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Waldvoegelchen

Istas - Tiger Horse - Hengst

Istas - Tiger Horse - Hengst
Waldvoegelchen, 23 Nov. 2014
    • Waldvoegelchen
      Pflegebericht 1
      Der dunkle auf dem Pferdemarkt

      Irgendwann gegen 8 wachte ich auf. Ich drehte mich sogar noch einmal um, bevor ich aufstand und unter die Dusche sprang. Zum Frühstück gab's Müsli, ganz ungeniert. Ich hatte heute frei, einfach mal so, da muss man sich ja nicht noch extra Arbeit machen.
      Nachdem ich 2 Stunden gelesen hatte, es war jetzt 11, wurde mir langweilig. Auf Rumsitzen und nichts tun hatte ich keine Lust und ich fing an, ein wenig im Internet zu stöbern. Hm, Pferdemarkt... mit dem Auto würde ich 'ne Stunde fahren, also wieso nicht? Ich ging raus, ärgerte mich über die Dunkelheit des Herbstes und stieg ins Auto.
      Auf dem Markt gab es auch viele Stände für Pferdeutensilien, dort schaute ich mich als erstes um. Selbstgemachte Knotenhalfter, Pferdehaararmbänder auf Wunsch und noch vieles mehr fand man dort. Aus einiger Entfernung erklang ein schrilles “Helena!”, ich drehte mich um und erblickte Gina, eine nette bekannte von der Quarantänestation des Flughafens. Wir begrüßten uns herzlich und die kleine braunhaarige Frau brachte mich auf den neusten Stand, ich war nämlich länger nicht beim Flughafen gewesen. Freche, aber auch sehr schöne Pferde kehrten dort ein und aus, im Großen und Ganzen schien alles reibungslos abzulaufen. Wir schlenderten dann gemeinsam weiter, Gina schon mir 2 Tütchen bepackt und ich noch ganz unbeladen. Bei einem Stand mit Lederhalftern blieb ich stehen und machte mir Gedanken über den Preis.
      “Ach komm, schließlich ist bald Weihnachten, gönn dir und den Pferden doch mal was.” Nachdem diese Worte gefallen waren, war auch ich nicht mehr zu halten: Pferdeleckerlis, Bandagen, Gamaschen, Halfter und allerlei Schnickschnack landeten in einer Tasche.

      Inzwischen war es schon 17 Uhr und meine Füße wurden müde, wir hatten uns noch eine kleine Show angesehen, Freiheitsdressur. “Du Gina, ich glaub ich muss langsam mal los. Ist auch schon dunkel.”
      “Klaro, versteh ich. Aber wir haben uns die Pferde doch noch gar nicht angesehen! Lass uns da doch wenigstens noch kurz vorbeischauen.”
      Gina zog mich mit zu den kleinen abgetrennten Wiesenabschnitten. Größtenteils waren Ponys zu sehen, auch ein oder zwei Großpferde, aber eigentlich nichts Besonderes.
      “Der Fokus hier liegt wohl eher auf den Krimskramsständen.” bemerkte ich.
      “Ja, mag sein.” Gina kraulte einem kleinen Shetty die Nüstern. Sie schaute fast bis ans Ende der letzten Wiese und ich folgte ihrem Blick. “Siehst du den da?” fragte sie, “Den schwarzen mit den weißen Punkten? Was mag das für eine Rasse sein?”
      “Du, Gina, keine Ahnung, ich hab jetzt langsam aber echt keine Lust mehr.”
      “Bitte, den müssen wir uns nochmal angucken!”
      Ein paar Minuten später standen wir vor dem dunkeln Hengst. Er sah matt und krank aus, hatte stumpfes Fell und milchige Augen.
      “Der Arme! Wie der aussieht!” kam aus Ginas Richtung, “Dabei wär' der eigentlich doch was für dich!”
      Ich lachte “Hey, ich züchte Trakehner, keine Pony-Mixe. Aber du hast Recht, er sieht recht einsam aus.”
      Wir blieben noch eine Weile dort stehen, bis uns ein Mann ansprach: “Guten Tag, werte Damen! Haben sie Interesse an dem Tier? Fabelhafte Abstammung und traumhafte Gänge!”
      Ich lies mich breitschlagen und lies mir den Hengst vorführen. Er lahmte und machte nur Zicken. Als der Mann dann die Peitsche holte und ihm mehrmals ordentlich eine überzog, griff ich ein: “So geht das aber nicht!” rief ich und stieg über den Zaun, der Hengst legte die Ohren an und kam auf mich zugerast. Ich machte mich groß, hob auch die Hände und das Tier blieb stehen. Ich bat den Mann, mir die Peitsche zu geben und warf diese über den Zaun und zwiebelte den Typen erstmal richtig zusammen. Gina schaute mich mitleidig an und ich wusste was sie damit sagen wollte: 'Rette das Pferd!'
      Wie sich herausstellte, hatte der Kerl keine Papiere und wurde als Nr. 124 gehandelt. Von wegen Top Abstammung, scheiße... Was tat ich Depp? Ich kaufte ihn, für 4.000€! Das muss man sich mal vorstellen, für so ein verkorkstes Tier. Ich schwor mir erstmal, nicht mehr auf Pferdemärkte zu gehen, damit sowas nicht nochmal passieren konnte.
      Gina fuhr mit zu mir auf den Hof, um den Hänger zu holen. Der Markt war inzwischen wie leergefegt, war aber auch schon geschlossen. Der Mann übergab mir den Strick und ohne eine Verabschiedung versuchte ich, den Hengst in den Hänger zu bewegen. “Scheiße, man.” fluchte ich. Mir stand die Verzweiflung in die Augen geschrieben und der Händler grinste selbstgefällig. Wir versuchte es dann stufenweise und dank Ginas Überredungskunst geschmückt von Karotten und Leckerlis, stand das Tier dann im Hänger.
      Auf dem Hof erwartete uns Rose, sie checkte ihn einmal kurz durch und entschied, dass die Lahmheit keine allzu ernsthafte Verletzung war und die Behandlung noch etwas warten könne. Außerdem entdeckte sie beidseitig Wunden am Bauch. “Vermutlich durch Sporen, sehen aber nicht so tief aus.” Eileen hatte schon eine große Box hergerichtet und wir entließen den Hengst erstmal. Der Stress des heutigen Tages und die fremde Umgebung waren genug.
    • SopherlMacaulay
      Tierarztbericht Januar 2015

      Gähnend bog ich auf die Lake Mountain Ranch ein. Ich war früh aufgebrochen und hatte am Abend zuvor noch die letzten Umzugskisten gepackt. Machte aber nichts, fit war ich trotzdem und auch sehr neugierig. Was die Besitzerin am Telefon erzählt hatte versprach Abwechslung vom alltäglichen Impfen und regulären Gesundheitscheck.
      Kaum war ich angekommen wurde ich auch schon freundlich begrüßt. Nicht lange und ich stand vor meinem aktuellen Sorgenkind, dass ich mir sogleich vorführen ließ. Schon im Schritt lahmte der arme Kerl und auch sonst sah er recht übel aus. Tiefe Wunden am Bauch, die stachen mir sofort ins Auge. Sofort war mir klar wie ich verfahren würde. Die Lahmheit stand an zweiter Stelle. Schon war ich bei Istas um die Wunden zu untersuchen und wurde auf meinen Anfängerfehler hingewiesen den ich in der Aufregung gemacht hatte. Tritt niemals auf ein Pferd zu dessen Charakter du nicht kennst ohne dich vorher persönlich vorgestellt zu haben! Istas sprang erschreckt zur Seite. „Na super“ murmelte ich und schalt mich selber. „Das hast du ja mal wieder gut hinbekommen, Miss Supertierärztin!“ Also einen Schritt zurück und erstmal vorgestellt. Nach ausgiebigem beschnuppern, vorsichtigen Streicheleinheiten und einem Leckerli ließ mich der Hengst dann doch an seinen Bauch. Die Wunden waren tief, eiterten zum Glück aber nicht. Ich bat Helena sich Unterstützung zum beruhigen und festhalten des Pferdes zu holen und blieb bei ihm bis ein Mitarbeiter eingetroffen war. Dann schnappte ich mir meine kleine OP Ausrüstung, die ich immer im Wagen hatte und zog mir meinen weißen Kittel über sowie meine Handschuhe an.
      Istas schnorchelte aufgeregt, was sich allerdings mit ein paar Streicheleinheiten wieder gut machen ließ. Als erstes zog ich meine Spritze auf und betäubte die Wunden großflächig. Nach kurzer Wartezeit spürte Istas dort gar nichts mehr und ließ es sich gut gehen. Er wurde gekrault und damit abgelenkt als ich seinem Fell mit einem Rasierer zu Leibe rückte. Schnell war das Fell weg und auch die Wunden hatte ich schnell von Schmutz und verklebten Körpersäften gereinigt. Routiniert schnitt ich die Wunden, die seitlich am Bauch lagen wieder auf und nähte sie anschlließend mit kleinen Stichen wieder zu. Als ich fertig war, klebte ich die genähten Stellen großflächig ab, dass dort nichts mehr hingelangen konnte und die Wunden gut verheilen konnten.
      Danach sah ich mir das rechte Bein an. Das Karpalgelenk war ein wenig geschwollen und wenn ich auf das Erbsen drückte, zog mir Istas das Bein schnell weg. Ich fühlte vorsichtig. Heiß war das Gelenk, etwas angeschwollen – da saß wohl Eiter darin und bereitete dem armen Hengst Schmerzen. Ich holte mir eine frische Spritze, stach in die Schwellung und zog den Eiter heraus. Das wiederholte ich dann noch einmal und sah, wie die Schwellung zurückging. Vorerst war Linderung geschaffen und der Hengst würde das Gelenk wieder besser bewegen können. Ich verordnete ihm trotzdem Boxenruhe und gab Helena ein Antibiotikum, nachdem Istas auch auf dem Gelenk ein Pflaster kleben hatte, um das ich zur Ruhigstellung auch noch einen Verband
      Als ich am nächsten Tag nochmal nach meinem Patienten sah, sah das Bein schon viel besser aus. Ich wechselte das Pflaster aus, das Eiterverklebt war und auch den Verband wechselte ich gleich mit. Danach wollte ich mir das ganze Tier einmal ansehen, ob sich sonst noch irgendwo etwas zeigte. Angefangen beim Hals arbeitete ich mich über den Rücken vor, wo ich eine kleine Verspannung bemerkte. Ich notierte sie mir, war mir jedoch sehr sicher dass sie von unausgeglichener Haltung wegen den Wunden und dem entzündeten Gelenk kamen. Sie schienen Istas jetzt auch nicht großartig zu belasten und somit ging ich weiter zu den Beinen. Dort war alles in Ordnung. Bis auf das rechte Vorderbein hatte er keinerlei Gelenksprobleme und auch die Hufe sahen sehr gut aus. Ein kurzer Blick noch auf die Wunden am Bauch, die gut zu verheilen schienen, in ein paar Tagen würde das Pflaster runter können. Ich hatte Helena einige dagelassen, dass sie verschmutzte austauschen könnte. Weiter ging ich zum Kopf, aus dem mich zwei wache Augen anblickten. Das war gut, seine Verletzungen hatten seinen Körper nicht allzu sehr belastet. Auch aus den Nüstern schnaubte es ordentlich als ich mir diese ansah und er zog den Kopf weg. Helena und ich schmunzelten. So geheuer war ich ihm wohl immer noch nicht, auch wenn er inzwischen brav stillstand. Noch ein kurzer Blick in den Mund – da hatte ich mich verrechnet! Nun zeigte sich seine aggressive Seite. Ich konnte meine Finger gerade noch in Sicherheit bringen bevor sie von Pferdezähnen zerquetscht wurden. Istas wieherte und sah mich böse an. Warnend hob er den Huf. Gut, wenn nicht so, dann eben anders. Ich band den Hengst von 2 Seiten in der Stallgasse kurz an und holte eine Maulsperre. Damit blieb das Maul offen und ich konnte hineinsehen.
      Kein Wunder dass er sich so aufgeführt hatte! Ein paar Futterreste hatten sich im Zahnfleisch verhangen, ein paar getrocknete Gräser stachen den armen Kerl ganz schön. Ich pflückte sie schnell aus dem Mund und desinfizierte die kleinen Wunden die die Halme hinterlassen hatten. Schmeckte zwar nicht besonders gut und der Hengst schlug vor Wut nach hinten aus, doch da konnte ich ihm nicht helfen. Schnell war der Geschmack verflogen und der Hengst hatte sich wieder beruhigt. Ich verabschiedete mich von Helena, in eineinhalb Wochen würde ich noch einmal vorbeikommen und Istas impfen.
      Als ich zum impfen wieder kam, ging es Istas schon wesentlich besser. Aggressiv schnappte er nach mir, die Bauchwunden ließ er sich nur unter großem Protest ansehen und die Ohren waren die ganze Zeit nach hinten gelegt. Die Wurmpaste musste ich Helena verabreichen lassen, da Istas mir am liebsten die Finger abgebissen hätte. Während seine Besitzerin ihn ablenkte, setze ich schnell die Impfspritze, das der Hengst mit einem warnenden Wiehern quittierte. Er machte den Mund auf um zuzuschnappen, was ich nutzte um ihm erneut die Maulsperre anzulegen. Schnell hineingeschaut solang der Hengst noch verdutzt dreinblickte. Alles in Ordnung, der Mund war vollständig verheilt.
      Nun noch schnell die Maulsperre entfernt und raus aus der Box! Istas gebärdete sich wie wild, schlug gegen die Boxenwand und bleckte die Zähne. Die Boxenruhe schien ihn noch aggressiver zu machen als er eh schon war. Zum Glück musste er nicht mehr lange in der Box stehen, bald konnte er sich wieder auf der Weide austoben.

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    • Waldvoegelchen
      Pflegebericht 2
      Umzug zu Mr. Flynn

      Mein Vorhaben, einen Reitschulbetrieb mit Ferienanlage zu gründen, startete mit dem Verkauf eines Bauernhofs. Mr. Flynn war zu alt geworden, und hatte keine Verwandten, die seinen Hof bewirtschaften wollten. Es war ein netter alter Mann, doch um die inzwischen nur noch 10 ha konnte er sich nicht mehr kümmern. Seine Tiere hatte er verkauft, einen Teil seines Landes auch. Zurück blieb ein alter Kuhstall und das Wohnhaus. Er bat darum, weiterhin zur Miete bei mir wohnen zu dürfen. Er wollte wissen, wie es mit seinem Lebenswerk nun weiterging und natürlich hatte ich kein Problem damit. Der Hof war nur 2 Stunden von Jasper entfernt, ich hatte also keine Probleme mit dem Transport meiner Pferde.
      Bevor der Umzug anstand, musste ich jedoch erst einiges tun. Der Kaufvertrag wurde direkt nach der Besichtigung geschlossen, aber auf den Wiesen gab es keinen Unterstand und der Kuhstall war mir zu heikel, weil Istas dann mit Heimi zusammenstehen müsste, was beiden garantiert nicht gut bekam. Also überprüfte ich die schon für die Kühe eingezäunten Weiden nach Schäden an Zäunen, was ein ziemlicher Aufwand war, da die Flächen nicht gerade wenig Raum einnahmen. Ich musste nicht viel machen, nur einige Latten waren morsch und schnell ausgetauscht, Nägel standen keine raus und auch sonst sah ich keine Verletzungsrisiken. Da war Mr. Flynn wohl noch fleißig gewesen, dieser Teil war zumindest instand. Auch gefährliche Pflanzen waren auf dem gesamten Stück nicht zu entdecken.
      Immer wenn ich dort war, wartete Mr. Flynn mit einem heißen Kaffee und einem Stück Kuchen auf mich, sodass ich mich richtig auf den bevorstehenden Umzug freute. Das Zusammenleben mit dem Mann würde wirklich angenehm werden, aber vorher musste ich noch weitere Dinge erledigen.
      Zunächst musste ich mich leider von einigen meiner Pferde trennen. Der erstklassige Hengst Donnerschall, Elysion, mein Liebling Jack, die stolze Shyva mit ihrem Ammenfohlen Jinx und auch Maelis – alles Trakehner mit denen ich viel gearbeitet, geschwitzt und gelacht habe – wurden verkauft. Auf meinem neuen Hof hatte ich noch keine Anlagen, um die Pferde zu fördern und ich wollte, dass ihnen auch weiterhin eine rosige Zukunft bevorstand. Ich wusste, dass ich noch viel von ihnen hören würde und dass auch der Kontakt zu den neuen Besitzern immer bestehen bleiben würde, weshalb mir der Verkauf nur halb so schwer fiel wie erwartet. Natürlich würde ich sie alle vermissen, ohne Zweifel, aber als Schulpferde waren sie alle nicht geeignet und bis ich die Anlagen hatte, die ich für das Training brauchte, und das Geld, um Helfer einzustellen, würde zu viel Zeit verstreichen. Schließlich sind es alles leistungsbereite Tiere, die nicht nur rumstehen wollen.
      Im Frühjahr war es dann so weit, ich packte meine Sachen und der Pferdetransporter stand bereit. Ich hatte trotz der verhältnismäßig kurzen Transportstrecke bedenken. Istas war schwierig, er lies sich immernoch nicht gerne anfassen, geschweige denn verladen und er verstand sich auch nicht sonderlich gut mit den anderen Pferden. Ich war schon am Überlegen, zwei mal zu fahren aber war mir nicht sicher, ob das von der Zeit her klappte.
      Ich entschied mich dazu, Istas als erstes zu verladen. Ihm Transportgamaschen anzulegen war schon das erste Problem. Er lies sich nicht beruhigen, obwohl wir das schon mehrmals geübt hatten. Nachdem wir ihm etwas Kamille gegeben hatten, wurde es einfacher, aber leicht noch immer nicht. Zumindest trat er nun nicht mehr aus. Das Verladen selbst wurde dann doch verhältnismäßig einfach. Zwar gab sich Istas stur und wollte par tout nicht in den Hänger eintreten, aber zumindest versuchte er sich nicht vom Strick loszureißen. Mit Lockmitteln in Form von Futter trat er dann in die Hängerbox und war entspannter, als ich es erwartet hätte. Er beobachtete uns zwar aufmerksam, aber er trat nicht gegen die Türen oder tat ähnliches. Ich fragte mich, ob er einfach einen guten Tag hatte, oder ob das langwierige Training wohl doch schon kleine Erfolge zeigte.
      Die anderen Pferde ließen sich problemlos verladen. Heimi kannte das in und auswendig, Feli war einfach furchtbar neugierig und für neues immer offen und mit Crime hatten wir das auch schon ein paar mal getestet.
      Ein Freund von mir, Luke, war so nett und fuhr den Transporter zum Hof, damit ich auf die Pferde achten konnte. Ich hielt Abstand von Istas, aber ich merkte, wie meine Anwesenheit ihm doch etwas Sicherheit gab. Er hatte wohl doch gelernt, dass von mir nichts Böses ausging und spürte, wie entspannt ich war. Crime war die ganze Fahrt über fröhlich am fressen, Heimi döste vor sich hin, Feli wollte toben und war enttäuscht, dass hhier nicht genügend Platz war und Istas starrte gespannt auf die Hängertür, er bewegte sich während der Fahrt kein Stück.
      Einen Tag vor der Abfahrt hatte ich schon kleine Weideabschnitte abgetrennt. Heimi bekam eines allein, sowie Istas. Die Stuten würden gemeinsam auf die Koppel kommen. Das Ausladen war aber auch schon wieder ein neues Istas-Abenteuer. Kaum öffnete ich die Boxentür, rannte er mich beinahe um, raus aus dem Hänger. Kurz danach blieb er aber prompt stehen und betrachtete die Gegend. Seine Anspannung lies nach und er ließ sich wieder einfangen. Er hat sich selten so brav führen lassen. Er überholte nicht, riss nicht am Strick. Dieser Ort schien ihm zu gefallen.
      Die Pferde standen nun also auf ihren Abschnitten. Crime und Feli spielten, Heimi schaute neugierig zu den jungen Stuten. Mr. Flynn erwartete mich und Luke mal wieder mit Kaffee und Kuchen. Käsekuchen um genau zu sein, sogar noch warm. Bevor wir uns an den Tisch setzten, wollte mir der alte Mann aber unbedingt etwas zeigen. Wir gingen in den alten Kuhstall und was stand dort? Ein brauner, verwahrloster Ponyhengst. Mr. Flynn erzählte mir, er hatte ihn auf einem Privatgrundstück ohne Futter und Wasser gefunden. Nach Absprache mit Polizei und Tierschutzverein bot er an, das Tier bei sich unterzubringen. Er bat mich, ihm zu helfen, das Pony aufzupäppeln und ich lehnte natürlich nicht ab. Vorerst schien er versorgt zu sein. Er war ungewöhnlich zutraulich und verschmust, doch sein Fell fühlte sich verklebt an. Ich schaute, ob er Putzzeug kannte und er ließ sich die Putzmassage sichtlich gefallen. Danach sah er schon viel besser aus und mir fiel seine unglaubliche Traummähne auf. Lockig, voll und lang. Mr. Flynn sagte, er würde Bittersweet Memory heißen und ich dachte direkt, dass das passt.
      Ich wollte den Hengst am liebsten nicht alleine lassen, aber er war stabil und wir wendeten uns dem Kuchen zu. Ich erzählte, was ich alles auf dem Land vorhatte und Luke bot mir direkt an, mir bei allem zu helfen. Ich lachte und bedankte mich, diese Kanadier waren einfach immer so höflich.
      An diesem Tag blieben wir lange wach und stießen mit Wein auf die rosige Zukunft an. Ich war mir sicher: Hier war mein zu Hause.
    • Waldvoegelchen
      Pflegebericht 3
      Stallalltag

      Es war Herbst geworden in Kanada. Ich merkte das an der bitteren Kälte, die mir jedes Jahr auf's neue durch Mark und Bein zog. Hatte man sich im Laufe der kalten Jahreszeit daran gewöhnt, ging alles leicht von der Hand, doch die ersten kalten Tage waren immer hart. Handschuhe an oder aus? Hat man sie an, hat man wegen dem Stoff weniger Gefühl in den Fingern für feinere Arbeiten, hat man sie aus, hat man wegen der Kälte erst recht kein Gefühl in den Fingern, geschweige denn, dass man sie bewegen könne. Ich lief also schon mit Handschuhen umher und gerade am Abend wurde es immer kritisch, wenn die Kälte schon richtig im Körper haftete und man nicht, wie morgens, vom gemütlichen Bett aufgewärmt war.
      Zum Glück war noch morgens und ich erledigte meine Arbeiten gewissenhaft. War ja schließlich mein Hof und für das nächste Jahr musste er in Schuss sein, wenn die ersten Feriengäste kommen sollten. Trotzdem wartete zu allererst der Alltag auf mich. Heu auffüllen, Weiden überprüfen und vor allem abäppeln. Die Boxen mit Futter für die Pferde befüllen, die Kraftfutter bekamen. Als ich damit fertig war, kam Luke mich besuchen. Er umarte mich herzlich mit einem Arm und holte dann mit seinem anderen Arm eine Brötchentüte hervor. "Na, zusammen frühstücken?" Ich lachte und sagte natürlich nicht nein. Ich setzte Kaffee auf und klopfte vorsichtig an Mr. Flynns Tür, um zu schauen, ob er schon wach war. Natürlich war er das, der alte Herr konnte nicht mehr so gut schlafen und ich lud ihn mit zum Frühstück ein. Er kam direkt mit runter und freute sich über Lukes Besuch. Der Kaffee war, wie immer, zu stark, aber keiner der beiden sagte was, um mich nicht zu verletzen. Mich würde es ehrlich gesagt nicht stören, wenn sie mal ihren Mund aufmachen würden, denn eine Hausfrau war ich gewiss nicht, aber so war es schon immer. Zu einem Frühstück bei Helena gehörte eben ein zu starker Kaffee.
      Luke arbeitete mal hier, mal da als Kellner oder Barkeeper, aber mir half er auch gerne aus, auch wenn er dafür kein Geld bekam. Er war auch eigentlich kein Reiter, aber als Vergütung bekam er von mir ab und zu mal Reitstunden, wenn er denn Lust hatte und inzwischen wusste er zumindest, wie man Pferde lenkt und wie man in allen Gangarten sitzenbleibt. Im Umgang mit den Pferden war er allerdings ein Naturtalent. Er selbst hatte mir Istas inzwischen viel mehr erarbeitet als ich. Wahrscheinlich, weil er nicht verlangte, sondern einfach alles belohnte, was richtig aussah, und das klappte bei dem wilden Hengst. Auch heute fragte Luke, ob er mit Istas in den vor 4 Monaten gezimmerten Roundpen gehen durfte und ich sagte natürlich nicht nein. Während ich den Tisch abdeckte, holte er mir schon Memo von der Weide und band ihn am Putzplatz an. Istas nahm er direkt mit auf den Roundpen. Zunächst ließ er ihn einfach laufen, wie der Hengst es wollte. Er schnupperte am Gras, das am Rand wuchs, wirkte sichtlich uninteressiert, schlug ein paar Bocksprünge, trabte einige Runden und hatte seinen Spaß. Irgendwann kam er freiwillig zu Luke und ließ sich die Nüstern streicheln. Das war auch das Zeichen für meinen Freund, auf den Roundpen zu dürfen. Er schnappte sich eine Bürste und kletterte einfach über den Zaun. Ich konnte mich zwar inzwischen ebenfalls mit Istas auf gemeinsamem Boden aufhalten, doch Luke war ihm wesentlich lieber, das war einfach sein Mensch. Ich hoffte nur, dass man ihn irgendwann reiten könnte.
      Ich stand inzwischen mit einem fertig gebürsteten Pony am Putzplatz, sattelte den Braunen und nahm ihm sein Halfter ab, auf dem eingraviert auf einem Metallstück in schnörkeligen Buchstaben "Bittersweet Memory" stand. Ein Geschenk von Mr. Flynn an den lieben Hengst, der bald bereit war, von dem graubärtigen Mann geritten zu werden. Ich hatte ihn nach seiner Ankunft erst schonend angefüttert, nach 2 Monaten fing er sogar langsam an, anzusetzen und ich nahm das Training auf, um Muskeln aufzubauen. Er war definitiv vorher schon geritten worden, jedoch in keiner definierbaren Reitweise. Die Hilfen kamen für ihn erst sichtlich schwammig an, inzwischen hatte der Kleine es aber richtig drauf. Souverän trabte er auch heute mit mir über Stangen, lief auf jeder Hand dreimal jeweils eine lange Seite im Galopp und suchte sogar zeiweise eine Anlehnung. Er hatte noch nicht genug Muskeln, um sich dauerhaft selbst tragen zu können aber demnächst könnten Mr. Flynn und Memo richtig durchstarten. Der Mann konnte reiten - und wie! Er traute sich nur nicht mehr richtig. Ich hatte ihn zwischenzeitlich auf Heimi reiten lassen und das war echt sauber, was er da machte. Er hatte vielleicht nicht mehr die Kondition, 30 Minuten konzentriert Dressur zu reiten mit aussitzen im Trab und allem drum und dran, aber er hatte einen atemberaubenden nd eine wunderbar feinfühlige Hand, genau das, was Memo brauchte. Und schwer war der Mann auch nicht.
      Als ich mit Memo fertig war sah ich, dass Istas wieder auf seiner Weide stand und Luke mir zugeschaut hatte. Ich bat ihn, den Braunen fertig zu machen und in seine Box zu stelle, bis er aufgegessen hatte, dann konnte er wieder raus. Außerdem durfte er noch die Fohlen bespaßen. Während er zu Feli und Crime auf die Weide ging, holte ich Heimi von seiner und Memos Weide und machte ihn fertig. Ich trainierte mit ihm erste M-Lektionen der Dressur mit seinen jungen 7 Jahren. Dieses Pferd war aber auch unglaublich aufnahmefähig und lernte unfassbar schnell. Er war ein echter Gelände-Crack, da er immer abrufbar war, zur Not aber auch den nötigen Biss hatte, seinen Reiter zu retten, wenn der einen Fehler machte. Die Dressur gehörte aber zu jeder Vielseitigkeitsprüfung und auch darin hatte er eine super Veranlagung, aber im Viereck fing er gelegentlich an, sich selbst zu beschäftigen oder durch Unaufmerksamkeit blöde Fehler zu machen. Man konnte es ihm aber nicht unbedingt übelnehmen, da er seine Herrausforderung brauchte und wenn ihm diese nicht gegeben wurde - tja, dann war er geistig wo anders.
      Während ich fliegende Galoppwechsel übte, wurde Luke von den Fohlenmädels überrannt. Auch die liebten den Kerl. Er kraulte herzhaft Felis Kruppe und Crimes Widerrist und tobte mit den beiden. Lief er los, preschten sie hinterher, blieb er stehen, legten sie einen showreifen Sliding-Stop hin. Was sie vielleicht machmal noch ein bisschen mehr liebten als ihn, waren die Karotten, die er immer mitbrachte. Bei Luke war auch ein Leckerlie nie weit.
      So begann der Nachmittag, die Fohlen ruhten sich aus, Heimi futterte genüsslich seinen Hafer und wir machten uns selbst Pizza. Mr. Flynn verzichtete, der hatte schon die Hühnersuppe vom Vortag gegessen. Mit viel Gelächter und roten Clowns-Tomatenmark-Nasen schoben Luke und ich die Pizza in den Ofen. Heute Nacht musste er wieder arbeiten, weshalb er am Nachmittag auch wieder gehen musste, aber ein gemeinsames Mittagessen war noch drin. Ich würde nachher im Kuhstall weiterzimmern, der durch Umbauten immer mehr nach Pferdestall aussah. Alles ging natürlich nicht allein, einiges musste eine Baufirma machen, da die Gitterstäbe im Mauerwerk eingefasst waren aber Holzarbeiten machten mir Spaß, die ersten von mir gebauten Boxen standen auch schon komplett, bei den anderen stand nur der Rahmen, den ich nicht allein hätte anertigen können. Die Verkleidung hatte ich mir aber zur Aufgabe gemacht und wenn weitere Pferde einziehen wollen, müssen die auch langsam fertig werden.
    • Waldvoegelchen

      Pflegebericht 4
      1. Ritt von Mr. Flynn

      Über den Winter ging es Mr. Flynn, ich sollte ihn Robert nennen, zeitweise nicht gut. Seine Gelenke wurden steif und er lag zu viel im Bett. Jetzt, bei den steigenden Temperaturen, ging es ihm zwar besser, aber immer noch nicht gut. Er ließ sich zu sehr gehen, und ich entschied, ihn endlich aus seinem Trott herauszuholen. Bei dem schönen Wetter heute bat ich Robert, Memo fertigzumachen. Während er sich dem hübschen Pony widmete, versorgte ich Istas.
      Der Hengst und ich waren nie Freunde geworden. Durch das viele Training wurde der Umgang mit ihm zunehmend einfacher, aber wir zerrten gegenseitig an unseren Nerven. Er war intelligent und unterfordert, allerdings war er auch nicht bereit mit mir oder sonst wem vom Hof ernsthaft zu arbeiten. Wir hatten vieles versucht, er ließ sich auch reiten und machte sogar schon bei einem Gangturnier mit, aber es war ein regelrechter Kampf mit ihm. Wir waren absolut nicht auf der selben Wellenlänge. Er begriff schnell und setzte auch um, was wir von ihm wollten, auch wenn er noch sehr häufig Faxen machte und sich an bestimmten Stellen sehr ungern anfassen ließ, allerdings war das nie harmonisch. Mit allen anderen Pferden konnte ich so spielerisch leicht umgehen, alles war intuitiv, aber Istas tickte komplett anders.
      Ich putzte ihn, achtete aber darauf, es an seinen empfindlichen Stellen nicht zu übertreiben. Dann übergab ich ihn Luke, der mit ihm ein wenig im Roundpen arbeiten wollte.
      Mittlerweile war Robert mit Memo fertig und wollte ihn mir in die Hand drücken. Ich lächelte und teilte ihm meinen Plan mit. Heute sollte er das erste mal auf dem Pony reiten. Robert war verunsichert, er suchte Ausreden, er würde doch so steif sein, das würde dem Pony gar nicht gut tun. Ich winkte das alles ab, ich wäre ja dabei und er müsste sich nicht lange draufsetzen. Danach würde ich ihn ein wenig arbeiten. Widerwillig zog der alte Mann seine Reitstiefel an und stieg von der Aufstiegshilfe auf. Er sah sehr unsicher aus. Das letzte Mal ritt er auf Heimi, und zu der Zeit ging es ihm gut. ich versicherte ihm, mit ein wenig Übung käme doch die Sicherheit wieder zurück.
      Er ritt ein paar Runden im Schritt auf dem Platz. Memo machte sehr staksige Schritte und fand sein Gleichgewicht nicht, aber mit der Zeit wurde es besser. Wieso? Robert blockierte durch seinen Sitz die Bewegung von Memo, aber er merkte, wie sehr er den Platz auf dem Rücken eines Pferdes vermisst hatte, wurde selbstbewusster und fing an, mit der Bewegung mitzuschwingen. Am Ende wollte er gar nicht mehr absteigen, aber ich überredete ihn, sodass ich das Pony noch ein bisschen ärgern konnte. Ich ritt ein bisschen Vorwärts/Abwärts in Schritt und Trab. Im Galopp ließ ich den Kleinen über ein Cavaletti springen, daran hatte er sichtlich Spaß. Die Einheit beendete ich recht früh, damit wir mit einem positiven Gefühl abschließen konnten.
      Robert versorgte Memo und ich schaute Luke noch ein wenig zu. in der Zwischenzeit hatte er Istas gesattelt und war mit ihm auf die nahe Galoppstrecke gegangen, wo wir die Tiger Horses oft tölten oder Pass gehen ließen. Der dunkle Hengst hatte einen unglaublichen Rennpass, Luke hatte richtig Probleme, sitzen zu bleiben, gerade weil Istas auch gerne wieder in den Galopp sprang und ein wenig buckelte, wenn man ihn nicht gut an den Hilfen hatte. Das Pferd war wirklich eines, das Unmengen an Konzentration erforderte und ich spielte schon länger mit dem Gedanken, die Arbeit mit ihm aufzugeben und ihm eine schöne Rente auf der Weide zu lassen. Kastrieren wollte ich ihn nicht, da ich Vanilla wenigstens einmal von ihm decken lassen wollte.
      Ich schaute nochmal bei der Halle vorbei, die gerade im Bau war. Die Arbeiten liefen gut, in einigen Wochen sollte sie fertig sein. Unser Hof bestand inzwischen aus vielen großen Weiden, meinem und Roberts Wohnhaus, einem Stall mit 16 Boxen, der ehemals der Kuhstall war und demnächst der Halle. Es wurde immer schöner hier, sodass ich bald Reitgäste einladen konnte.
    • Waldvoegelchen
      Mit dem Blick auf die Uhr war ich hellwach. Ich hatte tatsächlich verschlafen! Schnell warf ich mir die Arbeitskleidung über und sprintete unfertig raus zu den Pferden. Die brummelten mich alle ungeduldig an. Ich warf auf jede Weide die Portion Heu, die ich jeden Tag gab und füllte Kraftfutter in die Boxen von Heimerdinger, Bittersweet Memory, Istas und Dashing Blade. Die brachte ich dann alle nacheinander rein, damit sie ihr Frühstück genießen konnten.
      Währenddessen holte ich den kleinen Ridcully und führte ihn etwas auf dem Hof herum. Er hatte ein auffällig dickes Bein. Wenn es bald nicht besser wurde, würde ich den Tierarzt holen müssen, doch bislang sah das sehr harmlos aus. Vermutlich hatte er sich nur blöd vertreten. Ich entschied mich, ihn auf der Weide zu lassen und ihn nicht in eine Box zu stellen. Erstens konnte er dort nicht rausgucken und außerdem lahmte er nicht, er hatte also keine Schmerzen.
      Ich prüfte, ob die Hengste ihr Frühstück gefuttert hatten und holte dann Dashing Blade aus der Box, prüfte seine Hufe und longierte ihn auf dem Roundpen. Als ich sah, wie Lukes Wagen auf den Hof fuhr, war ich erleichtert. Er parkte, stieg aus und kam auf mich zu. "Gott sei dank bist du da", rief ich ihm zu, "ich hab total verpennt, ich hab gleich noch 'nen Termin, kannst du für mich die Hengste machen? Ihn hier mach ich noch fertig, aber dann muss ich auch los." Luke lachte mich aus, machte sich aber an die Arbeit.
      Er holte Memo aus der Box, putzte und zäumte ihn und machte leichte Dressurarbeit mit ihm auf dem Platz. Als ich mit Dashing Blade fertig war, durfte der helle Hengst wieder auf die Weide. Er schüttelte sich und trabte dann weiter nach hinten, wo das Gras wohl am besten schmeckte. Luke war inzwischen auch fertig mit Memo. Er ritt ihn nurnoch ab und schwang sich dann aus dem Sattel. Ich rannte ins Haus, machte mich in Rekordzeit fertig und fuhr los zu meinem Termin.
      Luke stellte den Ponyhengst zurück auf die Weide, der sich direkt erstmal wälzte. Mit Heimi machte Luke dann Cavalettiübungen, die der Hengst mit Bravour meisterte, er war einfach ein Konzentrationstalent und brauchte solche Beschäftigung. Auch er durfte wieder auf die Weide und gesellte sich zu Dashing Blade. Die beiden waren gute Freunde geworden, ich hatte Glück, dass meine Hengste so gut sozialisiert waren, Istas mal ausgenommen.
      An den wandte sich Luke auch als nächstes. Istas machte erst keine Anstalten, sich aus der Box auch nur einen Millimeter herauszubewegen und später am Putzplatz konnte er nicht still stehen. Luke entschied sich, ihn einfach auf dem Platz laufen zu lassen, reiten war ihm zu heikel auf dem Punktetier. Der wollte sich dann aber auch dem Platz wieder nicht bewegen, also gab Luke es auf. Er war ohnehin nicht für Istas zuständig, die beiden fanden überhaupt nicht zusammen. Ich selber hatte zwar auch nicht den perfekten Draht zu dem Hengst, aber immerhin wusste ich inzwischen, wie man mit ihm anständig arbeiten konnte.
      Eine Stunde später kam ich mit einer Tafel Schokolade zurück und dankte Luke ganz herzlich, bevor ich mich um die Stuten kümmerte.
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  • Album:
    Wohlverdienter Ruhestand
    Hochgeladen von:
    Waldvoegelchen
    Datum:
    23 Nov. 2014
    Klicks:
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    6
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    Von Unbekannt

    Unbekannt x Unbekannt

    Aus derUnbekannt

    Unbekannt x Unbekannt
    Alter 15 Jahre

    Geburtsort Unbekannt
    Geschlecht Hengst
    Rasse Tiger Horse
    Fellfarbe Tigerschecke

    Abzeichen Blesse
    Stockmaß 153 cm
    Gesundheit Istas ist gesund.
    Besitzer Waldvoegelchen
    Pferd erstellt von/VKR Rain

    Aus der Zucht //


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    Vorlieben Unbekannt


    Galopprennen Klasse E - Einsteiger
    Western Klasse E - Einsteiger
    Spring Klasse E - Einsteiger
    Military Klasse E - Einsteiger
    Dressur Klasse E - Einsteiger
    Distanz Klasse E - Einsteiger



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    Die Vergangenheit und Herkunft des ungewöhnlichen Tiger Horse Hengstes Istas liegt im Ungewissen. Helena kaufte ihn von einem Händler, ohne gültige Papiere und in einem miserablen Zustand. Der Hengst war ängstlich, aber sehr dominant und aggressiv.
    Nachdem er sich auf den großen Wiesen Kanadas einleben und erholen durfte, fingen Luke und Helena an, mit ihm zu arbeiten. Es brauchte ein halbes Jahr, bis er halbwegs Vertrauen gefasst hatte und soweit händelbar war, dass man mit ihm vernünftig vom Boden aus arbeiten konnte.
    Nach längerer Zeit wurde er auch geritten. Es war nicht so schwierig, wie Helena es sich vorgestellt hatte, aber sein Temperament zeigte er immer wieder durch unkontrolliertes Rennen.
    Nachdem klar wurde, dass er ein seltenes Tiger Horse war - Helena hatte herumtelefoniert und seine Originalpapiere ausfindig machen können - wurde er im Gangreiten gefördert und darin ging er auch auf. Die Arbeit mit ihm war dadurch nicht leichter, aber daran hatte er Spaß und arbeitete gern mit, so äußerte er sich seltener durch Durchgehen oder andere Schwierigkeiten.
    Heute ist Istas immer noch ein schwieriger Kandidat. Weder Helena noch Luke sind mit ihm komplett warmgeworden, aber sie arbeiteten weiter mit ihm. Sollte er in den nächsten Jahren weiterhin nervös in Menschennähe sein, wird er aus dem Training genommen und darf sein Pferdeleben auf den riesigen Weiden genießen.


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    3. Platz 62. Gangturnier

    2. Platz 66. Gangturnier
    3. Platz 76. Gangturnier



    Gekört Nein
    Decktaxe //

    Nackommen //