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Karubi | Arabisches Vollblut

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Karubi | Arabisches Vollblut
Sosox3, 20 Jan. 2015
    • Sosox3
      Morgaine, Alinghi, Attentivenly & Karubi – Juni 2015


      „Raachel?“ Mit großen Augen starrte mich Justus an.

      „Was denn?“

      „Darf ich mit Morgaine ausreiten gehen? Ich pass auch ganz gut auf“,fragte mich der elf-jährige und ich dachte einen Moment lang nach. An sich würde das kein Problem sein, nur würde die Versicherung das nicht übernehmen falls was passieren sollte.

      „Ich komm dann mit okey. Dann machen wir Morgaine und Karubi fertig und dann können wir los.“

      „Geht ihr beiden ausreiten?“, fragte mich Abby, eine meiner Pferdepfleger.

      „Ja, magst du mitkommen?“

      „Klar warum nicht?“, antwortete sie schulterzuckend und hatte ein breites Lächeln auf den Lippen.

      „Dann nimm du Alinghi . Frag Chad ob er nicht auf Attentivenly mitkommen möchte“, schlug ich noch vor. Chad war einer meiner Trainer und kam mit Attentivenly super klar, das hatte ich letzteWoche in der Reithalle gesehen. Abby nickte fröhlich und machte sich gleich auf den Weg zu Chad. Chad war erst seit ein paar Wochen bei uns am Stall angestellt, machte seine Arbeit aber gut. Er kam auch super mit den Tieren klar und ritt unsere beiden momentanen Turnierpferde Zot und Lord of the Rings auf den Turnieren. Abby kam lächelnd wieder und gab mir Bescheid, dass auch er mitkommen würde. Zusammen machten wir die vier Pferde in der Stallgasse fertig und ich half Justus zwischendurch mal mit den höheren Stellen von Morgaine, an die er nicht ran kam. „Du magst Morgaine, was?“ Er lächelte kurz, sprach seine Gedanken aber nicht aus. „Ich geh schon mal eine Schabracke aussuchen, okey?“, fragte Justus mich dann und machte sich seit meinem Nicken auf den Weg zur Sattelkammer. Soll ich ihm eine Reitbeteiligung mit Unterrichtsstunden auf ihr geben? Er hilft uns hier ungemein auf dem Hof und verlangt rein gar nichts. Seine Schwester lässt ihn nicht mal auf ihr Pferd, obwohl er so liebevoll mit den großen Tieren umgeht. Als er wieder kam fasste ich einen klaren Gedanken und sah ihn kurz an. Er hatte nicht nur eine türkise Schabracke geholt, sondern auch gleich ihr Sattelzeug. Ich sattelte sie und er übernahm das Trensen und stellte sich dabei gut an. Ich hatte das rasch hinter mir und Karubi war ebenfalls schnell gesattelt, sodass wir nur noch auf die beiden anderen warten mussten.


      *


      Abby schnatterte freundlich vor sich her. Redete etwas über ihre Kindheit und wie sie das reiten gelernt hatte. Justus hingegen war ruhig und ließ die Natur und die Umgebung auf sich wirken. Karubi verstand meine ruhigen Hilfen und war nicht einmal guckig, also konnte ich unbesorgt auf ihr sitzen und musste nicht auf alles gewappnet sein. Chad auf Attentivenly hatte etwas zu kämpfen, da sie einfach so stehen blieb und nicht weiter wollte oder sie ging rückwärts. Doch auch er kam super mit ihr klar und ich war froh einen so ruhigen Bereiter gefunden zu haben, der meine Pferde fördern konnte. Wir ritten nur eine kleine Runde aus und begegneten so manchem Fußgänger. Wir galoppierten auch hin und wieder ein Stückchen und ich gab Justus ein paar Tipps wie er seinen Sitz verbessern konnte. Als wir nach einer Stunde wieder am Stall ankamen, waren die Pferde als auch wir geschafft und sie bekamen eine kurze Abkühlung ehe wir sie absattelten und noch ein Weilchen führten ehe die vier wieder auf ihre Weiden kamen und wir noch das Heu und Wasser auffüllten.​
    • Cooper
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      01.01.15
      Kolikbehandlung | Karubi

      Es war spät am Abend und wir erholten uns immer noch und auch nur sehr schleichend von der Silversternacht die sehr schön und erfolgreich war. Nachdem ich einigermaßen Fit war setzte ich mich schnell ins Büro um neben den Neujahrsglückwünschen auch andere Nachrichten entgegen zu nehmen. Eine Nachricht beunruhigte mich besonders, die von Simon Wincox von Briar Cliff Stables. Bei mir erklang sofort die imaginäre Notfallklingel als ich las das einer ihrer Pferde Symptome einer Kolik vorlegt. "Baby?" rief ich in Sorge und in so einem Ton das Simon sofort wusste das etwas nicht stimmte. Simon kam ins Büro gerannt und ich erzählte ihm was los ist. Rachel und Simon waren gute Freunde von uns, daher war es, besonders für mich, zweimal so schlimm, so eine Nachricht hören zu müssen. Simon packte sofort meine Sachen und informierte auch sofort die Fluggesellschaft mit denen wir einen guten kooperationdeal ergattern konnte. Somit saßen wir innerhalb zwei Stunden im Flieger nach New York.
      Ich rief Simon Wincox an um ihn darüber zu informieren das wir schon auf dem Weg sind. "Haltet durch. Entfernt aufjedenfall alles was sie zum Essen hat. Auch das Einstreu, falls es Stroh seien sollte und ersetzt es durch Späne, damit er sich beim wälzen nicht verletzt und stellt ihm genügen Wasser hin. Was ihr auch machen könnt, falls er sich dazu ermutigen lässt, führt ihn jede halbe Stunde für fünf Minuten. Somit kann ihr Darm entspannen". Während des fluges konnte ich genau den Ablauf der Behandlung planen, somit ging die Zeit relativ schnell um.

      Nach zwei Tagen nachdem der Auftrag rein kam waren wir auf Briar Cliff angekommen. Für ein Hallo war leider wenig Zeit und Simon führte uns direkt zu Karubi. Wie geplant frug ich erstmal nach ob Kraubi einen Futterwechsel oder neues Einstreu hatte oder auch andere Reitgewohnheiten. Als Simon Wincox mir sagte das sie Karubis Einstreu gewechselt hatten und auch Umstellung der Fütterung vorlag, war die Ursache ziemlich klar. In der Zwischenzeit atmete Karubi unglaublich schnell, setzte sich in die Hundestellung und wälzte sich als gäbe es kein Morgen mehr. Ich ging vorsichtig in die Box von Karubi und versuchte sie wieder auf die Beine zu helfen. Das Halfter war vor Schweiß durchnässt. Als sie sich stressvoll hinstellte plusterten sich seine Nüstern auf und sie atmete schwer. "Ok, ich werde ihr erstmal ein Beruhig und Schmerzsmittel spritzen. Die arme hat seit fast zwei Tagen schmerzen". Simon Chattahoochee zog das Sirum auf und gab mit die Spritze. Nach zehn Minuten erging es Karubi schon was besser und ich konnte sie besser Behandeln. "Puls ist auch wieder stabil". Simon und Rachel Wincox sah man die Erleichterung an. Ich stellte mich an die Flanke und hörte mit Stethoskop einige ungewöhnliche Darmgeräusche. "Alles klar. Ich weiß das was ich jetzt sage wird euch nicht so gefallen, vor allem nicht der Anblick, aber das wird Karubi helfen. Ich werde ihr eine Nasenschlundsonde legen müssen" sagte ich und erstmal war stille im Stall. Ich erklärte ihnen was ich vor hatte und versuchte ihnen die Angst war zu nehmen. Simon hatte eine Fortbildung gemacht und somit durfte er auch spritzen geben, ihm sagte ich das er Karubi noch ein wenig Schmerz sowie Beruhigungsmittel spritzen soll. Ich holte den Schlauch und fing an. "Ich weiß das ist unangenehm, aber dadurch geht es dir bald besser" und streichelte ruhig Karubis Nase. Simon Wincox stand zusätzlich bei uns um Karubi zu beruhigen. Der Schlauch ging relativ schnell durch die rechte Nüster bis in den Magen gelang. "Das festgesetzt Gas wird jetzt entweichen können und ich hoffe das wird die Schmerzen lösen" sagte ich und schon war es soweit. Man sah an Karubis Gesichtsausdruck wie sehr ihr diese Behandlung geholfen hatte. Ich zog den Schlauch vorsichtig wieder hinaus und Karubi ging es deutlich besser. "Die kritische Phase ist vorbei." sagte ich und schaute erneut nach Darmgeräuschen, die wesentlich weniger geworden waren. "Und jetz?" frug Simon Wincox. "Ich kann euch Medikamente aufschreiben und ihr lässt Karubi hier die Krankheit ausklingen, dennoch sollte jeden Tag der örtliche Tierarzt nach dem Pferd schauen. Da die kleine aber eine relativ schwere und schmerzhafte Kolik hatte würde ich sie eventuell in eine örtliche Klinik bringen. Somit wird sie dann unter Beobachtung gestellt und kann optimal medikamentös behandelt werden. Die Entscheidung überlasse ich euch." Ich gab Simon W. die Medikamente und gab ihm noch einige weitere Tipps wie er Karubi in ihrer vertrauten Umgebung die Krankheit ausklingen lassen konnte und verabschiedete mich nachdem alles geklärt war.
    • Sosox3
      1. Trainingsbericht - Februar 2016
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      Dressur Karubi E → A | Dressur Alinghi L → M | Distanz Meister Propper L → M | 30.711 Zeichen | © Canyon
      Heute führte mich meine Reise zu einer Bekannten, Freundin würde ich sagen, namens Rachel Wincox. Schon des öfteren waren wir im Gespräch gewesen und nun bot sich mir endlich die Chance, auch ihr Gestüt und ihre Pferde kennenzulernen. Geplant waren eigentlich nur zwei Stufenerhöhungen in der Dressur, aber ich konnte mir vorstellen, dass sie sich darüber freuen würde, wenn ich mich gleich noch etwas mit ihrem kleinen Fellponyhengst Meister Propper beschäftigen würde. Doch das sollte erstmal noch geheim bleiben, also Psst!
      Mittlerweile war der Ablauf so fest in meinem Kopf verankert, dass er sich nicht mehr von anderen Trainingseinheiten unterschied. Es kam ein Auftrag, wenige Tage später stieg ich ins Flugzeug, flog dann um die ganze Welt und landete in mir meist unbekannten Gegenden. Auch war es bis zu meinem Arbeitsplatz meist noch ein kleines Stückchen, welches ich immer per Taxi zurücklegte. So war es auch heute.
      Außerdem hatte ich irgendwann angefangen von jedem Taxi, mit dem ich fuhr, ein Bild zu machen. Was es mir brachte? Nichts, jedoch hatte jedes Land ihre eigenen Taxigewohnheiten und irgendwie erzählte das ganz viel darüber. Eine Erinnerung an jedes neue Land, jedes neue Gestüt und jedes neue Pferd war es allemal.
      Auch heute knipste ich, als ich aus dem Wagen ausgestiegen war, ein Bild von dem kleinen Gefährt, welches mich auf Chattahoochee's Hill gefahren hatte. Ganz ausnahmsweise war sogar der Fahrer einigermaßen nett und hilfsbereit gewesen, was ich leider nicht allzu oft erleben durfte.
      Eine Woche Aufenthalt war hier geplant und das war für drei Pferde schon recht knapp, aber schaffbar, jedenfalls wenn man sich die Zeit gut einteilte und das hatte ich hoffentlich getan.
      Mit nichts mehr als meinem Rucksack ausgerüstet, machte ich mich also auf die Suche nach einem Ansprechpartner. Ich hatte Glück, denn tatsächlich fand ich in einem Stallgebäude Rachel, welche ich schon das ein oder andere Mal gesehen hatte. Als nächstes erfolgte natürlich eine gründliche Begrüßung, genauso wie das Besichtigen meines Gästezimmers und das Vorstellen der beiden Stuten, wegen welchen ich ja eigentlich hier war. Von Alinghi hatte ich schonmal etwas gehört, aber jetzt, wo ich sie mit ihrer ganzen Eleganz vor mir sah, war sie nochmal um einiges schöner. Ich war extrem gespannt, wie das Training mit ihr verlaufen würde, vorallem, weil sie wohl etwas dickköpfig sein sollte. Karubi war hingegen, so erzählte mir Rachel, das genaue Gegenteil. Sie war etwas jünger als Alinghi und musste in der Dressur auch nur auf A gebracht werden. In Arabische Pferde hatte ich mich schon immer schnell verliebt und genauso war es auch bei ihr.
      Ich war bei beiden Stuten gespannt, wie sich das Training entwickeln würde!
      *
      Noch am gleichen Abend wollte ich mich das erste Mal auf Karubi setzen. Die Sonne war bereits untergegangen, doch das störte mich nicht weiter, da wir sowieso in die Halle gehen würden. Ich mochte die Dunkelheit und die Ruhe, welche die Nacht mit sich brachte.
      Ich ließ mir viel Zeit beim Putzen und versuchte bereits hier das doch recht kleine Vollblut besser kennenzulernen. Karubi gefiel mir sofort. Sie hatte eine liebevolle und anhängliche Art und ich freute mich immer mehr auf das Training.
      Nachdem sie fertig geputzt und gesattelt war, führte ich sie aus ihrer Box und dann aus dem Stall in Richtung Reithalle. Fröhlich pfeifend (immer diese blöden Ohrwürmer!) lief ich mit ihr entspannt durch die Dunkelheit. Karubi schien nichts dagegen zu haben, dass jetzt etwas Arbeit auf sie wartete, auch wenn sie sich vielleicht nicht unbedingt freute. Aber davon gab es ja nur selten Pferde.
      Das erste was ich in der Halle machen musste, war den Lichtschalter zu finden. Karubi hatte ich in der Mitte der Halle abgestellt, wo sie auch mit gesenktem Kopf stehen blieb, und nun stolperte ich durch den Sand, um uns etwas Erleuchtung zu bringen.
      Manchen hätte das vermutlich die Laune versaut, aber ich fand das extrem lustig. Das würde mir ja zum Glück nicht nochmal passieren, wenn ich nur irgendwann den Schalter finden würde!
      Ich fand ihn auch und das direkt neben dem Tor, genau auf Augenhöhe. Das war jetzt echt witzig und ich hielt mich nur mit viel Mühe ab, laut loszulachen.
      Ich drückte auf den Schalter und der Reihe nach gingen flackernd die Lampen an der Decke an. Ich brauchte einige Sekunden, um mich an das helle Licht zu gewöhnen und ging dann wieder zu Karubi.
      Ein letztes Mal gurtete ich nach und kletterte dann geschickt in ihren Sattel.
      »So Karubi«, meinte ich zu ihr, »Dann lass uns mal beginnen!«
      Mit einem sanften Zeichen trieb ich sie in den Schritt an, ließ die Zügel aber noch lang. Ich begann damit, ihren Kopf in eine Entspannungsposition nach unten zu arbeiten, sodass sie mit ihrem Maul fast den Boden berührte. Diese Übung schien ihr viel Spaß zu machen, denn selbst als ich die Zügel wieder aufnehmen wollte, blieb sie mit ihrem Kopf unten.
      Für heute Abend wollte ich mit ihr nichts neues anfangen, sondern erstmal die Grundlagen aus einer E-Dressur festigen.
      Nach einigen Minuten Erwärmung im Schritt, wo ich mit ihr einfache Bahnfiguren ging, fügte ich immer mehr Bahnfiguren hinzu.
      Natürlich kannte sie die einfachsten zu Genüge. Alles was mit Zirkeln zu tun hatte, also Zirkel, Mittelzirkel, aus dem Zirkel wechseln und durch den Zirkel wechseln, und noch einige Bahnwechsel.
      Ich baute das Ganze langsam auf, fing also im Schritt mit den Grundlagen wie Zirkel, durch die ganze Bahn, aus dem Zirkel und durch die Länge der Bahn wechseln an, welches für sie ein Kinderspiel war. Sie war schon nicht mehr die jüngste und hatte das wohl schon häufiger gemacht.
      Nach den einfacheren Dingen fügte ich noch die Schlangenlinien mit drei Bögen, den Mittelzirkel und durch die halbe Bahn wechseln hinzu, was ihr im Schritt keinerlei Probleme bereitete.
      Ich merkte bereits, dass sie unbedingt schneller werden wollte und ließ sie antraben. Schnell wurde mir klar, dass sie viel Ausdauer besaß und gerne auch längere Strecken trabte. Das war sehr hilfreich, jedoch versuchte ich immer wieder Schrittpausen zur Erholung mit einzubauen.
      Ich ging die wichtigsten Bahnfiguren nochmal im Trab durch, merkte aber, dass man auch hier nicht viel mit ihr arbeiten musste. Durch jahrelanges Training hatten sich bei ihr bereits viel Wissen und Erfahrung angesammelt.
      Der letzte Punkt auf meiner imaginären Liste war das Galoppieren. Es war persönlich meine Lieblingsgangart und es erfreute mich als ich merkte, dass auch Karubi daran Freude zu haben schien. Ich versuchte sie im angemessenen Tempo eines Arbeitsgalopps zu halten und ging mit ihr dann nochmal ein paar Bahnfiguren durch.
      Da ich für heute kein wirkliches Training angedacht hatte, sondern nur ein Gefühl für die Stute bekommen und schauen wollte was sie bereits alles beherrschte, beendete ich das Training nach etwa einer Stunde auch schon. Ich ritt sie ab und ließ mich dann aus dem Sattel gleiten. Den Lichtschalter fand ich diesmal auf jeden Fall schneller.
      Ich brachte Karubi zurück in den Stall, wo ich ihr das Sattelzeug abnahm und sie nochmal überbürstete, bevor ich auch ihr den verdienten Feierabend gab. Ich freute mich jetzt auch gewaltig auf mein Bett, obwohl, eine warme Tasse Tee davor war wohl keine schlechte Idee...
      *
      Gleich am nächsten Morgen, nachdem alle Pferde auf ihren Weiden waren, wollte ich mit Rubi, ich hatte schon immer ein Bedrängnis dafür, allem und jedem einen Spitznamen zu geben, gleich weiter machen. Sie schien nicht wirklich davon begeistert, dass sie als einzige im Stall geblieben war und bereitete mir dementsprechend auch Probleme beim Satteln.
      »Ach Rubi, komm schon! Du kannst danach gleich auf die Weide«, versuchte ich sie aufzumuntern und steckte ihr dazu noch einen Möhre in den Mund, welche sie bereits etwas besser gelaunt annahm.
      Nachdem ich gestern so begeistert von ihr gewesen war, hatte ich kein Bedenken, dass wir heute den Schritt zur A-Dressur wagen könnten. Die E-Dressur saß und ich war mir sicher, dass sie auch auf der nächsten Stufe bereits Erfahrung gesammelt hatte.
      Wie auch schon gestern gingen wir in die Halle, ich führte sie ein paar Runden auf dem Hufschlag entlang, bevor ich sie in die Mitte stellte, nachgurtete und aufstieg.
      Zur Erwärmung lief ich mit ihr einige Runden Schritt, versuchte sie dabei zur Dehnung in alle Richtungen zu biegen, ritt also Handwechsel, Volten und Schlangenlinien.
      Es war kein großer Schritt zur Stufe A und nachdem wir gestern bereits alle erforderlichen Lektionen der Stufe E durchgegangen waren, musste ich heute gar nicht mehr so viel machen.
      In den Gangarten kam noch der Mitteltrab, sowie auch der Mittelgalopp hinzu, mit was ich auch anfing. Ich nutzte erstmal nur den Zirkel und die ganze Bahn, um die Konzentration von Karubi auf das neue zu lenken.
      Doch zu erst trabte ich im Arbeitstrab an und bereitete Karubi auf die neue Gangart vor, in dem ich sie durch viele Tempowechsel und Übergänge lockerte und auf die Hinterhand brachte.
      Eine wichtige Vorraussetzung beim Mitteltrab war, dass das Pferd korrekt an den Hilfen steht und eine gute Anlehnung hat und da ich von Karubi wusste, dass sie dies gut beherrschte, machte ich mir keine Gedanken, dass es nicht klappen könnte.
      In einer Ecke brachte ich Karubi nun unter Spannung, ich nahm sie also etwas auf, trieb sie weiter bis ich spürte, dass sie anziehen wollte und schob dann meine Hand vor, als wir auf der Geraden waren. Mit dem Schub meines Kreuzes half ich noch nach und tatsächlich, Karubi lief einige Schritte im Mitteltrab!
      Ich versuchte das Ganz gleich nochmal und diesmal klappte es sogar noch besser. Rubi streckte sich, trat deutlich an und machte größere Schritte. Ich fing sie nach sechs Schritten wieder ab und brachte sie damit zurück in den Arbeitstrab, damit ihr nicht zu schnell die Kraft ausging.
      Den Mitteltrab baute ich nun immer wieder zwischen Übungen mit ein, ging ihn jedoch nie länger als eine eine lange Seite, denn wenn sich Taktfehler einschlichen, konnte das Ganze schnell nach hinten raus gehen.
      Ich arbeitete mit Karubi nun etwas mit Bahnfiguren im Arbeitstrab und im Schritt, wobei es bei ihr aber nicht viel neues zu erlernen gab, sodass ich recht schnell mich wieder anderen Lektionen antraute.
      Beim Rückwärtsrichten zeigte Rubi am Anfang etwas scheu, welche ich gut nachvollziehen konnte, da es gegen die Natur der Pferde war. Sie musste sich mir unterordnen und mir vertrauen und das fiel vielen Pferden schwer. Dazu musste sie ihren Rücken aufwölben, gleichzeitig untertreten und mein Gewicht ausgleichen, was für sie nicht allzu einfach war. Trotzdem gaben wir uns viel Mühe und tatsächlich, nach einigen Minuten des intensiven, aber trotzdem entspannten Arbeitens, brachte sie eine nahezu perfekte Rückwärtsrichtung zustande.
      Ich versuchte das restliche Training so abwechslungsreich und spannend wie möglich zu gestalten und war auch recht zufrieden damit. Immerhin schafften wir es noch das Viereck zu verkleinern und wieder zu vergrößern, das Überstreichen im Galopp und die Kehrtwendung auf der Vorderhand. Alle Übungen waren noch nicht perfekt, aber das konnte man von einer Trainingsstunde auch nicht erwarten.
      Ich hatte mein bestes gegeben um den Grundstein zu legen und nun mussten die Reiter nach mir diese Lektionen verbessern.
      Ich beendete das Training mit Karubi, in dem ich ihr nach dem Absitzen das Sattelzeug abnahm und sie in der Halle laufen ließ.
      Es dauerte nicht lange und sie knickte mit den Vorderhufen ein und ließ sich in den recht nassen Sand fallen.
      Nachdem sie sich gründlich gewälzt hatte, stand sie schwungvoll wieder auf und sah aus wie ein Sandmonster. Da sie recht viel geschwitzt hatte, hing der Sand nun in ihrem ganzen Fell und verdeckte fast ihre ursprüngliche Farbe. Ich beeilte mich nun, sie zurück in den Stall zu bringen, um sie dort abzuputzen und ihr eine Abschwitzdecke über zu legen.
      Sie hatte heute ein hartes Training hinter sich und nun einen freien Tag auf der Weide verdient. Karubi besaß nun die Grundkenntnisse für eine A-Dressur und konnte ohne Probleme auf diesem Niveau starten.
      *
      Wenig später saß ich mit Rachel an einem Tisch, wir schlürften einen warmen Tee (Himmel, war es kalt hier!) und besprachen die Trainingsfortschritte. Ich erklärte ihr vorallem, was ich getan hatte, wo Karubi noch ihre Probleme besaß und an welchen Stellen man mit ihr weiter arbeiten konnte. Rachel machte sich eifrig Notizen und schien echt froh über meine Hilfe.
      Kanada war das komplette Gegenteil von meinem zu Hause und so verlief auch der Tagesablauf ganz anders. Ich versuchte mich so oft wie möglich einzubringen, sah aber bald ein, dass ich des öfteren nur im Weg stand. Aber was solls, ich war ja auch nur als Trainerin hier!
      *
      Mit Alinghi wollte ich die nächsten drei Tage verbringen und jeden Vormittag mit ihr trainieren. Sie war einiges weiter als meine vorherige „Patientin“ Karubi und so musste auch ich mein Wissen mehr einsetzen. Dazu kam noch, dass sie eine sehr ausgeprägte Persönlichkeit hatte, ich will nicht sagen schwer, aber doch recht überzeugt von sich und ihrer Meinung. Meine Trainingspartnerin Bella hatte mir erst kürzlich von ihrem Training mit der Stute erzählt und deswegen ging ich nicht den gleichen Fehler wie sie ein und ging gleich in die Halle. Damit bestimmte ich, wo wir trainieren würden und nicht sie.
      Auch mit Alinghi wollte ich erst einen Proberitt machen, also schauen, wie weit sie bereits war und was ich mit ihr erst noch vertiefen musste.
      Ich führte sie also erst etwas warm, stieg dann auf und begann mit dem Schrittreiten. Genauso wie bei Karubi begann ich die erste Stunde damit, die Lektionen aus der Klasse L zu vertiefen oder auch wieder raus zu holen, wer weiß was sie davon schon wieder alles vergessen hatte.
      Nach der Erwärmung im Schritt begann ich mit der Arbeit. Zu erst ging ich nochmal alle Gangarten durch, also Mittelschritt, Abeitstrab, Mitteltrab, versammelter Trab und das Gleiche nochmal im Galopp. Alinghi schien ein gutes Gefühl dafür zu haben, wann sie was laufen sollte, sodass ich damit viel weniger Zeit verbrauchte als eigentlich geplant. Als nächstes arbeitete ich mich an die Bahnfiguren heran und legte dabei besonders Wert auf diese, die erst auf Niveau L gefordert waren, wie aus der Ecke kehrt, halbe Volte, doppelte Schlangenlinie und Schlangenlinie mit fünf Bögen. Vorallem die fünf Bögen schienen Alinghi zu gefallen. Mit viel Elan bog sie sich in alle Richtungen, fast schon musste ich sie etwas zurückhalten, bevor mir selbst noch schwindelig wurde.
      Ich vermischte nun die Tempowechsel und die Bahnfiguren, wo auch Alinghi sich etwas anstrengen musste. Trotzdem merkte ich, dass sie wirklich bereit war für die Stufe M, da vieles aus der L-Dressur sofort abrufbar war.
      Zum Schluss schaute ich nochmal auf die schwierigeren Lektionen, wie Außengalopp, Kehrtwenden und Galoppwechsel. Ich versuchte die Stunde so abwechslungsreich wie nur möglich zu gestalten, vermischte alles miteinander und testete nie zu lange nur ein Gebiet. Trotzdem merkte ich, dass Alinghis Konzentration mit der Zeit immer mehr nachließ und so beendete ich dier erfolgreiche Reitstunde.
      Morgen würden wir einen Schritt weiter gehen und Alinghi die M-Dressur vorstellen, doch für heute hatte sie Feierabend, ich jedoch noch nicht.
      *
      Wenn ich schon eine Woche Gast bei Rachel war, dann wollte ich natürlich auch mit helfen. Sie schien sich sehr zu freuen, als ich auch eine Mistgabel in die Hand nahm, um die vielen Ställe des Gestüts von dem Hinterlassenschaften der Pferde zu befreien.
      Auch diesmal gab ich alles Rachel weiter, was ich in der Stunde mit Alinghi getan hatte und was mir aufgefallen war. Eine Zeitlang redeten wir über das Training ihrer Pferde und ich lenkte das Thema, sachte und Schritt für Schritt, absichtlich etwas in Richtung Meister Propper.
      »Meine Fellponystute Jeanie wird bald auf einer Krönung vorgestellt«, erklärte ich ihr stolz. »Dann kann vielleicht meine Fellponyzucht beginnen! Hattest du nicht auch einen Fellponyhengst?« fragte ich scheinheilig. Natürlich konnte ich mich an den hübschen Meister Propper genau erinnern.
      Rachel lachte laut auf und bedachte mich mit einem belustigtem Blick. »Du weißt ganz genau, dass ich einen habe. Tu nicht so! Los ich stelle ihn dir vor!«
      Ich war wahrscheinlich leicht errötet, weil sie mich doch so schnell durchblickt hatte, doch sie schien es mir nicht übel zu nehmen und das war schonmal gut.
      Meister Propper stand mit einer kleinen Herde auf einer der Koppeln und ich erkannte ihn schon von weiten. Er gefiel mir auf den ersten Blick und ich hielt es nicht länger aus, meine Frage zurückzuhalten.
      »Rachel?«, fragte ich die junge Frau neben mir, welche nun den Kopf breit grinsend zu mir drehte.
      »Ja?«, fragte sie lächelnd und fast fühlte ich mich wie ein kleines Kind, welches nach einem Schokololli bettelte.
      »Dürfte ich vielleicht mit Propper ein kleinen Geländeritt machen und ihn so gleich etwas in der Distanz fördern? Ich würde so gerne mal eure Umgebung kennenlernen und zu Pferd ist das natürlich viel besser!«
      Warum auch sollte Rachel ablehnen, natürlich sagte sie zu und so legten wir fest, dass ich nach dem Dressurtraining mit Alinghi gleich noch Meister Propper trainieren würde, worauf ich mich schon riesig freute!
      *
      Gleich am nächsten Morgen behielt ich Alinghi wieder im Stall, um sie gleich für den nächsten Schritt des Trainings bereit zu machen. Heute wollte ich mit den einfacheren Dingen einer M-Dressur beginnen, um dann den Grundstein für morgen zu haben, wenn es schwieriger wurde.
      Seelenruhig putzte ich die helle Stute, welche aufgeregt ständig ihren hübschen Kopf zu mir drehte und versuchte, mir die Bürste aus der Hand zu nehmen. Ich ließ mich davon jedoch nicht stören, sondern im Gegenteil, ich hatte gleich viel mehr Spaß beim Putzen.
      Auch für das Satteln brauchte ich diesmal etwas länger, was wohl daran lag, dass wir beide heute recht gut drauf waren.
      In der Halle angekommen, zog es mich regelrecht in den Sattel. Ich hatte so viel Motivation diese Stute zu fördern, dass sie sogar auf Alinghi übersprang.
      Heute wollte ich mich nur auf den ersten Teil der Dinge konzentrieren, welche für Alinghi neu sein mussten. Morgen würde dann der zweite Teil kommen.
      Ich erwärmte Alinghi wieder ausführlich im Schritt, ritt dann noch einige Trabrunden und widmete mich dann der ersten Lektion für heute
      Wieder begann ich mit den Gangarten. Neu war hier auf jeden Fall der starke Schritt, Trab und Galopp.
      Ich versuchte Alinghi das erste Mal in den starken Schritt zu bringen, in dem ich das Zügelmaß etwas verlängerte, jedoch gut darauf achtete, dass die Stute weiterhin in Anlehnung lief. Ich achtete außerdem darauf, dass ich die natürlich Nickbewegung des Kopfes nicht behinderte und tatsächlich, Alinghi zeigte erste Ansätze eines starken Schrittes. Ihre Schritte wurden raumgreifender und ich konnte ein weiteres Vorfußen und Überfußen als im Mittelschritt erkennen.
      Ich versuchte es noch einige Male, sie wurde bei jedem Mal besser, bevor ich mich dem starken Trab widmete.
      Zu erst trabte ich sie im Mitteltrab an, ging ein paar einfache Bahnfiguren mit ihr und bereitete sie dann langsam auf den starken Trab vor. An einer kurzen Seite versammelte ich die Stute, ritt dann durch die ganze Bahn und ließ sie in den starken Trab los. Es waren nur einige Schritte, aber es war ein Anfang, mit welchem man arbeiten konnte. Ich ritt wieder Mitteltrab und versuchte es einfach nochmal. Nachdem Alinghi es beim zweiten Mal fast doppelt so gut machte, wuchs meine Motivation um ein weiteres und auch ich strengte mich an, das beste aus ihr heraus zu holen. Ich übte erstmal auf der Diagonalen weiter, legte aber zwischendrin immer wieder Verschnaufpausen ein, in welchen wir uns beide kurz entspannen konnten.
      Als sich Alinghi auf einem Level befand, mit welchem ich zufrieden war, widmete ich mich den weiteren Lektionen.
      Ich begann mit einem einfachen Galopp und versuchte dann das Halten aus dem Galopp, welches mich fast an eine Reiningübung erinnerte. Ich war etwas überrascht, als Alinghi einfach stehen blieb und fast wurde ich aus dem Sattel gewurfen. Es war fast perfekt gewesen und das war echt überraschend, so etwas hatte ich noch nie erlebt, dass ein Pferd das sofort drauf hatte. Etwas zweifelnd galoppierte ich wieder an und gab Alinghi an der nächsten langen Seite das Zeichen zum Stehenbleiben. Diesmal klappte es nicht ganz so gut wie beim ersten Mal, aber immer noch überdurchschnittlich. Ich war echt total begeistert! Ich holte ein Stück trockenes Brot aus meiner Jackentasche und hielt es Alinghi hin, denn das hatte sie sich wirklich verdient! Bei dieser Aufgabe mussten wir nichts mehr üben.
      Als nächstes folgten einige Traversalen sowie fliegende Galoppwechsel und das Überstreichen im Mitteltrab. Alinghi arbeitete gut mit, sodass sie schnell auf dem Level war, wo ich sie haben wollte.
      Zum Schluss standen noch zwei neue Bahnfiguren an. Das erste waren die Schlangenlinien entlang der Mittellinie im Trab mit drei Bögen, bei was sich Alinghi überhaupt nicht schwertat. Schwieriger wurden dann die Schlangenlinien im Galopp mit vier Bögen und fliegendem Galoppwechsel, denn darauf schien sie überhaupt keine Lust zu haben. Das war für sie dann doch zu viel Arbeit!
      Ich beendete unser Training mit einigen Übungen, welche sie heute gut gemeistert hatte, denn bei mir hieß es immer, dass man alles im Guten abschließen sollte, so wie ich es dann auch tat.
      Alinghi durfte, frisch geputzt und mit einer dicken Decke auf dem Rücken, hinaus auf ihre Weide, denn das hatte sie sich auch heute wieder verdient!
      *
      Am fünften Tag stand meine letzte Trainingsstunde mit Alinghi an. Heute wollte ich das gelernte vom Vortag noch festigen und noch ein paar weitere Lektionen hinzufügen, mit welchen die Stute aber hoffentlich keine Probleme haben würde.
      Ich erwärmte sie mal wieder und baute noch einige Dehnübungen ein, bevor ich diesmal mit den Bahnfiguren anfing. Ich durchlief erst alle Wichtigen im Schritt, trabte dann an und wiederholte diese. Ich versuchte auf beiden Händen gleichmäßig zu arbeiten und baute deswegen einige Richtungswechsel mit ein. Die Lektionen, mit denen Alinghi gestern noch Probleme gehabt hatte, wiederholte ich und gab dem ganzen noch einen Feinschliff, welcher mich viel Zeit kostete.
      Neue Lektionen gab es heute zwar nicht viele, aber doch waren ein paar recht anspruchsvolle dabei. Besondere Sorgen bereitete mir die halbe Pirouette im versammelten Schritt, denn dieser saß noch nicht bei Alinghi. Ich nahm mir also die Zeit und arbeitete hartnäckig an der Verbesserung dieser Gangart, bis sie so gut war, dass ich damit weiter arbeiten konnte. Eine Pirouette, die hatte ich noch nie gemocht und wahrscheinlich merkte das Alinghi. Ich gab mir trotzdem viel Mühe, um sie ihr zu lernen.
      Zum Glück beherrschte ich dann wieder die Traversalenverschiebung, was es natürlich einfacher machte, sie an Alinghi weiter zu geben und ich musste sagen, dass sie echt schnell lernte. Sie begriff flott was sie tun musste und so machte diese Lektion besonders Spaß.
      Als Schluss hatte ich mir etwas besonderes ausgedacht, nämlich eine ganze Kür. Die Kür sollte nur für uns sein und niemand würde es stören, wenn es nicht perfekt war, aber ich wollte versuchen, all die gelernten Lektionen der Reihe nach von Alinghi abzufragen, um zu schauen, ob sie sie wirklich verinnerlicht hatte.
      Es waren nur 6 Minuten insgesamt, doch mir schien es, als wäre es eine halbe Ewigkeit. Traversalen, Kehrtwendungen, Tempowechsel, selbst ich musste mich stark konzentrieren, um keine Fehler zu bauen. Manches funktionierte schon richtig gut, bei anderen Dingen konnte man sicherlich noch mit ihr arbeiten und andere gingen halb in die Hose. Als ich diese im Anschluss jedoch nochmal wiederholte, klappten sie und ich ließ es gelten.
      Nach der harten Arbeit hielt ich Alinghi in der Mitte der Halle an, ließ mich aus dem Sattel gleiten und musste sie erstmal auf die Stirn küssen. So ein hartes Training war nicht leicht und doch hatte sie durchweg gut mitgearbeitet und ihr bestes gegeben. Es fehlte vielleicht noch an einigen Feinschliffen, aber das würde mit der Zeit kommen. Meine Arbeit mit ihr war hier beendet und ich war mir sicher, dass sie nun in der M-Dressur starten konnte.
      *
      Am nächsten Morgen brach mein letzter Tag in Kanada an. Heute würde ich endlich meinen etwas längeren Distanzritt mit Meister Propper machen, denn auch er wollte von Stufe L auf M gebracht werden wollen.
      Ich war extrem gespannt, wie er sich so reiten lassen würde und ob er ein genauso angenehmes Reitpferd war wie meine Jeanie.
      Rachel hatte mir eine Karte mit den besten Reitwegen gegeben und aus dieser hatte ich mir einen Weg ausgesucht, welchen ich heute mit dem kleinen Hengst zurücklegen wollte.
      Bereits beim von der Weide führen merkte ich, dass er seeehr langsam unterwegs war und fragte mich, ob er die 40 Kilometer heute schaffen würde. Seelenruhig folgte er mir, ließ sich ohne Probleme von mir putze und dann auch satteln.
      So ein ruhiges und faules Pferd könnte ich auch mal gebrauchen, dachte ich und ging dabei im Kopf meine Pferde durch, welche alle nicht wirklich die gemütlichsten waren.
      Ich hatte mir heute meine wärmsten Sachen zusammen gesucht, die ich nur hatte, um ja nicht in dieser Kälte zu erfrieren. Meister Propper hatte ein so dichtes Winterfell, dass er sicherlich nicht frieren würde, aber ich war da ganz andere Temperaturen gewöhnt.
      Für mein Distanztraining hatte ich mir meinen Rucksack mitgenommen, in welchem sich die wichtigsten Gegenstände befanden. Natürlich ein Pulsmesser, eine Karte plus Kompass, etwas zum Aufschreiben, mein Handy für Notfälle und etwas Wasser für die Pausen.
      Ich kontrollierte den Sattel von Propper ein letztes Mal und schwang mich dann auf den recht kleinen Hengst, welchen das alles nicht zu interessieren schien. Man hatte mir gesagt, dass er bereits eine L-Distanz lief, weswegen ich gespannt war, was er alles konnte.
      Zur Erwärmung lief ich noch etwas Schritt, doch da der Weg am Anfang noch recht gerade und frei von Eis war, trieb ich ihn zum Trab an. Gemütlich setzte er sich in Bewegung und trabte los. Bereits nach einigen hundert Metern war ich begeistert von ihm. Nicht nur, weil er sich toll reiten ließ, sondern auch, weil er ein perfektes Distanzpferd war. Im Gegenteil zum Schritt waren seine Trabschritte recht flott, dabei noch sehr gleichmäßig und ich merkte schnell, dass er viel Ausdauer hatte. Irgendwann galoppierte ich ihn an, um auch zu schauen, wie die dritte Grundgangart bei ihm war. Auch den Galopp hielt er in einem guten Tempo eine Zeitlang aus, bevor ich ihn zurück in den Trab holte.
      Bis jetzt machte er alles fabelhaft, doch ich war noch etwas skeptisch, wie seine Pulswerte aussehen würden.
      Die Strecke zog sich so dahin. Da Propper sehr selbstständig lief, hatte ich genügend Freiraum und die Landschaft zu bewundern. Allzu häufig war ich noch nicht in Kanada gewesen und dann war es natürlich passend, wenn man einen Distanzritt machen konnte.
      Nach den ersten zehn Kilometern legte ich eine Pause ein. Ich stieg von Meister Propper ab, führte ihn aber noch ein kleines Stückchen und nahm dann die ersten Pulswerte.
      »Ho ho!«, war meine erster Kommentar zu dem, was ich auf meinem kleinen Display erkennen konnte. »69 Pulsschläge pro Minute!« Das konnte nun gut oder auch schlecht sein. Wenn Meister Propper sich innerhalb der nächsten fünf Minuten nur auf 64 vertieft, dann erholt er sich nicht gut genug, was vielleicht an fehlendem Training lag. Wenn seine Werte jedoch etwas um die 50 lagen, war das auf jeden Fall ein guter Messwert.
      Ich wartete fünf Minuten, in welchen ich etwas trank und nochmal die Karte studierte, bevor ich wieder die Pulswerte nahm. Diesmal waren es 53 Schläge pro Minute. Das Ergebnis war in Ordnung, aber noch nicht perfekt. Er hatte einen sehr niedrigen Puls und erholte sich dann nicht allzu gut. Aber mal sehen, was die nächsten vier Messungen für Ergebnisse raus brachten.
      Ich notierte mir meine Messwerte und stieg dann wieder auf Propper. Immerhin hatten wir noch ein kleines Stückchen zu reiten!
      Auf dem nächsten Abschnitt versuchte ich Propper etwas mehr zu fordern und ging des öfteren Galoppstrecken, wenn es das Gelände zuließ. Galopp schien ihm besonders zu gefallen und das passte ganz gut.
      Aller zehn Kilometer legte ich eine Pause ein, in welcher ich seine Werte nahm uns sie mir genau notierte. Sie waren etwas gestiegen, was ganz gut war und fielen auch immer unter 64. Ich war mir sicher, dass man ihn mit etwas Training so trainieren konnte, dass er sich schneller erholte, denn dann waren seine tiefen Pulswerte auch nicht weiter schlimm.
      Meister Propper und ich gaben unser bestes und obwohl auch mir die Kälte ganz schön zu schaffen machte, hielten wir die 40 Kilometer durch, so dass ich nach einigen Stunden ritt wieder bei Proppers zu Hause angelangt war. Mir fehlten jetzt nur noch die letzten Messwerte, die ich dann Rachel geben würde. Im Trab ritt ich ihn auf das Gestüt zu, damit sich sein Puls vor der letzten Messung nicht noch weiter senkte, parierte ihn dann durch und ließ mich von seinem Rücken gleiten. Der Griff in den Rucksack, um meinen Pulsmesser herauszuholen und dann das Messen seiner Werte. Sie hatten sich etwas erhöht, mal schauen, wie es in fünf Minuten sein würde.
      Ich trank den letzten Schluck Wasser aus meiner Flasche und nahm dann abermals die Werte. Jetzt waren sie nahezu perfekt. Es waren zwar die selben wie bei der ersten Messung, jedoch war der erste Puls um weiten höher gewesen, weswegen das kein Problem mehr war.
      Ich führte Propper in den Stall, wo ich ihm sofort eine Decke überwarf und ihm etwas zu trinken anbot.
      Obwohl ich damit am Anfang nicht gerechnet hatte, hatte sich Propper als perfektes Distanzpferd gezeigt und wenn man mit ihm noch etwas arbeitete, dann verbesserten sich auch sicherlich seine Pulswerte. Er hatte also die Aufstufung auf M erfolgreich bestanden!
      *
      Noch am gleichen Abend würde mich ein Taxi zurück zum Flughafen bringen, von welchem ich dann nach Hause fliegen würde. Zuvor besprach ich noch alle wichtigen Trainingsfortschritte mit Rachel und gab ihr alle meine Notizen, welche ich von den drei Pferden gemacht hatte.
      Sie bedankte sich mehrmals bei mir, vorallem, weil ich mir nochmal etwas Zeit für ihren Hengst Propper genommen hatte. Ich wehrte aber ab und sagte, dass ich mich dafür bedanken sollte, drei so tolle Pferde reiten zu dürfen.
      Am Abend war es dann soweit, ich drückte Rachel ein letztes Mal und stieg dann in das kleine und alte Taxi, welches bereits auf dem Hof wartete.
      Ich war müde, glücklich und begeistert zugleich, immerhin hatte ich es geschafft, Karubi auf Stufe A zu trainieren und Alinghi und Meister Propper nach M. Ich hoffte, dass ich es allen recht gemacht hatte und freute mich nun wahnsinnig auf meine eigenen Pferde zu Hause in Südfrankreich!
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  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
    Hochgeladen von:
    Sosox3
    Datum:
    20 Jan. 2015
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  • Karubi

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    Abstammung

    Polarfuchs x Unb.
    Curly First x Naughty xx | Ubk. x Ubk.
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    Exterieur


    Rasse Arabisches Vollblut
    Geschlecht Stute
    Alter 8 Jahre [29.09.2007]
    Stockmaß 1.48 m
    Fellfarbe Bay Roan
    Abzeichen Blesse
    v.r. Weiße Fessel
    v.l.weiße Fessel
    h.r. Socke
    h.l. Socke
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    Interieur & Beschreibung

    Sensibel | Genügsam| Menschenbezogen| Nervenstark

    Karubi ist eine junge Araber Stute, welche in Polen geboren wurde. Sie wuchs in einem schönen Gestüt, nahe der Polnischen Ostsee in einer großen Herde auf. Karubi kurz Rubi ist eine freundliche Araber Stute, sie ist ein wahrer Engel. Sie ist sehr Menschen bezogen dies zeigt sich oft, beim Reiten da sie immer alles richtig machen will.

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    Gesundheit & Wohlbefinden

    Gechippt [ ]
    Letzte Impfung **. **.****
    Letzte Wurmkur **.**.****
    Beschlagen [Nein]
    Letztes mal Ausgeschnitten **.**.****
    Letztes mal Geprüft **.**.****

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    Besitzerdaten

    Besitzer Rachel Wincox
    VKR Rinnaja
    Verkaufspreis Nicht zu verkaufen ; 1000 Joellen

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    Qualifikationen

    Dressur A
    Springen E
    Military E
    Distanz E
    Rennen E
    Western E
    Fahren E
    Wendigkeit E


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    Ausbildungsstand & Zuchtdaten

    Eingeritten [x]
    Eingefahren [x]
    Potential Show, Western, Zirzensik


    Gekört/Gekrönt [Nein]
    Eingetragene Zucht Last Base Ranch
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    ♣--------------------------------------♣
    Zu den Schleifen


    [1]

    Zu dem Zubehör

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