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Ofagwa

Iceflower | Deutsches Reitpony *

Iceflower | Deutsches Reitpony *
Ofagwa, 4 Juni 2017
    • Ofagwa
      Letzte Traingseinheiten | c sadasha

      Iceflower|Fahrausbildung E ->A|by Catalina|6845 Zeichen

      „Jetzt nicht!“, fauchte ich schon fast Danielle an. Ihr älterer Bruder Collin warf mir mein Handy zu. Gekonnt fing ich es auf, drückte auf 'Annehmen' und drängte mich an den streitenden Geschwistern vorbei in den Flur. „Catalina Dixon, Ausbildungsbetrieb Olsen, guten Tag?“, grüßte ich leicht hapsig. Eine melodische Frauenstimme meldete sich. „Aah, Ms Facer, stimmt. Die Boxen sind bereits vorbereitet. Wir warten nur noch auf Sie und die Pferde.“, sagte ich. Jill, wie ich sie nennen sollte, gab Bescheid, dass sie in einer Viertelstunde mit Iceflower und Mr Raw Depression ankommen würde.

      Collin schaufelte altes Heu auf den Misthaufen, Danielle wirkte eifrig, mir bei den Boxen noch kurz zu helfen. Kein Wunder, durfte sie doch bei Mr Raw Depression mithelfen, auch wenn er kein Deutsches Reitpony war. So vergingen die Minuten sehr schnell, und ein geräumiger Transporter hielt auf unserem Parkplatz. Ein junger Mann stieg aus, lief dann rasch zum Beifahrersitz und half seiner Beifahrerin in den Rollstuhl. „Jill, Hunter! Schön, Sie kennenzulernen!“, ich gab den beiden die Hand und stellte ihnen dann Danielle und Maxine vor. „Wenn Sie möchten, zeige ich Ihnen die Anlage. Derweil werden die Beiden untergebracht, und morgen beginne ich mit Fleur.“, erklärte ich ruhig, als Jill mich nach meinem Vorhaben fragte. Jetzt wurde ich richtig wach und schaute mir die beiden Pferde genauer an. Die Jungstute mit der außergewöhnlich hübschen Fellzeichnung hatte ich direkt ins Herz geschlossen, ebenso den Hengst, der keine Scheu zeigte, als er von den Weiden her herausfordernd von meinem Knabstrupper angewiehert wurde. Ray blieb cool.

      Die Besitzer/Reiter blieben noch zum Abendessen, da ihr Flug erst um neun Uhr abends gescheit ging. Genauso wie ich waren sie nicht unbedingt begeistert von der dünnen Tomatensuppe mit Crôutons, die zwar herrlich duftete, aber kaum Geschmack hatte. „Eine sehr interessante Auswahl an Pferden bietest du, Catalina.“ „Stimmt, aber die Berber und die DRPs sehen vielversprechend aus.“, pflichtete Hunter seiner Kollegin bei. Ich nickte nur dankend und besprach dann mit den Olsens den weiteren Ablauf des Trainings. Dann begleitete ich Jill und Hunter zu ihrem Wagen, wünschte eine angenehme Heimreise und einen guten Flug. Ich blieb noch einen Moment draußen, um den bunt gemischten Gewieher der Pferde zu lauschen.

      Gemeinsam mit Collin zog ich das Ponygespann vor den Stall. Für die zierliche Stute war das gerade noch passend, und heute ging es nur an das Angewöhnen an das Geschirr und das Gewicht der Kutsche im Allgemeinen. Danielle war emsig wie eine Biene und hatte das Pony schon geputzt und mit kleinen Äpfel von der Apfelwiese gefüttert (auch wenn das nicht unbedingt notwendig war). „Morgen Fleur!“, flötete ich gutgelaunt, als Danielle die Stute auf den Vorplatz des Stalles führte. Iceflower brummelte, als ich ihr Maul kraulte und ihr dann das Gespann zeigte. Sie wirkte weder begeistert noch interessiert, an dem Karren und den Lederriemen zu schnuppern und sich davon zu gewissern, dass sie ungefährlich waren. Tatsächlich sah es eher so aus, als würde sie bereitwillig davon ausgehen, dass alles okay war. So dauerte es nur einige Minuten, bis auch die Peitsche den Test bestanden hatte und ich damit anfangen konnte, sie vor die Kutsche zu spannen. Eventuell könnte ich sie heute Abend auch vor das Zweiergespann mit Arcany setzen, doch erst musste ich die Gurte anlegen. Jetzt zeigte sich, dass die scheinbare Gleichgültigkeit mehr Schein als Sein war; Fleur stampfte mit den Hufen, und brummte. Collin beruhigte sie ein wenig. Dadurch dass sie schon an Zaumzeug und Co. gewöhnt war, hatte man mir viel Arbeit abgenommen. Ein Kribbeln in meiner Nase lenkte mich ab. Rasch beugte ich den Kopf, nieste auf den Boden und murmelte eine Entschuldigung, die auch an Fleur gerichtet war, denn sie schaute mich entgeistert an. „In Ordnung. Dani, geh mit ihr einige Schritte, damit sie sich daran gewöhnen kann. Nach und nach werden wir die Gurte anpassen. Schließlich soll sie keine Druckstellen bekommen.“ Dani nickte eifrig und schnalzte mit der Zunge, damit Iceflower los lief. Zögerlich setzte sie Huf um Huf, drehte den Kopf, um vielleicht einen Blick auf das dunkelbraune Ding hinter ihr zu werfen. Währenddessen putzte ich mir die Nase und beobachtete ihren Gang. Die Tobianostute senkte den Kopf und zuckte mit den Ohren. Trotzdem machte sie ihre Sache gut; bei wenigen Pferden, die gerade erst eingeritten wurden, zeigte sich ein solches Potenzial, und schon nach einer Stunde konnte sie mit angepasstem Geschirr über den Platz laufen. Schließlich durfte sie eine lange Pause einnehmen, bekam wieder ein paar Äpfelchen und genoss die restliche Zeit auf dem Paddock.

      Über die nächsten zweieinhalb Tage setzte ich das Training locker an. In diesem Fall bedeutete das, längere Strecken im Schritt zu schaffen und das auch mit Gewicht. Ein Glück war Collin ein Leichtgewicht; Iceflower machte ihre Sache gut. Mit Spaß zog sie den Karren über die kleinen Wege des Hofes, bis wir uns auch auf die Straße trauten. Vorsorglich lief ich neben ihr her; ich hatte keine Ahnung, ob sie vorbeifahrende Autos mochte oder nicht.

      Fleur war leicht verschwitzt. „Na, Lust auf eine Dusche?“, fragte ich eher rhetorisch. Die Dusche war dringend nötig; also standen wir eine halbe Stunde später am besagten Platz mit sämtlichen Utensilien. Iceflower hatte am warmen Wasser Gefallen gefunden. Leider nur eine halbe Viertelstunde dauerte der Wasserspaß, ehe es für sie dann unter das Solarium und anschließend auf die Weide ging.

      Zufrieden mit mir selbst und dem Pony vor mir lenkte ich die Kutsche zielsicher auf den Dressurplatz. Die fahrbegeisterte Stute zeigte im Trab ihr starkes und doch feinabgestimmtes Exterieur und achtete auf meine Zügelhilfen. Die Peitsche lag neben meinen Füßen, da die Stute auch ohne diese locker trabte und das Tempo steigerte. Ein Wagen fuhr auf den Parkplatz. Mit zusammengekniffenen Augen erkannte ich die Besitzerin des Ponys und schirmte meine Glubscher vor der Sonne ab. Ja, auch in England gab es mitten im Oktober sonnige Tage – und das bei 20°! Was ich super, die Anwohner aber schrecklich fanden. Gut, meine 'Ammenmärchen' von 38° im Sommer glaubte mir bislang noch keiner, aber für mich waren diese 20 Grad durchaus angenehm. Iceflower wieherte einmal, als sie ihre Besitzerin erkannte. „Ich hatte euch gar nicht so früh erwartet!“, rief ich mit einem Blick auf meine Armbanduhr. „Es ist kurz nach halb vier. Wir sind ein bisschen spät gekommen, tut mir Leid.“ Schon so spät!? „Oh, ich habe die Zeit verschlafen, Jill. Aber Fleur ist so ein umgängliches Pony, da kann man die Zeit doch vergessen, oder?“, fragte ich lächelnd und stieg dann vom Kutschbock ab. Jill pflichtete mir bei, und folgte uns dann, damit ich ihr zeigen konnte, was Mr Raw Depression alles konnte.



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      ~17.11.2015~
      Fahrtraining L-M


      Bevor ich mit Golden Samurai, Pearl und First von Rothen zu Catalina fuhr...

      "Ty würdest du mal bitte kommen ?", rief ich über meine Schulter hinweg - in der Hoffnung das Ty mich hören konnte. Ty, welcher sich in der Futterkammer befand, war mit seinen eigenen Kram beschäftigt und konnte mich somit nicht hören. Ich seufzte, drehte mich um, um schließlich nach Ty zu suchen. "Tyy!", rief ich durch den Stall - "Amy ? Was ist ?", er wirkte überrascht. "Hast du dich um die Boxen gekümmert ?", heute sollten drei Trainingspferde ankommen, welche für die nächste Kür fit gemacht werden sollten. "Ich habe die Boxen ausgemistet und war gerade dabei das Futter zu holen". Ich gab ihm einen Kuss, als Zeichen meiner Dankbarkeit. "Wir müssen echt mal jemanden finden der deine Arbeit übernimmt. Sonst bleibt uns ja niemals etwas Zeit für uns beide" er lächelte müde.

      Auf dem Hof hörte man bereits einen größeren Transporter einfahren. Es waren Jill K. Facer und Hunter Crowley. Als Hunter vor den Ställen anhielt, half er seiner Cousine aus dem Auto. Die knapp 30 jährige wunk mir zu, was mein Herz einen Satz höher schlugen ließ. Ich kannte die beiden noch nicht persönlich, bis jetzt hatten wir uns lediglich über emails ausgetauscht. Von daher war ich um so aufgeregter die Beiden endlich zu sehen. Jill war mir schon auf Anhieb sympathisch - sie war eine der wenigen, die trotz meines jungen Alters nicht an meiner Arbeit zweifelte. "Huhu Jiiill!" rief ich laut und strahlte über beide Ohren. Ich reichte ihr die Hand und stellte mich vor "Amy Fleming, am besten bringen wir erst einmal die Pferde unter, danach kann ich dich ja mal Rum führen. " - "na da sag ich doch nicht nein", antwortete Jill. Ty half Hunter und nahm Iceflower und Denila ab, während Hunter Princess Samsa führte. Schnell stellte sich heraus, welche von den drei Pferden am schwierigsten zu händeln sein würde. Princess hob den Kopf, blähte die Nüstern weit auf und gab schrilles Wiehern vom sich. Dabei weigerte sie sich abrupt nur einen Schritt weiter zu gehen. Ich wartete ab und beobachtete Hunter, in der Hoffnung zu sehen, wie man in einer solchen Situation mit Princess umgehen sollte. Hunter versetzte ihr einen klaps mit dem Strick und zuppelte in kurzen Abständen daran um die Stute aufzufordern weiterzugehen. Und tatsächlich, Princess machte einen großen Schritt nach vorn. Ich ging voraus und zeigte den Gästen die zukünftigen Boxen ihrer Pferde. "Wir besitzen einen eigenen Stall für Trainingspferde, die Boxen sind schon frisch zurecht gemacht. Die Weide für die Trainingspferde befindet sich auch hinter dem Stall." stolz deutete ich mit meiner Hand auf die geräumigen Holzboxen. "Sehr rustikal ", sagte Hunter schmunzelnd. "Aber nun gut", ich öffnete die Boxentür und beobachtete Hunter dabei, wie er Princess in die Box verfrachtete. Währenddessen führte Ty Iceflower und Denila in ihre eigenen Boxen. "Nun, die drei sollten sich für heute erst einmal ausruhen. Wenn ihr mich begleiten würdet", ich führte die beiden in unser kleines Farmhaus und machte ihnen am Esstisch platz. Lou reichte ihnen die Hand, ihre braunen Augen strahlten richtig vor Freude. "Wollt ihr Tee oder Kaffee trinken ?", fragte Lou durch den Raum. Ty meldete sich natürlich als erstes, "Ich nehm einen Kaffee, Jack möchte glaube ich auch.", grummelnd bestätigte Jack, dass Ty richtig lag. Schließlich meldete sich Hunter zu Wort. "Ich probiere heute mal einen Tee, Jill hätte auch gerne einen". Ich setzte mich zu ihnen am Tisch und ging den Trainingsvertrag durch. "Hier bitte einmal unterschreiben.... und dort bräuchte ich auch noch mal deine Unterschrift, danke !". Wenige Minuten später reichte uns Lou einen Rooibus-Tee. Meine Lieblingssorte. Gemütlich plauderten wir noch eine Weile, ehe Jill und Hunter wieder abreisten.
      "Macht es gut! Bis demnächst!", rief ich den beiden zu. "Siehst du Ty, hat doch zeitlich perfekt gepasst", sagte ich erleichtert. Kurz darauf traf auch schon Adriana van Helsing ein, sie war unsere Stammtierärztin und versorgte die Haflinger fast monatlich. Letztens hatte ich mit Adriana über Sir Outlaw gesprochen. Ein fuchsiger Trakehner Hengst. Adriana war am verzweifeln, weil er manchmal echt ein Sturkopf sein konnte, dabei musste er doch für die Zucht fertig gemacht werden. Also erklärte ich mich bereit ihn zu trainieren, gegen ein wenig Hilfe auf Heartland. Adriana willigte ein und war nun auf den Weg mit Sir Outlaw. Ich begrüßte die Tierärztin freudig, nahm ihr den Hengst ab und führte ihn - wenn auch mit Schwierigkeiten, in die frisch gemacht Box. Im Trainingstall blickte Iceflower ihn neugierig an, ein Hengst sieht man schließlich nicht alle Tage. Damit Adriana den weiten Weg nicht umsonst gefahren ist, kümmerte sie sich noch um Sunshine Shadow, Bonito, Calla, Nachtigall, Small Joker, Samie, Money in a Bank, Nimué, Meike und Mrs. Pretty. Leider mussten wir feststellen, dass Bonito bereits den grauen Star entwickelte, aber irgendwann musste es ja dazu kommen. Da wir heute noch zu Catalina fahren, bzw. teilweise fliegen wollten. Würde es eine lange Reise werden, weshalb wir wahrscheinlich erst morgen ankommen würden. Also machten wir uns jetzt schon auf den Weg und verabschiedeten uns von Adriana, welche noch ihren Sachen packte. Lou würde noch ein Weilchen mit ihr reden ehe sie sie gehen lassen würde.
      Ty verlud nur noch die drei Pferde in den großen Transporter und setzte sich schließlich an das Steuer.

      Nachdem wir bei Catalina waren....

      Nachdem ich mich von Catalina, Dani und Oscar verabschiedet hatte und mit Ty vom Hof fuhr, überkam mich glatt ein wenig 'Heimweh' - aber nicht nach Heartland, nein ganz im Gegenteil. Die letzten Tage waren wirklich aufregend und vor allem erholend. "Hast ja komische Freunde Amy", sagte Chase in einem scharfen Ton und grinste schelmisch, als hätte er gerade einen guten Witz gemacht. Soraya blickte ihn mit großen Augen an, aber auch ich drehte mich über den Beifahrersitz hinweg um ihn nahezu entgeistert anzublicken. "Sag mal, was ist dein Problem Chase !?", Ty der am Steuer saß versuchte sich zu konzentrieren. Chase blieb kühl und zog seine Brauen hoch, in einem völlig arroganten Ton sagte er bloß "Na, hast du gesehen wie unfreundlich die sind ? Und wirklich berühmt scheinen die ja jetzt auch nicht zu sein". Ich fauchte ihn wütend an "Du tickst wohl nicht richtig !! Catalina ist eine der besten Trainerinnen die ich kenne ! Wenn nicht sogar besser als ich! Hast du dich schon mal angesehen Chase ? Du bist ein egoistisches Arsc...", Soraya wirkte ein wenig aufgelöst, blickte mich flehend an und sprach mir ins Wort "Bitte regt euch ab!", ich konnte ihr Verhalten nachvollziehen, immerhin war Chase ihr Freund. Doch brachte ich es nicht über mein Herz, Soraya die Wahrheit über Chase zu erzählen. Triumphierend grinste Chase mich an, als hätte er gerade im Lotto gewonnen - Soraya zu liebe blieb ich jedoch ruhig. Ty wütete innerlich - seine Gedanken brodelten, was er doch alles am liebsten Chase angetan hätte. Als ich mich umdrehte um den Streit ein Ende zu mache... "VORSICHT REH!", entgeistert schrie ich Ty an, nun erkannten auch meine 'Freunde' auf der Rückbank, dass wir Ty vollkommen abgelenkt hatten.

      Quietschende Autoreifen, eine Vollbremsung, ich duckte mich blitzartig und spürte nur noch wie das gewaltige Tier auf die Kühlerhaube und schließlich in die Windschutzscheibe einschlug. Ich richtete mich in Zeitlupe auf, blinzelte immer noch erschrocken und tastete meinen Körper ab. "Seit ihr alle Ok ?", sagte ich kleinlaut - immer noch geschockt. Soraya schluchzte leise, wurde aber gleich schon von Chase beruhigt. Ty, welcher neben mir saß blutete am Kopf. "Ty ? TY !", das Reh ist durch die Windschutzscheibe geflogen, sodass der Kopf teilweise im Auto hing. Ty saß bewusstlos auf dem Fahrersitz. Ich schnallte ihn schnell ab und kletterte aus der Beifahrertür. Schnell hechtete ich zur Fahrerseite um ihn mir genauer anzusehen. Ich fasste seinen Kopf, suchte nach weiteren Verletzungen - konnte aber beruhigt feststellen, dass es nur eine Schnittwunde am Kopf war, welche durch eine Glasscherbe verursacht wurde. "Soraya ruf bitte einen Krankenwagen an !". Als wäre der Streit von eben vergessen, griff Soraya zu ihrem Handy und wählte die 112.

      Mein Handy klingelte. "Amy, oh Gott sei Dank ist euch nichts passiert !", es war Lou welche außer sich war. "Ich war gerade gelandet und wollte Golden Girl aus dem Hänger holen, als Jack mich anrief, dass ihr im Krankenhaus seit". Lous Stimme nach zu urteilen, hörte sie sich an, als hätte sie einen Marathon hinterlegt. "Alles gut Lou, Ty war nur bewusstlos. Gott sei Dank nichts schlimmes. Es geht ihm wieder besser. Fahr zu Catalina und geb ihr bescheid, dass wir noch mal zurück kommen", antwortete ich in knappen Sätzen, denn der Akku meines Handys schrumpfte auch immer mehr. "Hab dich lieb", sagte ich ihr noch schnell ehe ich auflegte. Ich griff nach meinem Handy, da es noch etwas wichtiges zu erledigen gab. In meiner Kontaktliste wählte ich Jack aus, meinen Großvater. Es dauerte eine Weile bis er dran ging. "Jack Bartlett von der Heartlandfarm" - "Jack ! Du weißt ja was passiert ist, heute schaffen wir es jedenfalls nicht nach Hause. Es ist wichtig, dass die Pferde und vor allem die Trainingspferde versorgt werden. Außerdem müssten Suburb Lights, Faster, Iceflower, Bear Totem's Denali und Princess Sansa trainiert werden. Hmm, ich weiß dass du das nicht kannst Jack... Lou ist auch nicht da... Mallory könnte sich um Suburb und Iceflower kümmern, Bubi habe ich letztens erst eingefahren - da sollte es keine Probleme geben, die Beiden müsste einige Runden an der Kutsche laufen." da kam mir ein Einfall, Dad war ja auf der Rennbahn beschäftigt, also konnte er sich um Faster und Denali kümmern. Schnell teilte ich meine Idee am Handy mit. Jack klang weniger begeistert, was aber daran lag, dass er Tim nicht leiden konnte. Das war mir jedoch egal. "Grandpa das ist wirklich wichtig ! Sag Caleb er soll sich um Princess kümmern, fahren... er ist am erfahrensten, Princess kann nämlich manchmal stur sein. Achja, da wäre noch was! Könntest du Ben anrufen, er sollte Sir Outlaw in Dressur und Amsterdam Girl in Springen trainieren ? Die Stute müsste noch für das nächste Turnier flott gemacht werden und Ben kommt einfach am besten mit sturen Pferden zurecht" - "Ja liebes, jetzt seh lieber zu, dass du eine Bleibe für heute Nacht findest."

      Als Ty einige Stunden später entlassen wurde, fuhren wir nach Cambridge zurück. Der Mietwagen mit dem wir den weiten Weg zurück fuhren, stellte sich als sehr teuer raus, was auch daran lag, dass er einen großen Transporter ziehen musste. Catalina staunte nicht schlecht als wir wieder ankamen, offenbar waren wir etwas schneller als Lou. "Was ist denn mit euch passiert ?", fragte sie lächelnd - "Wildunfall", entgegnete ich knapp. "Lou sollte gleich da sein, sie bringt Golden Girl mit". Nun kam auch Oscar an "Kommt, ich helfe euch beim verladen der Pferde... die müssen bestimmt hungrig und durstig sein....". Drinnen in Catalinas Wohnung saßen wir beisammen und aßen zu Abend, Chase blieb irgendwie außergewöhnlich ruhig. Woher der Sinneswandel ? Als ich gerade meine Nudel in den Mund stopfte, klingelte es an der Tür. "Das ist Lou!", sagte ich etwas lauter und stand auf, voller Freude meine Schwester wieder zu sehen. Ich umarmte sie nachdem ich die Tür öffnete: "Gott sei Dank ist euch nichts passiert", sagte sie noch mal - nach dem Autounfall meiner Mutter, war eben nichts mehr wie es früher einmal war.

      Währenddessen auf Heartland...


      Jack hatte Mallory bescheid gegeben, dass sie sich um Bubi und Iceflower kümmern sollte. Also striegelte sie die beiden Pferde, bevor sie sie an die kleine Kutsche spannte. Sowohl Bubi als auch Fleur waren erfahren genug um zu wissen was sie zu tun hatten. Jack half dem Mädchen beim aufspannen und schlug schließlich vor selber mit zu fahren. Das war wahrscheinlich gar nicht mal so eine schlechte Idee, da Mallory einfach viel (!) zu jung war. Sie hatte zwar Erfahrung im Springreiten, aber gefahren ist sie bis jetzt nicht oft. Jack setzte sich schließlich auf die Kutsche und drückte Mallory die Peitsche in die Hand. "Nun, es ist ganz einfach, du nimmst die Zügel auf und treibst die Pferde erst einmal an." Bubi bemerkte jedoch, neben wem er überhaupt stand. Der kleine Haflingerhengst stellte seine Ohren auf und versuchte die junge Stute zu beschnuppern. Jacks lautes Machtwort jedoch ermahnte ihn, sodass sich der Hengst wieder zu konzentrieren begann. Mallory schwang liebevoll die Peitsche, wodurch die Pferde einen Schritt nach vorne wagten. "Lass uns die gewöhnliche Waldstrecke entlang fahren. Das sollte für ein Pferd mit mittlerem Niveau ausreichen. Das junge Mädchen lenkte die Pferde an den Wegesrand, sollte jemand entgegen kommen. Nach 10 Minuten konnte sie nun rechts in den Wald abbiegen. "Wir sollten später an Tims Rindern vorbeikommen, wir reiten praktisch einen Rundweg". Nachdem die Pferde warm gelaufen waren, trieb Mallory die Beiden ein wenig mehr an. Im Trab flogen sie über den Waldboden hinweg, Bubi und Fleur waren mit Schreckmomenten vertraut, weshalb der 'Ausritt' auch durch den Wald ging und nicht auf dem Reitplatz. Bubi schnaubte angestrengt, aber auch Flower hatte ordentlich zu kämpfen. "Mallory, das machst du sehr gut", Jack wusste wie man einen motivieren konnte, denn das Mädchen strahlte über beide Ohren hinweg. Sie ließ die Pferde einige Minuten lang traben, ehe sie wieder Schritt gehen durften. nach einer halben Stunde hielten sie schließlich an, um den Pferden eine Pause zu gönnen. Jack reichte Mallory ein Sandwich, welches er zuvor eingepackt hatte. Da konnte Mallory nicht nein sagen, sofort griff sie danach und verschlang es gierig. "Mensch Jack! Ich hatte vielleicht einen Hunger ! Du bist meine letzte Rettung", schwärmte sie begeistert. Die Pferde tranken währenddessen aus einem kleinen Bach um sich etwas zu kühlen. Nachdem sich alle ausgeruht hatten ging es schließlich weiter. Es dauerte nicht lange als Mallory an der Rinderwiese entlang fuhr. Bubi blickte die großen, gehörten Rinder mit großen Augen an, er wollte glatt einen Sprung zur Seite machen, doch blieb er stattdessen stehen. War auch gescheiter von ihm. Als er merkte das Iceflower völlig ungeniert nach vorne blickte, trottelte er schließlich weiter neben ihr her. Mallory musste nur noch an Feld und Weiden vorbei, bis sie auf der Heartlandfarm ankam. "Hat doch super geklappt!", lobte Jack sie und half ihr bei den beiden Pferden. Iceflower wurde eingedeckt und schließlich in die Box gestellt. "Morgen früh kann sie wieder auf die Weide".

      Ben, Lisas Neffe stand bereits im Stall und sattelte Sir Outlaw. Er hatte den Hengst absolut unter Kontrolle. Ben war ein sehr erfahrener Reiter, doch Amy war nicht immer mit ihm einer Meinung. Während Lisa mit Jack im Wohnzimmer saß, zu Mittag aß und einen Kaffee trank - ritt Ben den Hengst auf den Platz warm. Jack erzählte ihr von Mallorys ersten 'Fahrstunde' und wie er ihr dabei geholfen hätte. Schade das Amy nicht da war, um die Beiden zu sehen. Da Jack und Lisa sich nur am Wochenende sahen, war es immer etwas besonders. Nachdem Outlaw warm war, trabte Ben im starken Trab auf den Hufschlag. Outlaw jedoch war gar nicht in guter Stimmung, er war ja auch nicht zu Hause. Ben jedoch blieb ungeniert und trieb ihn weiter an, gab ihn einen kleinen Klaps mit der Gerte und blieb im Körper gestreckt. Nun trabte der Hengst in federnden Schritten über den Platz, ritt einen Zirkel, anschließend durch die halbe Bahn und eine kleine Volte. Ben trieb den Hengst energisch an, Outlaw riss den Kopf in die Höhe und schnaubte angestrengt. "Los Junge, stell dich nicht so an!", Ben war wirklich eiskalt wie ein Fisch. Aber sein Pferd Red bewies, dass es ihm trotz seiner Methoden voll und ganz vertraut. Gut es gab Momente wo Amy ihm weiterhelfen musste - aber im großen und ganzen gehorschte ihm Red auf's Wort. Outlaw kam gar nicht erst dazu sich zu wiedersetzen. Also senkte er den Kopf und galoppierte in einem weichen, ruhigen Galopp auf den Zirkel. Nachdem er sich gefangen hatte und Ben die Zügel lockerer lassen konnte, machte er durch die Ecke kehrt und parierte ihn in den Trab. "Eine Traversale kannst du bestimmt noch nicht oder ?", murmelnd testete er alle möglichen Hilfen für die Dressur, aber vergebens - Outlaw wusste echt nicht was Ben von ihm wollte. Also stieg er ab, nahm die Gerte und half dem Pferd. Ben übte die Bewegungen, die Outlaw auszuführen hatte wenn er im Sattel saß. Natürlich musste Outlaw ihn austricksen und wollte glatt ein Reißaus machen. Doch Ben griff schnell nach den Zügeln, trieb ihn zurück und brachte ihn auf seinen Ursprünglichen Platz. "Stell dich nicht so an!", mahnte er den Hengst und arbeitete anschließend an die Traversale weiter. Für das nächste mal sollte man es vom Sattel aus probieren.
      Nach einer halben Stunde Arbeit und einer halben Stunde Training, brachte er Outlaw zurück in die Box und griff sich anschließend Amsterdam Girl. Girly sollte im Springen trainiert werden, Amy hatte die Wochen zuvor mit ihr gearbeitet, also musste Ben nur noch die Hindernisse aufstellen und das machen was er am besten konnte. Wieder ritt er die Stute warm ehe er sie springen ließ. Anschließend taxierte er einfache Trabstangen und begann mit niedrigen Steilsprüngen. Als Girly nun warm genug war, probierte er es mit einem Oxer. Leider hatte sie zu viel Geschwindigkeit drauf, weshalb ihr eine Stange zu Boden fiel. Also sprang Ben erneut vom Pferd ab und hob die Stange wieder auf. Girly blieb brav stehen. Er versuchte es erneut. Diesmal zügelte er die Stute ein klein wenig, passte den Moment an und verlagerte sein Gewicht nach vorne. Mit einem Satz war der Haflinger über den Oxer hinweg, ohne auch nur die Stange zu berühren. Der Junge lobte die Dame und ritt den restlichen Parcours mehrmals ab.

      Tim jedoch hatte Faster und Denila bereits abgeholt. Er fuhr die beiden zur Rennstrecke in Alberta. "Hallo Janice", begrüßte er seine schlanke, wirklich attraktive Freundin. Janice Wayne war ein Jokey und wirklich sehr erfahren in ihrem Beruf. Leider war sie mehr auf Geld aus. "Wow, die sehen ja wirklich richtig gut aus!", Janice bewunderte Faster "Die hier hat schon viel Erfahrung gesammelt, kann das sein ?" - Tim nickte. "Amy hat vor sie mir zu verkaufen. Ich glaube mit ihr hier könnten wir einige Gewinne ernten. Aber das hier ist Denila, ein Trainingspferd. Sie sollte später auch auf Rennen starten. Könntest du die Beiden für mich flott machen ?". Janice nickte, küsste Tim schließlich innig und begab sich auf den Weg zum Rennstall. Tim gab ihr noch einen kleinen Klaps auf ihren Hintern, ehe er ihr folgte. Faster und Denila standen angebunden vor dem Rennstall, während Tim Denilas Fell seidig bürstete, begab sich Janice mit Faster auf die Rennbahn. In einer Übungsstartbox, wartete sie darauf bis man ihr die Tür öffnete... und dann mit einem Mal, schoss Faster aus der Box und preschte am Zaun entlang. Janice zügelte sie erst ein mal, sodass sie nicht ihre ganze Energie unnötig verpowerte. In einem angenehm schnellen Galopp stürmte Faster auf die Kurve hinzu. Janice zügelte sie ein klein wenig weiter, und gab nach der Kurve ordentlich nach. Nun zischte die Stute wie von der Tarantel gestochen über die Bahn hinweg, sie streckte ihren Körper und schnaufte begeistert. Als Janice die Zielgerade sehen konnte, trieb sie das Vollblut mit der Gerte ein klein wenig an, sodass es an Geschwindigkeit zunahm. Es war wirklich erstaunlich, dass sich die junge Frau auf das Pferd halten konnte. Völlig verschwitzt und außer Atmen kamen sie am Ziel an und wurden immer langsamer. Als Janice sie schließlich zum stehen brachte, fragte sie einen Mitarbeiter nach der Zeit. "68 Sekunden, Eine Minute und acht Sekunden". Janice hob erstaunt die Augenbrauen. "Diese Stute ist der Wahnsinn ! Die hat echt was drauf !!", begeistert berichtete sie Tim von der Zeit... Zukunftspläne eröffneten sich bereits den Beiden. Nun war jedoch Denila an der Reihe. Tim half Janice in den Sattel und führte sie zur Rennstrecke. Denila müsste eine kürzere Strecke laufen, sie war schließlich noch nicht so weit wie Faster. Nach dem Startsignal preschte auch sie über die Bahn. Deutlich langsamer als Faster, aber dazu war sie ja da - um trainiert zu werden. Janice gab ihr Zügel, damit sie sich schön strecken konnte und an Tempo zunahm. Im Gegensatz zu Faster musste Denila nicht so weit galoppieren, darum näherte sich die Zielgerade relativ schnell. Janice gab ihr die Gerte um schneller zu werden, die Stute arbeitete brav mit und begann ebenfalls zu schwitzen. Denilas Zeit betrug 84 Sekunden. Sie müsste daher noch sehr gefördert werden, ein Fortschritt war jedoch garantiert. Denila wurde nach einer weiteren Runde, welche sie diesmal mit 76.1 Sekunden abschloss eingedeckt. Das war immerhin eine Verbesserung von 7.9 Sekunden und somit schon ein Erfolg. Tim kümmerte sich um die Pferde, während Janice sich in ihrem Wohnwagen umzog. Er verabschiedete sich mit einem Kuss und fuhr Faster und Denila zurück zur Heartlandfarm. Unterwegs traf er auf Caleb an, welcher mit Princess zu kämpfen hatte.

      Caleb saß auf einen kleinen Sulky, an dem Princess Sansa gespannt war. Sansa war eine dickköpfige Prinzessin, die offenbar Freude daran empfindet, ihren Reiter das Leben zu erschweren. Als Tim - manchmal ein richtiger Dummkopf, auch noch begann zu hupen, preschte die Stute mitsamt des Sulkys an der Straße entlang. Beinahe war sie so schnell wie Tim mit dem Anhänger, indem sich Faster und Denila befanden. Caleb war glücklicherweise sehr erfahren, was Zicken angeht - Ashley, seine verlobte war ja wohl das beste Beispiel. "WHOO", er zog schnell an den Zügeln, redete beruhigend auf die Stute ein und ließ sie schließlich im Schritt die Straße entlang gehen. Sie wirkte sehr aufgescheucht, was man nicht gerade als positiv empfinden konnte. Prinzessin hatte ihn sowieso den ganzen Weg über ausgetrickst und verarscht. "Bin ich froh wenn Amy wieder da ist", murmelte er genervt und versuchte wenigstens etwas Kontrolle über die Stute zu bekommen. Er ließ sie antraben, sodass sie etwas Energie verlieren konnte. Dabei zuppelte er leicht an den Zügeln, damit sie ihren Kopf senkt - dies tat er sobald sie ihren Kopf in die Höhe riss um ihn zu ärgern. Nur noch wenige Meter und er erreichte die Farm. Caleb war wirklich aufgebracht, dass ausgerechnet er mit dieser Zicke arbeiten musste. Aber beim putzen war sie natürlich der Engel auf Erden! Er beschloss morgen erneut mit ihr zu arbeiten, damit das Training nicht völlig für die Katz war. Nachdem er die Stute abgedeckt in die Box gestellt hatte, kontrollierte er die Heunetze, ob sie auch gefüllt seien. Bis zum morgen sollten sie ausreichen, Caleb begab sich schließlich in die Futterkammer um etwas Mash anzurühren. Er mischte Baldiranwurzeln und Melissenblätter in Princess Eimer. Diese sollten gegen Nervösität wirken und die Stute ein wenig beruhigen. Caleb wusste die Wirkung der Heilkräuter nicht von alleine, denn Amy hatte einen kleinen Zettel an ihrer Box gehangen. "Sollte sie mal wieder bockig werden...", las er noch mal vom Zettel ab. Zu guter Letzt, kümmerte sich Caleb um die Haflingerfohlen Figaros Schattenfalter, Picola und Mirabella. Er brachte sie von der Weide in den Stall und deckte sie mit warmen Stalldecken ein. Da es nun immer kühler wurde, war es gerade für die Fohlen von Bedeutung, eine Decke zu tragen. Schnell durchwuschelte er Mirabellas lockige Mähne und zog den dreien die Halfter aus, welche er an der Boxentür aufhing. Nachdem er kurz die Stallgasse durchgekehrt hatte, schaltete er das Licht aus und verabschiedete sich von Jack. "Danke das du uns geholfen hast ! Nimm dir diese Woche einen Tag mal frei", sagte Jack voller Dankbarkeit. Caleb lächelte auf einmal putzmunter "Wow ! Dann kann ich was mit Ashley unternehmen", antwortete er begeistert und ging zu seinem Truck. Daraufhin fuhr er zu seinem Wohnwagen nach Hause, wo ihn Ashley bereits erwartete. "Du bist heute aber spät dran", sagte sie etwas kühl. Caleb ließ sich von ihrer Art nicht stören, gab ihr stattdessen einen warmen Kuss und entgegnete glücklich "Dafür hast du mich für diese Woche einen Tag lang nur für dich!". Dass sich Ashley über seine Aussage freuen würde, wurde sofort deutlich. Sie quietschte begeistert und fiel ihrem Verlobten um den Hals. "Ich liebe dich Caleb!"

      24.411 Zeichen | © Jackie​

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      Fahrtraining M-S

      30.12.2015
      Da Amy und Ty weiterhin in Cambridge waren, musste Jack nach einer Lösung suchen. Caleb, er und die Mädels konnten die Farm niemals alleine managen.
      „Guten morgen Hunter!“ begrüßte ich den jungen Mann freundlich. Ich kratzte mir kurz an meinen Schnauzer, ehe ich mich zur Kaffeemaschine begab. „Kann ich dir auch was anbieten ?“, er blickte mich halb verschlafen an. „Ja gerne“. Ich schüttete ihm den schwarzen Kaffee in die Tasse, welche er in die Hand nahm um sich aufzuwärmen. „Morgen Jill“, begrüßte er seine Cousine. Jill lächelte munter. „Du bist so ein Morgenmuffel!“, ich musste lachen – diese Frau war so sympathisch. „Ist alles ok bei dir? Du siehst so geschaffen aus“, fragte Hunter mich mit einer sorgsamen Miene. „Naja, es gibt so viel zu tun. Wir brauchen das Geld. Ich muss mich irgendwie mal umhören, wir benötigen dringend einen zweiten Stallburschen und am besten auch einen Trainer.“ Ich ging durch die Küche, grübelte und ließ mich schließlich vor dem Fenster nieder. Draußen war es schneeweiß. Der Boden glitzerte, Eiskristalle zierten das Küchenfenster. „Scheint als hätte es aufgehört zu schneien“, Hunter blickte in meine Richtung. „Prima ! Zu Hause gibt es nämlich noch einiges zu tun“.
      Nachdem sich Hunter und Jill verabschiedet hatten, wand sich Jack an mich „Ich bin jetzt in der Stadt, vielleicht lässt sich jemand im Maggies Diner finden. Du weißt ja was du zu tun hast“. Ich nickte und verließ das Farmhaus. Im Stall angekommen, brachte ich erst einmal die Pferde auf die Weide. Es war unfassbar ruhig auf den Hof, jetzt wo niemand da war – ja es war gar schon ein wenig beängstigend. Schließlich begab ich mich in den Trainingsstall, in dem Iceflower und Princess Sansa neugierig mit den Ohren spitzten. „Ich habe gehört, ihr wollt heute trainiert werden?“, fragte ich die Beiden schmunzelnd und führte die Pferde nacheinander aus der Box. Auf der Gasse putzte ich sie gründlich, ehe ich ihnen das Geschirr umlegen konnte. Nach knapp einer Stunde konnte ich die Reitponys an dem Zweigespann fest machen. Ich freute mich um ehrlich zu sein die Zwei im Gelände zu reiten. Es war schönes Wetter und die Pferde waren immerhin an der Kutsche gewöhnt. Was sollte da schon schief gehen? Darum beschloss ich die Pferde an der Straße entlang zu reiten. Im Wald würde die Kutsche eher stecken bleiben, außerdem sind die Pferde auf der Straße schneller. Ich prüfte meine Jacke, zog mir die warmen Handschuhe an und setzte mir eine wollige Mütze auf. Anschließend prüfte ich ob das Geschirr der Ponys richtig saß und auch an der Kutsche ordentlich befestigt wurde. Nachdem ich auch die Peitsche gefunden hatte, konnte ich unbesorgt losfahren. „los!“, sagte ich schnalzend und schwang liebevoll das lange Bändel. Die Ponys bewegten sich im Schritt vorwärts, ihre Hintern wackelten nebeneinander im Takt, was mich auf eine Idee brachte. „Whoo“, rief ich. Ich lief schnell in den Stall und fand wonach ich gesucht hatte. Amy hatte mal für das letzte Weihnachten einige Glöckchen gekauft, die man leicht am Geschirr befestigen konnte. Es ähnelte zugleich einem Gelassenheitstraining, schließlich konnten so kleine Glöckchen auch beängstigend sein. Ich stellte mich vorerst vor die Pferde und klingelte sachte mit den Kügelchen. Sansa spitzte die Ohren, wollte zuerst scheuen, doch ich beruhigte sie ganz schnell wieder. Fleur jedoch hatte heute wohl einen angenehmen Tag. Sie schnupperte neugierig an den Glöckchen und erhielt darauf eine Belohnung. Nun musste auch Sansa an ihnen schnuppern. Vielleicht würde auch sie etwas bekommen. Und tatsächlich, ich streckte meine Hand flach aus und lies der Stute den einen Leckerbissen.
      Nun konnte es jedoch losgehen. Ich fuhr rechts am Haus entlang, Richtung Alberta. Auf den Weg in die Stadt, klimperten die Pferde fröhlich vor sich hin. Manchmal hatte es etwas richtig Gutes in Kanada zu leben, die Straßen waren heute komplett frei, sodass man sich gut und ungehindert fortbewegen konnte. Nachdem die Pferde warm gelaufen waren, ließ ich sie an der Kutsche antraben. Auch wenn Princess wenig Lust hatte, schwang ich immer wieder die Peitsche neben ihr, um sie an ihre ‚Pflichten’ zu erinnern.
      „Oh sind die Süß!!“, riefen mehrere kleine Kinder mir entgegen. In Alberta war ziemlich viel los, alle mussten noch Geschenke kaufen, wollten im Café einen heißen Kakao trinken und eine Grundschulklasse war auch gerade auf einem Ausflug. „Gehen wir nachher Schlittschuh laufen?!“, rief ein kleines, blond-gelocktes Mädchen einer älteren Dame entgegen. Wahrscheinlich die Lehrerin. „Aber natürlich doch, Sarah – dafür sind wir doch hier“, sie lächelte mir entgegen als sich die Ponys bemerkbar machten. „Bloß ruhig bleiben“, murmelte ich den Pferden zu. Bei einer solch großen Horde an Kindern, konnten Pferde schnell nervös werden. Gerade Iceflower begann nun zu tänzeln. Also beschloss ich lieber abzusteigen, um das Pferd zu beruhigen. „Alles gut“, sprach ich ihr sanft zu. Als auch die Lehrerin erkannte, dass die Pferde solch einen Trubel nicht gewohnt waren, rief sie die Kinder energisch zurück. „Muss das sein? Die sind doch sooo süß!“, quängelte ein kleiner Junge, dessen Mütze größer war als der Kopf. Ich führte die Pferde an den Kindern vorbei ehe ich wieder in den Wagen stieg.
      „Caleb?“, hörte ich auf einmal eine weibliche Stimme neben mir sprechen. Ich drehte mich überrascht um und erkannte Amys Gesicht. „AMY!“, dass ich erleichtert war wie nie zuvor, konnte man nicht überhören. Sie lachte amüsiert und setzte sich neben mir in die Kutsche. „Na, hast du uns vermisst?“ – „Natürlich! Aber jetzt sag mal, wie kommt’s das du auf einmal hier bist?!“, Amy stieg noch mal aus, anscheinend hatte sie etwas vergessen. Beim gehen rief sie mir zu „Es hat endlich aufgehört zu stürmen. Da konnten wir fahren. Warte ich muss noch eben Jack bescheid geben“. Jack bescheid geben? Also wusste er doch bescheid… war klar. Keine fünf Minuten später, war Amy wieder da und nahm mir die Zügel ab. „Mensch, das habe ich vermisst!“, - „Wenn das so ist, kannst du mir ja gerne Arbeit abnehmen“ ich funkelte sie belustigt an und lehnte mich in den Sitz zurück. Nun saß Amy am ‚Steuer’. Amy trabte die Straße entlang nach Millarville, unterwegs begegnete uns Jack. Er fuhr langsam neben uns her und kurbelte das Fenster runter. „Ich habe übrigens eine super Neuigkeit für euch!“ "Ja ? ist das so ? Jack willst du nun, dass wir fragen was diese wäre ?". Er lachte und fuhr davon. "Verdammt, jetzt hat er mich tatsächlich neugierig gemacht", gab ich brummelt von mir. "Wir sind ja gleich da!", sagte Amy. Iceflower gab schnaufende Geräusche von sich, scheint so als ließe die Ausdauer nach. "Na, dann können wir ja sicher gehen, dass wir sie heute ordentlich gefördert haben".
      Zu Hause angekommen gab Amy den Beiden ein Leckerchen, nachdem sie sie eingedeckt hatte. Iceflower und Princess durften sich nun in der Box entspannen und sich dem warmen Heu widmen. Nun, da sowohl Amy als auch ich vor Neugierde platzten, gingen wir schnurstracks auf Jack zu um ihn zu fragen was denn diese Neuigkeit wäre. Neben Jack stand ein kleiner Junge. "Hallo...?", fragte Amy ihn verwundert. Er schien ungefähr in Mallorys Alter zu sein, vielleicht sogar ein bisschen älter. "Ich bin Jake, ich werde später mal ein richtiger Cowboy", sagte er schmunzelnd und rückte seinen Hut zurecht. Ich grinste breit, während Amy sich den Mund zu halten musste um nicht laut los zu lachen. "Was denn ?", hakte er nach. Nun meldete sich Jack zu Wort. "Jake ist der Sohn von den Andersons. Diese bilden Springpferde aus. Da Jake sich sehr für Pferde interessiert, habe ich ihm ein Praktikum angeboten, so gesehen ein kleiner bezahlter Minijob". Jake grinste zufrieden. "Von dem Geld werde ich mir später Reitstunden nehmen... für Roping". Ich zog die Augenbrauen nach oben. "Echt ? Na da kannst du gleich mit mir kommen, ich gebe dir auch die erste Stunde umsonst". Seine Augen funkelten vor Begeisterung. "ECHT ?", ich lachte. Er war ja doch ein richtig knuffiger. "Klar, wieso auch nicht".
      "Wer kommt denn jetzt noch ?", Jack peilte aus dem Fenster hinaus und sah ein Auto auf den Hof fahren. "Sieht aus wie Tims Wagen.", Amy ging aus dem Haus um ihren Vater entgegen zu gehen. "Was ist los Dad ?"
      -"Faster und Pearl müssen trainiert werden."
      "Wenn du die beiden Vollblüter trainierst, nehme ich Bear Totem's Denila mit. Sie sollte heute auch noch trainiert werden." Tim nickte, wies seine Tochter jedoch darauf hin, dass keine 3 Pferde im Hänger passen würde. "Keine Sorge, ich fahre mit unserem Hänger mit", so dürfte das Problem gelöst wurden sein. Ich berührte Amys Schulter, und fragte sie: "Willst du Lana nicht mitnehmen ? Sie wirkt heute sehr Temperamentvoll".
      -"Danke für den Hinweis Caleb, das wäre eine gute Idee."

      Auf der Rennbahn angekommen ließ Amy und Tims Freundin Janice die beiden Vollblüter Faster und Bear Totem's Denila gegeneinander laufen. Faster war schon erfahrener als Denila, weshalb die Stute sie mit mehreren Pferdelängen auf halber Strecke überholte. Da Amy weniger Erfahrung als Janice hatte, ritt sie auch auf Hunters Vollblut. Trotzdem schlugen sich die Pferde gut, schließlich konnte man sie nicht richtig miteinander vergleichen. Nach der Runde blickte Amy zu ihrem Vater und fragte ihn nach der Zeit.
      "Denila 73.3 Sekunden, besser als ihre letzte Zeit" - "Wie war denn ihre letzte Zeit ?", fragte Amy nach. "Letzten Monat betrug sie 76.1, Denila macht sich ganz gut! Fasters Zeit beträgt 62.4 ! Auch sie hat sich echt verbessert ! Das sind immerhin 6 Sekunden Unterschied. Kann aber auch sein, dass sie heute einen extrem guten Tag hatte.." Amy lächelte begeistert. "Ich würde sagen, sie hat sich für das nächste Turnier qualifiziert. "Das würde ich aber auch behaupten", antwortete Tim begeistert. Als nächstes waren Lana und Pearl dran. Pearl war so gut wie auf den selben Stand wie Lana, darum konnten die beiden gut gegeneinander laufen. Diesmal ritt Janice Pearl und Amy die Haflingerstute Lana. Die Beiden Pferde mussten eine kurze Strecke laufen, weshalb die Zeit auch etwas kürzer war als bei den Vollblütern. Lana schaffte die Strecke in 66.4 Sekunden, es war etwas langsam aber keine schlechte Zeit. Wie aber auch zu erwarten war die Araberstute schneller als der Haflinger. Mit 57.3 Sekunden holte Pearl die Stute auf ganzer Länge ein. "Wir müssen auf jeden Fall weiter trainieren, die Araberstute hat gute Chancen."
      -
      Währenddessen auf Heartland. "Jack, ich bin Sir Outlaw trainieren", der ältere Mann drehte sich schnell zu Mallory "Nein, das verbiete ich dir - du bist zu unerfahren für Outlaw.", -"Ok, dann trainier ich eben Windsor!", antwortete das junge Mädchen eingeschnappt. "Mach das ...", grübelte Jack "Outlaw darf nur von Amy trainiert werden". Mallory schnappte sich Windsor und ritt ihn auf den Reitplatz warm. Anschließend ließ sie ihn einige Figuren reiten, gab ihn Hilfen und Paraden und ritt schließlich eine Traversale. Windsor war wirklich excellent was das Dressurreiten anging, aber man konnte ihn noch weiter trainieren. Jack schaute ihr dabei zu "Lass ihn eine Passage machen", rief er Mallory zu. "Wie mach ich das ?", fragte das Mädchen, Jack erklärte es ihr und staunte nicht schlecht als der Hengst genau wusste was er zu tun hatte. "Das machst du super Mallory". Amy wird ihn wohl noch ein wenig weiter trainieren müssen, aber es ist gut wenn du auch ein bisschen mehr lernst. Jack zwinkerte ihr zu.

      Als Amy wieder zurück war, pflegte sie Sir Outlaw ehe sie ihn sattelte. Dann stellte sie Hindernisse auf den Reitplatz auf um einen Parcours zu erstellen. Im Schritt ritt sie ihn warm, trabte anschließend und ritt mehrere kleine Trabstangen an. Outlaw sollte üben seine Beine zu heben um sich an die größeren Hindernisse zu gewöhnen. Der Hengst sträubte sich und schlug mit dem Schweif aus, stolperte dabei mehrmals über die Stangen, er machte es Amy schwer. Amy trieb ihn weiter und sprach ihn Mut zu, half jedoch nichts. Nun ging der Hengst stur Rückwärts und schmiss den Kopf in die Höhe. "Outlaw!", Amy legte eine Pause ein, trieb ihn anschließend wieder an. Mit viel Mühe schaffte sie es den Hengst über die Stangen zu bringen. Nun lobte sie ihn, klatschte seinen Hals und ließ ihn wissen, dass er sich brav benommen hat. Später schaffte es Amy sogar den Hengst über mehrere kleine Hindernisse springen zu lassen. "Ich weiß du wirst noch Fortschritte machen", flüsterte sie ihm zu, nachdem sie ihn abgesattelt und in die Box gestellt hatte. "Irgendwann wirst du noch ganz lieb...vielleicht sollte ich es mit einem Join Up versuchen...".

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      19.01.2016
      Fahrttraining S-S*


      "Na komm!", forderte Amy die Ponystute auf. Iceflower spitzte mit den Ohren und streckte den Kopf nach ihr aus."Du musst dich schon bewegen", das Mädchen grinste amüsiert, Iceflower wusste anscheinend was sie von ihr wollte. Als die Stute mit den Kopf schüttelte und sich von Amy abwand, stampfte sie schließlich auf Iceflower zu um ihr das Halfter überzuziehen. "Deine Freundin können wir gleich mitnehmen", im schnellen Schritt ging sie auf Princess Sansa zu. Die Stute quietschte laut, schlug kurz aus und peste davon. "Vielen Dank auch!", rief Amy ihren Hintern zu. "Sieht so aus, als wären wir erst einmal alleine...", sie rieb Iceflowers Stirn, und tächelte ihren Hals. Princess blickte neugierig von der Wiese auf Amy runter. Dort oben stand sie, als wäre sie die Königin in der Herde. "Tu mal nicht so", rief Amy hoch. Schließlich trabte das leicht aufgekratzte Pferd zum Mädchen runter. "Hey Amy, was hast du vor?", es war Mallory die am Zaun stand. "Ich wollte mit den Pferden durch die Siedlung fahren." -"Voll cool ! Und gerade jetzt im Schnee...", Mallory vollkommen begeistert, bittete Amy sie mitzunehmen. "Ich weiß nicht Mallory...." -"Doch ! Du weißt, nämlich das ich mitkomme"... Mallory hatte ein Talent sich selbst einzuladen. Amy hatte wohl keine andere Wahl. "Wenn du mitkommen willst, mach dich nützlich - nimm Princess und mach sie im Stall fertig. Sie drückte ihr das Halfter in die Hand und führte die Porzellanscheck-Schimmel-Stute in den Stall um das braun-gelb-weiße Fell wieder zum strahlen zu bringen. Zwischen den Boxen angebunden, stand die Stute schließlich in der Gasse um ordentlich verwöhnt zu werden. Amy legte ihr anschließend das Geschirr an und half Mallory ebenfalls dabei. Die Reitponys wurden schließlich an der Kutsche angebracht. Amy kontrollierte alles noch mal gründlich, damit sie sicher unterwegs waren. Mallory stieg in die kleine Kutsche ein, gefolgt von Amy, welche die langen Zügel in die Hand nahm und mit der Zunge schnalzte. Urplötzlich zuckelten die zierlichen Ponys los. "Ich muss sagen die haben sich in den letzten Monaten echt gut gemacht!", begann Mallory. "Ja, ich bin froh über die Fortschritte, das erleichtert die Arbeit und die Beiden sind auf die Kür perfekt vorbereitet". Die Räder glitten durch den Schnee, diesmal hatten die Stuten ordentlich zu kämpfen, da der Schnee rutschiger war als irgendein Waldboden. "Wir müssen den Hufschmied kommen lassen...", stellte Amy fest "Nachher haben wir wieder Eisklötze unter den Hufen, den Pferden tut sowas nicht gut."- "Hey Amy...", Mallory dachte nach, schließlich fiel ihr wieder ein was sie sagen wollte. "Hast du schon was neues von Ben gehört ?"- "Von Ben ?", dachte sich Amy - "Ehm... nein wieso ?", Mallory schien etwas enttäuscht. "Er hat also nicht nach mir gefragt ? Auch nicht meinen Namen erwähnt ?"
      "Nein, nicht das ich wüsste..."
      "Schade." Wollte Mallory etwa etwas von Ben ? Amy schüttelte sich ihre Gedanken aus dem Kopf und konzentrierte sich auf das Training. "Wir lassen die Pferde jetzt traben", warnte sie Mallory vor... "CzCz", sie schnazlte, wackelte ein wenig mit der Peitsche und wurde von den Stuten nach hinten in den Sitz gedrückt. Beide trabten gelassen nebeneinander und schnaubten zwischendurch gelassen. "Weißt du Amy, Jungs sind so komisch"
      "Warum denn ?", sie räusperte die Stirn.
      "Ben und ich, wir haben uns doch so gut vertragen als du mit Ty den Anglo-Araber gekauft habt... und jetzt meldet er sich nicht mals... Oh Gott Amy ! Habe ich ihm überhaupt meine Nummer gegeben ?!"
      "Weiß ich nicht, aber mal davon ab. Ben ist doch viel zu alt für dich ?"
      "Zu Alt? Findest du ? Frauen stehen doch für gewöhnlich auf reifere Männer"
      "Also, ob Ben reif ist... das bezweifle ich", Amy lachte - Mallory und Ben... das würde niemals funktionieren. Schließlich dachte sie an den kleineren Cowboy, diesen Praktikanten, welcher gerade die Fohlen Figaros Schattenfalter, Piccola und Mirabella versorgen sollte. "Was ist denn mit Jake ? Der ist doch ziemlich cool drauf, reitet sogar Western."
      "Spinnst du !? Jake doch nicht ! Ich bin doch nicht von irgendwem der Groupie", Mallory lief rot an und fuchtelte aufgeregt mit den Armen und Händen. Amy konnte sie nicht ernst nehmen und kicherte lediglich über ihre Antwort. Den rest des Trainings konnte sich Amy anhören wie Mallory von Jake schwärmte, aber ihn zugleich auch ablehnte. Eine total paradoxe Situation.

      Nachdem die Ponys im Stall standen, ging Amy zu Sir Outlaw rüber um ihn in Dressur zu trainieren. Sie putzte ihn gründlich. Mallory mistete derweil seine Box aus. "Guter Junge", flüsterte Amy ihm zu und rieb seinen Hals. Outlaw war ein Hengst der zickigen Sorte. Er setzt sich gerne durch und macht lieber das was er wollte. Amy sattelte ihn schließlich und führte in auf den Reitplatz. Durch den Schnee war ein wirklich erfolgreiches Training nicht möglich. "Wir benötigen eine Halle", beschwerte sie sich bei ihren Großvater, der draußen mit Ty am Jeep werkelte. "Wo soll die bitte hin ???", entgegnete Jack genervt. "Was weiß ich! Wir brauchen jedenfalls eine..." - Ty schüttelte den Kopf, seine Freundin ist und bleibt ein wahrer Sturkopf. "Ach und Ty, ich muss dich heute Nachmittag mal sprechen", sagte Amy in einem komplett anderen Tonfall, mit ihrer zuckersüßen Stimme. "Ok".
      Auf den Platz ritt sie zunächst den Hengst trocken. Outlaw tänzelte durch den kalten Schnee, gott sei Dank schien die Sonne, sodass wenigstens etwas Wärme auf Amy und dem Pferd kam. Outlaw war ziemlich ungeduldig und nervös, davon ließ sich die junge Pferde"flüsterin" nicht beirren, hielt die Zügel still und setzte ihre Füße ein. Als er mehrere Runden auf dem Hufschlag ging, begann Amy mit dem eigentlichen Training. Sie trabte mit ihm einige Bahnfiguren, galoppierte und übte die erste Traversale. "Die ist ganz wichtig, so etwas musst du können", sagte sie zu Sir Outlaw und tächelte gleichzeitig seinen Hals. An einem Tag konnte er natürlich keine Traversale erlernen, aber der Hengst machte einen Fortschritt, worüber sich Amy freute. "So, in wenigen Wochen wirst du schon viel weiter sein!".

      Zu guter letzt griff Amy nach Lanas und Callas Halfter. Ein flüchtiger Blick auf die Uhr verriet ihr, dass es bereits 15:43 Uhr war. Ideal um mit Ty zu sprechen. Sie traf den jungen Stallburschen in der Werkstatt, immer noch mit dem Truck beschäftigt. "Na Cowboy", begrüßte sie ihn liebevoll. "Na, was wolltest du mir denn wichtiges sagen ?", fragte er neugierig.
      "Ob es wichtig ist, ist eine andere Frage - Aber ich würde gerne mit dir Lana und Calla trainieren."
      "Soso, was denn ?", Ty rieb sich die Ölflecken aus dem Gesicht und lehnte sich am Truck an.
      "Military, ich weiß der Boden ist zugefroren und zu gefährlich. Aber Ashley hat uns gestattet ihre Reithalle zu nutzen, die sollen auf Briar Ridge wohl eine extra für Vielseitigkeit haben."
      "Klingt doch gut.", Ty klopfte sich den Dreck von der Hose ab und nahm Amy ein Halfter ab.
      "Du siehst übrigens verdammt sexy aus in deinem Arbeiterlook", sie grinste und zwinkerte ihm flüchtig zu. Ty lachte "Ist das so ?", er hob eine Augenbrauen und verzog sein Gesicht zu einem koketten Lächeln. Amy lachte und küsste ihren Freund liebevoll. "Dann mal los".

      Auf Briar Ridge angekommen begrüßte Vel Stanton die Beiden verliebten. "Wie gehts Jack ?", fragte sie neugierig. "Super, seitdem er Lisa kennt, ist er viel lebhafter geworden"... Vels Miene verzog sich zu einem gestellten Lächeln. "Schön, das ist doch wunderbar". Als sie an Ty und Amy vorbei ging blickte sie etwas verärgert. Steuerte auf den Springplatz zu und wies ihre Tochter zurecht "Du machst das doch völlig falsch ! Das Hindernis soll höher ! Und sitz gerade, du hängst ja auf den Pferd wie ein Sack Kartoffeln... so wirst du niemals gewinnen !"
      "Machs doch besser Mum!!", rief Ashley ihr genervt zu. "Mensch hat die ne Laune...", flüsterte Ty in Amys Ohr. "Leider.."
      Sie führten die Pferde aus dem Hänger, in die Vielseitigkeitshalle. Dort standen Oxer, Wassergräben, aber auch Hecken - verziert mit Blumen und Schleifen. "Schau mal, selbst einen Hügel haben sie..."
      "Verdammt praktisch im Winter", gab Amy zu, stieg auf Lana auf und überließ Ty die Stute Calla. "Mach mir einfach nach was ich mache", zunächst wärmten sie die Pferde auf, Vel besaß sogar eine Abreithalle... ziemlich edel. Nachdem die Stute warm war, galoppierte Amy auf den Oxer zu, gab ihr eine Sprunghilfe und flog über das Hindernis hinweg. Sofort taxierte sie den Wassergraben um anschließend über die Hecke hinweg zu springen. Plötzlich trafen sich Amys Blicke mit die der blondhaarigen Ash. "Meine Mum kann so nerven !! Ständig hat sie was zu bemängeln", rief die wütende Ashley durch die Halle. Amy parrierte die Haflingerstute durch und ritt auf Ashley zu. "Hör einfach nicht auf sie, bzw. lass dich nicht unter Druck setzen"
      "Da hast du wohl Recht... aber beim nächsten Turnier hol ich mir jedenfalls die Schleife !"
      "Ich wünsch dir jetzt schon viel Glück, habe für sowas leider keine Zeit mehr", Ash grinste und stellte sich neben Ty. "Na du", begrüßte sie ihn charmant. Ty nickte mit den Kopf, als Zeichen das er sie wahrgenommen hatte. Er sah Amy zu. Nachdem Amy fertig war, war Ty an der Reihe. Da Ty noch nicht so erfahren wie Amy war, mussten sie die Hindernisse ein klein wenig kleiner stellen, bzw. einige sogar komplett auslassen - wie den Wassergraben. "Reite einfach den Hügel noch und wieder runter. Muss auch gar nicht so schnell sein, hauptsache du entwickelst ein Gefühl dafür!". Ty fixierte den Hügel, Calla hatte etwas Mühe den höheren Berg zu bewältigen, aber Übung macht den meister. Nach 45 Minuten Training verluden sie die Pferde schließlich wieder in den Hänger um nach Heartland zu fahren. Amy bedankte sich bei Ashley, dafür dass sie ihre Halle nutzen konnte. "Ach bitte...", Ash lächelte freundlich und verabschiedete sich schließlich. Für heute war Amys Arbeit getan. Zu Hause angekommen saß die Familie, aber auch Ty, Caleb und Mallory am Esstisch um Abend zu essen. "Und Amy ? Wie läufts mit Hunter Pferden ?"
      "Spitze, die lernen echt schnell. Hunter hat ein gutes Nässchen für gute Pferde... Lou, was ist eigentlich mit dir und Peter ?", Amy hob die Augenbrauen und schenkte ihrer Schwester einen Spitzbübischen Blick. "Ich würde mal sagen ziemlich gut? Peter möchte das Wochenende noch mal vorbei kommen"- "Ich freue mich schon ihn zu sehen", sagte Mallory aufgeregt "Peter ist immer so freundlich". Lou lächelte und blickte schließlich fragend in die Runde "Keiner hat was zu meinem Essen gesagt, wie schmeckt es euch ?". Amy blickte verschämt zu ihren Teller hinab, auf dem ein paar Erbsen von links nach rechts geschoben wurden. "Ah.. toll. Danke. Ich verstehe schon", dann lachten sie vergnügt.
      Jackie


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      29.02.2016
      Dressurtraining E-A


      Heute hatte Amy ein völlig neues Trainingsprogramm für die beiden Reitponys geplant. Am Wochenende seien nämlich die Cavalettis angekommen, die wollte Amy gleich mal ausprobieren. Sie bat Ty darum die Stangen zunächst auf die niedrigste Höhe auf den Hufschlag zu verteilen, die Cavalettis sollten die Ponys nämlich gleich im Schritt und im Trab und zu guter letzt im Galopp bewältigen. Die Stangen lagen weit auseinander, es gab also keine Kombination. Amy stieg auf die frisch geputzte Stute Iceflower auf, während Ty sich auf Princess Sansa hiefte. "Ich reit vorraus, wir wiederholen die Übung mehrere Male bis die Pferde die Beine heben und nicht gegen die Stangen kommen". Amy trieb Iceflower an. Im gemütlichen Schritt trottelte sie auf das Hindernis zu und schleifte mit den Hufen über die Stange. "Schau, wir müssen die Pferde etwas zügiger reiten, die Beiden schlafen ja ein". Sie verzog ihr Gesicht und trieb Iceflower an. Nun ritt Ty im Schritt über die Stange, folgte Amys Anweisung und stellte fest das Princess Sansa die Übung erfolgreich gemeistert hatte. "Lass uns eine Runde im Schritt über die Stangen reiten, dann traben wir an". Gesagt getan. Amy gab der Stute die Hacken und trabte über den Hufschlag hinweg. Iceflower blieb konzentriert um nicht über die Stangen zu stolpern, Princess Sansa hinter ihr tat es ihr gleich. "Wozu ist das gut ?", Ty verstand den Sinn der Übung nicht. Jeder konnte über eine Stange reiten, wozu machten sie das also ? "Die Übung ist das A und O für Dressurpferde, die Gänge verbessern sich durch erhöhter Aufmerksamkeit, schließlich dürfen sie die Stange nicht berühren. Außerdem heben sie die Beine besser an, die Übung ist also super um die Pferde aufzuwärmen und zu dehnen.", Ty verstand. Das ganze wiederholten sie im Galopp. Amy wollte für heute im Galopp jedoch keine Kombination aufstellen, dafür waren die Ponys noch nicht soweit. Es war einfach eine Freude die Beiden Ponys mit den Reitern zu sehen, wie sie auf den Platz hintereinander herritten. Nachdem sie mehrere Runden Stangenarbeit gemeistert hatten, stieg Amy ab um einfache Kombinationen zu erstellen. Nun sollten Iceflower und Princess Sansa zeigen wie konzentriert sie sein können. Zunächst lief sie den Hufschlag im Schritt ab, die Stuten berührten die Stangen nur selten, in der letzten Runde jedoch gar nicht. Im Trab tänzelten sie richtig über die Stangen hinweg. Princess hob ihre Beine sehr grazil, während Iceflower etwas Probleme hatte die Stangen nicht zu berühren, doch nach mehreren Runden war sie in Routine gekommen. "Beim nächsten Mal sollten wir die Stangen im Zirkel aufstellen, das ist wirklich sehr schwierig sowohl für das Pferd, als auch für den Reiter. Aber jetzt müssen wir erstmal eine Pause einlegen, zumindest was die Stangenarbeit betrifft. Den Rest des Trainings ritt Amy mit Ty Bahnfiguren ab. Diese gehörten zur Dressurprüfung, welche in Zukunft auf die Ponys zukommen würde. Ty ritt große Schlangenlinien durch die ganze Halle, einen Zirkel sowie einen wechsel durch die ganze Bahn, Amy ritt ihm vorraus. Amys Zügel stellten eine entspannte Verbindung zum Pferdemaul her, während Ty etwas mit der Stute zu kämpfen hatte. "Ich glaube Mallory sollte dir noch eine Reitstunde geben", Amys Brauen verzerrten sich beim Anblick ihres Freundes. "Das sieht echt schmerzhaft aus. Lass mal die Hände locker, sitz gerade und zerr nicht so !". Nach Amys Hilfestellung ritt Ty wesentlich besser. Nun konnten sie die Pferde am langen Zügel trocken reiten. Sansa schnaufte erleichtert und streckte den Hals Richtung Boden. "Ty, bringst du die Ponys bitte zurück in den Stall und füllst ihnen frisches Wasser und Heu auf ? Dann würde ich mich jetzt noch um Sir Outlaw kümmern". Ty nahm ihr Iceflower ab und liebäugelte seine Freundin verliebt. Dann drehte er sich um und ging zurück in den Stall. Amy legte währendessen die Cavalettis in der höchsten Stufe auf den Platz. Sie stellte sie in einer runden formation auf. Da Sir Outlaw bereits erfahren in der Dressur war, wollte sie nun seine Gänge verbessern. Schnell begab sie sich in den Stall um den Trakehner zu putzen und zu satteln. Nachdem dies getan war, begab sie sich zurück auf den Platz und ritt den Hengst zunächst warm. Schließlich trabte sie ihn an und ritt zunächst auf den Hufschlag. Die Cavalettis standen rund im Zirkel, sie sollten Amys nächstes Ziel sein. Sie versuchte die Stangen so mittig wie es nur geht anzusteuern, damit Sir Outlaw die Übung bewältigte. Zwischenzeitlich gelang es ihr jedoch nicht immer, weshalb er die Stangen hin und wieder berührte. Ansonsten lief er gleichmäßig, gebogen über die Stangen hinweg. Seine Beine hob er schwungvoll an, sein Hals leicht gewölbt. Diese Übung war perfekt für den Hengst, so würde er beweglicher und konzentrierter werden. Das Training schloss Amy schließlich mit Lektionen der Klasse S ab. Auch wiederholte sie die Traversale, da diese für die meisten Pferde sehr schwer waren.
      Jackie

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      20. April 2016
      Dressurtraining A-L


      Gegen morgen wachte Amy auf, ein blick auf ihren Wecker verriet ihr – Es war 7 Uhr – Seitdem Ty ihr bei der Arbeit half brauchte sie nicht mehr so früh aufstehen, also konnte sie etwas länger schlafen, wenn auch nur eineinhalb Stunden. Schlurfend ging sie auf ihren Kleiderschrank zu, um sich für den heutigen Tag fertig zu machen. Amy saß noch halb Schlaftrunken am Frühstückstisch. Verträumt schaufelte sie ihre Cerealien in den Mund. Ty, welcher wusste wann Amy aufstand, ging nach seiner Fütterungsrunde in das kleine Holzhaus um Amy einen guten Morgen zu wünschen. Er drückte ihr einen kleinen Kuss auf ihren Mund und widmete sich wieder seiner Arbeit.
      Am Vormittag kam auch schon Hunter Crowley aus Lincolnshire UK mit seinem Jeep auf den Hof gefahren. Im Eiltempo stieg er aus und suchte nach den Flemings Schwestern. Lou war es schließlich die ihm empfing, da Amy mit Sir Outlaw am arbeiten war. Hunter füllte die nötigen Papiere aus, brachte anschließend sein Pferd mit Ty in den Trainingsstall und fuhr zurück nach Hause. Lou bedauerte es das Hunter so im Stress war, sie hätte gerne einen Tee mit ihm getrunken. Areion, welcher aufgeregt in der Box stand, suchte nervös nach seinen Besitzer, doch dieser war über alle Berge. Ty gab ihm schließlich Bachblüten zur Entspannung in sein Futter und führte ihn raus auf einem Paddock, welcher sich neben den Pferdeweiden befand. So konnte Areion sich etwas bewegen und hatte gleichzeitig etwas Gesellschaft. Morgen sollte Amy dann mit ihm arbeiten.

      Für den heutigen Tag wollte Amy Sir Outlaw und Acacia im Springen trainieren. Sie hatte Ben extra engagiert damit er die beiden Reitponys in der Dressur trainiert. Princess Sansa und Iceflower waren nämlich kurz davor an die Prüfung anzutreten, es fehlte nicht mehr viel. Da Ben und Amy sich keinen Platz teilen konnten, beschloss Amy sich ein wenig zu entspannen und betrachtete das Geschehen hinter dem Zaun des Platzes. Ben ritt mit Iceflower auf das Dressurviereck und gurtete den Sattel nach, anschließend ritt er die mittlerweile eingewöhnte Stute warm, damit er mit dem Training beginnen konnte. Amy half ihm und legte ihm einige Cavalettis auf den Boden, damit er Stangentraining machen konnte. Etwas weiter weg stellte sie Pylonen zum Slalom laufen auf, das sollte die Wendigkeit des Pferdes fördern. Nun sah sie zu wie Ben über die Cavalettis trabte und nach fünf Übungsrunden im Slalom um die Pylonen ritt. "Sieht gut aus! Sie wird immer lockerer". Nun konnte er auch mit den ersten Lektionen beginnen. Er ritt die Stute zunächst im versammelten Schritt, dann im versammelten Trab und zu guter letzt im versammelten Galopp. Dann ritt er eine ganze Bahn und verkleinerte dabei das Dressurviereck. Bei X wurde er wieder größer und führte einen Galoppwechsel durch. Iceflower arbeitete positiv mit. Ben parierte sie durch und blieb stehen. Im Stand ließ er sie die Zügel aus der Hand kauen ehe er ein Zeichen für das Rückwärtsrichten gab. Nach mehreren Versuchen schaffte Iceflower auch diese Lektion. Dann trabte er wieder an und ritt einen Zirkel, erneut über die Stangen. Iceflower hob nun die Beine viel besser an, ihre Gänge wurden weicher und flüssiger. Er wechselte aus den Zirkel und ritt mehrere Volten ehe wieder durch die ganze Bahn ritt. Die restliche Zeit galoppierte er Iceflower auf den Zirkel, oder übte den versammelten Galopp. Danach war Princess Sansa an der Reihe die das gleiche Spektakel durchmachen musste. Auch hier half Amy wieder, schließlich wollte sie mit den anderen Pferden das Springen trainieren. Da Ben beinahe fertig war, ging Amy schon mal in den Stall um Acacia zu satteln. Nachdem sie das Martingal angelegt hatte und den Sattel nachgegurtet hatte, konnte das Training schon losgehen. Ben hatte ebenfalls Erfahrung im Springreiten, weshalb er zu Sir Outlaw griff und zusammen mit Amy auf den Platz ritt. Die Stangen Standen noch, nur die Pylonen waren nicht mehr zu sehen. "Wärmen wir die Pferde auf", sagte Amy zu dem jungen Trainer und Freund. Zusammen ritten sie über die Cavalettis bis die Pferde warm waren. Währenddessen kam Ty am Platz vorbei um seine Freundin zu betrachten, seine Arbeit war für's erste nämlich vollbracht. Als Amy ihn erkannte strahlte sie und rief "Du kommst uns jetzt gerade gelegen. Kannst du ein paar Sprünge aufstellen?". Ty zuckte mit den Schultern, lächelte seine Freundin liebevoll an und bewegte sich auf Hindernisständer und Stangen zu. Es dauerte nicht lange da stand ein kleiner Parcours zum eingewöhnen der Pferde. "Danke Ty!", sagte Amy strahlend und hauchte ihm einen Kuss zu. Nun taxierte sie zuerst auf den niedrigen Steilsprung. Gekonnt gab sie der Stute eine Sprunghilfe und schwebte über das wirklich einfache Hindernis hinweg. Als nächster kam Ben. Da Sir Outlaw bereits im Springen trainiert wurde, war dies ein Klacks für den großen Fuchs. Ben taxierte als nächstes einen Oxer, während Amy sich erneut einem Steilsprung widmete. Nach 40 Minuten ritten sie die Pferde schließlich trocken, sattelten sie ab und räumten den Platz auf. Es war schon später Nachmittag und Amy beschloss etwas mit Ty zu unternehmen. Die Beiden zogen sich im Wohnzimmer zurück um gemeinsam einen Film zu sehen.

      Am nächsten Morgen sollte schließlich das Training mit Areion beginnen. Leider stellte Amy fest das Areion noch nie einer Kutsche begegnet war. Zuerst führte Amy den Tinkerhengst in den Roundpen um das eingewöhnen zu beginnen. Dann hielt sie ihm das Geschirr entgegen damit er es beschnuppern konnte. Es war wichtig das Areion lernte, dass das Geschirr nichts schlimmes war, das ihn angreifen würde. Areion war allerdings weniger am schnuppern interessiert, sondern starrte lediglich in die Luft um einen lauten Hilferuf auszustoßen. Nachdem er sich bemerkbar gemacht hatte, wurde er nervöser und unruhiger. Amy stöhnte genervt, so könnte sie ihn nicht an die Kutsche gewöhnen. Also musste ein Beistellpferd her, welches am Gatter des Roundpens stehen sollte. Amy dachte in erster Linie an Princess Sansa, schließlich kannten sich die Beiden ja. Schnell führte sie die Ponystute zum Gatter, wo sie gleich anfing zu dösen. Areion wurde ruhiger und streckte schließlich den Kopf zum Geschirr. Nun konnte Amy ihn von der rechten Seite aufzäumen. Da Areion am Sattel gewöhnt war, blieb er hier sehr entspannt. Sicherhaltshalber zäumte sie ihn jedoch auch von der linken Seite auf, auch das war kein Problem. Als nächstes würde die Kutsche kommen, das war eine größere Herausforderung, weil Areion seinen ganzen Körper einsetzen musste. Sie führte ihn aus dem Roundpen, dort wo die kleine Kutsche bereits stand. Zunächst blieb sie stehen um den Hengst zu beruhigen, danach drückte sie mit ihrer Handfläche gegen seine Brust, damit er rückwärts zwischen die Schere gehen konnte. Nun musste er artig stehen bleiben, damit Amy die Schere nun in die Trageösen des Selletts schieben konnte. Ständig lobte sie Areion für seine ruhige Art und schob ihn eines der Malzleckerchen in den Mund. Schließlich befestigte sie noch den Scherenriemen vom Hintergeschirr an die Schere und führte die Zügel durch die Trageösen. Nun saß alles und Amy konnte auf die kleine Kutsche aufsteigen und mit dem eigentlichen Training beginnen. Sie schnalzte laut, da Areion ziemlich aufgeregt war, benötigte sie zuerst gar keine Peitsche, er ging von selbst. Nach wenigen Minuten fing er jedoch an ständig stehen zu bleiben. Nun griff Amy nach der Peitsche um sie leicht auf sein Hinterteil zu 'legen', als Areion den dünnen Faden spürte, wurde er wachsamer und begann mitzuarbeiten. Die Runden auf den Hof verliefen gut. Amy fühlte sich bereit für die ersten Slalom Versuche auf dem Reitplatz, doch vorerst musste sie Iceflower vom Roundpen zum Dressurviereck stellen. Nachdem auch dies geschehen war, stieg sie wieder in die Kutsche um Areion zum Platz zu fahren. Langsam aber sicher bewegte sich der dicke Tinker Hengst auf den großen Platz. Amy Schloss das Gatter und stellte einige Pylonen auf, um diese sollte sie nun mit dem Pferd fahren. Sie gab ihn erneut einen kleinen Stups mit der Peitsche und fuhr am Zirkelpunkt in den Zirkel, an die Pylone vorbei. Anschließend wechselte sie zum nächsten Zirkelpunkt um auch um diese Pylone zu fahren. Das ganze wiederholte sie bei den restlichen Pylonen, ehe sie dem Pferd eine kurze Pause gönnte. Diese Übung wiederholte Amy einige Male um den Hengst sicherer werden zu lassen. Areion musste noch einige Platzeinheiten bewältigen, ehe er ins Gelände durfte. Es war nämlich wichtig, dass sich Amy auf das Pferd verlassen konnte.
      © Jackie


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      29. Mai 2016
      Springtraining Princess Sansa & Iceflower E → A


      „Everytime I close my eyes...“ Leicht schief sang ich in der Küche zur voll aufgedrehten Stereoanlage. Ich hatte auf einmal ein Bedürfnis auf laute Musik verspürt und nun dröhnte ein Lana Del Ray Remix aus den Boxen, während ich auf meinen Toast wartete. Nachher würde mal wieder zwei Trainingskandidaten ankommen. Zwei deutsche Reitponystuten von Hunter Crowley, mit dem ich bisher noch nicht besonders viel zu tun hatte. Ich noch ein wenig unsicher. Das war mein erstes offizielles Springtraining nach der Fortbildung. Normalerweise testete ich immer an meinen eigenen Pferden, doch bei Isländern und ernsthaftem Springreiten wurde das schwer. Die Tür ging auf und Robin trat in die Küche. Mit seiner erste Handlung diesen Morgen drehte er die Lautstärke herunter und wechselte von der CD auf Radio. „Ernsthaft. Twenty One Pilots ist nicht unbedingt besser als Lana. Außerdem kriegt man irgendwann ‘nen Schlag, so oft wie dieses Lied gedudelt wird...“ „Guten Morgen erstmal.“ Mein Freund grinste und küsste mich. Leider ertönte genau in diesem Moment ein Hupen und Finleys Stimme. Er rief nach mir. „Bella. Das sind deine Trainingskandidaten!“ Verdammt, ich hatte noch nicht gefrühstückt. Das würde heute wohl mal wieder zu kurz kommen. Ich hastete die Treppe hinunter und wäre beinahe in Linn hinein gerannt, die neugierig auf der Treppe wartete. Ich entschuldigte mich mit einem schnellen „Sorry!“ und stand im nächsten Moment vor einem dunkelhaarigen Mann, der nur Hunter Crowley sein konnte. „Wir hatten telefoniert. Ich bin Hunter Crowley. Hier kommen die zwei.“ Gemeinsam ließen wie die Rampe des Transporters herunter. Ein dunkelbrauner und ein heller Pferdepo befanden sich vor meiner Nase. „Darf ich vorstellen: Princess Sansa und Iceflower.“ Es war ziemlich klar welches Pferd welches war. Da hatte offensichtlich jemand ein wenig zu viel Game of Thrones geschaut. Konnte ich verstehen. Ich liebte die Serie selbst, auch wenn mir die Bücher noch besser gefielen. Ein Grinsen stahl sich auf mein Gesicht. „Flower arbeitet gerne mit und möchte gefallen, das macht die Arbeit mit ihr einfach...“ „Und Sansa ist wie Sansa Stark?“ Ich hatte ihn einfach unterbrechen müssen. „Exakt.“ Jetzt stahl sich auch ein Lächeln auf seine Lippen. Gut so.
      Noch eine Weile unterhielten wir uns und quartierten die Stuten ein, ehe er abfuhr. Wir hatten vereinbart, dass ich ihn anrufen würde, wenn ich fertig war. Jetzt konnte ich endlich mein Frühstück nachholen. Heute hatten die Stuten Zeit um sich von der Fahrt zu erholen. Je nach Verfassung würden Robin und ich heute Nachmittag noch mit den zwei Damen ausreiten oder ihnen einen ganzen Ruhetag gönnen. Tatsächlich entschieden wir uns für den Ruhetag. Dafür würden wir dann morgen früh ausreiten und am Nachmittag direkt mit dem Training beginnen. So war es wahrscheinlich für alle Beteiligten am angenehmsten.
      Nach dem Füttern und raus bringen der eigenen Pferde einigten wir uns kurz wer welches Pferd übernehmen würde und machten sie dann reitfertig. Ich landete auf Sansa, was ich mir eigentlich gleich hätte denken können. Sie war vertrauensvoll, aber genauso zickig. Ihr Name passte einfach zu ihr. Das konnte jeder sehen, der die zugrundeliegenden Figur kannte. Iceflower dagegen benahm sich vorbildlich und Robin konnte sie gut händeln, obwohl er sich immer wieder über das Bild beschwerte, das er auf dem zierlichen Pony bot. Wir hielten des Ausritt kurz, da beide Ponys heute Nachmittag nochmal würden arbeiten müssen und zudem das Meer nicht kannten. Flower wurde etwas unruhig, Sansa stürmte mal auf die unbekannte, riesige Wasserfläche zu, mal schob sie Panik und war nur schwer am fliehen zu hindern. Das konnte ja lustig werden. Immerhin waren beide gut ausgebildet und rittig.
      Am Nachmittag begannen wir auf dem Platz. Ein paar Bahnfiguren und weitere Übungen aus der Dressur zum aufwärmen, dann ging es weiter mit Trabstangen. Auch wenn Pferde ein natürliches Springvermögen hatten, musste man für das Pacoursspringen erstmal Trittsicherheit schulen. Ein Pferd, das in der Natur auf weiter Strecke über einen Baumstamm sprang, war etwas ganz anderes, als nach einem geglückten Sprung direkt auf engem Raum in die Kurve gehen zu müssen. Sansa meisterte die Trabstangen mit Bravour. Sie hatte eine leichtfüßige Art und Weise und kam, trotz Stangen, nicht aus dem Takt. Robin brauchte mit Iceflower dagegen etwas länger. Die Stute gab sich zwar unglaubliche Mühe, ließ sich durch den geringen Abstand der Stangen jedoch verunsichern. So kam es, dass ich bereits zu Cavalettis übergegangen war, während Robin noch immer mit den Trabstangen arbeitete. Richtige Sprünge würden erst morgen an der Reihe sein. Wenn Beide Stuten schließlich soweit waren, ging es mit einem richtigen Parcous der Klasse A weiter. Wenn wir gut voran kamen, würden wir zwischen 5 und 7 Tagen brauchen. Je nachdem wie die Stuten sich machten.
      Am folgenden Tag begannen wir mit echten Hindernissen. Noch waren wir bei den 80 cm der Einsteigerklasse, doch schon am Ende des Trainings hatten wir auf die geforderten 1m erhöht. Hier glich sich Sansas Vorsprung schnell wieder aus, denn Flower hatte wesentlich mehr Spaß am Springen und ging mit mehr Motivation. Trotz des schweren Reiters auf ihrem Rücken. Nach allem was ich in den zwei Trainingstagen bisher über mein Pferd erfahren hatte ließ mich beschließen, dass ich Hunter empfehlen würde mit Princess Sansa eher in Richtung Dressur zu gehen. Schon ihre Leichtfüßigkeit mit den Trabstangen hatte mich beeindruckt. Sie würde mit Sicherheit ein gutes Dressurpony abgeben. Alles in allem konnten wir entspannt vorgehen, denn beide Stuten kannten Hindernisse offensichtlich. Wir mussten nur die neue Schwierigkeitsstufe vermitteln.
      In den nächsten zwei Tagen kombinierten wir Hindernisse, bis ein kleiner Parcours entstanden war. Ich hatte akribisch auf die Vorgaben geachtet und so stimmte die Sprungweite, die Höhe und der Abstand überall. Sieben Hindernisse mussten es mindestens sein, Kombinationen waren maximal zwei erlaubt. Da ich aber mit meinen Isländern nicht, oder kaum, sprang, reichten unsere Hindernisse nur für acht Sprünge inklusive einer doppelten Kombination. Da wir alles selber aufgebaut hatten, fiel es mir nicht schwer mir die Reihenfolge zu merken. Wir würden einen Durchgang ohne Zeit machen und anfangen die Zeit zu nehmen, wenn die Stuten ausreichend sicher waren. Ich bat Robin darum, uns genau zu beobachten, dann galoppierte ich Sansa an. Ich ritt eine Runde um den Platz, dann begannen wir mit Sprung eins. Der 90cm hohe Steilsprung verlangte uns nicht viel ab und auch drei und vier meisterte die dunkle Stute ohne Probleme. Zu Sprung fünf, der Kombination, führte eine recht enge Kurve, mit der Sansa jedoch kein Problem hatte. Nur einen Oxer, Sprung Nummer Sieben, räumte sie aus reiner Demotivation ab. Sie war einfach nicht mehr weit genug gesprungen – und das sicher nicht, weil sie nicht mehr konnte. Wollte man aus Sansa ein gutes Springpferd machen, brauchte es einen engen Parcous und permanente Herausforderung. Iceflower hingegen sprang sehr motiviert, hatte aber ein Problem mit der engen Wendung und erwische die oberste Stange des ersten Sprungs der Kombination. Wir beschlossen, dass wir heute noch die Defizite üben würden. Springen auf Zeit war dann Morgen an der Reihe. Schlugen sich beide Ponys gut, würde es für A allemal reichen.
      Am nächsten Tag war Robin der erste auf dem Parcous. Iceflower sprang hoch und vorsichtig. In einem Turnier würde sie selten Fehler machen und Strafpunkte kassieren. Das hatte allerdings zur Folge, dass sie nicht unbedingt die schnellste war. Mit einem leichteren Reiter war vielleicht noch etwas Zeit herauszuholen, doch alles in allem fehlte ihr Sansas Leichtfüßigkeit. Die dunkelbraune Stute war schnell und ich ging bei der Wendung, hin zu Kombination, aufs Ganze indem ich Abkürzte soweit wie möglich. Wir waren schnelles, wesentlich schneller, doch leider hatte Sansa zwei Abwürfe kassiert. Zwei weitere Durchgänge sprangen wir, immer mit ähnlichen Ergebnissen. Wenn Princess Sansa fehlerfrei blieb, war sie kaum zu schlagen, doch das kam selten vor. Auf Iceflower hingegen konnte man sich absolut verlassen. Die zwei waren in ihrem Sprungstiel völlig verschieden, doch nun gemeinsam auf A aufgestiegen. Beim Abholen seiner Stuten erzählte ich Hunter Crowley auch von meiner Meinung bezüglich Princess Sansa, doch was er daraus machen würde, war ab jetzt meine Sache. Ich würde für die nächste Zeit zu meinen Isländern zurück kehren und mit ihnen, wie immer, am Boden bleiben.

      8542 Zeichen | © BellaS

    • Ofagwa
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      16. Mai 2017 | von sadasha
      Widerwillig knurrend schaltete ich nach vier Snooze Durchgängen meinen Wecker aus und rappelte mich hoch. Gerade als ich mein Schlafzimmer verlassen wollte hämmerte es gegen die Türe: „Aufstehen, Frühstück wird kalt!“ rief meine Mutter und sah mich erschrocken an, als ich sofort die Tür öffnete und vor ihr stand. „Morgen.“ murrte ich und glitt an ihr vorbei ins Bad um mich fertig zu machen. Nach etwa einer halben Stunde hatte ich so viel Kaffee intus, dass ich voller Tatendrang war. Ein kurzer Blick auf den Arbeitsplan verriet mir, dass ich heute den Vormittag bei meinen Vollblütern verbringen würde. Gine hatte die Offenställe von Mr. Raw Depression, Ehrengoldund CHH‘ Lamperd schon geöffnet, sodass die Hengste nach draußen gehen konnten. Die Stuten jedoch warteten noch ungeduldig darauf herausgelassen zu werden. Blütenzauber streckte ihren Kopf in die Stallgasse, als ich mit den passenden Halftern näher kam. Neben Blütenzauber, nahm ich auch Bear Totem’s Denali, LMR Lady Luna samt Little Miss Backyard, Scarlet in Birthsamt Stars of Magic und Riven in a Dream samt Rouge Trap mit raus. Natürlich musste ich mehrmals laufen. Immer eine Stute links, eine rechts. Hatte die Stute ein Fohlen bei Fuß, so lief es ohne mein Zutun mit. Nachdem alle Stuten auf dr Weide standen kümmerte ich mich um die Youngsters. Golden Sugarund PFS Strolch standen zusammen mit Raving Hope Slayer auf der Bachelor Weide. CHH‘ Classic Spring hatte Gine gerade im Training. PFS‘ Savory Blossom war mit einem der Jockeys auf dem Weg zur Ovalbahn.​

      „Jetzt sind es nur noch wir beide.“ sagte ich zu Moulan, während ich meiner Rappstute das Halfter überstreifte. Moulan ließ das bei mir mittlerweile ohne Angst zu. Auf der verlassenen Stallgasse machte ich sie fest und holte ihren Putzkoffer. Beim Putzen ließ ich mir ordentlich Zeit und untersuchte meine Stute auch auf Ungeziefer oder Schrammen. Moulan war im besten Zustand seit Langem. Wir hatten seit ein paar Tagen die Testergebnisse ihrer Farbgene da. Sie war ein reinerbiger Rappe, was mir sehr zusagte. Zwar war mir die Farbe meiner Pferde im Grunde egal, wenn ich jedoch die Wahl habe würde ich immer mehr zum Braunen oder Rappen tendieren als zum Fuchs. Bei der nächsten Decksaison ist Moulan auch dabei. Mit 10 Jahren war sie eine verhältnismäßig alte Maidenstute, doch sie brauchte die Zeit.​

      Eine halbe Stunde später stand ich mit Moulan auf dem Springplatz. Vor dem Platz hatten es sich meine Mutter und Kerry gemütlich gemacht. „Was machst du hier?“ wollte ich Kerry wissen, die ich heute nicht eingeplant hatte. Sie lächelte nur und wank ab. Weiß der Himmel was sie wieder hatte. Ich dachte nicht weiter daran und konzentrierte mich auf Moulan unter mir. Wir nahmen zuerst ein paar Cavalettis zum warm werden, bevor ich sie auf den aufgebauten Parcours brachte. Fehlerfrei waren unsere Durchgänge heute nicht, jedoch hatte ich das Schwierigkeitslevel erhöht. Sie musste engere Kurven gehen und sich schneller auf die neuen Hindernisse einstellen als üblich. Am Ende konnten wir aber doch zufrieden sein. Ein Durchgang ohne gefallene Stange war wirklich lobenswert für eine Stute, die eigentlich nicht als Springpferd geboren ist. Nach dem Abreiten lobte ich Moulan abermals und brachte sie schließlich mit ihrer Abschwitzdecke auf die Weide zu den anderen Stuten. Der Vormittag war damit vorbei.​

      Nach der Mittagspause setzte ich mich in meinen Wagen. „Wohin willst du?“ Kerry… Die hatte ich schon ganz vergessen. „Zum Pineforest Stable.“ gab ich knapp zurück und legte den Sicherheitsgurt an. „Aha, was machst du da?“ sie warf einen suchenden Blick auf den Beifahrersitz neben mich. „Ich besuche dort ein Fohlen, das ich gekauft habe.“ Kerry fing an zu strahlen. „Darf ich mit?“ Natürlich sagte ich nicht Nein. Ich hätte keinen triftigen Grund gehabt.
      Auf dem Gestüt von Occulta Smith herrschte regen Treiben. Kerry war begeistert wie viele Pferde und Mitarbeiter es hier gab. An jeder Ecke blieb sie stehen um sich etwas genauer anzusehen. Ich hingegen lief suchend von Gebäude zu Gebäude bis ich Occulta fand. Wir grüßten uns herzlich, bevor sie mich zu PFS‘ Storm Cat führte. Das junge Schimmelstutfohlen tollte auf der Weide und man sah ihr Rennpotential ganz deutlich. Ich war begeistert. Bis zuletzt hatte ich immer versucht mich mehr auf meinen Sport zu fokussieren, doch jetzt da ich eine eigene Ovalbahn hatte, hatte ich die freie Wahl. „Und immer noch zufrieden mit deiner Wahl?“ wollte Occulta wissen und ich nickte. Mehr als das. Ein Schimmelfohlen war schon immer mein Traum. Mit Storm Cat wurde dieser erfüllt. Eine ganze Weile blieb ich am Zaun stehen und sah meinem zukünftigen Pferd zu. Kerry lief währenddessen überall herum, bis sie auch das irgendwann langweilig fand und wieder zurück wollte.​

      Erst gegen Abend trafen wir wieder auf dem Bear Brook EC ein. Der Feierabendverkehr hatte uns voll erwischt. Gut zwei Stunden standen wir im Stau. Erst als ich die drei auf der Weide sah fiel mir ein, dass ich sie vollkommen vergessen hatte. „Mist…“ murmelte ich und Kerry sah mich mitfühlend, aber verwirrt an. „Was denn?“ fragte sie. „Eigentlich hätte ich heute Iseabail, Felan und Lady Lyneth Bowen bewegen sollen.“ gab ich zurück und sprang aus dem Wagen, als ich ihn geparkt hatte. Gine war noch immer auf dem Hof, zumindest stand ihr Wagen hier. Ohne Kerry weiter zu beachten suchte ich sie und fand sie in der beleuchteten Reithalle. „Es tut mir leid, Gine. Hast du die drei auch noch bewegt?“ fragte ich. Gine saß gerade auf Mister Blockhead und es sah ganz so aus, als wäre sie gerade fertig mit ihm. Sie nickte lächelnd. „Alles gut, deine Mutter hat mir geholfen und die Reitponystuten mit bewegt.“ Das hieß Princess Sansa, Iceflower, Arcany und Eismärchen waren auch beschäftigt worden. „Wen hast du noch gemacht?“ fragte ich, da ich meine Gedanken gerade nicht sortieren konnte. „Samson, Niffler, Pendragon, PFS‘ Heart of Ocean und Zuckerwatte.“ gab sie zurück und stieg ab. „Das reicht für heute oder?“ fragte sie neckend. „Isaac kam aber auch noch, er hat Come Back Cupcake gemacht und sich dann um Emrys, Mephisto und Vikar gekümmert.“ Nun war ich komplett raus. „Morgen wird es besser.“ versprach ich. Mir tat es wirklich leid, die beiden so allein gelassen zu haben, aber mein Kopf ist heute Morgen anscheinend im Bett geblieben.​
    • Ofagwa
      Denahi
      C Ofagwa
      " kommst du?", frage ich Anuki der mich freundlich anwedelte, aber wohl nicht ganz realisierte was ich von ihm wollte ," gut dann bleib hier ", sofort verkrümelte sich der Malamute auf seinen Platz und ich ließ die Tür hinter mir zu fallen. " Anuki wollte nicht mit raus ", sagte ich zu meiner Mama als ich ihr auf dem Hof entgegen kam ," super dann weiß ich Bescheid", erwiederte sie und widmete sich wieder Ihren Blumen. Ich tapste in den Stall und holte Bear Brooks Denahi aus der Box ," Na meine kleine ", sagte ich und krauelte sie zur Begrüßung. " du musst jetzt leider mit kommen, dein Mittag kannst du später essen", redete ich mit mir selber als ich Denahi ihr Halfter umlegte. Ich führe die junge Stute aus ihrer Box und band sie gegenüber an der Bande an. In der Halle hörte man ein Pferd traben, Lea war wieder mal da und hatte sich Iceflower, die nebenbei ihre neue Lieblingsstute ist, geschnappt und bekam gerade von Tjark Unterricht. " ja ja gut das sie nicht mehr Brouk besitzt und reitet , mit ihm wäre sie tatsächlich nicht froh geworden ", sagte ich zu Denahi die nur miz ihrer Nase spielte und mich verdutzt ansah. Kurz nachdem ich Denahi geputzt hatte, legte ich ihr ein Knotenhalfter an und schnappte mir den leichten Jungepferdesattel damit Longe. Es ging zum Roondpen. " tik tik ", ich schnalzte mit der Zunge und Denahi stapfte tapfer um mich herum. Der Sattel lag noch neben mir auf dem Boden, die kleine Vollblutstute sollte sich erstmal etwas die Beine vertreten... ​
      einige Minuten später

      " Na komm her ", sagte ich zu der einjährigen Stute." Keine sorge ich will dich noch lange nicht reiten", sagte ich lachend als sie den Sattel ziemlich skeptisch ansah. Ich zeigte ihr den 3 kg leichten Ponysattel zunächst von allen Seiten ehe ich ihn auf ihren Rücken legte. " Genau !! schön stehen bleiben ", sagte ich und nahm den Sattel direkt wieder runter. Sie sollte jediglich lernen, dass neue Dinge nichts Böses sind und dazu wollte ich ihr direkt so viel wie möglich zeigen, denn mit 3 Jahren sollte sie dir ersten Rennen laufen. " bald ist der Spaß vorbei für dich meine Liebe", sagte ich und knuddelte sie, ich schwankte immernoch damit ob sie in den Springsport oder in den Rennsport gehen sollte. Klar wäre der Rennsport für sie auch noch mit vier oder fünf Jahren eine Möglichkeit, aber die meisten Einsteigerrennen sind für Pferde mit zwei oder drei Jahren gedacht wobei sie dann so oder so schon älter wäre als einige andere. Ich übte wieder die Zirzensik mit der kleinen Stute und dazu kam heute der spanische Schritt. " Los heb hoch... und komm... komm! ", wies ich sie an und die ersten paar Schritte klappern nach einigem üben inzwischen auch echt gut. Als nächstes übten wir wieder das Kompliment und das hinlegen, was sie beides von Anfang an angeboten hatte und nun waren wir dabei es zu perfektionieren. "Super Denahi!", lobte ich und schob ihr einen Keks zu. Nun lagen wir da so in der Sonne als Mama mit Candy Key um die Ecke kam, Denahi brummelte sofort denn nun ging es auf die Weide ...0​
    • Ofagwa
      Shorty ! + Traingsbericht Dressur E auf A
      c Ofagwa

      " der Wecker klingelte... da ich schon lange wach war drückte ich ihn einfach genervt aus und schlürfte auf dem Weg nach unten wieder genüsslich an meinem Kakao. " Guten Morgen Schlafmütze ", sagte Mama als ich in die Küche kam und deutet auf die Uhr, die bereits 9:30 zeigte. " Ja ich bin schon lange wach, aber ich habe eine Serie geguckt und nebenbei etwas für die Uni gemacht ", sagte ich und erinnerte mich daran das bald wieder Klausuren vor der Tür standen, aber dann zum Glück die letzten .. ," du bist fast fertig oder?", frage sie als würde sie mal wieder von nichts eine Ahnung haben ,"Jaaa und danach hast du gesagt stellst du mich dann hier an ", .. by the Way ich studiere sowas wie Gestütsleitung und kann somit später dafür bezahlt werden, was ich sowieso den ganzen Tag mache ... ," hab du erstmal einen guten Schnitt ", sagte sie lachend und tischte mir Rührei und Brötchen auf..
      Nach dem Frühstück
      Ich tapste in den Stall, wohl wissend, dass Tjark bereits alles Boxen gemistet hatte und Lea schon wieder auf dem Pony saß ' die arme Iceflower ' dachte ich mir aber freute mich gleich zeitig, dass die Stute einen 'Sinn' bekommen hatte und jemanden eine Riesen freue bereitet. Ich ging in die Halle und sah, dass Lea gerade mit dem Unterricht bei Marcus fertig war... ," Hey Luna !", " Naaa ... sag mal weißt du eigentlich schon das Iceflower tragend ist ?"," Oh was ? Nein !! Wie Cool!!! Von wem denn? ", ich grinste ," Zuckerwatte ". Lea hielt kurz inne ehe sie Fleur um den Hals viel und ihregend etwas vor sich hin schwafelte. Ich winkte noch schnell Marcus zu bevor ich in Richtung Koppel verschwand. " Shoooorrtyyy ", rief ich und die Scheckstute kam sofort angelaufen und brummelte sogar vor Freude. " na komm meine Liebe ", ich halfterte sie auf und nahm sie mit in die Stallgasse. " Ohh sie ist so hübsch ", sagte Lea als sie Shorty erblickte ," Ja das ist sie, bring du mal Fleur auf die Koppel danach kannst du dann noch Risandro reiten wenn du möchtest", klar wollte sie denn sofort machte sie auf der Hacke kehrt und brachte Fleur zur Weide. Ich putze Shorty und übte gleich nochmal mit ihr das Beine heben auf Komando, das beherrsche sie wirklich blendend. " Suuper", lobte ich sie immer wieder. Ich wackelte mit dem Zeigefinger an ihrem Kopf und schon schüttelte sie sich ," ja klasse ", sofort bekam sie einen Keks zu gesteckt und ich machte mich auf den Sattel zu holen. Ich legte ihr den Sattel auf den Rücken darunter noch eine Bordaux rote Schabracke ," sehr schick ", sage Lea als sie mit dem schwarzen Riesen an der Hand in den Stallgasse kam. Sie band den Wallach an der Bande an und holte ihre Putzsachen. Ich legte Shorty noch die passenden Gamaschen an und danach die Trense. " dann mal los ", sagte ich und führte Shorty aus dem Stall. Ich saß auf und es ging auf unsere Galopprennbahn.
      20 Minuten später

      Ich began zu traben und war überrascht, anders als gestern war Shorty wirklich bereit mit zu arbeiten und lag mir auch direkt nicht mehr so auf der Hand. " super ", lobte ich sie und war noch froher darüber dass sie so schön vorwärts lief ," hier ist es verlockender zu laufen was ?", warf ich ihr vor und zupfte weiter an den Zügeln. Shorty lief von schritt zu schritt immer lockerer und ich wagte es die Zügel immer länger zu lassen. Es war schön zu beobachten, dass Shorty den Kopf nach unten nahm, als selber das Abwärts suchte und ich sie trotz der inzwischen schon recht langen Zügel ' für unsere Verhältnisse' immernoch in einer netten 90 Grad Stellung halten konnte und das auch ohne etwas in der Hand zu haben. " du bist sooo fein !", sagte ich und testete wie die Scheckstute auf etwas mehr Druck von hinten reagieren würde. Ich nahm also die Beine mehr ran, nahm sie dazu noch etwas auf und versuchte einen starken Trab. " Ja ... Jaaa ... Klaaaaseeee ", sagte ich als ich die ersten Versuche der Trabverstärkung unter mir Vernehmen durfte. Dann lege ich mein Bein etwas nach hinten und schon galoppierte Shorty an, zunächst etwas langsam, doch nach einem kleinen Klaps mit der Gerte lege sie ordentlich zu und zeigte sich mir von Ihrer Schokoladenseite. Im Galopp musste ich kurz etwas mit ihr kämpfen ehe sie genau so locker Abwärts lief wie im Trab, aber es war möglich. Das selbe testete ich noch auf der anderen Hand, und hier zeigte sie das selbe verhalten wie auf der anderen Hand. " Klasse", sagte ich und ließ die Zügel aus der Hand kauen.....
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  • Album:
    Gnadenweide
    Hochgeladen von:
    Ofagwa
    Datum:
    4 Juni 2017
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    EXIF Data

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    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Rufname: Fleur , Floii
    Alter : 6 Jahre


    ~ Abstammung ~
    Vom: unbkt. ~ Aus der: unbkt.
    Vom: unbkt. ~ Aus der: unbkt. | Vom: unbkt. ~ Aus der: unbkt.
    Vom: unbk ~ Aus der: unbkt | Vom: unbkt ~ Aus der: unbkt. | Vom: unbkt. ~ Aus der: unbkt. | Vom: unbkt. ~ Aus der: unbkt.


    ~ Exterieur ~
    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Stute
    Stockmaß: 1,41 cm
    Rückenlänge: 1,35 cm
    Größe: Pony
    Fellfarbe: Grey Tovero
    Abzeichen:
    - | v.l. - | v.r. -| h.l. - | h.r. -
    Gencode: -
    Ee aa Gg nTo Oo nSpl


    ~ Interieur ~
    in der Box: freundlich | mit anderen Pferden: verträglich

    Geschichte
    Aufgewachsen in Schweden entdeckte Jill vom Bear Brook EC die zweijährige Stute auf einer Ausstellung. Zusammen mit anderen Jungpferden stahl sie als Rohdiamant den anderen die Show. So zumindest war es Jill's Eindruck. Fleur hatte keine nennenswerte Abstammung, hatte war eine grundsolide Fohlenausbildung hinter sich und lernte zur Zeit die ersten Grundlagen des Reitpferdedaseins kennen. Auf dem Bear Brook EC wird Fleur eingefahren und stetig weiter ausgebildet um einmal erfolgreich auf Turnieren vorstellig zu werden und Jill eine neue Lebensaufgabe zu geben.

    Beschreibung
    Fleur zeigt viel Geduld mit ihren Menschen. Sie arbeitet gut mit und möchte gefallen. Man kann alles mit ihr machen, sie folgt. Ihre liebevolle Art bringt sie im Sport schnell voran. In der Herde hat sie einen mittleren Rang und vermittelt zwischen den anderen Pferden. Aus Konflikten hält sie sich raus. Versteht sie einmal eine Aufgabe nicht oder überfordert man sie, wird sie nervös und unruhig.
    Auch durch ihre auffallende Färbung ist sie ein wahrer Hingucker.


    ~ Zuchtinfos ~
    Besitzer : Luna Crown ( Ofa )
    Gezüchtet bei|Vrk: Ofagwa
    In der Zucht: Oakwood


    Gekrönt|Gekört : Ja
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    Gewinnerthema: [SK 441]
    Leistungsshow:
    Decktaxe : 650 J

    Tragend: Nein
    Nachkommen:
    Punchdrunk | Hengst von PFS Hearth of Ocean
    Emrys | Hengst von Pendragon


    ~ Futter & Weide ~
    Raufuttersorte: Heu
    Kraftfuttersorte: Luzerne und Müsli
    3x täglich Heu und Kraftfutter


    Einstreu: Hexelstroh
    Weidepartner: Denahi, May Bee und Shorty


    ~ Qualifikationen ~
    Galopprennen Klasse : E
    Dressur Klasse : E A L M S
    Spring Klasse: E A L M
    Military Klasse : E

    Western Klasse : E
    Distanz Klasse : E
    A
    Fahren: E A L M S


    Turniererfolg | Training

    ~ Erfolge ~

    249. Fahrturnier | 261. Fahrturnier | 265. Fahrturnier | 268. Fahrturnier | 360. Dressurturnier
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    362. Dressurturnier
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    ~ Gesundheit ~
    Letzter Tierarztbesuch: -
    Krankheiten / ehemalige Verletzungen :


    Letzter Hufschmiedbesuch: -
    Beschlag vorne: Eisen
    Beschlag hinten: keine Eisen


    ~ Bilder ~
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