Mohikanerin

Kempa

Isländer | Stute | Gekört | (c) Maleen

Kempa
Mohikanerin, 26 Nov. 2019
Snoopy gefällt das.
    • Mohikanerin
      Eine neue Freundin?! | 27. Mai 2014

      „Was machen wir nur mit Fjörgyn?“, fragte ich verzweifelt Fynn. Doch auch dieser konnte mir keine Antwort bieten. Seit Tagen stand die große Stute nun schon alleine auf der Koppel und schien sich nicht wirklich wohl zu fühlen. Wir hatten schon probiert sie zu den Fohlen zu stellen, doch auch das wollte einfach nicht klappen, es fehlte ihr einfach eine Stute oder ein Wallach in ihrem Alter und ihrer Rasse. Wir hatten uns einige Isländer angeschaut doch der Funke war nie übergesprungen. Während wir noch grübelnd und erschöpft da saßen klingelte plötzlich das Telefon :“Fynja Kláradrottir hier, mit wem spreche ich?“. Am anderen Ende meldete sich Vina. Überglücklich über ihren Anruf fingen wir sofort an zu plaudern. Sie erzählte mir über ihre neueste Bekanntschaft, einen netten Herren aus London, den ich wohl bald kennenlernen dürfte und ich redete mir anschließend meinen Kummer mit Fjörgyn von der Seele. Vina hörte mir aufmerksam zu und überlegte dann gemeinsam mit mir. Schließlich sagte sie völlig unerwartet: „Wie wäre es denn wenn ich dir Kempa abgebe? Bei mir steht die Gute nur rum, mit Fjörgyn hat sie sich immer super verstanden und soweit ich das mitbekommen habe warst du auch immer gerne mit ihr auf längeren Ausritten unterwegs, oder?“, ich bejahte dies sofort und lachte glücklich los – auf meine Vina war nun wirklich immer Verlass! Schnell wurde mit Fynn gesprochen, der sich kurz darauf auch schon mit dem Hänger auf den Weg machte um die Kleine abzuholen. Ich bereitete unterdessen eine Box im alten Stall vor, der inzwischen saniert war. Man erkannte noch immer die alten Elemente und dennoch war alles modern ausgestattet. Anschließend ging das lange Warten los. Ich schnappte mir Fjörgyn und putze sie etwas. Glymur war momentan in Ausbildung, würde demnächst aber wohl wiederkommen. Anschließend longierte ich sie etwas, wobei sie sich aber noch immer mit der Anlehnung schwer tat, ich hoffte inständig, dass ein bald anstehender Bodenarbeitslehrgang uns beiden weiterhelfen könnte. Dann stellte ich Fjörgyn wieder auf die Koppel und beschäftigte mich mit dem Papierkram, bis ich das Auto auf dem Hof fahren hörte. Sofort rannte ich hinaus, umarmte Fynn flüchtig und schaute dann in das Hängerinnere. Kempa sah noch immer gut aus, auch wenn sie etwas zugelegt hatte. Wie sonst auch war sie die Ruhe selbst und wartete geduldig bis ich sie losgebunden hatte und auslud. Draußen begrüßte ich sie erstmal, ließ sie sich umschauen und brachte sie dann in die Reithalle. Dort rannte sie wie eine kleine Flitzekugel los und schaute sich im Stechtrab mit hoch erhobenem Kopf alles an. Während ich ihr lächelnd zuschaute schoss Fynn ein paar Fotos für unser Fotoalbum. Nach gut zehn Minuten fing ich sie wieder ein und brachte sie hinaus auf die Koppel zu Fjörgyn. Schon von weitem wieherten sich die beiden entgegen und Kempa ließ sich kaum halten. Kaum hatte ich das Halfter abgenommen raste sie zu Fjörgyn und beide beschnupperten sich. Dann wurde etwas gespielt ehe die beiden friedlich nebeneinander grasten, unser Plan war aufgegangen! Glücklich ließ ich die beiden erstmal alleine und widmete mich nun Bailey.

      © Svartur | 3139 Zeichen

    • Mohikanerin
      Hufschmied | 29. Juni 2014

      Den Weg zu Fynjas Hof kannte mein Auto mittlerweile schon fast alleine… Dort angekommen stellte ich den Ranger in der Nähe vom Putzplatz ab und legte mir meine Arbeitskleidung an. Währenddessen kam auch schon Fynja mit ihrer neuen Errungenschaft, einer Palomiostute mit Falbmerkmalen aus der Stallgasse.

      „Hey, schön, dass du da bist! Das hier ist meine neue Stute Kempa. Du müsstest ihr die alten Eisen abnehmen und sie dann nur ausschneiden. Wir beschlagen sie erst mal nicht, da sie nun langsam aufs Dressurreiten umgestellt wird“, erklärte sie mir. „Ja, das ist eine gute Idee, denke ich! Dann wollen wir mal loslegen“, antwortete ich, während ich mich mit der Stute bekannt machte.

      Kempa war sehr freundlich und aufgeschlossen und kannte den Schmied bereits. Ich nahm den Hufkratzer und kratzte alle Hufe vorsichtig aus, um mir einen Überblick über den Zustand ihrer Hufe zu machen. Dann nahm ich die Abbrechzange aus der Tasche meiner Schürze und entfernte die alten Eisen. Sie saßen noch recht fest, da Kempa sehr gute Hufe hatte. Nachdem die Eisen entfernt waren, brachte ich die Hufe nacheinander mit dem Hufmesser in Form. Kempa blieb die ganze Zeit brav stehen und zog die Beine nicht weg. Als nächstes holte ich die Raspel und raspelte die Hufe noch in Form. Auch mit dem Hufbock hatte die Stute keine Probleme, sodass wir zügig fertig waren.

      Fynja führte mir Kempa noch einmal in Schritt und Trab vor. „Sie läuft super und ihre Hufe sind wirklich gut! Du kannst überlegen, ob du sie nicht grundsätzlich barhuf lässt. Aber das kannst du ja auch in ein paar Wochen entscheiden“, sagte ich. Zum Abschluss trug ich noch das pflegende Kräuter-Huföl auf Hufe und Strahl auf.

      „Alles klar, vielen Dank! Wir könnten auch direkt den nächsten Termin vereinbaren, Fjörgyn und Glymur müssten bald zu dir“, sagte Fynja. Während wir den Termin für die anderen beiden Pferde vereinbarten, brachte ein junges Mädchen Kempa bereits wieder auf die Weide. Ich packte mein Werkzeug zusammen und räumte es in mein Auto und verabschiedete mich: „Vielen Dank! Dann sehen wir uns bald!“

      © Rasha | 2277 Zeichen

    • Mohikanerin
      Fynn als Turnierreiter | 18. Juli 2014

      „Guten Morgen Fynja!“, rief Fynn mir zu als ich gerade aus dem alten Wohnhaus trat und in Richtung Stallungen taperte. „Ach hier bist du. Ich hab dich schon gesucht!“, antwortete ich ihm. Wie ich nun herausfand hatte er bereits alle sieben Pferde gefüttert und wollte nun aufbrechen um bei einem Futterhändler in der Nähe neues Heu zu kaufen. „Mach’s gut, bis heute Nachmittag!“, sagte ich noch schnell ehe er mir zum Abschied winkte und losfuhr. Ich ging nun in den Stall wo ich prompt mit einem Wiehern begrüßt wurde. Einzig Ófeig war so ins Fressen vertieft, dass sie mich erst später merkte. Lachend gesellte ich mich zu ihr und kraulte das junge Fohlen etwas. Spontan beschloss ich dann auch die Kleine als erste zu versorgen. Sie war mir noch immer ein Rätsel, den einen Tag benimmt sie sich vorbildlich und ist total neugierig und am nächsten schon wieder eher scheu – eine schwer zu knackende Nuss, doch wir würden das schon schaffen! Auch heute schien sie wieder etwas vorsichtiger zu sein und zuckte schon zusammen als ich ihr das Halfter anlegte. Beruhigend redete ich ihr zu und band sie dann vor ihrer Box an. Dort putzte ich sie über, wirklich dreckig war sie nicht. Das Hufeauskratzen bereitete ihr noch immer ein paar Schwierigkeiten, doch im Gegensatz zu ihrem Zustand bei der Ankunft hatte es sich schon deutlich gebessert. Nachdem sie komplett sauber war, lobte ich sie und führte sie zum Roundpen. Zögerlich folgte sie mir und kaum hatte ich sie im Roundpen losgemacht schoss sie auch schon davon. Ich versuchte möglichst ruhig zu bleiben und beachtete einige Tipps, die Vina mir damals in Holland gegeben hatte. Dank ihr konnte ich meinen Körper besser bewegen und war mir meiner Körpersprache bewusst geworden, mit welcher ich nun auch Ófeig wieder in den Schritt brachte. Aufgeregt musterte sie mich genau, wie mir ihr nach innen gerichtetes Ohr verriet. „Alles gut kleine Maus, wir machen heute nichts mehr!“, sagte ich mit ruhiger Stimme ehe ich langsam zu ihr trat. Ófeig blieb nun stehen und schien sich langsam zu beruhigen. Ich führte sie noch ein paar Runden und als dies problemlos klappte lobte ich sie und brachte sie nochmal zurück in den Stall. Dort kraulte ich sie noch ein wenig und gab ihr ein Stück Brot ehe ich leicht enttäuscht ihr Halfter weghang – das Training war nichts gewesen.
      Als nächstes schnappte ich mir Alesco. Der junge Hengst war erst gestern beim Tierarzt gewesen und wurde geimpft, sodass ich heute nicht viel mit ihm machen durfte – bei dem Wetter hätten wir eh nicht viel gearbeitet, es war einfach viel zu warm! Beim Putzen benahm er sich wie immer vorbildlich, lediglich die Leckerlis wollte er noch nicht wirklich annehmen. Er war ein recht kluger Hengst und nachdem es gestern zusammen mit einem Leckerli die Wurmkur gegeben hatte, traute er mir nicht mehr. Da ich mich aber auch nicht auf sein Theater einlassen wollte beließ ich es dann dabei, dass er kein Leckerli bekam, er muss ja schließlich nicht fressen wenn er nicht will. Nach dem Putzen führte ich ihn in die Waschbox. Dort band ich ihn auf beiden Seiten an, damit er möglichst wenig herumtänzeln konnte. Da er noch nicht oft gebadet worden war, tippelte er trotzdem noch etwas herum als ich den Schlau aufdrehte. „Das ist nur Wasser Alesco, das bringt dich nicht um!“, sagte ich lachend zu ihm ehe ich ihm den Schlauch nochmal zeigte. Genau untersuchte er ihn mit der Nase und fing plötzlich an daraus zu trinken. Lachend ließ ich ihn gewähren bis er genug hatte und fuhr dann fort. Er war nun deutlich ruhiger und schien das kühle Bad zu genießen. Während dem ein shampoonieren gab es eine kleine Massage automatisch dazu und Alesco fing sogar an zu entlasten. Ich lobte ihn und wollte gerade wieder zum Schlauch gehen als er sich plötzlich schüttelte. „Alesco du Schwachkopf!“, rief ich empört als ich an mir herunterblickte – ich war klatschnass. „Musste das sein..?“, setzte ich noch, schon wieder halb lachend, hinterher. Unschuldig schaute er mir ins Gesicht und schnell war wieder alles vergessen. Ich wusch das Shampoo noch aus, fütterte ihm eine Karotte und holte dann Ófeig erneut aus der Box. Gemeinsam mit Alesco führte ich die Stute dann auf die Koppel, wo beide zusammen etwas spielen durften. Alesco konnte unterdessen trocknen und Ófeig würde sich eventuell etwas ablenken.
      Ich gönnte mir nun eine kleine Pause und ins ins kühle Wohnhaus, wo ich etwas von der gekühlten Cola trank. Anschließend kümmerte ich mich etwas um den Verwaltungskram bis Fynn plötzlich wieder kam. „Was machst du denn schon hier?“, sagte ich erstaunt. „Es ging alles recht schnell, ich war der einzige Kunde, der gerade da war“ erwiderte er. „Super, dann kannst du mir ja gleich helfen!“, antwortete ich ihn daraufhin leicht neckend. Doch Fynn liebte die Arbeit mit den Tieren genauso wie ich und stimmte direkt zu. Er würde ein wenig Fjörgyn reiten während ich gleich Glymur reiten würde. Mit ihm musste ich noch einiges trainieren, da bald eine Körung stattfand, die wir hoffentlich erfolgreich bestreiten würden. Fynn freute sich schon auf den Ritt mit Fjörgyn, sie war einfach sein Lieblingspferd und auch Fjörgyn liebte ihn abgöttisch. Mit mir kam sie zwar auch super klar, doch ich überschätzte sie oft, da sie für ihr junges Alter super mitarbeitete – Fynn konnte sie da noch besser einschätzen, sodass er das Training der Stute hauptsächlich übernahm. Quatschend gingen wir in den Stall und fingen an die beiden Pferde zu putzen. Beide waren für ihre Rasse sehr groß und standen mehr im Reitpferdetyp, wie die moderne Isländerzucht es verlangte. Besonders stolz war ich auch auf Glymur, schließlich war er der erste Hengst, der komplett aus meinen eigenen Pferden gezogen war, doch auch bei Fjörgyn war Vina und mir die Auswahl der Eltern gut gelungen, sodass sie eine fröhliche Stute mit guter Gangveranlagung geworden war. Die beiden benahmen sie wie fast immer vorbildlich und auch beim Satteln gab es keine Probleme. Ich überlegte kurz ob ich Glymur seinen neuen Westernsattel auflegen sollte, entschied mich dann aber doch für den Gangpferdesattel, da ich vor hatte den Pass heute etwas weiter anzutesten. Fynn entschied sich für die Dressurvariante und nachdem alles fertig war gingen wir auf den Reitplatz. Dort stieg ich direkt auf, während Fynn Fjörgyn erst etwas warm führte. Ich setzte von Anfang an mein Training zum lockern des eher steifen Hengstes durch und begann mit großen Biegungen. Nach der ersten Schrittphase trabte ich an und ritt Glymur etwas vorwärts, abwärts. Dieser kannte das inzwischen und hatte gelernt sich gut auszubalancieren, sodass er gelöst und flott vorwärts ging. Ich ritt einige Schlangenlinien und Zirkel bevor ich langsam die Zügel aufnahm. In einer Schrittpause übte ich ein paar Seitengänge bevor ich zwei Runden flott außen herum galoppierte. Für die Versammlung im Galopp fehlte ihm noch immer etwas der Schub aus der Hinterhand, er war nunmal sehr passlastig und tat sich mit dem Galopp schwer. Da er jedoch gut außen herum lief lobte ich ihn und machte eine Pause, bei der ich ihm die Zügel hingab. Er nahm das Angebot sofort an und streckte sich in die Tiefe. Währenddessen schaute ich etwas Fynn zu, der mit Fjörgyn gerade an Seitengängen im Trab arbeitete – sie passten einfach super zusammen. Die Stute arbeitete aufmerksam mit und ging flüssig. Es war einfach toll den beiden zuzusehen. Dennoch musste auch ich nun weiterarbeiten und töltete Glymur an. Er fand sofort seinen Takt und hielt diesen auch gut als ich anfing Volten und Übergänge in den Schritt zu reiten. Nach einigen Übergängen erweiterte ich diese in den Galopp. Hier kamen immer wieder einige Passtritte dazwischen, bis der reine Tölt kam, doch er verbesserte sich stetig. Zum Abschluss galoppierte ich nochmal an der kurzen Seite an und gab ihm dann zur langen Seite hin eine Aufwärtsparade. Automatisch fiel er in den Pass und hielt diesen super als ich Gas gab. Er schmiss seine Beinchen nur so in die Luft und schien sichtlich Spaß zu haben. Nur mühsam konnte ich ihn am Ende der langen Seite bremsen. Auch von Fynn ernteten wir einen anerkennenden Blick – die Körung würden wir schon hinbekommen, da war ich mir nun sicher. Am langen Zügel trabte ich noch etwas locker bevor ich ihn in Ruhe trockenritt, zurück in den Stall brachte und dann absattelte. Als ich ihn gerade auf die Koppel gebracht hatte war auch Fynn fertig. Er gab Fjörgyn direkt ihr Kraftfutter, sodass es etwas länger dauerte bis er fertig war.
      Ich putze unterdessen den kleinen Cody. Mit diesem hatte ich erst gestern gearbeitet, sodass er heute frei hatte, ein Fohlen sollte man schließlich noch nicht zu viel beanspruchen. Er genoss die Pflege und tobte kurz später schon gemeinsam mit den beiden anderen Fohlen auf der Weide, als ich ihn hinaus brachte. Für Fynn und mich ging es nun ins Wohnhaus um etwas zu trinken und auch ein Brot zu essen. Wir unterhielten uns noch weiter über die Turnierpläne. Dabei kamen wir zu dem Schluss, dass Kempa eindeutig noch mehr gefördert werden sollte. Da ich auf Turnieren aber schon genug Pferde vorstellen musste schlug ich vor, dass doch auch Fynn langsam mal auf Turniere gehen könnte statt mich immer nur zu unterstützen. So wirklich begeistert war er nicht, versprach mir aber eine Runde auf Kempa mit mir und Bailey ausreiten zu gehen um die kleine Palominofalbstute kennenzulernen. Ich machte mir keine großen Gedanken, schließlich war Fynn ein guter Reiter und Kempa eine erfahrene Stute – die beiden würden sicher gut harmonieren!
      Kaum hatten wir den Entschluss gefasst ging es auch schon wieder hinaus zu den Pferden und wir machten die beiden Pferde fertig. Fynn machte sich beim Putzen mit Kempa weiter bekannt, zwar kannte er sie aus dem täglichen Stallleben, doch er hatte sie noch nie geputzt, geschweige denn geritten, da ich die kleine Stute in letzter Zeit dressurmäßig viel gefördert hatte. Nach einer guten halben Stunde waren beide Pferde fertig geputzt und gesattelt, fertig für den Ausritt. Wir stiegen auf und ritten los. Bailey war wie immer super unterwegs – er war und bleibt einfach mein Liebling! Fynn musste sich erst an die kleinen Schritte der Stute gewöhnen, doch spätestens als es an die erste Trabstrecke ging und er bemerkte, dass Kempa eine Naturtölterin war, war er vollends begeistert. Lachend stellte ich fest, dass mein Gefühl mich nicht im Stich gelassen hatte – sie passten klasse zusammen! Bailey trabte gelassen neben der kleinen Stute nebenher und genoss den für ihn entspannten Ausritt. Auch ich ließ meine Gedanken nun abschweifen und genoss den Wind in meinen Haaren. Ich war noch immer mächtig stolz auf Bailey, der erst kürzlich bei dem ersten Versuch ihn zu kören sofort gewann und nun zur Zucht einsetzbar war. Wir wurden direkt an der Körung selber von einigen Gestüten angesprochen, die Interesse hatten ihn in die Zucht zu nehmen und ich hatte mich für das Gestüt von Elii entschieden, sie züchtete mit viel Herzblut und traf gute Entscheidungen was die Nachzucht betraf – fast hätte ich noch ein kleines Fohlen mitgenommen, doch leider war die kleine Stute, die ich mir dort ausgeguckt hatte, schon verkauft gewesen. Plötzlich wurde ich aus meinen Gedanken gerissen als Fynn einfach angaloppierte. „Sag mal träumst du?!“, rief er mir breit grinsend zu während er davon galoppierte – ich hatte tatsächlich den Start der Galoppstrecke verpasst. Sofort galoppierte ich auch Bailey an und machte mich auf die Verfolgung. Schnell waren beide Pferde wieder gleichauf, Bailey war einfach größer und athletischer. „Pff, ich muss gar nicht wach sein, Bailey holt das alles wieder raus, auf ihn ist Verlass!“, schrie ich nun lachend zu Fynn und zog an ihm vorbei. Doch Kempa war eine kleine Kämpferin und hielt wacker mit, was bei ihren kurzen Beinen echt beachtlich war. Viel zu schnell war die Strecke zu Ende und wir parierten die Pferde wieder durch. „So macht reiten Spaß!“, stellte ich lachend fest. Wir ritten noch eine halbe Stunde im Schritt und Trab ehe es zurück zum Hof ging. Dort sattelten wir beide Pferde ab und brachten sie noch etwas auf die Koppel. Ich half Fynn noch bei der Fütterung bevor ich in das Haus ging um weiter den Papierkram zu erledigen.

      © Svartur | 12179 Zeichen

    • Mohikanerin
      Frischer Wind und tatkräftige Unterstützung! | 15. September 2014

      „Guten Morgen ihr Lieben“, sagte ich fröhlich als ich aus der Küche kam. Während Fynn schon relativ fit war saß Freya noch verschlafen am Tisch und wurde erst langsam wach. „An das frühe Aufstehen gewöhnst du dich noch Freya, das ist irgendwann kein Problem mehr.“, setzte ich mit einem Zwinkern hinterher. Die junge Frau arbeitete nun seit zwei Wochen bei uns und schien sich wohl zu fühlen. Mehr durch Zufall war sie an uns geraten als sie am Hof hielt und fragte ob sie ein paar Fotos der Pferde machen dürfte, da diese ihr damals schon direkt gefallen hatten. Nach und nach kamen wir ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass sie eine Ausbildung als Pferdepflegerin hatte und noch eine Job suchte. Spontan kam Fynn und mir die Idee sie zu uns einzuladen, damit sie sich das Leben als Stallpflegerin mal genauer anschauen konnte, da wir beide so oder so auf längere Dauer eine Pflegerin gebracht hätten, da auch ich meinem Ausbildungsberuf wieder nachkommen musste. Nachdem einige Bedenken aus der Welt geschaffen waren hatte sie sich dazu entschieden zu uns zu ziehen und bis jetzt hatte keiner von uns dreien es bereut!
      Nach dem ausgiebigen Frühstück war Freya auch schon ein wenig wacher und spätestens die noch frische Morgenluft weckte sie vollkommen auf als wir zu dritt gemeinsam die Pferde auf die Koppel brachten. Kaum waren die drei Fohlen auf ihrer Koppel angekommen tobten sie gemeinsam los und spielten. Eine Weile lang stand ich nur dar und schaute mir das Spiel der Kleinen an – es war einfach faszinierend wie schnell sie wuchsen. Seufzend wandte ich meinen Blick ab und stiefelte zurück zum Stall. Dort stattete Fynn gerade Fjörgyn mit Gamaschen und Glocken aus. „Halt Fynn, warte mal kurz! Was hälst du davon wenn wir gleich mit Freya zusammen mal eine Runde über die Stoppelfelder drehen?“, fragte ich ihn grinsend. Sofort kam die Antwort: „Von mir aus gerne, sofern ich Kempa nehmen darf….“. „Aha Schatz, vor ein paar Wochen klang das aber noch gaaaanz anders du…“, antwortete ich mit einem triumphierenden Grinsen. Ich hatte beide öfter beim Training gesehen und musste zugeben, dass sie echt gut harmonierten. Kempa blühte richtig auf und zeigt immer höhere Bewegungen im Tölt, sollte es so weiter gehen haben die beiden auf Turnieren in der Zukunft gute Karten! Ich nahm Fynn nun schnell Fjörgyn ab und rief Freya her. Diese freute sich über das Angebot und strahlte letztlich übers ganze Gesicht als ich ihr Vorschlug die Isländerstute Fjörgyn heute im Gelände zu reiten. Die Stute war eher eine der schnelleren Sorte und bereitete ihrem Reiter meist viel Freude, sodass eigentlich jeder, der sie ritt, ihr nicht widerstehen konnte und sie einfach lieben musste. Nachdem auch diese Stute nun verplant war überlegte ich zunächst auf Bailey selber noch mitzukommen, verwarf die Idee doch schnell wieder, da dieser bereits zwei Tage frei hatte und dementsprechend bei seiner Power sicher ein wenig zu schnell für die beiden Isländer wäre. Also schnappte ich mir stattdessen den dritten reitbaren Isländer im Bunde. Der noch junge Hengst in Sonderlackierung war einer meiner absoluten Lieblinge am Hof und ich freute mich auf den anstehenden Ausritt. Kaum war der Entschluss gefasst befand ich mich auch schon vor seiner Boxentür und begrüßte ihn. Glymur empfing mich mit einem freundlichen Brummeln und fraß genüsslich die trockenen Brotscheiben, die ich ihm mitgebracht hatte. Währenddessen legte ich ihm das Halfter an und führte ihn dann zu den anderen beiden an den Putzplatz. Wirklich dreckig war er nicht, sodass ich ihn schnell vom Schmutz befreit hatte und mich Mähne und Schweif widmete. Sorgfältig verlas ich das Langhaar während Glymur gelassen am Putzplatz stand und die Prozedur brav über sich ergehen ließ. Anschließend kratzte ich noch die vier kleinen Hufe aus und gesellte mich dann zu den anderen beiden, die noch ein wenig Zeit brauchten, da besonders Kempa sich ziemlich eingesaut hatte. Kurzfristig beschloss ich Glymur in der Zeit noch die Hufe ordentlich zu waschen. Gesagt – getan! Wenig später glänzten die Hufe wieder und freuten sich sicherlich über die Pflege, die sie in Form von Kräuterhuföl empfingen, welches Rasha mir bei ihrem Schmiedbesuch für ihn mitgebenden hatte. Kaum war ich fertig hörte ich die lachende Freya rufen: „Fynja, wo bleibst du denn? Bist du etwa noch nicht fertig?“. Auch ich lachte nun, stellte schnell das Huföl an Seite und lief in die Sattelkammer, wo ich so gerade noch einem Zusammenstoß mit Fynn ausweichen konnte, der gerade Kempa’s Sattel geholt hatte. „Na das kann ja was geben heute – hoffentlich ist der Ritt nicht ganz so chaotisch“, sagte ich noch schnell mit einem Lachen im Gesicht ehe auch ich mir meinen Sattel holte und Glymur fertig machte. Nachdem alle drei Ponys komplett fertig waren schwangen wir uns in den Sattel und ritten los in Richtung Felder. Dazu mussten wir etwas ins Landesinnere reiten, brauchten jedoch nicht allzu lange, da alle drei Pferde topfit waren und sichtlich Spaß am Laufen hatten. Bald kamen wir auch schon an den ersten Feldern an, ritten aber noch ein Stück weiter um an größere Felder zu gelangen, auf denen einem kleinen Wettrennen nichts im Wege stehen würde. Plötzlich zuckte Glymi unter mir zusammen und starrte entgeistert in das Feld, welches neben uns lag. Kaum hatte ich in seine Richtung geschaut wusste ich auch schon was los war. „Was macht ihr denn plötzlich mitten im Feld, sitzt du nicht auf dem braven Reitschulpferd?“, rief ich Fynn prustend zu. Auch der konnte sich vor Lachen kaum noch auf dem Pferd halten und rief nur: „Eigentlich dachte ich das auch, haben wir zufällig noch einen anderen Palominofalben neuerdings im Stall?“. Aus der guten Laune heraus beschlossen wir das Feld gleich zu nutzen und das Wettrennen zu starten. Kaum schrie Freya von der Seite, dass alle bereit wären, rasten die Pferde auch schon lost. Der Wind peitschte uns ins Gesicht während wir unsere Pferde zu ihrem schnellsten Galopp antrieben. Viel zu schnell kam das Ende des Feldes in Sicht und wir bremsten aus. Einen wirklichen Tempounterschied gab es bei den dreien kaum, wobei man Fjörgyn und Glymur doch angemerkt hatte, dass sie ab und zu auch mal in Richtung Galopprennen trainiert wurden, sie hatten insgesamt einfach noch mehr Ehrgeiz als Kempa. Nach dem flotten Galopp kehrten wir um und ritten ruhig zum Hof zurück. Dort angekommen zog Freya ihr persönliches Fazit: „Also einen so spaßigen Ausritt hatte ich glaube ich noch nie!“. Immernoch lachend versorgten wir in Ruhe die Pferde und stellten sie anschließend auf die Koppel.
      Freya ging nun ins Haus um Mittagessen fertig zu machen und Fynn widmete sich dem misten der Ställe, sodass ich nun alleine mit einem Pferd arbeiten können würde. Mein erster Impuls war es meinen Liebling Bailey nun zu beschäftigen, doch nach einigem hin- und her überlegen beschloss ich, dass ich mit ihm lieber gegen Nachmittag, beziehungsweise Abend, arbeiten würde und mir stattdessen nun Alesco von der Koppel zu fischen. Der junge Hengst machte momentan eine enorme Entwicklung durch und zeigte sich immer dressurbegabter – die spätere Ausbildung von ihm würde uns sicher allen viel Freude bereiten! Noch war er jedoch eindeutig zu jung für eine richtige Ausbildung und so putzte ich ihn heute nur gründlich und ließ ihn dann etwas an der Hand grasen. Genau beobachtete ich dabei sein Verhalten und musste schmunzeln als er auf das Wiehern seiner Kumpels auf der Wiese sofort reagierte indem der Kopf nach oben schnellte, er die Ohren aufmerksam spitzte und mit bebendem Körper zurückwieherte. Innerlich begann ich nun abzuschweifen und überlegte, wie die Kommunikation unter Pferden wohl genau funktionierte, ob sie wohl auch wie wir eine Art Sprache hatten neben der Körpersprache? Allzu lange sollte ich darüber allerdings nicht nachdenken können, denn nach einer knappen halben Stunde, die ich mit dem Junghengst draußen verbracht hatte, kam ein Ruf aus dem Haus: „Das Essen wäre jetzt fertig, ist es möglich, dass du dich von deinem Nachwuchs trennst?“. Schnell bejahte ich die Frage, brachte Alesco zurück auf die Koppel und lief dann schnell ins Haus.
      Das Mittagessen schmeckte mal wieder vorzüglich und nachdem alle gut gestärkt waren ging es mit der Arbeit am Hof weiter. Da wir später noch einen Filmeabend mit Freunden geplant hatten um Freya’s Einzug nochmal gemütlich zu feiern, teilten wir die übrigen Pferde unter uns auf. Ich meldete mich direkt für Bailey und erhielt keine Widersprüche, sie wussten bereits, dass diese bei dem Pferd keinen Zweck hätten. „Warum war das nur klar?“, kommentierte Fynn meinen Satz. Ich konterte direkt: „Hmmh… vielleicht aus demselben Grund weswegen du heute Morgen so unbedingt Kempa reiten wolltest?“. Und das stimmte: So gern ich alle Pferde am Hof hatte, der absolute Liebling von mir würde immer Bailey bleiben. Freya und Fynn schnappten sich also kurzerhand Cody und Ófeig um mit den beiden einen Spaziergang zu machen. Bevor ich Bailey holen gehen würde, lief ich mit den beiden um Alesco zurück in die Stallungen zu führen, da dieser sonst alleine auf der Koppel wäre und so wie wir ihn kennengelernt hatten wieder durch alle Zäune gehen würde. Kurz nachdem ich ihn in den Stall gebracht hatte holte ich dann aber endgütlig meinen Hengst. Liebevoll streichelte ich ihm über den Hals als ich ihn begrüßte. „Na mein Großer, ist alles ok bei dir?“ Und auch wenn er nicht in Worten antworten konnte, so meinte ich doch zu spüren, dass er mich verstand. Ich brachte ihn zu den beiden Fohlen an den Putzplatz und putzte gleichzeitig mit Fynn und Freya. Ófeig stand vorbildlich dar und ließ die ganze Prozedur über sich ergehen, der weitaus quirligere Cody hingegen lief die ganze Zeit hin und her und stellte für Fynn eine echte Herausforderung dar. Zum gefühlt Hundertesten Mal an diesem herrlichen Tag lächelte ich wieder und widmete mich wieder Bailey. Nach dem ausgiebigen Putzen sattelte ich ihn und ging dann mit ihm hinaus auf den großen Reitplatz. Dort baute ich zwei kleine Sprünge auf ehe ich aufstieg und anfing Bailey warmzureiten. Der Hengst fühlte sich frisch an und ging fleißig vorwärts. Nach und nach baute ich einige Hufschlagfiguren und schließlich auch Trab-Schritt-Übergänge ein bis ich langsam merkte, dass er den Rücken aufwölbte und locker wurde. Um ihn noch weiter zu lockern ritt ich ein paar Tritte pro lange Seite Schenkelweichen bevor ich mit der Galopparbeit begann. Auch hier achtete ich darauf ihn stets zu biegen und ihn vorwärts/abwärts laufen zu lassen, schließlich hatte er zwei Tage gar nicht gearbeitet und war dementsprechend zu Anfang etwas steif gewesen. Nach gut einer halben Stunde ritt ich dann das erste Mal auf die kleinen Sprünge zu. Bailey machte einen gekonnten Satz über die Stangen und galoppierte danach ruhig und im Rhythmus weiter – für ihn waren solche Höhen absolut kein Problem, doch da ich ihn lediglich ein wenig gymnastizieren wollte beschloss ich den Sprung nicht höher einzustellen und segelte stattdessen noch einige Male über den kleinen Sprung. Bailey war voll konzentriert dabei und genoss den bald schon wieder langen Zügel. Lange hatten wir nicht gearbeitet, doch angesichts der noch recht warmen Temperaturen würde das für heute reichen. „Hast du super gemacht mein Großer!“, flüsterte ich ihm zu während ich meine Arme um seinen breiten Hals schlang. Ich genoss ein wenig die Wärme des Hengstes ehe ich ihn ordentlich abritt und dann versorgte. Fynn und Freya waren inzwischen auch zurück gekehrt und waren sichtlich zufrieden mit den beiden Jungpferden. Zwar habe Cody sich wohl noch einige Male erschreckt, insgesamt seien aber wohl beide Fohlen ruhig geblieben. Gemeinsam holten wir noch die restlichen Pferde von den Koppeln und verteilten sie in ihren Ställen, wo wir auch direkt Kraftfutter und Rauffutter verteilten. Kaum war dies erledigt schloss ich die Stalltür ab und lief dann hinüber zum Haus um mich für den Filmabend fertig zu machen.

      © Svartur | 11948 Zeichen

    • Mohikanerin
      Ein nicht unbekannter Neuankömmling! | 12. November 2014

      „Morgen Freya – magst du heute Morgen die erste Fütterung übernehmen? Fynn und ich müssen die Stute abholen…“, fragte ich unsere Stallhelferin. Direkt kam die Antwort: „Was denn für eine Stute? Warum hab ich davon denn gar nichts mitbekommen? Wenn du mir sagst was es mit ihr auf sich hat, übernehme ich die Fütterung gerne, aber erstmal musst du mit der Sprache rausrücken – ich dachte wir nehmen keine Pferde mehr auf?!“. „Weißt du Freya, das ist etwas kompliziert…es geht um Elding, die Stute stand bereits einige Zeit bei mir und lief unter mir ihre erfolgreiche Krönung..ich hab sie echt gemacht, habe sie dann aber bei meiner ehemaligen Zuchtpartnerin gelassen als ich nach Estland gezogen bin, da ich dachte, dass sie dort super versorgt wird und wir unseren Bestand ja eh reduzieren wollten. Leider hat Vina momentan einige Probleme und muss ihren Bestand stark verkleinern und fragte mich so ob ich Elding wieder zurücknehmen würde um ihr einen Endplatz zu geben…und da hab ich natürlich sofort zugesagt – ich vermisse die Kleine eh ziemlich…“. Ich redete noch eine Weile mit Freya und erklärte ihr einiges zu der Stute bis ich mich von ihr verabschiedete und ihr noch einen Auftrag mitgab, dass sie für Elding eine Box fertig machen sollte.
      Fynn kam nun auch endlich aus dem Haus und so hängten wir schnell an und düsten dann los in Richtung Flughafen. Gerade rechtzeitig kamen wir an, Vina hatte schon eine gute halbe Stunde mit der Stute am Flughafen gewartet und musste gleich schon wieder zurückfliegen. Viel Zeit blieb uns leider nicht mehr, sodass wir nur schnell den Papierkram erledigten, ein wenig von unseren Höfen erzählten und dann die Stute verluden. Der Abschied verlief etwas stressig, doch dann saß Vina pünktlich in ihrem Flugzeug nach Hause und wir hatten Elding neben uns, die den Flug gut überstanden hatte und geduldig wartete. „Na Große - dich herzugeben war ein großer Fehler! Ich bin echt froh, dass wir dich nun wiederhaben…“, flüsterte ich ihr leise zu während ich meinen Kopf in ihre füllige Mähne drückte. „Kommst zu jetzt Fynja? Wir müssen losfahren!“, hörte ich plötzlich Fynn aus dem Auto schreien. Ich steckte Elding noch ein Leckerli zu und verschloss dann sorgfältig die Hängerklappe ehe ich ins Auto einstieg. Knapp zwei Stunden später kamen wir wieder Zuhause an, wo uns direkt Freya empfing, die unbedingt wissen wollte wie Elding aussah, schließlich kannte sie Elding noch nicht, da wir die Stute vor dem Umzug nach Estland verkauft hatten und Freya erst in Estland zu uns stieß. Sie machte sofort den Hänger auf und gesellte sich zu der Stute, die es ihr offensichtlich angetan hatte. „Na, gefällt sie dir? Sie war die erste Stute, die ich erfolgreich auf einer Körung vorgestellt hatte…einfach ein tolles Tier..“ sagte ich zu ihr. Freya bejahte meine Frage ohne Zögern und führte Elding dann aus dem Hänger. Entspannt schaute sie sich um – das Reisen war sie inzwischen wirklich gewohnt – und folgte, nachdem Freya mir die Stute gegeben hatte, mir dann zur Stutenkoppel. Da nebenan die Hengste standen erkannte sie als allererstes Glymur, der ihr wiehernd entgegenlief. Glymur war der erste Sohn von Elding gewesen und unter anderem auch der erste, erfolgreiche Hengst, den ich selber gezüchtet hatte. Die beiden hatten fast zwei Jahre zusammengestanden und liebten sich abgöttisch. Ich ließ die beiden sich beschnuppern ehe ich kurz am Strick zupfte und Elding somit zur nächsten Koppel lotste. Auch hier traf sie direkt eine alte Freundin: Fjörgyn. Sie war gemeinsam mit Glymur aufgewachsen und hatte ebenfalls mehrere Jahre mit Elding gemeinsam in einem Stall gestanden, wo es nie Probleme gab. Ich zog Elding schnell das Halfter aus und stellte sie dann auf die Koppel. Auch Kempa und Sun kamen direkt an und beschnupperten den Neuzugang. Kurz gab es etwas Gequietsche, doch das war es dann auch schon. Fjörgyn gesellte sich direkt zu Elding und beschützte sie ein wenig vor den anderen beiden. Aufgrund der friedlichen Zusammenführung ließ ich die Stute nun erstmal alleine und lief zurück zum Stall, wo ich Eldings Halfter in die Sattelkammer hängte und von dort direkt das Halfter von Tasty mitnahm. Der 7-jährige hatte sich enorm entwickelt und ging nun immer höhere Dressurlektionen, sodass bald die ersten Turniere anstehen würden, wo er, so war ich mir sicher, gut abschneiden würde. Erst vor Kurzem hatten wir eine Trainerin am Hof, die uns die Starterlaubnis für die Klasse A erteilte, die er problemlos schaffte. Heute hatte ich vor ihn ein wenig im Gelände zu trainieren, wobei Spaß und Training super verbunden werden konnten. Zuerst holte ich den großen Hengst jedoch in den Stall und band ihn dort vor der Box an um ihm die Decke abzunehmen. Unter der warmen Decke war das Fell so gut wie sauber, sodass ich nur mit der Kardätsche kurz überputzte ehe ich die Hufe auskratzte. Zum Schluss kämmte ich noch Mähne und Schweif, dann sattelte ich ihn in Ruhe um schließlich aufzusteigen. Im gemütlichen Schritttempo verließen wir den Hof und bogen zu den Feldwegen ab. Nach einer Weile trabte ich ihn in einer schönen Dehnungshaltung an und nahm sein eher flottes Tempo an. Er dehnte sich schön an den Zügel heran und trat von hinten nach vorne an. Der Weg schien schier endlos zu sein, was ich sofort nutzte um mit dem Training ein wenig zu beginnen. Ich ritt ihn ein paar größere Schlangenlinien auf dem breiten Weg ehe ich die Zügel langsam aufnahm und meinen Schenkeldruck etwas verstärkte. Der junge Hengst reagierte sehr gut und kam in Anlehnung. Nach einer Weile kamen wir auch zum ersten Galopp, den wir nach und nach versammelten, bevor ich wieder in den Trab wechselte um dort ein paar Tempoverstärkungen zu reiten. Wie schon so oft stellte ich fest, dass die Entscheidung diesen Hengst zu kaufen goldrichtig gewesen war – er reagierte fein, jedoch nicht hysterisch und passte einfach zu mir. Nach zwei guten Trabverstärkungen beendete ich das Training und trabte ihn noch ein bisschen locker am langen Zügel ehe ich im Schritt wieder zurück zum Hof kehrte. Dort stieg ich ab und nahm ihm Sattel, Trense und Gamaschen ab, bevor ich ihm die Abschwitzdecke auflegte und zurück zu den anderen Hengsten auf die Koppel brachte. Damit ich es später nicht vergessen würde, mischte ich schonmal das Müsli fertig und schüttete es ihm in den Trog seiner Box. Das selbe tat ich mit der Kraftfutterportion für Elding bevor ich nochmal zur Koppel lief und Bailey holte. Der Hengst war inzwischen zu meinem besten Pferd geworden. Als Jungpferd kam er damals zu uns und hatte sich super entwickelt, sodass er heute Militaryprüfungen der Klasse S* bestritt und auch im normalen Springen sowie der Distanz an der Klasse S teilnehmen durfte. Immer wieder zeigte er mir, dass sich die ausführliche und auf Vertrauen basierende Ausbildung eines Pferdes lohnt – auch wenn sie manchmal länger dauert als eine Ausbildung, in der mit Druck gearbeitet wird. In der Stallgasse angekommen zog ich Bailey die Decke aus und begann ihn gründlich zu putzen. Mit ihm hatten wir heute noch etwas besonderes geplant: Eine gute Freundin würde kommen um uns endlich mal wieder bei der alltäglichen Arbeit zu fotografieren. Ich freute mich schon sehr drauf und polierte Bailey auf Hochglanz. Am vorigen Tag hatte ich ihn bereits gebadet und anschließend eingedeckt, sodass das Fell noch immer gesund glänzte. Bevor das Sattelzeug auf’s Pferd kam fettete ich noch die Hufe ein und kämmte Mähne und Schweif. Anschließend holte ich den frisch geputzten Sattel aus der Sattelkammer und legte ihn mit einer grünen Schabracke auf’s Pferd. Bailey stand brav still während ich vorsichtig den Gurt anzog. Anschließend trenste ich ihn auf Kandare, bandagierte alle vier Beine ein und legte ihm als letztes Hufglocken an. Kaum war ich fertig kam auch schon meine Freundin. Wir begrüßten uns mit einer ausgelassen Umarmung bevor ich ihr Bailey zum festhalten gab und selber schnell ins Haus lief um mir etwas ordentliches anzuziehen. Kaum war ich wieder zurück beim Pferd gingen wir zum Reitplatz hinüber und ich ritt Bailey ein wenig warm. Wir machten einige Bilder von dem aktuellen Dressurausbildungsstand bevor wir in Zirzensik und vor allem das ausdrucksvolle Stiegen des Hengstes übergingen. Bailey arbeitete wie immer konzentriert mit und ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen, sodass einige tolle Bilder entstanden. Gemeinsam versorgten wir den Braunen und brachten ihn dann zurück auf die Koppel. Als Dankeschön für das kleine Shooting holten wir als nächstes Glymur und Alesco von der Koppel. Ausnahmsweise würde ich heute mal jemanden meinen geliebten Isländerhengst reiten dürfen, was ehrlich gesagt sehr selten vorkam, da Glymur einfach, wie der Name schon sagt, mein Schatzi war und ich ihn ungern abgab. Bei meiner Freundin machte ich mir jedoch keine Sorgen und sie freute sich sichtlich als sie erfuhr, dass sie den kleinen Racker heute reiten dürfte. Sie putzte ihn in Ruhe während ich Alesco säuberte. Der Hengst war inzwischen schon sehr ausdrucksstark geworden und wurde langsam ausgebildet, da er aus dem Fohlenalter raus war. Zwar war die Arbeit noch sehr einfach und wir arbeiteten ihn auch nur zwei bis drei Male die Woche, doch so langsam wurde es für ihn ernst. Heute würde ich ihm zum zweiten Mal überhaupt eine Trense anlegen. Ich wählte hierzu wie immer bei meinen Jungpferden ein AppleMouth-Gebiss, welches sehr angenehm im Maul war und durch den Apfelgeschmack die Pferde davon überzeugte, dass Gebiss besser anzunehmen. Beim Trensen selber zappelte Alesco noch ziemlich und es dauerte eine ganze Weile bis das Gebiss in seinem Maul verschwunden war und ich den Nasenriemen zumachen konnte. Auch Glymur war fertig gesattelt, sodass wir gemeinsam in die Reithalle gingen. Draußen dämmerte es schon und es wurde langsam Abend, weshalb ich als erstes das Licht anmachte. Dann führte ich Alesco einige Runden am Gebiss während meine Freundin Glymur warm ritt. Ich gab ihr noch ein paar Tipps mit auf den Weg wie der Hengst in Sonderlackierung zu händeln war bevor ich mich komplett auf meinen Junghengst konzentrierte. Da ich heute vorhatte ihn ein wenig zu longieren hakte ich die Longe ein und schickte ihn, wie er es schon von der Halfterlonge kannte, auf die Zirkellinie. Auf das Gebiss reagierte er noch mit Kopfschlagen und einigen Schlangenlinien, die sich jedoch im Verlauf des longierens reduzierten. Ich arbeitete ihn rund zwanzig Minuten in allen drei Gangarten bevor ich das Training beendete und ihn trocken führte. Glymur würde noch ein wenig länger laufen müssen, doch Alesco brachte ich schon zurück in die Stallgasse. Da er mit den anderen Jungpferden in einem Offenstall stand bekam er direkt nach dem Training schon Kraftfutter, welches er genüsslich fraß. Nachdem ich ihn versorgt hatte legte ich ihm noch eine Abschwitzdecke auf, damit er sich nicht erkälten würde und brachte ihn in den Offenstall. Als nächstes holte ich Ófeig und Cody von der Weide. Die beiden waren noch sehr jung und deshalb noch nicht im Training. Ich kontrollierte sie nur auf Wunden und putzte sie etwas bevor ich sie zu Alesco in den Offenstall brachte. Als nächstes bereitete ich das Kraftfutter für Bailey, Glymur und Kempa vor. Kempa war heute morgen von Freya longiert worden und bekam deshalb eine kleine Portion in den Trog ihrer Box. Die anderen beiden bekamen eine größere Portion, da sie heute stark beansprucht worden waren. Während ich allen Boxen noch Heu brachte kam auch Glymur mit meiner vor Freude strahlenden Freundin zurück. Beide schauten erschöpft aber zufrieden aus. In Ruhe versorgte sie Glymur und stellte ihn dann in seine Box. Sofort machte er sich über das Kraftfutter her und kaute die Möhren und Äpfel, die ich dazu gelegt hatte. Nun schnappte ich mir noch drei Halfter und holte Kempa, Fjörgyn und Elding herein. Die drei Stuten standen noch gemeinsam auf der Koppel und wurden nun von mir in ihre Boxen gebracht. Elding folgte den beiden Stuten entspannt und schaute sich neugierig im als sie ihre Box betrat. Kaum hatte sie jedoch den Trog mit Kraftfutter entdeckte fing sie an zu fressen und ließ die neue Umgebung links liegen. Auch Fjörgyn fraß zufrieden ihr Futter und Kempa, die heute wegen der Zusammenführung mit Elding frei gehabt hatte, mümmelte an ihrem Heu. Sun war die letzte Stute, die ich herein holte und in ihre Box brachte bevor ich Tasty und Bailey in ihre beiden, nebeneinander liegenden Boxen brachte. Schließlich standen alle Pferde zufrieden fressend in ihren großen Boxen. Als letztes für den heutigen Tag nahm ich Alesco noch die Abschwitzdecke ab, verstaute sie und ging dann in das Wohnhaus.

      © Svartur | 12603 Zeichen

    • Mohikanerin
      Ein kleiner Shoppingtrip! | 5. Dezember 2014

      „Morgen Freya, hast du Lust heute mit mir zum Reitgeschäft in der Stadt zu fahren? Wir müssen, beziehungsweile ich will, mal wieder neue Sachen für die Pferde kaufen!“, fragte ich unsere Pferdepflegerin während dem gemeinsamen Frühstück. Prompt kam die Antwort: „Klar, bei Shopping bin ich immer dabei!“. „Super, dann können wir ja gleich losdüsen!“, sagte ich daraufhin und wandte mich an Fynn: „Schatz? Kannst du dann eventuell heute morgen die Ställe füttern und später die Pferde auf die Koppeln bringen?“. Wirklich erfreut war er nicht darüber, dass er die Arbeit heute Morgen alleine erledigen musste, doch gemeinsam mit Freya bekam ich ihn überredet. Wir frühstückten noch zu dritt in Ruhe zu Ende bevor Freya und ich uns umziehen gingen und Fynn zu den Pferd ging. Kaum waren wir beiden Mädels umgezogen liefen wir zum Auto und fuhren los. Schon im Auto wurde über die neuesten Kollektionen geredet und welche Farbe wohl welchem Pferd am besten stehen würde – doch eine Sache dürften wir nicht vergessen: Endlos Budget hatten wir ja leider nicht…Trotzdem betraten wir etwa eine halbe Stunde später gut gelaunt den Laden und schauten uns erstmal in Ruhe um. Schnell entschieden wir uns bei Bailey und Tasty für jeweils eine Schabracke, Bandagen und Ohrenhauben in einem Türkiston und schauten dann noch ein wenig weiter. Auch für die Fjörgyn sprang eine neue Schabracke in einem Beerenton heraus, die Freya mir so begeistert zeigte, dass ich einfach nicht widerstehen konnte. Bevor wir uns allerdings komplett bei den Schabracken verloren würden sagte ich zu Freya: „Eigentlich reicht das ja jetzt schon an überflüssigen Kram, lass uns noch nach zwei neuen Winterdecken und einer neuen Trense für Glymur gucken, dann müssten wir alles haben“. Leider, oder wohl glücklicherweise, lief es nicht ganz so wie geplant, zu den Decken und der Trense kamen „spontan“ noch eine Abschwitzdecke und eine weitere Schabracke hinzu bevor wir alles zur Kasse transportierten. Die Rechnung war weniger schön anzusehen, aber da wir die letzten Monate viel gespart hatten, durften wir uns das auch mal erlauben!
      Wenig später kamen wir zurück an den Hof, wo wir Fynn direkt unsere Ausbeute zeigen wollten, ihn jedoch nirgendwo auffinden konnten. Erst ein Blick in den Stall, wo eigentlich Kempa stehen sollte, verriet uns, dass er wohl eine Runde mit der kleinen Stute im Gelände war. Auch für Freya und mich ging es nach dem spaßigen Morgen jetzt an die Arbeit! Während Freya anfing die Boxen zu misten schnappte ich mir Fjörgyn. „Na meine Kleine, alles in Ordnung bei dir?“, fragte ich sie flüstert während ich sie zur Begrüßung ein wenig kraulte. Lange verharrten wir so jedoch nicht, da Fjörgyn schonmal beschloss loszugehen und ich nur aus der Box hinterher stolperte. „Hey, lass das! So hab ich dich aber eigentlich nicht erzogen“, motze ich mit einem versucht ernsten Ton, was mir jedoch spätestens ab dem Zeitpunkt misslang, an dem ich in ihr Gesicht schaute. Gut gelaunt band ich sie vor ihrer Boxentür an und nahm ihr die Decke ab. Darunter befand sich das noch recht frisch geschorene, saubere Fell, welches ich nur kurz überputzte. Anschließend kratzte ich die Hufe aus und kämmte Mähne und Schweif. Um sie für das heutige, recht entspannte Training auszustatten legte ich ihr nur ein Paar Glocken an und tauschte den Strick gegen eine Longe. So ging es dann in die Reithalle, wo ich die quirlige Stute erstmal etwas warm laufen ließ. Da es draußen doch schon recht kalt war gestaltete ich die Aufwärmphase etwas länger und verkürzte stattdessen die Arbeitszeit ein wenig. Fjörgyn schritt entspannt auf der Zirkellinie entlang und ließ es sich nicht zweimal sagen, als ich sie in den Trab schickte. Wie immer war sie absolut motiviert dabei und trat im flotten Trab an. Da ich heute wegen dem Shoppingtrip nicht ganz so viel Zeit hatte, longierte ich sie nur um ihr Bewegung zu verschaffen, wirklich Kopfmäßige Arbeit stand heute nicht an, sodass wir bald auch schon fertig waren. Während ich sie trockenführte lobte ich sie noch einige Male und brachte sie dann in den Stall, wo ich ihr die Glocken abnahm und sie, mit einer Abschwitzdecke ausgestattet, in ihre Box stellte. Auch Fynn war inzwischen zurück gekommen und hatte Kempa auf die Weide gebracht. Laut seinen Erzählungen sei die Stute heute gut gelaufen und hätte immer wieder gute Phasen auch am langen Zügel im Tölt gezeigt. Zufrieden arbeiteten wir, nun alle gemeinsam weiter. Da wir ja nicht so viel Zeit hatten teilten wir die Pferde auf, die noch bewegt werden mussten. Fynn schnappte sich als erstes seine eigene Stute Sun, Freya kümmerte sich um Elding und ich holte mir Tasty von der Koppel. Wir putzten alle zusammen die drei Pferde und teilten uns dann auf das Trainingsgelände auf, um uns nicht gegenseitig im Weg zu sein. Fynn ging mit Sun in den Roundpen und machte etwas Bodenarbeit mit ihr, da die Stute erst letzten Monat in Ausbildung war und anstrengende Wochen hinter sich hatte. Freya ritt Elding etwas im Gelände und ich wollte Tasty auf dem Platz reiten, sodass ich ihn nach dem Putzen sattelte. Unter dem Sattel befestigte ich die neue Schabracke, die Freya und ich gemeinsam an ihm bestaunten bevor ich ihn auch trenste und auf den Platz ging. Dort saß ich auf und ritt Tasty zuerst etwas im Schritt und Trab am langen Zügel warm, wobei ich darauf achtete, dass er sich schön vorwärts, abwärts dehnte. Nach einem flotten Galopp auf jeder Hand nahm ich die Zügel auf und brachte ihn in die Anlehnung. Auch wenn ich ihn heute nur auf normaler Trense ritt, ließ er sich gut stellen und machte die verlangten Lektionen. Mit vielen Biegungen und Tempowechseln lockerte ich ihn, bevor es an die komplizierten Lektionen ging. Im Schritt begann ich mit Seitengängen und führte sie mit Traversalen im Trab und schließlich im Galopp fort. Da dies auf beiden Händen problemlos klappte, schloss ich noch ein paar einfache Galoppwechsel an bevor ich ihm im Trab die Zügel aus der Hand kauen ließ und ihn dann trockenritt. Währenddessen schnappte ich mir eine Abschwitzdecke vom Zaun und legte sie ihm über, damit er in der Kälte nicht auskühlte. Ich war ganz in Gedanken als ich plötzlich Pferdetritte hinter mir hörte. Ich drehte mich um und sah Freya mit Elding, die gerade auf den Platz geritten kamen. Die Stute hatte während der Geländerunde noch nicht genug abgeschwitzt, sodass Freya sie noch etwas trocken reiten musste. Wir unterhielten uns über das Training bevor die beiden Pferde zurück in den Stall brachten und versorgten. Dort stand ebenfalls Fynn, der Sun schon fertig gearbeitet hatte und nun Bailey putzte. „Ich hoffe es ist ok, dass ich ihn mir als nächsten geholt habe?“, fragte er mich. Ich antwortete ihm, dass alles so klasse sein und ich mich nun noch ein wenig um Glymur kümmern würde. Fynn hatte vor den Hannoveranerhengst im Roundpen frei etwas springen zu lassen und ich wollte mit Glymur in die Halle gehen und ihn dort etwas am Halsring reiten. Als ich Glymur von der Koppel holte brachte ich direkt Alesco mit und Freya schnappte sich die anderen beiden Jungpferde Ófeig und Cody. Wir banden alle vier in der Stallgasse an und ich konzentrierte mich auf Glymur. Viel war dank der Decke nicht dreckig, sodass ich schon bald fertig war. Unterdessen hatte Freya auch angefangen die Jungpferde zu putzen, die wir nachher zu dritt etwas in der Halle laufen lassen würden, da es nun schon recht spät war, alle aber noch Bewegung brauchten. Schnell holte ich aus der Sattelkammer ein Paar Glocken und den Halsring. Alles legte ich Glymi an, der dabei brav still stand und ging dann mit ihm in die Halle. Dort nahm ich ihm erstmal die Abschwitzdecke ab, die ich ihm in der Stallgasse noch schnell übergelegt hatte und schwang mich dann auf seinen Rücken. Schnell trat Glymi an – man merkte ihm an, dass er in der letzten Woche nicht so viel gearbeitet hatte. Trotzdem ließ er sich brav mit dem Halsring bremsen und reagierte gut auf die Stimmkommandos, die ich ihm von oben gab. Damit er nicht doch noch auf dumme Ideen kommen würde und durchstarten würde beschäftigte ich ihn mit vielen Wendungen und Travers sowie Renvers, was am Halsring alles gar nicht so einfach war. Glymur musste sich sehr konzentrieren um meine Anweisungen umsetzten zu können, sodass seine überschüssige Energie bald verpuffte. Als ich das Gefühl hatte, dass Glymi nun wieder komplett klar im Kopf war trabte ich an. Ich setzte das Programm mit vielen Biegungen fort bevor ich auf beiden Händen ein wenig galoppierte. Anschließend versuchte ich den Hengst mit Hilfe des Halsrings zu tölten. Ich setzte den Halsring etwa weiter vorne am Hals an, sodass er in die Aufrichtung kam und trieb dann mit Schenkeln und Kreuz. Es brauchte einige Versuche, doch schließlich verstand Glymir was ich von ihm wollte und machte einige Tölttritte. Ich lobte ihn sofort ausgiebig und trabte etwas locker bevor ich erneut töltete. Diesmal klappte es schon deutlich besser, doch allzu lange wollte ich es auch nicht probieren um den Hengst nicht zu überfordern. Ich galoppierte ihn nochmal kurz und ließ ihn dann in der Dehnungshaltung austraben. Im Schritt ritt ich anschließend noch eine Runde um den Hof bevor ich direkt in die Stallgasse ritt. Da der Hengst nicht so groß war konnte ich das Tor von oben öffnen und gelang so auf dem warmen Pferd sitzend in den Stall. Kaum war ich abgestiegen vermisste ich schon das warme Fell an meinem Hintern, konnte mich doch dazu überreden ihn in Ruhe fertig zu machen und zurück in die Box zu stellen. Anschließend half ich Freya noch mit den letzten Feinschliffen an den drei Jungpferden, als auch Fynn zurück kam. Bailey hatte trotz der Schur ziemlich geschwitzt, sodass Fynn ihn etwas unter unser erst neu angeschafftes Solarium stellte und ihn dort mit Stroh weiter trocken rieb. Unterdessen gingen Freya und ich schonmal vor in die Reithalle. Ich nahm Alesco und Cody zusammen und Freya führte Ófeig in die Halle. Dort führten wir die drei im Schritt noch etwas warm bevor wir die Stricke von den Halftern lösten und beide in die Mitte der Halle gingen. Mit etwas schnalzen brachten wir die Jungtiere in Bewegung und schon bald hatten wir unser Ziel erreicht: Die drei tobten gemeinsam durch die Halle und bewegten sich so selbst. Nach einer Weile stoß auch Fynn zu uns und schaute sich gemeinsam mit uns das Spiel an. Es war einfach toll zu sehen wie die Kleinen sich vom Fohlen langsam zum erwachsenen Pferd entwickelten, besonders Alesco und Cody waren enorm gewachsen und auch nicht mehr so „unförmig“ wie noch vor einem halben Jahr. Nach einer guten halben Stunde fingen wir die drei wieder ein und versorgten sie bevor wir die Ställe fütterten, den Stall abschlossen und dann gemeinsam ins Wohnhaus gingen.

      © Svartur | 10715 Zeichen

    • Mohikanerin
      Ziel erreicht! | 5. Januar 2015

      „Ach halt doch die Klappe doofer Wecker!“, waren wohl die ersten Gedanken die mir morgens durch den Kopf gingen als ich müde den Wecker ausschaltete und anschließend geschockt feststellte, dass wir bereits 5 Uhr hatten! Da es heute für mich und Glymur zu einer Körung gehen sollte sprang ich schnell aus dem Bett und zog mich an bevor ich in den Stall ging. Dort traf ich auf Freya, die bereits wach war und angefangen hatte die Pferde zu füttern. Ich half ihr noch kurz bevor ich zu Glymi ging. „Na mein Großer, wenn du wüsstest was heute ansteht…benimm dich bitte einfach!“, flüsterte ich dem großen Isländerhengst zu ehe ich nochmal ins Haus ging um dort zu frühstücken. Inzwischen war ich die Körungen und Turniere gewohnt, sodass ich nicht ganz so aufgeregt war wie noch vor einigen Monaten, aber dennoch merkte ich, dass mein Körper sich gegen die Nahrungsaufnahme wehrte. Ich zwang mir eine Scheibe Brot runter bevor ich raus ging und erneut zu Glymi ging. "Na Glymi, heute fahren wir zur Körung.", erzählte ich meinem kleinen Liebling. Er schnaubte zufrieden, was wohl heißen sollte, dass er sich freute. Wir waren noch auf dem Hof und alle waren ziemlich im Stress, da die Pferde noch gefüttert werden wollten und Glymi noch nicht fertig war. Ich putzte ihn gründlich und kratze seine Hufe aus. "Fynn? Fynn wo bist du? Wir müssen los!", rief ich leicht panisch. "Bin schon da!", sagte er und kam angelaufen. Gemeinsam verluden wir den Hengst und fuhren los. Nach gut einer Stunde waren wir auf dem Tuniergelände. Ich holte Glymur aus dem Hänger und drückte Fynn den Strick in die Hand, dass er ihn festhielt während ich sattelte und trenste. Während die ersten Teilnehmer dran waren ritt ich in Ruhe warm. "So Junge es geht los!", sagte ich zu Glymur als eine Stimme aus den Lautsprechern ertönte: "Fynja und Glymur bitte!". Wir ritten im Schritt in die Mitte des Platzes, wo ich den Richter grüßte. Dann ging es los. Ich ließ ihm Schritt auf den Hufschlag gehen. Wir waren auf der rechten Hand, nach zwei Runden Schritt ließ ich ihn bei A abwenden. Wir ritten noch eine Runde Schritt auf der linken Hand ehe wir bei C einen Zirkel ritten und ich ihn antraben ließ. Dann wechselte ich die Hand, wieder auf der rechten Hand angekommen, trabten wir eine Runde. "Brav Glymur!", lobte ich ihn. Dann ritten wir durch die ganze Bahn und trabten dann noch eine Runde auf der linken Hand. In der Ecke galoppierte ich an. Bis jetzt arbeitet er gut und konzentriert mit. Er hatte wirklich butterweiche Gänge und ich merkte seine hohe Knieaktion. Nach zwei Runden im Galopp ritt ich einen Zirkel bei A und wechselte auch gleich aus dem Zirkel mit einem einfachen Galoppwechsel. Wieder auf der rechten Hand, ließ ich ihn noch eine Runde galoppieren bevor ich bei C durchparierte. Im Schritt ritten wir aus der Ecke kehrt. Glymi stand gut an den Hilfen und bog sich klasse in der Wendung. "Ganz toll!", lobte ich ihn. Nachdem er etwas verschnauft hatte, gab ich ihm eine Aufwärtsparade und ließ ihn tölten. Flott trat er an und zeigte seine ganze Power. Nach einer Runde galoppierte ich an und legte ihn an der langen Seite in den Pass. Willig wechselte er vom Galopp in den Tölt und zeigte eine lange Seiten taktklaren Pass. Vor der Ecke nahm ich ihn zurück und lobte ihn kurz: "Du machst das echt super!". Wir hatten nun unsere Kür beendet und im gemütlichen Tölt am langen Zügel ritt ich auf die Mittellinie, wo ich anhielt und die Richter zum Schluss grüßte. "Das waren Fynja und Glymur!"; ertönte wieder eine Stimme aus den Lautsprechern. "Super gemacht!", empfing uns Fynn draußen. Gemeinsam warteten wir gespannt auf das Ergebnis – Glymur hatte sich jedenfalls super gemacht und egal wie es ausgehen würde, ich war stolz auf meinen Hengst! Das Warten auf die Urteilsverkündung erschien ewig, doch dann war es endlich so weit: Glymur war gekört! Überglücklich schlang ich die Arme um den Hals meines Hengstes und holte stolz die Schleife ab. Leider war nicht allzu viel Zeit zum feiern, da zu Hause noch einige andere Pferde auf uns warteten. Wir hetzten uns aber nicht und ich führte Glymur in Ruhe trocken bevor wir ihn absattelten und zurück nach Hause fuhren. Dort angekommen rannte Freya direkt zu uns: „Erzählt, wie lief’s?“. Erst nach einem ausführlichen Bericht und einer dicken Umarmung ließ sie uns wieder gehen und kümmerte sich weiter um die Ställe. Fynn kümmerte sich nun um Glymur und brachte diesen auf die Koppel zu den anderen Hengsten, die Freizeit draußen hatte er sich nun redlich verdient! Bevor auch ich mich weiter an die Arbeit machte räumte ich das Auto aus und brachte das gesamte Sattelzeug zurück in die Sattelkammer, wo ich auch noch meine Klamotten vom Vormittag fand, die ich direkt anzog – die Turnierklamotten konnten auch hier auf die Waschmaschine warten! Ich legte mir nun eine Trense raus und holte Cody von der Koppel. Der Hengst wuchs immer weiter und würde wohl recht groß werden, was mir jedoch gerade recht war, da ich gerade die größeren Quarter schick fand. Während dem Putzen blieb er vorbildlich stehen, sodass ich ihn zwischendurch immer wieder lobte. So ganz sauber wurde das helle Fell leider nicht, doch immerhin hatte ich ihn vom Matsch der Koppel befreit und konnte nun mit dem Training anfangen. Inzwischen beherrschte er das Longieren, dank einiger Hilfe, gut und die Ausbildung konnte nun weiterschreiten. Für heute hatte ich die erste Trensengewöhnung auf den Plan gesetzt, weshalb ich diese nun holen ging, den Strick von Codys Halfter löste und ihm nun die Zügel über den Hals legte. Schon vor den Zügel wich er im ersten Moment erschrocken zurück, ließ sich aber mit ein paar Streicheleinheiten wieder beruhigen. Anschließend nahm ich das Gebiss mit einem Leckerchen in die Hals und „fütterte“ es dem jungen Hengst. Dieser nahm wie gewohnt das Leckerli und hatte somit die Trense im Maul. Ich lobte ihn sofort und steckte ihm ein weiteres Leckerli zu, welches er jedoch nur mit Mühe fressen konnte, da ihn das Gebiss im Maul störte. Hektisch kaute er darauf herum während ich den Strick wieder am Halfter befestigte, welches ich noch unter der Trense hatte. Unsicher folgte Cody mir nun in den Roundpen, wo ich Strick und Zügel löste und ihn wie gewohnt nach außen schickte zum laufen lassen. Zwar kannte Cody den Prozess, doch der neue Umstand mit dem Gebiss im Maul schien ihm zu schaffen zu machen. Ich versuchte das Kauen so gut es ging zu ignorieren, schließlich musste er es lernen und Schmerzen hatte er nicht, es war lediglich ungewohnt für ihn. Nach gut zwanzig Minuten beendete ich das Training und nahm ihm noch im Roundpen die Trense ab und lobte ihn erneut, morgen würde nochmal das gleiche Programm anstehen! In Ruhe versorgte ich den Junghengst bevor ich ihn zurück zu den anderen auf die Koppel brachte. Unterdessen hatte Fynn mit Alesco gearbeitet und mit diesem die ersten Gewichtstrageübungen gemacht. Noch war der Hengst zwar noch lange nicht so weit einen Reiter zu tragen, da er noch deutlich mehr Muskulatur brauchte, doch mit der Gewöhnung konnte bereits angefangen werden. Fynn erstattete mir ausführlich Bericht, dass er sich wohl recht brav benommen hätte während Fynn sein Gewicht über den Rücken Alescos gelegt hatte, auch wenn Alesco wohl einige Male ausgewichen wäre und versucht hätte der Situation zu entkommen, im Nachhinein war er wohl lieb gewesen und hätte versucht alles richtig zu machen. Ich sprach mich nun mit Fynn und Freya gemeinsam ab, dass wir als nächstes eine kleine Runde ausreiten gehen würden, da es seit langem mal wieder einen Tag nicht am regnen war und wir das relativ gute Wetter nutzen wollten um die Pferde mal wieder draußen zu bewegen. Fynn würde sich seine Sun schnappen, Freya ritt wie meistens Fjörgyn und ich hatte die Qual der Wahl zwischen Tasty, Kempa und Bailey. Letztendlich entschied ich mich für Bailey, da der Hannoveraner in letzter Zeit bei mir etwas zu kurz gekommen war und sich eine Runde im Wald zum entspannen verdient hatte! Da die Pferde inzwischen wieder in ihren Boxen standen beschlossen wir direkt vor den Boxen zu putzen statt nach draußen in die Kälte zum Putzplatz zu gehen. Gemeinsam putzen wir die Pferde, wobei Freya eindeutig am meisten zu tun hatte, da Fjörgyn, neben den Jungpferden, mit Kempa die Einzige war, die nicht geschoren und somit auch nicht eingedeckt war. Das lange Fell war von der matschigen Koppel verklebt und brauchte einige Zeit bis es wieder sauber war. Ich beschloss unterdessen Bailey etwas zu verwöhnen und machte ihm ein Hufbad nach welchem ich die Hufe noch mit dem Kräuterhuföl von Jessica, unserer Hufschmiedin, bestrich. Dann endlich war auch Freya fertig und wir sattelten. Bailey bekam die kürzlich neu gekaufte Schabracke unter den Sattel und farblich dazu passende Gamaschen. Schon beim losreiten musste ich feststellen, dass Bailey sehr gut drauf war und einen enormen Vorwärtsdrang hatte, das würde sicherlich ein Kopf an Kopf Wettrennen mit Sun auf der Galoppstrecke geben! Erstmal ritten wir aber im Schritt in den Wald hinein und entschieden uns für eine kleinere Runde, da die Kondition der Pferde momentan nicht die beste war. Schnell fanden wir eine Strecke zum traben, die wir direkt nutzten um die Pferde etwas aufzuwärmen und lockern. Auch mein Hengst baute nun etwas Anspannung ab und schnaubte ruhig, sodass ich die Zügel zum ersten Mal wieder etwas lockerer fassen konnte ohne, dass ich Angst haben musste, dass er durchgeht. Eine ganze Weile ging es so im flotten Trab daher, wobei wir einige Schrittpausen einlegten, bevor wir zum Highlight der Strecke kamen, der großen Galoppstrecke. Wir redeten gar nicht lange sondern ließen die Pferde einfach losgehen. Wie immer war es ein tolles Gefühl den Wind in den Haaren zu spüren und die donnernden Pferdehufe auf dem Boden zu hören. Wegen ihrer Größe hatten Sun und Bailey Fjörgyn bald schon abgehängt, wobei diese sich wacker schlug. Gegen Ende der Strecke hatte jedoch Sun eindeutig die Nase vorne, sie war doch um einiges schneller aus Bailey, auch wenn dieser sich komplett verausgabt hatte und sein bestes gegeben hatte. Fynn und ich warteten vor der Weggabelung noch auf Freya, die überglücklich mit Fjörgyn angetöltet kam. Sie war stolz auf die Stute, dass sie so gut mitgehalten hatte und anschließend noch einen tollen Tölt gezeigt hatte, die beiden waren einfach ein super Team! Im gemütlichen Schritt ging es dann zurück, damit die Pferde nicht zu stark schwitzten. Am Hof angekommen versorgten wir gemeinsam die Pferde und teilten die letzten vier Kandidaten auf, die noch bewegt werden mussten. Fynn würde Kempa etwas longieren, Freya ritt Elding eine kleine Runde im Gelände, bevor es dunkel wurde um die Stute kennenzulernen und für mich blieben noch Tasty und Ófeig über. Da es leider so schnell dunkel werden würde und ich demnach nicht mehr viel Zeit hatte beschloss ich Tasty ein wenig zu reiten und Ófeig dabei als Handpferd zu nehmen. Für die kleine Stute war das eine gute Abwechslung zu normalen Trainingsalltag und Tasty war dabei auch bewegt. Zuerst musste ich beide jedoch putzen, was einige Zeit in Anspruch nahm bevor ich beiden Pferden Glocken anlegte und Tasty sattelte. Anschließend ging ich mit beiden Pferden in die Halle und stieg auf. Da beide das Handpferdereiten kannten war es von den ersten Schritten an kein großes Problem, zwar musste ich Tasty ziemlich zurückhalten, doch auch hier kam ihm seine gute Dressurausbildung zur Hilfe, da er sich leicht versammeln ließ. Nach einer Weile trabte ich ruhig an und Ófeig töltete fleißig neben uns her. Die Stute war Naturtölterin und würde sicherlich mal toll zu reiten sein, doch bis dahin soll noch einige Zeit vergehen, da sie erst knapp zwei Jahre alt war. Im Trab ritt ich ein paar große Wendungen wie Zirkel und Schlangenlinien bevor ich einen Galoppversuch wagte. Tasty ließ sich gut regulieren und sprang recht versammelt an, die kleine Stute musste sich dagegen schon sehr anstrengen um mit ihren kurzen Beinen hinterher zu kommen. Nach dem Galopp lobte ich beide, trabte noch zwei Runden locker außen herum und führte sie dann gemeinsam trocken. Danach ging es zurück in den Stall, wo Fynn bereits wieder eingekehrt war und Kempa versorgte. Auch ich versorgte die beiden und stellte sie dann zurück in die Box. Fynn und ich fütterten dann noch die Pferde und machten das Kraftfutter fertig, als endlich auch Freya wieder zurück kam. Sie war von dem lieben Gemüt der Scheckstute begeistert und hatte den Ausritt genossen. Auch Elding schien zufrieden als sie neben den anderen schließlich in der Box stand und ihr Abendessen vertilgte. Für heute war soweit alles getan, sodass ich das Licht ausmachte, den Stall abschloss und zurück zum Wohnhaus ging.

      © Svartur | 12692 Zeichen

    • Mohikanerin
      Tierarzt, Prophylaxe #2, Grunimmunisierung | 11. Januar 2015

      In eile lief ich zu meiner Klinik rüber, nachdem ich alles auf meinem Hof erledigt hatte. "Okay, dann mal schnell" sagte ich zu mir selbst und schaute auf die Auftragsliste. Svartur hatte schon vor längerer Zeit einen Auftrag gegeben, ich sollte nach ihren beiden Pferden schauen. River's Fjörgyn und Kempa, beide waren Islandpferde, mal was ganz neues für mich. Schnell packte ich den Van zusammen den ich vor kurzem Aufgeräumt hatte und setzte mich hinein. Ich fuhr nicht lange bis zu Svarturs Hof und wurde sofort herein gebeten und freundlich von ihr begrüßt. "Also, es geht bei beiden Pferden um Islandpferde, Stuten, Kempa, sie ist relativ gelassen und sollte keine Probleme machen. Dann einmal River's sie ist etwas hektisch, sollte aber ebenfalls kein Problem mit allem haben" sagte Svartur und brauchte mich zu den beiden. Langsam und sanft begrüßte ich die beiden. "Also, bei beiden Prophylaxe Nummer 2 und Grundimmunisierung?" frug ich und Svartur nickte. "Okidoki" sagte ich lächelnd und fing bei Rivers an. Die bei jeder Reountineuntersuchung fing ich am Kopf an und schaute erstmal nach ihren Reflexen im Auge. Die Super waren. Dann schaute ich nach den Nüstern, den Ohren und nach dem Mundraum. Von allem Körperteilen nahm ich die angeforderten Proben, beschriftete sie, legte sie in eine Spezielle Lösung und stellte sie in die Zentrifuge. Ich stelle die Umdrehungen ein und die Zeit, ging dann weider zurück zu den Pferde. Ruhig stand River da und ließ mich sie Untersuchen. Ich tastete sie oben bis unten ab, schaute nach den Organen die von außen abtasten und somit konrollieren konnte. Als ich an der Schulter vorbeistrich fühlte ich einen nicht als zu großen Hubbel. "Hier ist ein komischer Hubbel, da schau ich gleich rüber wenn ich mit den grundlegenden Sachen fertig bin" sagte ich und schaute noch nach ihren Hufen sowie nach ihren Vitalzeichen, also Puls, Atmung und Temperatur. "Alles ist gut und alles liegt im Normbereich" sagte ich und lächelte. Ich nahm von River noch eine Blutprobe, was sie jedoch nicht so toll fand. "Schon gut kleine" sagte Svartur als die Totour schon längst vorbei war. Auch diese Probe beschriftete ich und legte sie in eine seperate Zentrifuge. "Na gut, dann schauen wir mal nach dem Hubbel" sagte ich und schaute mir auf der linken Seite ihre Schulter nochmal genauer an. "Aha, eine Mücke die sich einen Streich erlaubt hat" sagte ich. "Ist das schlimm?" frug Svartur. "Nein nein, keine Sorge. Nur es hat sich entzündet, zwar nicht viel und es ist auch nicht schlimm, dennoch unbehandelt lassen wäre natürlich nicht gut" erwiederte ich und holte sofort das antiseptische Sprey. Ich sprühte die geruchsintensive Mischung auf den Stich und gab die Flasche Svartur. "Das kannst du Abends und Morgens und wenn sie auf die Weide geht aufsprühen, damit da keine anderen Krabbelviecher drauf gehen. Gut das wir schon Blut genommen haben, spätestens jetz bräuchte sie eine Blutuntersuchung, denn Mücken um diese Jahreszeit können einiges mitbringen" sagte ich und streichelte die kleine. "So dann können wir Impfen" sagte ich zog die Spritzen auf und Impfte River Influenza, Tetanus, Herpes und Tollwut, in einem Kampf, den wir jedoch gewonnen. "Ufff" schnaufte ich aus und setzte mich erstmal hin. "Die kleine hat Kraft" sagte ich und lachte. Alle Zentrifugen piepsten und wir gingen hin. Ich druckte alle Dokumente aus und Analysierte sie. Ich erklärte Svartur wie sie die Zahlen zu verstehen hatte und sagte dann nochmals das alles gut ist und alles in bester Ordnung. "Gut, dann können wir ja zum nächsten Pferdchen" sagte ich und ging zu Kempa rüber. Auch bei ihr fing ich mit der normalen Routineuntersuchung an. Mir fiel sofort auf das sie sehr warm war und auch etwas hustete. Ich schaute mit ihre Reflexe an, das Ohr, Auge und den Mund mit Zähnen. Von allem machte ich ebenfalls wie bei Rivers einen Abstrich, beschriftete sie und setzte sie in die Zentrifuge. Ich tastete ihren ganzen Körper ab, ebenso die Organe. Man merkte das mit ihr etwas nicht stimmte. Ich nahm noch eine Probe der Haut und natürlich eine Blutprobe, die sie gut vertrug und uns keine Probleme machte. "Wir müssen jetz auf die Blutergebnisse warten. Ich glaube das es ihr nicht sonderlich gut geht" sagte ich angespannt und Kontrollierte bis dahin ihre Vitalzeichen, Temperatur, Atmung und Puls. "39,5C°.! Ohje" sagte ich und holte sofort ein Fieber senkendes Mittel das ich der ruhigen und fast schon benommenen Stute gab. Svartur streichelte Kempa und machte sich große Sorgen. "Keine Angst, das wird nichts schlimmes sein, ich vermute eine Bronchitis, da sie sehr röchelt und hustet. Da ist Fieber normal. Aber wir dürfen jetz nicht Impfen, dafür müssen wir dann einen neuen Termin aus machen" sagte ich und dann piepste die Zentrifuge. "Das wird uns aufschluss geben" sagte ich und schaute mir die Blutprobe und Mundschleimhautprobe an. "Jo, wie ich es mir gedacht hatte Bronchitis. Entstand warscheinlich durch den Temperaturschwung. Kälte, wärme, Kälte. Erkrankt ein Pferd werden die Schleimhäute gereizt, durch die Entzündung wird der Schleim vermehr und verändert seine Konsistenz. Der Schleim wird Zäh und verbleibt in den Atemwegen" sagte ich und erklärte Svartur alles darauf folgende und was sie jetz zu tun hatte. "Alte Hausmittel wie Inhalation machen Sinn, jedoch wird das hier nichtmehr ausreichen. Ich gebe euch für Kempa jetz einige Medikamente, auf den Packungen steh drauf wann und wie du es ihr am besten geben sollst" sagte ich und übergab Svartur die Medikamente. "Also die kanst du ihr zusammen geben, das ist einmal ein Schleimlöser und einmal Antibiotikum. Antibiotikum morgens und abens, Schleimlöser nur morgens. Bitte das Antibiotikum nur drei Tage anwenden, da sind zwar zehn Tabletten drin, also für fünf Tage, jedoch brauch Kempas Körper nur einen Anreiz dagegen an zu Kämpfen, somit reichen die drei Tage. Denn wenn man es zu lange anwendet kann Kempa dauernd an ähnliche Krankheiten erkranken und das wollen wir ja verhindern" sagte ich und streichelte nochmals die kleine. Ich miss nochmal ihre Temperatur. "Ok, die Temperatur ist runder gegangen. Jedoch wäre es mir lieb wenn sie die Nacht ein Auge auf sie haben, damit wenn das Fieber wieder sehr steigt, mich anrufen kannst. Ansonsten helfen auch Wadenwickel" sagte ich und packte alles zusammen. "Für den nächsten Impftermin können wir ja in Kontakt bleiben, sie muss sich erstmal schonen für 2 Wochen, das heißt auch nichts anstengendes. Nur spazieren oder im Sschritt Longieren" sagte ich als wir zu meinem Van liefen. "Oke, ich hab denke ich mal alles und du schreibst mir ja eh nochmal eine Mail wegen allem, oder?" frug Svartur. "Ja genau, keine Sorge, wird auch nicht lange dauern. Mach ich fertig wenn ich im Büro bin." sagte ich und wir verabschiedeten uns. "Gute Besserung für die Kleine" sagte ich noch und schloss die Vantür.

      © Cooper | 6856 Zeichen

    • Mohikanerin
      Die Suche beginnt… | 10. März 2015

      Als nächstes waren die drei Jungpferde dran, die ich zu dritt in die Führmaschine bringen wollte. Cody und Ófeig kannten das Ganze schon, doch für Alesco würde es das erste Mal in der Führanlage sein, doch auch das musste er lernen, denn gerade an so warmen Tagen wie heute war ein wenig leichte Bewegung gut für die Pferde. Nacheinander putze ich alle drei, legte ihnen Hufglocken an und zog Cody noch eine Trense an. Inzwischen nahm der junge Hengst das Gebiss schon recht gut an und gewöhnte sich langsam an das Gefühl. Dann stellte ich zuerst Cody in sein Abteil in der Führanlage, ließ diese dann ein Stück weiter drehen, stelle Ófeig in das nächste Abteil und ging dann gemeinsam mit Alesco in das letzte der drei Abteile. Die erste Runde führte ich Alesco noch, der unruhig tänzelte. Es war ihm anzumerken, dass er noch nie in der Fünlage gewesen war, doch dank seiner beiden Freunde, die ebenfalls bei ihm waren wurde er schnell ruhiger, sodass ich schließlich aus der Führanlage gehen konnte um mich dem nächsten Pferd zu widmen.
      Dieses war Tasty Ass. Der Dressurnachwuchs hatte sich super entwickelt und baute auch immer mehr Kondition auf, wodurch er im ganzen Umgang jedoch auch etwas stärker und frecher wurde, sich jedoch mit leichten Ermahnungen gut händigen ließ. Da wir am Nachmittag noch einen großen Ausritt alle gemeinsam geplant hatten, bewegte ich auch ihn nur kurz. Ich longierte ihn wie Bailey zuvor, baute jedoch ein paar Cavalettis auf dem Zirkel ein um den Hengst etwas aufzuwecken und das Training effektiv zu gestalten. Tasty reagierte gut und aufmerksam, lediglich einmal ging er mir durch. Nachdem diese kleine Auseinandersetzung überwunden war lief er wieder wie ein Lämmchen und konzentrierte sich auf seine Arbeit. Nachdem ich ihn fertig versorgt hatte stellte ich ihn wieder zurück zu Bailey auf der Koppel, der sich sichtlich freute, dass sein Kumpel wieder da war. Bevor ich gleich mit Fynn und Freya ausreiten gehen würde holte ich die drei Jungpferde Alesco, Cody und Ófeig aus der Führmaschine. Wie ich es erwartet hatte war Alesco die restliche Zeit ruhig geblieben und hatte sich damit abgefunden, dass er sich bewegen musste. Ich stoppte die Anlage und brachte die Jungpferde dann nacheinander zurück auf die Weide. Hinter ihnen schloss ich das Tor sorgfältig und ging dann schnell ins Wohnhaus um Fynn und Freya Bescheid zu geben. Die beiden freuten sich, dass ich endlich fertig war und liefen sofort mit mir hinaus in den Stall.
      „Wer nimmt eigentlich wen?“, fragte ich noch schnell bevor wir gleich einfach irgendwelche Pferde geholt hätten. „Dass Fynn Sun nehmen wird ist ja wohl ziemlich klar, oder?“, erwiederte Freya nur grinsend. Auch ich musste lächeln, denn auch wenn Fynn es nicht zugeben wollte, man merkte ihm an, dass er sehr an der Stute hing und wohl nur sehr ungern einen von uns beiden auf sie drauf lassen würde. Fynn sagte nur: „Also wenn sie sonst keiner reiten möchte würde ich mich wohl erbarmen sie zu nehmen…nimmst du dann Fjörgyn Freya?“. Diese nahm das Angebot gerne an und ich teilte beiden noch mit, dass ich dann wohl Elding reiten würde und Kempa als Handpferd mitnehmen würde, da wir nachher wohl nicht mehr so viel Zeit haben würden um die Pferde noch alle zu bewegen. Gemeinsam holten wir die Stuten von ihren Koppeln und machten sie gleichzeitig fertig. Da wir vorhatten ans Meer zu reiten und dort auch etwas im Meer zu planschen lief ich bevor wir losritten nochmal schnell ins Wohnhaus und zog mir meinen Bikini an und warf mir nur schnell ein lockeres T-Shirt darüber. Auch die anderen beiden zogen ihre Badesachen an und gingen dann zurück zu den Pferden. Damit es beim reiten nicht scheuern würde verzichtete ich auf den Sattel und trenste dann nur mit einer Biothanetrense, damit kein Leder im Wasser zu Schaden kommen würde. Für Kempa reichte ein Knotenhalfter als Zäumung, da die Stute eh super lieb war und super als Handpferd lief. Dann ritten wir auch endlich los. Schon von Anfang an gestaltete sich der Ausritt sehr spaßig und wir lachten eine Menge – das gute Wetter wirkte einfach sofort! Schnell kamen wir dann auch am Meer an, welches nicht weit von unserem Hof entfernt lag. Dort angekommen trabten und galoppierten wir erst etwas am Strand bevor wir uns eine Abkühlung gönnten. Alle Pferde kannten das Wasser nur zu gut und stürzten sich sofort mit uns hinein. Ich stieg von Elding kurzerhand ab und warf mein T-Shirt noch schnell ans Ufer, damit das nicht nass werden würde. Elding und Kempa ließ ich alleine etwas am Strand, da ich mir sicher war, dass solange alle Pferde beisammen blieben sie nicht wegrennen würden. Es dauerte jedoch nicht lange bis Kempa und Elding mir in das kühle Nass folgten und selber etwas schwimmen gingen. Kurzerhand fingen Freya und Fynn noch eine Wasserschlacht an, zu der ich mich auch gerne gesellte. Allzu lange konnten wir leider doch nicht bleiben, da der Hof auch noch versorgt werden wollte und die Sonne leider noch immer früh unter ging. Dennoch hatten wir viel Spaß gehabt und auch auf dem Heimweg wurde viel gelacht. Zurück am Hof versorgten wir die Pferde und rieben sie trocken, beziehungsweide nacheinander brachten wir diese auch ins Solarium damit sie komplett trockneten und wir sie anschließend wieder eindecken könnten. Nur Elding war nicht eingedeckt und konnte somit direkt wieder auf die Weide.
      Fynn und Freya kümmerten sich um die übrigen drei, sodass ich mich schon Glymi widmen konnte. Da die Sonne schon langsam unterging machte ich mit ihm nur etwas Freiarbeit, bei der ich einige Zirkuslektionen wiederholte und weiter am Liegen arbeitete. Auch einige Trailhindernisse wie das Stangen-L bauten wir in die Arbeit ein, sodass sich diese vielseitig und abwechslungsreich gestaltete. Nach einer halben Stunde war ich fertig und brachte Glymi zurück auf die Koppel. Mein nächster Weg führte nun in den Stall, wo Freya und Fynn heute den Stalldienst übernommen hatten, sodass alle Boxen schon sauber gemistet waren und ich nur noch füttern musste. Neben dem normalen Rauffutter verteilte ich auch die einzelnen Kraftfutterportionen in die Tröge, damit alle Pferde bestens versorgt waren. Als letztes holte ich alle Pferde von der Koppel wieder zurück in den Stall, schloss diesen ab und ging dann in das Wohnhaus um dort gemeinsam mit den anderen beiden nochmal nach einem Freund für Glymur zu suchen, die Hoffnung stirbt schließlich nie.

      © Svartur | 10844 Zeichen

    • Mohikanerin
      Ein Ende der Suche? | 15. Mai 2015

      „Fyyyyyyyyyynn, kommst du mal bitte?“, rief ich laut während ich vor dem Computer saß. Etwas genervt kam er zu mir und erblickte recht schnell den Grund warum ich ihn gerufen hatte. Ich hatte eine Verkaufsanzeige geöffnet, die von einer jungen Frau stammte, die bei mir bereits einige Pferde erfolgreich trainiert hatte. Sie wollte aus Zeitmangel so gut wie alle ihre Pferde abgeben, darunter auch ein Trakehner Scheckhengst, der mir durch seine auffällige Zeichnung ins Auge gesprungen war. Eigentlich hatte ich weiterhin nach einem Kumpel für Glymur gesucht, und die Anzeige erst weggecklickt, konnte dann jedoch einfach nicht wiederstehen und hatte mir die Anzeige näher angeguckt, was dazu führte, dass ich umso begeisterter von dem Hengst war. Fynn dagegen war es aktuell noch absolut nicht, eher im Gegenteil. „Warum willst du noch einen Trakehner kaufen? Wollten wir nicht eigentlich nach einem Isländer Ausschau halten? Irgendwann sind unsere Ställe voll..:“, sagte Fynn leicht verärgert. Nach einigem guten Zureden hatte er sich zumindest für eine Besichtigung bereitschlagen lassen, sodass ich die Besitzerin anrief und wir kurz darauf losfuhren und ihn anschauten. Nach einer guten halben Stunde Fahrt hatten wir das Ziel erreicht und wurden direkt von der netten Besitzerin begrüßt. Sie hatte Jacson bereits auf Hochglanz geputzt und führte uns zu ihm. Der Hengst schaute uns freundlich entgegen und genoss die folgenden Streicheleinheiten sichtlich. Wir redeten ein wenig über die Qualifikationen und Begabungen des Hengstes bevor ich anfing ihn zu satteln. Das Satteln wollte ich auf jeden Fall selbst übernehmen um eventuelle Verhaltensauffälligkeiten hierbei festzustellen. Das einzige Auffällige jedoch war ein gut sitzender Sattel und ein aufmerksames Pferd, welches jedoch brav stillstand. Fynn’s Interesse hatte der Hengst langsam auch geweckt, sodass er sich unterdessen die Hufqualität und das Gebäude des Hengstes näher anschaute. Anschließend gingen wir in die Reithalle wo ich ihn in Ruhe probe ritt, erst etwas dressurlastiger und zum Abschluss noch ein paar Sprünge. Der Hengst war sehr fein im Maul und sensibel am Schenkel, was es einerseits etwas kompliziert gestaltete ihn zu reiten aber andererseits auch ein absolutes Vergnügen war da eine kleinste Hilfe reichte und sofort reagierte Jacson willig. Zum Schluss setzte sich noch Fynn auf ihn und ritt eine kleine Runde ins Gelände um zu testen wie er sich dort verhalten würde. Nach einer guten viertel Stunde kam er leicht grinsend zurück und erzählte mir, dass alles prima war. Ich war sehr erleichtert, dass auch Fynn ihn scheinbar überzeugend fand und befand mich schon kurz danach in den Verhandlungsgesprächen mit der Besitzerin. Wir einigten uns schnell auf einen Preis und beschlossen dann Jacson sofort mir zum Gestüt zu nehmen, da wir einen Hänger dabei hatten und somit nicht zwei Mal fahren mussten. Gemeinsam verluden wir ihn, verabschiedeten uns von der Besitzerin und fuhren dann zurück nach Hause. Auf der Fahrt war Fynn noch immer etwas still, schien jedoch nicht mehr ganz so verärgert über den Kauf zu sein, schließlich würde er sicherlich auf sein Vergnügen mit dem Hengst haben und ihn auch auf dem ein oder anderen Turnier vorstellen können. Zurück am Hof luden wir Jacson sofort aus und ich brachte ihn auf eine der Koppeln neben Tasty und Bailey, mit denen er später mal zusammenstehen würde. Danach lief ich sofort zu Freya und teilte ihr mit, dass sie bitte eine Box fertig machen sollte für den Neuankömmling. Sie war sehr überrascht schließlich war kein Pferdekauf geplant gewesen doch nach einem kurzen Blick auf die Weide zu dem Hengst freute sie sich sehr auf das neue Pferd und kümmerte sich um die Box.

      Ich wollte nun auch mit der Alltagsarbeit beginnen und machte mich auf den Weg zu Glymur. Weit kam ich jedoch nicht bevor mein Handy klingelte. „Hallo Fynja, ich bin’s Jessica. Sag mal du fandest doch immer Snoppa so toll, oder?“, klang es von meiner Hufschmiedin und Freundin. „Ähm ja, wieso denn?“, entgegnete ich ihr leicht verwirrt, schließlich war die Stute immer einer ihrer absoluten Lieblinge gewesen und ich wusste nicht ganz warum sie mich anrief. „Möchtest du sie eventuell bei dir aufnehmen? Ich finde leider einfach keine Zeit für sie und sie ist viel zu schade um nicht weiter gefördert zu werden.“, sagte sie als nächstes. Das Telefonat dauerte nicht allzu lang, für mich war schnell klar, dass Snoppa zu uns ziehen würde, sie war wirklich eine bildschöne Stute und ich hatte bereits die Möglichkeit gehabt sie zu reiten, auch dort war sie einfach traumhaft. Sofort vereinbarte ich mit Jessica eine Uhrzeit um sie abzuholen und sagte dann Fynn Bescheid. Gegen die Stute hatte er absolut nichts einzuwenden, denn auch er war von ihr und ihrem Können überzeugt. Gemeinsam hängten wir wieder an und bereiteten ein Heunetz vor. Bevor wir losfuhren gab ich noch Freya Bescheid, dass sie direkt beide Boxen vorbereitete und dann fuhren wir los. Schnell waren wir am Hof von Jessica angelangt, wo uns leider nicht viel Zeit zum quatschen blieb da wir Zuhause noch alle Pferde versorgen mussten. Snoppa verhielt sich wie gewohnt brav beim verladen und stand auch während der Fahrt ruhig im Hänger. Bald waren wir wieder zurück am Hof, wo ich die Stute auslud und ihre Box brachte wo sie sich etwas von der stressigen Fahrt erholen sollte.

      Fynn hängte den Hänger wieder ab und kam dann zu mir an die Box, wo wir gemeinsam Snoppa beobachteten. Sie war etwas unruhig fing jedoch schnell an am Heu zu mümmeln, sodass ich beschloss, dass wir sie alleine lassen könnten und ich mit den nächsten Pferden weitermachen konnte. Da der Tag inzwischen leider schon etwas fortgeschritten war würde ich keine Zeit mehr für alle Pferde haben, sodass ich beschloss mir für die Fohlen eine andere Beschäftigung auszudenken. Vor kurzem erst hatte ich einen großen, bunten Gymnastikball gekauft, der sich hervorragend für Pferdefußball eignete, aber mit dem bestimmt auch die Kleinen Spaß haben würden. Ich brachte den Ball auf das große Sandpaddock und holte dann zuerst Cody und Alesco. Beide waren inzwischen schon im Jungpferdealter angelangt doch noch sehr verspielt und jugendlich, sodass sie bestimmt Spaß an dem neuen Gegenstand finden würden. Zuerst jedoch putze ich sie gründlich und säuberte die Hufe, dann ging es für beide auf das Sandpaddock. Cody scheute im ersten Moment etwas vor dem Ball, doch Alesco ging mutig voran und stupste den Ball vorsichtig an. Auch er sprang erschrocken zur Seite als der Ball sich daraufhin bewegte. Ich stand lachend am Rand und schaute den Beiden kurz zu bevor ich noch Ófeig aus dem Stall holte. Schnell putzte ich die kleine, braune Stute und stellte sie dann zu den beiden anderen. Diese hatten inzwischen die Angst vor dem Ball verloren und tobten ausgelassen damit über das Paddock. Für Ófeig war es nun leichter sich an den Ball zu gewöhnen, da die anderen beiden ihr vermittelten, dass vom Ball keine Gefahr ausging. Es dauerte nicht lange und alle drei galoppierten gemeinsam mit dem Ball durch die Gegend. Am liebsten hätte ich ihnen Stunden zugeguckt doch leider wartete noch einiges an Arbeit auf mich.

      Schon am Vormittag hatten Fynn, Freya und ich eigentlich einen Ausritt ans Meer mit den drei Isländerstuten geplant, doch daraus wurde wegen Jacson und Snoppa morgens nicht. Da wir alle drei jedoch noch Lust auf den Ausritt hatten holten wir nun Elding, Kempa und Fjörgyn uns dem Stall und putzen sie in Ruhe. Wie gewohnt saß jeder auf seinem Lieblingspferd, sodass Fynn Fjörgyn reiten würde, Freya würde Kempa nehmen und für mich blieb dann noch Elding übrig, was mich freute, da ich die Stute sehr gerne hatte und sie ja auch erst seit kurzem wieder bei uns war. Durch den Fellwechsel waren wir einige Zeit mit dem Putzen beschäftigt bevor es an das Satteln ging. Ich trenste Elding nur, da wir es noch nicht geschafft hatten einen Sattler herzubestellen seit sie angekommen war und ich ihr keinen halbwegs passenden Sattel zumuten wollte – wenn sollte da ein Fachmann drauf schauen und ihr einen ordentlichen Sattel anfertigen. Die anderen beiden waren jedoch auch schnell fertig, sodass wir bald losritten. Glücklicherweise lag der Hof nicht weit vom Meer entfernt, sodass wir nach gut zehn Minuten am Strand ankamen. Wir genossen das schöne frühsommerliche Wetter mit einigen, längeren Galoppstrecken. Es war einfach schön den Wind in den Haaren zu spüren und auch gerade Elding vermittelte mir ein enormes Gefühl von Kraft und Sicherheit, obwohl wir ohne Sattel unterwegs waren. Vollkommen zufrieden kamen wir nach einer guten Stunde zurück an den Hof, wo wir die drei Stuten noch etwas gemeinsam auf die Koppel brachten.

      Da es langsam schon dunkel wurde mussten wir auch die restlichen Pferde untereinander aufteilen, damit alle die verdiente Bewegung bekommen würden. Freya würde noch etwas Sun longieren, Fynn würde etwas Springen trainieren indem er Bailey in der Halle ritt und ich longierte Tasty. Glymur brachte ich unterdessen auf das Laufband, damit auch er seine tägliche Bewegung bekam. Während Freya und Fynn schon ihre Pferde fertig machte holte ich die Jungpferde vom Sandpaddock rein. Sie waren noch immer fleißig am spielen, doch langsam war es genug, sonst würde der Ball irgendwann langweilig werden. Schnell waren die drei in ihren Offenstall gebracht, sodass ich mich ganz Tasty widmen konnte. In letzter Zeit hatten wir viel mit ihm an der Dressur gearbeitet, sodass lockeres Longieren oder Bodenarbeit öfter auf der Strecke geblieben waren. Umso mehr freute er sich nach dem ausgiebigen putzen und anlegen des Kappzaums, als er sich an der Longe mal nach Herzenslust austoben durfte. Ich ließ ihm die Freiheit und ließ ihn etwa fünf Minuten bockend umher rennen- das hatte er sich nach den strengen Trainingswochen verdient! Anschließend arbeitete ich ihn jedoch noch ernsthaft und nutze meine Einwirkung durch den Kappzaum um eine Stellung und Biegung herzustellen. Nach gut einer halben Stunde waren wir fertig, sodass ich ihn zurück in die Box brachte. Auch Freya war mit Sun fertig und erzählte mir, dass es Sun heute sehr schwer gefallen war die richtige Stellung zu finden und den Hals fallen zu lassen – daran würden wir wohl in der nächsten Zeit noch arbeiten müssen. Fynn brauchte mit Bailey noch etwas, sodass ich Freya und ich alleine anfingen die restlichen Pferde wieder von den Koppeln in den Stall zu bringen und das Kraftfutter für alle Pferde zu mischen. Kaum hatten wir das Futter in den Trögen verteilt kam auch Fynn zu uns. Er war total begeistert vom Training mit Bailey – dem merkte man einfach seine sehr gute Ausbildung und seinen tollen Charakter an, nicht umsonst war er einer meiner absoluten Lieblinge und noch dazu mein erfolgreichstes Pferd! Fynn kümmerte sich nun um die Heufütterung während ich mich nochmal speziell Jacson und Snoppa widmete. Snoppa war noch immer etwas unruhig, wobei sie sich wohl einleben würde. Jacson dagegen schien sich schon recht wohl zu fühlen und ließ sich gerne streicheln – die nächsten Wochen und Jahre mit den beiden würden sicherlich viel Spaß bringen! Als Fynn fertig war gingen wir alle gemeinsam ins Wohnhaus um dort noch etwas zu kochen und den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.

      © Svartur | 11251 Zeichen

    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    AV - Isländer
    Hochgeladen von:
    Mohikanerin
    Datum:
    26 Nov. 2019
    Klicks:
    92
    Kommentare:
    24

    EXIF Data

    File Size:
    268,3 KB
    Mime Type:
    image/jpeg
    Width:
    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Zuchtname: Kempa
    Rufname: -

    Aus der: Unbekannt
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    Den: Unbekannt
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    ____________________________________

    Geschlecht: Stute
    Rasse: Isländer
    Geburtsdatum: 27. Juni 2010
    Farbe: Palominofalbe Splash
    Abzeichen: -
    Stockmaß: 135 cm

    Charakter:
    Kempa ist eine vorzeige Stute. Sie verhält sich brav und zeigt selten Angst. Ob auf Turnier oder Zuhause für Kempa macht es keinen Unterschied.
    ____________________________________

    Gencode: ee AA nCr DD nSpl
    Zuchtzulassung: Ja
    Gesamtnote: 8,91
    Nachkommen:
    Kría von Atomic (2018) - V: Hnakki van Ghosts

    [​IMG]
    SK 460 (24.09.2018)
    ____________________________________

    Dressur: M / M
    Springen: E / E
    Military: -
    Fahren: -
    Rennen: E / E
    Gangreiten: E / M
    Western: -
    Distanz: E / E

    Gänge: 5

    [​IMG]
    267. Dressurturnier (12.04.2014)

    [​IMG]
    167. Gangturnier (04.02.2018)
    171. Gangturnier (25.02.2018)
    192. Gangturnier (26.08.2018)

    [​IMG]
    181. Gangturnier (27.05.2018)
    189. Gangturnier (06.08.2018)

    [​IMG]
    120. Gangturnier (14.05.2017)
    161. Gangturnier (05.01.2018)
    162. Gangturnier (09.01.2018)
    177. Gangturnier (22.04.2018)
    182. Gangturnier (02.06.2018)
    184. Gangturnier (06.07.2018)
    185. Gangturnier (06.07.2018)
    ____________________________________

    Besitzer: Mohikanerin
    Zucht: Unbekannt
    VKR: Mohikanerin
    Ersteller: Mohikanerin
    Punkte: 21
    ____________________________________

    PNG | PSD | Details
    Trab | Galopp | Tölt | Portrait | Alte Version