wie ich das tun würde. In diesem Land hatte ich so viele Erlebnisse machen dürfen, war selbstständig geworden, hatte mein erstes, komplett eigenes Gestüt aufbauen können, hatte neue Freunde gefunden, Bekanntschaften geschlossen, mit Leuten zerstritten, meistens wieder mit jenen Leuten versöhnt, hatte mir eine neue Menge Pferde gekauft, hatte viele Pferde trainiert und, und, und. Ich könnte die Liste ewig weiterführen, doch irgendwas findet alles sein Ende.
      „Wir schaffen das. Zusammen.“ Er stockte kurz und senkte seine Stimme, während sich auf meinem Gesicht ein Lächeln ausbreitete.
      „Zusammen.“

      Endlich hatte ich den ganzen Trubel um den Check-In am Flughafen hinter mir und konnte mich nun auf den Flug nach Kanada begeben. Mein Handgepäck hatte ich rasch in der Ablage verstaut, nachdem ich meine Sitzreihe, F, gefunden hatte. Matthew war mir dicht auf den Fersen, die Anderen waren schon alle längst in Kanada, um das neue Gestüt auf Vordermann zu bringen. Ich seufzte leise und ließ mich dann auf meinen Sitz sinken, ehe ich mir die Ohrstöpsel ins Ohr steckte und Musik hörte. Meine Musik wurde aber leider Gottes nur kurz darauf von den nervigen Ansagen unterbrochen, die man sowieso vor jedem Flug hörte. Ich konnte sie inzwischen schon auswendig, schließlich flog ich nicht gerade selten, um neue Pferde zu holen oder einfach nur an internationalen Turnieren teilzunehmen.
      Zum Glück war die Ansage schon bald beendet und ich startete mein Handy erneut, um mich Flappy Bird zu widmen. Ich hasste dieses Spiel abgrundtief, hing ich doch immer noch bei meinem Highscore von 73 Röhren fest, doch ich wollte eben diesen unbedingt brechen. Das bedurfte nicht nur einer Menge Geduld, sondern auch viel Zeit – zu viel Zeit. Denn irgendwann gab mein Handyakku auf und ich musste mich anders beschäftigen, weshalb ich Matthew anstieß, welcher kurz zusammenzuckte und dann überrascht aufsah. Es dauerte nicht lange und wir waren in eine Unterhaltung darüber vertieft, wie es wohl in Kanada für uns weitergehen würde.

      Das neue Gestüt war riesig. Mir stand der Mund vor lauter Staunen offen, als ich aus dem Taxifenster blickte und unser großes Gelände erspähen konnte. Überall erstreckten sich lange, grüne Wiesen, dichter Wald umgab uns und hin und wieder sah man einmal ein Feld. Kurzum: Es war unglaublich. Das CHS in England war im Vergleich zu diesem winzig gewesen und ich zweifelte daran, ob es gut war, ein solch großes Gestüt zu besitzen. Schnell schlug ich mir den Gedanken wieder aus dem Kopf. Wir hatten uns vergrößert und würden auch demnächst noch einige neue Pferde erwarten, weshalb so viel Platz vielleicht ein ziemlicher Vorteil war, sollten doch bald eventuell sieben weitere Zuchtpferde von Elena bei uns ankommen, um die wir uns kümmern sollten.
      Mein Weg führte mich zunächst einmal ins Haus, wo Matthew und ich die restlichen Kartons und Koffer ablegten, ehe er mich völlig unerwartet bei der Hand nahm. Ein leichtes Kribbeln breitete sich an der Stelle aus, weshalb ich lächelnd zu Boden sah und ihm nicht ins Gesicht blicken wollte. Er grinste kurz, zog mich dann aus dem Haus heraus und wir standen etwas ratlos auf dem Gestüt herum, da wir nicht wussten, wo was war – weshalb wir uns erst einmal zu dem längsten Gebäude begaben, welches, wie nicht anders zu erwarten, der Stall war.
      Die Pferde standen momentan alle in ihren Boxen und zermalmten zufrieden ihr Heu, während wir an den neuen Außenboxen vorbeiliefen. Diesmal hatten wir uns gegen die Innenboxen und für die Außenboxen entschieden, da die Pferde somit einfach mehr „Luft“ hatten, es schien ihnen allerdings auch zu gefallen. Scheinbar hatten sie alle die anstrengenden Reisen gut überstanden, lediglich Pushin' Jazz for Cash hatte eine kleine Schürfwunde an der Brust, welche jedoch nicht allzu schlimm aussah. Kein Grund, sich Sorgen zu machen.
      Casey brummelte mir freundlich zu und sah neugierig auf, als wir an ihrer Box vorbeiliefen, doch ich streichelte ihre Stirn nur kurz zur Begrüßung und wir liefen weiter. Rapsoul beachtete mich nicht weiter, ebenso Audio Delite at Low Fidelity – sie beide waren nur mit ihrem Heu beschäftigt und hatten keine Zeit für uns übrig. In der Box gegenüber der Mixstute stand eine Kabstrupper-Stute, die ich vor kurzer Zeit von Elena gekauft hatte, aber bisher noch nicht selbst in Empfang nehmen konnte, da sie sofort nach Kanada gebracht worden war, ohne einen Zwischenstopp in England einzulegen. Die Gute hieß Sambuca und wollte sich lediglich einige Streicheleinheiten erbetteln, ehe auch sie sich wieder dem Futter zuwandte.
      Die drei kleinen Fohlen auf unserem Gestüt Dajeen, Beverly und Lunaris schienen sich trotz ihres niedrigen Alters ebenfalls schon ziemlich gut eingelebt zu haben, widmeten doch auch sie sich lieber dem Futter, als mich zu begrüßen. Lediglich der neue Hengst im Bunde, ein Buckskin Roan aus der Zauberhaft, der vor einem Tag geboren worden war und dementsprechend noch wackelig auf den Beinen stand und sich nur bei Zauberhaft in der Box befand, sah mich etwas verängstigt an. Der kleine war ein Nachkomme von dem Deutschen Reitponyhengst Unique Affair, der in der Zucht Burnin' Valentine stand und hatte daher auch seinen Namen bekommen: Burnin' Unbridled Dreams.
      Auch Sonic Syndicate war gut angekommen, ebenso Nacromancer in the Dark und Nickles 'n Dimes, auf den ich inzwischen meine ganzen Hoffnungen setzte. Der schon etwas ältere Kerl hatte eine ausgesprochen interessante Fellzeichnung, die auch der Farbzucht neues Leben einhauchen würde. Romantica und Ace of Clubs, die Farbwechsler-Stute, hatten wir inzwischen wieder auf dem Gestüt, nachdem sie eine Zeit lang bei Lisa auf dem Hof gelebt hatten, wo sie in der Dressur jeweils eine Stufe höher trainiert worden waren. Monsta lag dösend in ihrer Box und schien nicht mehr hungrig zu sein; sie blickte allerdings auch nicht auf, als ich an ihrer Boxentür vorbeiging und kurz herein sah. Das letzte meiner inzwischen sieben Sportponys war nun Firebird geworden, die junge Sooty Palomino-Stute, die ich von kira gekauft hatte.
      Schließlich folgten noch die Zuchtpferde, die wir uns einen Moment lang ansahen und bei denen wir kontrollierten, ob alles in Ordnung war. Beginnend bei Herbstblatt arbeiteten wir uns weiter voran, besuchten Pamino, Dahiba, Da Vinci und auch Star's Diamond nacheinander. Bei Goldherz verharrten wir eine Sekunde – sie brummelte mir erfreut zu und schmiegte sofort ihren Kopf gegen meine Brust, als sie mich sah. Das zwischen uns hatte sich wirklich zu etwas Besonderem entwickelt, so kitschig es sich jetzt auch für Außenstehende anhören mag. Sie war schon immer mein Lieblingspferd gewesen und nichts oder niemand könnte sich jemals wieder zwischen uns stellen, waren wir doch inzwischen beste Freunde geworden. Sie begleitete mich überall hin und das bereits seit fast fünf ganzen Jahren. Um nichts in der Welt würde ich sie jemals eintauschen oder hergeben wollen, so viel stand fest.
      Nachdem ich mich von Goldherz lösen konnte, liefen Matthew und ich zur nächsten Box, in der Zauberhaft ihr Heu fraß. Direkt neben ihr stand der einen Tag alte Hengst von Unique Affair, der es mir schon im ersten Moment angetan hatte. Ich hoffte wirklich, dass aus ihm mal ein ganz Großer werden würde, denn die richtigen Veranlagungen dazu hatte er allemal.
      Die letzten drei vergebene Boxen waren von den drei Neuen belegt worden. Wir hatten sie, wie auch Star's Diamond und Zauberhaft, von Husky kaufen können und so standen sie nun bei uns in Kanada. Ebenso wie Sambuca waren auch sie sofort nach Kanada gebracht worden, sodass ich sie zuvor noch nicht wirklich hatte sehen können.
      Der erste Hengst war ein Brauner, der bereits zwölf Jahre alt war; Dancer in the Moonlight. Der Hengst war ziemlich menschenbezogen, was mir schon in den ersten Sekunden auffiel: Er kam sofort zu mir, drückte sein Maul gegen meine Jackentasche und suchte nach Leckerlis, wollte aber zeitgleich auch gestreichelt werden.
      Daraufhin folgte Kronjuwel, der Papa von meiner Stute Zauberhaft. Er war ein wirklich schöner Buckskin, wurde ebenfalls im Jahre 2002 geboren und sein Charakter ähnlich wie der von Dancer in the Moonlight. Liebenswert, menschenbezogen und einfach ein Prachtkerl, der nicht nur sein faszinierendes Äußeres, sondern auch sein Interieur bisher immer mit vollem Erfolg weitergeben konnte.
      Das letzte der drei neuen Ponys war eine gekrönte Deutsche Reitponystute, die ich bereits von früher nur zu gut kannte. Inzwischen hatte ich eine stolze Zahl von vier gekrönten Deutschen Reitponystuten im Stall stehen, was mich ziemlich erfreute – war es doch vor gut zwei Monaten lediglich Goldherz, die bei mir im Stall stand. Nun jedoch hatte auch Star's Diamonds Mutter, Star, zu uns gefunden, die früher mal Juliane gehört hatte, mit der ich vor einigen Jahren mal das Gestüt Liberté geführt hatte. Ich war besonders froh darüber, sie bei mir haben zu können, strahlte sie doch schon früher solch einen Lebensmut aus, dass er beneidenswert war. Zwar war sie inzwischen schon fünfzehn Jahre alt, führte sich aber dennoch immer noch auf, als wäre sie eine dreijährige Stute, die erst noch eingeritten werden müsste.

      „Scheint, als ginge es ihnen allen gut“, bemerkte Matthew das Offensichtliche und ich lachte als Antwort nur kurz auf. „Ja, da magst du recht haben. Zum Glück haben sie die Reise alle gut überstanden“, seufzte ich erleichtert und fügte dann hinzu: „Aber jetzt werden wir erst einmal unsere neue Nachbarin begrüßen gehen.“
    • Samarti
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      Zurück nach Deutschland
      27. Juli 2014
      Momentan stand ich wirklich unter Stress, und das bekamen leider auch meine vierbeinigen Lieblinge zu spüren. Ich beschäftigte mich kaum noch mit ihnen, ließ vielmehr mein Personal alles mit ihnen machen und sie trainieren und das nur, weil ich kurzerhand zurück nach Deutschland reisen musste, um dabei zuzusehen, wie meine Tante ihre letzten Stunden mit ihrer Familie verbrachte. Sie leidete schon länger an Krebs, der inzwischen so weit fortgeschritten war, dass ihr nicht mehr viel Zeit blieb – genauer gesagt erwarteten die Ärzte ihren Tod in wenigen Tagen, weshalb ich auch noch einmal anreisen wollte, um sie ein letztes Mal zu sehen.
      Während sich Rapsoul, Casey, Beverly, Audio Delite at Low Fidelity, Pushin' Jazz for Cash, Skyrim, Dajeen, Burnin' Unbridled Dreams, Sambuca, Sonic Syndicate, Romantica, Nacromancer in the Dark, Monsta, Nickles 'n Dimes, Ace of Clubs, Firebird, Trés Jolie, Santa Fee (die vor kurzem wieder zu uns zurückgekehrt war), Herbsblatt, Pamino, Dahiba, Da Vinci, Star's Diamond, Star, Zauberhaft, Goldherz, Dancer in the Moonlight, Kronjuwel, Darym, Yanetha, Casablanca, Laurencio, Fine Frenzy, Draugsa, Silenc Dream und Season's Princess also in Kanada auf den weitläufigen Weiden fröhlich ihre Bäuche vollschlugen, verbrachte ich meine Zeit in meinem Heimatland. Und erst dann wurde mir klar, wie sehr ich meine Familie vermisst hatte – dennoch zog es mich zurück nach Kanada.
    • Samarti
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      Weihnachtliche Vorbereitungen
      22. Dezember 2014
      „Star's Diamond und Trés Jolie befinden sich in den Boxen, holst du eben Ace of Clubs und Romantica? Dann kümmere ich mich noch um Monsta und Goldherz. Julien, nimm du bitte noch Beverly und bring sie in die Box!“, bat ich Joline und Julien im Vorbeigehen im Stall, eilte dann zu den Halfterhaltern und zückte die Halfter der beiden Reitponystuten, welche ich in ihre Boxen bringen wollte. Die verbleibenden Stuten Audio Delite at Low Fidelity, Sambuca, Pina, Star, Yuki, Star und neuerdings auch Hall of Fame standen auch nicht mehr auf der Weide.
      Unbridled Dreams, Skyrim und Bacardi Mojito waren schon gut versorgt und standen in ihrem Stall, ebenso wie Pinero.
      Auch die Hengste des Gestüts – Rapsoul, Kronjuwel, Capriciasso, Diggin' in the Dirth, Levi, Unbroken Soul of a Rebel und Cardillac – machten sich bereits eifrig über ihr Futter her.
      Es war ein anstrengender Tag gewesen und die Kälte machte dies nicht besser. Nächsten Samstag sollten es bis zu -25 Grad Celsius werden! Minus!
      Umso glücklicher war ich, als ich endlich mit Julien im Haus verschwinden und mich vor den Kamin schmeißen konnte. Doch natürlich musste diese schöne Stille direkt unterbrochen werden.

      »Last Christmas I gave you my heart,
      But the very next day, you gave it away.
      This year, to save me from tears,
      I'll give it to someone special.«

      „Mach es sofort aus!“, rief ich verzweifelt und stürzte in Richtung des Radios, um dieses schreckliche Lied endlich zum Verstummen zu bringen. Es war genau wie letztes Jahr, als wir an Heiligabend alle beisammen waren und plötzlich Last Christmas ertönte. Jedes Jahr war es dasselbe, dämliche Lied, welches die Radiosender in Dauerschleife auf und ab spielten, und es nervte mich. Umso schöner war die Stille, wenn die letzten Töne verklungen und ich diese Melodie nicht mehr hören musste.
      Möglicherweise war ich ein Weihnachtsmuffel, den man erst einmal in Stimmung bringen musste, doch genau mit diesem Lied ging es in die ganz falsche Richtung, weshalb das Radio bei uns an Heiligabend ein totales No-Go war.
      „Ich sag' es zwar nicht gern, aber Matthew hat mich geschickt, um dir zu sagen, dass er mit dir reden möchte“, stürmte Joline in das Zimmer und vergewisserte sich erst dann, dass niemand in der Nähe war. Bis auf Julien war dies nicht der Fall – und der konnte es meinetwegen wissen.
      Woher der plötzliche Sinneswandel?“, wollte ich fragen, doch ich hielt lieber meinen Mund und nickte ihr dankend zu, ehe ich zu Matthew ging, von dem ich wusste, dass er sich in seinem Schlafzimmer verkrochen hatte.
      „Hey“, lächelte Matthew mich zaghaft an, nachdem ich sein Zimmer betreten hatte und wir uns einige Minuten stillschweigend und irgendwie steif angesehen hatten. Still erwiderte ich sein Lächeln und seufzte dann.
      „Äh, ich wollte dir nur sagen, dass ich es total schade finde, wie es gelaufen ist und … na ja, es tut mir leid.“ Der Mann hob den Blick und sah mir direkt in die Augen, was mir einen Schauer über den Rücken sandte.
      „Schon … okay“, stammelte ich nervös und nickte dann, „mir tut es auch leid. Vergeben und vergessen?“
      „Ich verspreche dir, ich versuche, mich zu bessern. Du hast mir wirklich gefehlt.“ Angespannt stand er von seinem Stuhl auf und bewegte sich auf mich zu.
      „Ich hab dich wirklich vermisst“, flüsterte ich in Matthews Schulter, als er mich in seinen Arm genommen hatte und ich mich an seine Brust kuschelte. Ich liebte es, wenn Männer gut rochen – und dieses Exemplar tat dies momentan ganz besonders gut.
      Nach einer Weile entfernten wir uns etwas voneinander, doch der Mann vor mir beobachtete mich noch immer ganz genau und sah mir eindringlich in die Augen. Seine Augen wanderten zwischen den meinen und meinen Lippen hin und her, und auch, wenn ich intuitiv wusste, worauf er hinaus wollte, zögerte ich keine Sekunde, als der Abstand zwischen unseren Mündern immer kleiner wurde und schließlich ganz verschwunden war und wir unsere Lippen versiegelten.
    • Samarti
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      Motivationstrainer gesucht
      28. Februar 2015
      Mit den Händen in die Hüften gestemmt stand ich nun vor versammelter Mannschaft und sah in die Runde. Auch, wenn es so aussah, als hätte ich eine Mitarbeiterversammlung einberufen (okay, meinetwegen konnte man es auch so nennen), war dies eher eine Notfallsituation, die äußerst dringend zu erledigen war.
      „Ich brauche zwei Freiwillige, die sich um Kronjuwel, Rapsoul und Diggin' in the Dirth kümmern.“
      Joline stand sofort auf und verließ den Raum; Matthew, Julien und Daniel taten es ihr gleich, genau wie Neill, der, warum auch immer, ebenfalls dabei gewesen war, obwohl er sich nur um die Rennpferde kümmerte, die wir auszubilden hatten.
      „Gut, Sophia, Domenic, wir werden uns dann wohl oder übel mit den drei Herren beschäftigen müssen. Die müssen nämlich langsam auch mal wieder ran. – Keine Widerrede!“, fügte ich mahnend hinzu, als die zwei zum Widerspruch ansetzen wollten und grinste dann. Wir brauchten dringend mal einen Motivationstrainer auf dem Gestüt. „Auf geht’s!“

      Nach einer guten Stunde, die zum Großteil dabei draufging, als ich versuchte, die zwei doch noch etwas zu begeistern, hatten wir es dann endlich geschafft, die drei Hengste von der Weide zu holen, zu putzen und waren nun dabei, sie mit ihrem Sattelzeug auszustatten.
      Noch immer sah man Sophia und Nic deutlich die Unlust an, bei Nic inzwischen aber weniger als noch bei Sophia. Auch, wenn sie ziemlich frustriert darüber war, dass sie ihre Zeit nicht mit Dajun verbringen konnte, den sie wahrlich vergötterte, so ließ sie dies Kronjuwel nicht anmerken und kümmerte sich, was ziemlich komplementär schien, liebevoll um den Buckskin.
      Auch Domenic hatte sich damit abgefunden und streichelte den Kopf oder tätschelte den Hals von Dicki, wann immer es ihm möglich war – der Braune genoss es sichtlich.
      Während ich die vier beobachtete, stupste mich Rapsoul mit seiner Nase immer mal wieder an und rieb dann seinen Kopf an meiner Seite, was ich nur mit einem Lächeln abtat.
      Nachdem wir unsere drei Hengste aufgesattelt und -getrenst hatten, begaben wir uns nach draußen und schlugen direkt einen Waldweg ein, der durch die Tannen, die relativ dicht beieinander standen, weniger verschneit war als der Rest der Landschaft, weshalb wir sogar eine Strecke kurz gefahrlos galoppieren konnten, ohne etwas zu riskieren.
      Als wir wieder auf dem Hof ankamen, waren wir sechs völlig erschöpft und nur noch froh, als wir die Pferde in die warmen Boxen stellen und wir uns ins kuschelige Wohnzimmer vor den Kamin begeben konnten.
    • Samarti
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      Entspannter Ausritt
      31. März 2015
      Man wird es kaum glauben, aber ab und an hatte auch ich mal eine ruhige Minute auf meinem Gestüt. Dann waren gerade mal nicht die allerbesten Freunde auf dem Hof unterwegs oder nervten mich und selbst Matthew riss sich zusammen. Unfassbar, das gerade heute tatsächlich so ein Tag war!
      Dementsprechend entspannt und motiviert betrat ich den Stall, wo schon meine geliebten Vierbeiner auf mich warteten. „Na, was machen wir denn heute?“, fragte ich lächelnd in die Runde und kam mir dann direkt wieder blöd vor, weil eh niemand antwortete.
      Es war erst März und in Kanada war es noch recht frisch, dementsprechend konnte ich meinen Wunschgedanken mit dem Baden gehen und Schwimmen mit den Pferden direkt in den Wind schießen. Schade eigentlich, aber der Sommer sollte ja heiß werden, da würden wir noch genügend Gelegenheit dazu erhalten!
      Stattdessen entschied ich mich aber trotzdem ins Gelände zu gehen, wenn auch mit gesattelten Pferden und selbst etwas wärmer angezogen. Dementsprechend schaute ich, wen ich denn so von meinem Team zusammengetrommelt bekam. Joline war auf jeden Fall auf meiner Seite und bei einem Ausritt immer dabei. Julien war kürzlich von einem Auslandsaufenthalt wieder da, also musste er mitkommen, da gab es kein Wenn und Aber! Und zu guter Letzt schleifte ich doch noch Domenic mit in den Stall und so waren wir tatsächlich zu viert.
      Ich schnappte mir direkt meinen Liebling Capriciasso, immerhin war er bei mir immer ein Schatz, allerdings war das eher die Ausnahme. Domenic holte sich Kronjuwel von der Weide und brachte für Joline gleich Rapsoul mit. Julien hingegen musste sich Diggi selber holen. Dann machten wir die Pferde fertig und eine gute halbe Stunde später standen wir zu viert auf dem Hof und schon konnte es losgehen.
      „Auf geht’s!“, grinste ich motiviert und trieb Capriciasso an. Der war auch Feuer und Flamme und so waren wir eigentlich die gesamte Zeit vorne, seinen Platz als Anführer ließ er sich von den anderen nicht gerne streitig machen und das zeigte er auch sehr deutlich, als ihm Diggi zu nah kam.
      Wir hatten einen herrlichen und sogar recht ruhigen Ausritt, man musste ja auch nicht immer quatschen, wobei Julien tatsächlich interessante Dinge zu erzählen hatte und es mal wieder viel auszutauschen gab, denn so oft sah ich mein Team leider gar nicht, obwohl wir alle auf dem gleichen Grundstück wohnten, eigentlich auch seltsam.
      Nach guten drei Stunden waren wir alle wieder auf dem Gestüt. Wir hatten uns ein hartes Wettrennen geliefert und zu meiner Enttäuschung waren wir nur zweiter geworden. Rapsoul war einfach am besten losgekommen und hatte dementsprechend auch einen riesigen Vorsprung gehabt! Dafür gab es für alle jetzt eine kühle Dusche, zumindest für die Beine.
      Wir Reiter blieben dank Domenic und seiner blöden Einfälle leider auch nicht trocken und so waren alle nach fünf Minuten pitschnass. Nachdem die Pferde versorgt waren, hieß es also erst einmal heiß duschen und warm anziehen, auf eine Erkältung hatte ich jetzt, Ende März, nun wirklich keine Lust.
    • Samarti
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      Zukunftspläne
      30. April 2015
      Ich war wirklich mehr als erleichtert darüber, dass ich ständig Leute hatte, die mir mit allen Pferden unter die Arme griffen. So auch heute: Zum Monatsende hin wurde es auf dem Gestüt immer wieder viel zu stressig für mich allein und ich hätte das alles niemals auf die Reihe bekommen, hätten meine Freunde mir nicht geholfen.
      Star's Diamond und Hall of Fame CU hatten sich Sophia und Domenic, die sich überraschend gut verstanden, für einen Ausritt entführt – gegen neun Uhr waren die vier losgezogen und erkundeten nun ein weiteres Mal die kanadische „Prärie“, falls man das so nennen konnte. Ich hoffte nur, dass sie rechtzeitig vor dem Gewitter wieder auf dem Gestüt aufkreuzen würden, denn die Unwetterwarnung ließ mich ein wenig erschaudern, wenn ich daran dachte, dass sie mitten hinein geraten könnten.
      Namida und Ocean Water hatten Joline und ich heute bereits bewegt – ich auf Namida, die ich inzwischen problemlos reiten konnte, und Joline auf dem Gegenstück. Ein wenig sahen die zwei aus wie Yin und Yang, wenn sie so nebeneinander standen: die eine schwarz mit weißen Pünktchen, bei der anderen war es genau andersrum.
      Yuki hatte heute ein wenig Zirkuslektionen wiederholen dürfen, die sie noch von ihren Vorbesitzern kannte. Ich merkte immer wieder, wie viel Spaß sie bei der Arbeit hatte und wie sie es teilweise vermisste, diese Übungen durchzuführen.

      Nach den Stuten folgten noch Rapsoul, Kronjuwel, Capriciasso, Diggin' in the Dirth und mein liebster Levi. Letzterer würde demnächst für erste Nachkommen sorgen – das Fohlen aus ihm und Ace of Clubs, die auch endlich zur Zucht zugelassen worden war, hatte ich schon ewig geplant und so war es nur noch eine Frage der Zeit, bis es wirklich geschehen würde.
      Dann würden Jojo und ich vielleicht auch bald die Zucht eröffnen können. Paramour war inzwischen gekört, bei Chepa standen die Chancen auf einen Erfolg sehr gut und wir waren uns sicher, dass sie es ganz einfach durch die Prüfung schaffen würde. Aber das hatte alles noch Zeit und vorher mussten wir uns darum kümmern, dass wir die zukünftigen Zuchtpferde angemessen vorbereiteten.
    • Samarti
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      Schnitzel, Schnitzel, Schnitzel! (Sagte ich bereits „Schnitzel“?)
      08. Mai 2015
      Es war fast schon ein weiterer Punkt für mich, als Matthew mich an diesem Abend zum Essen einlud – weiß Gott, wieso er auf einmal darauf gekommen war. Urplötzlich hatte er vor mir gestanden und gefragt, ob ich Bock auf Schnitzel hätte; so ganz nebenbei, als wäre es nichts.
      Tja, ich hatte Lust auf Schnitzel! Allein bei dem Wort (Schnitzel, Schnitzel, Schnitzel!) begann mein Magen, nur noch lauter zu knurren. (SCHNITZEL!)
      Er hielt mir sogar die Autotür auf, als ich auf den Beifahrersitz steigen wollte. Statt es zu hinterfragen, lächelte ich ihn einfach an und setzte mich dann gemütlich hin, um dann darauf zu warten, dass der Mann ebenfalls einsteigen und das Auto starten würde.
      Die Autofahrt war erstaunlich … gesprächig? Wir unterhielten uns fast durchgehend, aber das Thema „Arbeit“ durchquerte nicht einmal unseren Weg und so merkte man wirklich, dass es ein freier Tag war, den wir uns da genommen hatten. Es war wirklich angenehm, mit Matthew mal wieder über etwas anderes als das Gestüt und die Pferde zu reden.

      Eine sternklare Nacht empfing uns, als wir aus dem Restaurant traten und – endlich! – wieder die frische Luft einatmeten. Der Himmel war dunkelblau, beinahe schwarz, und die wenigen, aber hell leuchtenden Sterne schmückten diesen; es erinnerte mich beinahe an mein altes Kinderzimmer, wenn das Licht ausgeschaltet und die Leuchtsterne im Dunkeln die einzige Lichtquelle gewesen waren.
      Dennoch führte uns unser Weg beinahe direkt zum Auto, denn es war schon reichlich spät und wir beide mussten am nächsten Morgen früher raus, wenn wir vorhatten, nicht zu verschlafen.
      Reichlich verwirrt ließ Matthew mich dann vor der Tür zu meinem Schlafzimmer zurück, als er sich mit einem vorsichtigen Kuss auf die Wange von mir verabschiedet und mir eine gute Nacht gewünscht hatte – fast, als hätte er Angst gehabt, die Spannungen, die wir nun beinahe vergraben hatten, wieder auszubuddeln und an die Luft zu holen.
      (Fazit des Abends: Das Schnitzel war übrigens dann doch kein Schnitzel, aber ein Burger. Und der war echt geil!
      P.S.: Würde das ja echt weiterempfehlen, hätte ich mir den Namen gemerkt. Leider habe ich das nicht...
      P.P.S.: Gleichstand!)

      Trotzdem war ich am nächsten Morgen müde und wäre am liebsten einfach den ganzen Tag im Bett liegen geblieben; das begann schon damit, dass ich eine knappe halbe Stunde zu spät aufgewacht war und meinen Zeitplan somit ebenfalls um dreißig Minuten verschieben müsste.

      Rapsoul wurde eine halbe Stunde später als eingeplant trainiert, auch Kronjuwel musste ein wenig länger warten. Nicht, dass es sie stören würde – meine beiden Hengste freuten sich doch immer wieder darüber, wenn sie etwas mehr Zeit als zuvor vorgesehen bekamen, um einfach in der Box dösen zu dürfen.
      „Na, mein Großer?“, begrüßte ich den Rappschecken, als ich an seiner Box stand und den Riegel beiseite schob, um mir Eintritt zu gewähren. Rapsoul war, seit er bei mir eingezogen war, wirklich ein viel ruhigerer und vor allem zutraulicher Hengst geworden, zumindest mir gegenüber. Männer waren halt noch nie so wirklich sein Ding gewesen, dennoch war er mir sehr ans Herz gewachsen und ich hoffte, dasselbe auch von ihm behaupten zu können.
      „Joline! Sophia! Angetanzt, wir reiten aus!“, rief ich meinen beiden Bitches zu, die sofort an meinen Seiten standen und mich ansahen. „Joline nimmt Kronjuwel, Sophia, Capriciasso ist deins!“
      Und so verließen wir eine knappe halbe Stunde später den Hof; nur, um einen fünfzehnminütigen Schrittausritt zu unternehmen, der von einem nervigen Unwetter unterbrochen wurde. So ganz war das wechselhafte Wetter halt noch immer nicht weg.
    • Samarti
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      Elisa, der Sklaventreiber
      30. Juni 2015 - von Rhapsody
      Vielleicht hatte ich ein wenig zu schnell zugesagt, als Elisa mich gefragt hatte, ob ich ein paar ihrer Pferde pflegen könnte. Elisa hatte mich dann nur fragend angeguckt, worauf ich versuchte, so unschuldig wie möglich auszusehen.

      Und Elisa kam dann an mit „Der Heuboden ist für euch tabu“, so ganz vorwurfsvoll und Mama-mäßig, sodass ich nur noch seufzen konnte.

      „Ich werd‘ jetzt einfach ignorieren, dass du ‚wir‘ gesagt hast.“

      Dann hatte sie mir die Backe getätschelt und war gegangen. Und heute war der Tag und Elisa war nicht da und ich konnte nicht einfach mal so schnell ein Ups-ich-bin-auf-dem-falschen-Hof-gelandet-faken weil ich wusste, dass ich arbeiten soll und ich führte mich auf wie eine Zwölfjährige und und –

      Und ich würde am liebsten mit Scheuklappen und Harry Potters Tarnumhang über Elisas Hof laufen. Erst recht deswegen nahm ich die Schulter zurück und streckte mich ein wenig nach oben, um wenigstens ein wenig so auszusehen, als ob ich wüsste, was ich tat.

      Die erste halbe Stunde lief noch ganz gut; ich hatte mir fest vorgenommen, erst die Hengste zu pflegen, damit ich Capriciasso mal wieder ein wenig knuddeln konnte. Vor ewig langer Zeit war er mal meiner gewesen, als ich noch deutsche Reitponys gezüchtet hatte und total vernarrt in die Dinger war. Daran hatte sich über die Zeit zwar wenig geändert aber ich hatte Capriciasso – und die anderen natürlich auch – verkaufen müssen (und da war es natürlich umso toller dass er jetzt bei Elisa stand).

      Mehr als ein paar Streicheleinheiten für den Apfelschimmel waren nicht drin, auf mich warteten noch uuunendlich viele – 6, um genau zu sein – andere Hengste. Nach einmal striegeln, kardätschen, langhaarpflegen und hufauskratzen brachte ich ihn dann, auf Elisas Anweisung, auf die „dritte Koppel links, direkt nach dem Misthaufen!“. Dort rollte er sich natürlich erstmal genüsslich in einer Matschpfütze – eine chronische Krankheit von Schimmeln (oder die, die es mal werden wollen).

      Als ich kurz darauf mit Diggin‘ in the Dirth, den ich sofort in Dirk umbenennen musste, wieder in Richtung Koppeln unterwegs war, hörte ich aus viel zu naher Entfernung eine Stimme die mir wirklich noch nicht so bekannt sein sollte und doch irgendwie war. Also drehte ich mich kurzerhand um, rannte zusammen mit Dirk, der mir ohne großen Aufstand folgte, in Richtung Misthaufen. Es roch zwar nicht wirklich berauschend – nein, Elisas Pferdekacke roch nicht nach Rosen und Veilchen und tollen Dingen – aber wenige Momente später verstimmte die Stimme und Dirkie und ich konnten zurück auf unser Quest gehen.

      Für Cardillac, den kleinen Prinzen (KÖNIG erinnerte mich Elisas Stimme in meinem Kopf), war ein kurzes Beautyprogramm natürlich minderwertig. Neben dem Standardangebot bekam er also noch Fellglanz, Huföl und ein selbstgebackenes Leckerli, bevor er zusammen mit Kronjuwel, Levi (in den ich mich schlichtweg verknallt hatte) und Rapsoul auf die Weide kam.

      Nachdem ich mich dann nochmal verstecken musste – in einer Box diesmal, wieso lief Declan auch überall herum?! – konnte ich mich endlich dem schöneren Geschlecht widmen. Auch hier führte mein Weg als aller erstes an Yukis Box vorbei zu Stars Diamond. Sie war eines der ersten Fohlen gewesen, dass ich selbst gezogen hatte – da durfte man schonmal stolz sein! Ich fühlte mich immer noch wie ihre Mama, um ehrlich zu sein, und daran würde sich wohl so schnell nichts dran ändern. Diamond genoss, genauso wie Yuki und Romantica, die Pflegeeinheit und die anschließende Zeit auf der Weide, während meine letzte Kandidatin, Namida, sich ein wenig sträubte. Zum Glück kam in dem Moment gerade Matthew vorbei, der aussah, als hätte er nichts zu tun. Begeistert war er zwar nicht, aber das musste er jetzt einfach für die Liebe machen! (Liebe zu Elisa. So nett wie Matthew auch war, er war … zu launisch.)

      Ein wenig verdutzt war er schon, aber wenigstens konnte er mir nicht widersprechen, als ich sagte, dass meine Arbeit getan war. Vor allem, weil ich Declan schon wieder kommen hörte – nichts wie weg also.

      ***

      <prettyflyforawhiteguy>: du bist so unauffällig
      <prettyflyforawhiteguy>: also so total mega
      <prettyflyforawhiteguy>: ist das schon immer so dass du leuten aus dem weg gehst wenn sie heiß sind?
      <elektrischelena>: nein sonst würde sie ja nicht mit uns befreundet sein
      <prettyflyforawhiteguy>: [​IMG]
      <prettyflyforawhiteguy>: oh und matthew möchte eine entschuldigung
      <aardvark>: awa, der soll sich mal nicht so anstellen
      <aardvark>: und zum rest
      <aardvark>: ¯\_(ツ)_/¯
      <allycicaicicia>: you can knot? i cannot knot
      <allycicaicicia>: not knot? whos there
      <allycicaicicia>: HAHAHA
      <elektrischelena>: ally
      <allycicaicicia>: ja
      <elektrischelena>: ich hoff du verreckst dran
    • Samarti
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      Seilchenspringen
      22. Juli 2015
      15 Uhr bei mir! Hab eine klasse Idee!, hatte in der Nachricht von Elisa gestanden und natürlich war ich sofort Feuer und Flamme. Also erhob ich mich vom Sofa, zog meine Stallsachen an und huschte dann hinaus, um mir Minnie Maus fertig zu machen, denn irgendwie musste ich ja rüberkommen. Minnie Maus stand dösend in der Stallgasse, während ich sie gründlich putzte und dann sattelte. Danach setzte ich mir noch fix meinen Helm auf und schon konnte es losgehen.
      Im gemütlichen Schritt ging es Richtung CHS – ach Quatsch! TSA! Weil eine andere Firma Anzeige erstattet hatte, musste Elisa ihr Gestüt umbenennen, eigentlich kam ihr das aber auch genau richtig und so machten wir uns neuerdings immer auf den Weg nach Townsend Acres. Passte ja auch viel besser zu dem Gestüt.
      Leider hatte Elisa deshalb noch einmal den Wikipedia-Eintrag der Deutschen Reitponys umändern müssen in:

      „Deutsche Reitponys fühlen sich am wohlsten unter ihresgleichen. Das ist die Philosophie unseres Gestüts Townsend Acres (ehemalig CHS) – deshalb sind wir die beste Anlaufstelle für alle möglichen Pferde der Rasse Deutsches Reitpony (Mixe werden nicht angenommen)“
      Das war dann leider auch nicht ganz ungesehen passiert und nun hatte Elisa die nächste Anzeige an der Backe. Aber ich glaube, das nahm sie gar nicht wahr, Hauptsache, es stand so im Internet, dafür würde sie immerhin alles tun! Während ich darüber philosophierte, ritt ich auch am neuen Schild vorbei, das sah wesentlich schicker aus als das alte, wenn auch einfacher gehalten.
      Matthew hatte nur genervt die Augen verdreht und gar keinen Kommentar dazu abgelassen, also eigentlich schon, aber Elisa hatte das ziemlich schnell beendet:
      „Elisa, wieso steht auf dem Schild auf einmal Townsend Acres statt Gestüt Crown Hill…?“
      „Halt die Klappe, Matthew. Mir war danach!“
      Danach war Matthew schweigend zurück in den Stall gegangen und hatte Kronjuwel trainiert. Seitdem war er immer noch recht Schweigsam was den Namenswechsel betraf und war sich irgendwie nicht wirklich sicher, was er davon halten sollte. Dementsprechend knapp antwortete er mir auch heute, als ich mit ihm die Termine für das Training kommende Woche absprechen wollte.
      Genervt verdrehte ich die Augen und ließ den Kerl mit seinen Gefühlen alleine, denn ich musste Elisa suchen. Wo die war, wusste er natürlich auch nicht. Wusste er überhaupt etwas? Wozu arbeitete er hier eigentlich? Zum rummeckern?
      „GWENNY! HIER!“, quietschte es plötzlich vom Reitplatz und ich stand schnell einer grinsenden Elisa gegenüber. Neben ihr stand Filly und döste in der Sonne. Minnie Maus musste erst einmal ein wenig Theater machen und rumquietschen, aber dann war auch gut. Derweil erzählte mir Elisa von ihrer Idee und zeigte mir ein Video.
      Das Video zeigte zwei Pferde und eines, was für ein Seil sprang, während das zweite es so gesehen hielt. „DAS MACHEN WIR AUCH!“, meinte Elisa begeistert und auch ich grinste von einem Ohr zum anderen, so eine Dummheit konnte nur gut ausgehen!
      Elisa hatte das Seil am Halsring von Filly befestigt, die stand eh dort, wo sie stand. Das Seil war gute 4 Meter lang und dementsprechend weit entfernte sich Elisa auch von ihrer Stute, ehe sie das Seil testweise schwang. „Klappt gut!“, kommentierte sie knapp und motivierte mich mit wildem Gestikulieren, dass ich aufstieg.
      Das tat ich auch und testete mit Minnie Maus einmal den Anlauf und dann ging es los! Wir sprangen über das schwingende Seil, ritten eine Volte um Elisa und sprangen gleich nochmal, dann eine Volte um Filly und so ritten wir wahrscheinlich die coolste Acht auf dem gesamten Reitplatz.
      „Was um Himmels Willen für einen Dreck macht ihr da?“, ertönte plötzlich eine vorwurfsvolle Stimme und wer stand am Zaun? Elena! „Mach mit!“, quietschten wir nur vergnügt und ich schwang mich aus dem Sattel und hielt Elena die Zügel hin. Die verdrehte zwar die Augen, nahm aber die Zügel und schwang sich in den Sattel.
      Fünf Minuten später galoppierte sie mit meinem Pony über das Seil und quietschte genauso bekloppt rum wie wir. Matthew kam zwischenzeitlich auch mal vorbei, gab aber keinen Kommentar ab. Hingegen war Jojo auch mal wieder zur Stelle. Sie hatte sich schweigend an den Zaun geschlichen und beobachtete das Geschehen.
      „Elena, ich bin enttäuscht, ich hätte nicht gedacht, dass du so kindisch bist!“, meinte sie knapp und schwang sich dann wieder in den Sattel von Capulet, um mitzumachen. „Synchronspringen“, meinte Elisa motiviert.
      Da hatte Jojo nur die Rechnung ohne Capulet gemacht. Während Minnie Maus immer noch mutig sprang, blieb Capulet mitten im Seil stehen, so dass Jojo bei der zweiten Umdrehung das Seil voll gegen den Kopf bekam. Das veranlasste uns anderen, einfach nur laut loszulachen, was Capulet wiederum als Anlass zum buckeln nahm und da Jojo sich gerade mit einer Hand den Kopf hielt, war nicht viel Gleichgewicht vorhanden und schon lag sie unten und wir mussten noch mehr feiern.
      „Tolle Freunde seid ihr, echt“
    • Samarti
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      Klausur verkackt
      26. August 2015 - von Gwen
      Ein nerv tötendes Geräusch weckte mich allmählich aus meinem Schlaf. Als ich allmählich wacher wurde, wusste ich auch, was es war: die Dusche. Jemand duschte, dabei war es früh um fünf?! Tatsächlich duschte derjenige über eine Stunde und ich hätte ausrasten können. An Schlaf war nicht mehr zu denken und Kopfschmerzen hatte ich jetzt auch. Toll und das an dem Tag, an dem ich Klausur schreiben musste. Die Klausur, die ich sowieso in den Sand setzen würde.
      Entnervt stand ich auf und marschierte im Schlafanzug runter in die Küche. Dort machte ich mir direkt einen Kamillentee und warf mir eine Schmerztablette ein. Wenn ich so in der Uni ankam, würde ich noch während der Klausur entweder an Kopfschmerzen sterben oder einschlafen. Während ich also in der Küche saß und wartete, dass der Tee abkühlte, kam irgendwann Kathlyn aus dem Bad. Ich warf ihr direkt ein „Bist du eigentlich total behindert?!“, an den Kopf, aber die hatte nur den heutigen Fototag in der Schule im Kopf. Oh Gott.
      Genervt zog ich samt Tee wieder ab in mein Zimmer und versuchte zumindest noch eine Stunde zu schlafen, ehe ich dann aufstehen und zur Uni würde müssen. Die Stunde war auch schneller rum als gedacht und wirklich geschlafen hatte ich auch nicht. Seufzend verschwand ich ins Bad, kam zehn Minuten später wieder raus und packte meine Sachen. Bis 10.50 Uhr würde das Leid jetzt anhalten, danach würde ich fröhlich den ganzen Mist in die Ecke werfen können. Den Bus hätte ich beinahe aber noch verpasst, dann hätte ich gleich den Nachschreibetermin wahrnehmen können.
      Die Klausur verlief scheiße, aber ich hatte auch nicht gelernt, wobei mir das auch nichts gebracht hätte. Zum Glück waren es viele Multiple-Choice-Aufgaben gewesen, so dass ich wenigstens irgendwo ein Kreuz hatte hinsetzen können. Ich hatte auch bei den Freitextaufgaben überall was hingeschrieben, es war nur fragwürdig, inwieweit ich mich damit total zum Affen machte.
      Nun war ich endlich zu Hause und wurde von einer Horde Bekloppter belagert: Elena, Elisa und Jojo. Sie hatten das Schild von der letzten Klausur aufgehoben und hielten es mir nun erneut unter die Nase. Elena machte die Bewegungen des Affens nach und freute sich wie bekloppt und Elisa grinste die ganze Zeit.
      „Ich vermute ihr seid hoch zu Ross hier?“, hakte ich stirnrunzelnd nach und Jojo nickte begeistert. „Wir haben dir auch schon Wish fertig gemacht!“, meinte sie und holte meinen Hengst aus dem Stall. In der anderen Hand führte sie Muraco, auf welchen sie sich direkt draufschwang. Elena und Elisa kamen mit Flavio und Kronjuwel aus dem Stall und so machten wir einen kleinen Ausritt, nur mit Kerlen. Aber jeder der dachte, das würde ruhig ablaufen, der irrte sich.
      Muraco und Flavio gingen sich die ganze Zeit an, wobei von Anfang an klar war, dass der große Schimmel wesentlich bessere Chancen hatte. Kronjuwel und Wish hielten sich anfangs vehement aus der Sache heraus, bis Muraco sie dazu anstiftete und so hatten wir durchgängig vier Hengste, die sich die ganze Zeit stritten. „Pussys“, kommentierte Elisa das Ganze nur genervt und motivierte uns zu einem Galopprennen. Zwar waren wir sehr langsam, weil die Hengste sich immer noch angifteten, aber immerhin bekamen sie immer weniger die Gelegenheit dazu.
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  • Album:
    3 - Pferde im Ruhestand
    Hochgeladen von:
    Samarti
    Datum:
    23 Okt. 2015
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  • Rufname: --
    geboren: Mai 2002


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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Buckskin (AA EE Crcr)
    Stockmaß: 145 cm

    Beschreibung:

    Kronjuwel ist ein Hengst zum Liebhaben! Der Schicke hat bereits einen Schönheitswettbewerb gewonnen und wurde auf Turnieren vorgestellt, bei denen er schon mehrere Platzierungen errungen hat. Im Umgang ist er lieb und gehorsam und unter dem Sattel ebenfalls ein echter Schatz, was der Grund sein könnte, weshalb er auch eine BHK für sich gewonnen konnte.

    Besitzer: Samarti
    Ersteller: Ami

    Dressur L - Military L - Fahren A

    HK 386
    23. Fahrturnier
    112. Militaryturnier
    125. Militaryturnier
    191. Dressurturnier

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    Offizieller Hintergrund