adoptedfox

HMJ8345's Continental

2008 • Quarterpony • Stute • 130 Punkte • 11/20

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HMJ8345's Continental
adoptedfox, 9 Okt. 2019
Bracelet, Sammy, Zion und 3 anderen gefällt das.
    • adoptedfox
      15. Oktober 2019 | 3566 Zeichen
      Kennenlernen
      Es war dunkel. Der Mond bahnte sich den Weg durch angelehnte Boxenfenster und doch reichte das Licht nicht aus um die Box voll zu erleuchten. Ich schnaubte und drehte mich um ein paar Halme Heu aus dem Netz zu ziehen, welches Sonnenuntergang für Sonnenuntergang aufgefüllt wurde. Ein Wallach, der wenige Boxen von mir entfernt stand, brummte erregt und drängte sich an die Gitterstäbe. Ich sog die Luft scharf ein. War da jemand?
      “Its clear! Only 10 minutes!”
      Das Stalltor wurde aufgeschoben und mehrere dunkle Schatten kamen hinein. Nach und nach öffneten sich Boxentüren und die Pferde wurden in die Dunkelheit geführt. “The chestnut over there too!” zischte eine dunkle, rauchige Stimme und keine Minute später öffnete sich auch meine Boxentür. Vorsichtig zog man mir das Halfter an und führte mich in den Hof. Der Mann zog am Strick und lief los. Ich musste mich beeilen.
      Er rannte bis zum großen Tor und blieb dann stehen. Ein anderer Mann nahm meinen Strick und führte mich eine Rampe hinauf. Dort waren nicht nur die Pferde der anderen Boxen, sondern noch mehr. Ich zog scharf die Gerüche ein und stieß ein Wiehern aus. Sofort traf mich ein lederner Schlag und eine Wand wurde neben mich gestellt. Es war eng und am Boden befand sich keine Streu.
      “Close the doors, we need to go now!”
      Ich wurde nervös. Was passierte hier? Wo war ich und wer waren die anderen Pferde?

      “Johanna! Ich glaube dein Pferd kommt!” rief es über den Hof und ich lehnte mich aus der noch leeren Box um einen Blick in den Hof werfen zu können.
      Da kam tatsächlich ein Pferdetransporter!
      Vor einigen Monaten konnte eine amerikanische Tierschutzorganisation 15 Pferde aus einem illegalen Händlerring retten. Während der Quarantäne organisierten sie ein Horse-Makeover um den Pferden eine Zukunft in besten Händen zu sichern. Ich hatte mich auch angemeldet, machte mir aber keine großen Hoffnungen nachdem die ersten Bewerber vorgestellt wurden. Renommierte Pferdetrainer, die sich international einen Namen gemacht haben, aber auch große Zuchtvereinigungen hatten sich beworben und doch war das Glück auf meiner Seite. Ich nahm mir drei Wochen Urlaub und buchte einen Flug nach Kanada. Auf der Bow River Ranch wurden die Pferde zugeteilt und jedem Teilnehmer wurde angeboten, seinen Schützling in Ruhe kennenzulernen bevor es die Reise ins neue Heim antreten würde. Man teilte mir das Quarter-Pony zu. Eine dunkle Fuchsstute die ich HMJ8345's Continental taufte.
      In den ersten Tagen verbrachte ich viel Zeit im Roundpen um den Charakter und das Wesen der Stute kennenzulernen.
      Sie war sensibel und obwohl ich merkte, dass uns ein langer Weg bevor stand, war ich dankbar.
      Dankbar, diesem Lebewesen eine zweite Chance geben zu dürfen.
      Dankbar, mit ihr an mir zu wachsen.
      Die Stute stieß ein grelles Wiehern aus. Der große, beinahe bärenhafte Fahrer des Transporters führte die tänzelnde Stute in die Stallgasse und ich folgte ihnen um ihm die Box zu zeigen. Nachdem ich alle Frachtbriefe unterschrieben hatte verabschiedete sich der Fahrer und ich lehnte noch einige Minuten an der Box von Continental um sie im neuen Heim willkommen zu heißen. Bevor ich mich auf den Heimweg machte, öffnete ich die Boxentür sanft und sprach beruhigend mit der Stute während ich mich ihr näherte. Sie legte die Ohren an, ließ mich aber gewähren.
      “So ists gut, mein Mädchen.” lobte ich sie während ich das Halfter vom Transport abnahm und ihr den Hals streichelte.
      Die kommenden Tage der Eingewöhnung verbrachte sie stundenweise auf einer kleinen, abgesteckten Koppel angrenzend der großen Weiden.
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      3 Punkte Bericht mit 3566 Zeichen + 5 Punkte Bewegung mit bis zu 2 Zubehörteilen
    • Cooper
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      HMJ 8345 Continental | Prophylaxe, Chippen
      Die neue Woche begann recht spät. Mugde war schon vorgelaufen und trödelte irgendwo auf dem Gestüt rum. Somit kam er mich dann gegen zehn Uhr im Bett begrüßen, mir nassen Pfoten. „Ihhhh. Du bist nass!“ lachte ich und schubste den Collie von dem Bett. „Ich steh ja schon auf“. Ich befolgte meine Worte und machte mir nach dem duschen ein großes Frühstück bei denen auch wieder die Crewmitglieder dabei waren. Wir besprachen alle Themen und den Plan für die neue Woche. Nach dem langen Meeting schlich ich mich dann ins Büro mit einer Tasse Tee und schaute nach der Klinik. Ich hatte tatsächlich fast alle abgearbeitet, der Abschluss war dann erneut ein Event Pferd vom „Makeover“ Projekt. Er kam von Johanna Röder aus Deutschland. Ihr Hof war ein Reit- und Fahrverein. Einen Fahrverein hatte ich seit geraumer Zeit nicht mehr besucht gehabt und war wirklich sehr gespannt. Wie immer informierte ich mich weitestgehend über meine Auftraggeber und gab in Google Suche „Reit- und Fahrverein Waren 1856 e.V“ ein. Die Lage war wirklich sehr schön und ich sah das sie auch zwei Vollblüter unterstehen hatte. Mein Patient diesmal war aber eine Quarterponysute die eine Prophylaxe und einen Chip benötigte. Nachdem ich Flüge ausfindig gemacht hatte, beschloss ich Johanna Röder telefonisch direkt bescheid zu geben. Die Frau am Ende der Leitung war sehr nett und äußerte mehrmals das sie sich auf meinen Besuch freut. Ich erwiderte diese Aussage und buchte dann die Flüge. Zudem meldete ich alle Anmeldepflichtigen Utensilien, Medikamente und Geräte am Flughafen an, die ich für die Behandlung benötigte.

      Der Flug ging abends, somit hatte ich in Deutschland einen Tag, um mit der Zeitumstellung zurecht zu kommen. Ich informierte meine Auftraggeberin soft darüber das ich angekommen war und gab erneut die Termindaten durch. Dann versuchte ich so gut wie möglich nicht von der Zeit fertig gemach zu werden. Das letzte mal im Ausland geling es mir nämlich nicht. Diesmal hatte Ich jedoch Erfolg und konnte den Umständen entsprechen frisch mit dem Leihwagen zum Patienten fahren. Bevor ich mich auf den Weg machen plane ich schon immer alle Routen und Wege ein, die ich zurücklegen muss, somit musste ich nur die Adresse des Gestüts ins Navi eingeben und wusste circa wie lange ich unterwegs war.

      Am Reit- und Fahrverein Waren angekommen, begrüßte mich Johanna Röder sehr herzlich und platze fast vor Neugier. Sie wollte alles vom „Horse Makeover“ wissen, alles was ich so gehört hatte. Dementsprechend dauerte dieses Gespräch sicherlich über eine Stunde. Es war aber sehr unterhaltsam und angenehm. Auch meine Trennung war kurz Thema. „Nun. Die Stute ist sehr unsicher und sensibel. Wir nennen HMJ8345's Continental. Wir haben sie die Tage ruhen lassen, da man sieht das sie schnell gestresst wird, wenn viel Trubel ist. Auch ihre Schüchternheit ist sehr extrem“ sagte die Frau und wurde gegen Ende des Satzes etwas leiser. Ich lächelte leicht. „Keine Sorge, ich bin mir fast sicher das die kleine es schafft! Sie ist anscheinend vom Wesen her schon sensibel und schüchtern. Und ihre Vergangenheit hat das wohl auch nicht grade positiv beeinflusst. Bei schüchternen Pferden einfach immer Zeit lassen. Setz dich doch einfach mal zu ihr in einem engeren Raum eventuell die Box oder eine kleine Halle. Ich bin mir zu hundert Prozent sicher das sie nach einer Weile Neugierig wird und dich beschnuppert. Ab da ist das Eis gebrochen und dann immer weiter machen“. Ich war zwar heute nicht für eine PTBS Sitzung, war aber der Meinung das ein bisschen Beratung ohne Zahlleistung sich einfach gehört.

      Keine paar Minuten später ging es dann in den Stall. „Hier ist die Gute“ und Johanna zeigte mit der Hand auf die Box. Ich schaute rein und mich blicken große traurige Augen an. Ich konnte mein „Aww“ nicht zurückhalten. Als ich die Boxentür öffnete, um sie zu begrüßen, wich die Fuchsstute sofort in die linke Ecke aus. „Ich mache doch noch gar nichts kleine. Keine Sorge ich warte hier“ und das tat sich. Sehr lange. Letztendlich strecke die Stute soweit wie möglich den Kopf zu mir rüber und nahm auch ein Apfelstück an. Dann trat sie auch näher. In Zeitlupentempo hob ich dann meinen Arm und streichelte sie. „Es ist wahrscheinlich das Beste, wenn wir kein Halfter oder ähnliches aufsetzen. Aber ich habe eine Sichtschutzmaske dabei, würdest du mir die Eben aus der Tasche geben“ sagte ich und erhielt die Maske. Continental ließ sie sich ohne Probleme anziehen und stand tatsächlich etwas verwirrt da, war aber sichtlich weniger nervös. Ich erklärte ihrer Besitzerin den Nutzen der Maske und begutachtete dann die Stute. Ihr Fell sah super aus und auch die Ohren, Nüstern, Augen, Hufen und der Schweifansatz waren unauffällig. Ihre Vitalzeichen waren ebenfalls unauffällig. Die Stute schnaubte kräftig. Mit Hilfe von Johanna gab ich ihr dann zunächst die Wurmkur, die problemlos von statten ging. Aber auch die Immunisierungen waren zu unserem Erstaunen nicht wirklich ein Problem. Sie erschien mir aber in eine Art Angststarre. „Streichele sie mal und rede ihr leise zu. Ihre Herzfrequenz ist komplett oben, ich gebe ihr deshalb eine Beruhigungsspritze, wenn das okay für dich ist. Ich möchte nicht das die Gute uns hier aus den Latschen kipp“. Die Beruhigungsspritze war eine sehr geringe Dosis, hatte aber Wunder bewirkt. Die Stute wurde nach kurzer Zeit lockerer und Bewegte sich auch wieder. Zufrieden mit diesem Ergebnis konnte ich sie dann noch Chippen. Dann nahmen wir die Maske ab und gaben ihr einen Belohnungsapfel, den sie sichtlich genoss. „So. Dann lass ich dich jetzt mal in Ruhe“. Zufrieden schloss ich die Box und aktualisierte den Impfpass. „Also, den Chip hatte ich noch kontrolliert. Die Stute ist jetzt identifizierbar und ist dann ab Morgen beim örtlichen Amt gemeldet“. Dankend brachte mich Johanna noch zum Leihwagen und half mir meine Taschen in den Kofferraum zu packen. Wir verabschiedeten uns mit dem Wunsch uns außer beruflich mal zu Treffen.

      4985 Z. | ohne Leerzeichen | by Cooper
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    • adoptedfox
      30. Oktober 2019 | 2520 Zeichen
      Geduld ist der Schlüssel zum Erfolg
      Drei Wochen ist sie schon bei mir. Unglaublich wie schnell die Zeit verflogen ist… gedankenversunken blätterte ich in meinem Wochenkalender, in dem ich seit der Ankunft von HMJ8345's Continental nicht nur meine eigenen Termine, sondern auch jeden ihrer Fortschritte dokumentierte. Nach dem Besuch der Tierärztin hatte ich viel Zeit damit verbracht, der Stute Gesellschaft zu leisten. Ich setzte mich zu ihr in die Box, beobachtete sie und auch wenn ich dafür schiefe Blicke erntete, redete ich mit ihr.
      Die Tage verstrichen und außer einem mir zugewandten Ohr, schien sich die Stute nicht für meine Anwesenheit zu interessieren. “Hab Geduld, gib ihr Zeit!” beruhigte mich Cooper Chattahoochee, mit der ich zwischenzeitlich in Kontakt getreten war. “...nimm dir ein Buch mit zur Entspannung. Ich kann dir Horse Psychology von Lara-Tabitha Snyman empfehlen.” Auch wenn mein Englisch etwas eingerostet war nahm ich mir ihre Empfehlung zu Herzen und bestellte das Buch im Internet. Ein paar Tage später machte ich mich mit dem Buch und einer Banane auf den Weg zur Box meiner Stute. “Na, wie geht es dir heute?” fragte ich sie und setzte mich in die Ecke, in der ich es mir die letzten Besuche schon gemütlich gemacht hatte. Ich schälte die Banane und noch bevor ich einen Bissen nehmen konnte sah ich aus dem Augenwinkel, dass Continental mich direkt ansah. Sie reckte den Hals und sog die Luft scharf ein, bevor sie vorsichtig näher kam und ihre weichen Nüstern meine Knie berührten. “Magst du etwa die Banane?” fragte ich und nahm die Banane aus der Schale. Ihre weichen Lippen berührten meine Handinnenflächen, während sie die Banane nahm und zerkaute. Sollte ich es wagen? Behutsam hob ich meine Hand und legte sie auf ihre Stirn. Sie zuckte und ich begann beruhigend mit ihr zu sprechen um sie vom bleiben zu überzeugen. In kreisenden Bewegungen glitten meine Finger über ihre breite Stirn und ich spürte, wie sie sich zu entspannen begann.
      In diesem Moment fühlte ich mich wie von Wolken getragen.
      Alle meine Sorgen waren vergessen und ein Gefühl von Glück durchströmte meinen ganzen Körper. Das Eis war gebrochen!
      Ich blätterte ein paar Seiten weiter und schloss den Kalender lächelnd.
      Die Stute lehrte mich Geduld und belohnte mich dafür mit ihrem Vertrauen.
      Ich durfte die Stute am ganzen Körper berühren und mithilfe einer Bekannten, die uns Natural Horsemanship nahe legte, konnten wir auch im Roundpen Fortschritte verzeichnen.
      Mühsam, aber stetig bergauf. Wir hatten eine Geschwindigkeit für uns gefunden.
      3 Punkte Bericht mit 2520 Zeichen
    • adoptedfox
      12. November 2019 | 3990 Zeichen
      7 Spiele
      November. Es war, selbst für norddeutsche Verhältnisse, erstaunlich schnell kalt geworden.
      Nachdem ich mich zuhause umgezogen hatte machte ich mich auf den Weg zu meinen Pferden. Ich begrüßte meine beiden Vollblüter Smarty Jones und Bear Brooks Denahi ausgiebig bevor ich mich HMJ8345's Continental zuwandte. Jetzt, wo die Stute stetig Vertrauen zu mir aufbaute und die Fortschritte deutlich zu sehen waren, wuchs auch mein Enthusiasmus und ich fragte mich, ob ich sie zur Abschlussshow des Wettbewerbs bereits von ihrem Rücken aus vorstellen könnte. Ich kraulte ihr die Stirn und bot ihr einen Bananenchip auf meiner flachen Hand an. Seit ich ihre Vorliebe für Banane entdeckt hatte stand ich regelmäßig in der Küche um die Leckerchen selbst zu backen. Ich zog der Stute das Halfter an und führte sie aus der Box um sie auf dem Putzplatz anzubinden, wo ich bereits alles vorbereitet hatte. Mit dem Striegel in der einen- und der Kardätsche in der anderen Hand begann ich die Stute zu putzen. Dabei achtete ich auf ihre Körpersprache um sicherzustellen dass sie sich wohl fühlte. Ich kämmte ihre kurze Mähne und wandte mich dann ihrem Schweif zu. Ich strich mit der Hand über ihre Kruppe und nahm den Schweif zur Seite um die Strohhalme herauszuziehen und Schweif- und Mähnenspray aufzutragen. Während das Spray einwirkte kratzte ich ihre Hufe aus. “Ich darf nicht vergessen den Hufschmied anzurufen…” sagte ich zu mir selbst und nahm den Schweif wieder zur Seite um ihn zu bürsten. Ich ließ Continental für einen Moment allein um das Knotenhalfter, ein Bodenarbeitsseil und den Carrot Stick aus meinem Schrank zu holen. Das Training auf der Grundlage von Natural Horsemanship funktionierte so gut, das ich heute mit etwas neuem beginnen wollte: Den 7-Games von Parelli.
      Ich öffnete das Halfter und zog es auf den Hals der Stute, damit ich ihr das Knotenhalfter anlegen konnte. Bevor ich das Halfter löste prüfte ich den Sitz des Knotenhalfters und hängte das Seil ein. “Dann wollen wir mal.” sagte ich und führte die Stute über den Hof zum Round Pen.
      Nach einer kurzen Aufwärmphase holte ich sie zu mir und begann mit dem ersten der 7 Spiele, dem friendly Game. Ich nahm den Carrot Stick zu Hilfe und ließ das Bodenarbeitsseil locker durchhängen. Immer auf die Körpersprache der Stute achtend, berührte ich sie mit dem Seilchen des Carrot Sticks am Hals und warf es sogar über sie um in rhythmisch-kreisenden Bewegungen zum Widerrist hinzuarbeiten. Continental war entspannt und begann sogar zu dösen. Ich ließ das Seilchen weiter über ihren Körper gleiten und berührte sie am Bauch, den Beinen und der Kruppe. Als ich bei den Fesseln angekommen war, wurde die Stute unruhig. Continental riss den Kopf hoch und ging ein paar Schritte rückwärts. Ich ließ das Seil durch meine Hand gleiten um dem Druck nachzugeben. Ich nahm den Carrot Stick nach unten und stützte mich auf ihn, während ich der Stute ein paar Minuten zur Beruhigung gab. “So ist’s brav mein Mädchen!” lobte ich sie ruhig und ging langsam auf sie zu. Ich wiederholte die Übung und ließ das Seilchen rhythmisch erst über ihren Rücken und Bauch gleiten, bevor ich zu den Beinen überging. Als Continental das Seilchen am Bein spürte, spielte sie mit den Ohren und ich nahm den Druck wieder weg. Wir wiederholten das Spiel noch einige Male, bevor ich die Trainingseinheit für beendet erklärte und sie ausgiebig lobte. “Ich bewundere dich für deine Geduld. Ich hätte schon aufgegeben…” sagte Annette, die mich vom Zaun aus beobachtet haben muss. “Danke. Ich bin eigentlich auch kein geduldiger Mensch, aber sie ist eine gute Lehrerin.” rief ich ihr zu und winkte lächelnd zum Abschied. Ich strich Continental über die Stirn und gab ihr einen Bananenchip zur Belohnung, bevor wir uns auf den Weg zurück in den Stall machten. Nachdem ich mich von der Stute verabschiedet hatte wandte ich mich meinen Vollblütern zu, die ich heute nur longieren wollte. Später am Abend trug ich das Training mit Continental in meinen Kalender ein.
      3 Punkte Bericht mit 3990 Zeichen
    • Sammy
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      Gelassenheitstraining | 24.237 Zeichen von Sammy | 4 Pkt.
      "Sammy! Du bist wieder da!", rief mir Ana fröhlich entgegen, als ich aus dem Taxi stieg. Ich war gerade von einem Trainingsauftrag in Kanada zurück und freute mich nun riesig, alle wiederzusehen. Unglaublich, was ein paar Tage Abwesenheit in einem auslösen konnten. Ganz nebenbei war heute auch ein besonderer Tag. Wir bekamen nämlich Besuch von Johanna Röder und ihrer Stute HMJ8345's Continental. Wie der Name schon verriet, stammte auch dieses Stütchen aus dem Makeover und ich sollte mit ihr ein Gelassenheitstraining absolvieren. Johanna hatte beim Auftakt des Makeovers bereits angedeutet, dass sie ihre Stute gerne von mir trainieren lassen würde, umso mehr freute ich mich nun über diesen Auftrag. "Habt ihr schon alles vorbereitet? Ich würde wahnsinnig gerne noch kurz durch die Dusche springen und mir meine Stallklamotten anziehen, bevor unsere Gäste ankommen.", fragte ich Ana. Die junge Frau nickte entrüstet. "Natürlich, was denkst du denn von uns? Die Box ist hergerichtet und das Gästezimmer fertig. Cool, dass Frau Röder hier bleibt, das Angebot hat bisher noch niemand in Anspruch genommen." Ich nickte lächelnd. Auch ich freute mich auf das kommende Training und den Austausch mit Continental's Besitzerin. Nun verschwand ich jedoch erst einmal im Haus, um alles zu checken und mich in einen angemessenen Zustand zu bringen. Nach einer stundenlangen Reise fühlte ich mich einfach immer so schmutzig.

      Eine gute Stunde später rollte ein Auto mit Pferdehänger durch das große Steintor meines geliebten Gestüts. Ich lief Johanna entgegen und winkte sie durch, damit sie direkt vor den Stallungen halten konnte. Ich wollte Continental nicht den Stress zumuten, gleich über das ganze Gestüt und vor allem am Springbrunnen vorbeilaufen zu müssen. Den fanden alle neuen Pferde erst einmal gruselig. Zumal jetzt, am späten Nachmittag, reger Betrieb auf dem Gestüt herrschte. Gerade führte Brian meine über alles geliebte Stute Leveneza vorbei. "Mann, ist das aber ein schönes Pferd! Hallo übrigens erstmal!", sagte da Johanna. Ich drehte mich lächelnd zu der jungen Frau um und drückte herzlich ihre Hand. "Ja, sie ist eines meiner Schmuckstücke. Jetzt lass uns deine Maus versorgen und dann zeige ich dir dein Zimmer." Johanna nickte zustimmend und öffnete die Seitentür des Hängers, um zu Continental zu gelangen. Ich ließ währenddessen zusammen mit Samuel die Rampe hinunter. Johanna band ihre Quarterponystute los und führte sie rückwärts aus dem Hänger. Samuel und ich hielten Abstand, um das Pferdchen nicht zu verunsichern. Continental sah sich mit ihren großen braunen Augen um und atmete mit zitternden Nüstern ein. Johanna strich ihr beruhigend über den Hals und ich winkte ihr, damit sie mir folgte. Laut Johanna war die elfjährige Stute sehr unsicher und sensibel, daher wollte ich es möglichst vermeiden, das schöne Tier zu überfordern. Ich zeigte auf die vorbereitete Box und Johanna führte das Pony hinein. Die meisten meiner Pferde waren gerade draußen auf den Koppeln und genossen den schönen Herbsttag, daher war es im Stall selbst ziemlich ruhig. Ich hatte Continental ganz bewusst neben meinem eigenen Makeover-Pferdchen untergebracht, da auch meine Stute unsicher war und Continental keinesfalls bedrängen würde. Johanna nahm Continental die Transportausrüstung ab und ließ das Pony dann alleine, damit es in Ruhe die Box erkunden konnte. Ich führte die junge Frau hinüber ins Haus und zeigte ihr das Gästezimmer.
      Kurz darauf standen wir beide wieder bei Continental vor der Box. Johanna wollte gerne bei dem Pony sein, wenn meine rund 70 Pferde in die Stallungen gebracht wurden. Wir hatten schon einmal Continental's Abendessen vorbereitet, damit die Stute ein wenig abgelenkt war, wenn der Trubel begann. Als die ersten Stuten mit lautem Tamtam in den Stall kamen, verdrehte ich die Augen. Einige meiner Prinzessinnen liebten den großen Auftritt. Continental spielte aufgeregt mit den Ohren und starrte aus der hintersten Ecke ihrer Box heraus über die Boxentür. Johanna selbst hatte nur drei Pferde im Stall stehen, daher kannte Continental diesen Trubel nur von ihrer Zeit bei der Pferdemafia und dem Kurzaufenthalt auf der Bow River Ranch. Johanna redete leise auf ihr Stütchen ein. Erst als gut die Hälfte meiner Stuten im Stall stand, entspannte sich die kleine Fuchsstute allmählich. Sie schien zu verstehen, dass der Lärm nichts mit ihr zu tun hatte. "Ich geh mal schnell und hole Elfentanz. Die wird sich nach meiner Abwesenheit wahrscheinlich schon fragen, wo ich abgeblieben bin.", entschuldigte ich mich bei Johanna. Diese nickte mir kurz zu, blieb aber ganz auf ihre Stute konzentriert. Ich konnte das absolut nachvollziehen. Die Pferde hatten in ihrem Leben schon viel zu viel mitmachen müssen und nun wollten wir einfach alles dafür tun, dass sie diese Erfahrungen so schnell wie möglich wieder vergessen konnten. Als ich mit Elfentanz zurückkam, sah die Stute ihre neue Boxennachbarin mit großen Augen an und schnorchelte unsicher. Ich strich ihr sanft über den Hals und führte sie in ihre Box. Während Elfentanz erst einmal Abstand hielt, betrachtete Continental die um ein Vielfaches größere Stute mit wachem Interesse. Wir blieben noch ein wenig bei unseren Makeover-Pferdchen, dann ging ich mit Johanna ins Haus, wo ich ihr Farfalle mit selbstgemachter sizilianischer Tomatensoße und frischem Basilikum auftischte - mein momentanes Lieblingsessen. Kaum, dass wir uns hingesetzt hatten, schossen auch schon Samuel und Donald ins Haus und blieben prompt in der Küchentür hängen, weil jeder von ihnen zuerst zum Essen gelangen wollte. "Jungs. Wir haben einen Gast, könnt ihr euch nicht mal benehmen?!", ertönte da Ana's harsche Stimme. Als die zwei Männer mit hochroten Köpfen zurücktraten, quetschte sich die schmale Frau schnell an ihnen vorbei und lud sich mit einem breiten Grinsen im Gesicht als erstes Nudeln auf den Teller. Ich warf Johanna einen Blick zu und war froh, dass die Alberei meinem Gast zu gefallen schien.

      Am nächsten Morgen frühstückten Johanna und ich gemeinsam. Normalerweise leisteten mir meine Angestellten auch hierbei Gesellschaft. Sie gehörten für mich mittlerweile zur Familie. Heute waren jedoch alle bereits draußen auf der Rennbahn. Ich hatte es nach der anstrengenden Reise nach Kanada genossen, eine gute Stunde länger in meinem kuscheligen Bett liegen bleiben zu dürfen. Nun war das Rennpferdetraining jedoch fast zu Ende und Johanna und ich wollten zur Morgenfütterung im Stall sein. "Magst du heute Vormittag mit den anderen ausreiten gehen? Heute lerne ich Continental sowieso erst einmal kennen. Immerhin muss sie mir zumindest ein bisschen vertrauen, damit ich mit ihr das Gelassenheitstraining absolvieren kann.", fragte ich Johanna. Diese nickte mit leuchtenden Augen. "Die Gegend hier ist wunderschön, es muss toll sein, das alles auf dem Pferderücken zu erkunden." Ich nickte. Seit ich hier war, hatte ich den Umzug keinen einzigen Tag bereut und so schnell würde sich das sicherlich auch nicht ändern. Wir unterhielten uns ein wenig über Johanna's bisherige Arbeit mit ihrem Stütchen, dann gingen wir hinüber zu den Stallungen. Continental sah Johanna mit gespitzten Ohren entgegen. Sie wusste genau, dass es gleich Zeit fürs Frühstück war. Johanna schnappte sich den vorbereiteten Futtereimer und betrat die Box ihrer Stute. Bevor sie Continental den Eimer hinstellte, begrüßte sie das Stütchen liebevoll. Anschließend ließen wir Continental in Ruhe futtern und sahen zu, wie die Rennpferde vom Training hereinkamen. Johanna besaß selbst ein englisches Vollblut, das ich bereits trainiert hatte. Daher betrachtete die junge Frau meine Blitzstarter mit regem Interesse. Ich führte sie weiter in den Hengsttrakt und zeigte auf meinen Rappschecken Pride & Prejudice. "Das ist Pride, den kannst du auf dem Ausritt reiten. Ist diesmal eine reine Hengstgruppe. Pride ist ziemlich stolz, aber toll zu reiten. Du wirst sicherlich viel Spaß mit ihm haben.", erklärte ich Johanna. Diese streckte begeistert die Hand über die Boxentür und streichelte Pride's weiche Nase. Nach und nach wurden nun die Pferde auf die Koppel gebracht und ich bat Johanna darum, mir Continental auf den abgetrennten Teil der Fohlenkoppel zu bringen. Ich wollte die Stute in Ruhe kennen lernen und mich ihr nicht aufzwingen. Dafür brauchten wir Platz. Das Pony ließ sich brav aufhalftern und folgte Johanna dicht auf den Fersen. Ich übernahm mit Elfentanz und Holly die Führung. Die beiden Stuten standen nämlich auf der anderen Hälfte der Fohlenkoppel, damit mein Makeover-Pferdchen sich an die Gesellschaft anderer Pferde gewöhnen konnte. Continental schien dieses Problem nicht zu haben, dennoch würden wir sie während der Tage, in denen sie hier zu Besuch war, nicht in eine der Herden integrieren. Wir sahen unseren Stuten kurz zu, dann brachte ich Johanna zurück in den Stall. "Samuel, Donald und Ana kommen mit auf den Ausritt. Sie zeigen dir auch, wo du Pride's Ausrüstung findest. Ich mache mich jetzt mal an die Arbeit mit deiner Süßen. Hab viel Spaß!", verabschiedete ich mich von Johanna. Nach einem kurzen Abstecher in mein Büro machte ich mich auf den Weg zu meinem neuesten Trainingspferdchen. Ich hatte eine alte Pferdedecke dabei, das Buch "Emma" von Jane Austen und einen Beutel voll mit kleingeschnittenen Leckereien. Als Elfentanz und Holly mich kommen sahen, kamen sie gemeinsam an den Zaun, was mir ein fröhliches Lachen aufs Gesicht zauberte. Beide Stuten waren wirklich wie ausgewechselt. Ich schlüpfte durch den Zaun und schmuste mit den beiden Hübschen. Continental beobachtete mich aufmerksam - was ich genauso beabsichtigt hatte. Das süße Pony sollte sehen, dass meine Pferde keine Angst vor mir hatten, sondern freiwillig zu mir kamen. Das hatte bei Elfentanz funktioniert und würde mir hoffentlich auch dabei helfen, Continental's Vertrauen zu gewinnen. Ich gab meinen Pferdchen einen Knutscher auf die Nasen und duckte mich dann unter dem Zaun durch. Auf Continental's Koppel breitete ich ungefähr in der Mitte meine Decke aus und ließ mich darauf nieder. Ziel war, dass Continental auf mich zukam und nicht andersherum. Ich legte mich auf den Bauch und schlug mein Buch auf. Sekunden später war ich in Austen's Welt eingetaucht und nahm meine Umgebung nur noch am Rande war. Wegen dieser Angewohnheit wurde ich ab und an mit Rory Gilmore aus der Serie "Gilmore Girls" verglichen und da gab es nun wirklich Schlimmeres. Es dauerte gar nicht lange, bis Continental sich langsam auf mich zubewegte. Nach ein bis zwei Schritten blieb die Stute immer wieder stehen und rupfte ein paar Halme Gras. Ich lächelte und beobachtete das Füchschen nur aus den Augenwinkeln. Schließlich stand das Pony direkt vor mir und schoberte vorsichtig an der Pferdedecke. Ich blieb ganz ruhig und sprach nur leise mit dem Stütchen, um sie nicht zu erschrecken. Continental spielte mit den kleinen Ohren und sah mich aus ihren großen, braunen Augen neugierig an. "Na du hübsche Maus? Schau mal, was ich hier habe. Magst du das haben?", fragte ich mit leiser Stimme, während ich Continental einen Apfelschnitz hinhielt. Die Stute hob den Kopf und spielte nervös mit den Ohren. Ich rollte die Leckerei an den Rand der Pferdedecke und wandte mich wieder meinem Buch zu. Kurz darauf hörte ich, wie Continental genüsslich den Apfel zerkaute. Ich setzt mich nun ganz langsam auf und hielt der Stute ein weiteres Leckerchen hin. Continental drehte unschlüssig ihre plüschigen Öhrchen und sah sich immer wieder um, bevor sie zu mir blickte. "Alles ist gut. Und dieses Stück Apfel schmeckt bestimmt noch viel besser, als das Letzte.", lockte ich mit schmeichelnder Stimme. Wie in Zeitlupe reckte Continental den Hals, nahm den Leckerbissen mit weichen Lippen von meiner Handfläche und zog sich dann eilig einige Schritte zurück. Als ich jedoch keine Anstalten machte, ihr zu folgen, kam das Stütchen wieder näher und bließ mir ihren warmen Atem in den Nacken. Ich kicherte, weil die Tasthaare am weichen Maul der Stute mich kitzelten und Continental machte einen Satz von mir weg und starrte mich argwöhnisch an. Dieses Annährungsspielchen wiederholte sich den gesamten Morgen lang immer wieder, doch schließlich konnte ich aufstehen und Continental kraulen. Nachdem sie die erste Scheu überwunden hatte, genoss das kleine Stütchen die Streicheleinheiten sichtlich. Der Grundstein war gelegt, nun konnten wir mit dem richtigen Training beginnen.

      "Der Ritt war sooo schön! Der Wald leuchtet in allen Farben und die Luft riecht so unglaublich frisch. Und Pride... Pride ist einfach fantastisch!", schwärmte Johanna am nächsten Morgen immer noch von ihrem gestrigen Ausritt. Sie hatte nicht schlecht gestaunt, als ich ihr am letzten Nachmittag meine Fortschritte mit Continental gezeigt hatte und war nun gespannt auf das weitere Training. Gestern Nachmittag hatten wir Continental mit auf den Platz genommen, damit sie sich erst einmal an die Umgebung gewöhnen konnte, bevor ich allerlei gruselige Dinge hinzufügen würde. Ich hatte das Ponystütchen freilaufen lassen und mir ihre Gänge angesehen. Außerdem hatten wir so auch schon ein wenig an den diversen Stimmkommandos arbeiten können. Heute wollte ich Continental nun zum ersten Mal mit einer vermeintlichen Gefahr konfrontieren - dem Springbrunnen. Am Vortag hatte ich die Stute extra hinter meinem Haus entlanggeführt, damit wir den Brunnen nicht passieren mussten, doch er war eine perfekte Trainingsmöglichkeit. Je nachdem, wie gut das klappte, würden wir dann am Nachmittag noch auf dem Platz arbeiten. Johanna und ich putzten das Stütchen, womit wir sie gleich an die Anwesenheit von zwei Zweibeinern in ihrer unmittelbaren Nähe gewöhnen konnten. Nach anfänglicher Skepsis ließ Continental sich die beidseitige Massage nun gefallen und seitdem Johanna mir von der Vorliebe der Stute für Bananen erzählt hatte, hatten wir davon natürlich auch immer eine im Gepäck. Als das fuchsfarbene Fell des Stütchens glänzte, die Hufe ausgekratzt, die Mähne gekämmt und der dichte Ponyschweif verlesen waren, statteten wir Continental mit Gamaschen, einem Halfter und einem langen Bodenarbeitsseil aus. Damit arbeitete ich in solchen Situationen am liebsten, da die Pferde auf diese Art mehr Raum hatten, ohne jedoch flüchten zu können. Ich schickte Johanna nun vor, damit sie sich vor den Brunnen stellte und kam mit Continental nach. Die Stute spitzte schon die Ohren, als wir den neuen Weg einschlugen, doch als das Plätschern des Wassers immer lauter wurde, stemmte sie entsetzt die Beine in den Boden. "Na komm du süße Maus. Schau es dir wenigstens mal an. Ist gar nicht so schlimm, wie du jetzt denkst.", redete ich leise auf das ängstliche Stütchen ein. Schritt für Schritt bewegten wir uns vorwärts, doch als der Brunnen in Sicht kam, rührte Continental sich keinen Zentimeter mehr, sondern starrte das Ungetüm mit aufgerissenen Augen an. Ich lief noch einige Schritte weiter, ließ das Seil dabei jedoch locker. Continental sollte sich nicht gezwungen fühlen. Mit kaum spürbarem Zupfen am Seil und aufmunternden Worten lockte ich Continental weiter, bis wir schließlich nur noch gut drei Meter vom Brunnen entfernt waren. Johanna sah ihr Stütchen mitleidig an. Ich lächelte ihr aufmunternd zu. "Das schafft sie schon. Wir müssen ihr einfach nur klar machen, dass der Brunnen sich nicht plötzlich auf sie stürzen wird. Und mit jedem Hindernis, dass Continental überwindet, wird sie selbstsicherer werden - du wirst schon sehen.", beruhigte ich die junge Frau. "Übernimm du mal kurz, bitte.", sagte ich dann und übergab Johanna das Ende des Bodenarbeitsseils. "Lass das Seil einfach locker, damit setzen wir sie nicht unter Druck." Ich biss die Zähne zusammen, zog meine Stiefel richtig hoch und stieg in den Brunnen. Dieser Teil des Trainings machte im Sommer entschieden mehr Spaß, aber ich hatte - auf die harte Tour- gelernt, dass es den Pferden half, wenn man sich selbst nass machte. Soll heißen, dass eine meiner Warmblutstuten mich beim Geländespringen mehr oder weniger elegant im Wasser abgesetzt hatte und - nachdem sie gesehen hatte, dass ich nicht gefressen wurde - ruhig und gelassen hineinspaziert war. Seit diesem Tag war das meine Methode, um den Pferden die Angst vor dem Wasser zu nehmen. Ohne den Teil mit dem Sturz, versteht sich. Das Wasser war eisig und ich hielt mich so gut wie möglich von der kleinen Fontäne fern. Nass wurde ich natürlich trotzdem. Ich zog eine Banane aus meiner Tasche und winkte Continental damit zu. "Schau mal Mäuschen, mir passiert gar nichts. Also bitte, bitte, beweg deinen felligen Hintern im Eiltempo hier rüber.", sagte ich lockend. Continental spitzte die kleinen Öhrchen und sah abwechselnd zu Johanna und mir. Langsam streckte sie den Hals und schnaubte. Auch Johanna redete auf das Pony ein und endlich machte Continental ein paar zögerliche Schritte vorwärts. "Fein, das machst du ganz Großartig Mäuschen!", bibberte ich. Ich hatte mich zu heftig bewegt und ein Schwall Wasser war in meinen Stiefel geschwappt. Während Johanna Continental weiter vorwärts lockte, stiefelte ich - äußerlich - seelenruhig im Brunnen herum und bis ab und an ein Stück von der Banane ab. Trotzdem Continental immer wieder scheu stehen blieb, stand sie schließlich unmittelbar vor dem Brunnen. Ich ging auf sie zu und strich ihr den fuchsfarbenen Schopf aus der Stirn. Dann hielt ich ihr den Rest der Banane hin. Das Pony war jedoch so auf den Brunnen und das Wasser fixiert, dass es die Leckerei gar nicht wahrnahm. Ich tauchte meine Hand ins Wasser und hielt sie Continental unter die Nase. Mit weit geblähten Nüstern schnoberte das Stütchen an meiner Hand. "Na siehst du. Ist nur Wasser. Kennst du doch alles.", sagte ich und strich ihr lobend über den Hals. Nun nahm Continental auch die angebotene Banane an und zerkaute sie genüsslich. Ich lockte sie soweit vor, bis das Stütchen mit der Brust direkt vor dem Mäuerchen des Brunnens stand. Langsam und jederzeit fluchtbereit senkte das Pony den Kopf und berührte die Wasseroberfläche. Die Fontäne ließ Continental dabei keine Sekunde aus den Augen. Aber es schien sie zu beruhigen, dass ich bisher noch nicht verschwunden war. Johanna lachte glücklich, als das Continental ihr Maul tiefer ins Wasser senkte, nur um den Kopf dann ruckartig hochzuziehen - womit sie mich natürlich nass spritzte. Ich fiel in das Lachen ein und Continental sah uns mit schief gelegtem Kopf an. Das Geräusch schien ihr zu gefallen. In diesem Moment erinnerte die süße Stute mich unglaublich an meinen geliebten Hengst Cheeky Jot. Der hatte auch immer den "Denkerblick" aufgesetzt, wenn ihn etwas interessiert hatte. "Führ Continental jetzt mal in beide Richtungen um den Brunnen herum. Ich möchte sehen, ob sie ihre Angst davor tatsächlich überwunden hat. Und dann brauche ich eine Dusche. Also eine richtige, mit warmem Wasser und so.", sagte ich grinsend zu Johanna. Die nickte und konzentrierte sich wieder auf ihr Makeover-Pferdchen. Continental beobachtete den Brunnen zwar sehr aufmerksam, folgte Johanna aber brav im Kreis herum. Ich nickte zufrieden und kletterte aus dem kalten Wasser. "Brr, war das kalt. Wenn du nichts dagegen hast, lasse ich euch zwei alleine und lege mich trocken.", sagte ich zähneklappernd zu Johanna. Die nickte freudestrahlend: "Klar! Ich bringe Continental auf ihre Koppel. Es ist einfach unglaublich, wie toll sie sich macht!" Ich nickte und ging lächelnd zum Haus hinüber. Es freute mich immer sehr, wenn Pferdebesitzer mit meinem Training zufrieden waren.

      Die nächsten Tage vergingen wie im Flug. Johanna und ich arbeiteten täglich zwei Mal mit Continental, um die Stute nicht in einer langen Trainingseinheit zu überfordern. Oftmals besuchten wir das Stütchen auch einfach nur, um es ein wenig zu streicheln und gingen dann wieder unserer Wege. Mittlerweile kam Continental sogar schon an den Zaun getrabt, wenn sie Johanna oder mich kommen sah. Das machte mich unglaublich froh und ich staunte immer wieder darüber, wie ähnlich sich das Quarterpony und meine Elfentanz doch waren. Wenn wir nicht gerade mit Continental trainierten, beteiligte sich Johanna am Training meiner Pferde. Vor allem das Ausreiten liebte die junge Frau und ich war um jede helfende Hand froh. Die Hallensaison hatte begonnen und für meine Vierbeiner standen noch einige Turniere auf dem Programm. Nicht zu vergessen auch unsere große Weihnachtsquadrille, die wir in jeder freien Minute übten. Nach dem erfolgreichen Training am Brunnen hatten wir mit Continental auf dem Reitplatz trainiert. Begonnen hatten wir mit einem großen pinkfarbenen Ball. Allerdings hatte ich die anderen Stationen bereits aufgebaut. So sah Continental gleich, dass die verschiedenen Dinge wie Flatterbandgasse, Regenschirm, Wippe, Kegel und Plastikplane ihr nichts anhaben konnten. Den Ball hatte das Ponystütchen recht schnell gemocht und schon am Ende der Trainingseinheit hatte sie ihn freudig vor sich hergerollt. Davon hatte Johanna auch ein Foto gemacht. Gleich am nächsten Tag waren wir mit Arriba und Prada ins nahe gelegene Dörfchen Sway geritten, um es entwickeln zu lassen. Johanna hatte das Foto ganz verliebt angestarrt - Continental machte darauf aber auch eine wirklich super Figur.

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      Als nächstes hatten wir uns der Flatterband-Gasse zugewandt. Die hatte Continental entschieden gruseliger gefunden, als den Ball. Johanna und ich hatten mit Engelszungen auf das Stütchen eingeredet, bis ich schließlich eines der Bänder abgerissen und Continental damit abgerieben hatte. Beim anschließenden Wiederanbringen des Bandes hatte ich genau darauf geachtet, dass Continental mich beobachtete. So hatten wir sie zumindest in die Nähe der Gasse gebracht. Dennoch hatte es uns mehrere Tage gekostet, bis das Stütchen auch brav durch die Gasse hindurch ging. Die große blaue Plastikplane war dafür zu unserer Überraschung das wesentlich kleinere Problem gewesen. Continental hatte sich zwar vor dem Geraschel erschreckt, doch die Farbe - die die meisten Pferde wegen der Wasserähnlichkeit scheuten - hatte dem Stütchen überhaupt nichts ausgemacht. Heute war unser Abschlusstraining, denn schon heute Abend würde sich Johanna wieder auf den Heimweg machen. Wir machten Continental wie immer in aller Ruhe fertig und führten sie dann aus dem Stall. Ich hatte für diesen besonderen Anlass einen kleinen Parcours aufgebaut, der sich über mein gesamtes Gestüt hinwegzog. Erste Station war der Brunnen. Da wir das Ponystütchen seit unserem ersten richtigen Training jeden Tag daran vorbeigeführt hatten, stellte das Hindernis kein Problem mehr dar. Auf dem Weg zur Reithalle stand Samuel und klappte einen Regenschirm auf uns zu. Continental machte kurz einen Satz zur Seite, doch dann konzentrierte sie sich wieder auf mich - wie sie es im Training gelernt hatte. Solange ich ruhig und gelassen blieb, beruhigte sich auch das Ponystütchen schnell wieder. Das war der Vorteil an Pferden wie Continental und Elfentanz. Sie wollten die Sicherheit eines Herdenchefs und ordneten sich problemlos unter, wenn man sein Können als Anführer einmal unter Beweis gestellt hatte. Nach der Hälfte der Strecke übergab ich Continental an Johanna. Sie führte Continental zunächst über eine Plastikplane, dann durch eine Flatterbandgasse. Ich lief ein Stück voraus und nahm eine Gerte vom Wegrand, an deren Spitze ein bunter Luftballon befestigt war. Das war nun ein völlig neuer Gegenstand und ich war gespannt zu sehen, wie das Stütchen reagierte. Continental spitzte die Ohren und wurde langsamer. Johanna jedoch starrte auf die Gerte und entspannte sich dann sichtbar. Gleichzeitig stieß sie ruhig den Atem aus, wie ich es ihr gezeigt hatte. Damit signalisierte sie Continental, dass sie die vermeintliche Gefahr gesehen hatte, dass aber tatsächlich keine Gefahr drohte. Das Pony entspannte sich und folgte Johanna brav an dem Luftballon vorbei. Die restlichen - bereits bekannten - Stationen waren nach dem Luftballon ein Klacks und wir lobten das Makeoverpferdchen überschwänglich, als wir wieder beim Stall ankamen. Continental und Johanna hatten ihre Sache ganz wunderbar gemacht und ich freute mich schon darauf, die beiden spätestens bei der Abschlussfeier wiederzusehen. ​
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    • Snoopy
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      18.11.2019 | Hufkontrolle, Ausschneiden, Korrigieren

      Vor ein paar Tagen bekam ich einen Anruf von Johanna Röder, sie brauchte einen Hufschmied für ihre Stute HMJ8345's Continental. Sie war mein drittes Pferd oder eher Pony aus dem Wettbewerb des Horse Makeover Joelle, mit viel Freude nahm ich den Auftrag an, da mich dieser sehr interessierte und ich gerne bei den Fortschritten der Trainer mitwirken wollte.

      Am heutigen Tag war auch schon der Termin und ich rollte mit meinen mobilen Van auf Johanna's Hof. Sie hatte mir ein paar Informationen schon übers Telefon gegeben, dass ihre Stute das Hufe geben zwar schon konnte, aber noch recht unsicher dabei war. Als ich den Wagen beim Stall parkte, kam auch schon Johanna mit der Stute raus. Ich winkte ihr zu und stieg aus dem Auto, ehe ich ihr die Hand gab und mit ihr kurz Small-Talk führte. Dann stellte ich mich der Stute vor, hielt ihr die Banane entgegen, die mir Johanna kurz vorher gab und wartete ab. Mit unsicher zuckenden Ohren und misstrauischen Blick beäugte sie die Banane, mich und Johanna. Johanna sprach ihr Mut zu, schließlich nahm die Stute die zwei Stücke des Obstes zögernd an und verputzte es ganz schnell ehe sie wieder etwas zurück wich. Ein Lächeln zückte mein Gesicht und ich machte mich an die Arbeit, beim ersten Huf half mir Johanna, da sie es anhob und ich meine Arbeit machte. Vorsichtig machte ich den Huf mit dem Hufkratzer sauber und bgeann sie mit den Hufmesser-Geräuschen bekannt zu machen, während ich das Innenhorn ausschnitt. Als es fertig war, stellten wir Continentals Huf auf den Hufbock, was sie skeptisch drein blicken ließ und Johanna ihr das mit Leckerlies erstmal etwas schmackhafter machen musste. Als es dann länger anhielt, machte ich die Stute mit der Hufraspel bekannt, begann vorsichtig damit das Außenhorn zu bearbeiten. Die Stute zog ab und an den Huf weg, doch mit genug Geduld hatten wir es auch bald fertig ausgeschnitten. Hier bekam sie Leckereien von mir, welche sie zögernd nach ein paar Minuten verputzte. Das zweite Huf war an der Reige, hier ging ich allein ran, glitt am Bein der Stute hinab und hob es nach ein paar Minuten an und säuberte es gründlich. Dann begann ich denn Innenstrahl zu korrigieren, da dieser gut verwachsen war und es dringend nötig hatte eine richtige Form zu bekommen. Das Ausschneiden vom Innenhorn dauerte eine Weile, da Continental oft ihr Bein wegziehen wollte aber ich blieb stur bei der Sache. Als es erledigt war bockte ich es auf und raspelte und hobelte das Außenhorn zurecht. Schon waren zwei Hufe fertig und es folgten noch die Hinteren, wo mir Johanna wieder half. Sie glitt am Bein hinab, hob es für mich an und ich säuberte es mit dem Hufkratzer. Dann schnitt ich mit dem Hufmesser den Innenstrahl zurecht, entfernte das abgestorbene und verwachsene Horn und ließ die Trainerin der Stute das Huf auf dem Hufbock rauf stellen. Dort schnitt ich überstehendes Horn weg, raspelte es mit der Hufraspe und rundete es anschließend ab. Dann war nur noch ein Huf vor uns, hier half mir Johanna ebenfalls, sie wollte nicht das was passiert auch wenn sie nicht laut ihrer Aussage tritt. Sie kannte ihr Pferd am besten also nickte ich und wir wollten mit dem letzen Huf abschließen. Doch Continental machte uns einen kleinen Strich durch die Rechnung indem sie ihr ganzes Gewicht auf der Seite verlagerte. Johanna sagte mir sie kümmerte sich darum und machte eine kurze Übung mit der Longe, so wie sie es angefangen hatte, nach ein paar Minuten schlug es an und sie schnappte sich das Bein und gab mir ein Zeichen. Ich übernahm das Huf und sie hielt die Stute derweil abgelenkt. Also machte ich weiter und schnitt das Innenhorn nach dem Säubern zurecht, besserte den Strahl aus und konnte das Bein aufbocken, dort begradigte ich das Außenhorn und war fertig.
      ,,So! Dann lauf mit ihr am besten nochmal eine Runde, dass ich sehen kann wie sie läuft!", bat ich Johanna freundlich und sie drehte eine Runde mit der Stute. ,,Das sieht super aus, am besten die nächsten zwei Tage nicht großartig auf harten Boden unterwegs, da doch viel gemacht werden musste und sie nicht plötzlich Lahmen soll. Das wäre nämlich nicht sehr schön und sie muss sich erstmal an das neue Gefühl gewöhnen.", erklärte ich Johanna lächelnd und sie bedankte sich und ich verabschiedete mich von Continental und wünschte Johanna noch viel Glück für das Horse Makeover Joelle.

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    • adoptedfox
      01. Dezember 2019 | 5091 Zeichen
      Fünf Schritte vor - fünf Schritte zurück
      Der kalte Wind pfiff durch die blattlosen Zweige der Bäume, die den Schotterweg zum Stall säumten und obwohl die Sonne wacker kämpfte, schaffte sie es nicht die dichte Wolkendecke zu durchbrechen. Ich zog meine Jacke zu und stieg zwischen den Holzbalken des Zauns hindurch um auf die Weide zu gelangen. Continental stand, das linke Hinterbein angewinkelt, dösend bei der Heuraufe. Ich begrüßte die Stute und zog ihr das Halfter an um mit ihr zurück zum Stall zu gehen. In den letzten Wochen haben wir beachtliche Fortschritte gemacht. Nach dem Besuch bei Sammy auf den Hollybrook Stables war die Stute nicht nur entspannter beim Natural Horsemanship, sie war auch deutlich konzentrierter.
      Im Stall angekommen band ich HMJ8345's Continental vor ihrer Box an und holte ihre Putzbox. Mit kurzen, kreisenden Bewegungen striegelte ich ihr dichtes Winterfell um es von Schmutz, Staub und losen Härchen zu befreien. Mit einer Kardätsche in der einen- und einer weichen Bürste in der anderen Hand strich ich in langen Zügel nochmal über das Fell. Da sie an den Beinen noch etwas sensibel reagierte, war ich hier besonders vorsichtig. Ich kratzte ihre Hufe aus und strich sie mit einem Hufbalsam für den Winter ein um sie vor dem austrocknen zu schützen. Zum Schluss kämmte ich die kurze Mähne und fuhr mit meinen Fingern durch ihren Schweif. “Schick siehst du aus!” lobte ich die Stute, wohlwissend das sie sich später wieder auf dem Paddock wälzen würde. Ich tauschte das Halfter gegen ihr strahlend weißes Knotenhalfter aus und hängte das Bodenarbeitsseil ein. Bereit für das heutige Training verließen wir den Stall und gingen über den Hof zum Roundpen. Bevor wir mit der heutigen Einheit begannen, fragte ich die bisherigen Übungen ab um sie zu festigen. Das Friendly Game beherrschten wir immer besser. Die Stute stand entspannt während ich mit dem Seil und dem Carrot Stick ihren Körper berührte und kaute. Ich streichelte ihren Hals und lobte sie, bevor wir zu den nächsten Spielen übergingen:
      Das Porcupine Game und das Driving Game.
      “Prima machst du das!” lobte ich Continental und gab ihr zur Belohnung einen Bananenchip. Nun widmeten wir uns dem nächsten Spiel, dem Yo-Yo Game. Ich legte den Carrot Stick beiseite und ging mit der Stute zur Mitte des Round Pens. Beim Yo-Yo Game wird das Pferd mit sanftem Druck rückwärts gerichtet, um dann mithilfe einer einladenden Bewegung zurückgeholt wird. Ich teilte das Seil auf und nahm den Teil, den ich für das Spiel benutzen würde, in die rechte Hand, während das Seilende locker in meiner linken Hand lag. Die Stute stand mir gegenüber und richtete die Ohren auf mich. Ich hob meinen rechten Arm und streckte meinen Zeigefinger aus. Um es ihr am Anfang leichter zu gestalten schnalzte ich mit der Zunge im Takt, bevor ich in die erste Druckstufe überging und das Seil leicht schwang. HMJ8345 Continental wandte die Ohren von mir ab, hob den Kopf leicht und ging ein paar Schritte zurück. Ich löste den Druck und wartete einen Moment ab, bevor ich einen Schritt zurück trat und sie bat, zu mir zurück zu kommen. “Ja prima! Das machst du richtig gut, du Maus!” lobte ich die Stute und streichelte mit der flachen Hand über ihre Stirn, bevor wir die Übung wiederholten. Nach einigen Wiederholungen ließ ich das Schnalzen weg und arbeitete allein mit meiner Körpersprache. Dieses Pferd schaffte es einfach immer wieder mir ein lächeln ins Gesicht zu zaubern. Stolz lobte ich sie und gab ihr ein paar Bananenchips zur Belohnung.
      “Johanna? Luisa, Meike und Ich wollen noch eine kleine Runde ausreiten. Möchtest du mit?”
      rief Sarah mir vom Fenster des Reitstübchens aus zu und ich rief nickend “Ja gern!” zurück.
      Eine knappe Stunde spazierten wir im Wald den 3 Reiterinnen hinterher. Im Schritt bildeten wir 2-er Grüppchen damit wir uns währenddessen sogar unterhalten konnten. “Hast du etwas von den anderen Teilnehmern gehört?” fragte Luisa. “Einige von ihnen starten bereits an Regionalturnieren. Davon sind wir allerdings noch weit entfernt, stimmts?” erzählte ich und klopfte Continental den Hals. Als würde sie mir zustimmen, schnaubte sie. “Wenn ihr soweit seid und du möchtest, helfe ich dir gern beim anreiten! Ich habe noch einen alten Westernsattel zu Hause den wir dafür benutzen können, damit sie sich an das Gewicht gewöhnt.” bot sie an und ich nahm das Angebot nur zu gern entgegen. Sättel waren teuer und aufgrund des Größenunterschiedes, konnte ich auch keinen der Vollblüter benutzen da dieser einfach herunter rutschen würde. “Das klingt wirklich gut! Ich würde mich freuen wenn du mir dabei helfen würdest. Ich habe zwar theoretisches Wissen, aber ein Pferd praktisch angeritten habe ich noch nicht.” gab ich ehrlich zu und lächelte zu ihr hoch. “Dann machen wir das! Wenn ich das nächste Mal in den Stall fahre bringe ich den Sattel mit und lege ihn dir neben deinen Spind auf den Bock.” sagte Luisa und sah nach vorn.
      Als wir den Stall wieder erreichten teilte sich unsere Gruppe auf und jeder versorgte sein Pferd. Später am Abend saßen wir gemeinsam im gemütlichen Reiterstübchen und wärmten uns mit einem Glühwein auf.

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    • adoptedfox
      07. Dezember 2019 | 11768 Zeichen von @Veija
      Bow River Ranch Training
      Einreiten von HMJ8345's Continental
      Es war schon eine ganze Weile her, seit ich meinen letzten Trainingsauftrag entgegengenommen hatte. Auf der Ranch war so viel zu tun gewesen, und dann hatte Caleb auch noch die ganzen Menschen des Joelle Horse Makeovers auf die Ranch geholt gehabt. Das waren Tage voller Action gewesen. Nun war es wieder ruhiger geworden, aber ganz weg von den Eventpferden kamen wir alle nicht. Caleb hatte mit Witch, Padon und Blacky einiges zu tun und kam zur Zeit nicht richtig weiter. Und ich? Ich würde später nach Deutschland fliegen. Genauer gesagt zu Johanna Röder und ihrem Makeover Pferd HMJ8345's Continental.
      Meine Sachen waren gepackt und ich war abfahrbereit. Nur noch Caleb musste ich auf Wiedersehen sagen, dann konnte die Reise losgehen. Schließlich würde ich ein paar Wochen auf der Ranch fehlen. Und jetzt da Ylvi und Louis… naja. Caleb konnte zur Zeit jede Hilfe benötigen, die er kriegen konnte. “Jo Caleb ich bin dann weg.”, sagte ich zu ihm, als er gerade an mir vorbei ins Haus gehen wollte. “Hm?”, bekam ich nur als Antwort. “Na nach Deutschland. Zu dem Eventpferd von der Johanna. Das rote Quarter Pony.”, erklärte ich ihm und bekam wieder ein: “Hm.” zu hören. Dieses Mal jedoch gefolgt von einem Nicken. Ich seufzte und dachte kurz darüber nach, den Auftrag doch noch abzusagen. Doch ich hatte es Johanna versprochen und war auch ein kleines bissche geehrt, dass sie mich aus Kanada einfliegen ließ, um ihr Pferd einzureiten.
      Ich ging nun also doch zum Auto, warf meine Tasche hinein und machte mich auf, zum Flughafen. Nachdem ich endlich im Flugzeug saß ging alles ganz schnell, denn ich schlief immer wieder ein. Zum Glück hatte ich noch einen Direktflug buchen können, so dass ich nur knapp 10 Stunden in der Luft war. Ich war noch nie zuvor in Deutschland gewesen und dementsprechend ein wenig… verwirrt. Nachdem ich mein Gepäck gefunden hatte ging ich nach draußen und sah mich um. Mein Blick blieb an einem selbst gemalten Schild hängen, auf dem mein Name stand. Außerdem ein Pferdekopf und ein Cowboyhut. Ich fing an zu lachen und ging langsam auf die junge Frau zu. “Wonderful. That’s how you germans welcome other people? I’m Cayce.”, stellte ich mich vor und brachte auch die Frau zum Lachen, die sich als Johanna herausstellte. Sie fuhr mich zuerst zur Pension, in der ich die nächste Zeit bleiben konnte, ehe sie mich mit auf den Hof nahm, wo sie ihre Pferde eingestellt hatte. Dort wartete auch ein Mietwagen auf mich, mit dem ich später zurück zur Pension fahren konnte.
      Als Johanna mit mir zu Continental ging, erkannte ich sie sofort wieder. “Hey red girl.”, begrüßte ich die Stute. Ich erklärte Johanna, dass ich mich zusammen mit Laurence die erste Zeit um die Pferde gekümmert hatte und sie mich wohl noch erkannte. Das war gut, denn so hatte ich sofort eine Bindung zu ihr. Für heute wollte ich nicht mehr viel machen, nahm die Stute nur aus der Box zum Putzen und ein wenig zu longieren. Longieren war ein Basic, das sitzen musste, bevor ich weiter machen konnte. Wir brauchten ein bisschen, um uns aufeinander einzuspielen, aber am Ende der Einheit schafften wir es, zusammen zu arbeiten und auch aufeinander Acht zu geben. Ich brachte sie wieder zurück in die Box, ging zum Wagen und fuhr zur Pension, wo schon ein gedeckter Tisch auf mich wartete. Ich runzelte kurz die Stirn, bedankte mich jedoch bei der Frau, die das Essen gekocht hatte und setzte mich an den Tisch.
      Am nächsten Morgen frühstückte ich eine Kleinigkeit und fuhr dann wieder rüber. Dass die Stute schon ein Gelassenheitstraining hinter sich hatte, kam mir wirklich zu Gute. Wieder putzte ich sie zu erst. So konnten wir uns besser kennen lernen. Dann ging ich in den Round Pen und ließ sie ein wenig laufen. Danach fing ich sie mir ein und nahm das Pad, mit dem ich sie abklopfte. Am Rücken und am Bauch hatte sie damit keine Probleme, an den Beinen jedoch schon. Jedes Mal wenn sie wegging, ging ich ein paar Schritte nach vorne und ließ sie mir folgen. Dann kam ich wieder mit dem Pad. Ging sie weg, ging ich weiter und kam mit dem Pad ‘zurück’. Sie hatte schnell begriffen, dass sie davor nicht fliehen konnte und fand sich damit ab. Ich lobte sie ausgiebig und hob am Rand des Round Pens die Banane auf, die ich für sie dort hingelegt hatte. “Damit werden wir zwei Freunde, nicht wahr?”
      Die nächsten Tage verbrachte ich ausschließlich im Round Pen. Nachdem sie das Pad akzeptierte und auch keine Angst mehr hatte, wenn es sie an den Beinen berührte, konnte ich einen Schritt weiter gehen. Ich legte ihr das Pad auf den Rücken und machte es mit einem Longiergurt fest. Zunächst war das für sie natürlich ungewohnt und sie wusste nicht so recht, wie sie damit umgehen sollte. Ich schaffte es jedoch ihr so viel Sicherheit zu geben, dass sie sich trotz dessen dazu bewegen ließ, im Round Pen Schritt und Trab zu laufen. Ich verbrachte mit dieser Übung mehr Zeit, als ich eigentlich eingeplant hatte. Doch ich wollte nichts überstürzen und dann nachher beim Draufsetzen die Quittung dafür bekommen. Deshalb investierte ich lieber jetzt ein wenig mehr Zeit und hatte es so später leichter.
      Nachdem ich sie soweit hatte, dass sie damit ordentlich lief, kam wieder ein kleines Schrecktraining dazu. Ich band auf jeder Seite ein dickeres Seil fest, dass wenn sie losging, ihre Kruppe nach unten rutschen und dort hängen bleiben würde. Es konnte immer mal sein, dass ein Zügel oder ein Lasso ihre Kruppe oder ihre Hinterbeine berührte. Es war wichtig, dass die Pferde dies schon in der Anreitphase kannten und wussten, dass sie davon nicht aufgefressen wurden. Wie jedes Pferd, welches ich bis jetzt angeritten hatte, sprang Conti nach vorne und wollte vor dem Seil weglaufen. Das Seil ging jedoch nicht weg, so dass sie langsam ruhiger wurde und sich an die Situation gewöhnte. “Good girl.”, lobte ich sie.
      Eine weitere Übung, die ich sowohl jetzt, als auch später mit Sattel einbringen wollte, waren meine leeren Flaschen. In den nächsten Einheiten band ich immer mal wieder eine, zwei oder drei Flaschen an den Longiergurt. Manchmal auch mit kleinen Steinen gefüllt. Sie sollte sich daran gewöhnen, dass später beim Sattel die Steigbügel an ihrer Brust baumeln würden. Conti nahm es mittlerweile gelassen. Sie hatte gemerkt, dass sie mit weglaufen bei mir nicht weiter kam. Sie hatte aber auch gelernt, dass ich ihr in jeder Situation beistand und auch nicht wegging.
      Heute wollte ich dann den Sattel rauflegen. Ich erwartete keine große Szene, schließlich war es das Selbe wie der Longiergurt, nur ein bisschen schwerer. Ich zeigte ihr also den Sattel und legte ihn ihr dann behutsam auf den Rücken. Dann zurrte ich den Sattelgurt fest und ließ sie wieder im Round Pen laufen. Conti fiel sofort in den Trab und lief ihre Runden. Ich ließ sie laufen und wartete darauf, dass sie müde wurde und in den Schritt fallen wollte. Dann trieb ich sie weiter an. Sie durfte laufen, keine Frage. Aber es war an mir, wann sie langsamer werden durfte und wann nicht. Nach drei Runden ließ ich sie jedoch in den Schritt fallen, wechselte die Hand und machte das Gleiche nochmal. Dann ließ ich es für heute gut sein.
      Die nächsten Tage übten wir weiterhin mit dem Sattel, den Flaschen und dem Seil hinter der Kruppe. Als sie auch diesen Job solide machte, tasteten wir uns langsam zur Trense vor. Dafür harkte ich zunächst die Longe rechts ins Halfter ein, legte sie einmal hinten um Conti herum und stellte mich auf die linke Seite. Ich baute Zug aus und die Stute gab sofort nach, drehte sich um die eigene Achse und blieb dann stehen. “Good girl.”, lobte ich sie wieder und wiederholte auch diese Übung einige Male.
      Das Trense anziehen ein paar Tage später war für Conti nun keine Schwierigkeit mehr, denn sie hatte in den letzten Tagen so unglaublich viel dazu gelernt und war viel selbstsicherer geworden. Ich hatte wirklich Glück gehabt, dass sie mich noch erkannt hatte und sofort wieder akzeptiert hatte. Mit einer ganz fremden Person hätte sie sicherlich ihre Schwierigkeiten gehabt.
      Eine Übung die ich ebenfalls für sehr wichtig hielt war das seitliche Ausbinden. Zum Ausbinden stand jeder anders, Caleb und ich vertraten da jedoch die selbe Meinung, dass es wichtig war und auch förderlich sein konnte, wenn man es richtig machte. Einen Zügel band ich also locker am Horn fest. Auf der anderen Seite des Pferdes bog ich ihren Kopf zu mir und band ihn mit Zug an der Seite fest. Ich ging einen Schritt nach hinten und fing an zu schnalzen. Conti verstand sofort, was sie tun musste. Sie fing an dem Druck nachzugeben und sich im Kreis zu drehen. “Whooooa.”, sagte ich und die Stute blieb stehen. Ich löste den Zügel und machte das selbe auch auf der anderen Seite. Hier tat sie sich ein bisschen schwerer, verstand dann aber auch relativ schnell, was ich von ihr wollte. Es fehlte noch ein Schritt, bevor es ans aufsitzen ging. Das Ausbinden nach unten. Ich wollte der Stute den Weg in die Tiefe erleichtern, nicht sie nach unten zusammenbinden. Das war ein großer Unterschied, den viele beim Thema ausbinden aufschreien ließ. Johanna, die zwischendurch immer wieder mal nach uns gucken kam, schien jedoch zufrieden mit meiner Arbeit, denn sie sagte nichts und ließ sich nicht anmerken, dass sie unzufrieden mit mir wäre.
      Meine letzte Woche in Deutschland war angebrochen. Sieben Tage hatte ich noch, um Conti fertig einzureiten. Dann wäre ich drei Wochen hier gewesen und es war allerhöchste Zeit, wieder zurück nach Kanada zu fliegen. Die letzten beiden Tage hatte ich schon Aufsteigübungen gemacht, so dass ich mich heute ganz auf Conti draufsetzen wollte. Johanna war heute auch dabei und würde uns moralischen Beistand leisten. Sie hatte mir die Stute heute auch freundlicherweise fürs Training fertig gemacht. Im Round Pen stellte ich mich in den Bügel, ruckelte ein bisschen am Sattel, sprang leicht hoch und schwang dann mein Bein über ihre Kruppe, um mich langsam in den Sattel sinken zu lassen. Meine ganzen Übungen mit übers Pferd legen, den Bauch auf der anderen Seite streicheln, Steigbügel sachte gegen die Brust hauen und auf der anderen Seite hochspringen hatte ich ja alle schon gemacht. Nun saß ich also auf der Stute und sah lächelnd zu Johanna rüber. “Good job.”, sagte sie und ich nickte. “But I’m not done yet.”, verkündete ich ihr und ritt mit Conti los. Die Stute schien unsicher. Es war doch etwas anderes, wenn der Mensch nun oben drauf saß und nicht mehr nebendran mitlief. Nach ein paar Runden im Schritt wurde die Stute jedoch sicherer und auch entspannter. Ihre Schritte wurden größer und sie ließ den Hals fallen.
      Vier Tage trainierten wir noch im Schritt und Trab im Round Pen, ehe wir in die Halle gingen und auch dort viel Schritt und Trabarbeit machten. Continental machte sich wirklich gut. Sie arbeitete fleißig mit und man merkte ihr an, dass sie arbeiten und beschäftigt werden wollte.
      An unserem letzten Tag nahm ich auch ein paar kurze Galoppsprünge dazu. Sie musste jetzt noch nicht unter dem Reiter galoppieren, das hatte noch Zeit. Sie musste sich erst richtig ausbalancieren und sicher im Schritt und Trab sein, ehe daran zu denken war.
      Ich war jedoch wirklich zufrieden mit der Entwicklung der Stute und wie gut sie alles aufgefasst hatte. Ich verabschiedete mich von Johanna und sagte ihr, dass sie sich jederzeit bei mir oder Caleb melden konnte, falls sie Fragen hatte oder sie Hilfe bei Conti brauchte. Nach einem kurzen Zwischenstop in der Pension, wo ich meine Sachen abholte, fuhr ich zum Flughafen und machte mich auf den Rückweg nach Kanada.Dort wurde ich mit offenen Armen empfangen, ehe ein grummeliger Caleb mir einen Zettel mit meinen Aufgaben in die Hand drückte, die ich am besten schon bis gestern erledigt haben sollte. Ich seufzte. Morgen würde ich ihm vorschlagen, noch ein paar zusätzliche Hände einzustellen.
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    • adoptedfox
      13. Dezember 2019 | 4951 Zeichen
      Teilnahme an der Horse Makeover Show 2019

      “...hiermit bestätigen wir Ihnen die Teilnahme an der Horse Makeover Show 2019…”
      Als ich die Teilnahmebestätigung in den Händen hielt war ich mir nicht mehr sicher, ob die Entscheidung die richtige gewesen war. Mein Bauchgefühl sagte “ Wag es!” während mein Verstand mich mit abertausenden Gedanken zu beunruhigen versuchte. HMJ8345's Continental hatte beachtliche Fortschritte gemacht und konnte zuletzt sogar ihre erste Schleife mit nach Hause bringen. Ich sortierte das lange, schwere Bodenarbeitsseil in meinen Händen und öffnete das Tor der Halle um mit der Stute zurück zum Stall zu gehen. Das Training lief gewohnt gut und ich entschied, der Stute ein paar Tage Ruhe zu genehmigen bevor wir mit den Vorbereitungen für die Horse Makeover Show beginnen würden. In meinem Kopf hatte ich schon einige Ideen für unsere Vorstellung gesammelt.

      “....vielen Dank! Als nächstes bitten wir Johanna Röder und HMJ8345 in die Halle!”
      Der Lautsprecher verstummte. Ich hielt einen Moment inne um mich zu sammeln und folgte dann der Aufforderung. Am durchhängenden Seil führte ich meine Stute in die Halle und stellte sie mittig auf. Ich sah zu der Tribühne und konnte neben den Veranstaltern des Horse Makeovers auch einige Teilnehmer erkennen. Cooper Chattahoochee winkte mir freudestrahlend zu und ich freute mich bereits auf den Austausch beim gemütlichen beisammensitzen am Ende des Tages. Ich wandte mich meiner Stute zu und begann mit der Vorstellung und dem ersten Spiel. Darauf achtend, dass das schwere Bodenarbeitsseil locker durchhing ging ich einen Schritt zurück und entspannte mich. Während das eine Ohr der Stute aufmerksam nach vorn gerichtet war, war einen stets bei mir. Ich nahm den Carrot-Stick als Verlängerung meines Armes auf und begann sie damit am ganzen Körper zu berühren. Ich warf das Seilchen locker und rhythmisch über ihren Hals, ihren Rücken und die Hinterhand bevor ich zu den Beinen überging. Beim Porcupine-Game zeigte ich, das die Stute bei kleinstmöglichem Druck reagierte. Ich schickte Continental ein paar Schritte rückwärts als ich meine flache Hand auf ihre Nase legte und wendete sie allein mit der flachen Hand auf ihrer Kruppe. Für das nächste Spiel nahm ich den Carrot-Stick wieder zu Hilfe. Ich hielt das Seil locker in der linken Hand und den Carrot-Stick in der rechten. Das Driving-Game ist die Fortführung des Porcupine-Game. Ich richtete die Stute mit sanftem Druck rückwärts und zeigte auch eine Hinterhandwendung. Bevor wir das nächste Spiel zeigten, bot ich der Stute einen Bananenchip zur Belohnung an. Ihre zarten Lippen nahmen den Chip von meiner flachen Hand und sie schien zuerst daran zu lutschen, bevor sie ihn genüsslich zerkaute. Ich stellte die Stute auf und legte den Carrot-Stick ab. Ich hielt das Bodenarbeitsseil locker in der linken Hand und zeigte mit meinem rechten Finger auf. Continental verstand sofort und begann rückwärts zu gehen. Mit dem senken der rechten Hand blieb die Stute stehen und als ich auch den linken Arm etwas herab senkte, kam sie wieder zu mir zurück. Wir wiederholten das Spiel ein paar Mal bevor wir zum Circling-Game übergingen. Ich stoppte die Stute und schickte sie von ihrer Position direkt in den Zirkel. Continental lief im gleichbleibenden Tempo und gleichbleibendem Abstand um mich herum während ich neutral stehen blieb. Als die Stute wieder in meinem Gesichtsfeld auftauchte hob ich den linken Arm etwas an um sie anzutraben. Ich hätte innerlich vor Stolz platzen können, doch ich blieb konzentriert bei der Sache. Ich holte die Stute zu mir und klopfte ihr lobend den Hals, bevor ich sie für das Sideways-Game aufstellte. Ich ließ das Bodenarbeitsseil wieder locker durchhängen und nahm meinen rechten Arm auf die Höhe meiner Brust um die Stute seitwärts zu schicken. Die ersten Schritte waren etwas holprig weil ihr, anders als bei dem Training daheim, eine leitende Linie fehlte doch sie orientierte sich schnell. “Prima!” lobte ich sie und ging zum letzten Spiel über: Dem Squeeze-Game. Bei diesem Spiel ging es darum das Pferd damit vertraut zu machen enge Hindernisse zu bewältigen. Dieses Spiel fiel der Stute anfangs sehr schwer und es brauchte viel Zeit und Geduld. Ich legte das Seil ab und entfernte mich von meiner Stute um die zwei großen Tonnen, die in die Halle gebracht wurden, in Position zu stellen. Mit einem Abstand von 5 Metern beginnend, verringerte ich den Abstand mehr und mehr bis die Stute noch gerade so durchgehen konnte. Ich schickte Continental wieder in den Zirkel und ließ sie sich im Schritt dem Hindernis nähern. Bevor sie hindurch ging hielt ich sie an, damit sie es sich ansehen konnte. Sie schnaubte entspannt und so ließ ich sie zwischen den eng stehenden Tonnen durchgehen. Ich holte die Stute zu mir und lobte sie überschwänglich. Die Zuschauer applaudierten leise und Caleb O’Dell stieß einen Pfiff aus. Ich winkte ihm lachend zu und führte meine Stute aus der Halle. Sie hatte ihre Sache mehr als gut gemacht!
      5 Punkte Teilnahme RS79 Horse Makeover Show, 3 Punkte Bericht mit 4951 Zeichen
    • adoptedfox
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      25. Dezember 2019 | 7247 Zeichen von @AliciaFarina

      Westernreiten Trail-Training LK5 - LK4
      Kurz nachdem ich aus Kanada zurückgekehrt war, ging es für mich schon wieder los. Dieses Mal blieb ich aber in Deutschland, denn es ging nach Mecklemburg Vorpommern. Johanna Röder hatte mich gebeten ihre Stute HMJ 8345's Continental im Trail weiterzubilden. Die Stute stammte wie mein Narvik HMJ1005 aus dem Joelle Horse Makeover. Da Johanna noch nicht viel Erfahrung im Westernreiten hat, nahm ich meine Stute Greta mit. Greta war im Trail bis zur LK2 und in der Pleasure bis zur LK3 ausgebildet und damit ein gutes Lehrpferd. Vor meiner Anreise hatte ich mich um eine Unterkunft für Greta gekümmert, daher konnte ich unbesorgt losfahren. Auf der Strecke machte ich ein paar Mal Pause und schaute nach dem Rechten im Transporter. Als ich auf dem Gelände des Reit und Fahrvereines Waren 1856 e.V. angekommen war lud ich Greta, nachdem ich die Box gefunden hatte, aus. Nachdem ich mich sortiert hatte machte ich mich auf die Suche nach Johanna und Continental, kurz Conti. Beide erwarteten mich vor der Weide, die Conti tagsüber bewohnte. Nachts stand sie in einer Box. Ich begrüßte Johanna und Conti, der hübschen Stute bot ich zur Begrüßung und zum einschleimen ein Bananenleckerchen an, Johanna hatte mir im Vorgespräch verraten, dass Continental total auf alles steht was nach Banane schmeckt. Gemeinsam brachten wir sie rein, denn ich wollte heute schon die erste Einheit stattfinden lassen. Bein Satteln kontrollierte ich die Passform des Sattels, dieser lag nicht schlecht aber auch nicht perfekt. Aber wenn Continental damit keine Probleme hat, kann sie erst einmal damit geritten werden, bis sie so aufgebaut hat und einen anderen besser passenden bekommt. Johanna trenste die Stute und wir gingen in die Halle, während Johanna warmführte und anschließend warmritt, baute ich ein paar Trailaufgaben auf. Ein Stangen L, ein Viereck, ein Tor bestehend aus zwei Sprungständern und einer Longe und Trab beziehungsweise Schrittstangen. Nachdem ich alles aufgebaut hatte nahm ich Johanna's Platz im Sattel ein. Ich ritt noch einige Runden Schritt, dann nahm ich die Zügel auf und trabte an. Man merkte der Stute an, dass sie noch nicht so erfahren unter dem Reiter ist, denn sie schwankte etwas unter mir, das würde sich aber mit zunehmender Balance geben. Als ich auf beiden Händen getrabt war, galoppierte ich etwas. Anschließend fing ich mit den Übungen an, die Erste war die Trab beziehungsweise die Schrittstangen. Die bereitete ihr natürlich keine Probleme, denn das kannte sie bereits. Dann machte ich mit dem Stangen L weiter. Ich ritt geradeaus hinein und forderte Continental auf rückwärts raus zu gehen. Die klappte gut, also probierte ich mich am gesamten Stangen L. Ich ritt komplett durch, hielt an und ließ dann Continental rückwärts raus gehen, das komplette L machte ihr keine Probleme. Da sie alles brav mitmachte, gab ich ihr eine Pause, dabei ließ ich sie am langen Zügel durch das Viereck gehen. Im Viereck hielt ich zwischendurch an und ritt wieder weiter, als Vorbereitung auf die nächste Aufgabe. Der nächste Aufgabenteil war in dem Viereck anhalten, drehen und wieder raus reiten. Um etwas anderes zu machen trabte ich sie an und überprüfte, ob sie aus dem Trab anhalten kann, diese Aufgabe wurde schon in LK5 gefordert also müsste sie es können. Das Stoppen fiel ihr leicht, also testete ich ob sie es auch im Viereck schafft. Beim ersten Mal stoppte ich sie zu früh, beim nächsten Mal zu spät, den sich schätzte jedes Mal ihren Bremsweg falsch ein. Aber beim dritten Mal klappte es und wir stoppten in der Mitte des Viereckes, dann drehte ich sie und wir ritten raus aus dem Viereck. Ein paar Male wiederholte ich diese Übung, ich merkte wie sie immer mehr mitdachte und schon fast von selber stoppte. Dies kann einem zum Verhängnis werden, aber daran muss man später arbeiten. Da alles gut klappte galoppierte und trabte ich noch etwas und ließ Johanna dann wieder in den Sattel, denn ich wollte nun Greta holen um Johanna eine Reitstunde zu geben. Während Johanna Continental absattelte und wieder auf die Koppel brachte, ritt ich Greta warm. Als Johanna wieder da war, galoppierte ich gerade. Aus dem Galopp heraus stoppte ich im Viereck, drehte sie und trabte heraus. Vor Johanna hielt ich an, stieg ab und drückte ihr die Zügel in die Hand. Sie stieg auf und ich fing an ihr zu erklären wie Greta ausgebildet ist, aber ich machte mir keine Sorgen, dass irgendetwas passieren konnte, denn Greta war bombensicher und lief bei mir teilweise im Anfängerunterricht mit. Ich ließ Johanna sich mit ihr einfummeln, sie sollte kucken was sie sich traut und ob alles klappt. Zwischendurch gab ich ihr Tipps wie sie Greta besser an die Hilfen bekommt. Die erste Übung die ich ihr beibringen wollte war das Tor, das war die schwerste Übung. Ich lief vor und erklärte: „Zuerst stellt man sich neben das Tor, öffnet es und reitet Zwei-Drei Schritte rückwärts. Dann reitet man durch das Tor und macht eine Vorhandwendung, dabei achtet man darauf, dass man möglichst nah am Tor bleibt, denn die Übung kommt aus der Rancharbeit. Da ist es wichtig, dass sich die Rinderherden nicht vermischen oder Rinder durch ein zu weit geöffnetes Tor entwischen. Nach der Vorhandwendung richtet man das Pferd wieder ein paar Schritte rückwärts und schließt dann das Tor.“ Ich ließ Johanna dann selbstständig üben und gab hin und wieder einen Tipp. Als das Tor gut klappte ging es weiter an die anderen Aufgaben. Am Ende der Einheit hatte Johanna eine ungefähre Vorstellung wie was geritten werden muss.
      Wir einigten uns beim absatteln darauf, dass wir jeden Tag zusammen reiten, Ich Continental und Johanna Greta.
      Nach einer Woche machten wir wieder einen Rücktausch. Ich ließ Johanna ausprobieren was ich Conti beigebracht hatte und gab ihr während ich Greta locker ritt etwas Reitunterricht. Am Ende der Einheit gingen wir eine Runde ins Gelände. Am nächsten Tag machten wir einen weiteren Trainingstag. Ich hatte von Zuhause eine Brücke mitgebracht. Diese wollte ich an meinem voraussichtlich letzten Tag hier mit Johanna und Continental üben. Ich baute die Brücke und alle anderen Aufgaben auf einem der Reitplätze auf. Es war relativ schönes Wetter und der Weg vom Transporter zum Reitplatz war nicht weit. Johanna machte Conti fertig und ich ließ sie ihrer Stute alles zeigen. Ich machte mir währenddessen Greta fertig und führte sie warm. Greta lief natürlich ohne mit der Wimper zu zucken über die Brücke, Conti kuckte etwas skeptisch fing aber nachdem sie die Brücke von allen Seiten begutachten durfte drüber. Ich gab Johanne eine LK4 Pattern, diese erklärte ich ihr und dann ließ ich sie üben. Ich stellte mich mit Greta an den Rand des Platzes und schaute zu. Als Johanna die Pattern konnte lies ich sie diese einmal durchreiten. Ich beobachtete den Ritt mit Richteraugen. Alles klappte und wir hörten auf, denn der Ritt war sehr gut und somit waren beide für die LK4 Trailprüfungen der Welt bereit. Wir sattelten unsere Pferde ab und räumten dann gemeinsam auf. Ich freute mich darauf die beiden vielleicht demnächst auf dem ein oder anderen Turnier zu treffen.
      Am nächsten Tag lud ich Greta morgens auf den Transporter und es ging für uns wieder auf den Weg nach Hause.
      4 Punkte Trainingsbericht mit Stufenerhöhung mit 7247 Zeichen​
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  • Album:
    Willowbranch Farm
    Hochgeladen von:
    adoptedfox
    Datum:
    9 Okt. 2019
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    EXIF Data

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    Stute • Quarterpony • geboren 23. September 2008
    Stockmaß: 1.42cm
    Gewicht: 470.00kg
    Fellfarbe: Chestnut
    ───────────────────────────
    • Abstammung •
    von Unbekannt
    von Unbekannt aus der Unbekannt
    aus der Unbekannt
    von Unbekannt aus der Unbekannt
    ───────────────────────────
    • Charakter •
    sensibel | intelligent | ausdauernd | fasst nur schwer Vertrauen


    HMJ8345 Continental ist eine sensible Stute die viel Zeit und Geduld benötigt um Vertrauen in den Menschen zu fassen. Ist das Eis einmal gebrochen lernt man sie als ein ganz neues Pferd kennen. Gutmütig, intelligent und ausdauernd. “Conti”, wie sie liebevoll genannt wird, besteht auf ein abwechslungsreiches Training und viel Bewegung. Die Tage verbringt sie in einem kleinen Herdenverband auf der Koppel, in der Nacht bezieht sie ihre Box.
    Die Stute liebt Bananen und alles, was nach Banane schmeckt.
    Über die Vergangenheit der Stute ist nichts bekannt.

    ───────────────────────────
    • Zuchtinformationen •
    Zur Zucht zugelassen: nein
    Züchter/Herkunft: Unbekannt

    Besitzer: Johanna Röder
    VKR/Ersteller: Canyon
    PNG | Puzzle-PNG
    ───────────────────────────
    Abstammung: 0
    Schleifen: 3
    HS: 2
    TA: 2
    Trainer: 2
    Zubehör: 2
    Gesamt: 11
    ───────────────────────────
    • Qualifizierungen & Erfolge •
    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren x

    Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg
    Western E A M L S
    Western Pleasure: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Hunter under Saddle: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Reining: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Trail: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1

    Distanz E A L M S S* S** S***
    Distanzritte: EL EVG1 EVG2 EVG3 EVG4 CEN* CEN** CEN***
    ───────────────────────────
    • Schleifen •
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    Zuchtverband
    -
    GHP - Prüfungen + Reiterspiele




    ───────────────────────────
    [​IMG]
    15.10.2019: 3 Punkte Bericht 3655 Zeichen
    15.10.2019: 5 Punkte Bewegung mit bis zu 2 Zubehörteilen
    21.10.2019: 4 Punkte Tierarztbericht 4985 Zeichen durch CHH' Equine Hospital
    30.10.2019: 3 Punkte Bericht 2520 Zeichen
    11.11.2019: 7 Punkte Portrait
    11.11.2019 8 Punkte Bewegung mit mehr als 2 Zubehörteilen und Reiter
    12.11.2019: 3 Punkte Bericht 3990 Zeichen
    18.11.2019: 4 Punkte TB Gelassenheitstraining 24237 Zeichen durch Hollybrook Training Stables
    18.11.2019: 4 Punkte Hufschmiedbericht 4330 Zeichen durch Hufschmiede Snoopeisen
    01.12.2019: 4 Punkte Bericht mit 5091 Zeichen
    01.12.2019: 5 Punkte Bewegung mit bis zu 2 Zubehörteilen
    07.12.2019: 4 Punkte Trainingsbericht 11768 Zeichen durch Bow River Ranch Training
    10.12.2019: 5 Punkte Bewegung mit bis zu 2 Zubehörteilen
    10.12.2019: 1 Punkt Turnierteilnahme 513. Westernturnier
    10.12.2019: 2 Punkte Turnierplatzierung 2. Platz 513. Westernturnier
    13.12.2019: 5 Punkte Teilnahme RS79 Horse Makeover Show
    13.12.2019: 3 Punkte Bericht 4951 Zeichen
    18.12.2019: 1 Punkt Turnierteilnahme 514. Westernturnier
    18.12.2019: 8 Punkte Bewegung mit mehr als 2 Zubehörteilen und Reiter
    20.12.2019: 2 Punkte Turnierteilnahme 515. Westernturnier
    25.12.2019: 4 Punkte Trainingsbericht 7247 Zeichen durch Gut von der Schildburg
    25.12.2019: 1 Punkt Turnierteilnahme 421. Distanzturnier
    27.12.2019: 6 Punkte Bewegung mit mehr als 2 Zubehörteilen
    27.12.2019: 2 Punkte Turnierteilnahme 516. Westernturnier
    29.12.2019: 8 Punkte Bewegung mit mehr als 2 Zubehörteilen und Reiter
    30.12.2019: 4 Punkte Bericht mit 5824 Zeichen
    01.01.2020: 4 Punkte Bericht mit 7457 Zeichen
    01.01.2020: 8 Punkte Bewegung mit mehr als 2 Zubehörteilen und Reiter
    02.01.2020: 2 Punkte Turnierplatzierung 2. Platz 516. Westernturnier
    02.01.2020: 1 Punkt Turnierteilnahme 517. Westernturnier
    07.01.2020: 1 Punkt 6. Platz Monatsgewinn Dezember
    07.01.2020: 4 Punkte Trainingsbericht 24266 Zeichen durch Hollybrook Trainings Stables
    09.01.2020: 21.10.2019: 4 Punkte Tierarztbericht 2343 Zeichen durch CHH' Equine Hospital
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