Bracelet

HMJ Grace

HMJ-Pferd des Den Vackra Trakehner Stud ♥

HMJ Grace
Bracelet, 20 Apr. 2020
Zion, Wolfszeit, Canyon und 3 anderen gefällt das.
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      Wahlaufgabe 3 - der frühe Vogel kann mich mal
      24. Mai 2020

      © Bracelet | 5350 Zeichen | 4 Punkte
      ,,Suunshiiine Suunshiiine'' - meine Hand flog zu meinem Handy hinüber. Ich seufzte laut auf. ,,Neein nicht jetzt schon.'',jammerte ich und blickte auf mein Handydisplay, dessen Licht meine Augen zu verbrennen schien. Manchmal frage ich mich wirklich ob ich nicht vielleicht doch einer dieser Blutsauger mit der weißen Haut, ein wiederbelebter menschlicher Leichnam war? Der Hautton passte ja zumindest schon mal.
      Wie aus Gummi rollte ich mich von meinem Bett. Das mörderisch helle Gerät hatte mir die zerstörerische Wahrheit gebracht: es war leider tatsächlich Fünfzehn vor Sechs. Heißt mir blieb noch eine viertel Stunde Zeit bis ich das Futter kontrollieren musste. Gähnend öffnete ich meinen Schrank und zog willkürlich eines der T-Shirts heraus. Dazu kam meine schwarze Lieblingsfleeceweste, eine beige Reithose und hohe schwarze Socken. Auch wenn mittlerweile Ende Mai war, war es in Schweden nach wie vor, vor allem morgens, so richtig kalt. 5 Grad laut Thermometer, den ich auf der Fensterbank stehen hatte.
      Keine zwei Minuten später hastete ich ins Bad. Innerhalb von fünf Minuten wurden die Zähne geputzt und das Gesicht gewaschen. Anschließend erledigte ich noch, was erledigt werden musste und frisierte meine Haare. Den Zopf machte ich, während ich die Stiege des Haupthauses hinunter zur Küche huschte, wo ich mir rasch einen Kaffee runter ließ. Heute entschied ich mich für meine pinke To-Go-Tasse, die ich letztes Weihnachten von Anastasia bekommen hatte weil sie sich geärgert hat, dass ich meine Kaffetasse, ohne Deckel versteht sich, immer überall rumstehen ließ und sie sie bereits zwei, drei Mal deren Inhalt verschüttet hatte. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich diesbezüglich zumindest unschuldig war. Ana guckte nie vorher wo sie etwas hinstellte oder sich anlehnte. Aber ich mochte diese schusselige Art auch irgendwie an ihr; im Endeffekt tat sie damit keinem wirklich etwas und sobald sie mit den Pferden interagierte war sie immer hundert Prozent bei der Sache.
      In Gedanken schwelgend verpasste ich fast, dass die braune, wohltuende Substanz, also known as mein Lebenselixier, bereits vollständig heruntergelaufen war. ,,Soo.'',murmelte ich dann und versenkte zwei Stück Würfelzucker darin, ehe ich umrührte, den Deckel drauf setzte und mir noch rasch einen Müsliriegel aus dem Vorratsschrank nahm.
      Ich warf einen Blick auf die Uhr: drei vor. Ich warf also den Turbo rein, schnappte mir meine dicke, lackschwarze Winterjacke und eilte vom Hauptgebäude die paar Meter in Richtung Stallgebäude hinüber. Als ich ankam war bereits alles wie erwartet im Gange. Die Stallburschen hatten bereits das Heu an alle Pferde verteilt und waren soeben dabei meinen doch recht komplizierten Kraftfutterplan zu studieren. Ja, ich fütterte tatsächlich die unterschiedlichsten Arten von Futter und kein Pferd sollte je auch nur eine halbe Schippe vom Falschen bekommen, denn es war vollkommen individuell auf jedes von ihnen abgestimmt.
      Melvin brauchte allerdings nur mehr drei Eimer. Jedes Pferd hatte nämlich seinen eignen, wobei wir jeweils zwei Farben hatten: petrolfarbene für die Hengste und pastellrosafarbene für alle Stuten. Ein bisschen kitschig, aber ich mochte es, dass der ganze Stall bis ins letzte Detail meine ganz persönliche Handschrift trug; und im Herzen war ich nunmal eine Dressurtussi. Zum Thema Schrift: natürlich zierte auch jeder Eimer mit weißem Permanentstift feinsäuberlich, von mir persönlich, handgeschrieben die Namen der einzelnen Pferde. Dies diente allerdings natürlich auch dem praktischen Zweck die verschiedenen Kraftfutter mit ihren Zuckerzusätzen auseinander zu halten!
      Während die Burschen die letzten Portionen vorbereiteten kontrollierte ich nochmal nach und fügte die Zusätze hinzu. Da heute Sonntag war bekamen meine Schätze allesamt eine Portion Leinsamen, die wir in einem großen Bottich zubereiteten und dann je nach Körpergewicht auf die Pferde verteilten. Auch meine HMJ Grace bekam heute zum ersten Mal ein wenig von dem Glibber. Auch wenn das Ganze durch die schleimige Konsistenz nicht sonderlich ästhetisch aussah fraßen es die meisten Pferde ohne Probleme. Bei Gracey musste ich mir da allerdings wohl keine Sorgen machen. Sie war kein Pferd, dass mir Futter verweigerte. Da hatte ich schon andere Exemplare, wo die Frustration oft gar nicht enden wollte. Wie oft ich tricksen und allerhand Dinge probieren musste bis manche ihre, oft ja auch wirklich überaus notwendigen, Zusätze fraßen. Ganz in Gedanken daran schüttelte ich meinen Kopf.
      Melvin dachte, dass meine Reaktion etwas mit seiner Arbeit zu tun hatte und blickte mich ganz entgeistert an. ,,Passt etwas nicht, Chef?'',fragte er besorgt. ,,Oh. Nein, nein ich war nur in Gedanken. Alles super.'',gab ich zurück und hiefte die erste Portion Eimer auf eine der Futterscheibtruhen, die wir nutzten um das Ganze an die Tiere zu verteilen.
      Sofort begann ich. Die Pferde freuten sich irrsinnig und konnten es alle gar nicht mehr erwarteten. Irgendwie hatte das auch wirklich etwas, selbst bei diesen Dingen mitzuhelfen.
      Nachdem dies erledigt war hatten die Pferde noch eine Stunde Zeit, ehe es auf die Koppel ging. Meine erste Kandidatin behielt ich mir allerdings drinnen, um mit ihr gleich mal den Morgen für die Arbeit zu nutzen. ,,Na Grace, was machen wir heute?'',fragte ich lächelnd und wuschelte ihr liebevoll durch die Mähne.
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      Zahnbehandlung
      3. Juni 2020

      © Stelli | 4470 Zeichen | 6 Punkte
      Nachdem ich meinen letzten Auftrag erfolgreich beendet hatte, wurde ich von Brace gerufen. Sie war im Besitz einer Trakehnerstute, welche deutlich zu dick war und dringend eine Zahnbehandlung benötigte. Ich machte mich sofort auf den Weg und kam eine Weile später bei meiner Patientin an. Sie hörte auf den Namen Grace und war eine wunderschöne, lackschwaze Trakehnerstute. „Du bist aber eine Hübsche!“, begrüßte ich die Stute, die bereits sofort anfing, mich nach Essbarem abzusuchen. „Hallo Brace!“, begrüßte ich die Besitzerin und lachte, denn meine Patientin suchte mich interessiert und hartnäckig ab. „Daher also der Wohlstandsbauch…“, grinste ich. Grace war deutlich zu dick, sie hatte bereits leichte Fettdepots an Hals und Kruppe angesetzt. „Sie muss dringend abnehmen. Ich habe sonst Sorge, dass sie gesundheitliche Probleme davontragen könnte. Nicht dass sie zu EMS neigt…“, meinte ich. Die Stute brauchte eine Radikaldiät. Brace brachte mich zu den Stallungen, wo wir die Zahnbehandlung durchführen konnten. Sie brachte Grace in eine leerstehende Box. Dort hörte ich sie ab, ob die Lunge und das Herz sich in Ordnung anhörten, damit sie sediert werden konnte. Da hörte sich alles in Ordnung ab. „Bin gleich zurück.“, sagte ich zu Brace und machte die Sedation am Auto fertig. Ich desinfizierte Grace‘ Halsvene und spritzte ihr das Sedationsmittel in die Vene. Wenige Augenblicke später schien die Sedation bereits Wirkung zu zeigen. Die Augen der Trakehnerstute wurden schwerer und der Kopf begann sich zu senken. Ich nickte zufrieden und holte am Auto mein Equipment, um die Zähne der Rappstute gleich bearbeiten zu können. Kabeltrommel, Koffer mit den Geräten, Maulgatter, Eimer und Spülspritze brachte ich nach und nach zu der Box, wo die Behandlung stattfinden sollte. Grace schlief derweil tief und fest, als ich alles fertig aufgebaut hatte. Ich spülte das Maul drei Mal mit einer Desinfektionslösung, um ebenfalls Futterreste zu entfernen und natürlich wegen der Maulhygiene. Die Lösung mit den Zahlreichen Futterresten fing ich in meinem mitgebrachten Eimer auf. Ich zog ihr das Maulgatter auf, stützte ihren Kopf auf die Aufhängung und öffnete das Maulgatter. Ich knipste meine Stirnlampe an und machte mir einen Überblick über den Zahnstatus. Auf den ersten Blick sah alles recht „normal“ für eine anstehende Zahnbehandlung an. Die üblichen Kanten und Haken an den hinteren Zähnen, aber sonst keine Auffälligkeiten. Mit dem Spiegel fuhr ich durch die Maulhöhle und prüfte auf Verletzungen oder Zahnbrüche. Davon war nichts zu sehen. Dann machte ich mich ans Werk. Ich trat auf das Pedal meiner elektrischen Raspel und legte los. Ich entfernte erst die Haken der Backenzähne. Grace bekam davon so gut wie nichts mit, die Sedierung schien einwandfrei zu wirken. Nachdem ich die Backenzähne nach mehrmaligen Fühlen glattgeschliffen hatte, wechselte ich den Aufsatz und schliff noch die Kanten rund, damit sie sich die Mundschleimhaut nicht verletzen konnte, wenn sie am Fressen war. Die Behandlung dauerte nicht lange. Ich ließ ihren Kopf nach unten, schloss das Maulgatter und überprüfte, ob die Zähne sich problemlos übereinander schieben ließen, indem ich beide Kiefer gegeneinander bewegte. Das fühlte sich alles so an, wie es sollte. Dann sah ich mir die Schneidezähne an. Sie waren einen kleinen Tick zu lang, deswegen musste ich diese noch kürzen. Ich hob die Lippen der Stute ein wenig auseinander und schliff die Schneidezähne etwas kürzer, sodass sie wieder korrekt fressen konnte. Dann hatte Grace es geschafft. Ich spülte das Maul abschließend nochmal aus, um die Zahnspäne zu entfernen. Ich nahm das Maulgatter ab und reinigte meine Utensilien gründlich, bevor ich sie wegpackte. „So. Bei Grace sah alles so aus, wie es bei einer anstehenden Behandlung aussehen sollte. Geringgradige Haken und Kanten und die Scheidezähne waren ein Tick zu lang. Ansonsten alles prima.“, meinte ich zu Brace. „Sie sollte zweieinhalb Stunden nichts fressen, wegen der Sedation. Auch kein Wasser trinken.“, fügte ich hinzu. „…. Und wegen ihrer Figur, die kann ruhig ordentlich was schaffen und dabei schwitzen, damit sie abnimmt. Wenn Koppel, nur mit Maulkorb und auf ein abgefressenes Stück. An Futter nur Heu. Sie muss wirklich an Gewicht verlieren, sonst leidet ihre Gesundheit darunter.“, meinte ich und sah Grace bemitleidenswert an. „So, das wars. Machts gut ihr Beiden!“, verabschiedete ich Grace und Brace, bevor ich mich zum nächsten Kunden machte.
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      das allererste Mal auf Grace' Rücken
      8. Juli 2020

      © Bracelet | 10390 Zeichen | 8 Punkte
      ,,Brraav.’’,lobte ich mit ruhiger Stimme, während ich allmählich mein vollständiges Gewicht auf meiner Stute ablegte. Ich strich ihr liebevoll übers schimmernde Fell, ehe ich sie ein wenig abklopfte. Getanes Prozedere hatten wir die letzten Tage bereits ein paarmal versucht. Heute jedoch wollte ich den finalen Schritt wagen. Dazu ging es aber erstmal wieder einen Step zurück und ich rutschte sachte wieder hinunter. HMJ Grace hatte ihre Öhrchen konstant in meine Richtung gespitzt, was sich auch jetzt nicht geändert hatte. Nun schnaubte sie jedoch zumindest ab und entspannte ihre Muskulatur wieder etwas. Auch wenn ich fest davon ausging, dass sie bereits geritten worden war bevor sie zu mir kam, eventuell sogar schon auf höherem Niveau, hatte ich mir lange mit diesem Schritt Zeit gelassen. Nicht nur weil die Stute körperlich nicht in der besten Verfassung war, sondern auch aus psychischen Gründen. Man wusste schließlich nicht was sie erlebt hatte ehe sie anonym beim Tierschutz abgegeben worden war.
      Ich ließ ihr etwas Zeit, gönnte ihr eine wohlverdiente Pause. Anastasia, die die Zügel in der Hand hielt, ließ diese entspannt durchhängen, während Grace das linke Hinterbein entlastete. Im Gegensatz zu anderen Pferden hatte sie überaus rasch durchschaut, dass es eine Belohnung für sie darstellte wenn sie nur ein wenig stehen bleiben durfte, ohne, dass ich sie etwas fragte. Natürlich lag die Vermutung nahe, dass dies daher rührte, dass sie durch ihr anfängliches Übergewicht für jede Entlastung dankbar war. Trotzdem schien es auch in Grace’ Natur zu liegen. Wenn ich etwas an ihr am meisten zu schätzen wusste, dann ihren Charakter, den ich die letzten Wochen kennenlernen durfte.
      So wie sie da stand war sie beinahe nicht wiederzuerkennen: Sie hatte unfassbar viel Gewicht verloren; so viel, dass ich mir beinahe schon Sorgen gemacht hatte, dass es zu viel auf einmal war, ihr Hufzustand hatte sich Dank Zusatzfutter und der Umsetzung der Tipps meiner Hufschmiedin ungemein verbessert und auch ihr allgemeines Erscheinungsbild wirkte, obwohl sie auch sehr gepflegt abgegeben wurde, viel frischer, was wohl nicht nur an ihrem glänzenden Fell und den wachen Augen, sondern bestimmt auch an ihrer Ausstrahlung lag. In der letzten Zeit hatte Grace ungemein an Lebensfreude hinzugewonnen. Wie ich es mir von Anfang an erhofft hatte legte sie auch ihr exzessives Futtermitteln allmählich immer mehr ab, denn sie wurde nun nur mehr auf andere Art und Weise belohnt und erhielt nicht jede dritte Sekunde einen Leckerbissen von ihren Menschen, die sie zu Anfangs nur alle als laufende Leckerliautomaten wahrgenommen hatte.
      ,,Na dann wollen wir mal.’’,meinte ich schließlich lächelnd und beendete somit die Verschnaufpause. Vorsichtig zog ich daraufhin den Sattelgurt nach und stellte meinen Fuß vorsichtig in den Steigbügel. Ana drehte den Kopf der Trakehnerstute sanft in ihre Richtung und hielt mir gleichzeitig gegen. Federleicht schwang ich dann meinen zweiten Fuß über Grace’ Rücken und setzte mich sanft in den Sattel. Dabei richteten sich die dunklen Öhrchen wieder zu mir nach hinten. Diesmal spannte sich die Stute allerdings nicht an, sondern wirkte recht entspannt. Ein Zeichen, dass das für sie nichts sonderlich spektakuläres war. ,,Seeehr braaav, Maus.’’,lobte ich sie überschwänglich und streichelte sie am Hals.
      ,,Okay, ich glaube da kannst du erstmal oben bleiben.’’,sagte Ana breit grinsend. Sie hatte wohl noch etwas mehr Freude mit Grace als ich. Schließlich war sie es ja, die vom ersten Augenblick an immer an die einstmalige Kugel geglaubt hatte.
      Ich nickte ihr zu, im Wissen, dass ich diesen Schritt bei Grace, im Gegensatz zum erstmaligen Anreiten eines Jungpferdes, nicht wiederholen musste. Meine Bereiterin streichelte den Hals des Pferdes, ehe sie sie ihren Kopf wieder nach vorne nehmen ließ und ein paar Schritte mit ihr nach vorne ging. Einmal mehr merkte man einen deutlichen Unterschied zu Youngsters, denn der Rappe hatte absolut keine Gleichgewichtsprobleme oder bewegte sich komisch. Im Gegenteil: Als hätte sie noch nie etwas anderes gemacht schritt sie ganz entspannt neben Anastasia her, akzeptierend nun einen Mitfahrer im Gepäck zu haben.
      Nachdem Ana sie mehrere Male ein paar Meter vor geführt hatte, stehen ließ, vor führte wollte ich noch einen Schritt weiter machen. ,,Ich denke wir können es Mal frei versuchen.’’,sagte ich schließlich. Meine Bereiterin erwiderte nickend: ,,Ja, das denke ich auch. Generell, ich schätze nicht, dass sie gleich wild bockend los läuft.’’ Der Meinung war ich auch.
      Gesagt getan und ich nahm die Zügel in meine Hände, Ana ging zur Seite. ,,Guut Maus, dann lass mal sehen.’’,murmelte ich. Ich ließ die Zügel locker, aber vom Maß her so, dass ich im Notfall dennoch sofort Kontrolle über sie hatte. Dann gab ich ihr Sanft einen Impuls mit meinem Schenkel. Grace wirkte erst etwas verwirrt, ob sie denn nun wirklich los gehen sollte, weshalb ich den gleich dosierten, sanften, Druck erneut auf sie ausübte. Nun setzte sie sich in Bewegung. Ich lobte sie erneut und ließ sie erstmal ein wenig am ersten Hufschlag ganze Bahn gehen, ehe ich es auf dem Zweiten, dann auf ein paar unspektakulären gebogenen Linien versuchte. Dabei versuchte ich es immer erst mit dem kleinstmöglichen Aufwand. Vor zwei Monaten noch wäre sie wohl, alleine schon aufgrund der vermehrten Anstrengung wegen ihrer Bonuskilos, ganz schön triebig gewesen, nun jedoch schritt sie munter, beinahe schon flott, voran und reagierte überaus fein auf meine Gewichts- und Schenkelhilfen.
      Natürlich wäre ich versucht gewesen nun die Zügel aufzunehmen, anzutraben oder gar anzutasten was Grace so konnte; ob sie wusste was ich meinte, wenn ich sie seitwärts schicken oder biegen wollte. Aber diesen Schritt wollte ich heute nicht auch noch tun, denn sie sollte ihre Zeit bekommen; sich wieder mit dieser Situation anfreunden dürfen. Außerdem hatte ich sie bereits zuvor an der Longe gearbeitet. Mittlerweile allerdings nicht mehr einfach nur so oder mit Hilfszügeln, sondern auf Doppellonge. Dies hatten wir uns im Laufe der letzten drei Wochen mit ihr erarbeitet. Wir, weil Anastasia den letzten Monat über auch begonnen hatte mit Grace zu arbeiten. Dies erschien mir wichtig. Zu Anfangs wollte ich, dass sie mich als Bezugsperson hat und hier eine Bindung, Vertrauen, aufbauen konnte. Hätte sie einen anderen Charakter wäre ich dabei wohl auch geblieben; so wie ich sie kennengelernt hatte wusste ich jedoch, dass sie auch gut mit jemandem zweiten zurecht können würde, wie es tatsächlich auch war. Das war nicht nur praktisch, weil sie so auch etwas tun konnte, wenn ich mal Auswärtstermine hatte und so nicht die Zeit hatte die Pflugel zu bewegen, oder beim Schritt des ersten Aufsitzens; so, dass sie zwei Vertrauenspersonen hatte, sondern auch wichtig für Grace’ Kopf. Ich fand es immer gut, wenn Pferde sich nicht nur von einer Person betreuen ließen. Für mich also auch ein Schritt in der Pferdeausbildung, der mir persönlich am Herzen lag.
      Nach den ersten zehn Minuten, die ich jemals auf dem Rücken meines HMJ-Pferdchens gesessen hatte, kam ich aus dem Strahlen beinahe nichtmehr heraus. In meinem Kopf spielte sich ein Film ab, was wir nun alles an weiteren Möglichkeiten hatten, und die Ideen wollten gar nicht mehr aufhören, auch im Bezug darauf was wir am Ende des Wettbewerbs alles vorweisen konnten; und das komplett pferdefreundlich erarbeitet.
      Während meinen Tagträumen hielt ich die Stute schließlich vorbildlich bei X und nahm langsam meine Füße aus den Steigbügeln. Anastasia kam wieder auf mich zu und griff sich die Zügel, ehe ich schließlich auch schon wieder abstieg, wobei Grace ebenso entspannt und gehorsam dastand wie beim aufsteigen. ,,Ich glaub sie fand das über sie legen und den Weg zum Aufsitzen gruseliger als das ganze normale Prozedere an sich.’’,stellte Ana fest und nahm mir meinen Gedanken vorweg. ,,Das stimmt wohl.’’,gab ich lachend zurück.
      Um die Trainingseinheit entspannt ausklingen zu lassen wollte ich mit Grace noch fünf Minuten Grasen gehen. Leider durfte sie nach wie vor nicht auf die Wiese, sondern stand mit ihrer Freundin Dreamy immer noch auf der eigentlichen Schlechtwetterkoppel. Mit Maulkörbchen tat sie mir nämlich irgendwie leid, also empfand ich dies so als die beste Lösung. Klein war die Koppel schließlich bei weitem auch nicht und die beiden arrangierten sich auch recht gut damit. Trotzdem wollte ich auch Grace in einem Ausmaß, dass ihr nicht schadete, die Freude etwas Gras zu fressen gönnen, weswegen sie zwischen fünf und zehn Minuten am Tag dann doch an der Hand grasen gehen durfte, was ihr absolutes Highlight war.
      Davor musste aber natürlich noch abgesattelt werden und auch sonst der gesamte Zubehörwahnsinn, der sich mittlerweile auf Grace befand, runter genommen werden. Anschließend ging es noch zum Waschplatz. Da wir mittlerweile auch bei uns in Schweden die Zwanziggradmarke überschritten hatten und es ein recht windstiller Tag ist sprach nichts dagegen über die Füße hinweg, bis etwas weiter nach oben, abzuduschen. Die Stute war dabei sehr artig, wenn sie auch ab und an ein Hinterbein leicht hochnahm um zu signalisieren wie widerlich sie das Ganze doch fand, ehe sie sich dann doch entschied, dass es doch gar nicht so schlimm war, sondern ihr sogar ganz gut tat.
      Ich begann wie immer hinten rechts, gefolgt von hinten links und spritzte dann die Vorderbeine ab. Nachdem sie sich an die Wassertemperatur gewöhnt hatte ging ich hinten allmählich etwas höher, woraufhin sich auch schon der erste Schweiß löste und weiß an ihren Beinen herunter lief. ,,Braav.’’,lobte ich sie währenddessen und fuhr weiter fort. In der Zwischenzeit kam Ana und brachte mir ein Schweißmesser, mit dem ich Grace anschließend vorsichtig abzog. Anschließend verteilte Anastasia noch einen gefühlten Kilo Fliegenspray auf dem lackschwarzen Fell des Pferdes und ich montierte die Fliegenmaske.
      ,,Möchtest du mit ihr grasen gehen?’’,fragte ich, die Antwort bereits kennend. Meine Bereiterin freute sich immer wie ein kleines Kind, das Trockenreiten durfte, wenn es um Grace ging. ,,Okay. Ich mache uns in der Zwischenzeit schon mal die beiden nächsten Pferde fertig.’’,gab ich daraufhin noch von mir, während Anastasia sich mit Grace in Richtung Wiese bewegte. Dabei trabte die Rappstute schon freudig an der Hand an. Wie schön, wenn man den Pferden so simpel eine Freude machen konnte.
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  • Album:
    Wettbewerbspferde - Horse Makeover 2020
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    Bracelet
    Datum:
    20 Apr. 2020
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  • HMJ Grace
    Trakehner
    Stute | *2011 | 1,68m
    Rappe

    Grace liebt es zu fressen und das sieht man ihr auch an. Leckereien und Süßigkeiten, vor allem Bananen sind vor Grace nicht sicher. Leider ist Fressen für Grace zu einer wahren Sucht geworden und wenn man nicht immer ihrem Drang nach neuem Essen folgt, so wird die eigentlich ruhige und folgsame Stute zu einer kleinen Furie.
    Grace akzeptiert den Menschen und folgt ihm, manchmal sogar ein Stück zu viel. Sie steckt ihre Nase in jede Tasche und ist nur schwer weggeschickt zu bekommen.
    Ohne Menschen ist sie ein eher ruhiges Pferd, welches sich gerne an einen Anführer hängt, um nicht selber eine Lösung finden zu müssen.
    Auch wenn der Name der Stute auf den ersten Blick nicht ihrem Aussehen entspricht, steckt bestimmt auch in ihr die Anmut eines Pferdes. Grace zeigt in Ansätzen sehr schöne Gänge und sofern ihr Körper dies zulässt, kann sie auch gut arbeiten.
    Grace wurde eines Morgens auf den Weiden des Tierschutzes gefunden. Der Grund für die anonyme Abgabe ist nicht bekannt.

    Körperlicher Zustand:
    Ernährungszustand: ein bisschen zu dick
    Erscheinungsbild: sauber, gepflegt, gut bemuskelt
    Hufzustand: minimalst zu weich, durchschnittlich
    Hautzustand: gut
    (Stand: 08.07. 2020)

    Ernährungszustand: viel zu dick
    Erscheinungsbild: sauber, gepflegt, gut bemuskelt
    Hufzustand: porös, weich, schlecht
    Hautzustand: gut
    (Stand: 20.04. 2020)


    Tierärztliches Check-Up & Prophylaxe:
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    Sehr geehrte Frau Bracelet ///,
    bei der Prophylaxe von HMJ Grac wurde ein
    Fragebogen und eine Begutachtung über die psychische Stabilität ihres Pferdes erhoben.
    Das Ergebnis ist "stabil- normal". Die klinische Beugprobe der Gelenke war negativ.
    Die Hufe ihres Tieres ist in einem kritischen Zustand.
    Ich habe vermerkt das die Hufe vom Hufschmied kontrolliert wird.
    Es wurden keine weiteren Auffälligkeiten gefunden.

    Desweiteren ist ihr Tier nun vor Influenza, Tetanus, Herpes, Tollwut sowie Würmer geschützt.
    Bitte beachten Sie das ihr Pferd 24-48 Stunden nur leicht Bewegt werden darf.
    Sollte Fieber auftreten kontaktieren sie einen lokalen Tierarzt.
    Ich bitte darum die Summe innerhalb drei Tagen zu begleichen.
    Falls es bei der Zahlung zu Verzögerungen oder Komplikationen kommt, bitten wir um Rücksprache.

    Hinzu erhalten Sie unentgeltlich unseren Aufkleber (für den Steckbrief) für das Boxenschild.
    So können Ausstehende sofort erkennen das ihr Tier geschützt ist.

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    Liebe Grüße und weiter anhaltende Gesundheit wünscht,
    Dr.med.Cooper Chattahoochee

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