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Iceflower

Iceflower
sadasha, 10 Feb. 2017
    • sadasha
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      Fahren E-A | Oktober 2015

      Iceflower|Fahrausbildung E ->A|by Catalina|6845 Zeichen

      „Jetzt nicht!“, fauchte ich schon fast Danielle an. Ihr älterer Bruder Collin warf mir mein Handy zu. Gekonnt fing ich es auf, drückte auf 'Annehmen' und drängte mich an den streitenden Geschwistern vorbei in den Flur. „Catalina Dixon, Ausbildungsbetrieb Olsen, guten Tag?“, grüßte ich leicht hapsig. Eine melodische Frauenstimme meldete sich. „Aah, Ms Facer, stimmt. Die Boxen sind bereits vorbereitet. Wir warten nur noch auf Sie und die Pferde.“, sagte ich. Jill, wie ich sie nennen sollte, gab Bescheid, dass sie in einer Viertelstunde mit Iceflower und Mr Raw Depression ankommen würde.

      Collin schaufelte altes Heu auf den Misthaufen, Danielle wirkte eifrig, mir bei den Boxen noch kurz zu helfen. Kein Wunder, durfte sie doch bei Mr Raw Depression mithelfen, auch wenn er kein Deutsches Reitpony war. So vergingen die Minuten sehr schnell, und ein geräumiger Transporter hielt auf unserem Parkplatz. Ein junger Mann stieg aus, lief dann rasch zum Beifahrersitz und half seiner Beifahrerin in den Rollstuhl. „Jill, Hunter! Schön, Sie kennenzulernen!“, ich gab den beiden die Hand und stellte ihnen dann Danielle und Maxine vor. „Wenn Sie möchten, zeige ich Ihnen die Anlage. Derweil werden die Beiden untergebracht, und morgen beginne ich mit Fleur.“, erklärte ich ruhig, als Jill mich nach meinem Vorhaben fragte. Jetzt wurde ich richtig wach und schaute mir die beiden Pferde genauer an. Die Jungstute mit der außergewöhnlich hübschen Fellzeichnung hatte ich direkt ins Herz geschlossen, ebenso den Hengst, der keine Scheu zeigte, als er von den Weiden her herausfordernd von meinem Knabstrupper angewiehert wurde. Ray blieb cool.


      Die Besitzer/Reiter blieben noch zum Abendessen, da ihr Flug erst um neun Uhr abends gescheit ging. Genauso wie ich waren sie nicht unbedingt begeistert von der dünnen Tomatensuppe mit Crôutons, die zwar herrlich duftete, aber kaum Geschmack hatte. „Eine sehr interessante Auswahl an Pferden bietest du, Catalina.“ „Stimmt, aber die Berber und die DRPs sehen vielversprechend aus.“, pflichtete Hunter seiner Kollegin bei. Ich nickte nur dankend und besprach dann mit den Olsens den weiteren Ablauf des Trainings. Dann begleitete ich Jill und Hunter zu ihrem Wagen, wünschte eine angenehme Heimreise und einen guten Flug. Ich blieb noch einen Moment draußen, um den bunt gemischten Gewieher der Pferde zu lauschen.

      Gemeinsam mit Collin zog ich das Ponygespann vor den Stall. Für die zierliche Stute war das gerade noch passend, und heute ging es nur an das Angewöhnen an das Geschirr und das Gewicht der Kutsche im Allgemeinen. Danielle war emsig wie eine Biene und hatte das Pony schon geputzt und mit kleinen Äpfel von der Apfelwiese gefüttert (auch wenn das nicht unbedingt notwendig war). „Morgen Fleur!“, flötete ich gutgelaunt, als Danielle die Stute auf den Vorplatz des Stalles führte. Iceflower brummelte, als ich ihr Maul kraulte und ihr dann das Gespann zeigte. Sie wirkte weder begeistert noch interessiert, an dem Karren und den Lederriemen zu schnuppern und sich davon zu gewissern, dass sie ungefährlich waren. Tatsächlich sah es eher so aus, als würde sie bereitwillig davon ausgehen, dass alles okay war. So dauerte es nur einige Minuten, bis auch die Peitsche den Test bestanden hatte und ich damit anfangen konnte, sie vor die Kutsche zu spannen. Eventuell könnte ich sie heute Abend auch vor das Zweiergespann mit Arcany setzen, doch erst musste ich die Gurte anlegen. Jetzt zeigte sich, dass die scheinbare Gleichgültigkeit mehr Schein als Sein war; Fleur stampfte mit den Hufen, und brummte. Collin beruhigte sie ein wenig. Dadurch dass sie schon an Zaumzeug und Co. gewöhnt war, hatte man mir viel Arbeit abgenommen. Ein Kribbeln in meiner Nase lenkte mich ab. Rasch beugte ich den Kopf, nieste auf den Boden und murmelte eine Entschuldigung, die auch an Fleur gerichtet war, denn sie schaute mich entgeistert an. „In Ordnung. Dani, geh mit ihr einige Schritte, damit sie sich daran gewöhnen kann. Nach und nach werden wir die Gurte anpassen. Schließlich soll sie keine Druckstellen bekommen.“ Dani nickte eifrig und schnalzte mit der Zunge, damit Iceflower los lief. Zögerlich setzte sie Huf um Huf, drehte den Kopf, um vielleicht einen Blick auf das dunkelbraune Ding hinter ihr zu werfen. Währenddessen putzte ich mir die Nase und beobachtete ihren Gang. Die Tobianostute senkte den Kopf und zuckte mit den Ohren. Trotzdem machte sie ihre Sache gut; bei wenigen Pferden, die gerade erst eingeritten wurden, zeigte sich ein solches Potenzial, und schon nach einer Stunde konnte sie mit angepasstem Geschirr über den Platz laufen. Schließlich durfte sie eine lange Pause einnehmen, bekam wieder ein paar Äpfelchen und genoss die restliche Zeit auf dem Paddock.


      Über die nächsten zweieinhalb Tage setzte ich das Training locker an. In diesem Fall bedeutete das, längere Strecken im Schritt zu schaffen und das auch mit Gewicht. Ein Glück war Collin ein Leichtgewicht; Iceflower machte ihre Sache gut. Mit Spaß zog sie den Karren über die kleinen Wege des Hofes, bis wir uns auch auf die Straße trauten. Vorsorglich lief ich neben ihr her; ich hatte keine Ahnung, ob sie vorbeifahrende Autos mochte oder nicht.

      Fleur war leicht verschwitzt. „Na, Lust auf eine Dusche?“, fragte ich eher rhetorisch. Die Dusche war dringend nötig; also standen wir eine halbe Stunde später am besagten Platz mit sämtlichen Utensilien. Iceflower hatte am warmen Wasser Gefallen gefunden. Leider nur eine halbe Viertelstunde dauerte der Wasserspaß, ehe es für sie dann unter das Solarium und anschließend auf die Weide ging.



      Zufrieden mit mir selbst und dem Pony vor mir lenkte ich die Kutsche zielsicher auf den Dressurplatz. Die fahrbegeisterte Stute zeigte im Trab ihr starkes und doch feinabgestimmtes Exterieur und achtete auf meine Zügelhilfen. Die Peitsche lag neben meinen Füßen, da die Stute auch ohne diese locker trabte und das Tempo steigerte. Ein Wagen fuhr auf den Parkplatz. Mit zusammengekniffenen Augen erkannte ich die Besitzerin des Ponys und schirmte meine Glubscher vor der Sonne ab. Ja, auch in England gab es mitten im Oktober sonnige Tage – und das bei 20°! Was ich super, die Anwohner aber schrecklich fanden. Gut, meine 'Ammenmärchen' von 38° im Sommer glaubte mir bislang noch keiner, aber für mich waren diese 20 Grad durchaus angenehm. Iceflower wieherte einmal, als sie ihre Besitzerin erkannte. „Ich hatte euch gar nicht so früh erwartet!“, rief ich mit einem Blick auf meine Armbanduhr. „Es ist kurz nach halb vier. Wir sind ein bisschen spät gekommen, tut mir Leid.“ Schon so spät!? „Oh, ich habe die Zeit verschlafen, Jill. Aber Fleur ist so ein umgängliches Pony, da kann man die Zeit doch vergessen, oder?“, fragte ich lächelnd und stieg dann vom Kutschbock ab. Jill pflichtete mir bei, und folgte uns dann, damit ich ihr zeigen konnte, was Mr Raw Depression alles konnte.

      Fahren L-M | November 2015

      ~17.11.2015~
      Fahrtraining L-M

      Bevor ich mit Golden Samurai, Pearl und First von Rothen zu Catalina fuhr...

      "Ty würdest du mal bitte kommen ?", rief ich über meine Schulter hinweg - in der Hoffnung das Ty mich hören konnte. Ty, welcher sich in der Futterkammer befand, war mit seinen eigenen Kram beschäftigt und konnte mich somit nicht hören. Ich seufzte, drehte mich um, um schließlich nach Ty zu suchen. "Tyy!", rief ich durch den Stall - "Amy ? Was ist ?", er wirkte überrascht. "Hast du dich um die Boxen gekümmert ?", heute sollten drei Trainingspferde ankommen, welche für die nächste Kür fit gemacht werden sollten. "Ich habe die Boxen ausgemistet und war gerade dabei das Futter zu holen". Ich gab ihm einen Kuss, als Zeichen meiner Dankbarkeit. "Wir müssen echt mal jemanden finden der deine Arbeit übernimmt. Sonst bleibt uns ja niemals etwas Zeit für uns beide" er lächelte müde.

      Auf dem Hof hörte man bereits einen größeren Transporter einfahren. Es waren Jill K. Facer und Hunter Crowley. Als Hunter vor den Ställen anhielt, half er seiner Cousine aus dem Auto. Die knapp 30 jährige wunk mir zu, was mein Herz einen Satz höher schlugen ließ. Ich kannte die beiden noch nicht persönlich, bis jetzt hatten wir uns lediglich über emails ausgetauscht. Von daher war ich um so aufgeregter die Beiden endlich zu sehen. Jill war mir schon auf Anhieb sympathisch - sie war eine der wenigen, die trotz meines jungen Alters nicht an meiner Arbeit zweifelte. "Huhu Jiiill!" rief ich laut und strahlte über beide Ohren. Ich reichte ihr die Hand und stellte mich vor "Amy Fleming, am besten bringen wir erst einmal die Pferde unter, danach kann ich dich ja mal Rum führen. " - "na da sag ich doch nicht nein", antwortete Jill. Ty half Hunter und nahm Iceflower und Denila ab, während Hunter Princess Samsa führte. Schnell stellte sich heraus, welche von den drei Pferden am schwierigsten zu händeln sein würde. Princess hob den Kopf, blähte die Nüstern weit auf und gab schrilles Wiehern vom sich. Dabei weigerte sie sich abrupt nur einen Schritt weiter zu gehen. Ich wartete ab und beobachtete Hunter, in der Hoffnung zu sehen, wie man in einer solchen Situation mit Princess umgehen sollte. Hunter versetzte ihr einen klaps mit dem Strick und zuppelte in kurzen Abständen daran um die Stute aufzufordern weiterzugehen. Und tatsächlich, Princess machte einen großen Schritt nach vorn. Ich ging voraus und zeigte den Gästen die zukünftigen Boxen ihrer Pferde. "Wir besitzen einen eigenen Stall für Trainingspferde, die Boxen sind schon frisch zurecht gemacht. Die Weide für die Trainingspferde befindet sich auch hinter dem Stall." stolz deutete ich mit meiner Hand auf die geräumigen Holzboxen. "Sehr rustikal ", sagte Hunter schmunzelnd. "Aber nun gut", ich öffnete die Boxentür und beobachtete Hunter dabei, wie er Princess in die Box verfrachtete. Währenddessen führte Ty Iceflower und Denila in ihre eigenen Boxen. "Nun, die drei sollten sich für heute erst einmal ausruhen. Wenn ihr mich begleiten würdet", ich führte die beiden in unser kleines Farmhaus und machte ihnen am Esstisch platz. Lou reichte ihnen die Hand, ihre braunen Augen strahlten richtig vor Freude. "Wollt ihr Tee oder Kaffee trinken ?", fragte Lou durch den Raum. Ty meldete sich natürlich als erstes, "Ich nehm einen Kaffee, Jack möchte glaube ich auch.", grummelnd bestätigte Jack, dass Ty richtig lag. Schließlich meldete sich Hunter zu Wort. "Ich probiere heute mal einen Tee, Jill hätte auch gerne einen". Ich setzte mich zu ihnen am Tisch und ging den Trainingsvertrag durch. "Hier bitte einmal unterschreiben.... und dort bräuchte ich auch noch mal deine Unterschrift, danke !". Wenige Minuten später reichte uns Lou einen Rooibus-Tee. Meine Lieblingssorte. Gemütlich plauderten wir noch eine Weile, ehe Jill und Hunter wieder abreisten.
      "Macht es gut! Bis demnächst!", rief ich den beiden zu. "Siehst du Ty, hat doch zeitlich perfekt gepasst", sagte ich erleichtert. Kurz darauf traf auch schon Adriana van Helsing ein, sie war unsere Stammtierärztin und versorgte die Haflinger fast monatlich. Letztens hatte ich mit Adriana über Sir Outlaw gesprochen. Ein fuchsiger Trakehner Hengst. Adriana war am verzweifeln, weil er manchmal echt ein Sturkopf sein konnte, dabei musste er doch für die Zucht fertig gemacht werden. Also erklärte ich mich bereit ihn zu trainieren, gegen ein wenig Hilfe auf Heartland. Adriana willigte ein und war nun auf den Weg mit Sir Outlaw. Ich begrüßte die Tierärztin freudig, nahm ihr den Hengst ab und führte ihn - wenn auch mit Schwierigkeiten, in die frisch gemacht Box. Im Trainingstall blickte Iceflower ihn neugierig an, ein Hengst sieht man schließlich nicht alle Tage. Damit Adriana den weiten Weg nicht umsonst gefahren ist, kümmerte sie sich noch um Sunshine Shadow, Bonito, Calla, Nachtigall, Small Joker, Samie, Money in a Bank, Nimué, Meike und Mrs. Pretty. Leider mussten wir feststellen, dass Bonito bereits den grauen Star entwickelte, aber irgendwann musste es ja dazu kommen. Da wir heute noch zu Catalina fahren, bzw. teilweise fliegen wollten. Würde es eine lange Reise werden, weshalb wir wahrscheinlich erst morgen ankommen würden. Also machten wir uns jetzt schon auf den Weg und verabschiedeten uns von Adriana, welche noch ihren Sachen packte. Lou würde noch ein Weilchen mit ihr reden ehe sie sie gehen lassen würde.
      Ty verlud nur noch die drei Pferde in den großen Transporter und setzte sich schließlich an das Steuer.

      Nachdem wir bei Catalina waren....

      Nachdem ich mich von Catalina, Dani und Oscar verabschiedet hatte und mit Ty vom Hof fuhr, überkam mich glatt ein wenig 'Heimweh' - aber nicht nach Heartland, nein ganz im Gegenteil. Die letzten Tage waren wirklich aufregend und vor allem erholend. "Hast ja komische Freunde Amy", sagte Chase in einem scharfen Ton und grinste schelmisch, als hätte er gerade einen guten Witz gemacht. Soraya blickte ihn mit großen Augen an, aber auch ich drehte mich über den Beifahrersitz hinweg um ihn nahezu entgeistert anzublicken. "Sag mal, was ist dein Problem Chase !?", Ty der am Steuer saß versuchte sich zu konzentrieren. Chase blieb kühl und zog seine Brauen hoch, in einem völlig arroganten Ton sagte er bloß "Na, hast du gesehen wie unfreundlich die sind ? Und wirklich berühmt scheinen die ja jetzt auch nicht zu sein". Ich fauchte ihn wütend an "Du tickst wohl nicht richtig !! Catalina ist eine der besten Trainerinnen die ich kenne ! Wenn nicht sogar besser als ich! Hast du dich schon mal angesehen Chase ? Du bist ein egoistisches Arsc...", Soraya wirkte ein wenig aufgelöst, blickte mich flehend an und sprach mir ins Wort "Bitte regt euch ab!", ich konnte ihr Verhalten nachvollziehen, immerhin war Chase ihr Freund. Doch brachte ich es nicht über mein Herz, Soraya die Wahrheit über Chase zu erzählen. Triumphierend grinste Chase mich an, als hätte er gerade im Lotto gewonnen - Soraya zu liebe blieb ich jedoch ruhig. Ty wütete innerlich - seine Gedanken brodelten, was er doch alles am liebsten Chase angetan hätte. Als ich mich umdrehte um den Streit ein Ende zu mache... "VORSICHT REH!", entgeistert schrie ich Ty an, nun erkannten auch meine 'Freunde' auf der Rückbank, dass wir Ty vollkommen abgelenkt hatten.

      Quietschende Autoreifen, eine Vollbremsung, ich duckte mich blitzartig und spürte nur noch wie das gewaltige Tier auf die Kühlerhaube und schließlich in die Windschutzscheibe einschlug. Ich richtete mich in Zeitlupe auf, blinzelte immer noch erschrocken und tastete meinen Körper ab. "Seit ihr alle Ok ?", sagte ich kleinlaut - immer noch geschockt. Soraya schluchzte leise, wurde aber gleich schon von Chase beruhigt. Ty, welcher neben mir saß blutete am Kopf. "Ty ? TY !", das Reh ist durch die Windschutzscheibe geflogen, sodass der Kopf teilweise im Auto hing. Ty saß bewusstlos auf dem Fahrersitz. Ich schnallte ihn schnell ab und kletterte aus der Beifahrertür. Schnell hechtete ich zur Fahrerseite um ihn mir genauer anzusehen. Ich fasste seinen Kopf, suchte nach weiteren Verletzungen - konnte aber beruhigt feststellen, dass es nur eine Schnittwunde am Kopf war, welche durch eine Glasscherbe verursacht wurde. "Soraya ruf bitte einen Krankenwagen an !". Als wäre der Streit von eben vergessen, griff Soraya zu ihrem Handy und wählte die 112.

      Mein Handy klingelte. "Amy, oh Gott sei Dank ist euch nichts passiert !", es war Lou welche außer sich war. "Ich war gerade gelandet und wollte Golden Girl aus dem Hänger holen, als Jack mich anrief, dass ihr im Krankenhaus seit". Lous Stimme nach zu urteilen, hörte sie sich an, als hätte sie einen Marathon hinterlegt. "Alles gut Lou, Ty war nur bewusstlos. Gott sei Dank nichts schlimmes. Es geht ihm wieder besser. Fahr zu Catalina und geb ihr bescheid, dass wir noch mal zurück kommen", antwortete ich in knappen Sätzen, denn der Akku meines Handys schrumpfte auch immer mehr. "Hab dich lieb", sagte ich ihr noch schnell ehe ich auflegte. Ich griff nach meinem Handy, da es noch etwas wichtiges zu erledigen gab. In meiner Kontaktliste wählte ich Jack aus, meinen Großvater. Es dauerte eine Weile bis er dran ging. "Jack Bartlett von der Heartlandfarm" - "Jack ! Du weißt ja was passiert ist, heute schaffen wir es jedenfalls nicht nach Hause. Es ist wichtig, dass die Pferde und vor allem die Trainingspferde versorgt werden. Außerdem müssten Suburb Lights, Faster, Iceflower, Bear Totem's Denali und Princess Sansa trainiert werden. Hmm, ich weiß dass du das nicht kannst Jack... Lou ist auch nicht da... Mallory könnte sich um Suburb und Iceflower kümmern, Bubi habe ich letztens erst eingefahren - da sollte es keine Probleme geben, die Beiden müsste einige Runden an der Kutsche laufen." da kam mir ein Einfall, Dad war ja auf der Rennbahn beschäftigt, also konnte er sich um Faster und Denali kümmern. Schnell teilte ich meine Idee am Handy mit. Jack klang weniger begeistert, was aber daran lag, dass er Tim nicht leiden konnte. Das war mir jedoch egal. "Grandpa das ist wirklich wichtig ! Sag Caleb er soll sich um Princess kümmern, fahren... er ist am erfahrensten, Princess kann nämlich manchmal stur sein. Achja, da wäre noch was! Könntest du Ben anrufen, er sollte Sir Outlaw in Dressur und Amsterdam Girl in Springen trainieren ? Die Stute müsste noch für das nächste Turnier flott gemacht werden und Ben kommt einfach am besten mit sturen Pferden zurecht" - "Ja liebes, jetzt seh lieber zu, dass du eine Bleibe für heute Nacht findest."

      Als Ty einige Stunden später entlassen wurde, fuhren wir nach Cambridge zurück. Der Mietwagen mit dem wir den weiten Weg zurück fuhren, stellte sich als sehr teuer raus, was auch daran lag, dass er einen großen Transporter ziehen musste. Catalina staunte nicht schlecht als wir wieder ankamen, offenbar waren wir etwas schneller als Lou. "Was ist denn mit euch passiert ?", fragte sie lächelnd - "Wildunfall", entgegnete ich knapp. "Lou sollte gleich da sein, sie bringt Golden Girl mit". Nun kam auch Oscar an "Kommt, ich helfe euch beim verladen der Pferde... die müssen bestimmt hungrig und durstig sein....". Drinnen in Catalinas Wohnung saßen wir beisammen und aßen zu Abend, Chase blieb irgendwie außergewöhnlich ruhig. Woher der Sinneswandel ? Als ich gerade meine Nudel in den Mund stopfte, klingelte es an der Tür. "Das ist Lou!", sagte ich etwas lauter und stand auf, voller Freude meine Schwester wieder zu sehen. Ich umarmte sie nachdem ich die Tür öffnete: "Gott sei Dank ist euch nichts passiert", sagte sie noch mal - nach dem Autounfall meiner Mutter, war eben nichts mehr wie es früher einmal war.

      Währenddessen auf Heartland...


      Jack hatte Mallory bescheid gegeben, dass sie sich um Bubi und Iceflower kümmern sollte. Also striegelte sie die beiden Pferde, bevor sie sie an die kleine Kutsche spannte. Sowohl Bubi als auch Fleur waren erfahren genug um zu wissen was sie zu tun hatten. Jack half dem Mädchen beim aufspannen und schlug schließlich vor selber mit zu fahren. Das war wahrscheinlich gar nicht mal so eine schlechte Idee, da Mallory einfach viel (!) zu jung war. Sie hatte zwar Erfahrung im Springreiten, aber gefahren ist sie bis jetzt nicht oft. Jack setzte sich schließlich auf die Kutsche und drückte Mallory die Peitsche in die Hand. "Nun, es ist ganz einfach, du nimmst die Zügel auf und treibst die Pferde erst einmal an." Bubi bemerkte jedoch, neben wem er überhaupt stand. Der kleine Haflingerhengst stellte seine Ohren auf und versuchte die junge Stute zu beschnuppern. Jacks lautes Machtwort jedoch ermahnte ihn, sodass sich der Hengst wieder zu konzentrieren begann. Mallory schwang liebevoll die Peitsche, wodurch die Pferde einen Schritt nach vorne wagten. "Lass uns die gewöhnliche Waldstrecke entlang fahren. Das sollte für ein Pferd mit mittlerem Niveau ausreichen. Das junge Mädchen lenkte die Pferde an den Wegesrand, sollte jemand entgegen kommen. Nach 10 Minuten konnte sie nun rechts in den Wald abbiegen. "Wir sollten später an Tims Rindern vorbeikommen, wir reiten praktisch einen Rundweg". Nachdem die Pferde warm gelaufen waren, trieb Mallory die Beiden ein wenig mehr an. Im Trab flogen sie über den Waldboden hinweg, Bubi und Fleur waren mit Schreckmomenten vertraut, weshalb der 'Ausritt' auch durch den Wald ging und nicht auf dem Reitplatz. Bubi schnaubte angestrengt, aber auch Flower hatte ordentlich zu kämpfen. "Mallory, das machst du sehr gut", Jack wusste wie man einen motivieren konnte, denn das Mädchen strahlte über beide Ohren hinweg. Sie ließ die Pferde einige Minuten lang traben, ehe sie wieder Schritt gehen durften. nach einer halben Stunde hielten sie schließlich an, um den Pferden eine Pause zu gönnen. Jack reichte Mallory ein Sandwich, welches er zuvor eingepackt hatte. Da konnte Mallory nicht nein sagen, sofort griff sie danach und verschlang es gierig. "Mensch Jack! Ich hatte vielleicht einen Hunger ! Du bist meine letzte Rettung", schwärmte sie begeistert. Die Pferde tranken währenddessen aus einem kleinen Bach um sich etwas zu kühlen. Nachdem sich alle ausgeruht hatten ging es schließlich weiter. Es dauerte nicht lange als Mallory an der Rinderwiese entlang fuhr. Bubi blickte die großen, gehörten Rinder mit großen Augen an, er wollte glatt einen Sprung zur Seite machen, doch blieb er stattdessen stehen. War auch gescheiter von ihm. Als er merkte das Iceflower völlig ungeniert nach vorne blickte, trottelte er schließlich weiter neben ihr her. Mallory musste nur noch an Feld und Weiden vorbei, bis sie auf der Heartlandfarm ankam. "Hat doch super geklappt!", lobte Jack sie und half ihr bei den beiden Pferden. Iceflower wurde eingedeckt und schließlich in die Box gestellt. "Morgen früh kann sie wieder auf die Weide".

      Ben, Lisas Neffe stand bereits im Stall und sattelte Sir Outlaw. Er hatte den Hengst absolut unter Kontrolle. Ben war ein sehr erfahrener Reiter, doch Amy war nicht immer mit ihm einer Meinung. Während Lisa mit Jack im Wohnzimmer saß, zu Mittag aß und einen Kaffee trank - ritt Ben den Hengst auf den Platz warm. Jack erzählte ihr von Mallorys ersten 'Fahrstunde' und wie er ihr dabei geholfen hätte. Schade das Amy nicht da war, um die Beiden zu sehen. Da Jack und Lisa sich nur am Wochenende sahen, war es immer etwas besonders. Nachdem Outlaw warm war, trabte Ben im starken Trab auf den Hufschlag. Outlaw jedoch war gar nicht in guter Stimmung, er war ja auch nicht zu Hause. Ben jedoch blieb ungeniert und trieb ihn weiter an, gab ihn einen kleinen Klaps mit der Gerte und blieb im Körper gestreckt. Nun trabte der Hengst in federnden Schritten über den Platz, ritt einen Zirkel, anschließend durch die halbe Bahn und eine kleine Volte. Ben trieb den Hengst energisch an, Outlaw riss den Kopf in die Höhe und schnaubte angestrengt. "Los Junge, stell dich nicht so an!", Ben war wirklich eiskalt wie ein Fisch. Aber sein Pferd Red bewies, dass es ihm trotz seiner Methoden voll und ganz vertraut. Gut es gab Momente wo Amy ihm weiterhelfen musste - aber im großen und ganzen gehorschte ihm Red auf's Wort. Outlaw kam gar nicht erst dazu sich zu wiedersetzen. Also senkte er den Kopf und galoppierte in einem weichen, ruhigen Galopp auf den Zirkel. Nachdem er sich gefangen hatte und Ben die Zügel lockerer lassen konnte, machte er durch die Ecke kehrt und parierte ihn in den Trab. "Eine Traversale kannst du bestimmt noch nicht oder ?", murmelnd testete er alle möglichen Hilfen für die Dressur, aber vergebens - Outlaw wusste echt nicht was Ben von ihm wollte. Also stieg er ab, nahm die Gerte und half dem Pferd. Ben übte die Bewegungen, die Outlaw auszuführen hatte wenn er im Sattel saß. Natürlich musste Outlaw ihn austricksen und wollte glatt ein Reißaus machen. Doch Ben griff schnell nach den Zügeln, trieb ihn zurück und brachte ihn auf seinen Ursprünglichen Platz. "Stell dich nicht so an!", mahnte er den Hengst und arbeitete anschließend an die Traversale weiter. Für das nächste mal sollte man es vom Sattel aus probieren.
      Nach einer halben Stunde Arbeit und einer halben Stunde Training, brachte er Outlaw zurück in die Box und griff sich anschließend Amsterdam Girl. Girly sollte im Springen trainiert werden, Amy hatte die Wochen zuvor mit ihr gearbeitet, also musste Ben nur noch die Hindernisse aufstellen und das machen was er am besten konnte. Wieder ritt er die Stute warm ehe er sie springen ließ. Anschließend taxierte er einfache Trabstangen und begann mit niedrigen Steilsprüngen. Als Girly nun warm genug war, probierte er es mit einem Oxer. Leider hatte sie zu viel Geschwindigkeit drauf, weshalb ihr eine Stange zu Boden fiel. Also sprang Ben erneut vom Pferd ab und hob die Stange wieder auf. Girly blieb brav stehen. Er versuchte es erneut. Diesmal zügelte er die Stute ein klein wenig, passte den Moment an und verlagerte sein Gewicht nach vorne. Mit einem Satz war der Haflinger über den Oxer hinweg, ohne auch nur die Stange zu berühren. Der Junge lobte die Dame und ritt den restlichen Parcours mehrmals ab.

      Tim jedoch hatte Faster und Denila bereits abgeholt. Er fuhr die beiden zur Rennstrecke in Alberta. "Hallo Janice", begrüßte er seine schlanke, wirklich attraktive Freundin. Janice Wayne war ein Jokey und wirklich sehr erfahren in ihrem Beruf. Leider war sie mehr auf Geld aus. "Wow, die sehen ja wirklich richtig gut aus!", Janice bewunderte Faster "Die hier hat schon viel Erfahrung gesammelt, kann das sein ?" - Tim nickte. "Amy hat vor sie mir zu verkaufen. Ich glaube mit ihr hier könnten wir einige Gewinne ernten. Aber das hier ist Denila, ein Trainingspferd. Sie sollte später auch auf Rennen starten. Könntest du die Beiden für mich flott machen ?". Janice nickte, küsste Tim schließlich innig und begab sich auf den Weg zum Rennstall. Tim gab ihr noch einen kleinen Klaps auf ihren Hintern, ehe er ihr folgte. Faster und Denila standen angebunden vor dem Rennstall, während Tim Denilas Fell seidig bürstete, begab sich Janice mit Faster auf die Rennbahn. In einer Übungsstartbox, wartete sie darauf bis man ihr die Tür öffnete... und dann mit einem Mal, schoss Faster aus der Box und preschte am Zaun entlang. Janice zügelte sie erst ein mal, sodass sie nicht ihre ganze Energie unnötig verpowerte. In einem angenehm schnellen Galopp stürmte Faster auf die Kurve hinzu. Janice zügelte sie ein klein wenig weiter, und gab nach der Kurve ordentlich nach. Nun zischte die Stute wie von der Tarantel gestochen über die Bahn hinweg, sie streckte ihren Körper und schnaufte begeistert. Als Janice die Zielgerade sehen konnte, trieb sie das Vollblut mit der Gerte ein klein wenig an, sodass es an Geschwindigkeit zunahm. Es war wirklich erstaunlich, dass sich die junge Frau auf das Pferd halten konnte. Völlig verschwitzt und außer Atmen kamen sie am Ziel an und wurden immer langsamer. Als Janice sie schließlich zum stehen brachte, fragte sie einen Mitarbeiter nach der Zeit. "68 Sekunden, Eine Minute und acht Sekunden". Janice hob erstaunt die Augenbrauen. "Diese Stute ist der Wahnsinn ! Die hat echt was drauf !!", begeistert berichtete sie Tim von der Zeit... Zukunftspläne eröffneten sich bereits den Beiden. Nun war jedoch Denila an der Reihe. Tim half Janice in den Sattel und führte sie zur Rennstrecke. Denila müsste eine kürzere Strecke laufen, sie war schließlich noch nicht so weit wie Faster. Nach dem Startsignal preschte auch sie über die Bahn. Deutlich langsamer als Faster, aber dazu war sie ja da - um trainiert zu werden. Janice gab ihr Zügel, damit sie sich schön strecken konnte und an Tempo zunahm. Im Gegensatz zu Faster musste Denila nicht so weit galoppieren, darum näherte sich die Zielgerade relativ schnell. Janice gab ihr die Gerte um schneller zu werden, die Stute arbeitete brav mit und begann ebenfalls zu schwitzen. Denilas Zeit betrug 84 Sekunden. Sie müsste daher noch sehr gefördert werden, ein Fortschritt war jedoch garantiert. Denila wurde nach einer weiteren Runde, welche sie diesmal mit 76.1 Sekunden abschloss eingedeckt. Das war immerhin eine Verbesserung von 7.9 Sekunden und somit schon ein Erfolg. Tim kümmerte sich um die Pferde, während Janice sich in ihrem Wohnwagen umzog. Er verabschiedete sich mit einem Kuss und fuhr Faster und Denila zurück zur Heartlandfarm. Unterwegs traf er auf Caleb an, welcher mit Princess zu kämpfen hatte.

      Caleb saß auf einen kleinen Sulky, an dem Princess Sansa gespannt war. Sansa war eine dickköpfige Prinzessin, die offenbar Freude daran empfindet, ihren Reiter das Leben zu erschweren. Als Tim - manchmal ein richtiger Dummkopf, auch noch begann zu hupen, preschte die Stute mitsamt des Sulkys an der Straße entlang. Beinahe war sie so schnell wie Tim mit dem Anhänger, indem sich Faster und Denila befanden. Caleb war glücklicherweise sehr erfahren, was Zicken angeht - Ashley, seine verlobte war ja wohl das beste Beispiel. "WHOO", er zog schnell an den Zügeln, redete beruhigend auf die Stute ein und ließ sie schließlich im Schritt die Straße entlang gehen. Sie wirkte sehr aufgescheucht, was man nicht gerade als positiv empfinden konnte. Prinzessin hatte ihn sowieso den ganzen Weg über ausgetrickst und verarscht. "Bin ich froh wenn Amy wieder da ist", murmelte er genervt und versuchte wenigstens etwas Kontrolle über die Stute zu bekommen. Er ließ sie antraben, sodass sie etwas Energie verlieren konnte. Dabei zuppelte er leicht an den Zügeln, damit sie ihren Kopf senkt - dies tat er sobald sie ihren Kopf in die Höhe riss um ihn zu ärgern. Nur noch wenige Meter und er erreichte die Farm. Caleb war wirklich aufgebracht, dass ausgerechnet er mit dieser Zicke arbeiten musste. Aber beim putzen war sie natürlich der Engel auf Erden! Er beschloss morgen erneut mit ihr zu arbeiten, damit das Training nicht völlig für die Katz war. Nachdem er die Stute abgedeckt in die Box gestellt hatte, kontrollierte er die Heunetze, ob sie auch gefüllt seien. Bis zum morgen sollten sie ausreichen, Caleb begab sich schließlich in die Futterkammer um etwas Mash anzurühren. Er mischte Baldiranwurzeln und Melissenblätter in Princess Eimer. Diese sollten gegen Nervösität wirken und die Stute ein wenig beruhigen. Caleb wusste die Wirkung der Heilkräuter nicht von alleine, denn Amy hatte einen kleinen Zettel an ihrer Box gehangen. "Sollte sie mal wieder bockig werden...", las er noch mal vom Zettel ab. Zu guter Letzt, kümmerte sich Caleb um die Haflingerfohlen Figaros Schattenfalter, Picola und Mirabella. Er brachte sie von der Weide in den Stall und deckte sie mit warmen Stalldecken ein. Da es nun immer kühler wurde, war es gerade für die Fohlen von Bedeutung, eine Decke zu tragen. Schnell durchwuschelte er Mirabellas lockige Mähne und zog den dreien die Halfter aus, welche er an der Boxentür aufhing. Nachdem er kurz die Stallgasse durchgekehrt hatte, schaltete er das Licht aus und verabschiedete sich von Jack. "Danke das du uns geholfen hast ! Nimm dir diese Woche einen Tag mal frei", sagte Jack voller Dankbarkeit. Caleb lächelte auf einmal putzmunter "Wow ! Dann kann ich was mit Ashley unternehmen", antwortete er begeistert und ging zu seinem Truck. Daraufhin fuhr er zu seinem Wohnwagen nach Hause, wo ihn Ashley bereits erwartete. "Du bist heute aber spät dran", sagte sie etwas kühl. Caleb ließ sich von ihrer Art nicht stören, gab ihr stattdessen einen warmen Kuss und entgegnete glücklich "Dafür hast du mich für diese Woche einen Tag lang nur für dich!". Dass sich Ashley über seine Aussage freuen würde, wurde sofort deutlich. Sie quietschte begeistert und fiel ihrem Verlobten um den Hals. "Ich liebe dich Caleb!"

      24.411 Zeichen | © Jackie

      Fahren M-S | Dezember 2015

      Fahrtraining M-S
      30.12.2015
      Da Amy und Ty weiterhin in Cambridge waren, musste Jack nach einer Lösung suchen. Caleb, er und die Mädels konnten die Farm niemals alleine managen.
      „Guten morgen Hunter!“ begrüßte ich den jungen Mann freundlich. Ich kratzte mir kurz an meinen Schnauzer, ehe ich mich zur Kaffeemaschine begab. „Kann ich dir auch was anbieten ?“, er blickte mich halb verschlafen an. „Ja gerne“. Ich schüttete ihm den schwarzen Kaffee in die Tasse, welche er in die Hand nahm um sich aufzuwärmen. „Morgen Jill“, begrüßte er seine Cousine. Jill lächelte munter. „Du bist so ein Morgenmuffel!“, ich musste lachen – diese Frau war so sympathisch. „Ist alles ok bei dir? Du siehst so geschaffen aus“, fragte Hunter mich mit einer sorgsamen Miene. „Naja, es gibt so viel zu tun. Wir brauchen das Geld. Ich muss mich irgendwie mal umhören, wir benötigen dringend einen zweiten Stallburschen und am besten auch einen Trainer.“ Ich ging durch die Küche, grübelte und ließ mich schließlich vor dem Fenster nieder. Draußen war es schneeweiß. Der Boden glitzerte, Eiskristalle zierten das Küchenfenster. „Scheint als hätte es aufgehört zu schneien“, Hunter blickte in meine Richtung. „Prima ! Zu Hause gibt es nämlich noch einiges zu tun“.
      Nachdem sich Hunter und Jill verabschiedet hatten, wand sich Jack an mich „Ich bin jetzt in der Stadt, vielleicht lässt sich jemand im Maggies Diner finden. Du weißt ja was du zu tun hast“. Ich nickte und verließ das Farmhaus. Im Stall angekommen, brachte ich erst einmal die Pferde auf die Weide. Es war unfassbar ruhig auf den Hof, jetzt wo niemand da war – ja es war gar schon ein wenig beängstigend. Schließlich begab ich mich in den Trainingsstall, in dem Iceflower und Princess Sansa neugierig mit den Ohren spitzten. „Ich habe gehört, ihr wollt heute trainiert werden?“, fragte ich die Beiden schmunzelnd und führte die Pferde nacheinander aus der Box. Auf der Gasse putzte ich sie gründlich, ehe ich ihnen das Geschirr umlegen konnte. Nach knapp einer Stunde konnte ich die Reitponys an dem Zweigespann fest machen. Ich freute mich um ehrlich zu sein die Zwei im Gelände zu reiten. Es war schönes Wetter und die Pferde waren immerhin an der Kutsche gewöhnt. Was sollte da schon schief gehen? Darum beschloss ich die Pferde an der Straße entlang zu reiten. Im Wald würde die Kutsche eher stecken bleiben, außerdem sind die Pferde auf der Straße schneller. Ich prüfte meine Jacke, zog mir die warmen Handschuhe an und setzte mir eine wollige Mütze auf. Anschließend prüfte ich ob das Geschirr der Ponys richtig saß und auch an der Kutsche ordentlich befestigt wurde. Nachdem ich auch die Peitsche gefunden hatte, konnte ich unbesorgt losfahren. „los!“, sagte ich schnalzend und schwang liebevoll das lange Bändel. Die Ponys bewegten sich im Schritt vorwärts, ihre Hintern wackelten nebeneinander im Takt, was mich auf eine Idee brachte. „Whoo“, rief ich. Ich lief schnell in den Stall und fand wonach ich gesucht hatte. Amy hatte mal für das letzte Weihnachten einige Glöckchen gekauft, die man leicht am Geschirr befestigen konnte. Es ähnelte zugleich einem Gelassenheitstraining, schließlich konnten so kleine Glöckchen auch beängstigend sein. Ich stellte mich vorerst vor die Pferde und klingelte sachte mit den Kügelchen. Sansa spitzte die Ohren, wollte zuerst scheuen, doch ich beruhigte sie ganz schnell wieder. Fleur jedoch hatte heute wohl einen angenehmen Tag. Sie schnupperte neugierig an den Glöckchen und erhielt darauf eine Belohnung. Nun musste auch Sansa an ihnen schnuppern. Vielleicht würde auch sie etwas bekommen. Und tatsächlich, ich streckte meine Hand flach aus und lies der Stute den einen Leckerbissen.
      Nun konnte es jedoch losgehen. Ich fuhr rechts am Haus entlang, Richtung Alberta. Auf den Weg in die Stadt, klimperten die Pferde fröhlich vor sich hin. Manchmal hatte es etwas richtig Gutes in Kanada zu leben, die Straßen waren heute komplett frei, sodass man sich gut und ungehindert fortbewegen konnte. Nachdem die Pferde warm gelaufen waren, ließ ich sie an der Kutsche antraben. Auch wenn Princess wenig Lust hatte, schwang ich immer wieder die Peitsche neben ihr, um sie an ihre ‚Pflichten’ zu erinnern.
      „Oh sind die Süß!!“, riefen mehrere kleine Kinder mir entgegen. In Alberta war ziemlich viel los, alle mussten noch Geschenke kaufen, wollten im Café einen heißen Kakao trinken und eine Grundschulklasse war auch gerade auf einem Ausflug. „Gehen wir nachher Schlittschuh laufen?!“, rief ein kleines, blond-gelocktes Mädchen einer älteren Dame entgegen. Wahrscheinlich die Lehrerin. „Aber natürlich doch, Sarah – dafür sind wir doch hier“, sie lächelte mir entgegen als sich die Ponys bemerkbar machten. „Bloß ruhig bleiben“, murmelte ich den Pferden zu. Bei einer solch großen Horde an Kindern, konnten Pferde schnell nervös werden. Gerade Iceflower begann nun zu tänzeln. Also beschloss ich lieber abzusteigen, um das Pferd zu beruhigen. „Alles gut“, sprach ich ihr sanft zu. Als auch die Lehrerin erkannte, dass die Pferde solch einen Trubel nicht gewohnt waren, rief sie die Kinder energisch zurück. „Muss das sein? Die sind doch sooo süß!“, quängelte ein kleiner Junge, dessen Mütze größer war als der Kopf. Ich führte die Pferde an den Kindern vorbei ehe ich wieder in den Wagen stieg.
      „Caleb?“, hörte ich auf einmal eine weibliche Stimme neben mir sprechen. Ich drehte mich überrascht um und erkannte Amys Gesicht. „AMY!“, dass ich erleichtert war wie nie zuvor, konnte man nicht überhören. Sie lachte amüsiert und setzte sich neben mir in die Kutsche. „Na, hast du uns vermisst?“ – „Natürlich! Aber jetzt sag mal, wie kommt’s das du auf einmal hier bist?!“, Amy stieg noch mal aus, anscheinend hatte sie etwas vergessen. Beim gehen rief sie mir zu „Es hat endlich aufgehört zu stürmen. Da konnten wir fahren. Warte ich muss noch eben Jack bescheid geben“. Jack bescheid geben? Also wusste er doch bescheid… war klar. Keine fünf Minuten später, war Amy wieder da und nahm mir die Zügel ab. „Mensch, das habe ich vermisst!“, - „Wenn das so ist, kannst du mir ja gerne Arbeit abnehmen“ ich funkelte sie belustigt an und lehnte mich in den Sitz zurück. Nun saß Amy am ‚Steuer’. Amy trabte die Straße entlang nach Millarville, unterwegs begegnete uns Jack. Er fuhr langsam neben uns her und kurbelte das Fenster runter. „Ich habe übrigens eine super Neuigkeit für euch!“ "Ja ? ist das so ? Jack willst du nun, dass wir fragen was diese wäre ?". Er lachte und fuhr davon. "Verdammt, jetzt hat er mich tatsächlich neugierig gemacht", gab ich brummelt von mir. "Wir sind ja gleich da!", sagte Amy. Iceflower gab schnaufende Geräusche von sich, scheint so als ließe die Ausdauer nach. "Na, dann können wir ja sicher gehen, dass wir sie heute ordentlich gefördert haben".
      Zu Hause angekommen gab Amy den Beiden ein Leckerchen, nachdem sie sie eingedeckt hatte. Iceflower und Princess durften sich nun in der Box entspannen und sich dem warmen Heu widmen. Nun, da sowohl Amy als auch ich vor Neugierde platzten, gingen wir schnurstracks auf Jack zu um ihn zu fragen was denn diese Neuigkeit wäre. Neben Jack stand ein kleiner Junge. "Hallo...?", fragte Amy ihn verwundert. Er schien ungefähr in Mallorys Alter zu sein, vielleicht sogar ein bisschen älter. "Ich bin Jake, ich werde später mal ein richtiger Cowboy", sagte er schmunzelnd und rückte seinen Hut zurecht. Ich grinste breit, während Amy sich den Mund zu halten musste um nicht laut los zu lachen. "Was denn ?", hakte er nach. Nun meldete sich Jack zu Wort. "Jake ist der Sohn von den Andersons. Diese bilden Springpferde aus. Da Jake sich sehr für Pferde interessiert, habe ich ihm ein Praktikum angeboten, so gesehen ein kleiner bezahlter Minijob". Jake grinste zufrieden. "Von dem Geld werde ich mir später Reitstunden nehmen... für Roping". Ich zog die Augenbrauen nach oben. "Echt ? Na da kannst du gleich mit mir kommen, ich gebe dir auch die erste Stunde umsonst". Seine Augen funkelten vor Begeisterung. "ECHT ?", ich lachte. Er war ja doch ein richtig knuffiger. "Klar, wieso auch nicht".
      "Wer kommt denn jetzt noch ?", Jack peilte aus dem Fenster hinaus und sah ein Auto auf den Hof fahren. "Sieht aus wie Tims Wagen.", Amy ging aus dem Haus um ihren Vater entgegen zu gehen. "Was ist los Dad ?"
      -"Faster und Pearl müssen trainiert werden."
      "Wenn du die beiden Vollblüter trainierst, nehme ich Bear Totem's Denila mit. Sie sollte heute auch noch trainiert werden." Tim nickte, wies seine Tochter jedoch darauf hin, dass keine 3 Pferde im Hänger passen würde. "Keine Sorge, ich fahre mit unserem Hänger mit", so dürfte das Problem gelöst wurden sein. Ich berührte Amys Schulter, und fragte sie: "Willst du Lana nicht mitnehmen ? Sie wirkt heute sehr Temperamentvoll".
      -"Danke für den Hinweis Caleb, das wäre eine gute Idee."


      Auf der Rennbahn angekommen ließ Amy und Tims Freundin Janice die beiden Vollblüter Faster und Bear Totem's Denila gegeneinander laufen. Faster war schon erfahrener als Denila, weshalb die Stute sie mit mehreren Pferdelängen auf halber Strecke überholte. Da Amy weniger Erfahrung als Janice hatte, ritt sie auch auf Hunters Vollblut. Trotzdem schlugen sich die Pferde gut, schließlich konnte man sie nicht richtig miteinander vergleichen. Nach der Runde blickte Amy zu ihrem Vater und fragte ihn nach der Zeit.
      "Denila 73.3 Sekunden, besser als ihre letzte Zeit" - "Wie war denn ihre letzte Zeit ?", fragte Amy nach. "Letzten Monat betrug sie 76.1, Denila macht sich ganz gut! Fasters Zeit beträgt 62.4 ! Auch sie hat sich echt verbessert ! Das sind immerhin 6 Sekunden Unterschied. Kann aber auch sein, dass sie heute einen extrem guten Tag hatte.." Amy lächelte begeistert. "Ich würde sagen, sie hat sich für das nächste Turnier qualifiziert. "Das würde ich aber auch behaupten", antwortete Tim begeistert. Als nächstes waren Lana und Pearl dran. Pearl war so gut wie auf den selben Stand wie Lana, darum konnten die beiden gut gegeneinander laufen. Diesmal ritt Janice Pearl und Amy die Haflingerstute Lana. Die Beiden Pferde mussten eine kurze Strecke laufen, weshalb die Zeit auch etwas kürzer war als bei den Vollblütern. Lana schaffte die Strecke in 66.4 Sekunden, es war etwas langsam aber keine schlechte Zeit. Wie aber auch zu erwarten war die Araberstute schneller als der Haflinger. Mit 57.3 Sekunden holte Pearl die Stute auf ganzer Länge ein. "Wir müssen auf jeden Fall weiter trainieren, die Araberstute hat gute Chancen."

      -

      Währenddessen auf Heartland. "Jack, ich bin Sir Outlaw trainieren", der ältere Mann drehte sich schnell zu Mallory "Nein, das verbiete ich dir - du bist zu unerfahren für Outlaw.", -"Ok, dann trainier ich eben Windsor!", antwortete das junge Mädchen eingeschnappt. "Mach das ...", grübelte Jack "Outlaw darf nur von Amy trainiert werden". Mallory schnappte sich Windsor und ritt ihn auf den Reitplatz warm. Anschließend ließ sie ihn einige Figuren reiten, gab ihn Hilfen und Paraden und ritt schließlich eine Traversale. Windsor war wirklich excellent was das Dressurreiten anging, aber man konnte ihn noch weiter trainieren. Jack schaute ihr dabei zu "Lass ihn eine Passage machen", rief er Mallory zu. "Wie mach ich das ?", fragte das Mädchen, Jack erklärte es ihr und staunte nicht schlecht als der Hengst genau wusste was er zu tun hatte. "Das machst du super Mallory". Amy wird ihn wohl noch ein wenig weiter trainieren müssen, aber es ist gut wenn du auch ein bisschen mehr lernst. Jack zwinkerte ihr zu.

      Als Amy wieder zurück war, pflegte sie Sir Outlaw ehe sie ihn sattelte. Dann stellte sie Hindernisse auf den Reitplatz auf um einen Parcours zu erstellen. Im Schritt ritt sie ihn warm, trabte anschließend und ritt mehrere kleine Trabstangen an. Outlaw sollte üben seine Beine zu heben um sich an die größeren Hindernisse zu gewöhnen. Der Hengst sträubte sich und schlug mit dem Schweif aus, stolperte dabei mehrmals über die Stangen, er machte es Amy schwer. Amy trieb ihn weiter und sprach ihn Mut zu, half jedoch nichts. Nun ging der Hengst stur Rückwärts und schmiss den Kopf in die Höhe. "Outlaw!", Amy legte eine Pause ein, trieb ihn anschließend wieder an. Mit viel Mühe schaffte sie es den Hengst über die Stangen zu bringen. Nun lobte sie ihn, klatschte seinen Hals und ließ ihn wissen, dass er sich brav benommen hat. Später schaffte es Amy sogar den Hengst über mehrere kleine Hindernisse springen zu lassen. "Ich weiß du wirst noch Fortschritte machen", flüsterte sie ihm zu, nachdem sie ihn abgesattelt und in die Box gestellt hatte. "Irgendwann wirst du noch ganz lieb...vielleicht sollte ich es mit einem Join Up versuchen...".
      12.545 Zeichen | © Jackie

      Fahren S-S* | Januar 2016

      19.01.2016
      Fahrttraining S-S*


      "Na komm!", forderte Amy die Ponystute auf. Iceflower spitzte mit den Ohren und streckte den Kopf nach ihr aus."Du musst dich schon bewegen", das Mädchen grinste amüsiert, Iceflower wusste anscheinend was sie von ihr wollte. Als die Stute mit den Kopf schüttelte und sich von Amy abwand, stampfte sie schließlich auf Iceflower zu um ihr das Halfter überzuziehen. "Deine Freundin können wir gleich mitnehmen", im schnellen Schritt ging sie auf Princess Sansa zu. Die Stute quietschte laut, schlug kurz aus und peste davon. "Vielen Dank auch!", rief Amy ihren Hintern zu. "Sieht so aus, als wären wir erst einmal alleine...", sie rieb Iceflowers Stirn, und tächelte ihren Hals. Princess blickte neugierig von der Wiese auf Amy runter. Dort oben stand sie, als wäre sie die Königin in der Herde. "Tu mal nicht so", rief Amy hoch. Schließlich trabte das leicht aufgekratzte Pferd zum Mädchen runter. "Hey Amy, was hast du vor?", es war Mallory die am Zaun stand. "Ich wollte mit den Pferden durch die Siedlung fahren." -"Voll cool ! Und gerade jetzt im Schnee...", Mallory vollkommen begeistert, bittete Amy sie mitzunehmen. "Ich weiß nicht Mallory...." -"Doch ! Du weißt, nämlich das ich mitkomme"... Mallory hatte ein Talent sich selbst einzuladen. Amy hatte wohl keine andere Wahl. "Wenn du mitkommen willst, mach dich nützlich - nimm Princess und mach sie im Stall fertig. Sie drückte ihr das Halfter in die Hand und führte die Porzellanscheck-Schimmel-Stute in den Stall um das braun-gelb-weiße Fell wieder zum strahlen zu bringen. Zwischen den Boxen angebunden, stand die Stute schließlich in der Gasse um ordentlich verwöhnt zu werden. Amy legte ihr anschließend das Geschirr an und half Mallory ebenfalls dabei. Die Reitponys wurden schließlich an der Kutsche angebracht. Amy kontrollierte alles noch mal gründlich, damit sie sicher unterwegs waren. Mallory stieg in die kleine Kutsche ein, gefolgt von Amy, welche die langen Zügel in die Hand nahm und mit der Zunge schnalzte. Urplötzlich zuckelten die zierlichen Ponys los. "Ich muss sagen die haben sich in den letzten Monaten echt gut gemacht!", begann Mallory. "Ja, ich bin froh über die Fortschritte, das erleichtert die Arbeit und die Beiden sind auf die Kür perfekt vorbereitet". Die Räder glitten durch den Schnee, diesmal hatten die Stuten ordentlich zu kämpfen, da der Schnee rutschiger war als irgendein Waldboden. "Wir müssen den Hufschmied kommen lassen...", stellte Amy fest "Nachher haben wir wieder Eisklötze unter den Hufen, den Pferden tut sowas nicht gut."- "Hey Amy...", Mallory dachte nach, schließlich fiel ihr wieder ein was sie sagen wollte. "Hast du schon was neues von Ben gehört ?"- "Von Ben ?", dachte sich Amy - "Ehm... nein wieso ?", Mallory schien etwas enttäuscht. "Er hat also nicht nach mir gefragt ? Auch nicht meinen Namen erwähnt ?"
      "Nein, nicht das ich wüsste..."
      "Schade." Wollte Mallory etwa etwas von Ben ? Amy schüttelte sich ihre Gedanken aus dem Kopf und konzentrierte sich auf das Training. "Wir lassen die Pferde jetzt traben", warnte sie Mallory vor... "CzCz", sie schnazlte, wackelte ein wenig mit der Peitsche und wurde von den Stuten nach hinten in den Sitz gedrückt. Beide trabten gelassen nebeneinander und schnaubten zwischendurch gelassen. "Weißt du Amy, Jungs sind so komisch"
      "Warum denn ?", sie räusperte die Stirn.
      "Ben und ich, wir haben uns doch so gut vertragen als du mit Ty den Anglo-Araber gekauft habt... und jetzt meldet er sich nicht mals... Oh Gott Amy ! Habe ich ihm überhaupt meine Nummer gegeben ?!"
      "Weiß ich nicht, aber mal davon ab. Ben ist doch viel zu alt für dich ?"
      "Zu Alt? Findest du ? Frauen stehen doch für gewöhnlich auf reifere Männer"
      "Also, ob Ben reif ist... das bezweifle ich", Amy lachte - Mallory und Ben... das würde niemals funktionieren. Schließlich dachte sie an den kleineren Cowboy, diesen Praktikanten, welcher gerade die Fohlen Figaros Schattenfalter, Piccola und Mirabella versorgen sollte. "Was ist denn mit Jake ? Der ist doch ziemlich cool drauf, reitet sogar Western."
      "Spinnst du !? Jake doch nicht ! Ich bin doch nicht von irgendwem der Groupie", Mallory lief rot an und fuchtelte aufgeregt mit den Armen und Händen. Amy konnte sie nicht ernst nehmen und kicherte lediglich über ihre Antwort. Den rest des Trainings konnte sich Amy anhören wie Mallory von Jake schwärmte, aber ihn zugleich auch ablehnte. Eine total paradoxe Situation.

      Nachdem die Ponys im Stall standen, ging Amy zu Sir Outlaw rüber um ihn in Dressur zu trainieren. Sie putzte ihn gründlich. Mallory mistete derweil seine Box aus. "Guter Junge", flüsterte Amy ihm zu und rieb seinen Hals. Outlaw war ein Hengst der zickigen Sorte. Er setzt sich gerne durch und macht lieber das was er wollte. Amy sattelte ihn schließlich und führte in auf den Reitplatz. Durch den Schnee war ein wirklich erfolgreiches Training nicht möglich. "Wir benötigen eine Halle", beschwerte sie sich bei ihren Großvater, der draußen mit Ty am Jeep werkelte. "Wo soll die bitte hin ???", entgegnete Jack genervt. "Was weiß ich! Wir brauchen jedenfalls eine..." - Ty schüttelte den Kopf, seine Freundin ist und bleibt ein wahrer Sturkopf. "Ach und Ty, ich muss dich heute Nachmittag mal sprechen", sagte Amy in einem komplett anderen Tonfall, mit ihrer zuckersüßen Stimme. "Ok".
      Auf den Platz ritt sie zunächst den Hengst trocken. Outlaw tänzelte durch den kalten Schnee, gott sei Dank schien die Sonne, sodass wenigstens etwas Wärme auf Amy und dem Pferd kam. Outlaw war ziemlich ungeduldig und nervös, davon ließ sich die junge Pferde"flüsterin" nicht beirren, hielt die Zügel still und setzte ihre Füße ein. Als er mehrere Runden auf dem Hufschlag ging, begann Amy mit dem eigentlichen Training. Sie trabte mit ihm einige Bahnfiguren, galoppierte und übte die erste Traversale. "Die ist ganz wichtig, so etwas musst du können", sagte sie zu Sir Outlaw und tächelte gleichzeitig seinen Hals. An einem Tag konnte er natürlich keine Traversale erlernen, aber der Hengst machte einen Fortschritt, worüber sich Amy freute. "So, in wenigen Wochen wirst du schon viel weiter sein!".

      Zu guter letzt griff Amy nach Lanas und Callas Halfter. Ein flüchtiger Blick auf die Uhr verriet ihr, dass es bereits 15:43 Uhr war. Ideal um mit Ty zu sprechen. Sie traf den jungen Stallburschen in der Werkstatt, immer noch mit dem Truck beschäftigt. "Na Cowboy", begrüßte sie ihn liebevoll. "Na, was wolltest du mir denn wichtiges sagen ?", fragte er neugierig.
      "Ob es wichtig ist, ist eine andere Frage - Aber ich würde gerne mit dir Lana und Calla trainieren."
      "Soso, was denn ?", Ty rieb sich die Ölflecken aus dem Gesicht und lehnte sich am Truck an.
      "Military, ich weiß der Boden ist zugefroren und zu gefährlich. Aber Ashley hat uns gestattet ihre Reithalle zu nutzen, die sollen auf Briar Ridge wohl eine extra für Vielseitigkeit haben."
      "Klingt doch gut.", Ty klopfte sich den Dreck von der Hose ab und nahm Amy ein Halfter ab.
      "Du siehst übrigens verdammt sexy aus in deinem Arbeiterlook", sie grinste und zwinkerte ihm flüchtig zu. Ty lachte "Ist das so ?", er hob eine Augenbrauen und verzog sein Gesicht zu einem koketten Lächeln. Amy lachte und küsste ihren Freund liebevoll. "Dann mal los".

      Auf Briar Ridge angekommen begrüßte Vel Stanton die Beiden verliebten. "Wie gehts Jack ?", fragte sie neugierig. "Super, seitdem er Lisa kennt, ist er viel lebhafter geworden"... Vels Miene verzog sich zu einem gestellten Lächeln. "Schön, das ist doch wunderbar". Als sie an Ty und Amy vorbei ging blickte sie etwas verärgert. Steuerte auf den Springplatz zu und wies ihre Tochter zurecht "Du machst das doch völlig falsch ! Das Hindernis soll höher ! Und sitz gerade, du hängst ja auf den Pferd wie ein Sack Kartoffeln... so wirst du niemals gewinnen !"
      "Machs doch besser Mum!!", rief Ashley ihr genervt zu. "Mensch hat die ne Laune...", flüsterte Ty in Amys Ohr. "Leider.."
      Sie führten die Pferde aus dem Hänger, in die Vielseitigkeitshalle. Dort standen Oxer, Wassergräben, aber auch Hecken - verziert mit Blumen und Schleifen. "Schau mal, selbst einen Hügel haben sie..."
      "Verdammt praktisch im Winter", gab Amy zu, stieg auf Lana auf und überließ Ty die Stute Calla. "Mach mir einfach nach was ich mache", zunächst wärmten sie die Pferde auf, Vel besaß sogar eine Abreithalle... ziemlich edel. Nachdem die Stute warm war, galoppierte Amy auf den Oxer zu, gab ihr eine Sprunghilfe und flog über das Hindernis hinweg. Sofort taxierte sie den Wassergraben um anschließend über die Hecke hinweg zu springen. Plötzlich trafen sich Amys Blicke mit die der blondhaarigen Ash. "Meine Mum kann so nerven !! Ständig hat sie was zu bemängeln", rief die wütende Ashley durch die Halle. Amy parrierte die Haflingerstute durch und ritt auf Ashley zu. "Hör einfach nicht auf sie, bzw. lass dich nicht unter Druck setzen"
      "Da hast du wohl Recht... aber beim nächsten Turnier hol ich mir jedenfalls die Schleife !"
      "Ich wünsch dir jetzt schon viel Glück, habe für sowas leider keine Zeit mehr", Ash grinste und stellte sich neben Ty. "Na du", begrüßte sie ihn charmant. Ty nickte mit den Kopf, als Zeichen das er sie wahrgenommen hatte. Er sah Amy zu. Nachdem Amy fertig war, war Ty an der Reihe. Da Ty noch nicht so erfahren wie Amy war, mussten sie die Hindernisse ein klein wenig kleiner stellen, bzw. einige sogar komplett auslassen - wie den Wassergraben. "Reite einfach den Hügel noch und wieder runter. Muss auch gar nicht so schnell sein, hauptsache du entwickelst ein Gefühl dafür!". Ty fixierte den Hügel, Calla hatte etwas Mühe den höheren Berg zu bewältigen, aber Übung macht den meister. Nach 45 Minuten Training verluden sie die Pferde schließlich wieder in den Hänger um nach Heartland zu fahren. Amy bedankte sich bei Ashley, dafür dass sie ihre Halle nutzen konnte. "Ach bitte...", Ash lächelte freundlich und verabschiedete sich schließlich. Für heute war Amys Arbeit getan. Zu Hause angekommen saß die Familie, aber auch Ty, Caleb und Mallory am Esstisch um Abend zu essen. "Und Amy ? Wie läufts mit Hunter Pferden ?"
      "Spitze, die lernen echt schnell. Hunter hat ein gutes Nässchen für gute Pferde... Lou, was ist eigentlich mit dir und Peter ?", Amy hob die Augenbrauen und schenkte ihrer Schwester einen Spitzbübischen Blick. "Ich würde mal sagen ziemlich gut? Peter möchte das Wochenende noch mal vorbei kommen"- "Ich freue mich schon ihn zu sehen", sagte Mallory aufgeregt "Peter ist immer so freundlich". Lou lächelte und blickte schließlich fragend in die Runde "Keiner hat was zu meinem Essen gesagt, wie schmeckt es euch ?". Amy blickte verschämt zu ihren Teller hinab, auf dem ein paar Erbsen von links nach rechts geschoben wurden. "Ah.. toll. Danke. Ich verstehe schon", dann lachten sie vergnügt.
      Jackie

      Dressur E-A | Februar 2016

      29.02.2016
      Dressurtraining E-A

      Heute hatte Amy ein völlig neues Trainingsprogramm für die beiden Reitponys geplant. Am Wochenende seien nämlich die Cavalettis angekommen, die wollte Amy gleich mal ausprobieren. Sie bat Ty darum die Stangen zunächst auf die niedrigste Höhe auf den Hufschlag zu verteilen, die Cavalettis sollten die Ponys nämlich gleich im Schritt und im Trab und zu guter letzt im Galopp bewältigen. Die Stangen lagen weit auseinander, es gab also keine Kombination. Amy stieg auf die frisch geputzte Stute Iceflower auf, während Ty sich auf Princess Sansa hiefte. "Ich reit vorraus, wir wiederholen die Übung mehrere Male bis die Pferde die Beine heben und nicht gegen die Stangen kommen". Amy trieb Iceflower an. Im gemütlichen Schritt trottelte sie auf das Hindernis zu und schleifte mit den Hufen über die Stange. "Schau, wir müssen die Pferde etwas zügiger reiten, die Beiden schlafen ja ein". Sie verzog ihr Gesicht und trieb Iceflower an. Nun ritt Ty im Schritt über die Stange, folgte Amys Anweisung und stellte fest das Princess Sansa die Übung erfolgreich gemeistert hatte. "Lass uns eine Runde im Schritt über die Stangen reiten, dann traben wir an". Gesagt getan. Amy gab der Stute die Hacken und trabte über den Hufschlag hinweg. Iceflower blieb konzentriert um nicht über die Stangen zu stolpern, Princess Sansa hinter ihr tat es ihr gleich. "Wozu ist das gut ?", Ty verstand den Sinn der Übung nicht. Jeder konnte über eine Stange reiten, wozu machten sie das also ? "Die Übung ist das A und O für Dressurpferde, die Gänge verbessern sich durch erhöhter Aufmerksamkeit, schließlich dürfen sie die Stange nicht berühren. Außerdem heben sie die Beine besser an, die Übung ist also super um die Pferde aufzuwärmen und zu dehnen.", Ty verstand. Das ganze wiederholten sie im Galopp. Amy wollte für heute im Galopp jedoch keine Kombination aufstellen, dafür waren die Ponys noch nicht soweit. Es war einfach eine Freude die Beiden Ponys mit den Reitern zu sehen, wie sie auf den Platz hintereinander herritten. Nachdem sie mehrere Runden Stangenarbeit gemeistert hatten, stieg Amy ab um einfache Kombinationen zu erstellen. Nun sollten Iceflower und Princess Sansa zeigen wie konzentriert sie sein können. Zunächst lief sie den Hufschlag im Schritt ab, die Stuten berührten die Stangen nur selten, in der letzten Runde jedoch gar nicht. Im Trab tänzelten sie richtig über die Stangen hinweg. Princess hob ihre Beine sehr grazil, während Iceflower etwas Probleme hatte die Stangen nicht zu berühren, doch nach mehreren Runden war sie in Routine gekommen. "Beim nächsten Mal sollten wir die Stangen im Zirkel aufstellen, das ist wirklich sehr schwierig sowohl für das Pferd, als auch für den Reiter. Aber jetzt müssen wir erstmal eine Pause einlegen, zumindest was die Stangenarbeit betrifft. Den Rest des Trainings ritt Amy mit Ty Bahnfiguren ab. Diese gehörten zur Dressurprüfung, welche in Zukunft auf die Ponys zukommen würde. Ty ritt große Schlangenlinien durch die ganze Halle, einen Zirkel sowie einen wechsel durch die ganze Bahn, Amy ritt ihm vorraus. Amys Zügel stellten eine entspannte Verbindung zum Pferdemaul her, während Ty etwas mit der Stute zu kämpfen hatte. "Ich glaube Mallory sollte dir noch eine Reitstunde geben", Amys Brauen verzerrten sich beim Anblick ihres Freundes. "Das sieht echt schmerzhaft aus. Lass mal die Hände locker, sitz gerade und zerr nicht so !". Nach Amys Hilfestellung ritt Ty wesentlich besser. Nun konnten sie die Pferde am langen Zügel trocken reiten. Sansa schnaufte erleichtert und streckte den Hals Richtung Boden. "Ty, bringst du die Ponys bitte zurück in den Stall und füllst ihnen frisches Wasser und Heu auf ? Dann würde ich mich jetzt noch um Sir Outlaw kümmern". Ty nahm ihr Iceflower ab und liebäugelte seine Freundin verliebt. Dann drehte er sich um und ging zurück in den Stall. Amy legte währendessen die Cavalettis in der höchsten Stufe auf den Platz. Sie stellte sie in einer runden formation auf. Da Sir Outlaw bereits erfahren in der Dressur war, wollte sie nun seine Gänge verbessern. Schnell begab sie sich in den Stall um den Trakehner zu putzen und zu satteln. Nachdem dies getan war, begab sie sich zurück auf den Platz und ritt den Hengst zunächst warm. Schließlich trabte sie ihn an und ritt zunächst auf den Hufschlag. Die Cavalettis standen rund im Zirkel, sie sollten Amys nächstes Ziel sein. Sie versuchte die Stangen so mittig wie es nur geht anzusteuern, damit Sir Outlaw die Übung bewältigte. Zwischenzeitlich gelang es ihr jedoch nicht immer, weshalb er die Stangen hin und wieder berührte. Ansonsten lief er gleichmäßig, gebogen über die Stangen hinweg. Seine Beine hob er schwungvoll an, sein Hals leicht gewölbt. Diese Übung war perfekt für den Hengst, so würde er beweglicher und konzentrierter werden. Das Training schloss Amy schließlich mit Lektionen der Klasse S ab. Auch wiederholte sie die Traversale, da diese für die meisten Pferde sehr schwer waren.
      Jackie

      Dressur A-L | April 2016

      20. April 2016
      Dressurtraining A-L

      Gegen morgen wachte Amy auf, ein blick auf ihren Wecker verriet ihr – Es war 7 Uhr – Seitdem Ty ihr bei der Arbeit half brauchte sie nicht mehr so früh aufstehen, also konnte sie etwas länger schlafen, wenn auch nur eineinhalb Stunden. Schlurfend ging sie auf ihren Kleiderschrank zu, um sich für den heutigen Tag fertig zu machen. Amy saß noch halb Schlaftrunken am Frühstückstisch. Verträumt schaufelte sie ihre Cerealien in den Mund. Ty, welcher wusste wann Amy aufstand, ging nach seiner Fütterungsrunde in das kleine Holzhaus um Amy einen guten Morgen zu wünschen. Er drückte ihr einen kleinen Kuss auf ihren Mund und widmete sich wieder seiner Arbeit.
      Am Vormittag kam auch schon Hunter Crowley aus Lincolnshire UK mit seinem Jeep auf den Hof gefahren. Im Eiltempo stieg er aus und suchte nach den Flemings Schwestern. Lou war es schließlich die ihm empfing, da Amy mit Sir Outlaw am arbeiten war. Hunter füllte die nötigen Papiere aus, brachte anschließend sein Pferd mit Ty in den Trainingsstall und fuhr zurück nach Hause. Lou bedauerte es das Hunter so im Stress war, sie hätte gerne einen Tee mit ihm getrunken. Areion, welcher aufgeregt in der Box stand, suchte nervös nach seinen Besitzer, doch dieser war über alle Berge. Ty gab ihm schließlich Bachblüten zur Entspannung in sein Futter und führte ihn raus auf einem Paddock, welcher sich neben den Pferdeweiden befand. So konnte Areion sich etwas bewegen und hatte gleichzeitig etwas Gesellschaft. Morgen sollte Amy dann mit ihm arbeiten.

      Für den heutigen Tag wollte Amy Sir Outlaw und Acacia im Springen trainieren. Sie hatte Ben extra engagiert damit er die beiden Reitponys in der Dressur trainiert. Princess Sansa und Iceflower waren nämlich kurz davor an die Prüfung anzutreten, es fehlte nicht mehr viel. Da Ben und Amy sich keinen Platz teilen konnten, beschloss Amy sich ein wenig zu entspannen und betrachtete das Geschehen hinter dem Zaun des Platzes. Ben ritt mit Iceflower auf das Dressurviereck und gurtete den Sattel nach, anschließend ritt er die mittlerweile eingewöhnte Stute warm, damit er mit dem Training beginnen konnte. Amy half ihm und legte ihm einige Cavalettis auf den Boden, damit er Stangentraining machen konnte. Etwas weiter weg stellte sie Pylonen zum Slalom laufen auf, das sollte die Wendigkeit des Pferdes fördern. Nun sah sie zu wie Ben über die Cavalettis trabte und nach fünf Übungsrunden im Slalom um die Pylonen ritt. "Sieht gut aus! Sie wird immer lockerer". Nun konnte er auch mit den ersten Lektionen beginnen. Er ritt die Stute zunächst im versammelten Schritt, dann im versammelten Trab und zu guter letzt im versammelten Galopp. Dann ritt er eine ganze Bahn und verkleinerte dabei das Dressurviereck. Bei X wurde er wieder größer und führte einen Galoppwechsel durch. Iceflower arbeitete positiv mit. Ben parierte sie durch und blieb stehen. Im Stand ließ er sie die Zügel aus der Hand kauen ehe er ein Zeichen für das Rückwärtsrichten gab. Nach mehreren Versuchen schaffte Iceflower auch diese Lektion. Dann trabte er wieder an und ritt einen Zirkel, erneut über die Stangen. Iceflower hob nun die Beine viel besser an, ihre Gänge wurden weicher und flüssiger. Er wechselte aus den Zirkel und ritt mehrere Volten ehe wieder durch die ganze Bahn ritt. Die restliche Zeit galoppierte er Iceflower auf den Zirkel, oder übte den versammelten Galopp. Danach war Princess Sansa an der Reihe die das gleiche Spektakel durchmachen musste. Auch hier half Amy wieder, schließlich wollte sie mit den anderen Pferden das Springen trainieren. Da Ben beinahe fertig war, ging Amy schon mal in den Stall um Acacia zu satteln. Nachdem sie das Martingal angelegt hatte und den Sattel nachgegurtet hatte, konnte das Training schon losgehen. Ben hatte ebenfalls Erfahrung im Springreiten, weshalb er zu Sir Outlaw griff und zusammen mit Amy auf den Platz ritt. Die Stangen Standen noch, nur die Pylonen waren nicht mehr zu sehen. "Wärmen wir die Pferde auf", sagte Amy zu dem jungen Trainer und Freund. Zusammen ritten sie über die Cavalettis bis die Pferde warm waren. Währenddessen kam Ty am Platz vorbei um seine Freundin zu betrachten, seine Arbeit war für's erste nämlich vollbracht. Als Amy ihn erkannte strahlte sie und rief "Du kommst uns jetzt gerade gelegen. Kannst du ein paar Sprünge aufstellen?". Ty zuckte mit den Schultern, lächelte seine Freundin liebevoll an und bewegte sich auf Hindernisständer und Stangen zu. Es dauerte nicht lange da stand ein kleiner Parcours zum eingewöhnen der Pferde. "Danke Ty!", sagte Amy strahlend und hauchte ihm einen Kuss zu. Nun taxierte sie zuerst auf den niedrigen Steilsprung. Gekonnt gab sie der Stute eine Sprunghilfe und schwebte über das wirklich einfache Hindernis hinweg. Als nächster kam Ben. Da Sir Outlaw bereits im Springen trainiert wurde, war dies ein Klacks für den großen Fuchs. Ben taxierte als nächstes einen Oxer, während Amy sich erneut einem Steilsprung widmete. Nach 40 Minuten ritten sie die Pferde schließlich trocken, sattelten sie ab und räumten den Platz auf. Es war schon später Nachmittag und Amy beschloss etwas mit Ty zu unternehmen. Die Beiden zogen sich im Wohnzimmer zurück um gemeinsam einen Film zu sehen.

      Am nächsten Morgen sollte schließlich das Training mit Areion beginnen. Leider stellte Amy fest das Areion noch nie einer Kutsche begegnet war. Zuerst führte Amy den Tinkerhengst in den Roundpen um das eingewöhnen zu beginnen. Dann hielt sie ihm das Geschirr entgegen damit er es beschnuppern konnte. Es war wichtig das Areion lernte, dass das Geschirr nichts schlimmes war, das ihn angreifen würde. Areion war allerdings weniger am schnuppern interessiert, sondern starrte lediglich in die Luft um einen lauten Hilferuf auszustoßen. Nachdem er sich bemerkbar gemacht hatte, wurde er nervöser und unruhiger. Amy stöhnte genervt, so könnte sie ihn nicht an die Kutsche gewöhnen. Also musste ein Beistellpferd her, welches am Gatter des Roundpens stehen sollte. Amy dachte in erster Linie an Princess Sansa, schließlich kannten sich die Beiden ja. Schnell führte sie die Ponystute zum Gatter, wo sie gleich anfing zu dösen. Areion wurde ruhiger und streckte schließlich den Kopf zum Geschirr. Nun konnte Amy ihn von der rechten Seite aufzäumen. Da Areion am Sattel gewöhnt war, blieb er hier sehr entspannt. Sicherhaltshalber zäumte sie ihn jedoch auch von der linken Seite auf, auch das war kein Problem. Als nächstes würde die Kutsche kommen, das war eine größere Herausforderung, weil Areion seinen ganzen Körper einsetzen musste. Sie führte ihn aus dem Roundpen, dort wo die kleine Kutsche bereits stand. Zunächst blieb sie stehen um den Hengst zu beruhigen, danach drückte sie mit ihrer Handfläche gegen seine Brust, damit er rückwärts zwischen die Schere gehen konnte. Nun musste er artig stehen bleiben, damit Amy die Schere nun in die Trageösen des Selletts schieben konnte. Ständig lobte sie Areion für seine ruhige Art und schob ihn eines der Malzleckerchen in den Mund. Schließlich befestigte sie noch den Scherenriemen vom Hintergeschirr an die Schere und führte die Zügel durch die Trageösen. Nun saß alles und Amy konnte auf die kleine Kutsche aufsteigen und mit dem eigentlichen Training beginnen. Sie schnalzte laut, da Areion ziemlich aufgeregt war, benötigte sie zuerst gar keine Peitsche, er ging von selbst. Nach wenigen Minuten fing er jedoch an ständig stehen zu bleiben. Nun griff Amy nach der Peitsche um sie leicht auf sein Hinterteil zu 'legen', als Areion den dünnen Faden spürte, wurde er wachsamer und begann mitzuarbeiten. Die Runden auf den Hof verliefen gut. Amy fühlte sich bereit für die ersten Slalom Versuche auf dem Reitplatz, doch vorerst musste sie Iceflower vom Roundpen zum Dressurviereck stellen. Nachdem auch dies geschehen war, stieg sie wieder in die Kutsche um Areion zum Platz zu fahren. Langsam aber sicher bewegte sich der dicke Tinker Hengst auf den großen Platz. Amy Schloss das Gatter und stellte einige Pylonen auf, um diese sollte sie nun mit dem Pferd fahren. Sie gab ihn erneut einen kleinen Stups mit der Peitsche und fuhr am Zirkelpunkt in den Zirkel, an die Pylone vorbei. Anschließend wechselte sie zum nächsten Zirkelpunkt um auch um diese Pylone zu fahren. Das ganze wiederholte sie bei den restlichen Pylonen, ehe sie dem Pferd eine kurze Pause gönnte. Diese Übung wiederholte Amy einige Male um den Hengst sicherer werden zu lassen. Areion musste noch einige Platzeinheiten bewältigen, ehe er ins Gelände durfte. Es war nämlich wichtig, dass sich Amy auf das Pferd verlassen konnte.
      © Jackie

      Springen E-A | Mai 2016

      29. Mai 2016
      Springtraining Princess Sansa & Iceflower E → A
      „Everytime I close my eyes...“ Leicht schief sang ich in der Küche zur voll aufgedrehten Stereoanlage. Ich hatte auf einmal ein Bedürfnis auf laute Musik verspürt und nun dröhnte ein Lana Del Ray Remix aus den Boxen, während ich auf meinen Toast wartete. Nachher würde mal wieder zwei Trainingskandidaten ankommen. Zwei deutsche Reitponystuten von Hunter Crowley, mit dem ich bisher noch nicht besonders viel zu tun hatte. Ich noch ein wenig unsicher. Das war mein erstes offizielles Springtraining nach der Fortbildung. Normalerweise testete ich immer an meinen eigenen Pferden, doch bei Isländern und ernsthaftem Springreiten wurde das schwer. Die Tür ging auf und Robin trat in die Küche. Mit seiner erste Handlung diesen Morgen drehte er die Lautstärke herunter und wechselte von der CD auf Radio. „Ernsthaft. Twenty One Pilots ist nicht unbedingt besser als Lana. Außerdem kriegt man irgendwann ‘nen Schlag, so oft wie dieses Lied gedudelt wird...“ „Guten Morgen erstmal.“ Mein Freund grinste und küsste mich. Leider ertönte genau in diesem Moment ein Hupen und Finleys Stimme. Er rief nach mir. „Bella. Das sind deine Trainingskandidaten!“ Verdammt, ich hatte noch nicht gefrühstückt. Das würde heute wohl mal wieder zu kurz kommen. Ich hastete die Treppe hinunter und wäre beinahe in Linn hinein gerannt, die neugierig auf der Treppe wartete. Ich entschuldigte mich mit einem schnellen „Sorry!“ und stand im nächsten Moment vor einem dunkelhaarigen Mann, der nur Hunter Crowley sein konnte. „Wir hatten telefoniert. Ich bin Hunter Crowley. Hier kommen die zwei.“ Gemeinsam ließen wie die Rampe des Transporters herunter. Ein dunkelbrauner und ein heller Pferdepo befanden sich vor meiner Nase. „Darf ich vorstellen: Princess Sansa und Iceflower.“ Es war ziemlich klar welches Pferd welches war. Da hatte offensichtlich jemand ein wenig zu viel Game of Thrones geschaut. Konnte ich verstehen. Ich liebte die Serie selbst, auch wenn mir die Bücher noch besser gefielen. Ein Grinsen stahl sich auf mein Gesicht. „Flower arbeitet gerne mit und möchte gefallen, das macht die Arbeit mit ihr einfach...“ „Und Sansa ist wie Sansa Stark?“ Ich hatte ihn einfach unterbrechen müssen. „Exakt.“ Jetzt stahl sich auch ein Lächeln auf seine Lippen. Gut so.
      Noch eine Weile unterhielten wir uns und quartierten die Stuten ein, ehe er abfuhr. Wir hatten vereinbart, dass ich ihn anrufen würde, wenn ich fertig war. Jetzt konnte ich endlich mein Frühstück nachholen. Heute hatten die Stuten Zeit um sich von der Fahrt zu erholen. Je nach Verfassung würden Robin und ich heute Nachmittag noch mit den zwei Damen ausreiten oder ihnen einen ganzen Ruhetag gönnen. Tatsächlich entschieden wir uns für den Ruhetag. Dafür würden wir dann morgen früh ausreiten und am Nachmittag direkt mit dem Training beginnen. So war es wahrscheinlich für alle Beteiligten am angenehmsten.
      Nach dem Füttern und raus bringen der eigenen Pferde einigten wir uns kurz wer welches Pferd übernehmen würde und machten sie dann reitfertig. Ich landete auf Sansa, was ich mir eigentlich gleich hätte denken können. Sie war vertrauensvoll, aber genauso zickig. Ihr Name passte einfach zu ihr. Das konnte jeder sehen, der die zugrundeliegenden Figur kannte. Iceflower dagegen benahm sich vorbildlich und Robin konnte sie gut händeln, obwohl er sich immer wieder über das Bild beschwerte, das er auf dem zierlichen Pony bot. Wir hielten des Ausritt kurz, da beide Ponys heute Nachmittag nochmal würden arbeiten müssen und zudem das Meer nicht kannten. Flower wurde etwas unruhig, Sansa stürmte mal auf die unbekannte, riesige Wasserfläche zu, mal schob sie Panik und war nur schwer am fliehen zu hindern. Das konnte ja lustig werden. Immerhin waren beide gut ausgebildet und rittig.
      Am Nachmittag begannen wir auf dem Platz. Ein paar Bahnfiguren und weitere Übungen aus der Dressur zum aufwärmen, dann ging es weiter mit Trabstangen. Auch wenn Pferde ein natürliches Springvermögen hatten, musste man für das Pacoursspringen erstmal Trittsicherheit schulen. Ein Pferd, das in der Natur auf weiter Strecke über einen Baumstamm sprang, war etwas ganz anderes, als nach einem geglückten Sprung direkt auf engem Raum in die Kurve gehen zu müssen. Sansa meisterte die Trabstangen mit Bravour. Sie hatte eine leichtfüßige Art und Weise und kam, trotz Stangen, nicht aus dem Takt. Robin brauchte mit Iceflower dagegen etwas länger. Die Stute gab sich zwar unglaubliche Mühe, ließ sich durch den geringen Abstand der Stangen jedoch verunsichern. So kam es, dass ich bereits zu Cavalettis übergegangen war, während Robin noch immer mit den Trabstangen arbeitete. Richtige Sprünge würden erst morgen an der Reihe sein. Wenn Beide Stuten schließlich soweit waren, ging es mit einem richtigen Parcous der Klasse A weiter. Wenn wir gut voran kamen, würden wir zwischen 5 und 7 Tagen brauchen. Je nachdem wie die Stuten sich machten.
      Am folgenden Tag begannen wir mit echten Hindernissen. Noch waren wir bei den 80 cm der Einsteigerklasse, doch schon am Ende des Trainings hatten wir auf die geforderten 1m erhöht. Hier glich sich Sansas Vorsprung schnell wieder aus, denn Flower hatte wesentlich mehr Spaß am Springen und ging mit mehr Motivation. Trotz des schweren Reiters auf ihrem Rücken. Nach allem was ich in den zwei Trainingstagen bisher über mein Pferd erfahren hatte ließ mich beschließen, dass ich Hunter empfehlen würde mit Princess Sansa eher in Richtung Dressur zu gehen. Schon ihre Leichtfüßigkeit mit den Trabstangen hatte mich beeindruckt. Sie würde mit Sicherheit ein gutes Dressurpony abgeben. Alles in allem konnten wir entspannt vorgehen, denn beide Stuten kannten Hindernisse offensichtlich. Wir mussten nur die neue Schwierigkeitsstufe vermitteln.
      In den nächsten zwei Tagen kombinierten wir Hindernisse, bis ein kleiner Parcours entstanden war. Ich hatte akribisch auf die Vorgaben geachtet und so stimmte die Sprungweite, die Höhe und der Abstand überall. Sieben Hindernisse mussten es mindestens sein, Kombinationen waren maximal zwei erlaubt. Da ich aber mit meinen Isländern nicht, oder kaum, sprang, reichten unsere Hindernisse nur für acht Sprünge inklusive einer doppelten Kombination. Da wir alles selber aufgebaut hatten, fiel es mir nicht schwer mir die Reihenfolge zu merken. Wir würden einen Durchgang ohne Zeit machen und anfangen die Zeit zu nehmen, wenn die Stuten ausreichend sicher waren. Ich bat Robin darum, uns genau zu beobachten, dann galoppierte ich Sansa an. Ich ritt eine Runde um den Platz, dann begannen wir mit Sprung eins. Der 90cm hohe Steilsprung verlangte uns nicht viel ab und auch drei und vier meisterte die dunkle Stute ohne Probleme. Zu Sprung fünf, der Kombination, führte eine recht enge Kurve, mit der Sansa jedoch kein Problem hatte. Nur einen Oxer, Sprung Nummer Sieben, räumte sie aus reiner Demotivation ab. Sie war einfach nicht mehr weit genug gesprungen – und das sicher nicht, weil sie nicht mehr konnte. Wollte man aus Sansa ein gutes Springpferd machen, brauchte es einen engen Parcous und permanente Herausforderung. Iceflower hingegen sprang sehr motiviert, hatte aber ein Problem mit der engen Wendung und erwische die oberste Stange des ersten Sprungs der Kombination. Wir beschlossen, dass wir heute noch die Defizite üben würden. Springen auf Zeit war dann Morgen an der Reihe. Schlugen sich beide Ponys gut, würde es für A allemal reichen.
      Am nächsten Tag war Robin der erste auf dem Parcous. Iceflower sprang hoch und vorsichtig. In einem Turnier würde sie selten Fehler machen und Strafpunkte kassieren. Das hatte allerdings zur Folge, dass sie nicht unbedingt die schnellste war. Mit einem leichteren Reiter war vielleicht noch etwas Zeit herauszuholen, doch alles in allem fehlte ihr Sansas Leichtfüßigkeit. Die dunkelbraune Stute war schnell und ich ging bei der Wendung, hin zu Kombination, aufs Ganze indem ich Abkürzte soweit wie möglich. Wir waren schnelles, wesentlich schneller, doch leider hatte Sansa zwei Abwürfe kassiert. Zwei weitere Durchgänge sprangen wir, immer mit ähnlichen Ergebnissen. Wenn Princess Sansa fehlerfrei blieb, war sie kaum zu schlagen, doch das kam selten vor. Auf Iceflower hingegen konnte man sich absolut verlassen. Die zwei waren in ihrem Sprungstiel völlig verschieden, doch nun gemeinsam auf A aufgestiegen. Beim Abholen seiner Stuten erzählte ich Hunter Crowley auch von meiner Meinung bezüglich Princess Sansa, doch was er daraus machen würde, war ab jetzt meine Sache. Ich würde für die nächste Zeit zu meinen Isländern zurück kehren und mit ihnen, wie immer, am Boden bleiben.

      8542 Zeichen | © BellaS
    • sadasha
      Verjährte Berichte
      Trainingsstall Projekt Second Chance
      Iceflower Einreiten
      Jill K. Facer, so hieß meine nächste Kundin. Nachdem ich am Telefon mit ihr einen Termin ausgemacht hatte, waren mir nur noch wenige Stunden geblieben, um meine Sachen für die Trainingszeit zu packen und meine Angestellten zu instruieren, die mich mit einem freundschaftlichen Ars.chtritt vom Hof komplimentierten und mir immer wieder versicherten, dass sie es auch dieses Mal schaffen würden. Ich schmunzelte. Ich vertraute ihnen ja, aber ich vermisste meine Pferde doch immer sehr, wenn ich unterwegs war. Deshalb rief ich auch immer jeden Tag an und erkundigte mich, wie es meinen Schätzen ging und wie sich alle so machten. Dieses Mal verschlug es mich nach Deutschland. Nicht gerade um die Ecke, aber auch nicht so weit weg, wie andere Ziele, die ich schon bereist hatte und ich freute mich auf diesen Auftrag. Jill, der ich direkt angeboten hatte mich zu duzen, weil ich gerne auf freundschaftlicher Basis mit meinen Kunden verkehrte, hatte mir erzählt, dass ihre Stute die Longe bereits kannte und auch schon das Reitergewicht im Schritt gewohnt war. Das war auf jeden Fall förderlich und würde es mir einfacher machen. Sie hatte aber auch darauf hingewiesen, dass die Stute es nicht mochte, wenn man sie zu hart ran nahm oder überforderte. Damit konnte ich leben. Lieber ein Pferd, das mir sagte, wenn etwas zu schnell ging, als eines, das sich alles gefallen ließ und hinterher Verletzungen davontrug, ob nun körperlich oder seelisch. Nach einem einstündigen Flug war ich auch schon da und wurde sogar am Flughafen abgeholt. Das war ein Luxus, den ich nicht immer zu spüren bekam. Dann auch noch von der Hofbesitzerin selbst abgeholt zu werden war ja fast schon eine Ehre.Fröhlich begrüßte ich die junge Frau und schließlich kamen wir an ihrem Hof an. Nachdem ich mich eingerichtet hatte, gingen wir auch schon direkt zu ihrer Stute. Sie schnupperte neugierig an meiner Hand und begann daran zu knabbern. Angst oder Scheu kannte sie wohl keine. Ich gab ihr einen Klaps auf die Schnauze und ließ mir dann von Jill die Anlage und alles andere, das ich wissen sollte, zeigen und erklären. Schließlich kamen wir wieder bei Iceflower an. Die Stute ließ sich ohne Probleme von mir aufhalftern und das Putzen schien ihr ganz besonders zu gefallen. Nachdem ich mich etwas vertraut mit ihr gemacht hatte, überzeugt ich mich davon, wie sie an der Longe lief. Sie hatte tolle Gänge und schien ziemlich entspannt zu sein. Offenbar kannte sie die ganze Prozedur wirklich schon. Nicht, dass ich Jill etwas böses unterstellen wollte, aber ich überzeugte mich eben am liebsten selbst vom Ausbildungsstand des Pferdes. Nach dem Longieren versorgte ich die Stute. Der Tag ging relativ schnell vorbei und ich ging zeitig zu Bett, um morgen topfit zu sein. Ich wiederholt das Longieren am nächsten Tag noch einmal, einfach um mich mit ihr vertraut zu machen und unsere Bindung zu festigen. Am Nachmittag bat ich Jill mit dazu und ließ mich von ihr über den Rücken legen. Ich zog das gleiche Programm durch, wie ich es auch bei anderen Pferden tat, die noch nicht an das Reitergewicht gewöhnt waren, nur in verkürzter Form und nur zu meiner und ihrer Sicherheit. Fleur blieb entspannt stehen und so wagte ich schließlich das Bein über den Rücken zu nehmen. Auch als ich mich aufrichtete, blieb sie entspannt und ließ sich von Jill brav durch die Bahn führen. Ich lobte die Stute immer wieder und beendete schließlich das Training. Einige Tage lang wiederholte ich die bisher gelernten beziehungsweise überprüften Trainingseinheiten und nahm nach und nach die ersten Hilfen mit dazu. Am Anfang wurde sie dann doch etwas nervös, als ich begann leichten Schenkeldruck zu geben und ich beließ es erst einmal dabei, nur kurz anzudrücken. Da sie jedes Mal reagierte, lobte ich sie dafür und beruhigte sie gleichzeitig mit meiner Stimme. Auf die Zügelhilfen reagierte sie zu Anfang noch maulig, was aber vollkommen normal und nicht besorgniserregend war. Jill blieb die ganze Zeit dabei und führte die Stute. Schließlich jedoch waren wir mit dem Training so weit fortgeschritten, dass ich die Stute im Schritt alleine reiten konnte. Ich wiederholte jeden Tag die Schritte, die wir am Tag vorher gemacht hatten und nach und nach konnte ich auch langsam mit der Stute traben. Zu Anfang war sie noch verunsichert und weigerte sich, wenn ich zu fordernd wurde, aber es wurde immer besser und schließlich war der letzte Schritt - das Galoppieren - auch geschafft. Ab und zu schien sie noch etwas überfordert zu sein, aber es wurde mit jedem Tag besser und schließlich war sie soweit, dass auch Jill sie reiten konnte. Sie arbeitete fleißig und engagiert mit und man merkte schnell, dass die Stute ebenso engagiert wie ihre Besitzerin war. Es war angenehm die Stute zu reiten, denn sie wollte es einem Recht machen, zeigte es aber auch, wenn ihr etwas nicht passte. Sie buckelte nicht oder stieg, sondern reagierte langsamer auf meine Hilfen oder parierte einfach durch, aber mit der Zeit merkte ich auch, dass sie sich an alles gewöhnte. Sie war eine sensible, lernwillige Stute, die großes Potential besaß. Schließlich war sie soweit, dass ich mich guten Gewissens verabschieden konnte. Ich verabschiedete mich zuerst von ihr und dann von Jill."Viel Erfolg euch beiden",sagte ich zum Abschied, bevor ich in den Flieger steigen musste. Zu Hause angekommen, heftete ich ein Foto von Jill und Fleur in meinen Ordner, den ich extra für meine Kunden angelegt hatte und setzte mich entspannt in den Sessel, rief noh einmal bei Jill an und sagte ihr, dass sie mich jederzeit anrufen könne, wenn sie Hilfe bräuchte. Dann legte ich meine Füße hoch und entspannte. Es würde sicherlich bald wieder etwas zu tun geben, aber jetzt war ich erstmal froh über die Verschnaufpause.
      © Samanta Thomsen | 5741 Zeichen (überprüft mit Lettercount.com)




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      Heute geht es zum Nachbars Hof direkt hinter dem Wald. Meine Freundin Jill hat sich ein neues Pferd gekauft. Es war eine wunderschöne Reitponystute namens Iceflower. Jill schwärmte schon am Telefon von ihr. Fleur wäre bereits auf dem Hof angekommen ich sollte einen Rundumcheck an ihr Vornehme sowie impfen, Wurmkur und die Zähne sollte gemacht werden. Dementsprechend packte ich alles ein und machte mich 10 Minuten später auf dem weg.

      Keine 5 Minuten später wurde ich schon von Jill freudig begrüßt. „ Na deinen Umzug gut überstanden?!“ erkundigte sie sich. „Ja klar, endlich wieder in Deutschland zwar ohne meine Truppe aber das wird schon . So wo ist das Juwel?!“ fragte ich Jill. „Hunter hat sie schon am Putzstand gebracht! Er wird auch dabei sein ich muss noch zu einem anderen Termin“ informierte mir jill.

      Wir kamen an dem besagten Putzplatz an und die Grey Tovero stute sah mich neugierig an. Ich begann zuerst mit dem Rundumcheck. Ich öffnete ihr das Maul und schaute mir Zähne Zahnfleisch an. Die Zähne mussten gemacht werden, aber das wusste ich bereits. Das Fleisch war hingegen schön rosig und feucht. Nun ging weiter die Nüstern Augen und Ohren waren in Ordnung. Dann tastete ich sie ab und dann hörte ich sie ab. Es war alles in Ordnung. Nun ließ ich sie vor laufen. Ihre Gänge waren taktklar und leicht, auch nach der Beugeprobe, Nun impfte ich die Stute schnell und drückte ihr die Wurmkur ein. Für die Zähne kam ich am nächsten Tag nochmal, da Sedierung und Impfen sich nicht gut miteinander vertragen. Am nächsten morgen sedierte ich die Stute und zog ihr die Maulsperre an. Und begann die Arbeit. Ich hatte das Geräusch von abschleifenden Zähnen. Nach einer viertel stunde waren die Zähne auch in Ordnung und so konnte ich wieder nachhause fahren.

      by Elsaria

      16. Oktober 2015
      Der Hufschmied kommt
      Es war an einem dunklen, verregneten Freitagvormittag, als ich mit meinem Wagen auf Jill K. Facers Hof ankam. Mit Erlaubnis der Besitzerin durfte ich meinen Wagen direkt vor dem hübschen Stallgebäude parken.
      Während ich den Motor meines Wagens ausschaltete warf ich mit der linken Hand elegant in einer flüchtigen Bewegung die Kapuze meiner dunkelgrauen Regenjacke über meine zu einem Pferdeschwanz zusammengebundenen Haare. Dann öffnete ich die Tür und huschte schnell zu meinem Kofferraum, aus dem ich meinen praktischen Hufschmiedekoffer nahm, und damit auch schon in den Stall eilte. Hier war Jill gerade damit beschäftigt ihr hübsches weißgraue Pony zu putzen, welches genüsslich den Kopf in die Luft reckte und mit der Oberlippe wackelte. Wie süß. Ich musste kichern, wodurch mich Jill bemerkte. ,,Ohh Hallo!'',sagte sie freundlich. ,,Ich bin eigentlich schon fertig, also die Hufe sind schon bereit.'',fuhr sie fort und warf die kleine, beige Bürste in die nebenstehende Putzbox.
      Ich machte mich daraufhin erstmal ein bisschen mit Iceflower bekannt, welche neugierig an meiner Jacke schnupperte. Erst dann, als ich mir sicher war, dass sie sich von mir ohne Angst zu haben und oder abgeneigt zu sein berühren ließ bückte ich mich zu ihren Beinchen hinab und begann mit der Kontrolle. Dazu tastete ich erst mal den Kronrand und die Fesseln ab um herauszufinden ob etwas schmerzte. So komisch es klang, konnten sich Schmerzen innerhalb des Hufes hier oben bemerkbar machen, da Schmerzen oftmals ausstrahlten. Da die Stute allerdings außer neugierigen Blicken keine Reaktion zeigte, machte ich mich an die Hufwände und die Unterseiten der Hufe, wo ich Strahl, Sohle und Tragefläche begutachtete. Die Hufe waren in einem guten und gepflegtem Zustand, weshalb ich nur wenig ausschneiden und korrigieren musste. Dies machte ich mit meinem Hufrinnenmesser, indem ich, nach einem kleinen Probeschnitt in die weiße Substanz, vorsichtig das lose Horn von der Sohle abhebelte und den Strahl zurechtschnitt. Korrigieren musste ich die Hufe nur gering, indem ich die Trageflächen mit einer Raspel begradigte.
      Die junge Stute zeigte sich zwar noch etwas unsicher, brachte mir aber dennoch sehr viel Vertrauen entgegen, wenn man bedachte, dass sie das ganze Prozedere noch nicht oft durchgemacht hatte. Gehorsam war die Hübsche allemal: Gab brav die Beine, wenn ich sie on ihr verlangte und hielt still, bis ich ihr sagte, dass sie ihn wieder absetzen durfte. Jill war der Stolz auf die Kleine wie ins Gesicht geschrieben, was mir ein leichtes Grinsen auf die Lippen zauberte.
      Zu guter Letzt folgte für Fleur, wie sie liebevoll genannt wurde, das Einpinseln mit Hufbalsam, an welchem sie mit großen Äuglein schnupperte, als ich es kurz auf den Boden stellte, bevor ich es dann zusammen mit zwei anderen Fläschchen ihrer Besitzerin gab. Dann war es für das Stütchen auch schon vorbei und sie durfte weiter in ihrer Box an ihrem Heu knabbern.
      Ich und Jill gingen dann noch ins warme Hauptgebäude, wo ich einen schönen, warmen Früchtetee bekam und einige Tipps zu Iceflowers Hufen gab. ,,Prinzipiell sind ihre Hufe wirklich in einem guten Zustand, schön hart aber dennoch nicht brüchig, rissig oder trocken. Das Balsam wird ihr bei regelmäßiger Anwendung bestimmt gut tuen, da dieses, das ich dir gegeben habe eine spezielle Komponente enthält die im Winter vor Frost schützt und den Hufen hilft besser durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Hufeisen braucht sie derzeit noch nicht, wobei Schneegrips beim Ausreiten durch den Schnee eine sehr gute Unterstützung darstellen würden, aber bis es so weit ist können wir darüber ja noch nachdenken. Hufschuhe könnten auch Abhilfe schaffen. Diese wären also auch eine Investition wert.'',erklärte ich und nippte dabei genussvoll an meinem Tee.
      Anschließend beantwortete ich Jill noch einige Fragen und plauderte mit ihr über alle möglichen Themen ehe ich mich wieder in mein Auto setzte und nach Hause fuhr.


      08.10.2015
      Die Glut springt noch einmal auf

      Es ist nun schon eine ganz Weile her, dass ich mich bei einem Reitunfall verletzt hatte. Ich kann wieder normal gehen, ganz selten spüre ich noch einen leichten ziehenden Schmerz in den Sehnen, wenn ich den Fuß strecke oder flexe. Aber die Ärzte meinen es sei alles soweit verheilt und ich dürfte wieder auf's Pferd. Endlich konnte der normale Alltag wieder einziehen. Florence war schon seit einer Woche wieder auf ihrem eigenem Gestüt. Slap Happy ging es auch wieder besser, nach dem kleinen Rückfall. Jill und ich waren zwar jetzt wieder auf uns gestellt, aber es lief alles rund. Heute machte sich Jill auf den Weg zur einer Jungpferdeausstellung. Die Reitbeteiligungen kümmerten sich um ihre Pferde. Sie waren eine wahrliche Erleichterung. Ich war gerade dabei die Offenställe abzuäppeln. Seit einer Stunde saß Jill im Zug, noch sechs Stunden würde sie bis nach Schweden brauchen und dort würde sie auch nochmal eine kleine Reise auf sich nehmen bis zum Ort der Veranstaltung.
      Die häuslichen Pflichten erledigt holte ich mir unseren Neuzugang Mr. Raw Depression von der Weide. Er hatte sich gut eingelebt und blühte hier regelrecht auf. Er ist wirklich ein Everybody's Darling, sehr charmant. Anders als Slap Happy, die immer etwas nervös und unruhig wirkte oder wie der unter Strom stehende Lamperd und der reservierte Race is Hope. Ray ist offener als die beiden anderen Hengste und ausgeglichener. Er kannte es nicht nonstop bewegt zu werden und das war sein Vorteil. Er hatte Ruhe gelernt und schaffte es sich auch bei scheinbar langweiligen Lektionen zu konzentrieren. Für mich wird es heute wieder das erste Mal im Sattel sein. Ich putzte den schönen Braunschecken sehr gründlich und sattelte ihn. Von Jill hatte ich noch kein Lebenszeichen erhalten, jetzt war ich für eine Stunde nicht ansprechbar. Race is Hope war ebenfalls auf dem Reitplatz mit seiner Reitbeteiligung. Die anderen drei Mädels hatten es sich in den Stühlen auf dem Innenhof gemütlich gemacht um uns zu beobachten.
      Beim Aufsteigen verspürte ich noch einmal das schmerzhafte Ziehen im Fuß, doch ich ignorierte es. Die Ärzte hatten gesagt es sei verheilt, darauf vertraute ich. Im Sattel war der Schmerz dann verschwunden. Ich ließ Ray locker am Zügel gehen und wärmte ihn zuerst auf. Er war ein Dressurtalent. Sein erstes Turnier hatte er sogar gewonnen und das bei über zehn anderen Teilnehmern. Für einen Scheckhengst war das schon sehr außergewöhnlich. Nach der Aufwärmphase fing ich ihn an zu traben, stellte ihn immer wieder an den Zügel und sah was er schon alles gelernt hatte. Ich war keinesfalls ein Dressur-Ass, deshalb wurde Ray auch nicht von mir auf turnieren vorgestellt sondern von seiner Reitbeteiligung, aber Jill wollte, dass ich mit ihm lerne. Es war anstrengend sich auf alle Kleinigkeiten zu konzentrieren. Ray war sehr fein in den Hilfen, was es mir als stumpfer Militarty-Reiter nicht gerade einfacher machte. Ich musste die Ruhe lernen, die Ray schon kannte. Die Angst ihn zu verreiten wuchs von Minute zu Minute. Unter den kritischen Blicken der Mädchen galoppierte ich Ray an. Er war stellte sich direkt an den Zügel. Galopp schien er zu mögen, er war eben doch ein Vollblut, so ausgeglichen er auch war. Ich machte meine Beine lang und spürte wieder das Ziehen im Fußgelenk, aber es war nicht so stark wie beim Aufsteigen. Hatten sich die Ärzte wohl doch geirrt? Hatten sie was übersehen? Wenn doch alles verheilt war, wieso tat es noch weh, wenn Spannung drauf kam? Meine Gedanken waren überall nur nicht beim Pferd. Ray wurde immer unsicherer und ich parierte ihn wieder durch in den Trab. Auf dem Zirkelholte ich ihn runter, ließ ihm die Zügel lang und ließ ihn sich strecken und dehnen. Er genoss das sichtlich, seine Ohren schwankten zur Seite und die rosa Unterlippe löste sich etwas. Er wurde immer langsamer bis er irgendwann in einer Gangart lief die die Westernreiter Jog nannten. Ich ließ ihn stehen und lobte ihn sanf. Wir waren jetzt eine halbe Stunde auf dem Platz, das Warmreiten ausgeschlossen. Da meine Konzentration immer weiter nachließ beschloss ich ihn nur noch abzureiten und dann den Tag abzuschließen und aus dem Gedächtnis zu streichen. "He Hunter dein Handy klingelt!" rief eine der jungen Frauen vom Innenhof rüber und rannte mit dem Handy in der Hand an den Zaun vom Reitplatz. Ich wollte sowieso gerade absteigen. Mit einem Schwung setzte ich auf den Boden und... knickte ein. Mein Fuß hielt dieser Belastung nicht stand, mit einem höllischen Schmerz brach ich zur Seite und Ray machte einen Satz nach hinten und schnaubte argwöhnisch.
      Der Schmerz ließ leider diesmal nicht so schnell nach, aber immerhin konnte ich mich nach ein paar Sekunden wieder aufrichten. Maja war mittlerweile bei mir und half mir aufzustehen und stützte mich. Ich war völlig geschockt. So viel zur Heilung. Immer wieder setzte ich den Fuß kurz ab, doch immer wieder zog der Stich vom Gelenk bis hoch ins Bein. "Das gibt's doch nicht!" murmelte ich und humpelte mit Maja und Ray vom Platz. Maja musterte mich besorgt und buchsierte mich zu ihrem Stuhl, gab mir mein Handy dessen Klingeln mittlerweile aufgehört hatte. Es war Jill, sicher war sie jetzt am Flughafen und wollte nur noch schnell bescheid geben dass soweit alles okay war. Maja übergab Ray den beiden Schwestern Linda und Laura, die ebenfalls auf dem Innenhof waren und alles beobachtet hatten. Die beiden freuten sich helfen zu können, mit 17 Jahren waren sie hier mit die jüngsten und teilten sich die Reitbeteiligung an Race is Hope und Lamperd.
      Meine Gedanken schwirrten umher, Angst stieg in mir auf. Was wenn mir da gleiche Schicksal graut wie Jill? Was wenn ich nicht mehr reiten dürfte, wenn mein Fuß jetzt ganz kaputt wäre? Maja war kurz im Reiterstübchen verschwunden. Ich starrte ins Leere, gefangen in Vorstellungen, eine grauenvoller als die andere. "Komm!", Maja war wieder da. Sie zog mir am Arm und wir gingen zu ihrem Auto. Wieder drohte mir ein Krankenhausaufenthalt. Die Fahrt über sprachen wir kein Wort. Ich schob auf meinem Handy Apps hin und her um nicht reden zu müssen. Mein Herz raste. In der Notaufnahme wurde das nochmal schwarz auf weiß aufgezeichnet. Mein Fuß wurde abermals genaustens untersucht. Die Ärzte entdeckten ach etwa zwei Stunden Krankenhaus dass eine Sehne angerissen war und jetzt noch weiter gerissen ist. Ich wollte nicht mehr hören, ich hatte furchtbare Angst Worte zu hören, die auch Jill schon einmal gesagt wurden. Doch sie kamen nicht. Im Gegenteil, die Ärzte schienen froh zu sein, dass es nichts Anderes war. "Das ist zwar nicht angenehm, aber sie werden wieder gesund." sagten sie mir. Sie erklärten mir dann die Therapie, die sie mit mir vor hatten. Mir drohten weitere zwei Wochen ohne Bewegung und mit täglichen Spritzen, damit sich die Sehen wieder aufbaute. Auch danach durfte ich erstmal keine großen Belastungen auf den Fuß geben. Reiten war demnach nicht drin. Wiedermal.
      Am Abend telefonierte ich mit Jill, die mittlerweile auf der Ausstellung war. Sie erzählte mir hellauf begeistert von einer Reitponystute, die sie einfach kaufen musste. Jill sagte sie habe es aufgegeben jemals wieder auf die Beine zu kommen und mit dieser Stute könne sie in den Fahrsport einsteigen. Sie klang so unglaublich begeistert, dass ich ihr keine Einwände gab. Iceflower hieß der Neuzugang. "Nur Jill, es werden immer mehr Pferde die wir versorgen müssen. Das schaffen wir bald nicht mehr nur zu zweit." klagte ich. Jill sprach mir zu und wenn sie wieder im Land ist würden wir und um weitere Angestellte kümmern. Von meinem Fuß erzählte ich ihr noch nicht. Sie war so glücklich, da wollte ich ihr eine ruhige Nacht schenken. Die junge Ponystute würde sie direkt aus Schweden mitbringen, sie hatte eine Fahrgemeinschaft mit einem anderen Ausstellungsbesucher gegründet.
      ...
      Iceflower machte sich prächtig! Sie war eine sehr interessante Porzellanscheckstute, gerademal zwei Jahre alt und schon recht weit geschimmelt. Jill und ich hatten mittlerweile Unterstützung auf den Hof geholt. Josy war eine sehr gute Dressurreiterin und würde Ray weiter fördern. Und für die anderen Vollblüter hatten wir eine gute Springreiterin ins Boot geholt. Sie heißt Yana und ist wirklich sehr hübsch. Direkt nach Iceflowers Ankunft machte ich jeweils einen Termin beim Tierarzt und Hufschmied für sie und der Hufschmied sollte auch gleich für Ray vorbei schauen, den ich beim letzten Besuch vergessen hatte.
      Für Fleur suchten wir jetzt noch einen Ausbilder, wir hatten alle recht wenig Erfahrung im Fahrsport, doch Jill war Feuer und Flamme dafür. Sie wälzte Bücher und kam jeden Tag mit einem neuen Trainer, den sie gerne mit Fleur arbeiten lassen würde. Mir hingegen ging es nicht so rosig. Die Therapie machte mir zu schaffen, ich war zwar mittlerweile wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden, aber der Heilprozess ging nur schleichend voran und bei jeder kleinsten Bewegung des Fußes kamen Schmerzen auf. Ich langweilte mich sehr und ärgerte mich, dass ich mich nicht auf mein Gefühl verlassen hatte. Maja kam immer wieder ins Reiterstübchen und versuchte mich aufzuheitern. Doch ich hatte das Gefühl das Leben rauscht an mir vorbei, ich konnte nicht verstehen wie Jill das die ganze Zeit schaffte so zuversichtlich zu bleiben. Ich hatte sie zwar auch schon lange nicht mehr SO glücklich gesehen, aber selbst in ihrer ersten Zeit im Rollstuhl bewahrte sie stets die Fassung und ihren Optimismus. Geknickt starrte ich auf die Prospekte für den Fahrsport vor mir und versuchte Jill wo es ging zu helfen. Mein Zustand war immerhin nicht für die Ewigkeit.
      9609 Zeichen by BearBrook

      26.10.2015
      Hochmut kommt vor dem Fall
      Mittlerweile waren zwei Monate vergangen, es war Herbst und Jill hatte drei weitere Pferde ins Reitzentrum geholt. Einen Trakehner-Scheckhengst namens Cadiz, eine Vollblutstute namens Bear Totem's Denali und eine Reitponystute namens Princess Sansa. Mir ging es wieder gut, ich durfte wieder reiten und das verlief nun schon seit einigen Tagen völlig schmerzfrei. Jill hingegen hatte aktuell wieder ein Tief erreicht. Sie ließ ihre schlechte Laune unbewusst an mir aus. Ich wusste, sie meint es nicht so, aber es war furchtbar stressig sie ständig im Nacken sitzen zu haben bei der Arbeit. Ich war immer froh wenn Maja und Co. da waren um einen Teil der Pferde mit zu bewegen. So kümmerten sich Linda und Laura heute um Cadiz und Denali, während ich mich mit der Ponystute Sansa abgeben musste. Maja machte sich Iceflower zurecht. Sansa hatte eine unglaublich arrogante Art und erinnerte mich an eine weibliche Version von Adrianna's Sir Outlaw. Es kostete mich viele Nerven mit dieser Jungstute zu arbeiten, sie war nicht eingeritten, kannte aber die Longenarbeit. Ich diskutierte schon alleine zwanzig Minuten mit ihr um sie von der Weide zu führen. Das Putzen genoss sie sichtlich. Nach insgesamt zwei Stunden Arbeit verabschiedete ich sie dann wieder zurück in die Herde und holte mir meine Slap Happy. Seit dem Sturz damals hatte ich mich nicht mehr um sie gekümmert. Als ich sie von der Weide führte hatte ich abermals ein mulmiges Gefühl im Bauch, aber ich wusste, dass alles okay werden würde. Es war unglaublich ruhig im Stall während ich meine Stute zurecht machte. Irgendwie kam ich mir sehr beobachtet vor. Niemand schien es für richtig zu halten, dass ich Scheppi wieder reiten würde nach dem was passiert war. Aber Jill hatte mir ihr OK gegeben. Das Training heute beweiste mir auch, dass unser Verhältnis keinen allzu großen Riss erhalten hatte. Scheppi schien sogar besser mitzuarbeiten als je zuvor. Vielleicht hatte sie das genauso vermisst wie ich. Die anfänglichen Bauchschmerzen verwandelten sich urplötzlich in Glücksgefühle, als ich mit ihr den ersten Sprung genommen hatte... „Hunter?“ hörte ich eine zaghafte Stimme hinter mir sagen, als ich Scheppis Sattel nach dem Training zurück in die Sattelkammer brachte. Als ich mich umdrehte, sah ich dass es Maja war. Sie kam gerade mit Iceflower zurück. Ein wenig verwundert wieso sie zaghaft klang sah ich sie an. „Wie lief das Training mit ihr? Ist alles Gut?“ Ich schmunzelte und legte den Sattel auf die Halterung in Scheppis Spind und antwortete dann. „Ja, das Training verlief gut. Kein Grund zur Sorge.“ Man konnte sehen wie Maja ein riesen Stein vom Herzen fiel. Auch sie schien sich sehr gesorgt zu haben. „Ich geh dann mal den nächsten Kandidaten fertig machen.“ sagte ich und schob Maja sanft zur Seite um an ihr vorbei zurück zu den Weiden zu gelangen. Ich spürte Majas neugierige Blicke im Nacken, doch sie folgte mir nicht. Als letztes für den heutigen Tag holte ich Ray von der Weide. Der Vollbluthengst den hier irgendwie jeder liebte. Gesattelt und mit eingeflochtenem Langhaar führte ich ihn auf den Reitplatz. Linda und Laura waren hier mit Lamperd und Race is Hope. Die beiden hatten ihre Hengste gut im Griff und Ray war ganz froh, nicht alleine auf dem Platz zu sein, weil er wusste, dass ich ihn dann nicht zu hart ran nahm. Maja setzte sich mit mitgebrachten Broten auf einen der Stühle auf dem Innenhof um uns zu beobachten. Auch Jill war hier, schien jedoch vertieft in ein Buch zu sein dessen Titel ich vom Platz aus nicht erkennen konnte. Wahrscheinlich wieder ein Wälzer über die Pferdezucht oder -Genetik. Eben Jill-Lektüre. Auch mit Ray arbeitete es sich wunderbar heute. Ich war schon lange nicht mehr so zufrieden am Ende eines Tages wie heute. Als ich Ray fertig abgesattelt hatte kam Maja gerade von der Weide zurück und lächelte mich unverhohlen an. Ihr Blick hatte etwas Verruchtes. Ein wenig verwirrt erwiderte ich das Lächeln und wandte mich dann wieder Ray zu. Die Arbeit von heute machte sich langsam im Rücken und in den Beinen bemerkbar, ich wollte nicht wissen wie viele Kilometer ich heute insgesamt gelaufen war. Ich strich dem bunten Hengst über den Hals, auch er hatte heute ordentlich Schweiß gelassen. So zog ich Ray noch einmal mit dem Schweißmesser ab bevor ich ihn mit seiner Decke in die mit frischem Stroh befüllte Box stellte. Wie gewohnt legte er sich direkt hinein und spielte kurz mit den pieksigen Halmen. Es war schön ihm dabei zu zu sehen. „Ich bin dann weg.“ verabschiedete sich Maja und verließ nun als letzte den Hof. Jetzt waren nur noch Jill und ich da. Jill hatte sich bereits zurückgezogen und war auf der Couch eingeschlafen. Ich freute mich endlich Zeit zu haben um etwas zu essen. Es war nun schon 22Uhr Abends. Drei Pferde und die übliche Stallarbeit hatte ich heute geschafft, ohne irgendwelche gefährlichen Zwischenfälle.Nachdem ich etwas gegessen hatte machte ich mich auf meinem Bett lang und lag noch kurz wach; dachte über die Damenwelt nach, die sich heute sichtlich komisch verhalten hatte. Dann schlief ich ein und genoss einen unglaublich tiefen Schlaf, der so erholsam war, wie schon lange nicht mehr.
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      28.11.2015
      Weil Frauen kompliziert sind...
      Einige gute Trainingstage waren nun vergangen, das Training mit Ray und Scheppi verlief sogar besser als gedacht. Mit der Dressur tat ich mich noch immer schwer, aber Maja half mir sehr. So oder so war Maja in letzter Zeit immer da, wenn irgendetwas war. Immer wieder erkundigte sie sich nach meinem Befinden und half mir sehr intensiv beim Training, kam mit auf Ausritte. Manchmal hatte ich das Gefühl Jill hätte sie auf mich angesetzt um darauf zu achten, dass mir nicht noch einmal etwas passierte.

      Gerade waren wir auf einem Grasplatz und übten Versammlungen mit Ray. Er konnte das, ich weniger. „Du musst die Hände noch ruhiger halten, Hunter!“ Ich brummte... Ja, ich wusste das. Aber es ist leichter gesagt als getan. „Versuch noch feinere Hilfen zu geben, denk an deine Füße!“ Sie hörte gar nicht mehr auf mit ihrer Kritik! „MAJA!“ rief ich irgendwann und sah sie frustriert an, die langen Haare im Gesicht hängend musste das regelrecht irre ausgesehen haben wie ich sie ansah. Sie schwieg und sah mich an. Ihren Audruck konnte ich nicht deuten, er lag irgendwo zwischen „Enttäuschung“ und „verletzt sein“. Dann wandte sie den Blick ab und gab Iceflower einen sanften Schub nach vorne, galoppierte mit ihr weg. „Super klasse...“ brummte ich unzufrieden. „Majaaa... es tut mir leid, das war nicht so gemeint!“ Mit Ray hatte ich sie schnell eingeholt und ritt nun neben ihr her. Sie ignorierte meine Anstrengungen. Dann ritt ich vor und stellte mich mit Ray in ihren Weg. Jetzt konnte ich ihren Blick deuten: Sie war sauer. Mehr als eindeutig. „Geh mir aus dem Weg, Hunter!“ maulte sie und ihr folgender Blick verriet mir, dass sie nun einen Weg um mich und Ray herum suchte. Links und rechts vom Weg lagen nun Kuh- und Schafsweiden. Der Platz reichte keinesfalls um an einem querstehenden Ray vorbeizukommen, so klein Iceflower auch sein mochte. Es endete darin, dass Maja das Pony rückwärts richtete und dann in die andere Richtung weiter ritt. „Ach komm schon!“ rief ich entrüstet hinterher und holte wieder auf. „Ich bin ein Trottel und weiß deine Mühen nicht zu schätzen!“ gab ich zu und versuchte ihren Blick zu erhaschen, doch sie blickte stur geradeaus. Dann irgendwann nach zig Versuchen sich zu entschuldigen hielt sie an. Ich brauchte in paar Sekunden um das zu realisieren und machte dann mit Ray kehrt sodass ich vor ihr stand. Sie sah so unglaublich enttäuscht aus. Das war nie mein Ziel. Ich wollte einfach nur, dass sie mich etwas weniger forderte. Ich war schlichtweg überlastet mit so viel Input. Dressur war nicht einfach für mich! „Du weißt garnichts! Du hast keine Ahnung!“ fauchte sie und in ihrer Stimme schwang so viel Traurigkeit mit, dass ich sie am liebsten in den Arm genommen hätte, wäre sie nicht so sauer auf mich. Ich schwieg und sah sie einfach nur an. Was wusste ich nicht? Warum sagte sie es mir nicht einfach, wenn es ein Problem gab? „Ich brauch eine Auszeit...“ sagte sie dann, drehte um und ritt wieder weg. Diesmal folgte ich ihr nicht, auch wenn Ray sich am liebsten an Iceflower gekoppelt hätte. Ich hielt ihn im Stand und wartete bis die beiden außer Sicht waren. Geknickt schritt ich dann ebenfalls Richtung Stall um die Arbeit mit Ray nieder zu legen. Maja hatte ich nicht mehr gesehen, sie musste Iceflower nur schnell abgesattelt haben um dann zu verschwinden.
      Der restliche Tag zog sich furchtbar lang. Ich redete mit niemandem und machte nur noch stur den Rest meiner Arbeit um dann in meine Wohnung zu gehen und abzuschalten.

      Sturz ins Grauen
      Es war grauenvoll die nächsten Tage. Es wurde zum einen immer kühler und zum anderen ließ sich Maja nicht mehr blicken, sodass ich auch die Arbeit mit Fleur übernahm, neben der mit Ray und Scheppi. Ich vermisste die Dressurlektionen, jetzt wo sie ausfielen. Auch Jill redete mir dauernd ein was für ein Idiot ich doch gewesen sein muss, Maja zu vergraulen. Dass ich gar nicht wusste, was genau ich jetzt alles falsch gemacht hatte interessierte sie nicht im Geringsten. Eines frühen Morgens stand ich schon um vier Uhr auf um alle Stallarbeiten bis neun erledigt zu haben. Ich hatte mir beim Holen des Heus vom Heuboden den Kopf angeschlagen und auf dem eisigen Paddockboden war ich heute auch schon fast ausgerutscht. Dann, als ich dachte es kann nicht schlimmer kommen, kam Maja auf den Hof. Ich saß da gerade in einer Ecke eines gerade fertig abgeäppelten Paddocks und starrte ins Leere, als ich die Schritte hörte und aufsah. Scheinbar wusste sie selbst nicht wie sie mit der Situation umgehen sollte. Sie lächelte immer mal kurz und sah mich ein wenig gruselig an. Mein Gesicht blieb verkühlt. Ich hatte Kopfschmerzen und absolut keine Lust auf weitere Moralpredigten und erst recht nicht auf irgendwelche anderen Vorträge von einer verbitterten Frau, die mir eh nicht sagen würde was Sache ist. Ich wandte den Blick ab und stand auf um den Mist zum Misthaufen zu bringen. Maja blieb wie angewurzelt stehen und starrte auf die Stelle, wo ich eben noch saß. Es knickte mich, dass sie mir nichts gesagt hatte, auch wenn ich eigentlich genau das nicht wollte. Gerade als ich mich auf den Weg zur Weide machen wollte hörte ich Maja „Hallo“ sagen. Sie stand etwas zwei Meter hinter mir und hatte Fleur an der Hand. „Hallo.“ gab ich zurück und ging weiter meines Weges. „Hunter... warte!“ Ich blieb wie angewurzelt stehen, drehte mich aber nicht um. Könnte der Tag noch schlimmer werden? „Du Idiot!“ sagte sie jetzt lachend und ich fand mich verwirrt zu Boden blickend. Was war daran lustig?! Ich wandte mich ihr zu und sie lachte wieder, als sie sah wie verunsichert ich war. FRAUEN! Dachte ich mir insgeheim, war jetzt aber neugierig was nun kommen würde. „Es tut mir leid, dass ich so empfindlich reagiert hab. Das war unnötig. Aber ich musste mir erst klar werden...“ begann Maja. Ich zog eine Augenbraue hoch. Ahja. Dann kam Maja näher und nahm meine Hand. „Ich... es tut mir leid. Meinst du, wir könnten wieder normal miteinander umgehen?“ Mein Blick wanderte von unseren Händen über ihren Arm hoch zu ihrem Gesicht. Sie hatte goldblonde, lange und gewellte Haare. Sie trug sie heute halb hochgesteckt. Ihre Lippen waren voll, sie hatte wunderschöne eisblaue Augen und eine etwas knollenförmige Knubbelnase, die ihre Schönheit aber in keinster Weise beeinträchtigte. Die vorderen Haarsträhnen waren hellblond gebleicht von der Sonne, ihr Blick war hoffnungsvoll und ich versank einen Moment darin bis ich antwortete. „Ja, klar.“ sagte ich stumpf und mit einem pappigen Gefühl im Mund. Dann fügte ich noch schnell hinzu: „Aber erklär' mir bitte, was an dem Tag los war!“ Maja ließ meine Hand los und sah weg. Ich hatte einen weichen Punkt getroffen. „Ich glaube, das will ich dir nicht sagen. Nicht jetzt.“ sagte sie und ich legte die Stirn in Falten. Was wollte sie mir nicht sagen? Wieso redete sie nicht einfach, das würde alles viel einfacher machen. „Nagut.“ sagte ich, drehte um und ging weiter zur Weide. Es vergingen wieder einige Stunden bis Maja abermals ein Gespräch begann. Diesmal saßen wir beide zu Pferd. Auf dem Reitplatz. Niemand sonst war mehr da, die Beleuchtung des Platzes war die einzige Lichtquelle und wir konnten unseren Atem sehen, so kalt war es. „Es ist ganz schön kühl geworden oder?“ sagte sie, sodass ich Angst hatte sie könne Gedanken lesen. Sie sah mich abermals hoffnungsvoll an. Ich nickte und stieg ab. Slap Happy hatte genug getan für heute. Maja tat es mir gleich und wir führten unsere Pferde in den Stall um sie abzusatteln. Das ganze geschah kommentarlos. Es war eine peinliche Stille. „Ich... was letztens war...“ stotterte Maja plötzlich in etwas schriller Stimme los und rannte um Scheppi herum um mir in die Augen blicken zu können, die wieder einmal ziemlich verdutzt dreinblickten über den plötzlichen Aufruhr zu so später Stunde. „Ich schätze ich hab mich etwas in dich verguckt...“ gestand Maja. „Deshalb war ich so enttäuscht, dass du das nicht erwidert hast und ganz im Gegenteil, mich auch noch aufgefordert hast meine Klappe zu halten.“ Das verschlug mir nun abermals die Sprache. Ich nickte und brachte Scheppis Sattelzeug weg. Das musste ich nun erst mal verdauen. Ich mochte Maja, aber mehr war da nicht. War es nicht? Nein... Definitiv nicht. Wieder schwiegen wir beiden uns an. Bis beide Pferde in ihren wohlig warmen Boxen standen. „Und?“ fragte mich Maja und sah mich wieder so an... „Maja, ich... kann dir da jetzt nichts zu sagen.“ fing ich an. „Ich weiß nicht ob-“ ich brach ab. „Hast du das gerade gehört?“ fragte ich sie unsicher und wandte mich um. Doch Maja sah mich nur verzweifelt an. Da, da war es wieder. Ein Schaben, Klicken und dann fiel etwas metallenes zu Boden. „Hunter, da ist jemand! Wir sollten die Polizei rufen.“ Ein Einbrecher. Ja. Das wäre möglich. Doch bevor wir die Polizei rufen wollte ich sicher gehen. Was wenn es nur ein Marder war, der hier sein Unheil trieb? Ich ging zum Ende der Stallgasse, öffnete die Stalltüre und dann sah ich ihn. Der Mann war groß gewachsen aber sehr dürr. Er hatte sich einen Strumpf über den Kopf gezogen, damit man sein Gesicht nicht erkannte. Er war sehr überrascht mich zu sehen, so hatte ich zwei Sekunden Zeit um zu handeln. „Maja!“ ich schnappte mir das was mir am nächsten war um mich zu bewaffnen: Einen Spaten. Maja huschte in die Sattelkammer und ich hoffte sie würde sofort die Polizei rufen. Der Einbrecher hatte sich mittlerweile aufgerichtet und schien noch zu überlegen was er jetzt tut. Seine Hände in den Jackentaschen stand er da und sah hektisch von links nach rechts und dann wieder zu mir. Den Spaten hatte ich so gegen ihn gerichtet, dass er mir einen Sicherheitsabstand gewähren musste. Nach einer schier unendlichen Zeit hörte ich die Sattelkammer hinter mir aufgehen. Für einen kurzen Augenblick ließ ich den Mann aus den Augen. Es reichte ihm um mir den Spaten aus den Händen zu reißen. Reflexartig ging ich einige Schritte rückwärts und versuchte den Sicherheitsabstand auch ohne den Spaten einzuhalten. Doch der Einbrecher schien jetzt sicherer. Nach wenigen Schritten stand ich an einer Boxenwand und konnte nicht noch weiter zurück. Mein Herz raste, in meinem Kopf drehte sich alles. Was sollte ich tun? „Die Polizei ist auf dem Weg, sie sollten verschwinden!“ sagte Maja erstaunlich ruhig. Der Einbrecher beachtete sie nicht. Er stand jetzt unmittelbar vor mir, eine Hand noch immer in der Jackentasche. „Welches ist das wertvollste Pferd da draußen? Sag es mir und ich werde niemandem etwas tun.“ Ich warf Maja einen flüchtigen Blick zu. Natürlich würde ich ihm kein Pferd nennen. Quälend lange Sekunden verstrichen bis der Mann sichtlich ungeduldig ein Messer zog und mich gegen die Boxenwand drückte. „Sag es!“ wiederholte er. Es war so unwirklich, klar denken war mir nicht möglich also handelte ich aus Reflex: Mit einem Ruck stieß ich mich von der Wand ab und schubste den Einbrecher mit dem gewonnenen Schwung nach hinten sodass er strauchelte. Dann rannte ich raus. Ich wusste er folgte mir. Der Tag heute hatte mich geschlaucht, doch in diesem Moment hatte ich so viel Energie wie lange nicht mehr. Ich rannte auf den Innenhof, weg von den Pferden. Kurz vor dem Haupthaus hatte mich der Einbrecher eingeholt und riss mich zu Boden. Unsanft schlug ich auf die Pflastersteine auf. „Welches Pferd?!“ fragte der Mann abermals, doch dann lauschte er auf. Auch ich hörte die Sirenen der Polizeiwagen. Mir fiel in diesem Moment ein großer Stein vom Herzen, auch wenn der Einbrecher noch über mir stand und mich bedrohte. Ich hörte wie jemand das große Haupttor öffnete, im gleichen Augenblick zog mich der Einbrecher auf die Beine und fixierte meinen rechten Arm damit ich mich nicht mehr wehren konnte. Mit der linken Hand hielt er mir sein Messer an die Kehle. „Lassen sie den Mann los!“ hörte ich eine fremde Stimme sagen. „Lassen sie mich gehen und ihm wird nichts passieren!“ die Stimme des Einbrechers bebte vor Nervosität. „Sie reiten sich nur noch weiter rein!“ So gut die Worte der Polizisten auch gewählt waren, der Einbrecher verstärkte seinen Griff nur so weit dass es schmerzte. „Bleiben sie stehen!“ sagte er schrill. „Keinen Schritt weiter!“ Immer wieder versuchte ich mich aus seinem Griff zu reißen, doch es war unmöglich, also machte ich mich schwer. Wenn er wegrennen wollen würde wäre ich so eine zu große Last. „Legen sie das Messer weg, seien sie vernünftig!“ Ich schnaubte verächtlich. Vernünftig? Ein Einbrecher? Das war jetzt wirklich lächerlich. Auch der Einbrecher ließ ein Schnauben vermerken, er zog mich noch ein paar Schritte zurück. Dann urplötzlich nahm er das Messer von meinem Hals, ich roch meine Chance um wegzurennen. Der Einbrecher ließ es zu und ich rannte zu den Polizisten, wo, wie ich jetzt sah auch Maja und Jill waren. Maja kam sofort zu mir um mich in den Arm zu nehmen und meinen Kopf anzusehen an dem eine Platzwunde klaffte. Die Polizei stellte den Einbrecher und hörte Maja und mich noch an, bis sie uns den Notärzten überließen.

      Mein Kopf pochte, ich konnte mich nicht daran erinnern jemals solche Kopfschmerzen gehabt zu haben und die Fragen der Polizisten hatten das nicht gerade besser gemacht. Es waren zwei Notärztinnen da, die eine kümmerte sich um Maja und die andere eilte so schnellen Schrittes zu mir, dass ich kurz überlegte ob ich zurückweichen sollte. Sie bugsierte mich zu einem der Stühle, die im Innenhof standen. Ein wenig unsicher sah ich sie an. Ich hatte mich selbst noch nicht gesehen, wusste nur dass ich höllische Kopfschmerzen hatte und jetzt am liebsten einfach irgendwo alleine wäre. Nachdem sie mir mit einem kleinen Licht in die Augen geleuchtet hatte schien sie halbwegs zufrieden zu sein. Mit einem kurzen Blick auf meine Schläfe wandte sie sich ab und kramte in ihrer Tasche. „Wie fühlen sie sich denn Mr. Crowley?“ fragte sie mich während sie mir eine Kompresse auf die Wunde drückte um die Blutung zu stoppen. Unglaublich tolle Frage, eine halbe Stunde nachdem einem ein Messer an die Kehle gehalten wurde. Mein Blick schien diesen Missmut wohl zu verraten, sodass die Ärztin nicht weiter nachhakte auf meine Schweigen hin. „Sollte es ihnen morgen schlechter gehen melden sie sich bitte nochmal.“ sagte sie schließlich und schien nun zu überlegen wie sie mich am besten wieder flickt. Sie entschied sich dann die Wunde zu kleben, das war für alle Parteien am angenehmsten. „Wenn die Kopfschmerzen schlimmer werden, können sie sich auch erst mal damit helfen.“ sagte die junge Frau und hielt mir gleichzeitig eine Packung Medikamente hin, die ich ihr abnahm. „Sicher, dass sie nicht reden wollen? Manchmal hilft das.“ besorgt musterte sie mich. Doch ich verneinte dankend. „Gut, dann wären wir fertig.“ Die Ärztin richtete sich auf, nahm ihre Tasche und sagte dann noch. „Ruhen sie sich aus, nicht zu viel arbeiten, heben, etc etc. Vermeiden sie Stress!“ Dann verschwand sie. Die Ärztin, die sich um Maja kümmerte redete noch mit ihr. Maja brabbelte so vor sich hin, kämpfte zwischenzeitlich mit den Tränen. Wenigstens sie konnte sich dadurch etwas lösen.

      Irgendwann stand ich auf und ging ins Haus, wo ich mich aufs Sofa fallen ließ und die Wand anstarrte. Meine Gedanken kreisten, was passiert war hatte ich noch immer nicht ganz realisiert. Irgendwann kamen Jill und Maja gemeinsam rein. „Ich geh jetzt schlafen, ich hoffe ihr seid mir nicht böse.“ sagte Jill. „Hunter, ich hab Maja angeboten heute hier zu schlafen, weil sie doch ziemlich durch den Wind ist. Ihr könnt ja dann klären, wie ihr das macht.“ Dann verschwand sie. Maja stand da und sah mich an. „Setz dich doch, oder willst du auch schlafen?“ fragte ich sie und bot ihr den Platz neben mir an. Maja kam zu mir und setzte sich. Es verstrichen ein paar Momente peinliches schweigen, bis ich mich aufraffte um Kopfkissen und Decke aus meinem Zimmer zu holen und auf das Sofa zu legen, wo ich zuvor noch saß. Maja ließ ein leises „Danke“ vernehmen. „Wenn du noch irgendwas brauchst, meld dich... Das Bad ist da drüben, wenn du Hunger hast fühl dich wie zu Hause.“ Abermals dankte Maja und ich schlich rüber ins Bad um mich Bettfertig zu machen und dann schlafen zu gehen. Müde und kaputt ließ ich mich rücklings auf die Decke fallen.

      Mitten in der Nacht wachte ich von einem zaghaften Klopfen auf. „Ja?“ sagte ich mit bröckelnder Stimme und richtete mich auf, machte das Nachtlicht an. „Kann ich rein kommen?“ - „Ja.“ meinte Stimme festigte sich etwas. Maja kam mit hellwachen Augen ins Zimmer, die Decke, die ich ihr hingelegt hatte fest im Griff. „Tut mir leid, dass ich dich geweckt habe... ich kann nicht schlafen, ich hab Angst.“ Ich lächelte und wies sie an sich zu mir zu setzen. „Willst du reden?“ Sie schüttelte den Kopf und rückte näher an mich ran um mich zu umarmen. Instinktiv legte ich meine Arme um sie und wog sie einen Moment in Sicherheit.

      Am nächsten Morgen konnte ich mich nicht erinnern, wann ich eingeschlafen war. Maja lag neben mir, in ihre Decke gehüllt wie in einen Kokon. Bemüht leise schlich ich mich aus dem Zimmer und machte mich dann im Bad fertig für den Tag. In der Küche traf ich Jill, die dabei war Frühstück zu machen. Sie grinste mich unverhohlen an. „Was?“ fragte ich etwas genervt und schmiss die Kaffeemaschine an. „Oh, lief nicht so gut?“ setzte Jill nach. „Weiß nicht wovon du redest.“ - „Na... von Maja, hier im Wohnzimmer hat sie jedenfalls nicht geschlafen.“ Ah, jetzt ging mir ein Licht auf. „Sie hat nur Trost gesucht.“ klärte ich meine etwas zu neugierige Cousine auf. „Ja ja, klar.“ sie schnaubte verächtlich. „Jill, da lief nichts und da wird auch nichts laufen.“ versicherte ich ihr und hielt dieses Gespräch damit für beendet. Mein Kaffee war jetzt auch fertig, sodass ich mich ins Wohnzimmer verkroch um meine Ruhe zu haben.

      Nachdem ich meinen Kaffee ausgetrunken hatte machte ich mich direkt auf den Weg in die Stallungen um die Pferde zu füttern, die mich schon sehnlichst erwarteten. Nach der Fütterung begann ich die Boxen zu misten. Nach drei Boxen kam Maja dazu. „Du sollst doch gar nicht arbeiten.“ tadelte sie mich und legte ihr Hand auf meine, die die Mistgabel hielt. Ich drehte mich zu ihr um. „Und wer soll das alles machen? Jill? Du?“ ich zog eine Schnute. „Das passt schon.“ Widerwillig ließ Maja mich weiter arbeiten und ging die Stallgasse entlang in Richtung Koppeln. Mittags war ich mit allem fertig und hatte sogar Slap Happy schon fertig für heute. Als ich Sansa von der Weide holen wollte traf ich wieder auf Maja. „Du willst nicht ernsthaft Sansa reiten, heute?!“ - „Und wer denkst du soll d-“ doch Maja kam wütend auf mich zu und schob mich weg. „Du hast eine Platzwunde am Kopf und willst ein Pony reiten, dass die bei jeder Gelegenheit absetzt?! Wenn du das machst bist du der größte Idiot den ich kenne!“ ihr Stimme wurde mit jedem Wort schriller und überdrehter. Perplex über so viel Aufruhr ging ich wieder weg und nahm mir stattdessen Lamperd als nächstes. Auch mit ihm hatte ich wie immer keine Probleme, allerdings forderte ich heute auch nicht fiel, da es mir tatsächlich nicht so blendend ging. Als ich nach Lamperd noch Ray holen wollte wurde es mir plötzlich so übel, dass ich mich entschied dass er es heute nicht so nötig hatte. Immerhin hat er ja auch noch eine Reitbeteiligung. Etwas benommen setzte ich mich in einen der Stühle im Innenhof und beobachtete Linda und Laura beim Reiten von Race is Hope und Cadiz. Als auch diese beiden den Tag heute beendeten und den Hof verließen wurde es unglaublich ruhig. Ich genoss die Ruhe und nickte immer wieder kurz ein. „Hunter? Alles ok?“ Maja war von ihrem Ausritt mit Iceflower zurückgekehrt. „Ja, ich bin nur eingeschlafen.“.

      „He ihr zwei, habt ihr keinen Hunger?“ Ein paar Minuten später saßen wir alle drei am Esstisch und fielen über das von Jill gekochte Essen her. So schwierig sie manchmal auch war, kochen konnte sie sehr gut. Mir ging es schlagartig etwas besser, wenn auch die Kopfschmerzen nicht verschwanden, sondern sich sogar stetig steigerten. Jill sah ständig von Maja zu mir und wieder zurück, als wolle sie uns irgend etwas mitteilen. Als Maja das bemerkte fühlte sie ihr auf den Zahn, sodass ich nicht umhin kam zu grinsen. „Sagmal Jill, meinst du das jetzt ernst?“ fragte sie und Jill lief knallrot an. „Was denn?“ - „Da läuft nichts, vergiss es. Das haben wir schon vor Tagen geklärt!“ Sie nickte stumm und aß weiter. Maja hatte dafür meinen größten Respekt, Jill zum schweigen zu bringen schaffte nicht jeder.

      Maja stand nach dem Essen gleich auf. „Ich muss jetzt los, sonst wird mir das zu spät. Danke, dass ich die Nacht hier bleiben durfte.“ sie wandte ihren Blick zu mir und lächelte. „Ich begleite dich noch zum Auto.“ sagte ich und stand ebenfalls auf, half noch schnell den Tisch abzudecken und ging dann mit Maja zu ihrem Auto. „Fahr vorsichtig.“ sagte ich und wartete noch bis sie im Auto saß bis ich mich umdrehte um wieder ins Haus zu gehen. Drinnen sah Jill mich dann etwas verwirrt an. „Hörst du das?“ und dann fiel es auch mir auf. Das Auto schien nicht richtig anzuspringen, jedenfalls hörte es sich danach an. Ich eilte wieder raus und sah die verzweifelte Maja immer noch an Ort und Stelle stehen mit ihrem Auto. Hörte sich nicht gesund an, was das Auto so von sich gab. Da Maja ja eh nicht vom Fleck kam ging ich zur Beifahrerseite und setzte mich neben sie. „Na, will er nicht wie du willst?“ meinte ich scherzend und grinste sie an. „Diese verfluchte Dreckskarre!!“ schimpfte sie und schlug ihre Hände gegen das Lenkrad, sah mich anschließend ein wenig verrückt an. „Das Lenkrad kann da auch nichts für... Komm.“ meinte ich und stieg aus dem Auto. Maja blieb sitzen, sodass ich ums Auto kam, ihr die Tür öffnete und mich hinhockte. „Mach dich nicht verrückt, das kriegen wir wieder hin. Aber da jetzt im Dunkeln dran rum zu doktoren wäre das Blödeste was wir tun könnten.“ Ich reichte ihr die Hand und half ihr aus dem Auto. Als wir zurück ins Haus kamen grinste Jill uns schon an. „Das ist ein Zeichen!“ sie lachte. Ich brummte abwertend und ging ins Wohnzimmer, schnappte mir ein Buch über die Vererbung von Genen bei Pferden und versank darin.

      Die nächsten Tage waren langatmig, es passierte nichts großes und das Auto von Maja hatte einen ordentlichen Marderschaden, den ich ohne weiteres nicht reparieren konnte, also hatte ich sie mit unserem Auto nach Hause gebracht und sie kam nur noch tagsüber mit dem Bus, für wenige Stunden. Übrigens hatte Jill die zwei Angestellten zur Unterstützung wieder weggeschickt, da sich herausstellte, dass sie irgendwie mit dem Einbruch zu tun hatten. Wir waren also wieder auf uns gestellt. Drei unserer Stuten waren wir seit ein paar Tagen los, da sie auf dem Heartlandgestüt im Training waren. Allein das war schon eine riesige Erleichterung. Aktuell bereitete ich meine liebste Slap Happy auf die Krönung vor und bin dafür in England bei Catalina Nixon, die jetzt schon seit Monaten unsere Pferde trainiert und von der Jill mehr als begeistert ist. Ich nutzte die Gelegenheit in England zu sein um meine Eltern zu besuchen. Ich war schon lange nicht mehr so glücklich wie gerade. Gerade als ich wieder auf Catalinas Gestüt ankam und mein Motorrad auf die Ladefläche des Bear Brook Trailer fuhr, kam eben jene wieder zurück vom Schnelltraining mit Scheppi. „Bitte sag nicht, du willst mit dem Ding da hier rumfahren!“ fragte sie und ihr empörter Gesichtsausdruck amüsierte mich. „Quatsch nein! Der Transporter ist groß genug, um meine Maschine mit aufzunehmen.“ - „In Ordnung. Bist du bereit für ein wenig Dressurunterricht?“ Ich nickte. Jill hatte mich zu diesem Training verdonnert, da ich als Geländereiter mit Dressur herzlich wenig am Hut hatte bisher. Lediglich Maja hatte ihr Glück an mir versucht, ist aber an meiner Dickköpfigkeit zerbrochen. "Hast du dir denn schon ein Pferd für mich ausgesucht?" fragte ich neugierig und hoffte inständig, dass es ein einfaches Pferd sein würde und keines mit dem ich noch stundenlang diskutieren müsste. Typisch britisch zog sich der über den Mittag noch so schöne blaue Himmel mit dickten Wolken zu. Den Regen konnte man jetzt schon riechen, auch wenn er noch nicht fiel. Alles roch nach nasser Erde.

      23.12.2015
      Kleiner Lagebericht

      Meine Dressurausbildung bei Catalina Dixon ist beendet und es gibt vieles zu erzählen. Schönes, aber auch nicht so Schönes... Ein halbes Jahr lang war ich die meiste Zeit in der UK, kam nur für wichtige Termine nach Deutschland wie zum Beispiel Slap Happys Zuchtzulassung. Vor zwei Monaten ist in meiner Abwesenheit etwas Furchtbares passiert. Jill hatte einen Hirnschlag und ist kurz darauf im Krankenhaus gestorben. Ich war nicht da. Ich bin natürlich sofort nach Deutschland zurückgekehrt, zum einen um Jill zu beerdigen und zum anderen um die Arbeit auf dem Bear Brook EC weiterzuführen. Meine Eltern sind zur Unterstützung aus England hergekommen und haben mir ein ultimatives Angebot gemacht den alten Hof von ihnen zu übernehmen und den in Deutschland zu verkaufen. Nach einigem Hin und Her habe ich das Angebot angenommen und sind wir seit einer Woche in England. Mit Jills Tod habe ich auch wieder angefangen zu rauchen, was die schlechten Nachrichten abschließt. Es gibt aber auch schöne Neuigkeiten. Wir haben einen Reitponyhengst gekauft,Heart of Ocean ist sein Name. Sehr angenehmer Charakter. Für Princess Sansa haben wir auch endlich jemanden gefunden. Da ich von jetzt an viel unterwegs sein werde habe ich Unterstützung für den Hof gesucht und einen Westernfreak gefunden. Steven ist Mitte 30 und der einzige der mit Princess Sansa wirklich zurecht kommt. Außerdem hilft er bei den täglichen Stallarbeiten. Er gehört jetzt fest zum Team und ist mit nach England gezogen.

      Neben unseren Pferden stehen hier auch noch zwei alte Vollblüter meiner Eltern, die euch später noch vorstellen werde. Iceflower, Princess und Bear Totem's Denali sind zur Zeit bei Jackie im Kürprogramm. Cadiz und Mr. Raw Depression gehen stark auf ihre Körung zu oh und Ray möchte ich zudem im Military weiterbilden lassen um mit ihm im Turniersport aktiv zu werden. Was ich selbst erst vor ein paar Tagen erfahren habe ist, dass Jill Slap Happy hat decken lassen, von Lamperd. Das Fohlen müsste im frühen Sommer nächsten Jahres zur Welt kommen. Der einzige zu dem es nichts Neues zu sagen gibt ist Race of Hope, der dunkle Vollbluthengst wird liebevoll von seiner Reitbeteiligung umsorgt und genießt noch die Ruhe vor dem Sturm, bis die Zucht in Gang kommt. Heute widme ich mich speziell Ocean, dem neuen Reitponyhengst. All die Tage hatte ich noch keine Zeit gehabt ihn unter die Lupe zu nehmen. Meine Eltern waren begeistert von ihm, weshalb ich mich davon heute selbst überzeugen wollte. Mit seinen 147cm war er ein recht großes Reitpony. Ich war erstaunt wie selbstverständlich er sich von der Wiede führen und putzen ließ. Da war ich anderes gewohnt von unseren Schützlingen. Auch beim reiten zeigte er sich mehr als vorbildlich. Das Talent für Dressur und Springen spürte ich sofort und testete seine Grenzen. Nach gut einer Stunde war ich mit ihm fertig und stellte ihn recht zufrieden zurück auf die Weide. Er würde mit Sicherheit noch eine große Rolle in der Ponyzucht spielen, wenn er mal soweit ist.

      27.01.2016
      Nicht viel Neues

      Es hat sich so viel getan auf dem Gestüt in England. Die Trakehner abgegeben habe ich kurz darauf zwei der Reitponys von Catalina übernommen. Beide schon zur Zucht zugelassen, ein Hengst und eine Stute. Pendragon und Arcany, ich kannte sie bereits von meinen Aufenthalten auf ihrem Gestüt und hatte Pendragon sogar einmal unterm Sattel. Außerdem habe ich euch den einzigen Wallach hier noch garnicht vorgestellt. Samson. Er ist ein Tinkerwallach und ein Allroundtalent. Ursprünglich Western eingeritten und in frühen Jahren auch eingefahren wurde er später auch in die englische Reitweise eingeführt. Er hat mich 'früher' viel begleitet und stets treue Dienste erwiesen. Meine Eltern haben auch heute noch viel Spaß an ihm, er wird hauptsächlich gefahren und als Besucher-Pferd genutzt. Heute kam ein neues Pferd auf dem Hof an, eine Vollblutstute: Chuckling Dancing Mess. Jill hätte sie nicht gemocht. Leicht rosa gesprenkelte Haut um Augen und Maul, fast weißes Langhaar und eine golden glänzende Grundfarbe. Nicht gerade pflegeleicht, aber das würden wir schon hinkriegen. Sie hat einen guten Charakter. Sehr aufgedreht, sehr intelligent, sehr schnell. Für ein englisches Vollblut großartig. Meine Eltern sind begeistert von ihr. Steven hat seine Zweifel. Er hat es gerne pflegeleicht, genau wie Jill. Ja, besonders darf es sein, aber nicht pflegeintensiv. Wahrscheinlich ist das auch der Grund für Jill's Liebe zu braunen Pferden in sämtlichen Schattierungen. Pendragon hätte sie geliebt ja... Oh wenn sie gewusst hätte wie toll Mr. Raw Depression sich auf der Körung gemacht hat.
      Gedankenversunken saß ich im Auto, auf dem Weg Ausrüstung für die neuen Pferde zu besorgen. Vor allem an Ponysachen fehlte es auf dem Gestüt. Erst am späten Nachmittag kehrte ich wieder zu Hause ein. Steven hatte Pendragon bereits bewegt, es war seltsam ihn als Westernreiter in einem englischen Sattel zu sehen, aber er hatte sichtlich Spaß daran etwas Abwechslung in seinen Alltag zu bringen und Neues zu lernen. Ein guter Mann. Ein Glücksgriff.
      Mit mir war gegenwärtig nicht viel anzufangen. Die Anprobe der neuen Reitsachen überließ ich so Jamie, eine junge Frau, die sich seit ein paar Wochen um die Ponys kümmerte. Sie ließ sich dabei von meinen Eltern fernsteuern. Sie studiert zur Zeit Tiermedizin. Dass sie sich so diktieren ließ verwunderte mich jedes mal. Während sie Arcany die mitgebrachten Sachen vorstellte ging ich zur Box von Missy, wie ich die neue Vollblutstute nannte. Mit wachen Augen sah sie mich an. Ich hob die Boxentüre zur Seite und trat ein, streichte über die weichen Nüstern, das seidige Fell am Hals. Diese Fellfarbe brachte ein sehr leichtes, dünnes Fell mit sich. Jetzt im Sommer war das kein Problem. Aber an kühleren Tagen wird sie eine Decke brauchen. Ich glaube nicht, dass sie ein ordentliches Winterfell entwickeln wird. Vorsichtig halfterte ich die Stute auf und brachte sie auf eine leere weide, damit sie rennen konnte. Es war schön ihr dabei zuzusehen. Eine Viertelstunde lang stand ich da und beobachtete sie beim Spinnen. Dann ging ich zurück zum Stall, die Boxen waren nun alle leer. Die Pferde versorgt.
      Am nächsten Tag stand ich früh auf, schlang ein schnelles Frühstück herunter, mistete gemeinsam mit Steven die Boxen und brachte dann Race is Hope und CHH' Lamperd zur Rennbahn. Wieder auf dem Hof kümmerte ich mich um Slap Happy, die nun hochtragend war. Lange konnte es nicht mehr dauern bis ihr Fohlen kam. Wir hatten bereits einen Interessenten für das Fohlen, der es rassegerecht aufziehen würde. Steven hatte sich nach der Stallarbeit Princess Sansa geholt und so beschloss ich mit Bear Totem's Denali auszureiten. Sie hatte sich toll entwickelt und schon einige Turniererfolge eingeholt. In Deutschland war sie immer eher das graue Mäuschen, das niemand beachtete. Hier in England war man begeistert von ihr. Braune Pferde sah man hier zu Hauf, aber ein Blue Roan Vollblut war etwas besonderes. Auf Ausritten mit ihr wurde man ständig angesprochen, was für ein tolles Pferd sie doch sei. Ja das war sie auch, die ausgeglichenste Vollblutstute im Stall. Ausgeglichener als Slap Happy. Jamie war mittlerweile auch eingetroffen und kümmerte sich um Arcany, Pendragon, Iceflower und PFS' Heart of Ocean. Damit war sie den ganzen Tag beschäftigt. Jedes mal wenn ich sie traf, hatte sie ein anderes Pony zwischen. Nach der Mittagspause hatte ich nur noch Mr. Raw Depression vor mir. Auch mit ihm ging es ins Gelände, allerdings nicht für einen Ausritt. Wir trainierten fürs Military. Gut eine Stunde hatte ich ihn zwischen, bis ich ihn auf die Weide entließ, Samson im Vorbeigehen grüßte und schließlich die beiden Renner von ihrem Training abholte und ebenfalls verabschiedete. Feierabend! Seit Wochen hatte ich nichts mehr von Catalina gehört. Nichtmal ein „Hallo.“ schrieb sie mir. Langsam hatte ich die Vermutung, dass etwas nicht stimmte. Abermals versuchte ich sie telefonisch zu erreichen, doch wieder hob niemand ab. Wieder ging ein Tag zu Ende ohne nennenswerte Veränderungen.

      06.03.2016

      Das erste Fohlen
      Es ist gerade einmal zwei Wochen her, das ich mit zwei meiner Pferde in Kanada war. Zwei Wochen und es wahr keine leichte Zeit dort. Immer wieder nahm ich Kontakt zu meinen Eltern in England auf um zu hören wie es Slap Happy ging. Die hoch tragende Vollblutstute machte sich prächtig. Erst als ich heim kam fing sie an schwierig zu werden. Sie war unerfahren, launisch. Schon zwei Tage vor dem eigentlichen Abfohlen verbrachte ich die meiste Zeit an ihrer extra großen Abfohlbox. Immer wieder dachte ich es sei gleich so weit. Miss Chattahoochee stand mir dabei zur Seite und mit ihrer Hilfe brachte Slap Happy nach zwei unendlich langen Tagen ohne Schlaf ein im ersten Augenblick sehr zerbrechlich wirkendes Rappfohlen zur Welt. Es war eine Stute, fast gänzlich schwarz und zierlich gebaut. Nach ein paar unbeholfenen Aufstehversuchen stand sie auf ihren unendlich langen Stelzen und suchte instinktiv den Weg zur Milch. „Na das sieht doch großartig aus.“ sagte ich mehr als stolz. Es dauerte fast zwei Stunden, bis ich mich abwenden konnte und der Schlaf mich nun doch übermannte.
      Cooper Chattahoochee begleitete uns durch die erste Zeit und führte alle wichtigen Fohlenuntersuchungen und -impfungen selbst durch. Es stand schon während Slap Happys Tragezeit fest, dass sie allergrößtes Interesse an diesem Fohlen hätte. Immerhin ist es der erste Nachkomme ihres ehemaligen Hengstes CHH' Lamperd, der nun in meinem Besitz war. Dass es dann auch noch eine lackschwarze Stute war, war es komplett um sie geschehen. Ich muss gestehen, dass auch ich überwältigt war von der Eleganz die dieses junge Pferd mit sich brachte und es war faszinierend die Entwicklung beobachten zu können. Es war immer wieder etwas ganz Besonderes. Man kann sich einfach nicht satt sehen an überheblichen Luftsprüngen, abgedrehten Spurts und liebevollen Schmuseeinheiten zwischen Fohlen und Stute. Ein halbes Jahr lang konnten die beiden ihre Zweisamkeit genießen, bis die kleine Stute, die wir Glamour of Death tauften, absetzten.
      Es war herzzerreißend wie die beiden nacheinander riefen und ich war mir sicher man würde uns der Tierquälerei beschulden, hätten wir direkte Nachbarn.
      Eine Woche dauerte es bis beide sich beruhigten und unabhängig voneinander wurden. Erst jetzt rief ich Miss Chattahoochee wieder nach England für den letzten Aufenthalt auf dem Bear Brook EC. Dieses mal nahm sie Glamour mit zu sich nach Hause. „Auf eine vielversprechende, erfolgreiche und lehrreiche Zukunft!“ verabschiedete ich mich und fuhr ein letztes mal durch die seidige, schwarze Mähne des sichtlich gewachsenen Fohlens. Zusammen mit einem hochwertigen Lederhalfter, einem dazu passenden Strick, den Papieren und ein paar Fotos, die wir in der letzten Zeit aufgenommen hatten, verließen Cooper und Glamour den Hof.
      „Eigentlich hätte ich Cooper ja aus Kanada direkt mitnehmen können nach England.“ dachte ich im Nachhinein.

      Neben Slap Happys Fohlen gab es außerdem zwei neue Errungenschaften für die Zucht. Mr. Raw Depression hatte seine Zuchtpapiere endlich bekommen und Bear Totem's Denali war aus Kanada zurückgekehrt und nun ebenfalls zur Zucht zugelassen. „Dann ist es ja nur noch Chuckling Dancing Mess bei den Vollblütern oder?“ merkte Steven an und ich nickte zufrieden. „Nur noch Missy, dann steht unser Zuchtstamm.“ Zu schade, dass der Kontakt zu Catalina noch immer unterbrochen war. Mittlerweile erreichte ich sie nicht mal mehr telefonisch. Sie war wie vom Erdboden verschluckt. Ein halbes Jahr Funkstille und ich dachte immer noch tagtäglich an unsere Zeit auf ihrem Hof. Wenngleich ich mich immer mehr damit abfand, dass dieses Kapitel wohl einen Haken bekommen kann, war es doch nicht einfach sie aus den Gedanken zu verdrängen. Die letzte Zeit hatte mich die Arbeit rund um das Fohlen abgelenkt. Jetzt, wo das wegfiel, wurde ich wieder ruhiger. Besonders meiner Mutter fiel das auf, doch ich tat es wie immer ab und trainierte stattdessen die Pferde. Neben Missy waren ja auch die Ponys noch da. Jamie kümmerte sich zwar super um das Training von Arcany, Pendragon und Heart of Ocean und Iceflower und Princess Sansa waren weiterhin in Kanada im Training, aber ich wollte mich ab und an selbst vom aktuellen Trainingsstand überzeugen.Zusammen mit Jamie schaffte ich es am Tag über die Hälfte der Pferde zu bewegen. Dabei ritt sie stets auf dem alten Samson und ich nahm Mr. Raw Depression oder Bear Totem's Denali. Auch für Jamie war die Geburt des Fohlens sehr lehrreich. Sie hatte noch nie die Möglichkeit so hautnah dabei zu sein und für sie als angehende Tierärztin gab es wohl kein besseres Lehrbuch als die Praxis selbst.

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      Tierärztliche Untersuchung, Immunisierung| Pferde des BearBrook ec
      Mein nächster Auftrag führte mich nach England, Lincolnshire, um genau zu sein. Mein Auftraggeber, Hunter Crowley. Wir waren relativ gute Bekannte und unsere Gestüte arbeiteten des öfteren zusammen. Er hatte damals Lamperd gekauft und das erste Nachkommen sollte meins sein. Und das war es auch. Vor einem halben Jahr war ich schon mal dort, um mich um die Geburt von dem Fohlen zu kümmern und natürlich um Slap Happy. Die Geburt dauerte anstrengende und schlafraubende zwei Tage, jedoch ohne Komplikationen. Ich hatte der trächtigen Stute damals einige Schmerzmittel gegeben und führte eine direkte Nachuntersuchung durch. Da es ihr erstes Fohlen war, war es normal das sie zuerst etwas apathisch benahm. Aber als sie ihr kleine kleine Prinzessin sah, war auch dieser Teil des 'Schocks' schnell vergessen. Es war immer wieder wundervoll bei einer Geburt dabei zu sein, jedoch war es diesmal was überaus besonderes gewesen. Da ich einige Tage auf BearBrook ec verbrachte konnte ich auch sofort eine neugeborene Untersuchung durchführen, mit allen wichtigsten Tests, sowie Immunisierungen. Ich konnte bei dieser Untersuchung bei der kleinen Rappstute keine negativen Auffälligkeiten finden und auch die Immunisierungen vertrug sie prächtig. Auch Slap Happy kümmerte sich wunderbar um ih Fohlen, was nicht immer selbstverständlich war, vor allem bei Vollblütern. Nach den schönen Tagen verschwand ich nochmal in den Hintergrund und lies die getaufte 'Glamour of Death' Fohlen sein.

      Dieses mal aber kam ich aber um die kleine ab zu holen und um mich um die anderen Pferde zu kümmern, es standen nämlich Immunisierungen und Grunduntersuchungen an. Als ich ankam wurde ich zuerst sehr nett begrüßt und wir schauten selbstverständlich erstmal nach Glamour. "Sie ist so wunderschön, das haben Slap Happy und Lamperd toll gemacht" lächelte ich. "Alllerdings" erwiederte Hunter und führte mich dann in den geräumigen aber gemütlichen Stall. Zuerst kümmerte ich mich um einen Wallach namens Samson. "Meine Güte, ist der Fluffig". Hunter lachte. Ich begrüßte den stämmigen Kerl und unterzog ihm erstmal die Vitalzeichenkontrolle, dann folgte die Abtastung des Körpers und die Untersuchung der Reflexe. "Alles supi". Dann spritze ich ihm noch die Immunisierungen für das halbe Jahr. Ich hatte das Gefühl das er es noch nicht mal spürte dass da grade etwas pickste. Nur ein regelrechtes Muskelzucken lies mich denken das er doch, ganz vielleicht, was verspürt hatte. Was er nicht mochte war die Wurmkur, aber wer mag die auch, egal wie viel süße Sachen man dazu gibt, es schmeckt für Pferde einfach widerlich. Weiter ging es nach der Belohnung mit Chuckling Dancing Mess. "Was ein Name". Hunter war inzwischen Slap Happy und ihr Fohlen von der Weide holen. Ich wiederholte den Vorgang den ich bei Samson machte bei der Vollblutstute und kam dann zu Slap Happy. "Hallo süße" sagte ich und sie schnaubte mich erstmal an. Sie fand es nicht so toll das ich in die Box von ihr und ihrem Kind kam, konnte sich dann aber doch damit abfinden. Auch hier untersuchte ich die Vitalzeichen beider Stuten und schaute nach weitern Auffälligkeiten. bei Glamour schaute ich nochmal besonders hin und unterzog ihr auch einige Tests die führ Fohlen wichtig sind, sowie Beugproben, abtasten der Muskeln und Knochen etc. "Alles perfekt, Glamour wird dem Namen Vollblut sehr gerecht". Glamour war nun alt genug für die Fohlenlähmungimpfung und auch Slap Happy's Immunierungen, sowie Wurmkur, frischte ich auch. Ich lobte die Beiden und kam dann zu einer besonders schönen Stute, Bear Totem's Denali, bekannt aus dem Grund, dass sie unglaublich viele Erfolge zu bieten hatte. Es war mir wirklich eine Ehre sie behandeln zu dürfen und danach ging es zu Mr.Raw.Depression. Beides waren wundervolle Pferde, und auch hier war nach der Untersuchung keinerlei negativen Aspekte zu finden, dennoch war es mit den Immunisierungen und den Wurmkuren nicht sehr leicht. "Was will man bei Vollblütern auch anderes erwarten" sagte Hunter. "Allerdings" lachte ich. Simon war in Kanada geblieben und kümmerte sich dort um alles. Er war ein wenig eifersüchtig das ich alleine gefahren war. Er wusste das Hunter ein gut aussehender Kerl ist und sein Anwesen sowie der Besitz von bedeutungsvollen Vollblütern und die enge Zusammenarbeit, machte ihm es ja nicht leichter. Aber sie verstanden sich das letzte mal aber sogar sehr gut und Simon wusste auch das ich in dieser Hinsicht niemals an sowas denken würde, das tat ich auch nicht. Hunter war einfach, ein guter Kerl. Jetz kam ich zu Lamperd. "Ohwww...Hallo mein süßer" sagte ich und umarmte ihn. Etwas verwirrt schaute der Hengst mich an, beugte sich aber dann nach unten und begrüßte mich mit einem lauten Schnauben. Er hatte sich prächtig entwickelt. Ich wiederholte den gleiche Prozess bei dem Overo Hengst und landete dann bei den Deutschen Reitponys. Die erste war Arcany. Diese kannte ich auch, dennoch nur vom Namen. Dann zu, Princess Sansa, Iceflower, Pendragon und PFS' Heart of Ocean. Bei allen schaute ich nach den Vitalzeichen, tastete den Körper ab, Kontrollierte extra Reflexe, Ohren, Nüstern, Schleimhäute und Mundbereich und unterzog ihnen die Immunisierungen sowie Wurmkuren. "So, ich hab euch genug gequält". Ich konnte alle Pferde ausgiebig belohnen und Hunter war um zwanzig Äpfel ärmer. "Erstmal Pause" sagte er und wir verschwanden ins Gutshaus.

      Im Gutshaus erledigten wir einigen Papierkram, inklusive des Kaufvertrags von Glamour of Death. "Wir haben acht Uhr, ich glaube langsam wird es Zeit sie fertig zu machen". Etwas traurig schaute mich Hunter an und nickte. Wir bereiteten alles vor und ich kontrollierte nochmal ob mit Glamour alles stimmte. Wir versuchten ihr es so angenehm wie möglich zu machen, dennoch war es logisch das die kleine Angst hatte. Ich hatte zum glück ein kleines Team dabei, die sich um das fachliche kümmerten, somit konnte ich mich um das Stutfohlen kümmern.
      "Auf eine vielversprechende, erfolgreiche und lehrreiche Zukunft" sagte Hunter und verabschiedete uns.
      Cooper

      Der Giftanschlag
      September 2016
      Seit einigen monaten hatten wir einen komischen Nachbarn, der irgendwie nie gut auf uns zu sprechen war. Wir wussten nicht warum. „ joicy? Schwarzgold sieht komisch aus!“ hörte ich meine neue mitarbeiterin Kate mir sagen. Ich ließ alles liegen und rannte in den Stall. Mein Rapphengst war gerade dabei für die körung vorzubereiten das er jetzt krank werden würde, passte so gar nicht in unser Zeitplan. Ich erreichte Schwarzgold´s Box und da lag er schon nassgeschwitzt im stroh. „ holt den Tierarzt!“ schrie ich und in die Box. Ich versuchte meinen Rapphengsten wieder auf die beine zu kriegen. „ komm schon du schaffst das!“ munterte ich ihn mit zittriger stimme auf. Es stand fest das jemand ihn vergiftet hatte, den Schwarzgold, lief derzeit sehr gut im synchronspringen und desshalb stand er in der Box und wurde per hand zum graß geführt. Schwarzgold war einer meiner hoffnungsträger der werdenden Trakehnerzucht die ich mir mühsahm aufbaue. Inzwischen hatte ich bereits 2 Deckhengste und 1 Zuchtstute. Wobei Donnerschall nur noch 2 Jahre Deckzeit hatte bevor ich ihn in Rente schicken werde. Der Alte Hengst hatte dies wohl gut verdient, jedoch müssten die anderen hengste schon geköhrt sein, und dieser Giftanschlag schlug uns wieder einen meilenstein zurück. „Kate ruf den tierarzt an!“ rief ich. Ich wartete im Stroh auf den tierarzt. Von der box aus wies ich meinen Mitarbeitern an,die arbeiten zu erledigen. „Kate heute kommen noch 2 Neuankömmlinge an, um du dich dann kümmerst, davor, bringt ihr die fohlen auf die weide, dann kümmerst du dich um die Stuten, skadi, Petit Jayaprada, Shari, Scada Schlumpfine.. Somit war kates aufgaben gesagt. Elena sollte sich um Tayla.Dream of Linnea,celabration of Dance, mystical star kümmern. John sollte sich um die hengste widmen, donnerschall, connery, Sir outlaw der seit kurzem wieder hier war,und golden jam kümmern. Bolonya joleen würde ich mich nach dem tierarzt kümmern. Nun herrschte ein reges treiben auf meinem hof, Es wurden die Pferde nach einander aus den Boxen geholt und gearbeitet. „ Der Tierarzt kommt so schnell wie möglich!“ rief kate mir zu. Ich versuchte meinen Hengsten mit stroh zu trocknen. Es gingen ewigkeiten bis der Tierarzt endlich da war. Nun musste ich ihn arbeiten lassen und hoffte auf das beste.
      Der Tierarzt war gerade vom Hof abgefahren und ließ mich noch im dunkeln. Nun schaute ich mich um und sah das bereits alle Pferde gemacht worden waren nun konnte ich zu Bolonya Joleen. Die Rappstute mit blauen augen, hat es fast dick hinter den ohren, aber ich liebte die Stute. Ich striegelte die stute, die heute außnahmsweiße mal ruhig da stand. Ich legte dann den Sattel auf und trenste sie . Dann longierte ich die stute ab. Und schwang mich in den Sattel. Heute würde ich nur leichte arbeit machen, den meine Gedanken waren nun wirklich nicht bei ihr sondern bei Schwarzgold.
      Nachdem ich mit der Stute fertig war, ging ich ins haupthaus in der hoffnung das mein Tierarzt sich meldete.

      Aktuelle Pflegeberichte

      12. Januar 2017
      Pflege aller Pferde von Elsaria
      Celebration of Dance, Iceflower, Princess Sansa, Schlumpfine, Dream of Linnea, Skadi, Belijana, Bifröst, Sacre Fleur, Jinx, Bolonya Joleen, Mystical Star, PetiteJayaprada, Horik, Lindwedel, Schwarzgold, Golden Jam, Sir Outlaw, Donnerschall, Connery

      Es war mal wieder an der Zeit Fleur einen Besuch abzustatten. Die Schwangere war noch immer ein wenig überfordert mit der Situation und zur Zeit fielen auch noch ein paar ihrer Mitarbeit wegen Krankheit aus. Für mich war es daher selbstverständlich ihr auszuhelfen. Gut einen Tag dauerte die Reise von England nach Deutschland, mit zwei großzügigen Pausen dazwischen.
      Voller Freude empfing mich meine Freundin. „Danke, dass du gekommen bist!“ ein wenig überschwänglich umarmte sie mich und schob mir dabei ihre Babykugel in den Bauch. Behutsam drückte ich sie von mir weg. „Das ist doch klar. Wie geht es dir denn?“ - „Im Moment ganz gut, meinst du du könntest damit anfangen die Hengste zu misten und auf die Weide zu bringen? Die kriegen langsam Langeweile...“ besorgt sah sie zu den Stallungen aus denen das muntere Gewieher und Klopfen der Pferde zu hören war. „Darf ich mich vorher irgendwo ablegen?“ Ich hob meine Tasche von der Schulter auf den Boden und streckte mich einmal komplett durch. So lange zu sitzen tut einfach niemandem gut.
      Nach einer viertelstunde Regenerationszeit stand ich halbwegs wach im Hengststall und brachte Horik, Lindwedel, Schwarzgold, Golden Jam, Sir Outlaw, Donnerschall und Connery nacheinander auf ihre Weiden, damit ich mit dem Misten anfangen konnte. Je länger ich arbeitete, umso müder wurde ich. Irgendwann kam jedoch die Routine zurück und ließ mich wie von alleine die Abläufe abarbeiten. Das verleitete mich dazu die Schubkarre ständig in die falsche Richtung zu fahren, bis ich merkte dass ich ja in Deutschland war und nicht auf meinem eigenen Hof. Nachdem die Hengste soweit wieder sauber standen machte ich bei den Stuten und Fohlen weiter. Celebration of Dance, Iceflower, Princess Sansa, Schlumpfine, Dream of Linnea, Skadi, Belijana, Bifröst, Sacre Fleur, Jinx, Bolonya Joleen, Mystical Star und PetiteJayaprada waren bereits gefüttert und standen glücklich und zufrieden im Herdenverband auf einer Weide. Als ich den Stall betrat sah ich endlich einen Mitarbeiter und grüßte ihn freudig. „Hey! Die Seite hab ich schon fertig, ich geh jetzt rüber zu den Hengsten -“ - „Die sind schon gemistet und stehen auf ihren Weiden.“ warf ich ein. „Gut, dann mach ich mit der Bewegung weiter.“ Wir nickten uns gegenseitig ab und liefen dann zu unserer Aufgabe. Als auch hier alle Boxen frisch gemistet und neu eingestreut waren kümmerte ich mich wieder um Fleur. Sie saß in ihrem Büro und brütete über einigen Papieren. Bemüht leise setzte ich mich neben sie. „Kann ich helfen?“ - „Du stinkst.“ Verwirrt sah ich sie an. „Ich hab deine Boxen gemistet, was erwartest du?“ - „Geh dich duschen.“ - „Yes, Madame.“ Ich salutierte ihr und machte dann auf dem Absatz kehrt und genoß die Dusche, die mich endlich weckte. Erfrischt und mit zwei Tassen Kaffee in der Hand kam ich zurück ins Büro und half Fleur endlich bei ihrem Papierkram. Erst als wir beide hungrig waren verließen wir den Raum und ließen den Abend mit Pizza und Fernsehen ausklingen.

      09. Februar 2017
      Pflege von Elsaria
      Seit einigen Tagen hatte ich meine Tochter Lucie geboren, destotroz musste ich weiter arbeiten, den ich war selbstständig und die Pferde wollten versogt werden. Nachdem ich Lucie gestillt hatte machte ich auf den weg in den stall heute musste ich die pferde selbst bewegen da mein Team heute mal frei bekommen hatte. Ich fing zuerst mit den ponys und Privatpferde an. Iceflower die scheckstute war eine geköhrte Drp stute heute wollte ich sie nur etwas longieren. Iceflower arbeitete sehr gut mit, sie wurde lockerer Nachdem ich ice wieder versorgt hatte holte ich Princess Sansa mit ihr wollte ich etwas im gelände rumdümpeln. Ich striegelte die junge stute über sattelte sie auf und trenste sie auf. Kate passte in der zwischenzeit auf lucie auf und ich ritt vom hof. Die kurze zeit wo ich alleine sein konnte genoss ich sehr. Nach einer halben stunde kehrte ich vom Ausritt zurück nachdem ich sansa wieder in die box gestellt hatte holte ich linea heraus die stute hatte bald einen umzug. Ich striegelte die falbstute und brachte sie auf die weide, heute durfte sie sich selbst die beine vertreten, Dann ging ich in den Trakehnerstall. Ich kontrollierte die Stuten die tragend waren wann ungefähr soweit sein würde. Fix the Flame war die Stute eines Freundes, die ich ausgeliehen hatte und die zeit wo sie tragend und das fohlen bei fuß hatte bei mir auf dem hof lebte. Die Fuchsstute versprach tolles Fohlen. Ich fing zuerst mit Mystical Star an. Ihr bauch war dick, wie ein wal, aber sie hatte noch nicht genug aufgeäutert, ein zeichen das sie noch nicht soweit war, also durfte sie auf die weide. Als nächstes kam meine Gaststute Fix the Fame, sie war von meinem Hengst Connery tragend, da könnte es heute nacht so weit sein könnte trozdem durfte sie heute noch auf die weide. Nun ging ich zu Bolonya Joleen, die Rappstute stand in ihrer box. Und wartete auf ihre entlassung zur weide sie kommt mit Petit Jayaprada und Jinx zusammen auf die weide, danach brachte ich noch die Hengste auf die entfernteste weide die mein hof zu bieten hatte. Connery stand zusammen mit Schwarzgold und Golden Jam sollte zusammen mit meinem neuen Trakehnerhengst Orpheo auf die weide. Donnerschall und Sir Outlaw waren als letzter an der reihe.
    • sadasha
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      16. Mai 2017 | von sadasha
      Widerwillig knurrend schaltete ich nach vier Snooze Durchgängen meinen Wecker aus und rappelte mich hoch. Gerade als ich mein Schlafzimmer verlassen wollte hämmerte es gegen die Türe: „Aufstehen, Frühstück wird kalt!“ rief meine Mutter und sah mich erschrocken an, als ich sofort die Tür öffnete und vor ihr stand. „Morgen.“ murrte ich und glitt an ihr vorbei ins Bad um mich fertig zu machen. Nach etwa einer halben Stunde hatte ich so viel Kaffee intus, dass ich voller Tatendrang war. Ein kurzer Blick auf den Arbeitsplan verriet mir, dass ich heute den Vormittag bei meinen Vollblütern verbringen würde. Gine hatte die Offenställe von Mr. Raw Depression, Ehrengold und CHH‘ Lamperd schon geöffnet, sodass die Hengste nach draußen gehen konnten. Die Stuten jedoch warteten noch ungeduldig darauf herausgelassen zu werden. Blütenzauber streckte ihren Kopf in die Stallgasse, als ich mit den passenden Halftern näher kam. Neben Blütenzauber, nahm ich auch Bear Totem’s Denali, LMR Lady Luna samt Little Miss Backyard, Scarlet in Birth samt Stars of Magic und Riven in a Dream samt Rouge Trap mit raus. Natürlich musste ich mehrmals laufen. Immer eine Stute links, eine rechts. Hatte die Stute ein Fohlen bei Fuß, so lief es ohne mein Zutun mit. Nachdem alle Stuten auf dr Weide standen kümmerte ich mich um die Youngsters. Golden Sugar und PFS Strolch standen zusammen mit Raving Hope Slayer auf der Bachelor Weide. CHH‘ Classic Spring hatte Gine gerade im Training. PFS‘ Savory Blossom war mit einem der Jockeys auf dem Weg zur Ovalbahn.

      „Jetzt sind es nur noch wir beide.“ sagte ich zu Moulan, während ich meiner Rappstute das Halfter überstreifte. Moulan ließ das bei mir mittlerweile ohne Angst zu. Auf der verlassenen Stallgasse machte ich sie fest und holte ihren Putzkoffer. Beim Putzen ließ ich mir ordentlich Zeit und untersuchte meine Stute auch auf Ungeziefer oder Schrammen. Moulan war im besten Zustand seit Langem. Wir hatten seit ein paar Tagen die Testergebnisse ihrer Farbgene da. Sie war ein reinerbiger Rappe, was mir sehr zusagte. Zwar war mir die Farbe meiner Pferde im Grunde egal, wenn ich jedoch die Wahl habe würde ich immer mehr zum Braunen oder Rappen tendieren als zum Fuchs. Bei der nächsten Decksaison ist Moulan auch dabei. Mit 10 Jahren war sie eine verhältnismäßig alte Maidenstute, doch sie brauchte die Zeit.

      Eine halbe Stunde später stand ich mit Moulan auf dem Springplatz. Vor dem Platz hatten es sich meine Mutter und Kerry gemütlich gemacht. „Was machst du hier?“ wollte ich Kerry wissen, die ich heute nicht eingeplant hatte. Sie lächelte nur und wank ab. Weiß der Himmel was sie wieder hatte. Ich dachte nicht weiter daran und konzentrierte mich auf Moulan unter mir. Wir nahmen zuerst ein paar Cavalettis zum warm werden, bevor ich sie auf den aufgebauten Parcours brachte. Fehlerfrei waren unsere Durchgänge heute nicht, jedoch hatte ich das Schwierigkeitslevel erhöht. Sie musste engere Kurven gehen und sich schneller auf die neuen Hindernisse einstellen als üblich. Am Ende konnten wir aber doch zufrieden sein. Ein Durchgang ohne gefallene Stange war wirklich lobenswert für eine Stute, die eigentlich nicht als Springpferd geboren ist. Nach dem Abreiten lobte ich Moulan abermals und brachte sie schließlich mit ihrer Abschwitzdecke auf die Weide zu den anderen Stuten. Der Vormittag war damit vorbei.

      Nach der Mittagspause setzte ich mich in meinen Wagen. „Wohin willst du?“ Kerry… Die hatte ich schon ganz vergessen. „Zum Pineforest Stable.“ gab ich knapp zurück und legte den Sicherheitsgurt an. „Aha, was machst du da?“ sie warf einen suchenden Blick auf den Beifahrersitz neben mich. „Ich besuche dort ein Fohlen, das ich gekauft habe.“ Kerry fing an zu strahlen. „Darf ich mit?“ Natürlich sagte ich nicht Nein. Ich hätte keinen triftigen Grund gehabt.
      Auf dem Gestüt von Occulta Smith herrschte regen Treiben. Kerry war begeistert wie viele Pferde und Mitarbeiter es hier gab. An jeder Ecke blieb sie stehen um sich etwas genauer anzusehen. Ich hingegen lief suchend von Gebäude zu Gebäude bis ich Occulta fand. Wir grüßten uns herzlich, bevor sie mich zu PFS‘ Storm Cat führte. Das junge Schimmelstutfohlen tollte auf der Weide und man sah ihr Rennpotential ganz deutlich. Ich war begeistert. Bis zuletzt hatte ich immer versucht mich mehr auf meinen Sport zu fokussieren, doch jetzt da ich eine eigene Ovalbahn hatte, hatte ich die freie Wahl. „Und immer noch zufrieden mit deiner Wahl?“ wollte Occulta wissen und ich nickte. Mehr als das. Ein Schimmelfohlen war schon immer mein Traum. Mit Storm Cat wurde dieser erfüllt. Eine ganze Weile blieb ich am Zaun stehen und sah meinem zukünftigen Pferd zu. Kerry lief währenddessen überall herum, bis sie auch das irgendwann langweilig fand und wieder zurück wollte.

      Erst gegen Abend trafen wir wieder auf dem Bear Brook EC ein. Der Feierabendverkehr hatte uns voll erwischt. Gut zwei Stunden standen wir im Stau. Erst als ich die drei auf der Weide sah fiel mir ein, dass ich sie vollkommen vergessen hatte. „Mist…“ murmelte ich und Kerry sah mich mitfühlend, aber verwirrt an. „Was denn?“ fragte sie. „Eigentlich hätte ich heute Iseabail, Felan und Lady Lyneth Bowen bewegen sollen.“ gab ich zurück und sprang aus dem Wagen, als ich ihn geparkt hatte. Gine war noch immer auf dem Hof, zumindest stand ihr Wagen hier. Ohne Kerry weiter zu beachten suchte ich sie und fand sie in der beleuchteten Reithalle. „Es tut mir leid, Gine. Hast du die drei auch noch bewegt?“ fragte ich. Gine saß gerade auf Mister Blockhead und es sah ganz so aus, als wäre sie gerade fertig mit ihm. Sie nickte lächelnd. „Alles gut, deine Mutter hat mir geholfen und die Reitponystuten mit bewegt.“ Das hieß Princess Sansa, Iceflower, Arcany und Eismärchen waren auch beschäftigt worden. „Wen hast du noch gemacht?“ fragte ich, da ich meine Gedanken gerade nicht sortieren konnte. „Samson, Niffler, Pendragon, PFS‘ Heart of Ocean und Zuckerwatte.“ gab sie zurück und stieg ab. „Das reicht für heute oder?“ fragte sie neckend. „Isaac kam aber auch noch, er hat Come Back Cupcake gemacht und sich dann um Emrys, Mephisto und Vikar gekümmert.“ Nun war ich komplett raus. „Morgen wird es besser.“ versprach ich. Mir tat es wirklich leid, die beiden so allein gelassen zu haben, aber mein Kopf ist heute Morgen anscheinend im Bett geblieben.
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  • Abstammung
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    Von unbekannt
    Aus der unbekannt

    Exterieur
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    Stute
    6 Jahre
    Rasse: Deutsches Reitpony
    Stockmaß/Endmaß: 141cm
    Gewicht: xkg
    Fellfarbe: Grey Tovero
    Geno: Ee aa Gg nTo Oo nSPL


    Interieur + Beschreibung
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    Verhalten in der Box: Neutral
    Verhalten auf der Weide: Neutral


    Charaktereigenschaften:
    Ausgeglichen,
    Geduldig, Sozial, Gutmütig, wird bei Überforderung nervös und unruhig


    Aufgewachsen in Schweden entdeckte Jill vom Bear Brook EC die zweijährige Stute auf einer Ausstellung. Zusammen mit anderen Jungpferden stahl sie als Rohdiamant den anderen die Show. So zumindest war es Jill's Eindruck. Fleur hatte keine nennenswerte Abstammung, hatte war eine grundsolide Fohlenausbildung hinter sich und lernte zur Zeit die ersten Grundlagen des Reitpferdedaseins kennen. Auf dem Bear Brook EC wird Fleur eingefahren und stetig weiter ausgebildet um einmal erfolgreich auf Turnieren vorstellig zu werden und Jill eine neue Lebensaufgabe zu geben.

    Fleur zeigt viel Geduld mit ihren Menschen. Sie arbeitet gut mit und möchte gefallen. Man kann alles mit ihr machen, sie folgt. Ihre liebevolle Art bringt sie im Sport schnell voran. In der Herde hat sie einen mittleren Rang und vermittelt zwischen den anderen Pferden. Aus Konflikten hält sie sich raus. Versteht sie einmal eine Aufgabe nicht oder überfordert man sie, wird sie nervös und unruhig.
    Auch durch ihre auffallende Färbung ist sie ein wahrer Hingucker.

    Unterbringung: Nebenstall
    Einstreu: Stroh
    Futtersorte: Heu + Saftfutter
    Fütterungszeiten: morgens, abends


    Besitzer: sadasha
    VKR/Ersteller: Ofagwa


    Qualifizierungen + Erfolge
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    ● Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Qualifikation durch TB's

    Dressur E A L M S
    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M S


    Springen E A L
    Show Jumping: E A* A** L

    Military E A L
    Eventing (British Eventing, national): BE80(T) BE90 BE100 BE100Plus Novice Intermediate

    Distanz
    E A
    Distanzritte: EL EVG1

    Fahren E A L M S
    Dressurprüfung: CAI-A1 CAI-A2 CAI-A4
    Ausdauerprüfung: CAI-M-A1 CAI-M-A2 CAI-M-A4
    Hindernisfahren: CAI-C-A1 CAI-C-A2 CAI-CA4


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    Offiziell
    SK 441
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    249. Fahrturnier | 261. Fahrturnier | 265. Fahrturnier | 268. Fahrturnier | 360. Dressurturnier
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    362. Dressurturnier
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    Inoffiziell
    -


    Ausbildung + Zuchtdaten
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    Trainingsplan
    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren ✔


    1 = Sehr gelassen, 6 = schlechtes / unsicheres Verhalten
    ● Angeboren
    Antrainiert Prüfung Abgeschlossen


    Fremde Umgebungen: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Platz/Halle: 6 5 4 3 2 1
    Hufschmied: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Tierarzt: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Wasser: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Gelände: 6 5 4 3 2 1
    Straßen: 6 5 4 3 2 1

    Stangenarbeit: 3 2 1
    Longenarbeit: 3 2 1
    Verladefromm:
    3 2 1

    Schrecktraining: 3 2 1

    Bodenarbeit
    Treiben + Bremsen ✔ | Rückwärtsrichten ✔ | Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Halten ✔
    Abstand halten ✔ | Wenden + Handwechsel ✔ | Abruf ✔

    Freiheitsdressur / Zirzensik
    Kompliment x | Knien x | Liegen x | Sitzen x | Stehen x
    Rückwärtsrichten x | Spanischer Schritt x | Spanischer Trab x
    Passage x | Piaffe x | Seitengänge x | Traversalen x | Fliegender Wechsel x | Pirouette x
    Steigen (undefiniert) x | Levade x | Pesade x | Ballotade x | Croupade x
    Kapriole x | Courbette x | Lancade x


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    SK 441

    Zur Zucht zugelassen: ja
    Eingetragene Zucht: Bear Brook EC
    Züchter/Herkunft: x

    Trächtig [] Nächste Rosse (alle 21 Tage): x

    Nachkommen
    Punchdrunk | Hengst von PFS' Heart of Ocean
    Emrys | Hengst von Pendragon


    Gesundheitszustand
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    Letzter Tierarztbesuch: unbekannt
    Chipnummer: x
    zuletzt kontrolliert []

    Letzte Zahnpflege (jedes Jahr) überfällig

    Wurmkur (jedes Jahr) überfällig
    Tollwut Impfung
    (jedes Jahr) überfällig
    Tetanus Impfung (alle 2 Jahre) überfällig
    Influenza Impfung
    (alle 6 Monate) überfällig
    EHV-1 + EHV-4
    (alle 6 Monate) überfällig


    Gesamteindruck: sehr gut
    Aktue Krankheit/en: x
    Chronische Krankheit/en: x
    Erbkrankheit/en: x


    Letzter Hufschmiedbesuch: unbekannt
    Ausgeschnitten/Korrigiert: x
    Hufbeschaffenheit: eher weich
    Hufkrankheit/en: x

    Beschlag vorne: Alueisen mit Stahlkappen und Gripeinlagen
    Beschlag hinten: Alueisen mit Stahlkappen und Gripeinlagen


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    Offizieller Hintergrund | PNG | Puzzle-PNG