vampyrin

Ikarus *

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Ikarus *
vampyrin, 31 Aug. 2015
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    • vampyrin
      Abenteuer Highlands
      © Ravenna

      Der Morgen begann mit Nebel über den Highlands, wie ich diesen Ausblick aus dem Fenster genoss! Mit einem schnellen Frühstück befanden wir uns nur eine Dreiviertelstunde später auch schon vor unserer extra abgesteckten Weide. Einen Teil der Jungpferdekoppel hatten wir abgezweigt um darauf unsere vier Turteltauben zu platzieren, in einem Teil befanden sich mein Moon und Kürbis auf der anderen Seite Finlay und die Stute dessen Name ich immer wieder vergaß. Natürlich waren die Fohlen mehr als interessiert an dem Geschehen auf ihrer Weide, waren dieser Tage jedoch eher unten am Strand anzutreffen, denn oben auf den Wiesen. Nymeria und Noomie passten zu unserem bedauern unter dem abgesteckten Zaun hindurch, zwar gab es keine Probleme mit den beiden jedoch sollten sich Cayden und Aiden – Kathis Stallpfleger- darum kümmern damit dies nicht mehr geschah. Später am Nachmittag wollte sich eine Freundin auf dem Hof „blicken lassen“ um sich mit der Stute Scylla bekannt zu machen, sie wollte diese eventuell als Reitbeteiligung haben. Zusammen mit Kathi , zwei weiteren Pflegern machten wir uns auf den morgendlichen Rundgang über die Koppeln, durch den Stall und allgemein über den Hof um zu schauen ob überall alles in Ordnung war. Vor etwas mehr als einer Woche war eine Trainerin auf dem Hof gewesen um sich die Fohlen ein wenig vorzunehmen, da der Frühling immer näher rückte waren sie mit der Weide genug ausgelastet. Thowra und Aesi hatten mit ihren knapp zwei Jahren noch Zeit, doch die beiden Shettystuten hatte ich vor demnächst ein wenig intensiver zu arbeiten. Zwar waren auch die beiden erst zwei Jahre alt, sollten jedoch schon etwas mit dem „Einfahren“ konfrontiert werden. Dies bedeutete erstmal die Bodenarbeit im Round Pen, Spaziergänge um sie an die Umgebung zu gewöhnen sowie erste Erfahrungen mit dem Geschirr. Doch zunächst durften sie ihren Sommer auf der weitläufigen Weide genießen, erst im Herbst würde ich diesem Plan folgen.?
      Auf dem Rundgang folgten uns Gamhain und Corvus quer über den Hof, der kleine Parson Russel hatte sich schnell mit der Bearded Collie Dame angefreundet, gemeinsam schliefen sie nun in einer der Boxen – vorsichtshalber hatte ich Corvus per Chip „kastrieren“ lassen um keine Welpenüberraschung zu erhalten. Zusammen mit dem Rundgang brachte ich gleich Varulv und Cayden Willow Maiden mit hoch an den Putzplatz. Mit etwas Abstand zueinander banden wir die beiden an, um anschließend ihr Sattelzeug zu holen. Die beiden wollten wir ein wenig auf dem Platz bewegen. Während unseres Gesprächs kam auch Kathi dazu, erzählte das einige ihrer Pferde nun ebenfalls verkauft werden würden, da sie sich ganz auf die Zucht konzentrieren wollte, wenig später stand sie mit ihrer Stute Green Tea ebenfalls neben uns am Anbindeplatz. Einer der Pfleger beschäftigte sich bereits mit dem Isländerhengst Uprising der nun bald eingeritten werden sollte. Die einfachen Dinge des Longierens hatte der nette Hengst bereits begriffen, eine Trense trug er ebenfalls schon. Um ihn nicht zu überfordern wollten wir mit dem Sattel und dem Reitergewicht noch ein wenig warten, doch im Grunde machte sich Uprising besonders gut. Desweiteren gefiel es mir zu sehen wie er und mein Dülmenerhengst Sturmwind einander zu gefallen schienen. Vielleicht lag dies daran, dass beide Hengste erst neu auf dem Hof waren. Nachdem die Pferde alle gesattelt waren machten wir uns zu dritt auf den Weg zum Platz, dort begannen wir zunächst recht unabhängig voneinander unsere Pferde warm zu reiten. Später als wir gemeinsam ritten hatten wir viel zu lachen, korrigierten einander und sprachen über all die möglichen Dinge die noch vor uns lagen oder getan werden mussten. Aiden war noch nicht ganz mit dem Ausmisten der Ställe fertig weswegen sie den Zaun noch nicht erledigt hatten, dafür hatten sie aber Nymeria und Noomie von der Jungpferdeweide geholt. Als Cayden sich nicht sicher war ob er das Tor geschlossen hatte zur Futterkammer gab er Willow einen ordentlichen Stupser in den Bauch, verließ im Galopp den Platz und ich schaute ihm Kopfschüttelt mit einem Lächeln auf dem Gesicht nach. Auch Kathi musste ein wenig lachen, fragte bald darauf ob wir nicht ein paar Cavaletties mit aufbauen wollten. So stieg ich von Varulvs Rücken, stellte die ersten beiden an den Rand und eines etwa in die Mitte des Platzes. Etwa zur selben Zeit kehrte auch Cayden zurück – er hatte das Tor zwar nicht verschlossen, jedoch hatte Aiden daran gedacht und so waren die vorwitzigen Shettys nicht in die Futterkammer gelangt. Somit gesellte sich auch Cayden zu den Sprüngen hinzu. Bald darauf musste ich jedoch schon wieder hinunter vom Pferd, da mein Besuch nun bald auftauchen würde. Während ich nun Varulv also absattelte, ihm einen Eimer hinstellte und derweil bereits Scylla von der Koppel zu holen – dauerte bei der Größe der Wiesen auch „nur“ eine Viertelstunde, der Rückweg konnte zumindest auf dem nackten Rücken der Stute zurück gelegt werden. Dann brachte ich fix den Rapphengst Varulv noch auf die Wiese, dort wurde er bereits von meinem Wish Sehnsüchtig erwartet. Wish hatte heute eine Pause, denn er hatte erst vor zwei Tagen einen langen Ausritt zusammen mit Cayden und mir unternommen. Cayden war dabei meinen neuen alten Hengst Cap geritten, damals hatte ich ihn bereits einmal in meinem Besitz, seit nunmehr vier Tagen stand er wieder bei mir. Cap hatte sich schön in die Hengstgruppe integrieren lassen und zeigte ein vorbildliches Verhalten, sodass auch er heute eine Pause einlegen durfte. Ich wollte sie, falls es die Zeit denn dann noch erlaubte später vielleicht noch ein wenig auf dem Platz laufen lassen, anderseits mangelte es ihnen auf den Wiesen nicht unbedingt an Bewegung, da das Heu oben verfüttert wurde, die Tränke sich jedoch weiter hinten in den Hügeln befand hatten die Hengste immer eine bestimmte Strecke zurück zu legen. Auf dem Rückweg erwartete mich bereits Julie, in der Eigeninitiative hatte sie bereits begonnen Scylla zu putzen. Mit einer Umarmung begrüßten wir uns einander, während ich ihr ein wenig von der jungen Stute erzählte, doch im Grunde sollte es mit Scylla keine weiteren Probleme geben. Erst am Vortag hatte ich mich der jungen Stute beschäftigt, denn bald wollte ich auch erste Springturniere mit Scylla gehen. Vom Longieren kannte die Schimmelstute bereits die Trabstangen, sodass die kleinen Hindernisse für sie keine weiteren Probleme dargestellt hatten. Wir unternahmen nur einen ersten Spaziergang, da sowohl Julie als auch ich nicht viel Zeit hatten. Im Grunde zeigte ich ihr nur wo alles war, hatte ihr gezeigt wie Scylla gern gekrault wurde und wir hatten besprochen was sie alles mit ihr vor hatte. Da ich Julie schon lange kannte, machte ich mir da weniger Sorgen, ihr vertraute ich Scylla nur zu gern an.?
      Gegen Abend unternahmen wir dann noch alle einen schönen Ausritt, ich saß dabei auf dem Dülmenerhengst Sturmwind, Cayden hatte sich für Stormwind entschieden. Kathi gesellte sich auf dem Schimmelhengst mit der eigenwilligen Narbe dazu, Gwynnbleid war im Allgemeinen eine imposante Erscheinung. Um Finlay eine Pause zu gönnen von seinen Pflichten entschied Aiden sich für den etwas in die breite gegangenen Highlandhengst. So mit der ganzen „Familie“ in den Sonnenuntergang der Highlands zu reiten hatte etwas unheimlich entspannendes, auch kleine Galoppstrecken bauten wir ein, die Wettrennen die dabei entstanden waren immer mit dem selben Ergebnis – Gwynnbleidd gewann die Sache haushoch. Dahinter tauschten Stormy, Sturm und Finlay öfters die Plätze, nach mehr als drei Stunden – bereits im Dunkeln kamen wir zurück. Kathi und ich sagten den Jungs sie sollten die Pferde uns überlassen, mit wenigen Handgriffen war dieser Teil erledigt, jeder bis auf Finlay erhielt sein Futter. Danach brachten wir alle Hengste wieder auf ihre Wiesen, mit dreckigen Sachen huschten wir an den Jungs vorbei entledigten uns den Reitklamotten, wuschen uns ein wenig ehe wir aus der Küche alle Sachen für den Lagerfeuerabend hervor kramten. Neben ordentlich viel Gemüse, etwas Obst und dem Fleisch für die „Kerle“ hab es auch Marshmalows für uns alle. Aiden hatte aus dem Stall das Radio geholt, steckte den Musikstick hinein…bei den Klängen von Saltatio Mortis im Hintergrund ließen wir einen ereignisreichen Tag auspendeln. Dabei durfte gute Musik, Freunde und ein guter Met natürlich nicht fehlen! Im Flackern des Feuers war meine Zeit auf Heartland beinahe vergessen…hier lag nun mein neues Leben. Nach zwei Monaten hier fühlte ich mich endgültig angekommen.?

    • vampyrin
      Vom Renner zum Springer
      © Ravenna

      Ich stand am Putzplatz putze in aller Ruhe Uprising um ihn ein wenig zu longieren, da pfefferte jemand plötzlich seinen Helm auf den Boden. Sowohl der junge Hengst als auch ich schracken zusammen, mein Blick folgte der Flugbahn des Helmes. Eine missmutig dreinblickende Kathi stand dort, mit Ikarus am Zügel, dessen Atem noch immer nicht wieder ganz normal war. „Huch, was ist denn mit dir los?“ fragte ich Kathi. „Ach..die letzte Rennsaison war schon weniger gut verlaufen, wir haben ihn aus den Rennen genommen. Früher war er vollkommen wild auf das Rennen, war in den ersten Reihen mit dabei. Spätestens seit letztem Jahr scheint er nur noch mit der halben Arschbacke dabei zu sein. Zudem wird er mit seinen jetzt 6 Jahren langsam zu alt, für die kürzeren Strecken, auf die Dauer ist er einfach nicht schnell genug. Die Distanz macht ihm das Laufen schwerer, da er sowieso nicht richtig dabei ist erschwert das die gesamte Situation auch noch. Heute hab ich dann einen Übungsritt zusammen mit Aiden gemacht.“ Dabei schüttelte sie etwas hoffnungslos den Kopf „Selbst dein Moon hätte ihn einholen können! Das hab ich schon oft genug auf der Weide beobachten könne, wenn die Hengste wie die Irren darüber rennen.“ Während Kathi nun begann Ikarus abzusatteln, suchte ich nach irgendwelchen tröstenden Worten konnte in meinem Inneren jedoch keine entdecken. Da erfasste Kathi wieder das Wort „Ich hab ihn damals gekauft eben, weil er eben so gern gerannt ist. Ich habe ihm dabei nur zu gern zugeschaut. Jetzt wo er nicht mehr den Spaß daran hat bringt es mir absolut nichts ihn darin zu trainieren. Andererseits kann ich ihn nicht einfach aufgeben, so lang wie er bereits bei mir ist. Ein zusätzlicher Brotvertilger – wir können das stemmen, doch auch so, fett werden braucht er nicht.“ Missmutig und vor sich hin grübelnd verrichtete jeder seine Fertigkeiten. Uprising ließ sich mittlerweile ohne weitere Probleme auf dem Platz longieren, in dem jungen Hengst erkannte ich viele Charakterzüge seines Vaters wieder, sein Vertrauen in den Menschen hatte über die Monate immer mehr zugenommen. Das Klima stellte ihn auch nicht länger vor Probleme und durch den stetigen Wind hier an der Küste hatte er auch endlich wieder eine vollere Mähne und wurde nicht länger von Ekzem gequält. Im Trab zirkelte er brav um mich herum – auf der Wiese hatte er bereits einige Töltansätze gezeigt, doch beim Training war es bisher noch nicht dazu gekommen. Sobald er eingeritten war wollte ich ihn nach Holland zu Finya und Vina bringen um ihn ordentlich einzutölten oder ihm dort sogar den Pass näher zu bringen. Ich schüttelte den Kopf das würde noch eine Weile dauern, schließlich war er erst vier und ich hatte keine Eile. Den Sommer über würde er mit den jungen Hengsten auf der Hochebene verbringen, danach würde seine Arbeit weiter gehen. Glücklich kehrte ich mit einem leicht verschwitzten Pferd zurück, legte eine Decke auf seinen Rücken während er sein Futter bekam. Zu Besuch kamen derweil Noomie und Nymeria die ich aufgeregt davon scheuchte, nicht nur die Tatsache das Noomie rossig war – auch mussten sie Uprising ja nicht das Futter nehmen.?
      Am Abend leistete ich Cayden Gesellschaft als er die Unterlagen durchsah, in letzter Zeit sortierte er die einzelnen Daten der Pferde des Hofes in verschiedenen Ordnern anzulegen. Dabei gab es eine Menge Papierkram – bei dem ich schon lang nicht mehr durchschaute. Da mir das beobachten und seine Wortkargheit irgendwann auf den Keks gingen. „Ich geh mal nach Kathi schauen, die war heute etwas betrübt da Ikarus nicht länger gefallen am Rennen hat.“ Ein geistesabwesendes „mhm“ kam von Cayden als ich lächelnd aus dem Raum schritt. Den Flur entlang führte eine Treppe in einen weiteren Flur von dort gelangte man in die nächste Wohnung – die von Kathi. Wie Cayden meinte ebenfalls von Aiden, doch eigentlich hatte der junge Stallbursche eine Wohnung neben der Reithalle, oder eher in ihr. Zwar hatte Kathi mir in der Hinsicht bisher noch nichts verraten, doch fanden wir erst langsam zueinander, schließlich kannten wir uns erst seit etwa drei Monaten. Klopfend blieb ich vor der Tür stehen, die bald darauf von Kathi geöffnet wurde. Im Hintergrund erkannte ich ein Lied der Band Eluveitie, glaubte darin Omnos zu hören. „Wieder ein wenig erholt?“ Kathie winkte ab, bot mir einen Tee an „Was soll ich machen? Heulen bringt mir herzlich wenig in dem Fall. Ich habe überlegt ihn jetzt mehr in der Dressur zu fördern, aber da zeigte er bisher auch nicht die nötige Ausdauer am lernen.“ Bedächtig hörte ich zu, wenn Ikarus auf langen Strecken die Ausdauer fehlte so fiel auch die Distanz weg, Dressur war nicht seine Stärke – er hatte auch einfach nicht den nötigen Pepp in den Gängen. „Wie macht er sich denn beim Springen?“ Kathi unterbrach ihre Überlegungen kurz, dann fuhr sie fort „Seine Vorbesitzerin hat nie davon gesprochen und auch ich hab ihn bisher nicht springen sehen oder lassen.“ Da erhellte sich ihr Gesicht ein wenig, und ich zeigte ein Lächeln „Lass uns morgen die Halle ein wenig abstecken, ein paar Hindernisse aufstellen und ein paar der Pferde zusammen mit Ikarus springen lassen? Am besten Moon und Varulv, die beiden haben bereits Erfahrung und können ihm den Weg zeigen.“ Kathi stierte auf die Wanduhr – sie zeigte gerade 21 Uhr – „Ich denke da das hier unser Hof ist…könnten wir das doch jetzt machen?“ Kathi hatte ein Gedanke gefasst und soviel hatte ich bereits mitbekommen, hatte sie diesen ließ sie davon nicht zu schnell ab. Also liefen wir über den Hof, holten vom Hengstpaddock – man war ich froh das die Pferde noch nicht auf den Sommerweiden waren…denn der Weg dorthin dauerte etwa eine Viertelstunde und ehe man die gewünschten Pferde dann mal gefunden hatte konnte schon mal eine weitere halbe Stunde vergehen. Zumindest hatte mir das Cayden oft gesagt, so hatte ich beschlossen immer ein paar der Pferde hier oben zu behalten – so konnte ich faul wie ich war hin reiten um die Pferde zu holen und das andere Pferd mitnehmen. Mit Ikarus, Moon und Varulv am Strick ging es hinein in die Halle, das Licht und der Lärm beim aufbauen der Hindernisse führte auch bald Aiden zu uns der etwas verwirrt auf das Geschehen blickte, mit einem schütteln des Kopfes jedoch mit dabei war. Nach einiger Zeit hatten wir tatsächlich alles aufgestellt, die Pferde hatten sich es im Dunkeln vor der Halle beinahe gemütlich gemacht und mussten drinnen ein wenig wach gemacht werden. Mit einer Anfangshöhe von einem knappen halben Meter begannen wir also unseren Versuch. Moon und Varul taten den Anfang, Ikarus war bereits ganz heiß hinter den beiden her zu rennen als Aiden ihn vom Strick löste. In einem Affenzahn raste er auf das Hindernis zu – ich dachte schon er würde mit voller Breitseite hinein rennen ehe er seine Beine mit einer ruckartigen Bewegung beinahe bis an die Ohren nahm und über das Hindernis hinweg fegte. Wir drei sahen uns alle ein wenig belämmert an – der junge Hengst war beinahe einen Meter höher gesprungen als nötig. „Na wenn der nicht für das Springen geeignet ist…fress ich nen Besen.“ kommentierte ich die Situation. Auch die weiteren Sprünge zeigten ein solches Muster, nachdem wir alle Pferde wieder an ihren Ort gestellt hatten, gingen wir wieder ins Haus hinein. Diesmal gesellten wir uns in die gemeinsame Küche im Erdgeschoss des Hauses. „Zumindest haben wir etwas gefunden für das Ikarus geschaffen zu sein scheint. Aber ich bin so lang nicht mehr gesprungen, vor allem nicht mit einem ungeübten Pferd.“ Warf Kathi ein. Unweigerlich musste ich an die Legende der Griechen denken…Ikarus mit den Flügeln aus Harz und Federn, der zu nah an die Sonne geriet und hinab stürzte. So war es auch mit dem Pferd…im Rennen war er hoch hinaus gekommen, war tief gefallen, doch wie der Ikarus aus der Legende der nach seinem Tod zum Olymp aufgestiegen war so hatte auch der Hengst einen neuen Weg gefunden. „Was hältst du davon, wenn ich ihn trainiere?“ Kathi stieß ein leichtes quietschen aus, ihre Augen leuchteten „Würdest du?!“ „Natürlich, dafür bin ich ja auch Trainer. Am besten wir nehmen gleich das Geländespringen in Angriff, du selbst hast mal gesagt gerade im Gelände sei er eine Lebensversicherung. So haben wir ein nahezu perfektes Geländespringpferd. Gewöhnen wir ihn noch an Dinge wie Baumstämme, Wassergräben , Büsche und die Sache könnte ein ziemlich guter Plan werden, oder?“ Kathi stimmte zu umarmte mich bevor ich nach oben ging – sagte mir eine gute Nacht. Oben angekommen kuschelte ich mich zu Cayden in unser gemeinsames Bett – mein irischer Bär schlief bereits, doch das Licht brannte noch und auf seiner Brust lag ein Buch „the Daylight War“ ich hatte es bereits gelesen, doch nun hatte es Cayden in seinen Bann gezogen. Mit langsamen Bewegungen nahm ich ihm das Buch, schaltete das Licht aus und legte stattdessen meinen Kopf auf seine Brust um dann die Decke über uns zu ziehen.?
      Frisch aus den Federn, geduscht und satt gefuttert befand ich mich nun mit Ikarus am Halter auf der Hofinternen Geländestrecke, die Hindernisse die ich ihm bisher gezeigt hatte waren ihm minder egal gewesen. Der Wassergraben war nicht ganz sein Fall gewesen mit Argusaugen hatte er das Wasser beobachten, ein wenig gezögert ehe er sich durch ein Leckerli überzeugen ließ hindurch zu gehen. Ich musste nur einen Weg finden, dass er später darüber hinweg gehen würde. Später würde er einen Baumstamm überwinden müssen, dahinter ein Becken voller Wasser. Bis es jedoch dahin kommen würde musste er einige Turniere bestreiten, während dieser Zeit würden wir viel mit Wasser üben um ihn daran zu erinnern. Mit ihm kehrte ich wieder zurück, setzte mich auf seinen Rücken und kehrte mit ihm in die Halle zurück. Allein waren die Hindernisse kein Problem gewesen, doch wie sah es mit einem Reiter aus? Die ersten Sprünge machten mir recht schnell klar – nope es stellte keine Probleme dar. Also machten wir für diesen Tag Schluss mit dem Training. Am Nachmittag holte ich mir den Hengst noch einmal aus dem Stall, ging diesmal direkt mit ihm auf die Strecke. Kleine Baumstämme, die zu Trabstangen auf dem Boden lagen machten den Anfang. Es folgte ein erster Sprung, den der Hengst ein wenig widerspenstig nahm. Mit einem gewissen Mut machte er sich an den Ziellauf, zögerte einen Moment ehe ich ihm die Waden energisch in den Bauch drückte und er doch noch absprang. Also zog ich im leichten Trab einen Zirkel um das Hindernis herum um noch einmal darüber hinweg zu springen. Ein zweites und auch das dritte Mal erzielten das Ergebnis – er sprang ohne weitere Probleme. Nun folgten auch die weiteren Hindernisse in der Strecke, bis auf den Wassergraben denn da galoppierte er einfach hindurch. Da es früher Abend wurde machte ich Schluss, den Wassergraben konnte ich auch noch später in Angriff nehmen. Ich erzählte Kathi beim Abendbrot von unseren Erfolgen an diesem Tag, sie schien darüber zu strahlen und dieser Fakt machte auch mich Glücklich.?
      Die nächsten Tage hatte ich vor den Wassergraben mit Caydens Hilfe einige kleine Büsche gepflant, so sah es nicht nur hübscher aus, nein der Hengst nahm es auch endlich als ein Hindernis wahr. Der Wassergraben stellte nicht länger ein Problem dar, Ikarus sprang geübt über die einzelnen Hindernisse, sogar in Begleitung von Moon. Da jedoch lag eines der kleineren „Probleme“ da fühlte er sich wie in einem Rennen und raste sosehr durch den Parcours das ich es mit der Angst zu tun bekam. Da in einem Turnier jedoch keine anderen Pferde mit im „Ring“ dabei waren, gab es da nicht viel zu tun. Ansonsten musste bei Ikarus nun einfach die Routine dazu kommen, mit jedem Training ob nun mit mir, Kathi oder aber Aiden würde egal sein. Hauptsache man blieb bei der Sache, aber da machte ich mir mit Kathi gar keine Sorgen, auch sie hatten ihn bereits einmal gesprungen nachdem sie sich auf Moon mit den ersten Geländehindernissen bekannt gemacht hatte. Danach machten wir einen entspannten Ausritt, diesmal begleiteten uns die „Männer“ des Hofes. Aiden hatte sich für diesen Ritt Gwynnbleidd herausgesucht. Cayden gesellte sich auf Sturmwind hinzu, während ich mit Kathi noch einmal die Pferde tauschte, sie auf Ikarus und ich auf meinem Moon. Zusammen mit unserer Truppe liefen auch Uprising und Cap ohne Reiter mit einher – wir befanden uns auf einer Insel mit sehr wenig Betrieb. Sie folgten Moon ihrem Herdenchef beinahe überall hin und würden uns somit sicher nicht abhanden kommen…?
    • vampyrin
      Tierarztbericht #1
      © Eowin

      Als nächster Patient auf meiner Liste stand Ikarus, ein englisches Vollblut mit sehr interessanter Fellfärbung. Obgleich der Hengst schon sechs Jahre alt war und zweifelsohne ein Schimmel war, war er noch nicht sonderlich weit ausgeschimmelt – nur punktweise zierten weiße Haare sein Fell.
      Ich stellte schnell fest, dass Ikarus große Probleme hatte, wirklich still zu stehen: Er versuchte beim Führen immer wieder zu überholen, einmal angebunden trat er ständig von einem Bein auf das andere.
      So machte er es mir etwas schwer, seinen Gesundheitszustand zu kontrollieren, doch die Kontrolle zeigte, dass der Hengst vollkommen gesund war. Er zeigte keine Verspannungen, die schön großen Gelenke waren trocken und nicht warm.
      Dennoch war ich froh, als ich alles nachgeschaut hatte und ich nicht mehr aufpassen musste, wo meine Füße standen, damit er sich nicht den gleichen Platz für die Seinen aussuchte.
      Auch Ikarus wurde gegen Influenza, Tetanus und Herpes geimpft, sodass er fortan für jedes Turnier bereit war.
      Er ließ es erstaunlich ruhig über sich ergehen – er hampelte nicht mehr, als er ohnehin die ganze Zeit tat. Er muckte auch nicht, als ich mit der Nadel in den Muskel stach.
      Dafür war die Wurmkur offenbar für ihn der blanke Horror. Zunächst wollte er das Maul nicht aufmachen, als es dann auf war, weigerte er sich vehement, indem er den Kopf hochriss, sich die Paste in den Schlund drücken zu lassen. Doch mit etwas Fummelei gelang es mir und Ikarus kaute ungewohnt leer und schlug immer wieder mit dem Kopf, in der Hoffnung, den offenbar ekeligen Geschmack los zu werden. Natürlich gelang es ihm nicht – die Paste hatte er bereits geschluckt.
      Zu guter Letzt musste auch Ikarus noch ein paar Haare für den Gentest lassen. Eine interessante Angelegenheit, da er bei jedem Haar, das ich ausriss, leise, aber beleidigt quietschte.

      Ergebnis des Gentests von Ikarus:

      Ee aa Gg
      Die Heterozygotie des Extension-Genes verdeutlich, dass Ikarus auch Füchse zeugen kann. Außerdem ist er ein Rappschimmel und trägt das Grey-Gen heterozygot – es werden also nicht alle Nachkommen Schimmel werden. Die Punkte sind eine interessante Anomalie des Grey-Gens – eine Scheckung konnte bei ihm nicht festgestellt werden.
    • vampyrin
      Hufschmiedbericht #1
      © Jackie

      „Amy ich muss jetzt los“, meine Hand glitt noch ein letztes Mal durch ihr dunkelblondes Haar, ein letzter Kuss und ich stieg in meinen Jeep. „Wir sehen uns Morgen!“ Ich blickte auf die Straße. Die Sonne schien gerademal durch die Baumkronen und warf warme geld-orangene Lichtstrahlen auf die Erde nieder. Nach Cead Crevan waren es einige Stunden Fahrt. Doch war meine Aufgabe als Hufschmied heute mehr als nur wichtig – ich hatte es mit den ganzen Pferdebestand von Sarah Kyren zu tun.
      „Hallo Sarah!“, begrüßte ich sie mit einem Lächeln im Gesicht. Die altbekannte Freundin schüttelte mir die Hand. „Ist Amy nicht mit gekommen?“, ihr Blick verriet Enttäuschung. „Tut mir leid, aber momentan gibt es einfach viel zu viel zu tun.“ Sarah nickte verständnisvoll. „Ein ander‘ Mal“. Dann sah ich mich um, in der Hoffnung schon meine ‚Patienten‘ zu sehen. „Ty, Stormbringer wartet im Stall auf dich. Ich bringe dir dann die Zuchtpferde nacheinander.“ Ich nickte, betrat die Stallgasse und übernahm Stormbringers Strick. „Wann war der letzte Hufschmied Termin?“ Sarah die neben mir stand, blickte in ihr Logbuch. „Am 06.12.2013“ Ich sah mir die Hufe genauer an. „4-5 Monate sind schon eine lange Zeit. Stormbringers Hufe sind ziemlich lang – lahmt er?“ Sarah schüttelte den Kopf –„Nein er lahmt nicht, aber Ty! Es tut mir Leid hier findet sich so schwer ein potentieller Hufschmied!“ ich lächelte Amys Freundin an. „Aber Sarah das höre ich jetzt nicht zum ersten Mal.“ Aus meiner Lederschürze zückte ich eine Hufzange. Dann stellte ich Stormbringers Hufe nacheinander auf den Hufbock um die Hufe zu kürzen, anschließend in Form zu raspeln und mit dem Hufmesser zu korrigieren. Sarah verriet mir dass der Hengst auf Leckerlies abfuhr. Also lenkte sie ihn mit einem kleinen Apfelleckerbissen vom Geschehen ab. Nachdem ich fertig war, klopfte ich auf sein Hinterteil und sah Sarah an „Der nächste bitte“.
      Es war Wishing Well. „An ihn kann ich mich noch erinnern!“ sagte ich schnell und begrüßte den Hengst mit einem Kräuterleckerchen. Dieser stupste mich energisch an, in der Hoffnung noch ein weiteres Leckerchen zu bekommen. „Und wann war sein letzter Termin?“ – „Auch am 06.12.2013“. „Ja das ist mir auch aufgefallen“ sagte ich schnell, griff wieder zur Hufzange nachdem ich Wishings Well Huf auf den Hufbock gestellt hatte. Es dauerte nicht lange bis ich zur Raspel greifen konnte und schließlich beim Hufmesser angelangt kam. „Wie sieht es mit den anderen Pferden aus, waren die alle im Dezember das letzte Mal?“ Sarahs Blick im Logbuch verriet mir das sie erst einmal nachgucken musste. „Leider Ja“, antwortete sie beschämend. „Okay Sarah, ich gehe davon aus das die Hufe nur zu lang sind, wir werden ja sehen.“
      Nun war mein Liebling an der Reihe. ‚Moonlight Shadow‘ ihn kannte ich bereits vom vorherigen Jahr, noch bevor Sarah umgezogen war. Er und Figaro waren beste Freunde und kannten sich schon seit der Jährlingszeit. Ich führte den Hengst durch die Stallgasse, begutachtete die Hufe und entdeckte eine brüchige Stelle im rechten Hinterhuf. „Ich würde den Huf ordentlich einpinseln“ empfahl ich ihr. Ehe ich den Huf mit Huföl bepinselte, kürzte ich ihn in die richtige Länge, raspelte ihn ordentlich und schnitt ihn mit dem Hufmesser aus. Nun pinselte ich die Hufe ein, damit sich keine weiteren Risse bildeten.
      „Hier“, Sarah übergab mir den Strick von Kürbis. Die Connemara Stute betrachtete mich neugierig. Mit einem sachten Stupser begrüßte sie mich. „Sie ist sehr schön“, bemerkte ich nebenbei, hob jeden Huf einzeln an und begutachtete sie mit kritischen Blick. „Hier ist alles in Ordnung“. Ich nahm wieder meine Zange aus der Schürze und kürzte die mittlerweile viel zu langen Hufe. Kürbis hielt still, schnupperte nur hin und wieder an meinen Rücken. Nachdem die Hufe gekürzt waren, nahm ich die Raspel um die Hufe in eine ordentliche Form zu raspeln. Anschließend schnitt ich sie mit dem Hufmesser aus und schnitt den Hufstrahl in die ideale Form. „Fertig!“
      Nach Kürbis folgte Scylla, auch eine Connemara Stute. Sie war weiß und hatte einen ausdrucksstarken Kopf. „Sie wird keine Zicken machen“ erwähnte Sarah. Ich nickte und begutachtete ihre Hufe. Wunden fand ich keine. „Sie lahmt auch nicht oder?“ – „Nein.“ Zufrieden griff ich wieder einmal zur Hufzange um die Hufe zu kürzen, anschließend zur Raspel und zum Schluss zum Hufmesser. Als ich jedoch am rechten Vorderhuf die Hufsohle ausschnitt, konnte ich einen tiefen Riss erkennen. „Die Hufe sind zu trocken, das hier sieht nicht so toll aus.“ Gab ich seufzend wieder. Deshalb strich ich die Hufe mit einem Lorbeeröl ein.
      „Hier ist Varulv“ ich begutachtete den noch jungen Hengst. Seine Ohren nach hinten gerichtet, sein Blick voller Neugierde. „Ist er immer so?“ ich deutete auf die Ohren, Sarah lachte bloß und sagte: „Nein nur bei dir Ty“ ich musste ebenfalls lachen. „Ihr seid beide einfach frech!“. Nachdem ich den Hengst durch die Stallgasse geführt hatte, wurde meine Vermutung bestätigt. Kein lahmen, keine Fehlstellung. Also hob ich seine Hufe nacheinander auf den Hufbock um ihn anschließend zu kürzen, zu raspeln und mit dem Hufmesser auszuschneiden. Doch beim Ausschneiden ließ mir Varulv keine Ruhe. Ständig zupfte er an meiner Schürze, oder schlug mit dem Schweif nach mir – bis ich ihm schließlich einen vielversprechenden Blick zu warf „Mach das noch einmal und du wirst zu Pferdefutter!“ Sarah wusste natürlich dass ich dies nicht ernst meinte. Nachdem Varulv endlich still stehen blieb, konnte ich die Hufe zu Ende ausschneiden.
      Nach Varluv folgte ein weiterer Hengst, diesmal ein Highlandpony. „Bei ihm brauchst du dir auch keine Gedanken machen.“ Warnte Sarah mich vor. „Und wann war der letzte Hufschmied Termin?“ – „Er hier war das letzte Mal im April 2014“ ich lächelte begeistert. „Das sieht man ihm an.“ Ich brauchte lediglich die Hufe raspeln und erneut ausschneiden. Die Hufzange wäre überflüssig gewesen und eine Korrektur nicht nötig. Pacino’s Yeal benahm sich fabelhaft. Dösend stand er in der Gasse, während ich die Vorderhufe im Angriff nahm, die Hinterhufe gab er ohne Mucken nachdem meine Hand sein Bein berührte.
      Nun kam die letzte Patientin vom Zuchtstall – nämlich Willow Maiden. Eine Connemara Stute die Varulv ziemlich ähnlich sah. Von mir jedoch, war sie alles andere als begeistert. „Hallo Willow!“ ich streichelte ihren Kopf. Sie wich zurück und musterte mich mit einem misstrauischen Blick. „Ich verstehe schon“ sagte ich grinsend, versuchte sie mit einigen Leckereien zu besänftigen ehe ich mich um die Hufe kümmerte. Diese waren ziemlich lang, dazu brauchte ich die Stute gar nicht mal durch den Stall führen. Also nahm ich die Hufzange, kürzte sie, raspelte sie anschließend schön förmig und schnitt sie mit dem Hufmesser aus. „Wieviel Uhr haben wir?“ fragte ich Sarah welche mir gerade Willow abnehmen wollte. „Ungefähr 20 Uhr, aber Ty! Lass dir Zeit, du kannst auch gerne morgen weiter machen, ich habe ein Gästezimmer.“ Dankbar nahm ich das Angebot an und verließ für heute den Stall.
      Am nächsten Morgen begab ich mich zum Hauptstall von Caed Crevan. Hier standen die Pferde von Sarahs Zuchtpartnerin. „Wir beginnen mit Eisblume“, sagte Sarah und führte mir die Stute vor. „Hufschmied Termin?“ fragte ich sie und blickte auf den starken Gang der Stute. „Noch im diesen Jahr – 07.01“ ich nahm ihr die Stute ab und band sie an der nächst gelegenen Putzstange fest. „Die Hufe sind mittelmäßig lang. Es sieht nicht schlimm aus.“ Sagte ich während ich die Hufe mit der Raspel bearbeitete. Anschließend schnitt ich die Hufe mit dem Hufmesser aus.
      Die nächsten Pferde auf der Liste waren Ikarus und Gwynbleidd. Ich übernahm beide im Anschwung, da das Raspeln, kürzen und ausschneiden wenig Zeit in Anspruch nahm. „Auch im Januar ?“ – „Ja“, Sarah führte mir die Pferde nacheinander vor. „Ok sieht doch schon Mal ganz ok aus“, also begann ich mit Ikarus, bei ihm kürzte ich die Hufe minimal, raspelte sie dafür umso mehr. Da die Hufe in die Höhe und nicht in die Länge gewachsen waren, Gwynbleidd hingegen benötigte die Hufzange, welche mir das Kürzen der Hufe um einiges erleichterte. Anschließend schnitt ich die Hufe der beiden Pferde aus. Die Beiden waren anscheinend an den Prozess eines Hufschmiedes gewöhnt, da sie schön still hielten.
      Green Tea war das nächste Pferd. Auch sie war eine schöne Highland Stute mit einer außergewöhnlich schönen Fellfarbe. Sarah erzählte mir dass sie im Januar das letzte Mal beim Hufschmied war. Ich schaute mir die Stute genauer an. Leider konnte ich erkennen dass sie eine Fehlstellung hatte. „Die Stute steht mit den Vorderbeinen zu weit nach innen“ Sarahs Stirn zog sich kraus. „Was machen wir denn da?“ – „Keine Sorge Sarah, ich habe Hufschuhe dabei die die Stute für einen Monat tragen kann. Dadurch geht die Fehlstellung etwas weg. Aber bevor ich die Hufschuhe anpasse, muss ich erst einmal die Hufe kürzen.“, denn die waren wirklich ziemlich lang geworden. Mit der Hufzange und einer Raspel bewaffnet, stürzte ich mich auf die ersten Vorderhufe. Die Stute blieb ruhig und lauschte lediglich den Vögeln im Dachgiebel. So konnte ich auch relativ schnell die Hufe in Form raspeln und ausschneiden. Nachdem die Hufe fertig waren, ging ich zu meinem Jeep um Hufschuhe aus der mobilen Schmiede zu holen. Anschließend passte ich sie an Green Tea’s Hufen an. „Wie gesagt, in einem Monat kannst du sie wieder abnehmen.“
      Nun unser vorletzter Patient aus dem Hauptstall. ‚Finlay‘ las ich vom Boxenschild. Als ich den Hengst aus der Box führen wollte, blickte er mich bloß starr an. „Komm schon mein Dicker“, sagte ich laut und zog am Strick. Dieser jedoch stemmte seine Beine in den Boden. „Das macht er öfters.“ Sagte Sarah seufzend, begab sich in die Box und versetzte dem dicken Highlandpony einen kleinen Klaps auf den Hintern. Finlay setzte sich in Bewegung. Zuerst ließ er sich gar nicht durch die Stallgasse führen, damit ich seine Hufe begutachten konnte, doch nach einigen Aufforderungen gab auch er nach. „Danke“ sagte ich zu Sarah, die mir half Finlay in Bewegung zu versetzen. „Er hat auch etwas lange Hufe, da kann ich aber nur mit einer Raspel dran.“, erklärte ich der jungen Frau und nahm das große, monströse Gerät. Finlay legte die Ohren an, als ich seinen ersten Huf auf den Hufbock auflegen wollte. Ich ließ mich jedoch nicht beeindrucken und raspelte einfach in raschen Bewegungen den Huf in Form. Nun musste auch Finlay sich eingestehen das es keine Chance hatte, sich mit mir anzulegen. Die restlichen Hufe ließ er über sich ergehen. Nach 15 Minuten konnte ich die Hufe ausschneiden „Wunden, oder Sonstiges habe ich keine entdeckt.“
      Zu guter Letzt, stand ich vor Abraham van Helsing. Ein Highland x Achal Tekkiner. Er hatte schon einige Erfolge gesammelt und sein Hufschmied-Besuch liegt auch schon einige Monate hinter ihm. „Er ist an allem gewöhnt.“ Ich nickte und führte den Hengst durch den Stall. Mit baumelden Ohren, trottelte er mir hinter her. Ich trieb ihn ein wenig, damit er mir nicht einschlief. „Mein Lieber, ich kann deinen Gang nur bewerten wenn du mir auch zeigst was du kannst.“ Und das tat van Helsing. Mit federnden Schritten trabte er über den Boden. „Ich erkenne keinerlei Probleme“ mein Blick war an Sarah gerichtet. Erleichtert nahm sie mir das Pferd ab, damit ich die Hufe raspeln und ausschneiden konnte. Auch hier zeigte der Hengst sich von seiner besten Seite. „Er hat sehr gute Manieren“, sagte ich freundlich, gab ihm einem Abschiedklaps und verließ den Hauptstall. „Nun die Fohlen“, Sarah führte mich zu den Fohlen und Jährlingen.
      „Die sieht aber schön aus!“ ich betrachtete die Shettystute Noomie. Noomie war schon einiges gewohnt, weshalb sie oft zur Freizeit eingesetzt wurde. „Die Hufe sind ein wenig hochgewachsen, aber nicht lang. Ich werde sie deshalb raspeln müssen.“, also griff ich nach meiner Raspel und hob den ersten Huf auf den Hufbock. Willig ließ sich Noomie die Hufe kürzen, damit ich sie anschließend ausschneiden konnte. „Ist sie nicht lieb?“, fragte Sarah mich mit einem verträumten Blick. Ich konnte ihr nicht wiedersprechen.
      My Hope, Nymeria – ebenfalls ein Shetty und im gleichen Alter wie Noomie. „Ihr Hufschmied Termin reicht bis zum Februar hinweg.“, erklärte mir Sarah und notierte einige Dinge in ihrem Logbuch. Da Noomie und Nymeria ständig zusammen sind, bestand ich darauf dass Sarah, Noomie neben Nymeria festhielt. In der Zeit konnte ich ganz schnell und einfach die Hufe in Form raspeln und ausschneiden, ohne das Nymeria Angst bekam, da Sarah erwähnte das ihr die Unsicherheit angeboren sei.
      „Begeben wir uns nun zu den Isländern“, Sarah führte mich zu einem Islandmix, welcher gerade mal 2 Jahre alt war. Sie war eine hübsche Stute mit einem weit zurückreichenden Stammbaum. Ihre Hufe waren in einem guten Zustand, der letzte Hufschmiedbesuch reichte gerade mal einen Monat zurück – so hatte mir Sarah erzählt. Also brauchte ich die Hufe nur grob raspeln und ordentlich auszuschneiden. Nachdem das getan war, konnte ich mich direkt zum nächsten Fohlen, beziehungsweise Jährling begeben. Nämlich Aesi. Ebenfalls 2 Jahre alt. Ihre Hufe waren auch im Nu gemacht. Auch wenn Ravenna sie motivieren musste nicht vor dem gruseligen Ding ‚Die Raspel‘ zu scheuen. Die kleinen Hufe ließen sich einfach ausschneiden, die Hufsohle war noch nicht voll ausgewachsen und die Hufe wiesen keine Risse auf. „Diese Jährlinge sind vollkommen gesund.“
      „Hier haben wir Luna. Luna ist Isländerstute. Bei ihr würde ich aufpassen, sie kann zickig sein. Ich habe sie gestern erst zu mir geholt, weshalb ich dir sehr dankbar wäre wenn du sie dir mal unter die Lupe nehmen würdest.“ Doch gleich beim ersten Versuch die Hufe annähernd anzuschauen, bleckte sie die Zähne und lehnte die Ohren nach hinten an. „Könntest du sie kurz halten?“ ich warf Sarah einen bittenden Blick zu, doch auch Sarah schien nicht gerade Erfolg zu haben. Schließlich entschied ich mich dazu ihr eine kleine TTouch Massage zu gönnen, damit sie sich entspannte und nicht vollkommen vertrauenslos in mich war. „Mach du bitte weiter, damit ich anfangen kann.“ Sarah massierte sie während ich mir ihre Hufe ansah. „Ich kann nichts erkennen“ sagte ich schließlich und nahm das Hufmesser. „Nicht zu kurz, nicht zu lang. Ich schneide jetzt nur etwas Hufsohle aus“.
      Unser vorletzter Patient war eine volle Überraschung für mich. Es war das Haflingerfohlen Omnia Lunara, welches wir dieses Jahr aus Bonito und Money gezüchtet hatten. „Und wie macht sie sich?“ Sarah lächelte mich an. „Prima! Die Hufe dürften auch völlig in Ordnung sein, oder?“ ich nahm den Strick des kleinen Fohlens und führte es kurz durch die Stallgasse. „Ja, aber ich kontrolliere sie zur Sicherheit nochmal genauer.“ Sarah hielt die Kleine fest, als ich jeden Huf einzeln abhob. Es bedarf an Motivation und Vertrauen damit die kleine Stute mir die Hufe willig gab – zwingen wollte ich sie zu nichts. „Ich kann nichts erkennen“ antwortete ich zufrieden und schnitt den Huf aus. Viel konnte ich jedoch nicht wegschneiden.
      Moon’s Pumpkin war mein letzter Patient. Es war das erste Zuchtfohlen aus Moon und Kürbis. Gleichzeitig der Spielgefährte von Lunara. Pumpkins Hufe sahen sehr gut aus, sie waren nicht zu lang. Dafür musste ich den Strahl zurecht schneiden, dieser war ein wenig verwachsen. Aber nicht problematisch. „Es ist völlig normal wenn der Strahl so ausschaut.“ Antwortete ich rasch, damit Sarah sich keine Sorgen machte.
      „So ich bin jetzt fertig!“ ich schüttelte die Hand der jungen Frau und ging zu meinem Jeep. „Vielen Dank für die Unterbringung, das Frühstück und vor allem – das Wiedersehen!“ lächelnd verabschiedete ich mich und fuhr davon … Richtung Heartland … zu meiner geliebten Amy.
      May 6, 2014
    • vampyrin
      Trainingsbericht #1

      Military A auf L
      Shorty Ausbildungscenter
      © Ofagwa


      ".. langsam ritt ich auf Ikarus in Richting Geländespringplatz. Seine Besitzerin, Ravenna immer neben mir und erzählte mir angeregt viel über den noch jungen Vollbluthengst." Er ist schon an die Hindernisse gewöhnt, lauft aber ohne Kopf und Verstand einfach durch, er ist zu halten aber es ist ein Akt für sich", sagte sie mir freundlich ," Ach mit dem Hitzkopf werden wir schon fertig", sagte ich nachdenklich, da Ikarus sich bis jetzt von seiner Schokoladenseite gezeigt hatte. Ich suchte mir einen recht "freien" und "geraden" Platz aus und trabte ihn im Kreise warm. " Ikarus kaute fleißig mit und glotzte schon beim Warmreiten alles an was sich bewegte, und auch alles was sich nicht bewegte, denn das könnte ihn ja auch fressen." er ist ziemlich guckig", sagte ich lachend als der Hengst einen Ast entdeckte. Ravenna grinste nur und beobachtete den Hengst. Nun ging es ans Eingemachte, ich ließ Ikarus galoppieren und ritt so gleich das Gelände ab, ich endeckte einen Steil aus Holzstämmen, der noch nicht all zu Hoch war, ich nahm Ikarus mehr auf und setzte mich in den Sattel, ich war froh eine Schutzweste zu tragen. Ikarus zog ordentlich an, ich zog etwas aggressiver an den Zpgeln und gab druck nach als er reagierte, schon achtete er ein klein wenig mehr auf mich und nahm den Kopf auch nicht mehr so sehr hoch. " Okay", sagte ich und gab ihm das zeichen zum abspringen, er machte es sehr gut udn ohne Fehler, nun ging es Bergauf, ich trieb ihn etwas und lehnte mich Minimal nach vorne, der Hengst ahtte zu kämpfen, war dies doch noch nicht alltäglich für ihn. Nun kam vor uns in geringer steigung ein Baumstam, über den mussten wir rüber. " Aufpassen", sagte ich mahnend zu dem übermütigen Hengst. Er sprang vorne schon fast vor freude hoch, und ich musste ihn allmälich bremsen. " Und Komm", sagte ich und gab ihm profilaktisch einen Schubs mit der Gerte. Schon Sprang der Hengst ab, ab jetzt ging alles einfacher, die Differenzen zwischen uns waren nun sozusagen geklärt und den Wassergraben bergab nahm er ohne murren und ohne Probleme. Jetzt ging es zu einer "Tribühne", er musste circa 70 Centimeter hoch springen, um auf das neue Plateau zu gelangen. Danach kamen noch einzelne kleinere Steilsprünge, danach ging es über einen Steil und "Platsch" ab ins Wasser, Ikarus lief artig durch das trübe Wasser, danach ging es bergauf in Richtung Ravenna.. " Er hat es sehr gut gemacht", sagte ich begeistert und blieb vor Ravenna stehen." Ich konnte einige Sprünge sehen, es sah sehr gut aus, nur beim Wasser war er ja zunächst nicht so begeistert", sagte sie lachend und ich grinste. Schon befanden wir uns auf dem Rückweg in richtung Stall .."
      Jul 22, 2014
    • vampyrin
      Unverhofft kommt oft
      © Ravenna

      Nachdem sie mich ins Krankenhaus verfrachtet hatten, wurde ich dort nach und nach wach – die Narkose hatte man mir nur gegeben Aufgrund des besseren Transportes. Am Abend hatte ich einen ganzen Cocktail an Tabletten erhalten, die ich ohne Widerstand zu mir genommen hatte – nun standen da also drei Leute vor mir. Ein grobschlächtiger Kerl namens Dr.Warren, eine der Schwestern sowie einem Assistenzarzt deren Name mir sofort wieder entfallen war. „ Es handelt sich bei ihnen um eine Eileiterentzündung, die sie sich höchst wahrscheinlich eingefangen haben als ihnen die Spirale eingesetzt wurde.“ Innerlich rollte ich die Augen, spürte jedoch wie mir die Hitze in die Wangen zu steigen begann bei seinen Worten. Von dieser Aktion hatte ich Cayden nichts erzählt, wollte ich doch um jeden Preis verhindern schwanger zu werden. Es war nicht einfach nur die Tatsache, das ich Kleinkinder nicht ausstehen konnte – meine eigene Mutter war einfach so miserabel gewesen, dass ich so etwas keinem Antun wollte, denn der Apfel fiel ja bekanntlich nicht weit vom Stamm. Ein geschielter Blick zu Cayden herüber ließ mir jedoch keinen Aufschluss über seine Gefühlsregung. „Ihr ohnehin niedriger Östrogenspiegel begünstigte das Entstehen einer Entzündung enorm, doch auch der späte Arztbesuch trug dazu bei das es möglicherweise zu einigen Komplikationen darunter auch Unfruchtbarkeit kommen kann“ Während irgendwo tief in meinem Inneren etwas zu zerbrechen schien, war da ein viel größerer Teil der sich beherrschen musste kein Lächeln zu zeigen. Von meinem Freund irgendwo links von mir jedoch kam ein schlecht unterdrücktes einziehen der Luft, ihm schien diese Tatsache ganz und gar nicht zu gefallen. Mein Blick ging von den Ärzten zu den auf meinem Bauch verschränkten Händen, die Medikamente verhinderten das ich jeglichen Schmerz verspürte, der Arzt hatte die gesamte Zeit weitererzählt und bei einem Wort schoss mein Kopf ungläubig in die Höhe. „Was?“ fragte ich mit beinahe quietschender Stimme. Dr. Warren zeigte ein Lächeln, wiederholte dann noch einmal was er während meiner Unachtsamkeit erwähnt hatte „Sie werden die nächsten zwei Wochen hier behandelt um sie unter Kontrolle zu haben damit die verabreichten Antibiotika sie und ihrem Fötus nicht schaden“ Fötus genau jenes Wort war es gewesen, welches mir jegliche Farbe in meinem Gesicht genommen hatte, als ich es bereits das erste Mal gehört hatte, doch selbst jetzt nach einer Wiederholung wollte die Tragweite dieser Worte nicht in meinen Kopf dringen. Mit nicht zu wenig schockiertem Blick starrte ich den drei Personen hinterher, die soeben mein Krankenzimmer verließen. Merklich spürte ich wie mein Herz schneller zu schlagen begann, wie sich meine Gedanken zu drehen begannen. Mai…Beltaine…..der Brand auf Heartland – Cayden und ich waren da gewesen „Oh Götter“ murmelte ich vor mir her. Ob es wohl Ironie des Schicksals gewesen war? Beltaine war nicht nur das Fest des Feuers, sondern auch der Fruchtbarkeit. Die darauf folgende Zeit hatte ich Amy unterstützt, mich in meine Arbeit gestürzt und war dann auch noch aus Schottland verwiesen worden. Während der ganzen Zeit hatte ich keinen Besuch erhalten, war mir das nicht schon zuvor aufgefallen? Dann schüttelte ich den Kopf, der Arzt hatte mir doch gesagt – nach dem einsetzen der Spirale konnte es zu einer Unregelmäßigkeit in meinem stetigen Zyklus kommen. Mit zitternden Händen fasste ich mich an die Stirn, stütze meinen Kopf, nur um meinen Händen etwas zu tun zu geben. Während der gesamten Zeit hatte auch Cayden still, ja beinahe versteinert auf dem Stuhl neben mir gesessen, kein Ton schien von meinem stillen Nordmann zu kommen. Dann griff er nach meinen Händen, deren Finger begonnen hatten mir die Schuppenflechte blutig von der Kopfhaut zu pullen, nahm mich in eine seiner so vertrauten Umarmungen, erst dann begannen die Tränen zu fließen – ob aus purer Verzweiflung oder vor Glück konnte ich in diesem Augenblick nicht sagen.

      2 Wochen später
      Meine Eileiterentzündung war abgeklungen, dem Baby und mir ging es gut, doch so wirklich mit dem Gedanken angefreundet das ich nun wirklich schwanger war konnte ich noch immer nicht. Unser Leben auf dem Hof ging erst einmal wie gehabt weiter. Meinen Besuch bei Maren musste ich vorzeitig absagen, hatte ihr jedoch versichert, dass sobald Hansi Zeit hatte er sich um ihren Hengst Peeta kümmern würde. Nur zwei Tage nachdem ich das Krankenhaus verlassen hatte, ging es zusammen mit Cayden auf eine Körung mit Gwynbleidd, wenn er es auch lieber gesehen hätte ich wäre zu Hause geblieben. Wirklich geredet über unsere derzeitige Lage hatten wir bisher nicht - die Entzündung der Eileiter, die späte Diagnose hatte tatsächlich zu einer Unfruchtbarkeit geführt, weshalb auch die Schwangerschaft Risikohaft sein würde. Obwohl ich mit niemandem darüber sprach, so hatte ich noch immer den absonderlichen Gedanken das Kind zu verlieren…..ich würde eine schreckliche Mutter abgeben – denn ich spürte schon jetzt einen Hass in mir auflodern der nicht allein gegen das Kind in mir selbst gerichtet war. Doch jetzt war die Körung an der Reihe, versuchte mich so wie immer zu geben um meine düsteren Gedanken in mir gefangen zu halten.
      „Du solltest viel öfter in Turnierklamotten umher laufen!“ flüsterte ich Cayden ins Ohr, heute würde er auf Gwynbleidd seine erste Körung bestreiten „Naja, so toll find ich das jetzt nicht“ lachte er und stellte den Fuß in den Bügel und schwang sich auf den Rücken des Schimmelhengstes. „Auf eine gelungene Kür“ feuerte ich ihn an. Dann huschte ich an die Seitenbande, bewaffnet mit Fotoapparat um alles festzuhalten. Im Schritt ging es für beide auf den Platz, Gwyn war heute ein wenig schneller unterwegs, denn auf einem Turnier oder einer Körung war er lange nicht gewesen. Bei X hielten die beiden an – die Kür hatten wir gemeinsam erarbeitet, denn ich hatte daran besonders Spaß. Ursprünglich war geplant gewesen, dass ich reite, doch wegen der unerwarteten Schwangerschaft war dies heikel gewesen. Ich beobachtete wie Cayden die Richter grüßte, die Zügel wieder richtig aufnahm und der Mittellinie bis zu ihrem Ende folgte, nach links ab bog und anschließend antrabte. Im Training hatte Gwyn bewiesen, das er auch in der Dressur eine angenehme Figur machen konnte, sogar einen tollen Aufwärtsgalopp zeigte. Wobei jedoch seine wahre Begabung eher in der Distanz lag. Cayden brachte Gwyn ein wenig in die Anlehnung, der Schimmelhengst zeigte auch gleich was ein Vollblüter war – hob den Schweif beiseite, blähte die Nüstern auf und ein brummendes Geräusch hallte über den Platz ganz als wolle der Hengst verkünden „Hier kommen wir!“ Als nächstes ritten sie auf den Zirkel, der Hengst bog wundervoll den Hals, was unsere Arbeit nun wirklich Früchte tragen ließ. Aus dem Trab angaloppiert auf die Bahn gewechselt anders wie sein Partner Ikarus preschte er nicht los sondern zeigte einen ruhigen Kanter. Seine Beine schienen kaum den Boden zu berühren, der Sand wirbelte kaum auf und ich schien in einer Art Tagtraum gefangen zu sein als ich die beiden beobachtete. Anschließend ließ Cayden Gwynbleidd wieder etwas ruhiger durch die Bahn traben. Noch einmal kurz die Seite wechseln den Richtern so die Möglichkeit geben ihn von allen Seiten zu sehen. Anschließend folgte noch ein kurzer Galopp auf der ganzen Bahn – und in den Ecken immer wieder einen Zirkel damit die Wendigkeit des Hengstes zur Geltung kam. Dann fanden sich Pferd und Reiter wieder bei X ein, grüßten die Richter und am langen Zügel kamen sie wieder zu mir an den Ausgang des Platzes. „Das habt ihr Klasse gemeistert!“
      Danach hatten wir den Schimmelhengst ordentlich versorgt, Cayden war wieder in seine normale Arbeitskleidung gestiegen und wir waren wieder in Richtung Caed Crevan gefahren – die Ergebnisse würden wir erst in ein paar Wochen erhalten. „Geht es dir gut?“ fragte mich Cayden – einer der Fragen die er mir in letzter Zeit stets zu stellen begann, eine jener Fragen die ich schon jetzt nicht mehr hören konnte. Auch wenn ich es versuchte nicht allzu sehr zu zeigen, unser Verhältnis schien irgendwie angekratzt zu sein…dabei war ich jedoch diejenige die sich Katzenartig und kratzbürstig verhielt. Ich war in einer Situation gefangen, der ich nicht länger zu entkommen vermochte.?
      Die nächsten Tage strichen dahin, die Vorbereitungen für das einfangen von Bucks waren in vollem Gange – Little Grey war rossig, also konnte es endlich los gehen!?
      Am folgenden Tag trottete ich zusammen mit der Stute in den eigens dafür konstruierten Korral, an einem Balken war die Stute angebunden, dieser befand sich in einem kleineren Areal das Bucks, sollte er in den größeren Bereich gehen nicht betreten konnte. Per Knopfdruck ließ sich das Tor des großen Areals verschließen und wir hatten den Hengst endlich wieder in unserer Gewalt. Ich band die Stute an den kleinen Balken – das kleine Areal besaß einen Gang nach draußen, sodass ich ohne Probleme später mit der Stute nach draußen konnte. Wir postierten ebenfalls Futter und Wasser in den Korral um anschließend auf die Anhöhe hinter den Büschen zu gehen. Der Wind stand günstig so konnte er uns nicht wittern – Aiden, Kathi und Hansi befanden sich im Sattel, seit ungefähr zwei Wochen hielt sich Bucks in der Nähe des Hofes auf. Mit viel Lärm und zusammen mit den Hunden wollten wir ihn in diese Senke treiben, zu gern hätte auch ich im Sattel gesessen.
      Dann kamen die Geräusche der anderen immer näher und dann zum ersten Mal seit über vier Wochen sah ich meinen Hengst wieder einmal, wie er über die Anhöhe getrottet kam – jegliche Energie schien aus ihm gewichen zu sein. Die starken Regenfälle der letzten Tage, die abendlichen Gewitter schienen ihn mitgenommen zu haben. Sein Körper schien eingefallen, seine Hufe waren deutlich zu lang und die Mähne schien ebenfalls nicht mehr zu retten. Als er den Duft der Stute in seine Nüstern bekam schien sein altes Ich für einen Moment in ihm aufzuflackern. Deutlich zeigte sich wie er zu humpeln begann, doch nur wenige Momente später fiel das Tor hinter ihm ins Schloss. Erleichtert atmeten Cayden und ich auf, wir trotteten die Anhöhe langsam herunter, schon jetzt sah ich das verschmierte rot an den Abzeichen an seiner Kehle. Ich schlug mir die Hände vor den Mund „Oh mein Gott“ wisperte ich – das war beinahe etwas zu viel in letzter Zeit. Da kam auch schon Hansi in einem rasenden Tempo auf Ikarus die Anhöhe hinunter, schon von weitem begann er zu erzählen „ Etwa eine Stunde den Strand hinunter haben wir einen toten Wolf gefunden, die Spuren eines Kampfes sind wegen dem Regen nicht mehr zu sehen gewesen. Aber dem Wolf wurde der Kopf zerschmettert, nach dem wie er schon verwest ist, würde ich auf drei Tage schätzen. Es gab rund um den Ort noch andere neue Spuren, ein erwachsener und mindestens zwei Welpen laufen hier noch herum, der Mutter jedoch hat Bucks den gar aus gemacht.“ Damit lächelte er ein wenig gewinnend, ehe sich sein Blick auf den verletzten Hengst heftete. Seine linke Hinterhand zeigte deutliche Kratzspuren der Krallen der Wölfe, die versucht hatten ihn so irgendwie zu Fall zu bringen. An der Kehle befand sich eine zwar nicht tiefe, aber sehr breite Bisswunde – der Wolf hatte immer wieder den Halt verloren und hatte nachbeißen müssen. Auch die rechte Seite zeigte vereinzelte Kratzwunden, mit dem rechten Vorderbein lahmte er stark, auf die Entfernung schien auch dort eine Bisswunde zu sein. Alles in allem stand Bucks vollkommen apathisch da, nährten wir uns jedoch unnötig dem Zaun des Korrals wurde er leicht unruhig, bleckte in unsere Richtung die Zähne und man konnte die Kratzwunden an seinen Nüstern erkennen. Sofort fingerte ich nach meinem Handy, „Maren, hey…wir haben Bucks gefangen! Er wurde von Wölfen attackiert, sah aber bereits vorher schon nicht gut aus“ erzählte ich ihr halb schluchzend.
      Aug 14, 2014
    • vampyrin
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    Himmel - ungepflegte Pferde
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    31 Aug. 2015
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  • Ikarus

    Abstammung
    Muskat x Saphira
    _____________________________

    Exterieur
    Rasse Englisches Vollblut

    Geschlecht Hengst
    Geboren 2008
    Stockmaß 1,69m

    Fell Grau mit Birdcatcher-Spots
    Gencode Ee aa Gg

    Die Heterozygotie des Extension-Genes verdeutlich, dass Ikarus auch Füchse zeugen kann. Außerdem ist er ein Rappschimmel und trägt das Grey-Gen heterozygot – es werden also nicht alle Nachkommen Schimmel werden. Die Punkte sind eine interessante Anomalie des Grey-Gens – eine Scheckung konnte bei ihm nicht festgestellt werden.
    _______________________________

    Charakter & Beschreibung

    Ikarus ist ein temperamentvolles Vollblut mit ordentlich Feuer unterm Hintern. Wenn er rennt lässt er sich von seinem Reiter kaum noch etwas sagen und gibt sich alle Mühe jedes Rennen zu gewinnen. Ikarus besitzt einen unglaublichen Ehrgeiz, sodass er auch oft zurückgehalten werden muss damit er sich nicht selbst überanstrengt.
    _______________________________

    Zuchtinfos
    Zuchtzulassung vorhanden

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    HK 461

    Zucht Freigegeben als Deckhengst
    (Anfragen per PN oder Profilpost)
    Decktaxe -

    Nachkommen
    Primo Victoria
    Merino
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    Besitzdaten
    Besitzer vampyrin
    Ersteller/VKR vampyrin

    Wert 3840,-
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    Ausbildungsstand
    Reitweise Englisch

    Eignung Military

    Distanz E
    Dressur E
    Military E A L M S

    Springen E A
    Galopprennen E A L

    Turnier, Training


    Training
    [+] am Boden gearbeitet
    [+] anlongiert
    [+] eingeritten
    [-] eingefahren

    [-] Anfänger geeignet
    [+] Geländesicher

    Zirzensik Plié, Kompliment, Flehmen

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    1. Platz - 233. Militaryturnier
    2. Platz - 214. Galopprennen, 228. Militaryturnier
    3. Platz - 235. Galopprennen, 330. Sprinturnier
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    SW 397, SW 343, SW 330, SW 318, ZSW 308

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    PNG | PNG ohne Mähne | Puzzle-PNG