Sammy

Jeune Mariée

Trakehner | Stute | 4 Pkt | DR: E (0) | SPR: E (0) | MIL: E (0)

Jeune Mariée
Sammy, 2 Mai 2019
Zaii gefällt das.
    • Sammy
      [​IMG]
      Berichte aus Marie's Zeit bei Sadasha auf Caenheide
      03. Februar 2019 | von sadasha
      Darlington & Jeune Mariée
      Eine willkommene Abwechslung zum eher langweiligen Gestütsalltag außerhalb der Saison war die Ankunft von Darlington. Die Trakehnerstute kam aus Irland und heute fuhr endlich der Trailer auf den Hof. Zusammen mit anderen Händlerpferden wurde sie bis nach Deutschland zum schönen Niederrhein transportiert. Freudig begrüßte ich den Fahrer, der meine Freude leider nicht so recht teilen konnte. Er hatte eine lange, anstrengende Reise hinter sich und verstand nicht viel von unserer Sprache. Ich fragte ihn mit Händen und Füßen das Gesagte unterstreichen, ob ich ihm einen Kaffee anbieten konnte, bevor er weiterfuhr. Sein Gesicht erhellte sich, als ich ihm seine Thermoskanne mit frischem, starken Kaffee gefüllt zurückbrachte. 'Wieder ein Mensch mehr glücklich', dachte ich zufrieden lächelnd. In der Zwischenzeit hatte Leon Darlington abgeladen und in ihre frisch gemachte Box gebracht. Wir hatten leider keinerlei Informationen über ihr bisheriges Training, geschweige denn über ihren Futterplan. Wir hofften daher, dass sie unser Futter gut annehmen würde. Wenigstens hatte sie Papiere vom Züchter dabei, über die wir Rückschlüsse ziehen konnten auf ihren Charakter und ihr Potential. In wieweit ihr Vorbesitzer das ausgeschöpft hatte würden wir in Zukunft austesten. Erstmal durfte die Silver Stute ankommen, etwas futtern und trinken und sich mit ihren Boxennachbarinnen bekannt machen. Auch auf der Weide stand sie vorerst alleine. Eine Quarantänezeit, die wir zur Vorsicht mit allen Neuankömmlingen durchliefen. Sicher ist sicher, denn es würde uns zu viel Zeit, Geld und Energie kosten, wenn sich gleich mehrere Pferde bei einem kranken Neuzugang ansteckten. Darlington wirkte aber gesund und munter und vertrat sich in ihrer neuen Box die Beine, bis ich endlich Zeit fand um sie herauszunehmen und etwas herum zu führen. Ein paar Tage lang musste sie sich mit Spaziergängen und Einzelhaltung vergnügen, bis wir sie richtig in unseren Alltag einbanden. Ein Tierarzt würde sie vorher noch einmal durchchecken und auch der Hufschmied sollte einen Blick auf sie werfen. Es war alles in bester Ordnung. „Bald meine Hübsche.“, flüsterte ich in ihr Ohr, während ich sie putzte. „Bald darfst du zeigen, was du kannst...“

      Ein weiterer Neuzugang kam nur wenige Tage nach Darlington an: Jeune Mariée. Meine kleine Marie! Endlich durfte sie bei uns einziehen. Ich hatte auf diesen Tag hingefiebert, seit ihrer Geburt. Die Anpaarung ihrer Eltern geschah auf meinen Wunsch hin und das Ergebnis war ein wunderbares Schimmel-Scheckfohlen und dann auch noch eine Stute. Ich hätte es mir nicht besser erträumen können. Begeistert stand ich in der Einfahrt und leitete den Fahrer des Gespanns auf den Hof, bis er schließlich mittig zum Stehen kam. Im Gegensatz zum Tranportfahrer aus Irland war Anton genauso fröhlich wie ich. Höflich begrüßte er mich und überreichte mit die Papiere. Wir sprachen noch kurz über deren Inhalte, er hatte sogar ein paar Fotos von der Kleinen beigelegt. Dankbar lächelte ich ihn an und brachte sie direkt ins Büro. Auf gleichem Weg holte ich auch für Anton eine Tasse Kaffee. „Ich weiß nicht wie viel Zeit du hast?“, sagte ich fragend und musterte ihn, wie er konzentriert auf dem Smartphone herumtippte. Als er aufsah lächelte er gleich wieder. „Für einen Kaffee habe ich stets ein bisschen Zeit.“, entgegenete er und nahm die Tasse an. Nach wenigen Schlücken luden wir Marie aus und brachten sie in ihre neue Box, ganz in der Nähe von Darlington. „Schön habt ihr es hier.“, bemerkte Anton, der schon die ganze Zeit überlegte was er erzählen könnte. Ich nickte höflich. „Danke, wir geben unser Bestes den alten Teil des Hofes in Schuss zu halten.“ Anton lächelte breit und begann über die Instandhaltung alter Gebäude zu quasseln, als sei es eine ganz besondere Leidenschaft und Kunst für sich. Gut eine halbe Stunde fesselte er mich in seinen Monolog, ehe er auf die Uhr sah und bemerkte, dass er längst auf dem Rückweg sein sollte. Trotz der Eile verabschiedete er sich noch ausgiebig und stieg dann in seinen Wagen und fuhr vom Hof. Ich brachte die beiden, mittlerweile leeren, Kaffeetassen zurück in die Küche und stellte sie in die Spülmaschine. Leon kam gerade rein, als ich zurück in den Stall gehen wollte. „Muss ich mir jetzt Sorgen machen? Ihr habt ganz schön lange gequatscht.“ Stirnrunzelnd taxierte er mich. Ich jedoch lachte. „Das war kein Gespräch, das war ein Vortrag. Wenn du ihn kennen würdest, wüsstest du was ich meine. Er ist nett, aber nicht mein Typ. Ich mag lieber eine etwas ruhigere Variante. Keine Sorge.“ Ich drückte meinem Mann einen Kuss auf und quetschte mich dann an ihm vorbei um zurück in den Stall zu huschen und meiner Arbeit nachzugehen.

      06. März 2019 | von sadasha
      Eine entspannte Zeit war es aktuell auf dem Caenheide Gestüt. Die Turniersaison war vorbei und würde erst in ein paar Monaten wieder beginnen, keine Stute war für das kommende Jahr gedeckt und so bestand die tägliche Arbeit darin den Betrieb in Stand zu halten. Ein wenig auf den Kopf stellte uns das ganze nur die Ankunft gleich zwei neuer Schützlinge. Darlington, war eine besondere Trakehner Stute aus Irland, die wir durch Zufall beim Stöbern durch Verkaufsanzeigen gefunden hatten. Jeune Mariée hingegen war Franziskas wahr gewordener Traum eines bunten Trakehnerfohlens. Die beiden Stuten kamen in der gleichen Woche, nur wenige Tage versetzt auf dem Hof an und lebten sich derzeit ein. Die Quarantäne Zeit war bald vorüber und dann würde kein Zaun mehr bei der Kontaktaufnahme mit den Koppelfreunden stören. Franziska verbrachte viel Zeit damit ihr Stutfohlen einfach nur zu beobachten, das Fohlen ABC abzufragen. Immer wieder erinnerte ich sie daran, dass es auch noch andere Pferde auf dem Gestüt gab, die sich über ihre Zuneigung freuen würden. So widmete sie sich auch den anderen Jungpferden. Devotion, General und Pensive Cuddlepot waren bald bereit für die ersten Schritte in Richtung Beritt. Es war erschreckend wie groß die drei nun schon waren. Phoebe gesattelt und beritten zu sehen, brachte uns jedes Mal ins Staunen. Extra Sugar war da noch eine ganze Ecke kleiner, verspielter und unberechenbarer. Die Jüngste auf dem Gestüt, neben Marie. Gedankenversunken stand ich neben May Bee und verlas ihren dichten Schweif. Meine Frau konnte ich durch das offene Stallfenster bespitzeln. Sie lief draußen hin und her um die Koppeln ohne automatische tränken mit Wasser zu versorgen. Als ich meine Stute fertig geputzt und schon aufgesattelt hatte kam Franziska auf die Stallgasse und sah mich mit weitem Blick an. „Was ist los?“, fragte ich, unsicher darüber was sie wohl schockierte. Sie hob eine Hand um mir Einhalt zu gebieten. „Warte einen Moment, ich komme mit S'Cada mit!“ Hektisch wandte sie sich um und entspannte sich just in dem Moment, als sie sah, dass S'Cada mit Abschwitzdecke in ihrer Box stand. Das Putzen würde so ein wenig schneller gehen. Lächelnd beobachtete ich das Prozedere und kraulte May Bee an Hals und Schulter. Irgendwann fand ich genau den Punkt, der die Fuchsstute dazu brauchte sich lang zu strecken, den Kopf zu senken und das Gesicht zu einer lustigen Grimasse zu verziehen. Als sie dann auch noch anfing zu stöhnen lachte ich und hörte kurz auf. Enttäuscht wandte May Bee den Kopf zu mir um. Auch Franziska hielt kurz inne, ging dann jedoch in die Sattelkammer. Keine zehn Minuten später ritten wir uns in der Halle warm. Wir blieben nicht lange hier. Kaum waren die beiden Stuten warm ging es raus ins Gelände. Wir ritten bis hoch zum Wald und suchten die Wege aus, die noch trocken genug waren, damit wir das Tempo ab und an erhöhen konnten. Für S'Cada und May Bee war das am Ende des Ritts eine gelungene Trainingseinheit. Wir bewegten den Rest des Tages noch Vakany und Corde de la cerise. Die übrigen Pferde hatten heute frei und würden morgen bewegt werden. Wir ließen den Abend mit einem gemeinsamen Essen ausklingen und gingen dann ins Bett.
      Der nächste Morgen begann mit viel Sonne und entsprechend guter Laune. „Hengsttag.“, beschloss Franzi beim Frühstück. „Erst der Senior?“, schlug sie vor und funkelte mich begeistert an. Ich nickte und bereitete mich in Gedanken auf eine Springstunde mit Red Diamond vor. Er war der älteste Hengst auf dem Hof und lief keine Wettbewerbe mehr. Ab und an gab es noch Interessenten für einen Natursprung, doch er hatten hier ein weitestgehend ruhiges Leben und durfte bei uns bleiben, bis es irgendwann zu Ende geht. Nach dem Senior schnappten wir uns Cadeau und Ostid OC. Die zwei ritten wir in der Reithalle, wo wir abermals auf unsere Trainer trafen. Deo Volente und Sacred Assault wurden von ihnen gerade gearbeitet. Die Hengste verstanden sich nur minder gut und wir gingen uns so gut es ging aus dem Weg. Alltag im Umgang mit Hengsten, sie mussten trotzdem lernen auch bei Anwesenheit anderer Pferde, egal welchen Geschlechts, bei der Sache zu bleiben und ihren Job zu machen. Auch Focus war davon nicht ausgenommen, wenngleich er noch so jung war, dass wir nicht allzu viel erwarteten. Überraschender Weise arbeiteten heute vor allem diese beiden besonders fleißig mit und ließen sich nicht irritieren. Wir machten nach den eher eintönigen Trainingseinheiten auf Halle und Platz einen gemeinsamen Ausritt mit Thaurissan und Golden Samurai. Zwei Hengste, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Wir genossen die warme Sonne auf unseren Gesichtern und setzten nicht viel daran die Pferde zum arbeiten zu bekommen. Der leichte Wind machte den fast schon frühlingshaften Tag perfekt. Zumindest solange, bis sich unter die rauschenden Geräusche der Umgebung auch ein klägliches Jammern mischte. „Hörst du das?“, flüsterte Franziska und sah mich mit besorgter Miene an. Wir hielten die Hengste an und versuchten das Klagen zu orten. „Da!“, rief Franziska und deutete auf den Feldgraben. Ein sich bewegendes Bündel lag dort im Dreck. Wir stiegen ab und nahmen die Pferde mit, die uns nur unsicher folgten. Das Bündel war eine Leinentasche. Darin wuselten drei kleine Katzen. „Wer tut so etwas?“, fragte Franziska enttäuscht und nahm die Kätzchen eins nach dem anderen hoch. Sie waren dreckig und verschnupft. „Leg sie zurück in die Tasche, dann können wir sie einfacher transportieren.“, bestimmte ich und Franziska folgte meinem Rat. Wir machten uns sofort auf den Heimweg. Samurai war zum Glück ein wenig entspannter als Thaurissan, was das merkwürdige Bündel betraf. Ruhig ließ er sich führen und schnupperte ab und an an den Kätzchen, wenn sie besonders laut Maunzten. Mein brauner Hengst hingegen spielte sich ab und an so sehr auf, dass ich lieber ein paar Meter hinter meiner Frau ging. Ich konnte es dem Hengst nicht verübeln. Es sah merkwürdig aus, wenn sich die Katzen in dem Beutel hin und her bewegten, das könnte auch ein besonders agiles Alien sein! Zu Hause angekommen legten wir die Katzen in einem Wäschekorb ab und sattelten unsere Pferde ab und brachten sie in ihre Boxen. Erst dann schickte ich Franziska los mit den Katzen zum Tierarzt zu gehen und danach ins Tierheim. Ich kümmerte mich in der Zwischenzeit um Punchdrunk, Emrys und Thornheart. Die drei Reitponyhengste ritt ich nicht, ich steckte sie in die Führanlage und blieb dann mit meiner Frau über das Smartphone in Kontakt. Sie war so aufgeregt, schaltete sofort Anzeigen im Internet ob jemand die Katzen vermisste. Doch es war unter diesen Umständen recht eindeutig, dass die Katzen ungewollt waren. Man hatte sie ausgesetzt. Immer wieder fragte Franziska was für Menschen so eine Tat vollbrachten, wohlwissend, dass die Kätzchen auch hätten sterben könnten. Sie vergoss in der Nacht einige Tränen darüber und dachte sich viel zu sehr in die Materie hinein. Tröstend streichelte ich ihr über den Rücken und sagte gar nichts dazu. Egal was ich gesagt hätte, es wäre nicht richtig gewesen oder hätte die bösen Gedanken nur vertieft. „Ich möchte sie alle behalten, wenn sie überleben.“, beschloss Franzi. Auch das ließ ich unkommentiert. Wir würden noch genug Zeit haben diese Überlegung zu diskutieren, doch jetzt war dafür der falsche Zeitpunkt. Ich kümmerte mich am Tag darum meine Frau mit Arbeit abzulenken. Ich suchte für sie die Ponys aus, mit denen sie arbeiten sollte und ritt selbst ein paar der Großpferde. Am Ende waren Hibiskus, Pleasing und Eismärchen von ihr beschäftigt worden. Ich hingegen hatte mich um Stracciatella, Aphedril und Thavila gekümmert. Die Trainer hatten Arcany am Morgen gearbeitet. Nachmittags hatten sie dann Estrada Dourada und Senda Oscura rausgenommen. Die beiden Morganstuten waren auch für sie eine Herausforderung und Spaß zugleich. Wir hatten ihnen beigebracht wie sie mit ihrer zusätzlichen Gangart zu reiten waren und sie nutzten jede freie Minute um mit ihnen zu üben. Franzi und ich verbrachten den Nachmittag damit uns um die Kätzchen zu kümmern. „Das ist eine prima Vorbereitung auf eigene Kinder.“ Franziska schmunzelte und lächelte mich vielsagend an. „Ich dachte die Pferde sind unsere Kinder, reicht das nicht?“, fragte ich feixend. Ich sah ihr an, dass sie überlegte eine Diskussion zu starten, doch sie ließ es bleiben. Es hätte die Stimmung zu sehr gedrückt und deshalb bin ich ihr dankbar. Sie ließ mir die Zeit, die ich brauchte. Eigene Kinder waren ein großer Schritt, vor Allem wenn man nebenbei einen Betrieb führen musste. Konnten wir das überhaupt stemmen? Zeitlich? Vielleicht irgendwann, doch nicht jetzt, nicht in nächster Zukunft. Wenn mehr Personal da ist, die Einnahmen stabil sind. Kurz: Wenn der Betrieb auf einer stabilen Basis steht.
    • Sammy
      [​IMG]
      Kunterbunte Neuzugänge
      Ankunft von Jeune Mariée, Little Miss Backyard, PFS' Storm Cat & Cadeau
      14. Juli 2019
      "Sammy! Sammy, komm mal schnell her!", schallte die aufgeregte Stimme von Ana, meiner neusten Angestellten durch den Stall. Die junge Russin hatte sich perfekt ins Team eingefügt und war mir inzwischen eine gute Freundin geworden. Grinsend trat ich in mein Büro, wo Ana mit der Nase an meinem PC-Bildschirm klebte. "Was ist denn los?", fragte ich neugierig. Ana riss sich vom Bildschirm los und deutete mit großen Augen auf den PC. "Hier sind grade zwei Verkaufsanzeigen aufgetaucht und die Leute rasten völlig aus. Ich glaube du hast die beiden Gestüte auch schon mal erwähnt.", erklärte Ana. Ich schob sie zur Seite und sah mir die erste Anzeige an. Sie war von dem Gestüt Caenheide in Deutschland. Dort war ich schon des Öfteren gewesen, um Pferde zu trainieren. Außerdem hatte ich meine geliebte Rappstute Leveneza von dort. "Die verkaufen ja fast all ihre Pferde! Was da wohl los ist?", überlegte ich überrascht. Ich wusste, wie sehr Franziska an ihren Pferden hing und fragte mich, ob bei ihr und ihrem Bruder alles in Ordnung war. Dennoch sah ich die Bilder der Verkaufspferde durch. Schnell vermerkte ich mir einen bildschönen Trakehnerschecken namens Cadeau und das Stutfohlen Jeune Mariée. Cadeau stammte von Cor de la Bryére ab und Mariée war mir schon bei meinem letzten Besuch auf dem Gestüt aufgefallen. Sie war eine Urenkelin meines Tophengstes Levistino, in auffallender Falscheck-Jacke. Ich griff zum Höhrer und rief Franziska an. Glücklicherweise war der Zeitunterschied von Deutschland und England ja nicht allzu groß. Bereits nach dem zweiten Klingeln nahm Franziska ab. "Hey du, Sammy hier. Ich hab grade deine Anzeige gelesen. Ist alles in Ordnung bei euch?", fragte ich. "Oh hi Sammy! Bei uns ist alles okay, aber das Gestüt wird uns zu viel. Bei Lars und mir ändert sich gerade einfach so viel, dass wir den vielen Pferden nicht mehr gerecht werden können. Du hast doch bestimmt Interesse an einigen oder? Wir werden gerade mit Verkaufsanzeigen überschüttet, aber mir wäre es natürlich lieb, wenn die Pferde an Leute gehen, die ich kenne.", erklärte Franziska. Also bekundete ich mein Interesse an Cadeau und Jeune Mariée und freute mich riesig, als Franziska einwillige, mir die beiden zu einem lächerlichen Preis zu verkaufen. "Uns kommt es vor allem darauf an, unsere Lieblinge in gute Hände zu geben. Vielleicht darf ich sie ja irgendwann mal besuchen kommen, wenn wieder etwas mehr Zeit ist?", fragte Franziska zögerlich. "Aber natürlich. Du kannst jederzeit vorbeikommen und vielleicht sehen wir uns ja auch mal auf dem ein oder anderen Turnier. Für immer werden die Pferde dich bestimmt nicht los.", sagte ich lächelnd. Wir beendeten das Gespräch und Ana viel mir quietschend um den Hals. "Wir bekommen die beiden, ja?", fragte sie.
      Ich nickte nur und öffnete die zweite Anzeige. Denn nun war ich doch sehr gespannt darauf, was noch kommen sollte. Ich staunte nicht schlecht, als ich den Namen "BearBrook ec" las. "Das gibt's doch nicht. Hunter auch?". Auch auf dem BearBrook ec war ich schon häufig gewesen, um Hunter's Pferde zu trainieren. Beim Durchsehen der Pferde verliebte ich mich sofort in eine wunderschöne Pintaloosa-Stute, die Pharlap in ihrer Ahnenlinie aufweisen konnte. Sie machte einen aufgeweckten Eindruck und wanderte sofort auf meine Liste, auch wenn sie noch keine Erfolge gesammelt hatte. Dann war da noch PFS' Storm Cat. Ich hatte die junge Stute schon bei zwei Rennen laufen gesehen und war begeistert von ihrem Temperament. Außerdem stammte sie von Pineforest Stable und ich träumte schon ewig davon, endlich einmal ein Englisches Vollblut aus Occulta's Zucht zu ergattern. Auch Hunter ging flott ans Telefon und über Little Miss Backyard waren wir uns innerhalb von zwei Minuten einig. Bei Storm Cat zögerte der junge Mann. "Ich gehe mal davon aus, dass Occulta sie gern zurück haben möchte. Aber du kannst sie natürlich gerne fragen. Falls sie einverstanden ist, darfst du das Kätzchen gerne auch zu dir nehmen. Aber Sammy? Es ist recht dringend, also wäre es toll, wenn du Backyard und eventuell Storm Cat schon diese Woche abholen könntest?", fragte Hunter. Ich bejahte selbstverständlich und wählte gleich Occulta's Nummer. "Hunter hat mir schon Bescheid gesagt, dass er viele Pferde abgibt. Hast du auch schon von Caenheide gehört? Aber um auf deine eigentliche Frage zurück zu kommen: Du kannst das Kätzchen gerne haben, ich bekomme sowieso einen ganzen Schwung Pferde zurück und bei dir hat sie es gut!". Ich konnte mein Glück kaum fassen und dankte Occu überschwänglich. Vier neue, absolut vielversprechende Pferde an einem einzigen Tag. Außerdem passten sie perfekt zum neuen Zuchtziel. Bei Hunter war besetzt, also schrieb ich ihm schnell eine SMS, dass ich Little Miss Backyard und Stormcat übermorgen abholen würde.

      ~*~

      Zwei Tage später war ich auf dem Weg zum BearBrook ec. Glücklicherweise dauerte die Fahrt nur zwei Stunden. Ana saß neben mir und starrte aufgeregt aus dem Fenster. Es war das erste Mal, dass sie mich zu einem Pferdekauf begleitete. Die Fahrt verlief ereignislos und so erreichten wir Hunter's Gestüt überpünktlich. Dennoch wurden wir sofort zu den Stallungen geführt. PFS' Storm Cat und Little Miss Backyard waren bereits auf Hochglanz geputzt worden. Nun banden zwei Pfleger die Vollblutstuten los und führten sie uns auf dem Hof vor. Da ich Storm Cat bereits kannte, wäre das bei ihr nicht nötig gewesen, doch Hunter mochte es, wenn alles nach einem festen Plan ablief. Storm Cat lief brav neben ihrem Pfleger her und trabte schwungvoll vor uns auf und ab. Ich zeigte Hunter lächelnd den erhobenen Daumen und Storm Cat wurde für den Transport vorbereitet, während Little Miss Backyard aus dem Stall geführt wurde. Missy, wie ich die Stute innerlich schon getauft hatte, war ein krasser Gegensatz zu Storm Cat. Während die Schimmelstute brav auf ihren Pfleger geachtet hatte, tänzelte Missy nervös auf der Stelle und schmiss den schönen Kopf in die Höhe. Nach zwei schwungvollen Schritten im Trab, machte sie einen Hüpfer zur Seite und ihr Pfleger hatte alle Mühe, die temperamentvolle Stute im Zaum zu halten. Nach zwei weiteren Runden, in denen Missy mehrere Bocksprünge vollführte und immer wieder zur Seite ausbrach, gab der Pfleger resigniert auf. "Sie hat ziemlich viel Pfeffer im Hintern. Aber mit der richtigen Ausbildung wird sicherlich trotzdem ein tolles Sportpferd aus ihr.", erklärte Hunter mir. Ich war absolut derselben Meinung. Immerhin würde Missy nicht das erste temperamentvolle Pferd auf meinem Gestüt sein und ihr Potenzial war deutlich zu erkennen.
      Eine Viertelstunde später waren die Verträge unterzeichnet, der Scheck ausgestellt und die Pferde verladen. Während Storm Cat wie ein echter Profi auf den Hänger gegangen war, hatte Missy einiges an Theater veranstaltet. Nun war mir auch klar, warum die junge Stute noch nicht auf Turnieren vorgestellt worden war. Aber daran würden wir nach und nach arbeiten und Missy dabei die Zeit geben, die sie brauchte.

      ~*~

      Gähnend stieg ich aus dem Auto und ging nach hinten zum Hänger. Ana war gerade losgezogen und holte Kaffee. Wir befanden uns auf der Fähre von Deutschland nach England und hatten die Trakehner Cadeau und Jeune Mariée dabei. Auf der Hinfahrt waren wir ewig im Stau gestanden, sodass es nun schon recht spät war. Ich wollte mit den beiden Pferden jedoch nirgendwo übernachten, also gab es nun Kaffee. Ich öffnete die Seitentür des Hängers und schlüpfte hinein. Cadeau schnoberte mich mit seinem samtenen Maul vorsichtig ab und ich strich ihm den schwarzen Schopf aus der Stirn. Der Hengst war ein absoluter Charmeur. Er wollte gefallen und war trotz seines jungen Alters sehr souverän. Das färbte auch auf das Jährlingsstütchen Jeune Mariée ab, die vollkommen ruhig neben ihrem ausgewachsenen Artgenossen stand. Mariée schien ein wenig gelangweilt, doch die Überfahrt dauerte ja zum Glück nicht allzu lang. Ich kraulte das Falbscheckfohlen am Widerrist und sah meine beiden Neuzugänge ganz verliebt an. Storm Cat und Missy hatten sich mittlerweile schon ein wenig eingewöhnt und Missy versuchte bereits meiner Vollblutstute Successful Dream ihren Rang streitig zu machen. Damit scheiterte sie bisher allerdings kläglich und ich behielt die beiden jungen Stuten gut im Auge. Ab nächster Woche wollte ich auch mit dem Training der Stuten beginnen. Gleiches galt auch für Cadeau und Mariée, falls sie sich bis dahin gut einlebten. Ich knutschte die beiden Süßen nochmal und setzte mich dann wieder ins Auto. Normalerweise genoss ich die Überfahrt an Deck, aber meine Pferde ließ ich nie alleine. Kurz darauf kam Ana mit dem Kaffee wieder. Auch sie war ganz verliebt in Mariée, doch wirklich angetan hatte es ihr Missy. Wenn sie sich weiter so gut anstellte, durfte sie die Stute demnächst auch im Training reiten. Immerhin machte Ana ihre Sache mit Kazumi Princess El Assuad bisher großartig.
      Als wir endlich zu Hause waren, wurden wir wie üblich vom gesamten Stammpersonal in Empfang genommen. Die Ankunft neuer Pferde war immer eine große Sache, vor allem, wenn sie von bekannten Gestüten stammten. Storm Cat hatte sich sowieso schon in die Herzen aller geschlichen und ich hatte so eine Ahnung, dass das mit Cadeau ähnlich sein würde. Da Brian immer noch traurig darüber war, dass ich meinen Hannoveranerhengst Black Soul in Rente geschickte hatte, wollte ich ihm Cadeau anvertrauen. Der Scheckhengst passte meiner Meinung nach wunderbar zu dem einfühlsamen Mann, der die Dressur liebte. Wir luden die beiden Pferde unter lauter "Oh's" und "Ah's" aus und ich drückte Brian sofort Cadeau's Führstrick in die Hand. "Stell ihn in die Box neben Fantastic Fly. Die beiden könnten sich ganz gut verstehen.", gab ich die völlig überflüssige Anweisung. Immerhin hatten wir die Boxen für die Pferde schon vor unserer Abfahrt vorbereitet. Brian nickte glücklich und führte Cadeau mit großen Schritten in Richtung Stall. Übergab ich ein neues Pferd sofort an einen Mitarbeiter, konnten diese sich schon denken, wer das Haupttraining des jeweiligen Pferdes übernehmen würde. Mariée nahm ich selbst, denn das Fohlentraining war immer noch meine Lieblingsbeschäftigung. Allerdings unterstützte Ana mich fleißig. Als Mariée gut versorgt neben meiner zweijährigen Araberstute PFS' Isis untergebracht war, machte ich eine kurze Runde durch den Stall und verzog mich dann in mein Haus, um todmüde ins Bett zu fallen. Es war eine aufregende Woche gewesen und ich freute mich schon sehr auf die Zeit mit meinen vier Neuankömmlingen.
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    Trainingsstall
    Hochgeladen von:
    Sammy
    Datum:
    2 Mai 2019
    Klicks:
    118
    Kommentare:
    2

    EXIF Data

    File Size:
    207,5 KB
    Mime Type:
    image/jpeg
    Width:
    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Jeune Mariée
    --------------------------------------------------
    Spitzname: Marie

    --------------------------------------------------
    ~ Abstammung ~
    Von: Red Diamond

    V: ?
    M: ?
    Aus der: Lune de Miel
    V: N'Oubliez Jamais
    VV: Dschehim
    MV: Moonfang (Pacey | Samantha)

    M: Levistino's Hope
    VM: Levistino
    MM: Summerwine

    --------------------------------------------------

    Rasse: Trakehner
    Geschlecht: Stute
    Geburtsdatum: 13. Juni 2018
    Stockmaß: 168m
    Fellfarbe: Schimmelschecke
    Gencode: ee AA nCr TT Gg
    Kopfabzeichen: ///
    Beinabzeichen:
    v.l., v.r., h.l. weißer Fuß, h.r. halbweise Fessel

    --------------------------------------------------
    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Marie wurde auf dem Pferdesportzentrum Jura geboren.
    Die Anpaarung geschah auf Wunsch von Franziska Ziegler, die sich über die Möglichkeit freute, einen Nachkommen aus der Levistino Linie ziehen zu können.
    Nach dem Absetzen kam das Scheckfohlen nach Caenheide, wo es weiter gefördert wurde.
    Das junge Fohlen zeigt sich sehr aktiv und sportlich.
    Marie hält ihre Menschen gerne auf Trab und ist dabei nicht auf den Kopf gefallen.
    Man kann sie oft dabei beobachten, wie sie kleinere Machtspiele mit den anderen Fohlen gewinnt.
    Auf Hollybrook Stud darf Marie nun ihre Jungpferdezeit genießen, während sie schonend mit dem Alltag eines Sportpferdes vertraut gemacht wird.

    --------------------------------------------------

    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: sadasha
    Ersteller: sadasha
    Vkr: sadasha

    --------------------------------------------------
    ~ Qualifikationen ~
    Dressur: E
    Springen: E
    Military:
    E

    --------------------------------------------------
    ~ Schleifen ~
    ///
    --------------------------------------------------

    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig: Nein
    Nachkommen: ///


    --------------------------------------------------
    Hintergrund by Samarti! ♥
    Offizieller HG