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Zaii

Imadama

* 2010, im Besitz seit 28. März 2014

Tags:
Imadama
Zaii, 14 Apr. 2017
Dir, AliciaFarina, Veija und 5 anderen gefällt das.
    • Zaii
      Überraschung!
      Pflegebericht, 01. April 2014

      Gerade hatte ich die Box im Hauptstall fertig vorbereitet und nun wollte ich mich auch schon auf den Weg machen, um bald ein neues Pferd auf meinem Hof zu begrüßen.
      Es handelte sich dabei um Imadama, eine erst vier Jahre alte Irish Tinker-Stute, welche nicht das erste Mal bei mir stehen würde. Ich kannte sie bereits seit ihrer Geburt, denn damals hatte ich mich bei der Zucht "Heart of Asia" nach einem Fohlen umgesehen und war dabei auf die Scheckstute getroffen. Tragischer Weise war ihre Mutter bei der Geburt gestorben und es hatte sich auch keine Ammenstute finden lassen. So hatte ich mich dazu entschieden, die Kleine bei mir aufzunehmen und zusammen mit der Unterstützung von Fratzi, ihrer Züchterin, hatte ich die schüchterne Stute mit der Flasche aufgezogen. Es hatte seine Zeit gedauert, doch nachdem Ima, wie ich sie bereits damals genannt hatte, einmal Vertrauen gefasst hatte, folgte sie mir wie ein Hund und wich mir nicht mehr von der Seite. Ein Lächeln stahl sich auf meine Lippen, denn ich erinnerte mich noch wie gestern daran, wie wir zusammen Fortschritte gemacht hatten.
      Leider hatte ich sie mit ca. ein einhalb Jahren verkaufen müssen und dann traurig mit angesehen, wie sie mehrere Besitzerwechsel durchleben musste. Nun stand sie wieder zum Verkauf und als ich sah, dass von einem verantwortungsbewussten Käufer auf sie geboten wurde, hatte ich angemerkt, dass ich etwas Geld dazu geben würde, falls dies für die Entscheidung ausschlaggebend sein sollte. Daraufhin hatte der andere Käufer sein Gebot zurückgezogen und so stand ich nun vor der Entscheidung: ein Pferd aufnehmen, deren Rasse mir eigentlich gar nicht so sehr zusagte oder einen geliebten Vierbeiner wegschicken und vielleicht nie wieder sehen. Natürlich war mir die Entscheidung nicht schwer gefallen und so war schnell alles mit ihrer Verkäuferin, Gaitano, ausgemacht.
      Ihre Geschichte war zwischen zwei Verkäufen wohl verloren gegangen, denn Gai wusste nicht, dass ich Imas erste Besitzerin gewesen war, doch mit Hilfe einiger Recherche konnte sich dies bestätigen. So hatten wir schnell einen Preis ausgehandelt und einen Termin gefunden, an dem der Tinker nun umziehen würde.

      Mittlerweile hatte ich auf Gais Hof geparkt, Pferdegeruch und Wiehern schlug mir entgegen, als ich die Tür des Wagens hinter mir schloss. Aus einem der Ställe kam mir bereits Gai entgegen geeilt. Wir begrüßten uns herzlich, dann folgte ich ihr zu Imas Box, wo die junge Stute bereits zur Abfahrt bereit stand. Ich musste tatsächlich zwei Mal hinsehen, denn die Stute hatte sich ordentlich gemacht, seit ich sie als unproportionierter Jährling verkauft hatte. Nach wie vor war ihre großflächige Scheckung wunderschön, aber sie war erheblich in die Höhe geschossen und ohne das Stockmaß in ihren Papieren nachschlagen zu müssen wusste ich, dass sie damit sicher das Zuchtziel überschritten hatte. Was sich kein bisschen verändert hatte war der treue, friedliche Blick aus ihren blauen Augen, der mich auch jetzt zum Lächeln brachte. Langsam und mit einem Stück Karotte in der Hand trat ich in die Box des Schecken, denn ich wusste nicht mehr, ob mich mein „Baby“ noch kannte. Doch meine Sorgen waren unbegründet, zunächst war Imadama zwar etwas misstrauisch, doch es schien, als ob sie meine Stimme doch nicht vergessen hatte und so konnte ich sie bereits nach wenigen Minuten stressfrei aus ihrer Box führen. Während Gai mir die Rampe des Hängers öffnete, wartete ich mit Ima, die sich das Spektakel mit hoch erhobenem Kopf ansah und gespannt die Nüstern gebläht hatte. Es brauchte ein paar ruhige Worte, dann folgte mir die große Stute aber ohne große Probleme in den Hänger. Ich lobte sie, dann machte ich den Strick fest und verließ den Hänger. Gaitano holte mir noch schnell die Papiere von Ima, dann machte ich mich auch schon wieder auf den Weg nach Hause.

      Dort angekommen parkte ich das Auto auf dem Parkplatz, welcher sich praktischerweise gleich gegenüber dem Hauptstall befand. Meine beiden Jungstuten hatten mich natürlich bereits entdeckte und auch die Hengste auf der Junghengstweide und in ihren Paddocks blickten uns neugierig entgegen. Ima erwiderte das Wiehern, welches vom Offenstall zu uns hinüber drang und ich machte mich daran, die Rampe runter zu lassen, um den Neuzugang auszuladen.
      Mit dem Schweif schlagend und tänzelnd folgte mir der Tinker in das ruhige, lichtdurchflutete Stallgebäude. Ima bezog als erste eine Box in diesem Stalltrakt, doch schon in wenigen Tagen würden auch meine beiden Jungstuten hierher umziehen, denn die beiden waren mittlerweile jeweils etwa drei Jahre alt und konnten somit an die Arbeit herangeführt werden. Bis dahin würden die drei Stuten sich auf den Weiden kennenlernen dürfen.
      Nachdem ich Ima auf der Stallgasse Transportgamaschen und die Decke abgenommen hatte, entließ ich sie in ihre Box, wo bereits etwas Heu auf sie wartete. Der Tinker drehte erst einige Runden im Kreis, dann entschied sie sich aber dafür, ein wenig am Heu zu knabbern. Ich war damit zufrieden und machte mich erstmal daran, den Hänger wieder aufzuräumen und die Papiere vom Ima zu verwalten.
      Nachdem all dies geschafft war, machte ich mich nochmal auf den Weg in den Hauptstall. Ima sah mir bereits mit gespitzten Ohren entgegen und natürlich hatte ich ein Leckerli für sie dabei, als ich in ihre Box schlüpfte. Während die Stute noch kaute, öffnete ich die Außentür zum Paddock, worauf Ima sich gleich einmal wälzte. Ich freute mich, dass ich in all den Jahren nicht vergessen worden war und blieb noch einige Zeit auf dem Paddock sitzen, wo ich neben dem sanften Riesen die Sonne genoss. Morgen wollte ich Ima mit Litha und Lakim bekannt machen..
    • Zaii
      Osterausritt
      Pflegebericht, 20. April 2014

      Fröhlich pfeifend stand Amy (Jackie) mit ihrem Pferd Panino auf den Hof des schönen Reitstalls Ekine. Da Jackie vor einiger Zeit einen ziemlich schlimmen Unfall hatte, würde sie Panino an der Hand führen. Wie lange würde es wohl dauern bis die ersten User kamen um bei den Osterusertreffen teilzunehmen ? Das Mädchen brannte schon vor Neugierde ihre Freunde endlich mal live zu sehen. Und da ... tatsächlich da kam auch schon der erste 'User'...

      Nachdem das Abladen gut verlaufen war, stand Jual mit ihrer Trakehnerstute Petit Jayaparada etwas unschlüssig auf dem Hof herum.
      Schließlich entdeckte sie Amy, welche den Ritt organisierte. Lächelnd ging Jual auf sie zu und grüßte mit einem Lächeln.
      "Noch keiner weiter da?", fragte sie, nachdem sie sich auf dem Hof kurz umgesehen hatte. Jaya beäugte ihre Umgebung neugierig und beschnupperte anschließend Panino.

      "ACHTUNG!", schrie Eowin so laut sie konnte, als ihre Reitponystute Katniss im vollen Galopp auf den Hof gerannt kam, die Ohren flach angelegt, die Zähne gebleckt und auf Panino los ging.
      Irgendwie gelang es ihr, den Roan im letzten Augenblick herum zu lenken, was sie mit einem Steigen quittierte. Just einen Augenblick später lag sie im Sand, stand jedoch sofort auf, packte die Zügel der Stute und meinte: "Nichts passiert, ich bin sowas gewohnt!", und schielte ihre kleine Stute funkelnd an.
      Anschließend stellte sie sich zu den anderen, stets darauf bedacht, Katniss in einem Sicherheitsabstand von Panino entfernt zu halten.

      Nach Eowin kam Ostwind12 dann auch endlich mit Prinsessa auf dem Hof an,Ostwind12 begrüßte erstmal alle.
      Dann lud sie Prinsessa ab und ihre Stute wieherte erstmal Kräftig.Ostwind12 stellte sich dann mit Prinsessa neben Panino und Jaya.
      Die Pferde beschnupperten sich und Prinsessa grummelte etwas.Also warteten sie auf die anderen die noch kommen sollten.

      Ofagwa fuhr eine staubige Straße entlang, und kam auf ein Gestüt. Ostwind, Eowin und ein Paar andere standen schon da.Zuckerwatte rumorte im Hänger, sofort holte sie ihn hinunter. Der Hengst wieherte und plusterte sich erstmal ganz nach Hengstmanier auf. Ofagwa sattelte ihn und legte ihm Gamaschen an. Dann folgte noch die Trense und sie führte den aufgeregten Hengst zu den anderen. Er begrüßte Panino, mit dem er offenbar kein Problem hatte, sie stieg auf und plauderte etwas mit den anderen.

      "Hey! Lass den Blödsinn!", ermahnte Samarti die großgewachsene Reitponystute Ace of Clubs, welche gerade versuchte, die junge Frau am Strick über den Hof zu ziehen, nachdem sie ausgeladen worden war. Seufzend hielt Samarti ihr Pony zurück und schaffte es irgendwie, dass die Stute neben ihr zum Stehen kam, während sie sich darum kümmerte, die Laderampe des Hängers wieder zu verschließen. Die Anreise aus ihrer Heimat bis zum Reiterhof Ekine hatte sich als eine wahre Hölle herausgestellt, denn das Pony konnte einfach nicht ruhig sein und ließ sich ständig irgendetwas Neues einfallen, um Aufmerksamkeit zu bekommen.
      Mit einem erfreuten Lächeln auf dem Gesicht und der Ponystute neben sich lief Samarti zu den wenigen anderen der Gruppe, welche bereits in einem kleinen Kreis versammelt standen und begrüßte sie.

      "Ruhig Großer!", sprach Snoopy zu ihren Reitponyhengst Delicius, der sich interessiert umsah. Sanft zupfte die Dame an den Strick des Hengstes, bis Deli sich zu ihr wand und ihr folgte. Mit großen Schritten gingen die Beiden über den Hof, ehe in der Ferne ein paar bekannte Gesichter zu sehen waren. Mit einem Lächeln auf den Lippen ging sie samt Pony zu den Anderen. "Hallo .", grüßte Snoopy die Anderen.

      Auch Waldvoegelchen ließ dann nicht mehr lang auf sich warten. Aus dem Auto ausgestiegen, begrüßte sie erstmal alle anderen ganz herzlich, bis sie ihr Jungpferd Heimerdinger aus dem Hänger holte. Der große Hengst stimmte sich mit einem schrillen Wiehern auf seine Artgenossen ein, was die anderen Pferde ihm nachtaten. Lachend kraulten alle ihre Pferde.

      Auch Jenny war dabei ihren Transporter Quer über den Parkplatz zu parken, und bevor sie ihr Pferd hinausführte stürmte sie zuerst zu uns und umarmte und nach der Reihe ganz herzlich. Sie hielt einen kleinen Smalltalk bis sie dann anschließend wieder zu dem Transporter ging um ihr Pferd hinauszuführen. Der Andalusier hieß Cadence und war ein prachtvoller Apfelschimmel. Jenny zog ihr ein schwarzes Halfter an und stellte sie uns vor.

      Hailey ließ sich die Möglichkeit ebenfalls nicht entgehen und war gerade dabei, ihren EVB-Hengst Odyn aus dem Hänger zu führen. Er war ein ziemlich kräftig farbener Fuchs und stand mit gespitzten Ohren auf dem Parkplatz, während Hailey den Hänger wieder schloss und auf die anderen zu ging - Natürlich wurden erst einmal alle nach einander umarmt und begrüßt, ehe sie Odyn den anderen Pferden vorstellte. Bei den meisten blieb er freundlich, nur bei den Hengsten kniff er ein wenig.

      Doch auch Vina war schon auf den Weg mit ihrem Hengst Nico. Nicht mal sie hätte gedacht, dass es mal so weit kommt. Bereits auf dem Weg mit Hayles berieten sie sich, was nun wohl passieren könnte. Immer wieder ein trablen aus dem Hänger. Doch es wird jetzt schon nichts passieren. Vina selbst war recht aufgeregt, weil sie keine Ahnung hatte, wer alles kommt.

      Schließlich rief Amy über die Menschenmenge "Lasst uns schon mal losgehen, die anderen können entweder auf uns warten oder nachkommen." Es herrschte ein Reger Tumult, offenbar konnte es keiner mehr abwarten den schönen Waldweg entlang zu reiten. Amy die Panino an der Spitze führte, dirigierte die Reiter in einen schönen belichteten Waldweg. Von weitem hörte man einen schmalen Fluss plätschern.

      Während die anderen alle weiter vorne ritten, hielt sich Elisa vorerst etwas weiter hinten auf, da Ace of Clubs sich noch immer nicht ganz beruhigt hatte. Auch, wenn die Stute es hasste, am Ende einer Truppe laufen zu müssen, so wurde sie jetzt förmlich dazu gezwungen. Das Gebüsch raschelte kurz, und zum Vorschein kam ein Eichhörnchen, welches aber ebenso schnell wie es gekommen war auch wieder verschwand. Ungewöhnlicher Weise betrachtete die Farbwechsler-Stute das Kleintier nur kurz und wandte sich dann wieder ab, um etwas schneller zu werden. Das Plätschern des Wassers wurde immer ein wenig lauter, und je näher sie der Quelle kamen, desto hibbeliger wurde das Reitpony.

      "Haaalt, wartet!", rief CatyCat den ungeduldigen Reitern zu. Sie trieb ihrem Hengst Lines bestimmt vorwärts und stieß zu den anderen. "Ihr wolltest doch nicht etwa ohne mich los, oder?", fragte sie lachend und ordnete sich bei den anderen ein. Freundlich grüßte CatyCat die anderen und ritt neben Amy her. "So ein Ausritt war schon lange fällig!" Sie grinste sie an und streichelte Lines Hals. "Na mein Guter, freust du dich auch schon? Das wird ein Spaß!"

      Gerade noch sah Zaii den letzten Pferdepopo hinter einer Kurve verschwinden. Mit leichtem Druck brachte sie ihre übergroße Tinkerstute in den Trab und ritt den anderen hinterher.
      Als sie aufgeschlossen hatte, rief sie ein kurzes Hallo in die Menge, dann konzentrierte sie sich wieder vermehrt auf Imadama, welche interessiert die Ohren kreisen ließ und den Kopf hoch erhoben trug.

      Verwirrt schaute sich Fynja um - niemand war mehr zu sehen. Sie war etwas spät dran und erwischte so grade noch einen Stallhelfer, der ihr sofort bereitwillig erklärte, wie sie zu den anderen aufschließen könnte. Sie bedankte sich und schwang sich dann in den Sattel. Flott ritt sie Bailey vorwärts, bis sie aufgeschlossen hatten. Die anderen begrüßten sie freudig und dann ging es auch schon weiter durch den wundervollen Wald.

      Sarah kam - wie immer etwas später, da sie die Umgebung des Hofes durch ihren letzten Besuch kannte, sie hatte sich ein Fohlen bei Amy angesehen - sowie einen kleinen Ausritt mit ihr gewagt. Also wusste sie in etwa wo der Ritt lang gehen würde, mit den Fersen trieb sie Cap zu einem kleinen Galopp an, an der Wiese vorbei, von hinten in den Wald, denn dieser würde nur allzu bald enden. Mit der flatternden Mähne ihres Falbschecken im Gesicht, genoß sie den Wind im Gesicht. Dann bog sie auf einen Waldweg, von weitem und über das zurren des Windes hinweg hörte sie die Stimmen vieler anderer "Na., da haben wir es wohl gleich geschafft" freudig begrüßte sie Amy, reihte sich dann bei Vina und Finja mit in die Reihe. "Hey ihr beiden" winkte sie begeistert.

      Blue hatte nach langen Überreden Ty dazu bewegen können, sie auf diesen großen Ausritt gehen zu lassen. Blue hatte Sunnivah mitgenommen, da sie eine ruhige Stute war und längere Ausritte vom Distanzsport aus gewöhnt war. Das Alter machte sich dann doch irgendwann bemerkbar. Blue versuchte, sich einen Überblick über die Truppe zu verschaffen und eventuell bekannte Gesichter zu entdecken. Sarah erkannte sie auch- die beiden hatten sich ja erst letztens getroffen. Blue trieb Sunny an, damit sie etwas aufschloss und sie bei der Gruppe blieben.

      Schnell sattelt auch Vina ihren Hengst und setzt sich drauf. Im Sand kann man noch die Hufspuren, der Truppe, sehen. Nach kurzem warm reiten setzt sie Nico in den Tölt und gibt gas. Nicht lange und sie kommt von hinten an die Truppe ran. "Hey, sorry, dass wir zu spät sind. Hab die Zeit komplett verpeilt!", ruft sie von hinten, während der Hengst bremst. Zufrieden lobt Vina den Hengst.

      Amy lachte von vorne über die Gruppe hinweg. "Das ist doch kein Problem Vina!". So langsam wurde der Spaziergang Amy aber doch zu anstrengend, also bat sie die anderen kurz zu warten. "Ich beeil mich auch." rief sie nervös und knotete den Führstrick an das Halfter von Panino um ihn als Zügel zu verwenden. Mit großer Mühe schaffte sie es auch sich auf den Rücken des Knabstruppers zu schwingen. "Wir werden wahrscheinlich noch eine Stunde unterwegs sein - jetzt wo ich Panino nicht mehr führe könnten wir auch früher da sein." sagte sie außer Atem und wischte sich zwei Schweißperlen von der Stirn.

      Elvish Beauty trabte gemütlich unter Eileen, die ohne Sattel ritt. Nun wo nun auch Amy ritt ging es etwas schneller. Aber wir würden vermutlich trotzdem noch ca. 1 Stunde brauchen. Sie ließ Beauty nun zurück fallen so das sie nun neben Vina ritt. "Bist ja ganz schön spät" lachte die junge Dame und ihre Schimmelstute schnaubte zufrieden.

      Zaii konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, denn obwohl sie bereits etwas zu spät dran gewesen war, war sie doch nicht die letzte gewesen, die zu der Gruppe gestoßen war.
      Imadama unter ihr zuckte merklich zusammen, als ein Eichhörnchen den Weg der Gruppe kreuzte, doch trotz der Tatsache, dass die beiden ihren gemeinsamen Weg erst vor kurzem fortgesetzt hatten, ließ sich der Schecke schnell wieder beruhigen. Zaii atmete seufzend aus, denn innerlich hatte sie bereits mit einem wildem Galopp quer durch die Gruppe gerechnet. Sachte tätschelte sie ihrer Stute den Hals, die gerade den Weg in die Tiefe suchte, wofür Zaii ihr die Zügel kurzzeitig hingab.

      Auch Stelli genoss den Ausritt mit ihrem Pferd ÉdC's Velino sichtlich. Velino war heute etwas flotter unterwegs, wahrscheinlich tag es an der riesigen Reitgruppe. "Mach dich mal locker mein Guter!", lachte Stelli und tätschelte ihrem Scheckhengst den Hals. "Er hat es heute echt eilig.", fügte sie lächelnd und kopfschüttelnd hinzu und ließ die Zügel lang. "Nicht das wir noch den Osterhasen umrennen", grinste sie. Sie trabte ihren Ponyhengst an und wechselte die Position in der Gruppe.

      Freundig lächelte Rajandra und winkte Stelli zu sich. Sie wartete bis Stelli mit ihrem Scheckhengst neben ihr und ihrem Braunen Hannoveraner Bubi angekommen war und fing dann ausgiebig an mit ihr zu Quatschen, bis Bubi anfing spielerisch nach Velino zu schnappen und sie ihn ermahnen musste. Der Hengst gab beleidigt klein bei und irgendwer rief "Wie sieht's aus Mädels - Stoppelfeld voraus.". Vor der Gruppe lichtete sich der Wald langsam und so beschlossen Stelli und Rajandra sich den anderen anzuschließen und das letze Stück Waldweg im Trab hinter sich zu lassen. Als die Gruppe auf dem Stoppelfeld ankam ging es in den Galopp.

      Wie immer war Eileen viel zu spät gewesen und trabte jetzt den Weg, welcher abgemacht wurde. Nach langer Zeit hatte sie die Gruppe, dann auch eingeholt und ritt als erstes zu Amy. "Tut mir leid, dass wir so spät sind, aber Rosenprinz wollte mal wieder nicht auf den Hänger." Sie lächelte nur nett und ich galoppierte ihn dann neben den anderen an.

      Occulta blickte unentschlossen umher. Sie stand mit Moon an einer Kreuzung und hatte keine Ahnung, wo die Gruppe entlang geritten war. Plötzlich entdeckte sie ein paar Pferdeäpfel auf dem Weg links von ihr. Sie beschloss, ihr Glück zu versuchen und trieb Moon in einen zügigen Trab. Und tatsächlich: Nach etwa zehn Minuten kam eine bunte, fröhlich schnatternde Gruppe in Sicht. Occulta schloss zu den vielen Reitern auf und gesellte sich zu Vina und ihrem Isi Nico. "Ich musste den späteren Flug nehmen.", antwortete sie auf die Frage, warum sie erst jetzt gekommen sei. Moon hielt gut neben den anderen Pferden mit und wirkte entspannt, ihre Ohren waren jedenfalls locker nach vorne gerichtet.

      Als die ersten Pferde zu galoppieren anfingen, gab auch Zaii ihrer Stute Imadama die Galopphilfe. Die große Stute wechselte sogleich in die schnellere Gangart, doch Zaii musste das Tempo verringern, da Imadama mit ihren weiten Tritten sonst ihrem Vordermann aufgelaufen wäre. "Ist ja gut!", fügte Zaii mit einem Lachen auf den Lippen bei, als Imadama unwillig die Ohren nach hinten beugte, ehe sie das Tempo drosselte.
      Nun ging es im gesitteteren Galopp aus dem Wald hinaus und auf dem Stoppelfeld hatte dann die ganze Gruppe ihre Pferde in den Galopp getrieben.

      Auf dem Ausritt entdeckten wir noch einen See, in dem sich so manches Pferd, oder auch mancher Reiter, ein wenig im Waser vergnügte. Danach ging es gesittet zum Hof zurück, wo uns ein großes Lagerfeuer bereits erwartete und wir ließen den Abend alle gemeinsam beim gemütlichen Grillen ausklingen, während die Pferde zufrieden in ihren Boxen ihr Heu mümelten.
    • Zaii
      Distanz E - A
      Ausbildungsbericht, 18. Mai 2014

      Kurz nach Ostern war es dann so weit, ich war 18 Jahre alt geworden und nun schon bereit, mit beim Ausbildungsbetrieb mitzuwirken, zwar noch nicht ganz so aktiv, denn mein Abitur wollte ich noch mit Bravour über die Bühne bringen. Dennoch hatte ich nicht lange auf meinen ersten Kunden warten müssen. Ich empfand das Telefon im Büro sinnlos, denn ich war ständig unterwegs, so dass ich die dort eingehenden Anrufe direkt auf mein Handy umleiten ließ. Als ich gerade Morgens das Frühstück für unsere Pferde vorbereitete, klingelte mein Handy und die Nummer von WHT wurde angezeigt. „Guten Morgen, hier ist der World Horse Training Ausbildungsbetrieb. Gwendolyn Campbell am Apparat.“ meldete ich mich gut gelaunt und hörte kurze Zeit später die Stimme meiner guten Freundin Zaii. „Aber natürlich, ich habe momentan einen Platz frei, wann würdest du sie denn vorbeibringen wollen?“ fragte ich lächelnd, denn Zaii gab mir tatsächlich meinen ersten Auftrag. „Alles klar, bis heute Abend!“ verabschiedete ich mich und legte auf. Heute Abend würde Zaii ihre Tinkerstute Imadama vorbeibringen und dann würde die Ausbildung der Stute in meinen Händen liegen. Ich sollte sie im Distanzreiten trainieren, und zwar vom E-Niveau auf das A-Niveau. Natürlich war ich darin schon erfahren, doch ein Weilchen war es schon her, weshalb ich im Laufe des Tages noch Elisa einen Besuch abstattete, um mir bei meiner Trainingspartnerin ein paar Tipps einzuholen.
      Wie immer war der Tag schnell vorbei und die große Standuhr im Hausflur schlug 17 Uhr. Ich huschte hinaus in den Stall und bereitete die geräumige Box für unseren zukünftigen Besucher ein. Nachdem ich das Heunetz aufgefüllt hatte und der Stute ein wenig Müsli mit einem Apfel zur Begrüßung in den Trog getan hatte, hörte ich draußen auch schon einen Motor. Mit Schrittgeschwindigkeit fuhr Zaii vorsichtig unseren Waldweg lang. Ich beobachtete sie dabei grinsend und begrüßte sie dann herzlich, als sie ausstieg. „Schön habt ihr es hier! So herrlich ruhig.“ lachte sie und beklagte sich dann doch noch einmal über die Straßen. „Dann wollen wir uns erst einmal um die Stute kümmern.“ meinte ich lächelnd und lud gemeinsam mit Zaii die schicke Tinkerdame aus. „Sie ist eher die ruhigere und manchmal auch ein wenig schüchtern und unsicher, siehe jetzt.“ erklärte mir Zaii, während die Stute sich an ihre Besitzerin kuschelte und ihr nicht von der Seite weichen wollte. Ich kraulte ihr vorsichtig die Stirn und machte mich ein wenig mit ihr bekannt. „Du wirst dich sicherlich mit unseren Stuten verstehen.“ meinte ich und fragte Zaii, ob es okay wäre, wenn ich meine Tinkerstute Magical Touch mit dazu stellen würde. Zaii war von der Idee begeistert, doch nun ging es für Imadama erst einmal in ihre neue Box. Vorsichtig erkundete sie ihr Übergangsheim und fand dann schnell das Futter, danach war sie nicht mehr ganz so unruhig. „Man braucht bei ihr immer viel Geduld.“ warnte mich Zaii noch, doch ich konnte sie beruhigen, das würde schon klappen mit uns beiden. Zaii lachte nur und verabschiedete sich dann. „Ich rufe dich dann an, wenn die Gute so weit ist!“ meinte ich und winkte Zaii zum Abschied.

      Am nächsten Morgen wollte ich direkt mit dem Training beginnen. Nach der Morgenfütterung halfterte ich Imadama aus und band sie in der Stallgasse an. Dann holte ich ihre Putzbox und machte mich durch das Putzen erst einmal ein wenig mit der hübschen Scheckstute bekannt. Bisher war sie mir gegenüber noch ein wenig misstrauisch, doch als sie bemerkte, dass ich Leckerlis in der Jackentasche hatte, wurde sie direkt viel offener und aktiver. Imadama war sehr verschmust und schien die Aufmerksamkeit sehr zu lieben. Schnell erinnerte ich mich auch warum, denn Zaii hatte mir gestern noch erzählt, dass die Hübsche mit der Flasche aufgezogen wurden war, das erklärte natürlich ihr Verhalten. Nachdem ich ihr Fell glänzend gebürstet hatte, nahm ich mir noch die Zeit für ihr Langhaar. Für einen Tinker besaß sie verhältnismäßig wenig Langhaar, dennoch kämmte ich es gründlich und flocht ihr einen Bauernzopf in die Mähne. Zu meiner Freude stand Imadama wunderbar still und ließ sich einflechten. Ich wollte ihr das direkt beibringen, denn bei unseren späteren Ritten würde sie dankbar sein, wenn ein wenig Luft unter ihre doch recht dicke Mähne kam. Auch ihren Behang behandelte ich mit viel Vorsicht, denn bei Tinkern musste dieser immer gut gepflegt werden.
      Nachdem ich mir so viel Zeit bei ihrer Pflege genommen hatte, schien Imadama mich schon ein wenig in ihr Herz geschlossen zu haben. Heute stand nur eine Longeneinheit an, weshalb ich ihr den Kappzaum um machte. Dabei senkte sie extra für mich ihren Kopf, damit ich besser dran kam, denn mit ihren 1.81m war sie doch ein riesiges Pferd, denn sie überragte mich schon am Widerrist um 20 Zentimeter. Nachdem ich mir Longe und Longierpeitsche geschnappt hatte, zog ich noch meine Handschuhe an und dann machten wir uns auf dem Weg zum Reitplatz. Für das Distanztraining benötigten wir keine großen Hallen oder Bahnen, weshalb ich Imadama mit auf meine Ranch genommen hatte, denn diese reichte dafür vollkommen aus. Erst einmal wollte ich aber nun Imadamas äußeres beurteilen, um mir ein Bild von unserem Trainingsplan zu machen. Mir war wichtig, genau auf die Bedürfnisse der Stute einzugehen und an der Longe konnte ich sie erst einmal kennenlernen. Schon beim Warmlaufen merkte ich, dass Imadama sehr fleißig war und man sie kaum motivieren musste. Der Wille zum Laufen zeichnete ein Distanzpferd grundlegend aus, genauso wie eine starke Gesundheit und ein korrektes Exterieur. Imadama war für einen Tinker wirklich groß, doch ihr gesamter Körperbau war dafür geschaffen. Sie besaß einen geraden, gutbemuskelten Rücken, dazu kamen kräftige Gelenke und eine starke Hinterhand und zu guter Letzt hatte sie einen raumgreifenden und doch flachen Gang, der sie ideal zu einem Distanzpferd machte. „Zaii weiß schon, warum sie dich dafür gewählt hat.“ lächelte ich die Stute an und ließ sie nach der langen Erwärmungsphase antraben. Auch im Trab war Imadama fleißig und schien eine gute Grundausbildung genossen zu haben, sowohl vom Boden aus, als auch von oben. Selbsthaltung war für die Stute kein Fremdwort und auch eine richtig schöne aktive Hinterhand besaß sie. Man merkte schnell, dass Zaii viel Wert auf gesundes Laufen legte, denn die Stute war ein Vorzeigeexemplar. Auch im Galopp überraschte mich die doch so schwer wirkende Imadama mit bergauf gesprungenen und leichten Galoppaden.
      Dennoch gehörte zu dem Distanztraining noch mehr, als nur gute Voraussetzungen. In den kommenden Wochen würden wir Imadamas Stärke und Ausdauer gleichmäßig erhöhen, bis sie bereit war, ohne große Anstrengungen Strecken auf A-Niveau zu laufen. Das heutige Longieren gehörte mit dazu, denn so gewöhnte sich Imadama schon an die fremde Umgebung und ich nutzte es direkt, um ihre Ausdauer ein wenig zu schulen, ohne die Stute zu überfordern. Heute würden wir noch nicht viel machen und diese Trainingseinheit sollte Imadama in guter Erinnerung bleiben, nämlich als ein lockeres und motivierendes Training. Die Bewegung sollte der Stute schließlich Spaß machen, denn sonst würde sie irgendwann während eines Distanzrittes die Lust verlieren und alle Arbeit wäre umsonst gewesen. Erst einmal wollte ich das Vertrauen von ihr zu mir und zu ihr selbst aufbauen, denn nur ein selbstbewusstes Pferd, was seine Grenzen kannte, konnte weite Distanzen schaffen. Wir machten an der Longe noch allerhand Dehnübungen, welche Imadamas Muskeln zu gute kamen, ehe wir nach 20 Minuten mit dem Training aufhörten. Trotz der kurzen Zeit hatte Imadama doch ziemlich geschwitzt, war dennoch bei bester Laune, so dass ich mir sicher sein konnte, nichts falsch gemacht zu haben. Sie durfte noch ein wenig auf dem Reitplatz laufen und ich wälzen, ehe ich sie auf ihre eigene Weide brachte. Direkt daneben stellte ich unsere Tinkerstute Magical Touch. Sie war schon ein erfahrenes Distanzpferd und würde Imadama bei ihrem Ausbildungsweg begleiten, denn Pferde lernten immer am besten von anderen Pferden. Für heute würden sie sich erst einmal so kennenlernen, ehe ich sie Morgen zusammenführen würde.

      Zu meiner Freude hatte es zwischen den beiden Tinkerstuten keine Probleme gegeben, im Gegenteil, sie schienen sich richtig zu mögen. Das waren die besten Grundvoraussetzungen für Imadamas Training, welches ab heute ernsthaft losgehen würde. Gestern Abend hatte ich lange vor dem Trainingsplan gesessen und einiges hin und her geschoben, bis es zu Imadama passte. Das Gelände des Riding Mountain Nationalpark war ideal für das Distanztraining, denn es wies alle möglichen Bodengegebenheiten auf und hatte auch die ein oder andere Überraschung für Pferd und Reiter parat. Den heutigen Ritt würde Imadama nur als Handpferd begleiten, war aber dennoch schon gesattelt und getrenst. Ich schwang mich in Magics Sattel und ritt los. Die ersten Trainingseinheiten würden aus langen und vor allem langsamen Ritten bestehen, in welchen wir vor allem im Schritt blieben. Auch blieben wir erst einmal im Wald und auf den ebenen Grasflächen, um die Grundlagen von Imadama zu verbessern und zu schulen. Neben Magic fühlte sie sich sichtlich wohl und wurde auch zunehmend mutiger. Das war besonders wichtig, denn auf vielen Distanzritten waren fremde Dinge unterwegs, welche das Pferd noch nicht oft gesehen hatte. Unsere Routen unterschieden sich zudem von Tag zu Tag und ich nahm auch gerne einmal die Stadt mit dazu, damit Imadama sich an den Asphalt und den Verkehr gewöhnte. Die Stute war barhuf unterwegs, weshalb ich ihr die Hufschuhe von Magic lieh, da ihre Hufen sicherlich noch nicht so lange Asphalt gewöhnt waren.
      Die erste Woche waren wir immer mit Magic unterwegs gewesen, wobei ich ab dem vierten Mal umgestiegen war und nun Imadama ritt und Magic nur noch als Handpferd nebenher lief. Zu Anfang hatte ich Imadama erst einmal auf dem Reitplatz geritten, um mich an sie und ihre Eigenheiten zu gewöhnen. Außerdem hatte ich mit ihr noch viele Tempiübergänge trainiert, denn im Distanzreiten lagen zwischen den Tempi immer nur ganz kleine Unterschiede. Heute waren wir das erste Mal alleine unterwegs, weshalb wir eine Imadama bekannte Strecke ritten. Es war sogar ihre Lieblingsstrecke, denn man ritt eine zeitlang neben einem Fluss her und die Stute schien Wasser zu lieben. Heute ritt ich mit ihr als Pause ans Ufer und ließ sie ein wenig im Wasser blubbern. Ich war nicht mehr ganz aufmerksam, weshalb Imadama sich selbstständig machte und mit mir einfach ins Wasser stapfte. Ich wurde bei ihren großen Schritten pitschnass, aber die Stute schien ihren Spaß zu haben und ehe ich mich versah, waren wir auf der anderen Seite des Ufers. „Na holla die Waldfee! Als bei Wasser hast du wirklich keine Probleme!“ lachte ich und lobte Imadama ausgiebig, denn Wasser würde ihr auf Distanzritten noch oft genug begegnen, umso schöner war es natürlich, dass die Stute daran wirklich Spaß hatte und anscheinend ein großes Vergnügen darin sah, durch das Wasser zu wandern.
      Da Imadama sehr ruhig war, wollte ich sie nicht überfordern und ließ mir bei den Anfangseinheiten besonders viel Zeit. Ich wollte erst den nächsten Schritt wagen, wenn sie sich selbst anbot, doch nach dem Durchqueren des Flusses wurde Imadama zunehmend neugieriger und wollte die Welt erkunden. Diese Chance nutzte ich natürlich, um das Training zu intensivieren. Unsere Ritte wurden immer länger und konnten inzwischen bis zu vier Stunden beanspruchen. Noch immer war unsere Hauptgangart Schritt, wobei ich immer häufiger Trabphasen einfließen ließ. Außerdem änderte sich das Gelände. Ich ritt mit Imadama öfters durch unebenes Gelände, welches übersäht war von Steigungen und Senkungen. Auch die Waldwege waren nicht mehr nur gerade hindurch, sondern verschlängelter und konplizierter. Öfters trafen wir auf Hindernisse wie umgefallene Baumstämme oder Steine, die den Weg verstellten. Dann suchten wir uns einen Weg daran vorbei und trainierten so die Trittsicherheit der Stute. Auch steiniges Gelände kam dazu und eines Tages blieb uns gar nichts anderes übrig, als einen steilen und steinigen Hang hinabzusteigen, denn unser eigentlicher Weg war von einem Steinrutsch versperrt und wir mussten hinunter zum Flussufer, um den Fluss zu durchqueren. Bei solchen Dingen kam einen Imadamas Charakter wahrlich zu gute, denn durch ihre vorsichtige und auch umsichtige Art, überlegte sie immer zweimal, wo sie ihre Hufen nun hinsetzte und so kamen wir ohne einen einzigen Rutscher sicher den Hang hinab und konnten durch den Fluss. Für Imadama war das Wasser wohl die tollste Belohnung überhaupt, denn wie immer watete sie mit vor Freude gespitzten Ohren hindurch.

      Nach einigen Wochen teilte sich Imadamas Tagesablauf in zwei Parts ein. Am Vormittag standen für sie leichte gymnastizierende Übungen an, welche ihr Gleichgewicht und ihre Muskeln fördern sollten und am Nachmittag machten wir uns zumeist auf unsere Ritte. Manchmal wechselten wir diesen Rhythmus aber auch, denn Imadama sollte sich an die unterschiedlichen Tageszeiten gewöhnen. Für Imadama gab es im Gelände kaum noch etwas gruseliges, denn inzwischen waren wir auf alles Mögliche gestoßen: Bisons, Elche, einen Puma und sogar auf einen Schwarzbären. Alle hatten wir aus reichlicher Entfernung gesehen, doch erschrocken hatte sich Imadama jedes Mal. Nun ging sie aber ohne zu Zucken an der Bisonherde vorbei, um ihre neue Lieblingsstrecke zu durchwandern. Ich hatte die Berge mit dazugenommen und so ritten wir bei dieser Route einmal durch eine vom Wasser ausgespühlte Höhle und am Berg entlang. Imadama konnte gar nicht genug Neues sehen und war immer voll dabei. Aus dem Basistraining war inzwischen das Ausdauertraining geworden, weshalb auch der Galopp mit in das Training einfloss. In unserem Trainingsplan alternierten inzwischen kurze und schnelle Ritte mit langen und langsamen.
      Nach einer langen Aufwärmphase folgte nun immer eine lange Trabphase, in welcher Imadama entdeckt hatte, dass man mit einem flachen und dennoch schwingenden Trab sehr schnell voran kam, ohne sich zu verausgaben. Ich freute mich sehr darüber, dass die Stute so mitdachte und vieles selbst entdeckte, denn dass erleichterte mir das Training ungemein. Alles was die Stute durch eigene Erfahrungen lernte, blieb wesentlich besser hängen, als wenn sie es durch mich erfuhr.
      Knapp vier Wochen waren inzwischen vorbei und ich erstattete Zaii immer fleißig per Mail Bericht über den Zustand ihrer Stute und schickte ihr auch gerne einmal Fotos mit. Zaii freute sich besonders, dass Imadama sich so gut mit meiner Tinkerstute verstand, denn so hatte sie hier einen tollen Weidepartner. Nach den vier Wochen kam nun ein weiterer entscheidender Schritt an die Reihe, denn in den kommenden zwei Wochen würden 5 große Ritte anstehen, welche zusammengezählt insgesamt 160km beinhalten würden. Auf den ersten Blick wirkte das viel, aber letztendlich war Imadama sicherlich schon in den vergangenen Trainingseinheiten eine an diese Zahl angenäherte Entfernung gelaufen. Diese zwei Wochen waren die endgültige Vorbereitung auf unseren Abschlussritt, welcher mir zeigen würde, ob unser Training gelungen war oder nicht.
      Am nächsten Morgen absolvierten wir den ersten Ritt, welcher als aufbauendes Fundament größtenteils aus Schritt und Trab bestand und durch recht ebenes Gelände führte. Wir würden bei jedem Ritt 32km zurücklegen und mit den ersten begannen wir heute. Es war vor allem noch einmal ein Abspulen von all dem Gelernten aus dem letzten Monat. Wenn es bei Imadama irgendwo noch Schwächen gäbe, dann würden sich diese in den kommenden 5 Ritten zeigen und ich wüsste, woran wir noch arbeiten müssten.
      Am nächsten Tag steigerte sich der Ritt und wir durchquerte die Gebiete vor allem im Trab, wobei das Gelände schon recht stark variierte und nicht mehr nur gemütlich gerade durch die Landschaft verlief. Auch die weiteren Ritte bauten immer auf einander auf und förderten noch einmal den Lerngehalt von Imadama. Eigentlich kannte sie alles schon, nur diesmal hatte ich es wieder anders zusammengewürfelt. Neu dazugekommen waren auch längere Pausen im Gelände, bei welchen Imadama lernen musste, dass sie für einige Zeit ruhig irgendwo angebunden stehen blieb, um neue Energie zu danken. Auch Gepäck war nun mit dabei und lastete als zusätzliches Gewicht auf der Stute. Doch Imadama überraschte mich mit viel Selbstbewusstsein und Ehrgeiz, besonders als der letzte Ritt anstand. An dem Morgen wieherte sie mir schon entgegen, als ich den Stall betrat und schien sich auf den Ritt zu freuen. Wahrscheinlich ahnte sie schon, dass es wieder durch die Berge gehen würde. Warum Imadama diese Ritte so liebte, konnte ich keinem sagen, es war wohl einfach so. Imadama strotzte auch bei diesem Ritt nur so vor Energie und war immer vollkommen dabei. Sie konnte ihre Kräfte sogar sehr gut einteilen, so dass ich nicht alles in die Hände nehmen musste, sondern ihr sehr wohl vertrauen konnte. Dass war wohl der Vorteil ihrer Rasse, denn im Gegensatz zu den meisten Warmblütern und Vollblütern, ging Imadama alles ruhig an und war nicht gleich übereifrig. Diesen Ritt bewältigten wir mit Bravour und am Abend erzählte ich Imadama von dem letzten Schritt, dann hätte sie es geschafft.

      An unserem Training änderte sich nicht mehr viel, ich trainierte vor allem Imadamas Ausdauer und das auf einem sehr abwechslungsreichen Weg. Nach zwei Monaten, welche sie nun schon bei mir war, kam es eigentlich zu dem entscheidenden Ritt, welcher uns zeigen würde, ob Imadama bereit für das A-Niveau war. Wir würden bei einen Mehrtagesritt mitreiten, welcher 35 Kilometer durch unterschiedlichstes Gelände führen würde. An diesem Morgen packte ich bereits 4 Uhr die Ausrüstung zusammen und verlud Imadama in den Hänger, denn der Ritt würde im Wapusk Nationalpark stattfinden und der lag am anderen Ende von Manitoba. Die Fahrt dahin dauerte selbst 4 Stunden, so dass wir kurz nach acht unser Lager aufschlagen konnten und uns für den Ritt vorbereiteten.
      Ich hatte die Startnummer abgeholt und unsere Sachen gepackt. Nun ging es für Imadama erst einmal zum Gesundheitscheck, welchen sie aber mit sehr guten Werten bestand. Danach hieß es Satteln und fertig machen. Auch ich warf mich in meine Kleidung und pünktlich um 10 Uhr sollte der Ritt starten. Ich dehnte Imadama noch einmal ausgiebig und wärmte sie auf, ehe wir uns bei den anderen Teilnehmern einfanden. Es war Freitag und bis Sonntag würden wir hier bleiben. Ich hatte schnell eine nette Gesprächspartnerin gefunden, welche mit ihrem Pferd zum ersten Mal an einem mehrtägigen Ritt teilnahm und sie so das gleiche Ziel verfolgte wie ich, nämlich schlichtweg ins Ziel kommen, wohlbehalten und gesund. Natürlich wollten wir auch eine gute Zeit vorlegen, doch bis an die Spitze mussten wir uns nicht kämpfen.
      Den Ritt begannen wir eher gemächlich, denn die Masse an fremden Pferden war für Imadama wirklich überwältigend. Umso besser war es, dass sie sich schnell mit der Araberstute meiner Gesprächspartnerin anfreundete und sich so nicht mehr alleine fühlte. Der erste Tag verlief ohne große Probleme, wir hielten uns bevorzugt im hinteren Feld und Imadama konnte sich an diese neue Situation in aller Ruhe gewöhnen. Im Gegensatz zu der Araberstute war mein Berittpferd aber wirklich ein Traum, denn egal was kam, Imadama blieb ruhig und schaute sich erst einmal alles an, ehe sie sich wirklich erschrecken sollte. Wir kamen wohlbehalten bei unserer Unterkunft an und ich versorgte zuerst Imadama gründlich. Auch die Untersuchung bestand sie wieder mit guten Werten und durfte dann in ihre nächtliche Unterkunft. Danach machte ich mich auch ins Bett.
      Am nächsten Tag hatten wir mit dem Wetter leider nicht so viel Glück, es goss wie aus Eimern und wir waren alle schon nach der ersten Stunde durchnässt. An großartig schnelles Reiten war bei dem rutschigen Untergrund gar nicht zu denken und wer es doch wagte, schied oftmals wegen Unfällen direkt aus. So kamen wir öfters an Krankenwagen vorbei, was Imadama jedoch auch nicht aus der Fassung brachte. Nur das Wetter machte auch ihrer Laune zu schaffen, aber ich merkte schnell, dass alles gut war, so lange man sie einfach in Ruhe ließ. Leider ging dieser Teil der Strecke schon durch die Berge und so mancher Anstieg war wirklich gefährlich. Bei vielen stieg ich ab und suchte mir am Rand durch das Gewächs noch ein wenig mehr Halt, um auch für Imadama einen besseren Weg zu finden. Dank dem Wetter kamen wir auch erst spät in unserer Unterkunft an und waren einfach nur über ein warmes Bett froh.
      Sonntag schien das Gewitter dann vorbei zu sein und die Sonne zeigte wieder ihr Gesicht. Leider kamen wir dennoch nur mühsam voran, denn der Boden war vom gestrigen Regen fast überall noch vollkommen aufgeweicht. Imadama schien dafür aber ihren Spaß zu haben, voller Motivation durch jede Pfütze zu waten und während dieser Strecke kam auch sie wirklich auf ihre Kosten, denn wir konnten einen Fluss durchqueren! Viele Reiter hatten Probleme mit ihren Pferden, da hatte ich mit Imadama wirklich Glück und wir waren schnell an einigen vorbeigezogen. Auch für unsere Araberreiterin dienten wir als Hilfe, denn dadurch, dass ihre Tinkerfreundin so mutig durch Wasser watete, kam auch Klein-Araberlein mit. Das letzte Stück verlief durch den Wald und so konnten wir ab und an auch doch mal noch das Tempo erhöhen und erreichten so mit einer passablen Zeit das Ziel, immerhin waren wir nicht die einzige gewesen, denen das Wetter zu schaffen gemacht hatte.
      Insgesamt waren wir das 48. Paar von 100 Teilnehmern, welches die Ziellinie durchquerte und so fand ich unser Ergebnis doch wirklich gut. Außerdem hatte Imadama bei jedem Gesundheitscheck nur so vor Kraft gestrotzt, dass sicherlich mehr drin gewesen wäre. Doch für mich war dieser Ritt Beweis genug, dass Imadama bereit war, nach Hause zurückzukehren.

      Gestern waren wir spät Abends erst wieder auf der Ranch gewesen, so dass ich mich an dem Abend nur noch um Imadama gekümmert hatte, denn die Gute hatte eine Dusche wirklich nötig gehabt. Am nächsten Morgen rief ich aber direkt Zaii an und überbrachte ihr die freudige Nachricht, dass unser Ritt ohne Probleme verlaufen war und Imadama es wirklich erfolgreich gemeistert hatte. Zaii freute sich riesig und wir verabredeten, dass sie sie am nächsten Tag abholen würde. So blieb mir heute noch einmal ein wenig Zeit für Imadama. Ich longierte sie locker und machte mit ihr ein wenig Gymnastikübungen, um irgendwelche Auswirkungen der letzten drei Tage zu verhindern, den Rest des Tages hatte die Stute dann aber auch frei und durfte ihn gemeinsam mit Magic auf der Weide genießen.
      Gegen 15 Uhr trudelte Zaii bei mir ein und ich lud sie erst einmal zu einer Tasse Kaffee ein. Dabei konnte ich ihr von Imadamas Fortschritten erzählen und dass sich die Stute wirklich wunderbar gemacht hatte. Zaii war begeistert und freute sich riesig, als sie ihre Stute wiedersah. Auch Imadama freute sich und wieherte Zaii begeistert zu. Gemeinsam machten wir Imadama für ihre Abfahrt bereit und luden die dann ein. Danach verstauten wir noch ihre gesamte Ausrüstung ich achtete haargenau darauf, dass Zaii auch wirklich nichts vergaß. Dann hieß es auch Abschied nehmen, Imadama bekam von mir noch einen Apfel und Zaii umarmte ich zum Abschied, ehe beide die Ranch wieder verließen. Die letzten Monate waren zwar anstrengend, aber auch schön gewesen und inzwischen war ich mir hundertprozentig sicher, dass ich den richtigen Beruf gewählt hatte.
      Gwen
    • Zaii
      Besuch einer Freundin
      Pflegebericht, 22. Oktober 2014

      "Liebe Zairina,
      ich war kürzlich bei dir auf dem Gestüt, habe dich aber leider nicht angetroffen - vielleicht hätte ich mich anmelden sollen? Auf jeden Fall wollte ich dir liebe Grüße da lassen und dir alles Gute wünschen, ich weiß ja, dass du momentan im Stress bist!
      Deshalb habe ich ein wenig im Stall ausgeholfen, wenn ich schon einmal hier war. Habe mir dabei ein wenig Hilfe von deinem aufgestellten Trainingsplan geholt!
      Ich habe Talitha und Lakim gründlich geputzt und bei ihnen direkt einige neue Massagetechniken ausprobiert. Ich glaube deinen Stute hat es gefallen! Danach habe ich Soul Eater longiert und dabei auch einige Stangen eingebaut. Er kann ja so dickköpfig sein!
      Danach habe ich Eisvogel gesattelt und ihn ein wenig mit Stangen und kleinen Hindernissen gymnastiziert (Er ist der erste Isländer den ich kenne, der so gut springen kann!). Und zum Schluss habe ich Imadama noch bespaßt. Habe sie ein wenig verwöhnt und bin dann mit ihr spazieren gegangen.
      Deine jungen Stuten haben sich ja ganz schön gemacht! Großes Lob an dich, aber auch die Hengste sehen natürlich klasse aus - die sollen sich ja nicht vernachlässigt fühlen!
      Ich denke in einer Woche schaue ich noch einmal vorbei, vielleicht trifft man dich ja dann an!

      Liebste Grüße,
      deine Eddi"

      Eddi
    • Zaii
      Allgemeine Kontrolle
      Tierarztbericht, 12. Juli 2015

      [​IMG]

      Zai hatte mal wieder einen etwas größeren Auftrag für mich, weshalb ich mir einen ganzen Zeit "frei" genommen hatte und mich schon Morgens auf den Weg zu ihrem Gestüt machte. Vierzehn Patienten würden dort begierig auf mich warten und natürlich auch eine hoch motivierte Zai. Die sah dann übrigens genauso verschlafen aus wie ich. "Na? Schlechte Nacht gehabt?", fragte ich grinsend und bekam ein geseufztes "Mmh" zurück. Hach ja, wir hatte es schon nicht leicht! Zai hatte die Pferde bereits gefüttert, sie aber extra noch im Stall gelassen, damit wir keine großen Wege nutzen mussten, dementsprechend konnten wir auch direkt loslegen. "Ich würde sagen: Ladies first!", lachte ich und Zai grinste mich fröhlich an.
      Deshalb begannen wir mit Already. Die hübsche Vollblutstute kannte ich nur zu gut und mal wieder konnte ich Zai für ihren tollen Umgang mit Pferden loben. Already war bei ihr richtig aufgeblüht und ich erkannte das ehemalige NP-Pferd kaum wieder. "Herrlich!", meinte ich glücklich und kraulte Already ein wenig. Dann hieß es aber ran an die Arbeit: Zuerst sollte Zai mir die Stute im Schritt und Trab vorführen, damit ich mir ihren Bewegungsapparat anschauen konnte. Der war sichtlich in Ordnung, also ging es mit der Untersuchung am Putzplatz weiter. Dort warf ich zuerst einen Blick in Ohren, Augen und Maul, um die Schleimhäute zu kontrollieren. Already ließ das alles vorbildlich über sich ergehen und stand brav still.
      Danach hieß es Abhören und Abtasten. Dazu packte ich das Stethoskop aus und kontrollierte Herz-, Atem- und Pulsfrequenz. Alle waren in einem sehr guten Bereich und auch beim Abtasten der Wirbelsäule entdeckte ich keine empfindlichen Stellen. Einwandfrei. Nun noch die Körpertemperatur kontrolliert und schon konnte ich die Stute impfen und entwurmen. Vier Spritzen gab es für die Maus, was mir beinahe etwas leid tat, aber die Grundimmunisierungen mussten gemacht werden, das hieß also Influenza, Herpes, Tetanus und Tollwut. Dann gab es noch die Wurmkur zu schlucken, ehe es Already eine kurze Verschnaufpause erhielt.
      In der schnappte ich mir den Impfpass und trug die neuen Impfungen samt Stempel und Unterschrift ein. Nun hieß es noch Zahnkontrolle. Auch die ließ Already brav über sich ergehen und sie war schnell fertig, denn ich konnte keine Mängel entdecken. So durfte Already als erste raus auf die Weide und während Zai bereits die nächste Kandidatin holte, tauschte ich die alten Materialien gegen frische aus. Denn nun war Damiani an der Reihe. Für die Untersuchung der kleinen Stute würde ich wohl auf die Knie gehen müssen, aber erst hießt es im Schritt und Trab vorlaufen.
      Dann kam der bekanntliche Blick in Ohren, Augen und Maul, ehe ich die kleine Stute gründlich abhörte und abtastete. Wie vorhergesagt landete ich dabei auf den Knien, da ich ansonsten gar nicht an das Mädchen heran kam. Danach kontrollierte ich noch die Körpertemperatur und dann konnte auch Damiani geimpft und entwurmt werden. Nachdem das geschafft war, kam es noch zur Zahnkontrolle und Entfernung eines kleinen Hakens und auch Damiani durfte mich zufrieden verlassen und auf die Weide. Wieder hieß es Nachtragen im Impfpass und Materialien austauschen und ehe ich mich versah, stand auch schon Zairina am Putzplatz.
      "Nochmal!", meinte ich lachend zu Zai, welche mir die Stute wieder brav vorführte. Dann ging es ans Anschauen, Abhören und Abtasten, ehe ich zufrieden feststellen konnte, dass auch die Stute einfach topfit war. Das hieß für sie allerdings vier Spritzen und eine Wurmkur. Danach noch die Maulsperre, damit Zairina mir brav ihre Zähne zeigte, aber dann hatte es auch sie schon geschafft. Fast so problemlos lief auch die Untersuchung von Scylla ab, allerdings war die Connemarastute wiederum gar nicht so begeistert von den Spritzen und machte als erstes Pferd tatsächlich dabei Theater! Und dann musste ich bei ihr leider auch noch einige Haken an den Zähnen entfernen, was mich in der Sympathie der Stute nicht sonderlich steigen ließ, dementsprechend bockend stapfte sie dann auch hinter Zai aus dem Stall hinaus.
      Ich trug lachend die Impfungen ein und tauschte wieder brav aus. Die nächste Patientin machte mir zumindest kaum Probleme. Imadama war typisch Tinker: typisch lieb, typisch geduldig. Ein Traum von Pferd. Sie ließ sich problemlos vorführen, untersuchen und dann auch impfen und entwurmen. Vorbildliches Pferd! Auch den Blick ins Maul ertrug sie sogar ohne Maulsperre und als Dank musste ich bei ihr auch gar nichts machen. SST's Lakim hatte es da dann nicht so gut erwischt. Während sie körperlich eigentlich echt fit war und ohne Probleme auch die Impfungen und Wurmkur erhielt, machten ihr ihre Zähne echt zu schaffen. Ein Eckzahn war etwas schief gewachsen und drückte dementsprechend oben ins Zahnfleisch. Das musste dringend behoben werden und war dementsprechend auch sehr unangenehm, aber was man tat man nicht alles für das Wohl der Pferde. Als Trost gab es dann ein Leckerchen und Lakim hatte es hinter sich gebracht.
      Ihre Weidegenossin Talitha hatte hingegen Glück, bei ihr ging alles schnell von Statten und eine Viertelstunde später stand die Warmblutstute geimpft, entwurmt und mit gerichteten Zähnen wieder auf der Weide und genoss ihre Ruhe, während ich einige Impfungen im Pass nachtragen musste. Die Stuten waren damit geschafft, kamen wir nun zu Zais Zwergen, die uns sicherlich etwas mehr Probleme, ich meine natürlich Spaß!, bereiten würden.
      Dark Dreamer kannte mich und meine Prozeduren schon. Bei den Impfungen und der Zahnkontrolle waren wir uns zwar etwas uneins, aber ansonsten lief die Untersuchung eigentlich ganz passabel ab und der junge Hengst hatte es schnell hinter sich gebracht und wurde entlassen. Dakan El Assuad hingegen war typisch Vollblut und ließ sich von mir nichts sagen. Stillhalten? Nein, danke. Ordentlich vortraben? Lieber auch nicht. Zai und ich hatten alle Hände voll zu tun, damit ich mir ein Bild von Dakans gesundheitlichen Zustand machen konnte. Das Impfen war eine Tortur, die Wurmkur wollte er nicht schlucken und ins Maul schauen lassen erst Recht nicht. Aber wir gaben nicht auf und schließlich hatten wir auch diesen kleine Wildfang gebändigt.
      Da war das Stütchen Esteem wesentlich entspannter drauf. Mit ihrem einen Lebensjahr war sie zwar noch recht schüchtern und unsicher, ließ sich dafür aber problemlos von Zai beruhigen und führen. Auch hielt sie brav während der Untersuchung still, so dass ich sie problemlos abhören und abtasten konnte. Die Jährlingsstute war topfit und konnte so geimpft und entwurmt werden. Beides hielt sie aus, auch wenn vier Spritzen für das kleine Mädchen wirklich viel waren. Auch den Blick ins Maul hielt sie tapfer stand und da sie noch recht jung war, war da auch noch nichts zu machen. Mit Everybody's Dream verlief es ähnlich. Die beiden Stutfohlen waren sich sowieso recht ähnlich und so hielt auch die Knabstrupperstute traumhaft toll still und machte ihrem Namen alle Ehre. Auch wenn die Impfungen böse pieksten und die Wurmkur ekelig schmeckte: Für ihre Besitzerin ging Everybody's Dream auch da durch. Ebenso öffnete sie mir bereitwillig ihr Maule und zeigte mir ihre schönen Milchzähne, die allesamt in Reih' und Glied standen.
      "Ich würde sagen, fast geschafft!", meinte ich lächelnd, als ich Zai den Stapel Impfpässe der Fohlen zurückgeben konnte. Nun waren noch die drei Hengste an der Reihe und dann hätten wir es tatsächlich geschafft. Inzwischen war es aber auch schon früher Nachmittag und zwischenzeitlich hatte Zai uns mit Kaffee und Kuchen durch den Tag gerettet, dafür war ich ihr auch wirklich dankbar. Auch jetzt gönnten wir uns noch einmal eine kleine Verschnaufpause, ehe es motiviert in den Endspurt ging und Zai ihren Hengst Adrian aus der Box holte.
      Adrian war ein alter Hase, was den Tierarzt betraf und dementsprechend viele Flausen hatte er auch im Kopf. Der junge Hengst war immer für einen Spaß zu haben, auch wenn das bei der Untersuchung nicht immer ganz so toll war. So schaffte er es auch beinahe, mir beim Abhören das Stethoskop zu klauen und die Zahnkontrolle verlief bei Adrian auch nicht so problemlos. Letztendlich hatten wir den Hengst aber geimpft und entwurmt und seine Hengstzähne ein wenig zurecht geschliffen. So durfte er auf die Weide und der nächste Patient zu mir: Eisvogel.
      Der Isländerhengst war unerschrocken, ließ das Vorführen, Abhören und Abtasten vorbildlich über sich ergehen und auch das Körpertemperatur messen. Danach war es an der Zeit für die Impfungen und die Wurmkur. Vier Spritzen und etwas Unleckeres ließ der Hengst über sich ergehen und öffnete mir dann dennoch bereitwillig sein Maul für die Zahnkontrolle, so einen Patienten hatte man doch gerne! Letzterer für heute war Soul Eater. Die Impfungen passten ihm nicht sonderlich, aber sonst war auch er brav dabei und nach einer Viertelstunde fertig. Zai und ich übrigens auch. Dementsprechend lud sie mich erst einmal auf ein Päuschen auf ihrer Veranda ein und dazu sagte ich nach dem Arbeitstag definitiv nicht nein! Vierzehn Pferde hatten wir durchgenommen und das war echt kein Zuckerschlecken gewesen.
      Eddi
    • Zaii
      Aushilfe
      Pflegebericht, 02. August 2015

      Gut Florentina stand auf dem großen Schild, an welchem wir gerade vorbeifuhren. Ein wenig irritiert drückte ich mir die Nase an der Fensterscheibe platt und fragte mich, ob wir richtig waren. Meines Erachtens hatte ich Zaiis Gestüt unter anderen Namen in Erinnerung, glaubte ich zumindest oder hieß es doch länger schon so? Fast direkt vor dem Haupthaus hielt der Taxifahrer und half mir beim Ausladen meines einen einzigen Koffers. „Danke“, murmelte ich und bezahlte ihn. Warum ich mit dem Taxi kam? Überraschungsbesuch!
      Und der galt Zaii, welche nun gerade ein wenig verdattert in ihrer Haustür stand und mich anschaute. „Ich grüße auch dich ganz herzlich“, kommentierte ich grinsend ihr Verstummen und schleppte meinen Koffer zu ihr herüber. „Ich dachte, ich bringe mal ein wenig Abwechslung in dein ödes Gestütsleben indem ich vorbeikomme!“ – darüber gesprochen hatten wir übrigens öfter, aber ich glaube Zaii hatte es nur als Spaß aufgefasst als ich sagte, in einer Woche würde ich vor ihrer Haustür stehen. Na ja, knapp daneben war halt auch vorbei.
      Irgendwie fand sie ihre Stimme dann doch wieder, umarmte mich kurz und zeigte mir ihr zwar kleines, aber feines Gästezimmer. Wie lange ich bleiben wollte, wusste ich noch nicht. Da würde ich mich wohl nach Zaii richten und der Zeit, die sie mich ertrug. Nun wollte ich mich erst einmal kurz hier einrichten und dann hieß es erst einmal auf die Couch packen und quatschen – immerhin hatte man sich nach so einer langen Zeit doch viel zu erzählen!
      Spontan entschieden wir auch, gemeinsam zu kochen, denn zum einen war ich nach der langen Reise echt hungrig und zum anderen war es sowieso langsam Zeit fürs Abendbrot. Zusammen kochen war außerdem immer gut, es machte Spaß, es kam etwas dabei raus und man konnte nebenbei trotzdem fröhlich weiterquatschen. Da es im Stall auch nichts mehr zu tun gab, verbrachten wir den Rest des Abends im Wohnzimmer, schauten Filme und wie gesagt: Zu erzählen gab es genug.
      Dementsprechend spät war ich dann auch im Bett gelandet und gar nicht motiviert, als am nächsten Morgen der Wecker um halb acht klingelte. Am liebsten hätte ich ihn vom Nachttisch geworfen, doch dann fiel mir ein, dass mein Wecker auch gleichzeitig mein Handy war und ein neues konnte und wollte ich mir dann doch nicht leisten. Also stand ich lieber auf und nahm die Gästetoilette in Augenschein. Wohl mehr ein Gästebadezimmer, denn ich hatte alles was ich brauchte und konnte sogar duschen gehen.
      So kam ich dann frisch und munter kurz vor acht unten in der Küche an, wo Zaii schon den Tisch deckte. „Also so voll war mein Kühlschrank dann doch nicht, also musst du dich mit einem etwas dürftigen Frühstück begnügen“, meinte sie grinsend und deutete auf die paar Gläser auf dem Tisch. Ich winkte mit dem Argument ab, dass es bei mir auch nie anders aussah und ich das sowieso gewöhnt war.
      Nach dem Frühstück ging es in den Stall. Da stand das Übliche auf dem Programm: Pferde füttern, Pferde rausbringen und Boxen misten. Bei allem half ich Zaii und so waren wir dann sogar auch schnell fertig und konnten zufrieden eine Pause einlegen. Natürlich ließen wir es uns nicht entgehen, einen schönen Ausritt zu machen. Dabei durfte ich tatsächlich Adrian reiten. Der hübsche Lusitano konnte manchmal echt unmöglich sein, aber heute benahm er sich tatsächlich. Zaii schwang sich derweil auf Soul Eater und nutzte die Chance, allen drei Hengsten Bewegung zu verschaffen, indem sie Eisvogel als Handpferd mitnahm.
      Das klappte sogar besser als gedacht und außer einmal wurde sie auch nicht aus dem Sattel gezogen, weil der Isländer der Meinung war, eine andere Richtung einschlagen zu wollen. Mit Adrian hatte ich anfangs auch Startschwierigkeiten und er tänzelte aufmüpfig unter mir her. Nach dem ersten Trab war das dann aber auch gegessen und wir konnten den Ausritt tatsächlich genießen. Danach bekamen die drei Hengste bei dem Wetter auch eine erfrischende Dusche und dann ging es für sie schon wieder zurück auf die Weide, während wir uns unserem Mittagessen widmeten.
      Und danach machten wir das, was man am liebsten auf den Gestüten machte: Fohlen bespaßen! Grinsend schaute ich Zaii an, als wir am Zaun der Fohlen standen. Ihre Anzahl von Pferden hatte sich dann ja doch um einige erhöht. Aber ich bekam auch gleich die Gelegenheit nach Khiaras Fohlen zu schauen. Dakan El Assuad war in letzter Zeit unfassbar gewachsen und der Halbwüchsige machte seiner Mama alle Ehre. Auch Zaii war sichtlich stolz, den Hübschen bei sich haben zu dürfen und die beiden verstanden sich ausgesprochen gut.
      Währenddessen Dakan Zaii beinahe vollkommen in Beschlag nahm und keinen anderen ran ließ, versuchten es dann die restlichen Fohlen bei mir. Dementsprechend war ich von drei Warmblutfohlen umgeben, die alle um Krauleinheiten buhlten. Dark Dreamer machte dabei sehr deutlich, dass er als Hengstfohlen den beiden Stütchen kräftemäßig überlegen war, weshalb sich Esteem und Everbody’s Dream gegen ihn zusammenschlossen und er frustriert zu Zaii abzog. So hatte ich nur noch die beiden Stutfohlen und konnte sie so gleichzeitig kraulen. „Dream ist so schön!“, meinte ich lächelnd, während ich die dunkle Schulter des Stutfohlens kraulte. Aber auch Esteem war eine Schönheit für sich, auch wenn ich etwas geschockt war, dass die Kleine aussschimmeln sollte. „Dabei ist sie so ein schöner Brauner“, meinte ich empört, aber ihr Vater würde sich wohl oder übel durchsetzen.
      Nachdem wir beinahe den gesamten Nachmittag bei den Fohlen verbracht hatten, blieb uns gar nicht mehr so viel Zeit, aber dennoch nahm mich Zaii noch für ein wenig Bewegung ihrer Pferde in Beschlag. Deshalb hatte ich dann auch Lakim vor der Nase stehen, während Zaii Talitha putzte. Sie wollte ihre beiden Stuten heute gerne noch ein wenig dressurmäßig arbeiten und meine Versuche, sie davon zu überzeugen, dass ich daran nicht mehr sonderlich talentiert war, klappten leider nicht.
      Tatsächlich klappte es zwischen Lakim und mir besser als gedacht. Ich kam mit der ruhigen Jungstute sehr gut klar und wir wussten von Anfang an, wie man am besten miteinander arbeiten musste. Zaii und Talitha gaben ein traumhaftes Bild ab und so lohnte sich die Stunde Arbeit dann auch für alle vier Beteiligten. Danach hieß es aber die Stuten versorgen und schon stand der abendliche Stress an: Alle Pferde in den Stall holen, füttern und das Heu für die Nacht verteilen. Erst dann konnten wir den Stall guten Gewissens verlassen und uns um unser eigenes Essen kümmern.
      Den nächsten Morgen verschlief ich total, was natürlich überhaupt nicht an dem langen Abend lag. Der komischerweise tatsächlich verhältnismäßig lang geworden war, dafür, dass ich eigentlich schon um 22 Uhr völlig fertig mit der Welt gewesen war. Zaii hingegen war putzmunter und saß schon kauend am Tisch, als ich müde die Treppe herabstieg und versuchte, möglichst nicht hinzufallen.
      Nach dem Frühstück ging der übliche Alltag los und auch heute hatte Zaii wieder allerhand mit mir vor. Den Vormittag verbrachten wir in der Stadt und Zaii zeigte mir begeistert ihre Lieblingsorte, ehe wir uns in einem Café niederließen. Gut, dass ich nach der Stallarbeit nochmal geduscht hatte, denn Zaii hatte mich mit der Idee überrascht und sonst wäre ich wohl mit Stroh in den Haaren durch die Stadt gelaufen.
      Wieder zu Hause wurde es auch allmählich Zeit, sich erneut den Vierbeinern zu widmen. Dabei ließ ich Zaii völlig freies Geleit. Und siehe da, ich durfte Already wiedertreffen! Sie war heute diejenige, die mich sicher durchs Gelände tragen sollte, während Zaii sich ihre Tinkerstute Imadama schnappte. Der Ausritt war an sich entspannt und auch ein wenig peppig durch die herrlichen Galoppstrecken, welche Zaii mir zeigte. Und die beiden Stuten hatten sichtlich Spaß.
      Danach machten wir aus Spaß ein wenig Bodenarbeit mit Scylla und Damiani. Bei Scylla arbeitete Zaii momentan vermehrt daran, dass die Stute endlich ihre höllische Angst vor Wasser verlor. Sie hatte zu dem Thema einige herrliche Anekdoten bereit und irgendwann kam ich aus dem Lachen nicht mehr heraus. Mit der kleinen Damiani machte ich vor allem allerhand Quatsch bezüglich Zirkuslektionen. Ich hätte nicht gedacht, dass es so Spaß machen könnte, mit so einem Zwerg zu arbeiten, aber so war es.
      Da mir inzwischen mein Hinterteil wehtat, ließ ich am Ende des Tages Zaii den Vortritt, ihre Reitponystute zu reiten. „Zairina? Sie heißt wie du, echt?“, fragte ich grinsend, als ich einen Blick auf das Namensschild der Stute geworfen hatte. Zaii verdrehte nur die Augen und hatte schon die nächsten Geschichten auf Lager, bei welchem ihre Freunde die Hauptrolle spielten.
      Zairina hatte tolle Gänge und sprang auch richtig klasse. Das war auch das, was Zaii heute mit ihr machte: Springen. Ich schaute dabei vom Zaun aus zu und gab Zaii nur ab und an einen Rat, wenn mir etwas auffiel. Das war nicht sonderlich viel und eigentlich wollte ich lieber nur still zuschauen, aber Zaii bestand darauf, dass ich etwas sagte.
      Theoretisch lief Zairina erst E-Niveau, aber Zaii wagte sich auch schon an die A-Höhe heran, was die Reitponystute auch traumhaft meisterte. Auch wenn Zairina es ihrer Reiterin nicht immer leicht machte, denn die Stute hatte schon eindeutig ihren eigenen Kopf und manchmal auch vollkommen andere Vorstellungen von dem Training als Zaii. Nach dem Springen waren Reiter und Pferd völlig fertig, so dass ich schon einmal die anderen Vierbeiner von den Weiden holte und fütterte, während Zaii ihre Stute versorgte.
      An dem kommenden Abend hielt ich dann schon länger durch, ich glaube, so langsam gewöhnte ich mich an daran und ich war mir sicher, dass die restliche Zeit mit Zaii auch noch klasse werden würde. So wie ihre Augen leuchteten, hatte sie noch allerhand vor, was wir gemeinsam bestreiten wollten. pferdetechnisch hatten wir hier ja sowieso alle Möglichkeiten und auch in die Stadt wollte Zaii noch das ein oder andere Mal. Für mich würde es auf jeden Fall ein erlebnisreicher Urlaub werden und das war auch das Ziel meiner Reise gewesen.
      Eddi
    • Zaii
      Umzug nach Kanada!
      Pflegebericht, 11. Januar 2016

      Schon länger hatte ich das alles geplant und doch verzögerte es sich nun alles. Für unsere liebste Zai hatte ich ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk, bei welchen ich natürlich auch die drei anderen aus unserer Crew zu Rate und Hilfe herbeigezogen hatte und natürlich waren auch sie von meiner Idee mehr als begeistert gewesen: Zai sollte endlich nach Kanada ziehen! Und wir würden ihr dabei helfen.
      Selbst hatte ich mir noch nie wirklich Gedanken darüber gemacht, wie so etwas überhaupt von Statten ging, da aber Elena und Jojo und selbst Elisa irgendwann mal nach Kanada gezogen waren, konnten sie sich in etwa noch zusammenreimen, auf was wir alles achten mussten. Das A und O waren natürlich die Pferde. Die sollten wohlbehalten und möglichst wenig gestresst in Kanada ankommen, gar nicht so leicht bei dem Weg, welchen sie vor sich hatten!
      Als nächstes wäre da Zai. Die hatte sich bisher ja tapfer geweigert, aber so langsam musste es ja nun einmal vorwärts gehen, also würden wir ihr wohl am besten die Augen verbinden und sie notfalls mit Gewalt nach Kanada schleifen! Lange Zeit hatte sie sich mit den Arbeiten am neuen Gestüt herausgeredet, doch die waren inzwischen alle abgeschlossen.
      Das Gestüt war also bereit für seine Neuankömmlinge und damit auch alles glatt über die Bühne gehen würde, hatten Elena und ich das Gestüt schon gründlich unter die Lupe genommen. Da ein großartiger Möbeltransport nach Kanada sowieso sinnlos war, hatten wir einfach beschlossen, die Einrichtung selbst zu übernehmen. Sehr zur Freude von Elena, die sich richtig austoben konnte.
      Allerhand Tage verstrichen, in denen wir selbst strichen. Nämlich Zais Wände. Aber danach sah es richtig heimisch aus! Und wir waren mehr als zufrieden mit unserem Werk. Der Stall hatte auch einen Fingerschnipp a la Elena hinter sich und sah nun aus wie einer dieser teuren Ställe aus dem Fernsehen, gut, so sahen fast alle von uns aus, aber für die Pferde galt ja auch nur das Beste!
      Den Transport von Zais Pferden erledigten wir wortwörtlich über Nacht. So bekam Zai nichts mit und für die Pferde war es auch das angenehmste. Da sie so aber in den frühen Morgenstunden ankommen würden, mussten wir besonders früh aufstehen, um insgesamt vierzehn Boxen in dem großen Stall vorzubereiten. Zai hatte eine klare Ordnung für den Stall, welche ich ihr irgendwann mal stibitzt hatte.
      Die Pferde waren schnell durch die veterinären Sicherheitskontrollen gekommen und kamen eines Morgens mitten in Kanada an. Gemeinsam mit Elisa und Elena als Fahrerinnen kamen sie dann auch im tiefsten Winter auf ihrem neuen Gestüt an. In aller Ruhe luden wir sie aus und brachten sie in die neuen Boxen. Da Zai lieber auf brave Pferde stand, hatten wir auch kaum jemanden dabei, der Randale machte.
      Am sympathischsten waren mir ja persönlich Already und Lakim. Die beiden waren einfach Engel auf vier Hufen und so ausgeglichen, dass ich schon Sorge hatte, dass es ihnen doch nicht gut ging. Elisa tat wiederum wie immer das, was sie am besten konnte: sich mit dem zickigen Reitpony beschäftigen. Das war nämlich Zairina und auch wenn ich es selbst nicht glauben konnte, sie war teils anstrengender als Scylla. Wie war das nochmal? Zai mochte lieber brave Pferde?
      Die nächsten paar Tage kümmerten wir uns abwechselnd um das Gestüt. Ich am meisten, weil es meine Idee gewesen war und ich am nächsten wohnte. Hoch zu Ross brauchte ich fünf Minuten durch den Wald und schon war ich bei Zai. Deshalb konnte ich mich direkt auch mit ihren Pferden bekannt machen, diese würde ich sicherlich schon bald im regelmäßigen Training wiedersehen, da war ich mir sicher.
      Natürlich erreichte auch Zai die Nachricht, dass ihre Pferde weg waren, aber da standen bereits die drei anderen bei ihr vor der Haustür, während ich in Kanada wortwörtlich die Pferde hütete. Zai wurde samt Klamotten eingepackt und nach Kanada gekutscht. Da der Umzug schon seit Ewigkeiten geplant war und Zai eigentlich schon in den Startlöchern gestanden hatte, gab es auch kaum noch etwas, was sie zu erledigen hatte oder womit sie sich rausreden konnte. Nun war sie in Kanada!
      Es dauerte ein Weilchen bis sie sich eingelebt hatte, aber eigentlich ging das dank uns mehr als schnell. Inzwischen hatten wir schon Silvester hinter uns gebracht und kämpften uns wacker in das neue Jahr 2016.
      Da Zai noch relativ alleine auf ihrem Gestüt war (die Auswahl des richtigen Personals war gar nicht so einfach!), halfen wir ihr. Besonders ich beschäftigte mich zu gerne mit den Fohlen. Everbody’s Dream und Dark Dreamer waren mir ja richtig ans Herz gewachsen. Zweiterer wurde mir persönlich dann aber doch langsam zu groß. Aber auch Esteem und Dakan El Assuad waren klasse Nachwuchspferde. Zais Stall war zwar klein, aber beinhaltete dafür allerhand Schmuckstücke!
      Heute hatte Zai mich zu einem kleinen Ausritt eingeladen und da sagte ich nicht nein, zumal ich auch noch ihren geliebten Adrian reiten durfte! Der Hengst war ein witziger Kerl und ich mochte ihn von Anfang an wirklich sehr. Zai ritt ihren großen Hengst Soul Eater und nahm den Isländer Eisvogel als Handpferd mit.
      Natürlich beklagte sie sich während des Ritts sehr oft darüber, dass ich einfach ohne ihr Wissen gehandelt hatte und wie viele Mühen das doch gewesen waren! Und die Kosten erst! Am Ende hatte ich das Gefühl, sie hätte sich tatsächlich Fusseln an den Mund geredet, aber es war nur der Schnee, welcher uns unerbitterlich ins Gesicht blies, aber immerhin brachte ich Zai mit dieser Metapher zum Lachen und sie hörte auf, sich über meine Ideen zu beschweren. Eigentlich, und da war ich mir doch sicher, war sie froh, endlich bei uns zu sein.
      Wieder am Stall quietschte Zai wütend auf, als sie ihre beiden Hengste gerade hineinführte. „Damiani! Du kleine Ziege!“. Ich war ja ein wenig verwirrt, denn eigentlich war Damiani ein Falabella. Aber als ich Zai folgte, sah ich das Ausmaß der Verwüstung, welche ein Falabella anrichten konnte.
      Da hatte sich jemand aus seiner Box befreit und ein tierisches Chaos im Stall angerichtet. Die Tinkerstute Imadama betrachtete das Schauspiel neugierig von ihrer Box aus, hielt sich aber lieber im Hintergrund. Zai drückte mir derweil die Zügel von Soul Eater und Eisvogel in die Hand, um ihr Pony einzufangen und wieder hinter Riegel und Gitter zu bringen.
      Eine halbe Stunde später waren die Hengste versorgt und der Stall wieder aufgeräumt. Zai hatte sich auch wieder von dem ganzen Stress erholt und konnte über das Geschehene nur noch lachen. Damiani hatte direkt eine extra Kette an ihrer Boxentür. Mir war es sowieso ein Rätsel, wie sie die mit ihrer Größe aufbekommen hatte?
      Während wir jedoch mit Tee in der Stallgasse saßen und uns aufwärmten, entlarvten wir den wahren Übeltäter: Talitha, die Boxennachbarin. Die Hannoveranerstute war für ihren Mut und ihre Neugierde bekannt, beides sorgte dafür, dass sie oft auf dumme Gedanken kam, zum Beispiel am Riegel von Damianis Box herumzuspielen und diesen durch Zufall dann auch noch zu lösen.
      Zai schüttelte nur lachend den Kopf, so etwas hatte sie auch noch nie erlebt. Talitha spielte wirklich nur an der Boxentür herum, allerdings hatte sie sehr wohl gemerkt, was sie vorhin erreicht hatte, nur nicht wie. Bei ihrer eigenen Boxentür kam sie nämlich nicht so an den Riegel heran, dass sie ihn ziehen konnte. Dennoch ging Zai lieber auf Nummer sicher und befestigte mit meiner Hilfe auch noch an Talithas Box eine extra Sicherung. Wir unterhielten uns noch ein Weilchen, ehe ich mich schon verabschiedete, bei mir zu Hause warteten nämlich auch noch einige Chaoten. Zai passte das ganz gut, denn dann konnte sie direkt noch ein wenig mit Talitha arbeiten und sie beschäftigen, damit ihr nicht noch mehr Unsinn einfiel. Nun wohnten wir ja sowieso nebeneinander, da war es ja ein kurzer Weg, um die liebste Zai zu besuchen! Perfekt!
      Gwen
    • Zaii
      Verspäteter Frühjahrsputz
      Pflegebericht, 29. Mai 2016

      "Zai! So lange wohnst du hier doch noch gar nicht!", jammere Eli herum, während sie mit mir die Stallgasse durchkehrte. Zai hatte uns zu einem Frühjahrsputz eingeladen, wenn auch verspätet. Wir waren so doof gewesen und hatten zugesagt. Allerdings hatte sie es auch "Grillen" genannt, erst als wir bei ihr eintrafen, kam die böse Offenbarung und so putzten wir nun gemeinsam mit ihr die Stallung. Es war schon 18 Uhr und so wenigstens schon etwas kühler, allerdings sorgte Jojo sowieso für genügend Abkühlung, während sie mit den Wasserschlauch wild durch die Luft segeln ließ.
      Aber irgendwann waren wir dann auch mit dem Herrichten des Stalls fertig und auch Elenas Ansprüchen genügte dieser. Elisa schickten wir schon einmal vor, damit sie sich um den Grill kümmerte, während wir restlichen drei nun noch die Pferde reinholten. Lena verteilte derweil das Futter, denn sie war die einzige, die den Futterplan auswendig konnte. "Ich hol die Fohlen! Die sind am süßesten!", meinte Eli und verschwand in Richtung der Jungpferde. "Nur weil die Weide am nächsten ist", murmelte Jojo und verdrehte die Augen.
      Während Jojo so todesmutig war und alle drei Hengste Eisvogel, Adrian und Soul Eater mit einmal in den Stall brachte, nahm ich erstmal nur zwei Stuten. Scylla und Zairina reichten auch schon, ich hatte mal wieder die beiden Zicken erwischt und war sehr froh, als sie hinter Gittern waren. Eli kam halb gebückt und rückwärts laufend die Stallgasse entlang. In der Hand hielt sie Möhren und hinter ihr her trippelten Everbody's Dream, Esteem, Dark Dreamer und Dakan El Assuad.
      "Ey! Das geltet nicht, drei davon stammen immerhin auch aus deiner Zucht!", murrte ich und Dakan war hundertpro nur ein Mitläufer, typisch Kerl halt! Dafür musste Eli noch Stuten mit mir holen. Aber auch da schnappte sie sich Lakim und Talitha. "Also du schummelst heute mächtig!", meinte ich nur und sammelte Imadama und Already ein. Die kleine Damiani ließ ich so mitlaufen und so kamen wir alle heil im Stall an.
      Nachdem dann alle Pferde zufrieden futterten, ging es für uns in Richtung Terrasse. Dort hatten Lena und Jojo schon den Tisch gedeckt und wirtschafteten nun gemeinsam mit Elisa am Grill herum. Zum Glück gab es bereits Salat in allen möglichen Formen, also falls das da mit dem Feuer nicht wurde, würden zumindest Eli und ich satt werden.
      Gwen
    • Zaii
      Anti-Jetlag-Progamm
      Pflegebericht, 04. Oktober 2016

      "Urlaub", schnaubte ich noch einmal verächtlich, während Eli sich in den Sattel ihrer Golden Lights sinken ließ. Sie schien interessante Vorstellungen davon zu haben, was ich so mit meiner Zeit anstellte. ".. aber das Wetter war dort wirklich besser!", fügte ich kleinlaut hinzu. In den letzten Tagen hatte sich das Jetlag etwas gelegt und ich hatte mich wieder im kanadischen Alltag eingefunden, denn, wider Elenas Aussagen, hatte ich nicht drei Wochen Urlaub in Spanien gemacht, sondern hatte meine Familie in Deutschland besucht und anschließend noch einige interessante Tiere in europäischen Ländern angesehen - überzeugt hatte mich letztendlich aber keines.
      Die westfälische Stute meiner Freundin setzte gemäßigt einen Huf vor den anderen, während wir das Gelände des Guts Sanssouci verließen und uns auf in Richtung von Townsend Acres machten. Damit schien sie meiner Tinkerstute Imadama schon genug zu imponieren, denn diese hielt lieber etwas Abstand. Sicher ist sicher. Trotzdem schafften wir es irgendwann, gesittet nebeneinander herzutraben und sogar ein kurzer Galopp war drin, ehe die Nahanni Rivers Ranch in Sicht kam. Wir hofften, hier eine kleine (äußerst seltene) Tratschpause einlegen zu können; umso erstaunter waren wir, als wir auf Gwens Platz neben ihr auch noch Jojo antrafen. Beide schienen ernsthaft mit ihren Pferden zu arbeiten! Kopfschüttelnd setzten Eli und ich also unseren Weg fort und ehe ich mich an einer Weggabelung verabschiedete stellte ich noch schnell klar, dass es kein Essen auf meine Kosten geben würde. Das konnte sie gleich wieder vergessen, diese alte Raupe Nimmersatt!
    • Zaii
      Goldener Oktober
      Pflegebericht, 12. Oktober 2016

      „Was kann ich dafür, dass Jojo kein Englisch kann?“, keifte Elena entschlossen in die Runde, während Jojo sich hinter Gwen in Sicherheit brachte. Heute hatte ich alle zu einem gemütlichen Frühstück bei mir eingeladen, denn ich wollte meinen Freundinnen eröffnen, dass mein kanadischer Hof nun endlich einen Namen trug (ich war ja schließlich auch erst vor zehn Monaten umgezogen!). Das ganze hatte sich nach der Bekanntgabe des Namens aber nicht ganz so entwickelt, wie geplant: Während Elisa und Gwen mir zu dem wohlklingenden Namen gratulierten, nickte Jojo nur; Elena fand als erste ihre Sprache wieder und hielt nun einen Vortrag darüber, dass ihr über alles geliebter Cressi ja eigentlich auch diesen Namen tragen sollte und dieser deshalb nur ihr alleine vorbehalten war. Tatsächlich gab es eine gewisse Ähnlichkeit zwischen ‚Crescent Acres‘ und ‚Crescant Moon‘, allerdings wusste ich bisher noch nicht, dass Jojo einmal so eine Niete in der englischen Sprache gewesen war, dass in die Halbmondsichel ein A anstelle eines E gerutscht war. „Ups..“, grinste ich nur entschuldigend, als Elena eine kurze Pause einlegte, um Luft zu holen. Jojo hingegen durfte sich den restlichen Vormittag über, so lange erstreckte sich nämlich unser ausgiebiges Frühstück, anhören, dass sie alleine die Schuld an diesem furchtbar schrecklichen Unglück trug und dafür wahrscheinlich auf ewig in der Höhle schmorren musste. Ein Glück, dass Jojo trotz dieser Aussicht noch genüsslich in ihr Brötchen beißen konnte.

      Als es Mittag wurde, versuchte ich die gackernden Hühner dann langsam hinaus zu scheuchen. Den Grund dafür wollte ich lieber noch verschweigen, denn wenn die Damen erfahren würden, dass heute ein neuer Mitarbeiter in eines der beiden Mitarbeiterhäuser einziehen würde, würde ich sie nie mehr loswerden! „Im Gegensatz zu euch, schmeiße ich meinen Hof alleine und habe noch ein bisschen was zu tun“, tadelte ich Elisa und Elena, die schon wieder über irgendein DRP sprachen und anscheinend nicht multitaskingfähig genug waren, um sich zeitgleich die Schuhe anzuziehen. Gwen und Jojo hingegen hatten es immerhin schon auf die Veranda geschafft, auch, wenn sie so schauten, als wollten sie bei dem kalten Wind am liebsten wieder zurück ins warme Haus. „Hopp hopp, Tempo!“, forderte ich noch einmal und warf einen Blick auf mein Smartphone, ein Fan von Uhren war ich einfach nicht. Hugo wollte bereits vor fünf Minuten hier sein und ich hatte ihn beim Vorstellungsgespräch und den zwei Terminen zum Probearbeiten als sehr pflichtbewusst kennengelernt.
      „Unfair!“, „Gemein!“, „Mobbing!“, hörte ich durch die geschlossene Haustür, als diese endlich ins Schloss gefallen war und Elena, Elisa, Gwen und Jojo auf der anderen Seite davon standen. Ich schmunzelte zufrieden vor mich hin, doch scheinbar hatte ich mich zu früh gefreut, denn ich hörte ein Auto die Straße zum Hof entlang rauschen und ein Blick aus dem Küchenfenster verriet mir, dass das tatsächlich mein neuer Bereiter am Steuer des SUVs war. „Nein!“, stöhnte ich auf und eilte zur Haustür. Natürlich hatten die Damen es noch nicht weit geschafft und so standen sie nun in einem kleinen Kreis auf dem Hof und reckten „unauffällig“ die Hälse in Richtung des Wagens. Ich riss die Tür auf und versuchte sie von der Veranda aus, durch wedelnde Armbewegungen, zum Gehen zu animieren, aber vergeblich. Ich kniff die Lippen zusammen und lief dem Wagen entgegen, der gerade geparkt worden war. „Hugo, schön dich zu sehen!“, begrüßte ich den blondhaarigen jungen Mann und schüttelte ihm die ausgestreckte Hand. Er grüßte höflich zurück und schenkte meinen Freundinnen (die immer noch auf dem Hof standen) nur einen kurzen, kühlen Blick. Ich hatte das Gefühl, in einer billigen B-Movie-Teeniekomödie zu sein, denn man hätte mir in diesem Moment sicher nicht geglaubt, dass es sich bei den vier weiblichen Wesen auf meinem Hof um über zwanzig Jährige und nicht um pubertierende Mädchen handelte. Ich entschuldigte mich bei dem Kanadier und versuchte, eine Erklärung für diesen Anblick zu finden, der nicht auf mangelnde geistige Gesundheit deuten ließ, doch ich war mir nicht sicher, ob mir das auch gelang.
      Ich übergab Hugo den Schlüssel für das Mitarbeiterhaus und nachdem er es ablehnte, Unterstützung beim Gepäck tragen zu erhalten, verzog ich mich in den Stall. Die Kommentare von den vieren, die immer noch bei mir rumstanden (hatten die auf ihren eigenen Höfen nichts zu tun?), versuchte ich so gut es ging zu ignorieren. „Hier, aufhalftern!“, kommandierte ich, während ich die Mädels der Reihe nach vor den Boxen von Lakim, Talitha, Siri und Scylla abstellte. Wenn sie hier schon nicht weg kamen, konnten sie sich wenigstens nützlich machen. Eli kannte Siri bereits, stammte die Stute doch aus ihrer Zucht und außerdem hatte sie sie aus schlechter Haltung übernehmen müssen. Auch Gwen, als Stammtrainerin des Hofes, und Scylla hatten sich bereits früher kennengelernt. Jojo hatte ich Lakim zugeordnet, da die Stute problemlos zu händeln war und ich nicht die Schuld daran tragen wollte, dass sie ihren Gips noch länger tragen musste. Ich selbst nahm mir Ima und Ani vor, die beiden Stuten waren seit Amis Ankunft ein traumhaftes Team gewesen und harmonierten auch heute noch sehr. Gemeinsam ging es für die Stuten auf die Weide und während Elisa und Jojo nochmal zurück zum Stall gingen, um die Nachzügler Scylla und Already zu holen, schnappte ich mir mit Elena und Gwen im Weststall Dakan, Dreamie und Adrian. „Er hat sich wirklich gemacht“, stellte Gwen staunend fest und betrachtete meinen Hannoveranerhengst, als dieser über das herbstfarbene Gras galoppierte. Er war mein ganzer Stolz, hatte ich ihn doch, seitdem Elena ihn von seiner Mutter abgesetzt hatte. „Er soll im Frühjahr Litha decken“, eröffnete ich meine Zuchtpläne und sicherte mir dabei gleich noch die Unterstützung von Elena zu, denn im Gegensatz zu ihr, würde das mein erstes selbst gezogenes Fohlen werden.
      Zurück beim Stall waren Elisa und Jojo bereits dabei, ihre Stuten Liluye und Tautou zu betüddeln. Neben Gwens Ameya und Elenas Baila Conmigo standen nur noch Zairina, Esteem und Every im Stall. Anfang des Monats hatte ich mit meinen Stuten die letzten Turniere bestritten, nun war die Turniersaison 2016 zu Ende und die Stuten durften den Herbst mit nur leichtem Training genießen. Während die Mädels für mich die beiden Zweijährigen putzten, machte ich Zairina startklar und nachdem auch die anderen Stuten gesattelt waren, saßen wir vor dem Hof auf. Also.. alle, bis auf Jojo, die führte Tautou nämlich, denn mit Gips ließ es sich eher suboptimal reiten. Ich selbst nahm Esteem neben Zairina an die Hand, Every hatte ich ihrer Züchterin Elena angedreht.
      Kaum hatten wir den Hof hinter uns gelassen, trat das ein, was ich schon viel früher voller Furcht erwartet hatte: „Na, Zai, wer war das denn?“, „Deshalb wolltest du uns also los werden?“, „Du hast uns gar nicht vorgestellt!“, „Erzähl doch mal ein bisschen!“ ich setzte mich an die Spitze der Truppe und tat, als würde ich die schnatternden Stimmen nicht hören, doch schnell war ich wieder eingeholt und so ergab ich mich meinem Schicksal und erzählte, was ich so von Hugo wusste. „Aber bitte verhaltet euch ihm gegenüber nicht, als wüsstet ihr das alles schon!“, setzte ich am Ende noch hektisch an, unsicher, ob meine Freundinnen mir noch zuhörten.
      Nachdem die vieren sich wieder beruhigt hatten, war es eine gemütliche Schrittrunde und somit optimal, um Every und Esteem mal wieder ein bisschen was vom Nationalpark zu zeigen, hatte sich das Training mit den Jungstuten während der Turniersaison doch eher sporadisch gehalten.
      Nach und nach verabschiedeten wir uns, als wir auf dem Rückweg am Pine Grove Stud, der Nahanni Rivers Ranch und Townsend Acres vorbei kamen. Als Elena uns an der letzten Weggabelung verließ, stieg ich ab und ging das letzte Stück zu Fuß, zwei Pferde an der Hand waren mir vom Rücken eines dritten dann doch zu waghalsig gewesen.

      Als mein Hof in Sicht kam, trat eine kurze Panik ein, da ich auf dem Reitplatz ein Pferd entdeckte. Gleich darauf machte ich aber auch Hugo auf dem Rücken von Soul Eater aus und die Panik legte sich. Ich würde mich wohl erst noch daran gewöhnen müssen, dass ich nun nicht mehr alleine auf dem Hof war. Ich versorgte die drei Stuten und brachte sie anschließend zu den übrigen auf die Weide, ehe ich mich an die Bande des Reitplatzes lehnte. Der junge Mann saß heute das erste Mal auf dem Rücken des temperamentvollen Hengstes und noch schienen die beiden nicht zu harmonieren, doch Hugo ließ sich von den Buckelattacken des Schecken nicht verunsichern. Ebenso wenig von mir, war ich doch diejenige, die ihn bezahlte. Ich war mir nicht sicher, ob ich so ruhig geblieben wäre, wenn die Situation andersrum stattgefunden hätte. So aber konnte ich mich sorglos in den Weststall verziehen und mich Eisvogel widmen. Der Isländer und ich hatten eine eher durchwachsene Saison hinter uns und ich hatte schon mehrfach überlegt, ihn in den Ruhestand zu schicken, doch auf der anderen Seite war er doch erst fünfzehn Jahre alt und noch immer ein Prachtkerl.
      Heute longierte ich ihn nur eine Runde und traf anschließend im Stall auf Hugo, der gerade Soul Eater absattelte. „Und, Kampf gewonnen?“, scherzte ich und der Blondhaarige rang sich ein Lächeln zu seiner Antwort ab: „Oui, es ‘at ganz gut geklappt für das erste Mal“ Dass er kein großer Geschichtenerzähler war, hatte ich bereits festgestellt. Dafür hatte er diese fast schon gruselig ruhige Art, die ihn immer besonnen und gelassen wirken ließ. So verlief die restliche Zeit im Stall ruhig, wir brachten die Hengste auf die Weide und bereiten bereits die abendlichen Futterrationen vor. Ich war zugegebenermaßen tief beeindruckt, dass er noch fast alle Futterpläne auswendig konnte, obwohl er das letzte Mal vor zwei Wochen hier gewesen war. Das konnte nicht mal ich, dafür hatte ich sie ja schließlich aufgeschrieben. Zu zweit ging das Ganze auch wesentlich schneller von der Hand, als alleine und so, und auch, weil Hugo angeboten hatte, die Pferde am Abend wieder in die Ställe zu holen, konnte ich mich nachmittags noch an den Schreibtisch setzen. Der Papierkram war in letzter Zeit liegen geblieben; ich hatte es ziemlich vor mir hergeschoben, doch so langsam war mein Schreibtisch nur noch zu erahnen und so musste ich ran. „Ich sollte ernsthaft in Erwägung ziehen, jemanden für den Papierkram einzustellen..“, überlegte ich mir, doch davor wollte ich Alex nochmal einladen, es war schon eine Weile her, dass wir uns das letzte Mal gesehen hatten.
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  • Album:
    Stuten
    Hochgeladen von:
    Zaii
    Datum:
    14 Apr. 2017
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    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Pferdename Imadama
    Rufname Ima

    Von Blue Eyed Tiger
    Blue Sky in Darkness x Shadow-Lady
    Aus der It's me
    It's you x It's my


    Rasse Irish Tinker
    Geschlecht Stute
    Geburtsdatum 09. Januar 2010
    Farbe Falbschecke
    Stockmaß 179cm

    Imadama ist sehr bedacht und vorsichtig und behandelt alles in ihrer Umgebung, als wäre es zerbrechlich. Sie braucht viel Pflege und Zeit mit ihrem Menschen, um ihn lieben zu lernen.
    Sie ist eine ruhige Stute, die alles mit sich machen lässt. Dennoch braucht sie viel Aufmerksamkeit. Wenn man sich fürsorglich um sie kümmert und ihr die Welt zeigt, hat sie einen schnell akzeptiert.
    Imadamas Mutter starb bei ihrer Geburt, daher wurde sie mit der Flasche groß gezogen.

    Besitzer Zaii
    -- Gaitano -- Hedone -- Zaii

    Ersteller Elii -- Fratzi
    Vorkaufsrecht verfallen

    Eingeritten Ja
    Distanz S -- Dressur S -- Fahren M

    SK 462
    BSW 470

    185. Distanzturnier | 263. Distanzturnier | 294. Distanzturnier | 296. Distanzturnier | 302. Distanzturnier | 305. Distanzturnier | 340. Fahrturnier | 440. Dressurturnier | 441. Dressurturnier | 443. Dressurturnier | 449. Dressurturnier | 321. Distanzturnier | 391. Fahrturnier

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