Sammy

Kagami El Assuad

Englisches Vollblut | Stute | gekrönt | F || RE: S*** (7) | DR: S (1) | SPR: A (0) | MIL: A (1)

Kagami El Assuad
Sammy, 26 Mai 2016
Cooper, Veija und Occulta gefällt das.
    • Sammy
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      Abschied von Ravenback & Ankunft von Kagami el Assuad
      21. März 2015

      "Sammy, du musst kommen. Schnell!", rief Meg durch die geöffnete Bürotür. Ich saß gerade über den Gestütsrechnungen, die ich diesen Monat noch zu begleichen hatte. Lächelnd sah ich auf, doch bei Megs Anblick gefor mein Gesicht.
      "Was ist denn passiert Meg?", fragte ich besorgt, während ich die Unterlagen weg legte und aufstand. Das Gesicht meiner Mitarbeiterin war verzerrt und sie sah mich ängstlich an.
      "Ravenback ist auf der Koppel gestürzt und steht nicht mehr auf!"
      Sofort rannte ich mit Meg zur Jungpferdekoppel, auf der unter anderem auch Everybody`s Darling, Backup, Reminiscent Inspiration und Unannounced Pleasure standen.
      Ravenback lag kurz vor dem hinteren Zaun und bewegte sich nicht. Ihre Freundin Backup stand mit hängendem Kopf daneben.
      "Hat jemand von euch den Tierarzt gerufen?", fragte ich ängstlich.
      Meg nickte: "Ja, Donald ist in den Stall gelaufen und hat angerufen,er müsste gleich wieder hier sein."
      "Okay, hol du mir bitte ein Halfter und einen Strick, ich gehe schonmal zu Ravenback. Und dann holt ihr alle Stuten bis auf Backup in den Stall." Meg nickte und rannte dann davon.
      Ich betrat die Koppel und scheuchte die anhängliche Inspiration, sowie meinen Liebling Everybody`s Darling weg, um zu Ravenback zu gelangen. Kurz vor der Palominostute verlangsamte ich meine Schritte und sprach sie leise an.
      "Hey, Ravenback, mein hübsches Mädchen. Was machst du denn für Sachen? Wir werden dir helfen, bleib nur ganz ruhig!"
      Ravenback hob nicht einmal den Kopf, sondern starrte mich nur aus schmerzerfüllten Augen an. Ich kniete mich neben sie und streichelte ihr die weiße Blesse.
      Backup stand immer noch neben uns und mich beschlich eine fürchterliche Angst. Ravenback musste sich etwas gebrochen haben, sonst würde die energiegeladene junge Stute niemals solange am Boden liegen bleiben.
      Während ich auf den Tierarzt wartete, holten Meg, Brian, Donald, Samuel, Patrick und Anna die anderen neun Stuten von der Koppel. Ivory und Shekitt Quinn beäugten uns von der Nebenkoppel. Samuel schickte ich dann zum Hofeingang, um den Tierarzt zu erwarten, da dieser ja noch nie hier gewesen war.
      Meine restlichen Pfleger bat ich darum, die anderen Pferde langsam von den Koppeln zu holen, da es bereits zu dämmern anfing. Ravenbacks Unfall hatte alle aus der Bahn geworfen.
      Als auch Meg gehen wollte, rief ich sie zu mir und sagte: "Bring du Ivory und Quinn rein, dann kannst du wieder herkommen, wenn du möchtest. Ich weiß ja, wie sehr du an Ravenback hängst."
      Meg nickte dankbar und rannte los, um meine beiden Fohlen von der Koppel zu führen.
      Kurz darauf kam Samuel mit dem Tierarzt angelaufen. Dieser war ein noch recht junger Mann, der mir die Hand reichte und sich als Dr. Simmern vorstellte. Dann kniete er sich neben meine junge Stute und begann mit der Untersuchung.
      Kurz darauf schaute er mich mit zusammengezogenen Augenbrauen an.
      "Es tut mir sehr Leid, ihnen das mitteilen zu müssen, aber ihre Stute hat sich das Hüftgelenk gebrochen. Sie muss wirklich sehr unglücklich gestürtzt sein."
      Bestürzt schaute ich ihn an und Meg zog scharf die Luft ein.
      "Okay Doc und was würden sie uns jetzt raten? Kann man so einen Bruch operieren?", fragte ich langsam, während ich Ravenback mechanisch über den Kopf strich.
      "Man kann es versuchen, ja. Aber die Heilungschancen sind noch viel geringer als bei einem gebrochenen Bein. Vor allem müssten wir sie dafür in die Klinik transportieren und sie leidet ja jetzt schon. Auch wenn es schwer fällt, ich würde ihnen raten, die Stute einzuschläfern. Damit ersparen sie ihr Wochen oder vielleicht sogar ein ganzes Leben voller Qual."
      Mir stiegen Tränen in die Augen, doch ich nickte: "Wenn sie das für das Beste halten, soll es wohl so sein. Meg, bring bitte Backup in den Stall, das muss sie wirklich nicht sehen." 'Und du auch nicht', fügte ich in Gedanken hinzu.
      Meg schnappte sich die Stute und ich hatte das Gefühl, dass sie froh darüber war, weggeschickt worden zu sein.
      Ich nahm Ravenback`s Kopf in die Arme und strich der jungen Stute liebevoll über die Stirn. Der Tierarzt setzte die Spritze und kurz darauf machte Ravenback ihren letzten Atemzug.
      Ich wischte mir die Tränen aus dem Gesicht und versuchte stark zu bleiben, während ich Dr. Simmern die Hand reichte und mich für sein schnelles kommen bedankte.
      "Ich hoffe, beim nächsten Mal gibt es einen erfreulicheren Grund, um auf ihr Gestüt zu kommen.", sagte er bedrückt, als er sich zum Gehen wandte.
      Ich lief ins Haus und rief Kevin an, damit er mir ein Unternehmen empfehlen konnte, dass Ravenback abtransportierte.
      Dann blieb ich neben der jungen Stute stehen, bis sie in den großen Transporter eingeladen war und sah ihr auch noch eine ganze Weile hinterher.
      Schließlich atmete ich tief durch und lief in den Stall. Meine Pfleger saßen niedergeschlagen in der Sattelkammer und unterhielten sich leise.
      "Es ist vorbei. Und es war wohl besser so. Ravenback hatte einfach keine starken Knochen. Deshalb haben wir ja auch erst so spät angefangen, mit ihr zu arbeiten...", begann ich leise zu sprechen. Die anderen nickten traurig.
      Ich ließ meinen Blick über ihre Gesichter schweifen und fragte dann: "Wo ist Meg?" Das Mädchen war Ravenback`s Pflegerin gewesen und ich konnte mir vorstellen, dass der Tod der Stute ihr am nähesten ging.
      "Sie wollte alleine sein. Wahrscheinlich ist sie bei Backup, die war auch ganz schön durcheinander.", antwortete Anna leise.
      Ich drehte mich um und lief den Gang des Haupttraktes entlang, bis ich vor Backup`s Box stand. Die junge Stute sah darin ziemlich verloren aus und Meg kauerte in der hinteren Ecke ihrer Box und hatte den Kopf in den Armen vergraben. Ich betrat die Box und setzte mich neben die junge Frau.
      "Meg... Ich weiß so etwas ist schrecklich, aber es passiert nun einmal. Ravenback war eine wunderbare Stute, aber Backup braucht dich jetzt viel dringender. Sie hat ihre beste Freundin verloren und wir müssen aufpassen, dass sie nicht in eine Depression verfällt. Auch Tiere können solche Krankheiten bekommen, weißt du?"
      Meg sah auf, schaute die braune Stute an und brach erneut in Tränen aus. Ich nahm sie in die Arme und wartete, bis sie sich ein wenig beruhigt hatte.
      An diesem Abend zogen wir alle uns schon recht früh zurück. Solche Tage machten einem einfach immer wieder bewusst, dass auf einem Gestüt auch schlimme Dinge geschehen konnten und wir alle würden Ravenback fürchterlich vermissen.

      ~*~

      Seit diesem schrecklichen Tag war mittlerweile ein Monat vergangen. Es hatten sich zum Glück alle wieder berappelt, nur Backup machte uns große Sorgen. Die Stute hatte begonnen ihr Futter zu verweigern und kapselte sich immer mehr von den anderen Jungstuten ab.
      Eines Tages klickte ich auf eine Anzeige für eine junge Palomino Vollblutstute und konnte es kaum fassen, als ich sah, dass Eddi`s preisgekrönte Stute Khiara El Assuad und ihr Hengst Pawaneeh die Eltern der jungen Stute waren.
      Sofort holte ich Meg in mein Büro und erzählte ihr von den Neuigkeiten. "Ich möchte mir die Stute gerne heute noch ansehen. Wir brauchen unbedingt eine Freundin für Backup und die Kleine hier hat eine hervorragende Abstammung. Hättest du Lust mich zu begleiten? Das Gestüt liegt knappe vier Stunden Fahrt von uns entfernt, aber wenn alles gut geht, kommen wir heute Abend mit einem neuen Pferd nach Hause!"
      Meg schaute mich ein wenig verblüfft an, dann nickte sie strahlend. Bisher hatte ich noch niemanden gebeten mich auf eine Besichtigung zu begleiten.
      Ich rief schnell den Besitzer an und vereinbarte einen Termin, dann machten wir den Hänger fertig und fuhren los.
      Als wir auf dem fremden Gestüt ankamen, herrschte dort ziemlich viel Troubel. Nach einiger Fragerei konnte ich den Besitzer ausfindig machen und er führte mich zur Box einer Palominostute mit langer weißer Mähne.
      Ich betrachtete die Stute genau und stellte fest, dass sie ein ausgezeichnetes Exterieur besaß und obendrein einfach wunderschön war.
      "Was wurde denn bisher mit ihr gemacht?", fragte ich den Besitzer.
      "Ich habe sie erst ein paar Monate. Sie wurde mir als junges, aber liebes Reitschulpferd verkauft."
      Ich starrte ihn einige Sekunden lang an, bevor ich mich wieder im Griff hatte. Dann fragte ich vorsichtig: "Aber die Stute ist doch gerade erst drei Jahre alt geworden? Ist sie denn eingeritten?"
      "Der Vorbesitzer hat gesagt, sie war bereits im Training, aber er hätte keine Zeit für so ein junges Pferd. Deshalb wollte ich sie im Reitunterricht für die Fortgeschrittenen laufen lassen. Aber dieses Pferd hat so ausgeprägte Eigenheiten, dass kein Schüler mit ihr zurecht kommt. Was soll ich mit einem Schulpferd, auf das ich keine Schüler setzen kann?"
      "Natürlich, das ist verständlich. Was soll die Stute denn kosten? Und hat sie alle Papiere?"
      "Ich will das für sie, was ich auch gezahlt habe. Das waren 3000 Joellen. Nicht mehr und nicht weniger. Dann habe ich wenigstens nur mit den Futterkosten Verluste gemacht. Papiere hat sie, liegt alles in meinem Büro."
      "Okay, ich gebe ihnen 3000 Joellen und nehme die Stute dafür sofort mit.", schlug ich dem Besitzer vor. Er nickte nur und wir folgten ihm in sein Büro.
      Meg sah mich fragend an, doch ich schüttelte nur den Kopf. Auch wenn Kagami, wie die Stute hieß ihre Eigenheiten hatte, wir würden schon mit ihr zurecht kommen und dann endlich ihr eigentliches Potential ausschöpfen.
      Nachdem der Papierkram erledigt war, entschuldigte sich der Gestütsbesitzer mit den Worten, dass er jetzt das gerade stattfindende Turnier moderieren müsse und uns eine gute Heimfahrt mit dem Biest wünsche.
      Meg und ich gingen wieder zurück zur Box der Stute. Decke Halfter und Gamaschen hatten wir selbst mitgebracht.
      Die junge Stute warf ihren schönen weißen Kopf nach oben und tänzelte unruhig auf der Stelle. Nachdem wir allerdings leise auf sie einredeten, kam sie plötzlich vertrauensvoll näher, ließ sich aufhalftern und aus der Box führen. Dort legte Meg ihr die Decke an und ich verschnallte die Gamaschen.
      "So meine Hübsche, jetzt werden wir dich an einen Ort bringen, an dem man mit dir umzugehen weiß!", sagte ich lächelnd, während wir die Stute problemlos verluden.
      "Warum war sie denn so billig? Ich verstehe das nicht", fragte Meg verwundert, während wir den Reiterhof verließen.
      "Tja.. Ich denke der ursprüngliche Besitzer wollte sie fürs Rennen trainieren und hat alles falsch gemacht. Dann wollte er sie loswerden, weil sie nicht gewonnen hat und hat sie deshalb an unseren Reitschullehrer verkauft. Der wiederum kann seine Schüler natürlich nicht auf ein solches Pferd setzen und wollte das zusätzliche Maul im Stall so schnell wie möglich loswerden."
      Wir unterhielten uns die ganze Fahrt über angeregt, bis endlich in der Ferne die Lichter meines Gestüts auftauchten. Von unterwegs hatten wir Samuel, Donald und Brian gebeten, die alte Box von Ravenback herzurrichten, damit Kagami dort einziehen konnte.
      Da es schon sehr spät war, waren die Jungs mittlerweile im Bett. Meg und ich luden die junge Stute aus und verfrachteten sie in ihre neue Box. Dort bekam sie ihr Abendessen und noch ein paar Streicheleinheiten, bevor auch Meg und ich uns zurück zogen.
    • Sammy
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      Trainingsbericht - Dressur E-A
      29. März 2015

      "Hallo du Hübsche!", flötete ich, während ich meine neue Vollblutstute Kagami el Assuad aus ihrer Box holte. Sie hatte sich bereits gut eingelebt und deshalb wollte ich heute mit dem Dressurtraining für die Klasse A beginnen. Ich band Kagami am Putzplatz an und begann, das goldene Fell der Stute zu bürsten. Sie war sehr gut aufgelegt und tänzelte die ganze Zeit herum. Auch wenn es recht nervig war, mir gefiel die Energie der jungen Stute und ich konnte es kaum erwarten, endlich mit ihr auf die Rennbahn zu gehen. Doch zunächst wollte ich einige Grundlagen festigen.
      Nachdem Kagami geputzt und gesattelt war, führte ich sie zu meinem Reitplatz. Es war Ende März und das Wetter einfach perfekt, um die Trainingseinheit draußen abzuhalten. Die junge Stute lief mit gespitzten Ohren hinter mir her und hatte ihre Augen wieder einmal überall, sodass sie beinahe über ihre eigenen Füße stolperte. Ich schüttelte nur lachend den Kopf und schloss das Gatter des Reitplatzes hinter uns. Dann stellte ich Kagami auf der Mittellinie auf, gurtete nach und wollte mich in den Sattel schwingen, als die Stute einfach einen Hüpfer zur Seite machte.
      "Na super, aber ehrlich gesagt, hatte ich mit sowas schon gerechnet. Mal sehen wie lange du das Spielchen aushälst.", seufzte ich und stellte Kagami wieder in ihre Ausgangsposition zurück. Die junge Stute war wirklich unermüdlich. Immer wieder hüpfte sie weg, rannte rückwärts, drehte sich im Kreis oder buckelte und immer wieder führte ich sie in einem Kreis zurück und stellte sie wieder ordentlich auf. Es dauerte Ewigkeiten, bis es Kagami schließlich zu blöd wurde und sie stehen blieb, sodass ich in aller Ruhe aufsitzen konnte. Ich lobte sie und konnte nun endlich mit dem eigentlichen Training beginnen. Zuerst wärmte ich Kagami natürlich im Schritt und Trab auf, indem ich Zirkel, Schlangenlinien und Schritt-Trab-Übergänge ritt. Sie arbeitete eigentlich ganz gut mit, bis ich ihr das Zeichen zum Angaloppieren gab. Da riss sie den Kopf nach oben und schoss wie von der Tarantel gestochen los. Ich nahm die Zügel kürzer und gab ihr - nachdem sie mich einfach vollkommen ignorierte - ein paar kräftigere Paraden. Das wiederum gefiel der jungen Vollblutstute überhaupt nicht und sie fügte sich in einen ruhigeren Galopp.
      Ich atmete tief durch, galoppierte noch eine Runde ganze Bahn und wechselte dann die Hand. Hier benahm sich die Stute sofort vorbildlich, weshalb ich sie auch ausgiebig lobte.
      Für uns standen heute die Schritt-Galopp-Übergänge, das Rückwärtsrichten, die Vorhandwendung und das Viereck verkleinern und vergrößern auf dem Plan und ich war schon gespannt zu sehen, wie sich Kagami anstellen würde. Sie sollte zwar erst einmal Karriere auf der Rennbahn machen, doch im Großen und Ganzen züchtete ich ja hauptsächlich Dressur- beziehungsweise Westernbegabte Pferde. Somit suchte ich meine Zuchtpferde danach aus, wie sie sich in diesen beiden Disziplinen schlugen. Wenn noch andere dazu kamen war das natürlich umso besser.
      Da Kagami sich beim zweiten Galopp so gut benommen hatte, beschloss ich, sofort mit den Schritt-Galopp-Übergängen zu beginnen. Ich ritt sie im Schritt um die ganze Bahn und gab ihr dann in die zweite Ecke der langen Seite die Hilfen zum angaloppieren. Kagami brauchte keine zweite Aufforderung, sondern sprang sofort mit großen Sätzen los. Ich lobte sie überschwänglich. Das funktionierte ja schoneinmal hervorragend. Das Durchparieren zum Schritt stellte sich da schon als größere Herausforderung dar. Kagami wehrte sich zuerst, fiel dann in einen zuckeligen Trab und erst danach in den Schritt.
      "Nana meine Liebe, das müssen wir aber nochmal machen, so geht`s ja nicht!", schimpfte ich gutmütig mit ihr. Kagami war noch jung und würde schon noch lernen, sich zu benehmen. Ich galoppierte sie erneut an und diesmal klappte es schon wesentlich besser. Wir wiederholten die Lektion einfach solange, bis Kagami auch aus dem Galopp brav in den Schritt fiel, dann konnten wir uns dem Rückwärtsrichten widmen.
      Kagami kannte das Kommando ja schon von unserer Bodenarbeit. Ich parierte sie bei A zum Halten durch, hob mich ein wenig aus dem Sattel und sagte dann: "Back!", während ich die Zügel anstehen ließ. Die junge Palominostute spielte mit den Ohren und verlagerte schließlich ihr Gewicht nach hinten. Sofort ließ ich die Zügel locker und lobte sie. Beim nächsten Mal machte Kagami bereits einen Schritt zurück und schon bald wich sie die ganze Pferdelänge problemlos nach hinten. Ich kraulte ihren kräftigen Hals und probierte mich nun am Viereck verkleinern und vergrößern. Dazu stellte ich die Stute bereits in der zweiten Ecke der kurzen Seite leicht nach außen, drückte den äußeren Schenkel an und legte den inneren verwahrend hinter den Gurt. So ließ ich Kagami bis kurz vor B weichen, ritt dann zwei Pferdelängen geradeaus und stellte die Stute anschließend um. Soll heißen, ich stellte sie nach innen, trieb mit dem inneren Schenkel vorwärts-seitwärts und begrenzte sei mit dem äußeren, bis wir wieder an der Bande angelangt waren. Das Ganze wiederholte ich auch auf der anderen Hand und schließlich im Trab. Kagami arbeitete gerade wirklich gut mit, anscheinend hatte sie sich ausgepowert. Nun zeigten sich auch ihre schönen, fließenden Gänge und ich war völlig begeistert.
      Für die letzte Lektion - die Vorhandwendung - parierte ich Kagami el Assuad auf dem zweiten Hufschlag zum Halten durch. Dann stellte ich sie Richtung Bande, trieb mit dem äußeren Schenkel seitwärts und legte den inneren verwahrend zurück. Die Zügel ließ ich anstehen, da Kagami keinen einzigen Schritt nach vorn machen sollte. So ließ ich die Stute Tritt für Tritt um ihre Vorhand wenden und lobte sie nach 180° ausgiebig. Dann konnte ich die Zügel lang lassen und mein Vollblut trocken reiten, denn Kagami hatte den Aufstieg in Klasse A der Dressur erfolgreich gemeistert!
    • Sammy
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      Trainingsbericht - Dressur A-L
      30. Mai 2015

      Keuchend fuhr ich mir über die Stirn. Es war erst Ende Mai und meinem Geschmack nach bereits viel zu heiß. Auf dem Gestüt ging es wie immer hoch her, da wir noch unglaublich viel zu tun hatten, bis ich den Zuchtbetrieb endlich aufnehmen konnte. Und auch wenn mir meine Mitarbeiter mittlerweile beim Bewegen der Pferde halfen, trainieren musste ich sie doch alle immer noch selbst. Heute war wieder einmal Kagami el Assuad an der Reihe. Die schöne Stute sollte den Aufstieg in die Klass L der Dressur schaffen.
      Ich holte das Vollblut von der Koppel und begann dann damit, sein gold glänzendes Fell zu bürsten. Kagami schnappte spielerisch nach mir und konnte mal wieder keine Sekunde lang still stehen. Trotzdem schaffte ich es in relativ kurzer Zeit die junge Stute fertig zu machen und führte sie hinüber in die Reithalle. Den Reitplatz wollte ich uns beiden heute nicht antun, da dort momentan voll die Sonne drauf knallte. Ich stellte Kagami auf der Mittellinie auf und musste sie diesmal nur zweimal umstellen, bevor sie stehen blieb, bis ich es mir im Sattel bequem gemacht hatte.
      Ich hatte die Stute die letzten Tage schon ausgiebig beschäftigt, weil ich hoffte, damit ihre Hampeleien von Anfang an umgehen zu können. In aller Ruhe ritt ich sie im Schritt und Trab warm und wagte es schließlich, Kagami angaloppieren zu lassen. Als sie brav ansprang, ganz ohne Mätzchen zu machen, hätte ich fast laut gejubelt. Dieses Training konnte ja nur ein voller Erfolg werden.
      Wir hatten heute den Außengalopp, den einfachen Wechsel, die Kurzkehrt und die Hinterhandwendung vor uns.
      Wie üblich begann ich mit dem einfachen Wechsel, da dieser nur eine Verknüpfung der Schritt-Galopp-Übergänge darstellte und Kagami diese von unserem Training für Klasse A ja bereits beherrschte. Also galoppierte ich die Palominostute erneut an und wendete auf den Zirkel ab. Kurz vor X gab ich ihr dann vermehrt halbe Paraden, um sie auf den anstehenden Tempowechsel aufmerksam zu machen und parierte sie dann zum Schritt durch. Nach drei Tritten stellte ich Kagami um und galoppierte auf der anderen Hand erneut an. Wie erwartet bereitete die Lektion meiner Stute keinerlei Schwierigkeiten - im Gegenteil, sie freute sich, so schnell wieder galoppieren zu dürfen und war danach nur noch eifriger bei der Sache.
      "Sag mal was grinst du denn so?", rief da auf einmal Meg vom Zaun herüber. Ich parierte Kagami durch und meinte: "Naja, sie arbeitet heute so gut mit, da darf ich mir ein kleines Grinsen wohl erlauben. Nach den ganzen Kämpfen, die wir beim letzten Stufentraining ausfechten mussten, hab ich mir das jetzt verdient!"
      Meg lachte nur und lobte uns, weil wir so gut ausgesehen hatten, dann machte sie sich wieder an die Arbeit.
      Nun war nämlich der Außengalopp an der Reihe. Dazu galoppierte ich Kagami erneut an und ritt dann einfache Schlangenlinien. Den Bogen zog ich dann nach und nach immer mehr in die Länge, da Kagami in diesem bereits im Kontergalopp gehen musste. Als das gut klappte, wechselten wir durch die ganze Bahn und ich achtete kurz vor Erreichen der Bande darauf, ganz ruhig zu sitzen, um meine Stute nicht zum umspringen zu animieren. Auch das klappte gut und ich ließ Kagami eine Runde ganze Bahn im Außengalopp gehen. Dann wiederholte ich die Übungen auch auf der anderen Hand, um mich anschließend dem letzten Schritt zu widmen: dem Anspringen im Außengalopp.
      Dazu stellte ich Kagami leicht nach außen, drückte das äußere Bein an und legte das innere eine Handbreit hinter den Gurt. Hier zeigten sich nun wieder die Sensibilität und die Intelligenz der jungen Stute, denn sie sprang ohne zu zögern im Außengalopp an. Um die Übung zu festigen, aber auch um zu überprüfen, ob das nicht nur Zufall gewesen war, wiederholte ich die Lektion auch auf der anderen Hand und an verschiedensten Stellen der Bahn. Erst als es jedes Mal zuverlässig klappte, beendete ich die Übung und wendete mich der Kurzkehrt zu.
      Wie immer nach der ersten Galopparbeit, wurde Kagami sofort weicher im Maul und wölbte auch den Rücken besser auf. Eigentlich hatte ich gedacht, sie wäre schon vorher schön gelaufen, doch nun wurde ich eines besseren belehrt.
      Ich parierte Kagami el Assuad zum Schritt durch und ritt den Anfang einer Volte, da meine Stute damit schon perfekt für die Kurzkehrt gestellt war. Nun führte ich sie einfach noch mehr in die Biegung hinein, erhielt ihre Stellung aufrecht und fing die Bewegung mit meinem äußeren Schenkel ab. Zu Anfang ließ ich Kagami immer nur ein paar Tritte wenden, da ich wollte, dass sie die Übung konzentriert ausführte und nicht einfach herum wirbelte, doch nach und nach schafften wir die geforderten 180° und ich lobte mein Stütchen überglücklich.
      Die nächste und letzte Übung war die Hinterhandwendung, die auf der Kurzkehrt aufbaute. Ich ritt Kagami auf den zweiten Hufschlag und parierte die Stute dort zum Halten durch. Dann gab ich ihr dieselben Hilfen wie bei der Kurzkehrt, nur dass ich die Zügel diesmal anstehen ließ, damit Kagami am Ende nicht im Schritt weiterging. Die schlaue Stute hatte auch diese Lektion schnell verstanden und so konnten wir das Training schon bald erfolgreich beenden.
    • Sammy
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      Trainingsbericht- Galopprennen A-L
      zusammen mit Backup
      30. Juni 2015

      "Morgen Meg! Na, bist du bereit fürs Training?", fragte ich meine Auszubildende gut gelaunt. Meg strahlte mich an und nickte.
      "Ich kann es kaum erwarten. Das letzte Training war schon unglaublich und ich kann es kaum glauben, dass ich dir weiterhin helfen darf. Und Backup ist einfach ein tolles Pferd, auch wenn sie mit Kagami nicht ganz mithalten kann", sprudelte Meg hervor.
      "Kagami hat vielleicht mehr Potential, aber Backup setzt ihres definitiv besser ein.", gab ich lachend zurück. Kagami el Assuad war nämlich ein ebenso talentiertes wie schwieriges Pferd.
      Wir wollten die beiden Englischen Vollblutstuten heute im Galopprennen auf Klasse L trainieren. Das hieß auch, dass wir sie an die Startbox gewöhnen mussten. Vorher hatten wir sie nämlich an die Bahn gewöhnt und ihnen beigebracht, den Abstand zum Rail richtig einzuschätzen.
      Wir machten die beiden in aller Ruhe fertig und führten sie dann aus dem Stall. Dort wurden wir bereits von Samuel mit American Baby und Donald auf BBs Harmony erwartet. Die beiden würden uns auf den ruhigen Quarter Horse Stuten zur Bahn begleiten und den zwei Jungspunden auch zeigen, wie das mit der Startbox funktionierte. Samuel drückte Donald seinen Führstrick in die Hand und warf zuerst Meg auf Backup und dann mich auf Kagami. Dann schwang er sich mit Kagami`s Führstrick in der Hand auf Baby`s Rücken und wir ritten zur Rennbahn hinüber. Kagami war wie üblich zu gut aufgelegt und sah in jedem raschelnden Busch ein pferdefressendes Ungeheuer. Ich hatte schon auf dem Weg zur Bahn gut damit zu tun, oben zu bleiben und fragte mich, wie ich das restliche Training überstehen sollte. An der Bahn angekommen, lösten Samuel und Donald die Stricke und wir lenkten unsere Vollblutstuten auf die Bahn hinaus, um sie aufzuwärmen, bevor es ans Startbox-Training ging. Backup war wie üblich die Ruhe selbst und lief schön an Megs Hilfen gestellt, während Kagami nach wie vor alles versuchte, um mir das Leben schwer zu machen. Nach einem besonders fiesen Buckeln hatte ich die Nase voll und trieb Kagami in einen schwungvollen Galopp. Vielleicht würde das die Stute ein wenig beruhigen. Kagami hatte manchmal einfach mehr Energie, als ihr guttat.
      Die Stute schoss los und ich hörte Meg hinter mir erschrocken aufkeuchen. Sie hatte ihre Backup jedoch einigermaßen flott wieder im Griff und ich musste mich auf mein eigenes Pferd konzentrieren. Es dauerte eine ganze Weile, doch schließlich hatte ich Kagami wieder unter Kontrolle und nun fügte sich die junge Stute auch endlich in einen schönen, gleichmäßigen Trab.
      Völlig verschwitzt und hinüber ritten wir zur Startbox, wo Samuel sich erst einmal köstlich über mein knallrotes Gesicht amüsierte.
      Ich revanchierte mich, indem ich American Baby das Zeichen zum Angaloppieren gab. Die Quarter Stute war schon solange in meinem Besitz, dass sie auf jedes Handzeichen von mir hörte. Samuel fiel nach hinten und hing erst einmal recht schief im Sattel. Sobald Baby das merkte, fiel sie in den Schritt und trottete zu uns anderen zurück, doch wir lachten nun schallend über den peinlich berührten Samuel.
      "Tja Sam, leg dich nie mit deinem Boss an, da kannst du nur den Kürzeren ziehen!", zog Donald ihn auf.
      Nach dieser kleinen Alberei widmeten wir uns wieder unserer eigentlichen Aufgabe und ritten mit den Stuten zur Startbox. Bereits gestern hatten wir Backup und Kagami an die Box herangeführt und ihnen Zeit gegeben, sich alles in Ruhe anzuschauen. Wir hatten sie auch hindurch geführt und beide Klappen geschlossen, während sie darin gestanden waren.
      Aber erfahrungsgemäß reagierten die jungen Pferde einfach anders, wenn ein Reiter auf ihrem Rücken saß. Meg war so nervös, dass ich den Anfang machte, auch wenn es mir lieber gewesen wäre, die ruhigere Backup vor mir zu haben.
      Ich drückte Kagami die Beine in die Seiten und ritt die Stute in den ersten Stand. Zu meinem Erstaunen ging sie auch brav hinein, doch sobald Samuel die hintere Klappe schloss, explodierte die Stute und ging mit mir das zweite Mal an diesem Morgen durch. Als ich ein paar Minuten später leicht entnervt zurückkam, stand Backup bereits im zweiten Stand und schaute uns seelenruhig entgegen. Ich streckte Meg den erhobenen Daumen hin und sie strahlte mich an. Mit Backup neben sich, war Kagami ein wenig ruhiger und die Jungs schafften es tatsächlich, beide Klappen zu schließen. Ich lobte die junge Stute ausgiebig und wir ließen beide rückwärts aus dem Stand gehen, bevor wir die Übung wiederholten. Als alle beide schließlich in jeden Stand gingen und einigermaßen ruhig - was für Kagami`s Verhältnisse eben ruhig war - stehen blieben, übten wir das saubere Abspringen aus der Box. Hier hatte vor allem Kagami ihren Spaß, da sie nun endlich aus dem Stand heraus lospreschen durfte. Doch auch Backup machte ihre Sache sehr gut und wir lobten die beiden Stuten beinahe pausenlos.
      "So, das ist jetzt der letzte Durchgang. Lass Backup nach dem Abspringen einfach auslaufen, dann reiten wir zurück zum Stall. Jungs, wartet ihr am Bahneingang auf uns?", gab ich meine letzten Anweisungen für dieses Training und wir ritten die Stuten wieder in die Startbox. Sobald das schrille Läuten der Glocke erschallte, sprangen die beiden los und preschten die Bahn hinunter. Auch Backup lag das Rennen im Blut und im Gegensatz zu Kagami verschoss sie ihre ganze Energie nicht bereits mit Herumblödeln. So wunderte es mich auch kein bisschen, dass Backup unser kleines Rennen gewann, obwohl wir die Stuten überhaupt nicht vorwärts trieben. Kagami war ein wenig missmutig, doch als sie im Stall eine ihrer heißgeliebten Karotten bekam, war alles wieder gut. Wir gönnten unseren Pferden eine Dusche, führten sie trocken und entließen sie dann in ihre wohlverdiente Pause auf die Stutenkoppel.
    • Sammy
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      Trainingsbericht - Galopprennen L-M
      zusammen mit Backup

      26. Juli 2015

      "Guten Morgen Meg! Bereit fürs Training?", sagte ich fröhlich zu meiner Mitarbeiterin. Diese stand mit freudig leuchtenden Augen in Backups Box und putzte die junge Stute. Ich dagegen widmete mich meinem Wildfang Kagami el Assuad. Die schöne Palominostute hatte nur Unfug im Kopf, konnte gleichzeitig jedoch so süß sein, dass man ihr einfach nicht lange böse sein konnte.
      Backup stand auf drei Beinen und ließ sich Megs Massage gefallen, doch Kagami tänzelte schon wieder nur herum und konnte überhaupt nicht still stehen.
      Seufzend fuhr ich ein letztes Mal durch ihre lange weiße Mähne und legte ihr dann den leichten Arbeitssattel auf den Rücken.
      Meg und ich hatten in den letzten Monaten hart mit den beiden Stuten gearbeitet und nun waren sie endlich für den Aufstieg in Klasse M bereit. Doch zuvor mussten sie ihr Abschlusstraining noch ordentlich absolvieren. Dafür würden wir sie über eine und eine dreiviertel Meile gegeneinander laufen lassen.
      Kagami besaß unglaublich viel Speed, doch sie machte in der Startbox oft so viel Blödsinn, dass es sie schon des öfteren den Sieg gekostet hatte. Zudem war Backup auch nicht zu unterschätzen. Die schüchterne und eher zurückhaltende Stute drehte auf der Rennbahn nämlich richtig auf.
      Nachdem ich Kagami`s Trense verschnallt hatte, führte ich die Stute aus der Box und folgte Meg mit Backup. Vor dem Stall warteten bereits Samuel und Donald auf uns. Sie würden die Startboxen öffnen und die Zeit stoppen. Außerdem durften sie uns auf die Pferde werfen. Obwohl Samuel sofort in Kagami`s Zügel griff, als ich im Sattel saß, ruckte die junge Stute mit dem Kopf und versuchte anzugaloppieren. Ich setzte mich energisch zurück und gab ihr ein paar Paraden, sodass sie sich in einen hibbeligen Schritt fügte.
      "So wie die drauf ist, wird das sicherlich ein spannendes Rennen. Schau dir Backup an, sie sieht aus wie der geborene Champion!", raunte Samuel mir zu. In der Tat glänzte das braune Fell der anderen Stute in der aufgehenden Sonne, ihre festen Muskeln spielten darunter und sie sah voll konzentriert aus.
      "Tja Kagami, gegen Backup hast du keine Chance, wenn du weiterhin solche Mätzchen machst!", warnte ich die Stute liebevoll.
      An der Bahn angekommen, lösten die beiden Jungs die Führstricke und wir ritten im Schritt im Uhrzeigersinn auf die Bahn. Kagami fiel sofort in einen unruhigen Trab und ich brauchte einiges an Überzeugungskraft, damit sie wieder im Schritt ging. Backup dagegen schwebte nur so über die Bahn.
      "Kannst du dir nicht was von ihr abschauen?", flehte ich meine Stute an. Aber naja, wie hieß es so schön? Die richtig großen Champions waren eben eigensinnig und schwierig. Hoffentlich traf das auf Kagami auch zu.
      Schließlich ließ ich die Stute gewähren und sie sprang in einen raumgreifenden Galopp. Ich musste sie zwar ganz schön zurückhalten, konnte mir jedoch trotzdem ein Grinsen nicht verkneifen. Kagami hatte wundervolle Gänge, wenn sie sie denn einmal zeigte. Vor allem machte die großrahmige Stute auch so rießige Sprünge, dass sie Backup mühelos überholte. Das wurde bestimmt ein tolles Rennen. Und wir würden für die ganze Arbeit mit den beiden Stuten belohnt werden. Ich winkte Meg zu und wir ritten unsere Pferde zur Startmaschine. Sofort begann Kagami wieder zu tänzeln. Sie hasste die Startmaschine, doch mittlerweile hatten wir sie eigentlich soweit, dass sie einigermaßen anstandslos hineinging.
      Ich rahmte Kagami mit den Beinen ein und trieb sie schoneinmal näher, während Backup bereits die erste Box bezog. Kagami hatte kaum einen Vorderhuf in ihren Stand gesetzt, da rannte sie plötzlich rückwärts.
      "Kagami komm schon! Stell dich nicht so an, wir haben das stundenlang trainiert!", wies ich sie zurecht. Doch Kagami spielte sich lieber noch ein wenig auf, bevor sie schließlich seelenruhig ihre Box bezog. Ich schüttelte den Kopf, grinste Meg an und griff in Kagami`s weiße Mähne, um mich auf den Start vorzubereiten.
      Die Sekunden verstrichen und dann ertönte auch schon das schrille Leuten der Startglocke, die Türen sprangen auf und die beiden energiegeladenen Stuten schossen auf die Bahn. Backup ging normalerweise nie gleich nach vorn, sondern platzierte sich direkt hinter den Führenden, um dann kurz vor dem Ziel anzugreifen. Kagami dagegen lief gern sofort an der Spitze. Nun jedoch trieb Meg Backup an, sodass diese von ihrer Position aus sofort an die Spitze zog. Kagami warf den Kopf, als ihr der Dreck ins Gesicht flog und zerrte unwillig an den Zügeln. Gar keine schlechte Strategie von Meg, sie wusste dass Kagami schnell unleidig wurde und dann machte, was sie wollte. In einem unserer Übungsrennen hatte Kagami einfach Kehrt gemacht und war in die entgegengesetzte Richtung gerannt!
      Ich lehnte mich weiter nach vorn und knetete Kagami`s Hals. Es war zwar riskant, so früh bereits so ein hohes Tempo zu gehen, doch wenn ich nicht an Backup vorbeikam, würde Kagami dieses Rennen zu hundert Prozent verlieren. Kagami reagierte auf meine Hilfen mit einem rießigen Schub nach vorne, der sie sofort an Backup`s Flanke heranbrachte. Ich sah die Überraschung in Meg`s Gesicht, die mit diesem Angriff wohl nicht gerechnet hatte. Auch sie kauerte sich nun nach vorn und trieb Backup an. Ich wusste sofort, dass das ein Fehler war. Backup war keine Start-Ziel-Läuferin. Sie kam von hinten und war jetzt schon schweiß überströmt. Außerdem war Kagami im normalen Kopf-an-Kopf-Vergleich schneller. Mit jedem Satz machte die Palominostute Boden gut und schließlich zogen wir an Backup vorbei. Ich wollte Kagami`s Tempo ein wenig zurücknehmen, damit die Stute es bis zum Ziel schaffte, doch Kagami zerrte an den Zügeln und rannte einfach weiter. Da ich sie mit einem Kampf nur noch schneller ermüden würde, ließ ich sie gewähren und versuchte sie so gut wie möglich zu entlasten. Kurz vor dem Ziel hörte ich Backup hinter uns heranpreschen, doch die Stute hatte isch einfach schon zu früh verausgabt und hatte nun nicht mehr genügend Reserven.
      Somit flogen Kagami und ich als erstes durchs Ziel, Sekunden vor der völlig erschöpften Backup. Auch Kagami war nun klatschnass, doch sie wirkte höchst zufrieden mit sich und trug den Kopf hoch erhoben, während ich sie zum Ausgang zurück lenkte.
      Dort rutschten Meg und ich aus den Sätteln, ließen uns von Donald und Samuel unsere hervorragende Zeit durchgeben und führten die Pferde dann zurück zum Stall.
      Nachdem wir sie abgeduscht und trocken geführt hatten, fiel mir Meg`s bedrückte Miene auf.
      Ich führte Kagami neben sie und fragte: "Was ist denn los Meg? Das war ein hervorragendes Abschlusstraining und unsere beiden hübschen sind jetzt schon auf Klasse M trainiert. Das ist doch toll!"
      Meg schüttelte nur den Kopf und wischte sich eine Träne aus den Augen: "Ich habs versaut. Hätte ich nicht einfach Backup`s gesamte Strategie über den Haufen geworfen, hätten wir vielleicht eine Chance gehabt. Aber sie war schon vor der Zielgeraden völlig fertig und hat dann nur für mich versucht, noch einmal schneller zu werden. Aber es war einfach zu viel für sie."
      "Meg, jetzt hör mir mal zu. Ja, ein Jockey sollte sich an die Strategie seines Trainers halten. Aber du kennst Backup besser als jeder andere hier und du wolltest eben etwas neues ausprobieren. Du hast dabei nur vergessen, dass Kagami schneller ist, wenn du mit der falschen Strategie an die Sache herangehst. Aber es war ein gutes Rennen und wir haben unser Ziel erreicht. Das ist die Hauptsache."
      Endlich lächelte meine Arbeitsreiterin wieder und kraulte ihrem Lieblingspferd den Hals.
      Alles in allem war es ein anstrengendes, aber sehr gutes Training gewesen und ich war sehr stolz auf meine beiden Rennsemmeln.
    • Sammy
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      Der ganz normale Wahnsinn & zwei Neuankömmlinge auf dem Hof!

      31. Juli 2015

      "Hey Eddi, was gibts?", fragte ich ein wenig atemlos. Ich war immer noch in den USA, wo Kagami el Assuad, Backup und Success Story xx an Rennen teilnahmen. Vor einiger Zeit hatte ich Eddi auf ihrer Ranch besucht und ihr beim Training ihrer Stute Classic Gold geholfen.
      "Du bist doch noch in Kentucky, oder? Ich habe mich entschieden einige meiner Pferde abzugeben und wollte dich fragen, ob du Interesse an Napayné und Ehawee hättest?"
      Da musste ich nicht zweimal überlegen. Napayné hatte einmal meiner ehemaligen Zuchtpartnerin rawwrrr gehört und Ehawee war eine wunderschöne fuchsfarbene Traberstute. Da ich sowieso Traber in meine Zucht aufnehmen wollte und ich mit Kolibri und Hollywood Undead ja auch zwei wunderbare Welsh Bs hatte, sagte ich Eddi sofort zu.
      "Ich fliege nächste Woche wieder nach Hause. Am besten rufe ich gleich mal bei der Fluggesellschaft an und frage nach, ob sie die beiden mitnehmen können."

      ~*~

      Eine Woche später knetete ich nervös meine Hände, während ich darauf wartete, dass der Flieger endlich auf der Rollbahn aufsetzte. Der Flug war lang gewesen und ich konnte es kaum erwarten, nach meinen fünf Stuten zu sehen. Gott sei Dank war noch Platz gewesen und wir hatten Ehawee und Napayné gleich mitnehmen können.
      Als wir ausgestiegen waren, trat ich so ungeduldig von einem Bein aufs andere, dass Samuel schon genervt die Augen verdrehte.
      "Erde an Sammy, beruhig dich mal. Denen geht`s gut. Die haben den Hinflug immerhin alle fünf schon einmal hinter sich gebracht. Nach Amerika kann man nun mal nicht mit dem Hänger fahren! A propos Hänger , da kommt Donald!"
      Ich drehte mich um und winkte meinen Mitarbeiter zu uns. Donald war extra mit dem Hänger hergekommen, um uns abzuholen. Ich hatte natürlich schon Bescheid gegeben, dass die Box neben Kolibri und die große Eckbox eingestreut werden sollten, doch noch wusste die Daheimgebliebenen nicht, um was für Pferde es sich handelte.
      Endlich winkte uns der Flugsicherheitsbegleiter heran und wir durften die Pferde aus ihren Container-Boxen holen. Donald nahm Backup, Samuel Kagami und ich kümmerte mich um Succcess Story xx, da die braune Stute immer noch recht scheu war.
      Nachdem die drei verladen waren, begann Donald damit, die Sattelkisten im Transporter zu verstauen und Samuel und ich kümmerten uns um Napayné und Ehawee.
      Die beiden Stuten reckten die Hälse und blähten die Nüstern.
      Donald betrachtete den Schimmel und den Fuchs eingehend, dann strahlte er.
      "Wahnsinn, ich liebe die ganzen neuen Pferde, die du uns in letzter Zeit anschleppst! Ich weiß zwar nicht, wie du das machst, aber irgendwie schaffst du es immer, an absolute Diamanten zu kommen!", rief er aus, bevor er Napayné und Ehawee vorsichtig begrüßte.
      "Napayné ist ein bisschen zickig, aber Ehawee ist ganz lieb. Sie soll die Traberlinie bei uns begründen - fehlt nur noch der passende Hengst.", lachte ich.
      Wir verluden auch die beiden und machten uns dann auf die letzte Etappe unserer Reise. Ich freute mich schon unglaublich darauf, endlich meine ganzen Pferde wieder zu sehen.
      "Hat sich Amayyas eigentlich benommen?", fragte ich Donald nach meiner ehemals neuesten Errungenschaft, einem Berberhengst.
      "Es geht. Er testet uns an allen Ecken und Enden, aber wir haben es geschafft ihn von der Box auf die Weide zu bringen und umgekehrt. Außerdem hab ich mal ein bisschen Bodenarbeit mit ihm gemacht, aber da war ich wohl eher der Rangniedrigere. Er hat mich nämlich einfach stehen gelassen und ist über den Zaun gesprungen. Eigentlich wollte Brian sich ja um ihn kümmern, aber der lag mit einer ziemlich fiesen Grippe im Bett.", sagte Donald ein wenig betreten.
      Ich machte große Augen: "Über den Zaun gesprungen? Und dann?"
      "Ganz einfach. Erst ist er zu den Stutenkoppeln gelaufen, hat dann die Fohlen besucht und hat sich anschließend in seine Box gestellt, als wenn nichts gewesen wäre.", berichtete Donald weiter.
      Während Samuel sich vor Lachen ausschüttete, runzelte ich nachdenklich die Stirn. Amayyas war ein ausgesprochen vielversprechender Hengst, aber ich musste ihn endlich so erziehen, dass auch die anderen mit ihm arbeiten konnten.
      "Na gut, schauen wir erstmal, dass wir gut daheim ankommen, um unseren Geparden kümmere ich mich morgen!", entschied ich grinsend.

      ~*~

      Gähnend stieg ich aus und streckte mich genüsslich. Endlich wieder daheim! Sofort kam Meg angelaufen. Brian lag immer noch im Bett und Anna und Patrick waren bereits nach Hause gefahren, da sie ja nicht auf dem Gestüt lebten.
      "Ich möchte Backup nehmen! Darf ich?", fragte sie sofort. Seit Ravenback`s tragischem Tod kümmerte Meg sich lebevoll Backup und die Stute entwickelte sich unter ihrer Führsorge prächtig. Donald führte diesmal Kagami und ich nahm wieder Succes Story.
      "Samuel bleibt du kurz bei den anderen? Ich möchte keine von ihnen alleine lassen.", bat ich den jungen Mann, während wir die drei Stuten in den Stall brachten. Wie immer wurden wir von lautem Gewieher begrüßt und es juckte mich in den Fingern, jedes meiner geliebten Pferde in die Arme zu schließen.
      Stattdessen liefen wir sofort zurück zum Transporter.
      "Jungs kümmert ihr euch um die Sattelkisten und das Gepäck? Dann stelle ich Meg unsere beiden Neuzugänge vor.", sagte ich, während ich bereits in den Hänger ging und Napayné herausführte. Meg quietschte erfreut, als sie das Schimmel-Pony sah. "Die bekommt bestimmt süße Fohlen mit Holly!!", meinte sie strahelnd.
      "Oh ja, das denke ich auch. Und unsere zweite Hübsche hier wird irgendwann sicherlich auch einmal eine Bereicherung für unsere Zucht!", sagte ich, während ich Ehawee aus dem Hänger führte.
      "Oh wow! Was ist das für ne Rasse? Sieht ein bisschen nach Traber aus....", riet Meg.
      Ich nickte lächelnd und sofort meinte sie: "Trainierst du sie für Trabrennen? Ich weiß, ich will Jockey werden, aber Trabrennen sind ja schließlich auch Rennen...."
      "Halt, stopp! Ich weiß noch nicht genau wie ich sie fördern werde. Eddi hat sie für Dressur und Springen vorgemerkt, sollte sie Talent fürs Rennen und den Sulky haben, nehmen wir diese Disziplinen natürlich dazu. Aber jetzt darf unsere Süße sich erstmal eingewöhnen! Napayné steht natürlich in der Box neben Kolibri und Ehawee hier bekommt die Eckbox neben Napayné. Dort soll sie zwar nicht immer stehen bleiben, immerhin ist das der Ponytrakt, aber dann fühlen sich unsere beiden anfangs vielleicht nicht so einsam."
      Meg nickte zustimmend und gemeinsam führten wir die Stuten in den einladenden Stall. Als ich meinen Rundgang durch den Stall erledigt hatte, lud ich Donald, Samuel und Meg noch zu einem Feierabend -Bier in meinen Garten ein, wo wir einen anstrengenden Tag in der lauen Sommernacht ausklingen ließen.

      ~*~

      Am nächsten Morgen war ich bereits vor allen anderen auf den Beinen, da ich meine Pferde ganz in Ruhe noch einmal begrüßen wollte. Deshalb würde ich sie alle alleine auf die Koppeln bringen.
      Wie immer begann ich im Hengsttrakt, da meine Herren mir sonst einen rießen Radau veranstalten würden. Ich gab meinen Liebling Hollybrook`s Cheeky Jot einen dicken Kuss auf die Nase, zog ihm sein Halfter über und führte ihn aus der Box. Dann halfterte ich einhändig seinen Halbbruder Hollybrook`s Bloody Valentine auf und führte die beiden Ponyhengste nach draußen. Der schüchterne Bloody war der einzige Hengst, mit dem Cheeky sich verstand, deshalb kamen die beiden zusammen auf einen der zehn Hengstpaddocks. Auch Cheeky`s Sohn, Hollybrook`s Casanova, durfte auf einen Hengstpaddock, da er was das Verhalten anderen Hengsten gegebüber anging, genauso war wie sein Vater.
      "Nova, du bist wirklich schrecklich. Schau dir lieber Chex gute Seiten ab und nicht sein alberenes Getue!", ermahnte ich den jungen Silver Dapple, als ich ihn an dem giftenden Cheeky Jot vorbeiführte und der Junghengst sofort das Gehabe seines Vaters nachahmte.
      Der letzte New Foresthengst, der einen Paddock sein Eigen nennen durfte, war Cheeky`s Vater und damit Nova`s Großvater, BMs Caradoc. Der schöne Braunschecke tänzelte eifrig neben mir her und legte auf der Koppel erst einmal ein paar ausgelassene Bocksprünge hin.
      Früher hatte ich auch meinen Gründerhengst Caspar einzeln stellen müssen, doch der in die Jahre gekommene Hengst war ruhiger und umgänglicher geworden und ließ mittlerweile auch andere Hengste an sich heran, weshalb ich ihn zusammen mit dem Palominohengst Orfino auf die große Hengstkoppel brachte.
      Der nächste war mein Araberhengst Wüstentänzer. Der energiegeladene Fuchs schlug bereits mit dem Vorderbein gegen die Boxentür, weshalb ich meinen zweiten Araberhengst, Khamar al Sanaa erst einmal stehen ließ.
      "Keine Sorge mein Schöner, ich bring nur schnell deinen lärmenden Kollegen auf seine Koppel und dann bist du an der Reihe!", tröstete ich den wunderschönen Schimmel.
      Ich streifte Wüstentänzer das Halfter über und er bezog Paddock Nummer vier. Danach löste ich mein Versprechen ein und brachte Khamar al Sanaa auf die Koppel. Der Hengst hatte ein wenig Zeit gebraucht, doch mittlerweile mauserte er sich zu einem Top-Hengst. Erst kürzlich hatte er eine hart umkämpfte Hengst des Monatswahl für sich entscheiden können und ich war unglaublich stolz auf meinen Schönen.
      Weiter ging es mit meinen Warmbluthengsten. Wie immer begann ich mit dem Apfelschimmel Levistino, da er schon am längsten in meinem Besitz war. Der große Hengst vergrub sein Maul in meiner Hand und ich strich ihm liebevoll den weißen Schopf aus der Stirn, bevor ich ihn auf die nächste Hengstkoppel stellte. Auch Levistino verstand sich überhaupt nicht mit anderen Hengsten. Genauso lief es mit dem jungen Holsteiner Fantastic Fly. Er wölbte stolz den Hals, als ich ihn an den anderen Hengsten vorbei zu seiner Koppel führte und preschte dann erst einmal in gestrecktem Galopp über das grüne Gras. Ich schüttelte den Kopf und holte den nächsten im Bunde: Den Hannoveranerrappen Black Soul. Er war bei den Warmblütern immer noch ein wenig mein Sorgenkind, da er außer Brian und mir niemanden so wirklich an sich heran ließ. A propos - nach Brian musste ich heute unbedingt auch noch sehen, immerhin lag der arme Kerl krank im Bett.
      Meinen zweiten Hannoveranerhengst Branagorn führte ich zusammen mit dem Andalusier Ojos Azules auf die große Hengstkoppel, auf der ja schon Orfino und Caspar standen. Die beiden braven Hengst folgten mir wie Lämmchen und ich gab beiden einen Kuss auf die weichen Nüstern. Als nächstes waren dann Golden Indian Summer und Dream of Wyoming an der Reihe. Der Quarterhengst folgte mir brav am langen Strick, während Wyoming immer noch ein wenig zurückhaltend war. Aber gut, er hatte viel durchgemacht, da verzieh ich ihm das natürlich. Ich war unglaublich froh, dass er in Summer einen Freund zu haben schien, denn der Buckskin ließ keinen der anderen Hengste an den Appaloosa heran.
      Das nächste Paar, das auf die große Koppel durfte waren mein Achal Tekkiner Candle in the Wind und mein frisch gekörter American Saddlebred -Hengst GH`s Safriko. Beide gehörten mir noch nicht so lange, hatten sich jedoch hervorragend eingelebt und sich toll entwickelt.
      Als ich wiederkam, schaute mich mein zweiter Saddlebredhengst Someone bereits vorwurfsvoll an. Der elegante Cremello mochte es nicht, missachtet zu werden, schon gar nicht, wenn man ihm seine Boxnachbarn entführte.
      Ich lachte und strich Someone den langen Schopf aus der Stirn, bevor ich ihn auf den achten Hengstpaddock brachte.
      Mein Barockpintohengst Slaters Secret und mein Lusitanohengst Pierre dagegen durften zusammen mit dem Junghengst San Salvador ebenfalls auf die Gemeinschaftskoppel, da sie sich gut mit den anderen verstanden.
      Als nächstes waren dann meine edlen Englischen Vollblüter an der Reihe. El Racino, den pechschwarzen Sohn meiner Stute Black Pearl brachte ich auf Hengstpaddock Nummer neun, während die beiden älteren Hengste Ghostbuster und Tschiwabschischi auf die große Koppel durften. So langsam wurde der Hengststall merklich leerer. Es standen nun nur noch meine Ponyhengste, sowie die beiden ungekörten Amayyas und Classic Moment im Stall.
      Ich begann mit dem Welsh A Juego und dem Welsh B Hollywood Undead. Beide kamen auf die große Koppel, auf der sie sich sofort gemächlich zu den anderen gesellten.
      Auch die Isländer Fair Prince und Intolerable Life machten mir keine Probleme.
      Den Deutschen Reitponyrappen Daemon nahm ich wie üblich alleine, da der Hengst zwar mit anderen Hengsten klarkam, sie aber nicht in seiner unmittelbaren Nähe haben wollte. So stand er auch auf der Koppel immer ein wenig abseits und drohte den anderen, wenn sie ihm zu Nahe kamen.
      Da ich die beiden verbliebenen Ponies auch zusammen mitnehmen würde, beschloss ich zuerst meinen Neuzugang Amayyas, einen wunderschönen Red Roan Berber auf den letzten Hengstpaddock zu bringen. Er war der Grund, warum Daemon jetzt auf der großen Koppel stand. Im Gegensatz zu dem Rappen konnte der wilde Amayyas andere Hengste nämlich nicht ausstehen und ging wenn möglich auf sie los. Um solche Angriffe zu vermeiden, bezog er den letzten Hengstpadock, der durch einen noch höheren Zaun und eine Hecke von den anderen abgetrennt war. Hier war früher Cheeky Jot`s Reich gewesen, doch seit der Hengst mit Bloody Valentine zusammen stand, war er merklich ausgeglichener geworden.
      "So ihr zwei Schönen, ihr seid die letzten!", verkündete ich meinem New Forest Ponyhengst Hollybrook`s Classic Moment und meinem Reitponyhengst Eddi`s Dead Pop Romance. Letzteren hatte ich eigentlich nur kören und dann verkaufen wollen, doch der Hengst hatte solch ein ernormes Potential, dass ich es einfach nicht über mich brachte, ihn herzugeben.
      Classic dagegen würde nach seiner Körung defintiv ausziehen müssen, da ich nicht noch einen Hengst aus der Linie halten konnte. Auch diese beiden durften auf die große Hengstkoppel und nachdem ich ihnen ein paar Minuten beim Toben zugesehen hatte, widmete ich mich meinen Stuten...
      Hier waren wie immer zuerst meine Jüngsten an der Reihe. Mein Champagne farbenes Achal Tekkiner Stütchen Ivory führte ich zusammen mit dem Berbermädchen Cirilla aus dem Stall. Die beiden hatten sich einfach gesucht und gefunden. Anschließend waren die Welsh A Stute Mississle und mein American Saddlebred Shekitt Quinn an der Reihe. Letztere war immer noch sehr schüchtern und hatte auch noch keine wirkliche Freundin in den anderen Pferden gefunden, was ich sehr schade fand. Meine Hannoveranerstuten Unannounced Pleasure und Reminiscent Inspiration führte ich wie immer zusammen auf die mittlere Stutenweide, auf der meine Warmblüter und Westernpferde untergebracht waren. Die zwei waren immer noch unzertrennlich, auch wenn Reminiscent Inspiration mittlerweile schon fleißig im Turniersport unterwegs war, während ich bei Pleasure noch mit Einreiten beschäftigt war.
      Die Trakehnerstute und Tochter von meinem Levistino, Levistino`s Hope führte ich gemeinsam mit der braven Pintostute Glammy ebenfalls auf die mittlere Koppel. Als nächstes waren Backup und Success Story xx dran. Backup war zwar nervös und aufgedreht, ließ sich aber ganz gut händeln, sodass ich meine Konzentration auf die schwierigere Success Story richten konnte. Die beiden Damen bezogen die Koppel links der Warmblutkoppel.
      Nun waren von den ungekörten Stuten nur noch Kagami el Assuad und Ehawee im Stall. Da Ehawee und Napayné die Köfpe zusammen steckten, machte die aufgedrehte Kagami bereits Radau, weshalb ich die schöne Palominostute zuerst aus ihrer Box herausführte. Das aufmümpfige Jungpferd hatte mir bereits ganz schön viel Ärger bereitet, doch ich liebte die Stute trotzdem abgöttisch.
      Meine beiden Neuzugänge Ehawee und Napayné bezogen die dritte Stutenkoppel, allerdings nur einen kleinen abgetrennten Teil davon, damit sie sich an die anderen gewöhnen könnten. Anfangs würde ich die Welsh B Stute und die Traberstute noch zusammen stehen lassen, damit sie sich in Ruhe eingewöhnen konnten.
      Ich wischte mir den Schweiß von der Stirn. Es war ganz schön anstrengend, alle Pferde alleine raus zu bringen, doch ich wollte ja alle gebührend begrüßen.
      Weiter ging es mit meinen Araberstuten. Hier führte ich wie immer Sahira, Fallen Immortaliny und Sharley alleine auf die Koppel der Vollblüter. Sahira und Kagami hatten sich anfangs gehasst, doch mittlerweile hatte meine Araberfalbstute ihre Position als Leitstute wieder klar gemacht und Kagami hielt sich ihr gegenüber zurück.
      Die anderen Araber nahm ich in Dreier-Gruppen, um noch fertig zu werden, bevor meine Mitarbeiter aufkreuzten. Vor allem Meg kam öfter schon früher in den Stall. Ich schnappte mir Melody`s Girl, Adina de Ra`idah und Rose de Soleil und brachte die drei zur Koppel, um gleich darauf auch Hadeeh, Little Miss Sunshine und Bittersweet hinaus zu führen. Soweit so gut.
      Auch die drei verbliebenen englischen Vollblutdamen Ace of Spades, Pirate Island und Black Pearl beförderte ich im Dreierpack zu den anderen Vollblütern und sah ihnen dann lächelnd dabei zu, wie sie sich über die weitläufige Weide hinweg ein Wettrennen lieferten, solange, bis mich das ungeduldige Wiehern meiner Prinzessin Samiyah aus der Starre riss.
      Die Trakehnerstute forderte die nächsten zehn Minuten meine volle Aufmerskamkeit, da sie immer wieder den Kopf hochriss, nur um gleich darauf ihr rosanes Maul in meine Hände zu drücken. Ich kraulte sie an ihrer Lieblingsstelle am Hals und führte sie dann zusammen mit der zweiten Trakehnerstute, Mahira, auf die Koppel. Gleich darauf waren auch die Hannoveranerstute Angels Fall First und die Holsteinerstute Wild Lady Roxanne an der Reihe. Sie kamen alle auf die mittlere Koppel. Um eben jene voll zu machen, machte ich gleich mit den Warmblütern weiter. Da meine Westernpferde alle exzellent ausgebildet waren und aufs Wort hörten, nahm ich die Paint Horse Stuten My Golden Heart und The Morticains Daugther sowie die Quarter Horse Stuten BBs Harmony und American Baby einfach alle zusammen mit zur Koppel, liebkoste jede Einzelne von ihnen und entließ sie dann zu den anderen.
      Meine Andalusierstute Cuchara führte ich zusammen mit dem Lusitano Salwa und der Barockpintostute Benjilala hinaus und zum Schluss folgten noch meine American Saddlebreds Mizzi und Paradises Rafinesse. Seufzend verschloss ich das Gatter und machte mich auf, um auch meine geliebten Ponies hinaus zu lassen, damit Napayné und Ehawee endlich ihre Stallgenossen richtig kennen lernen konnten.
      Ich begann mit den Welsh Ponies Little Big Girl und Kolibri, dann kamen die Isländer Dark Misery und Fatimah und zum Schluss folgten die Reitponies Dorina und Cinnemont`s History.
      Alle sechs schenkten den beiden Neuen nur einen kurzen Blick und begannen dann zu grasen.
      Das würde bei meinen New Forest Ponies wohl anders laufen. Zumindest Naboo und Walk of Fame würden ihre Position schnell deutlich machen.
      Genau deshalb ließ ich die beiden auch erst einmal stehen und begann stattdessen mit der Palominostute Magical Moment und ihrer Freundin Thousand Sunny. Dann waren die Red Roan Stute Aimiliani und die Braune Fairylike Facility an der Reihe, bevor ich Golden Flair und Precious Scream holte. Die Buckskin Stute verstand sich gut mit der älteren Falbscheckin und Gründerstute meiner Zucht, weshalb ich die beiden problemlos zusammen führen konnte. Auch über das nächste Paar freute ich mich nach wie vor ungemein: Meine scheue Rappstute Isola della Pirateria hatte in dem Waisenfohlen Everybody`s Darling so etwas wie eine Tochter gefunden und obwohl Darling mitlerweile ausgewachsen, gekört und fast fertig ausgebildet waren, bemutterte Isola sie noch immer. Nun waren nur noch Walk of Fame und Naboo übrig. Ich beschloss mich mit Cheeky`s Mutter zu beginnen und führte die Apfelschimmelstute aus ihrer Box. Als wir an Naboo vorbeikamen und diese registrierte, dass sie nun alleine war, stieg sie in ihrer Box und begann laut zu wiehern. Ich verdrehte die Augen, band Walk of Fame neben Naboo`s Box an und holte auch die Rappscheckin aus der Box.
      "Na gut ihr beiden, ich nehme euch zusammen mit, aber wehe ihr macht mir Ärger!", warnte ich die zwei vorsichtshalber. Normalerweise nahm ich meine temperamentvollen Stuten nur einzeln mit nach draußen, aber ich wollte auch nicht, dass Naboo mir den Stall zerlegte oder sich gar verletzte.
      Erstaunlicherweise waren die beiden recht brav, doch sobald sie frei waren, galoppierten sie zum Zaun, der sie von Ehawee und Napayné trennte und gifteten die neuen Stuten gemeinsam an.
      "Na sieh mal einer an, normalerweise könenn sich die beiden nicht leiden, aber bei dem Thema halten sie zusammen...", dachte ich kopfschüttelnd, während ich zurück zum Stall ging, wo mich meine Mitarbeiter ein wenig entgeistert ansahen.
      "Warum hast du die denn alle alleine rausgebracht? Das war doch ne wahnsinnige Arbeit!", meinte Samuel fassungslos.
      "Ja, aber ich war ja jetzt auch ewig weg, da musste das sein. Dafür dürft ihr jetzt Boxen ausmisten, während ich uns Kaffee koche und dann mal nach Brian sehe....", gab ich grinsend zurück.
      Die anderen lachten und machten sich an die Arbeit. Mit diesem tollen Team würde ich sicherlich noch viele schöne Stunden erleben...
    • Sammy
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      Trainingsbericht - Dressur L-M
      11. August 2015

      "Meine Güte, ist das jetzt schon wieder heiß. Dabei ist es doch erst acht.", stöhnte ich, als ich meine Vollblutstute Kagami el Assuad von der Koppel holte. Die schöne Palominostute ging mittlerweile im Galopprennen auf S-Niveau und ließ sich auch sehr viel besser händeln, als früher. Sie war immer noch unglaublich temperamentvoll, aber so, dass man sie einigermaßen unter Kontrolle halten konnte. Immerhin war ich mit ihr ja auch schon in den USA gewesen, um sie dort Rennen laufen zu lassen, während ich meine gute Freundin Eddi besuchte.
      Heute stand jedoch mal wieder etwas anderes auf dem Programm: Ich wollte Kagami in der Dressur auf Klasse M trainieren, da ich mit ihr demnächst zur Krönung wollte und sie darauf bestmöglich vorbereitet sein sollte.
      Dazu mussten wir heute das Halten aus dem Galopp, das Schulterherein, Travers, Renvers, Traversale, fliegende Wechsel und die halbe Pirouette im versammelten Schritt erarbeiten. Das war eine ganze Menge, doch ich war überzeugt davon, dass meine intelligente Stute dem gewachsen war.
      Ich putzte das gold-glänzende Fell von Kagami und sattelte die Stute anschließend auf. Dann führte ich sie zum Reitplatz, gurtete nach und schwang mich in den Sattel. Ich wusste zwar immer noch nicht, wie ich das geschafft hatte, doch Kagami blieb endlich stehen, bis man ihr das Kommando zum Antreten gab. Ich wärmte die junge Stute in aller Ruhe auf und begann dann mit dem Halt aus dem Galopp. Ich legte bei all meinen Rennpferden viel Wert auf eine gute Dressurausbildung, da ich nicht wollte, dass sie außerhalb der Rennbahn auch auf der Vorhand liefen.
      Also ließ ich Kagami schwungvoll angaloppieren, wendete auf die Mittellinie ab und parierte sie dann zum Halten durch. Obwohl ich die Stute mit halben Paraden auf das Kommende vorbereitet hatte, fiel unser Halt doch sehr holprig aus. Nach und nach wurden wir jedoch sicherer und irgendwann kam Kagami sauber zum Stehen. Ich lobte die Stute und widmete mich sofort den Seitengängen, die die Klasse M ja dominierten.
      Wie immer begann ich mit dem Schulterherein. Dazu ritt ich Kagami im Schritt um die Bahn, stellte die Stute dann leicht nach innen und trieb mit dem inneren Schenkel vorwärts-seitwärts. Gleich darauf war auch schon der Travers - oder Kruppe herein- an der Reihe. Auch diesmal stellte ich Kagami nach innen, drückte jedoch den äußeren Schenkel an, damit Kagami mit ihrer Hinterhand in die Bahn auswich. Wir übten die Lektion auf beiden Händen und machten dann sofort mit dem Pendant des Travers, dem Renvers weiter. Dies war die einzige Lektion, bei der Kagami nach außen gestellt war. Der Travers und der Renvers bildeten zusammen die Vorbereitung auf die halbe Pirouette im versammelten Schritt und ich war schon gespannt darauf, diese Lektion auszuprobieren. Zuerst war allerdings die Traversale an der Reihe. Ich stellte Kagami genau wie beim Schulterherein und ritt so aus der Ecke kehrt, da die schöne Vollblutstute somit bereits perfekt gestellt war. Dann legte ich den äußeren Schenkel verwahrend hinter den Gurt und trieb mit dem inneren vorwärts-seitwärts. Kagami arbeitete heute wirklich ungewöhnlich gut mit und so dauerte es nicht lange, bis die intelligente Stute die Lektion drauf hatte. Auch die halbe, die doppelte und die Zick-Zack-Traversale beherrschte Kagami innerhalb kürzester Zeit. Ich lobte die junge Stute überschwänglich und beschloss, ihr eine Pause von den Seitengängen zu geben und mit den fliegenden Wechseln weiter zu machen.
      Mit einem leisen Schnalzen galoppierte ich Kagami an und wendete auf den Zirkel ab. Während wir aus dem Zirkel wechselten, verlagerte ich mein Gewicht betont auffällig zur anderen Seite und brachte die schöne Vollblutstute somit kurzzeitig aus dem Gleichgewicht. Um dieses wiederzufinden sprang Kagami selbstständig um und wurde prompt von mir gelobt. Das wiederholten wir jetzt mit einigen Pausen so oft, bis Kagami schließlich auf eine halbe Parade und eine leichte Gewichtsverlagerung hin zuverlässig umsprang und das an jedem beliebigen Punkt der Bahn.
      Ich parierte sie zum Schritt durch und gönnte ihr eine letzte Pause, bevor wir uns an die nächste Lektion, die halbe Pirouette im versammelten Schritt, wagten.
      Ich wendete Kagami wieder auf den Zirkel ab und verkleinerte diesen in Traversalstellung und zwar solange, bis sich Kagami`s Hinterhand in der Zirkelmitte befand. Dort hielt ich dann nur noch die Biegung aufrecht und trieb Kagami seitwärts, sodass sie mit ihrer Hinterhand einen kleinen Kreis beschrieb. Das Ganze machte ich solange, bis wir um 180° gewendet hatten, dann ließ ich mit einem Jauchzen die Zügel lang und rieb meiner Stute den glänzenden Hals. Nun ging sie in der Dressur bereits auf M-Niveau und ich war unsagbar stolz auf sie.
    • Sammy
      Hufschmiede Burning Springs

      Hufschmiedbericht von Bracelet
      13. August 2015

      Gegen zehn Uhr morgens kam ich am Hollybrook Stud Zuchtgestüt an und wurde auch gleich von Samantha O`Neill begrüßt. Sie war mir sofort sympathisch und bat mir auch gleich das Du-Wort an. Während wir also in den Stall gingen erzählte sie mir etwas über ihre fünf Schützlinge. Sie liefen alle barfuß, was mir meine Arbeit natürlich erheblich erleichterte, wenn ich Hufe ausschneiden oder korrigieren musste.
      Das erste Pferd, dass ich mir ansah war Levistino's Hope, eine wunderschöne, gescheckte Stute. Ich bat Samantha als erstes sie mir einmal in Schritt und Trab vorzuführen, damit ich ihren Bewegungsapparat begutachten konnte. Sie lief brav, einwandfrei. ,,Sehr schön'',sagte ich lächelnd und ging dann langsam auf Hope, wie sie liebevoll genannt wurde, zu. Sie schien etwas schüchtern zu sein, guckte mich aber dennoch ganz neugierig mit ihren großen, runden Glupschaugen an. Um sie etwas zu bestechen bot ich ihr ein paar Apfelleckerli an. Erst scheute sie sich, aber je länger ich wartete umso größer wurde ihr Appetit, weshalb sie sich dann doch traute die Leckerli zu nehmen. ,,Braav.'',lobte ihre Besitzerin und ich begann anschließend langsam ihre Hufe zu kontrollieren. Bis auf ein wenig gewuchertes Sohlenhorn waren ihre Hufe also in einwandfreiem Zustand. Vorsichtig nahm ich also mein Hufmesser zur Hand und machte einen kleinen Probeschnitt, um zu sehen wie viel Horn weg gehörte. Dieses nahm ich dann auch herunter und schnitt noch ein bisschen ihren Strahl zurecht, sodass ihre Hufe wieder tip-top waren.
      Dann verabschiedete ich mich auch schon von ihr und es ging weiter zu Backup. Auch sie war ein eher schüchternes, aber neugieriges Pferd. Doch nachdem ich mir ein wenig Vertrauen verschafft hatte, ließ sie sich problemlos ihre Hüfchen kontrollieren und anschließend auch ausschneiden. Bei ihr korrigierte ich zusätzlich ganz leicht etwas ausgebrochenes Horn am linken Hinterbein. ,,Da dürfte sie wohl irgendwann mal an etwas hartes gekommen sein. Könnte aber auch wegen der Hitze sein - ist aber kein großes Problem.'',erklärte ich noch. Dann ließ ich mir auch die süße Vollblutstute in Schritt und Trab vorführen, wobei ich keine anderen Probleme erkennen konnte.
      Die nächste war Kagami el Assuad; Kagami genannt. Samantha hatte mich bereits etwas vorgewahnt, dass sie vielleicht ein wenig herumtänzeln würde und eine sehr temperamentvolle Stute ist. Dies fiel mir natürlich auch gleich von Anfang an auf. Allein schon die Art wie sie dastand und ihren Kopf hielt. Ein sehr beeindruckender Anblick, wenn ich ehrlich bin. Erstmals wollte ich sie mir auch in Schritt und Trab ansehen. Sehr schön. Auch sie lief nicht lahm und zeigte auch sonst keine Taktunreinheiten. Anschließend half mir ihre Besitzerin noch dabei, dass sie mir ihre Beine gab und halbwegs ruhig stand. Dies fiel ihr eher schwer, was allerdings natürlich bei Rennpferden keine Seltenheit war. Bei ihr musste ich nichts wirklich korrigieren. Dennoch schnitt ich sie aus, damit sie dann nicht in ein oder zwei Wochen doch lahm laufe. ,,Das lief ja dann doch besser als erwartet.'',meinten wir Beide und entließen Kagami wieder in ihre Box.
      Und nun ging es zu Amayyas. Der hübsche Berberhengst beachtete mich zuerst gar nicht wirklich. Beim Vorführen an der Hand zeigte er ebenfalls wie meine vorherigen 'Patienten' keine Auffälligkeiten. Außer natürlich, dass er seine GGA sehr ausdrucksstark zeigte. Wie es sich für einen Hengst nunmal gehörte. Bis dahin lief alles gut, doch dann wollte ich, dass er mir sein Bein gab, was er erst wirklich nicht tun wollte. Er weigerte sich strickt - zeigte sich stur. Erst als Samantha nachhalf, ließ er sich überzeugen und ich konnte seine Hufe kontrollieren. Dabei versuchte er zwar einige Male sie weg zu ziehen - ansonsten aber lief es gut und ich konnte auch seinen Strahl schön zurecht stutzen und seine Sohle gut in Form bekommen. ,,Guuter Junge.''
      Last but not least - Damon's Dynamo, ein außerordentlich gut gebauter und sportlicher Traber. Er zeigte sich sofort sehr aufgeschlossen und interessiert an mir und was wohl gleich passieren würde. Zuerst führte seine Besitzerin ihn also aus dem Stall, wo sie ihn vor meinen prüfenden Augen Schritt führte und anschließend vortraben ließ. Wow - was für ein Pferd. Brav ging es dann wieder in die Stallgasse, wo ich mir seine Hufe ansah. Er machte das wirklich vorbildlich. Gab jedes Bein sofort her und zog es nicht weg, bis man es wollte. Seine Hufe waren, wer hätte es bei dieser tollen Pflege erwartet, in einem perfekten Zustand. Dennoch schnitt ich ihn ein bisschen aus. Eine Korrektur war allerdings nicht notwendig.
      Damit war meine Arbeit auch schon getan und ich verabschiedet mich, ehe ich das Gestüt verließ.
    • Sammy
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      Tierärztliche Kontrolle - von Eddi
      13. August 2015

      "Wenn sie das geschafft haben, sind sie offiziell bereit", meinte ich grinsend zu Sammy, die hibbelig von einem Bein auf das andere sprang. Heute war ich da, um ihre drei Stuten noch tierärztlich zu untersuchen, ehe es dann auf die Körungen gehen würde. Ich drückte allen dreien natürlich fleißig die Daumen und war mir ziemlich sicher, dass sie ihre Körung mit Bravour bestehen würden. Doch vorher brauchten sie noch die Vorsorgeuntersuchung und die aktuellen Impfungen. Spontan begannen wir mit Kagami El Assuad. Auf die Vollblutstute war ich besonders stolz, immerhin war sie eine Nachkommin von Khiara und machte ihrer Mutter auch alle Ehre. Ich begann mit der Untersuchung von Augen und Zähnen. Danach hörte ich Kagamis Herz und Lunge ab, ehe ich auch die Darmgegend abhorchte. Nun wurde sie mit gekonnten Handgriffen vom Genick an abgetastet, ehe ich noch die Körpertemperatur kontrollierte und dann bereits die erste Impfung aufzog. Sie wurde gegen Influenza und Herpes geimpft. Beides hielt Kagami tapfer aus und nachdem dann auch die Wurmkur geschluckt war, durfte sie gehen. Als nächstes war Levistino's Hope an der Reihe. Sie war von meinem Besuch nicht sonderlich angetan, benahm sich aber trotzdem einigermaßen und hielt still. Auch sie untersuchte ich, hörte sie ab und tastete sie ab. Danach gab es erneut die zwei Impfungen und die Wurmkur und die zweite im Bunde war fertig. Nun war also nur noch Backup an der Reihe. Die Vollblutstute benahm sich besser als gedacht und ließ sich brav abtasten und abhören. Nur vor den Spritzen zuckte sie zurück, aber die hatten wir dennoch schnell geschafft, nur noch die Wurmkur und meine Arbeit hier war getan.
    • Sammy
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      Trainingsbericht - Springen E-A
      10. September 2015

      "Kagami, nein!", sagte ich laut, als die Stute sich zum wiederholten Mal streckte, um Ace of Spades, die neben ihr angebunden war, zu beißen. Sie kam zwar nicht an das ältere Rennpferd heran, doch Ace wurde langsam ungeduldig. Und ich ganz nebenbei auch. Kagami el Assuad, wie meine hübsche Palominostute mit vollem Namen hieß war inzwischen im Rennen und auch in der Dressur bis Klasse S trainiert, benahm sich zuweilen aber immernoch wie ein verrücktes rohes Wildpferd. An solchen Tagen reagierte sie kaum auf Hilfen, war störrisch und biestig und konnte einen -vorrangig mich - zur Weißglut treiben. Da ich heute mit unserem Springtraining beginnen wollte, war ich nicht gerade begeistert, dass Kagami so aufgelegt war. Ich ruckte einmal am Anbindestrick und kassierte dafür von der jungen Stute einen missbilligenden Blick. Kagami hasste es wie die Pest zurechtgewiesen zu werden.
      "Tja meine Liebe, benimm dich einfach, dann brauche ich so etwas auch nicht machen!", sagte ich streng zu ihr. Meg, die gerade Ace of Spades putzte, grinste nur in sich hinein. Ihr Liebling Backup war bereits körfertig und sie war heilfroh, dass sie mir bei Kagami nicht helfen musste. Die Stute sollte nämlich noch in diesem Monat bei der zweiten SK - der für Warm- und Vollblüter antreten und ich setzte große Hoffnungen in sie. Solange Kagami sich benahm, würde die Körung sicherlich ein voller Erfolg werden. Wenn nicht blieb abzuwarten, wie sie sich schlug.
      Ich putzte Kagami so schnell wie möglich fertig und sattelte die unruhige Stute anschließend auf. "Meg, kommst du rüber zum Springplatz, wenn du mit Ace fertig bist? Ich fürchte, heute werden so einige Stangen fallen.", bat ich meine Angestellte, bevor ich Kagami losband und die Stute zum Springplatz führte. Kagami tänzelte neben mir her, wölbte stolz den goldenen Hals und sprang ab und an einfach so in die Luft. Schon nach wenigen Metern tat mir der Arm weh und ich war heilfroh, als wir endlich auf dem Springplatz ankamen. Da Kagami mittlerweile wenigstens gelernt hatte, dass es rein gar nichts brachte, wenn sie beim Aufsitzen herumhampelte, kam ich ohne Probleme in ihren Sattel und konnte mich zurecht setzen. Auch im Schritt und Trab benahm sich Kagami zu meiner großen Überraschung tadellos.
      "Na, sieht doch aus, als würde es super laufen!", vernahm ich Meg`s Stimme vom Zaun. Hilflos schüttelte ich den Kopf: "Ich habe keine Ahnung. Der Weg hierher war furchtbar und plötzlich benimmt sie sich, als hätte man einen Schalter umgelegt."
      Meg grinste und stützte die Arme auf dem Zaun ab, um uns zuzusehen, bis ich sie brauchte. Ich galoppierte Kagami locker an und konnte mein Glück immer noch nicht fassen. Die Stute benahm sich wirklich einwandfrei. Ich parierte sie wieder zum Trab durch und auch das klappte, bis auf ein kurzes Kopf-hoch-werfen. Dann ließ ich sie über Trabstangen und zwei kleine Cavaletti gehen. Erst im Anschluss daran, wagte ich es, auch nur an den Parcours zu denken. Auf dem Platz standen sieben bunte Hindernisse, darunter auch zwei zweifache Kombinationen. Außerdem gab es einen 2,50 Meter breiten Wassergraben. Die maximale Höhe betrug 1,10 Meter und die maximale Weite 1,25 Meter. Ich galoppierte Kagami locker auf das erste Hindernis - einen Steilsprung zu. Wir hielten den perfekten Abstand ein und flogen in toller Manier über den Sprung hinweg. Ich merkte wie sich ein Grinsen in mein Gesicht stahl, doch im nächsten Moment krallte ich mich bereits in Kagami`s lange weiße Mähne, da die Stute den Kopf hochgerissen hatte und über den Platz auf das nächste Hindernis - einen Oxer - zuraste. Ich setzte mich zurück und versuchte Kagami zum Abwenden zu bewegen, doch die Stute ignorierte mich wiedereinmal meisterhaft, ganz so, als wäre ich überhaupt nicht auf ihrem Rücken. Ich atmete tief durch und zog dann zweimal hindereinander ruckartig am Zügel. Wieder riss Kagami ihren hübschen Kopf hoch, verlangsamte aber gott sei dank ihr Tempo. Trotzdem war es zu spät, um vor dem Oxer noch abzuwenden. Ich machte mich auf den Sprung gefasst und schon flogen wir darüber hinweg. Direkt nach der Landung zog Kagami die Notbremse und wirbelte dann über die rechte Schulter herum. Ich wäre bereits bei dem Halt fast aus dem Sattel geschleudert worden, doch die plötzliche Drehung gab mir den Rest und ich landete unsanft auf dem Boden. Im nächsten Augenblick kam auch schon Meg angerannt, doch ich schüttelte nur mit schmerzverzerrtem Gesicht den Kopf und deutete in Kagami`s Richtung. Es wäre eine Katastrophe, wenn die junge vielversprechende Stute in ihre Zügel treten und stürzen würde. Meg lief Kagami hinterher und kam gleich darauf mit der Stute im Schlepptau wieder. Ich hatte mich mittlerweile vorsichtig aufgesetzt und hörte in mich hinein. Es war zwar ein recht heftiger Sturz gewesen, doch zum Glück hatte ich mich nicht verletzt. In meinem Fuß pochte es unangenehm, das war aber auch schon alles. Langsam stand ich auf, richtete die Steigbügel und schwang mich in den Sattel. Meg sah besorgt zu mir auf und hielt Kagami immer noch am Zügel.
      "Bist du dir ganz sicher, dass du weiter machen kannst? Das sah ganz schön schmerzhaft aus.", fragte sie. Ich nickte und meinte: "Ich muss Kagami auf die Krönung vorbereiten. Wenn sie sich Mühe gibt, ist sie soweit. Das weiß ich einfach. Auch wenn ich es überhaupt nicht gern tue, ich werde sie von nun an wohl tatsächlich ein wenig härter anpacken müssen. Sonst wird sie zu einer Gefahr für mich und für sich selbst." Meg nickte zustimmend und trat dann zurück, um uns den Weg frei zu machen. Ich nahm die Zügel auf und galoppierte Kagami aus dem Stand weg an. Anstatt sie jedoch wieder über eines der Hindernisse springen zu lassen, lenkte ich sie daran vorbei und ritt alle paar Schritte Galopp-Schritt und Galopp-Trab-Übergänge, um die Aufmerksamkeit der Stute bei mir zu halten. Sobald Kagami Unsinn machte, verstärkte ich meine Hilfen und setzte auch die Zügel mehr ein, als ich sonst tat. Als Kagami schließlich durchlässiger wurde und den Kopf von sich aus runternahm, wagte ich einen Neustart und ritt wieder auf den ersten Steilsprung zu. Wieder übersprangen wir ihn in perfekter Harmonie und wieder versuchte Kagami mir danach durchzugehen. Diesmal war ich jedoch besser vorbereitet und ruckte sofort am Zügel, um die Stute dann zu einer Volte abzuwenden. Sie schüttelte zwar den Kopf, fügte sich dann aber meiner Anweisung, sodass wir problemlos über den Oxer kamen. Bei der dahinter liegenden zweifachen Kombination klappte alles reibungslos, da Kagami hier sowieso kein Tempo aufnehmen durfte, um den Steilsprung nicht zu reißen. Nun kam der überbaute Wassergraben, vor dem ich am meisten Angst hatte, da ich Kagami davor antreiben musste. Die Stute nahm bereitwillig Tempo auf, doch ich ließ sie nur so schnell werden, dass ich sie noch unter Kontrolle hatte, sodass wir es tatsächlich über den Sprung schafften. Allmählich wurde das aufgedrehte Vollblut auch ruhiger und ich konnte mich wieder ein wenig mehr auf den Parcours konzentrieren. Wir setzten ohne Schwierigkeiten über die nun folgende Tripplebarre, dann ging es in die nächste zweifache Kombination, die aus Steilsprung und Oxer bestand und zum Schluss wartete eine Mauer auf uns. Kagami war zwar immer noch sehr flott unterwegs, aber immerhin gehorchte sie nun meinen Hilfen, auch ohne dass ich härter durchgreifen musste. Wir beendeten den Parcours positiv und ich wusste genau, dass Kagami el Assuad noch viel mehr Potential hatte. Irgendwie würde ich ihr Temperament schon noch in die richtigen Bahnen lenken. Vielleicht ergab sich das aber auch erst mit dem Alter. Viele meiner Vollblüter waren mit den Jahren sehr viel umgänglicher und ruhiger geworden. Jedenfalls hatte Kagami nun den Aufstieg in die Klasse A des Springreitens geschafft und trotz des Patzers am Anfang war ich sehr stolz auf mein Palominostütchen.
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  • Album:
    Blitzstarter
    Hochgeladen von:
    Sammy
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    26 Mai 2016
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  • Kagami el Assuad

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    [jap.: Spiegel von Assuad]
    Spitzname: Kagami

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    ~ Abstammung ~
    Von: Pawaneeh
    V: Cataract

    VV: Shirocco xx
    MV: Nushin
    M: Delta Queen
    VM: Solo xx
    MM: Desecration Smile xx

    Aus der: Khiara El Assuad
    V: El Jamarico
    M: Kashida El Assuad

    --------------------------------------------------

    Rasse: Englisches Vollblut
    Geschlecht: Stute
    Geburtsdatum: 11. März 2012
    Stockmaß: 1,71 m
    Fellfarbe: Palomino
    Kopfabzeichen: Laterne
    Beinabzeichen: 4x weiß gestiefelt

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    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Kagami el Assuad ist eine neugierige, verspielte Stute, die oft versucht, ihren eigenen Kopf durchzusetzen. Die junge Palominostute stammt von Khiara el Assuad und Pawaneeh ab und bringt damit die besten Voraussetzungen mit, einmal ein erfolgreiches Rennpferd zu werden.
    Kagami ist sehr temperamentvoll und braucht ihre tägliche Bewegung, wie die Luft zum Atmen. Außerdem ist Kagami ein wenig eigen, was ihre Zuneignung betrifft. So ist die Stute meist höflich und verschmust zu Menschen und Pferden die sie mag, hat aber auf der anderen Seite genauso starke Abneigungen gegen jene, die sie nicht mag.
    Die Palominostute hat die Beherztheit ihrer Mutter und die weichen, fließenden Gänge ihres Vaters geerbt und ist somit wohl vor allem für den Galoppsport und das Dressurreiten interessant. Ob sie auch eine Begabung fürs Springreiten besitzt, wird sich noch zeigen.
    In jedem Fall ist Kagami El Assuad jedoch eine Stute, die man sich schon einmal merken sollte!

    --------------------------------------------------

    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: ///
    Ersteller: Occulta
    Vkr:
    Occulta

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    ~ Qualifikationen ~
    Dressur:
    S
    Springen: A
    Military: A
    Rennen: S***
    --------------------------------------------------
    ~ Schleifen ~

    Gewinnerin der SK[432] Warm- und Vollblüter


    1. Platz beim 299. Galopprennen
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    3. Platz beim 302. Galopprennen
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    2. Platz beim 323. Dressurturnier
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    2. Platz beim 219. Militaryturnier

    1. Platz beim 463. Galopprennen
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    2. Platz beim 466. Galopprennen
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    2. Platz beim 467. Galopprennen
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    1. Platz beim 469. Galopprennen
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    3. Platz beim 471. Galopprennen
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    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig:
    ja
    Nachkommen: ///
    Geschwister: ///​