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Sevannie

HMJ Charity - Englisches Vollblut

- Im 'Besitz' seit 03.04.2020 -

HMJ Charity - Englisches Vollblut
Sevannie, 30 Apr. 2021
    • Sevannie
      03.04.2020 - Sevannie
      Bewerbung des Gestüts Birkenhof für HMJ Charity

      ,,Schaaaaaatz?'', zog ich das Wort in die Länge als ich gerade wieder in den Stall zurück kehrte. Ian hatte sich gerade daran gemacht Lord Coleman zu putzen. ,,Guck mal!'', rief ich in die Stallgasse und kam an der Box des ehemaligen Horsemakeover-Pferdes an. Ian ließ von dem sanften Rappen ab und sah zu mir, hob dabei eine Augenbraue als er die Zettel in meiner Hand sah. ,,Was ist das..?'', hakte er zögerlich nach und ich lächelte über das ganze Gesicht hinweg. Er trat aus der Box heraus und nahm die Zettel die ich ihm reichte. ,,Die Organisation hat wieder einige Anzeigen reingestellt. Sie haben wieder Pferde gerettet und schau dir diese wunderschöne Stute mal an!'', lächelte ich überschwänglich, war selbst voller Euphorie. Die hübsche Palominostute hatte es mir sofort angetan!
      ,,Wir könnten uns wieder bewerben, eine Stute als gemeinsames Projekt für uns beide! Sie ist ein englisches Vollblut und ..'' - ,,Lass mich doch erstmal lesen!'', meinte Ian belustigt und stoppte mich somit in meinem kleinem Vortrag. ,,Aber sie würde gut zu...'' - ,,Rey!'', mahnte mich Ian belustigt und ich hielt sofort die Klappe. Er las sich die Zettel durch und betrachtete daraufhin die Bilder der Stute. ,,Sieht etwas dick aus.'', bemerkte der Mann vor mir und ich hob eine Augenbraue. Meine Arme verschränkte ich vor der Brust und sah ihn wartend an. ,,Ist das die einzige Antwort?'' - ,,Nein, natürlich nicht.'', meinte er belustigt und übergab mir die Zettel. Er musterte mich kurz und sein Lächeln blieb auf seinen Lippen. ,,Ja und was ist deine Antwort nun?'' - hakte ich nach und er drehte sich um, um wieder Cole weiter zu putzen. ,,IAN!'', murrte ich leise und trat weiter an die Boxentür. ,,Ach Rey.. Sie sind wunderbar aus, aber denkst du wirklich wir sind einer Vollblutstute gewa..'' - ,,Wir haben doch schon Darling Diva xx und Deadly Overdose xx! Außerdem Native Dancer xx und Missing Misty! Wir kommen mit den vieren klar, wieso auch nicht mit Charity? Sie ist laut Beschreibung sehr zuvorkommend und brav im Umgang. Vielleicht etwas schüchtern aber bisher nicht wirklich temperamentvoll!'', protestierte ich und Ian nickte nur knapp, zeigte mir damit dass er verstand. ,,Also? Was sagst du? Wir zwei zusammen für ein Pferd?'', hakte ich nach und setze meinen Hundeblick auf, als Ian gerade aus der Box trat und wieder vor mir stand. ,,Ach komm schon. Das wird schön und wir helfen einem Pferd aus der Not!'', brachte ich weiter Argumente und er legte seine Hände auf meine Hüfte, schmunzelte mir entgegen. ,,Wenn es dein Wunsch ist, meine Liebste, dann gerne. Schreib Ihnen eine Bewerbung und mal schauen, wie sie antworten.'', schmunzelte Ian und ich grinste dümmlich auf. Meine Arme schlangen sich gleich um den Hals meines Verlobten und ich drückte ihm einen Kuss auf die Wange. ,,Oh wie schön!'', grinste ich weiter und löste mich von dem dunkelhaarigen Mann. ,,Danke!'' - ,,Dafür musst du mir doch nicht danken!'', lachte er auf und schüttelte belustigt den Kopf. ,,Doch. Wir haben gesagt wir entscheiden alles zusammen, wenn es um den Hof geht. Da geht es auch um die Anschaffung oder eben Bewerbung in diesem Falle, neuer Pferde.'', schmunzelte ich und entlockte ihm noch einen kurzen Kuss. ,,Ich schreibe sofort die Bewerbung!'', grinste ich und huschte auch schon wieder in das Haupthaus.


      Die Bewerbung
      Hallo liebes HMJ-Team,
      Hiermit möchte sich das Team des Gestüts Birkenhof für eines ihrer Pferde bewerben.
      Genauer gesagt geht es um HMJ Charity, die Palomino-EVB-Stute. Wir haben im letzten Jahr schon zwei ihrer Schützlinge bei uns aufgenommen. HMJ 3315 alias Twister und HMJ 9925 alias Lord Coleman. Wir, also Ian Monroe (@Obi-Wan) und ich Reyna Huntington (Sevannie), würden gerne dieses Jahr als Team starten und deshalb nur ein Pferd bei uns aufnehmen. Hier haben wir uns die Stute Charity rausgesucht, da sie unser Meinung nach am besten zu uns passt und ich mich auch sofort in sie verliebt habe. Den Umgang mit Vollblütern sind wir schon gewohnt, denn wir haben selbst vier Englische Vollblüter auf unserem Hof, welche sowohl in die klassischen Richtungen als auch im Rennen gefördert werden. Zumindest diejenigen, die schon im Training stehen. Unterstützung würden wir ggf. später von Trainern bekommen, die tierärztliche Versorgung der Stute übernehme ich, wie auch im letzten Jahr, selbst. Der Hufschmied kommt ebenso von außerhalb.
      Wir würden die Stute als allererstes aufbauen wollen. Erstmal das psychische und danach das physische. Der Stute, so sieht es anhand der Fotos aus, fehlt es einiges an Muskeln da würde mitunter dran gearbeitet werden. Viel Bodenarbeit um auch das Vertrauen zu stärken, bevor es irgendwann in geraumer Zukunft an das Einreiten geht.
      Wir würden uns freuen, der Stute einen Platz bei uns geben zu können. Ebenso ihr und auch euch zu helfen und zu unterstützen.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ian Monroe & Reyna Huntington
    • Sevannie
      28.04.2020
      Die ersten Tage mit HMJ Charity

      53.521 Zeichen by Obi-Wan (Ian Monroe) & Sevannie (Reyna Huntington)
      23 Punkte
      Reyna Huntington | ,,Oh Gott, ich kann es noch gar nicht glauben!'', grinste ich über beide Ohren, während Ian und ich zum Stallgebäude der HMJ-Pferde liefen. Wir hatten es wirklich geschafft und hatten HMJ Charity bekommen. Die hübsche Palominostute, zwar ein bisschen dick, aber immerhin ein Augenschmaus. Sie hatten uns gerade verkündet, wer welches Pferd bekam und es waren mitunter 14 weitere Pferde, welches nun ein neues Zuhause hatten. Doch vorerst blieben wir noch hier auf dem Hof Lindö Dalen Stuteri, danach könnten wir Charity mit ihr in neues Zuhause nach Deutschland nehmen. ,,Ich frage mich, warum sie damals beim Tierschutz abgegeben wurde.'', murmelte ich und sah zu Ian, welcher mit den Schultern zuckte. ,,Keine Ahnung, das werde wir sicherlich früh genug herausfinden.'' - ,,Heißt ja nicht, dass sie drauf ist wie Twister damals..'', brummte ich leise vor mich her und verschränkte die Arme vor der Brust. ,,Naja, sagen wir es so: Du hast für solche Pferde ein Händchen!'', grinste mich mein Verlobter an und ich schnaubte empört. ,,Stimmt doch gar nicht, Zuhause stehen viele gute Pferde die nicht so schwierig sind wie er!'', rechtfertigte ich mich und nahm auch meine Pferde in Schutz. ,,Ist ja gut, ist ja gut.'', meinte Ian dann und hob beschwichtigend die Hände, bevor er auf das Boxenschild deutete. HMJ Charity. ,,Oh ja!'', lächelte ich und Ian ließ mir, wie immer, den Vortritt. Ich trat an die Boxentür und sah auf die Stute die den Kopf in der einen Ecke hatte und genüsslich ihr Heu fraß. Als sie mich jedoch bemerkte spielten ihre Ohren und sie drehte ihren Kopf zu mir. Die leicht schiefe Blesse strahlte mir entgegen mit einer kleinen Wunde auf der Narbe. ,,Oh hey hübsche Maus.'', flüsterte ich der Stute leise zu und sie bewegte sie auch einen Schritt in unsere Richtung. Ian stand derweil neben mir und hielt sich zurück - wie schon erwähnt, er überließ mir den Vortritt. ,,Na du Kleine.'', schmunzelte ich und musterte die Stute und schmunzelte. ,,Sie sieht auf alle Fälle wohl genährt aus.'', grinste Ian dümmlich neben mir und ich verdrehte die Augen. ,,Hör' nicht auf ihn. Der ist nicht immer so.'', murmelte ich leise und öffnete die Boxentür einen Spalt, stellte mich in diesen und streckte die Hand mit einem Leckerli ganz sachte aus. ,,Na komm.'', hauchte ich und sah zu der Stute und dann auf meine Hand. Wieder tat die Stute, nach meiner Aufforderung, einen Schritt auf mich zu und streckte ihren Hals lang um an das Leckerli zu kommen. ,,Du musst schon näher treten.'', schmunzelte ich und wieder spielten die Ohren der Stute, bevor sie auch den letzten Schritt tat und sich das Leckerli aus meiner Hand nahm. Genüsslich kaute sie auf diesem herum, ehe sie Ian in Augenschein nahm und diesen beobachtete. ,,Sie scheint gar nicht so unerschrocken.'', stellte ich fest und beobachtete die Stute weiterhin. Im Gegenteil sie schien eher aufgeschlossen, auch wenn etwas zurückhaltend. ,,Komm wir putzen sie und lassen es dann erstmal gut sein für heute.'', meinte ich und daraufhin reichte mir Ian auch schon das Halfter der Stute. So legte ich ihr dieses an, was auch ohne jegliche Probleme von statten ging, ehe ich sie aus der Box führte und zu den Putzplätzen. Zuvor waren Ian und ich schon eine Runde über den Hof gegangen und somit hatten wir schon ein bisschen Orientierung, auch wenn das Anwesend sehr groß schien..
      Am Putzplatz angekommen band ich die Stute an und Ian holte sogleich die Putzkiste aus der Sattelkammer. Ich machte mich gleich daran über die Stute zu putzen, was sie sich auch gefallen ließ, während Ian am Kopf der Stute stand und sich dieser etwas annäherte. War doch bis jetzt alles ziemlich ruhig mit ihr, sie schien gar nicht so abgeneigt von den Menschen. Zumindest nicht so scheu wie es Twister damals am Anfang gewesen war. Vielleicht würden wir ja mit ihr schnellere Fortschritte machen als mit den beiden Pferden aus dem vorherigen Jahr? Das Putzen gestaltete sich als relativ einfach, während ich die eine Seite geputzt hatte machte sich Ian nun an die andere. Auch das Hufe geben war kein Problem und sie machte keine Anstalten nach uns treten zu wollen, oder dass es ihr unangenehm war.
      Nachher könnten wir uns noch ein Konzept für die Stute überlegen, doch für heute sollte es beim Putzen bleiben. Immerhin hatte Charity einiges zu viel auf den Rippen und das wollten wir ja schleunigst los werden. Dadurch, dass sie nicht so scheu rüber kam würde es uns auch wohl nicht so schwer fallen schnell in das Training rein zu kommen. Nur war es mir immer noch ein Rätsel wieso sie überhaupt beim Tierschutz gelandet war. Wollte man sie einfach nicht mehr bei sich haben? Gab es für die Zucht irgendwelche Probleme? Vielleicht ein Gendefekt oder war sie eines dieser Rennpferde, das fürs Rennen überhaupt nicht geeignet war? Es gab ja verschiedene Sparten in der Vollblutzucht. Vom üblichen Rennen, dem Vielseitigkeitssport den man mit ihnen ging oder aber auch das Distanzreiten. Vielleicht war sie anders gezogen als zu einem Racer? Doch diese Fragen würden vermutlich noch in weiter Ferne gerückt werden, zumindest deren antworten. Erst einmal galt es Charity für uns zu gewinnen und im folgenden sie zu trainieren.
      Mein Verlobter band Charity schließlich los und wir brachten sie auf ein einer der Koppeln. Derzeit war es noch recht ruhig, gerade als wir den Putzplatz verließen kamen und schon andere entgegen. ,,Oh warte..'', schmunzelte ich und sah zu Ian, bevor ich wieder zu Sattelkammer umkehrte und wenig später mit einer Schale wiederkam. Darin befanden sich ein paar Möhren und ein paar Äpfel, immerhin könnte die wirkliche Diät ja auch erst morgen starten oder? Heute stand ja auch noch nichts außergewöhnliches an. Wir liefen zur besagten Koppel und Ian machte den Strick von dem Halfter los. Charity lief einige Schritte los, ehe sie dann stehen blieb und zu uns zurück sah. ,,Sie ist doch so süß, nicht?'', kicherte ich leise und stellte die Schale auf den Boden. Erst bot ich der Palominostute etwas aus der Hand an, doch sie lief nur wieder einige Meter um dann erneut stehen zu bleiben. Viel Eigeninitiative kam von der Stute aber auch nicht wirklich, oder sie war doch einfach nur etwas scheu? Ich stellte die Schüssel auf den Boden ab und lief wieder zu Ian hinter den Koppelzaun. ,,Ich bin gespannt was sie so für Geheimnisse mit sich herum trägt..'', murmelte ich leise und lehnte die Arme auf den Zaun, beugte mich somit etwas vor und sah von Ian wieder zu der Stute. ,,Nun ja, wir werden es sicherlich früh genug erfahren.'', stimmte mein Verlobter mit ein und ich spürte kurz darauf seine Hand an meinem Rücken, ehe er mir einen Kuss auf die Schläfe hauchte. ,,Ein kleines Überraschungspaket, wie Twister und Lord Coleman damals.'', grinste er und auch sein Blick fiel wieder auf die Stute. Diese hatte sich schon die erste Möhre aus der Schale geschnappt und stand nun vor dieser, das eine Hinterbein angewinkelt. Doch ihr Blick verriet uns nur zu deutlich, dass sie sich nicht ganz so wohl fühlte, auch wenn das Bein etwas anderes signalisierte. Vielleicht ein steiniger und langer Weg der da vor uns lag, vielleicht aber auch nur eine kleine Anfangshürde, bevor es richtig bergauf mit der Stute und uns ging! Ian und ich entfernten uns fürs Erste, wollten sie nach wenigen Stunden wieder von der Koppel holen. Die Schale hatte ich jedoch geleert und wieder mit genommen, nicht dass noch ein Unfall passierte weil wir sie haben dort stehen lassen..
      Ian Monroe | Die feierliche Übergabe war ja wirklich eine nette Idee gewesen und Rey und ich hatten die Stute auch mit größter Freude entgegen genommen. War nur die Frage ob den Pferden das so gefallen hatte. Die Stute in welche Rey sich gleich so verliebt hatte, schien das Ganze mit stoischer Ruhe über sich ergehen zu lassen, aber man hatte anderen Pferden angesehen das der Aufwand ihnen sichtlich unangenehm gewesen war. Also meiner Meinung nach, wäre es so wie letztes Jahr, wo man das Tier einfach gleich auf der Koppel begrüßen konnte besser, da man sich diesem ja auch dann nicht direkt aufdrängen musste. Aber ja, was wusste ich denn schon? Ich war hier wohl einer derjenigen die sehr spät 'aufs Pferd' gekommen war, weswegen ich mich da doch etwas zurückhielt. Zumal gerade unter Pferdeleuten viele sehr eingefleischte Meinungen hatten und sehr pikiert oder gar aggressiv reagierten, wenn man diese Meinung nicht teilte. Außerdem war ich auch nicht unbedingt die Plaudertasche, sondern eben der der Taten sprechen ließ. Nachdem der ganze Trubel also vorbei war und wir noch den restlichen Papierkram erledigt hatten, war ich gemeinsam mit meiner Verlobten wieder auf den Weg zu Charitys Box. Wir hatten sie uns noch näher anschauen wollen, weswegen wir sie erstmal dorthin gebracht hatten. Wie üblich war meine Süße ganz aufgeregt und plapperte fröhlich vor sich hin und ich lauschte ihrer zuckersüßen Stimme. Es war einfach immer wieder umwerfend zu beobachten wie meine Verlobte, bei allem was sie tat immer vollkommen aufzublühen schien. Natürlich hatte ich zugestimmt wieder bei der HMJ mitzumachen, dieses Jahr hatten wir uns aber entschlossen zu zweit eben ein Tier auszubilden. Mit Charity hatten wir wohl auch einen Glücksgriff gemacht.
      Rey murmelte etwas dahin, dass sie sich eben fragte wieso die Stute abgegeben worden war und ich zuckte mit den Schultern. "Keine Ahnung, das werden wir aber sicherlich früh genug herausfinden", meinte ich und im Kopf war ich natürlich schon selber hunderte von Möglichkeiten durchgegangen. Vielleicht war sie ja trainiert worden und bei ihrem Alter auch schon an ein oder zwei Rennen gestartet -wenn sie im Training vielversprechend aufgefallen wäre-, vielleicht aber war sie schon im Training zu langsam gewesen und gar nicht erst gelaufen bevor man sie abgeschoben hatte. Sie war Privat abgegeben worden, das wussten wir, was also hieß dass sie von keinem der großen Rennställe kam. Ich blinzelte und zwang mich Rey weiter zu folgen und konnte nicht anders als zu grinsen, als sie gleich Twister in den Ring warf. Hatte ja auch mit keinem Wort irgendwas negatives gesagt eigentlich oder? Dennoch war sie selbst auf ihren wilden Braunen gekommen, also konnte ich da doch nichts dafür oder? "Naja, sagen wir so: Du hast für solche Pferde ein Händchen!" neckte ich meine Liebste also und fand es zu süß wie sie sich daraufhin gleich empörte. Ihre Wangen wurden dabei dann immer so hübsch rot, wie wenn wir... naja, das war wohl nicht das Thema gerade. Sie rechtfertigte sich und ich schmunzelte in mich hinein. Natürlich hatte sie auch viele gute Pferde, aber eben auch ein paar Spezialisten. Also wollte ich es auch gut sein lassen, wollte nicht hier noch eine Szene zeigen, die vielleicht andere als störend empfunden hätten. Ja... zuhause, wenn wir unter uns waren, konnte man doch etwas agieren und dann hätte ich meiner Liebsten sicher auch schon einen tiefen Kuss gestohlen. Ich deutete auf das Schild neben uns um die Aufmerksamkeit meiner Verlobten wieder auf das Pferd zu lenken, sofort erhellte sich ihr Blick wieder und ich war erstmal aus dem Schneider. Natürlich ließ ich meiner Frau auch den Vortritt und ließ meinen Blick zwischen ihr und der Stute hin und her gehen. Sogleich ging mein Blick über den Körper der Stute. Das Gebäude war typisch dem einer englischen Vollbluts kein Zweifel, allerdings sprachen die gut angelegen Depots an ihrem Körper von sehr guter Fütterung -oder vielleicht doch einem Problem mit dem Stoffwechsel?- Ja es war ein Segen und ein Fluch mit einer Tierärztin zusammen zu leben, begann man doch jedes Pferd immer gleich zu analysieren. "Sie sieht auf alle Fälle wohl genährt aus", meinte ich und konnte das Grinsen natürlich nicht verbergen.
      Reyna rollte daraufhin mit den Augen und nahm die Stute sogleich in Schutz. Ich beobachtete wie Rey sich langsam zu der Stute vorarbeitete und achtete dabei auf jedes noch so kleine Zeichen seitens der Stute. Aber sie blieb ruhig und ich entspannte mich innerlich noch etwas mehr. Das ließ hoffen, dass die Stute vor uns nicht zu Twister II mutierte. Ich nickte als Rey meinte wir würden sie mal für den Anfang putzen, sogleich griff ich nach dem Halfter, welches auf dem Haken neben mir hing und reichte es meiner Liebsten. Danach trat ich zurück und während meine Verlobte die ruhige Stute zum Platz führte, bog ich eben ab um die Putzkiste zu holen. Rey ging sogleich ans Werk, während ich ein Stück Karotte aus meiner Jeans fischte und mich nun erstmal etwas mit der hübschen Palominostute anfreundete. Ich betatschte sie dabei nicht, sprach nur ruhig auf sie ein und hielt ihr dann die Karotte hin, welche sie vorsichtig aus meiner Hand nahm. Ein Ohr lag dabei hinten um Rey zu lauschen, während das Andere ein wenig spielte. Man sah es der Stute an, dass der Kopf jetzt schon ratterte wie der Motor eines Traktors. Als müsse sie die Eindrücke welche sie von uns hatte, erstmal verarbeiten. Ich machte mich dann auch ans Werk, begann die Stute auf meiner Seite zu striegeln und strich dabei über ihre Rundungen. Ich legte meine Hand flach an ihren Rippenbogen und fuhr mit leichtem Druck entlang. Also... man spürte nicht einmal den Ansatz einer Rippe, aber damit konnte man zumindest besser arbeiten, als wenn das Pferd spindeldürr gewesen wäre. Denn wo nichts war, konnte man schließlich auch schwer etwas aufbauen. Der Körperbau schien korrekt zu sein und beim putzen war sie auch anständig und gab nirgends ein Anzeichen auf Schmerzen oder dergleichen. Wieso also gab man ein so schönes Tier einfach weg? Fragen über Fragen, auf welche wir wohl kaum Antworten finden würden, es sei denn die früheren Besitzer waren irgendwie noch ausfindig zu machen. Natürlich war ich immer sehr an der Vergangenheit meiner Tiere interessiert, auch bei Cole wäre ich verdammt neugierig, aber bei dem würde ich wohl nie etwas herausfinden können.
      Nachdem wir das hübsche Tier auf Hochglanz gebracht hatten, band ich sie los und wir gingen gemeinsam in Richtung der Koppel. Es war wirklich ein schöner Ort wo wir hier gelandet waren und das Salz des nahen Meeres lag mit jeder Brise die Aufkam in der Luft. Gerade wollten wir in Richtung der Koppel einbiegen, als Rey meinte ich solle noch warten udn schon davon stiefelte. Die Stute und ich sahen uns an. "Was ihr wohl jetzt schon wieder eingefallen ist?" meinte ich schmunzelnd in Richtung des Palominos, welcher tief seufzte und dann abkaute und den Kopf etwas senkte. Reyna kam schließlich mit einer Schale mit ein paar Möhren und Äpfel zurück und ich hob eine Augenbraue. Schmunzelte dann jedoch und wir setzten unseren Weg fort. Auf der Koppel, drehte ich die Stute erst zu mir herum, bevor ich den Strick löste. Sogleich wendete sie und machte auch schon ein paar Schritte weg, bevor sie anhielt und den Kopf in unsere Richtung drehte. Unsicher ob sie wohl bleiben sollte, oder doch lieber weitergehen. Meine Verlobte kicherte und stellte mehr fest, als das sie fragte, dass die Stute doch süß sei. Ja... sehr süß, sie wirkte wie das kleine dicke Schulmädchen mit den zwei geflochtenen Zöpfen, das immer schüchtern in der Ecke stand und lieber zwei Mal aufzeigte um zu fragen ob sie auf Klo gehen durfte. Zusammen standen Reyna und ich dann am Zaun und beobachteten unseren neuen Schützling. Ich nickte als sie vor sich hin murmelte. Nun wir würden zumindest ein paar der Geheimnisse sicherlich bald selbst herausfinden. Ich legte meine Hand sanft auf Reys Rücken und beugte mich vor um ihr einen Kuss auf die Schläfe zu geben. Das alles war doch sehr aufregend hier und während mein Blick hinaus auf die Stute ging, gingen meine Gedanken auch etwas in Richtung nach Hause. Hoffte das dort alles in Ordnung war, aber wenn etwas passieren wäre, hätte man sich auch schon bei uns gemeldet. Noch einmal ließ ich meinen Blick über das Hummelchen (ja ich fand das war ein passender Spitzname) auf der Koppel gleiten. Ihr Körper wirkte entspannt, doch der Blick war etwas skeptisch und misstrauisch auf uns gerichtet, aber ich war zuversichtlich, dass wenn das Eis erstmal gebrochen wäre, die Stute sicherlich auch selbstsicherer werden würde. So gingen Rey und ich Hand in Hand in Richtung Reiterstüberl, wo zumindest schon ein paar Gesichter zu sehen waren um uns natürlich mit den Anderen Kandidaten und den Verantwortlichen auszutauschen.
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      Reyna Huntington | ,,Hmm.. Ein Aquatrainer wäre auch sehr toll..'', überlegte ich laut und sah von meinem Collegeblock auf zu Ian. Ich hatte mir tatsächlich die Mühe schon gemacht und notiert, wie wir wann mit Charity arbeiten wollten. ,,Dann könnten wir schonend das Training etwas steigern, wir würden damit Rücksicht auf die Gelenke nehmen und trotzdem wäre es auch eine Abwechslung.'', meinte ich dann und nahm die Kaffeetasse vom Tisch, hob sie an meine Lippen und nahm einen ersten Schluck von dem Latte Macchiato. ,,Hm..'', brummte Ian und ich hob eine Augenbraue als ich wieder zu ihm herüber sah. ,,Hey, wirst du hier etwa zum Morgenmuffel?'', grinste ich frech und piekte ihm in die Seite, woraufhin er erneut brummte und dann lächelte. ,,Na schon besser.'', grinste ich frech, lehnte mich weiter zu ihm herüber und schenkte ihm einen Kuss auf die Wange. ,,Wir haben hier nur keinen Aquatrainer und Zuhause auch nicht.'', stellte er schließlich fest und ich nickte. ,,Zuhause hätten wir den See in unserer Nähe, da könnte man sie rein führen.'' - ,,Stimmt und hier wäre das Meer vielleicht eine Option. Vorausgesetzt sie steht überhaupt auf Wasser.'', erläuterte er und ich seufzte auf. Stimmt, das war ja noch das größte Hindernis..
      In den vergangenen Tagen waren wir spazieren gewesen und hatten so das Vertrauen erst einmal vernünftig festigen wollen. Ich stand nicht wirklich drauf mich einfach in die Mitte zu stellen und das Pferd im Kreis um mich herum zu schicken, wenn es mich doch auch nicht wirklich kannte. Charity kam mir bei den Spaziergängen eher unerschrocken vor, fast schon, als würde sie alles kennen. Als hätte sie eine gute Ausbildung genossen, auch wenn man nicht mehr allzu viel von den Muskeln sah die dafür sprechen konnten. Ich war derzeit der Annahme, dass Charity abgegeben wurde weil sie vielleicht dem Zuchtziel nicht zu genüge war, sei es der sportliche Aspekt oder aber auch die Farbe.. Weil sie zeigte immer mehr, dass sie ausreichend sozialisiert war, das Einzige was war: Sie war zu dick und etwas zu wenig bemuskelt. Sie kannte Halfter, Stricke, das Führen und auch Bandagen oder Gamaschen.. Hatte ich gestern schon getestet. Ich hatte ihr zum Spazieren zwei Bandagen angezogen und sie lief nicht los wie ein Storch im Salat, sondern ganz normal. Vielleicht wurde sie antrainiert in jungen Jahren, wie es für Rennpferde üblich war, wurde dann in die ersten Rennen geschickt und man hat gemerkt sie taugt in dieser Sparte nichts.. Vielleicht waren es überzeugte Leute des Rennsports, welche kein Interesse an einem Vielseitigkeitspferd hatten..? Vielleicht..
      ,,Auf alle Fälle sollten erst mehr Muskeln aufgebaut werden, bevor du dich drauf setzt.'' - gab Ian wieder und riss mich damit aus meinen tiefen Gedankensträngen. ,,Ja..'', gab ich wieder und sah auf den Collegeblock. ,,Vielleicht sollten wir das Spazieren beibehalten, als zusätzliche Trainingseinheit. Spazieren ist ja nun nicht dermaßen anstrengend sondern kann ja auch als Entspannung dienen. Vielleicht je nach Training morgens oder abends noch einmal eine Runde zum Meer und wieder zurück? Und parallel dazu vielleicht mit den Longieren beginnen. Erst normal, dann irgendwann ein paar Stangen einbauen, wenn sie die schon kennt. Bodenarbeit wäre da auch noch eine gute Möglichkeit um vielleicht etwas mehr Biegung zu fördern.'', erklärte ich und Ian nickte zu meinem Vorschlag. ,,Hört sich doch nach einem Plan an.'', schmunzelte er und ich notierte mir diese ersten Gedanken. Wir hatten zwar schon am ersten Tag ein paar Konzeptideen notiert, doch da kannten wir Chari nun nicht so gut, kannten wir jetzt auch nicht, aber wir waren um einiges Schlauer. Sie stand nicht sonderlich auf Kuscheleinheiten, verschiedenes Zubehör kannte sie schon und schien uns unerschrocken. Damit war es doch eine gute Grundlage.
      ,,Jetzt iss erstmal.. Immerhin wollen wir auch gleich los zu Charity.'', grinste Ian und nahm mir den Block ab, sowie den Stift. Ich nickte und nahm den Teller mit dem Croissant samt der Marmelade. Biss das erste Mal ab und schmierte wieder etwas Marmelade auf das Gebäck. ,,Ich würde sagen, wir starten mit dem Longieren heute? Und heute Abend eine schöne Runde zum Meer, die Zwischenzeit kann sie mit dem Heu aufs Paddock, oder wir lassen sie auf eine der abgegrasten Wiesen?'', fuhr Ian dann fort und ich nickte kauend. ,,Okay.'', meinte ich, als ich gerade den Bissen herunter geschluckt hatte und erneut einen Schluck von dem Kaffee nahm.
      Ian Monroe | Es war früh am Morgen und ich saß gerade bei meinem Kaffee, den ich wie üblich Schwarz trank und biss herzhaft in den Toast mit Honig den ich mir geschmiert habe. Die Haare standen wirr von meinem Kopf ab und leicht brummte dieser auch noch, hatte ich es wohl gestern mit dem hiesigen Wirten etwas übertrieben, aber der alte Schwede hatte auch eine einnehmende Art bei der man kaum nein sagen konnte. Ich war ja nur froh darüber das ich als Schotte gut abgehärtet war. Ein Anderer würde jetzt vermutlich noch halb tot im Bett liegen und sich heute nicht vor die Tür wagen. Neben mir saß meine Verlobte, mit Block und Stift in der Hand, während sie dahin redete, schrieb sie immer wieder etwas, strich es durch oder riss auch gleich ein Blatt wieder vom Block, zerknüllte das Papier zwischen ihren Händen und warf es in Richtung des Papierkorbs, nicht immer traf der Ball und das Essen vor ihr war unangetastet. "Hm.." brummte ich als sie wohl eine Antwort erwartete, ich sah auf und traf ihren Blick. Sie grinste mich an und fragte dann ob ich hier zum Morgenmuffel wurde. Oh... wenn sie nur wüsste. Ich gab ihr noch eines meiner Brummen und lächelte ihr dann dennoch entgegen. Hey, mein Vater hatte immer gesagt: Wer Abends fortgehen kann, kann tagsüber auch arbeiten! Der Kuss meiner Liebsten auf meine Wange, linderte auch schon so einiges und ich nahm meinen Kopf wieder etwas mehr zusammen um ihr besser folgen zu können. "Wir haben hier nur keinen Aquatrainer... und zuhause auch nicht", stellte ich dann fest und legte meinen Kopf leicht schief. Nickte auf ihren Hinweis mit dem See und gab selber von mir, dass hier das Meer vielleicht eine Option wäre... Wenn es hier denn einen Strand gab wo man gut hinein konnte. Bisher hatte ich leider auch nur Felsen gesehen. "..vorausgesetzt sie steht überhaupt auf Wasser", meinte ich dann schließlich und Rey wurde auch wieder nachdenklich, schien das noch nicht bedacht zu haben. Wenn ein Pferd nicht ums verrecken ins Wasser wollte, war es verdammt schwer, es irgendwo hinein zu bekommen. Bisher hatten wir keine Probleme gehabt. Beim Spazieren gehen war die Stute sehr anständig und reagierte auf neue Dinge mit gesunden Respekt, aber wurde jetzt nicht irgendwie panisch.
      Ich kratzte mein Kinn, während ich nachdachte. "Auf alle Fälle sollten erst mehr Muskeln aufgebaut werden, bevor du dich drauf setzt", meinte ich und betrachtete meine Verlobte, die in ihrer eigenen Welt abgedriftet gewesen war. Denn das war klar geworden bei unseren Ausflügen, die Gute hatte so gut wie keine Kondition. Unser Hummelchen musste also dringend abspecken. Ich lauschte der Stimme meiner Verlobten, während ich einen Schluck von meinem Kaffee nahm, genoss den herben Geschmack auf meiner Zunge. "Ich könnte sie zum Laufen mitnehmen", warf ich schließlich ein. Ich lief die Runden ja sowieso und wenn die Stute dabei war, war sie wenigstens auch etwas schneller mit dabei als nur im Schritt dahin schlapfend. "Dabei kann ich ja ein paar Querfeldein Übungen mit einbauen. Bergauf und Bergab ist gut für die Muskulatur", meinte ich und nickte dann als wir ungefähr etwas zusammen geschustert hatten für die ersten Tage. "Hört sich doch nach einem Plan an", schmunzelte ich und griff dann nach ihrem Block und den Stift. Legte beides auf den Tisch vor uns und forderte meine Liebste auf erstmal was zu essen, damit wir eben los konnten zu Charity. Ich ließ meinen Blick währenddessen auf das Papier gleiten. "Wir sollten, dann auch noch schauen, wie sie auf den Hänger reagiert..." fiel mir schließlich ein, während Rey gerade auf ihrem Croissant rum kaute. Ich schmunzelte und beugte mich sachte vor, hauchte einen Kuss auf ihren Mundwinkel um die Marmelade die dort hängen geblieben war abzuküssen. Genoss natürlich die Reaktion von ihr darauf und zwinkerte ihr keck zu. ,,Ich würde sagen, wir starten mit dem Longieren heute? Und heute Abend eine schöne Runde zum Meer, die Zwischenzeit kann sie mit dem Heu aufs Paddock, oder wir lassen sie auf eine der abgegrasten Wiesen?'' Dann hatte ich bis heute Abend Zeit meinen kleinen Kater etwas zu überwinden. Wobei der starke Kaffee schon einiges richtete. "Ich denke Paddock mit Heu wäre klüger, damit haben wir mehr im Blick wie viel sie tatsächlich frisst", antwortete ich auf meine eigene Frage hin. Das Longieren würde ich getrost Rey überlassen, sie hatte sowieso mehr Erfahrung und Routine drinnen und mir gab es die Möglichkeit den kleinen Kater etwas besser zu überwinden, wobei mir der Kaffee doch sehr behilflich dabei war. Gesagt getan, nach dem Frühstück und nachdem wir alles aufgeräumt hatten, stiegen wir in den Wagen um in Richtung des Gestüts zu fahren, damit wir mit dem Training so richtig durchstarten konnten.
      Reyna Huntington | Nach dem Frühstück machten Ian und ich mich gleich auf den Weg zu den Stallungen, wo Charity schon gemütlich ihr Heu kaute, welches ich ihr vor unserer Mahlzeit in die Box reingeschoben hatte. Doch der Haufen hatte schon gut abgenommen und Charity sah uns zufrieden entgegen, als wir vor der Boxentüre stand. ,,Ich hol schon mal die Putzsachen und alles weitere.'', verkündete schließlich Ian als ich gerade der Palominostute das Halfter aufzog und die ersten Schritte aus der Box ging. So schnell er hier gewesen war, so schnell war er auch schon wieder weg. Hing ihm die Nacht wohl noch etwas hinter her, aber das war sein eigenes Pech, da hing ich mich sicherlich nicht rein. Wer feiern kann, kann auch aufstehen und arbeiten - einer der wenigen Sprüche die ich in meiner Jugend immer zu hören bekommen hatte. Aber welches Ausmaß sein Treiben vergangene Nacht hatte ahnte ich ja nicht. Meine Gedanken galten trotzdem nun voll der dicken Stute hinter mir, oder auch Hummelchen wie Ian sie gerne nannte. Hatte er immer sogleich einen passenden Spitznamen für jedes Pferd parat, Chari bekam dann eben Hummelchen und irgendwie.. passte es auch richtig gut zu ihr. Fehlten nur noch die besagten dunklen Streifen und sie wäre die perfekte Hummel. Vielleicht könnte man da ja spaßeshalber auch was organisieren? Wäre doch irrwitzig, wenn 'Hummelchen' mit besagten Streifen in der Box stünde und Ian nach so einer durchzechten Nacht morgens in den Stall käme um sie zu füttern - sicher würde er denken, dass er noch einiges im Blut hatte. Leise kicherte ich bei dem Gedanken an seinen Ausdruck und wie er sogleich zu mir kommen würde, oh wenn das nicht ein Spaß wäre! Grinsend schnalzte ich kurz auf und lockte die Stute wieder vom Heu weg, ehe wir dann auch schon in Richtung des Putzplatzes liefen. Dort angekommen stand Ian schon bereit mit den Putzbox und hatte die Longe und das Kappzaum gleich mitgebracht. ,,Da bin ich wirklich gespannt, ob sie sich auch bei diesem kleinen Meilenstein so vorbildlich benimmt.'', schmunzelte ich und streichelte der Stute über die weichen Nüstern, als ich sie angebunden hatte. Ich nahm mir zuerst die Mähnenbürste, begann damit Mähne und Schweif der Stute zu kämmen, während Ian schon mal mit dem Rumpf anfing. Wir teilten uns das Putzen in den meisten Fällen, wollten beide einigermaßen gleich die Bezugsperson der Stute werden und nicht, dass einer von uns nachzog. Auch wenn die Stute eigentlich im Hinblick auf die Zukunft so oder so niemals ein richtiges Bezugspferd für Ian werden würde. Immerhin gestaltete sich sein aktuelles Reiterinteresse eher dem Fahren mit meinen Welsh A Ponies oder Lord Coleman und Commanders Colibri. Gut, Velvedere hatte er immer noch im Auge und sie war wahrscheinlich mitunter immer noch einer der Lieblinge von ihm, aber das er irgendwann sich auf Chari setzte und mit ihr über den Platz fegte? Nein, irgendwie glaubte ich da nicht so recht dran. Aber wer weiß was die Zeit noch so brachte. Ich hätte damals ja kaum geglaubt, dass Ian wirklich überhaupt so viel Gefallen an den Pferden fand, als er damals zu mir kam um mit mir zusammen das Gestüt wieder etwas herzurichten.. Heute war dieser Schreiner mein Verlobter. Mit einem Schmunzeln kratzte ich derweil die Hufe aus, da fragte Ian sogleich nach, an was ich denn dachte wenn ich schon so dümmlich grinste. ,,Ach nichts.'', lächelte ich und schenkte meinen Mann einen Kuss auf die Wange, musste mich dafür wie immer auf die Zehenspitzen stellen, ehe ich mich wieder Chari zuwandte und wir sie weiter putzten. Zu guter Letzt kam auch gleich das Kappzaum drauf, dieses hier konnte man mit einem Gebiss verschnallen, was ich auch tat. Wollte mal schauen wie gut Charity auch schon das Gebiss kannte und wie fast schon erwartet. Sie nahm das Gebiss auf als hätte sie nie was anderes gemacht und spielte kurze Zeit mit diesem im Maul, bevor sie Ruhe gab. ,,Na meine Hübsche, ich glaube immer mehr daran, dass du eingeritten bist oder zumindest angeritten.'', murmelte ich leise und strich den Schopf der Stute zurecht, ehe ich die Longe in den Ring am Nasenrücken einklickte. Ian nahm die Peitsche zu sich, ein kleiner Meinungsverstärker. Immerhin wussten wir ja, dass Hummelchen faul war und nicht gerne die Hufe mehr hob als es nötig war.
      Auf einer der Reitplätze angekommen ließ ich die Stute sogleich um mich herum gehen, auch das Longieren kannte sie wohl auch schon. Also damit wären wir dabei angelangt, dass wir noch nichts so wirklich gefunden hatten, was der Stute nicht zusagt oder sie neu fand. Sie nahm dies alles mit solch einer Gelassenheit und Coolness. Hmm.. ,,Vielleicht probieren wir nachher mal eine Stange oder ein kleines Cavaletti aus? Nur um zu schauen, ob sie es kennt.'', rief ich Ian zur Bande zu. Dieser stand erst einmal noch an der Bande, nicht das Chari doch gleich einen Satz machte und los preschte und er sich mit mir in der Longe verwickeln würde - wäre ja nicht so als hätten wir so ein Szenario schon einmal gehabt. Wusste noch genau wie der rote Striemen an seinem Arm und Hals sich einige Tage lang gezogen hatte. Doch Chari lief, noch, ruhig im Schritt um einen vernünftigen Kreis um mich herum. Brav wie eh und je. War sie doch kein Twister II, hm Ian? Frech grinsend stellte ich diese Frage jedoch nur in Gedanken an ihn, immerhin wusste ich ja nicht, was noch alles bei ihr kommen würde - nachher hätte ich mich zu früh gefreut. Mein Verlobter würde mir das wochenlang unter die Nase halten.
      Nachdem Chari sich locker auf beiden Seiten etwas aufwärmen konnte - an diesem noch recht kühlen Vormittag - ging es dann auch schon los mit dem Trab. Es brauchte nur ein paar mal das Schnalzen mit der Zunge und etwas Schwung mit dem Ende der Longe in Richtung ihrer Hinterhand und sie trabte an. Etwas verwundert darüber war ich schon, doch sie lief brav an und war auch im Trab taktrein. Etwas was ich mir bei neuen Pferden gleich angewöhnt hatte. Wollte heute oder morgen sowieso sie noch etwas untersuchen. Hatte ja meine tierärztliche Ausrüstung mit im Gepäck - man wusste ja nie. Und wenn ich schon Tierärztin war wollte ich sogleich bereit sein falls ein Notfall aufkam. Egal ob bei meinem oder einem anderen Pferd - da machte ich keine Unterschiede. Mir war zwar bewusst, dass das Horsemakeover dieses Jahr sicher nicht ohne Tierarzt stattfinden würde, zumindest nicht diese Einführungswoche, dennoch wollte ich lieber auf alles gefasst sein. Typisch Ich eben. Chari lief locker im Trab, suchte sogar auch den Weg in die Tiefe und schnaubte zufrieden ab. Auf beiden Händen konnte ich da auch nicht wirklich einen Unterschied ausmachen, außer vielleicht, dass die linke Seite nicht ihre Stärke war. Das konnte man aber getrosten auf ein späteres Trainingsziel verschieben, immerhin galt es zuerst die Stute abspecken zu lassen und Muskeln aufzubauen. Vielleicht ergab sich dieses kleine Defizit dann auch ganz von allein?
      Nachdem Chari dann auch auf beiden Seiten locker und zufrieden trabte, keine Anstalten machte, dass etwas schief ging, wagte ich es sie anzugaloppieren. Hier brauchte es schon etwas mehr, dass die Stute sich wirklich in Bewegung setzte doch mit der Peitsche in der Hand ging es dann auch los. Sie sprang in den Galopp, zuerst im Kreuzgalopp los. Ich parierte sie mit der Stimme wieder durch und wir versuchten es gleich auf ein Neues. Hier sprang sie nun auch richtig an und setzte die Runden los. Zuerst etwas hektisch, aber nach einer Runde des Rennens fand sie ihr Tempo und das Gleichgewicht wie mir schien. Vielleicht war es auch einfach ungewohnt nach langer Standzeit, wieder so viel tun zu müssen.
      Ich longierte die Stute weiter, immer im Wechsel von Trab zu Galopp und auch Schrittpausen wurden eingebaut, damit sie sich nicht übernahm. Zum Ende hin bat ich Ian drum eine Stange auf den Boden zu legen und nahm die Stute weiter zu mir. Die Stange lag auf dem zweiten Hufschlag und ich führte sie zuerst im Schritt über diese. Kurz beäugte sie die Stange, doch lief dann auch gleich rüber nachdem sie sie angeschnaubt hatte. ,,So ist's fein.'', lobte ich die Stute und klopfte ihr den Hals, ehe ich es an der Longe mit weiterem Abstand zu mir versuchte. Auch hier lief sie wieder ohne Beanstandung drüber. ,,Fein!'', grinste ich der Stute entgegen, konnte meine Freude über diese neue Erkenntnis nicht verbergen. ,,Wollen wir mal das Ganze im Trab versuchen.'', führte ich fort und schnalzte erneut. Die Stute sprang in den Trab und wieder bei der Stange angekommen zögerte sie kurz, ehe sie in einem etwas komischen Takt drüber setzte. Also gab es noch eine Wiederholung und diesmal klappte es gleich wieder sauberer. ,,Versuch's auch gleich im Galopp, wenn sie es schon so gut macht. Scheint mir ja als wäre ihr das nicht fremd.'', erklärte Ian und ich sah zu der Stute. In ihrem Kopf schien es wohl zu rattern und dennoch senkte sie wieder den Kopf und fing mehr an sich selbst zu tragen. Na gut, einmal ausprobieren konnte ja nicht verkehrt sein. So schnalzte ich erneut und hob die Peitsche etwas an, erneut sprang die Stute etwas unsauber in den Galopp und behielt gleich das anständige Tempo. Gut an den Übergängen gab es auch noch einiges zu üben, dass sie flüssiger wurden, aber das war auch eher etwas nebensächlich und käme sicherlich mit weiterem Training mehr und mehr. Die Stange wurde sogleich von der Stute angepeilt und mit einem gekonnten Satz sprang sie über diese drüber. Der Absprung war gut, doch sie überschätze wohl die bloße Stange denn sie hob förmlich über dieses kleine Hindernis ab. ,,Du bist ja ein Flieger!'', kicherte ich und parierte die Stute durch, wechselte mit ihr die Hand und als wir im Schritt und Trab über die Stange drüber waren, wagte es Ian noch die Stange hochzusetzen, machte also ein kleines Cavaletti daraus. Ich galoppierte die Stute wieder an, Chari sprang an und setzte in einem erneuten hohen Bogen über die Stange. Bei den nächsten zwei Versuchen schien sie wohl die Distanz und auch die Höhe besser einzuschätzen und flog nicht mehr so im hohen Bogen über dieses kleine Hindernis. ,,Vielleicht war sie wirklich eine Springerin, oder es ist ihr einfach von den Genen her mehr gegeben als eine Rennstute.'', gab ich an Ian zurück und parierte die Stute in den Schritt, wollte es damit für heute gut sein lassen. Immerhin sollte sie am Abend ja auch noch etwas zu tun haben und nicht völlig ausgelaugt sein. Nach so langer Abstinenz des gezielten Bewegens würde die Stute sicher morgen schon genug Muskelkater von den wenigen Sprüngen haben.
      ,,Klasse meine Süße.'', hauchte ich leise als wir gerade wieder uns auf den Putzplatz machten, das Fell der Stute war mittlerweile schon recht nass an Hals, Brust und auch am Bauchbereich. Da hatte sie wohl ordentlich schwitzen müssen. Daran merkten wir wieder einmal, dass da nicht viel Kondition vorhanden war. Aber das kam alles mit der Zeit. Immerhin wurde sie nun wieder regelmäßig bewegt. ,,Ich bring Hummelchen auf das Paddok.'', erklärte mir Ian schließlich, nachdem wir der Stute das Halfter wieder aufgezogen hatte und die Hufe noch einmal ausgekratzt. ,,Ist okay.'', meinte ich dann und packte die Putzkiste zusammen und fegte über den Putzplatz. Immerhin wollten wir ja ein ordentliches Bild hinterlassen.
      Ian Monroe | Nachdem longieren, gingen wir wieder auf den Putzplatz und unterhielten uns angeregt darüber, wie souverän die Stute eigentlich auf die Stangen reagiert hatte und auch zielsicher und gut darüber gestiegen war. Nachdem wir sie versorgt hatten, brachten wir sie mit zwei abgewogenen Heunetzen auf ihr Paddock. Selbstverständlich hatten wir ihre Ernährung soweit angepasst, dass es möglichst passte. Also hatten ihr auch nicht alles gestrichen, sondern fütterten genug damit sie Gewicht verlor, aber auch noch Muskulatur aufbauen konnte. Denn sie jetzt einfach nur runter magern zu lassen, bis sie ideal Gewicht hatte, war ja nicht Sinn und Zweck der Sache. Dennoch war es wichtig, dass wir ein wenig Kontrolle darüber hatten was und wie viel sie denn letztendlich fraß. Zumal wir sie ja in diesem Punkt ja auch erst kennen lernen mussten. War tatsächlich einfach zu viel gefüttert worden und mangelhaft Bewegung geboten gewesen oder gehörte sie eben zu den leicht futtrigen Pferden... Bei Vollblütern war es generell ja eher schwer, sie wirklich fett zu füttern, da der Stoffwechsel anders arbeitete als bei einem Kaltblut zum Beispiel... jaha! Das wusste ich schon. Hatte das alles ja auch gleich von Grund auf mit Rey an meiner Seite gelernt. Also wo die Meisten erst einmal lernten wo vorne und hinten bei den Pferden war. War ich wohl gleich eine ordentliche Schule erstmal in der Versorgung und Pflege durchgegangen, während ich mir sehr wohl auch Reitunterricht genommen hatte. Bisher war ich dem Fahren jedoch immer noch mehr zugeneigt, dem Fahren und dem Ausreiten natürlich, wobei meine Liebste mich auch immer wieder drängte das ich mehr machen könnte und ich natürlich jedes mal wenn sie auf ein Turnier oder eine Körung fuhr, mit von der Partie war und natürlich auch mal Lust verspürte mitzumachen. Naja... vielleicht irgendwann einmal.
      Bis um drei ungefähr hatte die Stute erstmal Pause gehabt, bevor Rey und ich nun wieder auftanzten. Ich trug meine Laufklamotten und hatte die gröbsten Nachwirkungen von gestern überwunden, wollten wir das Laufen am Strick mit ihr ausprobieren und gleichzeitig hinunter zum Meer schauen, ob wir einen guten und sicheren Weg fanden. Von dem Wirten wusste ich, dass es etwas entfernt vom Gestüt eine Bucht gab von wo man aus gut in Wasser konnte. Aber das Wasser war hier im Norden natürlich etwas frisch. Gut ich hatte ja nichts gegen kaltes Wasser, aber Rey die sowieso immer halb erfroren war wenn es um solche Dinge ging würde wohl eher nicht hinein laufen. Also holten wir die Stute nun wieder von der Koppel. Sie wirkte recht erstaunt, dass die zwei Typen da schon wieder da waren, ging aber brav mit uns mit zum Putzplatz. Wir striegelten noch einmal über das Fell drüber um es von der Staubschicht zu befreien, welche sie sich nach dem Longieren wohl aufgelegt hatte. "Also meine Süße, dann sollten wir uns mal selbst aufwärmen, bevor wir los laufen oder?" meinte ich mit einem frechen Grinsen in Richtung meiner Liebsten die bis jetzt unbedingt mit gehen hatte wollen. Doch schon jetzt spürte ich ihr zögern, doch so einfach würde ich sie aus der Nummer nicht mehr raus kommen lassen. Gerade begann wir uns mit leichten Übungen aufzuwärmen, als eine der anderen Kandidatinnen vorbei lief die meinte sich erinnern zu können das Rey ja Tierärztin war und wohl einen Rat von ihr haben wollte, da dieser Benni gerade nicht zu gegen war. Ich schmunzelte nur und nickte. "Na geh schon," meinte ich schmunzelnd. Nun gut, lange ließ Rey sich das nicht sagen, sofort lief sie schon mit der anderen Frau mit und ich glaubte die Erleichterung bei meiner Verlobten zu sehen. Immer wollte sie erst mit und dann fiel ihr doch etwas ein, was nun doch dazwischen kam und sie nicht mitgehen konnte. Was nicht schlimm war, nicht jeder musste so ein Laufjunkie sein wie ich. Als ich mich fertig gedehnt hatte und doch schon einige Minuten vergangen waren, band ich unser Hummelchen vom Putzplatz ab und ging in die Richtung in der meine Verlobte verschwunden war. Sie stand noch immer neben der Frau am Paddock eines anderen Pferdes und schien sich angeregt zu unterhalten. Ich räusperte mich leise und Rey drehte sich zu mir um. Sah von mir auf das Pferd und wieder zurück. "Oh ich... ich habe hier noch einiges zu bereden, du kannst ja mit Chari schon mal los, ich komme dann zum Strand nach", meinte sie und ich schmunzelte nur wissend. "Schon klar, bis später Liebes", sagte ich, beugte mir vor und küsste meine Frau sanft, bevor ich mit dem dicken Pferdchen an meinem Strick umdrehte und in Richtung des Weges ging, den Rey und ich natürlich den Nachmittag über geplant hatten. Zur Not hatte ich mein Handy auch noch mit, aber ich dachte nicht das etwas passieren würde. Wissen konnte man es natürlich nie, aber bisher war der hübsche Palomino an meiner Seite was diese Arbeit betraf sehr brav gewesen.
      So verließen wir zu Zweit das Gestüt in Richtung Süden, wo ein breiter Weg in den dicht bewachsenen Wald führte, artig folgte mir die Stute und als ich anfing zu laufen, schien sie erst unwillig und überrascht, dass ich nun ein schnelleres Tempo als sonst anschlagen wollte. Der Strick spannte sich über einen Moment und ihr Hals wurde lang, sie streckte den Kopf vor als könnte sie so der Bewegung entkommen. "Na komm Süße!" hauchte ich ihr zu, nahm natürlich die Spannung vom Strick und kam neben sie. Ich motivierte sie mit Zungen schnalzen und lief auffordernd neben ihr her, bis sie mit einem schnaufen schließlich selbst ansprang und in einem gemächlichen Jogg erstmal neben mir her lief, welcher dann auch etwas schneller wurde als ich mein Tempo zunehmen ließ. Ja ich war ja immerhin gut im Training und hatte schon ein gutes Grundtempo drauf. Das Vorteil von Hummelchen war, dass sie vier Füße hatte und gut schneller laufen konnte. So liefen wir den Weg nebeneinander her, gelegentlich wäre die Stute schon gerne bei den einen oder anderen Grashalm stehen geblieben, aber da war ich doch Konsequent und widerstand ihren großen runden Augen die mich förmlich darum anbettelten. Es ging oft runter und rauf, doch wir behielten das Tempo gut bei. Meine Hand glitt gelegentlich in das Fell der Stute, sie war warm und das Fell an ein paar Stellen vielleicht feucht, aber sie schwitzte jetzt nicht übermäßig und auch der Atem ging noch gut kontrolliert. Also sie pumpte jetzt nicht stark, wusste natürlich auf was ich achten musste, hatte meine Liebste doch dafür gesorgt, dass ich mit solchen Wissen ausgestattet war. Ein liebevolles Lächeln stieg mir in die Züge als ich an Rey denken musste und ging dann schließlich auch in ein flottes gehen über, hatten die Abschnitte doch genau geplant und meine Smartwatch die mir auch natürlich Maps anzeigte war damit markiert. Wir waren nicht mehr weit weg von der besagten Bucht und bis dahin sollte sich der Puls und die Atmung der Stute wieder soweit gelegt haben, dass einer kurzen Einheit im Wasser und dem anschließenden Heimweg ja dann auch nichts im Wege stehen sollte. Ich war nur gespannt ob Rey schon den kurzen Weg zu Fuß gegangen war oder doch lieber den Wagen genommen hatte.
      Reyna Huntington | Oh da hatte ich mich doch ganz schön verquatscht. Aber ich konnte jemand anderen keine persönliche Meinung und meinen persönlichen Rat nicht ausschlagen. Nun gut, jetzt galt es meinen Verlobten und Hummelchen wieder einzuholen. Hatte mich ja immerhin auch für das Joggen passend gekleidet und dennoch war es mir eher Flau im Magen wenn ich daran dachte so lange Durchhalten zu müssen. War meine Kondition auf dieser Ebene weitaus schlechter als die von Ian. Er als Fitnessstudiogänger und morgendlicher Jogger.. Wenn er Tage frei hatte startete er meist nach dem Frühstück sogleich damit, während ich lieber die Pferde füttern ging. Eine gekonnte Ausrede für mich und ich war froh drum, dass er da nicht noch etwa auf mich wartete. Also machte ich mich auch mit wenigen Übungen warm, wollte schließlich nicht noch eine Verletzung riskieren. Am liebsten hätte ich ja das Auto genommen aber, wenn was auf dem Rückweg mit Chari war konnte ich schlecht eingreifen, wenn ich schon vorausgefahren wäre. Und mit dem Auto ständig hinter den beiden her fahren wollte ich auch ungern, brachte dieses 'Verfolgen' die meisten Tiere nur mehr in Angst auch wenn sie sonst so Unerschrocken waren.
      Nachdem ich mich aufgewärmt hatte ging es auch sogleich los, hatte mir den Weg er Strecke doch gut eingeprägt, zumal wir den einen Tag schon den größten Teil der Strecke spazierend abgelaufen waren mit der Palominostute. So joggte ich im konstantem Schritte los, spürte doch recht schnell aber wir sehr es mich anstrengte. Vielleicht sollte ich doch öfter mir Ian mit joggen.. Aber Zuhause würde das alles wieder anders sein, die Routine würde wieder einkehren, denn dort hatten wir mehr Pferde als nur eines um das sich gekümmert werden müsste.
      Es dauerte schon eine ganze Weile bis ich untrainiertes Ding am Strand ankam und Ausschau nach Ian und Chari hielt. Schwer atmend und darauf bedacht, den Rhythmus nicht wieder zu verlieren. Musste zwischendurch sogar Schritt gehen, da ich Seitenstechen bekommen hatte. Typisch Anfänger eben. Tief atmete ich ein und wieder aus, entdeckte dann nach einem Ruf auch schon Ian der sich gerade darüber lustig machte, dass die Kugel sich niederlegte. ,,Das war nicht der Sinn unseres Ausfluges, Hummelchen!'', meinte er belustigt und zog an dem Strick, bevor er merkte, dass er keine Chance hatte. Die Stute hatte es sich in den Kopf gesetzt nun sich zu legen und zu wälzen. Er stellte sich lediglich so, dass er den Strick nicht los lassen musste und die Stute brummte zufrieden auf als sie sich umher kugelte. Schaffte sie es doch tatsächlich einmal herum und stellte dann die Vorderbeine auf nur um sich noch einmal zu legen und den Kopf restlos in dem Sand zu panieren. ,,Oh Ian!'', rief ich meinem Verlobten zu und kicherte, hatte meine regelmäßige Atmung wieder gefunden und brach eher ins Kichern aus. ,,Sie hat sich einfach gelegt.'', meinte er ebenso belustigt als ich auf beide zukam, ehe die Stute auch gleich wieder aufstand und sie schüttelte, doch der nasse Sand hielt gut in ihrem Fell fest. ,,Paniert ist's wohl besser? Dadurch sieht sie auch nicht schlanker aus!'', meinte ich zu Ian als ich bei ihm ankam und musterte Chari, welche mit ihren etwas zur Seite gekippten Ohren dumm drein blickte als wolle sie sagen: Das hab ich gehört, Mensch!'' ,,Da lässt man euch einmal alleine und ihr macht hier gleich Party!'', kicherte ich erneut auf und spürte das Knuffen in meine Seite. ,,Ey!'' - ,,Bist du etwa hierher gelaufen?'' - ,,Sogar teilweise gejoggt!'', meinte ich stolz und stemmte dabei die Hände in die Hüften. ,,Unfassbar!'', grinste Ian belustigt und ich streichelte kurz über das leicht feuchte Fell von Chari. ,,Uh da müssen wir nochmal putzen, bevor es ins Bett geht.'', murmelte ich leise und sah zu Ian, welcher mit den Schultern zuckte. ,,Das sollte ein Sandpeeling werden. Hab gehört das ist gut.'', grinste er und ich lachte wieder auf. Chari hingegen scharrte erneut auf dem Boden herum und machte wieder Anstalten sich Wälzen zu wollen. ,,Nassen Sand scheint sie ja zu mögen.'', meinte ich immer noch belustigt und sah auf die Stute. ,,Mal schauen wie es um's Wasser steht.'', grinste Ian und hielt mir den Strick hin doch ich erhob gleich die Hände und lehnte dankend ab. ,,War ja klar, du als Warmduscherin.'', grinste er wieder und schüttelte den Kopf. ,,Komm Hummelchen, wir gehen baden.'' - ,,Das wird sie dir schon erzählen ob IHR oder nur DU baden geht.'', murmelte ich und sah den beiden hinter her. Zielsicher ging Ian los und Chari folgte. Doch als eine kleine Welle kam schreckte die Vollblutstute etwas zurück. Prustend sah sie der Welle hinter her, wie sie sich wieder zurück zog. Der Blick dabei wieder auf die Stelle gerichtet, an dem das Wasser gerade noch gewesen war. Ian blieb jedoch beständig, redete sanft auf die Stute ein und zuppelte am Strick, wodurch die Stute auch weiter folgte. Die nächste Welle kam jedoch gleich und wieder blieb Chari stehen. Diese erreicht auch diesmal ihre Hufen und sie wich einige Schritte zurück. ,,Alles gut, Süße.'', murmelte er und versuchte es auf die gleiche Art wieder und erneut folgte sie. Anscheinend machte ihr das auch nicht so viel aus, eher waren es die Wellen als das Wasser selbst wie mir schien. Ein Naturtalent oder sie kannte schon alles auf irgendeine Weise. ,,So ist's gut, es sind schon alle Hufe im Wasser. Aber sag mal, ist das nicht schrecklich kalt?'', hakte ich nach und fror schon regelrecht bei dem Anblick an das Wasser. Zwar war es heute Abend noch recht warm und dennoch das Wasser war sicherlich noch nicht im Sommermodus. ,,Es ist erträglich.'', rief mir Ian zu, bevor er sich wieder auf die Stute fixierte.
      Es dauerte zwar etwas doch letztendlich stand Charity schon weiter in dem Gewässer, plätscherte sogar mit ihrem vorderen Huf wild umher und erfreut sich regelrecht daran. ,,Sie scheint Spaß zu haben.'', kicherte ich und begutachtete die Stute wie die Ohren aufgestellt waren und sie gar nicht mehr aufhörte zu plätschern. Doch Ian lockte sie noch weiter rein, schließlich war ein Teil des Bauches schon gut mit Wasser benetzt und er lief weiter einige Schritte mit ihr. Mein Kopf wäre wahrscheinlich schon unter Wasser, wenn ich noch auf dem Grund stehen wollte, ich hätte da schon schwimmen müssen.. So liefen sie ein Stück den Strand entlang, oder eher im den Gewässer und Chari fing unter dieser Anstrengung schon das Schnaufen an. Brav folgte sie weiter Ian, ehe er weiter raus schritt und sie durch das Wasser stapfte. ,,Also Wasser ist demnach auch kein Problem.'', stellte er fest und so mühte er sich mitunter ab weiter in dem kniehohen Wasser zu laufen. Charity tat es ihm gleich und verdrängte das Wasser immer wieder mit ihren Beinen, hatte somit auch mehr Mühe zu laufen. ,,Aber es schaut gut aus und anscheinend macht es ihr mehr Spaß als übliches Training.'', stellt ich fest und kicherte, als sie wieder begann zu plätschern. Eine kleine Wasser-Hummel wie mir schien. So liefen Ian und Hummel noch etwas im Wasser umher, ehe wir auch schon wieder den Heimweg anschlugen. Immerhin fing es mittlerweile schon an zu dämmern.
      Am Gestüt wieder angekommen putze ich noch einmal schnell über Chari drüber, die durch den Heimweg schon weitestgehend trocken war. Ian hingehen war schon in unsere Hütte verschwunden, seine Klamotten waren noch weit entfernt vom Trockensein. Nachdem Charity wieder mehr nach Pferd statt paniertem Schnitzel aussah brachte ich sie wieder in ihre Box, legte ihr das Heu zurecht und sie bekam auch ihre Kraftfutterration die wir mit dem hier gegenwärtigen Tierarzt abgesprochen hatten. Alles so abgestimmt, dass sie zwar Abnehmen konnte aber auch gleichzeitig Muskeln aufbauen. Im Großen und Ganzen hatten wir die letzten Tage doch schon viele Fortschritte gemacht und konnten auch viel aus der Stute lesen. Mein Verdacht, dass sie eher als Vielseitigkeits- oder Springstute galt bestätigte sich immer mehr. Vielleicht war sie wirklich schon einige Militarys gelaufen, kannte daher das Wasser von Gräben durch die sie durch müsste oder auch von verschiedenen Orientierungs- oder Trailritten. Wer weiß für was sie wirklich genutzt wurde und warum genau sie abgegeben wurde - verstehen konnte ich es bisher noch nicht. Hatte noch keine wirklich Unart an ihr feststellen können... So langsam jedoch, machte sie auch bei mir die Müdigkeit breit und ich wollte immerhin noch duschen bevor ich dann K.O. ins Bett fiel, also verabschiedete ich mich von Hummelchen und machte mich auf den Weg zur Hütte - konnte mein Bett schon förmlich rufen hören nach diesem anstrengendem Laufen heute Abend..
      So kam auch ich wieder in der Hütte an, Ian befand sich gerade unter der Dusche was mich dazu veranlasste mir schon einmal meine Sachen rauszusuchen damit ich gleich nach der Dusche in das Bett hüpfen konnte. Ich gähnte kurz auf, bevor mein Mann aus dem Badezimmer trat. ,,War doch ein gelungener Tag!'', stellte er fest und ich nickte zufrieden. ,,Sogar eine gelungene Woche, wenn es mit ihr so weiter geht können wir schon bald mal versuchen zu Reiten. Morgen werde ich sie mal untersuchen und die Tage müssen wir uns auch mal um einen Hufschmied kümmern, der sich ihre Hufe mal genauer anschaut. Eisen braucht sie erstmal keine, würde ich sagen. Das kann man ja nachträglich machen, wenn wir wirklich anfangen mit ihr zu Reiten.'', erklärte ich ihm und er nickte zustimmend. ,,Gute Idee.'', pflichtete er mir mit bei und ich schlüpfte rasch an ihm vorbei in das Badezimmer und entledigte mich sogleich meiner Klamotten. Das Haargummi wich aus meinen Haaren und ich schlüpfte unter die wohlig warme Dusche - ebene eine waschechte Warmduscherin wie mich Ian doch immer so gerne nannte.
    • Sevannie
      30.04.2020 - Sevannie
      Tierarztbericht - Check-Up
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      Nach dem anfänglichen Spaziergang heute Morgen wollte ich mich auch gleich daran machen HMJ Charity einmal durchzuchecken. Immerhin stand bald der Transport der Stute nach Deutschland an und ich wollte es zumindest von der tierärztlichen Seite einmal abgeklärt haben, dass das auch alles für ihren Körper in Ordnung gehen würde. Brachte ja nichts, wenn die Stute doch einmal eine versteckte Krankheit mit sich brachte.
      So kam ich gerade in der Stallgasse an, Ian hatte sie freundlicherweise gleich wieder in ihre Box gestellt, danach dürfte sie auf ihr gewohntes Paddock. Ich schnappte mir das Halfter und zog es der Palominostute über, ehe sie aus der Box führte und im Gang anband. Mein kleines Köfferchen hatte ich schon mitgebracht und bei Seite gestellt. Wie gewohnt begann ich mit dem Abtasten der Beine, dann den Rumpf und zu guter Letzt der Hals und am Kopf einige Punkte. Natürlich wurde jedem sofort klar, dass die Stute noch das Übergewicht mit sich trug, da arbeiteten wir ja schon dran - von daher ließ ich erst einmal diese Tatsache etwas außer Acht. Natürlich hatte ich nachher noch eine Blutabnahme geplant, wo dann Krankheiten wie Cushing oder EMS auch ausgeschlossen werden sollten - oder im schlimmsten Falle diagnostiziert werden. Doch wir wollten den Teufel schließlich nicht an die Wand malen und gingen einfach von guter Fütterung und ebenso gutem Hunger des Tieres aus. Nach dem Abtasten sah ich mir auch gleich die Schleimhäute an, das hieß: Die Augen und auch die Schleimhäute im Maul der Stute. Doch wie ich schon von den vergangenen Tagen wusste, war dort auch nichts Auffälliges zu entdecken. An sich machte die Stute ja einen schönen Eindruck, natürlich etwas zu dick, aber vom Verhalten zeigte sie auch nichts erstaunliches. Charity war eben einfach neugierig und introvertiert zugleich. Sie wollte Neuem positiv entgegen sehen aber dabei so wenig Kontakt wie möglich haben. Zumindest jeglichen der Überflüssig war. So empfand sie auch wohl die heutige Untersuchung, denn ihre Ohren waren wieder einmal zurück gedreht und angelegt, der Schweif schlug öfter und auch den Kopf hielt sie weiter oben - damit ich bloß nicht dran kam. Doch Chari war eben kein riesen Pferd und ich keine kleine Person an sich. Nach der gründlichen visuellen und auch tastbaren Kontrolle schnappte ich mir mein Stethoskop und hörte die Stute ab. Die PAT-Werte lagen im Normbereich und beim Messen der Körpertemperatur konnte ich auch keine Erhöhung feststellen. Also ging es auch gleich weiter mit dem Blutabnehmen. Durch den Pass, den wir alle für die HMJ Pferde bekommen haben, sah ich, dass Chari schon geimpft wurde von dem Makeover-Tierarzt Benni. Demnach würde das für heute wegfallen. Die Grundimmunisierung hatte schon stattgefunden und auch die üblichen Injektionen hatten stattgefunden. Nur für mich selbst und meine Gewissheit, dass die Stute eben keine Hormonkrankheit aufwies nahm ich jedoch noch Blut ab. Bei dem kleinen Piecks quietschte die Stute kurz einmal auf, beruhigte sich schnell und ich füllte das Blut in mehrere unterschiedliche Röhrchen ab. Immerhin galt es hier einige Tests zu machen und auch ein großes Blutbild. Vielleicht würde sich ein Mangel ergeben, welcher aber noch keine genauen Auswirkungen hervorrief, weil er nicht allzu groß war.
      Nachdem all die Röhrchen befüllt waren, drückte ich einige Sekunden einen Tupfer auf die Stelle des Einstichloches des Halses. ,,So ist's gut, meine Süße.'', hauchte ich leise und schob ihr derweil ein kleines Stück Karotte zu. Sanft lobte ich sie noch einmal, ehe ich den Tupfer in den Müll verfrachtet und die einzelnen Röhrchen beschriftete und gleich abpackte. Hierzu würde es an ein Labor meines Vertrauens gehen. Die Auswertung würde ich in den nächsten Tagen dann bekommen. War nur noch die Frage ob Benni sie auch schon entwurmt hatte. Bei einem weiteren Blick in den Pass sah ich, dass dies auch schon von statten gegangen war und somit stand nun nichts mehr an, außer Abwarten auf die Testergebnisse.

      Die Erstergebnisse ergaben, dass die Stute weder einen erhöhten Insulins-, ACTH-, Triglyzerid- oder Glukosewert hat und somit die Hormonkrankheiten Cushing und auch EMS ausgeschlossen werden können. Die Schilddrüsenwerte sind zudem auch im Normbereich. Lediglich zeigt sich ein leichter Manganmangel und sollte über das Futter ausgeglichen werden, bevor es noch zu Mangelerscheinungen kommt.
      Daher wusste ich auch gleich, dass die Stute doch einen Mangel besaß, der bei weiterem bestehen maßgebliche Folgen haben könnte und weiter unter Beobachtung bleiben sollte. Daher bekommt Charity erst einmal ein Zusatzfutter, welches normal mit dem üblichen Kraftfutter zusammen gegeben werden kann, dennoch sollte ich in den nächsten Wochen nochmal ein Blutbild machen lassen, damit ich auch genaustens wusste, dass alles bei ihr nun passte.
    • Sevannie
      30.04.2020
      Telefonat mit Caleb O'Dell (Wahlaufgabe)

      8.000 Zeichen by Veija (Caleb O'Dell) & Sevannie (Reyna Huntington)
      5 Punkte

      Caleb saß wie so oft noch bis spät in die Nacht am Computer und regelte allen möglichen Kram, der im Laufe des Tages liegen geblieben war. An diesem Abend war der Grund des nächtlichen Aufbleibens jedoch ein anderer: unter den HMJ Teilnehmern war nicht nur ein Tierarzt, sondern gleich zwei oder noch mehr, Caleb wusste es nicht genau. Nachdem jedoch ein externer Tierarzt, der nichts mit dem Makeover zu tun hatte, HMJ Saintly unter die Lupe genommen hatte, war er zunächst guter Dinge gewesen. Der Hengst machte sich gut, baute auf. Sein Husten wurde auch immer besser. Allerdings baute er dem jungen Mann nicht schnell genug auf. Ob er wieder Bauchschmerzen hatte, der anhaltende Husten zum Problem wurde oder die Medikamente zur Unterstützung der Leber und Nieren nicht hoch genug dosiert waren?
      Unter den Makeoverteilnehmern fand er die von ihm gesuchte Handynummer. Die von Reyna Huntington, in deren Besitz HMJ Charity übergegangen war. Ein wunderschönes Englisches Vollblut, in das sich Octavia sofort verguckt hatte. Der Cowboy schnappte sich sein Handy, wählte die Nummer ein und wartete, dass jemand abhob.
      Müde rieb sich Reyna die Augen als gerade ihr Handy klingelte, Ian neben ihr im Bett wälzte sich nur einmal umher, ehe er weiter schlief. Sie schnappte sich ihr Telefon und zog sich rasch über die kurzen Schlafsachen den Bademantel an, verließ dann das Schlafzimmer und ging in das Badezimmer. Hinter sich schloss sie die Tür und ging ohne ein weiteres an das Telefon. Immerhin könnte es ja ein Notfall auf ihrem Hof sein oder eben einer der Tierarztpraxis. ,,Ja hallo? Reyna Huntington?'', hakte sie somit vorsichtig nach, als ihr Blick nochmal auf die unbekannte Nummer ging. Wohl ein tierärztlicher Anruf. Der junge Mann am anderen Ende hörte sich nicht ganz so verschlafen an, als er sich für die nächtliche Unterbrechung entschuldigte und sich vorstellte als Caleb O'Dell. Dieser Name war für Rey ein Begriff, immerhin kannte sie den Mann von einigen Vorstellungen und auch von dem vergangenem und diesjährigem Horsemakeover.
      "Halloo... ich äh...hier ist Caleb O'Dell. Ich hoffe, ich habe Sie nicht geweckt, ich wusste nicht genau ob Sie sich noch in Schweden aufhalten oder Zuhause bei Ihnen", fing der junge Cowboy an, stand von seinem Tisch auf und tigerte unruhig hin und her. "Ich rufe an, weil Sie mir empfohlen worden sind. Es geht um eines der Joelle Horse Makeover Pferde, meinen HMJ Saintly."
      ,,Ah Hallo, guten Abend - oder eher Nacht.’’, murmelte Rey in ihr Telefon und wurde sich erst jetzt der späten Stunde bewusst, bevor sie sich das Telefon wieder an das Ohr hielt. ,,Sie dürfen mich auch gerne mit dem Du ansprechen. Um was geht es denn genau bei Saintly?’’, hakte die Braunhaarige gleich nach, wenn der Anruf noch zu so einer Uhrzeit kam würde es wohl etwas schlimmeres sein. Denn bei Kleinigkeiten könnte man sicher auch noch bis zum nächsten Tag warten.
      Der blonde Mann überlegte kurz, was er der Frau alles erzählen würde. “Dem Hengst ging es zu Beginn wirklich schlecht. Er war verwurmt, hatte einen Pilzbefall, seine Leber und Nieren arbeiteten nicht richtig, sein Immunsystem war im Keller, seine Hufe eine Katastrophe, er hatte Husten, einen Zink- und Selenmangel…”, reihte er all seine Leiden auf und überlegte, was er vielleicht noch vergessen haben könnte. “Saintly wurde gegen alles behandelt. Zur Zeit bekommt er noch die Hübe für den Husten, Mineralfutter welches mir vom Ersttierarzt empfohlen wurde sowie etwas für die Leber und Niere. Ich habe aber das Gefühl, das reicht nicht aus. Ich denke, dass er hochdosiertere Medizin bekommen müsste oder sogar noch etwas anderes dazu.”
      Rey schluckte nicht schlecht bei den ganzen Aufzählungen und lauschte weiter den Worten des Mannes am anderen Ende. ,,Oh weh. Das hört sich gar nicht gut an. Soweit ich weiß bist du vor kurzem auch erst wieder nach Hause gereist oder? Vielleicht liegt es auch an der langen Heimreise, dass es ihm derzeit wieder etwas schlechter geht. Wie genau verhält sich denn Saintly oder was genau ist dir denn aufgefallen?’’
      “Ja genau, wir sind erst vor ein paar Tagen hier in Kanada angekommen. An möglichen Stress vom Flug habe ich gar nicht gedacht, bei all seinen Wehwehchen, an denen meine Gedanken hingen”, antwortete er der Frau und überlegte kurz. “Ich glaube ich warte jetzt mal ein paar Tage und wenn sich nichts ändert rufe ich einen Tierarzt.” Der junge Mann stoppte sein tigern durch den Raum und setzte sich wieder auf den Stuhl am Schreibtisch. “Aber wie macht sich denn dein Pferd, Reyna? Seid ihr schon zuhause oder noch in Schweden?”
      ,,Der Flug könnte ein Grund sein, wenn sowieso schon das Immunsystem soweit im Keller ist. Zusammen mit den anderen Beschwerden.’’, bestätigte Rey den jungen Mann und schmunzelte auf seine Frage hin. ,,Charity macht sich derzeit hervorragend. Ganz anders als das Pferd im vorherigen Jahr ist sie anscheinend schon einmal eingeritten gewesen und kennt schon sehr viel. Weder Stangen erschrecken sie noch Wasser.. Ian und ich gehen derzeit davon aus, dass sie kein übliches Rennvollblut ist, sondern sich eher in Military wohlfühlt. Aber wir gehen derzeit alles etwas langsam an. Körperlich geht es der Stute ja gut, außer dass sie übergewichtig ist.. Da müssen erstmal ein paar Kilos runter und mehr Muskeln drauf, bevor ich sie reiten will. Und bei Saintly, ist er sonst eher ein Wildfang oder doch auch eher in die gleiche Richtung wie Chari?’’, fragte Rey neugierig nach.
      Aufmerksam hörte Caleb ihr zu, nickte ein paar Mal, auch wenn die Frau am anderen Ende des Hörers dies natürlich nicht sehen konnte. “Dann habt ihr genau das andere Problem. Saintly muss dringend was drauf bekommen und Charity was abnehmen. Wenn man doch nur tauschen könnte”, er lachte kurz, “hätte ich mich nicht auf Saintly beworben… Octavia fand HMJ Charity so toll. Aber unser Hengst ist bis jetzt ziemlich brav. Nicht so wie Witch, vom letzten Jahr. Die hat jetzt erstmal Pause und darf einfach Pferd sein. Ich muss mal schauen, wann ich mit ihrem Training anfangen werde.” Der Blondschopf lächelte. “Anfangs wollte ich mich gar nicht auf Saintly bewerben. Tschetan, der Junge, der mit mir in Schweden war, meinte er wolle mich so gerne bei diesem Pferd unterstützen.. und dann war es um mich geschehen. Je mehr ich mit dem Hengst arbeite, desto besser kann ich ihn leiden.” Wieder lachte er auch und wartete, was Reyna dazu sagen würde.
      ,,Oh ich bin mir sicher ihr werdet das mit Saintly gut meistern. Wenn du jetzt schon so von ihm redest. Es ist halt ein steiniger Weg, mit dem einen Pferd mehr mit dem anderen weniger. Mit Twister hatte ich letztes Jahr auch meine Problem. Mein Verlobter hoffte schon, dass Chari sich nicht zum Twister II entpuppt. Da hat er wohl letztes Jahr ziemlich um meine Gesundheit gebangt, aber es eigentlich nie was schief gegangen.’’, erklärte sie Caleb und drehte sich wieder zu der Badezimmertür um, ehe sie dann wieder auf das Display ihres Handys lugte.
      “Ach stimmt ja, das Quarter Horse!”, merkte Caleb an und lachte hörbar auf. “Der war wirklich so schwierig? Ich muss sagen, davon habe ich absolut nichts mitbekommen”, fügte er an und sah auf die Uhr an der Wand, die unaufhörlich tickte und dessen Zeiger immer weiter in Richtung Mitternacht vorrückten. “Wenn es dir nichts ausmacht würde ich mich ein andermal noch etwas mehr nach Twister erkundigen, das interessiert mich als Trainer ja nun doch, warum er so schwierig war.”
      ,,Sicher, ich glaube in seiner Westernausbildung könnte er auch weiter vorwärts kommen. Immerhin bin ich doch eher beim englischen Reiten dabei. Sollte sich doch noch neue Auffälligkeiten bei Saintly ergeben, ruf mich ruhig an. Morgen werden wir auch Abreisen, dann bin ich auch als Tierärztin wieder voll da.’’, erklärte Reyna ihm dann und lächelte in das Telefon hinein. Die beiden verabschiedeten sich noch voneinander, ehe sie dann auflegten. Rey lief wieder in das Schlafzimmer, schlüpfte unter die Decke und nutzte die wenige Zeit zum Schlafen, die ihr noch blieb.
    • Sevannie
      03.05.2020 - Elsaria
      Hufschmiedbericht
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      ,,Sie sind doch eine Hufschmiedin und haben letztes Jahr das Makeover gewonnen?!”, hörte ich eine junge Frauenstimme hinter mir als das diesjährige Makeover begann. Ich war dort mit meiner Pferdewirtin Luna um ihr am Anfang etwas Halt zu geben. ,,Ähm ja, das bin ich. Ich bin gerade im Urlaub und helfe meiner Angestellten bei ihrem Pferd HMJ Courtesy!”, sagte ich freundlich und reichte meinem Gegenüber die Hand. ,,Verzeihen Sie, ich bin Reyna Huntington und das hier ist mein Makeover Pferd HMJ Charity! Ich wollte Sie bitten ihre Hufen zu machen. Sie ist eine ganz unerschrockene brave Stute!”, erzählte sie unbeirrt weiter. ,,Natürlich, heute gegen 18:00 hätte ich Freiraum!”, sagte ich ihr. Sie lächelte und bedankte sich und verabschiedete sich bis später. Ich ging derweil anderen Dingen nach.
      Inzwischen ist es nun 18 Uhr geworden und Rey stand schon mit Charity parat. ,,Guten Abend!”, grüßte ich sie und ging einmal um die Stute herum. ,,Ich sehe, dass die Hufe etwas zu trocken sind, sie müssen sie täglich wässern, entweder mit dem Schlauch je 10 Minuten pro huf oder in 4 Schüsseln mit Wasser oder mit Wasserboots. Ich empfehle ihnen Wasserboots, das sind spezielle Hufglocken, die sich voll mit Wasser saugen und beim anlegen langsam Feuchtigkeit an den Huf abgeben!“, erklärte ich. ,,Ich hätte welche im Angebot! Außerdem fetten sie die Hufe nicht mehr ein. Das Huffett oder Huföl, sieht zwar schön aus, und täuscht das der Huf nun Feuchtigkeit hat, dem ist es nicht so, es verhindert das der Huf die Feuchtigkeit aufnehmen kann. Wenn es sein muss, würde ich es noch machen wenn der Huf noch nass ist eine dünne Schicht auftragen, so hat der Huf noch etwas länger Feuchtigkeit, da durch das Fett das Wasser nicht so schnell verdunsten kann von der Sonne!”, redete ich weiter und hatte bereits den ersten Vorderhuf ausgeschnitten und gefeilt. Ich lobte die Stute ausgiebig. Rey erzählte mir das die Stute unnötige Berührungen nicht so gerne mochte und ich ging darauf ein. Ich hob den Hinterhuf an und schnitt diesen aus und feilte sie wieder schön rund. ,,Sie ist wirklich brav!”, lobte ich und Rey stimmte mir zu. Ich war nun an der linken Vorderhuf angekommen und Charity wuschelte neugierig an meiner Jacke rum ,,Verfressen ist sie auch!”, stellte ich lachend fest und gab ihr eine Karottenscheibe die ich immer geschnitten in meiner Jackentasche hatte. Ich musste mich ja etwas einschleimen bei meiner Kundschaft. Schnell war ich vorne fertig und machte den hinteren Huf fertig. Dann tränkte ich 4 neue Hufboots im Wasser und legte sie ihr um. ,,Ich lass Ihnen die Dinger gerne da. Jeden Tag nach dem Training draufmachen bis die Teile wieder trocken sind!”, erklärte ich ihr. Nach 4-7 Tagen sollten die Hufe wieder genug Feuchtigkeit gespeichert haben, sodass sie damit aufhören können, Sie müssen aber immer Bedenken das die Hufe wieder zu trocken werden können, darum würde ich alle 14 Tage ein Tag lang es wieder anwenden und an heißen Tagen sogar nach 7 Tagen schon. Wir wenden das bei unserer Courtesy auch so an!”, sagte ich und verabschiedete mich nun von meiner Kundschaft.
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  • Album:
    ~ Stuten im Sport ~
    Hochgeladen von:
    Sevannie
    Datum:
    30 Apr. 2021
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    Von Unbekannt
    Von Unbekannt Aus der Unbekannt

    Aus der Unbekannt
    Von Unbekannt Aus der Unbekannt

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    Rasse: Englisches Vollbut
    Geburtsdatum: ??.??.2015
    Geschlecht: Stute
    Stockmaß: 171 cm
    Fellfarbe: Palomino
    Kopfabzeichen: Blesse
    Beinabzeichen: h.l. halbweißer Fuß, h.r. weiße Fessel


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    Charity ist ein höfliches und aufgeschlossenes Pferd, welches zu Fremden immer die Individualdistanz einhält und nur auf Erlaubnis näher kommt. Allerdings geht sie gelassen auf neue Dinge zu, macht ihre Erfahrungen und reagiert stets unerschrocken, als hätte sie damit gerechnet. Egal wie sehr sie etwas haben möchte, sei es Futter oder Ähnliches, sie wird niemals aufdringlich.
    Charity ist sehr am Allgemeinwohl Interessiert und weist Artgenossen bei unangebrachtem Verhalten auch in die Schranken. Wenn man sich in ihren Augen allerdings falsch benimmt, so kennt sie keine Gnade und zeigt deutlich ihre Meinung. Sie erwartet von dir, dass du auch ihr den Raum lässt, den sie braucht. Unnötige Berührungen, sowohl beim Streicheln, als auch bei der Arbeit, sind ihr unangenehm.
    Charity wurde aus unbekannten Gründen privat an den Tierschutz abgegeben.


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    Gekört/Gekrönt: Nein
    Vererbung:
    Farbe: ee Aa Crcr
    Charakter: unb.
    Gangarten: unb.

    Nachkommen:
    //

    Besitzer: Sevannie & Obi-Wan
    VKR/Ersteller: Canyon
    Pferdewert: 250 ,-

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    Springen: E
    Western: E
    Dressur: E
    Military: E
    Distanz: E
    Rennen: E
    Fahren: E
    Gangreiten: E

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    -//-

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    Fohlen ABC ✔
    Eingeritten ✔
    Eingefahren X
    Verladefromm ✔
    Schmiedefromm ✔

    Bodenarbeit
    Treiben & Bremsen X | Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Anhalten (Kommando) X
    Abstand zum Pferd X | Wenden & Handwechsel X | Auf Kommando kommen X

    Freiheitsdressur / Zirzensik
    Rückwärts-weichen X | Liegen x | Sitzen x | Stehen X
    Spanischer Schritt x | Steigen x | Kompliment X

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    Letzter Tierarztbesuch: 30.04.2020
    Letzter Hufschmiedbesuch: 03.05.2020

    - Zum Spind -