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AliciaFarina

Hnakki van Ghosts I Isländer I Hengst

Hnakki van Ghosts I Isländer I Hengst
AliciaFarina, 26 Dez. 2019
    • AliciaFarina
      Alte Berichte:

      ca. 2014
      Einer kommt selten allein..?! | 2274 Zeichen | © Svartur
      … und so wurden es Zwillinge :3 Schön lange waren Vina und ich in Kontakt gewesen und hatten auch über die Entfernung gezüchtet, einmal hatte ich ihr Sperma von meinem Hengst Hýreygur schicken lassen, mit dem sie eine Stute hat besamen lassen und heute durfte ich das „Ergebnis“ persönlich kennen lernen, und was soll ich sagen, der eine hat mich einfach nicht losgelassen. Die Geburt war wohl eine Sensation, da Zwillinge geboren wurden und beide wohl auf waren, einer davon war Hnakki, den ich seit heute mein eigen nennen darf. Ursprünglich wollte ich mir beide nur mal aus reinem Interesse angucken und so fuhr ich gemeinsam mit Vina zu dem Hof, wo beide standen. Sofort war ich begeistert von beiden, die nicht nur durch eine besondere Farbe bestachen. Spontan erlaubte uns die Besitzerin beide mal etwas zu reiten und so wechselten Vina und ich uns auf beiden ab, doch mein Liebling blieb weiterhin Hnakki. Wir verbrachten den ganzen Tag dort und so rutschte es mir irgendwann raus: „Wenn Hnakki doch bloß zu verkaufen wäre – ich würde ihn sofort nehmen…“. Das was dann kam, war völlig unerwartet: Hnakki und sein Bruder standen beide nach dem erfolgreichen Beritt nun zum Verkauf. Ich konnte einfach nicht anders und so unterschrieb ich eine knappe Stunde später auch schon den Kaufvertrag – auch Vina konnte dem Bruder nicht widerstehen und so kaufte sie den zweiten Zwilling. Da dieser jedoch noch für ein Turnier in der Gegend gemeldet war, beschlossen wir heute nur Hnakki mit nach Hause zu nehmen, was wir dann auch schon taten. Schnell war sein Zubehör im Hänger der nun alten Besitzer verstaut und der Hengst konnte verladen werden. Er ging zuverlässig in den Hänger und blieb die ganze Fahrt bis nach Holland hin komplett ruhig. Im neuen Zuhause lud ich ihn aus, nahm ihm die Transportgamaschen ab, während er sich wiehernd umschaute und brachte ihn dann auf die Hengstweide. Sofort fing er an sich mit den Hengsten bekannt zu machen, was zu einige Auseinandersetzungen der Rangordnung betreffend führte, jedoch nicht weiter schlimm war. Ich schaute ihm eine ganze Weile zu, bis ich mich von den alten Besitzern verabschiedete und dann anfing Hnakki’s Zubehör zu verstauen, so ganz konnte ich noch immer nicht fassen, dass mir nun ein weiteres Pferd gehörte…

      ca. 2014
      Frisch frisiert in die nächsten Wochen… | 2229 Zeichen | © Svartur
      …darf Hnakki nun ziehen. Nachdem ich die kleine Stute Fjörgyn fertig versorgt hatte ging ich mit einem neuen Halfter im schicken grün zu dem ebenfalls noch neuen Hengst Hnakki. Er hatte sich super eingelebt und ich war auch schon in Begleitung mit Vina einige Male mit ihm ausreiten gewesen, wobei mir jedoch aufgefallen war, dass er sehr schnell schwitzte und so sollte er heute eine Schur bekommen. Hnakki kam mir an der Box schon freudig entgegen und ließ sich brav aufhalftern. Am Putzplatz angekommen putzte ich ihn schnell über. Mit einer Wurzelbürste fing ich an, dann kratzte ich die vier großen, kräftigen Hufe aus, ehe ich mich der langen Mähne widmete. Diese raubte mir wie auch bei meinem Hengst Hýreygur mal wieder den letzten Nerv, sodass ich beschloss demnächst Mähnenschoner zu bestellen, damit die Mähne pflegeleichter werden würde. Jetzt jedoch kämmte ich erstmal eine ganze Weile bevor ich dann anfing die Mähne zu einem spanischen Zopf zu flechten, damit ich gleich in Ruhe den Hals scheren könnte. Schnell war dies gemacht und ich kämmte noch schnell den Schweif bevor ich in die Sattelkammer lief und von dort die Schermaschine holte. Erstmal machte ich Hnakki mit dem Gerät bekannt, bevor ich es anschaltete und ihm dann erneut zeigte. Neugierig schaute er sich die Maschine an, hatte jedoch keineswegs Angst und so konnte ich schnell beginnen. Hnakki stand während der ganzen Prozedur brav still und ich scherte das ganze Winterfell am Hals, sowie einen großen Teil am Bauch und Rücken weg. Nur die Beine ließ ich stehen und auch die Nieren blieben durch einen Bogen geschützt. Nachdem beide Seiten fertig waren beschloss ich spontan passend zu seinem Namen noch etwas auf seinen Hintern zu scheren. Ich wechselte den Aufsatz der Schermaschine und fing dann langsam mit einem Hipster-Dreieck an, verpasste diesem Beine und Arme in Strichform und zu guter Letzt noch eine Cap und einen Schnurrbart. Als kleine Feinheit kamen noch ein paar verschickte Herzen dazu, dann war das „Kunstwerk“ fertig und ich betrachtete Hnakki kritisch. Hier und da besserte ich noch etwas aus, bevor ich dann Hnakki’s neue Decke – ebenfalls in grün – ihm anzog und ihn dann hinaus zu den anderen wieder auf die Koppel stellte.

      ca. 2014
      Tierarzt | 2304 Zeichen | © Unbekannt
      ...war immer schon spannend. Schon vor einiger Zeit hatte ich mich mehr mit tierischer Medizin beschäftigt als mit der Hufschmiede und entschied mich daher, ein Tierarzt zu werden - Nachdem ich Praktikum et cetera absolviert hatte, bekam ich nun meinen ersten Auftrag bei Fynja und ihrem Isländerhengst Hnakki. Es war kein großer Aufwand, da Fynja sofort bei mir und Vina auf dem Hof wohnte. Wir machten also eine Zeit aus und trafen uns dann im Stall, wo Fynja ihren Isländer herausholte. Ich war schon immer ein Fan von Hnakki und seinem Zwillingsbruder Hnokki gewesen, da eine Zwillingsgeburt sehr selten war. Ich sollte ihn untersuchen, seine Zähne kontrollieren und seinen Rücken überprüfen, da Hnakki laut Svartur etwas aus dem Takt geraten war und seinen Rücken immer wieder wegdrückte. Ich machte mich also sofort an die Arbeit und verabreichte ihm erst die Impfungen. Er hielt zwar still, zuckte aber ab und zu, was das alles ein wenig schwieriger machte. Dann tastete ich vorsichtig Hals, Bauch, Kruppe und Beine ab und überprüfte, ob er irgendwo Schwellungen hatte, ehe ich das Thermometer in der Hand hielt und vorsichtig Hnakkis Temperatur überprüfte, die bei 37,5 lag, also in der goldenen Mitte. Ich lobte den Hengst und mischte in eine Hand voll Heu die Wurmkur hinein und gab sie ihm. Er fraß gemütlich und spuckte auch nichts aus, also konnte ich seine Zähne überprüfen. Ich öffnete sein Maul indem ich meinen Daumen in seine Maulspalte schob und überprüfte dann all seine Zähne. Sie waren schon abgerundet und stumpf, also perfekt zum Essen. Ich überprüfte noch sein Zahnfleisch auf Entzündungen, was aber nicht der Fall war, und ich machte mich daran, seinen Rücken zu überprüfen. Auch jetzt, obwohl er sehr entspannt stand, drückte er seinen Rücken leicht weg, und ich tastete ihn detailliert ab, ehe ich eine kleine Schwellung in der Sattellage fand. Ich gab ihm ein entzündungshemmendes Mittel und gab eine kleine Salbe auf die Schwellung, die ich Fynja übergab. Sie solle ihm täglich die Salbe auf die Schwellung schmieren und ihn erst einmal ruhen lassen, nach ein paar Tagen sollte die Schwellung aber weggehen. Ich gab Hnakki noch sein wohlverdientes Leckerli und verabschiedete mich dann erst vorübergehend von Fynja, da wir noch einen kleinen Ausritt am Abend geplant hatten.

      ca. 2014
      Ausflug zu einer Ruine | 3513 Zeichen | © Svartur
      „Guten Morgen ihr Schlafmützen!“, rief ich lachend in den Hengststall hinein. Die meisten lagen noch gemütlich im Stroh und schauten mir erwartungsvoll entgegen. Schnell sagte ich:“Keine Sorge Jungs, Futter ist auf dem Weg!“, und ging dann auch schon los um mir eine Heugabel zu schnappen. Nach einer guten Stunde hatten alle Pferde ihr Futter und ich ging Fynn suchen um mit ihm gemeinsam den Hänger fertig zu machen. Kurz darauf hatte ich ihn gefunden und hängte vier Heunetze in den großen Hänger für 5 Pferde. Beim Frühstück hatten wir beschlossen einen Ausflug zu einer nahegelegenen Ruine zu machen. Dort wollten wir erst etwas reiten und dann ein Picknick machen – die Pferde dürften auf dem eingezäunten Gelände frei umher laufen. Nachdem alles präpariert war machten wir auch die vier Hengste fertig, die wir mitnehmen wollten. Fynn kümmerte sich um seinen Liebling Blettur sowie Possibility und ich übernahm Mellamo und Hnakki. Wir putzen alle grob über, legten ihnen die Transportgamaschen an und brachten sie dann in den Hänger. Mellamo brauchte etwas, bis er endlich im Hänger stand, doch ich nahm es ihm nicht übel – so war der Kerl nunmal. Bevor wir losfuhren packten wir noch das Sattelzeug ein und verabschiedeten uns.
      Nach einer guten Stunde Fahrt erreichten wir die Ruine. Es war wunderschön und ich freute mich schon auf den anstehenden Ausritt. Gemeinsam luden wir die vier Pferde aus, banden sie an und sattelten. Da Possibility noch nicht lange am Hof war und die anderen drei Pferde gerade erst aus ihrer Winterpause kamen hatten wir beschlossen jeweils ein Pferd zu reiten und eines als Handpferd mit zu nehmen – so konnten wir auf dem Weg wechseln. Fynn ritt zuerst Blettur und ich schnappte mir als erstes meinen Hnakki, damit Mellamo etwas müde wurde und beim reiten nicht durchgehen würde. Alle vier Pferde gingen entspannt nebeneinander her und schauten sich neugierig um. Fynn und ich taten es ihnen gleich und bewunderten die tolle Landschaft. Bald schon waren wir an der Ruine vorbei geritten und kamen in einen kleinen Wald. Dort trabten wir einige Male bevor wir den ersten Galopp wagten. Mellamo stürmte direkt nach vorne, ließ sich aber glücklicherweise schnell wieder ausbremsen. Hnakki ließ sich durch den Vorfall nicht aus der Ruhe bringen und bewies sich als ein tolles Führpferd. Auch Blettur zog brav seine Runden während Possi neben ihm her galoppierte. Um die Pferde nicht zu sehr anzustrengen wechselten wir nun. Nach dem Absteigen befestigten wir die Steigbügel am Sattel, damit kein Pferd hängen bleiben konnte, gurteten bei den folgenden Reitpferden nach und stiegen dann auf. Possi ging noch immer entspannt unter Fynn – die beiden gehörten einfach zusammen. Auch ich fühlte mich wohl, obschon Mellamo ein ganz anderes Reitgefühl wie Hnakki vermittelte. Er machte kleinere Schritte und war eher aus der Ruhe zu bringen als sein Begleitpferd. Wir trabten und galoppierten noch einige Male bis wir wieder am Hänger ankamen. Dort sattelten wir die Pferde ab, und ließen sie schließlich frei laufen. Wir hatten mit dem Besitzer der Ruine gesprochen und dieser hatte uns gesagt, dass das Gelände eingezäunt war und wir unsere Pferde sorglos laufen lassen könnten. Während die vier Hengste quietschend umher rannten und spielten picknickten wir in Ruhe und schossen anschließend einige Fotos bevor wir die Sachen packten, Pferde einfingen und verluden und dann zurück nach Hause fuhren. Dort versorgten wir die Pferde und widmeten uns dann den weiteren Tieren im Stall.

      ca. 2014
      Hufschmied | 954 Zeichen | © Ostwind
      Da ich Svartur einen Hufschmiedbesuch versprochen hatte fuhr ich nun zu ihr hin.Ich sollte bei einem Isländer Hengst nach den Hufen schaun und eventuell auch neue Hufeisen drauf nageln.
      Als ich auf den Hof fuhr war Svartur mit Hnakki schon am Anbindeplatz.Ich packte meine Sachen ganz natürlich aus und Hnakki schaute zu,es war nicht das erste mal das der Hengst beschlagen wurde,ich nahm die Hufeisen an jeden einzelnen Huf ab und schnitt alle vier Hufe einem nach dem Anderen erst einmal aus.
      Nebenbei hatte ich immer wieder mit der Raspel geraspelt.
      Am Ende stellte sich fest das Hnakki neue Eisen brauchte da die alten schon total Abgenutzt waren also suchte ich vier neue Eisen raus und passte sie jedem einzelnen Huf an.Ich musste ein Paar mal auf die Eisen schlagen bevor ich sie Heiß machen konnte und festnageln konnte,aber am Ende hat man das schöne Ergebnis gesehen er lief wieder wunderbar.Ich verabschiedete mich und fuhr fröhlich nachhause.

      ca. 2015
      Tierarzt | 2304 Zeichen | © Rasha
      Sorgfältig lud ich mein Arbeitsmaterial in den Wagen, füllte den Vorrat an Eisen und Nägeln auf und überprüfte kurz mein Werkzeug. So wartete heute doch ein Großauftrag bei Zasa auf mich. Bei ihr angekommen, wurde ich bereits erwartet: „Hallo, schön dass du da bist! Am besten beginnen wir zuerst mit den Barhufern. Hast du einen Hocker?“ „Hocker, wieso brauche ich denn einen Hocker?“, fragte ich irritiert…doch dann fiel mir wieder ein, dass Zasa ja auch einige Falabellas auf ihrem Hof hatte. Zum Glück hatte ich immer einen kleinen Klapphocker für Notfälle im Auto. Ich zog mir meine dicke Lederschürze an, bestückte sie mit Hufmessern und Feilen und klemmte mir den Hocker unter den Arm.Am Putzplatz erwartet mich Zasa bereits mit Silverlight, einer kleinen Falabellastute. „Da muss ich mich ja fast hinlegen!“, witzelte ich. Zasa grinste und meinte: „Was denkst du, wie es mir immer geht, wenn ich unter dem Bauch putzen muss?!“ Silverlight tänzelte nervös herum und war mit der Situation gar nicht glücklich. Vorsichtig näherte ich mich und stellte den Hocker sanft neben ihr ab. Dann streckte ich ihr die Hand, bestückt mit einem Leckerli, entgegen und begrüßte die kleine Dame. Langsam nahm sie das Leckerli von meiner Hand und beruhigte sie sich etwas, sodass ich mich nun traute, ihr linkes Vorderbein anzuheben. Schnell nahm ich das Hufmesser zur Hand, schnitt den Strahl in Form und ging einmal mit der Raspel über den Huf. Der erste Huf war geschafft. Langsam versetzte ich den Hocker, sodass ich das Hinterbein erreichen konnte. Auch hier war keine große Korrektur nötig. Als ich den Hocker auf die andere Seite stellen wollte, drehte sich Silverlight herum und stieß den Hocker um. Dabei erschreckte sich die Stute sehr, sodass sie nicht mehr neben dem Hocker stehen bleiben wollte. „Okay, dann eben ohne Hocker“, dachte ich und kniete mich hin. So ging es auch und ich konnte ihre anderen beiden Hufe zügig ausschneiden und raspeln.

      Um die Wartezeit der anderen Kandidaten zu verkürzen, ging mir Zasa zur Hand. Während ich mich mit Little Jack, dem zweiten Falabella bekannt machte, versorgte Zasa Silverlights Hufe mit meinem Kräuter-Huföl. Little Jack war genau das Gegenteil von Silverlight. Neugierig beschnupperte er meinen Hocker und stupste ihn mit der Nase an. Daran fand er großen Gefallen und probierte es noch einmal. Der Hocker fiel um, Little Jack erschrak jedoch nicht – dafür aber die arme Silverlight nebenan umso mehr. Der Kleine gab sehr schön die Hufe, sodass ich diese flott mit dem Messer ausschneiden und mit der Feile in Form raspeln konnte. Bei dem Hengst musste ich am rechten Hinterhuf ein wenig mehr Raspeln. Ich bat Zasa, hierauf in Zukunft besonders ein Auge zu haben, bevor sich dort eine Fehlstellung entwickeln würde. Als ich zuletzt das rechte Vorderbein raspelte, wurde der Hengst so frech, dass er mir doch glatt mal kräftig in meine Wade biss. „Au, du kleiner Frechdachs!“, rief ich. Naja, Zasa hatte mich ja vorher gewarnt… Auch ihn versorgte Zasa mit dem Huföl, während ich zum Auto ging, meinen Ofen anschaltete und die Eisen vorbereitete.
      Das nächste Pferd war Armor, ein Pintabianhengst, welcher sich schon schrill wiehrend ankündigte. Amor ließ sich nicht so gerne anbinden und tänzelte nervös herum. Ich bestach ihn mit einem Stück Apfel, bevor ich mit der Abbrechzange seine alten Eisen entfernte. Das Horn darunter sah gut aus und so beeilte ich mich mit dem Ausschneiden, da der Hengst doch recht nervös war. Nach dem Raspeln suchte ich die passende Hufeisengröße heraus und erhitzte die Eisen in meinem Ofen. Schnell baute ich noch den Amboss auf, das hatte ich zuvor vergessen. Die glühenden Eisen brachte ich mit dem Hammer in die richtige Form und brannte sie auf. Dabei beruhigte Zasa Amor, der sich doch ein klein wenig aufregte als der Rauch zischend aufstieg. Daher versuchte ich, die Eisen so schnell wie möglich, doch dabei natürlich sorgfältig aufzunageln und die abstehenden Nägel abzuknipsen. „Ich glaube, das Huföl erträgt er heute nicht mehr“, meinte Zasa besorgt. „Kein Problem, ich lasse dir sowieso noch eine Probe da! Dann kannst du es auftragen, wenn er sich wieder beruhigt hat“, antwortete ich.
      Nun war Shapaan an der Reihe, ein wunderschöner Saddlebredmix. Shapaan war sehr brav, dabei aber jedoch sehr aufmerksam. Ohne Probleme entfernte ich seine alten Eisen mit der Zange und schnitt die Hufe mit dem Messer in Form. Hier musste ich nicht so viel feilen, da seine Hufe eher langsam wuchsen. Er benötigte eher kleinere Eisen, da er sehr zierliche Hufe hatte. Für ihn suchte ich in meinem Kofferraum auch noch passende Stollen für die Eisen heraus, während die Eisen im Ofen erhitzt wurden. Schnell brachte ich die heißen Eisen in Form und brannte sie auf. Ein Eisen musste ich noch einmal erhitzen und bearbeiten, da ich die Form nicht sofort passend hinbekommen hatte. Das aufnageln der Hufeisen war für den Profi Shapaan reine Routine. Nachdem ich die Nägel auf der Rückseite abknipste, befestigte ich noch die Stollen an den Eisen. Zasa führte mir Shapaan einmal in Schritt und Trab vor, damit ich sehen konnte, wie der Hengst mit den Stollen zurechtkommen würde. Da er dies aber schon kannte, stellte es für ihn keine Herausforderung dar.
      Das nächste Pferd hatte einen imposanten Namen: „Drachentöter“, ein Atzecahengst sollte die Hufe in Form gebracht bekommen und vorne einen Beschlag erhalten. Ich war sehr gespannt, denn einen Azteca hatte ich bisher noch nicht kennengelernt. Allerdings verhielt sich der Hengst, entgegen seines Namens, sehr freundlich und aufgeschlossen. „Na gut, ich bin ja auch kein Drache!“, lachte ich. Drachentöter hatte sehr harte Hufe, sodass diese sich nur wenig von selbst abnutzten. Daher musste ich ein wenig mehr Horn entfernen. Ich nahm eine Zange und knipste vorne das überschüssige Horn an den Hufen weg, schnitt die Hufe mit dem Hufmesser aus und raspelte sie dann in Form. Der Hengst sollte nur vorne Eisen erhalten. Diese waren daher schnell erhitzt und in die passende Form gehämmert. Beim Aufbrennen zuckte der Hengst kurz mit dem Ohr, blieb aber brav stehen. Das Festnageln der Eisen konnte ich daher zügig erledigen und ihm, nach dem Abknipsen der Nagelspitzen am Außenhuf, seine verdiente Belohnung geben.
      Nachdem Zasa Drachentöter wieder auf die Weide gebracht hatte und mit Azzurro zurückkam, bemerkte ich, dass ich das Huföl vergessen hatte aufzutragen: „Sorry, daran habe ich jetzt gar nicht gedacht! Ich schenke dir nachher eine großen Tiegel, dann kannst du alle Pferde versorgen!“. „Ach, das ist doch nicht nötig! Aber lieben Dank!“, antwortete Zasa verständnisvoll. Azzurro war ein absoluter Profi beim Hufschmied. Ruhig und gelassen stand der Hengst da, während ich die alten Eisen entfernte, die Hufe ausschnitt und raspelte. Die Geräusche des Hammers, welcher auf die Eisen niederdonnerte, interessierten ihn auch herzlich wenig und daher konnte ich hier auch zügig den neuen Beschlag anpassen und befestigen. Danach trug ich das Kräuter-Huföl auf Huf und Strahl auf und schon war der Hengst fertig.
      Während Zasa den nächsten Kandiaten holte, schaltete ich den Ofen aus und legte die Aluminiumeisen bereit. Dann erklärte ich Zasa noch wichtige Dinge in Bezug auf die Eisen: „Aluminiumeisen gehören zu den Kaltbeschlägen, da dieses Material beim Erhitzen an Festigkeit verliert. Zudem müssen die Eisen alle 4 Wochen erneuert werden. Ein Aufbrennen in diesem kurzen Intervall würde den Huf schädigen.“ Freki machte seinem Namen alle Ehre, er war ein wahrer Frechdachs. Sofort knabberte er an der Schnalle meiner Schürze, während ich die alten Eisen entfernte. Beim Ausschneiden der Hufe zog er immer wieder die Beine weg. „Sorry, er ist noch nicht so gut erzogen“, entschuldigte sich Zasa. Aufgrund der Hampeleien dauerte das Ausschneiden und Raspeln etwas länger. Die Eisen hämmerte ich kalt in die richtige Form und befestigte sie mit den dazugehörigen Nägeln an Frekis Hufen. Auch hier versuchte der Hengst immer wieder, die Beine wegzuziehen, doch ich konnte mich durchsetzen, sodass nachher auch alle Eisen an ihrem Platz waren. Zum Schluss knipste ich die Nagelenden ab und bestrich Hufe und Strahl mit dem Kräuteröl.
      Den letzten Hengst des Tages kannte ich bereits von Svaturs Hof, wo ich meine beiden ersten Islandstuten gekauft hatte. Aufgrund seiner einzigartigen Farben war mir Hnakki sofort aufgefallen und ich freute mich, den Hengst noch einmal wiederzusehen. Hnakki war sehr freundlich und gelassen, so kannte er das Prozedere beim Hufschmied doch schon zu genüge. Nachdem die alten Hufeisen entfernt waren, schnitt ich mit dem Messer Strahl und Hufe in Form. Dabei hatte ich kurz das Gefühl, dass Hnakki an einem Huf etwas empfindlich sei. Ich holte meine Zange und machte eine Drucküberprüfung. Doch hier reagierte der Hengst nicht, es war wohl nur ein Fehlalarm. Trotzdem bat ich Zasa, den betroffenen Vorderhuf genau im Auge zu halten. Auch Hnakki wurde, wie bei Isländer üblich, kalt beschlagen. Vorne wählte ich für den Fünfgänger die etwas schwereren Zehnereisen, um ihm die Balance im Tölt etwas zu erleichtern. Das Aufnageln der Eisen ertrug der Hengst mit stoischer Ruhe und auch das entfernen der Nagelspitzen und die Pflege mit Huföl gingen schnell von statten.„So, wer ist jetzt dran?“, fragte ich Zasa. Sie lachte: „Niemand! Du hast alles erledigt!“. Ich wunderte mich, so war es mir doch gar nicht so lang vorgekommen. Vermutlich lag es aber daran, dass ich mich so nett mit Zasa unterhalten hatte. Ich gab Zasa zum Abschied noch den versprochenen „Entschädigungstiegel“ mit Huföl. Grinsend bedankte sie sich und wir verabschiedeten uns.

      ca. 2015
      Tierarzt | 1144 Zeichen | © Eowin
      Als letztes Pferd heute stand bei Zasa Hnakki auf dem Plan. Noch ein Isländerhengst, der ebenfalls von Svartur kam. Diesen kannte ich jedoch noch nicht persönlich. Ich klopfte dem Roan den Hals und begann dann mit der Routineuntersuchung.
      Er war erst vier und konnte vom Trainingszustand her noch etwas zulegen, vor allem an der Hinterhand fehlte ihm doch noch deutlich Muskulatur.
      Ansonsten war sein Körperbau jedoch sehr gut.
      Ich kontrollierte wieder zuerst die Schleimhäute, dann die Nüstern und Augen und tastete dann die Muskeln und Gelenke ab, bevor ich die Hufe auf Schmerzempfindlichkeit kontrollierte.
      Es war alles in Ordnung, ich fand keine warmen Stellen, die Hufe waren schmerzunempfindlich und in der Muskulatur wiesen keine Gnubbel auf Verspannungen hin.
      Er war demnach vollkommen gesund.
      Anschließend impfte ich den Hengst gegen Influenza und Herpes und drückte ihm seine Wurmkur tief in den Schlund, sodass er aus Reflex schluckte.
      Ich lobte ihn, dass er alles so brav über sich hatte ergehen lassen, dann durfte er wieder in die Box.
      Als Zasa wieder kam, verabschiedete ich mich von ihr und machte mich auf den Weg nach Hause.

      Juni 2015
      Sammelbericht | 2418 Zeichen | © Zasa
      Ich lag schon länger wach als ich mich endlich überwinden konnte aufzustehen. Die Sonne strahlte bereits fleißig als ich in der Küche mein Müsli genaß. Heute stand mehreres auf den Plan, Ankunft zwei neuer Ponys, besuch von zwei guten Freundinninen und die Vorbereitung auf eine lange Reise. Jedoch machte ich mich zunächst auf den Weg in den Stall um meine vierbeinigen Freunde zu versorgen. Momentan wohnen wir nur auf einen kleinen Hof im schönen Mitteldeutschland, als Zwischenstation unserem großen Umzugs. Die meiste Zeit leben meine Pferde momentan auf der Koppel, da es halt nur eine Übergangslösung ist.
      Ich schnappte mein Fahrrad und fuhr zunächst zur Futterkammer um für meine vier großen das Zusatzfutter vorzubereiten. Es bestand aus Hafer, Müsli und ein bisschen Biotin/Magnesium. Fertig packte ich es auf den Fahrradanhänger und machte mich nun auf den Weg zu den zwei Koppeln hinaus wo ich ungeduldig erwartet wurde. Als ich die zufriedenen Gesichter der Pferde sah wurde ich ganz misstrauisch ob sie es in der neuen Heimat denn genauso finden würden. Kurz genoss ich noch diesen Anblick bis ich mich zurück zum stall machte um diesen etwas frisch zu machen, da alle heute reinkommen um für die lange Reise morgen fit zu sein.
      Ich verteilte das Stroh gleichmäßig in jeder Box und gab etwas Heu dazu. Schnell schnappte ich mir wieder das Fahrrad um zurück zum Haus zu fahren. In knapp 15min sollten die zwei Neuzugänge ankommen. Und als ob es ein Glückstag wär, kamen sie auch fast pünktlich an. Ich begrüßte den Fahrer freundlich bis wir zum Hänger gingen und diesen öffneten. Zwei kleine Falabelladamen blickten uns freundlich an. Es waren Antalia, eine 6jährige Braunscheckstute und Damiani, eine 5jährige Chesnut Sabino Stute, beide bereits gekrönt für neuen Zuchtanschwung. Wir brachten die beiden in die große vorbereitete Box und versorgten sie mit frischem Heu. Nun überreichte mir der Fahrer die Pferdepässe sowie Urkunden und ein kleines Dankeschön der Vorbesitzerin. Es war eine kleine schwarze Schatulle mit einer silbernen Halskette drin, an dieser war ein Anhänger in Form ihres Zuchtlogos angebracht. Ich bedankte mich und ging ins Haus und bereitete mich vor. Bald kamen meine Freunde um mich für eine Abschiedsfeier abzuholen. Gepackt war alles, bis auf Kleinigkeiten die ich heute noch brauchte. Frisch geduscht und angezogen setzte ich mich verträumt auf mein Sofa und wartetet nun.

      September 2015
      Sammelbericht | 1774 Zeichen | © Zasa
      Schon früh klingelte der Wecker, zwei mal musste er sich wiederholen, ich war einfach nie genug motiviert aufzustehen. Nachdem ich mich endlich überwunden hatte, kroch ich müde in die Küche wo ich mir schnell Kornflakes machte und mich auf die schöne neue Couch setzte. Meine Gedanken waren ganz an die Planung meines Umzuges gerichtet. Nach einer kurzen Fernsehpause machte ich mich los um mich anzuziehen - die Pferde warteten sicher schon alle ungedultig. Im Stall angekommen begann ich zunächst mit dem Kraftfutter. Alle standen mit großen Augen an den Trögen und hofften endlich nur ein Korn abzubekommen. Nun machte ich mich an das misten, Box für Box äppelte ich ab und streute rasch wieder Stroh/Späne und Heu für alle meinen vierbeinigen FReunde ein. Die Sonne zeigte sich heute von ihrer besten Seite. Ich überlegte nicht lange und brachte die Pferde auf ihre Koppeln mit Außnahme von Shapaan und Cloud, für beide stand heute etwas Training auf dem Plan. Zunächst fing ich mit Shapaan an. Durch seine leichte Arthrose begann ich langsam mit dem aufwärmen, mit vielen Übergängen und Schulterherein. Da das Wetter so schön war ritt ich heute auf dem Platz. Schnell wurde es echt warm. Gnadenlos knallte die Spätsommersonne.
      Nach dem Aufwärmen befasste ich mich heute mit etwas Stangenarbeit und ein paar einfachen Dressurlektionen und dem Fliegenden Wechsel. Nach dem reiten holte ich mir Cloud welchen ich zunächst gründlichst putzte. Schnell war die Trense über seinen Ohren bis mir die Idee kam - ausreiten! Ich überlegte nicht lang und setzte mich ohne Sattel drauf und ritt richtung Wald. Ein herrkicher Tag für einen gemütlichen Schlenderritt. Nach etwa einer halben Stunde war ich zurück und brachte ihn nach dem abwaschen zu seinen Freunden auf die Koppel.

      2015
      Ein kalter Herbsttag | 1748 Zeichen | © Zasa
      Der Wecker klingelte eins, zwei mal, doch es dauerte bis ich meine Augen endlich öffnete. Meins erster Blick führte zum Fenster. Es war noch dunkel jedoch erkannte man schon langsam das es heller wurde. Mit viel Mühe hatte ich es nun auch aus dem Bett geschafft und bereitete mir zunächst mein Erdbeermüsli vor. Ein herrlich köstlicher Anblick welchen ich mit etwas Milch abrundete. Nicht lange und mein kleiner Zwerg kam angeschlichen und setzte sich neben mich. Odin, ein kleiner Mischlingwelpe, wahrscheinlich eine kuriose Zusammenpaarung von etlichen Rassen, war mein neuster Zuwachs. Der kleine ist jetzt etwa 4 Monate alt, dunkelbraun mit hellen Brauen und Latz, lockige Hängeohren ziehren seinen Schäferhundähnlichen Kopf. Als ich fertig war bekam auch der Zwerg sein Futter. In der Zeit zog ich mich an. Ich schnappte mir meine dicke Jacke, Mütze und Handschuhe rufte noch Odin und dann startete ich in den kalten morgen. Momentan leben meine Pferde alle draußen da in den nächsten Tag der große Umzug stattfinden wird. Also schnappte ich mir den großen Futtereimer und befüllte ihn mit Hafer, Müsli und ein paar Pellets. Ich gab es jedem an seiner Futterstelle, welche momentan notdürftig auf dem Boden sind. Da ich bereits alles Sattelzeug verschickt habe musste ich auf sämtliches Training verzichten, doch nicht mehr lange und wir sind endlich im neuen Heim. Ich verteilte noch etwas Heu auf den Koppeln und ging wieder ins Haus. Auch der kleine Odin hat sich gott sei dank etwas ausgetobt, so das ich in aller Ruhe meine Sachen zusammen packen konnte, zumindest der Rest, der noch nicht auf Reise gegangen ist so wie etliche Möbelstücke wie Sofa, Tv etc.
      Ich blickte ein letztes mal auf den Kalender, denn morgen war es endlich soweit.

      2015
      Die schwarzen Perlen kommen! | 2015 Zeichen | © Zasa
      Ich stand schon länger im Stall als ich endlich den so lang ersehnten Anruf bekam. Es war Snoopy, welche heute den ersten Friesen vorbei bringen wollte. Vor etwa einer Woche war ich bereits bei ihr um mir Filou Firrigé Étoile Filante, den 4 jährigen Hengst anzuschauen und Probezureiten. Da er mich von anfang an so begeistert hat, gab es da nicht mehr viel zu reden und er war gekauft. Ich bereitete bereits die zweite Box vor, als ich ein Auto anrollen hörte. Wie ein Kind zu Weihnachten freute ich mich und ging schnell schauen ob es denn auch wirklich Snoopy war - ja war sie!
      Ich legte die Gabel ab und maschierte in großen schritten voran.
      Freundlich begrüßte ich sie und dann ging es auch schon ans abladen. Snoop ging an den Kopf und während ich langsam die Klappe öffnete. Ein kräftiger Hintern stand nun vor mir. Wir luden ihn nun komplett ab und ich zeigte den beiden nun Filous übergangs Box, da wir in den kommenden Tagen umziehen wollten.
      In der Box abgestellt beschnupperte er alles und wiehte öfters, schönes Kerlchen, dachte ich mir.
      Nachdem wir bei einen Kaffee die Papiere übergaben, verabschiedete ich Snoopy auch schon, welche bald darauf den Hof wieder verließ. Nun dürfte es nicht lange dauern bis Calle Cool, ein ebenfalls vierjähriger Hengst ankommen wird.
      Ich ging zunächst in den Stall und versorgte die anderen Pferde, welche heute durch schlechtes Wetter zunächst drinnen verbringen müssen. Da noch genug Zeit war schnappte ich mir Shapaan, machte ihn mir fertig und ritt mit ihm etwa eine Stunde in der Halle.
      Wir beiden haben chon viel durch gemacht, von Spring- bis Dressursiegen, über Umzüge und etc. Als ich fertig war brachte ich ihn wieder zurück und erwartete nun den zweiten Hänger.
      Etwa eine halbe Stunde später kam er auch, von weiten hörte man das wiehren des jungen Hengstes. Rasch luden wir ihn ab und brachten ihn in seine Box. Auch er müsse sich nun erstmal daran gewöhnen. Aber das wird für beide denke ich kein Problem.
      Also ging ich bis zum Füttern zurück ins Warme.

      2015
      Die große Reise | 5950 Zeichen | © Zasa
      Nach langen Vorbereitungen war es nun soweit, zwar hat es länger gedauert aber jetzt konnte es losgehen.
      Die letzten Tage habe ich schon fleißig Cartons gepackt, Möbel verschickt und den Hof von Interessenten anschauen lassen. Es hat nicht lange gedauert bis mein kleines Gestüt einen neuen Besitzer fand, doch trotzdem werde ich es mit kleinen Tränen verlassen. Vor etwa einem Jahr habe ich auf einen Mittelalterevent in Südeuropa Ally kennengelernt, eine junge Frau welche die gleichen Begeisterungen wie ich hatte.
      Ich traf mich das Jahr über öfter mit ihr, mal hier, mal da, bis uns die große Idee kam -
      Wir verwirklichen unsere Faszination für die alten Zeiten zusammen auf einem eigenen Hof.
      Dann begann auch schon die Suche nach einem geeigneten Grundstück. Zum Glück hatten wir keine wirklichen Begrenzungen was Land und so anging, deshalb stoßen wir aus Zufall über eine Anzeige
      im Internet, zu verkaufen war ein kleiner ausgebauter Hof in Irland, genauer in Luggala.
      Es besaß alles was wir uns vorgestellt haben und so war es uns klar. Dort beginnen wir
      ein neues Leben! Uns begleiten viele Ideen in Form von Mittelalter Events und auch eine eigene Reitweise,
      basierend auf Vertrauen zum Pferd war schon in Planung. Alles perfekt soweit.
      Vor einem Monat habe ich den Flug gebucht. Es war die größte Hürde die ich zu überbrücken hatte,
      den kaum ein passender Flug hatte Platz für 15 Pferde. Doch nach langen Suchen und hin und her telefonieren war auch dies geplant. Ebenfalls hatte ich eine Fähre für den ganzen Möbel und Schnickschnak kram gebucht, welche innerhalb eines Tages auch ankommen sollte.
      Zunächst ging ich raus in den Stall, ich fütterte und mistete ein letztes mal.
      Ich glaube die Pferde konnten es ebenfalls fühlen das bald Stress anstand. Sie wirkten irgendwie nervös
      und unruhig. Nach dem füttern ging ich zurück zum Haus wo mich schon einer der 3 LKWs erwartete.
      Jeder von ihnen hatte Platz für 5 Pferde, welche zum Flughafen gebracht werden sollten.
      Ich bat die Fahrer auf einen Kaffee pause zu machen und packte in der Zeit allen restlichen kram zusammen, so das nur noch die Pferde und ich fehlen. Die Möbel seien schon in Luggala angekommen was mich sehr beruhigte, denn ein Leben ohne Möbel? Ich schmunzelte und packte weiter zusammen.
      Nach cirka einer Stunde kam auch die Käuferin der Gestüts zur Schlüsselabgabe also dachte ich das nun ein guter Zeitpunkt war die Pferde zu verladen. Mit genügend Hilfe verluden wir Pferd für Pferd, jedoch waren alle sehr verschieden. Shapaan zum Beispiel ging hoch wie eine eins, da er durch viele Tuniere da ein alter Hase war, aber Pferde wie Hnakki machten da schon mehr Probleme, aber nach gut einer Stunde haben wir es trotz Turbulenzen endlich geschafft. Ich überreichte den Fahren die Pferdepässe und schickte sie los zum Flughafen.
      Noch kurz unterhielt ich mich mit der Hauskäuferin und Checkte mit ihr noch einmal die ganze Anlage das auch ja alles geklärt war. Wir unterschrieben den Vetrag und dann verabschiedete ic mich mit tränenden Augen bis mein Taxi da war. Nun war noch einmal die Zeit gekommen in sich zu gehen. Ich dachte über die vielen schönen Tage hier nach, und wie alles anffing. Die Zeit verging schnell da ich vermeindlich eingeschlummert war, doch
      der Taxifahrer weckte mich aus meinen Träumen. "Wir sind da, das macht dan 21,50€".
      Schnell übergab ich ihm das Geld und ging zum Check In. Mein Flug startete in einer Stunde und auch die LKWs waren bereits eingetroffen. Ich schaute noch einmal im Tierbereich vorbei, lies die Pässe checken und ging zurück zum Passagierbereich. Dann wurde mein Flug auch schon aufgerufen und nervös ging ich zum Flieger.
      Freundlich wurde ich auf meinen Platz gewiesen. Es war erstaunlich leer, aber wer flog auch schon groß nach Irland, schmunzelte ich erneut. Der Flug würde nur etwa 2 Stunden dauern was mich sehr beruhigte.
      Nachdem ich noch ein wenig am Laptop spielte und Ally berichtete das ich bereits im Flieger saß.
      Etwas aufgeregt war ich ja schon, den jetzt gab es kein zurück und alles musste einfach gut gehen. Nach kurzem einschlummern hieß es auch schon das wir in kürze landen werden und ich war sofort wieder Hellwach.
      Direkt nach dem Landen Ging ich flott zu den Pferden um zu schauen ob alles okay war. Alle außer Zuckerschock waren wohlauf, sie war leider etwas müde da die radau machte und sediert werden musste.
      Zum Gkück waren auch schon die organisierten Transporter da und wir luden nach einer Futterpause die
      Pferde erneut auf. Diesmal ging sogar Hnakki brav hoch. Ich durfte im LKW mitfahren und lehnte mich entspannt zurück und schaute mir ein wenig die Landschaft an. Insgesamt fuhren wir noch einmal 2 Stunden da Luggala etwas abseits aller Städte lag, doch dann htten wir es auch schon geschafft. Ich stieg aus und schaute mir zunächst die Ställe an. Eine unheimliche Stille lag momentan noch in der Luft, aber das sollte sich bald schon legen.
      Mit Hilfe einer Anwohnerin bereitete ich die Boxen und Ställe vor. Heu und Stroh wurde zum Glück bereits geliefert.
      Dann luden wir alle zusammen die Pferde ab und brachten die ind die vorher eingeteilten Ställe.
      Man man man war das vielleicht ein Stress. Erschöpft setzte ich mich auf einen Holzstamm neben den Offenställen und beobachtete die Pferde, ob alles gut gehen würde, wie sie sich verhalten und träumte bereits von der Zukunft.
      Nun war es an der zeit die Möbel einzuräumen, denn gerade als ich eine Runde laufen wollte hupte es im Wald.
      Gott sei dank hatten sie genug Hilfen dabei, denn alleine war es doch..etwas schwierig. Nach gut 2 Stunden war das gröbste eingeräumt, fehlten nur noch die Gästehäuser, aber dies hatte noch 2 Tage zweit.
      Langsam wurde es dunkel und ich machte meine Runde über das Gelände, alle Pferde bekamen noch einmal Futter, und dann genoss ich die letzten Stunden des Tagen. Ich chattete noch ein weinig mit Ally welche bald eintreffen wird und schlief dann nach einem langen stressigen Tag endlich ein.

      2015
      Drei Neuzugänge in Luggala | 1361 Zeichen | © Zasa
      Heute stand wieder ein ereignisreicher Tag an. Nachdem ich und meine Pferde uns bereits gut eingelebt haben sollte sich der Hof um einzelne Tiere erweitert werden. Zunächst ging es aber wie jeden Tag in den Stall. Schnell war das Futter angerichtet und ich stritt zur Gabel, zum Glück standen nur 4 Pferde in den Boxen, schmunzelte ich.
      Die Zeit verging schnell undso ertönte auch schon das Handy. Es war mein Bekannter, welcher für mich die neuen Pferde am Flughafen abholen sollte, es hieß er sei in 30 Minuten schon da.
      Wie ein kleines Kind sprang ich auf und machte schnell die Ställe für die neuen fertig. Es handelte sich un Nachtschwärmer, ein Haflingerhengstfohlen, welchen ich vom Käufer wieder zurpckholte, da diese leider keine Zeit mehr hatte. Desweiteren konnte ich eine Hannoveranerstute namens Golden Wonder ergattern. Sie war die Mutter der vielseitig bekannten To Where the Skies are Blue aus dem Stalle Saleras. Ein wenig stolz war ich auf den dritten aus der Runde, Nachtfalke aus dem Stalle Occultas. Ein kleiner Amarican Miniatur Horse Hengst von einem Jahr. Dann war es auch schon soweit. Ich hörte bereits den LKW im Walt, dann durfte ich ihn auch erblicken. Wir luden alle Pferde ab, brachten sie in ihre Ställe und ließen sie natürich zunächst in Ruhe.
      Morgen würde ich noch einmal nach ihnen schauen und alle ein wenig mehr umkümmern.

      2015
      Tierarzt | 5711 Zeichen | © Sevannie
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      Ich sah auf meine Uhr. Es war noch sehr früh und draußen noch dunkel, doch heute hatte ich einen langen Tag vor mir. Ich wollte Zasa Levy und ihre Pferde besuchen und diese durchchecken. Da es sich nicht wie oft um nur ein Pferd handelte sondern gleich um sechs Pferde. Dies würde seine Zeit dauern, da ich nicht einfach nur schnell machen wollte. Ich stieg in mein Auto und speicherte dann ihre Adresse ein. Ich starte die Routenführung und fuhr dann los. Nach einer längeren Fahrt war ich bei ihr und stieg aus meinem Auto. Mittlerweile war es hell geworden und es war auch schon ein bisschen wärmer. Ich ging auf Zasa zu, welche bereits auf mich warte. „Hallo Zasa, um wie viele Pferde handelt es sich jetzt eigentlich?“ fragte ich lächelnd und sie sagte mir, dass es um 7 Pferde ginge. Ich nickte und ging dann mit ihr zu den Pferden. Noch waren die Pferde in ihren Boxen und so musste man sie nicht erst noch reinholen und putzen. „ Mit wem willst du anfangen?“ fragte sie und sie meinte, dass sie gerne mit den Fohlen beginnen würde. Sie holte Jinx aus ihrer Box und band sie dann an. Ich begrüßte die Stute und sah mir dann ihren Kopf an. Weder an Ohren, Augen noch an den Nüstern konnte ich Verletzungen erkennen. Ich hörte ihr Herz und ihre Lunge ab. „ Hört sich alles sehr gut an. Verletzungen hat sie auch keine vom Umzug davon getragen. Bitte trab sie jetzt draußen auf dem Boden mal vor“ meinte ich und sie tat das. Das Fohlen ging nicht lahm und so konnten wir sie guten Gewissens wieder in die Box stellen. Danach holten wir Nachtschwärmer aus der Box und ich hörte auch sein Herz und seine Lunge ab. Hier hörte sich auch alles normal an und so sah ich mir auch seine Ohren an. „In seinem rechten Ohr ist ein kleiner Kratzer. Er ist nur oberflächlich, also nichts schlimmes“ teilte ich ihr mit und sah mir dann seine Augen und die Nüstern an. Hier war wieder alles in Ordnung und so ließ ich sie nochmal vortraben. Er ging klar und ich hörte ihn danach nochmal ab. „Bis auf das Ohr ist alles bei ihm sehr gut“ meinte ich und wir brachten den Haflinger auch wieder in die Box. Darauf holten wir Valentines Dublin aus der Box und ich lobte die Stute. „ Ein echt hübsches Pferd“ meinte ich und sah sie an. Dann sah ich mir ihren Kopf an. Ihre Augen, ihre Nüstern und ihre Ohren waren in bester Ordnung. Dann hörte ich ihr Herz ab und ihre Lunge, dies wiederholte ich nach dem Vortraben auf dem Hof. „ Bei ihr ist alles sehr gut. Bring sie wieder in die Box und wir wenden uns den anderen Pferden zu“ meinte ich und sah sie an. Sie nickte und stellte die Vollblutstute in die Box. „ Fangen wir gleich mit Drachentöter an“ meinte ich und sie nickte wieder. Sie band den Hengst an und ich hörte ihn ab. Ich konnte auch bei ihm keine Unregelmäßigkeiten feststellen und so sah ich mir seinen Kopf an. Auch hier sah alles gut aus. „ Trab ihn bitte auf dem Hof noch schnell vor“ meinte ich und zusammen gingen wir. Drachentöter trabte ein Stück und ich merkte, wie er immer weniger auf dem rechten Hinterbein auftrat. „ Es scheint mir als habe er Schmerzen an der rechten Hinterhand“ fügte ich hinzu und klopfte den Hals des Hengstes. Ich schaute mir sein Bein genauer an und entdeckte eine kleine Schwellung. „ Ich würde die Stellung kühlen und einen Verband mit Salbe anbringen“ meinte ich und sie stimmte meiner Meinung zu. Ich nahm eine kühlende und schmerzlindernde Salbe und schmierte sie dann auf sein Bein. Ich legte den Verband noch an und meinte dann „ Den Verband würde ich jeden Tag oder jeden zweiten Tag wechseln. Die Salbe kann ich dir hier lassen und ich würde ihn die nächsten Tage stehen lassen. Es scheint nur eine Prellung zu sein, also nichts schlimmes, das geht wieder weg.“ Wir brachten ihn in seine Box und holten dann Hnakki aus der Box. Der Hengst sah mich an und wieherte dann kurz. Ich hörte ihn ab und sah mir seine Augen und seinen restlichen Kopf an. Dann schaute ich mir seinen restlichen Körper an und entdeckte auf einer Seite einen kleinen Kratzer. „ Er ist beim Transport anscheinend hängen belieben“ meinte ich und säuberte die Wunde und schmierte dann Salbe auf diese. „Trab ihn auch noch vor, dann sind wir mit ihm auch fertig“ meinte ich und gemeinsam gingen wir auf den Hof. Hnakki ging klar und ich war sehr erleichtert darüber. Als nächstes holten wir Desire H aus der Box und lobten die junge Stute. Ich sah sie mir genau an und hörte sie dann ab. „ Sie hat die Reise gut überstanden. Ich kann weder Kratzer noch eine Unregelmäßigkeit des Herzens oder ein Rauschen in der Lunge hören“ meinte ich. Wir gingen gemeinsam wieder raus und sie ließ die Stute vortraben. „ Auch hier schaut alles sehr gut aus“ sagte ich dann erfreut, als die beiden wieder zu mir kamen. Gleich geschafft, nur noch ein Pferd, dachte ich mir kurz und ging dann mit den beiden wieder in den Stall. Das letzte Pferd war Outside Girl, eine Lewitzerstute. Ich hörte sie auch ab und schaute sie mir dann genau an. „Sie schaut auch sehr gut aus“ meinte ich und wir gingen wieder raus. Sie trabte sie wieder vor und auch bei ihr war keine Unregelmäßigkeit oder Lahmheit festzustellen. „ Bei ihr ist alles in Ordnung“ sagte ich und ging dann wieder mit ihr in den Stall, dort packte ich meinen Koffer wieder ein und meinte dann „ Hat mich sehr gefreut, dass ich deine Pferde anschauen durfte.“ Sie bedankte sich, dass ich Zeit hatte und mich so gut um ihre Pferde gekümmert hatte. „ Wenn du wegen Drachentöter, Hnakki oder den anderen noch eine Frage hast dann kannst du jeder Zeit anrufen. Wenn es bei Drachentöter nicht besser wird, dann ruf mich an. Ich komm dann wieder vorbei“ meinte ich und wir beiden gingen zu meinem Auto. Dort verabschiedeten wir uns und ich fuhr wieder in meine Praxis.

      2015
      Willkommen in Luggala & Pflegebericht | 1798 Zeichen | © Zasa
      Leider hatte ich heute nur wenig Zeit, so weckte mich mein Handy bereits um 6. Seit der Zeitumstellung war es mittlerweile schon hell und das aufstehen fiel mir umso leichter. Nachdem ich mich kurz anzog, huschte ich mit einem Brot durch die Küche. Schnell aß ich auf und lief rüber zum Boxenstall. NAch etlichen wiehren fütterte ich Colour Paint, Flopp oder Hopp, Shyvana und Crazy in Love. Während die Pferde aßen, mistete ich die Boxen und verteilte die Heusäcke in den Paddocks. Als nächstes kümmerte ich mich um die Offenställe, wo Calle Cool, Filou und Circle standen. Die drei Friesenhengste kamen auch direkt neugierig vorbei und holten sich ihr Frühstück ab. Auch hier füllte ich die Heuraufen auf, sodass sie bis morgen reichen würden. Im nächsten Offenstall standen nur Shapaan und Hnakki, wie zuvor auch versorgte ich sie mit Kraft und Raufutter.
      Der letzte Weg führte zur Sommerkoppel, wo mich meine Stuten und Jungpferdeherde erwartete. Desire H, Jinx, Nachtschwärmer, Nachtfalke, All about und Golden Wonder warteteten bereits sehnsüchtig auf das Heu. Da die Herde ganztags viel mehr Gras als die anderen hatten, gab es für sie kein Kraftfutter, aber brauchten sie nicht, sichtlich wohl genährt, schmunzelte ich über die Vierbeiner. Nun hieß es warten..im laufe des Nachmittages sollten
      zwei neue Pferde Luggala bereichern. Es handelte sich um ein Fohlen, Pantoffelchen, welches bei mir geboren, verkauft und verwahrlost wurde, sowie um ein Fohlen von Cloud, welches bei einer befreundeten Bereiterin geboren wurde.
      Kurz nach dem ich darüber nachdachte traf der Transporter auch schon ein, und wir brachten die Pferde wie es sich gehört zunächst in eine Box, wo sie sich erstmal erholen konnten. Am Abend als ich erneut fütterte, brachte ich die beiden Fohlen auf die Sommerkoppel.

      26. August 2015
      Ein Sommer auf Rømø | 7134 Zeichen | © BellaS
      „Das ist doch nicht dein Erst?!“, klang Linns Stimme aus dem Lautsprecher meines Handys. Ich konnte förmlich sehen wie sie sich die Hand vor den Kopf schlug. „Wie lange sind wir jetzt in Schottland? Ein Jahr? Anderthalb? Höchstens!“ Wieder flackerte ein Bild vor meinem geistigen Auge auf. Diesmal tiegerte meine langjährige Freundin mit dem Handy in der Hand auf dem Hof auf und ab. „Nein Bella, ich weiß noch nicht was ich davon halten soll. Ich hoffe du hast noch nicht für uns alle entschieden?“ „Ich habe nicht einen Moment daran gedacht dich nicht zu fragen.“, erwiderte ich ehrlich. „Ich würde eingehen, müsste ich allein wieder anfangen.“ „Gut.“, ihre Stimme klang erleichtert. „Aber glaub nicht, dass ich jetzt hier alles stehen und liegen lasse um freudig mit dir nach Dänemark zu fahren, Annabell Schmiedemann.“ Wenn sie mich bei meinem vollen Namen nannte, wusste ich, dass es ernst wurde. „Gut. Überlege es dir bitte. Ich hole jetzt Hnakki,wir sehen uns, wenn alles glatt geht heute Abend. Hnakki war ein stattlicher junger Hengst, den ich bei einer Zuchtauflösung erstanden hatte. Ein Vertreter der bekannten „van ghosts“ Zucht, aus der auch die Stute Thowra stammte. Es hatte eine Weile gedauert, aber nun konnte er endlich zu uns nach Colles Virides ziehen. Die Frage war nur, wie lange er dort wohl bleiben würde, er und all meine anderen Pferde.
      Aus dem Urlaub nach Hause zu kommen hatte immer etwas bedrückendes. Ich vermisste die Insel, das Meer, alles. Der kleine Anhänger schaukelte hinter meinem Auto her und Laufey hatte endlich aufgehört zu randalieren, kaum war Hnakki neben ihr eingeladen worden. In wenigen Stuten würde ich Morvern erreichen und von dort aus war es nur noch ein Katzensprung bis nach Hause.
      Ich parkte den Wagen. Es war spät und so war niemand mehr auf dem Hof um mir mit dem Ausladen meiner vierbeinigen Begleiter zu helfen. Ich ließ die Rampe herunter, entfernte die Stange hinter Laufey und stieg durch die kleine Tür an der Front des Hängers wieder ein, um sie loszubinden. Wie immer sprang sie förmlich rückwärts aus dem Gefährt. Hnakki benahm sich wesentlich manierlicher. Er wartete bis ich alle Sicherheitsmaßnamen entfernt hatte, dann schritt der ohne zu zögern aus dem Transporter.
      Ich klopfte an Linns Wohnungstür. Sie öffnete mir und machte ein verdrießliches Gesicht, begrüßte mich aber trotzdem. „Hast du die Bilder bekommen?“ „Ja.“ „Himmel. Du bist immer noch sauer?“ Ich kannte meine Freundin al einen wirklich lieben Menschen dem es fern lag überhaupt sauer zu sein, geschweige denn länger als ein paar Minuten. „was denkst du dir eigentlich? Überfällst mich mit solchen Plänen am Telefon! Und überhaupt, wenn du ständig umziehen willst, solltest du keine Pferde züchten. Die mögen das nämlich nicht.“ Ein wenig überrumpelt setzte ich mich. „Ich glaube ich muss mal versuchen dir meinen Standpunkt zu erklären.“ „Schieß los. Ich bin wirklich gespannt.“ Sie setzte sich neben mich aufs Sofa und ich begann.
      „Ich bin von meinen Eltern weg gezogen, als ich mich Stássa meine erste Isistute bekam. Ich wollte machen können was ich wollte, frei sein, das erste Mal in meinem Leben. Früher habe ich es sogar in Erwägung gezogen nie von zu Hause wegzuziehen, aber das gehört hier nicht hin...“ Ich musste mich sammeln, ehe ich fortfuhr. „Mit dem Gut Muschelsand hatte ich mein erstes richtiges und vor allem eigenes zu Hause und eine bunte Sammlung Pferde jeder Rasse. Ich war glücklich, aber auch überfordert. Dann kam Catalina und wir taten uns zusammen. Das UHAP Ocean Wave war super, aber es ging nicht lange gut. Cata lernte Sahra kennen und zog nach Schottland. Ich hatte mich an Teamarbeit gewöhnt und schlug alles in den Wind. Ich zog nach Schottland.“ „Jaaa.“ Soweit kannte sie meine Geschichte als Pferdezüchterin nur von Erzählungen. „Jetzt sind wir ein Team. Ein super Team. Ich wünsche mir, dass wir es schaffen eine große, bekannte und gute Isländerzucht auf die Beine zu stellen. Zusammen. Als Team. Ich möchte raus aus der Legacy und ich liebe das Meer. Rømø ist ein Traum und ich glaube das diese Insel ein Ort ist, an den Islandpferde wirklich gehören.“ ich beendete meine Ausführungen. „Das war ja ein historischer Roman.“ Linn versuchte ihr böses Gesicht zu wahren, schaffte es aber nicht. „Nun ja, ich glaube, ich kann dich verstehen. Gib mir Zeit, ja?“
      Ich gab ihr Zeit. Am nächsten Morgen, nachdem Hnakki von allen ausgiebig bewundert wurde, rief ich das Team zusammen. „Ich will, dass ihr wisst was Sache ist. Da keine Entscheidung gefallen ist, müsst ihr euch noch keine Sorgen machen, aber es ist besser wenn man von Anfang an weiß was Sache ist.“ Ich erzählte von meinen Plänen. Mila, Arran und Finley runzelte die Stirn, dann ergriff Finley das Wort. „Ich mag deine Pferde, ich mag den Arbeitsplatz hier. Ich wollte eh immer weg, warum nicht nach Dänemark?“ Er räusperte sich. „Egal ob ihr geht oder hier bleibt, ich kann nur für mich entscheiden aber ich bleib bei euch.“ Ich war gerührt. „Ich erwarte keine so schnelle Entscheidung, noch ist ja nichts klar, versuchte ich die beiden Anderen abzuwürgen, doch Mila hatte schon das Wort ergriffen. „Ich werde ich Schottland bleiben, und das gilt auch für Arran. Sie sah ihren Freund bestimmt an. „Wenn ihr hier bleibt, bleibt alles wie immer.“
      „Okaaay, das war doch recht deutlich, von beiden Parteien.“ Linn und ich ritten durch den Wald, meine Lieblingsroute die ich immer dann wählte wenn ich nachdenken musste. Normalerweise ritt ich dann Laufey, aber ich hatte ihr eine Pause von der Fahrt gegönnt. Die Stute stand auf der Weide. Dafür saß ich jetzt auf Vin, Linn hatte ihren Garpur gewählt. „Ich hätte nicht erwartet, dass sie so schnell sein würden.“ Ich starrte auf die Blätter der Brombeerpflanze, die am Weg wucherte. „Wenn du jetzt fragst: Nein, ich brauche noch Zeit.“ Gab Linn mir zu Verstehen das Thema fallen zu lassen, welches sie erst angeschnitten hatte. „Na gut. Was macht Finleys Projekt?“ Meine Freundin grinste. „Die Kutsche, die er aufgetrieben hat ist nicht besonders vertrauenerweckend, aber Topar macht es Spaß. Die Beiden waren gestern das erste Mal im Gelände unterwegs, wobei ich mir mehr Sorgen um den Wagen gemacht habe, als um Topar.“ Wir lachten. Der einstige Stallarbeiter hatte es sich zur Aufgabe gemacht, Topars Ausbildung im Bereich Fahren einmal auszunutzen. Er machte dabei ungefähr genauso schnell Fortschritte, wie das Bild mit dem bockigen Hengst und der klapprigen Kutsche Erheiterung auslöste. „Und, was ist sonst noch passiert während ich im Urlaub war?“, verlangte ich einen Lagebericht. „Arran kümmert sich vorbildlich um Blacky, ich glaube er mag ihn. Auf jeden Fall ist er das einzige Wesen mit dem er hin und wieder redet.“ Ich grinste, konnte mir aber trotzdem nicht vorstellen, dass Arran sprach wenn es nicht unbedingt notwendig war. „Mila trainiert alle Pferde quer -beet. In letzter Zeit vor allem Faera und Stássa. Tabea hat sich mit Vinkona ernsthafte Ziele gesetzt und Thowra und Blossi habe ich versorgt. Alles zu deiner Zufriedenheit?“ Natürlich war ich zufrieden mit meinem fleißigen Team, und dann begann ich Linn von meinem Urlaub zu erzählen...

      08. September 2015
      Durchchecken von Faera, Hnakki, Snót und Blossi | 7679 Zeichen | (c) Sevannie
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      Ja schon länger schob ich den Auftrag von Annabell vor mich her, oder eher ich musste ihn verschieben da so viel Stress war auf meinem eigenen Hof. Da es nur um durchchecken und impfen ging, hatte es keine richtige Dringlichkeit und Bella konnte dies auch verstehen, worüber ich echt dankbar war. Ich war nun auf ihrem Hof angekommen und sie erwartete mich schon schmunzelnd. ,,Tut mir wirklich unendlich leid.'',murmelte ich und sie winkte schmunzelnd ab. ,,Schon okay. Jetzt bist du ja da.'',lächelte sie und ich nickte. ,,Also wen zuerst?'' - ,,Zuerst Snót.'',schmunzelte sie und wir liefen in den Stall hinein. Wir kamen an der Box der braunen Stute an und sie empfing mich mit neugierigem Blicke. Bella halfterte sie auf und brachte sie auf die Stallgasse, vor ihrer Box band sie die Stute an. ,,Heute scheint sie einen guten Tag zu haben.'',lächelte sie und ich nickte. Gut gut. Ich ließ mich von der Stute erst einmal abschnuppern, ehe ich dann anfing sie abzutasten. Weder an den Beinen noch am rstlichen Körper der Stute fand ich irgendwelche Auffälligkeiten. Also nahm ich mir mein Stethoskop zu Hand und horchte sie ab. Ihre Atemzüge lagen bei 14 Zügen pro Minuten und der Puls bei 34 Schlägen pro Minute. Somit waren das die Durchschnittswerte und auch Herz udn Lunge waren gesund und in Takt. Sanft lobte ich Snót, ehe ich mein Stethoskop wegpackte und mir mein Thermometer zur Hand nahm. Ich lief zur Kruppe, wo ich mich an die Hinterhand stellte. Bella blieb am Kopf der Stute und redete gut auf sie ein, währen dich begann die Körpertemperatur zu messen. Die Stute quieckte kurz auf, doch verhielt sich dann relativ ruhig. Als das Piepsen des Thermometers ertönte lief ich zum Kopf und blickte auf dieses; 37,7°C. Also auch eine normale Körpertemperatur. Sanft lobte ich Snót erneut und blickte Bella an. ,,Sie ist kerngesund, nicht anders zu erwarten.'',schmunzelte ich und desinfizierte das Thermometer, ehe ich dann die Spritze aufzog mit dem Tetanus-Impfstoff. Bella blieb erneut am Kopf und hielt sie fest, während ich mir die Vene am Hals suchte und die Stelle desinfizierte. Ich schnappte mir noch einen trockenen Tupfer, injizierte dann die Spritze und drückte den Tupfer danach auf die Stelle. Einen kurzen Moment drückte ich den Tupfer noch drauf, ehe ich es auch gut sein ließ und die Stute erneut lobte. ,,So das war der erste Streich. Wen nun?'',hakte ich nach und Bella brachte die Stute wieder in ihre Box, schloss die Tür und wir liefen zusammen mit meienr Tasche zur nächsten Box. ,,Nun kommt Faera dran.'',erklärte sie mir und halfterte auch diese Stute auf und holte sie aus der Box. Genauso wie Snót auch banden wir sie beidseitig an. Diese Lichtfuchsstute zeigte mir sehr früh das sie auch frech ist. Sie zupfte an meine Jacke, doch ich ermahnte sie. Kurze Zeit hörte sie auf, so konnte ich mir in Ruhe ihre Augen anschauen. Als ich mir das Zahnfleisch anschaute schnappte sie spielerisch nach mir. Ich schüttelte den Kopf, den Blick den ich erhaschen konnte reichte mir auch schon. Das Zahnfleisch und die Augen sahen gut aus, also machte ich mich nun daran die Stute von oben bis unten abzutasten. Sie wies einige Blessuren auf die von kleinen Rangelein auf der Weide kommen konnten, oder eben wenn sie sich irgendwo gerieben hatte, weil es gejuckt hat. Dennoch viel mir sonst nichts Außergewöhnliches auf. Kurz lobte ich die Stute, bis jetzt hatte sie noch keine weiteren Faxen gemacht. Ich schnappte mir also mein Stethoskop und hörte auch sie ab. Ihre Werte waren ebenfalls im Normbereich und so ging es dann an's Messen. Das frisch desinfizierte Thermometer nahm ich mir dazu zur Hand und lief zur Kruppe der Stute. Wie bei Snót stellte ich mich neben die Hinterhand, nur legte Faera hier schon die Ohren an. ,,Ist gut.'',flüsterte Bella am Kopf der Stute und streichelte sie. Sonderlich gut ließ sie sich nicht ablenken, wir mussten einen zweiten Versuch starten da die Stute einfach mit der Hinterhand hin und her lief. Doch beim zweiten Versuch klappte es dann auch und ihre Körpertemperatur lag bei 37,9°C, zwar etwas wärmer aber jedes Pferd ist nunmal anders. Kurz lobte ich Faera, bevor ich dann die Spritze vorbereitete und auch die Stelle vorher desinfizierte. Ich injizierte die Spritze und die Stute gab einen kleinen Mucks von sich, ehe ich den trockenen Tupfer auf die Einstichstellte drückte und Bella sie dann wieder weg brachte in ihre Box. ,,So der zweite Streich.'' - ,,Nun geht es zu den Hengsten. Jetzt ist Blossi dran.'',erklärte mir Bella und sie lief vor. Ich schnappte mir meine Sachen und folgte ihr. Sie holte den Isländerhengst aus der Box und befestigte die Stricke am Halfter. ,,Hallo Blossi.'',murmelte ich und ließ mich auch von ihm erst einmal abschnuppern, sah mir dann seine Augen, sein Zahnfleisch und die Zähne grob an. Er schien mir etwas scheu, als hätte er Misstrauen, aber sonst viel mir nichts auf. Er legte unsicher die Ohren an, ehe ich ihn lobte. ,,Ganz ruhig, Großer.'',murmelte ich leise und begann dann ihn abzutasten. Also sein Vertrauen könnte ich sicherlich nicht gewinnen. Er war ja so Scheu und ich wollte ihn dann auch gleich noch Piecksen! Als Tierarzt machte man sich wirklich keine Freunde, aber in den anderen Berufen auch nicht. Trainer müssen sie zur Arbeit bewegen und Hufschmiede wollen war von ihren Hufen. Für Pferde ist das ja alles grausam. Als ich mit dem Abtasten fertig war und der Hengst auch nichts Auffälliges aufzuweisen hatte, begann ich ihn abzuhören. Wie erwartet war sein Puls leicht erhöht und seine Atemfrequenz ebenfalls. Er hatte ja regelrechte Angst. Sanft lobte ich ihn und gab ihm ein Leckerli, kurz stellte er die Ohren auf doch sie klappten sich dann auch gleich wieder weg. ,,Eigentlich will ich dir ja nichts böses, du brauchst keine Angst haben.'',murmelte ich leise und streichelte ihn erneut. Ich sagte Bella wie das mit der Luft und dem Herz aussah, aber das es nur durch die Situation käme und nicht durch irgendeine Krankheit ist. So legte ich das Stethoskop wieder weg und schnappte mir das Thermometer. Das Messen der Körpertemperatur ging bei ihm auch nicht gleich beim ersten Anlauf gut. Er hatte Angst oder Misstrauen, je nachdem wie man es deutete. Aufjedenfall wich er aus. So machten wir mehrere Anläufe bis es dann endlich funktionierte, mit vielen Möhren, aber es funktionierte. Das Thermometer piepste und ich blickte drauf. 38,1°C, also hier auch nich alles okay. Sanft lobte ich Blossi und zog die Spritze auf. Wie bei den Stuten zuvor desinfizierte ich die Stelle erst, injizierte dann die Spritze und drückte den trockenen Tupfer darauf. Erneut gab es eine Möhre und Blossi konnte nun sein Ruhe in seiner Box haben. Bella und ich liefen zum letzten Pferd; Hnakki. Ebenfalls ein Isländer und auch ein Hengst. Mit Hnakki war alles am einfachsten wie es mir schien. Er ließ sich gut händeln, da Bella wusste wie man ihn behandeln musste. Ich tastete ihn ab, nachdem ich mir Augen, Zahnfleisch und Zähne etwas angeschaut hatte. Danach hörte ich ihn ab. Nirgends war was Auffälliges festzustellen, also ging es an das Messen der Körpertemperatur. Auch dies funktionierte gleich beim ersten Mal und das Piepsen signalisierte mir wieder das ich drauf schauen könnte. Sanft lobte ich Hnakki und blickte auf das Thermometer; 38,0°C, also wieder alles gut auch bei diesem Hengst. So zog ich die Spritze auf und injizierte diese ihm dann. Auch hier machte er keinen Mucks, somit ging dieser Hengst am schnellsten wieder zurück in seine Box. ,,So Bella, alle diese Pferde sind gesund und nun gegen Tetanus geimpft. Verschon sie die nächsten Tage noch etwas, wegen dem Impfstoff.'',erklärte ich und verabschiedete mich sogleich auch von ihr.

      22. September 2015
      Umzug nach Rømø | 12 265 Zeichen | © Seimure & BellaS
      Das schrille Klingeln meines Weckers riss mich aus dem Schlaf. Ich haute ein paar mal auf das Mistding drauf, bis es endlich Ruhe gab. Dann schlug ich die Decke zurück und wuchtete mich von der Matratze, die mir für diese Nacht als Bett gedient hatte. Mit noch geschlossenen Augen irrte ich ins Bad, wobei ich gegen einen noch leeren Karton stieß. Nachdem ich geduscht und mich angezogen hatte, schlang ich ein kleines Frühstück hinunter und begann dann damit, meine Bettwäsche in den letzten noch leeren Karton zu quetschen. Gestern hatte ich schon alles andere in den Pappdingern verpackt, die jetzt in der Wohnung herum standen. Heute musste ich die Kartons in einem der drei Transporter verstauen, mit denen wir morgen nach Rømø aufbrechen würden. Ich begann damit, die Kartons auf den Hof zu tragen und sie dort abzustellen. Nachdem ich dort alle aufgestapelt hatte, öffnete ich die Tür des Transporters und begann, die Kartons in den "Kofferraum", der mehr einer zu klein geratenen Lagerhalle glich, zu wuchten. Ein paar Kartons musste ich auch auf dem Boden des Wohnabteils abstellen. Als ich aus dem Transporter kam, tauchte in der Haustür ein Umzugskarton auf, dem ein mürrisch dreinschauender Finley folgte. Ich wünschte ihm einen guten Morgen, woraufhin er mich ansah, als würde ich vor Ironie nur so strotzen. Auch Bella kam mit einem Karton aus dem Haus, sah aber sehr viel besser gelaunt aus. "Kannst du die Sattelkammer ausräumen? Ich denke, es sollte alles in den jeweiligen Transporter, in dem auch das Pferd steht, sonst gibts nur wieder Unordnung." Wir hatten uns darauf geeinigt, dass Bella die Hengste, ich Vidja, Meyja, Garpur, Fjara, Snót und Faera und Finley die übrigen Stuten nach Rømø kutschieren würde. Brött würden wir auch noch irgendwo unterbringen können. Ich lief also los, um zuerst einmal die Sättel zu verladen. Ich dachte mir eine Taktik aus: Ich trug auf jedem Arm zwei Sättel, was mich zwar im Gehen etwas verlangsamte, jedoch immer noch schneller ging, als immer nur einen Sattel zu tragen. Als ich mit meiner ersten Ladung Sättel auf den Hof kam, hatte Bella gerade einen weiteren Karton im Transporter verstaut. Als sie mich sah, lachte sie, zog ihr Handy aus der Tasche und fotografierte mich. "Eine spitzen mäßige Sattelschlepperin!", rief sie, ehe sie mir zuwinkte und im Haus verschwand. Ich hängte die Sättel in den kleinen Sattelkammern, die sich zwischen dem Laderaum und dem Pferdebereich befanden.Nachdem ich alle Sättel aufgehängt hatte, und auch Finley und Tabea Erinnerungsfotos geschossen hatten, hängte ich mir alle Trensen und Halfter über den Arm, um dann im Transporter vor dem Rätsel zu stehen, welche Trense zu welchem Sattel gehörte. Mit Hilfe von Fotos, auf denen die Pferde die Trensen und Sättel trugen, konnte ich sie schließlich zuordnen. Als nächstes kam ich auf die Idee, die Putzboxen in die Futterschüsseln zu stecken und diese dann in der Schubkarre zu transportieren.
      Ich war wach, lange bevor mein Wecker mich aus meinen Träumen reißen konnte. Um genau zu sein hatte ich kaum geschlafen. Wie immer kamen mir Zweifel, aber ich verbot mir, die getroffene Entscheidung zu bereuen. Ich schaltete die Weckfunkion meines Handys ab, damit sie nicht gleich in meiner Hosentasche losgehen würde, und rollte mich von der Matratze, die mir als Bett gedient hatte. In den letzten drei Tagen war alles Schlag auf Schlag gekommen. Wir hatten geräumt, gepackt und weggeworfen, hatten Kisten gestapelt und alles organisiert. Tabea war gestern nach Deutschland zurück gefahren, sie hatte ihr freiwilliges Jahr beendet und wollte sich nun ihrer Berufswahl widmen. Vinkona hatte sie schweren Herzens und mit der Aussicht auf baldigen Besuch bei uns zurück gelassen. Auf einmal standen wir zu dritt über einem Berg von Arbeit. Draußen erblickte ich Linn, die verschlafen zum Stall wanderte. Auch ich betrat den Hof und begann, den Inhalt unserer Futterkammer ins Gepäckabteil meines LKW zu räumen, nachdem ich auf dem Weg nach unten schon einen Karton mitgenommen hatte. An der Tür war ich auf Linn getroffen und hatte ihr, mit aller guten Laune die ich aufbringen konnte, die Aufgabe gegeben die Sattelkammer auszuräumen. Jetzt rollte ich eine Tonne Futtergerste über den Hof und scheiterte an der Stufe, die die Tonne vom Innenraum des LKW trennte. „Ich dir helfe.“, erklang Finleys Stimme hinter mir. Er war mittlerweile dazu übergegangen Deutsch zu sprechen, was leider manchmal in grammatikalischem Chaos endete. „Danke.“ Gemeinsam hoben wir die Tonne an und hievten sie in das Fahrzeug. „Hilfst du mir auch noch bei den Pellets und dem Hafer?“ „Klar.“ Finleys Laune schien sich gebessert zu haben. Gemeinsam räumten wir alle Dinge aus der Futterkammer, die ein einzelner nicht heben konnte, dann ging Finley zurück ins Haus, um den Rest der Kartons zu hohlen. Ich schaute auf mein Handy, denn meine innere Uhr war ein wenig durch den Wind. „11:23 Uhr.“, verkündete diese. „Mir müssen sehen, dass wir los kommen. Die Fährte geht heute Abend, und wir brauchen fünf Stunden mindestens nach Newcastle, außerdem müssen wir uns dann dort um einen Guten Platz für die Pferde kümmern.“ „Es fehlt nur noch das Heu für die Überfahrt.“, stellte Linn in Aussicht. „Das kann in den letzten Platz bei mir.“ Ich hatte den einzigen LKW für acht Pferde übernommen, da wir sonst für Brött keinen ordnungsgemäßen Platz gehabt hätten. „Da ist ja ein Platz frei. Am besten packen wir das zwischen Brött und die Hengste, dann gibt’s keinen Radau.“ Gesagt getan. Eine dreiviertel Stunde später war sämtliches Zeug eingepackt und die Pferde samt und sonders verladen. Nach einem letzten Rundgang über Colles Virides stiegen wir in die LKWs, winkten Arran und Mila, die gekommen waren um uns zu verabschieden und traten dann aufs Gas. Ein Fahrzeug nach dem anderen verließ den Hof und ich konnte nicht verhindern, dass sich ein Gefühl des Verlusts in mir breit machte.
      Wir fuhren über immer größer werdende Straßen bis nach Glasgow, wo wir auf die Autobahn fuhren. Als wir bei Carlisle auf die A689 wechselten waren wir erstaunlich gut in der Zeit und hatten schon über die Hälfte des Weges nach Newcastle, wo wir auf die Fähre fahren würden geschafft. Bei Bramton fuhren wir dann auf die A69. Kurz vor Newcastle fuhren wir über die A1 auf die A167, dann auf die Jesmond Road und die A1058, die A19 und die A187 und schließlich auf die Coble Dene, an dessen Ende sich der Fähranleger befand. Das Einchecken dauerte ziemlich lange, da nicht nur unsere Papiere, sondern auch die der Pferde kontrolliert werden mussten. Schließlich fuhren wir durch die Schranke und fanden uns auf einem riesigen Parkplatz wieder, der aber noch fast leer war. Wir stellte die Transporter nebeneinander auf drei freie Plätze und stiegen aus, um uns ein bisschen die Beine zu vertreten. Wir aßen eine Kleinigkeit und schauten nach den Pferden, die alle nicht so begeistert von der Idee schienen, sechs Stunden lang im Transporter zu stehen, sich aber benahmen. Allmählich füllte sich der Parkplatz mit Lastern und PKWs und wir beschlossen, uns schon einmal in die Autoschlange einzureihen, damit wir morgen früh nicht als Letzte von der Fähre fahren mussten. Wir bekamen drei Stellplätze hintereinander zugewiesen und stiegen aus, um Heu aus Bellas Transporter zu holen und den Pferden ihr Abendessen zu geben. Zum Abendessen gingen wir ins Bordrestaurant, wo wir uns die Bäuche vollschlugen und dann wieder runter aufs Autodeck, wo wir in meinem Transporter kletterten. Finley verabschiedete sich in seinen Transporter. Bella würde in meinem Transporter schlafen, da ihr Wohnteil vollkommen mit Kisten zugestapelt war.
      Ich erwachte mitten in der Nacht und schlich mich leise aus der Kabine um Linn nicht zu wecken. Draußen bemerkte ich was mich geweckt hatte, Laufey trat ungeduldig gegen die vordere Wand ihres Transportabteils. Ich stieg ein und quetschte mich durch den schmalen Gang an der Seite bis zu Laufey. Leise sprach ich auf sie ein, streichelte sie und staunte nicht schlecht als Linn mich wach rüttelte. Hab lag ich halb saß ich ein einer unbequemen Haltung am Boden, ich musste eingeschlafen sein. „Sag mal, bist du wahnsinnig?! Ich habe einen Schreck bekommen als ich sah, dass du weg warst.“ „Ich hätte ja auch auf'm Klo sein können, und Guten Morgen erst mal.“ „Ja, guten Morgen. Wir legen gleich an.“ Stunden später saßen wir endlich in einem kleinen Café am Hafen und frühstückten. „Vier Stunden bis Hannover.“, stellte ich fest. „Und dann noch 5 Stunden bis Dänemark.“, ergänzte Finley. „Bis Rømø.”, meinte Linn. Ich hatte schon als Kind lange Autofahrten immer gehasst. Als ich dann irgendwann groß genug war um auf dem Beifahrersitz zu sitzen, war es besser geworden, aber selbst zu fahren machte mir immer noch keinen Spaß. Verkrampft steuerte ich den großen LKW durch den Verkehr und folgte Finley, der sichtlich Spaß an der Fahrt hatte. Als wir uns schließlich auf der A2 in Richtung Hannover befanden, fühlte es sich seit langem einmal wieder an wie nach Hause kommen. Ich sah das Gestüt Sólin vom weitem. Pferde lebten hier keine mehr, aber Mamas Hühner, gerne als „Puschelhühner“ bezeichnet, bevölkerten den ganzen Hof. Als meine Mutter die Haustür öffnete, musste ich mir Mühe geben nicht in Tränen auszubrechen. Schnell wurden die Pferde ausgeladen. Als Finley mit Stássa am Strick aus dem LKW kam, hob die Stute den Kopf und wieherte. Sie schien ihr altes zu Hause zu erkennen. Die Nacht zu Hause war zu kurz, aber sie hatte den Pferden gut getan. Wir standen um 4:30 Uhr auf, aßen ein paar Brote, luden die Pferde ein und verabschiedeten uns. Wenn meine Rechnung aufging, würden wir gegen 11 Uhr auf Rømø sein.
      Um sechs Uhr brachen wir auf. Auf der A7 war es noch relativ leer, wenn es das überhaupt einmal war. Wir fuhren über Hamburg, Neumünster, Rendsburg, Schleswig, Flensburg und schließlich über die Grenze nach Dänemark. Zur Küste brauchten wir noch eineinhalb Stunden. Die Fahrt über den Rømøvej, die Brücke, die nach Rømø rüber führt, kam mir ewig lang vor. Endlich fuhren wir auf die Insel.
      Der Rømøvej, endlich. Ich kramte in meinen Sachen, die neben mir auf dem Beifahrersitz standen, bis ich eine CD hervorzog. „The Magic 5“, verkündete der Titel, auf dem Cover befand sich ein Islandpferd. Schnell und ohne den Blick von der Straße zu nehmen, schob ich die CD in den Player und drückte auf Start. Es war eine Tradition die ich schon seit meinem ersten Urlaub auf Rømø fortsetzte: Spätestens auf dem Damm diese Islandpferdelieder anzuhören. „Celebrate our livetime, come together and we'll ridin' like the wind.“, sang ich mit und war froh, dass niemand mit mir im Auto saß, dem ich auf die Nerven fallen konnte. Wie immer schien der Damm endlos, aber als er in die, gerade mal 22 km lange, Insel mündete, hatte ich das Gefühl nach Hause zu kommen. Ich übernahm die Führung und steuerte zielsicher über die einzige befestigte Straße und über einen ziemlich langen und holprigen Pfad, bis wir eine, von Unkräutern und sonstigem Grünzeug zugewucherte, Einfahrt passierten und schließlich auf dem Hof anhielten, unserem neuen Zuhause. Beinahe übermütig sprang ich aus dem Führerhaus und schaute kurz darauf in die Gesichter von Linn und Finley. „Links ist unser Wohnhaus, rechts ist der große Stall, geradeaus die Scheune, die als Unterstand für die große Wattweide dient...“, zählte ich mit bestem Fremdenführer Tonfall auf. „Willkommen zu Hause.“
      ~
      Die nächsten Tage waren ein völliges Durcheinander und die Pferde lebten sich schneller ein als wir Menschen. Ich ertappte mich noch einige Male dabei, die Sattelkammer links vom Wohnhaus zu suchen und in meiner neuen Wohnung stapelten sich noch immer die Kisten, aber wieder erwarten hatte ich nichts bereut. Nach einem gemeinsamen Strandritt war sogar Finley überzeugt und als dann die Nachricht kam, dass Thowra und Stássa die Körung bestanden hatten, war ich von der Richtigkeit meines Schrittes Überzeugt. Die neue Isländerzucht trug den Namenglæsileikaeyjarinnar,Eleganz der Insel. Ein Name der nicht nur die Pferde und ihre eigentliche Heimat, sondern auch unserer neues zu Hause perfekt beschrieb. Wir waren angekommen, und ich hatte meinen großen Traum endlich ich greifbarer Nähe. Bald schon würde mein erstes Zuchtfohlen das Licht der Welt erblicken.

      30. Oktober 2015
      Fliegen lernen | 16 364 Zeichen | © Seimure & BellaS
      Der neue Tag schien schon einmal gut anzufangen: der Akku von meinem Wecker hatte in der Nacht seinen Geist aufgegeben, und so kam ich erst um sieben aus dem Bett. Als ich in die Küche kam, wurde ich von Flóki, der erst seit ein paar Tagen bei mir wohnte, begrüßt. Flóki war ein Isländischer Schäferhund, also auch ein „Isländer“, womit er super auf den Hof passte. In den letzten Tagen hatte ich ihn erfolgreich stubenrein bekommen und übte nun mit ihm an den grundlegenden Befehlen wie Sitz und Platz.Der Welpe bekam sein Futter und war dadurch eine kurze Zeit beschäftigt, die ich nutzte, um eine Schüssel Müsli zu essen, ohne das er mir zwischen den Füßen rumwuselte. Dann zog ich mich an und Flóki bekam sein Halsband um den Hals, an dem ich ihn festhalten konnte, wenn er auf die Pferde losging oder anderen Unsinn im Kopf hatte. Als wir auf den Hof kamen, trafen wir auf Finley. Finley hatte Flóki schon fast adoptiert, während man das von Bella, die gerade aus dem Stall kam, nicht sagen konnte. Das lag wohl daran, dass Flóki ihr gerne bei der Arbeit zwischen den Beinen rumlief, während er Finley akzeptierte und auf ihn hörte. Wir gingen in die Sattelkammer und teilten die Arbeit zwischen uns auf. An diesem Wochenende wollten wir mit Peppy, Brött und Vina das Fohlen-ABC machen, da Brött und Peppy schon in ein paar Monaten angeritten werden sollten, und es bei Vina auch nicht mehr lange hin war. Da wir gerade den Fohlenschub hatten, würde auch der kleine Vákur beim Führ- und Putzteil mitmachen. Wir einigten uns darauf, dass Bella Brött übernehmen würde, Finley Vina und ich Peppy. Bella würde danach noch mit Vákur ein bisschen üben.
      Ich war angenervt, musste aber auch mit der 'niiiiiiiiiedlich'-Stimme in meinem Kopf ringen, als Linns Welpe vor ihr aus der Tür hüpfte. Der kleine Flóki war zwar goldig, hatte aber ein ausgesprochenes Talent dafür, immer dann aufzutauchen, wenn man ihn in keinster Weise gebrauchen konnte. Zudem war ich noch nie ein Hundemensch gewesen. Ich war mit Katzen aufgewachsen und somit eher ein Liebhaber der kleinen, leisen und unaufdringlichen Tiger. Allerdings ging es ja nicht wirklich um Katzen oder eben Hunde, die Pferde standen im Mittelpunkt und da waren Linn und ich und absolut einig. Zu dritt betraten wir die Sattelkammer, holten die kleinen Fohlenhalfter und machten uns auf den Weg zum Offenstall der Fohlen. Während Brött eigentlich ein Jährling, eher noch ein Jungpferd war und nur noch aufs Anreiten vorbereitet werden würde, war der kleine Vákur gerade erst vollständig entwöhnt worden. Linns Stutfohlen Peppy, von mir spaßhaft PPA genannt, war nur wenig jünger als Brött, und Vina lag irgendwo dazwischen. Durch Zufall hatten Linn und ich in den letzten Tagen außerdem eine erstaunliche Entdeckung gemacht: unsere vier Fohlen waren jeweils zwei Vollgeschwister. So stammten Brött und Vákur von unserem Blettur und der bekannten Zuchtstute Milka Luflee ab, Vina und Peppy waren Nachkommen von einem Hengst namens Maxi und der Stute Palimé. Ich würde mich zu aller erst Brött widmen und belegte den Roundpen mit Beschlag. Finley und Linn gingen mit Vina und Peppy in die Reithalle.
      Ich führte Brött in den Roundpen. Wir hatten vor kurzem mit den Grundübungen zum Longieren begonnen. Sie akzeptierte nun Longe und Kappzaum und hatte verstanden was ich von ihr wollte, wenn ich sie mit einer langen Longierpeitsche zum Gehen aufforderte. Allerdings hatten wir das langweilige 'im Kreis laufen' bisher nur frei und ohne diese 'komische Ding am Kopf' probiert. Heute würde ich also beides kombinieren und Brött das erste Mal klassisch longieren.
      Finley und ich banden Vina und Peppy auf den Hof an und putzten sie schnell. Dann gingen wir in die Reithalle, da Bella mit Brött im Roundpen war. Vina und Peppy hatten auch schon die Grundlagen des Longierens gelernt, aber heute stand ein Anti-Schreck-Training an. In der Halle ließen wir die Beiden vom Strick, damit sie sich schon einmal umsehen konnten, während wir einen kleinen Pacours aufbauten. Dieser startete damit, dass die Fohlen mit verbundenen Augen über eine Regenplane laufen mussten, danach bewarfen wir sie mit kleinen Schaumstoff-Tennisbällen und einem Gymnastikball. Zum Schluss mussten die Beiden noch mit bunten Regenschirmen und Besen bekannt gemacht werden. Finley und Vina legten vor. Die Augenbinde fand Vina schon nicht so toll, aber als Finley sie dann auf die Plane führte, fand sie das zu gruselig. Nach ein paar Runden Trab und Galopp und einigen wilden Bocksprüngen, konnte sich Vina jedoch beruhigen, und Finley führte sie erst ein paar Mal ohne Augenbinde über die Plane, dann auch mit, was sie nach einigem zögern auch meisterte. Während Finley Vina mit den kleinen Schaumstoffbällen bewarf, und sie einige Fluchtversuche machte, durfte auch Peppy erst ohne, dann mit Augenbinde über die Plane zu laufen. Glücklicherweise war sie ruhiger als Vina, und wir schafften es beim ersten Anlauf. Vina hatte auch schon den Gymnastikball hinter sich gebracht, und so begann ich, Peppy mit den Tennisbällen zu bombardieren. Sie fand es nicht gerade toll, war aber auch hier ruhiger als Vina. Auch den Gymnastikball überstand sie gut. Finley und Vina hatten währenddessen Regenschirme durch die Gegend gewirbelt und sich gegenseitig mit dem Besen geärgert. Während auch Peppy und ich dies machten, gingen Finley und Vina den Pacours noch einmal durch, was sehr viel besser ging, als beim ersten Mal. Finley und ich bauten alles wieder ab, während die Fohlen die Halle untersuchten. Dann führten wir Vina und Peppy wieder auf den Hof, wo auch Bella und Brött schon waren.
      Brött hatte fast aufgefressen, als Linn und Finley ihr Fohlentraining ebenfalls beendeten. Den Utensilien zufolge, die der kräftige Schotte schleppte, hatten die beiden heute Anti-Schreck Training gemacht. Linn versorgte nun auch Peppy und Vina mit Fohlengerechten Portionen Geste. Als ich sah, wie die kleinen Mäulchen in den Futterschüsseln verschwanden, rebellierte auch mein Magen. Ich schaute auf meine Armbanduhr. Es war bereits 14 Uhr und ich hatte seit dem Frühstück um sieben nichts vernünftiges gegessen. Schnell brachte Brött wieder in ihren Offenstall und verschwand im Haus, um mir etwas zu essen zu machen.
      Nach einer halben Stunde und einer ordentlichen Portion Nudeln machte ich mich gut gelaunt und gesättigt auf zum Stall. Das ganze Fohlentraining hatte lange gedauert, länger als erwartet, und meine Motivation noch Bäume auszureißen hielt sich auch in Grenzen, also sah ich mich gezwungen meinen Tagesplan etwas zu ändern. Ich holte Faera von der Weide und putze und sattelte sie. Die fuchsfarbene Stute würde bald zur Körung gehen, und ich wollte die Kür noch einmal üben. Auf dem Weg zum Reitplatz begegnete ich Linn, die gerade mit Garpur von der Ovalbahn kam. Ich blieb kurz stehen. „Ich übe jetzt nochmal die Kür mit Faera. Garpur ist offensichtlich auch geritten worden. Was hast du noch geplant?“ „Nur ein bisschen Tölttraining mit Meyja und vielleicht Bodenarbeit mit Lykkja, wenn ich dann noch 'nen Nerv dafür frei habe.“ „Okay, dann müssen ja noch einige raus. Was macht Finley?“ „Der? Ich glaube er ist gerade mit Topar raus. Außerdem hatte er vorhin eine handfeste Meinungsverschiedenheit mit Blettur auf der Ovalbahn.“ Linn grinste. „Wenn andere draufsitzen ist sowas eine ganz wunderbare Art der Unterhaltung.“ „Ja, ja.“, lach nur. Auch ich hatte vor einigen Tagen mit besagtem Hengst eine nicht ganz freiwillige Show abgezogen. „Hast du Lust auf einen Ausritt? Nachher? Strand? Ohne Sattel?“ Jetzt war es an mir zu grinsen, denn mit 'ohne Sattel' Ausritten zum Strand hatte Linn ihre ganz persönlichen Erfahrungen gemacht. „Nur wenn ich Sólfari kriege!“ „Abgemacht.“
      Nachdem ich Garpur mit Gerste, Pellets und Brot versorgt hatte, brachte ich ihn zurück in den Offenstall und holte Meyja von der Weide. Mit der Stute würde ich heute Tölt trainieren, da es wegen ihres einfachen, aber guten Tölt am sinnvollsten war, sie darin zu fördern. Ich putzte und sattelte sie schnell, setzte meinen Helm auf und zog statt der Stiefel Stiefeletten und Chaps an. Ich saß auf und trieb Meyja in Richtung Ovalbahn. Nach dem Aufwärmen übten wir Tölt im Arbeits- und Mitteltempo auf beiden Händen. Als wir etwa eine halbe Stunde auf der Ovalbahn waren, stießen Bella und Fjara zu uns. Fjara schien über das Training nicht sehr begeistert zu sein, und nachdem ich einige Zeit zugesehen hatte, wie Bella sich mit ihr rumschlug, überließ ich ihnen die Ovalbahn, damit sich Fjara wieder beruhigen konnte. Ich ritt mit Meyja noch eine kleine Runde durchs Gelände, wo wir auf Finley und Topar trafen, mit denen wir uns ein kleines Rennen lieferten. Natürlich gewann der Hengst das Rennen, aber Bella würde sagen: „Dafür ist Meyja süß!“ Auf dem Rückweg schwärmte Finley von Snót, deren Western-Kenntnisse er vorhin in der Halle gründlich ausgenutzt hatte. Auf dem Hof mussten wir erst einmal Bella beruhigen, der Fjara wirklich den allerletzten Nerv genommen hatte. Bella brachte Fjara wieder auf die Weide und wir gaben Meyja und Topar ihr Fressen. Während sie fraßen, versuchte ich Finley zu erklären, was es mit der deutschen Zeichensetzung und Rechtschreibung auf sich hatte, denn er sprach Deutsch schon recht gut, wenn er aber etwas schrieb, musste man stundenlang davor sitzen und versuchen, auch nur ein Wort zu verstehen. Nach einiger Zeit brachten wir die Pferde wieder auf die Weide und holten Lykkja. Da Finley nichts mehr zu tun hatte, erklärte er sich dazu bereit, mir mit der Stute etwas zu helfen. Wir hatten Lykkja erst vor ein paar Tagen von ihrer Vorbesitzerin abgeholt, und so war dies ihr erstes Training mit uns. Wir putzten sie schnell und gingen dann in den Roundpen. Zuerst longierte ich sie auf beiden Händen im Schritt, Trab und Tölt, schließlich auch im Galopp. Dann nahm ich Finleys Platz auf dem Gatter ein, und er brachte ihr einige Tricks bei, die ich noch nie einem Pferd hatte beibringen können. Schließlich waren wir fertig und ließen Lykkja wieder zur Herde auf die Weide.
      Irgendwie war die Zeit zu schnell vergangen und der Tag neigte sich bereits seinem Ende entgegen. Ich hatte mich gerade vergewissert, dass es Thowra und Stássa an nichts fehlte. Die werdenden Mütter bekamen jetzt öfter noch etwas Extrafutter und das Reiten hatten wir auf Grund der fortgeschrittenen Trächtigkeit bereits eingestellt. Außerdem hatte ich einen Termin mit Joyce vereinbart, die die beiden als Tierärztin noch einmal begutachten sollte. Normalerweise brauchten Isländer keine so große Aufmerksamkeit wenn es um Fohlen ging und auch diese Stuten sollten ihre Fohlen traditionell alleine auf der Weide bekommen, allerdings wollte ich mir sicher sein, dass dabei nicht zu Schwierigkeiten kam. Stuten und Fohlen waren zu wertvoll.Wieder einmal zog ich meine Uhr zu Rate und erschrak. Es war eindeutig zu spät für einen längeren Ausritt, gerade ohne Sattel und Sicherheit. „Es ist zu spät.“ Stellte ich auch für Linn, die sich gerade zu mir gesellt hatte, fest. Machen wir das Morgen. Ich gehe jetzt allerdings noch mal schnell mit Hnakki an den Strand, der muss ein bisschen rennen sonst wird der Wahnsinnig. „Er hat sich selbst zuzuschreiben, dass er in der Box stehen muss! Hätte er sich nicht unbedingt kloppen müssen...“, muffelte Linn. „Ja. Das zeigt nur, dass er viel Potenzial zum Zuchthengst hat.“ Ich versuchte Hnakki zu verteidigen, aber Linn schien die Lust am Streiten auf einmal verloren zu haben. „Ich nehme Vinkona und komme noch mit zum Strand. Ein Rennpassfoto macht sich bestimmt gut auf unserer Website.“ Linn verschwand im Haus um ihre Kamera zu holen, ich holte die Pferde.
      Es wurde ein flotter Ausritt und es entstanden traumhafte Fotos mit einem Junghengst im Rennpass, den Sonnenuntergang im Hintergrund. Schließlich hatten wir genug. Die Pferde wurden versorgt und wir beschlossen uns noch in meiner Wohnung zu treffen um einen Film zu gucken. Kaum war dieser allerdings vorbei, verschwand Linn nach unten und ich fiel ins Bett.
      Am Sonntagmorgen hatte ich mit Bella und Finley ein üppiges Frühstück, unter anderem mit isländischem Skyr, selbstgebackenen schwedischen Semlor und – auf Bellas Wunsch hin – Musik von den 'Magic 5'. So sehr ich die Musik verabscheute, so sehr machte es Spaß, mit Finley ein Kakaowetttrinken zu veranstalten. Währenddessen untersuchte Bella einen Semla. „Was – ist – das, Linn?“ Ich erklärte ihr, was es mit dem schwedischen Fastengebäck, das ich schon seit meiner Kindheit buk und aß, auf sich hatte. Der untere Teil des kugelförmigen, süßen Brötchens war mit Marzipan gefüllt, darauf tat man dann noch ordentlich Schlagsahne, dann noch den Deckel und viel Puderzucker drauf.
      Nach dem Frühstück mit viel staubendem Puderzucker holten wir Laufey und Sólfari, mit denen wir einen Strandausritt geplant hatten. Wir ritten an der Ovalbahn entlang und über die Passbahn zum Strand, wo wir angaloppierten. Sólfari jagte mir einen riesigen Schreck ein, als er mit einem riesigen Satz Laufey und Bella nachjagte. Wir ritten ohne Sattel, und der Pferderücken war rutschig, was durch das Meerwasser, das uns überall hinspritzte, nicht verbessert wurde.
      Die Sonne war noch mich lange aufgegangen und es war kühl. Bis eben hatte ich noch gefröstelt doch jetzt wärmte die Bewegung mich von innen heraus. Laufey flog förmlich über den Strand, und ich musste mein Gewicht ein Stück weiter mach hinten verlagern, um sie ohne Sattel unter Kontrolle zu behalten und mich auf ihrem Rücken zu halten. Schließlich gab ich meine Versuche die Geschwindigkeit zu drosseln auf und griff in die Mähne meiner Stute. Eiskaltes Meerwasser und Sand spritzte unter den Hufen der galoppierenden Pferde auf und versah Linn und mich mit einer feuchten Kruste. Um nicht alles von mir abzubekommen, gab Sólfari mächtig Gas und lief schließlich eine Nasenlänge vor Laufey. Er wandte den Kopf zu ihr und wieherte freudig, was Linn einen kleinen Herzanfall zu bescheren schien. Als wir die Pferde wieder durchparierten und uns auf den Rückweg machen wurde mir bewusst, dass ich eine gute Entscheidung darin getroffen hatte, Laufey das erste Mal von Sólfari decken zu lassen. Dass die beiden Pferde sich gern hatten war mehr als offensichtlich und so freute ich mich, so entschieden zu haben. Das Verhalten von Laufey und Sólfari erinnerte mich aber nicht nur an den bekannten Pferdefilm 'Spirit', sondern leider auch an meinen Exfreund und unsere Trennung im Streit. Man hätte meinen können, dass genug Zeit vergangen war, um diese Szene für immer aus meinem Gedächtnis zu verbannen, doch in Situationen wie jetzt geisterte sie mir gerne wieder im Kopf herum. „Bella! Nicht verkniffen gucken und vor allem nicht grübeln!“ Linn wusste manchmal wirklich zu genau, was in mir vorging. „Wo ist das Problem?“ „Ach, nichts.“ Diese obligatorische Phrase nervte zwar, gab meiner besten Freundin allerdings zu verstehen, dass ich nicht reden wollte. „Wenn du nicht redest rate ich!“, drohte sie mir an. „Also?“ „Ich will nicht reden! Ich brauche keinen Seelenklemptner in Form meiner besten Freundin!“ „Aha. Schon wieder Jonas?“ „Hmpf.“ Das war ihr offensichtlich Antwort genug und Linn sagte erst einmal eine Weile gar nichts, was mir recht gelegen kam. „Du musst da endlich mal drüber hinweg kommen. Vergiss dieses Arschloch!“ Damit war die Sache für sie offensichtlich erledigt und wir spornten die Pferde nochmals zum Galoppieren an. Unser Ausritt zog sich in die Länge, doch als wir endlich wieder beim Hof ankamen, erwartete uns Finley mit guten Neuigkeiten. „Zwei Mal Hengstkörung bestanden und zur Zucht freigegeben.“, rief er uns entgegen. Ab jetzt gab es kein Halten mehr. Lange hatte ich geplant was nun endlich möglich wurde. Wir befreiten Laufey und Sólfari von Trense beziehungsweise Knotenhalfter und putzen sie. Anschließend ging es aber nicht zurück auf die Weide, sondern auf ein kleines, eigens für diesen Zweck abgestecktes Koppelstück. Wir ließen die beiden laufen und warteten gespannt in einiger Entfernung. Es dauerte nicht lange bis Sólfari zur Tat schritt und ich hatte meine selbstbewusste Stute noch nie so überrascht, glücklich und entspannt zugleich gesehen. „Auf das bald eine ganze Herade wunderhübscher Fohlen auf unserer Weide herumtollt.“, grinste Linn. Wir gönnten dem Pferdepärchen noch etwas Zeit zusammen und ließen sie stehen. Dann trennten sich unsere Wege und jeder ging seiner Arbeit nach.

      01. November 2015
      Kontrolle + Barhufumstellung | 2 617 Zeichen | © Sosox3
      Es war Halloween, die Zeit des Gruselns war gekommen und für meine Hufschmiede hieß dies, dass wir eine Aktion starteten und wir für die nächsten 3 Kunden eine Art ‚Halloween-Rabatt‘ machen würden. Für heute Abend standen noch Hnakki von Annabell Schmiedemann und von Eddi Canary Flintstone und Like Honey and Milk an, erst dann konnte ich mich um meinen Halloweenritt kümmern. Der Weg zu dem Isländergestüt zeigte sich wie immer als länger als geplant und so konnte ich mich umso mehr bei Hnakki beeilen.
      Es war schon am Dämmern als ich auf dem Hof ankam obwohl wir erst halb sechs hatten und ich nahm mir meine Utensilien mit die ich brauchte um dem Isländerhengst die Hufeisen zu entfernen und seine Hufe zu kontrollieren, denn er sollte nun als Barhufer unterwegs sein. Gerade als ich mich auf den Weg zum Hauptgebäude machte, eilte Annabell zu mir und begrüßte mich wie immer herzlich. „Hnakki steht schon angebunden am Putzplatz, du musst nich extra zur Weide rüber laufen“, erzählte sie mir freundlich und ich war ihr dankbar dafür. „Hnakki soll also jetzt Barhufer werden?“, harkte ich nochmal nach und Annabell Schmiedemann bejahte. „Gut, ich schau mal, ob seine Hufe auch hart genug sind, nicht dass diese sich sonst zu schnell abnutzen und die Eisen vielleicht doch mehr Sinn hätten... Wobei... Hufschuhe würden es dann eigentlich auch tun.“ Sie nickte und ich entfernte in der Zwischenzeit schonmal Hnakki’s Hufeisen und kontrollierte seine Hufe. Ich durfte für die Umstellung seine Hufe nicht ausschneiden. „Annabell? Am besten ist, ich schneid seine Hufe erstmal nicht aus, sondern du rufst mich in geraumer Zeit nochmal an, wenn die Hufe eindeutig zu lang sind. Noch sind diese OK. Er sollte zunächst auf weicheren Böden gehen, denn er wird sehr fühlig sein. Durch die Eisen konnte er sie nicht spüren. Zudem kommt das er viel Bewegung brauchen wird, da so die Durchblutung angeregt wird und gutes Horn nachwächst. Es kann sein das er zwischendurch lahmen wird, dann einfach schonen oder mal mit Hufschuhen ausprobieren ob er noch lahmen sollte. Hufschuhe hatte ich mitgenommen für den Fall, dass welche gebraucht werden, wie wenn du zum Beispiel auf Beton oder Asphalt reiten solltest.“
      Frau Schmiedemann nickte und hörte mich aufmerksam zu. „Wie lang dauert die Umgewöhnung denn im längsten Fall?“ – „Im Höchstfall dauert sie bis zu einem halben Jahr, je nach Individuum“,antwortete ich ihr und ging rasch zum Auto um verschiedene Paare Hufschuhe zu holen. Wir probierten mehrere an, bis wir welche fanden, die passten und ich verabschiedete mich von ihr. Die Rechnung würde ich ihr noch schicken.

      30. November 2015
      Wintereisen für Vin, Faera, Hnakki & Sólfari | 5793 Zeichen | © Braclet
      An einem wunderschönen, sonnigen Spätherbsttag kam ich gegen 4 Uhr nachmittags auf den wunderschönen Hof von Bella, wie ich sie immer nannte. Ich parkte meinen Wagen neben dem idyllischen Wohngebäude und las mir noch einmal meinen Notizzettel durch, auf welchem ich vermerkt hatte welches Pferd welche Hufeisen bekommen würde. Die Größe betreffend.
      Denn im Grunde bekam die vier Isis, die auf mich warteten, allesamt Wintereisen mit Stollen. Die Sorte welche ich heute mit mir gebracht hatte war speziell von mir entwickelt worden und absolut schneetauglich. Die Eisen besaßen nämlich eine spezielle Einlage, welche verhindert, dass sich Schnee im Huf sammelt und früher oder später das Laufen unmöglich macht und um die Trittsicherheit auch bei Eis zu gewährleisten besaß der neue Beschlag eine spezielle Beschichtung und eine bestimmte Art von Stollenform. Also das aller Beste für den Winter - das aller Beste für Bella + Pferde.
      Inzwischen hatte ich schon meine Schürze umgebunden und meinen Hufschmiedkoffer aus dem Kofferraum genommen. Dann wurde ich auch schon von Bella entdeckt, welche mich freudig begrüßte. Sofort fingen wir an zu plaudern. Dabei gingen wir dann erstmals in den Stutenstall des Gestüts mit dem wunderschönen isländischen Namen, welchen ich leider nicht aussprechen kann.
      Der Stallbursche war zuvor bereits auf der Weide umhergeirrt und hat die beiden süßen Isis für uns in den Stall gebracht, wo sie von ihrer Besitzerin tip-top herausgeputzt wurden.
      Meine erste vierbeinige 'Patientin' war Vin. Ich ließ sie erst etwas an mir Schnuppern und wartete, bis sie sich etwas an meine Anwesenheit gewöhnt hatte. Dann strich ich ihr sachte über den Hals und anschließend über die Schulter vorsichtig hinunter zu ihrem Vorderbein, welches sie ganz brav hob. Ich kontrollierte dabei das Horn an ihrer Sohle, die Trageflächen und den Strahl. Dann ließ ich sie das Bein wieder abstellen und sah mir die Hufwand und den Gesamteindruck der Hufstellung an.
      Klar war, dass sie dringend Ausgeschnitten werden musste. Ebenso, dass sie mich bei den anderen drei Beinchen nach Strich und Faden veräppeln wollte.
      Ich setzte mich daraufhin durch und nahm nun meine Hufrinnenmesser zur Hand. Damit machte ich einen kleinen Probeschnitt in die weiße Substanz ihres Hufes. Daran konnte ich erkennen wie viel Horn entfernt werden sollte. Und dies tat ich dann auch. ,,Schwupps.'',sagte ich und schon hatte ich das alte Horn vom Huf heruntergenommen. Anschließend schnitt ich auch den Strahl in Form, wie man in der Hufschmiedssprache so sagte.
      Dann kürzte ich das Horn der Vorderbeine noch ganz leicht und raspelte die Tragflächen gerade. Dabei bereitete ich auch gleich die Hufe für die neuen Eisen vor, welche auch schon den nächsten Schritt darstellten.
      Dazu erwärmte ich die Eisen in meinem speziellen In-Auto-Ofen und brannte sie anschließend auf Vins Hufe auf. Sie war nicht sonderlich begeistert, hielt aber Still, da sie das Prozedere vom letzten Jahr kannte.
      ,,Braaav.'',lobte Bella und sie entspannte sich wieder.
      Ich nahm nun das Kunststoffteilchen, welches zu den Eisen gehörte und bereitete dieses vor, solange das zugehörige Eisen im Wasserbad, in diesem Fall Kübel genannt, abkühlte.
      Dann legte ich das Kunststoff auf den Huf und nagelte das Hufeisen darauf an. Es war nämlich nicht eines dieser Mainstream-Gummi-U-Eisen sondern wirklich etwas ganz neu entwickeltes.
      Als ich alle vier Beine beschlagen hatte bat ich Bella mir Vin im Schritt und Trab an der Hand vorzuführen. ,,Perfekt.'',lobte ich glücklich meine Arbeit und grinste.
      ,,Na dann an die Anderen.'',stieß ich aus und wandte mich Faera, einem hübschen Füchschen zu. Sie hatte das ganze Prozedere mit angesehen und guckte mich nun etwas skeptisch an als ich auf sie zukam.
      Allerdings nachdem ich ihr eine Möhre gegeben hatte war sie mir auch schon deutlich positiver gestimmt und ich konnte mich ihren Hufen widmen. Dies gestaltete sich dann allerdings etwas schwieriger als gedacht da sie einfach nicht stillstehen konnte. Man merkte, dass sie dies nicht tat um mich zu ärgern oder mich zu testen. Sie hatte einfach nur jede Menge Energie, was allerdings bei Pferden ihres Alters absolut keine Seltenheit war.
      Beim Ausschneiden ging ich außerordentlich vorsichtig vor, damit ich sie, wenn sie wieder einen Tänzler machte, nicht verletzte. Es klappte allerdings dennoch. Genauso die kleine Korrektur ihrer Hufstellung und das Beschlagen an sich.
      ,,Guutes Mädchen.'',sagte ich zu Faera nachdem sie vorgetrabt war und folgte dann ihrer Besitzerin in den Hengststall, wo Hnakki und Sólfari ebenso schön sauber gemacht in ihren Boxen standen.
      Hnakki zeigte sich sofort sehr neugierig, weshalb ich beschloss mit ihm zu beginnen.
      Er war sehr lieb mir gegenüber und machte gehorsam mit. Gab brav immer den Huf wenn ich ihn von ihm wollte und hielt ihn ohne zu mauken.
      Auch seine Hufe schnitt ich sorgsam aus und korrigierte einige Unebenheiten auf den Tragflächen seines Hufhorns ehe ich ihn beschlug.
      Anschließend, last but not least, war der niedliche Sólfari, der sich sehr lange, ganz genüsslich kraulen ließ. Er schien ein richtiger Schmusebär zu sein. Außerordentlich liebenswert.
      Seine Hufe waren etwas trocken, weshalb Bella von mir Hufbalsam zum regelmäßigen Gebrauch bekam. Ansonsten waren sie sehr gut in Schuss, benötigten nur wenig Ausschneiden.
      Dann konnte ich ihn auch schon beschlagen. Beim lauten Zischen des Aufbrennens zuckte er kurz, regte sich aber nicht auf sondern ließ sich von seiner Besitzerin ganz zufrieden verhätscheln.
      Als er fertig war wurde auch er noch einmal an der Hand vorgeführt. ,,Gut geht er.'',sagte ich dann und brachte zusammen mit Bella die beiden eben beschlagenen Pferde auf die Koppel, wo wir ihnen noch etwas beim Toben zusahen, ehe ich dann etwas später wieder heim fuhr.
    • AliciaFarina
      Alte Berichte:
      17. Januar 2016
      Vorahnungen | 11 376 Zeichen | © Seimure & BellaS
      Mitten in der Nacht schreckte ich aus dem Schlaf hoch. Ein Albtraum? Dann musste ich ihn direkt wieder vergessen haben. „Na ganz toll.“ Ich grummelte und drehte mich auf die andere Seite, aber irgendetwas ließ mich nicht mehr einschlafen. Schließlich hielt ich es nicht mehr aus, schlüpfte in Reitstiefel und Kapuzenpulli und ging hinaus. Irgendwas stimmte doch nicht. Es war stockdunkel und empfindlich kalt. Kein Wunder, der Hebst war hier oben an der See bereits dabei in den Winter überzugehen. Langsam wanderte ich an den Boxen der Hengst vorbei. Die meisten lagen schlafend auf ihrem Strohbett, nur Hnakki streckte mir seine Nase entgegen und schnaubte leise. „Na Süßer. Auch wach?“, flüsterte ich und schob meine klammen Finger unter die üppige Mähne des Hengstes und sie zu wärmen. Herrlich. Ich hätte Stunden so verharren können, doch eine seltsame innere Unruhe trieb mich weiter. Seltsam, absolut seltsam. Ich schaute noch bei den Fohlen vorbei und ging ein Stück am Zaun der großen Weide entlang, aber mit den Pferden schien alles in Ordnung zu sein. Kopfschüttelnd machte ich mich auf den Weg zurück ins Bett.
      Am nächsten Morgen beim Frühstück erzählte ich Linn von meiner seltsamen nächtlichen Unruhe, doch sie tat es achselzuckend ab. Trotzdem beharrte ich darauf die Pferde alle einmal anzusehen, es bestand ja die Möglichkeit, dass doch etwas passiert war. Zwar schüttelten sowohl Linn als auch Finley den Kopf über mich, aber sie halfen mir doch. Mit Hnakki, Blossi und Topar ritten wir über die Wattweide und trieben unsere Stutenherde zurück zu Hof, wo wir sie alle gründlich absuchten. Mit Ausnahme einer kleinen Wunde an Fjaras Flanke, die ich schnell versorgte, fand sich überhaupt nichts. Allen Stuten ging es gut und auch Fohlen und Hengste zeigten keine Auffälligkeiten. „Bella. Könntest du jetzt bitte aufhören dir Sorgen zu machen? Hier ist nichts.“ Linn schüttelte den Kopf und ich grummelte halb zustimmend. Natürlich konnte ich nicht einfach aufhören mir Sorgen zu machen. Wer konnte das schon? Doch als ich sah wie Finley und Linn sich einvernehmlich angrinsten, verzog ich das Gesicht und verschwand in der Sattelkammer um mit meinem Tagewerk zu beginnen.
      Seit dieser seltsamen Nacht waren Wochen vergangen. Es war Dezember geworden, Weihnachten stand vor der Tür und es hatte geschneit. Thowra, Stássa und auch Laufey wurden mittlerweile nicht mehr geritten und trugen ihre dicken Fohlenbäuche stolz über die Wattweide. Außerdem war meine Stute Faera durch die Körung gekommen und Linns Meyja hatte gute Chancen das Selbe zu erreichen. Eigentlich lief alles wunderbar nach Plan, doch etwas trübte unser Glück. Nur wenige Tage nach jener seltsamen Nacht erreichte uns eine schwarz umrandete Karte. Ein schrecklicher Todesfall. Unsere Freundin Sarah, die Vorbesitzerin von Uprising und Thowra und gute Freundin würde das erste Fohlen ihrer Stute nie zu Gesicht bekommen, geschweige denn Thowra nach Hause hohlen. Sie und ihre gesamte Familie waren einem Gasleck in ihrem Haus zum Opfer gefallen. Wie viele andere in der Reiterwelt dachten auch wir an Sarah und ihre junge Familie, die ein so tragisches Ende gefunden hatte. Trotzdem, wir konnten nur unsere Anteilnahme ausdrücken und weiter machen – etwas anderes konnte sowieso niemand gebrauchen. Resigniert stütze ich den Kopf in die Hände und starrte in meinen heißen Tee. Draußen tobte ein regelrechter Schneesturm und ich kam gerade völlig durchgefroren vom Distanztraining mit Snót zurück. Linn ritt in der Halle und Finley stand wahrscheinlich dabei und sah ihr zu anstelle seine Arbeit zu erledigen. Weiter starrte ich resigniert und wütend in meine Tasse. Meine Trauer über Sarah war nur ein Vorwand, in Wahrheit war ich einfach nur eifersüchtig auf die beiden die sich in der letzten Zeit unaufhaltsam näher kamen. Ich und Männer, das war ein Paradox. Einerseits wollte ich einen neuen Freund, mehr als vieles andere, andererseits plagten mich immer noch Sorgen und düstere Vorahnungen über die Trennung von meinem letzten dieser Art. Ich musste mich dringend ablenken und so setzte ich mich an den Computer. Dafür hatte ich schon so lange nicht mehr die Zeit gehabt, obwohl ich Technikkrams jeglicher Art liebte. Erst spät in dieser Nacht fiel ich ins Bett.

      Und schon wieder meinte die Zeit rennen zu müssen. Weihnachten war gekommen und gegangen, mit Mayalie war ein neues Pferd eingezogen. Auch ein neues Jahr war angebrochen und unsere Zuchtstuten zeigten die ersten Anzeichen, dass ihre Fohlen bald das Licht der Welt erblicken würden. Mal wieder hatten man mich mit Aufträgen bombardiert und ich war in der letzten Zeit so viel in der Welt unterwegs gewesen, dass ich so ziemlich alles andere verdrängt hatte. Jetzt standen noch zwei Körungen an, die Geburten von zwei Zuchtfohlen und dann würde ich wieder durchatmen können. Hoffte ich zumindest.
      Der Signalton, der eine neue Whatsappnachricht meldete, riss mich aus dem Schlaf. Die Nachricht war von Bella.
      Lust auf einen Austritt? Mayalie braucht Bewegung. :3
      Verschlafen tippte ich eine Antwort und stand dann auf. Was um Himmels Willen machte Bella um diese Zeit draußen? Es war gerade einmal halb fünf, und meistens war ich die einzige, die vor sechs Uhr auf dem Hof war. Ich machte mich schnell fertig und ging dann mit Flóki raus. Der schwarz-weiße Hund war schnell gewachsen und hatte nun fast seine Endgröße erreicht. Seinen Dickkopf hatte er zwar nicht verloren, aber er durfte seit ein paar Tagen alleine auf dem Hof rumlaufen. Draußen fiel mir gleich Mayalie ins Auge, was bei dem Koloss von einem Pferd auch nicht schwierig war. Ich mochte Kaltblüter nicht besonders gerne, aber ein Shire Horse war immer ein großer Traum von Bella gewesen, der sich mit Mayalie nun erfüllt hatte. Jetzt kam Bella mit Mayalies Putzzeug aus der Sattelkammer. Sie winkte mir fröhlich zu und machte sich dann ans Putzen. Ich überlege derweil, welches Pferd ich für den Ausritt nennen könnte. Viđja nicht, weil sie seit einer Woche nicht mehr geritten wurde, da sie von dem Leihhengst Ljóski ein Fohlen erwartete und ich bei meiner Lieblingsstute keine Risiken eingehen wollte. Schließlich entschied ich mich für meine Stute Vínd, welche genau wie Mayalie noch ein Neuzugang auf dem Hof war. Die kleine Stute war wie ich eine Frühaufsteherin und so dauerte es nicht lange, bis ich sie gesattelt hatte. Wie immer sah es ungemein lustig aus, als sich Bella auf Mayalies Rücken schwang. Wir schlugen den Weg zum Strand ein, den längsten und zugleich schönsten Weg für einen Ausritt. "Was ist eigentlich in dich gefahren?", fragte ich Bella, während wir durch den leise knirschenden Sand hinunter zum Wasser ritten "Sonst bist du doch immer erst um halb sieben bei den Pferden. Frühstens." "Ach, ich weiß nicht. In letzter Zeit bist du den ganzen Tag immer mit Finley zusammen, und irgendwie wollte ich dich mal wieder so richtig für mich haben", sagte sie, während wir mit den Pferden durch das flache Uferwasser platschten. "Bella, so ist das nunmal, wenn man einen Menschen gefunden hat, den man liebt und mit dem man seine Zeit verbringen möchte. Was meinst du, wie es mich manchmal genervt hat, wenn Jonas anwesend war, und du dich nur für ihn interessiert hast", sagte ich beschwichtigend. Bella warf mir einen düsteren Blick zu. "Das war anders. Finley gehört zum Team und wir sind ja auch befreundet. Und wenn die zwei Freunde, die als einzige in der erreichbaren Umgebung sind, plötzlich nur noch Augen für einander haben, dann fühlt man sich so... alleine. Du hattest wenigstens noch Tabea, und mit der warst du ja auch gut befreundet. Ich würde einfach gerne ein bisschen mehr Zeit mit dir verbringen." Nach einer kurzen Pause sah sie mich von der Seite her an. "Aber ich weiß, dass Finley mit dir den allerbesten Mensch gefunden hat, den er finden konnte", fügte sie mit einem kleinen Lächeln hinzu. Wir wechselten einen kurzen Blick und mussten lachen. Wie auf Kommando galoppierten wir an und jagten über den Strand. Nur für Augenblicke waren wir wieder die beiden Mädchen, zehn und dreizehn Jahre alt, die sich beim gemeinsamen Reitunterricht zunächst ignoriert hatten und schließlich aber zu den besten Freundinnen die man sich vorstellen konnte geworden waren.
      Ich hatte mir alles aus der Seele geredet und Linn hatte zugehört. Zwar nicht alles wirklich nachvollzogen, aber was solls? Das meiste war eh nur dämliches Selbstmitleid. Noch immer lag Schnee, der sich mittlerweile in einen ekligen, grau braunen Matsch verwandelt hatte. Nur am Strand und in der Halle konnte man vernünftig reiten, ohne das die Pferde ohne Wintereisen sich Schnee in die Hufe traten oder ausrutschten. Ach der Strand, wie ich ihn liebte. Wie ich Rømø liebte, meine neue Heimat. Ich war wirklich angekommen, hatte mir hier eine Exestenz und ein Zuhause aufgebaut. Jetzt, mit einem glücklichen Pärchen an meiner Seite, fehlte mir nur noch eins… „ES REICHT!“ Energisch verdrängte ich den leidigen Gedanken und konzentrierte mich auf meine heutige Arbeit. Mayalie reiten, erledigt. Mit Nátti tölten üben, weiter mit Sattel und Zaumzeug bei Brött und Kylja, Bjatur anlongieren, noch ein paar Pferde reiten. Alles mögliche stand noch auf meiner To-Do, aber ich würde mit Náttdís anfangen. Ich sattelte meine zweite Lieblingsstute und da ich die Halle heute wohl noch oft genug von innen sehen würde, entschied ich mich für die einzig weitere Option. Es ging zum tölten an den Strand. Er war es schwierig Nátti vom galoppieren abzuhalten und überhaupt in den Tölt zu bekommen, dann hatte ich ein Problem mit wirklich üblem und passigem Takt. Gerade als ich zufrieden war, tauchte hinter mir ein Reiter auf. Finley liebte Topar und seitdem er unter dem Westernsattel ging, waren die beiden nur noch schwer zu trennen. „Rennen gefällig?“ Er grinste. Obwohl ich eigentlich sinnvolleres zu tun hatte, konnte ich nicht widerstehen. So kam ich zu einem zweiten, wunderbaren Galopp am Sønderstrand.
      In der nächsten Zeit passierte nichts weiter aufregendes. Wir kümmerten uns um unsere Pferde, begannen mit den Sattel- und Zaumzeugtraining von Kylja und Brött, die bald eingeritten werden würden, bereiteten uns mit Lykkja, Garpur und Vinkona auf die anstehenden Körungen vor und fieberten den Fohlen von Thowra und Stássa entgegen, die nun bald das Licht der Welt erblicken sollten. Auch Laufeys Bauch wurde allmälich sichtlich rund. Und trotzdem hoffte ich, dass sich der Tag in dem ich meine Stute nicht mehr würde reiten können noch etwas verzögerte. Außerdem begrüßten wir mal wieder Neuankömmlinge. Ein junger Hengst und eine hübsche Stute aus meiner Zucht, Bjatur und Tilviljun, kehrten zu uns zurück. Bjatur würde eines Tages wieder auf Wanderschaft gegen, doch für Juni sollte es hier ein längerfristiges zu Hause geben. Für unsere bereits gekörten Zuchthengste gab es nicht ganz so viel Arbeit, allerdings hatten wir auch noch eine weitere Stute gedeckt. Faera trug nun von Black Lemontree, eine gewagte aber aussichtsreiche Kombination. Blettur machte Deckpause. Auch Sólfari und Blossi warteten sehensüchtig auf den Frühling, mit dem wohl auch unsere Fohlenherde an Zuwachs gewinnen würde. Zu allem Überfluss hatte ich mich auch noch in eine gekörte Zuchtstute verliebt und Frejka kurzerhand gekauft. Linn gefiel das zwar nicht unbedingt, doch das störte mich seit ehher sowieso nicht. Bald würde der Frühling auf glæsileika eyjarinnar Einzug halten.

      27. Januar 2016
      Wiedersehen macht Freude | 8164 Zeichen | © BellaS
      Als mich die Nachricht erreichte, dass Rachel wieder einmal Pferde verkaufte, war ich nicht besonders interessiert. Rachel hatte so einiges im Stall stehen. Trotzdem schaute ich mir wenig später an um welche Pferde es ging. Ich entdeckte Morgaine, eine Barockpinto Stute die einst mir gehört hatte, dann aber zu Gunsten meiner Isländerzucht ausziehen musste. Die anderen Pferde schaute ich nur flüchtig an, bis ich mit einem mal hängen blieb. Kjarkur stand zum Verkauf, der Vater meines ungeborenen Zuchtfohlens Silfurtoppa. Ein gekört Isländer allererste Güte. Schon rechnete ich im Kopf meine Finanzen durch und schaute was ich würde ausgeben können, da fiel mein Blick auf eine weitere Anzeige. Slaufa, eine hübsche Scheckstute und kein unbekanntes Gesicht. Kurz vor unserem Umzug nach Rømø hatte ich sie, eigentlich zu Zuchtzwecken, an Rachel verkauft. Von diesem Moment an stand fest, wir würden wieder einmal Zuwachs bekommen. Beide Pferde waren zuchtfertig und gekört, hatten gute Voraussetzungen und waren keine Problemfälle, es sprach nichts gegen ihren Einzug. Selbst für meinen Geldbeutel lief das Geschäft verhältnismäßig schonend ab, auch wenn dieser seit den letzten Käufen sowieso nicht mehr besonders voll war. Schon in den nächsten Tagen würden die neuen Pferde ankommen. Ich erledigte die restliche Büroarbeit in fliegendes Eile und suchte nach Linn um ihr von dem schnell getätigten Kauf zu erzählen. Sie hatte nichts dagegen, zeigte sich aber auch nicht übermäßig begeistert. „Wann hörst du wohl auf Pferde zu kaufen?“, fragte sie mich etwas später während eines gemütlichen Ausrittes durch den Wald. Ich saß auf Vin, meinem besten Turnierpferd, das ich dank der Zucht in der letzten Zeit sträflich vernachlässigt hatte. Linn hatte ihre Vidja nicht reiten können, denn der Fohlenbauch gestattete mittlerweile nur noch Bodenarbeit. Da sie aber die Stute Tilviljun, genannt Juni, bald ins Training nehmen würde, hatte sie sie für diesen Ritt ausgewählt. Seit der Schnee verschwunden war, hatte auch das tägliche Leben auf unserem Hof wieder an Normalität gewonnen. Finley betüddelte die Hengste, kümmerte sich um die Boxen, Heu und was sonst noch alles anfiel, Linn und ich ritten den halben Tag und halfen ihm so gut wir kommen. Trotzdem wurde es immer anstrengender. Mehr Pferde bedeuteten mehr Arbeit und wir waren eben nur zu dritt. Schließlich stellten wir gemeinsam eine Anzeige ins Internet, in der wir nach einem vierten Teammitglied suchten. Jemandem der anpacken und Isländer reiten konnte. Zum Glück war mein Dänisch mittlerweile gut genug für solcherlei Aktionen, auch wenn ich zugeben musste, dass ich von uns dreien die war, die die Sprache noch am schlechtesten beherrschte. Finley lernte gern Sprachen und Linn hatte auch noch ein echtes Talent für so was – kein Wunder also, dass ich hinterher hing. Ich ließ meine Gedanken wandern und unser Gespräch verstummte, als wir beide uns in unsere Parallelwelten zurückzogen. Den Weg kannten wir sowieso im Schlaf. Im laufe des Nachmittags hatte ich noch Laufey an der Longe, deren Bewegungsdrang trotz ihrer Trächtigkeit ungebrochen blieb. Abends ging es noch schnell mit Frejka auf den Platz, denn wir waren noch immer in der Gewöhnungsphase. Erst morgen würde es wirklich interessant werden, denn dann durfte Brött das erste Mal das Gewicht eines Reiters auf dem Rücken tragen.
      Es war doch spät geworden, denn am Abend hatten wir zu dritt einen Filmabend veranstaltet. Als ich erwachte, bekam ich einen Schreck. Es war bereits halb neun. Normalerweise stand ich um sieben Uhr auf um mit der Arbeit des Tages zu beginnen, heute hatte ich gehörig verschlafen. Ein Blick auf meinen Radiowecker zeigte mir auch warum, der Stecker war nicht eingesteckt und somit ging hier nichts mehr, mit ausnehme der Uhr, die mit ''Notfallbatterien'' ausgestattet waren. Warum die nur die Uhr versorgten und nicht auch die Weckfunktion, hatte ich bisher nicht nachvollziehen können. Missmutig steckte ich den Stecker wieder ein, zog mich an und verschwand im Bad. In der Küche schnappte ich mir ein Brötchen von gestern und einen Apfel zum Frühstück, die ich auf dem Weg über den Hof aß. Brött war erst heute Nachmittag an der Reihe, jetzt bekam Hnakki erst mal den Rest meines Apfel und dann einen Sattel auf den Rücken. Wir gingen auf die Passbahn. Rennpass mit Hnakki machte immer gute Laune und eignete sich gut zum Start in den Tag. Jetzt kam noch eine kleine Runde Training mit Vina, denn sie war auch schon bald alt genug für ernsthaftes Longieren und ähnliches. Schließlich war es Zeit für Brött. Sattel und Zaum waren längst Routine, nun würde nur noch das Gewicht eines Reiters dazu kommen. Heute allerdings erst mal in Form eines Sandsacks. Der würde sich nicht wehtun wenn er fiel und ich konnte alleine arbeiten. Allerdings kannte ich meine Stute und so folgte dieser Part erst nach genügend Bodenarbeit um sämtliche überschüssige Energie abgebaut zu haben. Dann wuchtete ich den Sandsack, dem ich im Scherz ein Smileygesicht verpasst hatte, auf ihren Rücken. Einen Moment gab ich ihr Zeit die ungewohnte Situation zu registrieren, dann forderte ich sie auf ein paar Schritte zu gehen. Zögerlich folgte mir Brött. Nach und nach wurde sie sicherer und ich begann sie an der Longe im Kreis zu schicken. Im Schritt kein Problem, doch traben oder galoppieren mit diesem schweren Ding kam nicht in Frage. Ich nötigte sie mittels einer Gerte dazu, woraufhin Brött begann den Sandsack irgendwie loswerden zu wollen. Um den heutigen Tag mit einem positiven Ereignis abzuschließen, beließ ich es dann beim Schritt. Ich konnte mich auch morgen noch mit Trab und Galopp herumschlagen. Zum Abschluss des Tages machte ich einen Strandritt mit Sólfari. Erst hatte ich ohne Sattel reiten wollen, dann reizte mich einer schneller Galopp doch mehr und ich sattelte ihn. Erst ging es im Schritt den Strand hinauf, dann im Galopp zurück nach hause. Immer eine Motivation für die Pferde noch schneller zu werden. Leichtsinnig und glückstrunken wie ich war, ließ ich die Zügel fallen und breitete die Arme aus. Sólfari wusste genau wo es nach Hause ging und er genoss die Kopffreiheit. Mein Hengst ließ ein volltönenes Wiehern ertönen und schüttelte den Kopf. Das typische Bild des wilden Mustangs in der Prärie, nur in unserem Fall des wilden Isländers mit Sattel und Reiter am Strand. Am solchen Tagen ging ich mit ''Ich liebe mein Leben'' im Kopf ins Bett.
      Geweckt wurde ich von einem lauten Hupen. Es war mitten in der Nacht doch ein Transporter stand auf dem Hof. Wahrscheinlich Kjarkur und Slaufa. „Herr im Himmel. Muss das sein?“ Genervt schälte ich mich aus dem Bett, kramte nach irgendwas zum anziehen und und ging nach unten um die Tür zu öffnen. „Frau Wincox konnte ihre Pferde nicht persönlich bringen.“ Ein übermüdeter Fahrer stand auf dem Hof und sprach mich direkt an. „Warten sie, ich bringe nur schnell die Pferde weg. So fahren sie mir nicht wieder los.“ Der Fahrer sah das ein und ich brachte Kjarkur und Slaufa schnell in die, seit gestern vorbereiteten, Boxen. Einige Minuten später hatte ich mich mit den Fahrer bekannt gemacht und ihn in einem des Gästezimmer über den Stallungen einquartiert. Dann ging ich wieder ins Bett um wenigstens noch etwas Schlaf zu bekommen, ehe die Arbeit wieder losging. Als ich wieder erwachte, klemmte ein zettel an meiner Tür. Der Fahrer hatte ihn dagelassen. Er bedankte sich und teilte mir mit, dass er bereits abgefahren sei. Tatsächlich zeugten nur noch die Reifenspuren im Kies von seiner Anwesenheit. Der restliche Tag verlief normal. Gemeinsam mit Linn und Pricess Peppy Ann arbeitete ich mit Vina, dann half mir Finley mit Brött. Heute klappte es auf einmal problemlos, auch im Trab und Galopp. Bald schon würde sich eine echte Person auf ihren Rücken setzen können. Slaufa kam auf die Wattweide, wo Stássa, Laufey, Vinkona und alle Stuten die sie noch kannten freudig begrüßten. Finley ritt Blossi, ich mistete aus, Linn arbeitete mit Vínd. Schließlich kam noch eine lustige Einheit gebisslos reiten mit Snót und ein Ausritt mit Mayalie rundete meinen Tag ab. Alle Pferde täglich zu bewegen war unmöglich, den Versuch hatten wir bereits aufgegeben.

      31. März 2016
      Sternzeichen Islandpferd | 18.072 Zeichen | © Seimure & BellaS
      Mit einem fröhlichen "Guten Morgen!" und einem Kuss auf die Wange weckte ich Finley, welcher sich jedoch nur demonstrativ die Decke über den Kopf zog. In Sachen Aufstehen waren wir beide ganz anderer Ansicht, denn während ich es liebte, um fünf in den Tag zu starten, bevorzugte Finley es, lieber spät aufzustehen. Während er noch vor sich hin döste, frühstückte ich und machte mich fertig für den Tag. Heute stand nicht sehr viel auf dem Plan, denn die Pferde hatten am Wochenende schon trainiert, aber natürlich mussten sie trotzdem versorgt und geritten werden und zudem würde sich heute unser neuer Bereiter vorstellen, der, wenn alles gut lief, auch bald auf dem Hof einziehen würde. Das war auch der Grund, weshalb ich meine Wohnung im Erdgeschoss geräumt hatte und nun bei Finley im zweiten Stock wohnte. Während ich noch darauf wartete, dass mein Freund aufstand, spielte ich mit Flóki, der sich genau wie ich sehr schnell an die neue Wohnung gewöhnt hatte und Finley nun als vollständiges Rudelmitglied ansah. Mittlerweile war Flóki ausgewachsen, benahm sich aber nach wie vor wie ein Welpe. Um sieben schaffte es auch Finley aus dem Bett und es dauerte nicht lange, bis er seinen Morgenmuffel-Modus ausschaltete und sein übliches Grinsen auf seinem Gesichtseinen Platz einnahm. Gemeinsam gingen wir nach unten, wo uns Bella begrüßte und die Aufgaben für den Tag verteilte. Bevor Robin kam, mussten wir nur die Hengste füttern, weshalb wir zu dritt in den Stall gingen, wo wir bei Kjarkur, Garpur, Uprising, Sólfari, Hnakki, Blossi, Blettur und Black Lemontree die Heunetze füllten und die Boxen ausmisteten. Sólfari und Black Lemontree brachten wir dann auf den Paddock und sahen noch kurz nach den Stuten, bevor ein Hupen vom Hof uns aufschrecken ließ. Robin schien etwas überpünktlich zu sein, aber das machte ja nichts. Wir stellten uns ihm alle vor und begannen dann damit, ihm den Hof zu zeigen.
      Ich wäre nicht ich gewesen, hätte ich mir nicht vor der Anstellung unseres neuen Bereiters tagelang den Kopf zerbrochen. Ob das eine gute Entscheidung war, fragte ich mich und ob der Mann, den ich ausgesucht hatte auch eine gute Wahl gewesen war. Am Morgen seiner Ankunft kümmerten wir uns zu dritt um die Hengste, wo ich mich allerdings beeilte um den Mutterstuten und ihren winzigen Fohlen zuzusehen, die erst seit wenigen Tagen auf die Weide durften. Sleipnir, der ältere, war quicklebendig und tobte über die Weide. Thowras Sohn war bereits Mio versprochen und würde umziehen sobald er sechs Monate alt und entwöhnt war. Silfurtoppa hingegen erwies sich als ruhiger, aber offensichtlich klug. Das Stutfohlen war Windfarben. Eine echte Schönheit.
      So lehnte ich am Zaun der Weide und beobachtete meine jüngsten Zöglinge, als Robin ankam. Das Auto parkte neben der Auffahrt und mein Magen machte einen dämlichen kleinen Hüpfer. "Was soll das, Bella? Das ist nur der neue Bereiter!" Ich kramte mein Selbstbewusstsein als Chefin zusammen, drehte mich um und ging um Robin zu begrüßen.
      Er machte einen guten Eindruck und zu dritt zeigten wir dem Dänen den Hof und unsere Pferde. Freundlich war er, offen, aber nicht übermäßig redselig, großmäulig oder nervig. Tatsächlich hatte ich mich schon fast entschieden. Ich musste ihn nur noch reiten sehen.
      Da er in Zukunft einige der Hengste übernehmen sollte, wählte ich Blacky für Robin. Er zeigte sich sofort souverän. Sattelte den Hengst und schwang sich in den Sattel. Er ritt selbstverständlich mit Helm, was ich, Asche auf mein Haupt, zu Hause nicht immer tat. Auch auf der Bahn war ritt er entspannt aber bestimmt.
      Jetzt war alles klar. Robin würde in Linns Erdgeschosswohnung einziehen.
      Während Bella noch mit Robin den geschäftlichen Teil besprechen wollte, machten Finley und ich uns wieder an die Arbeit. Ich holte Princess Peppy Ann von der Weide, um mit ihr weiter an der Longe zu trainieren. Bald würde die Stute fünf Jahre und damit alt genug fürs Einreiten sein. Ich freute mich schon darauf, denn sie würde mein erstes eigenes Pferd sein, das ich einritt. Mittlerweile konnte man gut an der Longe mit ihr arbeiten und täglich trainierten wir eine halbe Stunde, seit neuestem auch schon mit Sattelzeug. Peppy war heute nicht so konzentriert wie sonst, aber das lag vielleicht auch an mir, denn ich war heute auch eher im Standby-Modus. Dafür konnte ich heute gut mit Tilviljun arbeiten, mit der ich mich seit gestern ans Tölten wagte. Sie machte sich in dieser Gangart schon sehr gut, allerdings bisher erst an der Longe und an der Hand, was wir auch heute wieder üben wollten.
      Während ich bei Juni auf dem Anbindebalken saß und darauf wartete, dass sie ihr Futter auffraß, kam auch Finley mit Topar, seinem Lieblingshengst, mit dem er gerade im Dressurviereck gewesen war. Er gab mir einen leichten Kuss und setzte sich neben mich, während Juni versuchte, Topar das Futter streitig zu machen. Finley legte einen Arm um meine Schulter. "Wie wäre es mit einem Ausritt nachher? Nur wir beide?", fragte er mich leise. Ich lächelte. Das allein konnte er schon als Ja deuten, er kannte meine Art halt. Wir küssten uns noch einmal, dann brachte er Topar auf den Paddock und ging wieder in den Stall. Mit einem kleinen Lächeln sah ich ihm nach. In dem nun schon fast einem Jahr, in dem wir zusammen waren, hatte ich unsere Beziehung zu schätzen gelernt und Finley war für mich der wichtigste Mensch in meinem Leben geworden. Mit ihm fühlte ich mich komplett.
      Bella kam mit Robin aus dem Büro und rissen mich aus meiner Träumerei. Auch Juni hatte ihr Futter aufgefressen und sabberte nun auf meine hell-lilane Reithose. Scheiße. Bella und Robin kamen nun zu mir rüber und ich versuchte, den grau-grünen Sabber so gut es ging zu verdecken. "Darf ich dir unseren neuen Bereiter vorstellen?", fragte Bella grinsend. Ich lächelte etwas verunsichert. Robin verabschiedete sich von uns - auf Deutsch, was mich, ehrlich gesagt überraschte. Als er weg war, fing Bella sofort an zu plappern: "Er kommt aus Kopenhagen, ist aber in Rødby aufgewachsen. Er hat in Kopenhagen studiert und danach die Ausbildung zum Bereiter gemacht. Außerdem hat er in der Schule Deutschland gelernt. Ist das nicht toll? Er reitet schon seit seiner Kindheit auf Isländern und ist schon auf vielen Turnieren geritten..."
      Ich grinste. Gefühlt erzählte sie mir gerade Robins gesamte Lebensgeschichte, die sie offenbar genauestens kannte. "Bella?", unterbrach ich sie. "Ja?", fragte sie verdutzt. "Du bist hochkant in ihn verknallt", sagte ich lachend. "Das stimmt doch gar nicht!", sagte sie empört, aber ich konnte den unsicheren Unterton in ihrer Stimme hören. "Jonas ist seit mehr als zwei Jahren Geschichte", erinnerte ich sie. Bevor sie sich umdrehte, warf sie mir noch einen unsicheren Blick zu und ging dann in Richtung Weide.
      Linns Worte klangen in meinen Ohren nach. Verdammt. Ich hatte diesem Typen vor gerade Mal zwei Stunden kennen gelernt und direkt warf mir meine beste Freundin die Feststellung an den Kopf, dass ich mich in ihn verliebt hatte. Das schlimmste daran war, es stimmte. Hatte ich das ganze letzte Jahr mit Neid auf Linn und Finley gesehen, waren mir die Beiden mit einem Mal völlig egal. Solange Robin mich beachtete, war ich zufrieden. Zwei Jahre war es her, dass ich mich so gefühlt hatte. Verliebt gefühlt hatte. Seltsam. Manchmal traf einen das aus heiterem Himmel. Robin hatte sich in seine neue Wohnung zurück gezogen. Sein Zeug würde wohl auch bald ankommen und ich hatte mir schon fest vorgenommen ihm beim schleppen und aufbauen zu helfen. Finley und Linn waren mit Meyja und Slaufa auf einem gemeinsamen Ausritt am Strand. Ich konnte mir jetzt aussuchen ob ich mich lieber um Brött und Vina, die Jungpferde, kümmern wollte, einen der Hengste oder eins der Trainingspferde reiten wollte. Ich entschied mich für etwas Ovalbahntraining mit Náttdís und schloss dann eine Dressureinheit mit meinem dicken Plüsch Mayalie an. Während sie am Putzplatz mit der Nase in ihrer Futterschale wühlte, kam auch Robin wieder hinunter. Wir hatten schon besprochen für welche Pferde er zu ständig sein würde, doch eigentlich hatte er heute noch frei um anzukommen. „Wollen wir noch ausreiten?“ Er ging zielstrebig auf mich zu. Es dämmerte bereits und die Sonne würde bald untergehen. Egal, klar wollte ich. Ich bejahte und wir sattelten uns zwei der Hengste. Ich ritt Sólfari, Robin hatte sich Kjarkur ausgesucht. Am liebsten hätte ich jetzt auf Laufey gesessen, doch meine Lieblingsstute war hochträchtig und wurde nicht mehr geritten. Ich freute mich schon auf die Fohlen, die noch auf die Welt kommen würden. Faera zum Beispiel war überfällig. Seit Tagen kam sie Abends in die Geburtsbox, doch noch war nichts passiert. Jetzt ging es erst mal mit Robin an den Strand. Im Sonnenuntergang. Ich hoffte inständig, dass ich Linn nicht begegnen würde, sonst würde ich mich nicht mehr vor ihrem Spott retten können.
      In der Sache mit Bella war ich mir absolut sicher. Allerdings erzählte ich Finley nichts davon, denn ich wusste, dass Bella mich dafür gekillt hätte. Nachdem ich mit Garpur fertig war schaute ich noch kurz nach Vidja. Sie war merklich runder geworden und ich freute mich schon riesig auf ihr erstes Fohlen. Finley war noch mit Snót in der Halle, weshalb ich Færa von der Weide holte. Da die Sonne schon tief stand, musste sie bald in die Box. Sie fand es dort zwar nicht besonders schön und wehrte sich jeden Abend, in den Stall zu gehen, aber wir wollten, dass das Fohlen geschützt auf die Welt kam, da es ihr erstes war. Bis Finley das Training beendete unterhielt ich mich mit Robin, der wirklich gut Deutsch sprach, aber noch sehr zurückhaltend wirkte. Bald zog er sich in seinen Wohnung zurück und ich holte die Halfter von Meyja und Slaufa, um sie von der Weide zu holen. Natürlich musste die Herde ganz am anderen Ende der Weide stehen. Meyja begrüßte mich mit einem freundschaftlichen Schnauben und begann, mich nach Leckerlis zu durchsuchen, während Slaufa sich eher zurück hielt. Ich halfterte die beiden Stuten und schwang mich auf Meyjas Rücken. Wenn die Pferde zu weit draußen standen, ritt ich oft zurück zum Hof, das ging schneller als Laufen. Ich ließ Meyja antölten und Slaufa, die ich als Handpferd nebenher führte, tat es ihr gleich. Innerhalb von fünf Minuten hatten wir den Hof erreicht. Finley war mittlerweile mit Snóts Training fertig und sattelte sie gerade ab. Ich putzte Meyja und Slaufa, während Finley Snót versorgte. "Wollten wir mit Sattel oder ohne ausreiten?", fragte ich ihn. "Ohne, das ist viel lustiger", grinste er. Ich trenste die beiden Stuten noch schnell, dann saßen wir auf und ritten gemeinsam vom Hof.
      Linn und Finley waren mit zwei der Stuten weg, ohne Sattel. Robin und ich hatten uns für zwei Hengste entschieden. Seltsam. Noch seltsamer war allerdings der Mix meiner widerstreitenden Gefühle. Schon beim Satteln und Trensen machte sich unsicheres Schweigen breit, das ich nicht wie sonst brechen konnte. Robin sagte nichts. Ich sagte nichts. Schließlich gurteten wir nach und saßen auf. Jetzt bestand das erste Mal die Notwendigkeit zu reden. „Strand oder Wald?“, fragte ich knapp und traute mich endlich Robin anzusehen. Himmel, er sah so gut aus! Schnell wandte ich den Blick wieder ab, es reichte aber noch um sein Grinsen zu sehen, das mit der Antwort einher ging. „Wir haben Strand, das ist wohl keine Frage.“ Sein Grinsen. „Nein Bella, lass das. Du kennst ihn erst ein paar Stunden.“ „Aber er ist so toll.“ „Du benimmst dich als wärst du ein verliebter Teenie.“ „Egal, bei ihm lohnt sich das!“ „Woher willst du das wissen. Denk an Jonas… Denk an Jonas… Denk an Jonas...“ Die Worte hallten in meinem Kopf. Schlimm genug, dass ich mich nach ein paar Stunden Hals über Kopf verliebt hatte, jetzt stritten auch noch meine Gefühle. „Ausblenden, Bella.“ Ich ignorierte die Achterbahnfahrt und ritt an. „Dann komm.“ Es war einfach schön am Strand. Die Sonne versank im Meer und wir begegneten Linn und Finley nicht. Irgendwann brach Robin das Schweigen und das Antworten wurde immer leichter, bis ich mich einfach wohl fühlte. Den Galopp ließen wir zwar auf Grund der Dämmerung ausfallen, doch auf dem Rückweg ritten wir entspannt nebeneinander und redeten über Gott und die Welt. Nachdem wir die Hengste gefüttert und ich meine restliche Arbeit des Tages erledigt hatten, ließ ich mich in meiner Wohnung aufs Sofa fallen. Ich wollte einen Film sehen. Das meine Wahl heute auf den kitschigsten Liebesfilm fiel, den ich besaß, war auch nicht weiter verwunderlich.
      ---
      Die nächsten zwei Tage verliefen völlig normal. Robin fügte sich in den Hofalltag ein, als hätte er schon immer zum Team gehört. Gemeinsam kontrollierten wir die trächtigen Stuten, die inzwischen alle vier Geburtsboxen belegten. Faera, überfällig mit ihrem Fohlen und Vidja, Laufey und Frejka, die noch etwas Zeit hatten, aber ihr erstes Fohlen erwarteten. Währenddessen scheuchte Linn ihre Stute Lykkja über die Ovalbahn und Finley bespaßte die Junghengst Glanni im Roundpen. Ich würde heute noch mit Brött, Blaer, Vina und Klyja arbeiten. Die jungen Stuten standen alle auf verschiedenen Stuten des Einreitens. Brött kannte schon das Gewicht eines Reiters und lernte nun die Hilfen, die drei anderen gewöhnten sich noch an Sattel und Zaumzeug. Dieses Training nahm immer eine Menge Zeit in Anspruch. Ich schaute außerdem eine Weile bei Robins Training mit Alvari zu, während ich mein Mittagessen verspeißte und gönnte mir gegen Abend eines Ausritt mit Hnakki. Ungefähr so sah meine tägliche Routine aus. Viel Arbeit, viel zu organisieren und doch immer wieder schön.
      Wir konnten sogar ein neues Pferd begrüßen. Eine fünf Jahre junge Stute namens LR Pieaches, die wir kören und vielleicht in der Zucht einsetzten wollten. So verstrichen zwei normale Tage, ehe wieder etwas passieren sollte, das ich so schnell nicht vergessen würde.
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      Mitten in der Nacht erwachte ich unruhig. Mehrere Versuche einzuschlafen liefen ins Leere und so zog ich mir schließlich etwas über und wanderte auf den Hof. Nachdem ich eine Weile Hnakkis Nase gekrault hatte, die aus der Boxentür lugte und sah, dass Sólfari sich bei meiner Ankunft vertrauensvoll zum schlafen hinlegte, kam ich schließlich auf die Idee bei Faera, Laufey, Frejka und Vidja vorbei zu schauen.
      Leise öffnete ich die Stalltür. Sofort fiel mir ein kleines Licht auf, das im Stall brannte. Ich trat vorsichtig und misstrauisch ein. Vidja lugte mir entgegen und verlangte direkt mit einem auffordernden Blick nach Streicheleinheiten, doch die Szene, die sich in Faeras Box abspielte, verlangte meine ganze Aufmerksamkeit. Eine einzelne Taschenlampe spendete spärliches Licht, doch es reichte um die Gestalt zu erkennen, die am Kopf der liegenden Stute kniete. „Robin?“ Mein flüstern war heiser und besorgt. „Was um Himmels Willen…?“ „Psst. Komm her. Hilf mir. Das Fohlen...“ Ich hatte es gewusst, nein, ich hatte es gespürt. Und er auch. Ich öffnete mit fahrigen Fingern die Boxentür und kniete mich neben Robin ins Stroh. Eigentlich hätte Faera alles problemlos meistern müssen, es war bereits ihr zweites Fohlen, doch hier lief irgendetwas gewaltig schief. Ich ahnte böses und sah Robin an. „Liegt irgendwie falsch?“ „Höchstwahrscheinlich.“ „Scheiße.“, und einen Moment später „Wir brauchen einen Tierarzt!“ „Klar, aber der kommt unter Garantie zu spät.“ Ich bewunderte ihn für sein ruhiges und besonnenes Handeln. „Faera muss aufstehen. Manchmal korrigiert sich das Fohlen dann selbst. Wir können nur hoffen und ihr Platz machen.“ Er sprach leise und in ruhigem Ton. Ich wusste nicht, ob er mich oder Faera beruhigen wollte, aber in jedem Fall funktionierte es. Wir zogen uns in eine Ecke zurück und warteten darauf, dass Faeras natürliche Instinkte griffen. Ich konnte sehen wie sich die Muskeln bei den einzelnen Wehen verkrampften. Noch lag sie im Stroh. Die folgenden zehn Minuten waren die längsten meines Lebens. Ein zittern durchlief die Stute und sie begann sich hochzustämmen. Ich glaubte nicht daran, dass das Fohlen sich von selbst in seiner Lage korrigieren würde. Warum hatte ich bloß keinen TA zum Check-Up bestellt, dann wäre so etwas gar nicht erst passiert. Während ich mir noch Selbstvorwürfe machte, war Robin schon aus der Boxenecke aufgestanden. „Wir können ihr nur noch helfen das Fohlen raus zu bekommen und hoffen, dass es nicht erstickt.“ Langsam kehre mein Verstand zurück und auch ich richtete mich auf. Jetzt kam der Teil bei dem ich wenigstens halbwegs wusste was zu tun war. Die nächste Stunde blieb mir nur noch mit Schweißgeruch und Blut in Erinnerung, aber dann war es geschafft. Ein zitterndes, kleines Wesen lag im Stroh. Nicht erstickt, nicht missgestaltet, ein wunderschönes, kleines Stutfohlen mit einer breiten, weißen Blässe. Auch Faera schien wohlauf, denn sie war sofort bei ihren Fohlen und machte einen gesunden Eindruck. Ohne etwas zu sagen verließen wir die Box. „Væna.”, meinte ich schließlich. „Die Liebliche, die Hoffnungsträgerin.“ Damit stand der Name fest. Robin sah mich an. Nicht flüchtig. Er sah mir in die Augen. Ich war Müde, ich konnte dem Blick nicht standhalten ohne mich völlig zu zu blamieren. Verdammt, drei Tage hatten gereicht mir den Rest zu geben. Er stand einfach nur da, sah mir mit einem seltsamen Ausdruck im Gesicht an. Sein Hemd war verschmiert mit dem Blut der fohlenden Stute und ich sah wahrscheinlich nicht besser aus. Zwei Schritte Distanz trennten uns. Er überbrückte sie im Bruchteil einer Sekunde, doch für mich lief alles in Zeitlupe ab. Zwei Schritte, kein Zögern. Und dann küsste er mich. Einfach so. Keine Liebeserklärungen, keine hochroten Gesichter. Einfach nur ein Kuss, der reichte um alles zu sagen.
      Ich wusste nicht wie spät es war. Ich hatte die ganze Zeit einfach nur funktioniert. Wir hatten nicht gesprochen, nur nebeneinander gearbeitet und versucht das bestmögliche aus der Situation zu machen. Jetzt viel die ganze Anspannung von mir ab und ich fing einfach an seiner Schulter an zu heulen. Etwas unbeholfen tröstete er mich. Als wir den Stall schließlich verließen um uns um einen Tierarzt zu kümmern und noch etwas zu schlafen, ging über Rømø Die Sonne auf.

      18. Juli 2016
      Fohlenzeit | 11700 Zeichen | © AlfurElfe & BellaS
      Bellas Sicht
      Ich stand am Zaun der Wattweide und hing meinen Gedanken nach. Verträumt betrachtete ich die kleine Vaena, die inzwischen fast vier Wochen alt war. Ganze vier Wochen waren vergangen, seit Robin mich geküsst hatte. Wie immer, wenn ich an ihn dachte, überließ mich ein angenehmer Schauder. Es war eindeutig nicht bei diesem einen Kuss geblieben… Schön, meine Fantasien mussten warten, jetzt waren meine Schützlinge dran. Vidja war seit Wochen wirklich überfällig. Das Fohlen, dessen Vater ein junger Hengst eine befreundeten Züchterin namens Ljóski war, meinte offensichtlich sich Zeit lassen zu müssen. Diese Tatsache kostete Linn jeden Tag mehr Nerven. Sie konnte die Geburt kaum mehr erwartet und mit jeder weiteren Woche, die der gedachte Termin überschritten wurde, wurde die Sorge um ihre Stute in ihren Augen deutlicher. Auch Frejka und Laufey bewohnten noch die Geburtsboxen, aber beide waren noch nicht überfällig. Im Gegenteil, gerade Laufey hatte eher noch etwas Zeit, aber bei ihrer unvorsichtigen Art hatte ich lieber zu früh als zu spät angefangen, sie nachts in die Box zu stellen. Wobei ich das bisher noch nicht konsequent durchgehalten hatte. Die letzten, sehr sommerlichen, Tage hatte Laufey noch auf der Wattweide verbracht, da ich zu faul war mir jeden Abend das „ich will aber nicht rein“-Spiel anzutun. Ich sammelte das Halfter auf, das mir aus der Hand gefallen war und holte Stássa. Seit Silfurtoppa abgesetzt worden war, war sie etwas lethargisch und ich wollte meine Stute endlich wieder auf Trab bringen. Seit der Geburt ihres zweiten Fohlen war sie noch nicht wieder geritten worden. Ich hatte einfach zu viel zu tun gehabt und sie quasi vergessen. Thowra hatte ich vor kurzem verkauft und auch Fjara hatte bereits einen neuen Besitzer und würde uns in naher Zukunft verlassen. Stássa war dabei ein wenig ins Hintertreffen geraten. Wahrscheinlich war auch ihre Kondition im Eimer, sodass heute nur ein kurzer Schrittausritt zum Strand drin war. Ohne Sattel, da sie noch immer etwas dicker war, als gewöhnlich. Das rührte zwar eher von der Überweidung, als von der Trächtigkeit her, doch ich wollte dem Sattel nicht schaden. Mit dem Training würde sich auch ihre Figur verbessern.
      Linns Sicht
      "BELLAAA!", rief ich quer über den Hof. Na toll. Immer, wenn man sie brauchte, konnte man sie nicht finden. Das verschlechterte meine Laune noch mehr, obwohl das schon fast garnicht mehr ging. Ich suchte den ganzen Hof ab und fand sie schließlich am Zaun der großen Weide. Verträumt beobachtete sie die spielenden Fohlen. "Hörst du schlecht oder WAS? Viðjas Fohlen kommt!", schnauzte ich sie an. Skeptisch sah sie mich an. "Bist du dir ganz sicher?", fragte sie. Ich nickte. "Du weißt schon, dass die meisten Fohlen nicht nachmittags auf die Welt kommen, oder?", fragte sie mich. "Jaaa, Bella, ich bin auch nicht ganz unerfahren, aber Nachmittag ist doch besser als wenn man nachts deswegen aus dem Bett geworfen wird. Und jetzt komm, sonst verpassen wir es noch!" Gemeinsam trabten wir hinüber zum Stall, den wir leise betraten. Bella schrieb noch schnell Finley und Robin, die gerade mit Snót und Kjarkur am Strand waren, dass die Geburt anfing, dann gesellte sie sich zu mir an die Boxenwand. Pferdegeburten waren zugleich eine schönsten und eine der ekligsten Sachen, die ich je gesehen hatte. Doch da es das Fohlen meiner Lieblingsstute war, war die Geburt doch ein Erlebnis. Viðja hatte sich inzwischen hingelegt und man konnte bereits die beiden kleinen Vorderhufe sehen. Ich hoffte inständig, dass es nicht so kompliziert wie bei Vænas Geburt werden würde. Als schließlich ein kleines Scheckfohlen im Stroh lag, war Bella kaum zu halten, denn ich hatte ihr das Fohlen versprochen. Viðja leckte das kleine ab, bevor es das erste mal versuchte, auf seinen stelzigen Beinen zu stehen. "Es ist ein Hengst!", flüsterte Bella. Ich grinste. "Wie wäre es mit 'Ljósfari', der, der mit dem Licht reist?", schlug ich vor. "Ja, das ist ein toller Name! Ich rufe gleich Occu an und erzähle es ihr!", sagte sie, vielleicht doch etwas zu laut, warf dem kleinen Hengst, der nun schon mit dem Trinken begonnen hatte, noch einen verliebten Blick zu und verschwand dann aus dem Stall.
      Bellas Sicht
      Als ich die alte Scheune verließ, war es erst später Nachmittag. Dass Vidja heute drinnen gestanden hatte, war wohl Vorsehung gewesen. Laufey und Frejka wanderten jedenfalls noch auf der Wattweide umher. Ich war glücklich. Ein gesundes Fohlen auf die Welt kommen zu sehen löste immer wieder ein wunderbares Gefühl in mir aus. Ich schlenderte am Zaun der großen Wattweide entlang und traf schließlich auf Robin. Er war offensichtlich gerade von seinem Ausritt mit Finley zurück gekehrt und kam mir nun mit neugierigem Blick entgegen. „Ein Hengst. Ljósfari haben wir ihn getauft.“, erzählte ich schnell, bevor mein Freund fragen konnte. „Und das beste daran: Meiner!“ Er grinste und küsste mich einfach auf den Mund. Gut, dass uns hier keiner sah. Vor den anderen herumzuknutschen schien mir noch immer unpassend. Zwar waren auch Linn und Finley zusammen, doch ich mochte es trotzdem nicht. „Ach Bella. Entspann dich doch mal.“ Und wie immer hatte Robin recht. Ich wollte gerade meine ganze Aufmerksamkeit auf ihn lenken, als Laufey in mein Blickfeld getrottet kam. Normalerweise hätte mich das nicht davon abgehalten, Robin zu fokussieren, doch irgendetwas mit meiner Stute stimmte nicht. Ich liebte Laufey. Drohten mich meine Gefühle zu überwältigen, half es mir immer mit ihr auszureiten. Sie kannte mich, in alle Situationen und das hatte zur Folge gehabt, dass auch ich sie kannte. „Mit ihr stimmt etwas nicht.“ Robin war nun vollkommen nebensächlich und ich trat an den Zaun der Wattweide. „Hey, Feechen, komm mal her.“ Sie reagierte. Nicht unbedingt ein gutes Zeichen. Ich kletterte über den Zaun und nahm sie einmal komplett in Augenschein, um gleich darauf einen riesigen Schrecken zu bekommen. Ihr Schweif war blutverkrustet. Nach Luft schnappend suchte ich schnell nach der Ursache. Sie blutete nicht mehr. Die Geburt hatte also noch nicht begonnen. Hätte sie ihr Fohlen allerdings schon alleine auf der Weide bekommen, wäre es jetzt bei ihr. „Robin... Oh scheiße.“ Viel mehr fiel mir im Moment nicht ein. „Bitte lass es nicht das sein, was ich denke, dass es ist….“, betete ich still und fieberhaft. Erst jetzt ließ ich den Blick angstvoll über die Wattweide schweifen und er blieb an etwas hängen, das meine Angst in pure Freude verwandelte. Ein goldenes Etwas kam auf Laufey zugesprungen und forderte konsequent etwas zu Essen ein. Das Fohlen musste schon gestern, oder vorgestern auf die Welt gekommen sein, denn es war bereits sehr sicher auf den Beinen. Außerdem hatte die kleine, goldene Stute wohl ziemlich fiel von ihrer Mama abbekommen. Das erkläre, warum sie schon jetzt alleine herum hüpfte und sich von Laufey entfernte. Kaum war die kleine wieder in Sicht, blühte auch meine Fee wieder auf. Stolz stupste sie ihre Tochter an. Glück im Doppelpack!
      Halastjarna, Sternschnuppe, hatte ich Laufeys Fohlen genannt. Das Abzeichen auf der Stirn und die schicke, goldene Färbung hatten den Ausschlag gegeben. Zwar hasste Linn Namen für Pferde, die mehr als drei Silben hatten, doch das war mir mal wieder reichlich egal gewesen. Bei Linns Stuten durfte sie schließlich die Namen auch selbst aussuchen. Auch wenn ich gerne noch länger am Zaun der Weide gelehnt hätte, wartete doch wieder die Arbeit auf mich. Wir hatten zwei Neuzugänge und zwei Pferde vom Körservice, die umsorgt werden wollten. Die Isländerstuten Fenja und Luna hatte ich beide in mäßigem Zustand für wenig Geld in Verkaufsställen entdeckt. Luna wollte ich allerdings nur kören und dann wieder verkaufen, Fenja hingegen hatte ich lieb gewonnen. Sie war es auch, die ich nun bewegen würde. Ich sattelte sie schnell und putze auch Tilviljun über. Beide Stuten waren im Galopp sehr schnell und so konnte ich Juni gut als Handpferd mitnehmen, denn sie kam wenigstens hinterher. Währenddessen plagte sich Linn in der Halle mit der halben Fohlenherde ab. Sie hatte den großen Gymnastikballl am Start und Hlín, Litfari, Silfurtoppa und Glanni tobten munter mit ihr im Sand herum. Ich sagte ihr kurz Bescheid, dass ich ausreiten würde und scheuchte Finley von der Bande, auf der er es sich bequem gemacht hatte. „Könntest du bitte dafür sorgen, dass die Hengste rauskommen? Alvari, Uprising, Blossi und Sólfari müsstest du zusammen stellen können. Außerdem wäre es cool, wenn du noch Topar ein bisschen Bewegung angedeihen lassen könntest. Der zerlegt noch seine Box.“ Ich ließ meine Worte so im Raum stehen und marschierte nach draußen um endlich meinen Ausritt anzutreten. Eigentlich hatten wir viel zu viele Pferde für uns vier Leute. Wir schafften es nie, jeden Tag alle zu bewegen. Keine Chance.
      Robins Sicht
      Ich konnte Bella nur Recht geben. Wir hatten einfach zu viele Pferde für vier Personen. Auch wenn ich einige Pferde durchaus vermissen würde, war es doch gut, dass meine Freundin vor hatte etwas zu verkleinern. Er würde uns sonst irgendwann einfach über den Kopf wachsen – sofern das nicht schon längst passiert war. Im Gegensatz zu Bella hatte ich ja „nur“ vier Pferde zu versorgen, von denen Frejka auch noch trächtig war und deshalb nicht geritten werden musste. Zuwendung brauchte sie natürlich trotzdem, weshalb ich auch im Moment auf dem Weg zu den Geburtsboxen war, um noch einmal nach ihr zu sehen. Kjarkur hatte ich heute schon bewegt, mit Black Lemontree war ich auch auf der Ovalbahn gewesen und mit Faera war ich dabei die Kondition wieder aufzubauen, die sie nach zwei aufeinanderfolgenden Trächtigkeiten verloren hatte. Außerdem hatte ich mit Kylja, Vina und Blaer weiter daran gearbeitet Sattel und Zaumzeug zu akzeptieren, was gerade bei der letzten der drei Stuten eine echte Herausforderung darstellte. Viel mehr schaffte kein Normalsterblicher an einem Tag, wenn man auch hin und wieder eine Pause machen wollte. Bella hatte also eigentlich überhaupt keine Chance ihre 15 Pferde zu bewegen, auch wenn manche noch nicht geritten werden mussten oder mit Trächtigkeit oder jungen Fohlen ausfielen. Ich bewunderte sie schon jetzt für ihre Ausdauer, sich jeden Tag wieder an die Arbeit zu machen und zusätzlich auch noch alles zu erledigen, was man so tun musste, wenn man einen Hof führte. Mittlerweile war es dämmrig. Kein Wunder, auch im Sommer ging die Sonne irgendwann unter und ein Blick auf meine Armbanduhr sagte mir, dass es bereits halb zehn war. Ich öffnete die knarrende Tür und wurde direkt von Laufey und Vidja begrüßt, die mitsamt Nachwuchs drinnen nächtigten. Frejka jedoch war von der Tür aus nicht zu sehen. Ich spähte in ihre Box und stöhnte sogleich halb begeistert, halb entnervt auf. Das konnte doch nicht wahr sein. Schnell schnappte ich mir mein Handy und tippte eine Nachricht an die Hof-Gruppe. „Frejka ist scheinbar auch noch dran.“ Fünf Minuten später standen Linn und Finley neben mir, Bella kam kurz darauf und brachte direkt Kaffee und Brötchen mit. „Könnte eine lange Nacht werde.“, meine sie nur schulterzuckend. Kurz nach Mitternacht brachte auch Faera ihr Fohlen zur Welt. Fáfnir tauften wir den kleinen Hengst, ehe wir allesamt in unsere Betten fielen. Drei Fohlen an einem einzigen Tag, auch wenn sie offiziell jeder an einem anderen Tag geboren worden waren. Halastjarna am 11.07, Ljósfari am 12.07 und Fáfnir am 13.07. Damit war der Fohlenwahnsinn nun hoffentlich beendet. Bald würden wir sogar schon für die kommende Saison decken. Wieder Sommerfohlen, allerdings von anderen Stuten. Die Verpaarungen Náttdis – Hnakki und Slaufa – Alvari standen bereits fest und auch Meyja sollte ein Fohlen bekommen. Doch jetzt dürfte erstmal ein Jahr Ruhe sein.

      3. August 2016
      Ein Wirbelwind | 9388 Zeichen | © BellaS
      Wie eigentlich jeden Morgen nach dem Frühstück wanderte ich mit mindestens einem Halfter in Richtung Wattweide um mindestens ein Pferd zum Training zu holen. Heute sollte als erstes Nátti dran glauben und dementsprechend hielt ich das obligatorisch lila-pinke Halfter in der Hand. Dass jedes meiner Pferde eine eigene Farbe für Halfter Schabracke und Dekoteile der Trense hatte, hatte sich irgendwie einfach so ergeben. So trug Sólfari zum Beispiel dunkelblau, Hnakki giftgrün und Laufey orange. Die Jungpferde bekamen mit dem ersten eigenen Sattel und der ersten eigenen Trense ihre Farbe zugewiesen, doch ich war so lange nicht mehr auf dem Festland einkaufen gewesen, dass einigen Pferden noch immer eigene Trensen fehlten. Brött zum Beispiel wurde schon länger geritten und war nur mit unserer grau-weißen Standartschabtracke ausgestattet. Auch Blaer sollte bald ihre eigenen Sachen bekommen und Fenja und Luna fehlte auch noch alles. Es war höchste Zeit für einen Trip nach Deutschland, da ich dort viel lieber Pferdesachen kaufte, als hier in Dänemark. Warum wusste ich auch nicht so genau, aber wenn man nah an der Grenze wohnte, konnte man sich das leisten. So in Gedanken versunken wanderte ich am Weidezaun entlang zum Tor und schrk plötzlich zusammen, als neben mir eine fremde Stimme ertönte. „Entschuldigen sie. Kennen sie sich auf diesem Hof aus?“ Überrascht drehte ich mich zu der unbekannten Frau um und musterte sie. Sie hatte mich auf englisch angesprochen. Urlauberin also. „Muss ich wohl. Ich bin die Eigentümerin.“, erwiderte ich automatisch in der selben Sprache. Wenn man mehrere Jahre in Schottland gelebt hatte, in Deutschland aufgewachsen war und nun in Dänemark wohnte, fiel einem das Wechseln zwischen den Sprachen leicht. „Oh gut.“, freute sie sich. „Ich würde gerne wissen ob es möglich ist, hier Reitunterricht zu nehmen.“ Ich war nun wirklich verwundert. Wir boten keinen Unterricht an und normalerweise nutzen die Touristen so oder so zum reiten den Hof Kommandørgården, da er zur gleichnamigen und einzigen Hotelkette dieser Insel gehörte. Wieso kam diese Frau also zu uns, die wir uns sowohl im Internet als auch am Tor als reinen Zuchtbetrieb ausgewiesen hatten. „Eigentlich sind wir hier nur ein reiner Zucht und Trainingsbetrieb. Wenn sie Unterricht oder Ausritte für...“ Aber weiter kam ich nicht, denn eine begeisterte Kinderstimme unterbrach mich. „Mama, guck mal. Frag mal ob ich die reiten darf. Die ist sooo süß!“ Erst jetzt bemerkte ich das ungefähr 10 Jahre alte Mädchen, das am Zaun stand und Koni an der Nase kraulte. „Unser Kinderpony.“, dachte ich amüsiert und realisierte erst jetzt, dass das Mädchen deutsch gesprochen hatte. „Sie sind aus Deutschland?“, fragte ich, jetzt ebenfalls in meiner Muttersprache sprechend. Erfreut hob die Frau, die offenbar die Mutter der Kleinen war den Kopf. „Ja, sind wir. Sie scheinbar auch. Sie sprechen sehr gutes Deutsch. Akzentfrei.“ „Muttersprachlerin. Hannoveranerraum.“, erklärte ich mich, nicht ganz ohne Stolz in der Stimme. Immerhin war Hannover für das beinahe reinste Hochdeutsch bekannt. Das hatten mir auch zwei andere Sprachen, die ich alltäglich sprach, nicht nehmen können. Ich dachte auch noch auf Deutsch, während Linn im Kopf wahrscheinlich inzwischen bei dänisch war. Die Frau grinste. „Wir kommen aus Kiel. Ach ja. Mein Name ist Marion Hofer und das“, sie deutete auf das Mädchen, „ist Amelie, meine Tochter.“ „Und dann Urlaub an der Nordsee.“ Ich war etwas überrascht. Wenn man sowieso schon am Meer wohnte, musste man doch nicht an einem Meer Urlaub machen, das genauso wenig zum schwimmen geeignet war. „Ähm, also... ja. Warum auch nicht? Und Sie haben mir die Frage zum Thema Reitunterricht noch nicht beantwortet.“ Frau Hofer wich mir aus, das war klar, aber meine Neugierde war hier auch fehl am Platz. Erstmal vorstellen wäre vielleicht angebracht. Und dann die Frage beantworten. Oder anders herum? „Ich heiße Annabell Schmidemann. Und ich wollte meinen Satz gerade beenden. Wir geben eigentlich keinen Reitunterricht. Wenden sie sich an Kommandørgården. „Von dort kommen wir bereits.“ Frau Hofers Stirn legte sich in Falten. „Die Bedingungen der Touristenpferde sind an vielen Stellen unmöglich. Unpassendes Sattelzeug, verletzte Pferde.“ „Oh. Sie kennen sich aus?“ „Natürlich. Ich reite seit ich so alt bin wie meine Tochter jetzt.“ Das Lächeln stahl sich zurück auf ihre Lippen. „Und ich bin Tierärztin.“
      „Wie? Was? Tierätztin?“, erklang plötzlich eine andere, vertraute Stimme hinter mir. Robin. Natürlich. „Wir könnten eine gebrauchen. Topar der Irre hat sich...“ „Langsam Robin. Das sind Urlauber.“, hielt ich ihn zurück, doch Frau Hofer sah in bereits in Bereitschafthaltung an. „Ähm. Frau Hofer. Sie sind im Urlaub und überhaupt...“ Mir war gar nicht wohl dabei, eine Fremde an meine Pferde zu lassen, nur weil sie sich als Tierärztin vorgestellt hatte. „Marion und Unsinn. Natürlich schaue ich mir das Pferd an. Topar.“ „Danke.“ Robin war wieder schneller als mein dämliches Misstrauen und nahm Marion mit. Ich blieb mit Amelie an der Wattweide zurück. „Na dann. Wenn deine Mutter uns schon einen Gefallen tut… Sie heißt Vinkona. Du hast ja eben schon verkündet, dass du sie reiten möchtest.“ Das Gesicht des Mädchens hellte sich auf. „Wie als bist du? Zehn?“ „Elf.“, kam es empört von Amelie und ich musste grinsen. „Und du kannst schon reiten?“ „Na klar!“
      ~
      Ich folgte dem großen, dunkelhaarigen Mann, den Annabell als Robin bezeichnet hatte. Es ging offensichtlich um einen Hengst, denn er hatte ‚der‘ Irre gesagt. Und scheinbar ging es um ein Tier, das häufiger Probleme machte oder hatte. Ich wurde zu einem Anbindeplatz geführt und erkannte das Problem sofort. Der Hengst hatte sich eine lange Wunde am rechten Vorderbein zugezogen. Sofort trat ich heran und besah sie mir genauer. Recht frisch.Maximal zwei Stunden alt, noch offen und relativ tief. Warum hatte ich meine Sachen jetzt verdammt nochmal nicht zur Hand? Als improvisieren. „Haben sie Wasserstoffperoxid 3%?“ Er verneinte. Robin sprach und verstand Deutsch, allerdings die Standartausführung, die man in der Schule oder einem Sprachkurs lernte, verfeinert durch regelmäßige Benutzung. „Teebeutel? Salbei oder Kamille?“ „Ja. Sogar in der Stallapoteke.“ Ah super. Und es wäre super, wenn Sie schon Wasser heiß machen könnten.“ „Kommen Sie mit.“ Während er in eine Richtung davon eilte und ich ihm folgte, begann ich mich umzusehen. Ein ordentlicher Hof, keine Gefahrenquellen für Pferde, gepflegte Pferdenasen die die Aussicht aus ihren großzügigen Boxen genossen. Ein guter Eindruck.
      Die besagte Stallapoteke befand sich, genau wie der Wasserkocher, in der Futterkammer. In dem ausrangierten Medizinschrank entdeckte ich neben dem Tee auch noch einige Salben, nicht brennendes Desinfektionsmittel, Verbandsmaterial und Drachenblutpflaster. Perfekt. Während Robin sich um die Teebeutel, zwei, Kamille, kümmerte, desinfizierte ich die Wunde schon einmal. Es fehlte zum Glück ein Stück Haut. Ein Hautlappen wäre unter diesen, nicht ganz idealen Bedingungen eher zur Brutstätte für unvorteilhafte Bakterien geworden. Schließlich drückte ich die Teebeutel, die gezogen hatten, auf die Wunde und sprühte etwas von der Drachenblutpflaster-Tinktur darauf. Diese hatten den Vorteil die Wunde desinfiziert zu halten und die Wundheilung zu beschleunigen, dabei aber kein Vakuum für lustiges Bakterienwachstum zu erzeugen. „So. das hätten wir. Und es wäre wahrscheinlich ganz sinnvoll rauszukriegen woran er sich verletzt hat.“ Erst jetzt viel mir auf, dass ich Amelie ganz vergessen hatte, doch bevor ich in Panik ausbrechen konnte, sah ich meine Tochter mit der Apfelschimmelstute am Strick auf den Anbinder zumarschieren. Annabell hatte sich offenbar doch zu einer Reitstunde bereit erklärt.
      ~
      Wie geanu es dazu kam, kann ich nicht mehr ganz genau sagen. In jedem Fall tauchten Marion und Amelie in den nächsten zwei Wochen beinahe täglich bei uns auf und wurden zur echten Hilfe, sowie zu guten Freunden. Auch Linn und Finley mochten die zwei auf Anhieb, sodass es bald völlig normal war, sie bei uns auf dem Hof anzutreffen. Schließlich fiel mir jedoch auf, dass die Sommerferien in Deutschland bereits seit einer Woche vorbei waren. Was machten die Zwei also noch hier? Amelie musste auf jeden Fall zur Schule! Mein Misstrauen, das sich in den letzten Wochen verflüchtigt hatte, kehrte mit einem Schlag zurück. Doch bevor ich in misstrauische Grübelei versinken konnte, beschloss ich einfach zu fragen. Ich passte Marion alleine ab, die entsetzt reagierte. Etwas schien sie einzuholen, sodass ich sie oben in meiner Wohnung aufs Sofa platziert und schließlich die ganze Geschichte verlangte, wie sie auch lauten würde.
      Dass ich schließlich eine Geschichte von einer Scheidung, häuslicher Gewallt und einer überstürzten Flucht hören würde, war mir bis zu diesem Moment nicht klar gewesen. Tja, und ungefähr so kam es, dass Amelie in die sechste Klasse einer Schule auf dem Festland angemeldet wurde und sie mit Marion die freie Dachwohnung bezog. So konnte es kommen und dass das Team erweitert wurde, störte bei den Unmengen an anfallender Arbeit auch wirklich keinen. Marion konnte sogar ihre Arbeit als Tierärztin wieder aufnehmen, da wir auf Amelie aufpassten, wenn sie weg war. Sie war ein kleiner Wirbelwind, der uns allen ordentlich Schwung verpasste. Und wir alle liebten sie, Amelie wie ihre Mutter.
    • AliciaFarina
      Alte Berichte:
      20. März 2017
      Tyrifjord Ranch - Ankunft in der neuen Heimat | 39 263 Zeichen | © Canyon & BellaS
      Bella
      Die norwegische Landschaft zog an beiden Seiten der breiten Straße an mir vorbei. Ich genoss den Anblick, auch wenn er nicht viel Abwechslung bot. Tannen. Grüne Nadelbäume rechts und links. Darüber das Dämmerlicht des Tages. Es war Winter. In wenigen Tagen war Weihnachten und die Ausläufer der Polarnacht hielten Norwegen in eisernem Griff. Die fehlende Sonne und das künstliche Licht machten mich schläfrig. Eigentlich kein Wunder. Ich war seit 14 Stunden wach, von denen ich fünf hinterm Steuer verbracht hatte. Auf der Fähre hatte ich zwar vier Stunden Zeit gehabt, während denen der LKW auf dem Frachtdeck festgezurrt stand, doch meine Fracht hatte meiner Aufmerksamkeit bedurft. Ich kutschierte meine Pferde, meine Ausrüstung, eigentlich meinen gesamten Hof von Dänemark nach Norwegen. Und warum das Ganze? Sicher war ich mir da auch nicht mehr.
      Begonnen hatte es wahrscheinlich damit, dass Robin und ich uns irgendwie auseinandergelebt hatten. Ich mochte den sympathischen Dänen noch immer, aber ich liebte ihn nicht mehr und das hatte ich ihm so gesagt. Trotzdem hatte er beschlossen mit mir nach Norwegen zu kommen. Meine neue Existenz mit aufzubauen. Wie er zu mir stand hatte er mir nicht gesagt, doch für mich war es eine Trennung in Freundschaft.
      Nun schaukelte unser zweiter LKW hinter meinem her. Ich konnte ihn im Rückspiegel erkennen und auch meinen Freund, pardon, Exfreund, der erstaunlich konzentriert auf die leere Straße blickte. Eigentlich nicht nötig, denn hier war absolut nichts. Eine ausgebaute, breite Straße, Bäume an den Seiten und ich vor ihm. Kein Gegenverkehr, niemand, der in unsere Richtung fuhr. Schlicht und einfach nichts.
      Wieder schweiften meine Gedanken ab. Ich dachte an Linns Umzug nach Island, der sie glücklich gemacht und mich meines Zuhauses beraubt hatte. Ich fühlte mich auf einmal nicht mehr wohl auf meinem Traumhof, erledigte meine Arbeit nur lustlos, wusste nicht mehr warum ich tat was ich tat. Und dann hatte ich begonnen zu verkaufen. Vierzehn Pferde blieben, alle anderen sollten eine neue Heimat bekommen.
      Und dann kam der Tag mit dem fatalen Anruf einer alten Freundin. Charly war Teil des Teams der Tyrifjord Ranch in Norwegen und hatte mich kurzerhand auf ihren Hof eingeladen, nachdem ich ihr mein Herz ausgeschüttet hatte. Eine schlaflose Nacht später hatte ich begonnen Kisten zu packen.
      Dass weder Marion noch Amelie von der Idee begeistert gewesen waren, war kaum verwunderlich, doch dieses Mal stand meine Entscheidung fest.
      So kam es, dass wir nun über norwegische Straßen schaukelten. Das Ziel: unsere neue Heimat.
      Robin
      “I femhundrede meter drej til højre.”, verkündete das Navi. Meine erste Amtshandlung hinterm Steuer dieses Gefährts war es gewesen die Ansagestimme des Navigationscomputers auf meine Muttersprache umzustellen. Bella und ich waren nicht mehr zusammen, wozu sollte ich dann weiter deutsch sprechen?
      Vor mir tat Bella bereits, was mir mein Navi gerade verkündet hatte. Sie bog nach rechts ab. Die Straße war merklich schmaler als die Vorhergehende, aber genauso wenig befahren. Ein Glück, denn entgegenkommende Fahrzeuge hätten kaum eine Chance an unseren LKWs vorbei zu kommen. Ein Blick auf die elektronische Straßenkarte sagte mir, dass wir nun nur noch dem Straßenverlauf folgen müssten. Am Ende der Straße erwartete uns dann unser Ziel. Genau diese Information plärrte Bruchteile von Sekunde später aus den Lautsprechern der Fahrerkabine. Obwohl die obligatorische Frauenstimme dänisch sprach, nervte sie mich. Es gab wenige Dinge, die mir auf langen Fahrten nach Unbekannt mehr auf die Nerven gingen als die elektronisch-monotone Stimme des Navis, aber irgendwie brachte ich es nie über mich das Gerät abzuschalten. Ziemlich dämlich, da ich eigentlich nur Bellas Gefährt folgen musste, welches durch seine schiere Masse schwerlich zu übersehen war.
      Die letzten Minuten der Fahrt zogen sich wie angewärmtes Kaugummi und die Spannung wuchs. Warum ich überhaupt aufgeregt war wusste ich nicht. Ich war zwar auf dem Weg nach Unbekannt, wo mich ein neues Leben erwartete, aber ich vertraute Bella. Ich würde ihr überall hin folgen.
      Malte
      Das Radio des großen Stallgebäudes brachte an diesem Morgen nichts Besseres zustande, als schnöde und obendrein noch total kitschige Schnulzlieder und das ganze auch noch auf norwegisch. Ich liebte diese Sprache, immerhin war es meine Muttersprache, aber Lieder klangen echt grässlich!
      Ich hatte das Radio nicht angestellt, denn auch ohne das ständige Beschallen konnte ich die Arbeit im Stall ohne Probleme erledigen. Petyr war es gewesen, welcher mir die Ohren vollgeheult hatte, dass es so leise war.
      Die Sonne war gerade erst hinter den Wipfeln der Berge hervorgekrochen, dabei war es bereits fast Mittag, und wirklich hell und warm war sie nicht. Wir hatten Glück, dass das riesige Stallgebäude beheizbar war, sodass ich jedenfalls hier drinnen nicht erfrieren würde.
      Wie aus Gewohnheit, und vielleicht auch aus guter Laune, pfiff ich eines der Lieder mit und schippte dabei, Box für Box, die Hinterlassenschaften der Pferde aus dem Heu. Die erträglichere Aufgaben, nämlich das Stroh in den Boxen nachzufüllen, hatte sich Petyr gekrallt, wer denn auch sonst.
      Ein Blick auf die Displayuhr meines Steinzeithandys sagte mir, dass es drei Minuten vor halb zwölf war und natürlich war gerade jetzt der Augenblick der Zufälle, bei dem man einen Anruf bekam. Ich bekam selten Anrufe und wenn schon waren es meist geschäftliche, sodass ich beim ersten Vibrieren wusste, wer es war.
      Ich hatte Bella bei unserem letzten Telefonat gesagt, dass sie sich lieber an mich wenden sollte, wenn sie ankommen würde. Nico war mal wieder unterwegs und Charly mit Bartholomäus beschäftigt und ich wusste, dass sie zur Zeit nicht besonders gut drauf war.
      Ich betätigte die grüne Taste meines Handys. »Malte?«
      »Bella hier. Wir sind in wenigen Minuten da. Wo genau sollen wir hinkommen?« Bellas Stimme klang müde und ausgelaugt und die lauten Geräusche des Transporters ließen mich ihre Worte schwer verstehen.
      »Kommt erstmal auf den Parkplatz vor’s Stallgebäude, dort erwarte ich euch und bespreche dann alles weitere. Du solltest das Gebäude eigentlich auf der rechten Seite recht gut sehen. Holmenelva ist nicht besonders groß,«
      »Alles klar. Sollte ich es nicht finden, melde ich mich nochmal.« Sie legte auf und auch ich ließ mein Handy zurück in die Hosentasche gleiten. Dann verließ ich die Box und stellte Schubkarre und Mistgabel davor ab.
      »Petyr?!« rief ich die Stallgasse entlang und versucht die überlaute und anstrengende Stimme des Moderators zu übertrumpfen.
      »Hä?« Petyrs Kopf kam aus einer der Boxen zum Vorschein und sein Blick ließ andeuten, dass er mich nicht verstanden hatte.
      »Ich gehe Bella und Robin begrüßen!« schrie ich mit kratzger Stimme und hoffte inständigs, dass sie noch bis mindestens Weihnachten aushalten würde.
      Fragend zog Petyr die Augenbrauen hoch und hielt eine Hand hinter sein Ohr. »Ich verstehe dich nicht, du musst lauter sprechen!« rief er mit klarer und kräftiger Stimme, die so das genaue Gegenteil der meinigen war. Genervt winkte ich ab und drehte mich in Richtung Ausgang. Egal, dann musste er die Stallarbeit eben alleine machen. Ich wollte nur weg aus diesem Partystall.
      Die frische Luft tat gut. Sie durchfuhr meine Haare, meine staubigen Kleider und meine Kehle und brachte etwas Energie zurück, welche ich anscheinend in den letzten drei Stunden verloren hatte.
      Gemütlich ließ ich mich an der Einfahrt zum Parkplatz nieder und blickte die holprige Landstraße in Richtung Süden entlang. Ich freute mich darauf Bella kennenzulernen, von welcher ich nicht gerade wenig gehört hatte und mit welcher ich seit einigen Tagen den Kontakt pflegte. Sie schien eine interessante junge Frau zu sein und ich war gespannt, wie sie sich hier einleben würde.
      Mein Blick richtete sich in die Ferne und lehnte mich entspannt an einen Pfosten einer Straßenlaterne. Am grauen Himmel war kein Vogel zu sehen und auch die Sonne war wieder von den dunklen Wolken zurückgetrieben wurden. Erst die hellen Scheinwerfer eines Transporters zogen meinen Blick wieder auf sich und mit einem Anflug von Freude stellte ich fest, dass es Bella war.
      Bella
      Ich steuerte den LKW auf den Parkplatz und hoffte einfach, dass ich hier richtig war. Ein Blick in den Rückspiegel sagte mir, dass Robin es mir gleich tat. Ich drehte den Zündschlüssel und der Motor erstarb. Jetzt blieb nur noch warten. Gerade als ich mich im Sitz zurücklehnen und endlich einen Moment entspannen wollte, kam ein blonder Mann über den Parkplatz auf uns zu. Eindeutig Malte. Ich hatte ihn zwar nie gesehen, aber vor vielleicht zwanzig Minuten angerufen, um ihn vorzuwarnen, dass wir bald ankämen.
      Mit meiner Entspannung würde es also nichts werden. Ich öffnete die Tür und kletterte steifbeinig aus dem Führerhaus. Hinten bei meiner “Fracht” rumorte es. Ich hatte sowohl Fee als auch Vin auf meinem LKW, was der Geduld der gesamten Herde nicht zuträglich war.
      “Hallo. Du musst Malte sein.”, begrüßte ich den jungen Mann. Nun gut, so jung war er nicht. Bestimmt so alt wie ich. Nachdem mir das klar geworden war, kam mir meine Anrede komisch vor. Trotzdem verbot ich mir jetzt herumzustottern, sondern wartete einfach seine Reaktion ab. Er schien sich jedoch nicht daran zu stören, sondern ging geradewegs auf mich zu und umarmte mich, als würden wir uns schon ewig kennen. Nach einer Sekunde Schockstarre erwiderte ich die Umarmung ebenso herzlich.
      Inzwischen war auch Robin aus seinem LKW gekommen und stellte sich Malte vor, während ich gedanklich schon auf glühenden Kohlen saß, da das rumpeln aus meinem LKW merklich zugenommen hatte.
      “Malte, Robin. Sorry, aber die Pferde müssen da raus. Laufey nimmt sonst alles auseinander.”
      Dass die zwei Kerle sich auf Anhieb gut verstanden merkte ich schon, als wir begannen die, teils erschöpften und teils gestressten, Pferde aus den LKWs zu laden. Eine provisorische Koppel sollte ihnen als Nachtquartier dienen. Die Hengste in freie Gästeboxen im Stall, die vorausschauenderweise bereits vorbereitet worden waren. Sogar im Chaos wegen des Umzugs war an alles gedacht worden, nur hatte ich Charly, den klugen Kopf dahinter, heute noch nicht zu Gesicht bekommen.
      Als endlich alle Pferde provisorisch untergebracht waren, lehnte ich mich müde an die Tür meines LKWs. Es war inzwischen später Nachmittag und die Reise hatte mich so sehr geschafft, dass ich mich auf meine unbequeme Liegefläche im LKW freute. Unseren, nein meinen, eigentlichen Wohnort, würde ich erst in den nächsten Tagen beziehen können. Mich jetzt in mein Bett zu verkriechen war mir allerdings nicht vergönnt, denn nun trat Malte, der blonde Norweger wieder auf mich zu.
      Malte
      “So Bella, sag an, was hast du nun vor?” Entspannt lehnte ich mich neben die junge Frau. Ich hatte mir schon gedacht, dass ich mich gut mit ihr verstehen würde, immerhin hatte mir Charly bereits einiges über sie und Robin erzählt, aber dass ich war selbst erstaunt über mich, dass ich innerhalb der letzten Stunden so schnell Vertrauen zu ihr gefasst hatte. Meist fiel es mir ziemlich schwer, mich mit neuen Gesichtern anzufreunden, aber bei Bella mit ihren hübschen Locken und den weichen und warmen Gesichtszügen war es mir erstaunlicherweise ziemlich leicht gefallen.
      “Nicht viel. Ich bin ziemlich müde, die Autofahrt hierher war der reine Wahnsinn.” Antwortete sie mir erschöpft.
      “Dann würde ich mal sagen, dass ich euch nun eure Zimmer zeige”, meinte ich verständnisvoll. “Los komm, dein Gästezimmer wird dir gefallen!”
      Nachdem Bella und ich auch Robin gefunden hatten, holten wir die wichtigsten Taschen aus den Autos und trugen diese den gefrorenen Sandweg am Ufer des Tyrifjords entlang. Links von uns lagen einige Koppeln, welche das Stallgebäude vom ursprünglichen Hof trennten. Der Weg war nicht weit, jedoch kam er mir erstaunlich lang vor, mit den schweren Taschen auf meinen Schultern.
      Auch Robin und Bella schnauften ganz schön, als wir die Stufen des Wohnhauses erreichten, in welchem Bella für die nächste Zeit untergebracht werden sollte. Ich hatte noch gar nicht die Klingel gedrückt, da erklang von der anderen Seite der Tür das laute Bellen Asukas. Früher war er der ruhigste Hund gewesen, welchen ich je kennengelernt hatte. Seitdem jedoch Bart auf der Welt war, hatte sich der kleine schwarze Whippet eigenhändig zu dessen Bodyguard erklärt und verhielt sich natürlich auch dementsprechend. Es dauerte nur ein paar Sekunden und Charly öffnete breit strahlend die blaue Haustür. Auf dem Arm hielt sie den strohblonden Bart, dessen Locken denen von Nico jetzt schon erstaunlich glichen.
      “Bella, Robin! Schön, dass ihr endlich da seid! Kommt herein, kommt herein!” Meinte Charly freundlich und grüßte Bella und Robin überschwänglich.
      “Ich glaube”, sagte ich, “Dass es erstmal besser wäre, wenn ich Robin seinen Schlafplatz zeige. Wir können uns aber gerne nachher zum Abendbrot wiedersehen, wenn sich alle eingelebt haben. Oder?” Fragend schaute ich in die Runde. Als alle durch Nicken ihr Einverständnis gegeben hatten und Charly noch einmal überdeutlich ihre Freude über die Ankunft von Bella und Robin kundgetan hatte, schloss sie die hübsche Tür wieder und ich war mit Robin allein.
      “So, dann zeige ich dir mal meine Wohnung!” Lächelnd blickte ich kurz zu Robin und führte ihn dann über den gepflasterten Hof hinüber zu einem weiteren Wohnhaus. Der Dachboden war noch unausgebaut, aber die beiden kleinen Wohnungen im Erdgeschoss waren vor einiger Zeit hübsch restauriert wurden. Seit einiger Zeit lebte eine junge Frau, sie war Künstlerin und arbeitete in Sylling in einem Kunstatelier, in die Wohnung neben mir gezogen. Das Bad mussten wir uns allerdings teilen, denn es lag genau zwischen unseren Wohnungen. Ich hoffte, dass sich auch Petyr mit Tjarda verstehen würde, ich erwartete jedoch nichts gegenteiliges.
      Meine Wohnung glich meist eher einem Müllcontainer, jedoch hatte ich es gestern geschafft das Gröbste an Staub von allen Möbeln abzukehren und jedenfalls das Sofa und den altmodischen Ohrensessel in der Mitte des kleinen Wohnzimmers etwas aufzuhübschen. Als ich die Tür zu meiner Wohnung öffnete, begrüßte mich mein Wolfshund Gery, mit einem tiefen Bellen, jedoch schien er es nicht für nötig zu halten, sich von seinem gemütlichen Platz am warmen Ofen zu entfernen.
      “Tadaaa!” Rief ich und breitete meine Arme aus, um Robin die Pracht meiner kleinen Wohnung schmackhafter zu machen. “Willkommen im Paradies!”
      Robin grinste mich an und ließ dann seinen Rucksack schwer atmend neben dem Sofa nieder, bevor er sich umblickte. “Und wo schläfst du?” Wollte er wissen.
      “Ich werde mich mit dem Sofa zufrieden geben, du darfst gerne mein Zimmer haben. Immerhin bist du mein Gast!”
      Zuerst versuchte Robin mir auszureden, ihm mein kleines Schlafzimmer zu geben, jedoch dauerte es nicht lange, bis er eingesehen hatte, dass es bei mir sinnlos war.
      Die Zeit bis zum Abendessen verbrachten wir damit, uns aufs Sofa zu fläzen und uns die wichtigsten und natürlich witzigsten Fakten aus unserer Vergangenheit zu erzählen. Als es dann jedoch Zeit fürs Essen wurde, begaben wir uns wieder zurück zum Haupthaus, wo Charly bereits dabei war den Tisch zu decken.
      Robin
      Ein gemeinsames Abendessen also. Dann würde ich immerhin direkt Gelegenheit haben, die gesamte Hofbesatzung kennen zu lernen. Immerhin waren mir noch einige Gesichter aus der Runde, die langsam eintrudelte, unbekannt. Charly mit ihrem kleinen Sohn und Malte kannte ich natürlich. Als mein Blick auf Bella fiel, die Charly ihren Kleinen abgenommen hatte und nun lächelnd im Arm hielt, spürte ich einen Stich im Herzen. Sollte das hier wirklich sein? Hatte ich diese Frau verloren? Wie hatte ich das bloß zulassen können?
      Resigniert setzte ich mich auf den nächsten freien Platz, der weder direkt neben noch gegenüber von Bella lag. Ich würde es endlich schaffen müssen, sie mir aus dem Kopf zu schlagen. Irgendwie. Zum Glück lenkte mich jetzt ein Mann ab, der die Treppe hinunter kam und sich ohne ein Wort oder einen Blick zu mir neben mich setzte. Den blonden Locken nach zu Urteilen, die auf seinem und dem des kleinen Jungen wucherten, Charlys Mann.
      Nach und nach erschienen alle anderen, bis alle Plätze am großen Küchentisch besetzt waren. Nun begann natürlich die große Vorstellungsrunde. Während die Begrüßungen von gefühlt dreißig Leuten auf mich einprasselten, versuchte ich mir wenigstens ein paar der vielen Namen und Gesichter zu merken. Neben mir saß Nico, tatsächlich Charlys Mann und Vater des kleinen Bart. Allerdings machte er auf mich keinen sonderlich sympathischen Eindruck. Malte kannte ich ja bereits. Ein besonders auffälliges Gesicht blieb auch hängen. Die große, schlanke Frau hatte zwei Augenfarben und ein offenes Gesicht. Sie stellte sich als Tjarda vor und ich beschloss sofort, dass ich sie mögen würde. Dann gab es da noch Torun, Teodor, Petyr und Vuyo. Letzter war auffällig, da er am Tisch der einzige mit dunkler Hautfarbe war. Nachdem wieder Stille eingetreten war, ergriff Bella das Wort und bedankte sich. Vorstellen mussten wir uns nicht mehr, da offensichtlich alle hier bescheid wussten. Charly hatte das Team offenbar vorbereitet und so sah ich nicht nur musternde und offene Mienen, sondern auch Dinge wie Mitleid. War es so offensichtlich, dass ich von Bella nicht loskam?
      Nico
      Ein gemeinsames Abendessen, was für eine Freude. Genervt blickte ich auf die Uhr, welche genau gegenüber von mir hing. Es waren erst zehn Minuten vergangen, stellte ich schockiert fest. Charly hatte gerade alle Anwesenden herzlich begrüßt und ich fragte mich, wie sie nach diesem stressigen Tag und bei dem vollen Haus so fröhlich sein konnte. Auch Bart schien seinen Spaß zu haben und grinste jeden am Tisch mit einem frechen Grinsen an.
      Den Mann links neben mir hatte ich noch nie gesehen, schloss jedoch daraus, oh wie schlau war ich nur, dass das Bellas Freund, sorry, Exfreund war. Er sah nicht schlecht aus, war aber auch älter als ich und das gefiel mir gar nicht.
      Ich beugte mich, vielleicht aus Langeweile, vielleicht auch aus Neugierde, zu ihm hinüber. “Du bist also Robin. Warum genau ziehst du aus deinem Heimatland in den Norden, obwohl dich Bella anscheinend abserviert hat? Unser Hund Asuka würde das Selbe tun.”
      Robin
      Was bitte war das denn für ein Typ? Unhöflich wie Nichts und musste natürlich direkt den Finger in meine offensichtlich offene und blutige Wunde.
      “Was soll diese Frage? Mir geht es hier um die Pferde. Ich liebe die Tiere die Bella mir anvertraut hat - die übrigens einfach eine gute Freundin ist.”
      Ich war nicht aufbrausend. Auch nicht schnell genervt, doch dieser Typ machte mich rasend.
      Nico
      “Weißt du, mein Freund, ich weiß, dass es schwer ist loszulassen, aber manchmal muss man sich einfach eingestehen, dass es vorbei ist. Ich will dich nicht loswerden, nein, du bist ein witziger Typ, aber Bella zu liebe kannst du ja nochmal drüber nachdenken.” Ich blicke ihn ernsthaft und mit durchdringendem Blick an. Ich liebte diesen Gesichtsausdruck bei anderen, wenn man ihnen gerade offenkundig einen Korb gegeben hatte. Irgendwo meldete sich mal wieder meine Alarmglocke, dass ich vielleicht doch zu weit gegangen war, aber bereits vor langer Zeit hatte ich erlernt, wie ich diese gut überhören konnte.
      Robin
      Ich musste mich hart zusammenreißen, mir nicht offensichtlich auf die Lippe zu beißen oder sonst eine Reaktion meiner Verärgerung zu zeigen, damit wir nicht zum Kino für den ganzen Tisch wurden. Darauf diese Diskussion mit allen zu führen, hatte ich nun wirklich kein bisschen Lust. Ich wusste, ich lief Bella nach. Rannte ihr erbärmlich hinterher, alles in der Hoffnung sie könnte eines Tages doch noch feststellen, dass wir zusammen gehörten. Ich hatte mich verdammt nochmal so Hals über Kopf und unsterblich in diese Frau verliebt… Ja, ich konnte ihr noch nicht einmal übel nehmen, dass sie mit mir Schluss gemacht hatte. Und ich wusste, das war verrückt. Ich war verrückt. Gleichzeitig wollte ich aber auf keinen Fall eingestehen, dass ich mir dieser Tatsache bewusst war und meinem Herausforderer so Kampflos das Feld räumen.
      “Darüber muss ich nicht nachdenken. Das ist eine Tatsache.”, bemerkte ich also nur trocken. Was auch immer sich da zwischen Nico und mir anbahnte, es war nichts Gutes.
      Nico
      Ich zog meine Augenbrauen nach oben und blickte ihn leicht mitleidig an. Der arme Mann, so voller falscher Vorstellungen vom Leben. Ich seufzte. “Ich sehe, heute Abend werden wir beide wohl nicht mehr auf den gleichen Zweig kommen. Aber, was haben wir nur für ein Glück, sind wir ja für die nächste Zeit Nachbarn, da finden sich bestimmt passende Momente in denen ich dir die wahre Welt zeigen kann.” Meinte ich und nahm dann einen Schluck von dem Glas mit rotem Wein vor mir.
      “Hast du zufällig Lust auf einen Ausritt morgen früh?” Fragte ich Robin leicht überheblich. “Reiten kannst du doch, oder?”
      Robin
      “Nein, das tut mir leid. Ich habe Angst vor Pferden und weiß nicht wie rum ein Sattel drauf gehört.” Ich kratze mich am Kinn. “Könnte sein, dass ausreiten da schwierig wird.” Jetzt war es an mir den Mann neben mir mit einem spöttischen Hundeblick anzusehen. Ich saß auf dem Pferd seit ich laufen konnte und hatte mein Leben lang nichts anderes getan. Wenn ich ihm verbal schon nichts entgegen zu setzen hatte, dann eben in reiterischer Hinsicht.
      Nico
      Ich musterte ihn verwirrt mit zusammengekniffenen Augen und nahm dann noch einen Schluck von meinem Wein. “Ich nehme an, dass das Ironie war.” Ich merkte selbst, wie meine Mauer zu bröckeln anfing, jedoch verdeutlichte es der Blick von Robin um einiges.
      “Möchtest du, dass ich eines unserer Ponys nehme, damit ich dir nicht allzu überlegen bin? Eure Isländer sind ja alle nicht gerade groß und Gerechtigkeit ist mir ziemlich wichtig.” Versuchte ich mich wieder hinaufzukämpfen.
      Robin
      Klein aber oho. Ganz eindeutig hatte Nico noch nie einen Fünfgänger laufen sehen. “Nimm was du willst. Auf die inneren Werte kommt es an, nicht auf die Größe, Hm?”
      Nico
      “Ach immer diese Islandponyreiter, ihr denkt auch alle, dass eure Pferde von einem anderen Planeten sind und dadurch Superkräfte haben. Aber mir soll’s Recht sein, denn unter uns, ich verliere nicht gerne.” Scherzhaft zwinkerte ich Robin zu. Das Gespräch mit ihm hatte mich um einiges aufgemuntert und so griff ich nun doch hungrig nach der Salatschüssel. Aus den Augenwinkel sah ich, wie Malte mich genauestens beobachtete, als ich jedoch meinen Blick erhob, war sein Gesicht zu Bella neben sich gewandt.
      “Möchtest du auch etwas Salat?” Fragte ich Robin und lächelte ihn freundlich an.
      Robin
      “Sehr gerne.” Ich langte kräftig zu und vergaß den anfänglichen Zorn. Der morgige Tag würde auf alle Fälle lustig werden.
      Den Morgen verbrachte ich mit dem sortieren unseres Zaumzeuges, welche trotz sorgfältigem Einräumen zu völligem Chaos mutiert war. Als ich endlich alles provisorisch auseinander sortiert hatte, bequemte sich der junge Vater und Herr des Haupthauses auch in den Stall. Meine Wahl für den heutigen Ausritt war längst auf Fenja gefallen, da die Stute nicht nur treu, sondern auch unglaublich schnell war. Klein aber oho.
      Nico
      Er hatte es so gewollt und mein Gewissen war kein bisschen schlecht, als ich, vielleicht gegebenenfalls eventuell etwas zu spät das Stallgebäude betrat und den Weg zu der Box von Marid einschlug. Ich hatte ihn heute morgen gleich in der Box gelassen und auch wenn ihm das gar nicht gefiel, bedeutete es für mich weniger Arbeit.
      “Guten Morgen Robin!” Rief ich die Stallgasse entlang und winkte meinem neuen Freund kindisch. “Gut geschlafen?”
      Ohne eine Antwort abzuwarten schnappte ich mir das Putzzeug und begann meinen Hengst, welcher mir eingeschnappt sein Hinterteil zugewandt hatte, zu putzen. “He Vad alter Freund, dem da drüben zeigen wir es heute, stimmt’s?” Versuchte ich ihn zu beschwören. Große Gedanken machte ich mir jedoch nicht, dass ich mich blamieren würde.
      Nachdem der Hengst geputzt war, holte ich aus der Sattelkammer Vads Distanzsattel und seine hübsche gelbe Biothanetrense.
      Bella
      Auch ich war bereits früh im Stall und hatte mir in den Kopf gesetzt die Gegend etwas erkunden. Dort traf ich auf Robin, sowie Nico, die schweigend nebeneinander ihre Pferde fertig machten. Sie würden wohl seltsamerweise zusammen ausreiten, auch wenn sie sich nicht unbedingt gut zu verstehen schienen. Robin hatte Fenja gewählt, die neben dem großen Hengst von Nico sehr zierlich wirkte, trotzdem war mir sofort klar, dass die Zwei sich ein Rennen liefern wollten. Aus diesem und kaum einem anderen Grund hatte Robin sich das zweitschnellste Pferd aus meinem Stall ausgesucht. Nur Laufey konnte Fenja toppen und meine Fee gehörte mir.
      Unbemerkt schnappte ich mir das schön sortierte Sattel und Putzzeug genau dieser Stute und gelangte ungesehen nach draußen. Dort band ich mein ungeschlagenes Lieblingspferd am Koppelzaun an und begann sie reitfertig zu machen. Ich würde den Jungs folgen. Mal sehen auf was für Ideen sie kämen.
      Wenige Minuten später verließ das ungleiche Paar den Hof. Sie ritten an mir vorbei ohne mich zu bemerken und so schwang auch ich mich auf den Rücken meiner Stute und folgte den Männern mit genug Abstand, sodass sie mich nicht bemerken würden.
      Malte
      Am frühen Morgen bereute ich es, dass ich gestern Abend mich zu noch einem Glas Wein hatte mitreißen lassen, denn genau dieses spürte ich nun tief in meinen Knochen. Als ich das Haus verlassen hatte, schlief Robin noch tief und fest, weswegen ich mich nun verwundert umdrehte, als ich ihn auf dem Waldweg an den Weiden vorbeireiten sah. Seit heute Morgen war ich schon damit beschäftigt, die Wiesen abzuäppeln und nicht nur meine Hände waren dadurch gefroren.
      Erstaunt stützte ich mich auf den Stil der Mistgabel und versuchte durch das dichte Geäst hindurch zu erkennen, was da vor sich ging. Mit noch größerem Erstaunen stellte ich fest, dass eine Pferdelänge vor Robin niemand anderes als Nico auf seinem Hengst Marid ritt. Ich hätte es wissen müssen, an Nicos Blick von gestern Abend hätte ich seine fiese Idee erraten müssen. Ich seufzte theatralisch. Jetzt war es sowieso zu spät, denn die Pferde verschwanden im dunklen Wald. Nico schlug den Weg zur Galoppstrecke ein und das war nicht irgendeine, nein, war DIE Galoppstrecke und ich wusste, dass jemand unerfahrenes keine Chance gegen Nico dort hatte, nicht einmal Robin.
      Robin
      Ich folgte Nico mit einer Pferdelänge Abstand und bereitete mich bereits innerlich auf ein rasantes Galopprennen vor. Tatsächlich kam eine infrage kommende Strecke gerade in Sicht, doch nur ein kurzer Blick auf den weichen, gewundenen Waldweg sagte mir, dass ich ohne Ortskenntnis keinerlei Chance haben würde. Ich konnte noch so ein guter Reiter sein, wenn ich nicht wusste was kam hatte ich keinerlei Chance.
      Trotzdem entschloss ich mich das Wagnis einzugehen und in Würde zu verlieren. Wenn Nico es nötig hatte zu so einer Strecke zu greifen, hatte er im klassischen Rennen gehörigen Respekt vor mir und meinem Pony. Das war mir fürs erste genug.
      Nico
      “Also mein Freund,” ich parierte mein Pferd durch und präsentierte Robin die Galoppstrecke. “Unsere Galoppstrecke mit garantiert tollem Naturerlebnis. Ab und zu gibt es mal ein paar Wurzeln, da muss dein kleines Pony dann eben springen oder so, weiß ja nicht, ob es da drüber steigen kann.” Ich lächelte verschmitzt und zwinkerte Robin freundschaftlich zu. Noch etwas was ich gut konnte: Glaubwürdig lächeln und das in den verschiedensten Situationen. Ich war mächtig stolz auf mich und mein Talent.
      “Was sagst du, traust du dich?”
      Robin
      “Gar kein Problem.” Ich fasste die Zügel etwas kürzer und grinste Nico herausfordernd an. “Pass du mit deinem Riesen lieber auf. Tief hängende Äste haben schon so manchen Reiter auf böse Art und Weise aus dem Sattel befördert.” Normalerweise wäre ich jetzt mit diesen Worten aus dem Stand angaloppiert, doch bei dieser Strecke barg das zu viel Risiko und die Gesundheit meines Pferdes und meine Eigene waren dann doch wichtiger als mein Stolz.
      Nico, der genau das erwartet hatte, galoppierte nun wirklich reflexartig an. Eine Pferdelänge ließ ich ihm an Vorsprung, dann sporte ich auch Fenja an. Einen Isländer aus dem Stand in den Galopp zu bekommen war keine leichte Übung, aber Fenja war solche Eskapaden von mir gewohnt und bemerkte sofort, dass es sich hier um ein Rennen handelte. Voller Elan zog sie nach vorne, Nico und seinem Araber hinterher. Einen Herzschlag lang schloss ich die Augen und spürte die Bewegung des Tieres und den Wind im Gesicht. Egal ob Wald oder offener Strand. Das Gefühl im Galopp blieb dasselbe. Und ich liebte es einfach.
      Ein dünner Zweig holte mich zurück in die Wirklichkeit. Er schlug mir peitschenartig ins Gesicht und würde garantiert einen Striemen hinterlassen. Verflucht. Hier auf den Weg zu achten war wirklich notwendig. Der Abstand zu Nico hatte sich ersichtlicherweise nicht verändert, denn dieser war inzwischen auch vollauf beschäftigt diversen Baumauswüchsen auszuweichen. War das hier eine Galoppstrecke oder eine Querfeldein-Jagd?!
      Nico
      Auf Marid war immer Verlass. Egal ob es der Start war, oder die großen Wurzeln der uralten Bäume, welche den Waldweg auf beiden Seiten säumten. Ich liebte dieses Pferd und dieses Pferd liebte mich und deswegen stand es für mich gar nicht in Frage, dass wir vielleicht nicht gewinnen würden. Klar, Fenja und Robin schienen sich auch zu mögen, aber das war nicht genug, um gegen uns beide anzukommen.
      Ein Blick über die Schulter und ich blickte in Robins vor Anstrengung zusammengekniffenes Gesicht, welches jedoch vor Ehrgeiz leuchtete. Natürlich war das Rennen auch für mich kein Kuchenbacken, das gab ich gerne zu, aber ich hatte den Vorteil, dass ich genau wusste, hinter welcher Biegung eine Kreuzung oder ein Schlammloch folgte. Das einzige was ich nicht berücksichtigt hatte, war die eiserne Kälte, die mir im langsamen Tempo nicht bewusst geworden war, nun mir aber fast den Atem raubte. Ich vergrub meine nackten Hände tief in Marid Mähne und versuchte auch mein Gesicht vor dem unaushaltbaren Wind zu schützen, in dem ich mich tief über den warmen Pferdehals beugte. Ich war ein Mensch des Südens und diese Kälte hier konnte ich gar nicht ab. Nur noch weniger als die Kälte mochte ich Käsekuchen und das musste etwas bedeuten.
      Marid schnaufte erschöpft. Gnadenlos trieb ich ihn jedoch weiter, bereits das Ziel, das Ende des kleinen Waldstückes, vor Augen. Meine Sicht verschleierte mittlerweile ein dichter Vorhang von Tränen. Dem einen Ast wich ich geschickt aus und auch den zweiten ließ ich links liegen. Erst der dritte, welcher jedoch diesmal am Boden lag, übersah ich ungeschickt und Marid machte erst in allerletzter Sekunde einen Ausweichschritt zur Seite, wodurch ich meinen Steigbügel verlor und seitlich am Pferd hing. “So ein Mist!” Laut fluchend versuchte ich mich wieder zu ordnen, um auf keinen Fall meine Führung so kurz vor dem Ziel zu verlieren.
      Robin
      Ich sah Nicos Gesicht, der verkrampft versuchte seinen Steigbügel zurück zu angeln, während ich mit ihm gleichzog. Sein Araber, der garantiert eine Distanzpferd, das über den Winter aus dem Training war, schnaufte bereits erschöpft. Auch Fenja war nicht mehr frisch, aber lange nicht erschöpft. Noch immer spürte ich den eisernen Ehrgeiz, mit der die Stute mit dem viel größeren Hengst mithielt. Langsam wurde der Wind auf meinem Gesicht eisig, doch das war ich gewohnt. In meiner Heimat Dänemark war es um diese Zeit nicht wärmer und zudem hatte ich die letzten Jahre auf einer Insel mitsamt Seewind gelebt. Seite an Seite galoppierte ich mit Nico dem Ende des Waldpfades entgegen, das wir trotz verbissenen treibens auf der Zielgerade gleichzeitig erreichten. Wie genau das bei dieser Wegbreite möglich gewesen war, konnte ich nun wirklich nicht erklären.
      Nico
      Mein Lächeln war ausnahmsweise von meinen Lippen verschwunden und einem Zähnefletschen gewichen. Mit aller Kraft versuchte ich Marids Tempo nochmal ein kleines Stückchen zu erhöhen und meinen Vorsprung wiederzuerlangen, versagte jedoch kläglich, als wir den Wald hinter uns ließen und stolpernd die große Lichtung betraten. Neben mir galoppierte zur gleichen Zeit auch Robin ins Ziel und enttäuscht musste ich feststellen, dass ich wegen dieses einen kleinen Fehlers verloren hatte. Ich parierte Marid etwas zu grob durch und ließ ihn meine Enttäuschung spüren. Marid reagierte jedoch nicht, sondern streckte nur schlapp seinen Hals nach unten.
      “Glückwunsch.” Knurrte ich in Robins Richtung, meinte es jedoch kein bisschen so. Er konnte sich abschminken, dass ich zugeben würde, dass er gut mitgehalten hatte. Ich hätte locker gewonnen.
      Robin
      “Ich würde eher sagen das war komplett gleichzeitig.” Ein wenig verwirrt über den knurrenden Tonfall zuckte ich die Achseln. Für mich gab es kaum etwas, das bessere Laune bereitete als ein ausgelassenes Galopprennen, mit Ausnahme von…. “Würde ich auch sagen. Gleichzeitig.” ...genau dieser Frau. Bella kam entspannt hinter uns aus dem Waldweg getrabt. Sie war uns offenbar mit etwas Abstand gefolgt und hatte nun aufgeholt, da auch sie und Laufey sich keine Galoppstrecke entgehen ließen. “Und jetzt los. Ein Stück Schritt reiten. Nach so einem Galopp lässt mein kein Pferd stehen. Das ist tödlich für den Kreislauf.” Bella wie sie leibte und lebte. Ich war dieser Frau so hoffnungslos verfallen und hatte kein Problem damit, dass sie nun zu uns gestoßen war. Die Frage war nur, was Nico sagen würde.
      Nico
      “Annabell.” Ich seufzte’ Da konnte dieser Tag ja heute nur noch besser werden. Allerdings sorgte sie dafür, dass ich meine Enttäuschung wieder im Griff hatte. Gegebenfall hatte sie jedoch leider Recht, was die Pferde anging, sodass ich mich dazu gezwungen sah, Marid in den Schritt zu treiben. Entschloss ritt ich über die Lichtung hinweg zur anderen Seite, wo uns ein kleiner Pfad zurück auf die Landstraße und von da aus dann zum Gestüt bringen würde. Bella und Robin folgten mir und da mein ausergewöhnlich gutes Gespür für Menschen mir sagte, dass es zwischen den beiden wieder etwas angespannt war, drehte ich mich im Sattel um und lenkte Bellas Aufmerksamkeit auf mich. “Sag, Annabell, was führt dich hierher? Eifersüchtig, dass ich mit deinem-”, ich stockte kurz und blickte zwischen beiden hin und her, “-Weggefährten einen kleinen Ausritt machen wollte?”
      Bella
      “Eifersüchtig?” Ich glaube ich schaute wie ein Auto, denn Robin neben mir brach in lautes und ziemlich falsches Gelächter aus. “Nico, ich glaube du hast da etwas noch nicht ganz verstanden.” Ich hatte Robin noch nie so zynisch und bitter erlebt. “Sie hat mit mir Schluss gemacht. Nicht anders herum.” Damit wandte er sich ab und ließ Fenja antraben. Er lenkte die Stute in den nächstbesten Weg und war Augenblicke später verschwunden. “Hey.. Was..??” Was zum Teufel war hier eigentlich los? Ich drehte mich wieder zu Nico, der mich nur mitleidig anlächelte. “Du kapierst überhaupt nichts.”
      Nico
      Ich zog meine Augenbrauen so weit wie möglich nach oben und blickte Bella breit grinsend an. “Ach ja?” Ich zwinkerte ihr leicht überheblich zu. Dann wandte auch ich mein Pferd ab und nahm den kürzesten Weg nach Hause, den ich finden konnte. Robin war ja noch ganz in Ordnung, aber was auch immer Charly denken mochte, selbst für meine Verhältnisse war Annabell Schmiedemann einfach nur anstrengend.
      Auch Marid schien keine weitere Lust auf den Ausritt zu haben und brachte mich im flotten Tempo zurück zur Ranch, wo ich meinem Hengst den Sattel vom Rücken zog und ihn dann eilig in die Box brachte. Mein nächster Termin hieß nämlich Couch und den konnte ich leider nicht absagen.
      Malte
      Ungeduldig wippte ich von einem Fuß auf den anderen. Bereits vor viel zu langer Zeit hatte ich Nico und Robin in den Wald reiten sehen und da Nico bereits zurückgekehrt war, schien Robin immer noch da draußen zu sein. Da draußen, das klang so, als würde es hier von Räubern und gefährlichen Bären nur so wimmeln. Eigentlich war das ja auch kein Grund zur Sorge, aber ich traute Nico selbstverständlich nicht und als wäre das noch nicht genug, war auch Bella spurlos verschwunden. Charly meinte, dass sie sie seit dem Frühstück nicht mehr gesehen hatte und auch niemand anderes konnte mir über ihren Verbleib Auskunft geben. Ich zog mein Handy aus der Hosentasche und warf einen Blick auf die Uhr. Mit einer Hand drehte ich den Wasserhahn zu, mit welchem ich gerade einige Wassereimer gefüllt hatte, während ich mit der anderen Hand ungeschickt eine Nachricht an Bella tippte. Hier im nirgendwo war so wenig Empfang, dass ein Anruf nahezu unmöglich war. Einen Eimer nach dem anderen brachte ich nun auf die Weiden, welche nahe am Gestüt lagen. Im Winter mussten wir die Wasserleitung auf den Stall beschränken, damit die Rohre bei den Weiden nicht durch die Kälte platzten.
      Nachdem ich die Nachricht, in welcher ich Bella bat mir zu sagen, wo sie war und ob alles in Ordnung war, abgeschickt hatte, suchte ich im Stall nach einem Pferd, welches trotz des Winters genügend Energie und Kraft hatte, wenn nötig einen kleinen Distanzritt hinzulegen. Ich wollte Bella finden und ich wusste nicht warum, aber irgendwas sagte mir, dass ich zu ihr musste.
      Robin
      Ich wollte allein sein, aber Bella ließ mich nicht. Mir war klar, dass sie mir folgen würde und ich ließ sie. Schweigend und gemeinsam kehrten wir schließlich zur Ranch zurück, auf der noch jede Menge Arbeit auf uns wartete. Die Fohlen wollten bespaßt und Pferde bewegt werden. Zeit oder Motivation uns endlich einmal auszusprechen und die Situation zu klären blieb nicht. Auf dem Rückweg begegnete uns Malte, der offenbar aufgebrochen war um uns zu suchen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass dieser Mann mich verfolgte. Oder verfolgte er Bella? Ich hatte keine Ahnung, aber langsam schien ich verrückt und paranoid zu werden. Menschen waren schon bescheuert. Insbesondere ich selbst.
      Malte
      Ich war kaum aufgebrochen, da begegnete mir Bella. Im Schlepptau hatte sie Robin und dieser sah nicht gerade danach aus, dass der Tag für ihn besonders gut verlaufen war. Ich schloss mich den Beiden stumm an und begleitete sie zurück auf die Ranch.
      Bella schien tief in unergründlichen Gedanken versunken zu sein, während man Robin schlechte Laune geradezu ansah. Die beiden schienen mal Zeit füreinander zu wollen, sodass ich sie bei der erstbesten Gelegenheit allein ließ und für eine Mittagspause die Gesellschaft von Petyr suchte, welcher wie immer auf der Couch auf dem Dachboden hing und mit der Fernbedienung von einem Kanal zum nächsten zappte.
      “Hast wohl nichts besseres zu tun?” meinte ich und ließ mich neben ihn fallen. Er schüttelte nur gelangweilt den Kopf. Ich seufzte. Das konnte ja spannend werden! Aber nun saß ich einmal und zum Aufstehen war ich doch zu faul.
      Bella
      Ich würde mit Robin reden müssen, soviel war mir schon seit Tagen klar. Wann, wie und worüber jedoch nicht ganz. Offenbar hatte er unsere Trennung in Freundschaft nicht so gut überstanden, wie ich anfangs gedacht hatte.
      Zwar war mir klar, dass Malte uns nur alleine lassen wollte, damit wir endlich mal einiges klären konnten, doch ich wollte einfach nicht. Ich wusste, es würde sich in Zukunft eine Aussprache nicht vermeiden lassen, aber nicht jetzt und nicht so. Ich würde erstmal ankommen und mich einleben und dann waren die offensichtlichen und, von meiner Seite aus nicht benennbaren, Probleme zwischen Robin und mir an der Reihe. Für heute hatte ich mir darüber jedoch genug den Kopf zerbrochen.

      10. April 2017
      Viele viele bunte Fohlen | 3474 Zeichen | © BellaS
      Es war schon eigenartig, wie die Zeit verging. Eben noch hatte ich neben Faera im Stroh gekniet, die frisch geborene Vaena im Arm. Inzwischen war Vaena eine echte Lady und ihre Mutter stand bei Linn in Island. Eine Stute mit erwachsemem Körperbau und es würde gar nicht mehr allzu lange dauern, bis sie ersten Kontakt mit Sattel und Zaumzeug machen würde. Die erste Fohlengeneration war unter dem Sattel und ging Turniere. Vákur hatte sogar schon den Tölt unter dem Reiter erlernt und Glanni lernte den Menschen auf seinem Rücken gerade erst kennen. Die etwas ältere Blaer hatte sogar schon ihre ersten Schleifen gesammelt und steuerte mit stetigem Kurs auf die Stutkörung zu. Auch Silfurtoppa, das einzige Fohlen der zweiten Generation das noch bei mir stand, ging aufs Einreiten zu. Ich hatte schon mit der Gewöhnung an Sattel und Trense begonnen und auch der Langzügel war nichts mehr neues für Toppa, die sich zu einer stattlichen jungen Dame entwickelt hatte. Kopfschüttelnd fuhr ich mit dem Mähnenkamm über Stássas lange Zotteln. Ich würde versuchen sie auszukämmen so gut es ging, ansonsten würde die lange Isimähne die Schere zu spüren bekommen. Ich hatte Stássa in letzter Zeit vernächlässigt. Ich hatte viele Pferde vernachlässigt, denn es war einfach zu viel für mich alleine. Trotz der tatkräftigen Hilfe von Robin und Malte war zum Beispiel auch Topar schon viel zu lange nicht mehr unter dem Sattel gewesen. Ich brauchte mehr Leute, da auch meine Pferde immer mehr wurden, doch ich hatte mit neuen Menschen gerne so meine Probleme. Trotz allem hatte ich wieder damit begonnen die Stuten für die nächste Fohlengeneration zu decken. Verantungsvoll oder nicht, das war mein Lebensunterhalt: Die Zucht von Islandpferden. War die letzte Generation knapp drei Jahre alt, wurde gedeckt.
      Begonnen hatten wir dieses Jahr mit einer echten Traumkombination. Malte hatte mir nämlich den einzigen Decksprungs seines herrlichen Hengstes Óslogi geschenkt, der in Kürze zum Wallach werden würde. Als Mutter für das Fohlen hatte ich mir Vinkona ausgesucht und sie hatte schnell aufgenommen. Außer dieser Paarung waren noch zwei weitere angedacht. Ich wollte mir ein Traumfohlen aus Hnakki und Náttdís ziehen und Skrudur sollte seine unglaubliche Töltbegabung über Meyja an ein Fohlen weitergeben. Alle drei Decksprünge waren, wie es meinen Prinzip entsprach, als Natursprünge durchgeführt worden und problemlos verlaufen. Da Meyja nicht beim ersten Decken aufgenommen hatte, hatte es hier mehrere Versuche gegeben und Skrudi war nicht unglücklich darüber. Der Hengst, der extrem lange völlig isoliert gestanden hatte, genoss seine neu entdeckte Männlichkeit in vollen Zügen und brummelte seit neuestem allem und jedem hinterher. Meyja hatte die ganze Prozedur völlig stoisch ausgehalten und auch Vinkona war völlig entspannt geblieben. Nur Náadís hatte anfangs Anstalten gemacht, Hnakki abzuwehren. Schließlich war aber doch alles gut gegangen. Beim Decken konnten böse Unfälle passieren. Es war sogar schon vorgekommen, dass eine Stute einem Hengst eine tiefe offene Wunde in den Bau getreten hatte, die zum Tot des Zuchttieres führten. Trotzdem ließ ich offen decken. Hengst und Stute auf einen Paddock. Fertig. Seilfesseln um die Beide der Stute oder ähnliches führte in meiner Erfahrung eher zu Unfällen, als das es selbige verhinderte. Ich freute mich schon jetzt unglaublich auf die nächsten Fohlen, doch bis diese auf die Welt kommen würden, würde noch einiges passieren.

      13. August 2017
      Resumée | 7360 Zeichen | © BellaS
      Liebe Bella der Vergangenheit, liebe Bella der Zukunft.

      Ich liege gerade hier auf meinem Bett und kann kaum fassen wie die Zeit vergeht. Bei Mama und Papa habe ich tatsächlich mein altes Tagebuch gefunden und die letzten Tage damit verbracht in den Erinnerungen an meine Teenagerzeit zu schwelgen. Leider ist das Buch schon lange vollgeschrieben und mit der letzten Seite brechen die Einträge ab, doch ich habe nun den Entschluss gefasst ein neues Buch zu kaufen und mit meinem Leben zu füllen. Ich habe keinen blassen Schimmer was die Zukunft bringt, aber meine turbulente Vergangenheit hat schon einiges zu bieten. Im Folgenden werde ich da anknüpfen, wo der letzte Eintrag endet. Ich werde hier meine ganze spektakulär-unspektakuläre Geschichte aufschreiben, bis zu dem Tag an dem ich im hier und jetzt ankomme. Aber die Vergangenheit endet nicht und damit die Erinnerung nicht endet, werde ich auch nicht aufhören zu schreiben. Hier also mein Memo an mich selbst: Meine Geschichte.
      Ich erinnere mich noch gut an den Tag meines letzten Tagebucheintrags. Es war ein Tag, der mein ganzes Leben veränderte und mit dem ich mein Tagebuch abschloss. Mein Traum seit Kindertagen hatte sich erfüllt: Ich hatte mein erstes eigenes Pferd bekommen. Ich hatte schon immer Isländer geliebt und doch war es eine Tinkerstute, die ich mein erstes eigenes Pferd nennen durfte. Winter Cloud, eine Stute aus unbekannter Abstammung von unbekannten Besitzern. Irgendwo aufgegriffen, die einen Platz brauchte. Meine Eltern hatten sich damals gerade einen ewigen Traum erfüllt und zu unserem Stadthaus einiges an Grundstück dazugekauft. Mama hatte sich schon immer einen großen Garten gewünscht und Hühner hatte sie auch gewollt. So kam es, dass ich tatsächlich genug Platz hatte um ein Pferd zu halten. Zuhause. Eine völlig verrückte Idee. Ich war Studentin. Es war mein Plan gewesen IT zu studieren. Mein erstes eigenes Pferd hätte ich dann gekauft, wenn mein Verdienst entsprechend gewesen wäre und gehalten hätte ich es sicher auch nicht auf dem Hof meiner Eltern. Und doch, es kam wie immer alles anders als man denkt. Aus einem Pferd wurden schließlich vier. Innerhalb der restlichen Studienzeit hatten sich tatsächlich weitere Pferde in mein Leben geschlichen, von denen mich heute noch eins begleitet. Topar, mein kleiner Irrer ist noch immer ein Teil meines Hofes und er ist noch nichtmal wirklich alt. Als nur vierjähriger Hengst kam er zu mir und das ist nun 12 Jahre her. Zwölf Jahre, die völlig anders verliefen als ich jemals zu träumen gewagt hätte.

      Ich machte den Bachelor und beschloss dann, dass ich halbtags arbeiten und nebenbei die Ausbildung zur Trainerin und Reitlehrerin machen würde. Allerdings war ich den Pferden inzwischen so verfallen, dass der Hof meiner Eltern nicht mehr ausreichte. Ich zog an die Nordsee und gründete dort meinen ersten eigenen Hof. Das alte Gut Muschelsand, das schließlich zur Reitschule wurde, war aber nur für zwei Jahre mein Zuhause. Ich kaufte Pferde und verkaufte Pferde. Meine süße Vin, außerdem Koni und meine geliebte Fee stammen aus dieser Zeit. Ich entwickelte ambitionierte Pläne dazu, eine Isländerzucht zu gründen und kaufte Sólfari als Zuchthengst. Dieser ist inzwischen wirklich Vater einiger Fohlen. Ich hatte meine Liebe zu Isländern wieder entfacht, genau wie meine Liebe zu meinem damaligen Freund. Jonas war lange Zeit mein Freund. Er folgte mir sogar als mich mein Freiheitsdrang mitsamt meiner Pferde nach Schottland zog, wo wir uns schließlich trennten. Heute denke ich nicht mehr besonders gerne an ihn zurück.
      Woran ich mich aber gerne erinnere, ist die erste Zusammenarbeit mit meiner guten Freundin Linn. Mehrere Jahre züchteten und trainierten wir Seite an Seite unsere Isländer, bis es sie schließlich ins Land der Märchen zog. In die Heimat unserer Pferde, nach Island.
      Von Schottland aus, zog es Linn und mich nach Dänemark. Mein größter Erfolg als Züchterin und Trainerin stammt aus dieser Zeit. Isländer frá glæsileika eyjarinnar stehen mittlerweile in der halben Welt. Isländer aus meiner Zucht. Mein Name steht für erfolgreiches Training mit pferdegerechten Methoden, ich habe Freunde, Trainer und Züchter in der ganzen Welt und ich bin stolz darauf, was aus mir geworden ist.
      Auf Rømø lernte ich auch einen Menschen kennen, der eine zentrale Rolle in meinem Leben einnehmen sollte: Robin. Er kam als Bereiter auf meinen Hof und ich verliebte mich kompromisslos in den dunkelhaarigen Dänen. Mit einer zwischenzeitlichen Trennung sind wir bis heute beinahe acht Jahre zusammen.
      Als es Linn dann nach Island zog, stellte ich fest, dass ich keine Chance hatte den riesigen Hof auf der dänischen Insel alleine zu halten. Der Verkauf des liebgewonnenen Ortes machte mich unglaublich traurig, aber ich gab nicht auf. Es kostete mich viel Kraft, doch ich ließ meine Pferde einige Monate bei einer guten Freundin in Norwegen stehen und verkaufte von dort aus die meisten von ihren, bis ich schließlich einen Entschluss gefasst hatte. Ich hatte in meiner alten Heimat ein Grundstück gekauft. Auf dem riesigen Stück Land in der Region Hannover entstand nach und nach ein moderner Offenstall, voll und ganz von Robin und mir geplant.
      Ich habe mir insgeheim geschworen, dass dieser Hof mein letzter sein würde. Mein bisher nur 33 jähriges Leben hat genug Umzüge gesehen. Außerdem gibt es inzwischen Faktoren, die die Weltreisen für mich unmöglich machen. Nicht geplant, aber wunderbar kam am 08. September vor fünf Jahren meine erste Tochter zur Welt. Mit 28 Jahren, seit “nur” drei Jahren in einer Beziehung und im Stress mit dem Aufbau eines Stalls und der Versorgung einer ganzen Herde Pferde wurde ich schließlich auch noch Mutter.
      Heute kann ich sagen, meine Kinder sind das beste was mir je passiert ist. Zwei Jahre später, am 27. Mai kam dann meine zweite Tochter zur Welt. Die Schwangerschaft mit ihr war schrecklich, da mein Wildfang es mir nicht leicht gemacht hat… Dann auch noch meine Abneigung gegen Ärzte… Nein, wirklich keine schöne Erinnerung.
      Nike und Helena sind jetzt drei und fünf Jahre alt und ich stehe mitten im Leben, aber da es spät wird, möchte ich noch ein bisschen zu meinen Pferden schreiben und werde das hier dann morgen fortsetzen.
      Dreiundzwanzig Pferde gehören noch zu meiner Herde, aber es sind nicht nur Isländer. Ich habe mit Mayalie und ihrer Tochter Merida zum Beispiel zwei Shirehorses. Außerdem besitze ich seit kurzen auch zwei junge Hengste der selben Rasse, benannt nach Rittern der Tafelrunde. Sir Lancelot und Sir Gawain. Beide sollen Zuchthengste werden und einer Rasse bei der Verbreitung helfen, die hier sehr unbekannt ist. Meiner Trainerin Tiffany gehört eine Stute names Just like the Wind, mit der sie Military reitet. Außerdem gibt es noch Amelie, eine junge Physiotherapeutin für Pferde, die ihr Pony der Rasse Arravain mitgebracht hat. Cielo geht eine Gangart die sich sitzt wie der Tölt und fasziniert mich im allgemeinen sehr, da sein Charakter vorbildlich ist. Layalie, eine Morganhose Stute gehört einer anderen Trainerin meines Hofes, Yasuara und mit Löwenherz darf ich endlich wieder einen Tinker mein Eigenen nennen. Auch seine Geschichte ist sehr besonders und wir in den nächsten Tagen hier auftauchen. Ich schließe für heute mit der Nachricht, das inzwischen vier Fohlen den Nachsatz “vom Helstorfer Moor” tragen.
      Schlaf gut, Zukunftsbella. Bis morgen.
    • AliciaFarina
      Trainingsberichte:

      Distanz E - A
      2905 Zeichen | (c) BellaS | August 2015
      „Ein Distanzritt mit zwei Hengsten? Ob ich dabei bin? Was für eine Frage, Klar.“ Linn grinste breit, während wir die weichen Fellsättel auf Hnakkis und Blossis Rücken legten. „Das wird wohl der letzte weite Ritt in Schottland.“, stellte ich ernüchtert fest und befestigte die Satteltaschen, die etwas zu essen und zu trinken für uns enthielten. Die Pferde würden unterwegs grasen können. „Die beiden sind ja noch Neulinge auf diesem Gebiet, dann lass und heute nicht so extrem weit reiten. Ich würde sagen 15 Kilometer, eine Pause und dann zurück.“ So wurde es ausgemacht und wir saßen auf und ritten vom Hof. Nach einer längeren Schrittphase um die Pferde ordentlich aufzuwärmen, gingen wir in schnellere Gangarten über. Hnakki töltete, Blossi trabte lieber, aber das war kein Problem. Beim Distanzritt galten keine Vorschriften für die Gangart. „Gut das wir keine Steigbügel haben. Leichttraben könnte ich nicht so lange.“, stellte Linn fest. „Bloß keine Steigbügel bei Fellsätteln.“, belehrte ich. „Die Riemen schneiden den Pferden in den Rücken.“ Wir ritten im Trab weiter, bis die beiden Hengste deutliche Ermüdungserscheinungen zeigten, dann gönnten wir ihnen wieder eine ruhige Schrittpause. Nach einer Weile stellte Linn fest: „Wenn wir zum Wasser wollen, haben wir jetzt die 10 Kilometer. Wir wollen doch zum Loch Aline, oder?“ „Ich hatte überhaupt nicht beschlossen wo wir hin wollen, aber irgendwie zieht es mich immer zum Wasser.“, stellte ich fest. „Nun ja, auf Rømø hast du dann ja genugWasser.“ „Ja, und ich freue mich drauf. Ich hoffe, das ist endlich der richtige Ort für mich.“ „Also ich denke die Pferde werden es genießen. Auch für die Exemer ist das Meer gut.“ „Ja. Immerhin tun wir unseren Pferd damit etwas gutes und uns hoffentlich auch.“ Ein Schweigen machte sich zwischen uns breit, während wir uns weiter in richtig See bewegten. Schließlich durchbrach ich die Stille. „Irgendwie ziehen gerade so viele hier weg. Irgendwie ist das schade.“, stellte ich fest. „Aber wir sind ja nicht besser.“ Ehe ich in weitere Grübeleien versinken konnte, galoppierte Linn an. „Es sind nur noch 2 Kilometer. Endspurt.“ Der Sommer neigte sich dem Ende entgegen und es war bereits merklich kühler geworden, trotzdem trieben wir die Hengste ein kleinen Stückchen ins Wasser und galoppierten so die letzten Meter. Schließlich rasteten wir, nahmen die beiden die Trensen ab und ließen sie in ruhe grasen. Noch waren sie zu erschöpft um in Hengstmanier miteinander zu rangeln. „Als würden wir nicht bestimmen wer wann welche Stute kriegt.“, grinste Linn und ließ sich ins Gras fallen. „Irgendwie ist es doch schön hier.“ Nach einer ausgiebigen Pause ritten wir zurück zum Hof und wieder schoben wir eine lange Strecke Trab oder Tölt sowie ein Stück Galopp ein. „Die beiden haben gut durchgehalten.“, stellte ich erfreut fest. „Das war doch mal eine gute Einführung in den Distanzsport auf A Niveau.“

      Distanz A - L
      2556 Zeichen | © BellaS | September 2015
      Rømø eignete sich perfekt für Distantritte und diese Tatsache wollten wir endlich ausnutzen. Es war einer der letzten sonnigen Herbsttage und so beschlossen Linn und ich mit Garpur und Hnakki zu einem Distanzritt aufzubrechen. Der September neigte sich dem Ende entgegen und beide Hengste waren noch nicht Trainiert worden, so schlugen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Training für die Hengste und ein Wanderritt um das schöne Wetter noch einmal zu nutzen. Um die Rücken der Hengst nocht zu stark zu strapazieren, brachen wir ohne Sattel auf. Dies hatte zwei Vorteile: Erstens konnte das Salzwasser des Meeres das Leder nicht zerfressen und zweitens trockneten wir und die Pferde ohne Sättel schneller, denn nass würde es werden, ohne Frage. Das Rømø in der Länge nur 22 Kliometer maß, würden wir immer an der Kante einmal um die Insel reiten um die erforderliche Weite erreicht zu haben. An unserem Strandabschnitt begannen wir. In flottm Tölt trugen uns die beiden über den harten Sand und als Hnakki lieber eine Trabpause einlegen wollte, ließ ich ihn gewähren. Die Sonne kam hinter den Wolken hervor und wärmte uns auf, denn trotz der rüttelnden Bewegungen der, inzwischen beide trabenden, Hengste wehte Wind und es war kühl. Schließlich machten wir eine Schrittpause. Gesprochen wurde nicht viel, wir sagten lieber den wunderschönen Anblick der dünn besiedelten Insel in uns auf. „Ich liebe Rømø, ich bereue nichts.“ Da war nicht der Versuch eine Gespräch zu beginnen, sondern einfach eine Feststellung. Linns Schweigen war mir Antwort genug, denn ich wusste, ihr und Finnley ging es wie mir. Glücklich, beinahe schwebend, spornte ich Hnakki aus dem Schritt zum Galopp an und tieb ihn an die Flutlinie. Ebbe war vorrüber und das Wasser eroberte langsam wieder den Meeresbonden, genau wie es unsere Kleider eroberte. Bald waren wir ziemlich feucht, aber lachten übermütig wie kleine Kinder, denen der Traum eines Strandrittes erfüllt wurde. Lange galoppieren waren beide Hengste noch nicht gewohnt, deshalb wechselten wir schnell wieder zum Trab oder Tölt. Irgendwie dauerte der Ritt gefühlt überhaupt nicht lange, obwohl wir fast fünf Stunden auf dem Pferderücken verbracht hatten. „Immer wenn ich hier im Urlaub war, war ich auf dem Hof drüben reiten. Da waren die Pferde so gut trainiert, die Haben fast zehn Minuten Galopp mir Reiter am Stck durchgehalten, auf einer zwei Stunden Tour. Was glaubst du, schaffen wir das mit unseren auch?“ „Auf jeden Fall.“, antwortete Linn und glitt von Garpurs Rücken. Wir waren mindestens genau so fertig wie die Hengste.

      Distanz L - M
      2946 Zeichen | © BellaS | Oktober 2015
      Ich hatte beim besten Willen keine Lust auf drei einzelne Trainingseinheiten mit drei Hengsten, aber Finley war dabei einige Boxentüren auszubessern und wollte nachher Heu holen fahren und Linn war unterwegs um eins von Verenas Fohlen zu trainieren. „Oh, zu Verena und Skrudi muss ich ja auch noch.“, stellte ich fest und seufzte, mal wieder gab es eine Menge zu tun. „Dann machen wir eben einen Distanzritt und halten das so wie mit Amy und ihre Hafis: Hnakki muss mein Gewicht tragen, Sólfari und Blossi gehen ledig aber wir machen die lange Strecke.“ Hatte ich das jetzt laut gesagt? Obwohl keiner weit und breit da war um mir zuzuhören? Egal! Ich schnappte mir mein Handy und ein paar Kopfhörer, steckte es in die Tasche meiner Weste und zog den Reißverschluss zu, dann schnappte ich mir drei Halfter und ging die Hengste holen. Die Drei verstanden sich zum Glück gut und neigten nicht zu heftigen Rangkämpfen, so hatten wir befunden, dass sie zusammen stehen durften. Auf meinen Ruf hin, gesellten sich meine beiden Lieblinge, Sólfi und Hnakki sofort zu mir an den Zaun, ich legte ihen je ein Halfter an und machte sie an der obersten Latte fest, bevor ich Blossi holen ging. Wie immer schien er es lustig zu finden, mit mir fangen zu spielen, aber ich brauchte nur kurze Zeit, bis ich ihn in eine Ecke gedrängt und eingefangen hatte, denn ich kannte seine Späßchen zur Genüge. Ich begann mit dem Putzen, was alleine und bei drei Pferden doch einige Zeit in Anspruch nahm, dann schnappte ich mit Hnakkis Trense und zwei Kontenhalfter mitsamt Strick und machte die Hengste fertig für den bevorstehenden Ausflug. Ich machte mir Musik an, packte die Stricke, kletterte auf Hnakkis Rücken und brach auf. Wie immer fühlte ich mich zuerst unsicher auf dem bloßen Pferderücken, aber das verging mit der Zeit. Schon bald saß ich so selbstverständlich auf dem, leider nicht sehr bequem, trabenden Hengst, wie ich auf einem Stuhl gesessen hätte. Mit Musik auf den Ohren und gewärmt von der letzten Herbstsonne ritt ich den Strand entlang. Ich hatte die Zügel nicht viel aufgenommen und so trabte Hnakki entspannt mit hängendem Kopf. Von Zeit zu Zeit stupste ich ihm etwas an um ihm zu signalisieren nicht einzuschlafen. An meinem Lieblingsabschnitt des Strandes trieb ich Hnakki zum Galopp an und zog die beiden anderen mit. Wir galoppierten ein gutes Stück, mussten dann aber ausweichen um einer Touristengruppe von komandor garden auszuweichen, die offensichtlich einen Strandritt machen. Wehmütig dachte ich an meinen erste Urlaub hier zurück. Ich war 15 gewesen und hatte diese Touri-Touren geliebt. Der Wallach von damals, Brellir, war inzwischen leider verkauft worden, sonst hätte ich ihn sofort dort weg geholt. In Gedanken versunken verfolgen die Kilometer schnell und schon bald waren wir wieder zu Hause angekommen. Linn, die inzwischen wieder da war, half mir noch beim versorgen und füttern, dann halfen wir Finley beim abladen des Heus.

      Gangreiten E - A (Schwerpunkt Tölt)
      3269 Zeichen | © BellaS | November 2015
      Zum Glück standen nicht auch die Hengste auf der endlosen Wattweide, denn von langen Wanderungen hatte ich die Nase voll. Ich hatte vorhin schon zusammen mit Linn und Finley nach Meyja gesucht, die für die anstehende Körung fertig gemacht werden sollte und sich einfach nicht blicken ließ, jetzt stand nur noch ein lustiges herumärgern mit Hnakki auf der Ovalbahn an.

      Der hübsche Schecke war zwar noch jung, aber seine deutliche Rennpassveranlagung machte seinen Tölt zu einer mittelprächtigen Katastrophe, der Grund warum ich bis heute nicht mit dem Tölttraining begonnen hatte. Ich holte Hnakki aus seiner Box, in der er stehen musste, seit er sich mit Blettur nicht mehr vertrug. Die beiden Hengste hatten sich ziemlich böse gebissen und so musste nun immer einer der beiden den Tag in der Box verbringen, heute hatte es Hnakki getroffen. Entsprechend unausgeglichen führte der junge Hengst sich auf. Schon beim putzen und satteln trat er ständig von einem Bein auf die anderen, versuchte seinen Strick ins Maul zu bekommen und stupste mich mit der Nase an. So kam es, dass ich ich schon jetzt reichlich genervt war. Als der Sattel endlich auf Hnakkis Rücken lag, er die Trense trug und mit Glocken ausgestattet war, erlaubte ich mir ein erleichtertes Lächeln, ab jetzt konnte es nur noch besser werden. Ich schwang mich in den Sattel. Immerhin war ich hier Herrin im Hause und konnte es mir also erlauben direkt am Putzplatz aufzusitzen. Eigentlich hatte ich vor gehabt entspannt zur Ovalbahn zu reiten, allerdings legte Hnakki die paar Meter lieber in einer Art Schritt-Trab-Tölt zurück, die ich ihm dringend würde abgewöhnen müssen. Wir begannen mit einer Aufwärmrunde im Schritt, oder besser gesagt der Assoziation dieser Gangart von Seiten eines zappeligen Junghengstes, dann gingen wir zum eigentlichen Training über. Kaum nahm ich die Zügel auf, legte Hnakki noch etwas an Tempo zu und mit jedem Versuch in durchzuparieren wurde er schneller. Er hatte sich im Maul festgemacht und schließlich versuchte ich resigniert anzutölten. Natürlich töltete er nicht sondern viel in einen ziemlich üblen Schweinepass, der von einem überraschen gut gesprungenem Galopp abgelöst wurde. Ich ergab mich in mein Schicksal und wartete einfach bis Hnakki seinen Übermut ausgetobt hatte, dann schaffte ich es sogar ihn in den Trab und schließlich in eine entspanntere Version des Schritts fallen zu lassen. Zwar war sein Galopp wirklich gut gewesen, eine echte Rarität zwischen Hnakkis zahlreichen Qualitäten, doch es kam mir nicht in den Sinn ihn für so einen Ausbruch im Training zu loben. Immerhin hatte ich meinen Hengst wieder unter Kontrolle, der sich benahm als sei nie etwas außergewöhnliches gewesen. Auf einmal konnte ich das Training beginnen und Hnakki arbeitete sogar bei den verhassten Übungen für Passtölter mit. Unsere Mühe wurde nach einer guten Stunde mit einem recht brauchbaren Tölt im beliebigen Tempo belohnt, allemal genug für einen Passtölter in der T8. Mittlerweile hatte sich auch meine Laune wieder halbwegs gebessert und so beschloss ich, dass ich meinen Hengst doch noch kurz belohnen würde. Ich verließ die Bahn und ritt die paar hundert Meter bis zum Strand um Hnakki jetzt einen Galopp nach Herzenslust unter kontrollierten Bedingungen zu gönnen.
    • AliciaFarina
      Alte Berichte:
      03.01.2018
      Weihnachten auf Atomic Valley


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      Weihnachten, alle Kinder freuen sich auf diese Zeit. Es gibt Geschenke und der Kapitalismus schlägt mit allen Kapiteln zu. Bei uns in der Familie gibt es schon lange nicht mehr solche Dinge, höchstens eine Aufmerksamkeit. Dieses Jahr bin ich nach langer Zeit wieder zu Hause, da ich nun das Internat abgeschlossen habe und arbeite. Viel hat sich geändert, sowohl positiv als auch negativ. Trotzdem empfand ich das Jahr als sehr angenehm.
      Die komplette Familie packt heute mit an, denn wir haben viel vor. Mittlerweile sind es sehr viele Pferde geworden und wir haben uns vorgenommen alle etwas anders zu Weiden bzw unterzubringen. Über Nacht kommen nur noch die Hengste in die Boxen, aber auch nicht alle. Die Stuten stehen die meiste Zeit auf den Paddocks.
      Wir sitzen gemeinsam um 5:30 Uhr am Tisch und frühstücken, da um 6:10 Uhr der Stalldienst beginnt. Auch wenn wir ziemlich wohlhabend sind, beschäftigen wir nur einige Stallhilfen, zwischendurch hatten wir auch schon Praktikanten und Ferienjobber. Wir besprechen was heute auf dem Plan steht. Auf dem ersten Paddock stehen drei Isländer Stuten Sunna, Eimyja und Fjörgyn. Die Drei sind neu und passen vom Charakter gut zusammen. Die anderen Isi Stuten Kempa, Snúra, Willa, Aska und Krít stehen auf dem zweiten Paddock neben den drei Stuten. So haben sie Kontakt zueinander, aber können sich nicht in die Flicken bekommen. Auf Paddock drei stehen unsere Isländer Hengste, bei denen es bisher noch nie Probleme gab auch wenn eine Stute rossig war. Das sind Blossi, Hnakki, Tví, Lifarí und Voodoo. Der vierte Paddock ist leer. Unsere beiden Shetlandponys stehen normalerweise auf sechs und sieben, doch da sie nur zwei sind mit unterschiedlichen Geschlechtern, kommen sie mit den Isländern zusammen. Dann sind noch Paddock neun und zehn besetzt. Auf der Neuen stehen die anderen Hengste Kvest, unser Norweger für den wir noch ein Mädchen besorgen, Overo, ein Welsh B Mix, mit seinem besten Freund Illegal, ebenfalls ein Mix, und Gnani, der Marwari. Auf dem zehnten Paddock steht Comtesse, die Lewitzer, Yuva, die Marwari, und meine Sportstute Bomb. Ruvik, unserer gestörter Kladruber steht den ganzen Tag auf einer unseren kleineren Weiden, die wir in der Mitte nochmal geteilt haben. Zwischendurch stellen ihn um oder auf der anderen Zaunseite Gnani dazu, weil wir versuchen wollen ihn ganz langsam in die Herde einzugliedern, bisher ohne sichtlichen Erfolg. Dann haben wir noch unseren beiden Fohlenkoppeln, einmal Weide vier, auf der Amnesia, Songbird und Milska stehen, und Weide fünf, auf der Skjanni, Nautilus und dann auch Codsworth stehen. Der Vollblut Hengst kommt die Tage, sowie eine weitere Isländerstute, von der ich so gut wie nichts weiss. Auf der monatlichen Stallbesprechung wurde nur gesagt, dass eine dazu kommt. Wahrscheinlich ist das wieder ein Trick von meinem Vater. Zu dem haben wir noch eine Überraschung für Mama geplant, da unsere Paint Stute nun woanders steht.
      Tyrell hat sich schon lange einen Vollblut gewünscht und gefunden im Internet. Codsworth ist noch ziemlich Jung, doch normalerweise wird er in dem Alter bereits eingeritten, doch wir alle sind uns noch nicht sicher, ob das so gut wäre mit eineinhalb Jahren. Da ich ihn nur von Bildern kenne, kann ich es schlecht beurteilen, doch das wird besprochen, wenn er da ist. Zu dem haben wir noch eine Ältere Stute gefunden, von der nichts weiss. Wild Reflex ist bereits erfolgreich auf rennen gewesen. Er selbst, kann sie nur Minimal trainieren, weil er viel zu groß ist. Aber wir suchen jemanden, der dann sie auf Turnieren reitet.
      „Es soll heute schneien“, erzählt meine Mutter erfreut und wir rollen mit den Augen. Schnee sieht zwar schön aus, aber ist einfach nur lästig. Wir müssen alle Wege streuen und die Paddocks sind so eklig matschig sowie die Reitplätze. Somit geht nur die Halle. Da wir keine Einsteller haben, stellt es auch nur Minimal ein Problem dar, doch trotzdem reite ich lieber draußen.
      Nachdem wir die Boxen der Hengste sauber gemacht hatten, machte ich mich mit dem Fahrrad auf dem Weg zu Vriska, die heute noch mal Reitunterricht bekommt. Es war wohl nicht die beste Idee das Fahrrad zu nehmen. Doch ich kam heil an und sie wartete bereits auf mich. Der Hengst war bereits gesattelt und ich kontrollierte noch mal alles. Dann konnten wir loslegen. Zusammen gingen wir auf den matschigen Reitplatz und stellte mich an den Rand. Der Schnee stürmte und die Sicht war ziemlich eingeschränkt, weshalb wir nur im Schritt heute was machen. Ich zeigte ihr einiges, was man auch bei solchem Wetter machen kann zB. Stellungsübungen oder Aufmerksamkeit. Das Wetter wurde immer schlimmer und wir entschieden uns, einen anderen Tag nochmal zu Üben. Wir stellen den Hengst zurück und fahre wieder nach Hause.
      ___

      Eine Woche ist vergangen und das Land ist mit Schnee bedeckt. Heute habe ich keinen Stalldienst, weshalb ich mich vollkommen um die Pferde kümmern kann.
      Als erstes hole ich mir Aska von der Weide, Ilja Fjörgyn und Tyrell Kvest. Wir gehen ausreiten, da der Schnee sehr fest ist. Im Wald herrscht Ruhe und nur die Geräusche der Pferde sind zu hören.
      Wir kommen zurück und meine Brüder müssen zurück an die Arbeit. Ich hingegen mache weiter mit den Pferden. Krít, Willa, Litfari und Voodoo haben zur Zeit Winterpause, weshalb ich mir Snúra von der Weide hole. Wir gehen in die Reithalle und dort arbeite ich mit ihr an ihrer Konzentration und noch wichtiger an der Aufmerksamkeit. Wichtig ist, dass sie eine bessere Stellung bekommt und besser Mitarbeiter.
      Anschließend mache ich eine Kontrollrunde über den Hof zusammen mit Snúra. Die Fohlen toben zufrieden über die Weide.
      Während ich schon mit dem nächsten Pferd, Thögn, beschäftigt bin, macht Ilja etwas Bodenarbeit mit Comtesse und Tyrell ist Ausreiten mit Atom Bomb. Mein Mutti ist mit ausreiten auf Yuva.
      ___

      Morgen ist Silvester doch wir haben Glück, da unser Hof so gesehen völlig im Wald liegt, aber auch nur, weil mein Großvater damals das umliegende Land gekauft hat nach dem Krieg. Es war alles zerstört und er hat den Hof größer und besser aufgebaut. Doch es gibt immer etwas, dass erneuert werden muss.
      Ruvik, ein Pferd von Ilja, hat sich mittlerweile eingelebt und wir wollen heute das erste mal etwas mit ihm machen. Langsam betritt er die Weide und macht den Strick an sein Halfter. Etwas störrisch will er auf der Weide bleiben, doch nach ein paar Leckerlis folgt er. Wir gehen zu dritt in die Reithalle, in der wir bereits alles aufgestellt haben. Es liegen einige Standen da, Cavalettis und Pylonen. Ilja möchte mit Ruvik freiarbeiten, da er bereits Clickern kennt. Der Hengst kommt aus dem Zirkus und hat negative Erfahrungen gemacht, weshalb Ruvik erst das Vertrauen schaffen muss. Doch Ilja ist sehr geduldig und möchte den Hengst später mal reiten. Ich beobachte nur das Geschehen. Neugierig stupst Ruvik Ilja an und versucht Leckerlis zu bekommen, doch erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
      Als sie fertig sind, verlasse ich die beiden und gehe zu unseren Zuchtisländern. Die Hengste stehen auf der Koppel und spielen miteinander im Schnee. Mutti ist auf Fear zusammen mit Vater auf Gnani ausreiten.
      Am Ende des Tages haben wir alle einige Pferde bewegt und alles nach Plan geschafft. Das neue Jahr kann kommen und die neuen Pferde!

      03.07.2018
      Viel zu Warm!


      Vinkona frá Sólin | Totbringer | River’s Fjörgyn | Aqua | Þögn | Yuva | Ylfa | Willa | Wild Reflex | Topa’s Comtesse | Snúra | Snuff | Saints Row | Mademoiselle | Layers of Fear | Krít | Kempa | Eimyja | Blávör | Atom Bomb | Aska | Maekja van Ghosts

      Kvest Halsnaes | Hnakki van Ghosts | Blossi | Voodoozirkus | Tesla | Skrýmir | Ryuk | Ruvik | Party in the Clouds | Overo | Litfari | Gnani | Glanni frá glæsileika eyjarinnar | Flic Flac’s Milano | Capital | Blaer frá glæsileika eyjarinnar | Almost Illegal

      Tvífarí van Frelsi | St. Pauli’s Amnesia | Songbird | Skjanni vom Helstorf Moor | Nautilus | Milska | Lu’lu’a | Hvítsunna van Frelsi | Feuergeist di Royal Peerage

      Erstes Semester geschafft, stelle ich erfolgreich fest. Endlich etwas Zeit für die Pferde. Nach dem Horror Winter und Frühling ist plötzlich dermaßen warm, das es auch kaum auszuhalten ist. Doch die Jungs brauchen meine Hilfe. Zuhause angekommen schnappe ich mir direkt das Fahrrad und los geht’s zum Hof.

      “Guten Morgen”, begrüße Familie Earle am Tisch im Wohnhaus.
      “So früh haben wir gar nicht mit dir gerechnet”, antwortet Karola überrascht.
      “Setz’ dich doch erst mal, der Kaffee ist noch warm”, fügt sie hinzu.
      Ich setze mich und alle zusammen besprechen wir den Tagesplan. Heute kommen die ersten Feriengäste mit insgesamt 5 Kindern, die wir heute bespaßen müssen. Aber zu erst gehe ich zu den Jungpferden auf der Weide gucken und anschließend zu den Zuchtstuten.

      Neugierig kommen Tví, Skjanni, Loui und Lu an den Zaun. Ich weiss gar nicht zu wem ich zuerst soll. Doch es gibt eine logische Reihenfolge - der Älteste zuerst. Allen vier Jungs geht es prächtig. Demnächst kommt auch Tví mit nach oben an den Hof und ich arbeite ihn gemeinsam mit Bruce an.


      Nun geht es zu den Stuten, auch sie gucken bereits sehnsüchtig zu mir: Amnesia, Bird, Milska, Sunna und Feuergeist. Ich war besonders aufgeregt Amnesia wieder zu sehen. Die kleine hatte es mir besonders angetan und jedes Wiedersehen sorgte für Freude. Auch Milska hat sich prächtig entwickelt. Sunna kommt demnächst zusammen mit Tví an den Hof. Feuergeist ist noch neu hier und lebt sich gerade in die Truppe ein.

      Die letzte Station waren die Zuchtstuten. Auf der Weide standen Aqua, Vinkona, Tot und Fjörgyn. Die vier Stuten verbrachten den ganzen Tag mit fressen und schlafen. Bald kommen die Fohlen und wir freuen uns schon sehr.

      “Ich hab mir schon überlegt wen für die Kinder nehmen. Es werden Comtesse, Kempa, Aska, Overo und Illegal. Während wir die Pferde fertig machen, fängst du schon mal mit den Paddocks an”, sagt Bruce und geht mit seinen Brüdern die Pferde holen.

      Also schnappe ich mir die Schubkarre und gehe auf die Stutenpaddocks. Gelangweilt stehen sie alle herum, da sie gerade von den Weiden kommen und sehr erschöpft sind. Zu allen gehe ich kurz hin streiche Ihnen über den Kopf oder Hals. Gerne würde ich mehr Zeit für sie mitbringen aber ich muss denen Jungs heute viel Arbeit abnehmen, da seine Eltern auch kaum Zeit haben.

      Dann geht es auch schon weiter bei den Hengsten. Dort ist es etwas komplizierter, weil es viel mehr Paddocks sind und Neugier oft alles übertrifft.

      Nach insgesamt sechs Stunden war ich auf dem Hof fertig und auch mit mir selbst.

      “Warum machen wir das alles eigentlich?”, fragte Tyrell rhetorisch. Wir alle zucken mit den Schultern. Gemeinsam lassen wir noch den Abend ausklingen mit ein paar Getränken und einem kleinen Feier am Häuschen. Mal sehen was der morgige Tag bringt.

      22.02.2019
      Frühlingsbeginn

      Willa | Vinkona frá Sólin | Totbringer | River's Fjörgyn | Krít | Kempa | Aqua
      Kvest Halsnaes | Hnakki van Ghosts | Capital | Blossi | Alvari

      Þögn | Snúra | Saints Row | Aska | Ylfa | Trú fra Frelsi | Snotra | Maekja van Ghosts | Eimyja | Blávör
      Wild Reflex | Yuva | Topa’s Comtesse | Tamana | Snuff | Mademoiselle | Layers of Fear | Kisshimbye | Jule | Friede sei mit dir | Atom Bomb

      Voodoozirkus | Litfari | Blaer frá glæsileika eyjarinnar | Skrýmir | Glanni frá glæsileika eyjarinnar
      Tesla | Ryuk | Ruvik | Party in the Clouds | Overo | Gnani | Flic Flac’s Milano | Amjad Amir | Almost Illegal | Absolutely Right

      Tvífarí van Frelsi | Skjanni vom Helstorf Moor | Nautilus | Lu'lu'a | Hawking von Atomic
      St. Pauli’s Amnesia | Songbird | Milska | Feuergeist di Royal Peerage

      Der Frühling beginnt schon langsam und das Ende Februar. An den Bäumen sind die ersten Knospen und Krokusse habe ich auch schon am Weidezaun erblicken können.
      Die erste Kontrolle ist bei den Stuten draussen auf den Weiden: Willa, Vinkona, Tot, Fjörgyn, Krít, Kempa und Aqua. Die sieben Stuten haben schon kleine Frühlingsgefühle und freuen sich über meinen Besuch. Aufgeregt kommen sie angetrabt, teilweise auch im Galopp, und schnauben mich begrüßend an. Als sie merken, dass ich keine Leckerlis habe, rennen sie wieder weiter und scheinen alle sehr gesund. Ich werfe noch einige Möhren auf die Koppel und dann geht es weiter.
      Da die Paddocks gerade renoviert werde und die Hengste aktuell nicht auf die Weide können, stehen sie noch in der Box. Erst nach her ist der übergangs Paddock fertig. Kvest, Hnakki, Capital, Blossi und Alvari stehen im Stall und suchen im Stroh nach Ähren. Ich fülle bei allen das Heu noch mal auf und verlasse den Stall wieder. Nachher werde ich noch Helfen sie auf die Paddocks zu bringen.
      Der nächste Besuch ist auf dem ersten Stuten Paddock. Dort stehen Ylfa, Snotra, Eimyja, Blávör und Aska. Die fünf Stuten sind eher rangniedrig und konnten sich in der anderen Herde nicht durchsetzen. Jetzt zusammen vertragen sie sich prächtig. Ich hole eine Schubkarre Pferdeäppel und fülle das Heu auf. Im Anschluss öffne ich die Weide und die Stuten dürfen für einige Stunden raus. Die Männer haben die anderen Stute von der Weide geholt und gehe zu ihnen auf den Paddock.
      Thögn, Snúra, Saint, Maekja und Trú schlendern langsam zum Tor, als ich mit der Schubkarre komme. Natürlich wissen sie, was jetzt kommt. Auch hier hole ich eine Schubkarre herunter und fülle das Heu nach. Mit einigen Rangeleien werden sie sich der Reihenfolge an den Heuraufen klar und fangen an zu knabbern.
      Dann sind die Männer auch schon bei den Großen Pferden und machen ebenfalls sauber. Wie immer komme ich dazu und helfe. Als wir fertig sind gucken wir uns alle die Tiere noch einmal an. Reflex, Yuva, Comtesse, Tamana, Snuff, Mademoiselle, Fear, Kiss, Jule (die neu in der Truppe ist), Friede sei mit mir und Bomb. Natürlich stehen die beiden Shettys nicht bei den großen, aber trotzdem geniessen sie den Besuch! Allen geht es gut und wir gehen zu den Hengsten.
      Die Isländer Hengste sind alle soweit für die Körung und wir gehen mit den Pferden noch mal die Prüfung durch und stimmen die Kleinigkeiten ab. Voodoo, Litfari sind als erstes dran, danach folgen Blaer, Glanni und Skrýmir. Die drei sind nämlich noch nicht so weit. Besonders Glanni ist noch ziemlich vorsichtig und unsicher unter dem Sattel.
      Auch die Großen bekommen noch etwas Aufmerksamkeit. Ich hole Milano und Ryuk von dem Paddock und longiere sie im Round Pen. Tesla und Gnani sind im Moment erkältet und stehen deshalb in Quarantäne. Ruvik steht wie immer in der Box und möchte mit keinem Menschen etwas zu tun haben, obwohl ich mit ihm schon ein Stückchen weiter gekommen bin und die Box betreten kann, ohne das er mich angreift. Overo, Illegal, Right, Party und Amir stehen auf den Weiden. Die beiden Welsh Ponys spielen, hingegen die anderen den Kopf ins Gras stecken, auch wenn es nicht mehr viel gibt.
      Das gemeinsame Mittagessen haben wir beendet und es geht wieder an die Arbeit. Wir fahren noch zu den Jungpferden. Als erstes zu den Jungs. Tri und Nautilus sind mittlerweile ziemlich alt und könnten schon zum Hof, um ein Reitpferd zu werden. Leidere fehlt uns allen noch die Zeit, Jungpferde einzureiten. Deshalb dürfen sie noch weiter Pferd sein. Skjanni, Lu und Hawking sind noch nicht so weit, aber wachsen wohl auf. Allen Pferden geht es gut und wir fahren weiter zur Stutenweide.
      Schon als sie das Auto hören, kommen Amnesia, Bird, Milska und Feuergeist zum Zaun. Auch hier sind drei Pferde bei, die eigentlich unter den Sattel gehören. Ein weiterer wichtiger Grund ist, dass die Truppe so bleibt, ist Feuergeist. Sie hätte keinen Anschluss mehr und scheint sich auch nur mit den drei zu verstehen. Wir hatten sie bereits in einer Jungstutengruppe bei Freunden, aber dort fühlte sie sich nicht wohl und kam nicht ans Futter. Hoffentlich kommen bald neue Fohlen, damit die aktuelle Generation sich weiter entwickeln kann.
      Der Abend ist angerückt und nach einem derart erfolgreichen Tag fällt es mir nicht schwer schnell einzuschlafen.

      01.09.2019
      Zu Besuch auf Atomics Valley
      Hnakki van Ghosts | Capital | Blossi | Saints Row | Alvari | Willa | Vinkona frá Sólin | Totbringer | River's Fjörgyn | Kvest Halsnaes | Krít | Kempa | Aqua | Þögn | Wild Reflex | Voodoozirkus | Snúra | Litfari | Blaer frá glaesileika eyjarinnar | St Pauli's Amnesia | Songbird | Nautilus | Milska | Lu'lu'a | Hawking von Atomic | Feuergeist di Royal Peerage | Aska | Yuva | Ylfa | Tesla | Tamana | Snotra | Ruvik | Overo | Maekja van Ghosts | Kissimbye | Jule | Gnani | Glanni frá glaesileika eyjrarinnar | Friede sei mit dir | Blávör | Almost illegal | Absolutely Right


      Da demnächst ein Hengst der Familie Earle meine Stute Drafna decken sollte, machte ich mich auf den Weg nach Atomics Valley, denn ich wollte mir die in Frage kommenden Hengste in Natur ansehen. Auf dem Hof angekommen wurde ich begrüßt, da aber niemand Zeit hatte mich herum zu führen durfte ich alleine den Hof erkunden. Zuerst beobachtete ich wie einige Pferde, unter anderem auch die Hengste für die ich mich interessiere für die Arbeit vorbereitet wurden. Im Umgang schienen sie absolut problemlos zu sein. Hnakki van Ghosts, Capital, Blossi, Saints Row und Alvari wurden nun geritten. Für die gekörten Hengste ging es auf die Ovalbahn oder auf den Platz für Dressurliche Arbeit. Ich ließ die Mitarbeiter in Ruhe warmreiten und besuchte währenddessen Willa, Vinkona frá Sólin, Totbringer, River's Fjörgyn, Kvest Halsnaes, Krít, Kempa, Aqua, Þögn, Wild Reflex, Voodoozirkus, Snúra, Litfari, Blaer frá glaesileika eyjarinnar, St Pauli's Amnesia, Songbird, Nautilus, Milska, Lu'lu'a, Hawking von Atomic, Feuergeist di Royal Peerage, Aska, Yuva, Ylfa, Tesla, Tamana, Snotra, Ruvik, Overo, Maekja van Ghosts, Kissimbye, Jule, Gnani, Glanni frá glaesileika eyjrarinnar, Friede sei mit dir, Blávör, Almost illegal und Absolutely Right auf ihren Weiden. Sie waren logischerweise nach Geschlechtern getrennt, aber auch nach Aufgabenbereich. Die Stuten und Hengste die auf die Körung vorbereitet wurden standen in ihren großen und lichtdurchfluteten Boxen, die Stuten die bereits gekört waren standen teilweise mit Fohlen bei Fuß oder ziemlich dickem Bauch auf den umliegenden Wiesen. Alle Pferde waren in einem tadellosen Zustand, also machte ich mich wieder auf den Weg zu den Hengsten um mir dort ein weiteres Bild von ihnen zu machen.
      Am Ende des Tages schwankte meine Entscheidung zwischen Hnakki van Ghosts und Capital, die Gestütsleitung half mir bei der Entscheidung und sie fiel auf Hnakki, er würde also der Vater des ersten Fohlens von meiner Drafna werden.

      1992 Zeichen by AliciaFarina
    • AliciaFarina
      19.03.2020
      Pflegebericht für:
      Silfra, Gaitano's Little Girl, Give me everything tonight, Big John, Mina, Giacomo Casanova, Lady Lu, Rudsmo Remi, Tiva, Gisela, Willow Maiden, RiverDance, Dark Choc' O'Lena, Fina, Parwaneeh, River's Uprising, Shakira IV, Kangee, Stássa, Moon's Pumpkin, River's Drafna, Maeyr, Felan, Tank, Mister Blockhead, Hnakki van Ghosts, Vin, GRH Princess Peppy Ann, Náttdis van Ghosts, Àrtali van Ghosts

      L'ombre de la Mikasi, Greta, Nils Sverre, Riverdale, Time to Dance, Smokin' Jackie Joe, Menetetty, Rivervixen, Townsend Cosmopolitan, Walla Walla Starshine, BR Alan's Steamin Dinner, Svaðilfari, PFS Diadora, My Holly, Civil War

      Nandengo, Baldintáta, Lettenhof's Nanuk, Vipke van de Zandhoeve, Lotteliese, VK Yolie Whisp, Blue Spirit, Watschelente, Loki, Excelsior, I'm simply extraordinary, Wild Strawberry, Little Lioness, Dynur fra Frelsi, Black Moonlight Shadow, Dóttla von der Schildburg, The devil wears a suit and tie, Narvik HMJ 1005, Angus, Artemis' Zara, Just a simple Dude, Væna fra glæsileika eyjarinar, Stiffler, MW's Amelie, MW's Soraya, BR Princess Peppy Gaia, Flapa, Yasmin di Royal Peerage, Fire is catching


      Mitten im Umbau machte ich mich auf den Weg um nach dem Rechten bei meinen Pferden zu kucken. Zuerst ging es auf das neue Gelände unseres Therapiestalles, dort standen Nandengo, Lettenhof's Nanuk, Vipke van de Zandhoeve, Loki, Excelsior, Dynur fra Frelsi, Black Moonlight Shadow, Narvik HMJ 1005, Angus, Just a simple Dude, Stiffler und Fire is catching bereits in einen Offenstall. Bei den Hengsten und Wallachen war alles gut und der Baulärm störte sie nicht im geringsten.
      Baldintáta, Lotteliese, VK Yolie Whisp, Blue Spirit, Watschelente, I'm simply extraordinary, Wild Strawberry, Little Lioness, Dóttla von der Schildburg, The devil wears a suit and tie, Artemis' Zara, Væna fra glæsileika eyjarinar, MW's Amelie, MW's Soraya, BR Princess Peppy Gaia, Flapa, Yasmin di Royal Peerage stehen noch am Gestüt, da die neuen Offenställe noch nicht fertig gebaut sind. Auch bei den Stuten, die demnächst noch umziehen sollen, war alles in Ordnung, also schaute ich nach den restlichen Pferden. Silfra, Gaitano's Little Girl, Give me everything tonight, Big John, Mina, Giacomo Casanova, Lady Lu, Rudsmo Remi, Tiva, Gisela, Willow Maiden, RiverDance, Dark Choc' O'Lena, Fina, Parwaneeh, River's Uprising, Shakira IV, Kangee, Stássa, Moon's Pumpkin, River's Drafna, Maeyr, Felan, Tank, Mister Blockhead, Hnakki van Ghosts, Vin, GRH Princess Peppy Ann, Náttdis van Ghosts, Àrtali van Ghosts,L'ombre de la Mikasi, Greta, Nils Sverre, Riverdale, Time to Dance, Smokin' Jackie Joe, Menetetty, Rivervixen, Townsend Cosmopolitan, Walla Walla Starshine, BR Alan's Steamin Dinner, Svaðilfari, PFS Diadora, My Holly, Civil War, Silfra, Gaitano's Little Girl, Give me everything tonight, Big John, Mina, Giacomo Casanova, Lady Lu, Rudsmo Remi, Tiva, Gisela, Willow Maiden, RiverDance, Dark Choc' O'Lena, Fina, Parwaneeh, River's Uprising, Shakira IV, Kangee, Stássa, Moon's Pumpkin, River's Drafna, Maeyr, Felan, Tank, Mister Blockhead, Hnakki van Ghosts, Vin, GRH Princess Peppy Ann, Náttdis van Ghosts und Àrtali van Ghosts diese standen entspannt in ihren Gruppen auf den Paddocks oder in ihren Offenställen.
      Nachdem ich alles kontrolliert hatte ging es wieder ins Büro, denn ein großer Umbau und Umzug muss gut geplant werden.

      3352 Zeichen
    • AliciaFarina
      Pflegebericht für:
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      Durch Corona verzögerte sich der Umbau etwas, das war aber sehr gut für die Ausbildung der Pferde. Fönn, welche erst wenige Monate bei uns war hatte richtig aufgeblüht. Sie hatte sich mit den anderen Pferden angefreundet und war mittlerweile gut in die Herde integriert. Einige Jungpferde waren mittlerweile unter dem Sattel und die Fohlen werden immer größer. Auf dem Gelände des Therapiestalles stehen Nandengo, Lettenhof's Nanuk, Vipke van de Zandhoeve, Loki, Excelsior, Dynur fra Frelsi, Black Moonlight Shadow, Narvik HMJ 1005, Angus, Just a simple Dude, Stiffler und Fire is catching bereits in einen Offenstall. Bei den Hengsten und Wallachen war alles gut , sie haben sich sehr gut an den Baulärm und die großen lauten Geräte gewöhnt.
      Baldintáta, Lotteliese, VK Yolie Whisp, Blue Spirit, Watschelente, I'm simply extraordinary, Wild Strawberry, Little Lioness, Dóttla von der Schildburg, The devil wears a suit and tie, Artemis' Zara, Væna fra glæsileika eyjarinar, MW's Amelie, MW's Soraya, BR Princess Peppy Gaia, Flapa, Yasmin di Royal Peerage stehen noch am Gestüt, da die neuen Offenställe noch nicht fertig gebaut sind. Auch bei den Stuten, die demnächst noch umziehen sollen, war alles in Ordnung, also schaute ich nach den restlichen Pferden. Silfra, Gaitano's Little Girl, Give me everything tonight, Big John, Mina, Giacomo Casanova, Lady Lu, Rudsmo Remi, Tiva, Gisela, Willow Maiden, RiverDance, Dark Choc' O'Lena, Fina, Parwaneeh, River's Uprising, Shakira IV, Kangee, Stássa, Moon's Pumpkin, River's Drafna, Maeyr, Felan, Tank, Mister Blockhead, Hnakki van Ghosts, Vin, GRH Princess Peppy Ann, Náttdis van Ghosts, Àrtali van Ghosts,L'ombre de la Mikasi, Greta, Nils Sverre, Riverdale, Time to Dance, Smokin' Jackie Joe, Menetetty, Rivervixen, Townsend Cosmopolitan, Walla Walla Starshine, BR Alan's Steamin Dinner, Svaðilfari, PFS Diadora, My Holly, Civil War, Silfra, Gaitano's Little Girl, Give me everything tonight, Big John, Mina, Giacomo Casanova, Lady Lu, Rudsmo Remi, Tiva, Gisela, Willow Maiden, RiverDance, Dark Choc' O'Lena, Fina, Parwaneeh, River's Uprising, Shakira IV, Kangee, Stássa, Moon's Pumpkin, River's Drafna, Maeyr, Felan, Tank, Mister Blockhead, Hnakki van Ghosts, Vin, GRH Princess Peppy Ann, Náttdis van Ghosts, Fönn und Àrtali van Ghosts diese standen entspannt in ihren Gruppen auf den Paddocks oder in ihren Offenställen.



      2370 Zeichen by AliciaFarina
    • AliciaFarina
      07.11.2020
      Silfra, Gaitano's Little Girl, Give me everything tonight, Big John, Mina, Giacomo Casanova, Lady Lu, Rudsmo Remi, Tiva, Gisela, Willow Maiden, RiverDance, Dark Choc' O'Lena, Fina, Parwaneeh, River's Uprising, Shakira IV, Kangee, Stássa, Moon's Pumpkin, River's Drafna, Maeyr, Felan, Tank, Mister Blockhead, Hnakki van Ghosts, Vin, GRH Princess Peppy Ann, Náttdis van Ghosts, Àrtali van Ghosts

      L'ombre de la Mikasi, Greta, Nils Sverre, Riverdale, Time to Dance, Smokin' Jackie Joe, Menetetty, Rivervixen, Townsend Cosmopolitan, Walla Walla Starshine, BR Alan's Steamin Dinner, Svaðilfari, PFS Diadora, My Holly, Civil War

      Nandengo, Baldintáta, Lettenhof's Nanuk, Vipke van de Zandhoeve, Lotteliese, VK Yolie Whisp, Blue Spirit, Watschelente, Loki, Excelsior, I'm simply extraordinary, Wild Strawberry, Little Lioness, Dynur fra Frelsi, Black Moonlight Shadow, Dóttla von der Schildburg, The devil wears a suit and tie, Narvik HMJ 1005, Angus, Artemis' Zara, Just a simple Dude, Væna fra glæsileika eyjarinar, Stiffler, MW's Amelie, MW's Soraya, BR Princess Peppy Gaia, Flapa, Yasmin di Royal Peerage, Fire is catching, Fönn


      „Dieser nervige Matsch!“, meckerte ich vor mich hin als ich die Fohlen MW's Amelie und MW'S Soraya von der Wiese holte. Die beiden standen momentan mit den anderen Jungstuten, Watschelente, BR Princess Peppy Gaia, Yasmin di Royal Peerage, FPS Diadiora und Rivervixen, von mir zusammen. Sie waren mittlerweile schon 4 Jahre alt und ich bereitete sie derzeit zusammen mit Niklas auf das Einreiten vor. Townsend Cosmopolitan, der auch schon 4 Jahre alt war, wurde schon regelmäßig unter dem Sattel mit ins Gelände genommen um ihn die Balance finden zu lassen. Nach der Einheit mit Amelie und Soraya brachte ich sie wieder zurück, ich schaute nach der Heuraufe, ob noch genug Heu drin war und ging zurück zum Stall. Im Stall ging ich an den Boxen meiner Deckhengste vorbei, Give me everything tonight, Big John, Giacomo Casanova, Rudsmo Remi, Dark Choc' O'Lena, River's Uprising, Kangee, Maeyr, Tank, Mister Blockhead, Hnakki van Ghosts und Àrtali van Ghosts standen zufrieden in ihren Boxen. Manche von ihnen standen auf ihrem großen Paddock, andere mümmelten entspannt an ihrem Heu. Meine Zuchtstuten standen alle im Herdenverband in einem Laufstall mit einem großen angrenzendem Paddock. Auch hier kontrollierte ich das Heu. Mina, Fina, Lady Lu, Shakira und Felan standen verteilt an den Heuraufen. Parwaneeh und Tiva kraulten sich gegenseitig. Der Rest der Stuten, Gaitano's Little Girl, Silfra, Gisela, Willow Maiden, RiverDance, Stássa, Moon's Pumpkin, River's Drafna, Vín, GRH's Princess Peppy Ann und Náttdís van Ghosts standen dösend in kleinen Grüppchen auf dem Paddock und im Laufstall verteilt. Zum Glück liegt unser Therapiestall nur wenige Auto Minuten entfernt, sodass ich schnell zwischen beiden Ställen wechseln kann. Im Paddocktrail der Stuten, standen Baldintáta, VK Yolie Whisp, Blue Spirit, I'm simply extraordinary, Wild Strawberry, Little Lioness, Dóttla von der Schildburg, Artemis' Zara, Væna fra glaesileika eyjarinar, Flapa und Fönn. Lotteliese und The devil wears a suit and tie wurden von unseren zwei Praktikanten für eine Therapieeinheit vorbereitet. Bei den Hengsten und Wallachen im Paddocktrail am anderen Ende des Hofes standen Nandengo, Lettenhof's Nanuk, Vipke van de Zandhoeve, Loki, Excelsior, Dynur fra Frelsi, Black Moonlight Shadow, Narvik HMJ1005, Angus, Just a simple dude, Stiffler und Fire is catching. Bei den Kerlen war mehr Action als bei den Stuten, da sie mehr am spielen sind. Als ich gerade an der Heuraufe war, kamen Vipke und Loki angerast und schlugen Haken bei denen Hasen neidisch werden würden. Nachdem ich am Therapiestall mit allem fertig war, ging es zurück zum Gestüt, heute wollte ich noch etwas reiten, dafür hatte ich mir Riverdale ausgesucht, die hübsche Palomino Stute stand mit Greta, Time to Dance, Smokin Jackie Joe, Menetetty, Walla Walla Starshine und My Holly auf einem großen Paddock. Zum Glück war dieser befestigt, sodass ich trockenen Fußes Riverdale rausholen konnte. Niklas wollte ebenfalls noch reiten und holte sich vom Hengstpaddock Nils Sverre, L'ombre de la Mikasi, BR Alan's Steamin Dinner, Svaðilfari und Civil War wollten ebenfalls mitkommen, aber Niklas scheuchte sie mit Hilfe des Strickes weg. Gemeinsam machten wir unsere Pferde fertig und gingen eine Runde ausreiten, glücklicherweise kamen wir trocken wieder an. Denn kaum dass wir die Pferde weggebracht hatten und ins Auto gestiegen waren öffnete sich der Himmel und es schüttete wie aus Eimern.

      4562 Zeichen by AliciaFarina​
    • AliciaFarina
      Silfra, Gaitano's Little Girl, Give me everything tonight, Big John, Mina, Giacomo Casanova, Lady Lu, Rudsmo Remi, Tiva, Gisela, Willow Maiden, RiverDance, Dark Choc' O'Lena, Fina, Parwaneeh, River's Uprising, Shakira IV, Kangee, Stássa, Moon's Pumpkin, River's Drafna, Maeyr, Felan, Tank, Mister Blockhead, Hnakki van Ghosts, Vin, GRH Princess Peppy Ann, Náttdis van Ghosts, Àrtali van Ghosts

      L'ombre de la Mikasi, Greta, Nils Sverre, Riverdale, Time to Dance, Smokin' Jackie Joe, Menetetty, Rivervixen, Townsend Cosmopolitan, Walla Walla Starshine, BR Alan's Steamin Dinner, Svaðilfari, PFS Diadora, My Holly, Civil War

      Nandengo, Baldintáta, Lettenhof's Nanuk, Vipke van de Zandhoeve, Lotteliese, VK Yolie Whisp, Blue Spirit, Watschelente, Loki, Excelsior, I'm simply extraordinary, Wild Strawberry, Little Lioness, Dynur fra Frelsi, Black Moonlight Shadow, Dóttla von der Schildburg, The devil wears a suit and tie, Narvik HMJ 1005, Angus, Artemis' Zara, Just a simple Dude, Væna fra glæsileika eyjarinar, Stiffler, MW's Amelie, MW's Soraya, BR Princess Peppy Gaia, Flapa, Yasmin di Royal Peerage, Fire is catching, Fönn, Nautilus, Wynja von Atomic, Vösk von Atomic, Genie in a Bottle, Menina


      Heute schaute ich schnell bei allen Pferden nach dem rechten. Meine Zuchtpferde Silfra, Gaitano's Little Girl, Give me everything tonight, Big John, Mina, Giacomo Casanova, Lady Lu, Rudsmo Remi, Tiva, Gisela, Willow Maiden, RiverDance, Dark Choc' O'Lena, Fina, Parwaneeh, River's Uprising, Shakira IV, Kangee, Stássa, Moon's Pumpkin, River's Drafna, Maeyr, Felan, Tank, Mister Blockhead, Hnakki van Ghosts, Vin, GRH Princess Peppy Ann, Náttdis van Ghosts und Àrtali van Ghosts standen verteilt in kleinen Gruppen auf Paddocks oder in ihren Boxen. Meine Sportpferde L'ombre de la Mikasi, Greta, Nils Sverre, Riverdale, Time to Dance, Smokin' Jackie Joe, Menetetty, Rivervixen, Townsend Cosmopolitan, Walla Walla Starshine, BR Alan's Steamin Dinner, Svaðilfari, PFS Diadora, My Holly und Civil War standen teilweise auf ihren Paddocks, manche waren gerade mit meinen Mitarbeitern im Gelände oder beim Training.

      Am Therapiestall standen Nandengo, Baldintáta, Lettenhof's Nanuk, Vipke van de Zandhoeve, Lotteliese, VK Yolie Whisp, Blue Spirit, Watschelente, Loki, Excelsior, I'm simply extraordinary, Wild Strawberry, Little Lioness, Dynur fra Frelsi, Black Moonlight Shadow, Dóttla von der Schildburg, The devil wears a suit and tie, Narvik HMJ 1005, Angus, Artemis' Zara, Just a simple Dude, Væna fra glæsileika eyjarinar, Stiffler, MW's Amelie, MW's Soraya, BR Princess Peppy Gaia, Flapa, Yasmin di Royal Peerage, Fire is catching, Fönn, Nautilus, Wynja von Atomic, Vösk von Atomic und Genie in a Bottle in den Laufställen mit angeschlossenem Trails. Menina kam mir mit ihrer Pflegebeteiligung entgegen, Mara wollte mit ihr spazieren gehen.
      Da alles in Ordnung war ging es für mich zurück ins Büro um Rechnungen zu schreiben.

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  • Album:
    1. Zuchtpferde von der Schildburg
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    AliciaFarina
    Datum:
    26 Dez. 2019
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  • wird geändert
    [​IMG]
    W8 | B101
    ____________________________________


    [​IMG]

    Hnakki van Ghosts (Hnakki)
    Hengst

    Rasse: Isländer
    29.04 | 15 Jahre
    Fellfarbe:
    Braunfarbfellwechsler Tovero
    Geno: Ee Aa Rr nTo nSpl
    Stockmaß: 143 cm

    [​IMG]
    0 = wenig ausgeprägt 10 = stark ausgeprägt

    Sozialverhalten: 7
    Temperament: 6
    Lauffreudigkeit: 7
    Aufmerksamkeit: 6
    Nervenstärke: 7

    Eigenschaften:
    liebenswert, fleißig, eigenwillig


    [​IMG]

    Unbekannt
    Unbekannt | Unbekannt
    Unbekannt | Unbekannt - Unbekannt | Unbekannt

    Unbekannt
    Unbekannt | Unbekannt
    Unbekannt | Unbekannt - Unbekannt | Unbekannt

    ____________________________________

    Diese Daten werden erst nach einer Teilnahme an einer Fohlenschau erfasst.

    Fohlenbeurteilung
    -

    Exterieur | -
    Interieur | -
    Gang | -

    Richterspruch | -
    = -
    ____________________________________

    Diese Daten werden erst nach einer erfolgreichen Teilnahme an einer Zuchtprüfung erfasst.

    Zuchtbeurteilung

    Schritt | 7,50
    Trab | 6,90
    Galopp | 6,50
    Tölt | 6,50
    Rennpass | 8,20

    Richterspruch:
    Hengst mit schöner natürlicher Aufrichtung, fleißigen Vorwärtsdrang und Passverschiebung in den Gängen.
    = 7,12
    ____________________________________

    Nóra vom Helstorfer Moor | Náttdís van Ghosts (Mellamo x Unbekannt)
    Ljóma von Atomic | Lofey frá Solin
    Hawking von Atomic | River's Fjörgyn (Branda Phönix x Frekja)

    [​IMG]
    HK 478

    [​IMG]

    Dressur A | L
    Galopprennen L | L
    Gangreiten M | M
    Military A | A

    Ganveranlagung: 4 Gänge

    ____________________________________

    12. Gangturnier | 308. Galopprennen | 311. Galopprennen | 318. Galopprennen | 43. Gangturnier

    [​IMG][​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

    50. Gangturnier | 56. Gangturnier | 225. Militaryturnier | 1. Vereinsturnier, Distanzreiten (3. Platz, ESH) | 339. Dressurturnier | 46. Gangturnier

    [​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG]

    ____________________________________

    0 = sehr unruhig / -sicher 10 = sehr ruhig / sicher

    neue Umgebungen/Situationen: 6
    Fahrzeuge: 6
    Gelände: 8
    Straße: 6
    Wasser: 5
    Platz/Ovalbahn:7
    Halle: 5

    Hänger: 6
    Hufschmied: 6
    Tierarzt: 6

    ____________________________________

    ●Bestanden ● Unbekannt

    Ausbildungsdaten
    Fohlen ABC ● | Einreiten ● | Einfahren ●
    Eintölten ● | Einpassen ●

    [​IMG]

    Unterbringung: Stall 1 - Box 1
    Weidezeit: 7 - 20 Uhr (13h)
    Paddockzeit: -
    Einstreu: Späne
    Futter: Aufbaufutter (20 Uhr)
    sonstiges: -

    ____________________________________

    Tierarzt | Datum Unbekannt
    Influenza Nein
    Tetanus Nein
    Herpes Nein
    Zähne Nein

    keine Beschwerden

    ____________________________________

    Hufschmied | Datum Unbekannt
    Hufeisen Ja
    Beschlag Vorne: 10er (1)
    Beschlag Hinten: 8er (1)

    keine Beschwerden

    ____________________________________

    Zur Zucht zugelassen: Ja
    Decktaxe: 205 Joellen
    Wert: 1105 Joellen
    Züchter: Unbekannt
    Ersteller: Mohikanerin

    ____________________________________

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