1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
Gwen

Khadir

Vollblutaraber ♂ gekört

Tags:
Khadir
Gwen, 14 Apr. 2018
Lye, Snoopy, Zaii und einer weiteren Person gefällt das.
    • Gwen
      Leben auf Fearie Hills

      Die beiden Neuen
      24. März 2015 | (c) sweetvelvetrose

      Heute kamen 2 neue Pferde einen weißen Hengst und einen Mausgraue Stute. Auf den Hengst hatte ich schon vor längerem eine Auge geworfen nun stand er tatsächlich zum Verkauf .
      Es klapperte und der Hänger kam an ich stürmte aus dem Haus und half beim Auslanden, man sagt mir das die Fahrt sehr lang war also entschloss ich mich die beiden erst mal getrennt in die Halle zu stellen das sie sich austoben konnten .
      Kadhir packte ich in die aktuell leere Springhalle und Shady kam in die Trainingshalle wo sie beide wild rum buckelten , nach einer halben Stunde holte ich erst Kadir und brachte ihn in seine Eingewöhnungs Box mit kleinem Paddock, so konnte er die andere Hengste sehen und beschnuppen doch passieren konnte dank der Gitterstäbe noch nichts, der weiße ging erst mal zum Heu und dann zum Wasser eher er sich für die anderen intressierte.
      Das gleiche machte ich bei Shady im Stutentrakt sie würde direkt von Safye begutachtet und an gebrummelt ihre art „ hallo „ zusagen.

      Ein Zuchtfohlen der Fearie Hills?
      24. März 2015 | (c) Eddi

      „Hey Jani!“, rief ich und krakelte aus meinem Auto. Etwas verwirrt schaute Jani mich an. „Was ist denn mit dir passiert?“, fragte sie grinsend zu meinem leicht geduckten Gang. Grummelnd erzählte ich ihr davon, wie ich gestern von meinem liebsten Schecken abgesetzt worden war und natürlich voll auf dem Steißbein gelandet war. „Seitdem laufe ich so“, erklärte ich leidend und folgte Jani in den Stall. Ich war hier, um mit Jani über den Kauf eines eventuellen Zuchtfohlens zu sprechen. Ich hatte großes Interesse daran, auch einen schicken Araber im Stall stehen zu haben und Janis Zucht war dafür schlichtweg ideal. Während wir uns unterhielten, gingen wir an einigen Boxen vorbei, unter anderen an der von Best Look fort my Weekend. „Oh die hast du noch?“, fragte ich neugierig und strich der Ponystute über die Stirn. Jani nickte knapp und erklärte mir, dass sie schon länger einen neuen Besitzer für das Pony suchte. Still liefen wir weiter, bis wir an die Boxen von Shamal und My Lovely Horror Kid kamen. Shamal war mir sympathisch, auch wenn der kleine Kerl es faustdick hinter den Ohren hatte. Die beinahe goldene Stute war mir leider gar nicht sympathisch und so machte ich einen großen Bogen um ihre Box. Dann betraten wir die Zuchtstallungen, wo mich als erstes der Kopf von Tiramisu begrüßte. Er war ein ehemaliges Nasty Past Pferd und ich war so stolz auf das, was aus ihm geworden war. Dann kamen wir zu Janis Liebling: Duke of Darkness und sie strahlte direkt übers ganze Gesicht. Ab da erzählte sie mir zu jedem Zuchtpferd etwas, denn ich wollte die Eltern für mein Zuchtfohlen mit Bedacht wählen. Duke war auf jeden Fall schon einmal eine eventuelle Wahl für mein Fohlen. Dann kamen wir zu Badriyah, die hübsche Schimmelstute, die uns aufmerksam musterte. Ich hatte sie auf ihrer Krönung gesehen und war wirklich fasziniert gewesen. Bintu-al Bahri war auch ein damaliges Nasty Past Pferd gewesen und so richtig glauben mochte ich immer noch nicht, dass er jetzt sogar gekört war. „Er wird der Vater!“, jauchzte ich, während Jani mir schon was zu Arsil und Khadir erzählte, ihren anderen Zuchthengsten. „Öhm, okay“, meinte sie grinsend und wir gingen die Boxen der Stuten weiter ab. Zuerst kam Cardiac, die kleine Stute hatte ich schon als Fohlen ins Herz geschlossen, aber ich wollte ungern einen gescheckten Araber, weshalb sie raus fiel. Farasha war auch interessant, hatte diese Stute sogar damals mal mir gehört, aber irgendwie nicht ganz das richtige. Wir gingen noch die Boxen von Saddy und Teasie ab, auch zwei wunderbare Stuten, die aber beide Schecken waren und deshalb genau wie Cardiac aus meinem Beuteschema fielen. Jani runzelte schon die Stirn. „Also zwei Stuten habe ich noch. Allerdings fällt davon auch eine weg, weil die auch gescheckt ist“, erklärte sie mir und zeigte auf Barakah al Sanaa. „Oh die ist ja aus Sammys Zucht!“, rief ich verzückt und begrüßte die Stute, aber leider ja, sie war gescheckt. „Und wer ist die letzte?“, fragte ich unsicher und wollte mich schon mit dem Gedanken an Farasha oder Badriyah anfreunden, als Jani mir Shády zeigte. „Shády!“, flüsterte ich ungläubig und dann machte es Klick. Na klar! Janina hatte ihre gekrönte Araberstute an Jani gegeben und hier war sie jetzt natürlich auch. „Sie wird es“ Shády und Bintu-al Bahri!“, verkündete ich zufrieden und Jani grinste erleichtert. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zum Büro, um den Vertrag aufzusetzen und die Termine festzulegen.

      Bericht
      30. März 2015 | (c) sweetvelvetrose

      Prolog
      Leise schlich sich der schwarze Schatten über den Hof zu den Ställen. Der Schatten wollte Schaden anrichten so viel wie möglich.
      In der ausgebeutelten Tasche seines Kapuzen Shirts holte er eine Flasche raus öffnete sie und stopfte einen Lumpen rein, das Feuerzeug Klickte leise und eine Rote wärme spende Flamme flackerte schwach im Wind.
      Es war nur ein Test ob das Feuerzeug Funktionierte denn jetzt musste es schnell gehen, die Pferde durften ihn nicht Wittern.
      Der Schatten huschte gegen den Wind zum Stall , der Zuchtstall , er wusste wo was war und er wollte die Futterkammer und die daneben liegenden Boxen treffen ,das Heu würde brennen wie Zunder , die Pferde waren ihm egal es sollte Schaden angerichtet werden.
      Mit einem Satz war er über den Zaun und kauerte sich unter das Fenster zur Futterkammer sie lag Zentral zu beiden Ställen und war normaler weiße on einem Bewegungsmelder mit Licht gesichert doch diesmal nicht dafür hatte er gesorgt. Erneut flackerte das Feuerzeug mit einem leisen Klick auf diesmal hielt er es an den Lumpen der Augenblicklich anfing lodernd zu brennen mit einer kurzen Bewegung zerschlug er die Scheibe und schmiss den explosiven Cocktail in die Futterkammer und verschwand mit dem Lauten knall in der Dunkelheit.

      Der Morgen des Grauens
      Mit einem Ruck war ich wach, Himmel hatte ich komisch geträumt es hatte eine Explosion geben, sie war so real das ich noch den Geruch in der Nase hatte .Kopfschüttelnd blickte ich auf die Uhr 3 Uhr in der frühe so ein Mist, mein Blick wanderte zum Fenster warum war es draußen schon hell?
      Langsam Dämmerte es mir mein Herz rutschte mir in die Hose mein Hund fing an zu Jammern und zu Bellen oder hatte er das schon die ganze Zeit getan? Mit einem Satz war ich am Fenster, der Stall Brannte!
      Jetzt war ich hell wach und rannte los das Handy in der Hand tippte ich den Notruf und bestellte die Feuerwehr und Polizei her , kaum hatte ich den Anruf beendet tippte ich die Nummer von Eddi, doch nur der Anrufbeantworter ging ran „ Hallo hier ist Jani , du musst so schnell wie möglich kommen bring auch Hilfe mit der Stall brennt ! „ Atemlos legte ich auf und rannte rüber zum stall Öffnete die Tür und Rauch kam mir entgegen die Vorderen Boxen könnte ich fix Öffnen Duke, und Tiri Packte ich in die Halle bis auf Husten war bei ihnen alles gut.
      Bei den anderen sah es nicht so gut aus viele hatten ihre Decken auf die Feuergefangen hatten Die hintern Boxen standen Komplett in Flammen kein Laut kam mehr aus den Boxen von Ice und Davinci ein kurzes schluchzen von mir och die andere Pferde schrien vor Schmerz Antar war nicht mehr zu retten er klappte vor meinen Augen zusammen und bleib regungslos liegen .
      Bintu , Kadihr, Arsil, Holte ich auch raus 3 aufgebrachte Hengste zu führen war gar nicht so einfach doch es lang mir irgendwie sie rauszuholen und Zu Duke in die Halle zu stecken …
      Jetzt spurtete ich Los zu dem Stute Trakt Holte Baraka raus die ganz vorne stand dann Shady, Teasie Saddy, Farasha und Cardiac dann Stockte mir der Atem Badriyah lang am Boden und schnaufte sehr schwer.
      Ich brachte sie alle raus rannte in den Stall nahm einen Wasser Eimer und ein Tuch mit machte das Tuch klitsch nasse und legte es der Stute über Nüstern und Augen redete auf sie ein das sie aufstehen muss und sie tat es sie schwankte doch sie lief mir Blind hinterher draußen angekommen schnappte ich nach Luft der Qualm war unerträglich endlich hörte ich auch die Sirene der Feuerwehr mehr kam alles so Unendlich lang vor doch waren grade mal 10 min vergangen seit meine Anruf. Badriyah war draußen wieder zusammen gebrochen, ich nahm ihr die Decke am die viele Verrannte stellen auf Wies auch das darunterliegende Fell war verbrannt doch nur ein paar wenigen stellen die Haut mit.
      Bahar und Shamal hörte ich rufen sie waren nicht im Stall gewesen sondern auf der Jungspund weide abseits die einen Unterstand besaß.
      Auch sie holte ich zu den Hengsten in die Halle. Dort untersuchte ich die andere Pferde viele hatten tiefe Blessuren von dem treten gegen die Boxenwand und auch leichte Brand Verletzungen, alle Atmenden schwer doch schienen sie soweit ok zu sein.
      7 Pferde fehlten sie waren wohl noch im Stall dieser war aber als solcher nicht wieder zu erkennen …
      Die 4 neuen Pferde Standen auf den Offenen Paddocks und waren gesund.

      Tierarztbericht
      1. April 2015 | (c) Eddi

      Es war früh um vier als plötzlich mein Handy klingelte und das konnte nur eines bedeuten: Notfall! Sofort war ich verhältnismäßig hellwach und ging ran. „Ja? Dr. Canary am Apparat!“, meldete mich und erkannte ein paar Minuten später Janis aufgebrachte Stimme. „Oh mein Gott! Ich komme sofort!“, erklärte ich, legte auf und sprang aus dem Bett. Innerhalb von zehn Minuten war ich angezogen und unten in der Praxis. Ich packte schnell noch allerhand Medikamente ein und mehreren Ersatz, da ich ahnte, dass meine Autoausrüstung nicht ausreichen würde. Dann stieg ich ein und jagte los. Denn jetzt sollte ich so schnell wie möglich vor Ort sein. Jani war die Besitzerin einer schon recht bekannten Araberzucht und leider hatte sie gar keine guten Nachrichten, es waren eher grauenhafte. Der Stall brannte oder eher, hatte gebrannt. Und ich erahnte, dass mich ein schlimmes Bild erwarten würde.
      Eine halbe Stunde später war ich am Stall und blickte mich betrübt um. Schon von Weiten hatte man die Rauchsäule aufsteigen sehen und von nahem sah das alles total schrecklich aus. Auf dem gesamten Hof standen verstreut die Wagen der Feuerwehr und die Feuerwehrmänner selbst. Der Nebenstall war vollkommen abgebrannt und teilweise hatte das Feuer auch auf den Zuchttrakt übergegriffen, obwohl dieser, zumindest von außen, noch recht unversehrt schien. Jani entdeckte ich am Zaun einer Weide lehnend, vollkommen aufgelöst und verheult. Seufzend begrüßte sie mich und drehte sich dann sofort wieder vom Stall weg. Auf der Weide standen einige Pferde, die ich in der Morgendämmerung aber kaum ausmachen konnte.
      Plötzlich rief einer der Feuerwehrmänner nach einem Tierarzt und ich war sofort zu Stelle. Drei Männer begleiteten mich in die abgebrannten Mauern des Stalls und deuteten in eine Ecke. Ich konnte kaum etwas sehen, da es recht dunkel war und der Rauch in den Augen brannte, doch der Geruch von verbranntem Fleisch reichte mir bereits und ich wollte mich am liebsten direkt wieder umdrehen. „Es lebt noch.“, meinte der Feuerwehrmann neben mir knapp, als er meinen Gesichtsausdruck sah. Fassungslos starrte ich in die Ecke und erkannte dort einen bebenden Pferdeleib. Doch statt mich ihm zu nähern, lief ich zurück zum Auto und bereitete eine der Spritzen vor, die das Mittel zur Einschläferung beinhalteten. Danach warf ich sicherheitshalber noch einmal einen Blick mit der Taschenlampe auf das Pferd, doch es war nicht mehr zu retten, nur noch zu erlösen.
      Während ich die Spritze setzte, musste ich selber weinen, denn der hübsche Kerl der da lag war Ice Breaker. Ein wunderschöner Warmbluthengst, den Jani schon seit dem Fohlenalter besessen hatte. Bedrückt stand ich auf, nachdem es gemacht war und fragte kurz nach, wie viele tote Pferde sich im Stall befänden. „Sieben mit ihm“, erklärte mir einer der Feuerwehrmänner und ich nickte nur. Dann kehrte ich zurück zu Jani. „Kann man den Hof irgendwie beleuchten? Ich würde die restlichen gerne untersuchen“, meinte ich knapp und Jani drehte sich kurz um, huschte in den fast ganz geblieben Zuchtstall und testete den großen Scheinwerfer der am Giebel des Stalles angebracht war. Plötzlich wurde der Hof hell und man konnte das ganze Ausmaß erst richtig erkennen.
      Dementsprechend widmeten Jani und ich uns voll den Pferden. Sie holte nach einander die Vierbeiner und ich untersuchte sie. Als erstes kam sie mit Duke of Darkness und Erleichterung stand Jani ins Gesicht geschrieben. Dem Hengst schien es ganz gut zu gehen, er war zwar leicht verstört und besaß eine leichte Schürfwunde am vorderen Fesselgelenk, doch diese war schnell desinfiziert und eingecremt. Auch die beiden Braunen Tiramisu und Bintu-al Bahri hatten tierisches Glück gehabt. Bei Bintu vermutete ich jedoch bereits eine leichte Rauchvergiftung, dementsprechend gab ich ihm auch direkt eine Spritze, die der Vergiftung entgegenwirken sollte.
      Dann kam Jani mit Badriyah und ich erkannte die Stute kaum wieder. „Sie stand ganz hinten.“, erklärte Jani knapp. Badriyahs Flanken waren angesengt und an einigen Stellen sah man deutlich das Fleisch hervor. Generell stand es schlecht um die Stute und die stand keuchend vor mir. Ich nahm sie sehr genau unter die Lupe und versuchte ihr so gut wie möglich zu helfen. Ich verarztete ihre Wunden und verband die, bei welchen es möglich war. Sie hatte es böse erwischt und vielleicht würde sie doch noch mit in die Klinik müssen. Der Rest hatte relatives Glück. Cardiac und Arsil hatten beide einige kleine Verbrennungen und eine Rauchvergiftung, sonst ging es ihnen aber gut. Farasha und Saddy hatten ohne große Wunden überlebt und auch den anderen ging es gut, da sie weiter vorne gestanden hatten.
      Teasie und Shády wirkten recht vital, wenn auch gestresst. Nur Khadir, der weiße Hengst, lief unentwegt auf und ab und war total von allen Sinnen. Dementsprechend verpasste ich ihm sicherheitshalber eine Beruhigungsspritze, nicht dass er sich noch was tat. Und dann zog Jani traurig Bilanz. Wir hatten alle Überlebenden durch und die Toten standen schnell fest: Ice Breaker, Da Vinci, Safiye, Antar, Na’im, Harmony und Nara. Ich blieb noch sehr lange auf dem Gestüt, denn ich wollte Jani keinesfalls alleine lassen.

      7 Bäume
      18. April 2015 | (c) sweetvelvetrose

      Traurig betrachtet ich die Apfel Bäume die ich gepflanzt hatte sie Blühten alle und auch der Birnbaum dieser stand für Ice da er Birnen geliebt hatte.
      Die Verbrannte Stallung war wieder aufgebaut worden und die Verkohlte Erde hinter die Halle transportiert hier auf den Erdhaufen hatte ich die Bäume gesetzt für alle 7 einen.
      Die Polizei sagte es war Brandstiftung , einen Mutmaßlichen schuldigen hatten sie gefangen, der Mensch schien Schizophrene Züge zu haben sprach von sich selbst als „ schatten“ .
      Seit dem Vorfall überprüfte ich nun immer alle Lampen und auch Kameras gab es wieder, einen 100 % Schutz vor so irren würde ich nie haben sagte man mir ,das war sehr beruhigend.
      Gegen meine Vorstellungen und auch gegen mein Gefühl holte ich mir einen Wachhund der draußen lebt und aufpasst – Tagsüber würde er im Obstgarten bleiben und Nacht´s auf den nun eingezäunten Hof kommen.
      Ich seufzte und blickte zu dem großen weißen Hund ein Briar von sich aus Wach und hüte Hund , Hof treu und wenn es sein muss zum äußerten Breit- Teddy.
      All das hatte viel Geld und Zeit gekostet die Versicherung bezahlte nur einen kleinen teil – die Pferde die Stallung musste ich selbst tragen, es war möglich doch hatte ich mich nun entschlossen Einsteller aufzunehmen und somit etwas Geld zu zuverdienen solang meine Zucht kaum Gewinn erbracht.
      Badriyah hatte sich dank der guten Pflege von Eddi schneller als erwartet erholt und war nun rossig wenn alles gut klappte würde ich sie heute oder morgen Duke vorstellen können.
      Duke war fit wie ein Turnschuh, das Inferno hatte er gut überstanden und war mit nur leichten schrammen davon gekommen.
      Tiri, Bintu, Cariac,Frahsha, Saddy,Arsil,Teasie,Kadihr und Shady waren mit einer leichten Rauchvergiftung behandelt worden Baraka hingen hatte nichts sie war auch mit Duke eine der ersten die draußen waren und wie ich feststellen musste wohl auch sehr glücklich darüber den das Stütchen war tragend.
      Shady war gestern von Bintu gedeckt worden, die Wunsch Verpaarung von eddi ich bin sehr gespannt was das Fohlen für eine Farbe bekommen wird.
      Nach dem ich die Bäume Hinter der Halle bewässert hatte ging ich zu Dukes box und holte ihn raus ohne Sattel und mit nur einem Hals Ring ging es entspannt eine Runde raus durch die blühende heile Welt.

      Pflegebericht
      19. Juli 2015 | (c) Sevannie

      Heute wurde ich gebeten von sweetvelvetrose ihre Pferde oder eher einige davon bitte doch zu verpflegen. Sie war für einige Tage weg und somit war ich heute für einige Pferde zuständig. Natürlich hatte ich damit kein Problem, im Gegenteil ich war auf die Pferde gespannt. Sie hatte zu mir gemeint sie teilt mir einige Araber zu. Araber – diese edlen Geschöpfe. Schmunzelnd fuhr ich auf den Hof und parkte dort auf den vorhergesehenen Parkplatz. Ich blickte mich um und lief dann in den Stalltrakt. Dort sah ich eine große Tafel, also ging ich auf diese zu. Ein Zettel: Joyce: Bahar, Shamal, Khadir, Barakah al Sanaa, Zanyha und Baraijra. Anscheinend die Pferde, welche ich heute übernehmen sollte. Die Namen klangen alle nach Arabern. Ein erneutes Lächeln legte sich auf meine Lippen. So blickte ich mich kurz im Stall um, dann wieder auf den Zetteln. ,,Mach was du willst, du darfst sie auch gerne reiten. Auf der Rückseite sind noch einige Charakterbeschreibungen damit du weißt was auf dich wartet.'' - Ok. Gut zu wissen. So blickte ich auf die Rückseite: ,,Bahar & Shamal: Bahar hat einen guten Einfluss auf Shamal, sonst ich Shamal schon ein frecher Hengst der es gerne darauf anlegt. Er besitzt viel Temperament, Bahar hingegen ist eher der ruhiger.'' - Wie Yin und Yang also? Niedlich. So lief ich durch die Stallgasse und suchte die beiden Pferde auf, doch hier standen sie anscheinend nicht dabei, wenn ich mich so umsah schienen mir die Pferde hier drin alle Araber und erwachsen. Hatte sie vielleicht einen Stall für die Jährlinge/Fohlen? So lief ich also wieder auf den Hof und blickte mich erneut um. Als ich ein Wiehern vernahm, welches nicht von hinter mir stammte, lief ich zu dem nächsten Gebäude. Recht sollte ich behalten, zwei Jährlinge, Araber wie mir schien und sie standen in Offenställen. So lief ich zu den beiden und auf dem Boxenschild stand auch: Bahar. Auf dem anderen daneben: Shamal. ,,Jetzt hab ich euch also gefunden, verstecken gilt nicht!'',meinte ich lächelnd und blickte die beiden an. Ein Fuchs und ein Brauner. Ein Rappe und ein Pferd welches ausschimmelte wären da klischeehafter gewesen. Naja auch gut, ich war auch mit diesen beiden Prachthengsten zufrieden. ,,So was machen wir drei hübschen?'',fragte ich nach und sie brummelten kurz. Hm. Keine tollte Antwort. Spazieren gehen wollte ich ungern, weil Shamal ja seine Grenzen gerne testete.. nachher haute er mir noch ab? Oh nein, Spazieren gehen käme nicht in Frage. Hm ein paar Tricks lernen in dem großen RoundPen das ich vorhin gesehen hätte, das wäre doch was! Da ich die zwei irgendwie ungern trennen wollte suchte ich also als erstes die Sattelkammer, dort würde ich bestimmt die Putzkisten finden. So suchte ich die Sattelkammer auf und diese war auch schnell gefunden. Mit zwei Putzkisten bewaffnet machte ich mich wieder in den Stalltrakt wo die beiden Jährlinge drin standen. Ich platzierte die Kisten vor den Boxen, schnappte mir dann das Halfter von Shamal. Ihn wollte ich als erstes putzen. Ich trat an seine Box heran und öffnete diese. Vorsichtig streckte ich die Hand aus, jedoch keinenfalls ängstlich. Als er sich von mir streicheln ließ hob ich dann das Halfter an und halfterte ihn auf. Na wenn das weiterhin so ging war ich froh. Nachdem ich ihn aufgehalftert hatte band ich ihn fest. Ich blieb mit ihm in der Box. Es war gewohntes Umfeld, abgesehen davon wusste ich nicht wo der Putzplatz war oder ob sie einfach auf der Stallgasse putzte. Misten müsste ich eh also von daher. Ich nahm mir eine Bürste nach der anderen und schrubbte den Fuchs sauber. Auch das Hufeauskratzen ging einigermaßen gut von statten. Er zog mir ab und an einfach den Huf weg, aber sonst war alles gut. Etwas frech eben. Als ich mit Shamal fertig war, begann ich dann Bahar zu putzen. Nach einer Viertelstunde war auch dieses Pferd fertig. Ich holte beide Pferde aus den Boxen, zum Glück war das Tor groß genug mit beiden gleichzeitig heraus zu gehen. Shamal blieb ruhig und ließ sich artig führen, nur zupfelte er etwas an meinem Ärmel herum. Im Round Pen angekommen ließ ich beide vom Strick, als das Tor natürlich geschlossen war. Sie durften sich als erstes umschauen, die Leckerlis in meiner Bauchtasche schienen aber für Bahar interessanter. ,,Die gibt’s später!'',meinte ich lächelnd und schickte ihn wieder weg. Nachdem sich beide umgeschaut hatten nahm ich einen Strick in die Hand und schleuderte ihn etwas. So bewegten sich die Jünglinge auch gleich in den Trab. Sie trabten ihre Runden und Shamal versuchte immer wieder Bahar etwas zu schnappen, jedoch nur rein aus Spaß so wie es mir schien. Sie trabten freudig ihre Runden, doch nach einigen Minuten parierte ich sie in den Schritt und holte Bahar zu mir. ,,So jetzt gibt’s die Leckerlis wenn du alles gut machst!'',schmunzelte ich und streichelte ihn. Ich begann als erstes den vorderen, linken Huf zu nehmen und zog dieses vorsichtig etwas nach vorne, also nicht wie beim Hufe auskratzen. Brav machte Bahar dies mit und streckte das Bein dann auch schön lang. Das gleiche passierte mit dem anderen Vorderbein, dann gab es ein Leckerli. Mit den Hinterbeinen sah es ähnlich aus nur das er diese nach hinten strecken sollte, was er dann auch brav tat. Sanft streichelte und lobte ich ihn, ehe er dann wieder ein Leckerli bekam. ,,So ist's fein!'',schmunzelte ich und drückte ihn ganz sanft in die Flanke, brav tat er das was er machen sollte. Er ging einen Schritt zur Seite aber nur mit der Hinterhand. Dies führte wir fort, bis er dann nur noch auf ein leichtes Tippen reagierte. Auf der anderen Seite klappte das nicht ganz so gut, aber der Ansatz war da. ,,Fein gemacht!'',lobte ich ihn und gab ihm erneut ein Leckerli. Das gleiche machte ich dann auch mit Shamal wobei dieser sich schon beim Strecken etwas zierte. Doch das Hinterhanddrehen klappte schon etwas besser wie bei Bahar. Jeder hatte wo anders seine Stärken. Ich schmunzelte und lobte auch Shamal, welcher mich dann Schnappen wollte. ,,Nein, das kannst du von mir aus mit Bahar machen. Dieses Spiel spiele ich nicht!'',meinte ich lachend und schickte ihn wieder heraus. Ich ließ die beiden noch etwas hin und her laufen im Round Pen, im Trab, Galopp und Schritt. Nachdem sie dann noch am Ende 5 Minuten sich umschauen durften und entspannt im Schritt umher trottelten, führte ich sie auch schon wieder zu ihren Boxen. Ich schloss auf dem Paddok aus und begann dann rasch zu misten. Als die Boxen sauber waren und frisch eingestreut gewährte ich ihnen wieder den Zugang der Boxen. Nun sollte es an die anderen Pferde gehen die ich noch machen musste. Also lief ich wieder in den anderen Stalltrakt, nachdem ich mich versichert hatte das die Boxen der Jährlinge auch wirklich verschlossen waren. Für den Hengst Kadir und die Stute Baraija hatte ich mir was besonderes überlegt. Ich wollte mit den beiden Ausreiten und Baraija als Handpferd mitnehmen. Auf dem Zettel stand nämlich das sie sehr umgänglich wären, auch zu anderen Pferden und ich denke das die beiden sich schon auf dem Reitplatz oder sonst wo schon begegnet sind. So machte ich mich als erstes zu Khadir um diesen zu putzen. Ich dachte der Schimmel wäre dreckiger aber die Araberschimmel schienen nicht solche Dreckbuben wie die Hannoveraner- oder Kaltblüterschimmel zu sein. Ein Lächeln schlich sich auf meine Lippen als ich daran dachte wie Tyler gestern sich abgequält hatte als er Jaela putzte. Als der Hengst sauber war stellte ich ihn auf die Stallgasse und band ihn dort an. Ich holte schon mal den Sattel und den ganzen Rest, bevor ich die Stute putzte. Bei ihr ging auch alles recht flott und sie war unheimlich brav und verschmust. Richtig süß. Nachdem ich dann beide Pferde sauber hatte, sattelte ich Khadir auf und brachte die Trense an, sowie Gamaschen. Als ich ihn wieder fertig hatte trenste ich die Stute auf, zog über die Trense noch ein Halfter und hakte dort den langen Strick ein. Ich lief mit beiden Pferden hinaus und dort durften sie sich noch einmal kennenlernen. Es gab ein Gequieke aber das war auch schnell wieder vorbei und sie schienen sich abzukönnen. Somit war doch jede Voraussetzung für den Ausritt getroffen. Nachdem ich meinen Helm anhatte stieg ich dann auch auf Das erste Mal sein langen das ich wieder auf einem Araber saß und es fühlte sich so gut an! Schade eigentlich das ich meinen kleinen Abendprinz abgegeben hatte.. Nun denn. Ich nahm die Zügel auf und Band den Strick am Sattel fest, so wie ich es bei mir auch immer Zuhause machte wenn kein vorhergesehener Platz dafür da war. Als der Strick auch wirklich fest war lief ich los. Baraija lief brav mit. Somit ritten wir vom Hof und einen Feldweg entlang. Ich wollte es vermeiden in den Wald zu gehen, weil ich die Gegend nicht kannte und mir die Felder übersichtlicher waren. So ritten wir einige Zeit Feldwege entlang, bevor wir vor einem kleinem Hügel standen. Wir waren schon getrabt also könnten wir den sicherlich hoch galoppieren. Ich galoppierte grundsätzlich nur Hügel/Berge hoch. Bei uns im Gelände war dies ja auch kein Problem und hier auch nicht. So nahm ich die Zügel weiter auf und blickte Baraija an, diese schnaubte kurz und schnippte eine Bremse weg. ,,Dann mal los ihr zwei Süßen!'',meinte ich und drückte meine Beine etwas mehr an Khadir's Bauch, kurz darauf trabte er los und galoppierte im nächsten Moment. Ich fiel in den leichten Sitz und Khadir preschte los, Baraija brav hinter her und es schien ihnen unehimlichen Spaß zu machen mal das Vollblut in ihnen kräftig heraus zu lassen. Bevor wir an der Spitze des Hügel's ankamen versuchte ich mich wieder etwas in den Sattel zu setzen damit Khadir auch wieder langsamer wurde. Dies klappte und auch Baraija achtete darauf in welchem Tempo Khadir lief. Somit fielen wir in den Trab und dann in den Schritt. Ich lobte beide mit Stimme und Hand. ,,Fein ihr beiden, sollte ich nochmal kommen dann wiederholen wir das!'',meinte ich begeistert und wir traten dann auch wieder den Rückweg an. Ein Blick auf meine Uhr verriet mir das wir auch schon mehr als eine Stunde lang unterwegs waren. Im Stall wieder angekommen stieg ich ab und brachte die Pferde wieder in die Stallgasse. Zuerst machte ich Baraija fertig und danach Khadir. Als beide von ihrer Ausrüstung entledigt waren sperrte ich auch sie aus in ihre Paddok's. Ich mistete rasch und ließ sie wieder dann auch wieder in die Boxen als das frische Stroh wieder eingestreut war. Ich verschloss die beiden Boxen und blickte zu der nächsten Schimmelstute. Zanyah. Sie wollte ich etwas longieren. Also holte ich mir ihr Putzzeug und putzte sie, auch sie machte keine faxen beim Putzen, außer das sie mich immer wieder anstupste. Entweder wollte sie Leckerlis oder Streicheleinheiten. Ich knuddelte sie noch kurz, bevor ich dann ihr das Halfter anlegte und eine Longe holte. Wir liefen zum Round Pen wo ich sie dann nach draußen schickte. Sie durfte sich zuerst warm laufen, ehe ich sie dann traben ließ. Danach kam auch diese Streckübungen wie bei den Jährlingen. Als diese dann fertig war, bekam sie noch ein Leckerli und durfte dann wieder laufen. Sie sollte traben und dann galoppieren. Auch sie ließ beim Galopp etwas die Sau raus. Nach einer halben Stunde des weiteren galoppieren und traben, sowie einigen Schrittpausen lief ich mit ihr wieder in den Stalltrakt. Wie bei den vorherigen Pferden sperrte ich sie aus und mistete dann, dann durfte sie wieder rein. Somit war dieses Pferd auch fertig. Nur noch Barakah al Sanaa. Die Stute im besonderen Fellkleid. Was sollte ich mit ihr machen, reiten wollte ich sie nicht. Longieren oder einfach nur frei laufen lassen im Round Pen auch nicht.. Mir fielen die zahlreichen Schleifen auf, auch Springschleifen. Hm.. Freispringen wäre doch eine klasse Idee. So suchte ich die Halle auf. Ich fand diese und baute einen kleinen 'Freispringpacours' auf, ehe ich dann Barakah putzte und ihr die Trense aufzog. In der Halle angekommen longierte ich sie erst etwas warm, ehe ich die Zügel abmachte von der Trense und sie dann freilaufen ließ. Sie trabte freudig umher und blickte sich immer wieder um. Ich schnappte mir eine Peitsche und führte sie mit dieser dann in die Bahn. Sie nahm die Hindernisse mit Bravour. Ich ließ sie zwischen den Durchgängen auch immer wieder so etwas traben und galoppieren, danach sollte sie noch Schritt gehen bis ich die Hindernisse und alles andere weggeräumt hatte. Ich lief mit der Stute in den Stalltrakt und erneut ging das große Misten los. Danach verabschiedete ich mich noch von allen Pferdchen und setzte mich in mein Auto um wieder nach Hause zu fahren. Meine Arbeit war damit getan.

      Pflegebericht
      15. Oktober 2015 | (c) sweetvelvetrose

      Leicht verschwitzt und außer atem ging ich in den Hengst Stall und stand vor Dukes Box „ hallo Dicker , jetzt geht’s los „ Sättel/ Trensen und Co war verstaut jetzt sollte es mit dem Transporter und 3 Pferden auf lange Fahrt gehen .Es sollte zu dem Tunier Jolympia gehen in Vielseitigkeit Duke war bestens geeignet dafür doch wen noch ?
      Ich ging im Kopf die Vorzüge meiner einzelnen Pferde durch Triamisu hatte sich sehr gut gemacht ihn würde ich noch mit nehmen und eigentlich wollte ich Badriah mit nehmen doch sie war noch tragend mindestens eine Woche oder länger. Bara war zu Jung auch wenn sie mit viel Ehrgeiz zeigte, überfordern will ich sie aber nicht. Hestia und Asfari waren noch nicht so lang in meinem Stall und sollten sich noch eingewöhnen sie vielen daher auch aus
      Grübelnd stand ich vor Zanhya sie zeigte viel Potenzial war aber in neuer Umgebung meist etwas unsicher , Famina war auch noch zu frisch bei mir und passte eher zu einem Ruhigen Tunier .
      Rubina war ebenfalls tragend also viel sie auch aus, ich schüttelte den Kopf jetzt hatte ich den ganzen stall voller Pferde und keins Konnte mit zum Turnier.
      Saddy war auch nicht das mädel was ich mit nehmen wollte da sie doch mal zu beißen konnte es musste einfach ein Team sein was passt , das sollte doch möglich sein Teasy hatte erst ein Fohlen und wurde nun erste wieder antrainiert zu viel wäre nicht gut für die kleine .
      Bei der nächsten Box blieb ich stehen und blicke Shady an ja sie sollte mit das würde passen Duke und shady und wen noch ?
      Baraka, Dukes große Liebe eigentlich würde ich sei gern mit nehmen aber dann wäre Duke nicht bei der Sache Farahsha hatte sich den Fuß verstaucht oder geprellt sicher waren wir uns da nicht und Cardiac sollte am Wochenende Rossig werden das wäre ungünstig.
      Bei den Fohlen blieb ich stehen und tütelte ein wenig mit ihnene rum bald würde ich sie trennen müssen nicht das der kleine seine Halbschwester Deckt . Weiter ging es wieder bei den Hengsten Tiramisu war ja schon eigentlich die zweite wahl gewesen aber er war jetzt so oft auf Tunieren gewesen und erst zu letzt die Körung die er erfreulicherweise gewonnen hatte, ich beschloss erst mal weiter zu schauen und zu überlegen .
      „ hey Bintu du Ekelpackt „ begrüßste ich dne Hengst denn dieser schoss hervor mit gebleckten Zähnen das war auch schon mal besser gewesen dachte ich bei mir und setzt ihn auf die Liste für kleine Veranstaltungen .
      Arsil soll Cardiac am Wochenende decken da muss er leider dableiben.
      Kadihr war und ist ein Träumer und ein schatz doch wär es für ihn zu anstrengend ( und für mich auch gestand ich mir schmunzelnd ein)
      Da ich schon auf meiner Runde war ging ich auch zu den Jungspunden Shamal und bahar kraulte ihnen die nasen und meine „ Bals bekommt ihr einen Icebraker sohn zu euch ihn die Runde seit schön lieb zu ihm – Shamal der viel von bahar übernommen hatte war kaum wieder zu erkennen anhänglich und Sanft legte er den kopf auf meine schulter und lies sich Kraulen.
      Auch in den Westernpferde Stall ging ich um zu schauen das alle Fit sind und ich mir keine Sorgen machen musste wenn ich nicht da war .
      Gerlie, Jade, Caresse, Keep the Faith, Kajano und Shlush standen verstreut in den Boxen oder auf dem Paddock.
      Ich machte mich dran noch eine Ladung Heu in die Raufen zu geben und Füllte den Futter Automat auf Natürlich wären die Pferde nicht allein mein Pfleger war ja auch noch da und würde Misten und alles doch wo man ihm arbeit abnemen konnte tat ich das .
      Nun holte ich Tiriamisu raus Packte ihn in Reise Decke und Gamaschen ein. Danach folgte Duke den ich ebenfalls gut verpackte , jetzt folgte das stütchen Shady auch sie kleidete ich ein, überblickte noch mal das eingepackte Material und auch den Wanderstrom Zaun hatte ich dabei war ich doch fast einen Tag unterwegs .
      Futter und auch die Sättel der andere Pferde waren dabei Duke musste mit dem Dressursattel von Triamisu Vorlieb nehmen aber für einmal würde es gehen .
      Shady hatte Zahays Sattel – Spring und Dressursattel einen VS sattel hatten sie alle selbst.
      Dann ging die große fahrt los ….

      Pflegebericht
      5. Januar 2016 | (c) sweetvelvetrose

      Ein grauer Morgen und doch ein guter Tag,
      Aufgewacht der regen tratschte gegen die Schreibe und ich hatte so gar keine Lust raus zu gehen und doch heute war ich mit stall dienst dran.
      Nach dem Anziehen ging ich raus in den Stuten stall Mistet den Paddock von Fada Fid ,Hestia, Baraija, Zanyah, Best Look mein gast Pferd , Famia, Rubina Badriyah, Saddy,Teasie, Shady,Farahsa,Baraka Cardiac und meine Jungstute Cassi, bei Moulan meinen Englischen Volli streute ich auch neu ein brachte frisches Heu mit dem Trekker in die paddocks ,dann Kümmerte ich mich um die drei Jung Hengste Shamal und Bahar so wie Ironic, die beiden Pfelgis Cola und Wihte Boy bekamen auch ihre ration Shamal und Bahar und Ironic durften sich im frei speigen aus toben.
      Meine Western Pferden bekamen auch ihre Ration und durften sich in der Kleinen Halle die Beine vertreten brav nach ein andern oder auch mal zusammen.
      Erst Gerlie Faithe Jade und Caresse dann die beiden Hengste Slush und Kajano,
      dann ging es zu meinen Araber hengsten Duke, mein neuer und nun bester Freund von Duke Amore , dann Ashqar mit Tiri danach Bitu allei n da er grad wieder eine Phase des ich bin blöd zu anderen hatte danach Asfari mit Kadihr und Arsil danach ging ich mit dem Hund und Amore und Duke noch im Regen spatzieren und freute mich nach einem Anstregenden langen Tag auf ein Heißes Bad und ein Buch.

      Pflegebericht
      14. Mai 2016 | (c) Sammy

      „So, jetzt müssten wir eigentlich gleich da sein!“, sagte ich fröhlich zu meinen vier Mitarbeitern, die mit mir in meinem Auto saßen. Wir waren gerade auf dem Weg zum Gestüt Fearie Hills von Sweetvelvetrose. Diese hatte für heute jemanden gesucht, der sich um ihre 38 Pferde kümmerte und ich war der Meinung, dass uns etwas Arbeit mit fremden Tieren auf keinen Fall schaden würde.
      Ich bog in die Zufahrt ein und stellte das Auto ab. Ich war schon ein paar mal hier gewesen, da ich Sweet schon des Öfteren Pferde abgekauft und auch eines verkauft hatte. Kaum waren wir alle ausgestiegen, kam uns die Gestütsleiterin auch schon entgegen und begrüßte uns herzlich.
      „Ich muss leider auch schon weg, ich hoffe ihr findet euch trotzdem zurecht? Du warst ja schon hier, denkst du das geht so?“, fragte Sweet mich. „Klar, das schaffen wir auf jeden Fall! Bis du wieder hier bist, ist alles erledigt!“, versprach ich ihr lächelnd und führte meine kleine Truppe dann auch sofort in den Stall. Es war erst früher morgen, doch da die Pferde ihr Frühstück bereits beendet hatten, begannen wir sofort damit, sie auf die Koppeln zu bringen. Sweet hatte uns netterweise einen Plan da gelassen, damit wir alles richtig machten. Ich bewunderte Sweet`s Tiere, während meine Lieblingsmitarbeiterin Meg erwartungsgemäß bei Barakah al Sanaa hängen blieb. Die junge Stute stammte aus meiner Zucht und Meg war es nicht ganz leichtgefallen, sie gehen zu lassen. „Meg, schau mal hier! Ihre erste Tochter!“, rief ich die junge Frau zu mir, als ich vor der Box einer wunderhübschen Araberstute namens Baraija ankam. Das Stütchen hatte Barakah`s Fellfarbe geerbt und besaß ein ausgezeichnetes Exterieur. Auch Meg war hin und weg von der Süßen.
      Nachdem wir alle Pferde aus dem Stall raus hatten, begannen wir mit dem Ausmisten der Boxen. Zu Hause übernahmen das immer meine Arbeitsreiter und Stallburschen, doch hier legte ich natürlich selbst mit Hand an. Immerhin hatte ich hier und heute Gott sei Dank einmal keinen Bürokram zu erledigen. Wir waren ein absolut eingespieltes Team und kamen daher sehr gut voran. Schließlich hatten wir alle Boxen ausgemistet, frisch eingestreut, Heu hineingeworfen und die Tränken kontrolliert. Ich holte flott die Kühltasche aus meinem Auto und wir schlenderten zu einer Wiese bei den Koppeln, um dort Pause zu machen. Ich tischte Sandwiches, Obstsalat und Eistee auf und es dauerte nicht lange, bis sich Samuel und Donald um das letzte Schinkenbrötchen stritten. Meg und ich rollten nur mit den Augen, während der stille Brian keine Miene verzog. Er hielt sich aus dem Gehabe der anderen Jungs meist raus, was vielleicht auch ganz gut so war. Nachdem Donald und Samuel ihren „Ich-habe-aber-mehr-gemistet-Streit“ um das Brötchen endlich beendet hatten, packten wir zusammen und kehrten in den Stall zurück, um nun mit den Pferden zu arbeiten.
      Nach einem längeren Blick auf die Trainingspläne hatte ich mich entschieden: Wir würden zuerst einmal mit den Hengsten beginnen – dazu zählten White Boy und Asfari Sharin, die beide im Verkaufsstall standen. „Samuel, Donald? Ihr schnappt euch Slush und Kajano. Letzterer ist wohl ein absoluter Westerncrack, deshalb reitest du ihn, Donald. Ihr geht mit den beiden einfach ein bisschen auf den Platz. Meg, Brian und ich schnappen uns die Shettys Ginnies Casanova und Erutan Wishes, sowie das Hengstfohlen Ironic und machen in der Halle ein bisschen Bodenarbeit. Sind alle damit einverstanden?“, ratterte ich den ersten Teil meines Plans herunter. Alle nickten und so machten wir uns wieder auf zu den Koppeln, damit jeder das ihm zugeteilte Pferd holen konnte. Am Putzplatz trafen wir uns alle wieder und machten die Pferde in aller Ruhe fertig. Brian, der sich um Erutan Wishes kümmerte, stöhnte angesichts der langen, dicken Mähne des Ponies. Aber auch Meg hatte mit Casanova`s dickem Fell gut zu tun, während ich mit dem Hannoveraner Ironic vergleichsweise schnell fertig war. So zogen die beiden Jungs mit den Criollos in etwa zeitgleich mit uns los – Donald im Westernsattel, Samuel in gewohnter Dressurmanier. Wir anderen schlugen dagegen den Weg zur Halle ein. Ich war ganz begeistert von dem Hengstchen an meiner Seite. Ironic blieb brav neben mir und war sehr folgsam. Meg musste da mit Casanova schon ein wenig mehr verhandeln und Brian brauchte eine ganze Weile, bis Erutan an seiner Seite ein wenig zugänglicher wurde. Alles in allem verlief das Training aber sehr gut und so trafen wir eine halbe Stunde später wieder mit den beiden Jungs zusammen. Donald war völlig hin und weg von dem hübschen bunten Criollohengst, während Samuel ein wenig geschafft aussah. „Slush hat es mir anfangs ganz schön schwer gemacht, der kleine Sturkopf hat mich wirklich getestet bis aufs Blut. Aber danach ist er dann wirklich schön gelaufen!“, berichtete er. Wir versorgten die fünf Pferde und entließen sie anschließend wieder auf die Koppeln.
      „Okay meine Lieben, weiter geht’s. Ich dachte wir machen einen kurzen Ausritt mit den nächsten fünf Hengsten. Donald nimmt Duke of Darkness, ich selbst werde Tiramisu reiten, Samuel bekommt Bintu Al-Bahri, Meg Ashqar – wegen der Größe und Brian, du holst dir TC Amor Casdove. Bis auf Duke und Amor könnt ihr euch die Reitweise aussuchen, die beiden werden Western geritten.“
      Wieder kamen wir alle am Putzplatz zusammen, säuberten und sattelten die wunderschönen Hengste und schwangen uns anschließend in die Sättel. Ich hatte mich für Tiramisu entschieden, da der Hengst wohl sehr unsicher wurde, wenn man beim Reiten einen klitzekleinen Fehler machte. Meine Mitarbeiter waren zwar alle ausgezeichnete Reiter, doch ich hatte nun einmal die meiste Erfahrung – und das auch mit schwierigen Pferden. Wir verließen den Hof im gemütlichen Schritt und genossen die warme Maisonne auf unseren Rücken. Die Pferde schritten eifrig aus und überzeugten uns alle von ihrem ausgeprägten Arabertemperament. Als wir auf einem recht breiten, ebenen Weg angelangten, gab ich das Zeichen für den Galopp und wir preschten den Weg entlang. Zu meiner Freude ließ Tiramisu trotz seiner anfänglichen Unsicherheit wunderbar reiten und auch auf den Gesichtern der anderen lag ein zufriedenes Lächeln, als wir auf den Hof zurückkehrten. Wir sattelten die Hengste ab und entließen sie wieder auf ihre Koppeln.
      „Auf in die nächste Runde! Danach machen wir dann kurz Pause. Donald du holst dir bitte Shamal und Meg, du nimmst Bahar. Mit den beiden Halbstarken könntet ihr ein wenig spazieren gehen, wenn ihr wollt. Brian schnappt sich Khadir, Samuel du dir Asfari Sharin und ich selbst werde Arsil nehmen. Für die drei hübschen steht heute Dressurtraining an.“, wies ich meine Mitarbeiter an. Es war nicht ganz einfach, das Training so vieler unbekannter Pferde zu koordinieren, doch bisher lagen wir sehr gut im Zeitplan. „Ach, nur damit sich niemand wundert: Ich habe White Boy nicht vergessen, den nehmen wir dann nach der Pause noch dazu.“ Während ich Arsil`s fuchsfarbenes Fell bürstete, überlegte ich mir schon einmal, was wir schönes mit den Stuten anstellen könnten. Wahrscheinlich würde sich der Plan so ziemlich wiederholen, aber nach einer kurzen Pause sollte das machbar sein. Als der wunderschöne Araberhengst glänzte, legte ich ihm die Dressurausrüstung an und schlenderte mit den beiden anderen zum Platz. Dort stellten wir die Hengste auf der Mittellinie auf, gurteten nach und schwangen uns auf die Rücken der Pferde. Während Samuel erst ein wenig um das Vertrauen des jungen Schimmels Asfari kämpfen musste, kam ich mit Arsil sehr gut zurecht. Der schöne Araber arbeitete sehr gut mit und reagierte auf jede noch so kleine Hilfe wunderbar. Auch Brian kam mit Khadir ausgezeichnet zurecht und wir beendeten die Dressurstunde mit einer kleinen, schnell improvisierten Quadrille. Als wir die drei Hengste gerade zurück auf die Weide brachten, kamen uns Meg und Donald mit Shamal und Bahar entgegen. Beide waren ganz begeistert von den Junghengsten. Shamal war zwar laut Donald sehr aufgedreht gewesen, doch Bahar`s Ruhe hatte sich zu einem guten Teil auf den anderen Hengst übertragen, sodass die vier einen netten Spaziergang gehabt hatten.
      Die anderen setzten sich nun schon einmal an die Stutenkoppeln, während ich die nächste Ladung Sandwiches holte. Die hatten wir uns nach der Arbeit nämlich redlich verdient. Inzwischen war es früher Nachmittag und wir lagen immer noch sehr gut im Zeitplan. „So, ihr Süßen“- ich ignorierte gekonnt, dass Donald, Samuel und Brian bei dieser Anrede die Gesichter verzogen – „lasst uns weiter machen. Wir starten mit einem Ausritt, dann kommt ein weiteres Dressurtraining, noch ein Ausritt, ein bisschen Freispringen und Bodenarbeit. Damit wären wir dann durch für heute. Aber jetzt mal von Anfang an: Meg, du darfst Baraija reiten, ich nehme Badriyah. Donald bekommt Teasie, Samuel Cardiac und Brian Saddy. Auf geht’s!“
      Ca. zwanzig Minuten später hatten wir das Gestüt auf dem Rücken der fünf Stuten wieder verlassen. Ich saß auf der Tochter von meinem preisgekrönten Araberhengst Khamar al Sanaa und war hin und weg von der wunderschönen Badriyah. Auch Meg strahlte auf Barakah`s Tochter mit der Sonne um die Wette und so hingen wir beide völlig unseren Gedanken nach und blendeten das Geplapper der Jungs einfach aus. Zumindest solange, bis Donald lauthals neben mir quengelte, er und Teasie wollten jetzt endlich galoppieren, dieses ewige Schrittreiten sei doch viel zu langweilig. Also nahmen wir alle die Zügel auf und ließen die Pferde angaloppieren. Donald und Samuel lieferten sich auf dem ebenen Weg ein kleines Rennen, während wir anderen einfach die schärfere Gangart genossen. Die Pferde waren zwar alle recht temperamentvoll, ließen sich dabei aber gut händeln, so dass auch dieser Ausritt wirklich schön endete. Als die fünf Stuten wieder auf ihrer Weide waren, schnappten wir uns Zanyah, Rubina, Famiah, Hestia und Fada Fid. Donald murrte ein wenig, da er sehr viel lieber Western als Dressur ritt, aber da musste er jetzt eben durch. Ich wusste ja, dass er es konnte. Meg durfte die wunderschöne Famiah reiten, die früher einmal einer guten Freundin von mir gehört hatte, während ich Donald auf Fada Fid setzte. Samuel bekam Rubina und Brian Hestia, also blieb für mich die hübsche Schimmelstute Zanyah übrig. Sie sah meiner geliebten Little Miss Sunshine wirklich sehr ähnlich und ich war gespannt, ob sie sich auch charakterlich ähnelten. Wir putzten die hübschen Damen und machten sie anschließend fertig fürs Training. Dann zockelten wir mit ihnen zum Reitplatz und begannen mit der Arbeit. Soweit ich das von Zanyah`s Rücken aus beurteilen konnte, arbeiteten alle fünf Stuten sehr gut mit und meine Leute kamen gut mit ihnen zurecht. Wir beendeten das Training mit einer kleinen Schrittrunde um den Hof, damit die Pferde abkühlten und entließen auch sie wieder auf die Koppel.
      Als nächstes stand der dritte und letzte Ausritt dieses Tages an. Ich teilte Donald das Quarter Horse Jade zu, Brian bekam die Criollostute Keep the Faith, Meg die Irish Tinker Dame Magical Touch, Samuel Caresse und ich selbst übernahm deren Tochter Girlie, ebenfalls zwei hübsche Criollostuten.
      Wir machten die Tiere fertig und schwangen uns in die Westernsättel. Diesmal schlugen wir einen anderen Weg ein, der uns in den Wald führte. Diesmal waren wir sowieso mit einer ein wenig ruhigeren Fraktion unterwegs, sodass wir es bei einem gemütlichen Schrittausritt beließen. Immerhin hatten wir nun doch schon einen recht anstrengenden Tag hinter uns und waren ja noch nicht fertig für heute. Wieder auf dem Hof angekommen, sattelten wir die Stuten ab, versorgten sie und schnappten uns die nächsten fünf Pferde. Nun stand wieder Bodenarbeit auf dem Programm und ich teilte als erstes Brian den Hengst White Boy zu. Die beiden sollten in die Halle gehen, während wir anderen mit den Stuten auf dem Platz trainieren würden. Ich selbst übernahm das Hannoveranerfohlen Cassidy, Meg bekam Tiara Al-Bahri, Samuel Best look for my Weekend und Donald die Shettystute My Hope Nymeria. Brian ließ uns den Vortritt und kümmerte sich erst um White Boy, als wir den Putzplatz verlassen hatten. Ich wollte mit fremden Pferden kein Risiko eingehen, deshalb hatte ich diese Trennung vorgenommen. Wir anderen betraten mit den Stuten den Platz, machten ein wenig Führtraining, übten Seitengänge, richteten die Pferde rückwärts und übten zuletzt das Freilaufen. Nur Cassidy bekam natürlich den Schongang, da das Stutfohlen in ihrer Ausbildung selbstverständlich noch nicht so weit war, wie die anderen vier Stuten.
      Als wir später wieder mit Brian zusammentrafen, verteilte ich die letzten drei Pferde. Inzwischen war es auch Abend geworden, es wurde somit Zeit, die Pferde in den Stall zurückzuholen. „Okay, wir werden jetzt ein kleines Freispringen zum Abschluss veranstalten. Dazu nimmt Samuel bitte Shády, Brian bekommt Farasha und ich selbst nehme Barakah al Sanaa. Meg, Donald ihr kümmert euch bitte schon einmal darum, dass die Pferde in ihre Boxen kommen. Wenn ihr schnell genug seid, könntet ihr auch schon mit der Abendfütterung beginnen. Meg machte ein langes Gesicht, doch ich brauchte Leute, die sich mit dem Springtraining auskannten und Meg war nun einmal Rennreiterin. Mit Springen hatte sie wirklich überhaupt nichts am Hut. Wir holten die drei besagten Pferde von der Koppel, putzten sie und schützten ihre Beine mit Gamaschen und Streichkappen. Eine kleine Springgasse hatte ich in der Halle bereits aufgebaut, sodass wir die Pferde zuvor nur noch aufwärmen mussten. Ich war wirklich froh zu sehen, dass Barakah sich hier so gut eingelebt hatte. Die Stute ging mit gewohntem Ehrgeiz ans Springen heran und auch Shády und Farasha machten ihre Sache sehr gut. Letztere war die Mutter von meinem Araberhengst Wüstentänzer, daher kannte ich auch sie bereits. Wir ließen die drei Stuten ein paar Mal über verschiedene Höhen springen, dann führten wir sie trocken und brachten sie anschließend in ihre Boxen. Im Stall herrschte ein ganz schöner Tumult, da Meg und Donald tatsächlich bereits mit der Abendfütterung begonnen hatten.
      Als schließlich jedes Pferdchen seine Ration im Trog hatte, legte sich die uns gut bekannte, wohltuende Stille über den Stall, in der nur das zufriedene Kauen der Pferde zu hören war. Wir drehten eine letzte Runde durch den Stall und machten uns dann nach diesem langen Tag auf den Heimweg.
      Zaii gefällt das.
    • Gwen
      Leben auf Haras Artemis

      Heimlicher Besuch
      Ich konnte meine Tränen nicht mehr zurückhalten, als ich endlich da war. Wochenlang, nein, Monatelang hatte ich die Tränen verdrückt und versucht meine Entscheidung nicht in Frage zu stellen. Doch nun, nun da ich hier war, schienen all meine Vorhaben und Pläne in Luft aufgelöst zu sein. Wie sehr wünschte ich mir doch, dass noch alles so wie früher wäre, dass wir alle noch zusammen lebten, dass Shadow nicht gestorben wäre. Wie sehr wünschte ich mir, alles rückgängig machen zu können und doch merkte ich, dass ich die letzten Monate nicht gerade unglücklich gewesen war.
      Ich parkte den gemieteten Wagen auf dem Parkplatz vor einem großen Stallgebäude. Natürlich war ich noch nie hier gewesen, aber das Internet und Google Maps hatten mir genügend Informationen ausgespuckt, um den Weg hier her zu finden.
      Niemandem hatte ich etwas gesagt, nur Addison hatte ich erzählt, dass ich nicht länger ahnungslos in Nevada sitzen konnte. Einmal, einmal musste ich nochmal meine Freunde sehen, das Baby und natürlich all die Pferde die ich zurückgelassen hatte.
      Mir schossen die Tränen schon wieder in die Augen, welche ich mit letzter Kraft gerade erst verbannt hatte, als ich die Wagentür öffnete und ohne diese wieder zu schließen, in Richtung Stall stolperte.
      Es war bereits pure Nacht, die genaue Uhrzeit wusste ich nicht, und der Mond schien über dem Gestüt. Hinter dem Stall konnte ich einen Blick auf ein großes Gewässer erhaschen, bevor ich das Stalltor leise aber hastig aufschob und in den Stall schlich.
      Er war unbeschreiblich schön, mit genau der Art von Boxen, welche ich mir schon immer gewünscht hatte. Groß, luftig und mit so wenig Gitter wie möglich, es war einfach perfekt.
      Lange musste ich nicht suchen, wie eh und je, seit Anbeginn der Zeiten, lag Excelsiors Box ganz am Anfang des Stalls auf der linken Seiten. Er war schon immer der Torwächter gewesen, hatte jeden Freund freundlich begrüßt und jeden unerwünschten Besucher mit bösen Blicken davon abgehalten, näher zu treten. Er döste in seiner Box, während er einen Kopf auf der Tür abgelegt hatte. Mein Exel, mein kleiner, unbeschreiblicher Exel. Wie sehr hatte ich ihn vermisst, wie sehr…
      Das Mondlicht fiel durch die vielen Fenster im Dach und beschien genau die lange Stallgasse, sodass ich genügend Licht hatte, um alles gut erkennen zu können. Ich traute mich nicht näher zu treten, aus Angst, dass genau jener Wallach mich nicht wiedererkenne würde oder mir vielleicht sauer war, dass ich ihn allein gelassen hatte. All das verstand ich, ich konnte es selbst nicht fassen, dass ich es getan hatte und trotzdem hatte ich gedacht, dass es für mich die beste Entscheidung gewesen war und die war es auch. Ich hatte gemerkt, was das Leben in Nevada mit mir gemacht hatte, es hatte mich gemacht. Mich, die endlich ihren Schatten übersprungen hatte und zurückgekehrt war. Zwar nur für einen kurzen Moment, aber ich war wiedergekommen und endlich das abzuschließen, wovor ich vor einem dreiviertel Jahr nicht die Möglichkeit gehabt hatte.
      Ich lehnte mich an das Holztor und nahm meine Hand zum Mund. Bereits als Schülerin hatte ich immer den Tick gehabt, mir mit dem Finger gegen die Lippen tippen zu müssen, wenn ich nicht weiter wusste und leider hatten das die Lehrer sehr schnell herausgfunden und mich dann immer extra dran genommen.
      Als auch meine letzte Träne versiegt war, stieß ich mich vom Tor ab und ging mit leisen und langsamen Schritten auf die Box von Excelsior zu. Ich behielt ihn genau im Blick, als dieser jedoch die Augen öffnete und mich ansah, musste ich seinem Blick weichen und schaute wie ein kleines Kind hinab auf meine Schuhe. Ich stand nun so nah vor ihm, dass wir in Reichweite waren und mit angehaltenem Atem wartete ich auf eine erste Reaktion des Pferdes. Des Pferdes, mit welchem alles begonnen hatte, wegen welchem ich jetzt genau an diesem Fleck stand.
      Nach einer gefühlten Ewigkeit fühlte ich die feuchte Schnauze in meinen Haaren und atmete erleichtert aus. Und wieder einmal kamen mir heute die Tränen, allerdings waren es Freudenstränen, Tränen, die mir zeigten, dass ich nicht alles falsch gemacht hatte.
      Natürlich war auch Excelsior irgendwo nur ein Pferd, aber für mich war es DAS Pferd und ging sogar hinaus über Chosposi und das musste erst mal jemand schaffen.
      Nun völlig übermütig schob ich den Riegel der Boxentür zur Seite und fiel dem grauen Pferd um den Hals. Sein Duft hatte sich nicht verändert und auch wenn sein Haar nochmal etwas länger und sein Fell dichter geworden war, so war es eindeutig noch mein Exel, welchen ich vor so vielen Monaten in Südfrankreich zurückgelassen hatte.
      Ich hatte es nicht gemerkt, dass ich zu Boden gesunken und auch dort eingeschlafen war. Wahrscheinlich war es die Müdigkeit oder die Erschöpfung, oder eben beides gewesen, aber erst als mich kräftige Arme hoch hoben und aus dem Stall trugen, wachte ich so langsam wieder auf. Es war noch immer tiefste Nacht, auch wenn ich hätte schwören können, dass es bereits morgen sein müsste.
      Mit einem Erschreckensschrei bemerkte ich, dass ich den Mann nicht kannte, welcher mich in seinen Armen hielt und versuchte mich so schnell wie möglich daraus zu befreien. Der Mann schien nichts dagegen zu haben und setzt mich auf dem Boden ab, wo ich dann einige Meter zurück stolperte.
      Er sagte nichts und ich konnte seinen genauen Gesichtsausdruck in der Dunkelheit nicht erkennen, auch wenn mir mein Gefühl sagte, dass er nichts Böses wollte. Meinem Gefühl vertraute ich jedoch schon lange nicht mehr.
      Einige Sekunden schauten wir uns stumm an, bevor ich vorsichtig auf englisch fragte: »Wer bist du? Arbeitest du hier?« Ich wusste nicht genau welche Sprache er sprach, immerhin waren wir hier mitten in Norwegen und ich hatte noch nie ein Wort dieser Sprache gesprochen. Er schien mich auf jeden Fall zu verstehen und das war schon mal ein Anfang.
      »Allerdings«, meinte er mit tiefer und ruhiger Stimme, bevor er sich umdrehte und den schmalen Weg entlang vom Stall wegging. »Wenn du nichts dagegen hast, würde ich gerne alles weitere mit dir im Haus besprechen.«
      Ich wusste nicht was ich tun sollte und hätte ich es gewusst, wäre ich ihm wahrscheinlich gefolgt. Ich war schon immer ein Angsthase gewesen und diese Angst hatte sich noch nicht mal gelegt, als ich alleine nach Amerika ausgewandert war. Jeder vermutete von mir, dass ich eine mutige und starke Persönlichkeit war, dabei war ich einfach nur ich. Ich Mio, die vor jedem Angst hatte, den sie nicht kannte. Super.
      Ich schaffte es dem jungen Mann hinter her zu stolpern und mir einen Weg über den unebenen Pfad zu suchen.
      Er musste auch auf dem kleinen Hof wohnen, den auch Charly und Nico bewohnten, denn er steuerte zielgerichtet darauf zu.
      Still, einsam und unbeleuchtet lag das kleine Gut in der Nacht. Die weitläufigen Weiden waren verlassen und das sanfte Rauschen des Fjords vervollständigte das perfekte Bild eines perfekten Platzes. Ich konnte verstehen, warum sie sich genau hier niedergelassen hatten. Es war perfekter als perfekt, wenn man es eben so mochte. Ich könnte mir nie vorstellen, wieder so zu leben. Nicht jetzt, nachdem ich all das in Nevada erlebt hatte. Hier würde ich verrückt werden, in dieser kleinen, perfekten Welt.
      Der Mann führte mich zu einem kleinen Nebengelass, bei welchem er die Tür aufschloss und mich hinein winkte. Der leere Flur wurde nur spärlich von einer alten und dazu noch flackernden Lampe an der Decke beleuchtet und war für mich persönlich ein Albtraum. Am Ende des Flur gab es zwei Türe. Links und rechts. Während die Rechte nur so von Spinnenweben verhangen war, schien die linke frisch gestrichen zu sein, was ich allerdings in dem Dämmerlicht nur erahnen konnte.
      Der Mann stieß die Tür grob auf und ich sah noch, wie er einige Briefe und Papiere vom Sofa wischte und in einem Schubfach verschwinden ließ.
      Die Wohnung, wenn man sie überhaupt so nennen konnte, bestand nur aus einer Wohnküche und einer kleinen Toilette. Ein größeres Bad konnte ich nirgends finden. Es war nicht dreckig oder muffig, aber unaufgeräumt und etwas chaotisch. Zum Glück brachte der brennende Kamin an einer Seite etwas Wärme in das Durcheinander. Vor dem Kamin auf einem alten Teppich lag ein ebenso alter Hund. Oder sollte ich lieber Wolf sagen? Sein Fell war ursprünglich bestimmt schwarz gewesen, doch jetzt mit dem Alter war es mit jeder Menge weißen Strähnen durchzogen. Er schien dazu auch noch taub zu sein, denn er zuckte nicht mal mit den Ohren, als der Mann die Tür hinter mir wieder schloss und auf das Sofa deutete, welches vor dem Kamin stand.
      Jetzt war ich sowieso einmal hier drinnen gefangen, es war also zu spät, weswegen ich mich nicht lange bitten ließ und mich auf diesem niederließ.
      Der Mann schien sich noch nicht mit mir unterhalten zu wollen, sondern drehte sich einfach nur zu der kleinen Küchenzeile um und setzte Wasser auf.
      Ich konnte ihn damit endlich von nahen und im Licht betrachten. Er war nicht allzu groß für einen Mann, vielleicht 1,80m, wenn ich schätzen musste. Seine rotblonden Haare waren an den Seiten abrasiert und die restlichen zu einem Zopf auf seinem Kopf zusammen gebunden. Er sah nicht gefährlich aus, jedenfalls nicht auf den ersten Blick, und auch wenn ich damit keine Ahnung hatte, so würde sich ein Vergewaltiger wahrscheinlich als erstes nicht einen Tee kochen, so wie er es gerade tat.
      »Fenchel?« fragte er mich und ich brauchte etwas länger, um zu verstehen was er meinte. Ich sprach mittlerweile so perfekt Englisch, dass mir manche nicht mehr abkaufen wollten, dass ich ursprünglich Deutsche war und erst seit wenigen Monaten in den USA lebte. Aber dieser Mann hier hatte wahrscheinlich nie so gut Englisch sprechen gelernt, weswegen sein Englisch durch den Akzent schwer verständlich war.
      Ich nickte nur auf seine Frage und wandte meinen Blick dann von ihm ab. In Gedanken versunken schaute ich ins Feuer. Auch wenn ich durch den Schock beim Erwachen meine Erschöpfung vergessen hatte, so kehrte diese nun langsam zu mir zurück. Die wohlige Wärme des Feuers und das bequeme Sofa luden einfach dazu ein.
      Meine Augen wollten mir gerade zu fallen, als der Mann zwei dampfende Tassen vor uns auf den kleinen Holztisch abstellte und sich dann selber in einen Sessel auf der anderen Seite des Tischs fallen ließ. Jetzt endlich blickte der Hund am Boden auf und seine großen braunen Augen und schauten fragend zu seinem Herrchen hinauf. Dieser kraulte seinen Hund nur kurz, bevor er ihm das Zeichen gab, dass er sich wieder hinlegen konnte.
      Um nicht noch länger schweigen zu müssen, übernahm ich die Offensive. »Ich bin Mio und es tut mir Leid, dass ich ohne zu fragen den Stall betreten habe.«
      »Ich weiß wer du bist, es hängt ein Bild von dir bei uns im Stall.« sagte der Mann zu mir. »Ich bin Malte. Ich muss dich nur leider enttäuschen, denn Charly unf Nico sind für mehrere Tage verreist.«
      Endlich wusste ich seinen Namen. Malte, das klang nordisch, was ja nicht weiter verwunderlich war, wenn er in Norwegen wohnt. Ich winkte nur ab, es war mir sogar recht, dass sie nicht da waren. Ich wusste selbst, dass es nicht fair ihnen gegenüber war, aber das Leben war nun mal nicht fair und das hatte ich bereits vor langer Zeit gelernt. Aber der Satz von Malte, dass ein Bild von mir im Stall hing, der schallte noch etwas länger in meinem Kopf nach.
      »Danke«, meinte ich dann nur, als mir auffiel, dass ich Malte noch gar nicht geantwortet hatte.
      Auch Malte schien nicht gerade ein Mann großer Worte zu sein. Ihm schienen die Worte genauso ausgegangen zu sein wie mir und deswegen schob er mir einfach eine der beiden Tassen auf dem Tisch zu und fing dann in Gedanken versunken seinen Hund zu seiner rechten zu streicheln.
      Mein Blick verfing sich wieder im Feuer. Die Flammen flackerten in allen möglichen Farben und es sah so aus, als würde nicht nur der Kamin brennen, sondern auch der Teppich, der Hund und Malte, welche genau davor saßen.
      Ich fand es komisch, dass es gerade mal Ende September war und hier bereits geheizt werden musste. In Nevada waren es immer noch jeden Tag etwa 70 Fahrenheit und so würde es auch noch eine ganze Zeit lang bleiben. An die Wärme hatte ich mich mittlerweile gewöhnt, weswegen die Kälte hier für mich noch unerträglicher war als ohnehin schon.
      Ruckartig setzte sich Malte gerade hin, griff mit seiner Hand in seine Hosentasche und zog seinen Autoschlüssel, nein, es war ja meiner, heraus. Dann reichte er ihn mir über den Tisch sagte: »Hätte ich fast vergessen, den habe ich aus deinem Auto geholt und gleich abgeschlossen, das hattest du anscheinend vergessen.«
      Dankend nickte ich ihm zu und nahm ihm die Autoschlüssel ab. Kurz berührte ich seine Hand und ich war erstaunt, wie weich sie sich anfühlte, denn im schwachen Licht sah sie aus, als wäre sie von der täglichen Arbeit rau geworden. Ich steckte den Autoschlüssel in meine Jackentasche und nahm dann die immer noch dampfende Tasse Tee vom Tisch. Tee, auch so etwas, was ich schon lange nicht mehr getrunken hatte.
      »Wie lange hast du vor zu bleiben?« fragte mich Malte, während er aber den Blickkontakt zu mir vermied. Es löste ein seltsames Gefühl in meinem Magen aus, dass wir hier gemeinsam saßen, uns erst einige Minuten kannte und trotzdem keine Themen zum Reden hatten.
      »Weiß nicht, darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Einen Tag, vielleicht auch zwei?« meinte ich achselzuckend. Dabei sah ich zu, wie Malte beide Augenbrauen nach oben zog.
      »So kurz nur? Charly und Nico kommen erst in zwei Tagen wieder.«
      Ich wusste nicht was er von mir halten sollte, aber ich wollte ehrlich sein. »Ich weiß, dass ich Charly damit mal wieder verletze, aber ich werde vor ihrer Ankunft wieder weg sein. Ich bin schon lange nicht mehr die Freundin, die ich einmal war und ich mache es Charly nur noch schwerer, wenn ich wieder gehe. Ich gehe nun meinen eigenen Weg.«
      Ich konnte nicht erkennen, welche Emotionen Malte nun durchflossen, überhaupt konnte ich keine Reaktion in seinem Gesicht erkennen. Er zuckte nur mit den Schultern und wandte sich dann wieder seinem Tee zu.
      »Du kannst gerne die beide Nächte bei mir schlafen, es sieht so aus, als bräuchtest du dringend mal wieder etwas Schlaf.«
      »Danke, das nehme ich gerne an.« Meinte ich und lächelte wahrscheinlich das erste Mal an diesem Tag.

      Auch wenn das Sofa nicht gerade das größte und bequemste war, so schlief ich doch gut und auch recht lange. Das war ja auch kein Wunder, immerhin hatte ich den ganzen letzten Tag im Flieger gesessen und war dementsprechend ausgelaugt gewesen.
      Als ich von den Sonnenstrahlen geweckt wurde, welche durch die kleinen Fenster zu mir herein schienen, blieb ich nicht mehr lange liegen, sondern begann den Tag mit neuer Motivation und Freude. Gestern hatte ich nur Augen für Excelsior gehabt, aber es gab ja auch noch einige andere Pferde, welche ich vermisst hatte. Vor allem Jeanie, Ocarina of Time und Happy, aber auch Grenzfee und Teufelstanz, Charelle und April Rain. Ich war gespannt was auch aus Marid dem Idioten geworden war und ob es ihn überhaupt noch gab.
      Malte konnte ich nirgends finden, weswegen ich davon ausging, dass er bereits unterwegs war. Ein Blick auf die Uhr bestätigte diese Vermutung, denn es war bereits kurz nach zwölf.
      Als ich das kleine Haus verließ, brauchte ich einen Moment um mich orientieren zu können. Bei Tag sah das Ganze schon etwas anders aus und ich war erstaunt, welch freundliche Aura das Anwesen hatte.
      Rechts von mir lag eine purpurrote Scheune mit schwarzem Dach, genau vor mir stand ein prächtiges kleines, weiß gestrichenes Gutshaus und links konnte ich zwei weitere Häuser erkennen. Eines davon sah eher nach einem Schuppen und das andere nach einem Fischerhaus aus, aber wahrscheinlich würde auch Maltes Haus nicht sehr stattlich aussehen.
      Als ich einige Schritte zurücktrat und mir das kleine Häuschen genauer ansah, sah ich auf den ersten Blick nichts als Efeu. Das ganze Haus war davon überwuchert und ich verliebte mich auf den erstes Blick. Ich seufzte. Ich hätte nicht gedacht, dass es mir hier oben im Norden in der Kälte tatsächlich so gut gefallen würde.
      Den Weg in den Stall fand ich tatsächlich schneller als gedacht, sodass ich wenige Minuten später am großen Haupttor stand und zum ersten Mal den Stall im Licht der Tagessonne sah. Wie mir auch gestern schon aufgefallen war, war es ein überaus stattlicher und von hellem Licht durchfluteter Stall, welcher mich vor allem mit seinen modernen und offenen Boxen überzeugte.
      Nun waren die Boxen jedoch leer und nur das aufgeregte Zwitschern der Schwalben im Gebälk gaben Geräusche von sich.
      Ich hatte meinen Blick nach oben gewandt, sodass ich nicht mitbekam, wie der große pelzige Hund von gestern Abend auf mich zu kam. Dementsprechend erschreckte ich mich, als sich die großen dunklen Augen zu mir hinaufwandten und mich zu durchbohren schienen. Wie hieß er nochmal? Ich und mein Namensgedächntnis!
      Ich streichelte ihn kurz und begab mich dann auf die Suche nach bestimmten Pferdenamen an den Boxentüren.
      »Excelsior, Jeanie - «, murmelte ich vor mich hin und ging Box für Box ab. Nach Jeanie hielt ich kurz inne, denn der Namen an der Boxentür versetzte mir einen kleinen Stich in der Magengegend. Klar hatte mir Charly von Jelda erzählt, Jeanies erstem Fohlen, aber nie hatte sie auch nur erwähnt, dass ihr ganzer Name ‚Mios Jelda‘ hieß. Ich war zu Tränen gerührt und zum ersten Mal seit vielen Monaten fühlte ich wieder diese innige Freundschaft, welche Charly und ich so viele Jahre lang gehabt hatten.
      Braum van Ghosts kannte ich tatsächlich noch aus den letzten Wochen meiner Zeit auf Saint Gorge, Hendersin, wie auch Braddock 'The Parrot' waren mir unbekannt.
      »So viele unbekannte Pferde«, murmelte ich, als ich auch an Óslogis, Félagis und Dynurs Box vorbeiging. Isländer, dem Namen nach. Aber warum Isländer? Weder Charly noch Nico hatten sich je für diese Gangpferde interessiert!
      »Oh ha!« Sagte ich überrascht, als ich tatsächlich ein Boxenschild mit dem Namen Marid fand. Den gab es also auch noch. Ich blieb einen Moment davor stehen und versank in Gedanken bei dem Tag, an dem ich Marid das erste Mal gesehen hatte, bevor ich mir noch die anderen Boxen ansah.
      Da gab es eine Rubina und einen Khadir, sowie eine Zanyah und einen Tiramisu. Auch Bijou, Abs und Milosch kannte ich nicht. Besonders freute ich mich, dass es Charelle und April Rain überlebt hatten, immerhin hatten sie ihm gehört. Vor allem Nelly war sein absolutes ein und alles gewesen. Aber gewesen.
      Nach den beiden folgte eine Reihe Namen, die ich nie und nimmer aussprechen konnte. Worgait war davon noch der normalste, aber wer ließ sich bitteschön Himmawallajugaga, Sysahlreuth und Devrienterreuth einfallen?! Das waren doch keine Namen! Zwischendurch gab es zum Glück etwas einfaches, Raja zum Beispiel.
      So viele Namen und zu kaum einem Pferd hatte ich ein Bild im Kopf. Ein Stein fiel mir allerdings vom Herzen, als ich an den letzten Boxen die Namen Grenzfee, Teufelstanz und Aspantau und Seattle‘s Scarlett laß. Auch sie hatten es also bis hier her geschafft! Scion d‘Or und Lady Gweny kannte ich jedoch wieder nicht.
      Schmunzeln musste ich, als ich ganz am Ende, oder eigentlich auch wieder am Anfang der Stallgasse den Namen Cotsworld Eik las. So interessant er war, vor allem mich als gebürtige Deutsche erinnerte er mich extrem an K*tze.
      Besser hätte es der Zufall nicht planen können, doch kaum hatte ich meinen Rundgang beendet und war mir bewusst geworden, dass weder Happy, noch Leiðtogi oder Sleipnir, noch Ocarina of Time bei den Namen dabei gewesen waren, als ich Malte den Parkplatz überqueren sah. An seiner rechten Seite lief das hübscheste Pony was ich je gesehen hatte und das sagte ich wahrlich nicht oft. Ein hübscher Perlino Splash mit blauen Augen, dicker Mähne und dichtem Fell. Das pure Traumpferd für mich! Wäre es jedoch ein Mustang und kein Isländer, dann wäre es noch perfekter als perfekt gewesen.
      Malte sagte nichts, bis er direkt neben mir anhielt. »Du musstest anscheinend wirklich viel Schlaf nachholen. Hast du jedenfalls auch gut geschlafen?«
      Ich nickte. »Danke, so gut wie lange nicht mehr.« Bedankte ich mich und lächelte kurz. »Ist das dein Pferd?«
      Stolz blickte Malte auf den Hengst hinunter. »Ja, mein kleiner Prinz. Soll ich dir noch die anderen Pferde zeigen? Ich komme zwar gerade erst von den Weiden, aber wenn du mir nachher bei der Stallarbeit hilfst, sollte das kein Problem sein.«
      Ich nickte. »Gerne doch, es gibt einige Pferde, welche ich gerne mal wieder sehen würde.

      Die Weiden in Südfrankreich waren nichts im Vergleich zu denen hier in Norwegen. Geschützt, windsicher und umringt von Bäumen waren sie das pure Paradies für die Pferde. Ich war wirklich erstaunt, welch gutes Konzept und mit welch guter Planung Charly und Nico den Hof führten und versuchten, es jedem Pferd so recht wie möglich zu machen.
      Ich lernte all die Vollblüter kennen, vor allem Achal Tekinner, aber auch viele Araber und Englische Vollblüter, dufte die Friesen irgendeines Petyrs bestaunen und mich darüber freuen, dass mein Excelsior haufenweise Freunde um sich gescharrt hatte.
      Was mich jedoch wirklich entzückte waren die Zackelschafe. Sieben Stück und ein kleines Lämmchen, welche auf einer der Weiden lebten. Auch Malte schien von seinen Schafen begeistert und stellte mir gleich jeden mit Namen vor. Alle besaßen Cocktailnamen, das fand ich extrem witzig.
      Die große Jungpferdeweide befand sich direkt am Ufer. Der Boden war hier um einiges sandiger und auch der Wind kühler, jedoch hatten die sieben Pferde mehrere Unterstellmöglichkeiten, um sich vor der kühlen Seeluft schützen zu können.
      Meine Jeanie besuchten wir als letztes. Zusammen mit ihrem Fohlen und einer kleinen Shettystute stand sie so Gestütsnah wie nur möglich, da sie hier am sichersten waren.
      Einen Moment verweilte ich noch am Zaun und beobachtete die kleine Jelda dabei, wie sie immer wieder versuchte, die beiden anderen Stuten zum Spielen zu ermutigen. Jeanie und Belle schienen jedoch die Lust zum Toben verloren zu haben und drehten sich immer wieder weg.
      Malte musste meinen Blick gesehen haben, denn ein kleines Lächeln erschien auf seinen Lippen. »Keine Angst, es dauert nicht mehr lange und da kann die kleine Jelda mit zu den anderen Jungpferden. Sie scheint nur etwas früh entwickelt zu sein und es kaum abwarten zu können, endlich von ihrer Mutter loszukommen.«
      Ich grinste zurück und zog Malte dann mit zum Stall. »Los komm schon, die Arbeit wartet!«

      Ich hätte nicht gedacht, dass der Stall so viel Arbeit war. Meine anfängliche Motivation war schnell wieder geschrumpft und auch die norwegische Musik im Radio, welche ich als mega witzig eingestuft hatte, wurde schnell nur noch zu einer Qual. Fast schien es, als hätte ich im letzten ¾ Jahr verlernt, was es bedeutete, so viele Boxen sauber machen zu müssen.
      Malte schien dies jedoch gar nicht zu stören. Die Arbeit im Stall schien sein Leben zu sein, so als könnte er sich nie etwas anderes vorstellen.
      Erst nach mehreren Stunden hatten wir die fünfzig Boxen von jeglichem Mist befreit, die Stallgase gekehrt und allen Pferden das Heu für den Abend vorbereitet.
      »Kaffee?« fragte mich Malte, als wir beide unseren Besen an die Wand lehnten. Ich nickte und kletterte erschöpft und sehr ungelenkig auf einen Heuballen in der Stallgasse. Daraufhin verschwand Malte in der kleinen Reiterstube und kurz darauf hörte ich das vertraute Geräusch einer Kaffeemaschine. Ja Kaffee, das war wohl eines der wichtigsten Mittel, welche mich jeden Morgen auf den Beinen hielt, wenn ich in aller Frühe mein Bett verlassen musste.
      Die Zeit nach dem Kaffee verging um einiges schneller. Nachdem die Arbeit im Stall geschafft war, verlief der Tag viel angenehmer. Ich wich Malte nicht von der Seite, beobachtete ihn dabei, wie er eine junge Ponystute von der Weide holte, diese putzte und sattelte und sie dann zur Reithalle führte. Auch diese lag versteckt mitten im Wald und nur ein kleiner Pfad führte dorthin.
      Staunend beobachtete ich ihn, wie er die Stute mit viel Geduld und vor allem Gefühl an die Lektionen heranführte und wenn etwas nicht klappte, versuchte er es einfach nochmal. Er schien ein richtiges Talent fürs Trainieren zu haben und irgendwo in meiner Magengegend spürte ich einen kleinen Eifersuchtsknoten, welchen ich jedoch erfolgreich wieder verbannen konnte.
      Auch der restliche Nachmittag war vor allem pure Entspannung. Pferde und Natur, mehr gab es eigentlich nicht, was mich glücklich stimmen konnte.
      Zusammen mit Malte und seinem großen Hund, machten wir einen Spaziergang mit einigen der Jungpferden. Während Malte seine beiden Isländer Félagi und Dynur nahm, entschied ich mich für Scion und Aspantau. Vor allem Aspantau hatte sich gigantisch entwickelt und ich freute mich, dass es ihm so gut ging.
      Fast zwei Stunden waren wir unterwegs und als wir zurück zum Gestüt kamen, dämmerte es bereits leicht. Die Pferde putzten wir noch ab und brachten sie dann zurück auf die Weide.
      »Holst du sie heute nicht über Nacht in den Stall?« fragte ich Malte, als dieser gerade das große Tor des Stalls schloss. Er schüttelte nur den Kopf. »Nein, heute nicht. Die Arbeit erspare ich mir. Morgen Nachmittag kommen alle wieder, dann machen wir das zusammen.«
      Ich fragte mich, ob er mit „wir“ auch mit meinte, denn ich hatte bereits etwas anderes geplant.

      Den Abend verbrachten wir, eingehüllt in warme Decken, unten am Strand. Auf Klappstühlen, mit einer heißen Tasse Tee in der Hand und einer flackernden Kerze zu unseren Füßen blickten wir auf den Tyrifjord, über welchem bereits der helle Mond aufgegangen war und sich nun in dessen Oberfläche spiegelte.
      Ich war erstaunt, als Malte nach einer Zeit des Schweigens anfing, mir von dem Leben auf der Ranch zu erzählen, seinen Freunden und seiner Geschichte. Ich hatte Malte heute als einen überaus stillen und schweigsamen Menschen erlebt und deswegen verwunderte es mich, dass er mir nun so freizügig erzählte.
      Irgendwann fing auch ich an, ihm vom Leben in der Wüste zu erzählen und es schien ihn ehrlich zu interessieren, so als ob er mich und meine Entscheidung verstand. Ich war ihm überaus dankbar, mit wie wenig Vorurteilen er an mich heran getreten war, obwohl er wusste, dass ich Charly und vielleicht auch Nico enttäuscht hatte.
      Es war bereits spät nach Mitternacht, als wir unseren schönen Platz aufgaben und zurück zum Hof gingen. Diesmal kam mir der Flur bereits gar nicht mehr so unheimlich vor und auch an das flackernde Licht schien ich mich gewöhnt zu haben. Ohne viel Umschweife zog ich mir meine dreckigen Kleider aus und schlüpfte unter die warme Decke des Sofas. Malte wünschte mir noch eine gute Nacht und bevor er das Licht gelöscht hatte, war ich eingeschlafen.

      Am nächsten Morgen wachte ich in aller Frühe auf. Perfekt, genau zur richtigen Zeit. Malte schlief auch noch und so zog ich mir langsam meine Kleidung wieder an, schnappte mir meine Tasche und wollte die kleine Wohnung verlassen. Kurz bevor ich jedoch die Türklinke nach unten drückte, überlegte ich es mir nochmal anders und kritzelte mit zitternder Hand auf einen kleinen Zettel:
      Danke für alles!
      Vielleicht sehen wir uns ja irgendwann nochmal wieder.
      Mio
      Es tat mir Leid, dass ich ihn ohne ordentliche Verabschiedung wieder verlassen würde und doch war das mein neues ich. Ich war sprunghaft geworden, wollte mich mit keinem anderen Ort mehr verbinden und am besten mich mit keinem anfreunden. Ich lebte nur noch für Nevada, für die Mustangs, für Addison und für mich.
      Der Mietwagen brauchte etwas länger um zu starten, der Motor schien etwas eingefroren zu sein. Doch als er endlich startete, verließ ich die Ranch ohne einen Blick zurück zu werfen. Hätte ich es getan, so hätte ich bestimmt den jungen Man gesehen, welcher vor seiner Haustür stand und mir mit einem kleinen Lächeln nachlächelte.

      Etliche Stunden später landete der Flieger auf dem Flugplatz in Las Vegas. Es war ein Las Minute Flug gewesen und dementsprechend ramponiert und unbequem war der Flug gewesen. Zum Glück hatte ich so die verlorenen Schlafzeit jedenfalls etwas wieder aufholen können.
      Vor dem Gebäude, angelehnt an seinen dunklen Jeep, wartete Addison auf mich. Er hatte seinen Hut tief ins Gesicht gezogen und ich konnte sehen, wie er jeden an ihm vorbeikommenden Passanten mit zusammengekniffenen Augen musterte.
      Ich musste bei seinem Anblick lächeln und als auch er mich erblickte, streifte sein Blick als die Erlebnisse von Norwegen von mir ab. Ich hatte mein Gewissen mit diesem Besuch nun endlich beruhigt und es war Zeit, nun nur noch hier und jetzt zu leben.
      Ich stieg auf der Beifahrerseite ein und kurz darauf schlängelte sich das brummende Gefährt durch die vollen Straßen von Las Vegas, genau auf den Red Rock Canyon zu.


      Gegen den Wind
      Der Blick aus dem kleinen verstaubten Stallfenster verriet mir, dass es Mittag war. Die Sonne schien bereits jetzt schon sehr extrem. Hätte ich ein Thermometer gehabt, dann hätte mir dies bestimmt über 20 Grad angezeigt. Aber ich hatte keins. Wozu auch.
      Wenn es heute noch wärmer werden sollte, musste ich die Pferde von den Weiden holen. Auch wenn sie als Vollblüter Wärme gut aushalten konnten, war trotzdem der kühle Stall für sie um einiges angenehmer.
      Geschickt verfrachtete ich die letzten Pferdeäpfel aus der Box in eine Schubkarre, legte dann die Mistgabel hinein und machte mich auf den Weg zum Misthaufen. Die alte Eisenschubkarre verursachte ein lautes Scheppern auf dem trockenen Schotter und selbst wenn ich in der Nähe Nachbarn gehabt hätte, hätte es mich nicht interessiert, dass ich zur Mittagszeit solch laute Töne von mir gab. Aber das nächste Haus lag sowieso mehr als fünfhundert Meter weiter, sodass ich noch nie Probleme mit meinen Nachbarn gehabt hatte.
      Die Türken, die waren manchmal schon ein komisches Volk. Das Land war einzigartig, aber die Politik, die Wirtschaft und der Umgang mit Tieren einfach nur widerlich. Schon de Öfteren hatte ich verwunderte Blicke auf meinem Gestüt ruhen sehen. Blicke von Menschen, die Pferde nur angekettet in kleinen Boxen kannten, wo ihnen der eigenen Dreck bis an den Bauch ging. Pferde waren in den Augen vieler vor allem Mittel zum Zweck oder Sportgeräte, ich liebte diese Tiere. Ich liebte mein Leben, seitdem ich es mit ihnen verbringen konnte und das hätte ich mir früher nie vorstellen können.
      Nachdem ich mit einem kraftvollen Schwung die Karre auf dem immer höher werdenden Misthaufen ausgeleert hatte, brachte ich sie zurück ins Stallgebäude, blieb dann einen kurzen Moment überlegend stehen und entschied mich dann dafür, etwas Schönes zu tun. Ich liebte es, schöne Dinge zu tun und ich hatte mir vorgenommen, mindestens einmal am Tag etwas zu tun, bei was ich wirkliche Freude empfand. Das war zum Glück nicht allzu schwer, wenn man einen Hof voller Pferde besaß.
      An Bahars Box hing sein hübsches hellbraunes Halfter. Erst vor kurzem hatte ich meinem jüngsten Pferd eine komplett neue Ausrüstung gekauft und dieses braune Halfter, so schlicht es auch aussehen mochte, war die Spitze des Weihnachtsbaumes gewesen. Der dazu passende Strick komplettierte das Ganze noch.
      Bahar stand zusammen mit seinem älteren Freund und Weidegenossen recht hofnah, sodass ich nicht lange brauchte. Es tat mir für die Pferde Leid, dass ihnen das heiße Wetter des Sommers das ganze Gras genommen hatte und sie so nun seit einigen Monaten auf trockenem Sandboden stehen mussten. Aber nun mit dem anlaufenden Regenwetter kamen Tag für Tag neue kleine Grashalme dazu und ich freute mich für die Pferde, dass das Schlimmste für dieses Jahr überstanden war.
      Es war Liebe auf den ersten Blick gewesen, als der junge Hengst mich aus dem Anhänger heraus angestarrt hatte. Seine großen blauen Augen hatten sich sehnlichst nach einem neuen Zuhause gesehnt und durch sie hindurch hatte ich bis in das Innerste des Pferdes schauen können. Seitdem Zeitpunkt waren wir beide unzertrennlich und auch wenn ich die anderen Pferde genauso in mein Herz geschlossen hatte, war Bahar der Freund, mit dem ich mein Leben verbringen wollte.
      Geschickt schlüpfte ich unter dem Zaun hindurch und kaum hatte ich mich aus der Hocke wieder aufgerichtet, stupste mich eine zarte gescheckte Nase an. Ich musste lächeln, drückte dem Hengst einen kleinen Kuss aufs Maul und wuschelte ihm dann durch seine dicke und gut gepflegte Mähne. Ich bemerkte eine Bewegung aus dem rechten Augenwinkel und keine Sekunde später, drängte auch Arsil seinen Kopf dazwischen. Neben Khadir war der Fuchs einer der wichtigsten Deckhengste des Gestüts und mit seiner gutmütigen Art hatte er bereits einigen bezaubernden Fohlen zum Leben verholfen. Heute wollte ich mich jedoch nur mit Bahar beschäftigen und so schickte ich mit einem deutlichen Zeichen den Hengst von mir. Fast wie ein trauriger Hund ließ er seine Ohren fallen und senkte den Kopf, bevor er sich gekonnt auf der Stelle umdrehte und sich im langsamen Schritt von uns entfernte.Es war erstaunlich, wie schnell die Pferde gelernt und verstanden hatten, dass niemand zu kurz kam, es jedoch bestimmte Regeln gab.
      Bahars Halfter war schnell angelegt und wieder einmal bewunderte ich das schöne Ding an so einem schönen Kopf. »Komm mein Süßer, lass uns einen Ausritt machen.« flüsterte ich ihm zu, bevor ich mit ihm an meiner Seite zurück zum Stall ging.

      Zwanzig Minuten später war der junge Hengst komplett ausgestattet. Seine gebisslose Trense und der nagelneue Westernsattel, beides natürlich im hübschem hellbraun, ließen Bahar unglaublich edel aussehen. Leider schindete ich diesen Eindruck bestimmt, denn meine dreckige Jeans und das nicht mehr ganz so helle Hemd, sowie meine verfilzten schwarzen Haare (na gut, so extrem sahen sie nun auch nicht wieder aus), hatte ich natürlich nicht ausgezogen.
      Bevor ich aufstieg, versuchte ich mit meiner Hand mein Pony etwas zu richten und meine Haarpracht zu einem geflochtenen Zopf zu verflechten, auch wenn ich um diese Zeit nur wenige Menschen auf der Straße treffen würde.
      Laut, genauso wie der Klang meiner vollen verrosteten Schubkarre, klangen Bahars Hufe auf dem sandigen und steinigen Schotter, als ich ihn die Einfahrt entlang in Richtung Wald ritt. Entspannt hatte der Araber seinen Kopf gesenkt und seine Ohren nach vorne gerichtet und auch ich genoss den frischen und salzigen Wind des Meeres in meinem Gesicht.
      Erst dieses Jahr war der Hengst eingeritten wurden und ich war erstaunt, wie selbstverständlich er mich auf seinem Rücken akzeptierte, ohne sich bis jetzt einmal dagegen gewehrt zu haben.
      Der Weg führte uns zwischen den Feldern entlang. Rechts lag ein großer Kanal und links konnte ich in der Ferne die kleine Stadt Sazköy erkennen. Ansonsten war keine Menschenseele zu sehen, genau wie ich es erwartet hatte. Als das Gelände hügeliger wurde, verschnellerte ich unser Tempo und ließ Bahar antraben. Immer noch wehte ein kleiner Luftzug, sodass die Wärme sogleich viel angenehmer wurde.
      Das Gelände war unglaublich und auch wenn ich in den letzten Monaten bereits jeden Quadratmeter erkundet hatte, war es immer noch eine Augenweide für mich, wenn ich von den grünen Hügeln hinab in das Tal schaute und dahinter das große dunkle Meer lag. Das schwarze Meer passte zu mir wie die Faust aufs Auge. Dunkel und tief, aber trotzdem weich und sanft.
      Erst nach mehr als einer Stunde, als ich bereits einen Sonnenbrand auf meinen Schultern vermutete, schlug ich einen Pfad zurück zum Gestüt ein. Auch Bahar witterte den Geruch seiner pferdigen Freunde und ließ schon von weitem ein Wiehern zu ihnen erschallen.
      Die erste Weide, welche wir passierten, war unsere kleine Stutenweide. Hier standen I‘ll never leave you, sowie Pounts Püppchen und Hestia. Alle drei Stuten reckten ihre Köpfe über den Zaun hinweg, als Bahar mit hoch erhobenem Schweif und aufgeblähten Nüstern an ihnen vorbei tänzelte. Ich ließ ihn gewähren, sollte er doch den Macho raushängen lassen. Ich wusste selbst, dass ich es insgeheim ziemlich cool fand, wenn ein Araber seine Schönheit so zeigte und selbst wenn ich es niemals zugegeben hätte, wäre Bahar ein Mensch, hätte ich mich sofort in ihn verliebt. Dieser Gedanke ließ mich, obwohl keine Menschenseele in der Nähe war, auf einen Schlag rot werden.
      Ich mochte es nicht, wenn ich über solche Dinge wie Liebe nachdachte, das machte mich verlegen und ich wollte nicht verlegen sein, denn ich war Artemis und eine Kämpferin zeigt keine Angst, keine Furcht und keinen Scham.

      Am Nachmittag, als die Sonne hoch über uns stand und auch keine Wolke mehr die größten Strahlen von der Erdoberfläche abhielt, holte ich auch die restlichen Pferde von den Weiden. Bahar und Arsil waren bereits in ihren Boxen und genossen dort die Kühle, welche ich auch den anderen Pferden geben wollte.
      Zanyah und Khadir, zwei der besten Zuchtpferde, folgten kurz darauf. Bei Tiramisu entschied ich mich dafür, ihn draußen stehen zu lassen. Seine Weide besaß als einzige einen großen Schatten spendenden Baum unter welchem der braune Hengst vor sich hin döste.
      Als letzte holte ich die sanfte Badriyah von einer Weide recht nah am Flussufer. Ich sah ihr an, dass sie schleunigst in die Box wollte, wo sie nicht von Mücken gepiesackt werden konnte.
      Erst als alle Pferde gründlich untersucht und versorgt worden waren, schmierte ich mir eine kleine Scheibe Brot und ließ mich, im Schatten des Vordachs, mit einem Buch in meiner Hängematte nieder. Der sanfte Wind blies mir durch die Haare und während ich so da lag, wurde mir wiedereinmal bewusst, wie zufrieden ich war und ich wusste, dass das in der heutigen Zeit ein seltenes Gefühl geworden war.


      Mit dem Regen
      Heute Morgen wachte ich mit einem komischen Gedanken auf. Ich wusste nicht so genau, ob mich wirklich der Gedanke aus meinem Schlaf gerissen hatte, oder ob es doch nur ein lauter Vogelruf gewesen war, aber der Gedanke war und blieb auf irgendeine Weise beängstigend.
      Auch beim knappen und wenig nahrhaften Frühstück tauchte die kleine Idee immer wieder auf, sodass ich mich irgendwann dazu gezwungen sah, diesen mal genauer zu betrachten. Ich fragte mich tatsächlich, ob es nicht langsam sinnvoll wurde, mir Hilfe anzuschaffen. Ich fragte mich das, ich, die seit Jahren die pure Alleingängerin war und das war echt gruselig. Klar, bis jetzt bekam ich noch alles selbst gestemmt, aber wie lange würde meine Kraft reichen? Wie lange würde ich die Energie finden, jeden Morgen aufzustehen? Wie schnell könnte mein Leben eine unvorhergesehene Wendung nehmen und was würde dann mit all den Pferden werden?
      Bereits nach einer Minute wurde mir der Gedanke an den Gedanken zu viel und ich brach den Strom mit lauter Musik auf den Ohren ab. Für heute reichte es, mit dem Nachdenken über solche Unsinnigkeiten. Ich mochte das allein sein. Punkt.
      Nachdem es die letzten Tage unheimlich angenehmes Wetter gewesen war, leicht bedeckter Himmel mit einem frischen Wind vom Meer, hatte es diese Nacht extrem umgeschlagen. Bereits in der Nacht war das ganze Himmelsdach in einem Blitzregen explodiert und das ständige Grollen des Donners war bestimmt bis auf die andere Seite der Welt zu hören gewesen. Erst in den frühen Morgenstunden hatte sich der Kampf im Himmel gelegt, übrig geblieben war nur noch ein heftiger Regenguss, welcher auch jetzt noch nicht aufgehört hatte. In dem ich mir meine gelben Gummistiefel und meine Regenjacke überwarf, versuchte ich mich die paar Metern bis zum Stallgebäude durchzuschlagen. Mein Plan, nicht nass zu werden, funktionierte unheimlich gut. Scherz. Bereits nach zwei Metern tropfte mir das Wasser von den Haaren und meine Hosen verfärbte sich dunkelblau.
      Ich seufzte, als ich den Stall erreichte und endlich die Stalltür aufschieben konnte. Ich war ein großer Fan des Regens, gar keine Frage, aber jetzt im Herz konnte und wollte ich auf keinen Fall krank werden. Der Nachteil war auch, dass ich meine Pferde so nicht auf die Weiden bringen konnte und ich wusste, dass das die meisten nicht gerade toll fanden. Obwohl die Boxen für türkische Maßstäbe riesig waren, war es auch für die Pferde nichts schönes, den ganzen Tag stehen zu müssen.
      In aller Ruhe, heute würde ich wohl den ganzen Tag im Stall verbringen, begann ich damit, meine Pferde zu versorgen. Erst Heu nachlegen, dann die verschiedensten Futtermischungen und zum Schluss noch die Kontrolle des Wassers. Es war mittlerweile pure Routine für mich und normalerweise brauchte ich dazu auch nicht lange, aber heute nahm ich mir bei jedem meiner Pferde die Zeit, es kurz zu streicheln, ihnen etwas zu erzählen oder einfach nur die Nähe zu den Pferden zu genießen.
      Baraija und Tiara erwärmten mir mal wieder mein Herz, als ich sah, wie nah bei einander die beiden Stuten standen und obwohl eine Trennwand zwischen ihnen war, schienen sie die Wärme des anderen zu genießen. Schon des Öfteren hatte ich mich vorgenommen, die Box etwas umzubauen und nun, da ich sowieso nichts anderes tun konnte, nahm ich es in Angriff. Tiara und Baraija mussten deshalb natürlich in eine andere Box neben Barakah umsiedeln, welche allerdings nichts dagegen hatte, etwas Gesellschaft ihrer Freundinnen zu bekommen. Mit einem Akkubohrer bewaffnet, ich war erstaunt, dass ich den tatsächlich in meiner unordentlichen Werkstatt fand, machte ich mich an die Arbeit, um einige der oberen Holzlatten abzuschrauben. Fada Fid zwei Boxen weiter fand die Lautstärke gar nicht in Ordnung und gerade als ich die letzte Schraube gelöst hatte, trat sie mit aller Heftigkeit gegen die Boxenwände aus Holz. Ich musste schmunzeln, denn so zickig war die Süße sie selten, auch wenn ich sie gut verstehen konnte, nachdem sie bereits eine Nacht mit der Lautstärke des Himmels hatten schlafen müssen.
      Zufrieden betrachtete ich mein Werk und auch wenn ich wusste, dass es nicht gerade eine Meisterleistung gewesen war, würde ich damit Tiara und Baraija eine unheimliche Freude machen.
      Die beiden Stuten waren schnell wieder in ihren eigenen Boxen und gerade als ich die Tür von Baraija schließen wollte, fiel mein Blick auf das verstaubte Boxenschild. Es war noch gar nicht so lange her, als ich sie mir hatte anfertigen lassen, aber anscheinend schien der Stall reichlich viel Staub zu produzieren, sodass bereits die nächste Schicht die Schriftzüge verdeckte. Ich zog die Augenbrauen hoch, blickte einen Moment unschlüssig auf das Schild und entschied mich dann doch dafür, es mal wieder zu putzen.
      Besonders bei Loveletter und seinem Freund Asfari-Sharin war es fettig und staubig, dafür waren die Schilder der beiden Fohlen des Gestüts noch wie nagelneu. Die Hengste waren unheimlich hübsch und ich wusste, dass beide später ein wichtiger Bestandteil meiner Zucht werden würden. Dazu noch die Farben, mein Gott, die wurden jeden Tag aufs Neue schöner. Ich konnte es selbst noch nicht ganz fassen, dass sie mir gehörten. Arias besaß die seltene Farbe Bloody Bay und Antar ibn Dahr war ein bis jetzt noch dunkles Fohlen, welches später definitiv noch ausschimmeln würde.
      Ich fühlte mich unheimlich tatkräftig und das, obwohl es draußen immer noch regnete. Mit einem warmen Kaffee aus dem Büro im Stall, setzte ich mich, an einen Heuballen gelehnt, ins große Tor des Stalls und blickte hinaus in die Welt, in welcher hundert kleine Tropfen, Sekunde für Sekunde vom Himmel fielen und große Pfützen auf dem vertrockneten Boden bildeten. Die Erde schluckte das Wasser, als wäre sie kurz vorm verdursten gewesen und genau das war bestimmt der Fall. Es war selten, dass so spät im Jahr nur so wenig Regen vom Himmel kam, sodass wir diesen nun dringend gebraucht hatten.
      Hinter mir hörte ich ein lautes Wiehern. Bestimmt Arsil, denn kurz darauf folgte ein sanftes Schnauben und das konnte nur Lilli sein, welche gleich in der Box neben an stand.
      Mit einem liebevollen Lächeln auf den Lippen schloss ich die Augen und lauschte den Geräuschen der Natur. Fast schon wäre ich eingeschlafen, als mich ein kleines krächzendes Geräusch vor meinen Beinen wieder aufwachen ließ. Es war, was ich erst nach längerem hinschauen erkannte, unglaublicherweise ein kleines Katzenjunges. Wahrscheinlich erst vor wenigen Wochen geboren, schneeweiß und mit hellblauen Augen. Ich hätte nie gedacht, dass genau dieses kleine Tier, mein Leben um ein vielfaches verschönern würde.

      Eine Katze, noch nie in meinem Leben war ich für so ein kleines Tier zuständig gewesen, aber jetzt, wo es so unsäglich durchnässt, mit bittenden hellblauen Augen vor mir gestanden hatte, musste ich es einfach hoch nehmen und das Junge in meine Jacke wickeln. Ich hätte es nie für möglich gehalten, aber ich bezeichnete den aufkommenden Schwung der Gefühle, als Muttergefühle und das beeindruckte mich selbst wahrscheinlich mehr, als jeden anderen. Durch den Regen rannte ich zurück zum Haus, mit diesem winzigen Jungen in meinen Armen. Es war eiskalt und schon fast befürchtete ich, dass er es nicht schaffen würde. Das erste Mal in meinem Leben bedauerte ich es, dass ich es noch nie für nötig gehalten hatte, mir Internet anzuschaffen, denn jetzt hätte ich dringend einen guten Rat gebraucht.
      Mit aller Mühe versuchte ich die nächsten Stunden das Junge aufzupäppeln und war ein weiteres Mal stolz auf mich, als ich wenig später am Abend dem kleinen Kerl beim Erkunden meiner Wohnung beobachten konnte. Er war zum Glück gut genährt und nur der kalte Regen schien ihn so geschwächt zu haben. Hätte ich ein Auto gehabt, so wäre mein erster Weg der zum Tierarzt gewesen. So musste ich es allerdings auf Morgen verschieben.
      Syntrofos, griechisch für Gefährte, nannte ich ihn, so, als hätte ich schon heute gewusst, dass er mich eine ganz schön lange Zeit begleiten würde.


      Eine Begegnung der besonderen Art
      Der Junge, der meinem Auto die Reifen wechselte, war komisch. Immer wieder während seiner Arbeit blickte er zu mir hinüber und ich bereute schon die Entscheidung, mir keinen Leihwagen genommen zu haben, sondern einfach in der Werkstatt hatte warten wollen. Zugegeben, schlecht sah er nicht aus, aber diese Blicke brachten mich echt zum Schwitzen. Vom männlichen Geschlecht hatte ich mich schon immer fern gehalten.
      Klar, ich hatte vor Dreck stehende Stallschuhe, eine zerfetzte Jeans und ungekämmte Haare, aber der da am Boden sah mit seiner fettigen Arbeitshose und den schwarzen Hände auch nicht gerade sauber aus, als sollte das eigentlich nicht der Grund für sein Interesse sein.
      Es dauerte gefühlte Stunden bis die alten und abgefahrenen Reifen meines dreisig Jahre alten und ganz zufällig vor kurzem ersteigerten Chevrolet Trucks durch nagelneue ersetzt waren und ich rechnete jeden Augenblick damit, dass er sein Werkzeug fallen lies und mich irgendwo hin verschleppte. Bis er fertig war und sich mit seiner öligen Hand die Haare aus dem Gesicht strich, was eine dunkle Spur quer von einem Ohr zum anderen hinterließ, passierte nichts dergleichen, was mal wieder ein gutes Beispiel dafür war, dass ich einfach zu wenig unter Menschen war.
      Wie um sich von der schweren Arbeit zu erholen, stand er auf und lehnte sich erschöpft an mein blutrotes Gefährt, den einen Arm auf die Motorhaube gelegt.
      "Ein hübschen Wagen hast du hier." meinte er und klopfte mit der einen Hand nickend auf das Blech. Ich reagierte nicht darauf, wie auch, mein Mund war ausgetrocknet bis zum geht nicht mehr und ich wusste nicht so genau, ob das an dem Kerl da einige Meter vor mir lag oder an der genauso ekligen Luft in der Werkstatt, welche mich davon abhielt vernünftig atmen zu können.
      Aber anstatt mich nun nach keiner Antwort meiner Seits nach einem Date, dem Geld für die Reifen oder einem eventuellen Freund zu fragen, Achtung jetzt wird es äußerst unglaublich, spuckte sein Mund folgende Wörter aus: "Hast du am Wochenende Lust auf einen gemeinsamen Ausritt?" Mein bis dahin zugekniffener Mund fiel wahrscheinlich auf, als wäre er aus schwerem Stahl.
      "W-was?" fragte ich wenig elegant und blickte ihn verstörrt an.
      Er zuckte nur mit den Schultern und blieb immernoch ganz gelassen, würde ich übrigens auch gerne können.
      "Weiß nicht, du sahst einsam aus, ich bin einsam und da könnte man doch mal etwas zusammen machen, oder? Ein Ausritt war das naheliegendste, bei der uns gegebenen Situation."
      "Wo-woher weißt du denn, dass ich ein Pferd habe?" fragte ich immer noch leicht geschockt und ziemlich perplex. So als hätte er eine Brille auf, neigte er den Kopf nach unten und schaute dann mit einem leichten Grinsen zu mir hoch. Ich merkte, dass das bei meiner Kleidung und bestimmt auch meinem Geruch nicht gerade schwer zu erkennen war. So ein Mist, ich roch bestimmt meilenweit gegen den Wind, wie peinlich!
      "Nein wirklich! Ich fände es mega cool, wenn wir mal was zusammen machen. Ich bin übrigens-", kurzfristig besann er sich nochmal anders und zeigte mit einem Finger warnend auf mich. "Warte kurz, ja?" und dann huschte er, ohne eine Antwort zu erwarten, zu einem Waschbecken in der hinteren Ecke der Werkstatt, um sich den Dreck von den Händen zu schrubben.
      Witzig, so als hätte ich eine andere Möglichkeit als zu warten, denn immerhin hing mein Truck noch einige Zentimeter in der Luft.
      Ungeduldig trat ich von einem Fuß auf den anderen und wusste selbst nicht so recht, ob ich wollte, dass er schnell oder langsam wieder zurückkam. Schlussendlich dauerte es keine drei Minuten und der ansehnliche junge Mann kam mit sauberen Händen zu mir zurück. Bereits im Gehen kramte er auch einer Hosentasche einen abgerissenen Zettel und einen dreckigen Kuli, mit welchem einige Zahlen auf den Zettel pinselte. "Bittschön", meinte er, reichte mir den Zettel und blieb nur gefühlte 80 Zentimeter vor mir stehen. Ich hasste Jungs! Immer nahmen sie einem die Kraft zum Atmen und so ungerne wie ich es zugab, aber dieser Mechanikerboy, mit den langen lockigen Haaren und den olivgrünen Augen war echt mega heiß.
      Mein Aussehen war mir immer egal gewesen, aber nun strich ich mir nervös meine Haare glatt und tatsächlich war mein erster Gedanke, ob ich ihm gefiel. Aber logischerweise sollte ich das, denn welcher Junge sprach schon ein Mädchen an, was er nicht kannte und was er noch nicht mal als hübsch bezeichnete? Ja genau! Guter Gedanke Artemis! Ich nahm den Zettel nach längerem Zögern an.
      "Also nochmal. Ich bin Altair und es wäre mir eine große Ehre, wenn du mit mir am Wochenende einen Ausritt machen würdest."
      Altair. Ich mochte diesen Namen. Ich zuckte mit den Schultern und schaute kurz unschlüssig zu ihm hoch, bevor ich meinen Blick wieder auf den Zettel in meinen Händen richtete. Bevor ich ihm eine Antwort geben konnte, schallte eine tiefe Männerstimme aus einer der anliegenden Räume und nur wenig später kam ein älterer und sehr grimmig wirkender Mann durch eine Tür getrampelt.
      "Kara was soll das? Da drausen warten fünf weitere Wagen. Willst du deinen Job verlieren? Ja? Kein Problem! Denn wenn ich nochmal sehe, dass du während der Arbeitszeit dich mit anderen Dingen beschäftigst, dann fliegst du schneller hier raus als du denkst!" schrie er fast und zeigte wütend und mit schwabbelnden Fettbauch auf Altair vor mir, bevor er durch die Tür durch die er gekommen war, zurückwatschelte.
      Altair verdrehte genervt die Augen, drehte sich dann aber ohne noch etwas zu sagen um und ließ meinen Wagen mithilfe eines Hebels wieder zu Boden gleiten.
      Stumm bezahlte ich ihn, stieg in meinen Truck und ließ den Motor an. Ich war selbst überrascht von mir, aber bevor ich aufs Gas trat, kurbelte ich das Fenster nochmal nach unten. "Altair!" rief ich und Altair drehte sich nochmal zu mir um, "Ich melde mich bei dir."
      Ein glückliches Lächeln erschien auf seinem Gesicht und er nickte kurz. Dann gab ich Gas und verließ mit neuen Reifen die Werkstatt.


      Nacht und Sterne
      Steif war mein Blick auf den kleinen Fernseher vor mir gerichtet. Fast schon unbemerkt kraulte ich den kleinen weißen Kater zu meiner Rechten hinter den Ohren. Seit Tagen und Wochen wurden die Nachrichten von Tag zu Tag kurioser. Mein Land, das Land in welches ich gezogen war, es lief dem Untergang entgegen und so langsam schlich sich bei mir die Angst ein. Die Angst, dass der nächste Schritt den Krieg bedeuten würde. Ich hatte Angst um meine Pferde, all diese Pferde!
      Die Tür meiner Wohnung würde quietschend geöffnet und nur wenige Sekunden später ließ sich seufzend Altair neben mir nieder. "Na, schaust du schon wieder Nachrichten?" fragte er mich und machte es sich auf meiner Linken bequem.
      "Bleibt mir leider nicht viel anderes übrig, wenn ich nicht unerwartet von einer Bombe getroffen werden möchte. So weiß ich jedenfalls, wann unser Untergang bevorsteht."
      "Positiv wie immer, die Artemis, was?" meinte Altair neckisch. Ich antwortete nicht sofort.
      "Altair, das ist wirklich kein Spaß. Schau dir das mal an, wir sind in der Vergangenheit gelandet!"
      "Ne nicht ganz, wir haben Popcorn!" meinte er fröhlich und hielt mir eine Plastiktüte mit ziemlich ekligen und süßen Popcorn unter die Nase, welche er definitiv in dem Billigladen um die Ecke gekauft hatte. Altair grinste.
      "Na da sind wir aber weit zurückgerutscht, immerhin wurden Puffmaiskörner gefunden, welche etwa 4000 Jahre alt sind." Manchmal verstand ich selbst nicht, wie Altair es schaffte, mich in meinen schlechtesten Zeit so zum Lächeln zu bringen. Ein Lachen würde er heute nicht von mir zu hören bekommen, aber das Lächeln schenkte ich ihm gerne.
      Altair wechselte das Thema und schaute mich nun mit einem ernsten und nachdenklichen Blick an. "Wenn du das wirklich willst, dass würde ich mich auf die Suche nach einem Platz für unsere Tiere machen, der in einem sicheren Gebiet ist." Ich zog eine Augenbraue hoch.
      "Du machst dich auf die Suche." Zweifelnd blickte ich ihn an. Syntrofos schien sich aus unserer Unterhaltung ausgeschlossen zu fühlen und kletterte auf meinen Schoß, wo er sich laut schnurrend niederließ. Altair zuckte die Achseln. "Ja, ich denke, ich weiß schon, an wen ich mich wende."
      "Willst du mir es vielleicht auch verraten?"
      "Nö, es soll eine Überraschung für Syntrofos werden." Ohne mit der Wimper zu zucken blickte er mich weiter an. "Kommst du jetzt? Ich habe gedacht, du willst deinen neuen Pferden vielleicht eine Box vorbereiten." Mit diesen Worten stand er auf und verließ pfeifend und mit den Hüften schwingend die kleine Wohnung. Wieder erschien ein Lächeln auf meinen Lippen, merkte jedoch gleich den prüfenden Blick des Katers auf mir ruhen. "Schau mich nicht so an! Da läuft nichts zwischen uns!" Syntrofos zog die Läfzen nach oben und schenkte mir ein gruselig aussehendes, aber klar erkennbares Grinsen. "Wir sind nur Freunde!" Energisch verteidigte ich mich. "Er hilft mir bei der Stallarbeit, nur deswegen ist er hier und jetzt runter mit dir! Ausnahmsweise hat Altair nämlich Recht, die Boxen stehen an." Ich schaltete den kleinen Fernseher aus, zog meine grüne Jacke über und verließ dann, gefolgt von meinem weißen Schatten, das kleine Haus.

      Altair hatte bereits in dem kleinen Stalltrakt begonnen die drei restlichen noch leeren Boxen von Spinnenweben und altem Heu zu befreien. In der einen hatte wir über längere Zeit das Kraftfutter gehortet, welches nun allerdings etwas weiter in der neuen Futterstube zu finden war. Schweigend nahm ich mir eine weitere Mistgabel und half ihm dabei. Die Stallarbeit war für uns beide mittlerweile Routine geworden und wir hatten uns still auf eine Teilung des Stalls geeinigt. Seit dem Altair bei mir eingezogen war, seine alte Wohnung war ihm kurzfristig gekündigt worden, half er mir ihm Gegenzug die Pferde zu versorgen und kümmerte sich um die technischen Dinge auf dem kleinen Gestüt.
      Gegen drei am Nachmittag setzte dann ein strömender Regen ein und die dunkle Wand aus dem Westen rückte immer näher. In eine warme Decke eingehüllt saß ich auf einem hölzernen Stuhl am offenen Stalltor und wartete auf die Ankunft der drei neuen Pferde. In letzter Zeit hatte es einige gegeben, die ihre Pferde für nicht allzu viel Geld verkaufen wollten und auch wenn ich innerlich lange mit mir gekämpft hatte, hatte ich mich für drei dieser Pferde entschieden. Shady war schon länger gekauft, Cardiacs Kaufvertrag erst vor wenigen Tagen unterschrieben wurden und kleine Abqa Hasna war eine Rettungsaktion gewesen. Ich hatte natürlich nicht nein sagen können, als mich der Tierschutz darum gebeten hatte, sie aufzunehmen.
      "Artemis, ein Fahrer hat angerufen." Altair gesellte sich zu mir und hockte sich neben mich. Erschrocken drehte ich mich zu ihm um. "Alles gut Süße!" Altair hob beide Hände in die Luft, während ich ihn immer noch angstvoll anblickte. "Die Ankunft verzögert sich nur, sie stehen im Stau." Erleichtert atmete ich aus, zog die heruntergerutschte Decke wieder auf meine Schultern und blickte weiter hinaus in den Regen. "Ich habe gerade Arias und Antar von der weide geholt, die beiden sind völlig durchgefroren. Hilfst du mir, die Beiden mit Handtüchern trocken zu rubbeln?"
      Ich war dankbar für die Aufgabe und folgte Altair zu der größeren Box der beiden Jährlinge, welche sich vom ersten Moment an vertragen hatten.
      "Ich nehme Antar." Bestimmend zog ich den kleinen Kerl zu mir, welcher au dünnen Beinen zitternd vor mir stand. Für einen Araber hatte er recht langes Winterfell, welches durch den Regen jetzt schwer an seinem Körper klebte. Stumm versuchte ich mit dem etwas zu kleinen Handtuch den kleinen Kerl trocken zu kriegen und nach etlichen Schrubben, stand ein völlig verwirrter und zerzauster Hengst vor mir. Auch Arias sah nicht besser aus, dafür waren beide jetzt verhältnismäßig trockener als vorher.
      Da der Regen immer noch noch nicht aufgehört hatte und weit und breit auch kein Pferdeanhänger mit den drei neuen Pferden zu sehen war, entschied ich mich dazu, auch die anderen Pferde nach Hause zu holen. Nur zwei der Hengste, Arsil und Khadir, welche weiter im Innenland geschützt von Bäumen standen, würden den Regen wohl ohne mein Zutun überleben. Während ich Asfari-Sharin und Loveletter von ihrem Paddock holte, nahm sich Altair Bahar und Tiramisu an, welche zur Zeit noch einzeln auf einer Weide in der Nähe des Strandes standen.
      Nach den Hengsten kamen die Stuten. Die Angelegenheit war weniger einfach, da alle auf einer Weide standen. An sich war das ja kein Problem, aber Belaja wollte dort nicht ohne Fada Fid stehen. Fada verlässt die Wiese jedoch nicht ohne Barakah und Barakah wiehert dann Tiara hinterher. Mittlerweile hatte ich wegen dieses Problems jedoch einen Plan aufgestellt, welcher so aussah: Als erstes gehen Belaja und Fada, zusammen mit Barakah und Tiara. Baraija und Bardiyah kommen danach, gefolgt von Püppchen und Lilli. Hestia war eine unserer ältesten Stuten und ich befolgte ihren Wunsch, immer als letzte auf der Weide bleiben zu dürfen.

      Es war ein Wunder, als es wenig später den letzten Regentropfen regnete und nur kurze Zeit später ein großer LKW mit drei Stuten im Gepäck die uneben Einfahrt entlang auf das Gestüt fuhr. Beide Männer waren recht nett und erledigten mit mir im Voraus den Papierkram, währenddessen sich Altair damit beschäftigte, alle drei Pferde aus dem Hänger auszuladen. Ich hatte mit Erstaunen festgestellt, dass Abby ein Kind von meiner geliebten Hestia war und war mir sicher, dass aus ihr eine wahre Pracht werden würde. Shady hatte bereits jetzt mein Herz im Sturm erobert, während Cardiac ziemlich eigenwillig war. Beide waren jedoch hervorragende Zuchtstuten und vielleicht würde es nicht mehr lange dauern, bis auch sie mir Süße Nachkommen schenken werden.
      Nachdem die drei Stuten ausgeladen waren und noch etwas perplex auf dem Hof standen, verabschiedete ich mich von den Pferdebringern und führte die drei zusammen mit Altair zu den neuen Boxen am Ende des Stalls. Es dauerte nicht lange und sie kauten glücklich an dem frischen Heu. Ich freute mich auf die Arbeit mit ihnen, entschied mich jedoch dazu, heute nichts mehr zu tun, außer gegebenenfalls etwas leckeres zu Essen und einen Film zu schauen, der lenkte immer gut von wichtigeren Themen ab. Altair sah ich bis zum Abendbrot nicht wieder und erst als der leckere Geruch von Brokkoliauflauf durchs Haus wabbelte.
      "Wo warst du denn so lange?" Frage ich erstaunt, als sich Altair von hinten näherte und sich dann auf der Arbeitsplatte neben mir aufstützte.
      "Ich sagte dir doch, dass ich unser kleines Problem klären wollte."
      "Und?"
      "Was und?"
      "Na hast du es geklärt?!"
      "Wenn du das sagst, dann klingt das so, als würde das Licht meines Autos nicht mehr gehen."
      "Das Licht deines Autos geht auch nicht mehr,"
      "Stimmt, da hast du nun auch wieder Recht."
      "Also? Was ist nun?"
      "Ich habe hunger."
      "Du Blödmann, du bekommst nichts, bevor ich nichts genaueres weiß!"
      "Jaja schon gut, du musst nicht immer gleich so brutal werden. Ich habe mit Nico gesprochen-" Endlich gab sich Altair geschlagen. Ich seufzte.
      "Mit dem weiteren Blödmann aus Norwegen? Woher kennst du den eigentlich?!?" Bestürzt schaute ich ihn an. Darauf hätte ich ja selbst kommen können, dass er gleich zu diesem "du Martin" rannte, immerhin hatte der ja jede Menge Geld und ich wusste, dass Altair sich gerne vom Geld locken ließ.
      "Ja genau der und Nico ist gar nicht so schlimm wie alle denken. Außerdem hatte ich dir schonmal erzählt, dass ich den im Urlaub vor ein paar Jahren kennengelernt hatte. Ich fand ihn nett und außerdem, was ja für uns der entscheidende Punkt ist, hat er uns seine Hilfe angeboten. Wir können unsere Pferde zu ihm nach Norwegen bringen und das ist immerhin eines der sichersten Länder dieser Welt."
      "Wie hieß das Gestüt? Irgendwas mit "T" oder so, ne?" Ich runzelte die Stirn, während ich aus dem warmen Ofen den lecker riechenden Auflauf holte und diesen eilig, weil ziemlich warm, auf dem Küchentisch abstellte.
      "Tyrifjord Ranch, genau. Unsere Pferde und auch wir wären sicher und mal ehrlich, juckt es dich nicht ein bisschen die Welt kennenzulernen?"
      Ich zuckte mit den Schultern. "Doch schon, ein bisschen."
      "Siehst du, dann steht dem ja nichts mehr im Weg."
      "Aber mein Gestüt-!"
      Altair kam auch mich zu und einen Moment hatte ich Angst, dass er mich küssen würde. Sein Blick lag weich auf meinem Gesicht und ließ mich automatisch einen Schritt nach hinten weichen. Altair legte jedoch nur seine Arme um meine Hüften und zog mich an sich. "Artemis, komm mit mir in den Norden. Öffne die Augen und sehe diese tolle Welt vor dir, nicht immer nur all das Negative."
      Lange Zeit sage ich nichts, ein Markenzeichen von mir, sondern genieße nur den warmen Körper meines Freundes. "Ok, ich komme mit."


      Helle Schatten
      Besorgt strich ich Hestia über die helle Stirn. Entspannt schloss sie die Augen und gab sich meinen Bewegungen hin. "Alles wird gut", flüsterte ich der Stute zu und lehnte vorsichtig meinen Kopf an den ihren. Erschrocken schreckte ich auf, als quietschend die Stalltür aufgeschoben wurde. Es war Addison. Ich war ihm dankbar, dass er sich um Hestia kümmerte, wir hatten nicht das Geld, uns von Außerhalb jemanden mehrmals die Woche auf den Hof zu bestellen. "Hey", sagte Addison und stellte seinen Koffer neben Hestias Box ab. "Hey", sagte auch ich und schob dann den Riegel zur Seite, um Addi in die Box zu lassen. "Ist dir eine Verschlechterung in den letzten Tagen aufgefallen?" Fragt er mich und betritt ihre Box. Ich schüttle den Kopf und erkläre ihm, während er Hestias Augen beleuchtete, wie sie sich in den letzten Tagen verhalten hatte. "Das Auge wird leider nicht mehr zu retten sein", erklärt mir Addi und nimmt mir damit meine restliche Hoffnung. Ich mochte diese Stute sehr und es tat mir Leid für sie, dass sie in der Mitte ihres Lebens ihr Augenlicht verlieren sollte. "Kann man denn gar nichts dagegen tun?" Fragte ich flehentlich. "Natürlich gibt es einige Medikamente dagegen, aber was ich dir raten würde, ist, dass ihr einfach versucht sie so gut wie möglich darauf vorzubereiten und ihr die Sicherheit gebt. Vielleicht holt ihr euch eine andere Stute dazu und gewöhnt Hestia daran, dass das ihre Leitstute ist." Versuchte Addi mich aufzumuntern. Er kam aus der Box und klopfte mir leicht auf die Schulter. "Ansonsten kann ich euch nur raten, so viel Stress und Unruhe wie nur möglich zu vermeiden und der Stute auf ihrem weiteren Weg Beistand zu leisten." Ich nickte. "Danke, wir werden natürlich alles versuchen. Es wird nur immer schwerer für sie in der Herde, vor allem da sie die Leitstute ist." "Ihr schafft das schon!" Sagte Addi aufmunternd und lächelte mich kurz an. "Ich habe gestern Abend Augentropfen für sie bestellt und ich hoffe, dass die nicht lange auf sich warten lassen werden." Dankbar lächelte ich. Es tat wirklich gut, einen Profi an der Seite zu haben, der uns dadurch führen würde. Addi verabschiedete sich von mir und ich blieb alleine zurück. Artemis war mit Bahar unterwegs, mehrere Tage wollte sie eine Trainingseinheit in den Alpen mit ihm machen. Sie hatte lange darauf gespart und ich freute mich für sie, dass sie es endlich geschafft hatte. Erst gestern hatte sie einige Bilder geschickt, von sich und natürlich von Bahar, wie er die steinige Landschaft erklomm. Als nächstes fütterte ich die Pferde. Ich liebte unseren neuen Stall. Vor allem den nordischen Charme und die warme Atmosphäre hatte mich beim ersten Betreten innehalten lassen. Er bot genügend Luft zum Atmen, geräumige Boxen mit so wenig Wand und Gitter wie nur möglich und einem guten Platz für Sättel und restliches Zubehör. Jedes Pferd hatte, wie vom Artemis gewünscht, sein eigenes Paddock und bekam täglich Auslauf. Allerdings machte mir die Arbeit zu schaffen. Oft fand ich zu wenig Zeit für mich oder Artemis und auch wenn Vuyo und Eyvind mehrmals die Woche halfen, so war es doch ein endloser Kreislauf. Ich hatte versucht mit Artemis darüber zu reden, jedoch war es ihr schwer gefallen, auch meine Sicht der Dinge zu verstehen. Sie liebte ihre Pferde über alles und manchmal kam es mir so vor, als würde diese Liebe auch die Liebe zwischen uns übersteigen. Es war nicht so, dass ich die Pferde aufgeben wollte. Ich wollte nur nach neuen Möglichkeit suchen, um auch die andern Dinge im Leben ausüben zu können. Und es gab neue Möglichkeiten, von Reitbeteiligungen bis zu Stallburschen. Es war noch früh am Morgen, die Pferde mussten gefüttert und dann auf die Weide geburracht werden. Eyvind hatte versprochen dann vorbeizukommen und mir zu helfen. Das beruhigte mich etwas. Ich begann bei den Hengsten. Bahars Box ganz vorne war leer und auch die Boxen der Jungpferde Antar ibn Dahr und Arias waren leer, da die beiden auf der Jungpferdeweide mit dem jungen Hengst von Nico standen. Tiramisu stürze sich verzweifelt auf den Hafer, als hätte er die letzten Stunden vor Hunger gequält in der Box stehen müssen. Khadir, Loveletter und Arsil nehmen den Hafer etwas entspannter entgegen, Asfari Sharin ignoriert den gefüllten Trog vollkommen. Nachdem auch die Stuten sind, kommt Eyvind püntklich wie immer zu mir in den Stall. Eyvind ist die gute Seele der Insel und jeder weiß, dass auf ihn immer Verlass ist. Er lebt stets ohne Vorurteile und es gibt niemanden, der sich nicht mit ihm versteht. Umso trauriger ist es, dass Eyvinds Glück in Sachen Liebe schon immer sehr bescheiden war und er seit vielen Jahren alleine lebt. "Du musst etwas raus, unter die Leute kommen, Mädchen kennenlernen!" Hatte ich schon oft zu ihm gesagt, doch er hatte nur den Kopf geschüttelt und mich angelächelt. "Ich bin doch glücklich, so wie es ist." War seine Antwort gewesen. Zusammen brachten wir die Pferde hinaus auf die Weiden. Die Stuten standen zusammen auf dem weitläufigen Gelände und mittlerweile kannten sie den Weg. Jeder von uns nahm immer drei der Stuten. Ich begann auf der einen Seite des Stalls, Eyvind auf der anderen. Cardiac, Abqa Hasna und Shady waren die ersten Kandidaten von mir, während sich Eyvind Hollybrooks's Barakah al Sanaa, Badriyah und Baraija genommen hatte. "Nimmst du nachher selber Hestia?" Rief er mir zu und zeigte mit vollen Händen auf die Stute. Ich nickte deutlich. Als nächstes nahm Eyvind I'll never leave you, Zanyah und Fada Fid, während ich für mich nur Hestia und Tiara Al-Bahri wählte. Addison hatte Recht, Hestia brauchte einen pferdigen Helfer an ihrer Seite und vielleicht war die junge Tiara dafür genau richtig. Eyvind brachte schnell noch Belaja und Pounts Püppchen auf die Weide und dann waren wir mit den Stuten fertig. Aber auch die vier Hengste waren schnell auf ihren Weiden. Schon lange teilten sich Tiramisu und Khadir eine Grünfläche und Asfari und Arsil, normalerweise stand bei den Beiden noch Bahar. Nach getaner Arbeit dankte ich Eyvind für seine Hilfe, wir verabredeten uns jedoch für den Nachmittag wieder zum gemeinschaftlichen Boxenausmisten. Ich war müde, die Arbeit zerrte an meinen Kräften und schon lange habe ich mich nicht mehr wirklich erholt gefühlt. Vielleicht war es ein Fehler gewesen, unsere Wohnung genau über den Stall zu bauen. Umso öfter und länger hielten wir uns deswegen dort auf. Allerdings war es nun auch um einiges leichter, für eine kleine Mittagspause mich einfach aufs Sofa zu legen und für einen Moment die Augen zu schließen. Tröge zog ich meinen Laptop zu mir heran und öffnete Safari. Ich brauchte Hilfe im Stall und vielleicht wurde ich ja im Internet fündig. Es gab genügend Reitbeteiligungen in unserer Nähe und ich markierte einige in den Favoriten, um Artemis bei ihrer baldigen Ankunft vielleicht doch von etwas Zuwachs im Stall überzeugen konnte. Müde schloss ich die Augen und verlor mich im Schatten des Tages.
    • Gwen
      Pflegebericht 25.04.2018 - Ankunft

      Mit großen Augen und voller Begeisterung beobachtete ich den schneeweißen Araberhengst, welchen Ciaran soeben aus dem Transporter führte. In diesem Moment fühlte ich mich wie ein kleines Kind, voller Neugier und Freude. Der Vorteil des Erwachsenenseins war, dass man sich so eine Freude einfach selbst zum Geburtstag schenken konnte. Ende März hatte ich so klein und einfach wie möglich gefeiert, dafür aber eine fixe Idee aus meinem Kopf in die Realität umgesetzt. Ganz gut hatte es natürlich gepasst, dass das Gestüt Haras Artemis sich verkleinern wollte und so zum Beispiel auch der Zuchthengst Khadir ein neues Zuhause gesucht hatte.
      Kurzum hatte ich zugesagt und heute hatten wir den hübschen Hengst endlich zu uns nach Hause geholt. Khadir war zwölf Jahre alt, gekört und konnte schon einige Nachkommen nachweisen. Für Haras Artemis war er immer mehr oder weniger das Aushängeschild gewesen. Umso mehr freute ich mich natürlich, ihn jetzt mein Eigen nennen zu dürfen. Khadir war solide unter dem Sattel ausgebildet, brachte aber keine Spezialisierungen oder Schleifen mit sich. Dementsprechend konnte ich dahingehend noch tun und lassen, wie mir der Kopf stand.
      Natürlich war Khadir nicht grundlos eingezogen. Schon länger überlegte ich, mich als Trainerin auch auf Messen und Veranstaltungen zu präsentieren. Und natürlich wollte ich gerne mein Können anhand eine gut ausgebildeten Pferdes zeigen. Und ich liebte alle meine Pferde, ob klein oder groß, aber keiner hatte bisher zu hundert Prozent das Zeug zum Showpferd mitgebracht. Also hatte ich mich auf die Suche gemacht. Es hatte ein Pferd sein sollen, was auch die Mengen begeisterte. Und da war ich auf Khadir gestoßen.
      Mit seinen 160cm Stockmaß war er relativ groß und verfügte zudem ordentlich über Masse. Als Schimmel machte er dementsprechend etwas her. Außerdem verfügte er über den typischen arabischen Hechtkopf und besaß zudem langes, dichtes Langhaar und vor allem blaue Augen. Ein besseres Pferd hätte ich wohl kaum finden können. Er war wahrlich perfekt. Und nebenher war er zwar ein reinrassiges arabisches Vollblut, brachte aber von sich aus einen wunderbar ruhigen und entspannten Charakter mit. Gerne wirkte Khadir eher verträumt und in einer anderen Welt, somit konnte ich ihn mir hervorragend als Showpferd vorstellen.
      Doch bis dahin würden wir noch einen langen Weg gehen müssen. Was das betraf, standen Khadir und ich noch bei Null, zudem wir uns eh erst einmal kennenlernen mussten. Aber ich war optimistisch und hoffte sehr, dass sich der Hengst so lernwillig und aufmerksam zeigen würde, wie es für Araber typisch war. Zumindest war er dank seines vorherigen Lebens vollkommen unverbraucht und seine zwölf Jahre sah man ihm keineswegs an. Mein Plan war es also, ihn sowohl vom Boden als auch vom Sattel aus gymnastizierend auszubilden und eventuell Lektionen der hohen Schule einzubauen.
      Vor allem aber stand mir bei ihm auch der Sinn nach viel Boden- und Freiarbeit, Zirkuslektionen und auch Handarbeit. Das reizte mich besonders, denn ich wollte vor allem auch meine Qualitäten als "alternative" Trainerin zeigen. Was die Grundzüge in Dressur, Springen und Gelände betraf, war ich repräsentativ genug mit meinen anderen Pferden und durch unsere rege Turnierteilnahme auch bestens bekannt. Aber wie es nun einmal günstig war, sollte man sich immer weiterbilden.
      Für Khadir ging es nun erst einmal bei herrlichstem Frühlingswetter auf die Weide hinter dem Stall. Für heute sollte er alleine stehen und sich erst einmal alles anschauen dürfen. In den kommenden Tagen würden wir ihn dann allmählich in die Herde integrieren. Aber ich bezweifelte, dass er große Probleme machen würde. Nun konnte ich wie ein kleines Kind meinen großen, weißen Araber anschmachten, während dieser mit erhobenen Schweif im Trab über die grüne Weise sauste.
    • Gwen
      Pflegebericht 31.05.2018 - Kennenlernen

      Khadir hatte sich schneller bei uns eingelebt als gedacht. Er schien sich sofort wie zu Hause zu fühlen und war auch schnell in unsere große Herde integriert worden. Er hatte erst einmal zwei Wochen Eingewöhnungszeit bekommen, ehe wir nun langsam mit dem Training begannen. Zunächst ganz locker und entspannt.
      Auf dem Tagesplan standen meist Spaziergänge, Bodenarbeit oder Longieren. Bevor ich den Hengst ritt, wollte ich ihn muskulär gerne vom Boden aus aufbauen. Der Umzug und Stress hatten Khadir schon ein wenig zu schaffen gemacht, auch wenn er jetzt nicht vom Fleische gefallen war, schadete das aufbauende Training definitiv nicht.
      So ging es also mindestens dreimal die Woche an die Longe und die restlichen Tage gestalteten wir, wie wir lustig waren. Heute war mal wieder ein Longentag angesagt. Also holte ich den schneeweißen Hengst von der Weide, putzte ihn gründlich und machte ihn fertig.
      Aufgrund seines starken Hechtkopfes hatte ich ihm in Elenas Sattlerei einen maßgeschneiderten Kappzaum anfertigen lassen, da alle Standardmodelle null gepasst hatten. In einem schönen dunklen Braun hob sich dieser mit seinen goldenen Schnallen wunderbar von dem weißen Pferd ab.
      Ich schnappte mir noch Longe und Longierpeitsche und dann gingen wir hinaus auf den Platz. Aktuell arbeiteten wir daran, eine konstante, selbsttragende Longenhaltung bei Khadir zu erarbeiten. Ein schönes vorwärts-abwärts mit genug Schwung aus der Hinterhand und einen aufgewölbten Rücken.
      Meist dauerte dieser Prozess ein gutes Weilchen, aber dafür blieb er einem auch stets erhalten und das alles ohne Ausbinder und Co. So war mir die Ausbildung am liebsten und wenn ich dafür einige Monate mehr in Kauf nehmen musste, war das vollkommen in Ordnung.
      Khadir machte seine Sache an der Longe heute einwandfrei und war erstaunlich motiviert. So beendeten wir schon nach 30 Minuten die Einheit und ich lobte Khadir ausgiebig. Im Stall gab es dann noch Futter, ehe er wieder hinaus auf die Weide durfte.
    • Gwen
      Pflegebericht 30.06.2018 - Ausritt

      Schon beinahe vergessen war die Verkaufsanzeige gewesen, bei welcher ich Interesse bekundet hatte. Von dem gleichen Züchter hatte ich bereits vor zwei Monaten Khadir geholt und mich schon an dem gleichen Tag für ein weiteres Pferd beworben. Doch bis heute hatte der Besitzer keine Entscheidung fällen können.
      Aber wie bereits gesagt: Bis heute. Morgens, als ich mit der Stallarbeit fertig war, klingelte das Telefon im Büro und es war niemand anderes dran als der Vorbesitzer von Khadir. "Haben Sie noch Interesse an Aspantau? Wenn ja, gehört er offiziell Ihnen!", hatte er mir erklärt und innerlich hatte ich einige Luftsprünge gemacht und sofort zugesagt.
      Auch Ciaran freute sich riesig über diese Nachricht. Das lag daran, dass Aspantau genau das war, was wir uns beide als Pferd wünschten. Er war ein dreijähriger englischer Vollbluthengst und rabenschwarz. Schon jetzt zeigte er jedoch schon eine Doppelveranlagung. Sowohl seine Gänge, als auch seine Springmanier konnten sich sehen lassen und so hatten wir ihn uns bereits perfekt als Vielseitigkeitspferd vorstellen können.
      Und nun war es offiziell! Aspantau würde zu uns ziehen. Wir hatten direkt alles in die Wege geleitet und so würde er bereits Anfang Juli bei uns ankommen. Eher war nicht möglich, da wir die Quarantänefristen einhalten mussten.
      Sichtlich motiviert widmeten wir beide uns den heutigen Pferden. Ich wollte mit Khadir eine Runde ausreiten und dem Hengst so neben der täglichen Arbeit mal ein wenig Abwechslung spendieren. Außerdem war der Schimmel immer noch ein wenig Neuland für mich, so dass wir uns so bestens kennenlernen konnten.
      Noch immer war ich wahrlich verliebt in den schneeweißen Hengst und begeistert, als ich ihn von der Weide holte. Aktuell war seine lange Mähne bei der Arbeit immer in Zöpfe eingeflochten, damit er nicht so arg schwitzte. So widmete ich mich auch heute nach dem routinierten Putzen dem Flechten seiner Mähne.
      Dann wurde der hübsche Kerl gesattelt und getrenst, ehe ich noch in Stiefel und Helm schlüpfte und wir schon loskonnten. Als Runde hatte ich uns eine waldige Strecke ausgesucht, auf welcher es ein wenig bergauf und bergab ging. Hier und da waren die Wege auch der schmal und führten durch das Dickicht, doch genau diese Wege liebte ich abgöttisch.
      So machte ausreiten Spaß und noch mehr, wenn man ein motiviertes Pferd unter sich hatte, der nur allzu viel Spaß an der ganzen Sache hatte. Bisher zeigte sich Khadir nämlich als sehr soziales und aufgeschlossenes Pferd. Neue Dinge erkundete er gerne und war immer bereit für den ganzen Schabernack, den ich mit ihm trieb.
      Auch heute machten wir an einem kleinen Bach Halt und Khadir durfte ein wenig plantschen. Er hatte vor wenigen Dingen Angst. Wobei ich unsere Zeit auch am Anfang viel auf Bodenarbeit und Schrecktraining gelegt hatte. Ähnlich würde es dann Aspantau ergehen.
      Lächelnd musterte ich den plantschenden Schimmel, denn bald würde sein kompletter Gegensatz einziehen. Aber immerhin waren beide Blüter.
    • Gwen
      Pflegebericht 31.07.2018 - Sommerzeit

      Aktuell war es sogar bei uns in Kanada recht warm und der Juli machte seinem Ruf alle Ehre, der heißeste Monat im Jahr zu sein. Dementsprechend schoben wir das Training meist auf die frühen Morgen- und die späten Abendstunden, um so die Pferde und auch uns zu schonen.
      Schon seit Juni waren die Gesuche für Auszubildende und Praktikanten online. Es flogen auch bereits Bewerbungen ein, doch weder Ciaran, noch ich, hatten aktuell die Zeit gefunden, uns die Bewerbungen in Ruhe anzuschauen und Potenzielle einzuladen.
      Wir hatten uns darauf geeinigt, Anfang August die Zusagen zum Vorreiten zu verschicken und noch in diesem Monat jemand passenden zu finden. Und tatsächlich war geplant, dass wir uns heute Abend zusammensetzen würden, um einige Bewerbungen anzuschauen.
      Ciaran war jedoch für heute ausgeflogen, denn für ihn war es mit Sinfonie und Ceredwen aufs Turnier. Meine beiden Schützlinge hatten heute frei bekommen. Dabei war Pinero aktuell ganz gut dabei aufzuholen, was die Turniererfolge betraf. Panino hingegen hatte heute frei, nachdem er sich gestern auf seinem ersten Turnier wirklich mehr als gut geschlagen hatte.
      Es war ein Synchronspringen gewesen und an der Seite von Zais routinierter Stute Lakim hatte er eine wirklich gute Figur abgegeben. Da er aber noch nicht lange bei uns war und erst recht noch nicht lange im Turniersport, wollten wir mit ihm schonend anfangen. So hatte er heute frei und würde morgen nur locker bewegt werden, ehe es dann wieder mit dem Training losgehen würde.
      Darum kamen heute Ensnare the Sun und Smoke Cream nicht herum. Ich hatte beide Stuten von der Weide geholt und bereits geputzt und Sun gesattelt. Smoke Cream würde als Handpferd mitgehen. Seitdem die Vollblutstute bei uns war, hatte sie ganz schön zugelegt und aufgebaut. Das schmale Vollblut war Geschichte.
      Für die beiden stand heute ein wenig Ausdauertraining auf dem Plan. Tatsächlich nahm ich dabei selten Handpferde mit, aber wenn personalbedingt Leute fehlten, musste man nun einmal kreativ werden. Außerdem funktionierte das bei den beiden Stuten einwandfrei, da sie einen ähnlichen Rang innehatten und sich generell vertrugen.
      Auf dem Trainingsplan stand so heute ein eineinhalbstündiger Ritt durch unsere Wälder. Fünfzehn Minuten Schritt zum aufwärmen, danach fünfzehn Minuten Trab und dann eine kurze Pause, ehe noch einmal fünfzehn Minuten Trab und daraufhin fünfzehn Minuten Schritt folgten. Den Abschluss machten fünfzehn Minuten Galopp mit lockerem Austraben und den restlichen Heimweg im Schritt.
      Smoke Cream hatte sich zu einer exzellenten Springerin gemausert, unter anderem auch wegen ihrer Kondition und Kraft. Dementsprechend wollten wir bald vermehrt im Geländespringen starten, doch dafür benötigte sie noch mehr Ausdauer. Ensnare the Sun war durch und durch ein ausdauerndes Pferd und eignete sich so ideal als Begleiterin, somit war die Stute für heute auch versorgt.
      Ich spritzte beide Stuten in Ruhe ab, ehe sie noch ihr Kraftfutter bekamen und danach zurück auf die Weide durften. Von dort schnappte ich mir Fagy und nahm sie mit in den Stall. Sie und ihr Halbbruder unterstanden im Training meist Ciaran, der echt einen Narren an den Furiosos gefressen hatte. So bekam ich Elenas Nachzuchten nur selten zu sehen.
      Nein Spaß, ich hatte sie oft genug an der Backe. So wie heute. Für Fagy stand Longieren mit Stangenarbeit auf den Plan und für Kedves zum Glück nur lockeres Reiten. So war ich mit den beiden Spezialisten schnell durch. Aber es freute mich sehr, Fagys Entwicklung zu sehen.
      Zu Beginn ihrer Zeit hatten wir beide arg lange gebraucht, um warm zu werden, doch mittlerweile war sie ein unglaublich souveränes Reitpferd geworden und ich konnte mich wirklich nicht mehr beschweren. Sie machte sich echt gut.
      Für den restlichen Tag blieb mir nicht mehr viel. Gegen Nachmittag wollte Ciaran wiederkommen und hatte sich für das Geländetraining Shenandoah reserviert. Da die Uhr bereits fast zwölf anzeigte, beschloss ich, mich auch erst einmal ins Büro zurückzuziehen und schon einmal ein wenig Vorarbeit bei den Bewerbungen zu leisten.
      Für heute Abend hob ich mir Aspantau und Khadir auf. Den dreijährigen Vollblüter Aspantau gewöhnten wir momentan ein wenig ans Arbeiten. Zweimal die Woche wurde er longiert, einmal ging er als Handpferd mit ins Gelände und einmal machte ich mit ihm Bodenarbeit oder arbeitete an der Hand, um die Grundlagen an Seitengängen und solche Späße zu erarbeiten.
      Die restlichen drei Tage hatte er frei, denn wir hatten schon bei seinem Kauf entschieden, dem Jungspund noch Zeit zu geben. So durfte er stattdessen aktuell in alles ein wenig hereinschnuppern, ehe es dann für August und September in eine Junghengstherde auf eine große Sommerweide gehen würde, wo er noch einmal richtig entspannt Pferd sein durfte.
      Und Khadir wollte ich heute Abend noch ein wenig reiten. Aufgrund seines Daseins als Deckhengst war das manchmal ein wenig zu kurz gekommen. Er hatte zwar grundlegend eine solide Ausbildung absolviert, aber eben mehr nicht.
      Zu Beginn hatten wir viel an einem gesunden Vorwärts-Abwärts mit aktiver Hinterhand, denn Khadir rollte sich gerne ein und marschierte dann in schönster Arabermanier über den Platz - nur dass wir daran kein Interesse hatten.
      Inzwischen machte er sich aber wirklich gut. Man merkte wie er an Kraft gewann und sich immer mehr auf die Hinterhand setzen konnte. Außerdem war die Anlehnung mittlerweile viel konstanter und weicher, so dass wir schon hier und da ein paar kurze Reprisen in Aufrichtung ritten.
      Und der Hengst hatte wirklich tolle Gänge, man musste sie eben nur aus ihm herauskitzeln. Genau das Vergnügen würde ich wohl heute wieder haben. Aber wir kamen immer schneller zum Ziel, dementsprechend war ich gespannt, was mich heute erwarten würde.
    • Gwen
      Pflegebericht 31.08.2018 - Waschtag

      Obwohl der Sommer in Kanada immer noch erträglicher war als anderswo, hielt man auch hier teilweise die sommerlichen Temperaturen kaum noch aus. Umso gelegener kamen einen dann Tage, die man zum Beispiel zum Waschtag taufte. Eine bessere Beschäftigung für Pferd und Reiter gab es eigentlich wirklich nicht.
      Außerdem hatten wir tatsächlich Pferde im Stall, bei denen solche Tage mehr als sinnvoll waren. Aus diesem Grund holte ich Khadir und Aspantau von der Weide. Ciaran half mit, also hatte jeder ein Pferd am Waschplatz stehen. Das vorherige Putzen sparten wir uns legten stattdessen direkt los.
      Ich hatte Khadir bekommen und wie Schimmel nun einmal waren, hatten sie immer Flecken, egal welche, aber es waren immer welche da. So schadete gerade ihm ein gründlicher Waschtag keineswegs und es kam auch ordentlich Dreck aus dem Fell.
      Für ihn hatte ich tatsächlich mal Schimmelshampoo gekauft. Elena schwörte darauf und tatsächlich bewirkte es Wunder. Auch Mähne und Schweif wurden wieder richtig sauber und danach glänzte Khadir förmlich. Ciaran hingegen hatte nicht so viel Arbeit. Aspantau war rabenschwarz und glänzte dementsprechend selbst im Winter wie eine Speckschwarte.
      Aus diesem Grund war das Waschen bei ihm aber genauso wirkungsvoll und beide Hengste konnte sich danach sehen lassen. Wir ließen sie am Strick in der Sonne grasen, damit sie trockneten und sich nicht gleich frisch gewaschen wälzten.
      Um die Zeit noch ein wenig schneller zu vertrödeln, schnitten wir gleich mal wieder Mähne und Schweif von Aspantau. Khadirs Langhaar hingegen wurde nicht angerührt. Lediglich seine dicke Mähne flocht ich ihm im Sommer zumeist in Zöpfe, damit er darunter nicht gar so schwitzte, wobei er als Schimmel da tatsächlich weniger Probleme hatte.
      Als die beiden dann fertig waren, wurden noch fix die Hufen eingefettet und die Pferde eingesprüht, danach ging es auch wieder hinaus auf die Weide. Und neben den problemlosen Strebern wollten wir heute noch eine Herausforderung und holten Ohnegleichen und Stolen Dance zum Waschen.
      Die beiden Junghengste hatten bisher noch nie Kontakt mit dem Wasser in der Form gehabt und dementsprechend würde es spannend werden. Dachte wir zumindest... In Realität war es beiden total egal und Stolen Dance spielte stattdessen zu gerne mit dem Wasserstrahl.
      Ohne Probleme ließen sich beide abspritzen und einschäumen. Auch die beiden durften dann erstmal trocknen, ehe wir noch die Hufe fetteten und sie einsprühten. Danach ging es auch für die zwei wieder zurück auf die Sommerweide und wir entschieden uns erstmal für eine entspannte Mittagspause.
    • Gwen
      Pflegebericht 31.10.2018 - Wintervorbereitungen

      Viel hatte sich bei uns verändert. Gerne dachte ich an meine Anfangszeit hier in Kanada zurück, als meine Mutter entschied, es wäre Zeit, Deutschland zu verlassen. Wie wir diese Ranch übernahmen und lange Zeit nur drei Pferde hatten. Es war eine tolle Zeit gewesen und immer mal vermisste ich sie. Ich musste auch schmunzeln, wenn ich daran dachte, was uns Ohnezahn zu Beginn zum Beispiel für Probleme gemacht hatte.
      Wie oft war mein kleiner Lieblingshengst verschwunden, teilweise in den stürmischsten Winter. Oder wie hatte er meine Mutter in den Wahnsinn getrieben, weil er sich partout nicht von ihr auf die Weide bringen lassen wollte. Dann dachte man natürlich auch an die anderen Pferde zurück. Einmalige Pferde, die uns aber teilweise wieder verlassen hatten. Zu den meisten neuen Besitzern hatte ich Kontakt und oftmals war es kein Problem, die Vierbeiner ausfindig zu machen.
      Und nun hatten wir einen gefüllten Stall, oftmals noch Berittpferde da. Ich war oft unterwegs, entweder mit unseren Vierbeinern oder bei anderen. Erst war Ciaran gekommen und nun waren wir tatsächlich schon zu viert. Hazel und Celeste hatte ich schneller ins Herz geschlossen als es mir lieb war. Normalerweise war ich nicht der sozialste Mensch und mein kleiner, aber feiner Freundeskreis hier in Kanada reichte mir vollkommen.
      Die beiden Mädels waren aber so herzlich und engagiert, man konnte sie nur mögen. Elena hatte mir auch schon Celeste streitig machen wollen und das tatsächlich aufgrund ihres Geschmackes. Celeste liebte Reiteroutfits, bald noch mehr als Pferdeoutfits und damit war sie bei Elena goldrichtig. Und dementsprechend hatte Elena sich auch schon sehr beschwert. „Nathan und Colin interessieren sich nicht für ihre Kleidung, das ist so schrecklich!“, jammerte sie uns nun immer öfter die Ohren voll.
      Hazel hielt noch weniger von passender Kleidung als ich. Kurzerhand hatten wir sie also ein wenig eingekleidet. Weniger als Kritik an ihrem Kleidungsstil, sondern mehr an der Haltbarkeit ihrer Sachen. Sie hatte sich auch tapfer gesträubt, vor allem, weil ich entschieden hatte es zu übernehmen, da sie es für mich beziehungsweise ihren Beruf benötigt.
      Wenn man nun aber täglich mehrere Pferde ritt und bei jedem Wetter einige Stunden draußen war, hielten günstige Chaps und Reitklamotten leider keine zwei Wochen aus. Elena war natürlich sofort zur Tat geschritten und hatte uns bestens versorgt. Außerdem war ich den Kompromiss eingegangen, dass Hazel zunächst nur ein Reitstiefelpaar bekam.
      Geplant war einmal Springen und einmal Dressur gewesen, aber da war Hazel förmlich in Panik ausgebrochen. Also hatte Elena uns ein tolles Mittelding gesucht und alle waren glücklich. Inzwischen war sie mehr als glücklich und dankbar für unsere Entscheidungen. Besonders jetzt, wo doch langsam der Herbst deutlich machte, dass Schluss war mit dem Sommer.
      Dementsprechend wurde auch auf der Ranch allmählich umstrukturiert. Bisher zeigte sich der Herbst mehr als dankbar, er war sonnig und trocken. Doch ich war mir sicher, dass es nicht mehr allzu lange dauern würde, bis es regnete und eigentlich war das auch wirklich von Nöten.
      Also bezogen wir nun allmählich die Winterweiden und ließen die vorherigen Weiden sich ausruhen. Nur zu gerne halfen mir Shiva und Clyde bei den Kontrollgängen der Zäune und Weiden. Mittlerweile war Clyde von der Schulterhöhe her ein gutes Stück größer als Shiva, auch wenn er die schwarze Labradorhündin nie in der Masse übertreffen würde.
      Er war zumindest wesentlich aktiver und ich war dankbar, dass ich ihn von Anfang an als Reitbegleithund ausgebildet hatte, ohne die Ausritte wüsste ich ihn sonst zeitlich gar nicht auszulasten. Wobei wir tatsächlich auch viel in Richtung Frisbee und Agility machten. Ich liebte ja diese Hundesportarten und Clyde war ideal dafür. Nur manchmal fehlte mir neben der Ranch eben die Zeit dafür.
      Für was aber immer Zeit war, waren die regelmäßigen Besuche bei seiner Schwester Bonnie. Es war ein kurzer Weg bis zu Elisa und außerdem mussten wir dringend unsere Freundschaften wieder mehr pflegen. Clyde und Bonnie hatten schon immer eine innige Beziehung und war eine Freude, den beiden beim Spielen zuzuschauen.
      Heute war für das alles aber keine Zeit, denn das Wochenende war fest eingeplant für die Wintervorbereitungen. Die Wasserleitungen mussten nun doch mal wieder neu gedämmt werden, was immer eine ätzende Arbeit war. Außerdem brauchten wir wieder Feuerholz. Zwar war es nur bedingt notwendig, aber im Haus und im Reiterstübchen machte es einfach ein ganz anderes Feeling.
      Während also Ciaran und Hazel die Leitungen übernahmen, kümmerten Celeste und ich uns ums Feuerholz. Was beide Mädels einwandfrei konnten, war mit anpacken. Inzwischen war ich auch echt glücklich, den Schritt gewagt zu haben und das Team zu vergrößern. Und mit den beiden hatten wir auch einen wirklichen Glückstreffer gehabt.
      Neben diesen Arbeiten stand auch der jährliche Herbstputz an. In meiner Krankenzeit im September hatte das Team den Großteil schon übernommen, dennoch mussten hier und da noch ein paar Neuerungen erledigt werden. Ebenso gab es, wie jedes Jahr, hier und da bei den Zäunen Verbesserungsarbeiten, aber wir waren schneller fertig als gedacht.
      Die Pferdedecken waren alle überprüft, intakt und neu imprägniert. Ciaran hatte direkt nochmal Halle und Reitplatz abgezogen und außerdem hatten wir den Reitplatzzaun und die Stalltüren neu gestrichen. Sechs Jahre sah man ihnen eben doch irgendwann an und wenn man jedes Jahr ein bisschen was machte, ließ sich alles wunderbar intakt halten.
      So war alles für den Winter bereit. Wir erhielten noch eine letzte Heu- und Strohlieferung und dann würden wir auch da gut über den Winter kommen. Um die neue Futterlieferung kümmerte sich Ciaran, der sich die Zeit nahm und nach Dauphin rüberfuhr, um die Säcke zu holen.
      Dieses Jahr war er sowieso sehr motiviert gewesen. Er wohnte ja schon seit zwei Jahren mit auf der Ranch und hatte auch einiges im Haus gemacht. Ich musste zugeben, damit hatte ich mich nie wirklich beschäftigt, ich hatte es einfach von meiner Familie übernommen.
      Er hatte aber hier und da einige Sachen erneuert und uns auch zwei schöne Gästezimmer eingerichtet. Theoretisch schien es, wären das eher Aufgaben für mich gewesen, aber wie es nun einmal war, hatte ich eben nicht für alles Zeit und war umso dankbarer, wenn alle so hilfsbereit anpackten.
      Dementsprechend lud ich auch diesen Sonntagabend mal wieder Hazel und Celeste zum Abendessen ein. Erst gab es gemeinsames Essen und danach verkrochen wir uns ins Wohnzimmer vor den gemütlichen Kamin und schauten noch einen Film. Jeder brachte eine Kleinigkeit zu Knabbern mit, ich besorgte die Getränke und schon hatte man einen geselligen Filmeabend.
      Ab und an konnten mich die anderen auch zu Gesellschaftsspielen überreden und das waren einfach wirklich schöne Abende, wenn wir zu viert dort saßen, Clyde mal wieder versuchte, überall was Essbares zu klauen, Shiva sich gemütlich an die Füße von Ciaran platzierte, sich kraulen ließ und Ivy ihren Lieblingsschlafplatz auf dem Kaminsims einnahm. Schon letztes Jahr hatte ich unserer grauen Katze dort ein Kissen platziert und für sie gab es keinen tolleren Platz.
    • Gwen
      Pflegebericht 31.12.2018 - Altes Jahr

      Es war der letzte Tag des Jahres. Hier in Kanada mussten wir uns wenig Gedanken um die Pferde um diese Zeit des Jahres machen. Wir lagen so abgeschieden, dass sowieso nichts in der Nähe war, was sie hätte aufregen können. Stattdessen waren der 31.12. und der 01.01. für uns vollkommen normale Tage und wir gingen unseren Routine nach. Unsere beiden Mädchen Hazel und Celeste hatte ich auch über den Jahreswechsel noch frei gegeben, sie konnten dann ab dem 02. Januar wieder anfangen zu arbeiten. Die Woche Pause hielten unsere Pferde gut aus und Ciaran und ich schafften es trotzdem, alle zu bewegen.
      Wir waren viel im Gelände unterwegs gewesen, denn der Schnee und das schöne Wetter lud einfach dazu ein. Heute hatten wir auch einen Altjahresritt gemacht. Ich war Altair geritten und hatte Ohnegleichen als Handpferd gehabt und Ciaran hatte sich auf Neelix geschwungen und Stolen Dance als Handpferd genommen. Inzwischen war der halbwüchsige Trakehner ja schon fast so groß wie der Lewitzer und es hatte äußerst amüsant ausgesehen. Wir gingen allein deshalb täglich hinaus, weil man so gut die Jungpferde bewegen konnte. Besonders bei den Jüngsten war es immer ganz dankbar. Mit Prismatic, PFS' Disparo de Fiasco und Stolen Dance konnte man noch nicht so viel machen, aber so waren auch sie ein paar Mal die Woche beschäftigt.
      Nuriya longierten wir hingegen bereits zweimal die Woche, für sie wurde es so langsam ernst, denn kommendes Frühjahr wollte ich sie dann gerne anreiten, also mussten wir jetzt mit der Vorbereitung beginnen. Ähnliches würde Ohnegleichen bevorstehen und wir waren sehr gespannt, wie sich die beiden Nachkommen aus eigener Zucht so machen würden. Seitdem wir zwei neue Reiter hatten, gingen wir auch wieder vermehrt auf Turniere. Momentan starteten Hazel und Celeste mit unseren alten Hasen, damit sie selbst erst einmal Routine bekamen.
      Denen tat diese Abwechslung aber gut, denn Ciaran und ich fokussierten uns eher auf die Youngster und angehenden Anwärter. Dieses Jahr hatten wir auch insgesamt drei neue Pferde in den Stall bekommen. Im Januar 2018 war Ensnare the Sun gekommen, die schicke Paintstute, welche aktuell auf Schleifenjagd war, denn nächstes Jahr wollte ich sie zur Zucht zulassen. Außerdem neu waren Khadir und Aspantau. Ein Schimmel und ein Rappe. Khadir hatte sich inzwischen gut gemacht und wir konnten die reiterlichen Defizite schnell ausgleichen. Aspantau hingegen hatte noch etwas Zeit und würde erst nächstes Jahr dann eingeritten werden.
      Und zu guter Letzt war da noch Panino. Der nun dritte Tigerschecke in unserem Stall und mein kleiner Liebling. Er hatte sich schnell als ein tolles Pferd gemausert und machte bei der Arbeit einfach nur Spaß. Momentan waren wir vermehrt mit Pinero und Sun auf Turnieren unterwegs, aber er wäre ab der nächsten Saison auch aktiver mit dabei. Und sonst gab es eben unsere altbekannten Pferde.
      Hazel und Celeste hatten jeweils momentan zwei Turnierpferde. Zum einen die beiden Hengste Neelix und Back To Business und dann die beiden Stuten Ameya und Snow White Cassedy. Im Alltag ritten sie auch alle anderen mit, die bereits gut ausgebildet waren. Celeste ritt ja zu gerne Tawny Bawny und liebte das Barbiepferd. Dafür mied sie oft Nayala, deren stutige Zickigkeit sie nicht abhaben konnte. Hazel liebte sie dafür umso mehr. Es war wie es immer war, es fand sich für jeden der passende Deckel.
      Ich arbeitete immer noch sehr aktiv mit Smoke Cream, die auch gute Fortschritte machte und inzwischen wieder wie ein richtiges Pferd aussah. Sie hatte Muskeln aufgebaut, einen neuen Haarschnitt bekommen und konnte sich nun echt sehen lassen. Ab der nächsten Saison würde ich sie gemeinsam mit Panino auf Turniere nehmen. Sie hatte viel Ähnlichkeit mit Shenandoah, unserer zweiten Vollblutstute und die beiden Damen teilten sich auch eine Weide und verstanden sich mehr als gut. Ciaran ritt immer noch zu gerne die beiden Furiosos Kedves und Fagy und natürlich seine geliebte Ceredwen. So hatte jeder seine Präferenzen, nur um Sinfonie stritten wir uns gerne, denn jeder mochte die Knabstrupperstute, die sich vom schüchternen Fohlen zu einer wirklich tollen Begleiterin gemausert hatte.
      Soeben brachten wir alle Pferde in den Stall und kontrollierten sie noch einmal. Das Futter war bereits in den Boxen, so dass alle wie von selbst in ihre Box marschierten. Die Heunetze hingen und auch die Tränken waren einwandfrei. Nachdem wir fertig waren, beobachteten wir zufrieden die fressenden Pferde. Ciaran und ich wollten im kommenden Jahr den Hof ein wenig aus- und umbauen und waren dementsprechend immer schon am Planen. Doch heute wollten wir das neue Jahr einfach mal gut sein lassen und den Rest des alten Jahres noch genießen, also gingen wir gemeinsam hinein und machten unser Raclette fertig, denn bald würde meine Familie eintreffen und dann würden wir gemeinsam ins neue Jahr feiern.
    • Gwen
      Pflegebericht 12.01.2019 - Frohes Neues!

      Das neue Jahr hatte begonnen und ich hatte meine Freundinnen so lange genervt, bis sie endlich ausgenüchtert und wach genug zum reiten waren. Wie so oft waren alle im Neujahrestief gelandet. Lediglich die Pferde sorgten dafür, dass wir alle noch einen Schlafrhythmus hatten, welchen man auch einigermaßen so nennen konnte. Ich hatte entschieden, dass wir das Jahr mit einem gemeinsamen Ausritt beginnen sollten, auch wenn wir nun schon zehn Tage zu spät dran waren.
      „Lieber zu spät als nie!“, trällerte Zai fröhlich, die auf ihrem schicken Knabstrupper Jesper angeritten kam. Mal wieder eines dieser Quotenpferde in ihrem Stall, welches aber sogar bei uns allen einen Herzensplatz bekommen hatte. Ich hatte mich für Khadir entschieden und diese Wahl schnell bereut, denn der sonst so weiße Araber hatte die Nacht liegend in der Box verbracht.
      Juli hatte nur mitreiten wollen, wenn ich ihr ein Pferd fertig machte. Daraufhin hatten wir ausgehandelt, dass es dann wenigstens eins meiner Pferde sein würde und so saß sie nun zufrieden auf Panino und hatte bisher keinen Finger gerührt, außer dass sie von selbst aufgestiegen war. Und im Gegensatz zu Khadir war ihr Pferd auch noch sauber gewesen…
      Die Schmach durfte ich mir auch direkt von Elena anhören, die direkt wieder perfekt gestylt auf Dark Decission angeritten kam und uns ihre neuen Winterreitstiefel präsentierte. „Gefüttert mit Schnürung im schicksten Dunkelbraun!“, quiekte sie freudig und streckte ihr linkes Bein in die Höhe. Da konnten Zai und ich nur schwer mithalten. Natürlich war Dark Decission ebenso perfekt gekleidet und trug Gamaschen in der passenden Farbe.
      „Wo bleibt denn Elisa wieder…“, seufzte ich und blickte mich um. Wir hatten uns in der Mitte unserer Höfe treffen wollen, nur eine fehlte mal wieder. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam Elisa angeritten und man sah ihr deutlich an, dass sie noch nicht länger als eine halbe Stunde wach war. „Ups“, grinste sie und parierte Morengo neben uns durch.
      Als wir vollständig waren, konnte es losgehen. Zai entschied über den Weg und führte uns durch den verschneiten Wald. Zwischenzeitlich begann es auch tüchtig zu schneien und Elena schwärmte uns die Ohren voll, wie schön warm ihre Stiefel doch hielten. Elisa grummelte nur vor sich hin, denn aus fehlender Zeit hatte sie noch ihre Turnschuhe an.
      „Lass mich raten, Matthew hat dir Morengo fertig gemacht?“, fragte ich neckend und Zai drehte sich vorwurfsvoll um: „Daran zweifelst du auch noch? Wäre es Elisa gewesen, dann wäre der Arme sicherlich falschrum gesattelt“. Elena kicherte und auch ich musste bei dieser Vorstellung grinsen. Ob es Elisa aufgefallen wäre, wenn sie falsch herumgeritten wäre?
      Nach einer Weile schweigen, in der wohl jeder versuchte, nicht einzuschlafen, begann Elena zu quengeln. „Zai! Kannst du mal Wege raussuchen, die nicht so verschneit sind? Die Gamaschen waren neu und ich will die nicht in zwei Meter tiefem Schnee suchen müssen!“. Zai verdrehte nur die Augen und gab das Kommando zum Trab und dann zum Galopp und so warf Jesper, der kurz vor Dark Decission lief, Elena schöne Schneewehen ins Gesicht.
      Elisa, Juli und ich waren weiser gewesen und hatten direkt Abstand zu halten, um uns jetzt lachend den Bauch zu halten, bis Khadir und Morengo (typisch, diese Vollblüter!) entschieden, dass sie doch nicht hinten im Schritt laufen konnten, wenn die anderen galoppierten und nach vorne schossen, um sich ein Kopf an Kopf Rennen zu liefern.
      „Wie immer nicht die Pferde unter der Kontrolle“, tadelte Elena, die im feinsten versammelten Galopp angetrippelt kam, gefolgt von den beiden Knabstruppern, die sich auch mehr unter Kontrolle hatten. Zustimmend schien Dark Decission noch zu schnauben. „Pff“, meinte ich nur und bugsierte Khadir vorsichtig durch die Schneewehen vor uns. Zai hatte durchaus einen ungünstigen Weg gewählt, wobei wahrscheinlich ganz Kanada aktuell so aussah. Schnell entschieden wir also, dass es Zeit für den Heimweg wurde.
      Wir versammelten uns bei mir, warfen die Pferde in die freien Boxen und verschwanden ins Haus, um uns vor dem Kamin aufzuwärmen. Ich hatte für Glühwein und Plätzchen gesorgt. „Bist aber spät dran“, neckte Juli mich, aber natürlich erst, als sie sich bereits mit kostenlosem Trinken und Essen versorgt hatte. Ich streckte ihr nur die Zunge raus und warf mich mit aufs Sofa. So konnte man sich auch vor all diesen Verantwortungen dort draußen drücken.
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    3 - Pferde im Ruhestand
    Hochgeladen von:
    Gwen
    Datum:
    14 Apr. 2018
    Klicks:
    864
    Kommentare:
    18

    EXIF Data

    File Size:
    311,9 KB
    Mime Type:
    image/jpeg
    Width:
    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Rufname: Khadir
    Geburtsjahr: 2006

    Von: unbekannt
    Aus der: unbekannt

    Rasse: Vollblutaraber
    Geschlecht: Hengst
    Fellfarbe: Schimmel
    Stockmaß: 160cm

    Beschreibung:
    Khadir lebt ganz und gar in seiner eigenen Welt. Oftmals wirkt der schneeweiße Hengst deshalb etwas verträumt und gar nicht anwesend. Gemäß seiner Rasse handelt es sich bei Khadir jedoch um ein sehr feinfühliges und aufmerksames Pferd. Das wilde Temperament ist bei diesem Araber jedoch etwas kurz gekommen, stattdessen präsentiert sich Khadir sehr elegant und sanft. Sein Hengstdasein merkt man ihm auch in den seltensten Fällen an. Trotz seiner Zeit als aktiver Zuchthengst auf dem Gestüt Haras Artemis hat er sehr gute Manieren und zeigt sich in Gegenwart von anderen Hengsten, Stuten und Wallachen vollkommen problemlos.

    Nachkommen von Khadir sind El Asaran, Sugarlips Habasi, Finja, PP's Farah, Eisenmann.


    Ersteller: sweetvelvetrose
    Besitzer: Gwen
    Vorkaufsrecht: sweetvelvetrose

    Dressur E

    [​IMG]