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Sammy

Ivory

Achal Tekkiner | Stute | gekrönt | F|| DR: S (0) | DI: S (0) | RE: S (0)

Ivory
Sammy, 26 Mai 2016
    • Sammy
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      Shekitt Quinn & Ivory - Die Ankunft einer Perle und gleichzeitig vielleicht eine Freundin für Quinn?
      31. Januar 2015

      "Sammy! Der Transporter kommt!", schrie Donald über den Hof, sodass ich grinsend aus meinem Büro trat und sagte: "Donald, du weißt aber schon, dass mein Büro keine schalldichten Wände hat? Ich höre dich auch, wenn du die Pferde nicht zu Tode erschreckst."
      Donald nickte errötend und ging dann gemeinsam mit mir zur Hofeinfahrt, wo uns ein verschlissener Transporter entgegen rumpelte. Darin stand ein Achal Tekkiner Stütchen namens Ivory, das ich direkt aus Turkmenistan gekauft hatte. Ich hoffte, dass sie die perfekte Partnerin für meinen gekörten Hengst Candle in the Wind abgeben würde. Freundlich begrüßte ich den Fahrer, der sehr gebrochenes Englisch sprach und mir sofort die Papiere aushändigte. Ich sah diese sorgfältig durch und widmete mich dann der wunderschönen Stute, die der Mann aus dem Hänger führte. Ivory war tatsächlich noch sehr viel schöner, als auf den ganzen Bildern, die ich von ihr gesehen hatte und ich war sofort verzaubert von ihren stahlblauen Augen.
      "Mann , da hast du ja wiedermal ein richtiges Prachtstück gefunden.", staunte Donald. Ich ging um das Stütchen herum und besah mir ihren Körperbau, die Beine, Augen und ihr Maul. Ich war zwar kein Tierarzt, doch ich hatte nun wirklich genug Erfahrung beim Pferdekauf, um etwaige "Mängel" zu erkennen. Ivory schien jedoch kerngesund und auch das Brandzeichen stimmte mit dem auf den Papieren überein. Ich nickte, reichte dem Mann einen Scheck und übernahm die Perlinostute.
      Nachdem er wieder gefahren war, grinste ich Donald an: "Ich bin sehr gespannt, wie Ivory sich entwickeln wird. Wirklich viel wissen wir ja nicht von ihr, ich hab lediglich die Bilder im Internet gesehen. Aber ich war so verliebt, dass ich es einfach versuchen musste."
      Donald nickte verständnisvoll und strich Ivy über den schlanken Hals. Die junge Stute sah sich mit leuchtenden Augen und hoch erhobenem Kopf um und tänzelte um uns herum. Wir führten sie gemeinsam in den Stall, wo sie die Box neben meinem American Saddlebredfohlen Shekitt Quinn bezog. Die junge Stute verstand sich zwar mit meinem weiteren Stutfohlen Unannounced Pleasure einigermaßen, doch eine richtige Freundin hatte das schüchterne Pferdemädchen noch nicht gefunden. Ich hoffte, dass sich das nun mit Ivory`s Ankunft ändern würde.
      Ivy streckte sofort ihren Kopf über die Trennwand, um Quinn zu beschnuppern, doch das braune Stutfohlen flüchtete sich sicherheitshalber erst einmal in die andere Ecke ihrer Box, von wo aus sie den Neuankömmling in aller Ruhe betrachten konnte. Das wurde Ivy jedoch bald zu langweilig und die Perlinostute streckte ihren Kopf in die Stallgasse, um sich nach den anderen Pferden umzusehen.
      "Wir lassen sie jetzt ein paar Stunden in Ruhe, dann gehen wir mal mit ihr und Quinn auf den Platz und führen sie ein wenig herum. Oder vielleicht auch nur auf der Fohlenweide, mal sehen, wie sie sich anstellt.", sagte ich zu Donald und verließ mit dem jungen Mann den Stutentrakt, um mit ihm gemeinsam nach meinen Hengsten zu sehen.
      Wie abgesprochen, trafen wir uns drei Stunden später wieder bei den Fohlen. Meg, die mir normalerweise half, lag leider mit einer Grippe im Bett, deshalb sollte Donald das Training mit mir absolvieren. Da Shekitt Quinn ihn bereits kannte, teilte ich ihm das Stutfohlen zu und widmete mich selbst Ivory. Die Perlinostute war zwar nur knappe zwei Monate älter, als das Saddlebredfohlen, doch Ivy war schon jetzt sehr viel selbstsicherer als Quinn. Entweder würde das Quinn helfen, auch ein wenig selbstbewusster zu werden, oder die beiden Fohlen würden sich ignorieren. Dann müsste Ivy sich mit Unannounced Pleasure abgeben und Quinn würde weiter alleine herumstehen. Auch Pleasure mochte die Gesellschaft der anderen jungen Stuten nicht so sehr, da sie ihre Freundin eigentlich in Reminiscent Inspiration gefunden hatte. Diese stand jedoch voll im Training für einen anstehenden Stutbuchwettbewerb und war schon vor einer Weile auf die große Stutenkoppel umgezogen. Pleasure war dazu aufgrund einer Verletzung nicht in der Lage gewesen und ich ließ sie lieber bei den Kleinen stehen, da dort das Risiko einer erneuten Verletzung einfach geringer war.
      Ivy war extrem zappelig, trotzdem schaffte ich es einigermaßen schnell, ihr helles Fell zu säubern. Auch die Hufe konnte die junge Stute bereits brav geben und Quinnie machte dabei ja sowieso keine Probleme, sodass wir die beiden schon bald losbinden konnten. Ich beschloss, nur zur Fohlenkoppel zu gehen, da Ivy und Quinn sich ja immerhin kennen lernen sollten. Für eine richtige Trainingsstunde hatten wir auch ein anderes Mal noch genug Zeit. Wir führten die beiden Fohlen um den Stall herum und Richtung Koppel, wobei Ivory fleißig ausschritt und sich mit großen Augen umsah, während Quinn sich wie immer nah an Donald hielt und den Eindruck machte, als wolle sie so schnell wie möglich wieder hinter einen sicheren Zaun.
      Auf der Koppel angekommen, umrundeten wir diese noch zweimal, dann ließen wir die Stutfohlen frei. Ivy buckelte sofort im Galopp über die Weide und blieb erst nach einer Runde verdutzt stehen. Sie verstand offensichtlich nicht, warum ihre neue Spielgefährtin nicht mitmachte. Shekitt Quinn blieb jedoch wie immer nahe bei uns und rupfte zaghaft ein paar Halme Gras, bevor sie überhaupt nur zu Ivy herübersah. Die junge Perlinostute versuchte noch ein paar Mal, Quinnie`s Aufmerksamkeit zu erlangen, doch irgendwann gab sie es auf und raste alleine über die Weide, um ihre überschüssige Energie loszuwerden.
      "Komm Donald, wir lassen die beiden mal alleine, vielleicht taut Quinnie dann ein bisschen auf.", sagte ich zu meinem Mitarbeiter und wir verließen leise die Koppel. Irgendwann musste Quinn schließlich einmal über ihren Schatten springen....
    • Sammy
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      Planung & Vorreiten
      10. Februar 2015

      "Guten Morgen alle zusammen!", begrüßte ich fröhlich meine Mitarbeiter Anna, Meg, Patrick, Brian, Donald und Samuel, die mich bereits erwartungsvoll anblickten. Ich hatte sie gestesrn Abend gebeten, sich heute eine halbe Stunde vor Arbeitsbeginn mit mir zu treffen, da es einiges zu besprechen gab.
      "Also ihr Lieben. Wie ihr wisst, möchte ich meine Zucht bald wieder eröffnen und habe nun beschlossen, auch Achal Tekkiner und Berber mitaufzunehmen. Deshalb ist Ivory zu uns gezogen und Candle in the Wind wird ebenfalls bleiben. Die Suche nach den Berbern habe ich auch schon begonnen, aber das wird noch eine Weile dauern. Fakt ist, dass wir den Stall ein wenig umplanen müssen und ich außerdem einen neuen Plan für die Unterbringung der Pferde erstellt habe. Das müssen wir nach dem Misten als erstes machen. Leider ist auf den Koppeln alles vereist, deshalb werden wir von den Stutenkoppeln einen kleineren Teil abtrennen, damit die Pferde wenigstens ein bisschen Auslauf bekommen.
      Außerdem beginnen wir ab heute mit dem Arbeiten der Pferde. Longieren werdet ihr alle, beim Reiten lege ich viel Wert auf die Dressur, wer möchte kann sich auch für Springen, Military, Distanz, Western, Galopprennen und Fahren melden. Eure Longiertechnik und die Dressur schaue ich mir heute schon an, den Rest dann morgen!". Ich blickte meine Mitarbeiter erwartungsvoll an und sie brachen alle in zustimmendes Gejubel aus. Nur Anna drückte sich ein wenig hinter die anderen und wirkte auch nicht wirklich begeistert.
      Wir machten uns nun alle gemeinsam daran, die Pferde auf die Koppeln zu verteilen und anschließend die ganzen Boxen auszumisten. Nachdem diese Arbeit getan war, beorderte ich alle in die Sattelkammer, um die Ausrüstung mal wieder richtig zu reinigen.
      Dann sagte ich: "Na los, erzählt mal. Auf wem würdet ihr das Probereiten heute gern absolvieren? Möchte jemand gar nicht reiten? Oder möchte jemand noch andere Disziplinen dazu nehmen?"
      Samuel und Donald begannen gleichzeitig zu reden, sahen sich an, lachten und begannen dann nacheinander nochmal von vorne. Samuel begann.
      "Also am liebsten würde ich natürlich Levistino reiten. Außer der Dressur würde ich mich unglaublich für Springen und Military interessieren.", begann der blonde Junge.
      "Und ich würde gern Fantastic Fly oder Golden Indian Summer reiten! Aber da du dir ja die Dressur ansehen möchtest, wohl eher Fly. Außer Dressur würde ich gerne Western und Fahren trainieren. Ich hab ja auch auf dem Gestüt auf dem ich vorher war, bereits Pferde eingefahren und mit ihnen trainiert.", schloss sich Donald an.
      Als die beiden Jungs fertig waren, brachte Meg strahlend hervor: "Mir ist es eigentlich egal, wen ich reiten soll, aber ich würde unglaublich gern Galopp- und Distanzrennen trainieren."
      Ich nickte lächelnd. Das hatte ich schon gewusst, da Meg eigentlich von nichts anderem mehr sprach, seit sie hier war.
      Fragend sah ich nun Brian an. Der zuckte mit den Achseln und meinte: "Wen ich reite, interessiert mich nicht. Ein guter Trainer muss ja schließlich mit allen Pferden klar kommen. Meine Disziplinen wären Fahren und Springen."
      Patrick erklärte, er wolle am liebsten nur Dressur reiten, da er mit den restlichen Disziplinen noch keine Erfahrung gesammelt hatte und Anna druckste verlegen, mit hoch rotem Kopf herum, bis ich sie schließlich aufforderte, mit mir nach draußen zu kommen.
      "Anna was ist denn los mit dir?", fragte ich die junge Frau. Schließlich hatte ich doch von vornherein klar gemacht, dass ich von allen erwartete, auch mit den Pferden zu arbeiten und zwar auch vom Sattel aus.
      Anna starrte verlegen auf ihre Füße und meinte dann leise: "Ich habe zu große Angst, um zu reiten! Ich liebe Pferde, aber ich möchte sie auf keinen Fall trainieren. Bitte wirf mich deshalb nicht raus, ich liebe meinen Job wirklich sehr!"
      Stirnrunzelnd betrachtete ich das braunhaarige Mädchen: "Aber Anna, ich habe fast 100 Pferde hier stehen, ich brauche jede Unterstützung, die ich bekommen kann. Warum hast du denn solche Angst? Du musst ja nicht Springen oder Galopprennen reiten. Aber Dressur und Ausritte sollten doch möglich sein?"
      Anna schüttelte den Kopf, während ihr Tränen in die Augen traten: "Nein, wirklich nicht. Ich hatte vor drei Jahren einen schlimmen Unfall und seitdem habe ich einfach zu viel Angst. Erst hatte ich überhaupt keinen Kontakt zu Pferden mehr, doch ich konnte einfach nicht ohne sie. Und dann habe ich gemert, dass alles wunderbar ist, solange ich nur nicht reiten muss!"
      Ich musterte das Mädchen von Kopf bis Fuß und sagte dann entschieden: "Anna es tut mir Leid, aber ihr seid nicht nur zum Arbeiten hier, sondern auch um etwas zu lernen. Um aber alles über ein Zucht- und Trainingsgestüt zu erfahren, muss man sich eben auch aufs Pferd setzen. Ich kann dir höchstens anbieten, dass wir dich auf ein ganz ruhiges Pony setzen, wenn die anderen heute Abend weg sind und du dich dann langsam wieder ans Reiten herantastest. Aber du hast in deiner Bewerbung angegeben, dass du sehr gut reitest und darauf habe ich mich natürlich auch verlassen. Bist du bereit, es heute Abend zu versuchen?"
      Anna sah mich unglücklich an, nickte aber nach einer Weile. Ich lächelte sie an und kehrte dann wieder zu den anderen zurück.
      Nachdem wir alles Sattelzeug geputzt und neu geordnet hatten, machten wir uns daran die Pferde reinzuholen. Wie immer widmete ich mich Hollybrook`s Cheeky Jot und Hollybrook`s Bloody Valentine, die zusammen auf einer der Hengstkoppeln standen. Die Halbgeschwister verstanden sich außerordentlich gut und ich war froh, dass Cheeky in Bloody einen Spielkameraden hatte und Bloody durch Cheeky`s Verhalten selbstsicherer wurde. Ich führte beide zum Putzplatz, nahm ihnen die Weidedecken ab und begann sie flott überzuputzen. Donald tat das gleiche bei Hollybrook`s Casanova und Hollybrook`s Classic Moment, Samuel übernahm Caspar und Orfino, Brian führte BMs Caradoc von der Koppel, Patrick übernahm Daemon, Meg führte Intolerable Life, Eddi`s Dead Pop Romance und Fair Prince von der großen Hengstkoppel und Anna kümmerte sich um Hollywood Undead, Pequeno und Juego.
      Als die zwölf Hengste sauber waren, zog ich meinen zerknitterten Stallplan aus der Tasche und begann vorzulesen: "Cheeky Jot kommt wie gehabt in die erste Box am Eingang auf der linken Seite. Daneben stehen Bloody Valentine, Casanova Orfino, Caradoc, Caspar, Fair Prince, Intolerable Life, Daemon, Hollywood Undead, Juego und Pequeno. Classisc Moment kommt dann neben Juego und Romance wiederum neben den."
      Als alle Pferde versorgt waren, holten wir die nächsten Hengste und wieder las ich vor: "Direkt neben der Tür auf der rechten Seite steht Wüstentänzer. Dann kommen Khamar al Sanaa, Ghostbuster, El Racino, Tschiwabschischi und Candle in the Wind. Die Box neben Candle bleibt frei, dort soll später mal der Berberhengst stehen. Daneben stehen dann Ojos Azules, Pierre, Slaters Secret, San Salvador, Someone, Levistino, Fantastic Fly, Branagorn, Black Soul, Dream of Wyoming und Golden Indian Summer." Somit war neben Summer noch eine Box für den Painthengst frei, den ich mir definitiv noch zulegen wollte. Auf der anderen Seite hingegen gab es noch sechs freie Boxen. Diese waren für Trainingspferde, Fohlen oder auch Rettungspferde gedacht. Immerhin sollten auch Romance und Classic Moment irgendwann wieder ausziehen.
      Nachdem alle Hengste gut versorgt waren, ging es mit den Stuten weiter. Wir begannen mit den Stuten aus dem linken Trakt. Dort standen auf der linken Seite vom Durchgang aus Samiyah, Mahira, Wild Lady Roxanne, Angels Falls First, Reminiscent Inspiration, Unannounced Pleasure, Levistino`s Hope und Barakah al Sanaa. Gegenüber von Barakah sollte irgendwann einmal meine Berberstute einziehen. Daneben kamen dann Ivory, Salwa, Benjilala, Mizzi, Paradises Rafinesse, Shekitt Quinn und Cuchara. Im Haupttrakt im rechten Seitenteil waren American Baby, BBs Harmony, My Golden Heart und The Morticains Daugther untergebracht. Die große Eckbox stand momentan leer. Dann kamen Backup, Kagami el Assuad, Pirate Island, Black Pearl, Ace of Spades, Rose de Soleil, Adina de Ra`idah, Melody`s Girl, Bittersweet, Fallen Immortaliny, Sharley, Haadeh, Little Miss Sunshine und Sahira. Zwischen der Box von Sahira und Magical Moment lag die große Stalltür, die nach hinten zu den Koppel führte. Neben Magic waren Naboo, Everybody`s Darling, Isola della Pirateria, Thousand Sunny, Walk of Fame, Fairylike Facility, Aimiliani, Precious Scream, Golden Flair, Dorina, Cinnemont`s History, Fatimah und Dark Misery untergebracht. Daneben im Seitenteil standen meinen kleinen Damen, nämlich Talina, Mississle, Little Big Girl und Kolibri.
      Als schließlich alle Tiere sauber in ihren gemisteten Boxen standen rief ich meine Pfleger wieder zusammen.
      "Also Samuel du machst Levistino fertig, Donald du darfst Fly reiten. Meg dir habe ich Ghostbuster herausgesucht, Brian nimmt Black Soul. Patrick dich setze ich auf Branagorn, du meintest ja, dass du noch nicht so sicher bist. Anna für dich habe ich Ojos Azules ausgesucht. Ihr sattelt die Pferde bitte alle, aber wir werden zuerst longieren. Anna du legst Jojo einfach nur einen Longiergurt und den Kappzaum an."
      Es verteilten sich sofort alle und Anna nickte mir dankbar zu. Ich lief im Hengststall auf und ab und beobachtete meine Pfleger dabei, wie sie die Pferde putzten.
      "Samuel macht den Anfang, ihr anderen dürft mit gucken kommen.", wies ich die jungen Leute an. Ich war schon sehr gespannt, wie Samuel mit dem etwas eigensinnigen Levistino klar kommen würde, doch ich musste mein Personal auf die schwierigeren Pferde setzen, damit ich sah, was sie konnten.
      Samuel wirkte nun doch ein wenig nervös, als er den hochbeinigen Schimmel aus dem Stall zur Reithalle führte. In der Halle angekommen, verteilten wir anderen uns auf die Ränge, während Samuel Levistino in der Mitte der Bahn aufstellte, die Steigbügel noch einmal sicherte und dann die Longe einhakte. Der große Hengst lief recht manierlich, auch wenn er zweimal versuchte, vom Trab in den Galopp zu wechseln. Schließlich hatte ich genug gesehen und nickte Samuel zu. "Okay, dann schwing dich mal in den Sattel und zeig uns, was du kannst!", sagte ich lächelnd zu ihm.
      Samuel nickte, brachte mir Longe und Peitsche, gurtete nach, stellte die Steigbügel auf seine Länge ein und saß dann auf. Levistino merkte, dass Samuel nervös war und begann sofort auf der Stelle zu tänzeln. Samuel trieb ihn sachte vorwärts und der Hengst schoss im Stechtrab auf die Bande zu. Donald stöhnte auf und Brian verzog verächtlich das Gesicht, während Anna am liebsten davon gelaufen wäre.
      Ich sagte gar nichts, sondern schaute einfach zu. Levistino war kein einfaches Pferd und natürlich lies ich Samuel Zeit, um sich auf den Hengst einzustellen. Der verstand nun langsam, dass er Levistino nervös machte und ich konnte erkennen, wie er versuchte, sich zu entspannen. Er ließ die Zügel lockerer und wurde weicher in der Hand. Auch sein Sitz sah jetzt besser aus und prompt ließ Levistino sich fallen und arbeitete mit. Ich nickte Samuel anerkennend zu und sagte: "Sehr schön, Samuel. Morgen kannst du mit ihm Springen, dann werden wir deinen Trainingsplan ausarbeiten! Bring Levistino bitte zurück in seine Box. Donald du bist als nächtes an der Reihe!"
      Die beiden Männer eilten zurück zum Stall und kamen ein paar Minuten später mit dem gesattelten Fantastic Fly zurück.
      Der junge Fuchs war heute gut aufgelegt und Donald hatte schon seine liebe Not, überhaupt in den Sattel des Hengstes zu kommen. Dann fügte sich Fly jedoch schnell und ich war wieder einmal sehr froh darum, dass Samuel seinen Freund damals einfach zu seinem Vorstellungsgespräch mitgebracht hatte. Nachdem Donald Fantastic Fly auf beiden Händen galoppiert war, nickte ich ihm lächelnd zu. Dann schickte ich Meg in den Stall, um Ghostbuster zu holen.
      Die junge Frau hatte sich im Nu in den Sattel des grauen Hengstes geschwungen und holte nun alles aus ihm heraus. Ich war hin und weg. Ghostbuster war zwar bisher das einfachste Pferd gewesen, doch um ihn so zu präsentieren, brauchte es einiges an Können.
      Als nächstes war Brian mit Black Soul an der Reihe. Der schweigsame Pfleger führte das Pferd mit festen Schritt in die Halle und saß auf dem Rücken des Rappen, bevor dieser überhaupt Blödsinn machen konnte. Black Soul hasste fremde Reiter und gebährdete sich normalerweise wie ein Wahnsinniger, doch ich hatte ihn für Brian ausgesucht, weil der junge Mann einen fantastischen Lebenslauf hatte, was die Reiterei betraf. Und tatsächlich versuchte Black Soul nicht einmal Blödsinn zu machen, sondern zeigte sich wie das geborene Dressurpferd. Als Brian Soul unter meinem lächelnden Blick aus der Halle führte, begannen Donald und Samuel zu tuscheln. "Das war ja gemein! Unsere Pferde waren viel schwieriger. Auf Black Soul hätten wir auch eine solche Figur abgegeben."
      Ich baute mich hinter den beiden auf und räusperte mich: "Ihr irrt euch. Black Soul war das schwierigste Pferd. Dass er Brian nicht abgeworfen hat, grenzt schon fast an ein Wunder und beweist, dass er nicht gelogen hat, was seine reiterliche Laufbahn betrifft."
      Die beiden Jungs zogen die Köpfe ein und liefen knallrot an.
      "Anna? Holst du bitte Ojos Azules? Es wird so langsam immerhin auch Zeit, mit der Abendfütterung zu beginnen. Donald, Samuel geht ihr schon mal vor und fangt mit Brian zusammen an, bitte.", sagte ich zu meinen Helfern.
      Als Anna weg war, nahm ich Meg zur Seite und sagte: "Meinst du, du schaffst es, Jojo`s Sattelzeug hierher zu schmuggeln? Ich will Anna wieder aufs Pferd setzen, aber wenn die Jungs das rausfinden, wollen sie zuschauen."
      "Aber ich dachte Anna reitet nicht, weil sie es nicht kann?", fragte Meg verwundert.
      Ich zog überrascht die Augenbrauen hoch, da ich eigentlich erwartet hatte, dass Anna sich wenigstens den anderen Stallburschen anvertraut hatte. "Nein. Sie kann reiten, hatte aber einen schweren Unfall und hat deshalb fürchterliche Angst. Deshalb möchte ich es sehr ruhig angehen lassen und ich finde, dass Jojo dafür das perfekte Pferd ist."
      Meg nickte und rannte zum Stall, um mir das Sattelzeug zu bringen. Da die Jungs im Hengsttrakt mit der Fütterung beginnen würden, müsste sie es ungesehen aus der Sattelkammer holen können. Kurz darauf kehrte sie bereits wieder zurück, legte mir Jojo`s Trense, Sattel und Satteldecke vor die Füße und machte sich dann daran, ihren Freunden bei der Abendfütterung zu helfen.
      Als Anna mit Jojo zurückkam, ließ ich sie den Rappen erst einmal in aller Ruhe longieren, dann schnappte ich mir das Sattelzeug und lief auf das Mädchen zu. Anna wurde bei den Utensilien auf meinem Arm ganz blass.
      "Ich soll Jojo reiten? Der ist aber doch so groß!", stammelte sie.
      "Er ist vielleicht groß, aber sanft wie ein Lamm, das hast du doch gerade gesehen. Wir satteln ihn jetzt zusammen und dann nehme ich dich für den Anfang an die Longe, wenn du dich damit sicherer fühlst."
      Anna sagte kein Wort mehr, half mir aber den Hengst aufzusatteln. Als ich ihr in den Sattel half, war sie leichenblass und zitterte so sehr, dass sie kaum die Zügel aufnehmen konnte. Ich stellte mich in die Mitte der Bahn und ließ Jojo im Schritt antreten. Anna zuckte zusammen und verkrallte die Finger in den Zügeln. Mein sensibler Andalusierhengst riss den Kopf nach oben, blieb stehen und sah mich verunsichert an.
      "Anna. Ganz ruhig, Jojo ist eines meiner brävsten Pferde. Er würde niemals etwas tun, was dir schadet!", versuchte ich das Mädchen zu beruhigen.
      Nach einem zweiten Blick seufzte ich, entwirrte die Zügel aus Anna`s verkrampften Händen und löste diese von Jojo`s Trense.
      Anna sah mich schockiert an und wollte schon absteigen, da sagte ich : "Halte dich an seiner Mähne fest. Oder am Sattel. Aber Jojo ist sehr empfindsam, deshalb darfst du ihm auf keinen Fall im Maul reißen. Wir lassen ihn heute auch nur Schritt gehen, versprochen!"
      Ich ging wieder zurück in die Mitte der Halle und ließ Jojo erneut losgehen. Der Rappe schritt fleißig aus und bewegte sich in völliger Gelassenheit. Nun, da nichts mehr an seinem Maul zerrte, war die Welt für ihn wieder in Ordnung.
      Ich ließ den Hengst etliche Runden im Schritt drehen und sah zufrieden, dass Anna sich ganz allmählich entspannte.
      "So, das reicht für heute. Sonst fragen sich die anderen noch, wo wir solange bleiben.", sagte ich schließlich, ließ Jojo halten und half Anna aus dem Sattel. Der hübsche Rappe schüttelte seinen weißen Kopf und schnaubte mir in die Haare. Ich lächelte.
      "Morgen bewege ich dich wieder Jojo, dann arbeiten wir eine neue Kür aus.", sagte ich liebevoll zu dem Hengst, während wir sein Sattelzeug wieder gegen Longiergurt und Kappzaum tauschten.
      Im Stall angekommen, half ich Anna den Rapphengst zu versorgen und stellte ihn dann zurück in seine Box.
      Anschließend halfen Anna und ich den anderen bei der Abendfütterung, bevor Patrick und Anna sich verabschiedeten. Meg nahm mich später noch einmal auf die Seite und fragte nach, wie es mit Anna und Jojo gelaufen war.
      "Das Longieren war gar kein Problem, aber beim Reiten musste ich die Zügel ausschnallen, weil sie Jojo so im Maul gerissen hat. Ich hab ihn nur im Schritt gehen lassen und hab aufgehört, als Anna sich endlich ein bisschen entspannt hat. Das wird noch eine ganze Weile dauern, bis sie aktiv beim Arbeiten der Pferde helfen kann.", sagte ich ein wenig resigniert.
      Meg sagte schnell: "Also ich mache gern Überstunden und reite mehr Pferde, um Anna auszugleichen. Samuel, Donald und Patrick würden das bestimmt auch machen. Nur bitte, du darfst sie nicht rauswerfen. Anna liebt diesen Job."
      "Meg, ich habe nicht vor, sie rauszuwerfen. Aber dafür muss sie an sich arbeiten und das habe ich ihr heute auch gesagt. Sie kann ja zusammen mit Patrick die braven Pferde bewegen, aber das muss einfach gehen."
      Wir unterhielten uns noch eine Weile, bis Meg sich schließlich verabschiedete und ich mich todmüde ins Bett fallen ließ. Heute war ein sehr anstrengender Tag gewesen und der morgige würde sicherlich nicht leichter werden, zumal ich noch ein neues Pferd erwartete....
    • Sammy
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      Der erste Erfolg!

      4. März 2015

      Samantha O`Neill
      mit
      Ivory

      "Ivy steh!", ermahnte ich das zappelige Stutfohlen an meiner Seite zum xten Mal. Ivory, wie das Achal Tekkiner-Fohlen mit vollem Namen hieß, drehte ihren hübschen Kopf von rechts nach links, tänzelte um mich herum und rempelte mich dabei immer wieder an. Dies war die erste Fohlenschau meines neuen Fohlens und ich konnte Ivys Aufregung verstehen. Trotzdem wäre es mir lieber gewesen, wenn das Perlinomädchen endlich einmal still stehen würde.
      Als unser Aufruf über das weitläufige Gelände schallte, musste ich nur einmal kurz am Führstrick zupfen und sofort trabte Ivy neben mir los. Sie schien regelrecht erleichtert zu sein, dass sie nun endlich laufen durfte. Wir kamen die Mittellinie herunter, blieben bei X stehen und ich grüßte die Richter.
      Anschließend führte ich Ivory erneut an, um sie den Richtern auf beiden Händen im Trab vorzustellen. Danach war der Schritt an der Reihe. Ivory lief zwar neben mir her, hatte ihren Kopf aber wieder einmal in den Wolken. Die junge Stute passte überhaupt nicht auf, wohin sie trat, weshalb ich mehr als froh war, als ich ihr schließlich wieder bei X den Strick abnehmen konnte.
      Ivy brauchte keine zweite Aufforderung, sondern stob sofort im Galopp durch die Halle, wobei sie ein paar kräftige Bocksprünge zum Besten gab. Als ihr diese Beschäftigung nicht mehr ausreichte, begutachtete Ivy zuerst das Publikum und wagte sich schließlich auch zum Richtertisch vor. Scheu kannte die süße Stute wahrlich nicht. Ich musste mir ein Grinsen verkneifen, als Ivy sich schließlich wieder abwandte, um weiter vor den Zuschauern zu posieren. In gewisser Weise erinnerte die kleine Stute mich an meinen Elitehengst Hollybrook`s Cheeky Jot - auch er hatte sich keine Gelegenheit entgehen lassen, um Aufmerksamkeit zu bekommen.
      Schließlich stieß ich einen leisen Pfiff aus, auf den all meine Pferde trainiert waren und Ivy kam im Trab zu mir zurück. Ich strich dem Fohlen über die unterbrochene Blesse auf seinem hübschen Köpfchen und stellte sie dann seitlich so auf, dass die Richter sie begutachten konnten.
      Dann holte ich tief Luft und begann zu erzählen: "Ivory ist eine reinrassige Achal Tekkiner Stute, die mit ihrer außergewönlichen Fellfarbe sofort ins Auge sticht. Sie ist ein sehr charakterstarkes Pferd, dass immer versucht, seinen eigenen Kopf durchzusetzen. Gleichzeitig ist Ivory aber sehr anhänglich und braucht ihre feste Bezugsperson, wie die Luft zum atmen. Dann hat das Stutfohlen vor kaum etwas Angst und geht mutig auf unbekannte Dinge zu. Des Weiteren liebt Ivory es, sich zu präsentieren und jeden, der ihr Aufmerksamkeit schenkt, zu begutachten. Mit der richtigen, konsequenten Erziehung, wird aus Ivory sicherlich einmal ein hervorragendes Sport- und Zuchtpferd werden!"
      Ich lächelte, grüßte die Richter nochmals zum Abschied und verließ dann mit meiner kleinen Stute die Halle. Auch wenn unsere Vorstellung nicht perfekt gewesen war, war ich doch sehr stolz auf meine Ivy und schon sehr gespannt, wie das Ergebnis wohl ausfallen würde.
      [3000 Zeichen | geprüft mit lettercount.com | by Sammy]
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    • Sammy
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      Shekitt Quinn & Ivory - Die Wilde und die Schüchterne
      29. März 2015

      "Gut so Meg, nimm ihn noch ein bisschen mehr zurück. Er ist zwar ein Rennpferd, aber im Moment trainiert ihr Dressur!", gab ich meiner Lieblingsmitarbeiterin Anweisungen. Sie saß gerade auf meinem Englischen Vollbluthengst Tschiwabschischi und ich war recht zufrieden mit ihrem Reitstil. Meg wollte mehr als jeder andere hier einmal eine Profireiterin werden und ich unterstützte sie in diesem Traum, in dem ich sie auf meine Pferde setzte. Tschiwi war zwar nicht der schwierigste Kandidat, doch es brauchte einiges, um ihn bei der Stange zu halten.
      Mit hoch rotem Kopf parierte Meg den Hengst schließlich in den Schritt durch und ritt ihn trocken, als ich sagte:
      "Okay, das reicht für heute. Kümmere dich gut um ihn, dann kannst du mir noch mit Ivory und Shekitt Quinn helfen, wenn du möchtest."
      Sofort stahl sich ein Lächeln auf Meg`s Gesicht. Sie liebte meine Pferdekinder über alles und ich genoss es sehr, das Training mit ihr zusammen abzuhalten, da sie sehr einfühlsam mit ihnen umging. Gerade für die schüchterne Quinn war das ein Wundermittel.
      Zuerst ging ich zur Fohlenkoppel und legte dort einen Regenschirm, eine Brücke, ein paar Luftballons und eine große Plastikplane bereit. Dann kehrte ich in den Stall zurück und begrüßte die beiden Stutfohlen schon einmal, bevor ich damit begann, Ivy`s glänzendes Fell überzubürsten. Die aufmümpfige junge Stute hatte Anfang diesen Monats ihre erste Fohlenschau gewonnen und ich war unglaublich stolz auf sie. Bei Quinnie würde das wohl noch eine Weile dauern, momentan war das Fohlen noch so unsicher, dass ich ihr den Trouble einer Schau nicht zumuten wollte. Nachdem ich Ivy fertig gemacht hatte, holte ich auch Shekitt Quinn aus ihrer Box und säuberte das braune Fell der jungen Stute. Ich war gerade fertig, da kam auch schon Meg in den Stall.
      "So, wir können schon gehen, ich hab alles vorbereitet. Ich hab uns auch die längeren Führstricke hingelegt, die müssten für das Training heute besser geeignet sein.", erklärte ich Meg, während wir die Stuten losbanden und zur Fohlenkoppel führten. Ich hielt das Training dort ab, da Quinn die Koppel kannte und sich wohl darauf fühlte.
      Wie üblich schritt Ivy mutig auf die Gegenstände zu und schnupperte ohne zu zögern daran. Quinn dagegen brauchte mehr Zeit und wagte sich auch dann nur mit gutem Zureden an die Gegenstände heran und zwar erst, wenn Ivory diese als sicher befunden hatte.
      Nachdem die Stutfohlen alles in Ruhe betrachtet hatten und sogar Quinn wieder ein paar Grashalme abrupfte, konnten wir mit Schritt zwei beginnen. Ich löste Ivy`s Führstrick von ihrem Halfter und wies Meg an, mit Quinn das gleiche zu tun. Dann begann ich damit, die Luftballons mit den Füßen anzustoßen, so dass sie über die Weide hüpften. Ivory sah sich das Spiel ein paar Minuten lang an und kam dann mit hocherhobenem Kopf angetrabt, um mitzumischen. Dabei trat sie auf einen der Ballons, der daraufhin prompt zerplatzte. Shekitt Quinn erstarrte zur Statue und bewegte keinen einzigen Muskel mehr, während Ivy den Knall zum Anlass nahm, in gestrecktem Galopp über die Weide zu preschen und dabei ein paar Mal nach hinten auszuschlagen. Das Perlinomädchen hatte sich auch schnell wieder im Griff und trabte gleich darauf wieder durch die Ballons, um den nächsten zu zerstören. Wieder knallte es und wieder stob die junge Stute im Galopp davon. Das trieb sie solange, bis nur noch ein Ballon übrig war, den ich schnell in Sicherheit brachte. Immerhin sollte auch Quinn ein bisschen Training bekommen. Die braune Stute stand immer noch stocksteif neben Meg und rollte ängstlich mit den Augen, als ich den Ballon ein paar Mal in die Luft warf und wieder auffing. Da ich sehr darauf achtete, ihn nicht platzen zu lassen und ihn vor Ivy zu beschützen, wurde Quinn langsam wieder ruhiger und ich durfte sie am Schluss sogar mit dem Ballon berühren.
      Als wir uns schließlich der Brücke zuwenden wollten, staunte ich nicht schlecht, da Ivy bereits in der Mitte stand und dann hoch herobenen Hauptes auf der anderen Seite wieder herunterschritt. "Warum sind wir gleich nochmal hier? Ivy macht ja alles alleine.", sagte ich grinsend zu Meg. Auch Quinn hatte mit der Brücke nicht viele Probleme. Sie brauchte zwar eine ganze Weile, bis sie sich dazu überreden ließ, nach der Mitte weiterzugehen, doch nach weiteren zwei Durchgängen, war ihre Angst wie weggeblasen. Den Regenschirm wiederum mochte das Saddlebred-Stütchen überhaupt nicht. Angstvoll rollte sie mit den Augen und versteckte sich hinter Meg, während Ivy ihn mir am liebsten aus der Hand gezogen hätte.
      Die Plastikplane schließlich war beiden nicht ganz geheuer, sodass wir das Training kurze Zeit später mit einem letzten Gang über die Brücke beendeten, um bei den Fohlen ein positives Gefühl zu hinterlassen. Dann wurden sie beide ausgiebig gelobt und wir verfrachteten sie zurück in ihre Boxen, wo sie abwarten mussten, bis wir die Koppel von den Ballonfetzen befreit hatten, die Ivy hinterlassen hatte....
    • Sammy
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      Fohlenstunde mit Ivory & Shekitt Quinn
      25. Mai 2015

      "Hallo meine beiden Hübschen! Bereit für ein bisschen Training?", säuselte ich, während ich die Koppel betrat, auf der meine beiden Stutfohlen Ivory und Shekitt Quinn untergebracht waren. Ivory hatte im März ihre erste Fohlenschau gewonnen und entwickelte sich auch sonst prächtig. Außerdem tat sie der etwas zurückhaltenderen Shekitt Quinn wirklich gut, da diese durch das aufmümpfige Stutfohlen mutiger wurde.
      Ich drückte Meg das kleine grüne Halfter von Quinnie in die Hand und schnappte mir selbst Ivory. Sie sollte die Achal Tekkiner Linie meiner Zucht begründen, da ich mit Candle in the Wind ja bereits einen gekörten Hengst besaß. Quinni teilte sich diesen Rang dagegen mit Mizzi und Paradises Rafinesse. Aber sie war sowieso jünger und noch nicht so reif wie Ivory.
      Wir halfterten die beiden Stutfohlen auf und führten sie dann erst einmal ein paar Runden um die Koppel. Dabei übten wir auch das Halten, sowie Richtungs- und Tempowechsel. Ivory konnte das alles bereits von dem Training für die Fohlenschau, doch immerhin wollte ich auch mit Shekitt Quinn bald auf ihre erste Schau gehen.
      Schließlich nickte ich Meg zu: "So, ich denke sie sind soweit, dass wir mit ihnen ein bisschen übers Gestüt gehen können. Außerdem möchte ich gerne mal versuchen, Quinnie an den Hänger zu gewöhnen. Das sollte uns mit Ivory zusammen auch keine allzu großen Probleme machen."
      Meg nickte glücklich - Sie freute sich immer wahnsinnig darüber, wenn ich sie in das Training der Fohlen mit einbezog. Quinnie zögerte ein wenig, als wir nicht den gewohnten Rückweg zum Stall einschlugen, sondern an meinem Haus vorbei in Richtung der Reithalle liefen, doch da Ivory eifrig voran ging, überwand sich auch mein süßes Saddlebredfohlen. So umrundeten wir einmal meinen weitläufigen Hof, bis wir schließlich am Parkplatz ankamen. Ich drückte Meg auch Ivory`s Führstrick in die Hand und öffnete die Rampe des Hängers. Dann nahm ich Ivory wieder selbst und führte das hübsche Perlinomädchen problemlos auf den Hänger. Shekitt Quinn stand stocksteif vor der Rampe und starrte uns mit ihren großen Rehaugen ungläubig an. Nach unendlichem guten Zureden und aufmunternden Worten, setzte Quinnie schließlich zaghaft einen Huf auf die Rampe und hechtete dann plötzlich Ivory hinterher, wobei sie Meg den Führstrick durch die Hände zog. Die verzog vor Schmerz das Gesicht und rieb sich die aufgeschürften Hände. Doch dann lächelte meine Lieblingsmitarbeiterin tapfer und streichelte Quinns schlanken Hals.
      "Immerhin hast du dich getraut und bist jetzt auf dem Hänger!", lachte sie. Wir fütterten den beiden Stuten ein wenig Hafer und führten sie dann zurück zum Stall. Dort banden wir sie auf dem Putzplatz fest, übten Hufe geben und bürsteten das glänzende Fell der beiden. "Okay, das war genug Training für heute. Jetzt bringen wir sie in ihre Boxen und dann schauen wir uns mal deine Hände an", sagte ich lächelnd zu Meg, während wir die Fohlen losbanden.
      Alles in allem war dies ein sehr erfolgreiches Training gewesen und ich war gespannt zu sehen, was wir von den beiden Stütchen noch erwarten konnten.
    • Sammy
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      Shekitt Quinn & Ivory - Das erste Mal im Gelände
      26. Mai 2015

      "Anna? Machst du Shekitt Quinn fertig, bitte?", rief ich durch den Stutentrakt, um eine meiner Pflegerinnen auf mich aufmerksam zu machen. Heute wollte ich zum ersten Mal mit meinem Achal Tekkiner Fohlen Ivory und meinem American Saddlebred Fohlen Shekitt Quinn einen Spaziergang ins Gelände unternehmen. Normalerweise kümmerte Meg sich mit mir um die Fohlen, doch die ambitionierte Reiterin hatte heute morgen bereits mit meinen Rennpferden gearbeitet und war nun mit Backup und Kagami unterwegs zu einem Turnier. Da die Jungs auch alle mit dem Training der Pferde beschäftigt waren, hatte ich Anna gebeten, mich zu begleiten. Das etwas schüchterne Mädchen hatte fürchterliche Angst vorm Reiten und ich hatte sie in der ganzen Zeit, die sie nun schon hier war, nur ein einziges Mal aufs Pferd bekommen. Seitdem erfand die Azubine immer wieder neue Ausflüchte, wenn ich sie darum bat, eines meiner braven Pferde zu bewegen. Neben der Hilfe, die ich beim Spaziergang brauchte, konnte ich mich also auch gleich nebenher in Ruhe mit ihr unterhalten.
      Ich lächelte, während ich meiner aufmümpfigen Ivory über das glänzende Fell strich. Das Fohlen hatte bereits eine Fohlenschau gewinnen können und ich hoffte natürlich darauf, dass ihr das auch noch ein zweites Mal gelingen würde. Damit würde das hübsche Pferdekind nämlich bereits ins Zuchtbuch eingetragen werden und das ohne den langen Körungsprozess durchlaufen zu müssen. Kurz darauf kam Anna mit Shekitt Quinn am Führstrick die Stallgasse herunter. Die kleine braune Stute schaute sich neugierig um, doch ich wusste, dass sie sich sofort hinter Ivy und mir verstecken würde, wenn wir draußen waren. Quinnie war absolut putzig und sehr gelehrig, doch ihr Selbstvertrauen musste ich unbedingt noch aufbauen.
      Ich führte auch Ivory aus ihrer Box und wir liefen mit den beiden Stutfohlen aus dem Stall.
      "Ich dachte mir, wir gehen mal über die Feldwege, da ist nicht ganz so viel los, wie im Wald.", sagte ich zu Anna. Die nickte und wir führten die Pferde durch das Tor hinter den Koppeln. Ivy wurde sofort ein paar Zentimeter größer und sah sich mit gespitzten Ohren um, während ihre Schritte länger wurden. Quinn dagegen stämmte ihre dünnen Beine in den Boden und weigerte sich, auch nur einen Schritt weiter zu gehen.
      "Zeig ihr, dass sie dir vertrauen kann, Anna. Das ist eine gute Übung für euch beide.", sagte ich aufmunternd zu dem Mädchen. Anna wurde jedoch nur immer nervöser und löste in Quinn damit eine Panikreaktion aus. Das sonst so ruhige Stutfohlen rollte mit den Augen und stieg direkt vor Anna hoch. Die ließ vor Schreck den Führstrick los und ich hechtete nach vorne, damit die verängstigte Stute nicht weglief. Ivy tänzelte nervös neben mir und ich hatte nun alle Hände voll zu tun, die beiden Pferde unter Kontrolle zu halten.
      "Anna! Jetzt reiß dich zusammen und hilf mir! Nimm Ivy, die ist ruhiger als Quinn.", sagte ich scharf zu meiner Mitarbeiterin. Die erwachte dann auch tatsächlich aus ihrer Starre und nahm mir das Achal Tekkiner Mädchen ab. Ich ging nun näher an Shekitt Quinn heran und strich dem zitternden Fohlen sanft über den Hals.
      "Ist ja gut meine Kleine. Dir tut niemand etwas. Jetzt gehen wir ein paar Minuten diesen schönen Weg entlang und dann darfst du wieder mit Ivy auf die Koppel. Was hälst du davon?", sagte ich leise zu Quinn, während ich mit ruhigen Schritt losging. Die braune Stute hielt sich dicht bei mir, kam aber wenigstens mit. Anna hatte einige Mühe, Ivy im langsamen Schritt zu halten, doch nach fünf Minuten nickte ich ihr sowieso zu.
      "Das reicht für heute. Wir schließen das ganze jetzt ab, solange alles gut läuft und ich probiere es ein anderes Mal wieder."
      Wir gingen schweigend zurück zum Gestüt und brachten Ivy und Quinn auf die Koppel.
      Dann sah Anna mich schütern an und meinte: "Du gehst das nächste Mal alleine mit den beiden?"
      Ich schüttelte den Kopf: "Nein, aber ich werde Meg oder einen der Jungs mitnehmen. Anna, das heute war wirklich gefährlich. Ich weiß, dass du Angst hast, zu reiten. Aber ich wusste nicht, dass du auch am Boden Probleme damit hast. Entweder du arbeitest an dir - und dabei helfe ich dir gerne - oder ich muss mich nach einem Ersatz für dich umsehen. Wir haben jetzt 83 Pferde hier, da brauche ich jede Hilfe, die ich bekommen kann. Und ich kann nicht immer aufpassen, dass ich dir nicht zufällig mal ein schwierigeres Pferd zuteile. Und auch Quinn ist nicht schwierig. Sie hat nur Panik bekommen, weil sie deine Angst gespürt hat. Dieses Risiko ist mir einfach zu hoch."
      Anna nickte und verzog sich in den Stall. Es tat mir Leid, dass ich so hart zu ihr sein musste, aber ein solches Verhalten war mir einfach zu gefährlich. Ich stützte mich auf den Koppelzaun und betrachtete meine beiden Stutfohlen, die schon wieder friedlich grasten. Schon bald würden sie eingeritten werden und dann zu den großen Stutenherden kommen....
    • Sammy
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      Shekitt Quinn & Ivory - Gelände, Klappe die Zweite
      30. Mai 2015

      "Meine Güte, ist das heute schön!", strahlte ich, als ich in den stahlblauen Himmel blickte. Heute wollte ich zusammen mit Meg den zweiten Versuch unternehmen mit meinen beiden Stutfohlen Ivory und Shekitt Quinn ins Gelände zu gehen. Da unser letzter Ausflug so fatal verlaufen war, hatte ich heute sehr viel Zeit eingeplant und für Meg und mich ein wenig Proviant in einen Rucksack gepackt. Anna, die Mitschuld an dem unglücklichen Verlauf gehabt hatte, ging mir seitdem so gut es ging aus dem Weg und ich überlegte schon die ganze Zeit, wie ich ihr bei ihren Problemen behilflich sein konnte, ohne sie feuern zu müssen.
      In diesem Moment kam Meg strahelnd um die Ecke des Stalls gejoggt und wir gingen gemeinsam in den Stall, um die beiden jungen Stuten fertig zu machen. Beide bekamen Gamaschen an und wir tauschten die Führstricke gegen lange vier-Meter-Seile aus, da ich vorhatte, die Stuten auf einer ebenen Wiese ein wenig zu longieren, damit sie ruhiger wurden und sich an das Gelände gewöhnten.
      "Nimmst du heute Ivory bitte? Sie wird zwar nach dem letzten Ausflug auch nicht gerade begeistert sein, aber bei Quinn weiß ich, dass sie beim kleinsten Vorfall in die Luft geht. Anna hat ihr letztes Mal leider überhaupt nicht geholfen, so dass sich unsere Probleme mit ihr nur noch verstärkt haben.", klärte ich Meg auf.
      Das Mädchen senkte beschämt den Kopf und meinte leise: "Es tut mir so Leid, Sammy. Wenn ich nicht so mit meiner Karriere beschäftigt gewesen wäre, hätte ich mitkommen können und das wäre nicht passiert."
      Ich schüttelte bestimmt den Kopf: "Sag sowas nicht. Erstens habe ich dich auf das Turnier geschickt und ich bin wahnsinnig froh, dass du mir mit den Rennpferden unter die Arme greifst. Zweitens ist Anna hier nicht als Stallbursche angestellt, sondern als Azubi, wie ihr alle. Sogar Patrick bewegt die braven Pferde und mittlerweile kommt er am Boden auch mit den temperamentvollen zurecht. Anna macht aber überhaupt keine Fortschritte - noch viel schlimmer, sie will keine machen. Ich mag sie wirklich gerne, aber wir haben so viele Pferde hier, dass ich jede Hilfe brauche. Und ich kann ihr auch nicht immer hinterherrennen, ob sie jetzt mit diesem oder jenem Pferd klar kommt."
      Meg nickte und wir führten die Fohlen an die Mauer, die um das Gestüt herum lief. Wieder wählte ich den Feldweg, da ich die schlechte Erfahrung der beiden Stuten sofort überschreiben wollte. Als selbst Ivory vor uns nur zögernd aus dem Hof hinaus trat, wusste ich schon, dass das heute kein leichter Spaziergang werden würde. Im nächsten Moment stämmte Shekitt Quinn auch schon alle vier Hufe in den Boden und weigerte sich, auch nur einen einzigen Schritt weiter zu gehen. Meg und ich redeten mit Engelszungen auf das Stütchen ein, führten Ivy außer Sichtweite und lockten sie mit Karotten. Als nichts half, seufzte ich und sagte: "Gib mir mal schnell Ivy und leg unsere Decke in ca drei Metern Entfernung auf den Boden. Dann machen wir unsere Pause eben hier, bis Quinn sich traut weiterzugehen."
      Wir schlugen also in aller Ruhe gleich vor den Mauern des Gestüts die Decke auf, tranken einen Schluck Wasser und fütterten Ivy, die dich bei uns stand mit Möhrchen. Quinn hatte zwar Angst vor dem Gelände, doch so ganz alleine herumzustehen, behagte ihr ebenfalls nicht, sodass sie nach einer Weile zögernd durch das Tor trat und dann mit zwei schnellen Sätzen zu Ivy sprang. Ich gab Meg ihren Führstrick, schloss das Tor und faltete die Decke zusammen, während Meg Quinn ausgiebig lobte. Das Stutfohlen sah sich mit rießigen Augen um und ich hatte anschließend alle Hände voll zu tun, da Quinn vor Bäumen, Büschen und Steinen scheute. Ich blieb jedes Mal ruhig und ging so schnell es mir möglich war wieder in ruhigem Schritt weiter. Ivory hatte ihre Scheu sowieso schnell überwunden, sodass sie neugierig vorausging und irgendwann nicht einmal mehr zusammen zuckte, wenn Quinn erschrak. Als wir nach einer Weile an einer großen Wiese ankamen, die ebenfalls noch zu meinem Besitz gehörte, longierten wir erst Ivy ein paar Runden und anschließend auch Shekitt Quinn. Diese fühlte sich zunächst überhaupt nicht wohl, auf der freien Wiese, doch allmählich konzentrierte sie sich so auf ihre Aufgabe, dass sie alles um sich herum vergas. Ich lobte sie fröhlich und entschied dann, dass es an der Zeit war, zum Hof zurück zu kehren. Die beiden Stutfohlen hatten sich so gut angestellt, dass wir das Training guten Gewissens beenden konnten.
    • Sammy
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      Trainingsbericht Dressur E-A
      30. Juni 2015

      "Puh, das wird spannend.", sagte ich schief grinsend zu Meg, die mir half die völlig überdrehte Ivory fürs Training fertig zu machen. Wir versuchen gerade die Beine der Stute für die Dressurarbeit zu bandagieren, doch Ivy gab sich alle Mühe, es uns schwer zu machen. Sie tänzelte von rechts nach links, rempelte uns an und hob ein paar Mal sogar mit den Vorderbeinen vom Boden ab. "Was ist denn heute nur los mit dir?", schmimpfte ich nach einem besonders heftigen Hüpfer mit der jungen Stute. Ivy war schon immer extrem temperamentvoll gewesen, doch heute schien es wieder einmal besonders schlimm zu sein. Andererseits wollte ich sie auch nicht auf die Koppel stellen, nur weil sie sich so benahm. Als wir es endlich geschafft hatten, das Pferd aufzusatteln, schaffte es Ivy auf dem Weg zum Platz dreimal, mir in die Hacken zu laufen und ich fluchte recht ungehörig. Meg kicherte in ihre vorgehaltene Hand, während sie uns begleitete. Auf dem Reitplatz stellte sich dann gleich das nächste Problem. Ich schaffte es zwar nachzugurten und die Steigbügel herunter zu lassen, doch Ivy weigerte sich partout auch nur eine Sekunde still stehen zu bleiben. "Soll ich sie halten, damit du aufsteigen kannst?", rief Meg vom Zaun herüber. "Nein, danke! Das muss sie sowieso lernen!", rief ich zurück. Geduldig stellte ich Ivy so lange zurück an ihren Ausgangsplatz, bis ich schließlich die Zeit hatte, mich in den Sattel zu schwingen. Dort ging das Spielchen gleich von vorn los. Eigentlich hatte Ivy diesen Zirkus schon längst hinter sich, doch sie schien entschlossen ihre gesamte Erziehung heute zu vergessen. Gleich in der ersten Schrittrunde um den Platz ging sie mir im gestreckten Galopp durch und schon nach wenigen Minuten war ich fix und fertig. "Vergiss es. Wir absolvieren heute unser Training und wenn du noch so viel rumspinnst!", knurrte ich mit zusammengebissenen Zähnen und trieb die Stute energisch mit den Schenkeln vorwärts, als sie wieder einmal rückwärts rennen wollte. Nach gefühlten Jahren bemerkte ich endlich eine Veränderung. Ivy war zwar immer noch sehr schreckhaft, doch sie nahm den Kopf herunter, wurde im Rücken weicher und ihre Tritte wurden nun lang und geschmeidig. Erleichtert atmete ich auf und zeigte Meg den erhobenen Daumen. Dann konnte das eigentliche Training ja endlich starten!
      Das Aufwärmen hatten wir ja mit unseren unzähligen Zirkeln, Schlangenlinien und Schritt-Trab-Übergängen bereits hinter uns gebracht, auch wenn Ivy`s Durchgehattacken eigentlich nicht geplant gewesen waren. Für den Aufstieg in die Klasse A der Dressur standen die Schritt-Galopp-Übergänge, das Rückwärtsrichten - was Ivy nach ihrer Demonstration gerade eben eigentlich im Schlaf beherrschen sollte, die Vorhandwendung und das Viereck verkleinern und vergrößern auf unserem Plan. Ich begann mit dem Rückwärtsrichten. Wie erwartet sträubte sich Ivy kurz gegen meine Hilfen, besann sich aber doch auf unsere stundenlange Bodenarbeit und trat Tritt für Tritt nach hingen. Ich lobte sie postwendend, trabte ein paar Runden und wiederholte die Lektion dann mit dem gleichen zufriedenstellenden Ergebnis. Weiter ging es mit den Schritt-Galopp-Übergängen. Hierzu ritt ich Ivy im Schritt um die Bahn, verkürzte die Zügel und gab ihr in die zweite Ecke der langen Seite die Hilfen zum Angaloppieren. Sofort schoss die junge Stute los und ich hatte einige Mühe, den Übergang kontrolliert und ruhig zu reiten. Irgendwann klappte es jedoch. Dafür war der Übergang vom Galopp in den Schritt dann schon fast ein Kinderspiel. Ich klopfte Ivy fröhlich den Hals. Anscheinend machte sich meine Hartnäckigkeit bezahlt. Nun parierte ich Ivory auf dem zweiten Hufschlag zum Halt durch und widmete mich der Vorhandwendung. Diese und das Viereck verkleinern und vergrößern verlangten und beiden einiges ab, da Ivy die Lektionen im Schritt wohl für zu langweilig befand. Am Ende des Trainings zeigte die junge Stute jedoch alle Lektionen recht sauber und ich wusste, dass sie mit mehr Übung auch noch sehr viel besser aussehen konnten. Wie auch immer. Die Grundlektionen saßen und Ivy hatte somit den Aufsteig in Klasse A der gemeistert!
    • Sammy
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      Trainingsbericht Dressur A-L
      26. Juli 2015

      "Himmel, es ist ja jetzt schon echt heiß. Wie gut, dass ich heute sowieso nur den halben Tag für das Training der Pferde habe, ich würde ja schmelzen.", beschwerte ich mich halbherzig, über das Wetter. Eigentlich genoss ich jeden einzelnen Sonnenstrahl, aber ab und an musste auch ich mal ein wenig bemitleidet werden. Was bei meinen werten Angestellten leider auf Taube Ohren stieß, die machten sich nur lustig über mich. "Tz, mit euch ist auch wirklich nicht zu rechnen. Ich geh lieber und rede mit Ivory, die hat wenigstens den Grips mich zu verstehen.", zog ich sie lachend auf und verschwand in der Box meiner jungen Achal Tekkiner Stute. Ivy stupste mich auffordernd an und blieb heute ausnahmsweise einigermaßen ruhig stehen, als ich sie fürs Dressurtraining der Klasse L fertig machte. Vielleicht verstand sie ja langsam, dass es erst nach dem Training hinaus auf die Koppeln ging und sie vor dem Training stillstehen musste. Das wäre in der Tat ein großer Erfolg bei dem überdrehten Stütchen. Ich führte Ivy hinaus auf den Dressurplatz, stellte sie auf der Mittellinie auf und schwang mich in den Sattel - das erste Mal ohne Ivy`s Ausgangsposition korrigieren zu müssen. "Also Ivy langsam machst du mir Angst. Haben sie mir über Nacht ein anderes Pferd in den Stall gesellt? Oder war der Weihnachtsmann dieses Jahr ein paar Monate zu früh dran?!", fragte ich die Stute verwundert, während ich im Schritt anritt und sie dann in aller Ruhe aufwärmte. Ivy`s Ruhe hielt auch noch an, als ich Zirkel, Schlangenlinien durch die Bahn, Volten und Tempowechsel ritt. Sogar der erste Galopp, bei dem die Stute normalerweise immer ein wenig Luft abließ, verlief ohne Zwischenfälle. "Sag mal was hast du denn mit Ivy angestellt? Die geht ja hervorragend. Sie sieht aus wie ein alter Hase.", ließ sich da Meg vom Zaun aus vernehmen, doch ich zuckte nur hilflos die Schultern. Auf jeden Fall wusste ich, dass Ivy nicht krank war, also musste ich diesen angenehmen Zustand vielleicht einfach genießen. Heute standen der Außengalopp, der einfache Wechsel, die Kurzkehrt und die Hinterhandwendung auf unserem Programm und ich war sehr gespannt,wie Ivy sich schlagen würde. Ich begann mit dem Wechsel, indem ich Ivy im Galopp auf den Zirkel abwendete und ihr kurz vor X die Hilfen zum Durchparieren in den Schritt gab. Drei Tritte später, hatte ich die junge Stute bereits umgestellt und galoppierte auf der anderen Hand, auf dem anderen Zirkel. Ich lobte Ivy ausgiebig, wiederholte die Lektion zur Sicherheit jedoch trotzdem noch einige Male. Auch der Außengalopp saß recht schnell: Hier zeigte sich einfach wieder einmal, welches Ivy`s Lieblingsgangart war. Wobei sie mittlerweile auch im Trab eine wirklich gute Figur machte - vorausgesetzt natürlich, sie wollte mitarbeiten. Kurzkehrt und Hinterhandwendung verlangten dem jungen Pferd schon ein wenig mehr ab, doch ich war rundum begeistert davon, wie schön Ivy sich konzentrierte. Übers ganze Gesicht strahlend, ließ ich schließlich die Zügel lang und ritt Ivy im Schritt um den Platz herum trocken. Als ich sie auf der Mittellinie aufgestellt hatte und mich gerade aus dem Sattel schwingen wollte, machte Ivy plötzlich einen rießigen Satz nach vorn, buckelte einmal spielerisch und galoppierte dann los. Ich, völlig aus dem Gleichgewicht gebracht, hing nur noch halb im Sattel und versuchte verzweifelt wieder richtig Halt zu finden und gleichzeitig die Zügel aufzunehmen, die ich zum Absitzen lang gelassen hatte. Verschwommen sah ich die vorbeirauschenden Gesichter von meinen Mitarbeitern, die den Tumult wohl mitbekommen hatten. Als ich endlich wieder richtig im Sattel saß und die Zügel aufgenommen hatte, war es trotzdem noch ein rechter Kampf, Ivy durchzuparieren. Ich atmete zitternd aus und rollte gleich darauf mit den Augen, als meine Mitarbeiter dem "nächsten Stuntreiter und Zirkusclown" applaudierten. "Sehr witzig Leute. Aber trotz dem Ausraster geht Ivy in der Dressur jetzt auf L -Niveau. Wenn ihr sie so lustig findet, kann ja nächstes Mal einer von euch draufsitzen und ich feure euch vom Rand aus an.", sagte ich natürlich im Scherz. Im Grunde genommen liebte ich das lockere Verhältnis, dass ich zu meinen Mitarbeitern pflegte. Es machte die Arbeit auf dem Hof um so vieles entspannter. Zumal ich einfach nicht der Typ Chef war, der seine Mitarbeiter zusammenbrüllte. Nicht meine Art.
    • Sammy
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      Der ganz normale Wahnsinn & zwei Neuankömmlinge auf dem Hof!
      31. Juli 2015

      "Hey Eddi, was gibts?", fragte ich ein wenig atemlos. Ich war immer noch in den USA, wo Kagami el Assuad, Backup und Success Story xx an Rennen teilnahmen. Vor einiger Zeit hatte ich Eddi auf ihrer Ranch besucht und ihr beim Training ihrer Stute Classic Gold geholfen.
      "Du bist doch noch in Kentucky, oder? Ich habe mich entschieden einige meiner Pferde abzugeben und wollte dich fragen, ob du Interesse an Napayné und Ehawee hättest?"
      Da musste ich nicht zweimal überlegen. Napayné hatte einmal meiner ehemaligen Zuchtpartnerin rawwrrr gehört und Ehawee war eine wunderschöne fuchsfarbene Traberstute. Da ich sowieso Traber in meine Zucht aufnehmen wollte und ich mit Kolibri und Hollywood Undead ja auch zwei wunderbare Welsh Bs hatte, sagte ich Eddi sofort zu.
      "Ich fliege nächste Woche wieder nach Hause. Am besten rufe ich gleich mal bei der Fluggesellschaft an und frage nach, ob sie die beiden mitnehmen können."

      ~*~

      Eine Woche später knetete ich nervös meine Hände, während ich darauf wartete, dass der Flieger endlich auf der Rollbahn aufsetzte. Der Flug war lang gewesen und ich konnte es kaum erwarten, nach meinen fünf Stuten zu sehen. Gott sei Dank war noch Platz gewesen und wir hatten Ehawee und Napayné gleich mitnehmen können.
      Als wir ausgestiegen waren, trat ich so ungeduldig von einem Bein aufs andere, dass Samuel schon genervt die Augen verdrehte.
      "Erde an Sammy, beruhig dich mal. Denen geht`s gut. Die haben den Hinflug immerhin alle fünf schon einmal hinter sich gebracht. Nach Amerika kann man nun mal nicht mit dem Hänger fahren! A propos Hänger , da kommt Donald!"
      Ich drehte mich um und winkte meinen Mitarbeiter zu uns. Donald war extra mit dem Hänger hergekommen, um uns abzuholen. Ich hatte natürlich schon Bescheid gegeben, dass die Box neben Kolibri und die große Eckbox eingestreut werden sollten, doch noch wusste die Daheimgebliebenen nicht, um was für Pferde es sich handelte.
      Endlich winkte uns der Flugsicherheitsbegleiter heran und wir durften die Pferde aus ihren Container-Boxen holen. Donald nahm Backup, Samuel Kagami und ich kümmerte mich um Succcess Story xx, da die braune Stute immer noch recht scheu war.
      Nachdem die drei verladen waren, begann Donald damit, die Sattelkisten im Transporter zu verstauen und Samuel und ich kümmerten uns um Napayné und Ehawee.
      Die beiden Stuten reckten die Hälse und blähten die Nüstern.
      Donald betrachtete den Schimmel und den Fuchs eingehend, dann strahlte er.
      "Wahnsinn, ich liebe die ganzen neuen Pferde, die du uns in letzter Zeit anschleppst! Ich weiß zwar nicht, wie du das machst, aber irgendwie schaffst du es immer, an absolute Diamanten zu kommen!", rief er aus, bevor er Napayné und Ehawee vorsichtig begrüßte.
      "Napayné ist ein bisschen zickig, aber Ehawee ist ganz lieb. Sie soll die Traberlinie bei uns begründen - fehlt nur noch der passende Hengst.", lachte ich.
      Wir verluden auch die beiden und machten uns dann auf die letzte Etappe unserer Reise. Ich freute mich schon unglaublich darauf, endlich meine ganzen Pferde wieder zu sehen.
      "Hat sich Amayyas eigentlich benommen?", fragte ich Donald nach meiner ehemals neuesten Errungenschaft, einem Berberhengst.
      "Es geht. Er testet uns an allen Ecken und Enden, aber wir haben es geschafft ihn von der Box auf die Weide zu bringen und umgekehrt. Außerdem hab ich mal ein bisschen Bodenarbeit mit ihm gemacht, aber da war ich wohl eher der Rangniedrigere. Er hat mich nämlich einfach stehen gelassen und ist über den Zaun gesprungen. Eigentlich wollte Brian sich ja um ihn kümmern, aber der lag mit einer ziemlich fiesen Grippe im Bett.", sagte Donald ein wenig betreten.
      Ich machte große Augen: "Über den Zaun gesprungen? Und dann?"
      "Ganz einfach. Erst ist er zu den Stutenkoppeln gelaufen, hat dann die Fohlen besucht und hat sich anschließend in seine Box gestellt, als wenn nichts gewesen wäre.", berichtete Donald weiter.
      Während Samuel sich vor Lachen ausschüttete, runzelte ich nachdenklich die Stirn. Amayyas war ein ausgesprochen vielversprechender Hengst, aber ich musste ihn endlich so erziehen, dass auch die anderen mit ihm arbeiten konnten.
      "Na gut, schauen wir erstmal, dass wir gut daheim ankommen, um unseren Geparden kümmere ich mich morgen!", entschied ich grinsend.

      ~*~

      Gähnend stieg ich aus und streckte mich genüsslich. Endlich wieder daheim! Sofort kam Meg angelaufen. Brian lag immer noch im Bett und Anna und Patrick waren bereits nach Hause gefahren, da sie ja nicht auf dem Gestüt lebten.
      "Ich möchte Backup nehmen! Darf ich?", fragte sie sofort. Seit Ravenback`s tragischem Tod kümmerte Meg sich lebevoll Backup und die Stute entwickelte sich unter ihrer Führsorge prächtig. Donald führte diesmal Kagami und ich nahm wieder Succes Story.
      "Samuel bleibt du kurz bei den anderen? Ich möchte keine von ihnen alleine lassen.", bat ich den jungen Mann, während wir die drei Stuten in den Stall brachten. Wie immer wurden wir von lautem Gewieher begrüßt und es juckte mich in den Fingern, jedes meiner geliebten Pferde in die Arme zu schließen.
      Stattdessen liefen wir sofort zurück zum Transporter.
      "Jungs kümmert ihr euch um die Sattelkisten und das Gepäck? Dann stelle ich Meg unsere beiden Neuzugänge vor.", sagte ich, während ich bereits in den Hänger ging und Napayné herausführte. Meg quietschte erfreut, als sie das Schimmel-Pony sah. "Die bekommt bestimmt süße Fohlen mit Holly!!", meinte sie strahelnd.
      "Oh ja, das denke ich auch. Und unsere zweite Hübsche hier wird irgendwann sicherlich auch einmal eine Bereicherung für unsere Zucht!", sagte ich, während ich Ehawee aus dem Hänger führte.
      "Oh wow! Was ist das für ne Rasse? Sieht ein bisschen nach Traber aus....", riet Meg.
      Ich nickte lächelnd und sofort meinte sie: "Trainierst du sie für Trabrennen? Ich weiß, ich will Jockey werden, aber Trabrennen sind ja schließlich auch Rennen...."
      "Halt, stopp! Ich weiß noch nicht genau wie ich sie fördern werde. Eddi hat sie für Dressur und Springen vorgemerkt, sollte sie Talent fürs Rennen und den Sulky haben, nehmen wir diese Disziplinen natürlich dazu. Aber jetzt darf unsere Süße sich erstmal eingewöhnen! Napayné steht natürlich in der Box neben Kolibri und Ehawee hier bekommt die Eckbox neben Napayné. Dort soll sie zwar nicht immer stehen bleiben, immerhin ist das der Ponytrakt, aber dann fühlen sich unsere beiden anfangs vielleicht nicht so einsam."
      Meg nickte zustimmend und gemeinsam führten wir die Stuten in den einladenden Stall. Als ich meinen Rundgang durch den Stall erledigt hatte, lud ich Donald, Samuel und Meg noch zu einem Feierabend -Bier in meinen Garten ein, wo wir einen anstrengenden Tag in der lauen Sommernacht ausklingen ließen.

      ~*~

      Am nächsten Morgen war ich bereits vor allen anderen auf den Beinen, da ich meine Pferde ganz in Ruhe noch einmal begrüßen wollte. Deshalb würde ich sie alle alleine auf die Koppeln bringen.
      Wie immer begann ich im Hengsttrakt, da meine Herren mir sonst einen rießen Radau veranstalten würden. Ich gab meinen Liebling Hollybrook`s Cheeky Jot einen dicken Kuss auf die Nase, zog ihm sein Halfter über und führte ihn aus der Box. Dann halfterte ich einhändig seinen Halbbruder Hollybrook`s Bloody Valentine auf und führte die beiden Ponyhengste nach draußen. Der schüchterne Bloody war der einzige Hengst, mit dem Cheeky sich verstand, deshalb kamen die beiden zusammen auf einen der zehn Hengstpaddocks. Auch Cheeky`s Sohn, Hollybrook`s Casanova, durfte auf einen Hengstpaddock, da er was das Verhalten anderen Hengsten gegebüber anging, genauso war wie sein Vater.
      "Nova, du bist wirklich schrecklich. Schau dir lieber Chex gute Seiten ab und nicht sein alberenes Getue!", ermahnte ich den jungen Silver Dapple, als ich ihn an dem giftenden Cheeky Jot vorbeiführte und der Junghengst sofort das Gehabe seines Vaters nachahmte.
      Der letzte New Foresthengst, der einen Paddock sein Eigen nennen durfte, war Cheeky`s Vater und damit Nova`s Großvater, BMs Caradoc. Der schöne Braunschecke tänzelte eifrig neben mir her und legte auf der Koppel erst einmal ein paar ausgelassene Bocksprünge hin.
      Früher hatte ich auch meinen Gründerhengst Caspar einzeln stellen müssen, doch der in die Jahre gekommene Hengst war ruhiger und umgänglicher geworden und ließ mittlerweile auch andere Hengste an sich heran, weshalb ich ihn zusammen mit dem Palominohengst Orfino auf die große Hengstkoppel brachte.
      Der nächste war mein Araberhengst Wüstentänzer. Der energiegeladene Fuchs schlug bereits mit dem Vorderbein gegen die Boxentür, weshalb ich meinen zweiten Araberhengst, Khamar al Sanaa erst einmal stehen ließ.
      "Keine Sorge mein Schöner, ich bring nur schnell deinen lärmenden Kollegen auf seine Koppel und dann bist du an der Reihe!", tröstete ich den wunderschönen Schimmel.
      Ich streifte Wüstentänzer das Halfter über und er bezog Paddock Nummer vier. Danach löste ich mein Versprechen ein und brachte Khamar al Sanaa auf die Koppel. Der Hengst hatte ein wenig Zeit gebraucht, doch mittlerweile mauserte er sich zu einem Top-Hengst. Erst kürzlich hatte er eine hart umkämpfte Hengst des Monatswahl für sich entscheiden können und ich war unglaublich stolz auf meinen Schönen.
      Weiter ging es mit meinen Warmbluthengsten. Wie immer begann ich mit dem Apfelschimmel Levistino, da er schon am längsten in meinem Besitz war. Der große Hengst vergrub sein Maul in meiner Hand und ich strich ihm liebevoll den weißen Schopf aus der Stirn, bevor ich ihn auf die nächste Hengstkoppel stellte. Auch Levistino verstand sich überhaupt nicht mit anderen Hengsten. Genauso lief es mit dem jungen Holsteiner Fantastic Fly. Er wölbte stolz den Hals, als ich ihn an den anderen Hengsten vorbei zu seiner Koppel führte und preschte dann erst einmal in gestrecktem Galopp über das grüne Gras. Ich schüttelte den Kopf und holte den nächsten im Bunde: Den Hannoveranerrappen Black Soul. Er war bei den Warmblütern immer noch ein wenig mein Sorgenkind, da er außer Brian und mir niemanden so wirklich an sich heran ließ. A propos - nach Brian musste ich heute unbedingt auch noch sehen, immerhin lag der arme Kerl krank im Bett.
      Meinen zweiten Hannoveranerhengst Branagorn führte ich zusammen mit dem Andalusier Ojos Azules auf die große Hengstkoppel, auf der ja schon Orfino und Caspar standen. Die beiden braven Hengst folgten mir wie Lämmchen und ich gab beiden einen Kuss auf die weichen Nüstern. Als nächstes waren dann Golden Indian Summer und Dream of Wyoming an der Reihe. Der Quarterhengst folgte mir brav am langen Strick, während Wyoming immer noch ein wenig zurückhaltend war. Aber gut, er hatte viel durchgemacht, da verzieh ich ihm das natürlich. Ich war unglaublich froh, dass er in Summer einen Freund zu haben schien, denn der Buckskin ließ keinen der anderen Hengste an den Appaloosa heran.
      Das nächste Paar, das auf die große Koppel durfte waren mein Achal Tekkiner Candle in the Wind und mein frisch gekörter American Saddlebred -Hengst GH`s Safriko. Beide gehörten mir noch nicht so lange, hatten sich jedoch hervorragend eingelebt und sich toll entwickelt.
      Als ich wiederkam, schaute mich mein zweiter Saddlebredhengst Someone bereits vorwurfsvoll an. Der elegante Cremello mochte es nicht, missachtet zu werden, schon gar nicht, wenn man ihm seine Boxnachbarn entführte.
      Ich lachte und strich Someone den langen Schopf aus der Stirn, bevor ich ihn auf den achten Hengstpaddock brachte.
      Mein Barockpintohengst Slaters Secret und mein Lusitanohengst Pierre dagegen durften zusammen mit dem Junghengst San Salvador ebenfalls auf die Gemeinschaftskoppel, da sie sich gut mit den anderen verstanden.
      Als nächstes waren dann meine edlen Englischen Vollblüter an der Reihe. El Racino, den pechschwarzen Sohn meiner Stute Black Pearl brachte ich auf Hengstpaddock Nummer neun, während die beiden älteren Hengste Ghostbuster und Tschiwabschischi auf die große Koppel durften. So langsam wurde der Hengststall merklich leerer. Es standen nun nur noch meine Ponyhengste, sowie die beiden ungekörten Amayyas und Classic Moment im Stall.
      Ich begann mit dem Welsh A Juego und dem Welsh B Hollywood Undead. Beide kamen auf die große Koppel, auf der sie sich sofort gemächlich zu den anderen gesellten.
      Auch die Isländer Fair Prince und Intolerable Life machten mir keine Probleme.
      Den Deutschen Reitponyrappen Daemon nahm ich wie üblich alleine, da der Hengst zwar mit anderen Hengsten klarkam, sie aber nicht in seiner unmittelbaren Nähe haben wollte. So stand er auch auf der Koppel immer ein wenig abseits und drohte den anderen, wenn sie ihm zu Nahe kamen.
      Da ich die beiden verbliebenen Ponies auch zusammen mitnehmen würde, beschloss ich zuerst meinen Neuzugang Amayyas, einen wunderschönen Red Roan Berber auf den letzten Hengstpaddock zu bringen. Er war der Grund, warum Daemon jetzt auf der großen Koppel stand. Im Gegensatz zu dem Rappen konnte der wilde Amayyas andere Hengste nämlich nicht ausstehen und ging wenn möglich auf sie los. Um solche Angriffe zu vermeiden, bezog er den letzten Hengstpadock, der durch einen noch höheren Zaun und eine Hecke von den anderen abgetrennt war. Hier war früher Cheeky Jot`s Reich gewesen, doch seit der Hengst mit Bloody Valentine zusammen stand, war er merklich ausgeglichener geworden.
      "So ihr zwei Schönen, ihr seid die letzten!", verkündete ich meinem New Forest Ponyhengst Hollybrook`s Classic Moment und meinem Reitponyhengst Eddi`s Dead Pop Romance. Letzteren hatte ich eigentlich nur kören und dann verkaufen wollen, doch der Hengst hatte solch ein ernormes Potential, dass ich es einfach nicht über mich brachte, ihn herzugeben.
      Classic dagegen würde nach seiner Körung defintiv ausziehen müssen, da ich nicht noch einen Hengst aus der Linie halten konnte. Auch diese beiden durften auf die große Hengstkoppel und nachdem ich ihnen ein paar Minuten beim Toben zugesehen hatte, widmete ich mich meinen Stuten...
      Hier waren wie immer zuerst meine Jüngsten an der Reihe. Mein Champagne farbenes Achal Tekkiner Stütchen Ivory führte ich zusammen mit dem Berbermädchen Cirilla aus dem Stall. Die beiden hatten sich einfach gesucht und gefunden. Anschließend waren die Welsh A Stute Mississle und mein American Saddlebred Shekitt Quinn an der Reihe. Letztere war immer noch sehr schüchtern und hatte auch noch keine wirkliche Freundin in den anderen Pferden gefunden, was ich sehr schade fand. Meine Hannoveranerstuten Unannounced Pleasure und Reminiscent Inspiration führte ich wie immer zusammen auf die mittlere Stutenweide, auf der meine Warmblüter und Westernpferde untergebracht waren. Die zwei waren immer noch unzertrennlich, auch wenn Reminiscent Inspiration mittlerweile schon fleißig im Turniersport unterwegs war, während ich bei Pleasure noch mit Einreiten beschäftigt war.
      Die Trakehnerstute und Tochter von meinem Levistino, Levistino`s Hope führte ich gemeinsam mit der braven Pintostute Glammy ebenfalls auf die mittlere Koppel. Als nächstes waren Backup und Success Story xx dran. Backup war zwar nervös und aufgedreht, ließ sich aber ganz gut händeln, sodass ich meine Konzentration auf die schwierigere Success Story richten konnte. Die beiden Damen bezogen die Koppel links der Warmblutkoppel.
      Nun waren von den ungekörten Stuten nur noch Kagami el Assuad und Ehawee im Stall. Da Ehawee und Napayné die Köfpe zusammen steckten, machte die aufgedrehte Kagami bereits Radau, weshalb ich die schöne Palominostute zuerst aus ihrer Box herausführte. Das aufmümpfige Jungpferd hatte mir bereits ganz schön viel Ärger bereitet, doch ich liebte die Stute trotzdem abgöttisch.
      Meine beiden Neuzugänge Ehawee und Napayné bezogen die dritte Stutenkoppel, allerdings nur einen kleinen abgetrennten Teil davon, damit sie sich an die anderen gewöhnen könnten. Anfangs würde ich die Welsh B Stute und die Traberstute noch zusammen stehen lassen, damit sie sich in Ruhe eingewöhnen konnten.
      Ich wischte mir den Schweiß von der Stirn. Es war ganz schön anstrengend, alle Pferde alleine raus zu bringen, doch ich wollte ja alle gebührend begrüßen.
      Weiter ging es mit meinen Araberstuten. Hier führte ich wie immer Sahira, Fallen Immortaliny und Sharley alleine auf die Koppel der Vollblüter. Sahira und Kagami hatten sich anfangs gehasst, doch mittlerweile hatte meine Araberfalbstute ihre Position als Leitstute wieder klar gemacht und Kagami hielt sich ihr gegenüber zurück.
      Die anderen Araber nahm ich in Dreier-Gruppen, um noch fertig zu werden, bevor meine Mitarbeiter aufkreuzten. Vor allem Meg kam öfter schon früher in den Stall. Ich schnappte mir Melody`s Girl, Adina de Ra`idah und Rose de Soleil und brachte die drei zur Koppel, um gleich darauf auch Hadeeh, Little Miss Sunshine und Bittersweet hinaus zu führen. Soweit so gut.
      Auch die drei verbliebenen englischen Vollblutdamen Ace of Spades, Pirate Island und Black Pearl beförderte ich im Dreierpack zu den anderen Vollblütern und sah ihnen dann lächelnd dabei zu, wie sie sich über die weitläufige Weide hinweg ein Wettrennen lieferten, solange, bis mich das ungeduldige Wiehern meiner Prinzessin Samiyah aus der Starre riss.
      Die Trakehnerstute forderte die nächsten zehn Minuten meine volle Aufmerskamkeit, da sie immer wieder den Kopf hochriss, nur um gleich darauf ihr rosanes Maul in meine Hände zu drücken. Ich kraulte sie an ihrer Lieblingsstelle am Hals und führte sie dann zusammen mit der zweiten Trakehnerstute, Mahira, auf die Koppel. Gleich darauf waren auch die Hannoveranerstute Angels Fall First und die Holsteinerstute Wild Lady Roxanne an der Reihe. Sie kamen alle auf die mittlere Koppel. Um eben jene voll zu machen, machte ich gleich mit den Warmblütern weiter. Da meine Westernpferde alle exzellent ausgebildet waren und aufs Wort hörten, nahm ich die Paint Horse Stuten My Golden Heart und The Morticains Daugther sowie die Quarter Horse Stuten BBs Harmony und American Baby einfach alle zusammen mit zur Koppel, liebkoste jede Einzelne von ihnen und entließ sie dann zu den anderen.
      Meine Andalusierstute Cuchara führte ich zusammen mit dem Lusitano Salwa und der Barockpintostute Benjilala hinaus und zum Schluss folgten noch meine American Saddlebreds Mizzi und Paradises Rafinesse. Seufzend verschloss ich das Gatter und machte mich auf, um auch meine geliebten Ponies hinaus zu lassen, damit Napayné und Ehawee endlich ihre Stallgenossen richtig kennen lernen konnten.
      Ich begann mit den Welsh Ponies Little Big Girl und Kolibri, dann kamen die Isländer Dark Misery und Fatimah und zum Schluss folgten die Reitponies Dorina und Cinnemont`s History.
      Alle sechs schenkten den beiden Neuen nur einen kurzen Blick und begannen dann zu grasen.
      Das würde bei meinen New Forest Ponies wohl anders laufen. Zumindest Naboo und Walk of Fame würden ihre Position schnell deutlich machen.
      Genau deshalb ließ ich die beiden auch erst einmal stehen und begann stattdessen mit der Palominostute Magical Moment und ihrer Freundin Thousand Sunny. Dann waren die Red Roan Stute Aimiliani und die Braune Fairylike Facility an der Reihe, bevor ich Golden Flair und Precious Scream holte. Die Buckskin Stute verstand sich gut mit der älteren Falbscheckin und Gründerstute meiner Zucht, weshalb ich die beiden problemlos zusammen führen konnte. Auch über das nächste Paar freute ich mich nach wie vor ungemein: Meine scheue Rappstute Isola della Pirateria hatte in dem Waisenfohlen Everybody`s Darling so etwas wie eine Tochter gefunden und obwohl Darling mitlerweile ausgewachsen, gekört und fast fertig ausgebildet waren, bemutterte Isola sie noch immer. Nun waren nur noch Walk of Fame und Naboo übrig. Ich beschloss mich mit Cheeky`s Mutter zu beginnen und führte die Apfelschimmelstute aus ihrer Box. Als wir an Naboo vorbeikamen und diese registrierte, dass sie nun alleine war, stieg sie in ihrer Box und begann laut zu wiehern. Ich verdrehte die Augen, band Walk of Fame neben Naboo`s Box an und holte auch die Rappscheckin aus der Box.
      "Na gut ihr beiden, ich nehme euch zusammen mit, aber wehe ihr macht mir Ärger!", warnte ich die zwei vorsichtshalber. Normalerweise nahm ich meine temperamentvollen Stuten nur einzeln mit nach draußen, aber ich wollte auch nicht, dass Naboo mir den Stall zerlegte oder sich gar verletzte.
      Erstaunlicherweise waren die beiden recht brav, doch sobald sie frei waren, galoppierten sie zum Zaun, der sie von Ehawee und Napayné trennte und gifteten die neuen Stuten gemeinsam an.
      "Na sieh mal einer an, normalerweise könenn sich die beiden nicht leiden, aber bei dem Thema halten sie zusammen...", dachte ich kopfschüttelnd, während ich zurück zum Stall ging, wo mich meine Mitarbeiter ein wenig entgeistert ansahen.
      "Warum hast du die denn alle alleine rausgebracht? Das war doch ne wahnsinnige Arbeit!", meinte Samuel fassungslos.
      "Ja, aber ich war ja jetzt auch ewig weg, da musste das sein. Dafür dürft ihr jetzt Boxen ausmisten, während ich uns Kaffee koche und dann mal nach Brian sehe....", gab ich grinsend zurück.
      Die anderen lachten und machten sich an die Arbeit. Mit diesem tollen Team würde ich sicherlich noch viele schöne Stunden erleben...
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  • Album:
    Verkaufsstall
    Hochgeladen von:
    Sammy
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    26 Mai 2016
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    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Ivory
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    [engl.: "Elfenbein"]
    Spitzname: Ivy

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    ~ Abstammung ~
    Von:
    ?
    V: unbekannt
    M: unbekannt
    Aus der: ?
    V: unbekannt
    M: unbekannt

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    Rasse: Achal Tekkiner
    Geschlecht: Stute
    Geburtsdatum: 23. Januar 2013
    Stockmaß: 1.62 m
    Fellfarbe: Perlino
    Kopfabzeichen: unterbrochene Blesse
    Beinabzeichen: v.l. weißer Stiefel, v.r. weißer Fuß, h.l. weißer Fuß, h.r. weißer Fuß

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    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Ivory ist eine hübsche, korrekt gebaute Stute, die einem sofort ins Auge fällt. Die junge Stute besticht durch ihre Fellfarbe, ihre eisblauen Augen und vor allem durch ihr Temperament. Man muss sehr konsequent sein, um mit Ivy arbeiten zu können und die junge Stute mit viel Abwechslung bei der Stange halten. Bereits als Fohlen siegte Ivory bei einer Schau, doch seit diesem Tag hat die talentierte Stute eine gewaltige Entwicklung durchgemacht. Wir dürfen auf ihren weiteren Werdegang gespannt sein!
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    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: ///
    Ersteller: Sammy
    Vkr:
    ///

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    ~ Qualifikationen ~
    Dressur:
    S
    Distanz: S
    Galopprennen: S

    --------------------------------------------------
    ~ Schleifen ~
    Gewinnerin der [FS 231] Palominos & Cremellos/Perlinos
    [​IMG]
    Gewinnerin der SK[442] Stuten mit vielseitiger Ausbildung
    [​IMG]

    --------------------------------------------------

    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig:
    Ja
    Nachkommen: ///
    Geschwister: ///