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Sammy

Hollybrook's Bloody Valentine

New Forest Pony | Hengst | gekört | F || DR: A (1) | SPR: A (1) | MIL: A (1)

Hollybrook's Bloody Valentine
Sammy, 27 Juni 2013
    • Sammy
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      Alte Berichte aus Bloody's Zeit bei Nano

      Alte Berichte von Nano
      Pflegebericht für Eisvögelchen und Bloody Valentine

      Es war früh morgens und auch wie in den letzten Tagen war es bewölkt am Himmel. Das stimmte mich nicht gerade in die beste Stimmung, deshalb zog ich mir meine Jacke an, schlüpfte in die Stiefel und sprang die drei Treppen vor der Haustüre hinunter. Ich wollte mich mit den Pferden beschäftigen, das würde mich ablenken. Leise vor mich hin summend ging ich als erstes zum Zuchtstall. Freudig begrüssten mich meine Pferde, jedes auf seine eigene Art. Nacheinander begrüsste ich alle mit einem liebevollen Lächeln. Schliesslich kam ich bei den hinteren Boxen an, den Abfohlboxen. Momentan stand hier nur eine Stute, nämlich Eisvögelchen. Ich ging die leeren Boxen entlang bis ich vor ihrer stand. Sie stand ganz hinten in der Ecke, mit gesenktem Kopf. Ob sie etwas hatte? Besorgt öffnete ich rasch die Boxtür und ging langsam auf sie zu. Sie hob sofort den Kopf, ihre Ohren waren anleget und sie hatte einen missbilligenden Ausdruck in den Augen. Da erkannte sie mich und beruhigte sich etwas, doch ich spürte, das sie immernoch sehr angespannt war. Ihre Ohren spielten unruhig, sie stiess ein aufgeregtes Schnauben aus. "Hey, was ist den los Ice? Alles in Ordnung mit dir?", fragte ich stirnrunzelnd und strich ihr über den schlanken Hals. Sie wieherte leise und entspannte sich fast ganz. Auffordernd stupste sie mich an und schüttelte dne Kopf auf und ab. "Hmm...?", ich wollte gerade was sagen, da fiel mir etwas weisses unten ins Blickfeld. Überrascht beugte ich mich hinunter und sah an dem ganzen Stroh und Ice`s Beinen vorbei. Da lag ja ein Fohlen! Gabs ja nicht, sie hatte wohl heute Nacht gefohlt, wie lange hatte ich auf ihr erstes Fohlen gewartet! Strahlend und glücklich streckte ich vorsichtig die Hand aus. Das kleine Ding hob leicht den Kopf, es lag bequem in einer Strohmulde. Neugierig spitzte es die Ohren bei meiner Stimme, die Augen musterten mich voller Neugierg und ein wenig Angst und Misstrauen. Doch die Neugier siegte anscheinend, denn es streckte den Kopf nach meiner Hand aus und schnupperte vorsichtig daran. Mit der anderen Hand strich ich mit langsamen Bewegungen dem Fohlen sanft über das weiche Fell des Halses. Das Fohlen war soweit ich sah vorübergehend weiss, mit schwarzer Nüster und vielen ganz kleinen schwarzen Punkten, was ich echt hübsch fand. Als das Fohlen langsam auftstand, entdeckte ich das volle Muster des Felles. Mir blieb der Mund fast offen, so sehr gefiel mir die Farbe des Fohlens, ich fand es einfach wunderschön. Die vielen kleinen schwarzen Punkte fanden sich an der Seite der Flanke und Kruppe zu einem Punkteknäuel zusammen, und der Schweif war in der oberen hälfte schwarz, bis er zu den Spitzen hin weiss wurde. Zögernd machte es einen Schritt auf mich zu. Es stand noch etwas wackelig auf den Beinen. Ich strich dem Fohlen durch das flauschige Fell und sprach leise mit ihm. Ice senkte ihren Kopf zu uns hinunter und schnoberte mir zutraulich durchs Haar. Dann wandte sie sich an ihr Fohlen und knabberte liebevoll an dessen Mähnenkamm. Das Fohlen schnaubte leise und stupste seine Mutter mit den kleinen Nüstern an. Ice wieherte leise und schüttelte zufrieden den Kopf, ihre Augen hatten einen stolzen Glanz. "Das hast du super gemacht Ice! Es ist wundervoll", murmelte ich strahlend und streichelte die Stute. sie rieb schnaubend ihren Kopf an mir als ich wieder aufstand. "Ich werd mal die Tierärztin anrufen, damit sie sich dein Fohlen mal anschauen kann", sagte ich lächelnd zu der Stute und schloss die Box langsam hinter mir. Dann schwebte ich den Gang entlang und wählte rasch beim Stalltelefon die Nummer des Tierarztes.

      by Rawwrrr
      Kurzer Kontrollbericht
      Ich war heute in einem geheimen Auftrag unterwegs - sozusagen - denn ich kontrollierte die Pflege aller Fohlen von Hollybrook um zu wissen, ob es unseren Schätzen wirklich gut geht!

      Liebe Nano, hier kurz deine Bewertung:
      Hochgeladen: 29. April 2010
      Pflegizahl: 1/2 (weil zusammen mit anderem Pferd)
      Fazit: Ein zwar gut geschriebener aber irgendwie nicht wirklich spannender Bericht in 3 Monaten...komm - da geht mehr!

      by Faeis
      Trainingsstall zum blauen See
      ~ Halftergewöhnung + Führgewöhnung ~

      Seufzend stieg ich in meinen Jeep, da es draußen trodz der Sommermonaten stürmisch regnete. Meine Haare waren schon durchnässt. Und ich hatte absulout keinen Nerv mehr mich auf zu Nano's Gestüt zu machen, und den kleinen Fohlhengst Bloody Valnetine ans Halfter zu gewöhnen. Da die Arbeit aber gemacht werden musste, schmiss ich den Motor an und überquerte die nassen Straßen bis ich bei dem Hof von der Nano ankam. Nano erwartete mich schon, so stand sie in Eingang der Stalltür und winkte mir freudig entgegen. Ich stieg aus und rannte ihr durch den Regen schnell entgegen.
      "Guten Tag, Fäis! Ich hab dich schon erwartet.. Schreckliches Wetter heute!" begrüßte sie mich. "Hallöchen Nano, ich wurde leider durch das Wetter ein bisschen aufgehalten. Aber jetzt bin ich ja da, und bereit für Bloody Valentine." entgegnete ich ihr lächelnd. Daraufhin führte sie mich zu Bloody Valentine, erklärte mir ein bisschen seinen Charackter und ließ mich dann mit ihm alleine, da sie Hijo de la Luna reiten wollte.
      Langsam öffnete ich die Boxentür von Bloody Valentine, schloss sie wieder hinter mir und näherte mich dem Fohlen. Bloody schaute mich neugeirig und aufmerksam an, spitzte seine Ohren und schnappte mir dann das Leckerlie aus der Hand das ich ihm hinhielt. Eifrig kaute er es und schluckte es danach runter. Ich lobte ihn und sprach dann zu ihm: "Naa du Kleiner, dann wollen wir dich mal ans Halfter gewöhnen, was?!" er schnaubte mir freudig entgegen, woraufhin es ein Lächeln auf meine Lippen zauberte. Der Kleine wollte gleich ein bisschen mit mir Kuscheln, doch daraus wurde nichts, denn davor musste er erst etwas für die Zärtlichkeiten tun. Daraufhin nahm ich mir sein Halfter von dem Haken wo es hang, und näherte mich damit Valentine. Erst ließ ich ihn ein wenig daran schnuppern, und lobte ihn dann erneut. Langsam wollte ich es ihm über die Ohren ziehen, doch dann schreckte er zurück. Beruhigend sprach ich ihm zu, lobte ihn und veruschte es danach noch ein weiteres mal. Jetzt klappte es schon besser, und er ließ es sich behutsam überziehen. Er zappelte beim verschließen und einstellen der Größen noch etwas herum, aber anch einer Weile fand' er es nicht mehr so doof. Ich übte noch ein paar weitere Verusche das an- und ausziehen des Halfter's, und es wurde von Mal zu Mal besser. Jetzt hatte er die Schmuseeinheite sich verdient, so schmuste ich mit ihm noch eine Weile.
      Danach machte ich mich auf zu Nano, die gerade ebend mit dem Reiten feritg wurde, denn ich brauchte damit Bloody Valentine das Halfter total freiwillig und ohne Probleme anzog sicherlich eine Dreiviertelstunnde, und half ihr ebend mit dem fertig machen von Hijo de La Luna. Danach fragte ich Nano noch, ob ich mit Valentine noch das Führen am Strick üben sollte. Sie willigte natürlich ein, also ging ich zurück zu dem Fohlen, und nahm mir gleich den trick von ihm mit in die Box. Diesen klippte ich an das Halfter von Bloody Valentine und begann damit, ihn langsam und vorischtig aus der Box hinaus zu führen. Er machte es schon ziemlig gut, und auch freiwillig. So führte ich ihn noch ein wenig im Stall herum, übte traben, stehen bleiben und noch vieles anderes. Er machte es von Anfang an sehr gut mit, also war er jetzt an Halfter und das Führen am Strick gewöhnt. Dafür gab es noch ein, zwei Leckerlies und danahc wurde er wieder in seine Box entlassen. Das Halfter hängte ich wieder an seinen Platz und verabschiedete mich von dem kleinem Hengst der mir als sehr lernfähig und sympatisch erschien. Das der Regen auch schon aufgehört hatte, sagte ich auch Nano auf Wiedersehen und stieg dann in meinen Jeep ein, um nach Hause zu fahren..

      [3632 Zeichen © Facing]


      Liebe Nano,

      Bloody Valentine ist nun an Halfter und das Führen am Strick gewöhnt.
      Er zeigt sich als sehr lernfähig, also bitte ich dich das Vermittelte zu vertiefen.

      Liebe Grüße,
      Facing


      by erdbeere
      Das Wetter war Heute echt nicht so schön, es war schon die ganze Zeit am misseln. Naja was sollst zu ~Bloody Valentine~ muss ich trotzdem heute hin. Also ging ich hoch und zog meine Reitsachen an, holte meine Schlüssel und ging richtung Auto. Mir fiel ein das ich den Eimer mit den Leckerlies vergessen hatte, so ging ich wieder zurück ins Haus und holte den Eimer. Dann wieder zum Auto, ich stieg ein und fuhr zum Stall von ~Bloody Valentine~.Auf dem Hof angekommen begrüßte der Hofbesitzer mich freundlich, ich grüßte zurück. Ich nahm den Eimer mit den Leckerlies und ging in richtig Stalltor. Den Eimer stellte ich vor den Sattelschrank nahm ein paar Leckerchen raus, holte Das Halfter und ging zu seiner Boxtür, er freute sich das ich da war,die tür war etwas schwer sie aufzumachen aber es ging, ich gab ihn ein paar leckerchen und machte ihn sein Halfter um und nahm ihn an den Strick. Ich führte ihn aus der Box, aufeinmal lief die Stallkatze dalang, er sprang zur Seite und fast auf meinen Fuß " ruhig ~Bloody Valentine~ , alles ist gut" sagte ich zu ihn und streichelte seinen Hals, dann gingen wir weiter zur Putzstelle und ich band ihn an. Fand er gar nicht so toll und war nur am Steigen, ich band ihn los und fragte ein Stallmädchen ob sie kurz meine Putzsachen holt, sie machte es gerne und ich warten mit ~Bloody Valentine~ an der Putzstelle, sie gab mir mein putzkasten und ich bedankte mich sehr herzlich bei ihr. Den Strick lag ich über seinen Hals, ich nahm den Striegel und musste ihn damit gründlich, dann die Kardätsche und putze den Staub aus seinen Fell, er hat es sehr genossen.Jetzt war die Mähne und der Schweif dran, die Mähne kämmte ich mit einer normalen Bürste und den Schweif kämmte ich nur leicht durch. So nun die Hufe, mit den Hufkratzer in der Hand wollte ich sein bein nehmen, fand er aber gar nicht so toll. Na toll das kann was werden, ich versuchte es immer wieder, er gab mir immer seinen huf zog ihn dann aber gleich wieder weg. Mhh glaube das wird wohl nix, ich versucht es trotzdem weiter mit allen 4 Hufen, er muss sich ja auch dran gewöhnen. Nach 15 min habe ich aufgehört da er es super gemacht hat nach einer Zeit ich streichelte sein Hals und lobte ihn dabei. Die Putzsachen war wieder in der Box und ich brachte ihn zu seiner Box, gab ihn noch ein Leckerchen und nahm sein Halfter ab und verabschiedte mich von ihn " Bis zum nächsten Mal,kleiner"
      Die Putzbox brachte ich noch schnell weg und fegte noch die Putzstelle, dann ging ich zum Auto, der regen wurde immer schlimmer, ich setzte mich ins auto machte den motor an und fuhr wieder nach hause.

      by Sammy
      Kurzer Kontrollbesuch Nr° 2

      Diesmal war ich mit unserem Geheimauftrag an der Reihe und würde die Pflege unserer geliebten Hollybrook-Nachkommen kontrollieren.

      Liebe Nano, hier kurz deine Bewertung:
      Letzte Kontrolle: 27. Juni 2010
      Pflegizahl (seitdem): 2
      Fazit: 2 Pflegis in ca. 2 Monaten, darunter auch ein Ausbildungsbericht - Valentine hat es bei dir gut, weiter so! =)

      by Nano
      Pflegebericht für Almox Prints, Hijo Del Sol & Bloody Valentine - Fohlennachmittag

      "Hey Miriam, was gibts?", fragte ich, das Handy mit dem Kinn an die Schulter geklemmt, putzte ich gerade Almox Prints. Nele wuselte um Hijo Del Sol herum. Sie half mir heute mit den Fohlen zu arbeiten. Vorhin war sie mit dem Auto hergefahren, einem alten Pick Up, auf dem hinten drauf mehrere Sachen gestapelt gewesen waren. Es waren Tralhindernisse, um die ich sie gebeten hatte. Sie gehörten dem Reiterhöf Schöneberg, wo Nele`s Pferd stand und ihre Mutter Reitlehrerin war. Ich konnte die Hindernisse für zwei Wochen ausleihen. Erstens hatten sie noch mehr solcher Hindernisse, zweitens brauchten der Reiterhof sie momentan nicht. "Ich wollte fragen, ob wir was zusammen machen wollen? Hast du heute Zeit?", fragte Miriam. "Hmm... vielleicht am Abend. Ich trainiere heute Nachmittag eben mit einer Freundin ein bisschen mit den Fohlen, tut mir Leid." Enttäuscht fragte Miriam ob es den morgen ginge. "Morgen? Also...warte, du könntest eigentlich jetzt auch vorbeikommen. Wenn du willst kannst du uns zu schauen, oder dir noch Bloody Valentine schnappen und mitmachen!", schlug ich vor. "Das wär super. Hab heute ausnahmsweise mal kaum was zu tun auf dem Hof. Ich komm dann gleich vorbei. Ich kann doch Lully bei dir unterstellen?" - "Sicher. Bis gleich", verabschiedete ich mich und legte auf. "Nele? Du hast doch hoffentlich nichts dagegen das noch eine Feundin vorbeikommt und uns mit den Fohlen hilft? Es ist Miriam, sie ist die Tochter von der Besitzerin des ziemlich neuen Gestütes hier in der Nähe, das Welshgestüt." - "Ne, kein Problem. Ihre Mutter kenn ich sogar, ist befreundet mit meiner Mutter. Allerdings hab ich gar nicht gewusst das sie ne Tochter hat", meinte Nele verlegen grinsend. Keine Viertelstunde später hörten wir lautes Hufgeklapper vor dem Tor. Ich ging aus dem Stall hinaus und öffnet das Hoftor. Miriam sass auf ihrem Pferd Celully. Geschickt schwang sie sich auch dem Sattel und wir begrüssten uns mit einer Umarmung. "Schon ne ganze Weile nicht mehr gesehen", meinte sie grinsend und wir gingen nebeneinander zum Stall. "Willst du sie in eine Box stellen oder auf die Koppel? Ich könnt dir eine Decke ausleihen." - "Nein, aber danke. Ich öffne bei der Box einfach die Paddocktürchen." Sie brachte die Welshstute in eine freie Box, nahm ihr alles ab und gesellte sich dann zu mir, Nele und den Fohlen. Ich stellte die beiden einander vor. Miriam kannte sich schon ein wenig hier aus, da sie schon öfters auf meinem Hof gewesen war. Sie holte Bloody Valentine aus seiner Box und band ihn neben Almox an. Ich sah das Nele schon fertig mit Hijo war und schaute zu Miriam hinüber. "Wir gehen schonmal zur Halle, wir müssen sowieso noch alle Hindernisse aufstellen", sagte ich und band den kleinen Hengst los. Miriam nickte und beugte sich zu Bloody`s Hufen hinunter. Ich und Nele führten die beiden Fohlen in die kleine Halle. "Lassen wir sie einfach frei rumlaufen während wir aufstellen?", fragte Nele. "Gute Idee", erwiderte ich und klinkte den Führstrick aus Almox`s Halfter aus. "Tobt euch aus, dann könnt ihr euch nachher besser konzentrieren", rief ich und gab ihm einen Klapps auf die Kruppe. Wiehernd sprang er sofort los und tollte mit Hijo in der Halle herum. Während wir am aufstellen waren, kamen noch Miriam und Bloody Valentine dazu. Sie liess das Hengstfohlen ebenso frei und half uns. Als wir fertig waren, beobachteten wir noch ein bisschen die übermütigen Hengstfohlen. Momentan besass ich eigentlich nur vier Fohlen, alles Hengste. Nun pfiff ich laut. Hijo und Valentine kamen mit gespitzten Ohren zu uns heran. Almox machte mehr Probleme und wich mir immer wieder aus, als ich versuchte ihn einzufangen. "Almox, du frecher Schlingel! Komm jetzt her!", rief ich schon völlig ausser Puste. Endlich liess sich der Hengst dazu herab zu mir zu kommen. Wiehernd stupste er mich an, er schien mich auszulachen. "Du freches Ding du", murmelte ich, aber in einem liebevollen Ton. Ihm konnte ich einfach nie lange böse sein. Jetzt begannen wir mit der spielerischen Arbeit. Ich führte Almox zu dem Flattervorhang. Misstrauisch blieb er einen Meter davon entfernt stehen. Aber schon nach kurzem Zureden streckte er den Kopf aus und schnupperte neugierig an dem fremden Ding. Er war von Natur aus einfach zu Neugierig und weniger ängstlich und misstrauisch als andere Pferde. Es dauerte nicht lange, bis er schliesslich unter dem Flattervorhang hindurch ging. Begeistert lobte ich ihn. Nun gings zur nächsten Aufgabe, eine knisternde grosse knallblaue Plane. Hier schien er schon mehr zu Zögern. "Komm Almo, die Plane macht dir nichts", redete ich beruhigend auf ihn ein und trat um es ihm zu zeigen mit den Füssen auf die Plane drauf. Neugierig lauschte Almox dem Knistern, aber er wollte trotzdem nicht darüber gehen, so sehr ich ihn auch zu überreden versuchte. "Gut, dann anders", dachte ich und führte ihn erstmal nahe um die Plane herum. Dann nahm ich ein kleines Karottenstück aus der Jackentasche und ging rückwärts über die Plane, den Blick auf ihn gerichtet. "Hol dir das Leckerli...", murmelte ich in einem seltsamen Singsang und schwenkte das Leckerli auf und ab. Der Führstrick war nun schon fast ganz gespannt, aber Almox hatte die Hufe in den Boden gerammt. Doch er starrte hungrig auf das Leckerli. Nach geschlagenen zehn Minuten getraute er sich jetzt endlich einen Schritt nach dem anderen auf mich zu, über die knisternde Plane. Als er in der Mitte dicht neben mir stehen blieb, gab ich ihm das Karottenstück und strich ihm lobend über den Hals. "Braav." So ging es noch eine halbe Stunde weiter. Ab und zu hielt ich inne und beobachtete die anderen bei der Arbeit. Es klappte teilweise schon ganz gut. Zufrieden rief ich schliesslich alle zusammen. "So, fertig für heute. Wir bringen sie wieder zurück in die Boxen." Währenddem Versorgen erzählten wir uns gegenseitig wie es gelaufen war, die Schwächen und Stärken der Hengste. Als die Fohlen schliesslich versorgt waren gingen wir ins Gutshaus hinein. Wir assen was kleines und schauten uns noch gemeinsam, warm in Decken eingekuschelt einen Film an. Am Ende des Filmes schwatzten und lachten wir noch zusammen, bis Miriam auf die Uhr schaute. "Ich muss leider los, Celully will sicher auch langsam zurück", meinte sie grinsend. Wir gingen zu dritt wieder in den Stall und machten gemeinsam die Welshstute für den Nachhauseritt fertig. Ich winkte den beiden zum Abschied nach, Nele musste auch gehen.

      Pflegebericht für Almox Prints & Bloody Valentine - Spaziergang

      Der Himmel war bewölkt, eine kühle Brise wirbelte meine Haare auf und ich schauderte. Ich rieb meine Hände aneinander, mein Weg führte zu den Fohlenkoppeln, es war Nachmittag und ich wollte mit zwei meiner Fohlen spazieren gehen. Bei der Koppel angekommen, hielt ich Aussschau nach meinen beiden Hündinnen, die sich beide oft hier aufhielten, um mit den Fohlen zu spielen. Doch kein fröhliches Gebell erreichte mich, es herrschte eine friedliche Stille. Soly (Hijo Del Sol) lag dösend im tiefen Gras weit hinten auf der Koppel, Bloody Valentine stand näher bei mir und zupfte gerade an ein paar Grashalmen, währenddessen wälzte sich gerade Almox Prints unter den Bäumen. Geschickt schwang ich mich über den Holzzaun und pfiff. Almox Prints warf sich sofort auf die Hufe, wirbelte zu mir herum und galoppierte mit gespitzten Ohren auf mich zu. Bloody Valentine hob den kleinen Kopf, spielte nachdenklich mit den Ohren, bevor er sich ebenfalls gemütlich in Bewegung versetzte. Doch als Almox so schnell an ihm vorbeischoss, packte ihn ebenfalls den Ehrgeiz und er fiel in einen schnellen Trab. Almox, der trotzdem als erstes mich erreichte, blieb dicht vor mir stehen und stupste mich erwartungsvoll an. Fröhlich schnaubend tänzelte der temperamentvolle Hengstjährling um mich herum und zwickte mich spielerisch in die Seite. "Hey!", protestierte ich, musste aber lachen und begrüsste den kleinen Hengst ausgiebig. Zärtlich strich ich durch seine wuschelige Mähne, die er eindeutig von seinem Isländervater geerbt hatte. Sein Langhaar hatte er wirklich von seinem Vater, denn sie war weich, dick und schon ziemlich lang. Auch die Grösse war von seinem Vater, denn er war eher klein. Aber das Temperament und schon sein jetztiges Springvermögen, kamen von seiner Mutter Valley Victoria. Sie hatte früher mir gehört, doch dann hatte ich sie verkauft. Irgendwie vermisste ich sie. Ich schüttelte den Kopf um auf andere Gedanken zu kommen und begrüsste Bloody Valentine, der nun auch angekommen war. Der Jährling brummelte leise, schien zu spüren das ich gerade traurige Gedanken gehabt hatte und schob tröstend seine Nüstern in meine Hand. Lächelnd strich ich ihm über die schmale Stirn und wirbelte eine Strähne seines Schopfes um meinen Finger. Eifersüchtig drängte sich Almox dazwischen. Grinsend halfterte ich die beiden auf und ging mit je einem an einer Seite von mir den Sandweg hinunter zum Hof. Almox Prints verhielt sich für ihn auf untypische Weise ruhig und schritt gelassen neben mir her. Bloody, der schon immer der ruhigere gewesen war, trippelte auch heute entspannt zum Stall. Kopfschüttelnd band ich die beiden nebeneinader draussen an den Holzpfosten an. Rasch ging ich ihre Putzboxen aus der Sattelkammer holen. Bevor ich dann anfing Tiny zu putzen, stellte ich das Radio an. Es begann gerade "California King Bed" von Rihanna. Das Lied war echt schön. Leise summte ich mit, dabei fuhr ich mit der Bürste über Tinys Fell. Beim Refrain begann ich etwas lauter mitzusingen, der Text war nicht besonders schwierig, vorallem wenn man den Song schon oft gehört hatte. Tiny hatte den Kopf gesenkt, ein Ohr in meine Richtung gedreht und döste. Als ich fertig mit ihm war, gab ich ihm einen sanften Klapps auf die Kruppe. Er zuckte nur kurz mit einem Ohr, bevor er gemütlich weiterdöste, mit halbgeschlossenen Augen. Leise lachend ging ich zu Almox hinüber, der die ganze Zeit erfolglos versucht hatte an einen bestimmten Grashalm zu kommen, verzweifelt streckte er den Hals noch mehr aus. Vergnügt kichernd beugte ich mich hinab und reicht ihm den Grashalm. Der Hengst zog es langsam aus meiner Hand hinaus und kaute zufrieden darauf herum. Er hielt ebenfalls während der ganzen Putzprozedur still. Jetzt lief im Radio "Here Without You" von 3 Doors Down. Oh, der Song war auch toll. Leise den Refrain mitsingend, kämmte ich vorsichtig seine Strubbelmähne durch und verlas so gut es ging seinen Schweif. Als ich fertig war, klinkte ich bei beiden Führleinen in die Halfter ein und einträchtig nebeneinander schritten wir vom Hof, Almox Prints rechts und Bloody Valentine links von mir. Der Song spukte mir immernoch im Kopf herum, deshalb begann ich wieder ihn zu singen, ich konnte ihn fast auswendig, an den mir unbekannten Stellen summte ich einfach die Melodie. Die beiden Jährlinge gingen munter und entspannt neben mir her. Die inneren Öhrchen zu mir gerichtet, lauschten beide schweigend meinem Gesang, der wohl etwas krumm war, aber das schien die beiden nicht allzu sehr zu stören. "I`m here without you baby, but your still with me in my dreams...", leise singend führte ich die beiden am Waldrand entlang. Am Ende des Songs herrschte Stille. Nur das leise Rauschen der Blätter war zu hören. Almox begann an der Führleine zu ziehen und wieherte erwartungsvoll. "Gut, aber nur ein kleiner Sprint ja?", murmelte ich und begann los zu joggen. Ohne zu zögern sprang Almox los, überholte mich mühelos und zog mich beinahe hinter sich her. Bloody Valentine ging die Sache etwas langsamer an und trabte eifrig auf meiner Höhe mit. "Almox! Laangsamer", rief ich und zupfte an der Leine. Der kleine Hengst wieherte unwillig, schüttelte den Kopf und legte noch einen Gang zu. Als ich nun zu rennen anfing, hatte es auch Tiny gepackt. Er preschte neben mir hervor und galoppierte mit Almox gleichauf, ich leicht zwischen ihnen. Die beiden warfen die Köpfe hoch und wieherten glücklich. Ich lachte gut gelaunt. Doch schon nach kurzer Zeit konnte ich mit dem Tempo der beiden nicht mehr mithalten, die beiden liefen nichtmal in ihrer vollen Geschwindigkeit. Völlig ausser Puste wurde ich langsamer und befahl den beiden ebenfalls langsamer zu werden. Almox wurde überraschenderweise als erster langsamer, dann folgte Tiny. Ich liess die beiden noch ein paar Schritte traben, bevor ich sie in einen lockeren Schritt fallen liess. Lächelnd, klopfte ich beiden auf die schlanken Hälse und atmete tief durch. Nach einem ausgiebigen Spaziergang kamen wir wieder auf meinem Hof an. Das Radio dudelte uns laut "Breakaway" von Kelly Clarkson entgegen. Oh, Mist! Ich hatte vergessen das Radio auszumachen. Naja, war ja auch nicht schlimm. Summend versorgte ich die beiden. Als ich aus dem Stall kam, sprang mir Gioia entgegen. Lächelnd streichelte ich ihr über den Kopf.

      Pflegebericht für Hijo Del Sol & Bloody Valentine - It`s a rainy day

      Summend fuhr ich mir mit einer Hand durch die Haare und trat aus der Tür. Ein nasser Tropfen platschte auf meinen Arm, danach einer auf meine Nase. Mit gerunzelter Stirn hob ich dne Kopf und blickte in den Himmel hinauf. Eigentlich war es Nachmittag, doch diese dunklen unheilvollen Wolken wollten die Sonne nicht durchlassen, deshalb schien es schon zu dämmern. Ich zog den Schal enger um meinen Hals und liess meine Hände in den langen Pulloverärmeln verschwinden. Mit schnellen Schritten ging ich über den Hof und erreichte gerade den Stall, als es plötzlich los ging. Und wie es los ging: Es begann wirklich wie aus Kübeln zu schütten. Ich rettete mich unter das Stalldach, öffnete die Stalltüre und liess sie leicht angelehnt, so dass man den Regen auf den Boden prasseln hörte, aber der kühle Wind nicht hereinwehte. Zum Glück standen alle Pferde schon in ihren Boxen drinnen. Hier im Stall war es schön warm, nicht ganz so warm wie im Haus, aber angenehm genug. Thorros streckte mir seinen Kopf entgegen. Lächelnd hielt ich bei ihm an und kraulte ihn am Hals. Als er genug hatte, zog er sich wieder in seine Box zurück. Ich ging weiter, konnte es aber nicht lassen, bei jedem Pferd anzuhalten und es zu streicheln und mit ihm zu reden. Endlich kam ich bei den hinteren Boxen an, den Fohlenboxen. Bloody Valentine streckte mir seinen Kopf schon mit neugierig gespitzten Ohren entgegen. Ich öffnete die Boxentür, trat ein und schlang die Arme vorsichtig um das Hengstfohlen. Tiny rieb seine schwarzen Nüstern an meinem Arm, klappte die Ohren vor und zurück und wedelte mit seinem kurzen Schweif. "Hmm... ein Fohlen bist du ja eigentlich nicht mehr. Schon ein Jährling, ne?", murmelte ich grinsend und wuschelte ihm mit einer Hand durch den langen Schopf, der ihm wirr über die Augen fiel, was ihm ein verwegenes Aussehen gab. Er schnaubte leise und lehnte sich mit seinem ganzen Körpergewicht an mich. Ich stolperte beinahe, konnte mich aber noch halten und drückte mich ebenfalls enger an ihn. Gedankenverloren lauschte ich dem beruhigenden Geräusch des Regens und fuhr mit zwei Fingern über die schwarzen Punkte in seinem Fell. Bloody senkte seinen Kopf, atmete tief durch und schloss genüsslich die Augen. Er lehnte sich völlig entspannt an mich und genoss die friedliche Stille genauso wie ich. Die Minuten verstrichen, bis er sich schliesslich aufrichtete und an einer Haarsträhne von mir zupfte. Schmunzelnd klopfte ich ihm auf den Hals und ging aus der Box hinaus. In der Box schräg gegenüber stand Hijo Del Sol. "Soooli! Hey mein Kleiner", rief ich und öffnete die Boxentür. Der kleine Jährling hob den Kopf, spielte mit den Ohren und wieherte leise. Ich streckte meine Hand aus und wartete. Soli wartete ebenfalls ab, sah mich einfach nur regungslos an. Ich begann leise zu singen "Empty Frames" von Davion Farris. Hijo Del Sol legte den Kopf schief und lauschte gebannt, seine Augen liessen mich nicht aus den Augen als ich in die Box trat. Schliesslich beschloss er, dass ich genug gewartet hatte und schritt langsam auf mich zu. Dicht vor mir blieb er stehen, schnupperte an der dargebotenen Hand und schnaubte freudlich, zur Begrüssung. Glücklich lächelnd strich ich ihm über die Blesse und sang leise weiter. Seine Ohren zuckten. Immernoch aufmerksam meiner Stimme lauschend, streckte er den Kopf nach oben und prustete mir ins Gesicht. Leise lachend unterbrach ich den Song und streichelte den Hengst am Hals mit der einen Hand, mit der anderen fuhr ich durch seine weiche, strubbelige Mähne, die sich noch nicht entscheiden konnte auf welche Seite sie fallen wollte. So standen wir eine Weile ruhig da, ich an die Stallwand gelehnt. Da schubste mich von hinten plötzlich etwas weiches warmes in den Rücken, so dass ich unvorbereitet nach vorne stolperte. Soli trat ein paar Schritte zurück, brummelte empört. Doch keine Sekunde später richteten sich seine Ohren auf und er wieherte freudig. An meiner linken Seite erschien ein heller, gepunkteter Pferdekopf und schon schob sich Bloody Valentine an mir vorbei und begrüsste fröhlich seinen Kumpel Hijo Del Sol. Ich hob überrascht die Augenbrauen und drehte mich nach seiner Box um. Die Tür stand sperangelweit offen. Musste ich wohl nicht richtig zugemacht haben. Ich wandte mich wieder den beiden Jährlingen zu. "Du kleines Schlitzohr", meinte ic zu Bloody Valentine, griff in seine Mähne und dirigierte ihn mit meinem Körper aus der Box hinaus, in seine zurück. Er folgte bereitwillig und warf mir einen schelmischen Blick zu. "Du wirst eindeutig zu nem zweiten Almox", sagte ich schief grinsend und schloss die Boxentür hinter mir. Er streckte seinen Kopf über die Tür hinaus und wieherte. Da kam Gioia angetrabt. Sie war klatschnass, was ihr aber nichts auszumachen schien, schüttelte sich kurz vor mir kräftig durch, bevor sie zu mir kam und sich an meine Beine drückte. Ich fuhr bei der Kälte zusammen. "Gioia! Danke für die Dusche", sagte ich lachend und wehrte sie ab, als sie sich auf die Hinterbeine stellte und ihre Vorderpfoten mir mitten auf die Brust treten wollte. Gioia fiel wieder auf alle Viere zurück und bellte leise. Fröhlich trippelte sie zu Tiny hin und die beiden beschnupperten sich. Gioia leckte dem verwirrten Fohlen einmal schnell über die Nüstern bevor sie die offene Boxentür hinter mir bemerkte und ohne zu zögern darin verschwand. Ich folgte ihr sofort und lächelte bei dem Anblick. Gioia ging dicht um Soli herum und schnupperte neugierig an ihm. Soli schnaubte amüsiert und zwickte der Hündin in die Seite. Gioia jaulte auf und sprang zurück. Dann ging sie wieder näher heran und leckte dem Fohlen über den Hals und zupfte an Soli`s Mähne. Ich wusste das die beiden nur spielten. Die beiden hatten sich von Anfang an gut verstanden. Irgendwie hatte es Hijo Del Sol immer sehr gut mit Hunden, auch mit Joy war er eng befreundet. Gioia bellte und sprang schwanzwedelnd um Soli herum. Da hallte ein energisches Wiehern durch den Stall. Es kam von Swing Seabiscuit, der Gioia gehört und gerochen hatte und sie eifersüchtig zu sich rief. Gioia bellte, stupste Soli noch einmal an, dann drückte sie sich eng an mir vorbei und sprang die Stallgasse hinunter, bis zu den vorderen Boxen. Ich grinste breit und tätschelte Soli den Hals. Der kleine Hengst schnaubte und begann dann an seinem Heuhaufen zu zupfen. Ich ging aus der Box hinaus, schloss sie gut und lief nach vorne zu den Stalltüren. Ich konnte den Regen immernoch auf den Boden trommeln hören. Ich mochte Regen. Nachdem Regen roch es immer so frisch und das Geräusch des Prasselns auf Gegenstände war irgendwie beruhigend, wie das Meerrauschen. Ich hielt bei Gioia an und strich Seabiscuit über die geblähten Nüstern. Gioia rollte sich neben mir auf dem Boden zusammen und gab ein zufriedenes Geräusch von sich. Lächelnd lehnte ich mich an die Boxentür und machte mich auf einen langen gemütlichen Nachmittag hier im Stall gefasst.
    • Sammy
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      Schock auf ganzer Linie!

      Bloody Valentine
      Schock auf ganzer Linie

      Summend fuhr ich in meinem Auto von dem Stall weg, indem ich meine Pferde für die nächste Zeit untergestellt hatte. Der Reitlehrer dort hatte mir gerade eine Verringerung der Stallmiete angeboten, falls ich ihm bei seinem Unterricht half und ich hatte ziehmlich fest vor, dies auch zu tun.
      Doch nun wollte ich ersteinmal nach den verkauften Hollybrook-Fohlen sehen. Rawr und ich führten regelmäßige Kontrollbesuche bei den jetztigen Besitzern durch, um zu sehen, ob es unserern Lieblingen auch gut ging. Der letzte Besuch war nun allerdings schon eine ganze Weile her und ich war gespannt die Fortschritte zu sehen, die unsere Fohlen gemacht hatten.
      Zuerst schaute ich bei Edfriend vorbei. Ihr gehörten mittlerweile drei unserer Fohlen: Hollybrook's Zarin, Hollybrook's Fairy Bluebird und Hollybrook's Tiny Girl.
      Allen dreien ging es - wie nicht anders erwartet - hervorragend bei meiner guten Freundin.
      Blieb also nur noch Nano, die Besitzerin von Bloody Valentine. Er war das vierte Fohlen unserer Zucht und auf ihn war ich besonders gespannt,da ich den kleinen schon Ewigkeiten nicht mehr gesehen hatte.
      Doch bei Nano angekommen, konnte ich keine Menschenseele entdecken und irgendwie sah der früher sehr schöne Hof recht heruntergekommen aus. Ich stellte mein Auto ab und stieg aus. Nachdem ich bei Nano geklingelt hatte, aber mir niemand aufmachte, lief ich Richtung Stall, vielleicht würde ich ja dort jemanden antreffen.
      Als ich die Stalltüre aufstieß, stieg mir der penetrante Geruch von Urin und Pferdemist in die Nase - so langsam beschlich mich wirklich ein ungutes Gefühl.
      Ich betrat den Stall und blickte mich entsetzt um. Nano's Pferde waren verdreckt und durch das abgestumpfte Fell hindurch konnte ich die Rippen zählen. Geschockt lief ich die Stallgasse entlang, bis ich Bloody Valentine fand. Der inzwischen fast zweijährige Hengst war nicht wiederzuerkennen. Das einst eher stämmige Fohlen war total abgemagert und sein Fell war gelb vor Mist- und Urinflecken. Die Box sah aus als wäre sie seit Monaten nicht gesäubert worden. Bloody Valentine reagierte nicht einmal, als ich die Boxentür aufschob und mich ihm näherte. Der junge Hengst war völlig apathisch.
      Tränen stiegen mir in die Augen. Ich machte auf dem Absatz kehrt, verriegelte die Box und rief dann beim TSV an, um die ganze Sache hier zu melden. Anschließend holte ich mir die Erlaubnis, Bloody Valentine heute noch abholen zu dürfen und händigte dem TSV auch gleich den Scheck über die geforderten 500 Joellen aus.
      Ungefähr zwei Stunden später war ich wieder in dem Reitverein in dem ich meine Pferde stehen hatte und lud meinen kleinen Junghengst aus dem Hänger. Michael der Reitleherer und Besitzer des Hofs stand gespannt mit zwei seiner Schülerinnen daneben.
      Als ich den immer noch völlig teilnahmslosen Valentine auf den HOf führte, stieß er einen leisen Fluch aus und die Mädchen schrieen erschrocken auf.
      Ich konnte es ihnen nicht verdenken. Valentine sah einfach nur furchtbar aus. Ich führte den Hengst zum Putzplatz und begann sein Fell zu striegeln. Völlig sauber würde ich ihn so nicht bekommen, da musste schon Wasser her, doch fürs erste sollte nur mal der grobe Schmutz runter. Auch Mähne und SChweif kämmte ich erst so gut es ging durch, schnitt die verfilzten Stellen heraus und strich Bloody dann liebevoll über den Hals.
      "Ich werde dich wieder aufpäppeln mein Kleiner, versprochen. Du bist doch Cheeky's Halbbruder, das wird man auch schon bald wieder sehen, versprochen!"
      Die Box für Valentine hatte ich bereits hergerichtet, dort führte ich ihn nun hinein, richtete ihm einen großen Arm voll Heu und anschließend leckeres Mash. Valentine's Ohren kippten nach vorn als ich mit dem Eimer seine Box betrat und er sah mich ungläubig an. Dann kam er langsam - Schritt für Schritt - auf mich zu und versenkte den Kopf im Eimer. Ich betrachtete ihn noch kurz und ließ ihn anschließend allein, damit er sich ganz allmählich erholen konnte...
    • Sammy
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      Monatsbericht April 2012

      [SIZE=36.03603744506836px]Hollybrook Stud

      Monatsbericht April 2012[/SIZE]


      Ojos Azules, Cuchara, Fatimah, Intolerable Life, Sahira, Mahira, Levistino, Branagorn, Paradises Rafinesse, Hollybrook’s Cheeky Jot, Hollybrook’s Casanova, Hollybrook’s Classic Moment, Hollybrook’s Bloody Valentine, Magical Moment, Isola della Pirateria, Aimiliani, Fairylike Facility, Thousand Sunny, Naboo


      Gähnend lief ich durch den Stall. Ich fühlte mich einfach nur furchtbar. Müde und ausgelaugt. Der Umzug nach Amerika stand irgendwie noch in weiter Ferne und ich musste schuften wie ein Tier, um meine insgesamt 19 Pferde in dem nicht gerade billigen Pensionsstall halten zu können. Zwar wurde mir ein großer Teil der Miete erlassen, dafür musste ich aber meinen Teil in der Reitschule beitragen und zusammen mit meinem Job und dem Versorgen der Pferde lastete mich das alles ziemlich aus. Dazu kam natürlich, dass der Umzug auch geplant werden wollte. Zumindest der Stall und die Weiden mussten fertig sein, der Flug musste gebucht und alles organisiert werden und natürlich musste ich auch die ganze Ausrüstung sowie meinen Krempel tausende von Kilometern weit transportieren – und dass so komfortabel und günstig wie möglich.

      Wie üblich streckten meine Pferde schon erwartungsvoll ihre Köpfe über die Boxentüren, als sie mich erkannten. „Hey meine Hübschen! Na, habt ihr den Tag gut überstanden? Lasst mich mal überlegen, was ich heute mit euch anfange…“

      Cheeky schlug mit seinem Vorderbein gegen die Tür und wieherte laut. Ich sah ihn mahnend an und verzog mich dann erstmal in die Sattelkammer, um mir meinen Plan für diesen Nachmittag zurechtzulegen. Heute hatte ich endlich mal wieder keine Verpflichtungen in der Reitschule, da der Lehrer auf einer Fortbildung war. Somit hatte ich sogar die komplette Halle,sowie den Außenreitplatz für mich allein und beschloss das auch auszunutzen.

      Zunächst würde ich all meine Fohlen mit auf den Platz nehmen, um sie dort freilaufen zu lassen und gleichzeitig ein wenig mit ihnen zu trainieren. Somit wären Mahira, Rafinesse, Casanova, Classic Moment, und Valentine erledigt. Um Valentine machte ich mir immernoch ziemliche Sorgen. Das junge Fohlen hatte viel durchgemacht und ich bekam es nicht so wirklich auf die Reihe, den kleinen wieder schön aufzupäppeln. Aber gut, die Vernachlässigung die er erlitten hatte, musste nun einmal durch viel Geduld wieder gutgemacht werden.

      Cheeky Jot, Magical Moment, Cookie, Jojo, Fatimah, Life, Aimiliani, Levistino, Facilitiy und Sunny hatten heute frei und durften auf die Koppeln. Genauso Branagorn, mein neuer Hannoveranerhengst, dem ich erst noch etwas Zeit zum eingewöhnen lassen wollte. Sahira, Isola und Naboo – meine drei wildesten, wollte ich heute mal wieder richtig schön arbeiten, ohne dabei gestört zu werden.

      Also begann ich damit meine 11 Pferde auf die Koppeln zu verteilen. Die Stuten Magical Moment, Cookie, Fatimah, Aimiliani, Facilitiy und Sunny durften gemeinsam auf die große Koppel und auch Jojo, Life und Levistino stellte ich zusammen, da die drei sich ganz gut verstanden. Lediglich Cheeky und Branagorn kamen auf die beiden kleinen Weiden des Pensionsstalls, Branagorn hatte bisher zwar kaum Hengstmanieren gezeigt, doch sicher war sicher. Und Cheeky..ja war eben Cheeky. Er würde die anderen Hengste wahrscheinlich in ihre Einzelteile zerlegen, solange seine Stuten nicht mehrere hundert Kilometer weit entfernt waren…

      Anschließend machte ich mich daran die Fohlen aus ihren Boxen zu holen. Zuerst Casanova, Moment und Valentine, da die drei sich schon kannten und ich wusste, dass sie die zwei Minuten, die ich weg war um Mahira und Rafinesse zu holen keinen Unfug anstellen würden. Bei den beiden Stütchen dagegen war ich mir dessen überhaupt nicht sicher. Als ich dann alle Fohlen auf dem Platz hatte, ließ ich sie erstmal eine Weile toben und sah ihnen schmunzelnd dabei zu.

      Schließlich stieß ich einen leisen Pfiff aus und sofort trabten Casanova, Classic Moment und Rafinesse auf mich zu. Mahira und Valentine blieben verdutzt über die plötzliche Spielunterbrechung stehen und starrten zu uns herüber. Als ich jedoch begann, die anderen Fohlen zu loben und zu streicheln kam auch Mahira herangeprescht. Die kleine Stute war unglaublich anhänglich und manchmal hatte ich das Gefühl, sie suchte den Kontakt zum Menschen mehr als den zu anderen Pferden. Valentine schien immernoch nicht so recht zu wissen was er von dem ganzen halten sollte. Der früher so aufgeweckte Hengst schaute jetzt ziemlich schüchtern aus der Wäsche. Er war nun knapp zwei Jahre alt und damit das älteste Jungpferd, dass ich besaß. Doch er zeigte weder viel Intersse am Kontakt mit Menschen noch mit anderen Pferden. Ich seufzte und kraulte Mahira am Widerrist, die sich genüsslich gegen meine Hand lehnte. Mit der süßen Stute würde ich bald auf ihre erste Fohlenschau fahren, und war schon sehr gespannt was dabei herauskam. Nun nahm ich mir jedes der jungen Pferde einzeln vor, übte das freie neben oder hinter mir hergehen, stehen bleiben, auf Pfiff herkommen und noch ein paar andere Sachen. Sinn der Übung – auch für die ‚alten Hasen‘, wie beispielsweise die bereits gekrönte Rafinesse – war einfach, dass sie sich auch auf mich konzentrierten, wenn um sie herum Radau war, oder wenn sie vielleicht lieber etwas anderes tun wollten. Mit Mahira übte ich besonders intensiv, als Vorbereitung auf die Fohlenschau. Anschließend sah ich zu Bloody Valentine herüber. Seit ich den jungen Hengst abgeholt hatte, sah er schon wesentlich besser aus, doch war er nun auch nicht mehr apathisch sondern eher leicht aggressiv, sowohl Menschen als auch Pferden gegenüber. Leise auf ihn einredend, ging ich auf Valentine zu und streckte meine Hand nach ihm aus. Er hob den Kopf so hoch er konnte und legte die Ohren an. Natürlich war er nie geschlagen worden, doch ich nahm an, dass die Vernachlässigung sein Vertrauen in Menschen einfach komplett zunichte gemacht hatte. Ich seufzte. Vielleicht sollte ich mit Valentine doch lieber erstmal alleine üben, er war ohnehin eigentlich schon zu alt, um mit den Stutfohlen zusammen herumzutollen – was er ja sowieso nicht tat.

      Nacheinander fing ich nun meine Fohlen wieder ein und brachte sie zurück in den Stall, bis nur noch Valentine übrig war. Als der junge Hengst sich unbeobachtet fühlte, ließ er den Kopf sinken, drehte ein paar Runden auf dem Platz und wälzte sich dann genüsslich. Somit beschloss ich , Valentine noch eine Weile draußen zu lassen, passieren sollte da eigentlich nichts.

      Im Stall angekommen, ging ich zu meiner Schönheit, Sahira. Die hübsche Araberstute war schon immer sehr temperamentvoll gewesen, doch nach den vielen Stallwechseln, wurde sie nun auch ausgesprochen launisch. Mir tat es natürlich unendlich Leid, der noch relativ jungen Stute schon wieder einen Umzug zumuten zu müssen, doch genauso wenig konnte ich es übers Herz bringen, sie zu verkaufen. Liebevoll streichelte ich ihr über den edlen Kopf, streifte ihr dann das Halfter über und führte sie anschließend in die Stallgasse. Nachdem ich das Falbfarbene Fell der Araberstute auf Hochglanz gebracht hatte, sattelte ich sie auf. Sahira tänzelte schon aufgeregt auf der Stelle und schlug mit dem Kopf. Lachend verdrehte ich die Augen. Ich hatte schon länger keine Gelegenheit mehr gehabt, länger und ganz in Ruhe mit der hibbeligen Stute zu arbeiten, umso mehr freute ich mich auf jetzt. In der Halle angekommen, schloss ich die Tür, stellte Sahira auf der Mittellinie auf, gurtete nach und schwang mich in den Sattel. Wie erwartet trabte Sahira sofort aus dem Stand an. Ich setzte mich tief in den Sattel, nahm die Zügel auf und sagte mahnend: „Sahira steh! Wo sind denn bitte deine guten Manieren geblieben?“ In der Tat war die Stute schon einmal wesentlich bräver gewesen. In dieser Zeit hatten wir zusammen einen Stutbuchwettbewerb und sogar die Stute des Monatswahl gewonnen. Ich begann damit, Sahira im Schritt zu biegen und zu wenden. Dabei ritt ich alle nur erdenklichen Figuren, damit die Stute auch ja nicht auf dumme Gedanken kam. Als ich schließlich zum angaloppieren kam, ließ sie es sich natürlich trotzdem nicht nehmen, ordentlich zu buckeln. Ich ließ sie einfach kurz machen, bevor ich wieder damit anfing, sie zu versammeln. Zum Schluss ging meine temperamentvolle Maus dann auch tatsächlich am hingegebenen Zügel, völlig entspannt unter mir. Ich lobte sie ausgiebig, stieg ab und brachte sie noch eine Weile zu den anderen Stuten auf die Koppel.

      Zwischendurch sah ich wieder nach Valentine. Der junge Hengst stand nun am Zaun des Platzes und sah zu den anderen Pferden herüber. Der Blick mit dem er sie dabei studierte, erinnerte mich irgendwie an Cheeky, der ja sein Halbbruder war. Ich hatte mir auch schon überlegt, Valentine kastrieren zu lassen, doch irgendwie brachte ich das nicht übers Herz. Der junge Hengst hatte einfach die perfekte Abstammung und würde mit seiner seltenen Fellfarbe mit Sicherheit interessante Fohlen in die Welt setzen. Ich beschloss Valentine draußen zu lassen, bis ich meine beiden anderen Stuten auch noch bewegt hatte und machte mich somit wieder auf den Weg zum Stall, um nun Naboo zu holen. Mit der Hübschen wollte ich heute ein bisschen springen, zu dem Zweck hatte ich mir auch schon ein paar Hindernisse in der Halle aufgebaut.

      Als ich mit Naboo die Halle betrat, wölbte die schöne Scheckin den Hals und tänzelte aufgeregt neben mir her. „Jaja, ich weiß, wir sind schon viel zu lange nicht mehr gesprungen!“, sagte ich lächelnd, als Naboo das Hindernis neben dem Eingang anschnaubte und zur Seite hopste. Ich hatte ein bisschen Mühe die Stute auf der Mittellinie aufzustellen und aufzusteigen, da sie die ganze Zeit herumhampelte. Das ging so lange, bis ich sie schließlich kurzerhand mit dem Kopf voraus in eine der Ecken stellte und einfach von rechts aufstieg. Damit verwirrte ich sie so sehr, dass ich tatsächlich die Zeit hatte, mich ordentlich hinzusetzen und meine Füße in die Steigbügel zu schieben.

      Als Naboo merkte, dass ich sie überlistet hatte, war es schon zu spät. Ich richtete die hübsche Stute rückwärts und begann dann damit sie aufzuwärmen. Bis auf ein paar kleinere Bocksprünge benahm sich Naboo auch sehr vorbildlich, sodass ich sie schon bald darauf angaloppieren ließ. Sofort warf die Stute den Kopf hoch, versuchte mir die Zügel aus der Hand zu reißen und steuerte auf das nächstbeste Hindernis zu. Ich gab Naboo eine energische Parade, setzte mich tief in den Sattel und wendete sie so in eine enge Volte, die sie zwang ihr Tempo zu verringern, bis sie schließlich in einen abgehackten Trab fiel. „So nicht mein Schatz!“, schimpfte ich mit der Rappscheckin. Zur ‚Strafe‘musste meine Kleine also weiter schön Volten, Zirkel, Schlangenlinien und Schenkelweichen gehen, bis sie wieder im Rücken nachgab und schön an meine Hilfen gestellt vorwärts ging. Also galoppierte ich sie erneut an und siehe da – Naboo konnte auch brav galoppieren, wer hätte das gedacht! Anstatt nun aber sofort zu springen, ritt ich sie erst eine Weile um die Hindernisse herum, damit sie nicht wieder so heiß wurde. Erst nach einiger Zeit steuerte ich auf das erste Hinderniss zu. Sofort flogen Naboo’s Ohren nach vorn und ihre Sprünge wurden automatisch ein wenig länger und kraftvoller. Diesmal ließ ich sie gewähren, da sie immer noch gut an meine Hilfen gestellt war. So flogen wir in perfekter Harmonie durch den Parcours. Am Ende schnaubte Naboo zufrieden. Ich ritt nochmal ein paar Bahnfiguren, dann ritt ich die Stute trocken und brachte sie auf die Koppel, natürlich nicht, ohne sie vorher ausgiebig zu loben.

      Nun kam mein schwierigster Fall an die Reihe. Die New Forrest Stute Isola della Pirateria. Die junge Stute war zwar bereits gekrönt, allerdings hatte ich sie noch nie geritten und würde es wohl auch eine ganze Weile noch nicht tun. Die Krönung hatte man zum Glück auch führen dürfen und wenigstens das schaffte ich mit Isola mittlerweile. Die Stute war aber immer noch extrem scheu, biss sobald man ihren Bauch oder Rücken berührte und trat zuweilen auch mal aus. Heute wollte ich mal sehen, wie sie sich so beim Freispringen machte. Also baute ich die Hindernisse in einer Gasse auf und machte ich anschließend daran, Isola zu putzen. Wie üblich giftete die Stute mich an, als ich ihr das Halfter überstreifte und versuchte zu beißen, während ich sie anband. Ich seufzte. Mittlerweile stand sie sogar in der eigentlichen Abfohlbox, da die von der Stallgasse durch einen weiteren, verschließbaren Gang getrennt war. Dorthin hatte sie umziehen müssen, nachdem eine Reitschülerin mal kurz zu dem wunderschönen Pferd gehen und es streicheln wollte. Isola hatte der kleinen zum einen einen ziemlich hässlichen, hufförmigen Bluterguss am Oberschenkel, sowie einen gehörigen Schrecken eingejagt. Als ich das schwarze Fell der Stute endlich einigermaßen sauber hatte, war ich bereits schweißgebadet. „Mann hey, zum Glück bist du kein Schimmel!“, sagte ich zu ihr, dann legte ich ihr – wieder mit größter Vorsicht vor den wirbelnden Hufen- die Gamaschen an, trenste sie auf und führte sie dann in die Halle. Isola sah sich aufgeregt um und rannte, als ein Vogel auf dem Dach der Halle landete, einfach los, wobei sie mich ein kurzes Stück hinter sich herschleifte. Ich unterdrückte einen Fluch und rieb mir meine schmerzenden Hände. Zum Glück hatte ich die Führleine noch lösen können, nicht auszudenken, wenn Isola da hineingetreten wäre. Doch nun überraschte mich die junge Stute. Ersteinmal musste sie sich die bunten Dinger natürlich genau ansehen, schnupperte daran, wirbelte herum und rannte davon, dann das gleiche Spiel wieder. Als sie dann jedoch aus Versehen in die Gasse geriet und ich das hintere Ende einfach mal blockierte, galoppierte die Stute ohne zu zögern an und setzte über die drei Hindernisse, als wären sie überhaupt nicht vorhanden. Das allein überraschte mich natürlich nicht, ich hatte darauf gesetzt, dass sie so unbedingt zum Ausgang wollte, dass ihr alles andere egal war, nein was mich verblüffte, war ihre Springhaltung. Den Hals gestreckt, die Vorderbeine weit an den Bauch gezogen, setzte sie mit einer schier unglaublichen Leichtigkeit über die Sprünge und es schien ihr doch tatsächlich Spass zu machen, denn als ich mich vom Eingang wegbewegte, drehte Isola wirklich noch eine zweite und sogar eine dritte Runde. Ich konnte es kaum fassen. Wenn ich jetzt Isolas Temperament noch in den Griff bekam, wäre sie das perfekte Zuchtpferd. Nach weiteren drei Runden, in denen ich die Hindernisse unter den aufmerksamen Blicken Isolas noch etwas weiter erhöht hatte, beschloss ich noch ein wenig Vertrauenstraining mit der Stute zu machen. Da sie nun auch etwas müde schien, brauchte ich gar nicht lange, um sie einzufangen. Auch die anschließenden Übungen, wie brav hinter mir herzugehen, stehen zu bleiben, wenn ich stehen blieb usw klappten eigentlich recht gut, sodass ich bald Schluss machte, die Stute versorgte und auf die Koppel brachte. Es wurde nun zwar schon fast dunkel, doch ich hatte immerhin noch 19 Boxen zu misten. Nachdem ich auch das erledigt hatte, kam in jede Box noch eine schöne Portion Heu, sowie in jeden Trog das entsprechende Kraftfutter. Dann ging ich zur Koppel und holte meine Pferde in den Stall. Diesmal ließ sich sogar Valentine problemlos aufhalftern, auch er wusste inzwischen, dass ihn bei Rückkehr in den Stall eine leckere Mahlzeit erwartete…
    • Sammy
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      Morgenarbeit (von Eddi)

    • Sammy
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      Monatsbericht August 2012

      Hollybrook Stud Zuchtgestüt
      Monatsbericht August 2012

      Sahira, Mahira, Levistino, Cuchara, Ojos Azules, Paradises Raffinesse, San Salvador, Fatimah, Intolerable Life, Branagorn, Magical Moment, Isola della Pirateria, Naboo, Fairylike Facility, Aimiliani, Thousand Sunny, Hollybrook’s Cheeky Jot, Hollybrook’s Casanova, Hollybrook’s Bloody Valentine, Hollybrook’s Classic Moment


      Schon als ich mit meinem Auto auf den Reiterhof einbog, indem meine 20 Pferde untergestellt waren, hörte ich den selbst für einen Wochentag ungewöhnlichen Lärm. Alarmiert sprang ich aus dem Auto, knallte die Tür zu und lief zum Stall. Drinnen hatte sich eine Traube um eine Reitschülerin gebildet, die laut und herzzerreißend schluchzte. Ich runzelte die Stirn und schob mich dann durch die Mädchen. „Was ist denn passiert,hm?“ , fragte ich das weinende Mädchen freundlich. Die anderen, die bis dahin laut durcheinander geschwätzt hatte, verstummten augenblicklich. Das Mädchen bedachte mich mit einem bitterbösen Blick: „Dein dummes Pferd hat nach mir geschnappt und mir mein neues T-Shirt kaputt gemacht! Wenn meine Mutter das erfährt, bist du dran, das war nämlich richtig teuer!“ Ich verzog das Gesicht und überlegte kurz. Das einzige meiner Pferde das schnappte, war Sahira und die stand glücklich und zufrieden auf einer freien Koppel. „Red keinen Unsinn, Sahira ist doch überhaupt nicht…Moment mal – warst du etwa bei isola?“ Ich schaute sie streng an und das Mädchen reckte trotzig das Kinn. „Die anderen haben mir erzählt, dass das ein ganz armes, scheues Pferd ist und ich wollte eben nachsehen.“ Ich musste mich zusammenreißen, um sie nicht anzuschreien: „Okay. Dann würde ich sagen, bist du selber Schuld. An der Tür zu dem Gang hängt sogar ein Schild, dass vor Isolas Bissen und Tritten warnt. Und noch etwas: Ich gehe jetzt zu deinem Reitlehrer und berichte ihm davon. Isola steht dahinten, damit ihr sie in Ruhe lasst. Durch ein blödes Geschrei hast du sie wahrscheinlich wieder unglaublich aufgeregt!“, machte ich meinem Ärger nun doch Luft. Dann drehte ich mich auf dem Absatz um und suchte den Stallbesitzer auf, um ihm von dem Vorfall zu berichten. Dieser zuckte jedoch nur entschuldigend mit den Schultern: „Tut mir Leid…Die kleine Madame ist neu hier und ihre Eltern sind verdammt reich…Du weißt ja wie das ist…“ Ohne ihm eine Antwort zu geben, ging ich zur Koppel um mich etwas zu beruhigen. Ich hielt das hier einfach nicht mehr aus. Geld zählte mehr als die Tiere und jedes noch so zickige Mädchen durfte hier seinen Willen durchsetzen.
      Cheeky Jot kam langsam auf den Koppelzaun zu und stupste mich auffordernd an. Zum ersten Mal an diesem Tag huschte ein Lächeln über mein Gesicht. Ich kletterte unter dem Zaun durch und umarmte meinen Lieblingshengst. „Ach wenn ich dich nicht hätte, Cheeky! Ich bin ja so froh dich wieder zu sehen!“, seufzte ich glücklich. Die letzten drei Wochen hatte ich in den USA verbracht, um meinen Umzug dorthin voranzutreiben. In dieser Zeit hatte sich meine gute Freundin Edfriend um meine Pferde gekümmert und ich war ihr unendlich dankbar dafür. Nur heute hatte der Stallbesitzer die Pferde zur Koppel gebracht, was auch der Grund dafür war, dass Isola im Stall stand. Die Schönheit ließ sich nämlich nicht von ihm berühren.
      Während ich Cheeky kraulte, dachte ich darüber nach, was ich alles geschafft hatte. Das Wohnhaus war bereits so weit renoviert, dass ich einziehen konnte und auch die Ställe waren endlich fertig. Auf den Koppel gab es keine einzige Giftpflanze mehr und zusammen mit meinen Freunden aus Amerika, hatte ich sämtliche Stacheldrahtzäune durch wunderschöne, weiß gestrichene Holzzäune ersetzt. Sogar die Sattelkammer hatte ihren Anstrich bereits erhalten und war mit Sattelständern und Spinden für jedes einzelne meiner Pferde ausgestattet. Zwei Tage vor meiner Heimreise waren dann auch die hübschen, halb offenen Boxentüren angekommen und wir hatten fast alle eingebaut. Die paar die nun noch fehlten, würden meine Freunde ohne mich schaffen. Innerhalb der nächsten zwei Wochen sollten auch Einstreu, Heu und Futter geliefert werden, womit wir eigentlich umziehen könnten. Daher hatte ich heute auch meine Kündigung für die Pensionsboxen und meine kleine Mietwohnung in der Tasche. In einem Monat ging der Flieger – samt ca 10 Pferden. Die anderen 10 würden mit einer anderen Maschiene eine Woche später ankommen und ich hoffte Edfriend überreden zu können, mit diesen Pferden mitzufliegen und dann gleich eine oder zwei Wochen Urlaub bei mir zu machen.
      Cheeky stupste mich auffordernd an. „Jaja, ist ja gut, ich kümmere mich gleich um dich…Aber erst muss ich sehen, wie der Belegungsplan der Halle heute aussieht, damit ich überlegen kann, was ich mit euch Hübschen anstelle.
      Gerade als ich zum Stall zurückkehren wollte, trat der Stallbesitzer auf mich zu. „Du Sammy, ich bräuchte gleich mal deine Hilfe. Für heute ist ein längerer Geländeritt geplant und Angela lieg mit Grippe im Bett….“. Ich seufzte. Angela war seine Begleitreiterin und Aushilfe und alleine konnte er natürlich nicht mit acht teilweise unerfahrenen Kindern ausreiten gehen. Also nickte ich: „Also gut, ich komme mit..Welche Pferde willst du denn einteilen?“, fragte ich ihn. Während er mir die Schulpferde aufzählte, ging ich in Gedanken meine Pferde durch. Cheeky, sowie Sahira, Naboo und Isola fielen von vorneherein gleich weg, da zum einen Stuten mitgingen und sie zum anderen zu temperamentvoll waren. Vielleicht würde ich Branagorn nehmen. Der schöne Hengst hatte bisher kaum Hengstmanieren gezeigt und hatte sich auch sonst immer vorbildlich verhalten. Nachdem ich mir den Hallenplan angesehen hatte, ging ich in den Stall um Isola zu holen. An Arbeit mit ihr war heute nicht zu denken, da die Halle immer belegt war und ich auch auf dem Platz keine Ruhe haben würde – das wusste ich aus Erfahrung. Aber wenigstens auf die Weide wollte ich die kleine Wilde lassen. Als ich Isolas Box betrat, erschrak ich jedoch. Die Stute war schweißnass und rollte heftig mit den Augen als ich die Tür zum Stalltrakt mit den Abfohlboxen betrat. „Hey meine Maus, ist ja gut, ich bins doch nur“, redete ich leise auf sie ein. In Gedanken verwünschte ich das verfluchte kleine Gör, dass meine Isola so aufgeregt hatte. Was hatte die denn bitte getrieben?
      Vorsichtig betrat ich die Box und fasste Isola am Halfter. Dann strich ich ihr langsam über den Kopf und nach und nach ihren Körper entlang, allerdings nur an Stellen, wo sie es auch mochte. Schließlich beruhigte sie sich soweit, dass ich sie nach draußen und zur Koppel führen konnte. Nun hieß es die dreieinhalb Stunden, die mir bis zu dem Ausritt blieben noch sinnvoll zu nutzen. Also beeilte ich mich und longierte Cuchara und Ojos Azules und mit Fatimah und Intolerable Life machte ich Bodenarbeit. Das waren schonmal die vier Pferde, die sich überhaupt nicht am Lärm der Reitschüler störten, denn die kleinen verwöhnten Dinger schrieen sogar in der Halle – während dem Unterricht herum.
      Magical Moment, Aimiliani, Thousand Sunny, Naboo, Sahira, Isola und Fairylike Facility, sowei meine Fohlen Rafinesse, Casanova, San Salvador, Mahira, Classic Moment und Valentine hatten heute frei. Somit würde ich also mit Branagorn ausreiten gehen, womit nur noch Cheeky und Levistino blieben. Ich sah auf die Uhr und seufzte. Beide würde ich vor dem Ausritt unmöglich schaffen. Also sprintete ich zur Koppel, holte Levistino im Trab zum Putzplatz und machte ihn reitfertig. Im Stillen dankte ich dem schönen Trakehnerschimmel, dass er sich wirklich niemals schmutzig machte. Mehr als eine halbe Stunde Dressur war nicht mehr drin und selbst dann musste ich mich danach höllisch beeilen um rechtzeitig fertig zu werden. Ich wärmte Levistino also kurz auf und trabte den Hengst dann an. Seine silbergraue Mähne wehte mir entgegen und ich schloss kurz genüsslich die Augen, als ich spürte, wie weich und federnd die Tritte des Hengstes waren. Levistino war eines meiner Pferde, dass ich am liebsten Ritt. Er machte so gut wie nie Schwierigkeiten, sondern gab immer 100 Prozent ohne dabei langweilig zu werden. Als ich ihn schließlich angaloppierte, fühlte ich mich wie auf Wolke sieben. Da riss der Hengst mich mit einem Hüpfer zur Seite plötzlich aus meinen Schwärmereien. Doch ich lachte nur: „Tschuldigung Süßer, hab ich dir zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt? Das tut mir wirklich Leid“. Ich konzentrierte mich wieder mehr auf mein Pferd, ritt noch ein paar anspruchsvollere Figuren und parierte schließlich zum Schritt durch. Die halbe Stunde war fast vorrüber und ich musste ihn ja schließlich noch trocken reiten. Als ich fertig war, joggte ich zurück zum Stall – diesmal mit Branagorn im Schlepptau. Die Reitschülerinnen waren bereits dabei, ihre Pferde aufzutrensen und auch der Stallbesitzer war schon fertig. Er sah mich strafend an, sagte aber nichts. Ich wusste genau wie sehr er unpünktlichkeit hasste, aber noch war ich nicht unpünktlich. Ich putzte Branagorn kurz über, beeilte mich Mähne und Schweif einigermaßen zu verlesen und sattelte ihn dann in Rekordgeschwindigkeit auf. Kaum dass das letzte Mädchen im Sattel saß, schwang auch ich mich auf Branagorns Rücken. Die kleine Zicke, die Isola gestört hatte grinste und sagte altklug: „Na du hast aber Glück. Gerade noch so geschafft. Immanuel mag es überhaupt nicht, wenn man zu spät ist.“ Ich sah stirnrunzelnd zu hier hinüber, sagte aber nichts. Es wunderte mich nicht, dass sie auf dem wertvollsten der Schulpferde saß, und wenn sie wirklich so reich war, wie Immanuel behauptete, hoffte ich für sie dass sie auch gut reiten konnte. Raphael – der bildhübsche Fuchs, auf dem sie so hochnäsig saß, war nämlich nicht gerade einfach und sicherlich nichts für eine Anfängerin. Nur übersah Immanuel so etwas leicht mal, wenn reiche Eltern im Spiel waren.
      Ich seufzte und ritt Branagorn neben Immanuel. „Soll ich hinten reiten und aufpassen, dass uns niemand verloren geht?“, fragte ich ihn. Er nickte und sah dann zweifelnd auf meinen Hengst: „Du weißt aber schon, dass heute auch Stuten dabei sind oder?“ Ich nickte: „Natürlich. Aber Branagorn ist ziemlich gut erzogen und hat kaum Hengstmanieren. Du solltest doch eigentlich wissen, dass ich so etwas immer bedenke.“ Statt einer Antwort lächelte er nur und setzte sich dann an die Spitze der Gruppe. Die erste Stunde verlief dann ganz gemütlich im Schritt und gelegentlichem Traben durch den nahegelegenen Wald. Während ich aufpasste, dass auch jeder sein Pferd im Griff hatte, schweiften meine Gedanken ab und zu wieder in die USA und zu meinem baldigen Umzug. Ich freute mich schon so sehr darauf, dass ich bestimmt irgendetwas vergessen würde. Als auf einmal Raphaels Hintern immer näher kam, sah ich leicht verärgert hoch, bis ich merkte, dass die kleine Zicke ihr Pferd absichtlich zurückhielt. Also ließ ich Branagorn ein wenig mehr vorwärts gehen, um zu ihr aufzuschließen. „Was ist los, stimmt etwas nicht?“, fragte ich fürsorglich. Doch sie sah mich nur hochnäsig an: „Ich werde Immanuel sagen, dass ich das nächste Mal dein Pferd reiten will. Es ist unfair, dass er dir einen Hengst gibt und mir nicht. Ich hab das Anrecht auf das schönste Pferd.“ Ich zog die Augenbrauen zusammen und sah sie streng an: „Tja, tut mir Leid, aber das kannst du vergessen. Branagorn ist mein Pferd und ich lasse keine halbwüchsigen, zickigen Mädchen auf ihm reiten, die denken, nur weil ihre Eltern Geld haben, können sie sich alles erlauben.“ Damit hatte ich ihr wohl erst einmal den vorlauten Mund gestopft, denn sie schloss mit verzerrtem Gesicht wieder zu ihrer Mitreiterin auf. Bevor ich mich jedoch weiter über die unverschämte Göre aufregen konnte, gab Immanuel das Zeichen zum angaloppieren und sofort wechselte die ganze Gruppe in die schnellere Gangart. Auch ich gab Branagorn die Galopphilfen und der Hengst sprang brav in einen ruhigen, flüssigen Galopp. Ich lobte ihn unter seiner langen weißen Mähne und genoss den kühlen Wind, der mir entgegenbließ. Plötzlich hörte ich einen Aufschrei und sah wie Raphael vor mir unwillig den Kopf schüttelte und dann plötzlich außen an der Gruppe vorbeizog. Sofort gab Immanuel das Zeichen zum Durchparieren, damit das durchgehende Pferd nicht dachte, das hier wäre ein Rennen. Doch Raphael lief munter weiter. Ich ritt neben den Stallbesitzer und sah ihn fragend an. Raphael war nicht unbedingt einfach, aber durchgehen war eigentlich nicht so sein Ding. Immanuel schüttelte ratlos den Kopf. „Sie ist doch heute das erste Mal dabei, wenn er zuweit läuft, verirrt sie sich am Ende noch. Aber wenn wir ihr hinterherreiten, wird Raphael nur noch schneller.“ Ich nickte: „Bleib du mit der Gruppe hier, oder reitet im Schritt weiter, dann gehe ich auf den Waldpfad und sehe zu, dass ich ihr entgegenreiten kann.“ Als Immanuel lächelte wendete ich Branagorn auf den schmalen Pfad ab und galoppierte den Hengst wieder an. Trotz des schmalen Weges spornte ich Branagorn weiter an. Ich mochte die hochnäsige Göre zwar nicht, aber dennoch konnte ich natürlich nicht zulassen, dass ihr oder dem armen Raphael etwas passierte. Als wir schließlich den Hauptweg wieder erreichten, schwitzte Branagorn schon ganz schön. Ich wendete ihn in die Richtung aus der wir gekommen waren und trabte an. Weit konnte Raphael nun nicht mehr sein, außer natürlich er war durchs Unterholz gebrochen, doch das hoffte ich jetzt einfach mal nicht. Und tatsächlich sah ich kurz darauf den großrahmigen Fuchs auf mich zustürmen. Die kleine Göre hatte sich in die Zügel gekrallt und riss dem Pferd im Maul herum, während sie gleichzeitig mit ihren Beinen immer wieder abrutschte und ihn damit nur noch weiter antrieb. Ich stellte Branagorn so quer auf den Weg, dass Raphael auf beiden Seiten nur noch extrem wenig Platz blieb und tatsächlich hob der Wallach verwundert den Kopf und wurde langsamer. Kurz sah es so aus, als wollte er sich an Branagorn vorbeiquetschen, doch als hätte dieser seine Gedanken erraten, legte er drohend die Ohren an. Dies veranlasste Raphael dann doch, dicht neben uns zum Stehen zu kommen. Ich ließ mich aus dem Sattel gleiten und griff nach Raphaels Zügeln. Dann sah ich das in seinem Sattel hängende Mädchen an: „Und alles klar bei dir?“ „Ob alles klar ist? Das Mistvieh hätte mich fast umgebracht! Ich bleibe keine Sekunde länger hier oben!“, schimpfte sie. Ich hatte jetzt endgültig genug. Überschwänglichen Dank hatte ich zwar nicht erwartet, aber das war wirklich zu viel. „Na gut. Dann läufst du eben den Weg zurück und ich nehme Raphael als Handpferd.“ Mit diesen Worten stieg ich wieder in den Sattel und sah sie dann auffordernd an. „Was ist jetzt? Wir müssen zu den anderen zurück“. Damit wendete ich Branagorn und ließ ihn und Raphael im Schritt antreten. Die kleine stampfte mit dem Fuß auf und schrie: „Spinnst du? Lass mich gefälligst auf dein Pferd. Ich laufe sicher nicht!“ „Na gut, dann bleibst du eben hier. Aber sag mir jetzt Bescheid, weil ich will wieder zurück.“ Wiederwillig lief sie schließlich neben mir her, bis wir die anderen erreichten. Immanuel sah mich schockiert an, als ich ihm erklärte, dass ihr zwar nichts passiert war, sie sich aber weigerte in den Sattel zu steigen. Seufzend sah er sich um und beorderte dann die eigentliche Reitern von Raphael vom Pferd. „Natalie du kannst Pacco nehmen. Dann soll Rachel wieder auf Raphael reiten.“ Ich lächelte Rachel zufrieden zu. Das Mädchen war eine meiner liebsten Reitschülerinnen und sie kam wunderbar mit dem Fuchswallach zurecht. Natalie verzog zwar wütend den Mund, stieg aber ohne Widerworte auf das wesentlich ältere und ruhigere Schulpferd auf, sodass wir uns endlich wieder auf den Rückweg machen konnten.
      Nachdem ich Branagorn ausgiebig gelobt und versorgt hatte, holte ich Cheeky von der Koppel. Doch anstatt wie geplant eine ausgiebige Trainingsstunde mit dem schönen Hengst abzuhalten, ging ich nur ein wenig mit ihm spazieren. Cheeky war das egal, hauptsache es beschäftigte sich jemand mit ihm. Anschließend versorgte ich meine Pferde für die Nacht und suchte dann Immanuels Büro auf, um alles Weitere mit ihm abzusprechen.
    • Sammy
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      Monatsbericht Oktober 2012

      Hollybrook Stud Zuchtgestüt
      Monatsbericht Oktober
      Sahira, Isola della Pirateria, Naboo, Hollybrook's Cheeky Jot, Hollybrooks Casanova, Hollybrook's Bloody Valentine, Mahira, Magical Moment, San Salvador, Cuchara, Ojos Azules, Levistino, Branagorn, Classic Moment, Intolerable Life, Fatimah, Paradises Rafinesse, Fairylike Faciltiy, Aimiliani & Thousand Sunny


      Auf gehts!
      Stöhnend warf ich mich auf die andere Seite des Bettes, rollte mich dann wieder herum und warf einen Blick auf meinen Wecker. Die leuchteten Ziffern sagten mir, dass es bereits kurz vor drei Uhr war. Wütend schlug ich auf mein Kissen - ich musste unbedingt schlafen, immerhin hatte ich morgen eine elendig lange Reise mit zehn Pferden vor mir. Als ich wieder daran dachte, wie lange wir unterwegs sein würden, wurde mir speiübel. Ich hatte meine zehn schwierigeren Pferde ausgewählt, da meine gute Freundin Edfriend ca zwei Wochen später mit den restlichen zehn Pferden nachkommen würde. Ich war ihr schon so unglaublich dankbar, dass ich ihr nicht auch noch meine nervösen Lieblinge aufhalsen wollte. Am meisten Sorgen machte ich mir dabei um meine temperamentvolle Vollblutaraberstute Sahira und um meine immernoch scheue New Forest Pony Stute Isola della Pirateria. Ich hatte alles so gut wie möglich vorbereitet und hoffte deshalb, dass alles glattging.
      Schließlich seufzte ich und schob mich aus dem Bett. Fröstelnd zog ich meine Strickjacke über und ging ins Bad. Wenn ich schon nicht mehr schlafen konnte, konnte ich mich genauso gut auch schon fertig machen und noch ein wenig Zeit mit meinen Pferden verbringen. Mein Freund war bereits vor zwei Monaten in die USA geflogen, um seine Mutter zu besuchen und alles andere abzuklären. Ich freute mich wahnsinnig darauf ihn wieder zu sehen, deshalb viel mir der Abschied aus Deutschland auch nicht ganz so schwer. Schnell sprang ich unter die Dusche, föhnte mir die Haare und packte dann meine restlichen Sachen zusammen. Frühstücken würde ich heute bei Eddi, um nocheinmal alles für ihre Abreise zu besprechen. Sie würde mich auch zum Flughafen begleiten und mir helfen meine Pferde überhaupt dorthin zu transportieren. Ich stopfte alles was ich noch hierhatte in meine große Reisetasche, packte meine wichtigen Dokumente und einige Kleinigkeiten in meinen Rucksack und sah mich dann ein letztes Mal in meiner kleinen Wohnung um. Auch wenn ich mich hier nie wirklich richtig wohl gefühlt hatte, war sie doch irgendwie mein zu Hause geworden.
      Als ich schließlich die Tür zuzog, huschte dennoch ein Lächeln über mein Gesicht. Dies war der erste Schritt in mein neues Leben. Mit meinem Gepäck über der Schulter schlenderte ich über den Reiterhof zum Stall. Ich ging zu jedem einzelnen meiner Pferde und begrüßte sie, bevor ich mich daran machte ihnen ihr Frühstück zu richten. Dann hatten die zehn, die heute mitkamen wenigstens ein wenig Zeit zwischen Futter und Flug. Bei Fatimah blieb ich besonders lange. Die Scheckstute würde erst mit Eddi nachkommen und auch wenn ich wusste, dass niemand sie besser betreuen könnte, viel es mir schwer sie hier zurückzulassen. Als schließlich alle meine Tierchen mit ihrem Futter beschäftigt waren, ging ich zum Haupthaus, um mit Immanuel zu reden. Er lieh uns zwei seiner Hänger. Einen für vier und einen für zwei Pferde und er würde auch mit einem Viererhänger mitfahren.
      Ich sprach kurz mit ihm ab, wann wir später loswollten und wie wir das mit der restlichen Miete machen sollten. Anschließend machte ich mich auf den Weg zu Eddi.
      Ich liebte ihren Hof einfach. Er strahlte so eine wunderbare Ruhe aus und die Pferde tollten schon jetzt fröhlich auf der Koppel herum. Da es mittlerweile schon früh dunkel wurde, hatten sie so mehr Zeit im freien. Eddi kam mir schon entgegen gerannt.
      "Gut das du da bist! Das Frühstück ist gerade fertig geworden!"
      "Wow Eddi, aber ich bin doch sogar zu früh!", rief ich überrascht.
      "Jaa, aber ich wusste doch, dass du sicherlich nicht schlafen kannst", grinste sie. Wir frühstückten beinahe zwei Stunden lang und bequatschten alles mögliche. Eddi würde sich in den zwei Wochen vor allem mit den beiden Fohlen Classic Moment und Rafinesse beschäftigen, damit sie vor der Reise gut ausgelastet waren. Rafinesse hörte hervorragend und hatte bereits zwei Fohlenschauen gewonnen und auch Classic Moment war sehr umgänglich. Sonst blieben noch die Isländerzwillinge Intolerable Life und Fatimah, der Andalusierhengst Ojos Azules, mein Trakehnerhengst Levistino, mein neuester Hengst Branagorn, sowie die New Forrests Thousand Sunny, Aimiliani und Fairylike Facility.
      Nach einem Blick auf die Uhr beschlossen wir schließlich, dass es langsam Zeit wurde aufzubrechen. Also räumten wir schnell das Frühstück ab und waren schon auf dem Weg zu den Autos, als mir noch etwas einfiel: „Eddi warte! Ich würde mich gerne noch von Zarin, Candle in the wind, Dead Pop Romance, Tiny Girl und Fary Bluebird verabschieden!“ Eddi grinste, machte sofort kehrt und lief mit mir zur Fohlenkoppel. Ich lächelte, als ich die drei Hollybrook Fohlen auf der Koppel herumtollen sah. Aber auch Dead Pop Romance, den ich Eddi geschenkt hatte, hatte sich prächtig entwickelt. Es war nicht leicht mir vorzustellen, dass ich die Nachkommen meiner Ponies nun nicht mehr weiter aufwachsen sehen würde, aber da sie es bei Eddi so gut hatten, machte ich mir keine Sorgen. Zum Schluss besuchten wir noch Candle in the Wind. Der wunderschöne Achal Tekkiner Hengst stolzierte anmutig auf uns zu, holte sich ein Leckerchen ab und galoppierte dann wieder zurück über die Koppel.
      Seufzend stieg ich ins Auto. „Ach guck doch nicht so, wir kommen doch eh gleich nochmal her!“, lachte Eddi. Ich schlug mir mit der Hand gegen die Stirn: „Klar, das hab ich doch jetzt glatt schon wieder vergessen!“ Meine beiden Fohlen Rafinesse und Classic Moment würden die nächsten zwei Wochen nämlich auf Eddis Hof verbringen, damit sie sich besser um sie kümmern konnte. Die restlichen Pferde blieben noch auf dem Reiterhof stehen, die Miete für diesen Monat hatte ich sowieso schon bezahlt. Auf dem Reiterhof angekommen, holten wir erst einmal die Fohlen, die zu Eddi kamen aus dem Stall. Geputzt hatte ich alle meine Pferde bereits und so legten wir ihnen nur Decken und Gamaschen an und luden sie anschließend in den Hänger. Classic Moment zögerte einen Moment, doch als Rafinesse – die ja schon Erfahrung mit Transporterfahrten hatte – zielstrebig den Hänger betrat, machte er einen Satz und stellte sich neben sie. Ich setzte mich neben Eddi in den Hänger und so fuhren wir nochmals zu ihrem Hof.
      Auf Hayes End angekommen, nahm ich Rafinesse und Eddi führte Classic Moment. Die beiden Fohlen sahen sich neugierig um, blähten aufgeregt die Nüstern und drehten ihre hübschen Köpfe, um möglichst viel von dieser unbekannten Umgebung zu sehen. Als wir uns den Stallungen näherten, begannen Eddis Pferde die beiden Fohlen mit lautem wiehern zu begrüßen. Classic Moment der kleine Feigling versteckte sich mit einem Satz hinter Rafinesse, die ihn vorwurfsvoll ansah. Das aufgeweckte Stütchen zeigte selten Angst und schien auch in diesem Moment einfach neugierig. Wir hatten gemeinsam beschlossen, die beiden unter sich zu lassen, damit sie sich nicht zwei Wochen lang an Eddis Pferde gewöhnten und danach schon wieder weg mussten. Also nahmen wir ihnen die Transportsachen ab und führten sie dann auf einen kleinen Paddock. Von hier aus konnten sie einen großen Teil des Hofes überblicken und hatten genug Platz zum Toben. Ich atmete noch einmal tief durch, wuschelte Classic Moment durch die kurze Mähne und gab Rafinesse einen Kuss auf die samtweichen Nüstern, dann hakten wir die Führstricke aus und ließen die Fohlen laufen. In diesem Moment klingelte auch schon mein Handy. Emanuel wollte wissen, wo wir blieben und beruhigte sich erst, nachdem ich ihm dreimal versichert hatte, dass wir schon wieder auf dem Rückweg waren.
      Wieder am Reitstall machten Eddi und ich uns daran, die zehn Pferde zu verladen, die jetzt mitkommen würden. Doch zuerst schleppten wir mein komplettes Sattelzeug und meine Ausrüstung auf den Hof, um alles in den Hängern zu verstauen. Das einzige was wir draußen ließen, war die Transportausrüstung der Pferde, sowie das Putzzeug derjenigen, die später mit Eddi nachkommen würden. Anschließend liefen wir wieder in den Stall und überlegten kurz, wer mit wem im Hänger stehen sollte. Klar war schonmal, dass wir die vier Hengste Hollybrook’s Cheeky Jot, Hollybrook’s Casanova, Hollybrook’s Classic Moment und San Salvador in einen Hänger stecken würden. Cheeky würde ausrasten, wenn er mit einer ‚seiner‘ Stuten in den Hänger käme. Schnell griff ich nach Cheeky’s Strick während Eddi San Salvador aus der Box führte. Wir banden die beiden kurzerhand vor ihren Boxen an, bürsteten sie nochmal kurz über und legten ihnen dann Transportdecken und –gamaschen an. Gleich darauf führten wir sie aus dem Stall und dann ohne weitere Probleme in den ersten Viererhänger. Cheeky schnaubte erfreut, er liebte Turniere und Schauen aller Art. Salvador dagegen betrat den großen Hänger etwas schüchterner, er hatte aber auch noch nicht so viel Erfahrung. Nachdem die beiden sicher angebunden waren, gingen wir wieder in den Stall, um diesmal Casanova und Valentine reisefertig zu machen. Casanova stolzierte sofort in den Hänger. Er hatte so viel von seinem Vater, es war einfach unglaublich. Valentine dagegen sah uns erstmal nur panisch an. Er brachte mit Hänger Fahrten nicht gerade positives in Erinnerung, da ich ihn vor einiger Zeit gerade noch rechtzeitig von seiner damaligen Besitzerin hatte holen können, bevor er komplett verwarloste. Nach einigem guten Zureden stand jedoch auch Valentine im Hänger. Wir verschlossen die Laderampe und beschlossen uns, nach einem Blick auf die Uhr, noch mehr zu beeilen. Cuchara, Mahira, Sahira und Naboo kamen in den zweiten Vierer Hänger. Bei allen Vieren hatten wir alle Hände voll zu tun, um die nervösen Stuten in den Hänger zu bekommen. Vor allem Sahira benahm sich ziemlich unmöglich. Sie verfiel wieder in alte Manieren und biss mit flach angelegten Ohren um sich. Ich musste sie mit einem heftigen rupfen am Führstrick und einem scharfen ‚nein!‘ maßregeln, woraufhin sie mich vorwurfsvoll anschaute, aber immerhin den Hänger betrat. Ich band sie in dem letzten freien Stand fest und wuschelte ihr liebevoll durch den langen, seidigen Schopf. Dann machte ich mich mit Eddi daran, die letzten beiden Pferde zu verladen. Magical Moment ließ sich wie erwartet brav fertig machen und ging auch problemlos hinter Eddi in den Hänger. Ich hatte da mit Isola deutlich mehr Schwierigkeiten. Schon als ich der schönen, scheuen Stuten die Decke auflegte, begann sie nervös herumzuzappeln und als sie die Öffnung des Hängers sah, stieg sie steil in die Luft. „Ist ja gut meine Schöne. Komm schon bitte, Magical Moment steht doch schon im Hänger und wartet auf dich!“ Es war mir eigentlich klar gewesen, dass wir mit Isola am längsten brauchen würden, und ich ärgerte mich über mich selbst, dass ich sie nicht zuerst verladen hatte. Cheeky wieherte bereits protestierend. Er fragte sich bestimmt, warum es nicht endlich los ging. „Isola bitte komm schon“, flehte ich die Rappstute an. Wir hatten in den letzten Wochen zwar das Verladen mit der nervösen Stute geübt, doch sie schien instinktiv zu spüren, dass heute etwas anders war als sonst. Plötzlich ertönte direkt hinter uns ein lauter Knall. Isola machte einen rießigen Satz nach vorne in den Hänger. Noch bevor sie wusste wie ihr geschah, band ich sie fest, hielt ihr ein Leckerli unter die Nase und redete ihr beruhigend zu. Magical Moments Ruhe tat den Rest und so senkte Isola schließlich ergeben den Kopf. Ich verließ den Hänger, schloss die Rampe und sagte dann Eddi und Emanuel , dass sie schonmal einsteigen konnten, ich wollte mich nur noch schnell von den restlichen acht Pferden verabschieden. Somit ging ich ein letztes Mal in den Stall, indem ich so viel Zeit verbracht hatte. Zuerst verabschiedete ich mich von meinen Hengsten Ojos Azules, Intolerable Life , Levistino und Branagorn. Liebevoll kraulte ich ihre muskulösen Hälse und strich ihnen sanft über die Stirn. Dann ging ich weiter zu Aimiliani, Fairylike Facility, Fatimah und Thousand Sunny. Vor allem bei Fatimah brauchte ich etwas länger. “Wirst schon sehen meine Kleine, in Amerika habt ihr wieder einen ganz eigenen Stall und kein nerviges Gebrüll von hochnäsigen, verwöhnten Gören”, sagte ich leise, bevor ich mich ein letztes Mal umsah und dann auf den Hof trat, um nun endlich zum Flughafen aufzubrechen.
      Ich setzte mich ans Steuer des Zweier Hängers, gab Emanuel, der im ersten Hänger saß ein Zeichen und fuhr dann vorsichtig an. Isola schien sich damit abgefunden zu haben, dass sie nun einmal nicht aus dem Hänger herauskam und verhielt sich die gesamte Fahrt über ruhig. Am Flughafen angekommen zeigte ich einem Sicherheitsmann mein Ticket und die Papiere meiner Pferde. Er nickte und sagte uns wo wir hin sollten. Kurze Zeit später standen wir vor zwei Flughafenmitarbeitern. Nun kam der schwierigste Teil, die Pferde mussten ins Flugzeug. Meine Pferde würden jetzt immer zu viert, beziehungsweise Isola und Magical Moment zu zweit in Container verladen werden und diese kamen dann in den Laderaum des Flugzeugs. Mir war schon ganz übel vor Aufregung. Gott sei dank kam in diesem Moment meine Tierärztin um die Ecke. Sie würde meinen Pferden Beruhigungsmittel geben und hatte auch Kontakt mit einem sehr guten Kollegen in den USA aufgenommen, der uns gleich am Flughafen abholen und hoffentlich dafür sorgen würde, dass meine Lieblinge nicht allzu lange in Quarantäne mussten. Meine Tierärztin war jedoch ziemlich zuversichtlich, da sie meinte ein paar ihrer Freunde hätten ihre Pferde mit Hilfe dieses kompetenten Arztes nicht mal eine Woche in der Quarantänestation lassen müssen. Wir begannen wieder damit, die Hengste zuerst umzuladen. Cheeky Jot sah sich mit geweiteten Augen und geblähten Nüstern in der großen Halle um und tänzelte unruhig neben mir her, so dass ich alle Mühe hatte ihn ruhig zu halten. Doch plötzlich schleifte er mich einfach neben sich her und hielt genau auf einen der Flughafenmitarbeiter zu. Dieser sah den hübschen Hengst mit aufgerissenen Augen an und schien nicht fähig, auch nur einen Schritt weg zu gehen. Cheeky blieb kurz vor ihm stehen reckte den Hals und zupfte an der Jacke des Mannes. Dieser wurde kreidebleich und ich versuchte krampfhaft, Cheeky von ihm weg zu bekommen. Plötzlich entspannte sich der Mann, griff in seine Tasche und zog einen großen, roten Apfel hervor. Ich grinste. „Cheeky du verfressenes Wesen!“, lachte ich. Der Mann stimmte mit ein und hielt Cheeky den Apfel hin: „Und ich dachte schon, der will mich beisen!“, sagte er immer noch lachend.
      Als Cheeky schließlich zufrieden war, ließ er sich auch wieder brav von mir führen und tat, als wäre überhaupt nichts gewesen. Die drei Fohlen hatten ihr Mittel bereits erhalten und nachdem auch Cheeky einen Kurzcheck hinter sich hatte, führten wir die vier nacheinander in die Boxen des Containers. Das verlief alles relativ problemlos, für Cheeky und die neugierigen Hengstfohlen war das wohl nichts anderes, als in einen Hänger zu steigen. Mehr Sorgen machte ich mir um die nun folgenden Pferde. Wir beschlossen zuerst wieder alle Pferde zu versorgen, was gott sei Dank noch ruhig verlief. Sahira drehte sich zwar andauernd um sich selbst, und rempelte dabei die anderen, nicht weniger aufgeregten Pferde an, verhielt sich ansonsten aber ruhig – zumindest für ihre Verhältnisse. Die vier Stuten tänzelten aufgeregt neben uns her und Naboo wäre auf der Rampe in den Container fast gerutscht, da sie den Nerv hatte, mitten auf der Rampe ihren schönen Kopf herumzureißen. Dabei hätte sie fast das Gleichgewicht verloren. Ich strich ihr beruhigend über die Nüstern und führte sie dann das letzte Stück der Rampe hinauf. Die Container sahen eigentlich relativ komfortabel aus. Die Boxen waren einigermaßen groß und in den Ecken waren Heuraufen, sowie Wassertränken festgeschraubt. Ich warf noch einen vorerst letzten Blick auf meine vier Süßen, dann verließ ich den Container und widmete mich den beiden letzten Pferden. Als Eddi Magical Moment aus dem Hänger führte, stieß einer der Angestellten einen bewundernden Pfiff aus. Die goldglänzende Stute war aber auch einfach ein Hingucker, wie sie anmutig aus dem Hänger trat, die kleinen Ohren aufgestellt, den hübschen Kopf hocherhoben. Ich lächelte in mich hinein und führte Isola rückwärts die Rampe hinunter. Sofort flog der Kopf der Stute nach oben, sie legte die Ohren an und klemmte den Schweif ein. „Ist ja gut, Isola. Guck mal Magical Moment ist genau vor uns, wir gehen ihr jetzt hinterher, du bekommst noch ein Abschiedsgeschenk von der Tierärztin und dann hast du erstmal eine Weile Ruhe vor uns schrecklichen Menschen“, säuselte ich leise. Isola dachte natürlich überhaupt nicht daran, sich in irgendeiner Weise brav zu verhalten, aber ich konnte es ihr auch nicht verdenken. Die Stute war sowieso noch recht scheu und hypersensibel, da war es ja von vornherein klar gewesen, dass der Flughafen sie überfordern würde. Mit viel Reden und Geduld schaffte ich es schließlich, sie hinter Magic zu der Tierärztin zu führen. Magic hatte ihre Untersuchung bereits hinter sich und die Ärztin verzog das Gesicht, bevor sie – nun wieder lächelnd- auf Isola zuging. Beim letzten Mal hatte die Stute es doch tatsächlich geschafft, der armen durch einen blitzschnellen Biss einen rießigen Bluterguss zu bescheren. Ich griff fest in Isola’s Halfter und versuchte, die Stute so gut wie möglich festzuhalten. Eddi hatte Magic Emanuel übergeben, und eilte mir zu Hilfe. Die Tierärztin hatte aus dem letzten Mal gelernt. Sie näherte sich der wilden Stute langsam, griff dann an ihren Hals und setzte blitzschnell die Spritze. Noch bevor Isola herumschnellen konnte, war sie schon wieder außer Reichweite. Bei Isola hatten wir beschlossen, eine höhere Dosierung des Beruhigungsmittels zu verabreichen, als bei den anderen Pferden. Das gefiel mir zwar eigentlich gar nicht, war aber immer noch besser, als wenn Isola sich den ganzen Flug über furchtbar aufregen würde. Wir warteten noch kurz ehe das Mittel zu wirken begann und führten die beiden Stuten dann gemeinsam in den Container. Ich besprach mit den Angestellten schnell noch einmal die Ankunft meiner Pferde, dann machten Emanuel, Eddi und ich uns im Laufschritt auf zu den Terminals, da es nun höchste Zeit wurde, dass ich eincheckte. Eddi versprach mir, noch einmal kurz hier vorbei zu schauen, wenn ich im Wartebereich war. Bevor ich durch die Kontrolle ging, umarmte ich Eddi fest und bedankte mich bei ihr und Emanuel für die tolle Hilfe. Fröhlich winkte ich ihnen zu, bis sie nicht mehr zu sehen waren. Dann erst ging ich durch die Kontrolle. Jetzt ging es endlich los. Mein Traum wurde wahr!
    • Sammy
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      Monatsbericht Mai 2013 (von Eddi)

    • Sammy
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      New Forest Ponies - Monatsbericht August 2013

      ~ Hollybrook's Cheeky Jot ~
      Bibbernd zog ich meine Fleecejacke enger um meine Schultern. Die letzten Tage hatte es gut und gerne 35°C gehabt, heute waren es vielleicht noch 12°C...damit kam ich einfach nicht klar. Als ich den Stall betrat, in dem meine New Forest Ponies untergebracht waren, schallte mir sofort mehrstimmiges Gewieher entgegen. Gott sei Dank hatte ich mittlerweile eifrige Pfleger, die die ganzen Boxen ausmisteten, die Pferde fütterten, mein Sattelzeug auf Vordermann brachten und mir auch ab und zu beim Bewegen der Pferde halfen. Cheeky stieß ein lautes Wiehern aus, als ich mich seiner Box näherte. Der Hengst war mein großer Hoffnungsträger, da er schon sehr weit ausgebildet war und noch Potenzial für mehr besaß. Ich nahm sein Halfter vom Haken und holte ihn aus der Box. Cheeky lief mit hoch erhobenem Kopf neben mir her und wieherte herausfordernd, während ich ihn an meinen anderen Hengsten vorbeiführte. Cheeky wusste genau, was er für eine Position bei mir hatte und ich hatte das Gefühl, dass er sich mächtig was darauf einbildete. Als er vor Caradoc's Box mit angelegten Ohren halb hochstieg, wurde es mir zu bunt. "Cheeky!", rief ich und rupfte am Führstrick. Sofort kam der Hengs wieder auf den Boden und sah mich mit gesenktem Kopf von unten herauf an. Ich wurde nur sehr selten laut, doch wenn es passierte, wussten meine Pferde, dass jetzt Schluss mit lustig war. Ich setzte mich in Bewegung ohne Cheeky weiter zu beachten und der Hengst trottete hinter mir her. Ich wusste, dass ich ihn nicht ansehen durfte, denn dann wäre meine Selbstbeherrschung wieder weg. Ich konnte meinen Lieblingen einfach nie lange böse sein...
      Beim Putzplatz angekommen, säuberte ich flott Cheeky's Fell und sattelte ihn dann auf. Cheeky stupste mich immer mal wieder vorsichtig an, bis ich schließlich nach gab und ihn kraulte.
      "Ist schon gut, ich bin dir nicht böse. Aber solchen Unsinn kannst du dir in Zukunft sparen, verstanden?", fragte ich.
      Dann führte ich Cheeky in die Halle. Letztens war er bei Jackie und ihrem Team auf dem Hof gewesen, die in in Dressur bis L, in Springen, Military und Fahren bis A trainiert hatten und schließlich hatte ihn IceLandGirl in der Dressur sogar auf Klasse M gebracht. Mein kleines Wunderpferd! Ich schwang mich in den Sattel, wärmte Cheeky auf und ritt dann nach und nach ein paar Lektionen mit ihm. Vor allem an den Tipps der beiden Trainer arbeitete ich, da ich selbst Trainer war hatte ich damit auch keine Probleme. Aber ich fand es manchmal einfach gut, wenn andere Leute die eigenen Pferde weiterbildeten. Nach einer guten Dreiviertel Stunde machte ich Schluss, sattelte Cheeky ab, versorgte ihn und ließ ihn dann auf seine Hengstkoppel, wo er sich erstmal hinschmiss und wälzte, bevor er meinen Hannoveranerhengst Branagorn angiftete, der ihn ein wenig verdutzt ansah. Er hatte nämlich im Gegensatz zu Cheeky null Hengstmanieren, weshalb er sich eine Koppel mit Ojos Azules teilen durfte.

      ~ Hollybrook's Classic Moment, Hollybrook's Casanova, Hollybrook's Bloody Valentine & Everybody's Darling ~
      "Hallo Babies!", säuselte ich liebevoll, während ich die Stallgasse entlang lief und meinen New Forest Fohlen über die feinen Köpfe streichelte. Dann holte ich Everybody's Darling aus ihrer Box, putzte die kleine und extrem anhängliche Stute flott und führte sie dann zu meinen Stutfohlen Mahira, Rafinesse, Inspiration und Pleasure auf die Koppel. Zu meinem großen Leidwesen freundete sich Darling nicht wirklich mit den anderen Fohlen an. Die junge Stute schenkte den Menschen sehr viel mehr Aufmerksamkeit. Mahira und Rafinesse klebten sowieso zusammen, doch da Inspiration und Darling sich absolut nicht ausstehen konnten, hatte ich schließlich für Inspiration noch Pleasure gekauft und die zwei liebten sich abgöttisch. Nur Darling war immer noch außen vor. Auch jetzt lief die kleine Stute auf die Koppel, wälzte sich und begann dann ziemlich weit abseits von den anderen zu grasen. Ich seufzte. An Darling's Verhalten würde sich wohl so oder so nichts mehr ändern, ob ich ihr nun noch mehr Pferde dazustellte oder nicht. Trotzdem war ich froh, wenn die kleine Stute in ein paar Monaten in die Herde meiner New Forests umziehen durfte, denn immerhin Isola, meine scheue Rappstute zeigte Interesse an der Kleinen.
      Wieder im Stall widmete ich mich meinen vier Hengstfohlen Classic Moment, Casanova und Bloody Valentine. Alle drei waren Fohlen aus meiner Zucht - Nova und Classic waren fast gleich alt und Bloody war nur ein wenig jünger als mein Cheeky Jot. Eigentlich war der Hengst mit seinen knapp drei Jahren schon zu alt, um bei Nova und Classic zu stehen, aber ich hatte gehofft, dass der Hengst sich mit einem der anderen anfreunden würde. Er hatte schlimmes erlebt und ich hatte ihm nur ein wenig von seiner Kindheit zurückgeben wollen. Zuerst führte ich Valentine auf den Putzplatz, säuberte sein geschecktes Fell und ließ ihn dann auf die zweite Fohlen beziehungsweise die Junghengstkoppel. Dort stand bereits mein anderes Fohlen San Salvador und wartete sehnsüchtig auf die anderen Hengste. Bloddy jedoch legte nur drohend die Ohren an den Kopf und galoppierte zum anderen Ende der Koppel, wo er wie immer gierig begann Gras zu rupfen. Der junge Hengst ließ sich zwar mittlerweile problemlos von mir einfangen und putzen, doch eine wirkliche Bindung hatte ich nicht zu ihm aufbauen können, was ich wirklich sehr schade fand. Noch war ich mir auch nicht sicher, ob Bloody sich als Zuchthengst eignete, aber ich würde ihn in jedem Fall behalten, bis sich sein Verhalten normalisiert hatte.
      Als nächstes holte ich Classic und Nova. Die beiden entwickelten sich prächtig und mit Classic war ich für nächstes Wochenende auf einer Fohlenschau angemeldet und war schon sehr gespannt darauf, wie Cheeky's Halbbruder sich dort machen würde. Auch mit Nova wartete ich bereits sehnsüchtig auf eine Gelegenheit. Einen Schönheitswettbewerb hatte das Fohlen ja schon gewinnen können, doch um so erfolgreich wie sein Vater zu werden, musste er noch einige Siege erringen. Nachdem ich die zwei Hengste geputzt und vor allem das Hufe geben geübt hatte, brachte ich sie ebenfalls auf die Koppel. wo sie sofort ein wildes Spiel mit Salvador begannen. Ich sah ihnen noch eine Weile zu und machte dann mit meinen anderen Pferden weiter.

      ~ Orfino, Caspar & Caradoc ~
      "Hey meine Hübschen!", sagte ich laut, als ich den Hengsttrakt meines New Forest Pony-Stalls betrat. Orfino, Caspar und Caradoc streckten sofort ihre Köpfe über die Boxentüren und sahen mich neugierig an. "Seid froh, ihr müsst heute nicht arbeiten...Erst morgen wieder!", lachte ich, schnappte mir dann Caspar's Halfter und führte meinen Gründerhengst aus der Box zum Putzplatz. Dort säuberte ich sein geschecktes Fell und brachte ihn dann auf eine der Hengstkoppeln. Cheeky stieß ein drohendes Wiehern aus und rannte mit erhobenem Kopf und aufgestelltem Schweif in seiner Koppel herum.
      "Cheeky! Benimm dich, das ist immerhin dein Großvater!", schalt ich den jungen Hengst. In der Tat stammte Cheeky von meinen New Forest Ponies Walk of Fame und Caradoc ab und Caradoc von Precious Scream und Caspar. All diese Pferde waren immer noch in meinem Besitz, sowie auch Cheeky's erstes Fohlen Hollybrook's Casanova, sodass ich nun eine richtige Familie hier stehen hatte. Nun holte ich nacheinander noch Orfino und Caradoc, putzte auch sie und stellte sie auf ihre Koppeln - Caradoc neben seinen Vater Caspar und Orfino neben Cheeky, da der Hengst sich eigentlich noch am besten mit meinem aufmümpfigen Jungspund verstand.

      ~ Magical Moment, Thousand Sunny, Aimiliani, Fairylike Facility, Precious Scream, Golden Flair & Naboo ~
      Meine gekrönten Stuten Magical Moment, Thousand Sunny, Amiliani, Fairylike Faciltiy, Precious Scream, Gloden Flair und Naboo hatten heute ebenfalls frei. Zuerst nahm ich Naboo und Magic, führte sie zum Putzplatz, säuberte ihr seidiges Fell und stellte sie dann auf die Stutenkoppel. Naboo war die Chefin der kleinen Herde und ließ nur ihre beste Freundin Magic an sich heran. Als nächstes holte ich mir Sunny und Scream aus den Boxen, putzte auch sie und brachte sie zu Magic und Naboo. Naboo legte drohend die Ohren an, als Scream sich ihr näherte, meine Gründerstute versuchte nämlich des öfteren Naboo die Führposition streitig zu machen. Flair, Fairy und Aimiliani nahm ich zu dritt mit. Besonders lang brauchte ich für Aimiliani's Langhaar, doch schließlich fiel es ihr wie gewohnt in seidigen Wellen über den Hals.
      "So meine Süßen, genießt euren freien Tag, morgen wird wieder gearbeitet!", sagte ich liebevoll.

      ~ Walk of Fame ~
      Nun war Walk of Fame - Cheeky's Mutter- an der Reihe. Die schöne Schimmelstute hatte nach dem Cheeky abgesetzt worden war einen ziemlich giftigen Charakter entwickelt, sodass ich sie seither nicht mehr hatte decken lassen. Vielleicht eignete sie sich einfach nicht als Zuchtstute und ich war ernsthaft am überlegen, ob ich sie nicht aus der Zucht herausnehmen sollte. Allerdings war Fame so schwierig, dass ich sie kaum verkaufen konnte, zumal ich auch nicht wusste, ob ich das übers Herz bringen würde. Ich holte meine wunderschöne Stute aus der Box und säuberte ihr Fell. Dann sattelte ich sie flott auf. Dies war der erste Ritt auf dem neuen Hof und obwohl ich Fame jeden Tag so viel wie möglich bewegte, wusste ich, dass ich mich gleich auf einem Pulverfass befinden würde. Das letzte Mal als ich die schöne Stute geritten war, hatte sie mir den Arm gebrochen und ich war gespannt, ob ich heute heil von ihr herunter kommen würde. In der Halle angekommen, stellte ich Fame auf der Mittellinie auf, gurtete nach und schwang mich in den Sattel. Die Stute schlug mit dem Kopf und drängte vorwärts, so dass wir erst einmal eine gute Viertelstunde brauchten, bis sie lange genug still stand, dass ich zufrieden war und sie antreten ließ. "Fame also ehrlich! Ein Fohlen und du hast deine kompletten Manieren vergessen? Das kann doch wirklich nicht sein!", schimpfte ich mit ihr. In der Tat war Fame schon immer temperamentvoll , jedoch immer kontrollierbar und gut erzogen gewesen. Nun aber hatte ich zunehmend das Gefühl, dass sie mir die Trennung von ihrem Sohn immer noch übel nahm. Ich ließ sie im Schritt antreten und hatte bereits eine halbe Runde später wieder mit ihr zu kämpfen. Sie wollte nicht durch die Ecke gehen, also schlug sie mit dem Kopf und stieg sogar vorne hoch. Das dumme an der Sache war einfach, dass sie mich das letzte Mal abgeworfen hatte und ich danach wegen dem Bruch und dem Umzug sehr lange nicht mehr geritten war. Nun dachte sie wahrscheinlich, wenn sie mich wieder von ihrem Rücken bekam, hätte noch erneut gewonnen. "So nicht Fame!", sagte ich verbissen und ließ sie antraben. Alle paar Minuten rannte Fame ohne Grund los und schlug Haken in der Halle. Ich war mir klar, dass an eine ernsthafte Dressurstunde heute nicht zu denken war, aber wenn Fame merkte, dass ich nicht einfach klein beigab, regte sie sich vielleicht wieder ab. Ich nahm die Zügel kürzer und konzentrierte mich einfach nur darauf, im Sattel zu bleiben. Fame hatte eine extrem gute Ausdauer, doch irgendwann wurden ihre Sätze kleiner und ihre Ausbrüche seltener. Nun war ich dran. Ich ließ Fame ein paar Bahnfiguren traben, parierte dann zum Schritt und schließlich zum Halten durch und lobte sie ausgiebig. Dann stieg ich ab und führte die nassgeschwitzte Stute eine ganze Weile durch die Halle, bevor ich sie ordentlich versorgte und auf die Koppel brachte.

      ~ Isola della Pirateria ~
      Als letztes war nun meine Rappstute Isola della Pirateria an der Reihe. Ich wollte langsam beginnen das scheue Pferd mit Sattel und Trense vertraut zu machen. Isola war schon recht alt um eingeritten zu werden, doch da ich solange gebraucht hatte, um ihr Vertrauen vom Boden aus zu gewinnen, wollte ich es langsam angehen lassen. "Hallo meine Schönheit! Na wie geht es uns denn heute?", säuselte ich liebevoll, während ich äußerst bedacht und langsam Isola's Box betrat. Die Stute ließ mich zwar mittlerweile an sich heran, doch wenn man sich zu schnell oder unvorhersehbar bewegte, lief man immer noch Gefahr, zwei Hufe entgegen gedonnert zu bekommen. Genau deshalb stand heute auch mal wieder ein Gelassenheitstraining auf dem Plan. Ich war noch nie mit Isola spazieren gewesen, doch selbst in der Halle war die junge Stute eine Herausforderung. Ich war wirklich heil froh, dass die Richter ihr Potenzial auch so erkannt und sie gekört hatten. Ich streifte Isola das Halfter über und führte die Schönheit auf den Putzplatz. Auch dort war sie erst einige wenige Male gewesen, doch von nun an, wollte ich sie immer dort fertig machen. Isola drehte nervös die Ohren und zuckte wie immer bei jedem Geräusch zusammen. Ich seufzte. So angespannt hatte ich sie schon länger nicht mehr erlebt, doch das Stütchen schien eben auch gute und schlechte Tage zu haben. Ich machte mich schon einmal darauf gefasst,das heute wohl eher letzteres der Fall war.
      Nachdem ich eine halbe Stunde an Isola herumgeputzt hatte - was eine heiden Arbeit gewesen war, da die Stute die ganze Zeit am Tänzeln war - band ich sie los und führte sie in die Halle. Isola trippelte neben mir her und sah sich aufmerksam um. Ich hakte den Strick aus und ließ sie um mich herum gehen. Isola gehorchte mittlerweile sehr gut, außer sie hörte etwas potenziell gefährliches. In diesem Moment krachte es draußen. Isola legte die Ohren flach an den Kopf und stürmte los. Oh verdammt. Ich versuchte ruhig zu bleiben und sagte immer wieder: "Brrr Isola, steeeh. Ist ja gut mein Mädchen." Als es jedoch kurz darauf auf dem Hof erneut laut wurde, war mir klar, dass Isola sich so schnell nicht beruhigen würde. Nachdem sie mich fast über den Haufen gerannt hätte, rettete ich mich auf die Tibüne und betete insgeheim, dass sie nicht wieder gegen die Bande lief. Immerhin hatte sie dies schon mal fertig gebracht. Naja. Alles besser , als wenn sie wieder in der Longe hängen geblieben wäre. Isola hatte sich mittlerweile einigermaßen beruhigt und stand zitternd und nass geschwitzt in einer Ecke der Bahn. Ich erhob mich und ging so langsam wie möglich auf sie zu. Nach ein paar Minuten kam einer meiner Stallburschen mit hochrotem Gesicht in die Halle. Isola quiekte und raste erneut um sich tretend los. Der Stallbursche wurde unter meinem Blick kalkweiß und stammelte irgendwelche Entschuldigungen. Ich gab ihm mit einem Wink zu verstehen, dass er verschwinden sollte und widmete mich wieder der rasenden Isola. Normalerweise war ich eine wirklich freundliche Arbeitgeberin, doch wenn es um das Wohl meiner Pferde ging,konnte ich durchaus biestig werden. Hoffentlich hatten die eine gute Erklärung für den Lärm von vorhin. Nachdem ich es endlich wieder geschafft hatte, Isola einzufangen, machte ich nur noch ein paar Schrittübungen mit ihr. Die Ärmste war auch so schon fertig genug. Dann verließ ich die Halle, rieb Isola trocken und brachte sie für die Nacht auf die Weide zu den anderen.
      Anschließend betrat ich den Stall, indem es sofort totenstill wurde. "Was zur Hölle war da vorhin los?", fragte ich mit bebender Stimme. Als ich endlich eine Antwort bekam, war es der Junge, der vorhin Isola abermals zum Durchdrehen gebracht hatte. "Ich ahm wir...also uns..." Als ich ihn scharf ansah, riss er sich zusammen und ratterte los: "Wir wollten Heu aus der Scheune holen und dabei muss wohl ein Ballen aus dem Gleichgewicht gekommen sein und ist umgefallen..."
      "Aus dem Gleichgewicht gekommen? Was habt ihr gemacht? Den kompletten unteren Ballen abgetragen?", fragte ich ungläubig. Nachdem ich in lauter betretene Gesichter schaute, seufzte ich, drehte mich auf dem Absatz um und ging. Hätte ich noch etwas gesagt, wäre es sowieso nicht allzu freundlich gewesen.

    • Sammy
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      New Forest Ponies - Monatsbericht September 2013

      Hollybrook's Cheeky Jot & Caspar
      "Guten Morgen meine Schätze!", rief ich laut als ich meinen New Forest Pony Stall betrat. Sofort schallte mir ein mehrstimmiges Begrüßungsgewieher entgegen und ich musste lachen. Obwohl es erst sieben Uhr morgens war, waren meine beiden Pfleger bereits dabei die Boxen auszumisten. Gefüttert hatten sie schon. Ich überlegte kurz und schnappte mir dann das Halfter meines Gründerhengstes Caspar. Der gute hatte heute frei, da er in den letzten Wochen in der Dressur, im Springen und im Fahren trainiert worden war und sich eine Pause mehr als verdient hatte. Caspar trabte sofort mit anmutigen Tritten über seine Koppel und wieder einmal viel mir seine Ähnlichkeit mit seinen Nachkommen Caradoc und Cheeky Jot auf. Ein lautstarkes Wiehern riss mich aus meinen Gedanken und ich lachte. Wenn man an den Teufel denkt!
      Ich ging zurück zum Stall und kam kurz darauf mit meinem erfolgreichsten Zuchthengst Hollybrook's Cheeky Jot wieder heraus. Der junge Hengst war mein ganz besonderer Liebling und das wusste er auch. Mittlerweile hatte er zwei Fohlen , in welche ich große Hoffnungen setzte - vor allem in seinen Sohn Casanova. Ich befreite Cheeky von seiner Stalldecke und ließ ihn ebenfalls auf eine der Hengstkoppeln. Sofort drehte der Hengst seine Runden und blieb irgendwann enttäuscht stehen, als er merkte, dass weder Stuten noch andere Bewunderer in der Nähe waren. Ich schüttelte lachend den Kopf, als Cheeky wieder auf mich zu kam, so a la: "Hier ist nichts los. Jetzt bist du dran, hopp, beschäftige mich!"
      "Nein Cheeky Schatz! Du hattest gestern Training und morgen geht's mit deinem Springtraining für die Klasse S weiter! Du brauchst auch mal einen Tag Entspannung, glaub mir!", tröstete ich den Hengst und ging wieder in den Stall, wohl wissend, dass Cheeky jeder meiner Bewegungen folgte.

      BMs Caradoc
      Nun war Caspar's Sohn Blue Moon's Caradoc an der Reihe. Ich holte meinen gut ausgebildeten Scheckhengst aus seiner Box und überlegte kurz, während ich ihn zum Putzplatz brachte. "Was tun wir denn heute, mein Schöner?", fragte ich den Hengst, der stolz seinen Hals wölbte, als ich ihn an den Stuten vorbei führte. Ich putzte und sattelte Caradoc flott auf und führte ihn dann zum Springplatz. Cheeky's Vater ging im Springen immerhin bereits Klasse S' und ich wollte den eleganten Hengst unbedingt einmal wieder Springen sehen. Ich wärmte Caradoc gut auf, wobei ich etwas Mühe hatte, seine Aufmerksamkeit bei mir zu halten. Andauernd schielte er zu meinen Stuten hinüber und ich musste ihn ganz schön beschäftigen, bis er sich endlich voll und ganz auf mich konzentrierte. Dann ritt ich als Einstieg über Trabstangen und Cavaletti, bevor ich mich langsam an die Hindernisse wagte. Auch dort steigerten wir allmählich die Höhe, bis wir schließlich auf S-Niveau angekommen waren. "Danke Anna! Ich nehme jetzt noch einmal den Parcours und dann ist Schluss für heute!", rief ich meiner neuen Pflegerin zu, die mir die Hindernisse höher gestellt hatte. Dann galoppierte ich Caradoc an. Der Hengst war nun voll auf die Sprünge konzentriert und ich spürte seine mühsam gebündelte Energie unter mir. Caradoc war schon immer ein kleines Pulverfass gewesen. Wenn man seine Energie jedoch in die richtigen Bahnen lenken konnte, war er einfach ein wundervolles Pferd. Wir flogen über den ersten Sprung, einen Steilsprung, setzten dann über einen rießigen Oxer und ritten anschließend auf den 4 Meter breiten Wassergraben zu. Ich ließ Caradoc mehr Tempo aufnehmen und schon hob der junge Hengst ab. Ich dachte schon wir würden nie mehr auf der anderen Seite aufkommen. Nun war die dreifache Kombination dran, danach ein Bürstensprung, ein weiterer Steilsprung und zum Abschluss die Tripplebarre. Ich ließ Caradoc noch ein paar Schritte ausgaloppieren und parierte ihn dann zum Schritt durch, um ihn trocken zu reiten. Anna stand mit glänzenden Augen am Zaun: "Wow das war großartig! Ich hätte nicht gedacht, dass Caradoc so springt!" Ich lächelte ihr zu und ritt Caradoc gut trocken, bevor ich ihn liebevoll versorgte und dann auf seine Hengstkoppel brachte.

      Orfino
      Als nächstes wollte ich mit Orfino arbeiten. Der gutmütige Palominohengst hatte bereits viele Schleifen gesammelt und ich wollte ihn diese Saison endlich wieder einsetzen. Es war noch kein Jahr her, da hatte Flair mir den wunderschönen Hengst geschenkt. Sie hatte ihn aus schlechter Haltung und ich hatte seitdem viel mit dem Palomino gearbeitet. Mittlerweile war Orfino wieder völlig gesund und arbeitete auch mit Spaß und willig mit.
      "Hallo du Schöner. Wir machen heute ein bisschen Dressur mit dir und ab nächste Woche wirst du dann trainiert! Ich denke du bist soweit!", sagte ich lächelnd zu dem New Forest Pony, während ich es aus seiner Box führte und am Putzplatz anband. "Bald wird dein erstes Fohlen auf die Welt kommen. Ich bin ja schon so gespannt. Bei dir und Magical Moment als Eltern müsste da ja ein Prachfohlen herauskommen!" Orfino nickte mit dem Kopf und wieherte laut. Ich lachte und lief mit dem Hengst in die Halle, nachdem ich ihn gesattelt hatte. In der Dressur war er erst auf Klasse A trainiert und ich wollte heute mal sehen, ob er bereit für weiteres Training war. Zuerst wärmte ich Orfino gut auf und galoppierte ihn ab. Ich ritt viele Wendungen und Biegungen und stellte erfreut fest, dass Orfi super mitarbeitete und voll bei der Sache war. Anders als meine Jungspunde Caradoc und Cheeky ließ Orfino sich nicht ablenken. Ich würde ihn nun noch zwei oder drei Jahre auf Turniere schicken und danach durfte er als reiner Zuchthengst arbeiten. Dann war Orfino 15 Jahre alt. Ich übte nun Seitengänge und Tempo-Wechsel mit ihm und beschloss erst nach einer guten Stunde Training aufzuhören. Also ritt ich den Palomino trocken, versorgte ihn und stellte ihn zu Ojos Azules und den anderen verträglichen Hengsten. Amüsiert beobachtete ich, dass Cheeky und Valentine am Zaun nebeneinander hergaloppierten und fasste nun den endgültigen Entschluss, die beiden mal zusammen auf eine Koppel zu stellen.

      Hollybrook's Classic Moment, Hollybrook's Casanova & Everybody's Darling
      Nun waren meine Babies an der Reihe. Liebevoll wuschelte ich meinen drei Fohlen Classic Moment, Casanova und Everybody's Darling durch die kurzen Mähnen und führte die drei dann gemeinsam hinaus. Classic war schon sehr gut erzogen, Nova meistens auch und Darling folgte mir sowieso wie ein kleiner Hund. Ich putzte alle drei gründlich und nahm auch jeden ihrer kleinen Hufe hoch, um sie schon einmal an das spätere Hufe geben zu gewöhnen. Dann brachte ich meine Schätze auf die Koppeln, da alle in der nächsten Woche für eine Fohlenschau angemeldet waren und ich sie deshalb noch schonen wollte. Vorbereitet waren nämlich alle prächtig. Moment und Nova kamen zu meinem Barockpinto-Marwari-Hengstfohlen San Salvador und Darling durfte zu Inspiration und Pleasure. Ich sah meinen Schätzen noch ein wenig zu und wandte mich dann dem Rest meiner Pferde zu.

      Hollybrook's Bloody Valentine
      Ich gähnte und ging zur Box meines Nachwuchspferdes Hollybrook's Bloody Valentine. Der Hengst war mittlerweile einfach zu alt, um bei den Fohlen zu stehen und außerdem sollte bald seine Ausbildung zum Reitpferd beginnen. Er hatte sich sehr gut entwickelt und ich hoffte ihn eines Tages in meiner Zucht einsetzen zu können - seine Fellfarbe war ein absoluter Hingucker und mit seiner Abstammung und seinem Talent sollte er auch keine Probleme haben, wunderbare Nachkommen zu zeugen. Mittlerweile sah man auch kaum noch die Rippen durch sein Fell scheinen und so langsam begann er auch Muskeln aufzubauen. Nur an seiner Zutraulichkeit musste sich noch ein großes Stück ändern, denn vorher wollte ich Valentine nicht anreiten. Seit ich ihn aus seinem schrecklichen Heim gerettet hatte, hatte er zwr schon eine gute Entwicklung durchgemacht, doch es lag immer noch viel Arbeit vor uns. Ich halfterte den Tigerschecken auf und führte ihn aus der Box, um ihn gründlich zu putzen. Immerhin reagierte Valentine nicht mehr aggressiv - das war schon einmal ein großer Fortschritt. Behutsam verlas ich seinen Schweif. legte ihm Gamaschen an und hakte zum Schluss mein vier-Meter-Seil in sein Halfter ein. "Heute gehen wir ein bisschen spazieren, mein Schöner. Vielleicht lernst du ja dadurch endlich wieder mir zu vertrauen." Mir tat es schrecklich weh, was aus diesem einst so vertrauensvollen und kräftigem Hengstfohlen geworden war und ich würde alles daran setzen, Bloody Valentine seine frühere Selbstsicherheit zurück zu geben. Ich führte ihn den Waldweg entlang und registrierte erleichtert, dass Valentine sich neugierig nach allen Seiten hin umsah. Er schien aber weder nervös zu sein, noch machte er irgendwelche Mätzchen, als ein Hase vor unseren Füßen vorbei sprang. Ich lobte ihn ausgiebig, als wir nach einer guten dreiviertel Stunde wieder auf dem Hof ankamen und konnte es kaum fassen, als Valentine seinen schönen Kopf an mir rieb! Fröhlich brachte ich den Hengst auf die Weide zwischen Cheeky Jot und Caspar. Wenn ich erst einmal herausgefunden hatte, wie er sich mit anderen Hengsten vertrug, konnte ich ihn vielleicht mit meinen ruhigeren Gesellen Ojos Azules, Fair Prince, Intolerable Life und Branagorn zusammen stellen. Zu meiner großen Überraschung ging Cheeky an den Zaun und streckte neugierig seinen Kopf darüber. Valentine beachtete ihn zunächst nicht, bis Cheeky ein ungehaltenes Wiehern ausstieß. Entgeistert starrte ich meinen besten Zuchthengst an. Cheeky hasste andere Hengst normalerweise wie die Pest. Vielleicht war es einen Versuch wert, die beiden in den nächsten Tagen mal probehalber zusammen zu stellen....

      Naboo & Precious Scream
      Als nächstes war meine Rappscheckstute Naboo an der Reihe.
      Die junge Stute sollte dieses Jahr kein Fohlen bekommen, da ich mich erst einmal ganz ihrem Training widmen wollte. Sie würde ich erst nächstes Jahr decken lassen - vielleicht war ja Bloody Valentine bis dorthin gekört, das würde sicherlich ein interessantes Fohlen geben. Als ich gerade mit einem Tuch über Naboo's glänzendes Fell fuhr, kam Eddi auf den Hof gelaufen. "Hey! Ich dachte ich schau mal was du so treibst!", lachte sie. "Ich wollte gerade mit Naboo eine Runde im Gelände drehen. Wenn du willst, kannst du mitkommen, ich hab allerdings heute nur noch Precious Scream, die bewegt werden müsste. Es könnte also ein recht rasanter Ritt werden.", gab ich fröhlich zurück. Meine Falbscheckstute war manchmal genauso unberechenbar wie Naboo. Außerdem mochten sich die beiden Stuten nicht gerade - Naboo kommandierte Scream dauernd herum und Scream versuchte beinahe täglich der Leitstute ihre Position streitig zu machen. Ich seufzte, gurtete nach und schwang mich in den Sattel, als Eddi auch fertig war.
      "Vermutlich ist es für die beiden ein ganz gutes Training. Lass uns meine übliche Galoppstrecke heute im Trab reiten und irgendwo anders galoppieren. Ich will nicht, dass die beiden jedes Mal schon los schießen, wenn sie nur die Strecke sehen!", sagte ich zu Eddi, während wir im Schritt vom Hof ritten.
      Als wir besagte Strecke erreichten riss Naboo den Kopf hoch und versuchte mir die Zügel aus der Hand zu ziehen. Als ich nicht nachgab, rammte die Stute die Beine in den Boden, ging rückwärts und schwang dann das Hinterteil herum, auf Eddi und Precious Scream zu. "Naboo! Hör auf damit!", rief ich und gab der Stute einen Klaps auf den Hintern. Aus den Augenwinkeln sah ich, dass Scream sich von Naboo anstecken ließ und nervös mit den schönen Augen rollte. Ich verkürzte die Zügel und sagte: "Na los Eddi, traben wir an. Aber pass gut auf, ich glaube das wird kein leichter Plan!" Eddi grinste und gab Scream die Hilfen zum Antraben. Sofort schoss die Stute an Naboo vorbei. Die legte die Ohren an und wollte ihr hinter her setzen, doch ich zwang sie in eine Volte und trabte erst dann an. Dabei hatte ich alle Mühe Naboo zurück zu halten und wie es aussah, ging es Eddi mit Scream nicht anders. Als wir die Stuten schließlich am Ende des Weges zum Schritt durchparierten, waren beide nass geschwitzt, da sie sich so dagegen gesträubt hatten, zu traben. "Meine güte ihr zwei, regt euch wieder ab. Wir galoppieren schon noch, aber dann wenn wir es wollen, okay?", schalt ich die beiden. Eddi sah ebenfalls ziemlich fertig aus und auch mir taten die Arme weh, da Naboo die ganze Zeit an den Zügeln gerissen und mit dem Kopf geschlagen hatte.
      Wir ritten nun eine ganze Weile im Schritt, bis wir schließlich eine rießige, eben Gerade erreichten. "Wow was ist denn das? Hier war ich ja noch nie!", staunte Eddi. "Ich weiß! Das wird meine Galopprennbahn. Siehst du, wir sind im Kreis geritten und fast wieder am Hof", klärte ich sie auf. Eddi grinste. "Lass mich raten, da reiten wir jetzt?", fragte sie dann. ich nickte und wir ritten auf den Sand der Bahn. Naboo uns Scream spielten etwas nervös mit den Ohren. Die Innenrails waren bereits fertig, nur außen fehlte die Begrenzung noch. Die Bahn war eine Meile lang, also völlig ausreichend, um die beiden Damen mal ordentlich auszupowern.
      Eddi und ich stellten uns nebeneinander und auf mein Kommando schossen die Pferde vorwärts. Der Wind wehte uns die Haare aus dem Gesicht und Scream's Mähne umspielte Eddi's Finger. Ich lehnte mich noch weiter über Naboo's Hals und die Stute verlängerte ihre Schritte. Wir flogen nur so dahin und viel zu schnell hatten wir die Bahn einmal umrundet. Ich setzte mich zurück und parierte Naboo durch. Kurz darauf machte Eddi das gleiche mit Scream. "Wow, das war super! Und Scream war ja schon schnell, aber Naboo? Bist du sicher, dass die nicht doch eigentlich hätte Rennpferd werden sollen?", fragte Eddi lachend. Ich schüttelte den Kopf: "Glaub mir, gegen Sahira und die anderen hat sie nicht den Hauch einer Chance." Wir ritten die Pferde im Schritt um die Bahn und versorgten sie schließlich wieder am Gestüt.

      Walk of Fame, Isola della Pirateria, Golden Flair, Aimiliani, Magical Moment, Thousand Sunny & Fairylike Facility
      Nun kümmerte ich mich um meine New Forest Damen, die heute nicht geritten wurden. Fairylike Facility, Walk of Fame und Isola hatte ich die letzten Tage gearbeitet und die restlichen vier Stuten waren trächtig. Magical Moment war von Orfino gedeckt worden und sie war wohl auch die erste, die Fohlen würde. Golden Flair erwartete ein Fohlen von Cheeky, Aimiliani ebenfalls und Thousand Sunny war von Caradoc gedeckt worden. Ich war auf alle vier Fohlen sehr gespannt, da ich hoffte neben tollen Charakteren und gutem Potenzial auch interessante Fellfarben heraus zu bekommen. Ich holte immer zwei Stuten zusammen aus ihren Boxen, putzte sie ordentlich und brachte sie dann auf die große Stutenkoppel. So bald meine vier Mama geworden waren, würden sie eine extra Koppel bekommen, bis ihre Kleinen alt genug waren, um sich ein wenig gegen die anderen Stuten zur Wehr setzen zu können.
    • Zaii
      Hufschmiede 'Ferro Di Cavallo'

      [SIZE=10.5pt]Noch während der Motor meines Autos lief trat Sammy mir aus einem der vielen Ställe entgegen. Wir begrüßten uns und Sammy bot sofort an, mir einen Teil des Werkzeugs abzunehmen. So liefen Sammy, mit Hufbock, und ich mit Schürze und der Werkzeugkiste in der Hand zu meinem ersten Kunden. Cuchara war eine Andalusierstute, wie mir Sammy erzählte und im besten Alter. Ich räumte mir das Werkzeug vor dem Stall zu Recht, währenddessen trat Sammy mit dem schicken Rotschimmel aus dem Stall. Mit gespitzten Ohren und aufmerksam neben ihrer Besitzerin her tänzelnd, präsentierte mir Cuchara wunderschöne, für die Dressur perfekte Gänge. Nachdem Sammy mir die Stute im Schritt und Trab vorgeführt hatte, führte sie sie auf den Putzplatz und band sie an. Ich stellte mich der Stute mit einem Leckerli vor und nachdem ich mir meine Schürze umgebunden hatte, begann ich unter Cucharas kritischem Blick, den ersten Huf zu säubern und ihn anschließend auf den Hufbock zu stellen, um ihn zu korrigieren. Zunächst kürzte ich die Hufwand mit Hilfe von Schlageisen und Klinge. Anschließend schnitt ich das Zerfallshorn aus der Sohle, danach wurde die Hufwand platt geraspelt. Nachdem ich kleine entstandene Ecken ausgeglichen hatte war Cucharas erster Huf bereits fertig und ich stellte ihn wieder vom Hufbock. Während Sammy den Mut ihrer Stute lobte, korrigierte ich nach und nach Cucharas andere Hufe. Schnell beendete ich meine Arbeit und auch nach der Behandlung zeigte Cuchara schwungvolle, klare Gänge. Ich war zufrieden mit der spanischen Dame und während ich Cuchara zurück in ihre Box führte, machte Sammy sich auf den Weg zu einem anderen Stallgebäude, welches sie schon bald wieder mit einem schicken Braunen neben sich verließ. Nachdem ich die Gänge des ausgesprochen gelassenen Vollbluts begutachtete hatte, stellte Sammy mir die Stute mit Namen Melody’s Girl vor und auch ich begrüßte den Araber mit einem Leckerli. Ich war überrascht, wie entspannt die Stute war und auch Sammy bestätigte mir während der Hufbehandlung, dass Melody’s Girl, rasseuntypisch, nur schwer aus der Ruhe zu bringen war. Schnell hatte ich mich um alle vier Hufe gekümmert, die harten, kleinen Hufe der Stute waren gesund und erforderten keine große Behandlung. Ich lobte die Dreijährige nach getaner Arbeit und Sammy, wie auch ich, waren mit dem Gangwerk des Vollblüters zufrieden. Ich verabschiedete die Braune und wartete am Putzplatz, während Sammy mir aus einem dritten Stall meinen letzten Kunden holte. Der Tigerschecke schien auf Sammy fixiert und versteckte seinen schmalen Körper hinter seiner Besitzerin. Sammy erzählte mir die Geschichte des noch jungen Hengstes und ich war begeistert, wie gut sich Valentine, so der Rufname des Hengstes, bereits wieder gemacht hatte. Trotzdem schien er mir gegenüber noch sehr misstrauisch und so beschlossen Sammy und ich, dass ich mir erst mal die Gänge des New Forest Ponies ansehen würde und dann langsam Kontakt aufnehmen würde. Der junge Hengst sollte schließlich nicht überfordert werden und seinen ersten Hufschmiedsbesuch seit längerem in guter Erinnerung behalten. Valentines Ohren zuckten in Sammys Richtung, als diese ihn mit ihrer Stimme zunächst zum Schritt und anschließend zum Trab aufforderte. Es dauerte einige Augenblicke, bis der Schecke sich in Bewegung setzte, doch dann präsentierte er mir schöne, klare Gänge, welche für eine gute Abstammung und viel Potential sprachen. Nachdem Sammy den Hengst auf dem Putzplatz angebunden hatte, begannen wir, uns zu unterhalten, den Hengst beachtete ich zunächst gar nicht weiter. Als dieser nach einiger Zeit den Kopf an Sammy lehnte und entspannt ein Bein entlastete, wagte ich mich daran, Kontakt mit Valentine aufzunehmen und nach einigen zögerlichen Versuchen nahm er sogar ein Leckerli von mir an. Damit schien er mich zumindest zu tolerieren und so begann ich damit, am linken Vorderbein des Hengstes entlang zu fahren und anschließend zu testen, wie Valentine auf Druck an Bein und Huf reagierte. Zu meiner Überraschung gab der Dreijährige mir seinen Huf sofort und während Sammy ihren Schützling sofort lobte, begann ich damit, den Huf zu säubern und anschließend die Hufwand wieder auf ein gesundes Maß zu kürzen. Die Zeit der Vernachlässigung hatte an allen vier Hufen Spuren hinterlassen, so war die Hufwand teils eingerissen und aus den Sohlen konnte viel Zerfallshorn entfernt werden. Tapfer machte Valentine die Behandlung mit, gelegentliche Pausen und Runden über den Hof waren zu verzeihen. Ich lobte den Hengst abschließend mit einem Leckerli, zu aufdringlich wollte ich nicht sein. Während Sammy dem schönen Hengst den Mähnenkamm kraulte, machte ich mich daran, mein Werkzeug zu verstauen und alles zurück ins Auto zu tragen. Danach kam ich nochmal zurück, um mich von Sammy zu verabschieden und während diese Valentine wieder zurück in seine Box führte, fuhr ich wieder vom Hof, immer noch fasziniert von Sammy und ihrem Valentine.[/SIZE]
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  • Album:
    Verkaufsstall
    Hochgeladen von:
    Sammy
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    27 Juni 2013
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  • Hollybrook's Bloody Valentine
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    [engl.: Hollybrook's blutiger Valentinsgruß]
    Spitzname: Welli


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    ~ Abstammung ~
    Von:
    BMs Caradoc
    V: Caspar
    M: Precious Scream

    Aus der:Eisvögelchen
    V: Seeteufel
    M: Zauberhörnchen


    --------------------------------------------------

    Rasse: New Forest Pony
    Geschlecht: Hengst
    Geburtsdatum: 16. April 2010
    Stockmaß: 1.44 m
    Fellfarbe: Tigerschecke
    Kopfabzeichen: ///
    Beinabzeichen: ///

    --------------------------------------------------

    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Bloody Valentine hat in seinem kurzen Leben schon einiges mitmachen müssen. Nach seiner Geburt war er aufgeschlossen und sehr menschenbezogen. Nun ist der Junghengst eher zurückhaltend, Menschen und auch anderen Pferden gegenüber. Hat man sein Vertrauen aber erst einmal erobert, zeigt Valentine seinen Charme und macht seiner Abstammung alle Ehre.
    --------------------------------------------------

    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: Nano (Himmel für ungepflegte Pferde)
    Ersteller: Sammy
    Vkr: ///

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    ~ Qualifikationen ~
    Dressur:
    A
    Springen: A
    Military: A
    Fahren: A

    --------------------------------------------------
    ~ Schleifen ~

    Gewinner der HK [452] Alle Rassen
    1. Platz beim 182. Fahrturnier für Vierspänner
    3. Platz beim 261. Springturnier
    2. Platz beim 246. Dressurturnier
    3. Platz beim 168. Militaryturnier

    --------------------------------------------------

    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig:
    Nein
    Nachkommen:
    Hollybrook's Arce - Stute - a.d. Ameya
    Geschwister:
    Hollybrook's Cheeky Jot

    Bloody als Fohlen:
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