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sadasha

Honeydew

Honeydew
sadasha, 24 Jan. 2018
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    • sadasha
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      18. Februar 2018 | 5748 Zeichen von sadasha
      Neu auf dem Hof und gleich irgendwie das Gefühl ein Außenseiter zu sein. Zu verdanken hab ich das wohl der Tatsache, dass ich von einem Kaltblutgestüt komme. Als wüsste ich dadurch weniger als die hochwohlgeborenen Herren hier. Bis auf Alexandra Winkler wurde ich von allen belächelt, ich würde es ihnen noch zeigen! Von meiner Stute waren sie immerhin schon angetan. Honeydew war ein Prachtexemplar von Trakehner. “Amateurglücksgriff. Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn.” hieß es darüber. Sollten sie sich doch die Mäuler zerreißen. Ich würde meinen Weg gehen, ob nun mit oder ohne Freunde. Es ist ja nicht so, als sei ich auf diesen Hof angewiesen. Andererseits wollte ich Franziska auch nicht im Stich lassen. Sie war anders und irgendwie wollte ich ihr helfen. Durch ihre Liebe zu einem Halbblut-Pferd wurde auch sie ständig dumm von der Seite angemacht. Absolut unreifes Kleinkinderverhalten und das war noch beleidigend für alle Kleinkinder, denn die wissen meist schon wann sie ihre Klappe halten sollten.
      Wow, meine Laune war ja gerade auf einem Tiefpunkt und das nur weil ich mal wieder zu viel darüber nachdachte was sich andere wohl für ein Bild von mir machten. Ekelhaft. Dieses Denken hasste ich so sehr, dass ich nun beschloss es einzustellen. Honeydew wartete auf der Stallgasse, gestriegelt und gesattelt und war bereit für die erste Inspektion des Hofes. Gut, die erste Inspektion des Hofes mit mir im Sattel. Denn herumgeführt hatte ich sie schon ein paar mal und die Weiden und die Reithalle kannte sie auch. Im lockeren Schritt trudelten wir nun quer über den Hof. Ich zeigte Honeydew die Weiden der anderen Pferde, die Außenboxen in die ich sie am liebsten auch stellen würde, dich ich traute mich nicht danach zu fragen, den Reitplatz und den Springplatz und als wir durch waren nutzte ich den Hinterausgang des Gestüts in Richtung Wald und Wiesen. Natur pur. Perfekt um weiter darüber nachzudenken was für seltsame Personen ich mir mit diesem Arbeitsumfeld nur angetan hatte. Ich atmete hörbar aus, doch bis auf die braune Stute konnte niemand darauf reagieren. Honeydew nahm meine Launen gelassen. Sie war der perfekte Gegenpol für mich. Ich atmete tief durch als meine Gedanken gerade wieder abschweifen wollten. “Honey, mach doch was!” beschwerte ich mich bei meiner Stute, die ein wenig erschrocken stehen blieb und den Kopf hob. “Schon gut, Süße.” beruhigt ich sie wieder und kraulte ihren Mähnenkamm, ehe ich die Zügel wieder aufnahm und kurz antrieb, damit sie weiterlief. Zeit für etwas Beschleunigung. Vielleicht kann man den dummen Gedanken ja davonrennen. Honeydew jedenfalls freute sich und setzte sich gleich in Bewegung und schwang ihre Beine zu einem wunderbar leichten und taktklaren Trab. “Die Spinner vom Hof würden vor Neid erblassen, wenn sie das sehen könnten.” triumphierte ich lachend, während ich darüber nachdachte wie wunderbar Honeydew war. Gut ab und an etwas schreckhaft und an Springen war nicht zu denken. Aber damit konnte ich gut leben. Springreiten konnte ich eh nicht leiden. Der Weg vor uns öffnete sich und lud zu einem spritzigen Galoppsprint ein. Ohne zu zögern gab ich die nötige Hilfe und Honeydew sprang in den Galopp wie eine Bekloppte. Vor Freude schlug sie mit dem Schweif und galoppierte dann eher ungesittet den Weg entlang. “So machen wir das aber auf Turnieren nicht, mein Mädchen.” tadelte ich ihr und parierte sie am Ende des wege wieder zum Schritt. Der nachfolgende Reitweg war sehr verwachsen und so kamen wir nur sehr langsam voran. “Zieh doch nicht so zur Seite, was ist denn da?” beschwerte ich mich, nachdem meine Stute schon ein paar Meter lang deutlich nach rechts zog. “Wir laufen gleich in irgendeinen Baum oder Busch, wenn du dich weiter so anstellst!” Honeydew blieb stehen und lauschte auf. Die Ohren stur nach vorn gerichtet mit starrem Blick. Ich spürte wie sie sich anspannte, konnte das aber nicht ganz einordnen. Urplötzlich nahm sie Schwung aus der Hinterhand und galoppierte aus dem Stand los. Ich vergrub mein Gesicht in ihrer Mähne und presste mich so nah an den Pferdekörper, we ich nur konnte. Angst durchfuhr mich und das einzige woran ich dachte war “Oben bleiben!”. Im Wald zu stürzen erschien mir sehr gefährlich. Niemand wusste wo ich war, wenn mir etwas passierte… Dann hörte ich ein lautes Platschen und spürte wie sich die Reithose an den Knien mit Wasser vollsaugte. Honeydew war stehen geblieben und so wagte ich einen Blick. Wir standen in einem See. “Na herzlichen Glückwunsch, Honeydew. Du hast Wasser gefunden.” Es war eiskalt. Trotzdem stand sie bis zum Bauch im See und spielte mit dem Nass. Ich fror auch ohne nasse Klamotten und so setzte ich Alles daran Honeydew aus dem Wasser zu bewegen. “Komm schon du Verrückte!” quängelte ich. Irgendwann, nach gefühlten Stunden, bequemte sich die Braune heraus und ich trat sofort den Heimweg an.
      Wieder im Stall rieb ich meine Hose mit etwas Stroh so gut wie es eben ging trocken und brachte Honeydew abgesattelt und eingedeckt auf ihre Weide. “Wie siehst du denn aus?” hörte ich eine arrogante Männerstimme gleich hinter mir. “Was geht Sie das an?” Er zog die Brauen hoch und wollte etwas patziges erwidern, doch ich ging einfach weg. Ich wollte mich nicht mit meinen Chefs anlegen, aber ich würde nicht über mein Aussehen diskutieren. Dass man beim Reiten mal dreckig oder nass wurde müsste er wissen. Ach nein, der Herr hat solche Probleme ja nicht, hab ich vergessen. Mister Perfect. Angewidert schnaubte ich und ging auf mein Zimmer um mich umzuziehen. Da Honeydew für heute beschäftigt war und ich meinen freien Tag hatte lenkte ich mich nun mit der Arbeit an einem Halsring für meine Stute ab. Bis in die Nacht werkte ich, bis mir irgendwann wie von selbst die Augen zufielen.
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    • sadasha
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      31. Mai 2018 | 7933 Zeichen von sadasha

      Nach einiger Zeit hatte ich mich auf dem Gestüt Hochsetten ganz gut eingelebt. Zwar waren die Chefs eine sehr zerrüttete Familie und das Drama um ihre Geschichte war Teil meines Alltags, doch kam ich damit ganz gut zurecht. Alexandra wuchs mir immer mehr ans Herz und man ließ mich meine Arbeit mit den Jungpferden des Gestüts in aller Seelenruhe erledigen. Meine eigene Stute kam dabei an manchen Tagen etwas zu kurz, doch was war wohl der Preis wenn man auf dem Hof lebte, auf dem man auch arbeitete. Honeydew hatte sich einmal mehr auf mich geprägt und ließ manche Hofbewohner nicht mehr an sich heran. Das sollte mir recht sein, da ich kein Vertrauen in die restlichen Familienangehörigen des Gestüts hatte. Alexandra versicherte mir zwar, dass sie nicht alle schwarze Schafe waren, doch solange man mir nicht offen und ehrlich entgegentrat verschloss ich mich lieber komplett.
      Heute war ein sonniger Tag, bis zu 30°C standen auf dem Plan und die Jungpferde waren schon nach wenigen Minuten Programm fertig mit der Welt und mit sich selbst. Also gab ich ihnen kurzfristig Hitzefrei. Natürlich sprach ich das vorher ab um nicht wieder in die Bredouille zu geraten. Erst als ich das Okay in der Tasche hatte schnappte ich mir meine Stute und putzte sie ausgiebig. Honeydew genoss diese Intimität und machte mir mit kleinen Gesten ihrerseits bewusst wie sehr sie meine Aufmerksamkeit schätzte. Ich konnte mich in diese Stute immer wieder neu verlieben. Die treuen, dunklen Augen und der feine Kopf verliehen ihr ein fast noch fohlenhaftes Gesicht. Doch Honeydew war mit sieben Jahren bereits voll ausgewachsen. Voller Vorfreude sattelte ich sie und wickelte sorgfältig einen Satz Bandagen um ihre schwarzen, schlanken Beine. Zuletzt legte ich die schwarze Trense an und führte sie in die klimatisierte Reithalle, wo bereits zwei andere Reiter trainierten. Von mir wussten sie schon, dass ich nicht sehr gesprächig war, wenn nicht gerade Alexandra vor Ort war. Also grüßten sie trocken und ließen mich danach in Ruhe. Ich wärmte Honeydew im Schritt und Trab auf und versank dabei wie so oft in meinen Gedanken. In letzter Zeit wuchs in mir der Wunsch ein oder zwei weitere Pferde zu kaufen. Das Geld hatte ich mittlerweile angespart und Boxen waren hier auch zu Genüge frei. Nur an der Zeit fehlte es. Aber vielleicht bekam ich Zuspruch und Hilfe von Alexandra. Ich beschloss sie später auf meine Idee anzusprechen. Honeydew riss mich aus meinen Gedanken indem sie beim nächsten Übergang ordentlich Schwung aus der Hinterhand nahm. Ich nahm die Zügel etwas mehr auf und hielt meine Stute damit im Zaum. Ob sie mich bewusst wachgerüttelt hatte? Jedenfalls begann ich nun mit der richtigen Arbeit dieser Reitsession.
      Am Abend saß ich lange am Laptop und scrollte durch diverse Verkaufsanzeigen. Die Auswahl war bunt gemischt und immer wieder erwischte ich mich dabei wie ich meinen geliebten Trakehnern fremd ging und Anzeigen zu Kaltblütern anklickte. Doch auch die feurigen Araber hatten es mir angetan und ich verliebte mich mehr und mehr. Schließlich war es so weit, dass ich mich über die Rasse informierte. Durch die Arbeit kannte ich eine Araberstute, die jedoch ein emotionales Wrack war, als sie bei mir in den Beritt kam. Doch auch in ihr hätte ich das Feuer, das in jedem Araber lodert entdecken können. stattdessen hatte ich mich nur auf ihre Ausbildung konzentriert. Ich war unerfahren und dachte es würde mich von der Arbeit ablenken, wenn ich mich der Persönlichkeit der Kundenpferde näher beschäftigte. Tja, so konnte man sich täuschen. Heute bin ich klüger und arbeite lieber etwas langsamer mit den Pferden, als sie auf Teufel komm raus zu biegen und zu brechen. Mein Telefon vibrierte: Alexandra. Endlich hatte sie meine Nachricht von heute Vormittag beantwortet. Sie wollte das gleich am nächsten Tag mit mir besprechen.

      Die Nacht war katastrophal. Ich konnte einfach nicht einschlafen, weil meine Gedanken immer wieder um die Pferde kreisten, die ich mir heute im Internet angesehen hatte. Ich malte mir das Gespräch mit Alexandra aus und drehte mich immer wieder im Kreise was dessen Ausgang betraf. Trotzdem stand ich am nächsten Morgen um fünf Uhr auf, machte mich fertig und ging in den Stall um beim Misten der Boxen und der Fütterung der Pferde zu helfen. Gerade als ich die Arbeit mit den Jungpferde fortsetzen wollte fing Alexandra mich ab. „Jetzt erzähl mal! Was hast du vor?“ Ich holte tief Luft und erläuterte ihr, was ich mir die letzten Tage ausgemalt hatte. Sie nickte immer wieder um mir anzuzeigen, dass sie zuhörte, unterbrach mich jedoch nicht. Hin und wieder lächelte sie aufmunternd und zuletzt runzelte sie gedankenversunken die Stirn. „Das klingt, als würdest du nicht mehr lange hier bleiben wollen…“ sagte sie wehmütig. „Aber wenn das dein Wunsch ist, unterstütze ich dich dabei.“ – „Eigentlich war es so gedacht, dass ich das… hier aufbaue?“ Ich machte eine ausladende Geste, was angesichts dessen dass wir in der Futterkammer standen ein wenig merkwürdig aussehen mochte. Doch Alexandra hatte mich schon verstanden. „Und Alex ich muss dich noch etwas fragen.“ begann ich ohne sie direkt anzusehen. Sie sah auf. „Ja?“ – „Ich mache mir natürlich Gedanken um den Rest deiner Familie, der hier herumgeistert. Über ihre Einstellung und da schoss mir durch den Kopf, dass sie eine zweite Trakehnerzucht auf ‚ihrem‘ Gestüt sicher nicht gutheißen werden. Was meinst du?“ Erstaun sah sie mich an. Sie überlegte kurz und nickte schließlich. „Da hast du vermutlich Recht.“ – „Deshalb habe ich überlegt ob es nicht sinnvoller wäre etwas zu züchten, das sich… ergänzt? Honeydew bleibt bei mir komme was wolle, aber ich muss deshalb ja keine Trakehner züchten! Wie wärs mit einer der Rassen die zur Veredlung eingesetzt werden?“ Ich lächelte zurückhaltend und fummelte dabei am Verschluss meiner Reithandschuhe. Alexandra lachte. „Hazel, du Fuchs! Das ist eine super Idee! Und du sagtest ja, dass du Arabische Vollblüter gut findest. Aber auch das würde ich erst im Team besprechen wollen. Nicht dass es in Ärger ausartet.“ Erleichtert nickte ich. „Danke!“ brachte ich hervor und umarmte Alexandra überschwänglich. „Aber du musst mitkommen, wenn ich das ansprechen soll. Es ist schließlich DEIN Anliegen.“ verlangte sie und ich ließ von ihr ab. „Okay, hilfst du mir damit ich nicht unvorbereitet ins Gespräch gehe?“ Sie griff meine Hand. „Du bist meine Freundin! Ich werfe dich doch nicht einfach so ins kalte Wasser! Zusammen schaffen wir es schon die Mehrheit zu überzeugen! Aber jetzt sollten wir wieder an die Arbeit gehen. Ich melde mich sobald ich was Neues hab. Und heute Abend setzen wir uns zusammen, wir zwei alleine. Dann rüste ich dich!“

      Tage später – Das besagte Teammeeting lag nun zwei Stunden zurück und Alexandra und ich brüteten über meinem Laptop, als heckten wir irgendeine geheime Verschwörung aus um ihre Halbgeschwister über’s Ohr zu hauen. Nur dass sie davon wussten. Sie waren nicht begeistert von meinen Plänen. Sie hätten mich lieber für immer als Vollzeitkraft, Trainer und Stallhilfe behalten. Eine Zuchtpartnerin? Niemals. Absolut ausgeschlossen, das würden sie nicht akzeptieren. Doch gab es eine Stimmengleichheit im Team. „Und da das Gestüt offiziell mir gehört, zählt meine Stimme mehr. Ganz einfach.“ bestimmte Alexandra und erntete empörtes Raunen aus der gegnerischen Fraktion. Ich grinste in mich hinein und ließ das Unschuldslamm raushängen. Das konnte ich schon immer gut und so hielt ich mich aus den gröbsten Streitereien raus. Alexandra war die Starke, die den Kopf hinhielt und ich war ihr unendlich dankbar dafür. „Wenn alle Stricke reißen finden wir einen Plan B um dein Vorhaben umzusetzen“ versicherte sie mir und legte mir eine Hand auf die Schulter. „Dein Wort in Gottes Ohr.“ meinte ich schmunzelnd und klickte mich weiter durch die Verkaufsanzeigen der Vollblutaraber. Dass ich jedoch meine Stammstute anders finden würde, wusste ich noch nicht.
    • sadasha
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      09. Oktober 2018 | von sadasha
      Lamie
      Es war noch immer unwirklich, selbst Tage nachdem Lamie auf dem Gestüt Hochsetten angekommen war, hatte ich noch nicht so ganz realisiert, dass die Araberstute mir gehörte. Lamie genoss noch etwas Boxenruhe, da sie von der Reise noch sehr erschöpft schien. Dafür kümmerte ich mich um Honeydew. Nun, da ich nur noch Teilzeit für das Gestüt arbeitete, hatte ich massig Zeit für meine eigenen Pferde. Die braune Stute freute sich, als sie mich sah und trabte erhobenen Schweifes auf mich zu und wieherte mich an. "Guten Tag mein Mädchen.", grüßte ich sie und streichelte ihren zarten Kopf. Sie durchbohrte mich mit ihrem treuen Blick und ich versank einen Moment in den tiefbraunen Augen. "Na komm.", sagte ich mehr zu mir selbst und halfterte sie auf um sie zum Putzplatz zu bringen. Honey sah nämlich aus wie ein Staubmonster und musste erstmal ausgiebig geputzt werden. Gesagt, getan im Nu war der gröbste Schmutz nicht mehr am Pferd, sondern an mir. Als ich mit dem Wellness Programm fertig wir bürstete ich auch meine Kleidung kurz ab und brachte dann den Putzkasten zurück in meinen Spind. Mit Sattel und Trense kam ich zurück und bereitete Honeydew auf eine Runde um den Hof vor. Ich ritt sie zuerst in der Reithalle etwas warm, da ich die Galoppstrecken gleich am Anfang der Runde ausnutzen wollte. Auch Honey freute sich richtig einzuheizen und belohnte mich mit einer sehr angenehmen und entspannenden Hausrunde. "Gutes Mädchen." Ich kraulte ihren Mähnenansatz, ehe ich abstieg und sie absattelte. Honey hatte ein bisschen geschwitzt und es war schon zu kalt um sie ganz zu duschen. Deshalb zog ich den Schweiß herunter und legte dann eine leichte Abschwitzdecke auf, bevor ich sie zurück auf die Weide brachte. Lamie stand gleich nebenan zur Eingewöhnung, schließlich wäre es wunderbar, wenn meine beiden Stuten sich einmal so gut vertragen würden, dass man sie ohne Bedenken auf eine gemeinsame Weide stellen könnte. Ich ging kurz zu ihr rüber und streichelte sie. Lamie war anders als Honeydew, etwas ruhiger in ihrem Wesen, aber auch weniger interessiert am Menschen. Deshalb nervte ich sie auch nicht lange und ging stattdessen wieder an die Arbeit.
    • sadasha
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      04. November 2018 | von sadasha
      Happy Birthday

      "Neiiin, hast du nicht!", sagte ich ungläubig als Alex an meinem Geburtstag zu mir kam und mir einen langen Brief mit Anhang als Geschenk überreichte. Mir fiel während des Lesens bereits die Kinnlade herunter. Hatte sie? Hatte sie wirklich? Das konnte sie nicht! Das wäre doch ein Verlust für sie! Niemals würde sie... Würde sie doch? Ich sah sie verblüfft an und glaubte nicht ein vor Selbstbewusstsein strahlendes Gesicht zu sehen. Alex hatte mir eines ihrer besten Fohlen geschenkt und das sage ich nur so, weil ich nicht glauben kann, dass sie mir ihr allerbestes Fohlen überlassen wollte. Sorpresa hatte ich von ihrer Geburt an begleitet und hatte Alex immer schon die Ohren vollgejammert wie schlimm es für mich wäre, wenn Sorpresa an einen Leistungshof verkauft würde. Eigentlich hätte ich da schon merken können, dass etwas nicht stimmte, denn Alex reagierte stets sehr gelassen auf meine Ausreißer und vertröstete mich halbherzig damit, dass diese Höfe ihr eine gute Zukunft bescheren würden. Sie wusste wie ich zu Sportzentren stand. Vor Allem diejenigen, die immer schneller, höher, weiter kommen wollten ohne Rücksicht auf Verluste. Sorpresa war für diesen Druck zu schade. Dass sie diesen Druck nie verspüren muss, das muss ich mir erstmal bewusst machen. Denn im Moment war es unwirklich für mich ihre Papiere in den Händen zu halten. Alex hatte sie sogar komplett durchgetestet. Sie trug keine Erbkrankheiten, war kerngesund und entwickelte sich weiterhin prächtig. Vielleicht würde ich auch ihren Abstammungsnachweis einrahmen, so wie ich es auch mit denen von Honeydew und Lamie getan hatte. Dazu ein, zwei Bilder in den Rahmen und ab an die Wand damit. "Ich muss ihr neue Ausrüstung kaufen.", kam es mir hoch als ich daran dachte, dass Sorpresa immer im Hochsetten Outfit rumlief, das bei einem Fohlenverkauf nur selten mit übergeben wurde. Alex schüttelte den Kopf. "Kannst du gerne machen, aber..." Sie drehte sich um und ging zu ihrem Auto. Langsam folgte ich und sah je näher ich kam immer mehr von dem bunten Päckchen darin. "Ich weiß ja, was du magst und dachte mir ich nehme dir ein bisschen etwas voraus." Ich grinste. Ja, Alex hatte einen fantastischen Geschmack und ich war mir sicher, sie hätte die schönsten Farben für das Fohlenset ausgesucht. Ich riss das Geschenkpapier vom Paket und öffnete voller Begeisterung den Karton. Darin befand sich ein extra Putzkoffer nur für Sorpresa, eine mitwachsende Decke und ein dazu passendes Halfter inklusive Strick in grau-rosa Tönen. "Ich hoffe dir gefällt das. Wir haben alle zusammengelegt, der Rest der Mannschaft hat also auch seinen Teil dazu beigetragen.", erklärte Alex, während ich mich mit Decke und Halfter bepackte und mich straheldn zu ihr umdrehte. "Danke!", platzte es aus mir heraus und wenn ich die Arme nicht schon voll gehabt hätte, hätte ich sie jetzt überschwinglich umarmt. "Ich möchte die Sachen gleich anprobieren, kommst du mit?", fragte ich und ging schonmal vor. Alex machte das Auto zu und kam mir dann schnellen Schrittes hinterher. Schnell hatte ich Decke und Halfter auf die richtige Größe eingestellt und Sorpresa damit eingekleidet. Sie sah jetzt richtig mädchenhaft aus. "Viel besser als das schwarz-gold vom Gestüt." Ich nickte zufrieden und nahm nun endlich meine Freundin in den Arm und drückte sie so fest ich nur konnte. "Womit hab ich das verdient?", fragte ich ohne sie loszulassen. Alex lachte und ich löste die Umarmung auf. "Eigentlich ist das nicht ganz uneigennützig.", erklärte sie und spielte mit einer ihrer Haarsträhnen. "Wir hoffen, dass wir dich vielleicht doch in die Trakehnerzucht reinziehen können. Nichts gegen deine Araber, aber ich würde mich freuen, wenn du einsteigst." Ich schmunzelte. Diese gerissene Frau! "So ist das also!", meinte ich gespielt böse. "Erpressung, hm?" Alex grinste schelmisch. "Bei aller Liebe, aber ich glaube da musst du dich etwas mehr anstrengen, Alex." Ich lachte und nahm Sorpresa die Decke und das Halfter wieder ab, da es für die Box im Moment viel zu warm wäre. Wir brachten die Sachen in meinen Spind und gingen dann zum Geburtstagskuchen mit dem Rest des Teams. Ich bedankte mich bei jedem einzelnen, denn man bekam nicht jedes Jahr so viel Verantwortung überschrieben.
    • sadasha
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      05. Februar 2019 | von sadasha

      Es lief gut mit meinen drei Schützlingen. So gut, dass es mir kaum mehr Freude bereiten konnte noch ein weiteres Pferd aufzunehmen. Den Deckhengst Majd hatte ich schon lange im Auge, hatte ihn mir vorgemerkt für später, wenn ich einmal züchten wollte. Er und Lamie wären doch ein wunderbares Paar oder nicht? Jedenfalls machte mich Alex darauf aufmerksam, dass ich doch auch eine fremde Stute decken lassen könnte um mir ein Fohlen von diesem Hengst zu ziehen. Meine Verwirrung war groß, denn ich konnte mir ein solches Geschäft nicht vorstellen. Umso mehr freute ich mich über Alex Hilfe. Sie zeigte mir Islah eine Pintabian Stute aus England. "Und du vertraust diesen Anzeigen?", fragte ich misstrauisch über die Internetseite scrollend. Es gab lauter Infos zu Islah: Fotos, Videos, Nachzuchtfotos, Nachweise zu Erfolgen und Gesundheitstests. Seit wann war ich eigentlich so ein Miesepeter, der alles und jeden hinterfragt und gar schlechter redet, als er war? Alex erklärte mir, dass sie die Züchterin und ihr Gestüt schon im voraus recherchiert hatte und sie deshalb keine Zweifel hegte, dass sie vertrauenswürdig war. "Also gut. England. Mein Englisch… Ich bin so unsicher darin.", klagte ich, doch Alex schüttelte den Kopf. "Schreib eine Mail. Wenn sie nicht reagiert, du aber nervös bist, musst du deinen Schweinehund bezwingen und sie anrufen." Wir setzten also gemeinsam ein Schreiben auf. Nur wenige Stunden später hatten wir eine Reaktion auf unsere Nachricht. Islah ist für das kommende Jahr noch nicht belegt und man würde sich über ein Übereinkommen freuen. Den ganzen Abend machte ich Luftsprünge und sang munter, während ich die letzten Arbeiten erledigte. Als endlich Feierabend war setzte ich mich wieder in Kontakt mit dem Wilkinson Gestüt und klärte mein Vorhaben. Sie verstand zum Glück schnell, was ich vorhatte und bot an den Rest mit Majds Besitzer zu klären, natürlich gegen einen kleinen Aufpreis. Ich nahm dieses Angebot dankend an.
      Man hielt mich stets auf dem Laufenden über die Besamung, die Trächtigkeit und schließlich auch über die Geburt. Ich bekam regelmäßig Updates mit Fotos und Videos und als dann ein gesundes Hengstfohlen im Stroh neben Islah lag konnte ich kaum noch an mich halten. Es war so unglaublich niedlich. Die Geburt über hatte ich per Livestream mitgefiebert. Ein gesunder Scheckhengst. Ein Ebenbild seiner beiden Eltern. Auch wenn es nicht mein Verdienst war erfüllte mich sein Anblick mit Stolz.
      Auch über die Entwicklung von Fannan wurde ich stets informiert. Es war fast genauso gut, als wäre man selbst dabei gewesen. Ich hatte ja keine Ahnung wie toll er in Persona war. Erst nach dem Absetzen, 7 Monate nach der Geburt, wurde er nach Deutschland gebracht. Der Junghengst war aufgeweckt und gewitzt, wie ich es mir nicht lebhafter hätte erträumen können. Auch mit den anderen Fohlen kam er sofort gut zurecht. Ich war unglaublich zufrieden mit der Entscheidung ein Fohlen außerhalb ziehen zu lassen. Ich hatte kaum Arbeit, kaum Stress und das Ergebnis war die pure Freude. "Das hätte schief laufen können.", konterte Alex Halbbruder wenig berührt. Er sah mich nicht einmal an, also ignorierte ich diesen Kommentar. Er wurde nicht müde ihn stets zu wiederholen, wenn er mich sah. Doch statt den Kopf zu verlieren arbeitete ich einfach weiter mit Honeydew und später mit Sorpresa. Mein Pintabian Fohlen war wunderbar geworden, also konnte er mir die gute Laune nicht nehmen. Wenn ich immer daran dachte was werden könnte, hätte passieren können oder sonst Steine in meinen Weg legen würde, ja, dann würde ich im Leben nicht viel erreichen. So zumindest meine Meinung und wie man sieht, laufe ich damit gut.
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  • Album:
    Gnadenweide | Pferdehimmel
    Hochgeladen von:
    sadasha
    Datum:
    24 Jan. 2018
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    EXIF Data

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    303,6 KB
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    960px
    Height:
    640px
     

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    Stute
    7 Jahre
    Rasse
    Trakehner
    Stockmaß/Endmaß 166cm
    Fellfarbe Brauner
    Geno EE AA

    ——————————————


    [​IMG]

    Charaktereigenschaften
    Verträglich, Aufmerksam, Loyal, Scheu, Von Zeit zu Zeit etwas nervös

    Vorgeschichte
    X

    Beschreibung
    Dressurbegabt, Trittsicher, Ausdauernd, Athletisch, Angst vor Hunden, Liebt Wasser in jeder Form


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    Trainingsplan
    Eingeritten ✔ | Eingefahren x

    Schleifenaufstieg | Trainingsaufstieg | Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Variationen

    Dressur E A L M S

    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M S


    Springen E A L M S
    Show Jumping: E A* A** L M* M** S* S** S*** S****

    Military E A L M S

    Geländestrecke: CIC/CCI* CIC/CCI** CIC/CCI*** CIC/CCI****


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    [​IMG]

    Offiziell
    keine


    Inoffiziell
    keine


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    [​IMG]
    Von unbekannt

    Aus der unbekannt

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    [​IMG]

    Körpunkte
    Abstammung 0
    Schleifen 0
    HS 0
    TA 0
    Trainer 0
    Zubehör 0
    Gesamt 0


    Schleife
    SK

    Eingetragene Zucht Keine

    Besitzer sadasha (Hazel van Doren)
    VKR/Ersteller sadasha


    Nachkommen
    keine


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    [​IMG]
    Letzter Tierarztbesuch unbekannt
    Gesamteindruck unbekannt


    Letzte Zahnpflege überfällig
    Letzte Wurmkur überfällig
    Letzte Impfung überfällig


    Letzter Hufschmiedbesuch unbekannt
    Ausgeschnitten/Korrigiert nein


    Beschlag vorne keiner
    Beschlag hinten keiner


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    PNG | Puzzel PNG | Offizieller Hintergrund