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Samarti

Intoxicated, DRP *

*2008, im Besitz seit dem 03.10.2015

Intoxicated, DRP *
Samarti, 22 Feb. 2017
Dir, Jeanne, Snoopy und 4 anderen gefällt das.
    • Samarti
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      Ted und Teddy
      10/2015 | 2531 Zeichen
      „Erzähl uns alles. Oder nichts. Hör auf. Ich weiß nicht, ob ich es wissen will“, begrüßte mich Elena am Morgen, als ich aus meinem Zimmer kam.
      „Hä?“
      „Na, mit Matthew“, klärte sie mich auf und ich schüttelte nur den Kopf. „Ich verstehe nicht …?“
      „Egal. Aber du mus-“
      „Elisa, da fährt gerade ein Hänger auf den Hof?“ Matthew trat gerade in den Flur und deutete auf das Fenster, durch das man einen direkten Blick auf den Innenhof werfen konnte.
      „Ooooh, das muss Intoxicated sein“, grinste ich vom einen Ohr zum anderen und hüpfte dann durch die Tür nach draußen. Hinter mir hörte ich nur noch ein „ … Ted?“ von Elena, dann knallte ich die Haustür schon zu und ich stand – im Pyjama – auf dem Hof, um den Fahrer des Transporters zu begrüßen.
      Intoxicated war ein siebenjähriger Reitponyhengst (was auch sonst?), der gerade frisch aus Deutschland importiert worden war. Nach dem schier unendlichen Flug und der zusätzlichen dreistündigen Fahrt, die der Hengst hatte auf sich nehmen müssen, war er dann endlich in seinem neuen Heim angekommen.
      Joline verließ ebenfalls das Haus und beobachtete mich skeptisch, während ich noch mit dem Fahrer redete, der mir noch kurz erklärte, wie die Fahrt verlaufen war, ehe er sich auch bald schon wieder vom Acker machte und Intoxicated und mich alleine stehen ließ.
      „Schon wieder ein neues Pferd? Wir haben bald alle Boxen voll, Elisa.“ Mit eiligen Schritten hastete Joline auf mich zu und zog dann sogar die Augenbraue hoch; sie konnte das nämlich fast genauso gut wie Jojo.
      „Jetzt übertreibst du aber, wir haben fünfzig Boxen. Für neun Pferde ist noch Platz!“, protestierte ich gereizt und winkte ab. „Außerdem schaffen wir das bisher auch, da schadet ein Pferd mehr nicht.“
      „Stimmt, sind eh Ponys, die brauchen nicht so viel Aufmerksamkeit“, warf Eli ein und in dem Moment drückte ich Joline den Strick in die Hand und jagte Elena wegen des Spruchs über das gesamte Gestütsgelände.

      Als wir wiederkamen (Elena zerrupft wie ein Hühnchen und ich völlig atemlos), hatte Joline Intoxicated schon in seine neue Box verfrachtet und ihm ein wenig Heu gegeben, damit er sich von der anstrengenden Reise erholen konnte.
      „Ist das eigentlich Absicht? Ted und Teddy, meine ich?“, wollte Eli dann irgendwann wissen, als wir im Stutenstall an Très Jolie vorbeiliefen und es ihr anscheinend wie ein Geistesblitz durch den Kopf schoss.
      „Er heißt Intoxicated. Nicht Ted“, korrigierte ich nur trocken und schüttelte dann den Kopf.
      Aber stur, wie Eli nun einmal war, beharrte sie auf ihrer Meinung.
      „Ted.“
    • Samarti
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      Dressur A-L
      10/2015 | 3634 Zeichen
      Sie hatte es tatsächlich getan.
      Als ich an diesem Morgen in den Hengtstall ging, um Ted nun in das Training einzuweisen, stand ich schließlich vor der Box eines Hengstes, der … eine Schlafmütze auf dem Kopf trug. Sie hing nur noch über das eine Ohr und war etwas verrutscht – hing Intoxicated dementsprechend halb im Gesicht. Kaum war ich vor der Boxentür zum Stehen gekommen, sah er mich mit einem völlig verwirrten Blick an und schien nur unter der Mütze hervorzulugen, statt mich wirklich betrachten zu können.
      Gwen war einfach unglaublich … Man setzte einem Pony doch an Halloween keine niedliche Schlafmütze auf!
      Dennoch musste ich zugeben, dass es verdammt niedlich aussah, wie die Mütze ihm grausamer Weise die Sicht stahl. Nichtsdestotrotz musste ich sie ihm wohl oder übel abnehmen, wenn wir mit dem Training einsteigen wollten; und das taten wir. Ich für meinen Teil zumindest, bei Ted wusste ich nicht, wie es ihm damit ging.

      „Hey“, begrüßte mich Matthew, der gerade an mir vorbeilief, als ich Ted aus der Box und zum Putzplatz führte.
      „Hi“, erwiderte ich dann nur knapp und machte mich daran, Ted anzubinden, um schließlich das Putzzeug zu holen, da hielt Matthew mich auf.
      „Alles in Ordnung bei dir?“
      Ich nickte nur verwirrt. „Klar, wieso nicht?“
      „Nur so.“ Abwinkend zog er die Schultern hoch und ließ sie dann wieder sinken, ehe er sich umdrehte und wieder gehen wollte. Tief atmete ich durch.
      „Willst du mir helfen?“, brachte ich dann hervor und mied den direkten Augenkontakt, um seinem Blick nicht begegnen zu müssen.
      „Wobei?“ Matthews Interesse war geweckt.
      „Ich möchte mit Teds Training einsteigen. Und, keine Ahnung, vielleicht hast du ja auch Lust drauf, ein bisschen zu helfen. Vier Augen sehen besser als zwei.“
      Diesmal war Matthew derjenige, der nickte. Und schließlich holte er mir sogar das Sattelzeug für Ted.
      Hm. Vielleicht hatte ich ihn wirklich zu sehr unter Kontrolle.

      Einen Vorteil hatte die Schlafmütze ja schon an sich: Ted war auch beim Training echt gelassen und ruhig. Nicht gelangweilt oder einschläfernd, aber gemütlich (im positiven Sinne) und auch echt konzentriert. Demnach war die Arbeit mit ihm sehr angenehm; egal, ob im Gelände, auf dem Platz oder in der Reithalle. Leicht abzulenken war er glücklicherweise nicht und so musste ich auch nicht ständig alles geben, um ihn „bei mir“ zu behalten.
      Diesmal hatten wir uns dafür entschieden, dass wir ihn in der Dressur trainieren würden. Hier war er bereits auf A-Niveau, sodass wir gleich die Anforderungen für eine L-Prüfung durchgehen konnten.
      Die Hufschlagfiguren – acht Meter-Volten im Galopp, halbe Volte links und halbe Volte rechts, aus der Ecke kehrt mit acht Metern Durchmesser, durch die halbe Bahn und durch die Länge der Bahn wechseln – stellten absolut keine Probleme dar. Scheinbar war Ted deutlich weiter, als seine Vorbesitzer es gesagt hatten; nicht, dass mich das stören würde.
      Sowohl die versammelten Gangarten als auch der Außengalopp, die Kurzkehrt und die Hinterhandwendung hatten wir innerhalb weniger Wochen erlernt und sie saßen auch entsprechend gut. Ted war lernwillig und eifrig, ihm schien die Arbeit Spaß zu machen und das war, war Matthew und mich dazu brachte, uns jedes Mal auf das Training mit ihm zu freuen. Zwar kümmerte ich mich um den Großteil, aber hin und wieder saß auch Matthew mal auf dem Reitpony. Ich würde mich nie daran gewöhnen, wie witzig das aussah, wenn ein 1,90 Mann auf einem Endmaßpony. Lustig aussehen tat es allemal.
      Trotzdem waren wir natürlich auch ein wenig erleichtert, als Ted dann wirklich L-fertig war. Auch ein bisschen weniger Arbeit war immerhin weniger Arbeit.
    • Samarti
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      Tierarztkontrolle
      11/2015, von Eddi | 12.283 Zeichen
      Naiv wie ich war, hatte ich Elisa zugesagt, mir ein paar Tage frei zu nehmen und sie auf Townsend Acres zu besuchen. Als Tierarzt. Ein Tierarztbesuch also. Ich hatte mich außerdem bereit erklärt, gleich alle Vierbeiner durchzunehmen, die es brauchten – großer Fehler! Rückgängig konnte ich es aber nicht mehr machen und nachdem ich gestern relativ spät angekommen und dann direkt ins Bett gefallen war, warf mich Elisa heute schon kurz nach sieben aus den Federn. Wenigstens mit der guten Begründung, dass ich sonst das Beste vom Frühstück verpasste.
      Nachdem ich mich gestärkt hatte, wurde ich auch direkt hinaus in den Stall geschleppt. Elisa koordinierte kurz ihr Team (eigentlich wusste jeder, was er zu tun hatte, aber sie machte es trotzdem, aus Prinzip) und erstellte dann mit mir den Plan, für welches Pferd was anstand. Da ich relativ weit weg von zu Hause war, hatte ich mich dementsprechend auch mit allen nötigen Dingen versorgt, auch wenn ich bei Elisas Pferden sowieso nur Impfungen und Wurmkuren benötigen würde.
      „Ach! Am besten fangen wir mit Jojos an, sonst vergesse ich die noch!“ – „Jojos?!“ – „Ja, sie ist momentan leider nicht da, deshalb hat sie Newt und Q von Zoe heute Morgen bringen lassen. Brauchen beide einen Grundcheck und Quixo hat irgendwas im Rücken.“
      Im Rücken… Das klang beinahe so, als wäre der Hengst ein Rentner, der einen Hexenschuss bekommen hatte, während er in die Badewanne gestiegen war. Bei dem Vortraben auf dem Hof stellte sich auch schnell heraus, dass es in der Nähe der Lende war, eine besonders beliebte Stelle für Ausrenkungen. Elisa hielt den Hengst ordnungsgemäß fest, während ich vorsichtig die Wirbelsäule hinab fuhr. An der besagten Stelle zuckte Quixo stark zusammen und legte die Ohren an. Elisa wollte schon zur Seite springen, bis ich sie daran erinnerte, dass sie ihn festhalten musste.
      Mit kreisenden Bewegungen näherte ich mich der empfindlichen Stelle, denn die Muskeln rund um den Wirbel mussten erst einmal gelockert werden und sich entspannen, vorher würde ich gar nichts machen können. Quixo war davon gar nicht angetan, hielt aber einigermaßen still. Nach einer Weile kam ich an besagter Stelle an und tat mein Bestes, um den Urzustand seines Wirbels wieder herzustellen.
      Außerdem führte ich kurz darauf einige Dehnübungen für sein Hinterbein aus, welche der Verspannung entgegen wirken sollten und der Einrenkung helfen sollten. Diese schrieb ich Jojo beziehungsweise Zoe auch noch auf, damit sie diese täglich machen konnte. Ansonsten hieß es für Quixo erst einmal Boxenruhe, maximal Schrittspaziergänge und Paddock waren erlaubt, nicht dass er sich den Wirbel gleich wieder durch wilde Tobereien heraushauen würde.
      Dennoch rettete ihn das nicht vor seinen Impfungen. Stattdessen erhielt der Hengst nun noch vier Spritzen und war so kurz darauf gegen Influenza, Tetanus, Herpes und Tollwut geimpft. Abschließend gab es noch die Wurmkur und schon konnte er mich verlassen. Sichtlich unzufrieden folgte er Elisa zurück in seine Gastbox. Dort würde er jetzt noch so lange warten müssen, bis auch Newt fertig war.
      Newt war ein schicker Lewitzerhengst, der den Tierarzt bereits kannte und selten Probleme machte, dementsprechend würden wir auch schnell fertig sein. Doch zuerst musste Elisa mir auch den Hengst vorführen, erst im Schritt und dann im Trab. Danach warf ich einen Blick in Augen und Maul. Dabei kontrollierte ich erst den Pupillenreflex, ehe ich auch noch die Zahnstellung überprüfte.
      Als nächstes war das Abhören an der Reihe, ich kontrollierte die Werte von Herz und Lunge und hörte auch noch kurz die Darmgegend ab. Nun tastete ich nur noch die Wirbelsäule und die Beine entlang und kontrollierte die Körpertemperatur. Bei Newt war alles im grünen Bereich, dementsprechend bekam auch er seine vier Impfungen und die Wurmkur und schon war er offiziell bereit für seine Körung.
      Die wurde auch direkt bei Quixo nochmal Gespräch, denn Zoe kam pünktlich zum Abholen der Hengste, als ich mit Newt fertig war. „Keine Sorge, in einer Woche sollte das Ganze schon viel besser aussehen. In drei Tagen darf Quixo dann auch wieder auf die Weide und leicht bewegt werden. Die Kür schafft er mit links“, beruhigte ich Jojos Freundin, ehe sie TSA auch schon verließ.
      „So. Nun zu meinen“, meinte Elisa zufrieden und ich kreuzte kurz beide Finger und hoffte inständig darauf, dass wir schnell fertig sein würden. Elisa hatte einen festen Plan, mit wem wir begannen und wer danach an der Reihe war und natürlich hatte ich die besten Absichten, diesen Plan auch einzuhalten.
      Aus diesem Grund begannen wir mit Namida – potenzielle Zuchtanwärterin und für Elisa schon so gut wie gekrönt. „Die packt das locker“, meinte sie zufrieden, während sie mir die dunkle Stute im Schritt und Trab vorführte. Danach kontrollierte ich die allgemeinen Dinge, ehe ich Namida abhörte und abtastete. Auch wenn sie den Tierarzt nicht mochte, hielt sie still und konnte kurz darauf als kerngesund aus der Untersuchung gehen. Nur die Impfungen und die Wurmkur musste sie noch ertragen. Vier Spritzen waren nicht ohne für eine zickige Namida, aber wir schafften es.
      Als nächstes war Adona an der Reihe und ich war sehr gespannt darauf, dieses berühmt berüchtigte Pferd kennenzulernen. Elisa schwärmte zu gerne von der inzwischen schon 27-jährigen Stute, welche sich auch als wahrer Engel entpuppte. Für ihr Alter war sie auch noch mehr als fit, so dass ich sie guten Gewissens impfen und entwurmen konnte.
      Danach gab ich Elisa nur noch ein paar altersgerechte Tipps in Bezug auf Bewegung und Fütterung der Stute, ehe ich ihr versprach, dass die Stute sicherlich noch gut weitere zehn Jahre an ihrer Seite bleiben könnte. Das war tatsächlich gut möglich, wenn auch selten, aber Adona erfüllte alle nötigen Aspekte dafür.
      Nun kamen wir zu der wesentlich jüngeren Never look back. Die hübsche Stute kannte mich noch und ich musste grinsen, als ich sie wiedersah. Schweif und Mähne waren ordentlich geschnitten und Never sichtlich herausgeputzt, außerdem nahm Elisa sie allmählich ins Training und das machte sich bei der Stute deutlich bemerkbar. „Feuervogel könnte es auch so gut haben!“, raunte Elisa mir zwinkernd zu.
      Ich rollte genervt die Augen und schickte Elisa zum Vorführen, ehe ich auch Never genau unter die Lupe nahm. Alles war in bester Ordnung, zufrieden füllte ich fix das Formular aus, ehe ich die Impfungen aufzog und nacheinander verabreichte. Never hielt vorbildlich still und bekam dafür auch ausreichend Lob von ihrer Besitzerin.
      Die nächste Patientin kannte ich auch und ich war überrascht, Raunchy’s Limited wiederzusehen. Irgendwie erinnerte sie mich jedes Mal an ihren Vater, aber irgendwie auch nicht. Limo war eben doch ein anderes Pferd und nicht haargenau Raunchy. Während Elisa mich damit aufzog, schaute ich in Limos Augen und ins Maul, hörte und tastete sie ab und desinfizierte dann die zu impfende Stelle am Hals. Nacheinander setzte ich die Impfungen und klopfte dann leicht die besagte Stelle ab, ehe es für Limo auch noch die Wurmkur gab.
      Die hübsche Fuchsstute hatte es also schnell hinter sich gebracht und durfte gehen. Während Elisa die Stute wegbrachte, stand Matthew schon mit dem nächsten Kandidaten am Putzplatz. Elisa begann zu kombinieren, damit es schneller vorwärts ging. Interessant!
      Ihr Konzept funktionierte aber tatsächlich und als sie wiederkam, hatte Matthew mir Filly bereits vorgeführt und ich hörte die Stute ab. „Apropos Filly… Joyce würde fantastisch zu ihr…“ – „Nein.“ – „Aber…“ – „Nein. Elisa. Nein.“
      Damit war das Gespräch beendet. Ich beeilte mich mit den Impfungen und der Wurmkur, damit ich Elisa wieder wegschicken konnte. Die verließ den Putzplatz samt Filly mit einem leicht bockenden Ausdruck. „Wie kannst du es nur wagen, Elisa Cranfield Pferde vorzuenthalten!“, meinte Matthew tadelnd, während er mit Azrael im Schlepptau die Stallgasse entlanggeschlendert kam. „Tja, ich kann es mir leisten!“
      Azrael war ein Vorzeigehengst. Seine Gänge waren fantastisch und taktrein, seine Augen klar und aufmerksam und seine Zähne eindeutig weißer als die anderer Pferde. „Hey, ist das der neue Cardillac?“, meinte ich neckend, doch Matthew schüttelte nur den Kopf. „Den neuen Cardillac wirst du heute noch kennenlernen, aber der hört auf Ted“, warnte er mich nur vor. Oh je.
      Das „neue Cardillac“ bezog sich mehr auf das Verhalten von Elisa als auf das Verhalten des Pferdes. Denn Ted – eigentlich Intoxicated – lernte ich kennen, nachdem Azrael geimpft und entwurmt war. Ted war der Inbegriff eines perfekten Deutschen Reitponys, ich spürte Cardillacs neidische Aura bis hierher und der Hengst stand irgendwo draußen auf der Weide.
      Und da Ted so ein Inbegriff von Perfektion war, war auch Elisa hin und weg. Eine gefühlte halbe Stunde lang durfte ich mir anhören, wie viele Schleifen ihr Prachtkerl schon mit nach Hause gebracht hatte und das, obwohl er erst einen Monat auf TSA war! „Tja, Aussehen ist alles“, murmelte ich nur und kontrollierte Teds Pupillenreflex. Danach warf ich einen Blick in sein Maul, ehe ich ihn abhörte und abtastete.
      Auch gesundheitlich war Ted der Inbegriff von Perfektion (ich wiederhole mich), denn seine Werte lagen allesamt im Idealbereich. Dementsprechend konnte ich ihn guten Gewissens impfen und entwurmen. Die vier Impfungen hielt er auch locker flockig aus und dann ging es für ihn auch zurück auf die Weide. Begleitet wurde er dabei von einer immer noch schmachtenden Elisa. „Das ist eindeutig ein neues Level an DRP-Sucht“, mutmaßte ich.
      Das hörte leider auch nicht wirklich auf, denn Kandidat Nummer zwei der „DRP-Sucht“ näherte sich bereits: Tenacious, kurz T. Auch er war so ein Schmacht-Kandidat, wobei er da eher mit seinem dunklem Gesicht und der Süßheit punktete. Nebenbei war er vollkommen unproblematisch im Umgang, so dass wir die Tierarztuntersuchung schnell hinter uns gebracht hatten. Es gab noch vier Impfungen und die Wurmkur zum Schlucken, ehe mich Prachtkerl Nummer zwei wieder verlassen durfte.
      Danach traf ich erneut auf ein bekanntes Gesicht, wie viele DRPs hatte ich eigentlich an Elisa abgetreten?! Dead Memories war ein prachtvoller junger Hengst geworden und konnte sich wirklich sehen lassen. Das kam natürlich alles nur von Elisas bestens auf DRPs abgestimmter Haltung! Den Tierarzt mochte der Hengst trotzdem noch nicht. Dementsprechend war es mit Memo wesentlich anstrengender als mit seinen Vorgängern.
      Schaffen taten wir es dennoch relativ schnell und schon war der Rotfalbe geimpft und entwurmt und bereit, ein nächstes halbes Jahr ohne Tierarzt auszukommen. Das galt eine Viertelstunde später auch für Sacramento, der kommende Körungsanwärter in Elisas Stall. Seine Anmeldung war sogar schon eingegangen, der Porzellanschecke wartete also nur noch darauf, sich in feinster Manier zu präsentieren.
      Dafür brauchte er jedoch erst einmal frische Impfungen und eine kürzlich gemachte Wurmkur und beides erhielt er von mir. Genauso wie das Gesundheitszertifikat für seine Körung, was ich Elisa direkt ausfüllte, da es bei Sacramento mehr als nur eilte. Ich wünschte dem Hengst alles Gute, ehe er mich verließ.
      Oh. Und dann traf mich der Schlag: Vor mir stand ein Araber. Ein ARABER. Gut, er war ein Zuchtfohlen des Gestüt Sanssouci, aber das änderte nichts an der Tatsache, dass er ein Araber war. Oder war das jetzt zu rassistisch? „Voll hetero, Eddi!“, wies Elisa mich zurecht und hielt mir einen Vortrag über Gleichberechtigung und Weltoffenheit von Townsend Acres. Klaro.
      Der Hengst hörte im Übrigen auf den Namen Shakoor und wurde witzigerweise sogar Western geritten. Woran ich das sah? Gar nicht, Matthew drückte es mir direkt aufs Auge. Shakoor war drei Jahre und ein schicker Rabicano, der nebenbei kerngesund war. Leider hatte Elisas geliebter Babyhai ein kleines Wehwehchen im Maul, denn er hatte sich ein Stück Zahn abgebrochen, also musste ich mit der Feile dran. Für das kleine Sensibelchen der absolute Hass.
      Überstanden hat er es aber trotzdem, auch wenn Elisa beinahe den Tränen nahe war, so sehr hatte sie mitgelitten. Geimpft und entwurmt war der Araber (ARABER) am Ende auch und durfte mich beleidigt wieder verlassen. Ich wollte schon das Zeug fürs nächste Pferd bereitlegen, bis Elisa mich kurz umarmte und feierlich erklärte, dass wir für heute fertig waren.
      „Und Morgen machen wir die Jungpferde!“
    • Samarti
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      Harte Nuss
      11/2015 | 7698 Zeichen
      Skeptisch betrachtete Matthew den Welsh B-Hengst, den ich gerade eben aus dem Hänger führte. „Er sieht jung aus“, stellte der Dunkelhaarige dann kritisch fest und beäugte den Schecken genau.
      „Der sollte eigentlich mindestens fünf oder sechs sein, das passt auf jeden Fall vom Alter her. Ich weiß, dass er seit 2012 bei Elena steht und sie meinte, er hätte vorher jahrelang nur auf einer Weide gestanden. Aber keine Ahnung, wie alt er genau ist.“
      „Elena? Die hat solche kleinen Ponys bei sich?“
      „Nicht unsere Nachbarin“, grinste ich und boxte Matthew gegen die Schulter. „Ich rede von Elena Delgardo von den Briar Cliff Stables. Sagt dir das mehr?“
      „Hab davon bestimmt schon mal gehört … Zumindest der Name kommt mir bekannt vor.“ Matthew nickte und ich lächelte kurz. „Gut. Magst du mir mit ihm eben helfen?“ Ein erneutes Nicken von Matthew folgte, dann übernahm er den Führstrick des kleinen Ponys, während ich die Laderampe wieder hochklappte und den Hänger verschloss. Noch war der Hengst erstaunlich ruhig – Elena hatte mir da ganz anderes erzählt, was mich erwarten würde. Wahrscheinlich war er einfach nur müde von dem Flug und der langen Fahrt, wer wusste das schon.

      Für das Training mit dem, zugegebenermaßen doch sehr kleinen, Hengst hatte ich Joline bei Seite gezogen. Obwohl das Springreiten normalerweise nicht so wirklich ihr Gebiet war und sie dies eigentlich nicht trainierte, war sie dann doch hin und wieder dafür zu begeistern und könnte Pferde in dieser Disziplin auch trainieren, wenn sie denn wollte. Ich allerdings war mit meinen knapp 1,70 Metern etwas zu groß für Overo und so wollte ich mich nicht noch auf ihn setzen. Joline mit ihren knapp 1,60 Metern passte da schon eher drauf und das Ganze sah dann auch um einiges stimmiger aus.

      Auch, wenn Joline den „Zwerg“ ziemlich unter Kontrolle hatte, versuchte er doch immer mal wieder, seinen Willen durchzusetzen und einfach mal den Sturkopf einzuschalten. Dann wurde auch Joline dickköpfig und oft standen sie eine ganze Weile nur herum, bis es selbst Overo zu langweilig wurde und sie mit der Arbeit fortfuhren.
      Die Bodenarbeit, mit der wir einstiegen, tat ihr Übriges: Anfangs war Overo teilweise wirklich unberechenbar gewesen. Wenn er keinen Bock auf irgendetwas hatte, schnappte er – und wollte so erreichen, dass man machte was er wollte. Dann buckelte er manchmal, stampfte genervt mit dem Vorderhuf auf und legte die Ohren so an, dass sie fast horizontal waren.
      Nach und nach bauten sie dann aber eine (sehr lose) Vertrauensbasis auf und legten so das Fundament für das weitere Training. Hier ging es größtenteils ins Gelände. Trotz des Schnees. Während ich dann mit einem anderen meiner Hengste – meistens waren dies Intoxicated, Don Johnson oder Azrael; also die, auf die ich mich im Gelände wirklich zu 100% verlassen konnte und die sich nicht von einem spritzigen Hengst neben sich beeindrucken ließen – nebenher ritt, saß Joline auf dem Rücken des Rappschecken und wirkte neben mir noch viel kleiner.
      Auch diesmal unternahmen wir wieder einen kleinen Ausritt in die weiten Kanadas. Der Schnee bedeckte die Landschaft nur so und so bot sich uns bereits Ende November ein äußerst weihnachtliches Bild. Zugegeben, ich hasste Schnee, aber in diesem Moment war es sogar ganz schön, wenn man mit Overo und Kronjuwel durch die Landschaft ritt und einfach mal entspannen konnte. Kronjuwels Ruhe übertrug sich bereits nach kurzer Zeit auf Overo und so wurde es sogar ganz angenehm mit dem sonst so dickköpfigen, eigensinnigen Hengst.

      Nachdem wir mit dem Geländetraining etwas weiter vorangeschritten waren und so besonders Overos Ausdauer, Stärke und generell die gesamte Kondition verbessert hatten, widmeten wir uns den Anfängen des Springtrainings: der Cavalettiarbeit. Joline saß stets auf dem Rücken des kleinen Hengstes und arbeitete mit ihm, während ich vom Boden aus zusah und Kritik ausübte, wenn es nur ging. Denn auch Joline hatte noch nicht ganz ausgelernt. Das störte den Hengst allerdings nicht sonderlich, denn zumindest war Joline in der Lage, ihn auf das Springreiten vorzubereiten. In der Klasse A betrugen die Höhen eines Sprungs maximal 110 Zentimeter und auch die Weite der Sprünge durfte 125 Zentimeter nicht überschreiten. Dennoch stiegen wir zuerst mit Cavalettis ein, machten Overo so das Springen etwas schmackhaft und achteten besonders auf die richtige Technik, die der Hengst an den Tag legte. Auch, wenn er tatsächlich des Öfteren einen „schlechten Tag“ (oder sollte ich „schlechte Woche“ sagen?) hatte, so war er doch nicht ganz lernresistent und zeigte nicht immer seinen Widerstand.
      Wenn er es dann tat, trug auch Joline ihren Dickkopf immer wieder an die Oberfläche und machte das so lange, bis es Overo wirklich zu dumm wurde – dann beruhigten sich beide wieder und das Training konnte weitergehen.
      Auf die Cavalettiarbeit, die wir zunächst nur an der Longe und schließlich unter dem Sattel in Angriff genommen hatten, folgten die ersten kleinen Hindernisse. Nun lag es daran, Overos Bascule über dem Sprung aufrecht zu erhalten, also eine schöne, gebogene Rückenlinie, sodass das Pony seinen Rücken über dem Sprung nicht wegdrückte. Das wäre besonders auf Dauer nicht sonderlich gesund und sogar ziemlich schädlich, weshalb wir solche Probleme direkt bei der Wurzel packen und endgültig beseitigen wollten, indem wir ihm direkt die richtige und korrekte Ausführung beibrachten.
      Wir begannen mit niedrigen Hindernissen, stellten dann die Höhen und Weiten immer höher. Overo zog anfangs vor dem Sprung ziemlich stark an, sodass Joline Mühe hatte, ihn vor dem Sprung ordnungsgemäß zu versammeln, doch mit der Zeit lernten beide dazu: Joline, wie sie sein Tempo besser regulieren konnte und Overo, dass es viel leichter war, passend zu springen als verwundert über das Hindernis zu straucheln und möglicherweise unschön auf dem Boden aufzukommen.
      Einmal kam Matthew mit Avanti während des Trainings in die Reithalle – und verschwand genauso schnell wieder. Ein kurzer, böser Blick in Richtung Matthew reichte, um ihm zu verdeutlichen, dass der Zeitpunkt mehr als ungünstig wurde. Waren andere Pferde während des Trainings in der Nähe, war Overo nämlich meist wahnsinnig unkonzentriert und ihn dann bei sich zu behalten stellte sich als mehr als nur schwierig heraus. Zum Glück hatte er von dem „Eindringling“ nicht viel mitbekommen und sprang weiter durch den Parcours.
      Es dauerte zwar eine Weile, besonders, weil wir Overo mit den Höhen nicht überfordern wollten (110 Zentimeter waren immerhin nur noch knapp zwanzig Zentimeter weniger als seine Widerristhöhe betrug) und „sauer“ machen wollten, sodass ihm die Lust am Springen vergehen würde. Nichtsdestotrotz hatten wir es am Ende des Trainings geschafft, ihn im Springen A-fertig zu trainieren, also könnte er rein theoretisch einen A-Parcours ohne Probleme springen. Vorausgesetzt, er wollte das.

      „Er bleibt noch bis Dezember, oder?“, fragte Joline schließlich, als die letzte Trainingseinheit für beendet erklärt worden war und sie sich nach vorn lehnte, um Overo den Hals zu streicheln und ihn dann zwischen den Ohren zu kraulen. Der Hengst war viel zu erschöpft, um jetzt noch irgendwie Widerstand zu leisten, und wenn er ehrlich wäre, würde er wohl auch zugeben, dass er die kleine Schmuseeinheit ziemlich wertschätzte. Leider war Overo da ein hartnäckiger Genosse, der so etwas nicht gerne zeigte, und so schüttelte er nur prustend den Kopf.
      „Ja, nächsten Monat geht es weiter.“ Ich grinste. „Wieso, macht das Springreiten etwa doch mehr Spaß als erwartet?“
      „Irgendwie schon“, lächelte Joline und stieg dann ab. „Und jetzt auf einen Ausritt mit Adona und Goldherz? Was denkst du?“
      Jetzt lachte ich. „Bin dabei!“
    • Samarti
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      RS 53: Neujahrsspringen
      01/2016 | 501 Zeichen
      Ted war ja eigentlich ein sehr ruhiger Hengst – zumindest in bekannten Gebieten. Das neue Jahr leiteten wir aber mit einem kleinen Missgeschick ein.
      Während eines Sprungs verlor mein Hengst Intoxicated die dekorative Nikolausmütze auf seinem Kopf. Natürlich flog die dann durch die Luft! Ted galoppierte zwar desinteressiert weiter, aber als ich mich noch einmal kurz umdrehte, sah ich die Weihnachtsmütze tatsächlich auf einem der Hindernisständer liegen... So, als würde sie genau dort hingehören.
    • Samarti
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      Neues Jahr, neues Glück
      02/2016 | 1369 Zeichen
      Mit Sicherheit hatte ich schon wieder über die Hälfte meiner Pferde aussortiert. Was am Anfang ziemlich gemein klang, war allerdings gar nicht so gemeint.
      Viele geblieben waren allerdings nicht. Von Ace of Clubs hatte ich mich nicht trennen können, genauso wie von Audio Delite at Low Fidelity, Romantica, Trés Jolie und auch Ocean Water. Die Damen würden auf jeden Fall erst einmal bleiben, ebenso wie Liluye und Hall of Fame CU.
      Bei den Hengsten sah das da schon anders aus: Hier hatte ich nur noch sechs, und bei zweien war ich mir nicht einmal mehr ganz sicher. Momentan bestand der Hengststall allerdings nur noch aus Avanti, Azrael, Intoxicated, Tenacious, Levi und Cardillac. Besonders letzterer würde es mir wahrscheinlich nicht wirklich verzeihen, würde ich ihm Umzugsstress antun.
      Die Kleinen fielen mir besonders schwer. Aponi und Pamuya blieben auf jeden Fall, genau wie Nessaja. Von Beverly und Pina könnte ich mich auch nicht trennen, Chesmu würde auch dort bleiben, wo er hin gehörte. English Love Affair war zwar noch nicht so lange hier, aber bei ihr war ich mir schon wieder nicht mehr so sicher. Auch Vendetta müsste ich mir noch einmal durch den Kopf gehen lassen.
      Alles in allem war es schon wieder eine ziemliche Bestandsverkleinerung gewesen, die ich hier hatte über mich ergehen lassen. Aber hey, anscheinend brauchte ich das einmal im Jahr.
    • Samarti
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      Hufkontrolle
      03/2016, von Snoopy | 4675 Zeichen
      Heute stand wieder ein Termin an, diesmal bei meiner lieben Elisa Cranfield, ich sollte bei ihrem Hengst Ted, wie sie ihn nannte, heute die Hufe kontrollieren und verbessern und ebenso vier mal neue Eisen ran machen. Also fuhr ich auf den schönen kanadischen Hof, der nicht allzu weit weg von meiner Heimat war und nur ein paar Stunden Fahrt aufnahm. Lächelnd stellte ich den Motor ab und blickte zu der herbeikommenden jungen Frau. Freundlich grüßte ich sie und nahm mir mein wichtigstes Material mit, Hufeisen hatte ich auch schon ein paar passende, hoffte ich zumindest, wenn nicht müsste ich sie nochmal bearbeiten. Doch erstmal grüßte ich den hübschen Reitponyhengst und warf den ersten Blick auf die Hufe des jungen Burschen. Sie sahen recht gut aus, also musste ich wohl nicht viel außen machen, außer ein paar überstehende Kanten wegraspeln.
      Somit zögerte ich nicht lange und fing an mit dem ersten Huf, wo ich kurz das Hufeisen ran hielt und testete ob es passte, hier war es perfekt, also konnte ich in Ruhe weiter machen mit dem Säubern des Hufes, welches nicht viel Zeit in Anspruch nahm, da er recht saubere Hufe hatte, also schnitt ich dann nur noch unpassendes Innenhorn zurecht und stellte seinen Huf anschließend auf den Hufbock, den mir Elisa her stellte. Dort bearbeitete ich den Rand des Hufes mit der Hufraspel, bis es außen herum wieder völlig in Ordnung war und begann mit dem Festnageln des Hufeisens. Also nahm ich spezielle Nägel aus der Seitentasche und begann das Hufeisen an dem Huf des Hengstes zu befestigten. Nun stellte ich seinen Huf wieder herab und machte mit den hinteren weiter. Intoxicated, so war sein richtiger Name, blieb ganz gelassen stehen und machte brav mit. Also glitt ich an seinen Oberschenkel herab und klemmte sein Bein zwischen meine und begann das Huf gründlich zu säubern, nachdem es sauber war machte ich weiter mit dem ausschneiden und schnitt überstehendes Innenhorn weg. Zufrieden mit dem nun ordentlichen Huf, stellte ich es erneut auf den Hufbock und begann das Außenhorn zu schneiden und zu raspeln, dann konnte auch schon wieder das nächste Eisen ran. Dieses testete ich kurz am Huf, es war einen Ticken zu groß, also musste der Gasofen dran glauben. Ich nahm das Eisen in die Metallzange und erhitzte es im Ofen, nachdem es schön glühend rot war, nahm ich es hinaus und nahm den Hammer und bearbeitete das Eisen auf dem Amboss, mitein paar Schlägen war auch schon die Form passend. Nun bat ich Elisa kurz das Huf anzuheben und legte es an das Innenhorn. Es stank, aber passte; somit kühlte ich es in einen vorbereiteten Wassereimer. Zurück bei Ted nahm ich mir Nägel und das nun kalte Eisen und nagelte es gründlich am Huf des Dunkelbraunen fest. Schon war die linke Seite vollständig mit Hufeisen ausgestattet und ich machte weiter mit der rechten Seite des Reitponys. Also hob ich das erste Huf auf den Hufbock und begann mich erstmal um Außenhorn zu kümmern, schnitt es zurecht und raspelte es dann mit der Hufraspel am Rand passend glatt. Nun nahm ich Teds Huf vom Hufbock und nahm es zwischen die Beine. Dort säuberte ich es nun, bis all der Dreck weg war und nahm mir dann wieder mein Hufmesser zur Hand, wo ich das Innenhorn zurecht schnitt. Auch der Strahl musste etwas ausgebessert werden, da er an ein paar Stellen überstand und falsch wuchs. Als nun innen und außen alles gut beim Huf war, schnappte ich mir das nächste Hufeisen und hielt es an den Huf, auch dieses passte, somit musste ich nichts verbessern und konnte es ohne Probleme an seinen Huf festnageln. Dann machte ich weiter und stellte sein letztes Huf, das linke Hinterhuf auf den Hufbock und begann überstehendes Horn wegzuschneiden, mit der Hufraspel begradigte ich alles und schon konnte ich mit dem Innenhorn weitermachen. Also säuberte ich das von etwas Schlamm übersehene Innenhorn und schnitt mit dem Hufmesser das ungerade und verwachsene Horn weg. Dann konnte das nächste Hufeisen festgenagelt werden, also checkte ich erstmal ob es passt und so war es auch. Zufrieden schnappte ich mir Nägel für die Hufe und begann es festzumachen.
      Schon stand der gute Intoxicated auf vier frisch festgemachten Hufeisen und ich bat Elisa nochmal ein Stück mit ihm zu laufen, nicht dass er irgendwie schief ging. „Ok alles in Ordnung bei ihm, er läuft sehr gut mit den Eisen!“, beruhigte ich die junge Reiterin und sie lächelte glücklich, dann brachte sie Ted in seine Box, somit räumte ich meine Utensilien weg und kümmerte mich ebenfalls um den dreck am Boden. „Ach das wäre doch nicht nötig gewesen!“, lächelte sie und ich grinste: „Mach ich doch gerne!“ Dann umarmte ich die Dame nochmal und kehrte zu meinen Wagen zurück und fuhr vom Hof.
    • Samarti
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      Military E-A
      04/2016, von Gwen | 5865 Zeichen
      Heute hatte ich eine lange Liste an Aufgaben abzuhaken, weshalb mein Wecker schon kurz nach sechs klingelte. Ausnahmsweise war ich auch sofort hell wach, das war sonst nicht der Fall. Da ich auch die erste in der Küche war, setzte ich für den Rest der Familie Kaffee auf und heizte den Ofen vor, ehe ich mich mit einem Apfel in den Stall verzog. Dort begrüßte mich der Geruch von Pferden und Heu und vereinzelt wurde ich auch angeblubbert oder angebrummelt, zum Teil sicherlich auch wegen meines Apfels, aber der würde auf mein Konto gehen.
      Damit aber auch meine Pferde auf ihre Kosten kamen, ging es direkt in die Futterkammer, wo ich in aller Ruhe alle Futterschüsseln füllte und dann einmal durch die Stallgasse lief und schon waren alle versorgt. Nachdem alle mit dem Frühstück fertig waren, halfterte ich sie nacheinander auf und es ging direkt auf die Weide. Ich überlegte die Pferde dieses Jahr im Sommer vierundzwanzig Stunden draußen zu lassen, aber ganz sicher war ich mir noch nicht, denn wir waren umgeben von purer Natur und hier tummelten sich doch auch das ein oder andere Raubtier, da waren mir meine Pferde im Stall theoretisch besser aufgehoben.
      Doch nun musste dieser erst einmal ordentlich ausgemistet werden, ehe ich frisch einstreute und schon die Heunetze für den Abend befüllte. Als das geschafft war, kehrte ich kurz die Stallgasse durch und dann musste ich mich auch schon fertig machen, denn heute ging es zum Geländetraining auf Townsend Acres. Die Saison hatte offiziell begonnen und so sollten auch meine Pferde fit sein. Trotz der Tatsache, dass ich selbst Trainerin war und das seit gut fast vier Jahren auch wirklich erfolgreich war, wollte ich gerne, dass auch mir jemand auf die Finger schaute.
      Aus diesem Grund holte ich mir Papermoon’s Yakari von der Weide und band ihm am Putzplatz an. Durch unser regelmäßiges Training hatte Yakari schon gefühlt sein gesamtes Winterfell verloren, er hatte aber dieses Jahr sowieso gar nicht so viel geschoben. Ich putzte meinen Hengst gründlich und sattelte ihn dann schon einmal. Während Yakari noch wartete, holte ich fix Tawny Bawny von der Weide und putzte nur kurz über meine hübsche Stute drüber. Sie sollte direkt als Handpferd mit, denn sie erwartete heute auch noch ein bisschen Abwechslung.
      Am Ende trenste ich noch Yakari und schwang auch mich in meine Reitsachen und schon konnte es losgehen. Auf Townsend Acres lud ich Tawny am Stall ab, wo sie auf einen Paddock durfte und machte mich dann mit Yakari auf zur Geländestrecke. Dort wurden wir schon ungeduldig erwartet, obwohl wir sogar überpünktlich waren. Anzutreffen war auch Elisa auf Intoxicated. Wie ich erfahren hatte, trainierte sie ihn momentan für die Körung und da sollte ihr geliebter Hengst natürlich topfit sein.
      Matthew würde uns heute coachen und dafür saß er auf Tenacious, welcher momentan auch im Training war, aber noch nicht so weit wie Ted. „Dann los“, meinte Matthew knapp und gab uns Aufgaben zum Erwärmen, welche wir auch brav befolgen, während er sein eigenes Pferd aufwärmte. Zum Glück machte Yakari trotz der beiden DRPs um ihn rundrum eine wirklich gute Figur, so dass ich mich für mein New Forest keineswegs schämen musste. Und dann ging es auch los:
      Es war eine unserer ersten Springstunden wieder draußen, weshalb die Pferde übermotiviert waren, aber auch noch nicht bereit für die großen Sprünge. Wir begannen deshalb mit einfachen Baumstämmen und Hecken, die alle drei Hengste mit Leichtigkeit übersprangen. Alle drei waren sowieso absolute Lebensversicherungen unter dem Sattel.
      Ted zeigte wie immer selbst im Gelände seine elastischen Gänge und ließ keinen Grund, um an seine Abstammung zu zweifeln. Tenacious war bei den In-Out-Sprüngen ein wenig unsicher, dass kompensierte Matthew jedoch zu 120 Prozent und so waren die Hindernisse schnell wieder kein Problem mehr. Yakari hingegen tat sich manchmal ein wenig schwer mit den Wassersprüngen, so ganz traute er dem Schein nicht, aber wie es war, alle drei sprangen alles.
      Die heutige Stunde lief dementsprechend einwandfrei ab. Wir ritten die Hengste zufrieden mit einer Abschlussrunde ins Gelände ab. Am langen Zügel im Schritt ging es bei frühlingshaften Sonnenschein durch die Wälder Kanadas. „Also ich glaube Ted und Tenacious sind bald bereit für die nächste Stufe“, meinte Elisa stolz und fragte mich nach meiner Meinung. Trotz Matthews kritischem Blick war ich mir sicher, dass auch er stolz auf seine Arbeit war und dementsprechend gab auch ich mein Okay. Die beiden Hengste waren heute sehr sicher auf A-Niveau gesprungen, mehr konnte man sich nun wirklich nicht wünschen.
      Am Stall versorgten wir die Pferde und Yakari durfte sogar noch ein Stündchen auf den Weiden von Townsend Acres verweilen, denn nun war Tawny an der Reihe. Da Elisa von uns beiden die Fahrerin war und Tawny das Fahren liebte, hatte ich sie mitgebracht. Ich würde Beifahrer sein und das reichte mir auch vollkommen, mehr Adrenalinkicks brauchte ich wirklich nicht. Elisa kümmerte sich um die Ausrüstung und ich putzte Tawny fix und machte sie dann fertig.
      Kurze Zeit später war die Stute vor den Einspänner gespannt und es konnte losgehen. Tawny war schon erfahren was das Fahren betraf und da es Elisas Königsdisziplin war und das Wetter es endlich wieder zuließ, ging es zum Geländefahren. Auch Tawny liebte das abwechslungsreiche Training und war nach kurzer Zeit voll in ihrem Element. Motiviert jagte sie an der Kutsche voran und ich war wirklich stolz, als ich sah, was meine Stute da leistete.
      Dementsprechend hatte sie sich ihren Feierabend nach den letzten 10 Kilometern Galopp wirklich verdient. Sie wurde kurz abgeduscht und dann unter das Solarium gepackt, ehe ich auch schon Yakari fertig machte und mich mit meinen beiden Pferden auf den Heimweg machte. Elisa dankte ich für den schönen Tag auf Townsend Acres, aber es stand noch einiges mehr an.
    • Samarti
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      Tierarztkontrolle
      05/2016, von Eddi | 2053 Zeichen
      Es verging kaum eine Zeit, in der ich Ruhe vor Elisa hatte. Auch, wenn sie in der letzten Zeit praktisch wie verschollen gewesen war! Die Elisa-freie Zeit währte allerdings nicht sonderlich lang, denn schon bald rief sie mich wieder zu sich nach Townsend Acres, um ihrem Hengst Intoxicated einen Tierarztbesuch abzustatten. Erst im November letzten Jahres hatte ich ihn gecheckt, dennoch wurde es langsam wieder für ihn Zeit, denn Elisa wollte bald mit ihm auf einer Hengstkörung antreten.
      So trat ich meinen Weg nach Kanada an und wurde dann schon recht überschwänglich von Elisa begrüßt, die (wie immer) direkt anfing, von ihren Reitponys zu schwärmen. Auch wenn die Anzahl dieser seit meinem letzten Besuch beachtlich zurückgegangen war.
      „Hast du also mal wieder aufgeräumt, hm?“, kommentierte ich das nur und schüttelte den Kopf, denn ich wusste, dass sie diese Entscheidung nicht allzu bald wieder bereuen würde, genau wie das letzte Mal.
      „Bist du hier, um dich über mich lustig zu machen oder um Ted zu kontrollieren?“, warf mir die Pferdebesitzerin dann vor und stemmte ihre Arme in die Seiten. „Hm? Genau. Also los!“ Jetzt konnte sie sich ein Grinsen nicht mehr verkneifen.
      Schon im November wurde Intoxicated von Elisa genauso behandelt wie es eigentlich nur ihrem König Cardillac zustand, den das ziemlich zu stören schien. Inzwischen sah es aber ganz so aus, als hätte diese Behandlung noch größere Ausmaße angenommen.
      Genau wie vor knapp einem halben Jahr kontrollierte ich seine Pupillenreflexe, sein Mau, hörte und tastete ihn ab. Alles war im grünen Bereich. Da auch seine Werte sich nicht ins Negative verändert hatten, bereitete ich die Impfungen vor und impfte den Hengst. Anschließend wurde er nochmal entwurmt und damit hatten wir es für diesen Kandidaten auch schon wieder hinter uns gebracht.
      Was mich am meisten wunderte, war, dass Elisa sich höchstpersönlich darum kümmerte, dass Intoxicated wieder in seine Box gebracht werden konnte. Eigentlich hatte sie dafür doch immer schon Angestellte (mit dem Namen Matthew) gehabt?
    • Samarti
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      HK 480
      05/2016 | 3000 Zeichen
      Inzwischen war es sowohl für mich als auch für Intoxicated mal wieder an der Zeit, etwas Rampenlicht genießen zu dürfen. Viel zu lange hatten wir uns aus der ganzen Turnier- und Showwelt zurückgezogen, obwohl Ted eigentlich mehr als bereit für seinen ersten Auftritt bei einer Körung war. Genau deshalb befanden wir uns heute auf dem Gelände, auf dem die 480. Hengstkörung unter dem Thema „Ponys“ stattfand – und, um hoffentlich eine schicke Schleife und eine Zuchtzulassung für mein Reitpony mit nach Hause nehmen zu können.
      Nachdem unsere Startnummer aufgerufen wurde und durch den Lautsprecher die Stimme des Moderatoren erklang, welcher gerade eine Kurzbeschreibung von Intoxicated durchgab, rückte ich mich noch einmal im Sattel zurecht und erhaschte noch einen kurzen Kuss auf die Wange von Matthew, dem ein leises „Viel Glück!“ folgte. Dann strich er ein letztes Mal über das Fell des Hengstes, um sicherzugehen, dass auch jeglicher Dreck verschwunden war; dabei hatten wir ihn bereits mehrmals auf Hochglanz poliert.
      Im Trab ging es dann in die Halle. Die Scheinwerfer, die das Licht durch die gesamte Halle strömen ließen, blendeten mich leicht, weshalb ich mich auch darauf konzentrierte, meinen Blick nicht ins Publikum zu wenden. Irgendwo dort saßen die anderen und drückten Daumen, nur suchen sollte ich sie diesmal lieber nicht. Da ich lange nicht mehr in einer solchen Situation gewesen war, könnte ich meine Nervosität dann bestimmt nicht mehr überspielen.
      Wir folgten der Mittellinie bis zum Bahnmittelpunkt X, auf dem ich Ted den Befehl gab, stehen zu bleiben und geschlossen zu halten. Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen, das ich mir nicht verkneifen konnte, wurden die Richter von uns gegrüßt. Als wir das hinter uns gebracht hatten, nutzte ich den freien Bruchteil einer Sekunde und atmete erst noch einmal tief durch, ehe die Kür wirklich los ging. Im Schritt wandten wir uns dann wieder auf den ersten Hufschlag ab und führten dort die langsamste der drei Grundgangarten vor, bevor ich Ted leicht antrieb und er in einen schwingenden Trab wechselte. Nach einer Bahn erhöhten wir erneut das Tempo und galoppierten nun noch eine Runde, ehe wir mithilfe eines Wechsels durch die Diagonale der Bahn einen Handwechsel präsentierten und nun auf der rechten Hand erneut die drei Gangarten vorführten. Als wir auch dies geschafft hatten, galoppierten wir noch einen Zirkel und wechselten später wieder aus diesem heraus, um noch einige Hufschlagfiguren eingebaut zu haben.
      Nachdem wir auch diesen Teil der Kür hinter uns gebracht hatten, wechselten wir erneut auf die Mittellinie und ritten geradewegs zum Bahnpunkt X, an welchem Intoxicated vorbildlich zum Halten kam und wieder geschlossen stehen blieb. Das war auch wieder der Moment, in dem ich tief durchatmete, denn wenn wir nun die Halle verließen, hatten wir es geschafft!
      Gesagt, getan – und draußen erwartete mich erneut ein strahlender Matthew, der offensichtlich sehr zufrieden mit Ted war. Und das war ich auch.
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  • Album:
    2.2 - Südstall
    Hochgeladen von:
    Samarti
    Datum:
    22 Feb. 2017
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    Rufname: Ted
    geboren: Oktober 2008


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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Seal Brown
    Stockmaß: 148 cm

    Beschreibung:
    „Ted“ ist wirklich ein Pony zum Liebhaben. Der inzwischen siebenjährige Hengst ist klug, ein absolutes Ruhepol und lässt sich so ziemlich alles gefallen. Nicht nur wegen seines treudoofen Blickes und der liebevoll tollpatschigen Ader verfallen ihm viele, auch unter dem Sattel ist er ein Traum: Die elastischen, schwungvollen Gänge und die Konzentration und der Arbeitswille, den er an den Tag legt, sind für viele Reiter einfach nur ein Traum.
    Auch in der Herde verhält er sich eher ruhig, keinesfalls sonderlich dominant, lässt sich aber dennoch nicht unterbuttern. Denn obwohl er nicht derjenige ist, der immer das Sagen haben muss, lässt er es seine Umgebung deutlich wissen, wenn ihm etwas nicht passt - dazu muss er aber weder schnappen noch treten oder zwicken, stattdessen ist es klar zu erkennen, wenn er sich von einem abwendet und einfach geht. Ted ist nämlich eher der Typ Pony, der auf der Stelle kehrt macht und dem Ganzen versucht zu entkommen, als dass er sich irgendwie gewalttätig wehren wollen würde.

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    Besitzer: Samarti
    Ersteller: sadasha

    Dressur S - Springen S - Fahren L - Wendigkeit A

    HK 480
    BSW 439
    97. Synchronspringen

    99. Synchronspringen
    5. Synchronfahren
    100. Synchronspringen
    336. Dressurturnier
    253. Fahrturnier
    339. Dressurturnier
    103. Synchronspringen
    RS 53


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    Offizieller Hintergrund