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Flakies

Hofplan

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Flakies, 18 Sep. 2013
    • Flakies
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      Ich gähnte und streckte mich im weißen Plastikstuhl, während die Abendsonne in mein Gesicht schien. Zufrieden lächelte ich.
      „Prost“, meinte Christian schmunzelnd und trank einen Schluck Bier.
      „Ich danke dir für heute“, sagte ich.
      „Kein Problem. Habe ja sowieso nichts Besseres zu tun als deine ollen Pferde herumzukutschieren.“
      Ich lachte. „Müssen wir die Transporter schon heute wieder zurückbringen?“
      Christian nickte nur, da er sich in diesem Moment eine Zigarette anzündete.
      Ich stöhnte auf, da ich eigentlich nur noch in mein Bett wollte.
      „Lass mich noch austrinken und dann können wir los", meinte Christian.

      Ich sprang auf, ging ein paar Meter nach vorne und drehte mich um. Ich betrachtete den Schuppen, der hinter Christian stand und musste lächeln. Die Konstruktion ist zwar wetterfest, doch sieht trotzdem ziemlich verkommen aus. In der Mitte befindet sich die Eingangstür aus Stahl. Der Schließmechanismus lässt sich schwer betätigen, doch solange er funktionstüchtig ist, muss daran nichts geändert werden. Die Tür stand offen. Ein Keil aus Holz hielt sie in dieser Position. Die Öffnung ließ in den Flur blicken. Ganz klein. Sicherlich nicht einmal einen Quadratmeter groß. Rechts und links befindet sich jeweils ein Durchbruch. Die linke Seite führt zur zukünftigen Sattelkammer. Momentan habe ich die neu angeschafften Sättel, Trensen, Decken, das Futter und so weiter, einfach in einer Ecke des Raumes gelagert.
      Geht man zur rechten Seite des Schuppens, gelangt man in einen leeren Raum. Ich würde ihn als Gemeinschaftsraum bezeichnen. In nächster Zeit werde ich eine kleine provisorische Küche hineinstellen und einen Tisch, um mit meinen Freunden dort zusammen zu sitzen.

      Langsam drehte ich mich um meine eigene Achse, um einen Rundumblick zu erhaschen. Dieses Grundstück gehörte nun mir. Mir ganz allein. Ich grinste Christian ganz stolz an und brachte ihn auf diesem Wege zum Lachen. "Halt die Klappe!", rief ich ihm neckisch zu und hüpfte zum Stall.
      "Hallo ihr Hübschen." Apha und Little brachten wir nach unserer Ankunft sofort in ihre Ställe. Die zwei waren ziemlich erschöpft von der langen Fahrt. Ich streichelte Apha über den Nasenrücken, da ich zu seiner Box einen kürzeren weg hatte. Little stand zwei Boxen weiter.
      Da Apha nicht kastriert ist, habe ich mir vor dem Kauf der Beiden etwas Sorgen gemacht, ob er sich benimmt im Stall. Denn für ihn habe ich keine Ausweichunterkunft. Doch dies werde ich sicherlich erst morgen bemerken, da dem Hengst schon fast die Augen zufallen.
      Die Boxen von Apha und Little sind die einzigen, die nicht repariert werden müssen. Der Stall ist etwas verkommen, aus Holz zusammengekleistert und undicht. Doch das wird alles so schnell wie nur möglich behoben.
      Nachdem ich Little mit meinen Fingern noch kurz durch die Mähne fuhr, verließ ich den Stall wieder. Christian stand schon an den Autos und putzte seine Brille. Er übergab mir meine Handtasche und den Schlüssel des VW, stieg in das andere Auto und startete den Motor.
      Schelmisch grinste er durch die Scheibe. Ich fluchte nur, da der VW mindestens 20 Jahre alt ist und keine Servo hat. Auf dem Weg hierher fuhr Christian mit dieser Karre. Jetzt wollte er mich ärgern, indem er mich damit fahren lässt.
      Er fuhr vor und ich folgte. Man hätte glatt denken können, ich säße in einem Traktor, so laut hat das Fahrzeug getuckert. Als wir das Grundstück verließen, hupte ich meinen Pferden zum Abschied.
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      "Du bist ein so wunderschöne Stute", flüsterte ich ihr zu, während ich ihr das Halfter abnahm. Doch meine träumerische Stimmung hielt nicht lange an, denn Bella wollte wieder aus der Box stürmen, als ich diese öffnete. "Hey!" sagte ich lachend und hielt sie zurück. Schnell schlüpfte ich hinaus und verriegelte die Tür. "Freches Ding."
      Ich wollte ihr den Kopf streicheln, doch Bella wich aus und besichtigte die Box. Ich grinste und ließ sie allein. Erstmal brauchte sie etwas Eingewöhnungszeit, denn wir waren erst jetzt hier angekommen.
      Als ich aus dem Stall trat, schien mir die Abendsonne ins Gesicht. Ich legte Bellas Halfter beiseite und schnappte mir einen Führstrick. Schnellen Schrittes ging ich zur Koppel auf der The Little Bit I Didn't Lose stand und betrat diese. Little kam auf mich zu und folgte mir freudig. Ich denke sie erwartete eine kräftige Ladung Futter. Ich brachte sie in ihre Box, welche sich direkt neben Bellas befand. Little beachtete Bella vorerst nicht - vom Futter abgelenkt.
      Zu guter Letzt holte ich Apha von einer seperaten Koppel. Da er ja noch nicht kastriert war, war dies erstmal die beste Lösung. Apha wirkte schon bei der Ankunft mit Bella aufgeregt. Als wir im Stall ankamen, ließ er sich kaum in die Box führen, da er lieber den Neuankömmling "begrüßen" wollte.
      Ich seufzte, als Apha endlich still hielt. "Es wird Zeit für deine OP, Schätzchen."
      Auf dem Weg zum Auto konnte ich den Hengst noch immer wiehern und treten hören.

      Hoffentlich wird der Stress bald vorbei sein, sobald er kastriert ist...
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      "Heute kannst du mal zeigen was du kannst", flüsterte ich der Stute zu, während ich ihr den Halfter über den Kopf streifte und sie aus der Box führte. Der Putzkasten stand schon an seinem Platz und war einsatzbereit. Ich band Little an und nahm den Striegel in die Hand. Es war kein grober Dreck zu sehen, also strich ich ihr nur zärtlich über das Fell.
      Mit der Bürste befreite ich sie gründlich vom Staub. Little blieb ganz ruhig, bewegte sich kein Stück und hatte sich mit der Holzwand vor ihrer Nase schon angefreundet.
      Die Probleme traten wieder einmal auf, als ich den Hufkratzer nahm und ihr linkes Vorderbein anhob. Ich weiß nicht warum, aber nur bei diesem Bein fängt sie an mit den Beinen zu schlackern und macht Anstalten das Gleichgewicht zu verlieren. Drei Versuche hatte es gedauert, ihren Huf restlos auszukratzen. Trotzdem bekam sie von mir ein fettes Lob, da es wirklich den Anschein macht, dass sie mit dieser Seite arge Probleme hat. Das linke Hinterbein und die anderen Hufen waren schnell gesäubert. Um so mehr freute ich mich auf das heutige Training.
      Little bekam eine halbe Möhre von mir. Während sie diese verputzte, holte ich aus dem Schuppen den Sattel und das Zaumzeug. Da ich Little noch nie geritten bin, wollte ich vorher etwas testen. Ich stützte meinen Oberkörper auf ihrem Rücken ab. Little zuckte kurz, doch machte keine Anstalten dies negativ zu steigern. Ich nahm an, sie war lediglich so erschrocken, da sie lange kein Gewicht mehr auf ihrem Rücken spürte, also hob ich den Sattel behutsam hinauf und zog ihn in die richtige Position. Die Stute schaute mir interessiert zu.
      Es dauerte etwas länger ihr das Gebiss anzulegen, doch diese Hürde nahmen wir auch. Ich löste sie vom Strick und ging mit ihr auf den Reitplatz. Diesen hatte ich zuvor vom vielen Laub befreit, um ihn begehbar zu machen.
      Vorerst lief ich mit ihr ein paar Runden und joggte kurzweilig, um zu sehen, ob sie mir hinterhertrabt. Perfekt! Ich führte sie zur Mitte des Platzes und stieg auf. Kurz tippelte sie etwas umher, doch das legte sich schnell. Dafür gabs ein Tätscheln auf den Hals.
      Durch ein Schnalzen mit der Zunge und den nötigen Hilfen, verfiel sie in den Schritt. Ein paar Runden und ihr wurde langweilig. Little trabte öfters an, doch ich konnte sie "bändigen". Getrabt sollte noch nicht werden.
      Ich stoppte und versuchte sie im Kreis zu drehen. Nach kurzen Kommunikationsschwierigkeiten drehte sie sich. Und auch die andere Richtung brachte kaum Probleme. Ich ritt weiter, brachte sie des öfteren zum Stehen und drehte sie wieder.
      Nach ein paar Übungen durfte sie Traben. Diese Gangart ist sehr angenehm mit ihr. Sie durfte nicht mehr in den Schritt verfallen. Ich wollte sie auspowern...
      "Bist ne Gute", lobte ich sie, als ich abstieg. Am Putzplatz kratzte ich noch schnell den Schlamm aus ihren Hufen und sattelte sie ab.
      Ich holte Stroh aus ihrer Box und trocknete sie damit. Dann führte ich sie zur Weide.
      Auch Apha und Bella durften nun auf ihre Weiden und bekamen kleine Leckerlies.
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      Ich stieg aus dem Auto, warf meine Tasche schwungvoll in Richtung Schuppen und ging sofort zum Stall. Dieser sah schon viel schöner aus als er es im Herbst tat. Löcher wurden geflickt, Fenster eingesetzt und das Holz lackiert. Ich muss zugeben, ein wenig stolz bin ich ja auf mich.
      Mit dem Schlüssel öffnete ich das große Vorhängeschloss und ließ es auf den Boden fallen. "Guten Morgen ihr Hübschen!" rief ich meinen Pferden zu. Dabei bildete sich vor meinem Mund eine leichte Dunst-Wolke. Es war ziemlich kalt, doch dies brachte mich nicht um meine gute Laune. Sofort ging ich auf Apha's Box zu, öffnete sie und streifte ihm sein Halfter über den Kopf. Er wirkte etwas ausgelutscht, also motivierte ich ihn mit einem Schnalzen meiner der Zunge mir zu folgen. Lächelnd führte ich ihn auf den Putzplatz und band ihn dort an. "Nachher komm ich auf dich zurück", sagte ich während ich ihn noch kurz streichelte.
      Nun holte ich den Karren und die Mistgabel aus dem Schuppen, fuhr damit in den Stall und befreite Apha's Box von dem Stroh und Ammoniakgeruch. Danach holte ich die beiden Stuten aus ihren Nestern und brachte sie auf die Weide, welche momentan einem schwarzen Ödland gleichsah.
      Auch ihre Boxen wurden geleert und wieder mit weichem Stroh nachgefüllt. Die Arbeit war heute schnell getan, so dass der Spaß kommen konnte. Nachdem ich alle Utensilien wieder verstaut hatte, setzte ich einen Putzkasten neben Apha auf den Boden und verwöhnte den Großen mal kräftig. Er genoss es sichtlich - zumindest für kurze Zeit, denn er wird immer schnell hibbelig.
      Noch immer wurde er nicht kastriert und er tut mir jedes Mal so leid, wenn er allein auf seiner Weide steht. Aber hier in der Gegend möchte kein Tierarzt die Kastration durchführen. Ich werde jedoch nicht aufgeben und weiter suchen.
      "So, dann wärmen wir dich an einem solch kalten Tag mal auf, Großer", sagte ich, während ich mit Sattel und Zaumzeug zu ihm trat. Sattel saß bequem und fest, Zaumzeug perfekt angelegt - schon saß ich auf seinem Rücken und schritt von dannen. Das Tor hatte ich aufgelassen, als ich mit dem Auto auf das Grundstück fuhr. Es konnte auch so bleiben, bis ich zurückkam. Den Stall und den Schuppen hatte ich abgeschlossen, demnach sollte nicht passieren können. Die Stuten wieherten uns zu und machten Apha etwas nervös. Jaja, der Große..
      Als wir außer Sichtweite waren, Apha ruhiger wurde und wir von einer Hauptstraße auf Erdboden gewechselt waren, gurtete ich nochmals nach. Dann konnte es losgehen. Vor uns lag ein kleines Wäldchen, welches dicht und windgeschützt ist - unser heutiges Ziel. Der Feldweg war sehr angenehm und perfekt zum Traben.
      Ich liebe den Gang von Apha. So leicht und weich. Dieses Pferd ist sehr aufmerksam und bewegt sich gern, wenn die Motivation stimmt.
      Wir erreichten den Wald. Meine Nase brannte und war sicherlich ganz rot vom kalten Luftzug. Ich stoppte den Hengst, um mir meinen Schal über die Nase zu Binden. Apha schnaufte zufrieden und reagierte auf meine Hilfe zum Schritt. Der ganze Wald war still. Alles sah so einsam aus. Schnee lag überall und Apha trat Hufabdrücke in das unberührte Weiß. Glatt war es zum Glück nicht, sonst hätte ich sofort wieder kehrt machen müssen.
      Während wir wieder ein wenig trabten, fiel von rechts und links Schnee von den Bäumen und wurde durch die Luft gewirbelt. ich genoss den Ausritt. Der Waldweg führte uns nach links. Nicht lange und wir verließen die Baumgruppen wieder. Der anschließende Feldweg brachte uns nach guten zwanzig Minuten an unseren Anfangspunkt - mein Grundstück.
      Zufrieden sattelte ich Apha ab und holte zwei Äpfel aus meinem Auto, um ihn zu belohnen. Die Kondition des Hengstes hat sich sehr gebessert, seit dem ich mich intensiv mit ihm beschäftige, so dass er kaum geschwitzt hatte. Trotzdem rubbelte ich sein Fell mit dem frischen Stroh ganz trocken, damit er mir nicht krank wird.
      Auch meine Stuten brachte ich wieder in ihre Boxen und versprach ihnen mich morgen mit ihnen zu beschäftigen. Dann schloss ich die Stalltür und den Schuppen ab, stieg in mein Auto und fuhr nach Hause.
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      Heute stand ein äußerst langwieriger Termin an, weshalb ich besonders gründlich beim Zusammenpacken meiner Materialien war. Ich wollte nichts vergessen, aber bei einer Operation sollte man immer alles dabei haben. Als ich mir hundertprozentig sicher war, machte ich mich auf den Weg zu meinem Patienten. Vor einigen Tagen hatte Flakies angerufen und einen Kastrationstermin für ihr Paint Horse ausgemacht. Dank dem Navi kam ich auch nach einer halben Stunde auf ihrem Hof an und wurde dort schon erwartet. Bevor wir den Hengst besichtigten, lud mich Flakies erst einmal zu einem Kaffee ein, denn sie wollte sich vorher noch genau über die Risiken der Kastration informieren. Denn der Hengst Apha Fl Dashing war schon sieben Jahre alt, was recht spät für eine Kastration war, aber längst nicht unmöglich. Nachdem sie mir einleitend etwas über ihren Hengst erzählt hatte, begann ich ihr einige Dinge zu erklären. „Generell ist es für eine Kastration nie zu spät, ich hatte durchaus auch schon Patienten, die auf die 20 Jahre zugingen. Wichtig ist, dass der Hengst körperlich fit ist und vor allem keine Herz-Kreislaufprobleme aufweist.“ erklärte ich ihr beruhigend, da sie doch einige Zweifel hegte. „Natürlich ist das Risiko bei älteren Hengsten größer, das hängt vor allem mit dem ausgewachsenen Leistenbereich zusammen, um dieses Risiko zu bannen, führen die meisten Tierärzte – mich eingeschlossen – eine bedeckte Kastration durch.“ Während ich ihr nun den groben Verlauf dieser Art von Kastration schilderte, hörte Flakies mir aufmerksam zu. Kurz darauf sprach sie ein Problem an, was sie besonders beschäftigte. Sie wollte Apha Fl Dashing vor allem aus einem Grund kastrieren, nämlich damit er nicht auf ewig alleine auf der Weide stehen musste. So war ihre Frage nun, ob er nach der Kastration mit zu den Stuten kommen könnte. „Auch wenn er mit sieben Jahren sicherlich schon ausgeprägte Hormone besitzt, werden diese durch die Kastration dennoch eingestellt. Der Drang nach den Stuten wir so gemindert, wenn nicht sogar vollständig wegfallen. Das einzige was bleiben könnte, ist das angeeignete Verhalten, also seine Hengstmanieren. Kommt aber auch darauf an, wie ausgeprägt diese bei ihm sind.“ Flakies nickte und erklärte mir, dass er ein ruhiger Geselle wäre, durchaus aber auch einmal aufdrehen könnte. „Aus der Sichtweise würde ich sagen, dass das nach einer Weile immer mehr abschwächen würde und bei ihm eventuell sogar noch ganz verschwindet.“ meinte ich lächelnd und zog so Flakies nun auf meine Seite. Inzwischen war sie sich sicher, dass sie ihren Hengst kastrieren lassen wollte und so konnten wir uns an die Arbeit machen. Der Schecke stand in seiner Box und blickte uns neugierig an, als wir kamen. Ich bat Flakies, ihn aufzuhalftern und festzuhalten, während ich ihn kurz durchcheckte. Ich hörte vor allem Lunge und Herz ab und kontrollierte seine Körpertemperatur. Als ich mir sicher war, dass er kerngesund war, zog ich die Spritze mit dem Narkosemittel auf. „Ich führe die Kastrationen immer bei einer Vollnarkose aus.“ erklärte ich Flakies und suchte bei dem Hengst die passende Stelle am Hals. Bei dem Piekser zuckte er kurz zusammen, hielt aber wunderbar still. Kurze Zeit später fielen ihm allmählich die Augen zu und irgendwann sackte zu Boden. Gemeinsam mit Flakies bugsierte ich ihn in die stabile Seitenlage und richtete ihn so aus, dass ich gut in den Leistenbereich kommen konnte. Dann baute ich meinen kleinen OP-Tisch neben mir auf und legte die desinfizierten Bestecke bereit. Als nächstes zog ich mir Kittel und Handschuhe über und begann die zu operierende Stelle zu säubern und zu desinfizieren. Um die Wunde möglichst sauber zu halten, legte ich ein Tuch über die betroffene Stelle, welches nur die Hoden freiließ. Als alles vorbereitet war, schnappte ich mir das Skalpell, um Scheidenhautfortsatz und Hoden mit einem vorsichtigen Schnitt zu entfernen. Schon nach einigen Minuten war das geschafft und auch die Nebenhoden waren entfernt. Als nächstes galt es noch, den Samenstrangstumpf mitsamt der verbleibenden Scheidenhaut zu ligieren. Nach dem Abbinden hatte es der Hengst schon mehr oder weniger geschafft. Zur Sicherheit griff ich doch noch zur Naht und sicherte die Wunde mit wenigen Stichen. Kurz darauf säuberte ich die Naht nochmals und desinfizierte erneut den gesamten Bereich, ehe ich mit Silberspray eine schützende Schicht über die Wunde legte. So kam weder Schmutz noch Bakterien an die frische Stelle und der Hengst war vor Entzündungen sicher. Als alles geschafft war, machte ich mich daran, die benutzten Bestecke in einen Beutel zu verstauen, ebenso wie die Überreste seiner Männlichkeit zur Seite zu legen. Ich zog die Handschuhe aus und warf sie in den Müllbeutel, welchen Flakies mir bereitstellte. Danach machte ich mich direkt daran, noch zwei frische Spritzen aufzuziehen. „Das eine ist ein entzündungshemmendes Antibiotikum und dies hier ist ein Schmerzmittel.“ erklärte ich Flakies und spritzte dem noch liegenden Hengst flott beide Mittel. Dann machte ich mich daran, meine Sachen zu packen und mich aus der Box zurückzuziehen. Eine Weile wartete ich mit der Besitzerin, bis Apha Fl Dashing sich allmählich erhob und und müde anblickte. Es schien, als warf er mir einen vorwurfsvollen Blick zu, ab heute würde Flakies einen Wallach im Stall beherbergen. „Die nächsten drei Tage am besten Boxenruhe und nur kontrollierte Bewegung. Danach würde ich ihn noch ein wenig auf seiner einzelnen Weide stehen lassen, ehe er dann zu den Stuten darf, dabei würde ich aber auch mit einer allmählichen Eingliederung beginnen.“ erklärte ich Flakies. Ich verabschiedete mich von meinen Patienten und Flakies führte mich noch zum Auto. Währenddessen erklärte ich ihr, dass sie mich sofort anrufen sollte, wenn irgendetwas mit dem Wallach nicht stimmen sollte. Sie nickte und ich verabschiedete mich in meinen Feierabend.
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      Bella ist immer noch eine unruhige Stute. Heute beim Putzen zeigte sie eine Null-Bock-Stimmung gegenüber dem Stillstehen. Aber hey, es wird sich noch zum Guten wenden.. hoffe ich.
      Als ich Bella bekam, hatte sie noch arge Probleme, mir ihre Hufen zum Auskratzen auszuhändigen. Jeden Tag suchte sie sich ein anderes Bein aus, welches sie strickt auf dem Boden stehen lassen wollte. Inzwischen hat die Stute diesen Kampf aufgegeben. Ich bin zufrieden.
      Doch wenn der Säuberungsakt ihr zu lange dauert, schwenkt sie mal nach rechts, mal links, mal geht sie ein paar Schritte zurück und manchmal möchte sie unbedingt parallel zum Barren stehen, an dem ich sie festbinde. Leute, es ist nicht einfach mit der Kleinen. Trotzdem habe ich mich bedingungslos in sie verknallt und tue alles, ihrem Dickkopf Einhalt zu gebieten. Irgendwann wird sie checken, dass sie keine andere Wahl hat.
      Wenn Little auf der Weide steht, konzentriert sich Bella keinesfalls auf mich. Little hilft mir aber auch nicht, sondern hat sich mit Bella zusammengetan, mich fertig zu machen. Dauerndes Wiehern im Wechsel beider stören das Training. Aber ich denke nicht daran es mir einfach zu machen und Little aus diesem Grund in den Stall zu sperren. Ich schaff' das schon.
      Ich habe mich dazu entschlossen, Bella im Distanzreiten auszubilden. Deswegen wollte ich heute die Schöne longieren, um mir mal ein genaues Bild von ihrem Trab zu machen. Vielleicht muss dieser noch ausgebessert werden, um gute Ergebnisse zu erzielen. Ich habe schon bei Ausritten und dem allgemeinen Training auf dem Reitplatz gemerkt, dass Bella sehr gerne im Trab läuft. Kaum sitze ich auf ihrem Rücken, möchte sie lostraben. Schritt scheint ihr zu langsam zu sein und für den Galopp bin ich zu unfähig, sie richtig anzuweisen. Schon oft sind wir in Büsche hineingerast oder haben nur knapp vor Zäunen gestoppt, weil ich zu sehr auf meine Haltung konzentriert bin. Ist ja kein Wunder, dass unter diesen Umständen kein Pferd den Galopp mit mir liebt.
      Aber: Jeder hat seine Schwächen. Die Pferde und ich scheinen damit klar zu kommen, dass Galopp im gegenseitigen Einverständnis tabu ist.
      Kommen wir mal zum heutigen Training. Ich führte Bella auf den Reitplatz. Die Longe war schon an ihrem Halfter befestigt. Zaumzeug fand ich für heute nicht notwendig. Zuerst spazierten wir gemeinsam ein paar Runden, dann entfernte ich mich langsam von ihr und ließ sie einen Kreis laufen. Bella kannte meine Vorgehensweise ja schon und wusste, was zu tun war. Sie wollte nach ein paar Runden von selbst in den Trab wechseln. Das ließ ich nicht zu. Zur Strafe ließ ich sie nochmals 5 Runden im Schritt gehen. Dann gab ich das Kommando und die Schöne wechselte elegant die Gangart. Ich betrachtete ihre Schrittfolge und Haltung genau. Der Trab wirkte noch etwas abgehackt. So hatte ich das auf ihrem Rücken noch nie bemerkt.
      Also ließ ich sie schneller traben. Ihre Schritte wurden leichter und sie war nicht mehr so angespannt. Bella steht wahrscheinlich auf Geschwindigkeit. Ich ließ sie kurz in den Galopp wechseln, welchen sie ohne mich auf ihrem Rücken ganz gerne macht. Wieder im Trab beobachtete ich weiter. Bella schien aus dem Rhythmus gekommen zu sein, aber fing sich schnell wieder. Sie begann zu schwitzen und zu schnauben. "Okay Schatz, an deiner Ausdauer müssen wir noch arbeiten!", rief ich ihr zu und lachte.
      Ich holte sie zu mir und nahm die Longe von ihrem Halfter. Dann trieb ich sie mit Armen und Stimme an. Sie durfte sich austoben. Auf dem Reitplatz war sie nun "frei", trotzdem hörte sie auf meine Kommandos. Ich wollte, dass sie weiterhin trabt. Während des Freilaufens bemerkte ich, dass ihr Lauf viel leichter wirkt. Nicht so gezwungen und steif. Ich war stolz auf die Kleine und beschloss, sie nicht mehr zu longieren.
      Wieder am Putzplatz, bekam sie einen großen Apfel. Dann durfte sie wieder zu ihrem geliebten Herde in den Stall.
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      Die Vorbereitungen (verfasst von Flakies)
      Was machen zwei Single-Frauen am Valentinstag? Natürlich an einem Synchronspringreitturnier teilnehmen!
      Voller Euphorie führte ich den frisch operierten, aber wieder komplett fitten Apha in den Hänger. Nervös blickte er über seine Schulter und beobachtete wie ich die Türen hinter ihm schloss. "Keine Sorge mein Schatz, du bleibst nicht lange allein", rief ich ihm durch das Metall zu.
      Ich stieg ins Auto, schnallte mich an und prüfte gedanklich nochmals, ob ich alles eingepackt hatte. Sicher war ich mir nicht, aber trotzdem fuhr ich los, da ich mich sonst verspätet hätte.
      Nicht lange und ich platzierte meinen Wagen quer in der Einfahrt des Wolkenhofes. Ich hupte fröhlich und stieg dann aus. Jojomaus erwartete mich schon und begrüßte mich herzlich. "Schön, dass du mitmachst. Dafür danke ich dir jetzt schon", sagte sie, als wir uns umarmten. Jojomaus packte meinen Arm und zog mich in den Stall. Panthera selbst und ihre ganze Ausrüstung befand sich schon in der Gasse. Auch JayPie, die Mitbesitzerin des Hofes, stand mit ihrem Pferd in der Stallgasse und putzte es.
      "Und du machst einen Valentinstagsausritt?", fragte ich JayPie neckisch.
      Sie grinste überlegen. "Nein, ich komme auch mit auf das Turnier. Svartur ist meine Partnerin."
      Verwirrt richtete sich meinen Blick zu Jojomaus. Diese lachte. "Ja, JayPie hatte sich einfach angemeldet, ohne ein Wort zu sagen. Als ich davon erfuhr, habe ich sofort dich gefragt, damit sie wenigstens ein würdiges Gegner-Paar auf dem Turnier hat."
      JayPie lachte nur herausfordernd, nahm den Führstrick ihres Pferdes und trottete hinaus.
      "Na dann. Bist du auch fertig?", fragte ich Jojomaus. Sie nickte, drückte mir den Sattel und das Zaumzeug ihres Pferdes an die Brust und folgte mir nach draußen. Ich verstaute ihr Gepäck in meinem Auto, welches danach leicht überladen wirkte. Aber die Karre hat ja schon vieles durchgemacht. Das würde sie auch schaffen, dachte ich mir und zuckte kichernd mit den Achseln, als mich Jojomaus verunsichert darauf ansprach.
      Die Türen des Hängers waren noch geschlossen. Ich stand davor und stützte meine Hände in die Hüfte. "Ich bin jetzt sehr gespannt, ob das klappt mit den beiden. Die Kastration ist noch nicht lange her."
      "Wenn nicht, muss Apha halt in den Einzelhänger", sagte Jojomaus gelassen und öffnete mit einer Hand die Türen, da sie mit der anderen noch Panthera festhielt. "Hallo Apha!", begrüßte sie meinen frisch gepressten Wallach. Apha war sichtlich neugierig auf die fremde Stute. Panthera ließ sich problemlos in den Hänger führen und festbinden. Dann stellte sich Jojomaus neben mich und lächelte. "Sieht doch gut aus."
      "Ja, top. Die OP war eine gute Entscheidung." Ich schloss zufrieden den Hänger.
      "Seid ihr bereit?!" JayPie stand schon seit gut fünf Minuten an ihrem Auto und wartete ungeduldig.
      "Wir können los!", rief ich und stieg mit Jojomaus ins Auto.


      Das Turnier (verfasst von Jojomaus)
      Wir kamen zeitig genug am Turnierplatz an um vorher noch ein wenig an unser Timing zu feilen. Viel trainiert hatten wir nicht, doch wir hatten schnell ein gemeinsames Grundtempo gefunden, so dass unsere Sprünge recht harmonisch aussahen. Auch heute auf dem Abreitplatz gelang es uns wieder recht schnell unser gemeinsames Tempo zu finden.
      "Jetzt bin ich doch ein wenig nervös." Ich wischte mir die feuchten Hände an der Hose ab, als wir Aufgerufen wurden. "Hey, dabei sein ist alles. Wir wollen einfach ein bisschen Spaß haben.", munterte mich Flakies auf. Und dann ging es auch schon auf den Parcours. Wir ritten eine kurze Proberunde um unser Tempo zu finden ehe wir das erste Hindernis ansteuerten. Apha und Panthera waren einfach Klasse, sie hielten sogar von selbst ihr gemeinsames Tempo, wir sprangen alle Hindernisse ohne eine Stange zu reißen, nur unser Absprungtiming war nicht immer optimal.
      "Wow, so genial sind wir in der Generalprobe nicht gesprungen! Wir waren total im gleichem Rhythmus, oder nicht?" Flakies überhäufte ihren Wallach mit Lob und ich konnte nicht anders als mich von ihr anstecken zu lassen. Auch Panthera hatte sich ihr Lob verdient und ich freute mich nun doch auf die Auswertung.
      Nach dem Trockenreiten und weiterem Verwöhnen der Pferde vertrieben wir uns die Zeit bis zur Auswertung indem wir uns die letzten Teilnehmer ansahen. „Die Auswertungen sind beendet. Nun werte Turnierteilnehmer und Gäste, bitten wir zur Siegerehrung...“, drang es aus den Lautsprechern. Wir stiegen wieder in den Sattel und ritten gemeinsam im Gleichtakt auf den Platz und reihten uns zu den restlichen Teilnehmern mit ein. „Und auf dem zweiten Platz sind jojomaus und Flakies auf Panthera und Apha Fl Dashing.“ Uns klappten die Kinnladen herunter und wir sahen uns verblüfft an, ehe wir uns aufrafften und unseren Preis entgegen nahmen. Damit hatten wir nun überhaupt nicht gerechnet, waren wir wirklich so gut gewesen?

      Jojomaus und Flakies machten mit ihren Pferden Panthera und Apha Fl Dashing den 2. Platz des 48. Synchronspringreitturnieres.
    • Flakies
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      Trotz ihres jungen Alters, ist Little die Ruhe selbst. Ich liebe es mit ihr zu arbeiten, da sie absolut keine Probleme macht. Sie ist und bleibt mein Freizeitpferd, mit dem ich einfach nur gedankenlos ausreiten kann.
      Mittlerweile kann sie ihr Gleichgewicht gut halten, während ich ihre Hufen auskratze. Mit ihr kann ich machen was ich will. Ich kann stundenlang ihre Mähne flechten, ohne dass sie unruhig wird. Gott, sie ist perfekt!
      Diese Woche habe ich Urlaub und heute bin ich recht früh aufgewacht. Mir war langweilig, aber zum Reiten hatte ich keine Lust. Also fuhr ich auf den Hof, um mich ein wenig mit Little zu beschäftigen. Ich nahm meine Mischlingshündin mit, welche fröhlich aus meinem Auto hüpfte und das Grundstück wie gewohnt erkundete. Apha, Bella und Little bekamen erstmal ihr Frühstück. Währenddessen mistete ich ihre Boxen aus. Eine Mistgabel beim Essen zwischen den Hufen zu haben, waren alle drei schon gewohnt.
      Danach führte ich Apha und Bella auf die Weide. Ja, auf eine Gemeinsame! Nach der Kastration hat sich das Verhalten von Apha sehr gebessert. Er ist noch ein wenig aufdringlich zu den Stuten, aber das ist nicht problematisch.
      Little führte ich auf den Putzplatz. Heute Nacht hatte es geregnet, doch jetzt schien die Sonne und ließ das Regenwasser verdunsten. Ich liebe diesen Geruch. Das Fell meiner Stute war sehr dreckig und verkrustet, doch ich freute mich auf das Putzen, ließ mir viel Zeit und verwöhnte sie. Ihre Mähne und ihr Schweif wurden von mir mit einem Pflegespray besprüht und danach behutsam durchgekämmt. Ihren Pony schnitt ich etwas kürzer, damit das Haar nicht immer ihre Augen verdeckt. Auch ihre Hufen wurden durch ein wenig Fett wieder glänzend gemacht. Das machte den Anblick jedoch nicht schöner. Die Hufen meiner Pferde sehen schrecklich aus. Ich benötige ganz dringend einen Hufschmied!
      Ich nahm Little mit auf den Reitplatz. Bella wieherte schon wieder die ganze Zeit ihrer besten Freundin zu. Doch im Gegensatz zu dem Araber ist Little die Ruhe in Persönlichkeit und beim Training lediglich auf mich fixiert.
      Ich führte Little auf dem Reitplatz ein paar Runden spazieren und löste dann den Führstrick. Kurz ließ ich sie allein und holte drei Cavaletti und vier Stangen aus Holz. Die Cavaletti hatte ich mir von einer Freundin ausgeliehen. Bald werde ich mir selbst welche zulegen. Zuerst legte ich alle Holzstangen in die Mitte des Platzes, mit einem großen Abstand, so dass sie eine etwa zehn Meter lange Bahn ergaben.
      Dieses Bodentraining hatte ich zuvor noch nie mit Pferden durchgeführt. Eigentlich möchte ich es nutzen, um Bella's Gangarten zu verbessern und damit sie nicht mehr so verkrampft trabt - für das Distanztraining. Doch ich halte es für besser, wenn ich meine Trainingsgedanken erstmal an Little ausprobiere. Denn die nimmt mir kleine Fehler nicht so übel.
      Ich holte den Appaloosa zu mir und führte sie nochmal ein paar Runden. Dann näherte ich mich langsam den Holzstangen und lief mit ihr neben ihnen entlang. Little zeigte komplettes Desinteresse, doch als wir direkt auf die erste Stange zu liefen, wurde sie nervös. Kurz davor stoppte ich. Die Stute roch unsicher an dem Ding und sah mich erwartungsvoll an. Ich lächelte und machte den ersten Schritt über die Stange. Mit einem Schnalzen der Zunge motivierte ich sie es mir gleich zu tun. Zaghaft aber willig folgte sie mir und rutschte mit dem rechten hinteren Huf auf der Stange aus. Little erschrak und wich beiseite. "Oooola", sagte ich mit beruhigender Stimme. Ich ging mit ihr noch eine Runde um den Platz und versuchte es erneut. Diesmal klappte die erste Holzstange gut, bei der zweiten knickte sie nochmals um, aber lief unerschrocken weiter. Die vier Stangen waren schnell geschafft. Ich lobte sie fleißig und wiederholte den Stangenlauf noch drei oder vier mal. Auch im langsamen Trab hatte sie kaum Probleme.
      Dann ließ ich sie wieder laufen, damit ich die Stangen wegräumen und ein Cavaletti in die Mitte des Platzes stellen konnte. Little beschnupperte das Holz sehr interessiert und da fiel mir ein, dass ich meine Stute noch nie habe springen sehen. Ich war sehr gespannt wie sie reagiert. Ich lief mit ihr eine Runde im Schritt und daraufhin zwei Runden im Trab. ich joggte neben ihr her. Als ich sie zum Cavaletti führte wurde sie schneller. Ich passte mich ihrer Geschwindigkeit an und wir hüpften gemeinsam über das Hindernis. Schweren Atems lobte ich die Kleine.
      Wir übten noch weiter und Little schien Spaß gehabt zu haben. Ich werde mir nun öfter so etwas einfallen lassen.
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  • Album:
    Der Hof
    Hochgeladen von:
    Flakies
    Datum:
    18 Sep. 2013
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