Sammy

HMJ 7786 Elfentanz

Trakehner | Stute | 0 Pkt. | HMJ: 127 Pkt. || DR: E (0) | SPR: E (0) | MIL: E (0)

HMJ 7786 Elfentanz
Sammy, 10 Okt. 2019
Wolfszeit, Zaii, Cooper und 2 anderen gefällt das.
    • Sammy
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      Wer ist HMJ 7786?

      07. - 10. Oktober 2019
      20.149 Zeichen | 10 Punkte

      "Leute? Schaut euch das mal an, ist ja nicht zu fassen!", rief ich entgeistert aus meinem Büro heraus. Sofort stürzten meine engsten Mitarbeiter Ana, Brian, Samuel und Donald durch die Tür, wobei es einiges Gerangel gab, da Samuel und Donald versuchten, sich zeitgleich durch den engen Rahmen zu quetschen. Ana verdrehte die Augen und ich murmelte nur: "Also Jungs, ehrlich." Als endlich alle in dem geräumigen Büro waren, drehte ich den Computerbildschirm so, dass sie etwas sehen konnten. Die Seite einer großen amerikanischen Zeitung war geöffnet und auf dem Titelbild waren mehrere Pferde in jämmerlichem Zustand zu sehen. "Was ist denn das?", fragte Ana mit großen Augen. Die Behörden haben eine Pferdemafia hoch genommen und nun wurden 60 Pferde beschlagnahmt. Sie sind alle mehr oder weniger schlecht beieinander und werden nun auf verschiedene Gestüte verteilt.", berichtete ich, was ich dem Artikel entnommen hatte. "Das ist ja nicht zu fassen.", murmelte Brian stirnrunzelnd. "Richtig, das ist eine bodenlose Sauerei und die armen Tiere können uns nur Leid tun. Allerdings will Nicolaus du Martin vom Gestüt Phoenix Valley in Kalifornien ein Horse Makeover veranstalten. Jeder angemeldete Trainer bekommt ein Pferd zugewiesen und hat dann drei Monate Zeit, mit dem Tier zu arbeiten. Wer am Ende die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt. Nicht nur, dass so die ausgewählten Pferde eine zweite Chance bekommen, es würde für den Gewinner auch viel Prestige bedeuten. Die Zeiten sind hart, ich denke das Projekt wird einigen Zulauf haben. Jetzt wollte ich euch aber fragen, was ihr davon halten würdet, wenn wir auch mitmachen? Auch wenn ich mich um das Haupttraining kümmern würde, bräuchte ich dennoch von jedem von euch vollen Einsatz. Immerhin müsste ich auch einige Tage nach Kanada auf die Bow River Ranch reisen, dort stehen die Wettbewerbspferde nämlich." Sofort brach unter meinen Angestellten Trubel aus. Während Ana und Brian bereits über Trainingsmethoden für verstörte Tiere diskutierten, führten Donald und Samuel eine Art linkischen Freudentanz auf. Ich lachte. "Na, wenn das mal kein klares "Ja!" ist, weiß ich auch nicht." Natürlich widersprach mir keiner. Wir alle konnten es kaum ertragen, ein Tier leiden zu sehen, doch wenn es dann gleich eine solche Masse traf, war dies natürlich besonders tragisch. Ich machte mich sofort daran, eine E-Mail an Nicolaus zu schreiben, in der ich wie gewünscht auch angab, dass ich ein Sportpferd bevorzugen würde. Immerhin züchtete ich schwerpunktmäßig Vielseitigkeitspferde und kannte mich mit deren Training daher auch am Besten aus.
      Bereits am nächsten Morgen hatte ich die Antwort von Nicolaus: Hollybrook Stud war beim Wettbewerb dabei! Ich sollte mich am siebten Oktober auf der Bow River Ranch einfinden, an diesem Tag würde der Wettbewerb offiziell beginnen. Caleb, dem die Bow River Ranch gehörte, kannte ich schon seit längerer Zeit. Ich hatte ihm bereits Pferde abgekauft und außerdem sahen wir uns regelmäßig bei diversen Turnieren. Vor allem in der Westernszene natürlich, denn der jung Mann hatte sich auf die Westernpferdezucht spezialisiert. Ich buchte sofort mein Flugticket und auch ein Rückflugticket für den elften Oktober. Diesmal mit Pferd, also in einem Containerflugzeug. Nicolaus hatte geschrieben, dass wir uns einige Tage lang mit den Pferden auf der Ranch bekannt machen durften. Das war mit Sicherheit auch sinnvoll, denn keines der Pferde war besonders erfahren im Umgang mit Menschen, geschweige denn, gut sozialisiert.

      ~*~

      Die Tage vergingen wie im Flug und schon stieg ich aus dem Flugzeug am Calgary International Airport. Ich hatte mir vorab einen Mietwagen bestellt und so saß ich schon kurz darauf hinter dem Steuer. Verdammter Rechtsverkehr. Erst hatte ich mich nach dem Umzug von Deutschland nach England auf Linksverkehr umstellen müssen und nun fiel es mir unfassbar schwer, auf der anderen Straßenseite zu fahren. Glücklicherweise war es erst fünf Uhr morgens und die Straßen noch weitgehend leer. Vom Flughafen bis zur Ranch von Caleb waren es in etwa fünf-einhalb Stunden Fahrzeit und ich war froh, dass ich daran gedacht hatte, mir einen Stapel CDs mitzunehmen. Also drehte ich am Lautstärkeregler, bis das Wageninnere von "The Offspring" erfüllt war und summte fröhlich mit. Ich war so gespannt auf den Start des Makeovers und vor allem natürlich auf das mir zugeteilte Pferdchen, dass ich es kaum noch erwarten konnte, endlich die Bow River Ranch zu erreichen.
      Knapp sechs Stunden später bog ich auf die Zufahrt zur Ranch ein. Es herrschte schon einiger Betrieb, natürlich war auch ein Filmteam anwesend. Ich stellte meinen Wagen ab und streckte mich erst einmal ausgiebig. Schon wuselte ein Mann mit Klemmbrett auf mich zu. "Und sie sind?", fragte er mich mit starkem Akzent. Ich stellte mich kurz und bündig vor und hielt dann nach bekannten Gesichtern Ausschau. Als ich Caleb erkannte, winkte ich ihm zu. Gleich darauf war ich in ein Gespräch mit Johanna Röder vertieft. Ihr gehörte Bear Brooks Denahi, die ich im Distanzreiten trainiert hatte. Freudig erkundigte ich mich, wie sich die junge Stute entwickelte und schnell wurde daraus ein Gespräch über die verschiedenen Pferde, die wir beide bereits unter unseren Fittichen gehabt hatten. So verging die Zeit wie im Flug und als alle fünfzehn Teilnehmer anwesend waren, ergriff Nicolaus das Wort. Keiner von uns hatte die Pferde bisher zu Gesicht bekommen und ich war vor Anspannung schon ganz hibbelig. Wo ich auch hinsah, überall warteten leuchtende Gesichter darauf, endlich ihr Pferd zugelost zu bekommen. Nicolaus lächelte. Verständlicherweise freute er sich über den Zuspruch, den sein Projekt erfuhr. Er führte uns alle zu einem abgetrennten Teil der Ranch. Klar, Caleb selbst nahm ja auch am Wettbewerb teil und hatte die Pferde daher vorher nicht sehen dürfen. Meine Güte, das musste wirklich hart gewesen sein, hatte er doch sein Pferdchen direkt um die Ecke gehabt und es doch nicht sehen dürfen. Nun jedoch standen wir vor einer Reihe großzügiger, überdachter Boxen aus denen uns je ein Pferd ängstlich entgegenblickte. Vor jeder Box nannte Nicolaus in aller Kürze die Eckdaten des jeweiligen Pferdes und rief dann den entsprechenden Trainer aus. Johanna bekam ein putziges Ponystütchen zugeteilt und schaute es sofort ganz verliebt an. Nach etwa der Hälfte der Pferde wurde ich endlich von meiner Qual erlöst. Wir standen vor der Box einer wunderschönen dunkelbraunen Trakehnerstute. Ihre Beine waren zwar schlammverkrustet und sie rollte die Augen soweit nach hinten, dass fast nur noch das Weiße zu sehen war, doch sie war trotzdem wunderschön. Selbst in ihrem aktuellen Zustand konnte man erkennen, dass HMJ 7786 ein wundervolles Exterieur besaß. Ich konnte mich kaum vom Anblick des verängstigten Stütchens losreißen, wollte jedoch auch die Pferde der Konkurrenz begutachten. Sie alle hatten rein vom Körperbau her absolut Potential und ich war sehr gespannt, wie die verschiedenen Trainer mit ihren Schützlingen zurechtkamen. Vor allem jedoch hoffte ich, dass am Ende jedes der fünfzehn Pferde ein gutes und dauerhaftes Zuhause finden würde, um die Strapazen seines bisherigen Lebens so weit wie möglich in den Hintergrund zu drängen. Als jedem Einzelnen ein Pferd zugeteilt worden war, wiederholte Nicolaus nochmals, dass wir herzlich eingeladen waren, ein paar Tage auf der Ranch zu verbringen und wir auch die Reitanlagen nutzen durften. Nun hatten wir einige Stunden zur freien Verfügung, bevor das große Festessen startete, mit dem der offizielle Start des Wettbewerbs eingeläutet wurde. Ich starrte auf meinen Zettel mit der Nummer HMJ 7786 und den grundlegenden Daten meines Pferdchens. Sie war 2013 geboren, also sechs Jahre alt. Ich setzte mich ein Stückchen von der Umzäunung der Box entfernt auf den Boden und beobachtete HMJ 7786. Die junge Stute ließ mich nicht aus den Augen und drückte sich ängstlich ans andere Ende der Box. Als das Pferd neben ihr sich dem Zaun näherte, machte sie einen Hüpfer zur anderen Seite und blickte nun abwechselnd zwischen dem Pferd und mir hin und her.

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      Ich seufzte und sagte leise: "Armes Mäuschen, hast sogar vor deinen Artgenossen Angst. Was haben die nur mit dir gemacht?" Die Stute spielte nervös mit den Ohren, als sie meine Stimme hörte. Immerhin wirkte sie nicht aggressiv. Wobei sich das natürlich ändern konnte, wenn ich mich ihr näherte. Ich beschloss es auf einen Versuch ankommen zu lassen. Immerhin musste ich ja wissen, mit was ich es zu tun hatte. Die Box war so groß, dass die braune Stute immer noch genügend Raum hatte, um mir auszuweichen und ich meinerseits, um ihr nötigenfalls aus dem Weg zu gehen. HMJ 7786 (Elfentanz) erstarrte zur Eissäule und bewegte nur noch die Augen hin und her. Ich bewegte mich in Zeitlupe auf sie zu und hielt ihr meine Hand hin. Zitternd sog sie durch die Nüstern meinen Geruch ein, bewegte jedoch immer noch keinen Muskel. Sie erinnerte mich an ein kleines Kind, das denkt, es sei unsichtbar, wenn es sich nur nicht bewegt. Erneut flammte Mitleid mit dem Stütchen in mir auf. Ich stand nun auf Höhe ihres Halses und legte behutsam die Hand auf ihr stumpfes Fell. Die braune Stute zuckte zusammen, als hätte ich ihr einen elektrischen Schlag versetzt und ich fühlte, wie ihre Muskeln unter meiner Hand zitterten. Allerdings zeigte sie keinerlei Abwehrreaktionen. Weder versuchte sie mir auszuweichen, noch wurde sie in irgendeiner Art und Weise aggressiv. Sie hatte schlicht und einfach Angst. Ich ließ die Hand sinken und bewegte mich langsam wieder aus der Box hinaus. Sofort entkrampfte sich die Stute ein wenig, blieb aber immer noch dicht in ihre Ecke gedrängt. Ich beschloss, sie fürs erste in Ruhe zu lassen, sie heute Abend aber zu füttern. Laut Caleb durften wir uns in der Futterkammer bedienen und ein schönes, nahrhaftes Müsli würde dem Mäuschen sicherlich gut tun.
      Kurz bevor das Festessen losging, lief ich in den Stall, um bei der Abendfütterung zu helfen. Caleb wirkte ein wenig entnervt. Ich konnte ihn verstehen. Unvorstellbar, dass so viele fremde Menschen in meinen Stallungen herum rannten. Ich lächelte ihm nur flüchtig zu, dann verschwand ich in der Futterkammer und bereitete das Kraftfutter für meine HMJ 7786 zu. Für alle Pferde stand bereits ein nummerierter Eimer bereit, doch ich gab noch eine Handvoll Müsli auf das Futter und schnitt zwei Äpfel und eine Karotte in Scheiben, die ich dann unter das Futter mischte. Das Heu hatten die Pfleger bereits ausgeteilt. Also nahm ich den Eimer und kehrte zurück zu meinem Stütchen. Das Spätzchen stand immer noch in ihrer Ecke, wahrscheinlich wegen der ganzen Menschen, die hier nun herum wuselten. Ich redete leise auf sie ein, während ich durch den Zaun kletterte und stellte den Eimer dann in ihrer unmittelbaren Nähe ab. Sonst würde das Stütchen am Ende noch das Futter verweigern, aus lauter Angst sich vom Fleck zu bewegen. Leise und langsam bewegte ich mich wieder von der braunen Schönheit weg. Sie schnupperte zwar in Richtung des Eimers, beäugte mich jedoch noch immer misstrauisch. Ich zog mich noch weiter zurück und tat so, als würde ich die Sterne am bereits dunklen Himmel beobachten. In Kanada war es um einiges kälter als in England und das, obwohl es erst Anfang Oktober war. Glücklicherweise hatte ich mir warme Kleidung im Überfluss eingepackt. Als meine HMJ 7786 sich unbeobachtet fühlte, senkte sie den Kopf in den Eimer und genehmigte sich ein Maul von dem Futter. Kurz darauf schloss sie für einen Moment genüsslich die Augen und zerkaute ein Stückchen Apfel. Ich lächelte. Ich war mir ganz sicher, dass das Stütchen und ich Freunde werden würden.

      ~*~

      Am nächsten Morgen war ich trotz der ausufernden Feier am letzten Abend schon wieder früh auf den Beinen, um die Morgenfütterung meines Makeover-Pferdchens zu übernehmen. Mit heute blieben mir nur noch drei Tage auf der Ranch, bevor ich HMJ 7786 davon überzeugen musste, ein Flugzeug zu besteigen. So ängstlich wie das arme Tier war, hatte ich mich jedoch bereits bei Caleb nach einem guten Tierarzt erkundigt, der der Stute am Tag der Abreise ein Beruhigungsmittel spritzen konnte. Immerhin hatten wir insgesamt gut neun Stunden Fahrt im Hänger plus neun Stunden Flugzeit vor uns, bis wir mein Gestüt erreichten. Warum musste sich auch immer alles in Kanada abspielen? Erst kürzlich hatte Elisa acht ihrer Pferde einmal halb um die Welt fliegen lassen, damit ich sie für zwei Monate trainierte. Allerdings waren Elisa's Pferde eine gute Behandlung gewohnt und kannten ihre Pappenheimer bereits. Ganz im Gegensatz zu meinem verängstigten Tierchen. Ich machte einen kurzen Yoga-Flow, hüpfte unter die Dusche und ging dann nach unten zum Frühstück. Es war wirklich nett von Caleb, dass er uns alle hier einquartierte. Unten war es noch ziemlich ruhig, nur ein paar vereinzelte Frühaufsteher hatten es schon aus den warmen Federn geschafft. Ich begrüßte alle, machte mir einen Tee und schmierte mir ein Brötchen. Die Willkommensfeier war wirklich schön gewesen. Wir hatten uns alle austauschen und ein wenig kennenlernen können. Johanna hatte sogar schon angekündigt, dass sie ihr Ponystütchen gerne zu mir ins Training schicken wollte. Da konnte ich natürlich nicht nein sagen, auch wenn ich ahnte, dass ich mit meiner Schönheit schon alle Hände voll zu tun haben würde. Ich winkte den anderen zu und verließ das Haus. Die Stute zog mich wie magisch an. Wieder schnappte ich mir den Eimer mit ihrer Nummer darauf, peppte das Futter ein wenig auf und lief zu den überdachten Boxen hinüber. Wahrscheinlich würde ich es sogar schaffen, das Stütchen zu putzen, doch ich wollte sie dem Stress, der unweigerlich damit verbunden war, eigentlich nicht aussetzen. Spätestens vor unserer großen Reise würde mir aber nichts anderes übrig bleiben, also beschloss ich, heute mal mit ein paar sanften Bürstenstrichen zu beginnen und mich die nächsten Tage zu steigern. HMJ 7786 reagierte genauso, wie bereits gestern Abend, als sie mich sah. Sie quetschte sich an den Rand ihrer Box und blickte mich aus großen Augen ängstlich an. Als sie jedoch das Futter in meiner Hand roch, reckte sie unwillkürlich den Hals und spitzte die Ohren. Dann wurde ihr bewusst, was sie da tat und sie verfiel augenblicklich wieder in ihre Habachtstellung. Ich ließ sie erst einmal in Ruhe, damit sie die dringend benötigten Nährstoffe aufnahm. Während ich dem Stütchen aus der Ferne dabei zusah, wie es sein Frühstück genoss, dachte ich über einen Namen nach. Einige der Teilnehmer hatten ihren Pferden sofort Namen gegeben, doch mir war einfach noch nichts passendes eingefallen. Nicolaus hatte mir versichert, dass ich den Namen auch später aussuchen konnte, dann würde eben die Nummer meines Stütchens in seinem Pass vermerkt bleiben. Das störte mich jedoch nicht weiter. Diese Nummer war Teil ihrer Vergangenheit und zwar der einzig Bleibende, wenn es nach mir ging. Als mein Stütchen ihr Frühstück beendet hatte, schnappte ich mir eine weiche Bürste und betrat wieder ihre Box. Das Baby hob den Kopf und rollte mit den Augen. Ich redete beruhigend auf das verängstigte Pferd ein, bis sie zumindest den Kopf ein wenig senkte. Dann trat ich an ihre Seite und legte wieder die Hand auf den Hals. Erneut spürte ich, wie die Muskeln unter dem Fell zitterten. Dennoch hob ich nun die Bürste und fuhr mit langsamen, gleichmäßigen Bewegungen den Hals der Stute entlang. Vom Kopf hielt ich Abstand. Viele ängstliche Pferde waren vor allem kopfscheu und ich musste es ja nicht gleich übertreiben. Nach und nach ließ das Zittern des Stütchens ein wenig nach. Entspannt war sie noch lange nicht, doch immerhin konnte ich sie nun berühren, ohne dass sie mir beinahe zusammenklappte. Ich verstärkte den Druck mit der Bürste ein klein wenig, um zu sehen, ob ihr auch das gefiel, doch sofort war wieder das Weiße in ihren Augen zu sehen. Ich seufzte. Das Mäuschen hatte vor jedem bisschen Druck Angst, aber ich würde ihr einfach die Zeit geben, die sie brauchte.

      ~*~

      Am Tag darauf half Caleb mir, mit Elektrozaunband eine Gasse zur nächstgelegenen kleinen Koppel zu bilden. Durch diese trieb ich mein Stütchen dann so behutsam wie möglich hindurch. Ich wollte, dass sie sich einmal ein wenig die Beine vertreten und vielleicht auch ein bisschen Gras rupfen konnte. Außerdem hatte das Mäuschen so mehr Platz und stand vielleicht nicht mehr permanent unter Strom, wenn ich mich in der Nähe aufhielt. Ich bedankte mich bei dem jungen Mann für seine Hilfe und setzte mich an den Rand der Koppel. Ich war warm eingepackt, hatte mir eine Fleecedecke von Caleb geliehen, auf die ich mich nun setzte und zog eines meiner geliebten Jane Austen Bücher aus der Tasche, in der sich unter anderem auch eine Thermoskanne mit Tee befand. Heute ging es mir einfach nur darum, mein Pferdchen an meine Anwesenheit zu gewöhnen. Übermorgen ging unser Flug. Geplant war bereits alles, doch mir grauste es dennoch ein wenig vor der langen Reise. Nicht auszudenken, welche Angst mein Pferdchen dabei ausstehen würde. Aber alles Grübeln half ja nichts. Ich hätte mit meinem Pferdchen sicherlich auch zu Elisa nach Townsend Acres ziehen können, doch ich konnte unmöglich drei Monate lang von meinem Gestüt fern bleiben. Ich blickte hinüber zu HMJ 7786, die sich schon wieder so nah wie möglich an den gegenüberliegenden Koppelzaun geflüchtet hatte. Ich hoffte einfach, dass sie mit der Zeit ein wenig auftauen würde. Während ich Seite um Seite umblätterte und ganz in der wundervollen Geschichte zwischen Emma und Mr. Knightley versank, löste sich mich Stütchen Zentimeter für Zentimeter vom Zaun. Schließlich senkte sie tatsächlich den Kopf und rupfte ein paar Halme des Spätsommergrases ab. Ich lächelte und beobachtete sie verstohlen. Zwar achtete mein Nümmerchen immer noch penibel darauf, mir bloß nicht näher als unbedingt nötig zu kommen, doch wenigstens war das Gras zumindest zeitweise interessanter als ich. Ich erhob mich so langsam wie möglich und zog einen Apfel aus meinem Rucksack. Dann ging ich in Zeitlupe auf mein Stütchen zu. Deren Kopf flog sofort nach oben. Sie riss die Augen auf und war sogar zu verängstigt, um zurück zum Zaun zu flüchten. Einige Meter vor der Stute hockte ich mich auf den Boden und rollte ihr den Apfel zu. Dann entfernte ich mich genauso vorsichtig, wie ich gekommen war. Diesmal dauerte es nur einen Bruchteil der Zeit, bis sich das junge Pferd aus seiner Starre löste und vorsichtig den Apfel am Boden beschnupperte. Irgendetwas sagte mir, dass das Stütchen in seiner Zeit bei der Pferdemafia niemals frisches Obst zu Gesicht bekommen hatte. Als die braune Stute den Apfel genüsslich zermalmte, sah sie dabei so süß aus, dass ich schnell nach meiner Kamera griff. Der Saft des Apfels tropfte dem Stütchen auf die Brust, doch die braune Schönheit war ganz konzentriert auf den ungewohnten Geschmack. Ich hatte zwar auch am ersten Tag in der Box eines gemacht, doch das jetzt gefiel mir wesentlich besser. Ich hatte sowieso vor, ein Fotoalbum anzulegen, um den Werdegang des Stütchens festzuhalten, da konnte ich noch viele, viele Fotos schießen. "Ah, Sammy, immer noch hier draußen? Es gibt Mittagessen.", riss mich da Johanna's Stimme aus meiner Träumerei. "Was? Schon Mittag? Gibt's ja nicht!", sagte ich fassungslos. Als ich mich jedoch erhob, merkte ich jeden Knochen und vor allem der Hintern tat mir höllisch weh. Ich verzog das Gesicht und meinte trocken: "Ich nehm's zurück. So wie ich mich fühle, muss ich Stunden da auf dem Boden gehockt haben."

      ~*~

      "Morgen kommst du in dein neues Zuhause meine Hübsche. Ich hoffe so sehr, dass es dir in England gefällt. Dort ist es noch nicht ganz so kalt wie hier, aber die Landschaft ist mindestens genauso schön. Im nächsten Frühjahr können wir wunderbare Ausritte in die Heide machen und du wirst ganz viele neue Pferde- und Menschenfreunde haben, du wirst schon sehen.", redete ich leise vor mich hin. Eigentlich unterhielt ich mich mit HMJ 7786, aber die Stute zuckte bei jedem neuen Satz zusammen und das, obwohl ich schon sehr leise und behutsam sprach. Ich war wirklich gespannt, was uns der morgige Tag bringen würde. In jedem Fall begann für HMJ 7786 dann ein völlig neues Leben.
      Veija und Cooper gefällt das.
    • Sammy
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      Reise ins Land der "Tea Time" und der roten Telefonzellen
      11. Oktober 2019
      17.501 Zeichen | 9 Punkte
      "Guten Morgen mein Herzblatt!", sagte ich fröhlich, als ich an diesem Tag zur Box meiner HMJ 7786 (Elfentanz) kam. Noch immer war mir kein Name eingefallen, doch ich hatte Cooper gebeten, die tierärztliche Untersuchung meines Stütchens vorzunehmen und glücklicherweise hatte die junge Frau zugestimmt. Auch Cooper und ich waren alte Freunde, hatten uns aber schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Es war wirklich schön, die ganzen Leute mal wieder zu treffen. Da ich in England wohnte, hatte ich mit den kanadischen Gestüten zwangsläufig relativ wenig Kontakt. In jedem Fall würde Cooper kurz vor unserer Abreise vorbeischauen, um meinem Mäuschen nicht nur eine Beruhigungsspritze für die Fahrt zu geben, sondern das Pferdchen bei dieser Gelegenheit auch gleich noch zu impfen und zu chippen. Auf diese Art und Weise hatte meine braune Schönheit den Stress vorerst nur einmal durchzustehen und zeitgleich bekam ich einen Equiden- und einen Impfpass für sie. Beides war unerlässlich, um mit dem Pferd durch den Zoll zu kommen. Glücklicherweise genügte es für die Pässe vorerst nur die Nummer meiner Stute einzutragen. Noch hatten wir jedoch einige Stunden Zeit, bis wir uns auf den Weg nach England machen würden. HMJ 7786 drückte sich noch immer gegen ihren Zaun, sobald sich jemand ihrer Box näherte, doch immerhin begann sie inzwischen sofort zu fressen, wenn ich ihr den Futtereimer hinstellte und die Box gleich danach wieder verließ.
      Die ersten Pferde waren bereits gestern abgereist und langsam wurde es wieder ruhiger auf der Bow River Ranch. Mich packte allmählich auch das Heimweh, zumal ich erst vor einigen Tagen mein Rettungspferd Hollywood Undead II auf den Hof geholt hatte. Auch die Palominostute hatte sehr schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht. Vielleicht konnten sie und mein braunes Stütchen sich ja gegenseitig helfen. Nun musste ich meine HMJ 7786 aber erst einmal nach England schaffen. Ich ging zurück ins Haus, packte meine Sachen und räumte mein Zimmer auf. Das war das Mindeste, womit ich Caleb danken konnte. Als ich wieder aus dem Haus kam, fuhr gerade Cooper vor. Sie hatte ihr Makeoverpferd gleich am ersten Tag mit nach Hause genommen, doch Cooper wohnte ja auch selbst in Kanada, da war der Weg überschaubar. Ich winkte meiner Freundin zu und gemeinsam gingen wir zur Box meines Stütchens. Das junge Pferd rollte zitternd mit den Augen, als wir beide die Box betraten. Ich trat an ihren Kopf und fasste das Halfter. "Tut mir wirklich Leid meine Süße, aber da musst du jetzt durch. Keine Sorge, sobald die Beruhigungsspritze wirkt, wird es dir besser gehen.", sagte ich leise zu dem ängstlichen Pferd. Die Behandlung verlier allerdings alles in allem wesentlich besser, als ich zu hoffen gewagt hatte und schließlich packte Cooper ihre Utensilien weg.

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      ~*~

      Wir unterhielten uns kurz über ihr Makeoverpferd Liav und vereinbarten, dass ich das schöne Vollblut im Verlauf des Wettbewerbs einmal trainieren würde. Darauf freute ich mich schon sehr. Als Cooper wieder auf dem Heimweg war, fuhr ich den geliehenen Hänger so nah wie möglich zu der Box meines Stütchens. Es war nun höchste Zeit, dass wir uns auf den Weg zum Flughafen machten. Immerhin würde ich mit meinem Stütchen länger als sechs Stunden brauchen, bis wir unser erstes Ziel erreichten. Die braune Stute zuckte nicht einmal zusammen, als ich ihr ein neues Halfter, Transportdecke und -gamaschen anlegte und sie anschließend in den Hänger führte. All das hatte ich am Vortag in einem kleinen Reitsportgeschäft in der Nähe gekauft. Meine Hübsche tat mir unendlich Leid, aber dieser apathische Zustand war für das Stütchen wahrscheinlich besser als gute 18 Stunden panische Angst. Ich versicherte mich, dass die Maus alles hatte, verabschiedete mich von Caleb und den verbliebenen Teilnehmern und machte mich auf den Heimweg. Die Musik drehte ich dieses Mal wesentlich leiser, damit ich das Stütchen hörte, falls sie unruhig wurde. Cooper hatte mir auch eine zusätzliche Dosis Beruhigungsmittel mitgegeben, falls die Stute sich während dem Flug oder der anschließenden Heimfahrt vom Flughafen doch aufregen sollte. Dennoch summte ich leise mit, als die Melodie von "Vois sur ton chemin" aus dem Lautsprecher dudelte. Ab und an war ich total vernarrt in französische Musik und gerade war solch ein Moment.
      Auf halber Strecke legte ich eine Pause ein, sah kurz nach meinem Stütchen. Das schöne Pferd stand immer noch ruhig im Hänger und döste halb vor sich hin. Ich atmete erleichtert auf und genehmigte mir dann einen Becher Latte Macchiato und ein frisch getoastetes Panini. Derart aufgepäppelt vergingen die restlichen Stunden wie im Flug und wir erreichten den Calgary International Airport ohne weitere Zwischenfälle. Ich meldete uns an der Pforte an. Den Hänger konnte ich beim hiesigen Verleih abgeben, sobald mein Stütchen sicher in dem Transportflugzeug untergebracht war. Selbstverständlich würde ich in ebenjenem Flugzeug mitfliegen. Ich lud mein Stütchen aus dem Hänger und führte sie hinüber zu der großzügigen Containerbox. Das junge Pferd zitterte zwar ein wenig, stand aber noch zu sehr unter dem Einfluss des Beruhigungsmittels, um sich weiter aufzuregen. Ich brachte das Stütchen in der Box unter und versicherte mich, dass alles seine Richtigkeit hatte. Dann half ich schnell dem Steward beim Ausräumen des Autos und des Hängers und brachte mein Mietgefährt anschließend zur Leihstelle. Glücklicherweise übernahmen die Angestellten dort sogar die Säuberung des Hängers, wenn man einen gewissen Aufpreis bezahlte. Da ich mein Pferdchen nicht zu lange alleine lassen wollte, nahm ich dies natürlich gerne in Kauf. Als mein Gepäck in dem Frachtflugzeug verstaut war, durfte ich mich zu meinem Stütchen in die Box stellen und wir wurden über eine gigantische Hebebühne langsam in die Luft gehoben. Die Technik war mittlerweile wirklich bemerkenswert. Es gab tatsächlich Menschen, die der Meinung waren, fliegen sei angenehmer für Pferde als das Fahren im Pferdehänger. Das wollte ich aber nicht so recht glauben. Mittels einer Art Schiene auf dem Boden wurde die Containerbox ins Flugzeuginnere geschoben. Hier befanden sich weitere fünf Pferde und ein junger Mann, der mein Stütchen und mich neugierig ansah. Der Steward versicherte sich, dass bei uns alles in Ordnung war und wies uns an, während des Starts und der Landung angeschnallt auf den uns zugewiesenen Plätzen sitzen zu bleiben. Wir nahmen unsere Plätze ein und ein paar Minuten später rotte das Flugzeug los in Richtung Startbahn. Tierfrachttransporter starteten wesentlich flacher als Passagierflugzeuge, somit konnten die Pferde ihr Gleichgewicht besser halten. Der Start erfolgte reibungslos und kurz darauf fanden wir uns hoch über den Wolken wieder. Mein Stütchen schien sich in seiner abgeschirmten Box recht wohl zu fühlen und wackelte nur unruhig mit den Ohren, wenn das Flugzeug eine Bewegung machte. "Schönes Pferd haben Sie da!", sprach mich der junge Mann plötzlich an. Ich war so in die Betrachtung meiner Stute vertieft gewesen, dass ich gar nicht bemerkt hatte, wie er näher gekommen war. "Danke, der Meinung bin ich auch. Aber sie hat eine schwere Vergangenheit hinter sich. Daher steht sie nun auch unter Beruhigungsmitteln. Ich hoffe wirklich, dass ich ihr helfen kann, sie ist nämlich wirklich eine liebe Maus.", gab ich zurück. Er war für einen solch langen Flug ziemlich schick gekleidet und ich fragte mich, welche Position er innehatte. Irgendwie sah er nicht aus, wie ein Pferdepfleger. "Oh, sie kommt aber doch nicht etwa aus dem Horse Makeover oder? Ich habe von dem Event gehört, aber mein Boss wollte nichts davon wissen, eines der Pferde aufzunehmen. Stattdessen hat er sich lieber ein paar vielversprechende Jungpferde gekauft, die mehr gekostet haben, als ich in zehn Jahren verdiene.", sprudelte der Mann hervor. Ich lächelte und streckte ihm dann die Hand hin: "Das tut mir sehr Leid für Sie. Aber es haben sich wirklich viele tolle Pferdeleute gemeldet und fünfzehn Pferde haben nun neue Besitzer gefunden. Ich finde das Engagement wirklich toll. Übrigens, mein Name ist Samantha O'Neill, aber meine Freunde nennen mich Sammy." Er machte große Augen. "Samantha O'Neill vom Hollybrook Stud Zuchtgestüt?", fragte er nach. Ich nickte. "Ich bin Edward. Sie suchen nicht zufällig noch einen Stallburschen, exzellenten Reiter oder Manager?", fragte er. "Stallbursche, Reiter oder Manager? Das ist aber ein breit gefächertes Spektrum.", gab ich mit großen Augen zurück. Der junge Mann wurde ein wenig rot, bevor er antwortete: "Ich mache das nicht wegen dem Geld. Eigentlich habe ich Betriebswirtschaft in Oxford studiert. Aber ich will mit Pferden arbeiten. Allerdings macht mir mein Job auf dem jetzigen Gestüt überhaupt keinen Spaß und ich würde töten, um das Gesicht meines aufgeblasenen Arbeitgebers zu sehen, wenn ich aus dem Flugzeug steige und kündige." "Naja, Edward. Du bist mir ziemlich sympathisch, aber ich weiß ja überhaupt nichts von dir. Da kann ich dich schlecht einfach vom Fleck weg einstellen oder?", fragte ich vorsichtig. Dicke Luft war auf einem Langstreckenflug nicht unbedingt das, was ich unbedingt haben musste. Doch Edward grinste. "Hab nichts anderes erwartet. Wie gut, dass wir noch fast neun Stunden Zeit haben, um dieses Problem zu lösen! Darf ich Sie zu ihrem Platz geleiten, Mylady? Ich habe einen ganzen Picknickkorb voller kanadischer Köstlichkeiten!" Ich konnte nicht anders, ich musste lachen. Edward versprühte regelrecht gute Laune, auch wenn ich mich ein wenig über seine Ausdrucksweise wunderte. Die Pferde waren ruhig und Edward und ich alberten den gesamten restlichen Flug über miteinander herum.

      ~*~

      Als wir schließlich zum Landeanflug ansetzten, waren wir bereits gute Freunde. Edward würde in jedem Fall erst einmal mit auf mein Gestüt kommen, dann konnten wir weitersehen. Er hatte sogar angeboten, ohne Bezahlung zu arbeiten, das jedoch war mir wiederum nicht recht. Der junge Mann hatte schon auf dem Rücken seines eigenen Ponys gesessen, bevor er laufen konnte und kannte sich hervorragend mit allen möglichen Sparten der Reiterei aus. Außerdem hatte er eines der Jungpferde, die er betreute, innerhalb von Sekunden beruhigt, was mich hellauf begeisterte. Seine Familie billigte jedoch nicht, dass er beruflich mit Pferden arbeiten wollte und schloss ihn daher vom Familienleben aus. Kurz darauf setzte das Flugzeug auf der Rollbahn auf und bremste immer weiter ab. Ich sah aus dem Fenster in die Dämmerung. "Hach, ich hab England vermisst.", seufzte ich. Seit dem Umzug in dieses wunderschöne Land vor einigen Jahren, fühlte ich mich hier zum ersten Mal in meinem Leben wahrhaftig Zuhause. Die Laderampe öffnete sich und die Hebebühne wurde an das Flugzeug herangefahren. Ich winkte Edward zu und verschwand in der Box meines Stütchens. Das Tier rollte verängstigt mit den Augen und zitterte wie Espenlaub, als die Box auf die Hebebühne gezogen wurde. Scheinbar ließ die Betäubung nach. Ich seufzte. Je nachdem wie es nun hier auf dem Flughafen zuging, musste ich der Schönheit doch noch die zweite Dosis spritzen. Auf dem Boden angekommen, wurden wir sofort von einem Steward in Empfang genommen, der uns zur Ankunftshalle begleiten wollte. Hier musste ich dann auch die Papiere meines Pferdchens vorzeigen und Samuel würde uns hoffentlich schon mit meinem Transporter erwarten. Ich schrieb dem jungen Mann kurz eine SMS, damit er sich um das Gepäck kümmerte und öffnete dann die Boxentür. Mein Stütchen ging panisch rückwärts, bis sie mit dem Hintern gegen die Rückwand der Box stieß. Sie verdrehte die Augen und atmete zitternd ein. Ich griff nach hinten und holte die Spritze, die mir Cooper mitgegeben hatte, aus der Tasche. Mit einer routinierten Bewegung injizierte ich dem jungen Pferd das Serum und innerhalb einer Minute wurde das Stütchen ruhig. "Jetzt hast du es bald geschafft, meine Süße. Und dann wird alles gut, das verspreche ich dir.", sagte ich leise zu dem Stütchen, bevor ich es aus der Box führte. Der Steward hatte geduldig gewartet und fragte mir nun Löcher in den Bauch, während wir auf das Flughafengebäude zuliefen. Dort angekommen, erwartete uns eine nette Zollmitarbeiterin, die sich die Papiere meines Stütchens ansah.. Selbstverständlich hatte ich uns schon vor unserer Reise angemeldet und das Horse Makeover Projekt war auch hier bekannt. Daher hatten wir keine Probleme durch den Zoll zu kommen und kurz darauf kam uns schon ein neugieriger Samuel entgegen. "Ist sie das? Sie sieht so ruhig aus. Wie war der Flug? Lässt sie sich gut verladen? Wie heißt sie? Das Gepäck hab ich schon verladen. Boah, die ist wirklich schön!", plapperte er wild drauf los. "Himmel, Samuel, mach mal langsam. Ich hab ihr etwas zur Beruhigung gegeben, daher haben wir sicher keine Probleme auf dem Heimweg. Einen Namen hat sie noch nicht und ja, sie ist wunderschön. Jetzt lass uns das arme Tierchen aber mal flott verladen, ich will unbedingt nach Hause.", stoppte ich Samuel's Redefluss. "Oh, ach ja und wir haben noch einen zweiten Passagier.", setzte ich grinsend hinzu. "Du hast zwei Pferde mitgebracht? Aber dann müssen wir daheim anrufen! Was ist es denn für ein Pferd?", fragte Samuel mit großen Augen. Ich lachte. Unter meinen Mitarbeitern war allgemein bekannt, dass ich einem schönen Pferd nur selten widerstehen konnte. "Muss ich jetzt zur Begrüßung wiehern oder darf ich mich anständig vorstellen?", tönte da Edwards volle Stimme durch die Halle. Samuel machte große Augen. "Ein Mann? Du bringst einen Mann mit und kein Pferd? Das muss ja dann der Richtige sein!", feixte Samuel. Edward musterte ihn von oben bis unten, streckte ihm dann die Hand hin und meinte völlig trocken: "Vielleicht bin ich ja der Richtige für dich? Gestatten, Edward. Gezüchtet und aufgezogen im schönen Manchester." Ich prustete los, was mein Stütchen dazu verleitete, mit den Ohren zu wackeln. Entschuldigend strich ich ihr über den Hals. Edward hatte mir während der ersten zehn Sätze, die wir gewechselt hatten, verraten, dass er schwul war, doch Samuel's Gesicht war einfach zum Brüllen. "Edward wird bei uns wohnen und eventuell auch beim Misten helfen. Also würde ich mich an deiner Stelle mit ihm gut stellen.", lachte ich. Samuel schüttelte Edward mit hoch rotem Kopf die Hand und beeilte sich dann, ins Innere des Fahrerhäuschens zu kommen. Ich zwinkerte Edward zu und verlud mein Stütchen, während Edward seine Taschen im Wageninnern verstaute. Sein restliches Hab und Gut würde er in der nächsten Woche von seinem bisherigen Wohnort abholen. Ich band HMJ 7786 gewissenhaft an, versicherte ihr nochmals, dass sie es bald überstanden hatte und setzte mich dann nach vorn zu den Jungs. "Wie hat dein Boss denn reagiert?", fragte ich neugierig. "Oh, ich dachte er fällt gleich um. Die Ader an seinem Hals ist besorgniserregend angeschwollen und er ist auch leicht blau angelaufen. Als er anfing zu schreien, bin ich einfach gegangen. Ich hatte ja sowieso keinen Vertrag unterschrieben, also was solls.", sagte Edward leichthin, doch ich merkte, dass es ihm nicht ganz leicht gefallen war, die Pferde im Stich zu lassen. Die Fahrt über unterhielten wir drei uns über alles möglich und ich stellte erfreut fest, dass Samuel und Edward sich nach dem etwas holprigen Start ganz gut verstanden.

      ~*~

      Als wir endlich durch das Tor meines Gestüts fuhren, war es bereits stockdunkel. Ich wies Samuel an, direkt an die Stallungen heranzufahren. Mein armes Stütchen hatte sich nun definitiv ein wenig Ruhe verdient. Meine fleißigen Angestellten hatten nach einem Anruf meinerseits die Box neben Hollywood Undead II hergerichtet. Allerdings hatten wir die Holzteile in die Seitenwände der Box eingesetzt, sodass die Box nun von drei Seiten völlig umschlossen war. Alles andere wäre für mein Stütchen gleich wieder in Stress ausgeartet. Sobald die Kleine so weit war, würden wir die zusätzlichen Verkleidungen herausnehmen, sodass das Stütchen Kontakt zu seinen Boxennachbarn haben konnte. Ich sprang aus dem Hänger und schlüpfte durch die Seitentür zu meinem Stütchen, während Samuel und Edward die Rampe hinunterließen. HMJ 7786 wurde langsam wieder munter und sah sich nervös um. Ich beeilte mich, sie in ihrer Box unterzubringen. Dort befreite ich sie von der Ausrüstung. Auch das Halfter wurde die Maus nun los. Wir würden nun Tag für Tag an unserem gegenseitigen Vertrauen arbeiten. Holly sah dem Stütchen skeptisch entgegen, doch sobald die braune Stute außer Sichtweite war, wandte die goldene Stute sich wieder ihrem Heu zu. Da ertönten Schritte hinter uns und meine anderen Angestellten kamen in den Stall gelaufen. Sie waren bereits in ihren Wohnungen gewesen, hatten unsere Ankunft aber natürlich abgewartet. Ana umarmte mich stürmisch und warf dann einen vorsichtigen Blick auf unseren Neuzugang. Erst auf den zweiten Blick fiel ihr der gutaussehende Fremde auf und sie bekam vor Aufregung ganz rote Flecken im Gesicht. Samuel bemerkte das natürlich sofort. "Mach dir keine Hoffnungen, Edward steht schon auf mich.", meinte er leicht säuerlich. Ich verdrehte die Augen. Es war ein offenes Geheimnis, dass Samuel in Ana verknallt war, doch sie bemerkte das einfach nicht. Allerdings hatte ich nun wesentlich wichtigeres zu tun, als mich mit den Liebeleien der anderen auseinanderzusetzen. Ich stellte meinem Pferdchen einen Eimer Müsli hin und verließ dann mit den anderen den Stall. Für heute hatte meine Maus ihre Ruhe und auch ich sehnte mich nach meinem weichen Bett. Die letzten Tage waren doch recht anstrengend gewesen...
      Cooper gefällt das.
    • Sammy
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      Prophylaxe, Beruhigung, Impfen, Chippen, Impf- & Equidenpass
      von Cooper
      11. Oktober 2019

      Keine paar Tage nachdem ich vom Auftrag in Deutschland nach Hause kam, erfolgte schon der nächste. Ebenfalls mit einem Eventpferd des „Horse Makeovers“. Diesmal kam der Auftrag aber aus Kanada. Der Name des Gestüts kam mir bekannt vor, auch die Auftraggeberin „Samantha O’Neill, selbst. Kaum eine Sekunde erinnerte ich mich wieder. Sie hatte einige Jahre zuvor sämtliche Vollblüter von mir sehr erfolgreich für die Rennen trainiert. Leider hatte ich schon seit langem von ihr nichts mehr gehört und ich entschloss Sie direkt per Telefon zu kontaktieren. „Ja, Hallo, Samantha O’Neill hier“ hörte ich am anderen Ende der Leitung. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass jemand so schnell ran gehen würde und musste mich erst kurz sortieren bis ich dann einige Sekunden später meinen Namen sagte. Samantha freute sich sehr über den Anruf und bevor es um den Auftrag ging, redeten wir erstmal über die vergangenen Jahre in der man sich nicht gesehen hatte. Es verging sicherlich mehr als eine Stunde. In dieser Zeit war ich dennoch produktiv und suchte eine Möglichkeit nach „Bow River Ranch“ zu kommen. „Also, ich habe hier übermorgen sehr viel Zeit. Dauert ja etwas bis ich da bin“. Samantha stimmte sofort zu und bot mir direkt einige Tage auf ihrem Gestüt an. Diese musste ich aber dankend ablehnen, da Liav und ich grade eine Verbindung schufen und ich diese nicht in Gefahr bringen wollte. Deshalb beschloss ich, so anstrengen wie es ist, direkt nach der Behandlung wieder abzureisen. Voller Vorfreude auf das Wiedersehen verabschiedeten wir uns.
      Der Abreisetag kam sehr schnell und ich ließ Liav schweren Herzens allein zurück, da sie grade anfängt menschliche Berührungen als positiv zu Empfinden. „Keine Sorge, ich bin so schnell wie möglich wieder da“. Die Anmeldepflichtigen Medikamente und Utensilien wurden am Grenzübergang schon angemeldet, der Koffer und der Rucksack waren gepackt und auch Liavs Plan stand. Somit konnte ich in Ruhe reisen. Am Zielort angekommen, wurde ich wie versprochen von Samantha selbst angeholt. Schon kurz nach unserer Begrüßung war mir wieder bewusst warum sie so eine großartige Freundin und Trainerin war. Ihre positive Energie strahlte durch ihren ganzen Radius. Es tat gut sie wieder zu sehen, vor allem nach der Trennung. Auf dem Weg zur „Bow River Ranch“ hatten wir uns auch nach dem langen Telefonat vor einigen Tagen, sehr viel zu erzählen. „Wenn ich mal Zeit habe würde ich gern mal mit einem Pferdchen für ein paar Wochen wiederkommen“. Ohne zu zögern sagte Samantha ja. „Ich find die Idee Klasse! Dann kannst du endlich mal länger bleiben“. Ich lächelte.

      Selbst nach der Ankunft war es immer noch sehr früh am Morgen und somit auch noch dunkel, sodass wir zunächst ein ausgiebiges Frühstück zu uns nahmen. In der Zwischenzeit erzählte mir Samantha von ihrem Schützling. Ihre Eventnummer lautete derzeit noch „HMJ 7786“. „Wir können uns noch nicht für einen Namen entscheiden“ sagte Samantha. Von den Erzählungen her erschien es mir als ähnelten sich unsere Stuten vom Verhalten her sehr. Nach allen Geschichten war ich verdammt neugierig und konnte es kaum abwarten die Trakehnerstute zu sehen. Da Samantha HMJ 7786 (Elfentanz), nicht doppelt belasten wollte, hat sie entschieden eine ganze veterinärmedizinische Prozedur durchzuführen. Also stand der 1,66cm großen Stute die Grundimmunisierung, Chippen und das Entwurmen bevor. Aber vor alle dem eine Beruhigungsspritze. Auch ein Equidenpass und der Impfpass wurde neu angefordert, da Samantha mit ihr nach England umziehen wollte. Glücklicherweise hatte ich vor einigen Monaten in eine Kollektivspritze investiert. Somit decke ich ein zwei Impfungen nur mit einer Spritze ab.

      Im Stall angekommen erinnerte ich mich daran das sie sagte das die Stute verdammt schüchtern sei. Ich ließ zunächst die Boxentür von Samantha öffnen und blieb an der Öffnung stehen. Somit signalisiert man kein „Einfallen“ in den persönlichen Kreis des Pferdes und es ist dem Tier überlassen wann dieses sich nähern möchte. Es stellte sich als eine verdammt gute Methode dar, denn nach geduldigem warten kam die Stute und beschnupperte mich vorsichtig, aber neugierig. „Das ist so faszinierend, sie verhält sich wirklich wie Liav“. Ich lächelte und nutze die Situation, um das Tier äußerlich schon einmal zu begutachten. Ich entdeckte einige Narben, dort wuchs auch nur wenig bis kein Fell, weiter schlimm waren diese jedoch nicht, sie waren den Umständen entsprechend gut verheilt. Ich ging ein Schritt auf das Tier zu, was keine gute Idee war. Sie zuckte sofort zusammen und schob sich in die hinterste Ecke der Box. Ich entschuldigte mich sanft und versuchte wie bei Liav eine ruhige und leise Stimmlage einzuschlagen. Es funktionierte. Ich brauchte zwar drei Mal länger als wie bei anderen Pferden, aber letztendlich konnte ich die Stute sehr gut begutachten und an den wichtigsten Stellen abtasten. Zudem schaute ich nach ihren Vitalzeichen. „Schein alles soweit in Ordnung zu sein, sie hat verdammt trockene Nüstern. Dafür gebe ich dir eine Salbe. Und achte darauf das sie mehr trinkt“. Dann ging es leider über zum nicht so erfreulichen Teil. „Sie wird mich danach hassen“ sagte ich leise. Wie beim letzten Patienten begann ich mit der Wurmkur, die unerwartet leicht von statten ging. Samantha hielt die Stute in der Box am Halfter weiter fest als ich dann die Grundimmunisierung und das Chippen durchführte. Letztendlich hatte die Stute gar nicht bei der Prozedur Angst gehabt, sondern eher davor das zwei Menschen bei ihr in der Box standen, also arbeiteten wir mit einem Sichtschutz. Auch die Beruhigungsspritze half bei der Behandlung. „Der Sichtschutz war eine verdammt gute Idee. Aber ich denke es ist dann doch besser, wenn man sie nach und nach an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt“. „Ja, ich weiß. Aber das war grade Mittel zum Zweck. Sie muss ja geimpft werden, das ist mir wichtig. Die physischen Wunden heilten schneller als die psychischen“ antwortete Samantha. Ich stimmte ihr zu. Sie war damals die Inspiration dafür, dass ich eine spezielle Schulung für Pferde mit PTBS nahm, da ich die Trainerarbeit ebenfalls sehr interessant fand. Loben konnte ich das Tier leider nicht mehr, ein Stück Karotte nahm sie aber dennoch an.
      "Also, der Equidenpass ist beantragt und den Impfpass habe ich auch neu beantragen lassen, sie besaß ja keinen. Die Sachen sollten in einigen Tagen bei dir sein".
      Ich verbrachte noch einige Stunden bei Samantha auf dem Hof und ruhe mit tatsächlich auch noch etwas aus bevor ich dann mit dem Auto wieder nach Hause fuhr.
      5251 Z. | ohne Leerzeichen | by Cooper

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    • Sammy
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      Eine Elfe tanzt!
      12. Oktober 2019
      11.431 Zeichen | 6 Punkte

      "Guten Morgen meine Hübschen! Was hab ich euch vermisst!", flötete ich, als ich am nächsten Morgen den Stall betrat. Gestern Abend war ich ja nicht wirklich dazu in der Lage gewesen, all meine geliebten Vierbeiner zu begrüßen. Heute sah das jedoch schon ganz anders aus. Ich führte Edward durch den Stall und stellte ihm meine Schönheiten der Reihe nach vor. Am Schluss der Runde ging ich alleine zu HMJ 7786. Die Stute war sofort in Alarmbereitschaft und hob den Kopf. "Du brauchst wirklich ganz dringend einen Namen. Und keine Sorge, das gestern war der letzte schlimme Tag für dich. Ab jetzt wird es nur noch besser, du wirst schon sehen.", sagte ich tröstend zu der jungen Stute. Meine Mitarbeiter hatte ich angewiesen, sich von dem Stütchen fernzuhalten. Es reichte, wenn das Mäuschen die nächste Zeit mit nur einem Zweibeiner konfrontiert wurde. Danach würde ich die anderen nach und nach in die Pflege und Versorgung von HMJ 7786 einbinden. Aber zuallererst musste wirklich ein Name her. Ich konnte die braune Stute ja nicht immer nur "Mäuschen, Stütchen oder -noch schlimmer- HMJ 7786 rufen. Allerdings wollte mir einfach nichts passendes einfallen. Heute sollte auch schon die erste Trainingseinheit für die schöne Stute auf dem Plan stehen. Je schneller sie ihre Angst verlor, desto schneller kam sie endlich einmal zur Ruhe. Da ich ihr genug Raum lassen wollte, hatten wir Stromlitzen von ihrer Box zur Fohlenkoppel gespannt. Jene war zurzeit zweigeteilt. Auf der einen Hälfte graste bereits mein Neuzugang Hollywood Undead II. Da die schöne Stute gegenüber Artgenossen noch sehr skeptisch war, hielt ich das für die beste Lösung. So kam mein Makeover-Stütchen auch nicht in die Lage direkter Konfrontation, sondern konnte sich Holly aus der Ferne ansehen. Dasselbe galt natürlich auch andersherum. Meine Jungpferde hatte ich kurzerhand auf eine der Stutenkoppeln umgesiedelt.
      Der Weg zur Koppel war bereits frei und so öffnete ich die Außentür und das Paddockgatter der Box meines neuen Stütchens. Erschrocken machte sie einen Satz ans andere Ende der Box, doch als ich mich unter dem Zaun hindurch geduckt hatte, scheuchte Edward die junge Stute aus der Box hinaus - wofür allein sein Erscheinen ausreichte. In einem holprigen, unbeholfenen Trab legte das Stütchen den Weg zur Koppel zurück und flüchtete sich dort direkt ans hintere Ende. Als die junge Stute Holly bemerkte, wich sie von ihrem ursprünglichen Weg ab und stellte sich soweit wie möglich in die äußere Ecke der Weide. Edward schüttelte den Kopf: "Das arme Tier. Ich will gar nicht wissen, was die in ihrem kurzen Leben schon alles mitmachen musste." Ich nickte zustimmend. Mir ging es inzwischen ganz genauso. Ich wünschte mir einfach nur, dass die braune Stute hier Freunde finden würde und etwas selbstsicherer wurde. "Sie ist wie eine Elfe, deren Wald man niedergebrannt hat und die jetzt nicht weiß, was sie noch auf dieser Welt soll.", machte sich da plötzlich Ana bemerkbar. Ich hatte die junge Frau gar nicht kommen hören, doch ich war ja auch in den Anblick meines neuen Pferdchens vertieft gewesen. "Eine Elfe? Wie kommst du denn darauf?", fragte ich verwundert. "Na, schau dir mal ihre Augen an. Ich glaube, sie hätte unglaublich gerne Kontakt zu uns, aber sie hat einfach zu viel Angst. Und sie bewegt sich so leise und vorsichtig.", erklärte Ana. Da schaltete sich Edward ein: "Na, ich weiß ja nicht. Als sie vorhin den Weg zur Koppel entlanggetrabt ist, hatte das mehr von einem alten Ackergaul, als von einer Elfe." Auch wenn es mir widerstrebte, musste ich dem jungen Mann in diesem Punkt zustimmen. Ana warf ihm einen wütenden Blick zu und stolzierte davon. "Ist die immer so zickig?", fragte Edward. Ich schüttelte den Kopf. Eigentlich war Ana mit allen auf dem Gestüt sofort gut ausgekommen. Edward gesellte sich zu den Jungs und half ihnen bei der Arbeit, während ich die Stromlizen abhängte und das Tor der Koppel hinter mir schloss. Mein armes Stütchen sah unsicher zwischen Holly und mir hin und her. Ich beachtete die braune Stute gar nicht weiter, sondern ging hinüber auf Holly's Seite der Koppel. Die Palominostute hatte sich inzwischen an mich gewöhnt und kam sofort vertrauensvoll auf mich zu. Sanft strich ich ihr den weißen Schopf aus der Stirn. Holly sah mittlerweile schon viel besser aus. Das gute Futter und die ausgiebigen Spaziergänge zahlten sich aus. Versteckt hinter dem Vorhang meiner Haare lugte ich zu meinem braunen Stütchen hinüber. HMJ 7786 hatte die Ohren gespitzt und starrte gebannt zu uns hinüber. Vielleicht hatte Ana ja recht und die Stute sehnte sich tatsächlich nach ein wenig Liebe. Ich kraulte Holly und massierte anschließend ihren schlanken Hals. Das genoss die Stute immer besonders. Mein Makeover-Pferdchen ließ uns die gesamte Zeit über nicht aus den Augen. Vielleicht war das meine Chance, dem Stütchen näher zu kommen. Ich gab Holly zum Abschied ein Küsschen auf die Nüstern und setzte mich dann zu meiner braunen Schönheit auf die Koppel. Allerdings setzte ich mich mit dem Rücken zu der Stute und sah hinüber zu Holly. Dann packte ich mein Buch aus und begann zu lesen. Irgendwann drehte ich mich auf den Bauch, da mir der Rücken weh tat. Glücklicherweise war es heute schön warm, sonst wäre dieser stundenlange Aufenthalt in der Natur recht unangenehm gewesen. Ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren und war sogar ein wenig eingenickt, als ich plötzlich ein sanftes Kitzeln an der Schulter spürte. Ich bemühte mich darum, ganz ruhig liegen zu bleiben und gleichmäßig weiter zu atmen. Mein braunes Stütchen senkte die Nase noch ein Stückchen weiter und blies mir ihren warmen Atem in den Nacken. Dann stupste sie mich ganz sanft an. Ich war so überwältigt, dass ich den Atem anhielt. In diesem Moment wieherte irgendwo auf dem Hof ein Pferd und Holly antwortete lautstark. Mein Makeover-Pferdchen rissen den Kopf hoch, wirbelte herum und flüchtete sich wieder in ihre Ecke. Ich fluchte. Dabei war ich doch so nah dran gewesen. Ich erhob mich langsam und streckte mich ausgiebig. Dann ging ich ganz langsam auf mein Stütchen zu. Sie rollte mit den Augen, blieb aber stehen. Da wir uns auf der Koppel befanden und die Süße nicht einmal ein Halfter trug, wertete ich das als sehr positives Zeichen. Ich trat vorsichtig an ihre Seite und legte ihr die Hand auf den Hals. Sie zitterte und hob ängstlich den Kopf. Dieses Mal ignorierte ich das Zeichen jedoch und begann sie mit gleichmäßigem Druck zu kraulen. Ich arbeitete mich ihren Hals hinunter und an der Unterseite wieder hinauf. Das Stütchen stand stocksteif da, doch ganz allmählich sank ihr Kopf nach unten und das Zittern hörte auf. "Na du Süße, ist doch eigentlich ganz schön oder?", fragte ich liebevoll. Das Stütchen spielte unruhig mit den Ohren. Scheinbar wusste sie nicht, wie sie meine ruhige Stimmlange einzuschätzen hatte. In Zeitlupe bewegte ich mich um die Stute herum und begann, auch die andere Seite ihres Halses zu kraulen. Ein breites Grinsen stahl sich in mein Gesicht, als die Augen des Stütchens immer mehr zufielen. "Aber wie nennen wir dich denn nun bloß? Ana hat schon recht, irgendwie hast du etwas elfenhaftes. Wir können dich ja vorerst zumindest einmal "Elfe" nennen. Was meinst du dazu?", fragte ich das Pferdchen leise. Da ich den Moment nicht kaputt machen wollte, blieb ich am Hals der Stute und berührte weder ihren Rücken, noch ihren Kopf. Allerdings stellte ich mich nach einer Weile einen Schritt weiter nach vorne und hielt der Stute meine Hand hin. Sofort wurden die Augen meiner Elfe wieder größer und sie sog lautstark die Luft ein. Zentimeter für Zentimeter senkte sie ihren Kopf, bis sie mit ihrem samtweichen Maul sanft über meine Hand strich. Ich bewegte leicht die Finger und die Augen des Stütchens schlossen sich genüsslich. Ich strich ihr mit sanften, langsamen Bewegungen übers Gesicht und als ich die Hand an ihre Backe legte, drückte sie vorsichtig ihren Kopf dagegen. Vor lauter Rührung traten mir Tränen in die Augen. Ich machte einen Schritt von dem Stütchen weg und setzte mich wieder auf den Boden. Sie sah mich wachsam an, doch schließlich senkte sie den Kopf und rupfte ein paar Halme Gras. Ich leistete der Stute noch eine Weile Gesellschaft und ließ sie dann in Ruhe. Für heute hatten wir einen unglaublich großen Fortschritt gemacht, auf dem ich aufbauen konnte. Der erste Schritt war getan, nun würde es sicherlich tagtäglich besser laufen.

      Gegen Abend begannen wir damit, die Pferde wieder in den Stall zu holen. Da das Stütchen das von ihrer Koppel aus natürlich mitbekam stakste sie nervös im Kreis herum. Als dann auch noch Holly geholt wurde, wusste sie überhaupt nicht mehr, in welche Ecke sie flüchten sollte. Meine Elfe tat mir unfassbar Leid, doch sie musste sich ja auch an den ganz gewöhnlichen Stallalltag gewöhnen. Allerdings beschloss ich, etwas zu versuchen. Wir brachten alle Pferde in den Stall und bis auf Ana halfen alle bei der Abendfütterung. Die junge Frau stand mit mir hinter dem Kirschbaum, der neben der Fohlenweide stand un beobachteten, wie unser Neuzugang sich verhielt. Ich war zu neugierig, wie sich das Stütchen verhalten würde, wenn es sich unbeobachtet von Mensch und Pferd fühlte. Die braune Stute hob den Kopf und sah sich um. Als sie niemanden entdecken konnte, setzte sie sich plötzlich in Bewegungen. Aber diesmal waren ihre Bewegungen nicht panisch und abgehakt. Sie trabte mit weit ausgreifenden Schritten quer über die Koppel. Ihr Schweif wehte wie eine Fahne hinter ihr her und zum ersten Mal sah dieses Pferd richtiggehend zufrieden aus. Ana sah die Stute mit großen Augen an. "Schau mal, wie unsere Elfe tanzt! Die hat ja unglaublich schöne Gänge, wenn sie nur will!" Ich schaltete nach dem ersten Satz ab. "Die Elfe tanzt! Das ist es! Wir nennen die Maus Elfentanz. Ana, du bist die Größte.", sagte ich begeistert. Ana überlegte eine Sekunde, dann stimmte sie mir strahlend zu. Endlich hatte unsere HMJ 7786 einen Namen. Ich trat mit Ana hinter dem Baum hervor und wir ließen der Stute ihren Spaß.

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      Erst als es langsam dunkel wurde, spannte ich erneut die Litzen zu Elfentanz' Box. Das Halftern und Führen wollte ich der Stute heute keinesfalls zumuten. Vielleicht konnten wir morgen mit ersten kleinen Übungen beginnen. Als alles vorbereitet war, rief ich Elfentanz zum ersten Mal bei ihrem Namen. Die Stute hörte mit ihrem Tanz auf und stemmte die Beine in den Boden. Ich lächelte und nannte ihren Namen noch einmal. Dann ging ich in einem Kreis um die Stute herum und schnalzte mit der Zunge. Sie setzte sich sofort in Bewegung und zeigte auch wieder den Kuh-ähnlichen Gang, den sie uns bereits heute morgen präsentiert hatte. Allerdings lief das Ganze längst nicht mehr so überstürzt ab, wie noch am Morgen. Als Elfentanz in ihrer Box stand, schloss ich die Tür zum Paddock und lief dann um den Stall herum. Anschließend bereitete ich Elfentanz' Abendessen zu. Da Cooper bei ihrer Untersuchung festgestellt hatte, dass Elfentanz mehr Wasser zu sich nehmen musste, mischte ich ihr ein nahrhaftes Mash zusammen, das ich ihr gleich darauf in die Box stellte. Als die Tür geschlossen war, senkte Elfentanz sofort den Kopf und schnupperte neugierig an dem warmen Brei. Gleich darauf senkte sie ihr Maul hinein und begann schmatzend zu fressen. Ich lächelte. "Schlaf gut meine Elfe. Wir sehen uns morgen.", verabschiedete ich mich liebevoll von ihr. Ich war schon sehr gespannt, was die nächsten Tage für uns bereithalten würden.
    • Sammy
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      Fohlen-ABC mit einer 6-jährigen
      13. Oktober
      8240 Zeichen | 5 Punkte
      "Elfentanz!", rief ich leise, als ich an die Box meiner neuen Stute trat. Der Kopf der braunen Schönheit flog nach oben und sie sah mich wachsam an. Allerdings war ihr Blick nun eher skeptisch, als ängstlich. Zumindest bildete ich mir das ein. Da sie ihre Liebe für Äpfel entdeckt hatte, hielt ich einen Apfelschnitz in der Hand, als ich in HMJ 7786 Elfentanz' Box schlüpfte. Die junge Stute hob den Kopf und ließ mich nicht aus den Augen. Ich hielt ihr das Apfelstück auf der flachen Hand entgegen und rührte mich nicht vom Fleck. Die Stute machte den Hals lang und sog die Luft durch ihre schwarzen Nüstern ein. Dann machte sie zögerlich einen Schritt auf mich zu. Ich redete ermutigend auf sie ein und Elfentanz lauschte meiner Stimme mit spielenden Ohren. Dann machte sie einen weiteren Schritt und nahm ganz sanft den Apfel von meiner Hand. Anschließend ging sie schnell einige Tritte rückwärts, bevor sie den Apfel genüsslich zerkaute. Vielleicht würde die Arbeit mit der jungen Stute gar nicht so schwierig werden, wie anfangs gedacht. Ich wartete, bis Elfentanz sich wieder auf mich konzentrierte und ging dann mit kontrollierten Schritten auf die braune Stute zu. Sofort wurde ihr Blick wieder wachsam, doch ich ignorierte das und trat an ihre Seite. Dann legte ich ihr wieder die Hand auf den Hals. Diesmal ließ das Zittern schon wesentlich schneller nach und ich begann damit, Elfentanz zu kraulen. Nach einer Weile holte ich den Gummistriegel, den ich mitgebracht hatte, aus meiner Jackentasche und begann, Elfentanz zu putzen. Dabei halfterte ich die Stute absichtlich nicht auf und band sie fest. Ich wollte, dass Elfentanz das Gefühl hatte, ausweichen zu können. Ich fing am Hals an, da Elfentanz die Berührung dort nun schon kannte. Als die Stute keine Anstalten machte, sich weg zu bewegen, sondern den Hals genüsslich streckte, arbeitete ich mich langsam zu ihrem Rücken vor. Meine Elfe zuckte kurz zusammen und drehte den Kopf, um zu sehen, was ich tat. Als ich sie jedoch einfach mit gleichbleibendem Druck weiterputzte, entspannte sie sich wieder. Ana hatte wohl recht gehabt. Dieses Pferd wollte geliebt werden, unbedingt. Ich fuhr ein letztes Mal über Elfentanz' Hinterhand und ging dann vorne um die Stute herum, um auch ihre andere Seite zu säubern. Elfentanz verfolgte meine Bewegungen anfangs so gut wie möglich, doch irgendwann entspannte sie sich. Ich summte eine leise Melodie vor mich hin. Zum einen machte ich das so häufig, dass es mittlerweile schon unwillkürlich geschah und zum anderen wollte ich das Stütchen auf diese Weise an meine Stimme gewöhnen. Während ich arbeitete, schweiften meine Gedanken ab. Wie die anderen Horse Makeover-Teilnehmer wohl mit ihren Vierbeinern zurechtkamen? Einige der Pferde waren ziemlich aggressiv gewesen, da hatte ich mit Elfentanz wirklich ein Traumpferd erwischt. Natürlich war es auch für die junge Trakehnerstute noch ein weiter Weg, doch sie machte unglaublich große Fortschritte. Ich legte den Gummistriegel zur Seite und holte mir eine Kardätsche aus der Putzbox vor Elfentanz' Box. Diesen hielt ich der Stute erst einmal unter die Nase, damit sie erkannte, dass nichts Gefährliches an der Bürste war. Erst dann begann ich damit, Elfentanz mit langen, festen Strichen zu bürsten. Als Hals, Schulter, Rücken und Hintern glänzten, wagte ich mich an Beine und Bauch. Ich wusste nicht, wie Elfentanz reagieren würde, wenn man sie dort anfasste. Das letzte Mal war sie immerhin betäubt gewesen. Doch es war von größter Wichtigkeit, dass ich in der Lage war, das Stütchen ordentlich zu putzen und vor allem auch, seine Hufe auszukratzen. Die Berührung an den Vorderbeinen störte Elfentanz nicht weiter, sie blickte mich nur neugierig an. Erleichtert fuhr ich über ihre Fesseln. Das machte die Sache wesentlich einfacher. Als ich jedoch unter ihren Bauch langte, um sie auch dort zu säubern, machte das Stütchen einen Satz zur Seite. Sie rollte mit den Augen und zitterte. "Mäuschen, was hast du denn? Ich mache nichts anders, als die letzte Dreiviertelstunde, versprochen.", redete ich leise auf sie ein. Dann lockte ich Elfentanz mit aller Geduld wieder zu mir und gab ihr zur Belohnung einen weiteren Apfelschnitz. Für den zweiten Versuch legte ich die Bürste zur Seite und kraulte Elfentanz am Hals, während ich mich mit der anderen Hand erneut zu ihrem Bauch vortastete. Wenn ich Elfentanz seitlich am Bauch berührte, machte ihr dies nichts aus. Doch in dem Moment, als ich in Richtung Gurtlage fuhr, zuckte sie wieder zusammen. Ich hielt inne und kraulte die ängstliche Stute weiterhin am Hals. Cooper hatte bei ihrer Untersuchung einige alte Narben gefunden und ich wusste, dass sich an der Unterseite von Elfentanz Bauch auch zwei Narben befanden. Wahrscheinlich verband die junge Stute die Berührung an dieser Stelle mit Schmerz. Ich redete leise auf Elfentanz ein, ließ meine Hand aber an ihrem Bauch liegen. Ich fuhr ihren Hals auf und ab und allmählich taten mir von der seltsamen Haltung alle Muskeln weh. Doch da musste ich nun durch. Immerhin zeigte Elfentanz gerade auch Stärke. Ganz allmählich bewegte ich die Finger am Bauch der Stute entlang und streichelte sie. Elfentanz zuckte mit dem Fell und ab und an durchlief sie ein Zittern, doch sie blieb stehen. Vor Rührung über diesen Vertrauensbeweis zog sich mir richtiggehend die Kehle zu und ich schluckte. Da ich es auch nicht übertreiben wollte, nahm ich meine Hand von dem Bauch der Stute und holte nun eine weiche Bürste, um mit ihrem Gesicht weiterzumachen. Die Berührung dort hatte dem schönen Tier schon gestern auf der Koppel gefallen, also konnte es heute auch nicht schaden. Wieder hielt ich Elfentanz die Bürste erst einmal zum Beschnuppern hin, dann fuhr ich damit vorsichtig über ihre Stirn. Elfentanz schloss genüsslich die Augen und ließ den Kopf sinken. Da die Stute die Behandlung so sehr genoss, nahm ich mir extra viel Zeit und strich mit der Schmusbürste über ihre Backen, über die Stirn, den Nasenrücken hinab und machte anschließend mit den Fingern weiter.
      Nun wollte ich jedoch noch das Hufe auskratzen üben. Ich konnte Elfentanz nicht über den Hof führen und auf der Koppel herumtollen lassen, ohne ihr die Hufe auszukratzen. Das war mir schlicht und einfach zu gefährlich. Außerdem sollte in absehbarer Zeit auch der Hufschmied einmal nach der Stute sehen und der würde sich sicherlich freuen, wenn Elfentanz bis dahin brav ihre Beine hob, wenn sie dazu aufgefordert wurde. Dass die Stute panische Angst vor sämtlichen Menschen hatte, sollten wir bis zu diesem Augenblick natürlich auch noch in den Griff bekommen. Ich stellte mich neben meine Elfe, fuhr mit der Hand ihr Vorderbein hinunter und sagte: "Gib!". Kurz musste ich grinsen, hatte ich doch dieses Kommando erst gestern meinem geliebten Katertier beigebracht. Nun gab das fusselige Wesen auf Kommando hin Pfötchen und ich liebte es. Er im übrigen auch. Elfentanz jedoch rührte sich nicht. Das war weiter nicht verwunderlich, sie kannte das Kommando ja nicht und hatte mit Sicherheit keine ordentliche Erziehung genossen. Also lehnte ich mich ein wenig gegen die Schulter des Pferdes und sagte erneut: "Gib!" Elfentanz verlagerte daraufhin ihr Gewicht und hob dabei leicht den Huf vom Boden ab. Sofort lobte ich sie und verfütterte ein Stückchen Apfel an das schöne Stütchen. Im Anschluss daran versuchte ich es gleich noch einmal. Wieder lehnte ich mich leicht gegen die Stute, nahm ihren Huf diesmal jedoch auf, als sie ihn vom Boden hob. Ich redete leise auf Elfentanz ein, hielt ihren Huf einige Sekunden lang fest und setzte ihn dann behutsam auf dem Boden ab. Immerhin hatte mein Pferdchen keine Gleichgewichtsprobleme. So, wie sie über die Koppel getrabt war, hatte ich das aber auch nicht wirklich erwartet. Anschließend wiederholte ich die Prozedur an den anderen drei Hufen und beendete das Training damit für heute. Wir waren ein gutes Stück vorangekommen und vor allem vertraute mir Elfentanz bereits mehr, als ich mir je hätte erträumen können. Morgen würde es mit dem Erwachsenen-Fohlen-ABC weitergehen und wir würden uns einmal ans Halftern und vielleicht sogar ans Führen wagen. Je nachdem, wie meine Elfe morgen drauf war. Aber ich war sehr guter Hoffnung, bisher verlief das Training ausgezeichnet.
    • Sammy
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      Fohlen-ABC 2.0
      14. Oktober 2019
      5.986 Zeichen | 4 Punkte

      "Hey Sammy! Nicolaus hat gerade eine neue Aktualisierung gepostet!", rief Ana durch den Stall. Sofort fegte ich um die Ecke und sah der jungen Frau über die Schulter. Nicolaus hatte eine Homepage über das Makeover eingerichtet, auf der er unter anderem am Anfang einer jeden Woche den Punktestand der einzelnen Trainer postete. Ein breites Grinsen schlich sich auf mein Gesicht, als ich sah, dass wir ganz knapp vorn lagen. Mehrere Trainer waren dicht hinter uns, was bedeutete, dass es auch bei ihnen und ihren Vierbeinern gut voranging. Letzteres war mir persönlich wichtiger, als mein Mini-Etappensieg. Die Hauptsache war ja, dass am Ende des Makeovers möglichst alle Pferde ein schönes neues Zuhause fanden. A propos, nun war erst einmal mein Makeover-Pferdchen an der Reihe. "Hallo mein Mäuschen!", sagte ich liebevoll, als ich an diesem Morgen an Elfentanz' Box herantrat. Wie üblich hatte ich den Futtereimer der Stute dabei. Elfentanz war nun jeden Tag, seit sie auf meinem Gestüt war auf der Koppel gewesen. Wir ließen sie immer noch eine gute halbe Stunde draußen, nachdem alle anderen Pferde im Stall waren. Zum einen machte das Stütchen der Trubel bei der Morgenfütterung nervös und zum anderen genoss sie die Zeit, in der sie alleine draußen war, am Meisten. Auch gestern wieder war unsere HMJ 7786 Elfentanz über ihre Koppel geschwebt und hatte sich anschließend ausgiebig gewälzt. Mit jedem Besuch, den ich der Stute abstattete, wurde sie ruhiger. Leider galt das nur für mich. In dem Moment, in dem einer meiner Angestellten an ihrer Box vorbeiging, drückte sich Elfentanz ängstlich in die hinterste Ecke oder floh gleich nach draußen auf den Paddock. Auch Holly gegenüber war die braune Stute immer noch außerordentlich skeptisch. Ich jedoch war froh, über jeden Fortschritt, den ich mit Elfentanz machte. Vertraute sie mir erst einmal wirklich, verlief die Annäherung mit anderen Menschen, Pferden und Dingen mit Sicherheit reibungsloser. Ich schlüpfte mit dem Futtereimer in die Box und stellte den Eimer vor Elfentanz ab. Dann ließ ich das Stütchen in Ruhe fressen. Ich freute mich sehr, dass ihr das Futter so schmeckte und hoffte, dass sie mit der gehaltvollen Nahrung langsam zulegen würde.
      Eine knappe Stunde später betrat ich Elfentanz' Box erneut. Diesmal war ich mit einer Putzbox bewaffnet. Statt die Box wie gestern draußen vor der Box zu lassen, stellte ich sie diesmal in die Ecke. Dann begrüßte ich Elfentanz wie üblich, indem ich ihr den schlanken Hals kraulte und ihr danach sanft übers Gesicht strich. Die junge Stute genoss jede dieser Schmuseeinheiten sichtlich und ich hoffte, dass es nicht mehr allzu lange dauerte, bis sie sie von selbst einforderte. Dann hockte ich mich neben die Putzbox, öffnete sie und hielt Elfentanz einen Gegenstand nach dem anderen hin. Die einzelnen Bürsten und den Hufkratzer hatte die junge Stute bereits am Vortag kennen gelernt, daher war ihre anfängliche Skepsis nun auch schnell überwunden. Ich putzte Elfentanz nun routiniert von Kopf bis Huf und stellte mich zum ersten Mal auch seitlich neben ihre Hinterhand, um ihren Schweif zu verlesen. Die Stute hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, mir bei der Arbeit zuzusehen und so drehte sie auch jetzt den Kopf, soweit sie konnte. Ich hielt inne und strich ihr über die weiche Nase, dann machte ich weiter damit, Heuhalme aus Elfe's Schweif zu zupfen. Langsam merkte man der Stute das mehrmalige Putzen an. Ihr Fell begann mehr zu glänzen, die kurze Mähne war ordentlich gekämmt und der Schweif endlich von sämtlichen Knoten befreit. Ich war schon sehr gespannt darauf, wie die Stute sich mit richtigem Training entwickeln würde. Gerade Elfentanz' Rückenmuskulatur war nämlich fürchterlich unterentwickelt. Bevor ich auch nur daran denken konnte, ihr einen Sattel aufzulegen, mussten wir uns erst einmal mit dem Muskelaufbau beschäftigen. Selbstverständlich kratzte ich Elfentanz auch die Hufe aus, was heute schon bedeutend besser klappte, als noch am gestrigen Tag. Sie gab mir ihre Hufe zwar noch nicht wirklich freiwillig, doch das hatte auch noch Zeit. Wichtig war, dass ich in der Lage war, ihre Hufe zu säubern. Dafür, dass Elfentanz ein solch schlechtes Leben gehabt hatte, waren ihre Hufe in erstaunlich gutem Zustand. Das würde den Schmied freuen, wenn Elfentanz irgendwann soweit war, ihn an sich heranzulassen. Als weiteren Höhepunkt wollte ich Elfentanz heute mit dem Halfter vertraut machen. Sie hatte zwar des Öfteren schon eines angehabt, allerdings war das entweder ein Kampf gewesen oder die schöne Stute war sediert gewesen. Nun wollte ich erreichen, dass Elfentanz etwas Positives damit verband, ein Halfter aufzubekommen und aus der Box geführt zu werden. Ich nahm ihr Halfter vom Haken vor der Box, löste den Führstrick und ging mit Ersterem auf mein Stütchen zu. Dann hielt ich ihr das Halfter vor die Nase. Elfentanz schaltete sofort wieder in ihren "Alarmmodus", wie wir ihre Habachtstellung mittlerweile liebevoll nannten. Sie ging rasch ein paar Schritte rückwärts, hob den Kopf und spielte nervös mit den Ohren. Ich redete beruhigend auf mein Stütchen ein und ging dann auf sie zu. Anschließend rieb ich das Halfter sanft an ihrem Hals. Elfentanz zuckte zusammen, doch dann begann sie, die Berührung zu genießen. Allerdings verband Elfentanz die Berührung mit dem Halfter nicht mit dem Zubehör an sich. Als ich ihr das Halfter wieder vor die Nase hielt, rollte sie ängstlich mit den Augen. Somit beschloss ich, heute nicht weiterzugehen. Ich rieb Elfentanz lediglich weiter mit dem Halfter ab. Anschließend hängte ich es so an die Gitterstäbe ihrer Box, dass sie es gut sehen, sich aber nicht darin verheddern konnte. Vielleicht gewöhnte meine Elfe sich so an den neuen Gegenstand. Zunächst stand das Stütchen wie festgewachsen in ihrer Ecke, doch als ich eine halbe Stunde später wieder nach ihr sah, rupfte sie friedlich an ihrem Heu. Ich grinste zufrieden. Vielleicht konnte ich Elfentanz am nächsten Tag das Halfter auch überstreifen.
    • Sammy
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      Umbaupläne & eine Freundin für Elfentanz!
      18. Oktober 2019
      50.436 Zeichen | 22 Punkte
      "Ana, nimmt sie zurück! Sie verarscht dich!", rief ich über die Sandbahn. Dort kämpfte meine beste Arbeitsreiterin mit meiner erfolgreichen Vollblutstute Successful Dream. Bisher war nur ich auf dem Rücken der jungen Stute gesessen, doch Ana hatte sich in den letzten Wochen so hervorgetan, dass ich beschlossen hatte, ihr eine Chance zu geben. Bisher lief es allerdings nicht wirklich gut. Die braune Vollblutstute spielte mit Ana. Die ersten Minuten war sie vorbildlich im ruhigen Galopp an den Rails entlanggelaufen, doch nun wurde Dreamy immer schneller und driftete von den Rails weg. So viel also zu meinem Plan, das Training der Rennpferde hauptsächlich vom Boden aus zu überwachen. Ich sah auf die Uhr. Dream's Trainingszeit war gleich vorbei, dann kam der nächste Pulk Vollblüter an die Reihe. Meine Verkaufspferde Ghostbuster, Tschiwabschischi und Pirate Island waren ebenso wie Success Story xx, die erfolgreiche Mama von Dreamy, bereits ein Trainingsrennen gelaufen. Ghost, Tschiwi und Island gingen demnächst zurück zu Flair, die die drei Pferde gezüchtet hatte. Ich riss mich aus meinen Gedanken und sah wieder zur Bahn. Ana saß mittlerweile im Sattel, anstatt in den Bügeln zu stehen und versuchte so, Dreamy's Tempo zu drosseln. Die junge braune Stute hatte allerdings augenscheinlich überhaupt keine Lust, sich ihrer Reiterin unterzuordnen, denn sie begann nun, im Zickzack über die Bahn zu rennen. Ich konnte kaum hinsehen. Eingreifen konnte ich allerdings ebenso wenig. Ana war eine gute Reiterin, ich musste nun wohl einfach darauf vertrauen, dass sie die temperamtenvolle Stute in den Griff bekam.
      "Oh, oh Dreamy hat wohl wieder ihre fünf Minuten, was?", ertönte da Samuel's Stimme. Der junge Mann saß auf meinem Schimmelhengst Pawaneeh. Das Vollblut, dass schon etliche Schleifen mit nach Hause gebracht hatte, war der Vater meiner Stute Kagami El Assuad und damit der Großvater von Kagami's Tochter Kazumi Princess El Assuad. Die junge Scheckstute hatte heute genau wie ihre Mama ihren freien Tag. Sie warteten im Stall auf ihr Frühstück, dass es wie üblich erst nach der Morgenarbeit gab. Gleich hinter Samuel und Pawaneeh folgte Donald, der den Rapphengst El Racino führte. Das wunderschöne lackschwarze Vollblut war zu einem richtig stattlichen Hengst herangewachsen und bereitete mir jeden Tag viel Freude. Während Pawaneeh auf der Bahn mittlerweile recht gut zu händeln war, stach Racino ab und an immer noch der Hafer. Dabei interessierte es das inzwischen neunjährige Vollblut auch herzlich wenig, dass es unter den Rennpferden nun bald zu den alten Hasen gehörte. Rennen liefen beide Hengste kaum noch, aber ab und zu genossen sie einen schnellen Galopp auf der Bahn und genau den würden sie heute morgen auch bekommen. Vorausgesetzt, wir bekamen Dreamy von der Bahn. Sobald das verrückte Jungpferd jedoch die beiden schönen Hengste entdeckte, wurde es langsamer und kam freiwillig auf den Ausgang zugaloppiert. Ich stellte mich an die Lücke in den Rails und hob die Arme. Dreamy fiel in einen zuckeligen Trab und schließlich in den Schritt. Erleichtert griff ich nach ihren Zügeln und tastete ihre Beine ab. "Es tut mir so Leid, Sammy. Sie hat einfach nicht auf mich gehört.", sagte Ana niedergeschlagen. "Ich weiß schon Ana. Es ist nicht deine Schuld. Ich hatte nur die Hoffnung, dass Dream sich mittlerweile ein wenig mehr mit anderen Reitern arrangieren würde. Aber wenn sie auf der Rennbahn schon so abgeht, brauchst du es in der Halle oder auf dem Platz gar nicht erst versuchen.", sagte ich. Dream liebte die Rennbahn. Der Dressur konnte sie dafür herzlich wenig abgewinnen. Sobald es in die Halle ging, wurde Successful Dream mürrisch und fing an, Blödsinn zu machen. Auch ich hatte in diesen Momenten meine liebe Not, die junge Stute einigermaßen unter Kontrolle zu halten. "Immerhin hat sie dich nicht in den Sand gesetzt. Frag mal Donald, den lässt sie an schlechten Tagen nicht einmal in ihre Nähe.", sagte ich aufmunternd. Donald hob zur Bestätigung seinen muskulösen Arm, auf dem ein verblassender blauer Fleck zu sehen war, wo Dream ihm gezeigt hatte, wie wenig sie ihn in ihrer Nähe haben wollte. Das junge Vollblut war ebenso unberechenbar wie talentiert. Dennoch war Successful Dream, genau wie ihre Lieblingsfreundin Kazumi Princess El Assuad bereits gekrönt. Fohlen würden die beiden aber in nächster Zeit noch nicht bekommen. Dreamy stupste mich an und ich strich ihr über die weiche Nase. Dann drückte ich Ana die Zügel in die Hand. "Bring sie zurück in den Stall, ich muss jetzt hier weiter machen, sonst werden wir heute nicht mehr fertig. Oh und bring danach Bearing Spot's raus.", gab ich meine Anweisungen. Ana führte Dreamy geknickt weg. Ich grinste. Die junge Frau durfte gleich Bearing Spot's reiten. Das junge Punktepferd war noch nicht allzu lange in meinem Besitz und machte momentan quasi die ersten Schritte auf der Rennbahn. Im nächsten Frühjahr sollte sie dann die ersten Rennen gehen. Gleiches galt für die Scheckstute Little Miss Backyard und meine geliebte Pirate's Pride. Letztere war ein Fohlen von Pirate Island und Ghostbuster und hatte ihre Jungpferdezeit auf einer riesigen Weide verbracht. Nun wurde Pride bald drei Jahre alt und war somit soweit, zu arbeiten. Ich war schon unglaublich gespannt, wie sich das Stütchen machen würde. Aber mit solch erfolgreichen Eltern musste Pride einfach talentiert sein. Nun übernahm ich jedoch erst einmal El Racino. Der schöne Rappe drückte sein weiches Maul in meine Hand und ich strich ihm über die schneeweise Blesse. Racino war schon immer mein Baby gewesen und würde es wohl auch immer bleiben. Deshalb würde er auch nicht zurück zu Flair gehen. Von dem Rapphengst würde ich mich niemals trennen können. Donald warf mich in den Sattel und ging dann los, um PFS' Storm Cat fertig zu machen. Morgens lief hier alles wie am Fließband, damit die Vollblüter möglichst früh mit ihrem Rennbahntraining fertig waren. Ich strich Racino über den glänzenden Hals und ritt den Hengst durch die Öffnung der Rails. Samuel folgte uns mit Pawaneeh. Wir wärmten die Hengste zunächst im Uhrzeigersinn auf. Ich nahm die Zügel auf und trabte Racino an. Der Rappe lief mit schwungvollen Schritten los und trug mit flott um die Bahn. Als ich ihn schließlich im Arbeitstempo angaloppieren ließ, drängte er sofort gegen das Gebiss. "Ist Pawa auch so heiß?", rief ich über die Schulter zu Samuel. "Jap. Gut, dass es gleich losgeht.", kam es postwendend von Samuel zurück. Ich wendete Racino in einem großen Zirkel und gleich darauf schloss Samuel mit Pawaneeh zu uns auf. Als wir den 800-Meter-Pfosten erreichten, gaben wir die Zügel nach und die beiden Hengste schossen vorwärts. Racino wechselte so fliegend in den Renngalopp, dass Pawaneeh sofort eine Pferdelänge zurückfiel. Beide Hengste waren so talentiert und erfahren, dass es in den Rennen zwischen den beiden tatsächlich meist auf Glück ankam. Diesmal hatte Racino den besseren Start erwischt und es war unwahrscheinlich, dass der Schimmel uns einholen würde. Der Rappe streckte sich immer mehr und verschlang mit jedem Galoppsprung regelrecht den Boden unter sich. Ich kauerte mich so tief ich konnte über seinen Hals und ließ Racino ansonsten machen. Hatte der schöne Hengst ersteinmal freie Bahn, war er kaum noch zu schlagen. So kam es auch, dass wir eine knappe Länge vor Pawaneeh und Donald über die Ziellinie schossen. Ich stellte mich in die Bügel und pullte Racino auf. Der schöne Hengst schüttelte den feinen Kopf und wehrte sich ein wenig. Scheinbar wäre er gerne noch weitergelaufen. "Schon gut mein Hübscher. Wir wiederholen das bald und dann darfst du wirklich rennen." Sowohl El Racino als auch Pawaneeh waren Steher, also Pferde für längere Distanzen. Allerdings konnte ich sie ja nicht bei jedem Training die volle Distanz gehen lassen, wenn ich sie nicht überfordern wollte. Wir parierten die Hengste zum Schritt durch und ritten auf die Öffnung in den Rails zu. Dort warteten bereits Ana mit Bearing Spot's, Donald mit PFS' Storm Cat und Brian mit Backup und Ace of Spades. Brian machte sich nichts aus dem Rennreiten und ich zwang ihn nicht dazu. Solange wir genug Reiter waren, konnte Brian sich den anderen Disziplinen widmen. Neben dem jungen Mann lief Edward. Ihn hatte ich auf meinem Heimflug von Kanada mit HMJ 7786 Elfentanz kennengelernt und kurzerhand mit auf mein Gestüt gebracht, da er eine neue Bleibe suchte. "Brian wollte mir keins der Pferde geben, er sagte, dass müsstest du entscheiden.", meine Edward ein wenig mürrisch. Ich sprang von Racino's Rücken und lachte. Du kannst Racino trocken führen und versorgen. Ich muss mich jetzt nämlich um unser Kätzchen kümmern." Mit diesen Worten drückte ich Edward Racino's Zügel in die Hand und ließ mich von Donald in PFS' Storm Cat's Sattel werfen. "Dann reitet Donald Bearing Spot's?", fragte Ana unsicher. Ich schüttelte den Kopf. "Donald übernimmt Ace of Spades und Samuel reitet Backup. Du übernimmst ab jetzt Bearing Spot's. Zumindest, wenn ich sie nicht selbst reite." Ana machte große Augen. Ich war bekannt dafür, dass ich neue Pferde erst einmal ausschließlich selbst ritt, sodass diese Ausnahme ein großer Vertrauensbeweis war. Ana strahlte und sah sich nach Donald um, der ihr sofort in Spot's Sattel half. Dann ging der Mann zu Ace hinüber und schwang sich in deren Sattel. Brian und Samuel tauschten Pferde und so machten wir vier Reiter uns auf den Weg. "Ach Brian, bringst du mir dann Little Miss Backyard? Wenn Edward es sich zutraut, kann er dir auch helfen.", rief ich über die Schulter. Die Scheckstute war zwar unglaublich schön und ebenso talentiert, aber vollkommen unberechenbar. Sie war noch nicht soweit, mit anderen Pferden auf der Bahn zu laufen. Nun konzentrierte ich mich aber erst einmal auf Storm Cat. Die wunderschöne Schimmelstute aus dem bekannten Gestüt Pineforest Stable von Occulta zählte zu meinen absoluten Lieblingen. Und das wusste sie auch. Unser Kätzchen war einfach rundum wunderbar. Sie hatte ein angenehmes Temperament, ließ sich toll reiten und gab bei jedem Training alles. Ana konnte auch gar nicht mehr aufhören zu grinsen und strich Spotty unentwegt über die schwarz-weiße Mähne. "Ana, du weißt schon, dass wir zum arbeiten hier sind, ja?", neckte ich sie. "Werden wir ja auch. Aber sie ist so schön. Und so süß!", strahlte Ana. Die beiden Jungs verdrehten nur die Augen. Ace of Spades lief schon lange keine Rennen mehr, aber ich setzte sie gerne im Training mit den jüngeren Pferden ein. Auch Backup zählte zu meinen erfahrenen Rennpferden, war sie doch genauso alt wie mein Liebling Kagami El Assuad. Allerdings hatte Backup das Pech gehabt, immer in Kagami's Schatten zu stehen, obwohl die Stute keineswegs untalentiert war. Wir wärmten die vier Stuten ordentlich auf. Sie sollten heute über knapp 1.200 Meter rennen. Allerdings noch ohne Startbox, da wir das mit Bearing Spot's und Storm Cat erst noch üben mussten. Was die Kondition anging waren alle Stuten in Topform, daher sollte diese Distanz kein Problem sein. Ich blickte zum Eingang der Bahn zurück und sah Brian winken. Er würde unsere Zeit stoppen. Also hatte Edward ihn überredet, sich um Little Miss Backyard kümmern zu dürfen. Wir stellten unsere Pferde in einer Linie auf und trabten an. Diesen Start hatte ich mir aus Australien abgeschaut und fand ihn für die Trainingsanfänge ganz praktisch. Ich fasste die Zügel nach und sprach leise auf mein Kätzchen ein. Die graue Stute wollte rennen. Als wir die Markierung erreichten wechselten wir fast synchron in den Galopp und kauerten uns über die Hälse unserer Stuten. Backup fiel sofort zurück, die Stute kam im Endspurt gerne von hinten. Ace positionierte sich wie üblich in der Mitte, doch Bearing Spot's lief direkt neben uns. Storm Cat drängte gegen das Gebiss und legte ein wenig an Tempo zu. Ich hielt sie zurück, da ich nicht wollte, dass sich die junge Stute so früh zu Beginn des Rennens schon mit einem Kopf-an-Kopf Duell mit Spotty auspowerte. Bearing Spot's lag nun mit einer Halslänge vor uns und Storm Cat ließ sich überzeugen, auf dem zweiten Platz zu bleiben. Da wir ganz innen an den Rails liefen, hatten wir in den Bögen die bessere Position. Im zweiten Bogen machte das Kätzchen langsam Boden gut und schloss zu Spotty auf. Auf der Zielgeraden blickte ich unter meinem Arm hindurch und sah, wie Samuel auf Backup heranfegte. Das erfahrene Rennpferd hatte sich seine Kräfte perfekt eingeteilt und nun ausreichend Reserven für einen starken Endspurt. Ich ließ Strom Cat mehr Zügel. Spotty brach neben uns ein wenig ein, die Stute hatte sich zu früh verausgabt. Doch auch mein Schimmelchen war inzwischen ziemlich am Pumpen. Der frühe Kampf mit Spotty forderte seinen Tribut. Storm Cat lief eine halbe Länge vor Spotty, doch da kam Backup von außen und zog an uns vorbei. Die schöne braune Stute ging mit einer Länge Vorsprung über die Ziellinie und Samuel lobte sie begeistert. Ich ließ Storm Cat auslaufen und parierte sie dann durch. "Super geritten, Samuel! Ana, du natürlich auch. Unsere beiden Stütchen müssen einfach noch lernen, dass sie sich ihre Kräfte einteilen müssen. Donald? Wie war Ace?", wandte ich mich schließlich an den jungen Mann auf der kräftigen Rappstute. "Sie war gut, kann aber definitiv nicht mehr mithalten. Aber ich glaube, sie hatte Spaß an dem Rennen.", antworte Donald. Die Rappstute war inzwischen 18 Jahre alt und ging nur noch im Training mit, um die Jungpferde zu unterstützen. Ab und an genoss das Vollblut aber einen spritzigen Ritt. Wir dirigierten die vier Stuten zum Ausgang der Bahn und ich sprang vom Rücken meines Kätzchens. Die Schimmelstute schwitzte ziemlich, aber Brian würde sich darum kümmern, sie trockenzuführen. Der junge Mann kam in diesem Moment auch schon auf mich zu und nahm mir das Stütchen ab. Gleich darauf erschien Edward mit Little Miss Backyard. Er lachte: "Das ist ja vielleicht ein Clown. Die wollte die ganze Zeit über spielen!" Ich grinste und trat an die Seite der schönen Scheckstute. "Stimmt. Sie ist eine ganz besondere Stute. Nur unter dem Sattel haben wir noch viel Arbeit vor uns.", gab ich zurück. Edward half mir in den Sattel und ich nahm die Zügel auf. Missy wölbte sofort den Hals und tänzelte auf der Stelle. Ich strich ihr über den braun-weißen Hals. "Ganz ruhig Missy. Wir machen heute nur ein leichtes Training.", sagte ich zu der Stute. Ich ritt im Schritt auf die Bahn und ritt im Uhrzeigersinn an den Außenrails entlang. Außen war Missy leichter zu kontrollieren, als auf der Innenseite der Bahn. Ich trabte die schöne Stute an und trabte im Rhythmus von Missy's Schritten leicht. Die Stute wurde schneller, lief dabei aber gleichbleibend gleichmäßig, also ließ ich sie gewähren. Als ich schließlich in den Galopp wechselte, fühlte sich die Stute unter mir an, wie ein Pulverfass, dass jeden Moment in die Luft gehen konnte. Ich spielte mit den Zügeln und versuchte, Missy's Aufmerksamkeit mit halben Paraden bei mir zu halten. Wir fegten mit langen Sprüngen um die Bahn, doch noch gehorchte Missy mir. Plötzlich brauste etwas über unsere Köpfe. Missy quiekte erschrocken und wechselte mit einem riesigen Satz in den Renngalopp. Sie schoss quer über die Bahn zu den Innenrails und ich musste meine gesamte Reitkunst aufwenden, um Missy davon abzuhalten, in die Rails zu rennen. Ich gab zwei harte Paraden mit dem äußeren Zügel und atmete erleichtert auf, als die sensible Stute wieder ein wenig nach außen driftete. Eigentlich hielt ich nichts von zu heftigen Zügelhilfen, doch alles war besser, als mit Missy durch den Zaun zu krachen. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich die Stute wieder unter Kontrolle bekam und als ich sie schließlich zum Schritt durchparierte, keuchten wir beide. Edward kam über die Bahn auf uns zugelaufen. Ich saß mit zitternden Beinen ab und strich Missy über den nassen Hals. "Was zur Hölle war das?", fragte ich Edward mit dünner Stimme. "Ne Drohne. Die ist erst über mich drüber geflogen und dann über die Bahn. Als Missy abgegangen ist, ist das Ding ganz schnell verschwunden.", erklärte Edward, während er nach Missy's Zügeln griff und die Stute vorwärts führte. Mein Blick verfinsterte sich. "Dieser miese Sack. Diesmal ist er zu weit gegangen!", fluchte ich vor mich hin. "Du weißt, wer das war?", fragte Edward überrascht. "Ohja. Wir hatten das blöde Ding schon mehrmals auf dem Gestüt, aber bisher hat Meyer zumindest den vorgeschriebenen Höhenabstand eingehalten. Scheu gemacht hat es die Pferde natürlich trotzdem, aber das heute ist ja wohl die Höhe.", ereiferte ich mich. "Heute steht sowieso ein Ausritt mit Arriba und PFS' Devil in Prada an. Du kannst mich begleiten und wir reiten hin.", beschloss ich kurzerhand. Glücklicherweise hatte ich sogar Kameras an der Rennbahn, um das Training der Pferde im Nachhinein nochmals ansehen zu können. Das bedeutete aber auch, dass der Vorfall mit der Drohne ebenfalls auf dem Band zu sehen war. Gemeinsam versorgten wir Little Miss Backyard und erzählten dann den anderen von dem Vorfall. Sie ereiferten sich ebenso wie ich. Von uns hatte jeder schon Erfahrungen mit dem blöden Ding sammeln dürfen und ich war schon mehrmals bei Mr. Meyer gewesen, um mit ihm zu reden. Diesmal würde ich wesentlich deutlicher werden.

      ~*~

      Nach dem alle Pferde gefüttert waren, begannen wir damit, die Tiere, die heute frei hatten, hinaus auf die Koppeln zu bringen. Neben den englischen Vollblütern, die ja ihr Training alle schon hinter sich hatten, waren das vor allem meine Verkaufspferde. Napayné, Apaches Tomahawk, Mississle und Panta Rhei würden zurück zu Eddi ziehen, sobald meine Freundin Zeit hatte, die Pferde abzuholen. Solange durften die vier natürlich auf meinem Gestüt bleiben und wurden auch weiterhin bewegt. Auch für die beiden Achal Tekkiner Candle in the Wind und Ivory hatte ich bereits einen potenziellen Käufer gefunden. Cascar interessierte sich für das hübsche Pärchen. Der Paso Fino Hengst Wannabe kam zusammen mit Branagorn, Pierre, dem Appaloosa Dream of Wyoming und den Ponys Juego, Hollywood Undead und den Hollybrook Nachkommen Hollybrook's Classic Moment, Hollybrook's Bloody Valentine, Hollybrook's Zarin und Eddi's Dead Pop Romance auf die Hengstkoppel. Meine Einzelgänger Black Soul, Someone, Wüstentänzer, BMs Caradoc, Hollybrook's Casanova kamen alle auf Einzelkoppeln. Damit waren die Hengste unter meinen Verkaufspferden untergebracht. Fehlten die Stuten. Es fiel mir immer noch nicht leicht, mich von all den Pferden zu trennen, doch es war nötig, um mich auf das Hauptziel der Zucht zu konzentrieren. Bei einigen Pferden hing auch noch in der Schwebe, ob ich sie nicht in den Ruhestand auf ein schönes Gestüt außerhalb schicken sollte. In der Auswahl dafür standen vor allem Glammy, Mizzi, Salwa, Chaira, Precious Scream und Dorina, da die Stuten alle schon älter waren und in ihren Leben viel geleistet hatten. Ich seufzte, weil ich doch mehr mit diesem Thema zu kämpfen hatte, als gedacht. Wir brachten nun nacheinander Angels Fall First, Hollybrook's Barakah al Sanaa, Sharley, Little Miss Sunshine, Adina De Ra'idah, Cirilla, Pangäa, Middle Ages, Girlie, BB's Harmony, American Baby, Hollybrook's Tiny Girl, Kolibri, Hollybrook's Fairy Bluebird und Golden Flair auf die Koppeln. Für die beiden Quarter Horse Stuten American Baby und BB's Harmony hatte ich bereits mehrere Interessenten und musste mich nur noch entscheiden, in welchen Teil der Welt die beiden Stuten zukünftig ziehen sollten.

      ~*~

      Um mich von dem unliebsamen Thema der Verkaufspferde abzulenken, stand als nächstes die Pflege meiner Feenpferdchen an. Dies waren meine Ponys, unter anderem der Überrest meiner geliebten New Forest Ponys. Das Hauptzuchtziel umzulegen, war mir nicht leicht gefallen, doch die Vielseitigkeitspferde waren einfach meine große Leidenschaft. Dennoch würden meine Knutschkugeln immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben, allen voran mein nunmehr einziger New Forest Ponyhengst Hollybrook's Cheeky Jot. Der hübsche Pintaloosa war auf meinem damaligen Gestüt geboren worden und ich hatte ihn aufgezogen. Auch seine Mutter Magical Moment würde mich niemals verlassen. Ich strich GE's Ljósfari, der neben Cheeky Jot stand, liebevoll den dichten, hellen Schopf aus der Stirn und führte die beiden Hengste gemeinsam nach draußen. Cheeky Jot war unfassbar eigen, was andere Pferde - vor allem Hengste - anging, doch den hübschen Isländer mochte er. Daher waren die beiden Ponyhengste nun Weidekumpanen. Erst gestern hatten Ana und ich mit ihnen einen ausgiebigen Ausritt gemacht, daher hatten die zwei heute ihren freien Tag. Auch die New Forest Stuten Magical Moment, Thousand Sunny, Isola della Pirateria, Fairylike Facility, Naboo und Aimiliani brauchten heute nicht zu arbeiten. Während Magic, Sunny, Aimiliani und Fairy mir wahrscheinlich auch ohne Halfter gefolgt wären, waren Naboo und Isola immer noch schwierige Pferde. Naboo sprang zwar jedes Hindernis, das ihr vor die Nase kam, hatte mich aber schon so oft in den Sand gesetzt, wie kaum ein anderes meiner Pferde. Und die schöne Isola hatte eine sehr schwierige Vergangenheit und das Vertrauen in uns Zweibeiner niemals wieder völlig gewonnen. Die Stute vertraute mir zwar inzwischen soweit, dass ich sie umsorgen und auch reiten durfte, doch anderen Menschen gegenüber war sie noch immer unheimlich scheu. Ich hoffte, dass ich bei Elfentanz mehr Erfolg haben würde. Momentan sah es allerdings ganz danach aus und das freute mich sehr. Die Arbeit mit der schönen jungen Stute stand heute Nachmittag auch noch auf dem Plan. Allerdings durften zuvor meine Minipferdchen, also meine American Miniature Horses auf die Koppeln. Die vier großen waren mittlerweile alle gekört und hatten zurzeit Trainingspause. Somit kamen meine beiden Hengste Rumpelstielzchen und Darkwood's Storm Dancing Feather zusammen auf die Koppel. Anfangs hatten sich die Miniaturhengste überhaupt nicht leiden können, doch nach unzähligen gemeinsamen Trainingseinheiten hatten sie sich miteinander angefreundet. Das war mir nur recht. Die Minis konnten nämlich nicht auf die Koppeln der Ponys und Großpferde, da der Abstand zwischen Zaun und Boden zu groß war. Daher hatte ich für meine kleine Nebenzucht zwei extra Koppeln eingerichtet. Die richtigen Koppeln mit Holzzäunen wurden gerade noch gebaut. Sowieso hatte ich momentan Baupläne auf meinem Schreibtisch liegen. Ich wollte den Hengsttrakt vom Stall absplitten und eine zweite Reithalle zwischen Stuten- und Hengsttrakt setzen. So mussten wir bei schlechtem Wetter und im Winter nicht immer über den gesamten Hof laufen und hatten zudem mehr Platz, um die Pferde zu trainieren. Eventuell würde ich auch eine zweite Longierhalle mit direktem Zugang zum Stall bauen lassen, da waren sich mein Bauleiter und ich allerdings noch nicht ganz einig. Schon im nächsten Frühjahr sollte mit den kostspieligen Arbeiten begonnen werden und im selben Zug würden auch die Koppeln für meine Minis fertiggestellt werden. Ich ließ den Schecken und den Roanhengst laufen und hielt das Band des Elektrozauns für Brian offen, der mir mit dem wunderschönen Punktepferdchen PFS' Arctic Alinghi folgte. Alinghi war zwar noch Jungpferd und noch längst nicht gekört, allerdings war er mit seinen drei Jahren schon zu alt, um mit den Stütchen in seinem Alter zusammen auf einer Koppel zu stehen. Daher hatten Brian und ich ein kleines Stück der Koppel von Feather und Rumpel abgetrennt, um die Hengste miteinander zu vergesellschaften. Wir kehrten gerade zurück in den Stall, als Ana und Edward die beiden Miniature Horse Stuten Miniature America's Narnia und Porcelain Doll aus den Stallungen führten. Die beiden Damen waren beide trächtig und ich konnte die Geburt der Fohlen kaum abwarten. Immerhin hatten die Babys eine hervorragende Abstammung und äußerst talentierte Eltern. Noch mehr freute ich mich allerdings auf das erste Fohlen von Arctic Alinghi mit Porcelain Doll. Das würde sicherlich eine wunderbar seltene Fellfarbe werden. Brian stieß mich an und holte mich damit zurück in die Gegenwart. Die beiden Jungstuten PFS' Glenn's Cookie und PFS' Beck's Little Diva wieherten nämlich schon ungeduldig in ihren Boxen nach uns. Sie wussten genau, dass ihre Weidekumpanen bereits draußen waren und wollten nun natürlich auch hinaus. Ich atmete auf, als alle Feenpferdchen draußen waren.

      ~*~

      Meine Mitarbeiter hatten auch die Vielseitigkeits- und Shopferde schon hinaus gebracht und wir mussten uns nun nur noch um die Ranchpferde kümmern, bevor es endlich Mittagessen gab. Prada und Arriba waren bereits für den Ausritt zu Mr. Meyer verplant, doch die anderen sechs Westernpferde bekamen heute richtiges Training. Donald schnappte sich wie üblich seinen Liebling, den schicken Quarter Horse Hengst Golden Indian Summer, während Samuel sich sofort für den Paint Horse Hengst Dissident Hawk meldete. Die Westernpferde passten nun so überhaupt nicht in mein Zuchtkonzept, aber ich konnte mich von diesen achten nicht trennen. Meine Lieblinge waren die Paint Horse Stute My Golden Heart, die ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit besaß und die Jungstute Grace's Cookie 'n Cream. Ana hielt sich aus dem Training der Westernpferde heraus, doch Brian setzte ich kurzerhand auf die Rappscheckstute The Morticains Daughter und Edward bekam die wunderschöne Your possible Pasts unter den Hintern. Ich selbst kümmerte mich um Heart. Für unsere Palominoroanstute Cookie 'n Cream stand heute Gelassenheitstraining auf dem Plan. "Also Leute, auf gehts. Donald, Samuel, ihr geht mit den beiden Herren auf den Platz. Für alle fünf Pferde steht heute Reining an. Donald, du hast bei euch beiden das Sagen.", gab ich meine Anweisungen. Samuel verdrehte die Augen, sagte jedoch nichts. Jeder wusste, dass Donald sich neben mir am Besten mit der Westernreiterei auskannte. So trennten sich vor dem Brunnen am Haupthaus unsere Wege und ich ritt auf My Golden Heart als erstes in die Halle ein. Brian und Edward folgten mir. Daughter und Possy waren beide solch erfahrene Westernpferde, dass ich auch keine allzu passionierten Westernreiter auf ihre Rücken lassen konnte. Wir wärmten die Stuten in aller Ruhe auf und begannen dann mit dem Training. Alle drei Stuten liefen im Reining bereits in der höchsten Leistungsklasse, weshalb das Training mit ihnen hauptsächlich eine Wiederholung der schon gelernten Lektionen war. Als ich an der Reihe war, galoppierte ich My Golden Heart locker an, wendete bei A auf die Mittellinie ab und ließ die Scheckstute Gas geben. Etwa bei X gab ich der Stute eine ganze Parade und sie schlitterte in einem herrlichen Sliding Stop zum Halt. "Boah, das war cool! Kann ich das auch machen?", rief Edward begeistert. Ich nickte, ließ Brian jedoch den Vortritt. Morticains Daughter brauchte eine sicher Hand und auch wenn Brian's Herz nicht gerade für die Westernreiterei schlug, so besaß er trotzdem unglaublich viel Einfühlungsvermögen und kam mit jedem noch so schwierigen Pferd auf dem Gestüt zurecht. Auch Daughter legte einen sauberen Stopp hin und ich erklärte Edward nochmals kurz, was er zu tun hatte. Das Paar galoppierte die Mittellinie hinunter und als Edward nur leicht am Zügel zupfte, zog Possy sofort die Bremse. Ich grinste über Edward's verdutztes Gesicht, als die zwei einige Meter weit rutschten und dann zum Stehen kamen. "Ich weiß ja nicht, sah aus, als hätte Possy die ganze Arbeit alleine gemacht. Also sollte ich wohl nur sie loben, meinst du nicht auch?", zog ich ihn auf. Edward lachte nur und rieb der dunklen Palominostute liebevoll über den Hals. Ich nickte wohlwollend. Edward passte wirklich hervorragend zu uns. Auch Brian war zufrieden und schien seine Vorbehalte gegen den stets grellbunt gekleideten Paradiesvogel langsam zu überwinden. Wir ritten die Stuten trocken und versorgten sie. Anschließend schnappten sich Edward und ich die beiden Criollostuten PFS' Devil in Prada und Arriba und machten uns auf dem Weg zum Dörfchen Sway. Prada und Arriba waren beide absolute Lebensversicherungen im Gelände, daher waren sie perfekt für unsere kleine Mission geeignet. Während wir weg waren, würde Ana mit Cookie 'n Cream das Gelassenheitstraining absolvieren und dann mit den Jungs Pizza zum Mittagessen bestellen. Wir ritten vom Hof und ließen die Stuten antraben. Ich strich Prada über den hellgrauen Hals und die weiße Mähne. Ich liebte mein junges Criollostütchen über alles. Auch Edward schien mit seinem Reittier, der glänzenden Palominostute, sehr zufrieden. Wir trabten an den inzwischen verblühten Heidefeldern entlang und anschließend ein kleines Stück durch den Wald. "Du hast es hier wirklich wunderschön.", staunte Edward. Ich nickte stolz. "Das Gestüt war ein absoluter Glückskauf. Es war quasi nichts vorhanden, als die Außenmauer und das Gelände an sich. Ich hab natürlich viel reingesteckt, aber es hat sich wirklich gelohnt und ich ziehe nie wieder weg von hier, wenn ich nicht unbedingt muss.", erklärte ich ihm. Er nickte verstehend. Wir erreichten das Dorf und die Menschen grüßten uns freundlich. Da Sway nur ein kleines Dörfchen war, kannte man sich untereinander und mittlerweile behandelten mich die meisten Menschen wie eine Einheimische. "Sammy! Was machst du denn heute hier? Bist du zum Einkaufen da?", fragte mich die dickliche Bäckerin, als wir die Straße entlangritten. Ab und an ging ich tatsächlich mit Prada oder Arriba einkaufen, wenn es nicht allzu viel zu besorgen gab. "Nein, Margie, heute nicht. Wir sind auf dem Weg zu Mr. Meyer. Er hätte durch seine blöde Drohne heute früh fast einen Unfall verursacht.", erklärte ich. Die Frau wurde puterrot im Gesicht. "Dieser alte Mistkerl! Er geht uns allen mit dem Ding auf die Nerven, aber wenn es jetzt auch noch gefährlich wird, geht das ja wirklich zu weit! Wir sollten Eddi Bescheid geben, der weiß vielleicht was zu tun ist.", ereiferte sie sich. Ich lächelte ihr zum Dank für die Unterstützung zu und wir ritten weiter. Eddi war der ortsansässige Polizeiwachtmeister. Doch ich wollte ihn nur hinzuziehen, wenn es nicht anders ging. Immerhin war Mr. Meyer ein einsamer Mann, der nur ein wenig Ablenkung suchte. Vor dessen Haus angekommen, sprang ich aus dem Sattel und drückte Edward Prada's Zügel in die Hand. Die Porzellanscheckstute wäre wahrscheinlich auch so an Ort und Stelle stehen geblieben, doch wer wusste schon, was für Gerätschaften Mr. Meyer noch aus seinem Hut zaubern würde. Ich drückte auf die Klingel und gleich darauf wurde die Tür aufgerissen. "Sie! Was erlauben sie sich, mich zu stören?", fuhr er mich gereizt an. Ich verzog keine Miene und meinte höflich: "Aber Mr. Meyer, sie sagten mir, vor 12 Uhr wäre ein Besuch angemessen. Und es ist vor 12. Außerdem habe ich eine dringende Angelegenheit mit ihnen zu besprechen, die keinerlei Aufschub duldet." Mr. Meyer zog angesichts meiner gewählten Wortwahl die Augenbrauen nach oben. Seiner Meinung nach sollten in "seinem" Land nur gebürtige Engländer leben. Da ich das nun einmal nicht war, gehörte ich hier nicht her. Als er sich wieder gefasst hatte, fragte er: "Und diese Angelegenheit wäre?" "Ihre Drohne. Sie ist heute morgen viel zu dicht über mein Gestüt geflogen. Ihretwegen ist eines meiner wertvollsten Rennpferde durchgegangen und hätte sowohl sich, als auch mich schwer verletzen können.", sagte ich, so freundlich ich konnte. Mr. Meyer's Gesicht verdunkelte sich noch mehr. "Das müssen sie erst einmal beweisen. Ich weiß von nichts.", sagte er und wollte mir die Tür vor der Nase zumachen. Ich stellte blitzschnell den Fuß dazwischen, da begann der Mann zu toben. "Nana, was ist denn hier los?", fragte da plötzlich eine dunkle Stimme. Eddi schob sich an mir vorbei und forderte Mr. Meyer auf, aus dem Haus zu kommen. Ich schilderte ihm das Problem, da er nun ja schon einmal hier war und ignorierte Mr. Meyers Gezeter. "Kannst du denn irgendwie beweisen, dass es die Drohne unseres geschätzten Mr. Meyers war?", fragte Eddi mich. Ich wusste, dass er auf meiner Seite war, doch Eddi hielt sich immer ganz genau an das Gesetz und ließ jegliche Sympathie außen vor. Ein Charakterzug, den ich sehr schätzte. "Ich hab ein Video. Ich zeichne die Trainingseinheiten auf der Rennbahn immer auf, um das Training im Nachhinein bewerten zu können.", gab ich sofort zurück. Mr. Meyer schnappte empört nach Luft. "Das ist ja eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts! Mich einfach so auf Video aufzunehmen!", schrie er. Ich warf einen Blick auf die Pferde, doch Prada spielte lediglich ein wenig unruhig mit den Ohren, blieb jedoch brav neben Arriba stehen. Die wiederum interessierte sich überhaupt nicht für das Gebrüll. "Mr. Meyer. Damit haben sie zum einen gerade zugegeben, dass es sich um ihre Drohne handelt, zum Zweiten, dass sie so tief geflogen sind, dass sie damit auf dem Bild der Kameras zu sehen sind und zum Dritten ist das keine Verletzung des Persönlichkeitsrechts. Sie allerdings haben einen Verstoß dagegen begangen. Ich nehme das Ganze auf und übergebe es an den Richter. Ich gehe aber davon aus, dass er ihnen verbieten wird, die Drohne nochmals über Sammy's Gestüt zu fliegen.", sagte Eddi geschäftsmäßig. "Aber, aber... Dagegen werde ich vorgehen!", wetterte der Mann weiter. "Tschau Mr. Meyer. Notfalls sehen wir uns vor Gericht.", sagte ich nun deutlich kühler. Die Unverschämtheit dieses Mannes ging mir allmählich gehörig auf den Keks. Ich drehte mich um, nahm Edward Prada's Zügel ab und schwang mich in den Sattel. Eddi kam mir hinterher. "Das bekommen wir schon hin. Der gute Mann terrorisiert das ganze Dorf mit seinem blöden Spielzeug, aber das geht nun wirklich zu weit. Vielleicht spricht der Richter ja gleich ein generelles Verbot aus. Das würde wahrscheinlich das ganze Dorf freuen." "Danke für deine Hilfe, Eddi. Das heute Morgen war echt kritisch und ich hab herzlich wenig Lust drauf, dass wegen diesem blöden Ding irgendjemandem etwas passiert. Selbst wenn gerade kein Reiter in Gefahr gerät, wenn die Pferde auf der Koppel Panik bekommen, ist das auch nicht gerade lustig.", sagte ich. Eddi nickte verstehend. Wir plauderten noch kurz und ich füllte von Prada's Rücken aus ein Formular aus, mit dem ich Anzeige erstattete. Dann machten sich Edward und ich auf den Rückweg zum Gestüt.

      ~*~

      Nach dem Mittagessen stand das Training der Überflieger an. Die Überflieger waren meine Hauptzuchtpferde, also meine Vielseitigkeitsstars. Ana hatte sich bereits mit den beiden Fohlen Picturesque Diova und meinem kleinen Liebling Jeune Mariée beschäftigt. Die zwei beherrschten inzwischen das Fohlen ABC sehr gut, doch eine kleine Wiederholung ab und an schadete nicht. Meine Zuchthengste hatten heute frei. Daher ließen wir mein erfolgreichstes Vielseitigkeitspferd Levistino, den wunderschönen Trakehnerschecken Cadeau, den Hannoveraner Incendio, den Holsteiner Fantastic Fly und den schwarz-weiß gescheckten Pride & Prejudice für heute in Ruhe. Ich versammelte Edward, Ana und Brian um mich und teilte ihnen jeweils eine der Stuten zu. Edward sollte meine Cremellostute Samiyah reiten, Ana mein Schimmelchen Reminiscent Inspiration und Brian das Fuchsstütchen Coeur de Lilith. Letztere war gerade mitten in der Vorbereitung für ihren Stutbuchwettbewerb. Ich selbst würde die Rappstute Leveneza reiten. Donald und Samuel würden mit der Rappstute Wild Lady Roxanne und dem Schimmelchen Lamira einen ausgiebigen Ausritt machen. Auf unserem Plan stand eine nette kleine Dressurquadrille, da alle Stuten ausgemachte Balletttänzer waren. Vor allem die lackschwarze Leveneza. Wir verschwanden in den Boxen unserer Pferde und machten sie in Ruhe fertig. Ich duldete keine Eile beim putzen und satteln, da ich nicht wollte, dass die Pferde gestresst ins Training gingen. Dasselbe galt auch für das Versorgen nach dem Training. Ich strich Leveneza über das samtweiche Maul und zog ihr den schwarzen Schopf aus dem Stirnband des Zaumzeugs. Dann führte ich die Stute hinaus auf den Hof. Lilith, Inspiration und Samiyah folgten uns. In der Halle angekommen, gurteten wir nach, stellten die Steigbügel ein und schwangen uns in die Sättel. Edward hatte ich selbstverständlich vorreiten lassen, denn Samiyah war nicht unbedingt einfach. Die Cremellostute war recht eigensinnig und setzte sich deutlich zur Wehr, wenn ihr etwas nicht passte. Lilith war meine große Hoffnung, daher durfte Brian sie reiten. Er war der beste Dressurreiter unter meinen Angestellten. Inspiration war temperamentvoll, doch Ana kam gut mit dem Schimmelchen klar. Wir wärmten die Pferde unabhängig voneinander auf. Leveneza fühlte sich einfach großartig an. Die Rappstute stammte von Levistino ab, daher sah ich ihrer Zukunft mit Spannung entgegen. Sie war bereits als Fohlen gekrönt worden und nun schickte ich sie allmählich auf Turniere. Die Stute schmiss ihre weißen Beine von sich und trabte mit großen Schritten diagonal durch die Bahn. Lilith und Brian kamen uns entgegen und ich lächelte, da die Fuchsstute ebenso wunderbar lief wie mein schwarzes Stütchen. Als die vier Stuten gut aufgewärmt waren, bildeten wir Paare. Ana ritt mit Inspiration neben mich und Brian lenkte Lilith neben Samiyah, die prompt die Ohren anlegte. "Zicke.", murmelte ich leise. Aber Edward kam gut mit meiner Prinzessin klar und so beruhigte sie sich schnell wieder. Ich schaltete über mein Handy die Musikanlage ein und wir begannen mit dem Quadrillentraining. Alle vier Stuten arbeiteten schön mit und wir machten große Fortschritte. Wir bildeten Paare, lösten sie bei Erreichen des Hufschlags auf und kamen kurz darauf wieder zusammen. Paarweise wechselten wir gegeneinander durch die Bahn und aus dem Zirkel. Am Ende des Trainings war ich mehr als zufrieden mit Mensch und Tier. Ich lobte mein Rappstütchen, sprang aus dem Sattel und führte Leveneza zum Stall zurück. Dann versorgte ich die Stute liebevoll. "Also Leute, fertig?", fragte ich kurz darauf. Nun stand nämlich eine Springstunde an. Edward ritt Unannounced Pleasure, Ana Mahira und Brian Cassidy. Ich würde die Stunde geben und dabei gleich die Form aller drei Stuten bewerten. Die drei machten ihre Pferde fertig und ich ging schon einmal den Parcours ab. Alle drei gingen im Springen auf S-Niveau, heute waren die Hindernisse jedoch nur ca. auf M-Niveau. Kurz darauf führten die drei Reiter die beiden Hannoveraner und die Trakehnerstute auf den Platz, gurteten nach und schwangen sich auf die Rücken ihrer Pferde. Ich gab vom Zaun aus Anweisungen und sah zu, wie die Stuten zum Aufwärmen ihre Runden drehten. Schließlich gab ich Brian ein Zeichen, mit Cass den Anfang zu machen. Die Fuchsstute war ein routiniertes Springpferd und Brian führte sich mit sicherer, aber weicher Hand durch den Parcours. Ich zeigte ihm den erhobenen Daumen, als das Paar den letzten Sprung überwand, als wäre es ein Haufen Streichhölzer. Brian ritt Cassidy nun schon einmal trocken, während Ana mit Mahira an den Start ritt. Die wunderschöne Scheckstute wurde im Parcours gerne ein wenig heiß, doch Ana hatte das temperamentvolle Tier gut im Griff und flog nur so mit ihr über die Hindernisse. Zuletzt waren Edward und Unannounced Pleasure an der Reihe. Die Falbscheckstute war von den dreien die Erfahrenste, dennoch konnte ich erkennen, dass Edward auch im Springreiten außerordentlich versiert war. Seine Reitausbildung musste wirklich hervorragend gewesen sein. Als auch die beiden den Parcours erfolgreich abschlossen, brachten wir die Stuten gemeinsam zurück und ich sprach mit Edward über seine Zukunft auf dem Gestüt. Ich wollte den jungen Mann gerne hierbehalten und Edward stimmte begeistert zu. Da er mit allen Angestellten und mit den Pferden gut zurechtkam, passte er perfekt zu uns. Vor den Stallungen trennte ich mich von Edward und ging hinüber zur Fohlenkoppel, auf der momentan Hollywood Undead II und HMJ 7786 Elfentanz untergebracht waren. Mit einem Eventpferdchen lief es ziemlich gut. Inzwischen ließ Elfentanz sich ohne Probleme aufhalftern und auch führen. Vor anderen Menschen und Pferden hatte die schöne braune Stute aber immer noch unglaubliche Angst. Ich ging zu Elfentanz auf die Koppel und begrüßte das Stütchen. Mittlerweile wich Elfentanz nicht mehr aus, wenn ich auf sie zutrat. Sie kam mir zwar noch nicht entgegen, doch das würden wir auch noch schaffen. Gleich darauf ließ ich die Trakehnerstute stehen und ging zum Elektroband, das durch die Hälfte der Koppel gespannt war. Ich hakte es aus und hängte es weg. Elfentanz warf den Kopf hoch und starrte mich alarmiert an. "Alles gut Mäuschen.", sagte ich beruhigend zu ihr. Dann ging ich zu der Palominostute Hollywood Undead II und hakte den Führstrick in ihr Halfter ein. "Komm meine Süße, es wird Zeit, dass ihr euch mal richtig kennen lernt.", sagte ich zu der schönen Stute. Holly sah ganz allmählich wieder besser aus. Das Fell begann in altem Glanz zu erstrahlen und die Knochen zeichneten sich nicht mehr so deutlich ab. Selbst Muskelansätze waren ganz langsam wieder zu erkennen. Ich führte die Stute auf Elfentanz' Seite hinüber und blieb etwa in der Mitte der Koppel mit ihr stehen. Dann setzte ich mich mit dem Führstrick in der Hand ins Gras und wartete ab. Holly warf einen Blick hinüber zu der braunen Stute, doch sie hatte Elfentanz während der letzten Tage nun immer gesehen, daher verlor sie schnell das Interesse an dem anderen Pferd. Im Gegensatz zu meiner Elfe hatte Holly begriffen, dass das andere Tier ihr nichts tat. Holly senkte den Kopf und begann friedlich Gras zu rupfen. Elfentanz dagegen stand stocksteif in ihrer Lieblingsecke der Koppel und ließ die Palominostute nicht aus den Augen. "Komm doch her, meine Elfe. Dir passiert hier nichts, versprochen.", rief ich leise nach der Stute. Elfentanz spitzte die braunen Ohren mit den schwarzen Spitzen, die ich so liebte, blieb aber an Ort und Stelle. Dafür stupste mich nun Holly an, als wollte sich die ältere Stute darüber beschweren, dass ihr weniger Aufmerksamkeit zuteil wurde als Elfentanz. Ich strich der schönen Stute über die Blesse und entzog Elfentanz nun meine gesamte Aufmerksamkeit. Das wiederum passte der braunen Stute nicht wirklich. Sie hatte sich während der letzten Tage daran gewöhnt, dass sie mein Mittelpunkt war, wenn ich bei ihr auf der Koppel oder in der Box war. Sie war gekrault, geputzt, massiert und mit Apfelstückchen verwöhnt worden. Und nun brachte ich einfach ein anderes Pferd auf ihre Koppel und kümmerte mich nur noch um dieses?! Elfentanz machte einen unsicheren Schritt in unsere Richtung und blieb dann wieder stehen. Als nichts passierte - Holly blickte nicht einmal auf - machte die Stute einen zweiten und einen dritten Schritt, bis sie irgendwann nur noch etwa eineinhalb Meter von uns entfernt war. "Feines Mäuschen!", lobte ich sie mit leiser Stimme und erhob mich dann langsam. Glücklicherweise hatte ich mein langes Bodenarbeitsseil in Holly's Halfter eingehakt, sodass ich nun problemlos zu Elfentanz gehen konnte, ohne, dass die ältere Stute mir hinterherkam. Ich strich Elfentanz über das samtene Maul und dann über Stirn und Augen, so wie sie es besonders gerne hatte. Dann kraulte ich Elfentanz weiter, während ich Holly zu mir rief. Die Trakehnerstute kam ein paar Schritte näher und machte dann den Hals lang, um Elfentanz zu beschnuppern. Die braune Stute wurde sofort wieder bewegungslos. Doch Holly sog nur die Luft durch ihre Nüstern ein, schnaubte und begann dann wieder zu grasen. Elfentanz machte große Augen, als könne sie kaum glauben, dass nichts weiter passiert war. In Zeitlupe senkte nun auch sie den Kopf und rupfte ein paar Halme Gras, die andere Stute dabei immer im Auge. Ich nahm Holly den Führstrick ab und entfernte mich ein paar Schritte. Elfentanz sah kurz zwischen mir und Holly hin und her, als würde sie damit rechnen, dass die Stute nun auf sie losging. Holly sah aber nur kurz auf und widmete sich dann wieder dem Gras. Vielleicht schmeckte es auf dieser Seite der Koppel ja auch besser? Ich lächelte und kletterte durch den Zaun, von wo aus ich die beiden Stuten noch ein wenig beobachtete. Auch wenn Elfentanz noch skeptisch war, begann sie doch in unmittelbarer Nähe zu Holly zu grasen und das war für mich ein riesiger Fortschritt!

      ~*~

      Ich ging in den Stall und schnappte mir den Araberhengst Shamal. "Edward? Lust noch einen kleinen Ausritt zu machen?", rief ich dem jungen Mann zu, der ein wenig verloren vor der Box meiner Lewitzerstute Rosewell stand. Seine Augen leuchteten auf. "Klar! Die anderen haben irgendwie alle ihre Aufgaben und plötzlich war ich alleine im Stall.", sagte er. Ich nickte. "Du kannst Khamar al Sanaa nehmen. Das ist der weiße Araberhengst. Dann können wir dir auf dem Ausritt auch ein paar Pferde zuteilen, um die du dich fest kümmerst.", sagte ich. Brian und Ana waren gerade mit den Araberstuten Saddy und My lovely Horror Kid auf dem Springplatz und tobten sich ein wenig aus. Beide Araberdamen waren furchtbar schwierige, hitzige Pferde, die man mit viel Konsequenz und Geduld reiten mussten. Doch Brian und Ana kannten sich ja aus. Mein drittes Araberstütchen war PFS' Isis. Das wunderschöne Jungpferd hatte inzwischen das Fohlen ABC hinter sich, doch ich arbeitete noch nicht allzu viel mit ihr. Dasselbe galt für die Welsh D Stute PFS' Daydream of Money. Ihr späterer Zuchtpartner Roi du Soleil hatte heute frei. Auch meine drei Liebhabertraber Damon's Dynamo, Ehawee und Rainbow durften ihren freien Tag auf den weitläufigen Koppeln genießen. Bei Dynamo war es damals Liebe auf den ersten Blick gewesen und schnell hatte ich mich entschieden, dass der edle Hengst unbedingt eine passende Stute brauchte. Da ich mich nicht dazu durchringen konnte, mich von Ehawee oder Rainbow zu trennen, würden vorerst beide bleiben. Donald und Samuel waren mit den Andalusierhengsten Ojos Azules und Negresco im Gelände. Eigentlich hätten sie Edward ja mitnehmen können. Aber wahrscheinlich hatten sie sich ohne meine Erlaubnis nicht getraut und ich hatte allen klar gemacht, dass ich beim Training mit Elfentanz nicht gestört werden wollte. Edward und ich machten die beiden Araberhengste fertig und verließen schon kurz darauf den Hof. Diesmal nahmen wir einen anderen Weg und kamen eine knappe Viertelstunde später zu meiner Galoppstrecke. Shamal wölbte den Hals und tänzelte seitwärts. Er wusste genau was jetzt kam. Khamar war wesentlich rittiger als sein jüngerer Boxennachbar. Er war zwar gespannt und man sah das Feuer in seinen Augen, doch er wartete geduldig ab, bis er die entsprechende Erlaubnis zum Rennen bekam. "Du musst ein bisschen aufpassen. Die beiden sind schon etliche Rennen gelaufen, aber ich will nicht, dass das hier zu einem ausartet. Geh du mit Khamar an die Spitze, das wird ein gutes Training für meinen Feger hier.", sagte ich, während ich mich bemühte, den jungen Hengst in einem ruhigen Trab zu halten. Shamal ging beinahe in die Luft, als Edward sich mit dem Schimmel vor uns setzte und angaloppierte. Ich musste all mein reiterliches Können aufbringen, um Shamal in einen kontrollierten Galopp zu bekommen. Doch irgendwann fügte sich der Hengst. Ich strich ihm lobend über den Hals und ließ ihn zu Khamar aufschließen. Edward sah überrascht zu mir hinüber, doch als er sah, dass ich meinen Hengst unter Kontrolle hatte, wandte er sich wieder nach vorn. Er strahlte. Ich konnte es ihm nicht verübeln. Khamar war ein wundervolles Pferd, das auf die leiseste Hilfe hörte und dessen Galopp sich anfühlte, als säße man auf einer fluffigen, weißen Wolke.
      Zurück im Stall wurde allmählich schon alles für die Abendfütterung vorbereitet. Ich ging im Kopf meine Pferde durch. Donald und Samuel waren schon länger von ihrem Ausritt zurück und Brian und Ana kamen gerade mit den Stuten Cuchara und Where's Sleep aus der Halle. Ich sah sie gespannt an. "Wir haben ein bisschen Freiheitsdressur gemacht. Das macht mit den zweien so viel Spaß!", schwärmte Ana begeistert. Ich nickte zufrieden. "Dann ist jetzt ja nur noch Amayyas übrig.", sagte ich. Amayyas war mein wunderschöner Red Roan Berberhengst. Allerdings kam außer Brian und mir niemand mit ihm zu recht und der junge Mann war heute wirklich bereits auf genügend Pferden gesessen. Sofort schallte Samuels entsetzte Stimme um die Ecke: "Ich war gestern dran, heute hole ich ihn nicht rein!" Ich verdrehte die Augen. "Ich hole ihn. Und dann gehe ich noch eine Runde mit ihm auf den Springplatz. Ihr könnt solange ja schonmal das Heu verteilen, Kraftfutter vorbereiten und die Pferde reinholen. Aber denkt dran, Finger weg von Elfentanz und Holly!", mahnte ich nochmals, dann verschwand ich in Richtung der Hengstkoppeln. Edward folgte mir. "Darf ich mal versuchen, ihn einzufangen? Scheinbar reißt sich ja niemand darum, sich um ihn zu kümmern.", fragte er. Ich sah ihn von der Seite an. "Klar. Wenn du hier arbeitest, musst du ihn eh irgendwann rausbringen. Momentan ist jeden Tag ein anderer dran und die meisten sind nicht gerade froh darum. Wenn sie irgendwie können, bestechen sie Brian damit er sich um Amayyas kümmert.", sagte ich mit einem Grinsen. Bei den Koppeln angekommen, zeigte ich auf das herrliche Tier, das sofort seinen feinen Kopf hob und zum Zaun getrabt kam. "Das ist ja ganz einfach!", freute sich Edward. Doch sobald Amayyas sah, dass er und nicht ich die Koppel betrat, machte er auf der Hinterhand kehrt und galoppierte davon. Edward stöhnte und ich lachte. Amayyas lief noch zweimal vor Edward davon, dann verlegte er sich darauf, dem jungen Mann zu drohen, wenn er ihm zu nahe kam. Schließlich erbarmte ich mich und fing Amayyas ein. Ich liebte den Roan abgöttisch, aber manchmal machte er es mir wirklich nicht leicht. Im Stall angekommen kam Samuel um die Ecke und sah uns fragend an. Als er jedoch sah, dass ich Amayyas führte, wirkte er erleichtert. Es kratzte ziemlich an seinem Stolz, dass er mit dem Berber nicht zurechtkam. Ich strich Amayyas das rötliche Langhaar aus der Stirn und machte den Hengst mit routinierten Handgriffen fertig. Auf dem Platz ließ er erst einmal ein wenig Dampf ab, bevor er bereit war, ordentlich mit mir zu arbeiten. Dann jedoch lief es wie am Schnürchen. Amayyas nahm jeden Sprung mit einer fast schon spielerischen Leichtigkeit und sah sich am Ende des Parcours eifrig nach einem weiteren Hindernis um. "Na komm mein Großer. Es ist schon spät und du verpasst sonst dein Abendessen.", vertröstete ich ihn, als ich ihn trocken ritt und aus dem Sattel sprang. Es war ein langer Tag gewesen und ich freute mich schon riesig auf meine Badewanne. Voll mit nach Lavendel und Rosen duftendem Schaumbad. Ein bisschen schöne Musik und eine Chai Latte und ich hatte die Aussicht auf einen perfekten Abend.
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    • Sammy
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      Hilfe, ein Pferdefresser!
      20. Oktober 2019
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      "Hallo Schönheit!", begrüßte ich mein Makeover Pferdchen HMJ 7786 Elfentanz an diesem wunderschönen Herbstnachmittag. Morgen, am 21. Oktober, kannte ich Elfentanz seit zwei Wochen und ich konnte kaum glauben, wie viel das Stütchen in dieser kurzen Zeit erreicht hatte. Elfentanz ließ sich inzwischen problemlos von mir putzen, gab alle vier Hufe, ließ sich aufhalftern und führen. Außerdem hatte sie endlich eine Freundin in der Palominostute Holly gefunden. Die beiden waren zwar nicht gerade auf Kuschelkurs, doch sie grasten Seite an Seite auf der Fohlenkoppel und ich strahlte jedes Mal, wenn ich die beiden zusammen sah. Heute stand erstmals der letzte Punkt unseres nachgeholten Fohlen ABCs auf dem Programm. Ich wollte Elfentanz an den Pferdehänger gewöhnen. Oder sagen wir, ich wollte zumindest einmal damit beginnen. Bisher war Elfentanz nur sediert oder gezwungen durch die Pferdemafia auf den Hänger gegangen und hatte das Gefährt daher sicherlich nicht in guter Erinnerung. Dem wollte ich nun allmählich abhelfen. Immerhin wollte ich mit meiner Elfe nicht nur an Wettbewerben und Turnieren teilnehmen, nein, in zwei einhalb Monaten mussten wir ja wieder nach Kanada fliegen. Bis dorthin sollte meine Elfe beim Transport so ruhig wie nur irgendwie möglich bleiben. Ich hatte meinen kleinsten Pferdehänger bereits vorhin auf die Fohlenkoppel gebracht, damit wir in gewohnter Umgebung üben konnten. Holly durfte dennoch auf die Koppel, die große Stute interessierte sich sowieso mehr für das letzte Gras des Jahres, als für das, was um sie herum geschah. Dafür sah Holly aber auch mit jedem Tag, der verging, besser aus. Ich hatte heute schon mit vielen meiner Pferde gearbeitet, doch der Nachmittag gehörte Elfentanz. Da ich dem Stütchen für das Hängertraining zumindest Gamaschen anziehen wollte, um ihre Vorderbeine zu schützen, falls sie sich erschreckte, hatte ich sie vor einer halben Stunde in den Stall geholt, um sie zu putzen und fürs Training vorzubereiten. In dieser Zeit hatte ich auch den Hänger auf die Koppel gebracht. Natürlich mit tatkräftiger Unterstützung meiner Jungs. Die anderen machten einen Ausritt mit meinen Showpferdchen. Das war mir nur recht, so hatte ich mit Elfentanz meine Ruhe. Ich band die Stute im Putzstand an, was ich ab und an tat, wenn wir den Stall für uns hatten. So konnte sich Elfentanz gleich an die fremde Umgebung gewöhnen. Und fremd bedeutete in diesem Fall: außerhalb ihrer Box. Heute Morgen hatte Ana der Stute ihr Futter gebracht und Elfentanz war fast einen Meter in die Luft gesprungen, als die junge Frau die Boxentür geöffnet hatte. Als Ana ihr jedoch nur das Futter hingestellt hatte und sofort wieder begangen war, hatte Elfentanz sich auch schnell wieder beruhigt. Von nun an würde Ana der Stute all ihre Mahlzeiten bringen. In ein paar Tagen sollte dann der Wechsel zu Brian folgen, damit Elfentanz sich langsam und schonend an andere Menschen gewöhnen konnte. Ich fuhr mit kräftigen Strichen über Elfentanz' Fell, kratzte ihr die Hufe aus, kämmte die kurze schwarze Mähne und verlas ihren Schweif. Anschließend massierte ich das Stütchen ein wenig, da sie das so gerne hatte. Erst als Elfentanz vollkommen entspannt war, legte ich ihr die Gamaschen an und tauschte den Führstrick gegen mein Bodenarbeitsseil. "So, auf geht's meine Hübsche.", sagte ich und führte Elfentanz aus dem Stall. Elfentanz war außerhalb des Stalls und ihrer Koppel immernoch fürchterlich nervös, aber das würden wir mit der Zeit schon auch noch in den Griff bekommen. Ich lief einfach weiter in Richtung meines Ziels und Elfentanz folgte mir. Als wir die Fohlenkoppel erreichten, wieherte Holly uns dunkel entgegen. Das war das erste Mal, das meine Elfe nicht zusammenzuckte, wenn ein anderes Pferd sie anwieherte und ich war in diesem Moment eine wirklich stolze Pferdemama. Es freute mich natürlich auch für das Palominostütchen, dass sie in Elfentanz eine Freundin gefunden hatte, denn auch Holly hatte es im letzten Jahr nicht leicht gehabt. Ich führte Elfentanz auf die Koppel und hakte das Elektroseil wieder in die Haken. Als das braune Stütchen den Hänger sah, stemmte sie die Beine in den Boden und riss den Kopf hoch. Ich ließ das Seil lang und lief weiter vorwärts, allerdings achtete ich dabei darauf, dass das Seil sich niemals spannte. Nach und nach führte ich Elfentanz mit dieser Methode bis auf etwa einen Meter an den Hänger heran. Ich stellte mich auf die Rampe und lockte mein Stütchen vorwärts. Elfentanz starrte das Gefährt jedoch nur ängstlich an. Als sie einen Schritt rückwärts machte, musste ich einen Ausfallschritt machen, um nicht auf der Nase zu landen. Immerhin war die Rampe des Hängers schräg.

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      Ich ließ Elfentanz ein wenig mehr Seil und setzte mich im Schneidersitz auf die Rampe. Das hatte in einer anderen Situation schon einmal funktioniert und wer weiß, ob es heute nicht auch half. Die Stute erstarrte wie üblich, wenn ihr etwas Angst machte, zur Salzsäule und bewegte keinen Muskel mehr. Elfentanz war nicht der Typ Pferd, der aggressiv wurde oder davonlief. Die Stute versuchte lieber, sich unsichtbar zu machen. Immer, wenn sie das tat, hatte ich den Drang, sie ganz fest zu drücken und ihr immer wieder zu versichern, dass alles gut war. Doch damit würde ich ein Verhalten belohnen, dass ich der Stute ja eigentlich abgewöhnen wollte. Daher ließ ich meinen Hintern, wo er war und wartete ab. Nach einer gefühlten Stunde senkte Elfentanz den Kopf und zupfte ein paar Grashalme. Ganz aus den Augen ließ sie den Hänger jedoch nicht. Ich zupfte am Bodenarbeitsseil, um die Aufmerksamkeit der Stute auf mich zu lenken, doch das brachte Elfentanz nur dazu, den Hänger wieder mit rollenden Augen anzusehen. "Herzchen, na komm. Der frisst dich nicht!", sagte ich mit ruhiger Stimme. Doch Elfentanz blieb an Ort und Stelle stehen und weigerte sich, auch nur einen Schritt vorwärts zu gehen. Da kam auf einmal Holly näher. Sie beschnupperte Elfentanz und sah dann mit gespitzten Ohren in den Hänger. Plötzlich lief Holly die Rampe hinauf und stellte sich in den rechten Stand des Hängers. Ich wusste natürlich, dass Holly früher auf unzähligen Turnieren gewesen war, doch dieses Verhalten der schönen Stute überraschte mich nun doch. Elfentanz stieß ein hohes Wiehern aus, dass beinahe ein wenig nach Fohlenwiehern klang und mich zum Kichern brachte. Es klang regelrecht panisch. Holly jedoch rupfte ein paar Halme aus dem Heunetz, dass ich für Elfentanz im Hänger aufgehängt hatte und malmte anschließend die Apfelschnitze, die ich in den Futtertrog geworfen hatte. Elfentanz spitzte die Ohren und machte einen zögerlichen Schritt auf den Hänger zu. Ich lobte sie und trat einen Schritt in den Hänger hinein. HMJ 7786 Elfentanz setzte zögerlich einen Huf auf die Rampe und zog ihn gleich darauf erschrocken zurück, als hätte sie sich verbrannt. Ich redete weiter beruhigend auf das Stütchen ein und schnappte Holly einen Apfelschnitz weg, damit die große Stute Elfentanz nicht alles wegfraß. Wieder setzte Elfentanz einen Huf auf die Rampe und diesmal folgte tatsächlich auch der zweite. Ich lobte sie überschwänglich. Holly sah sich kurz nach uns um und widmete sich dann wieder dem unverhofft gefundenen Futter. Elfentanz arbeitete sich nun mit winzig kleinen Trippelschritten die Rampe hinauf und stand irgendwann zur Hälfte im Innern des Hängers. Ich brach den Apfelschnitz in der Mitte durch und verfütterte ein Stück davon an Elfentanz. Als sie schließlich ganz im Hänger stand, flippte ich vor Begeisterung beinahe aus, riss mich jedoch zusammen, um Elfentanz nicht zu erschrecken. Da Holly immer noch freiwillig an Ort und Stelle blieb, hängte ich das Bodenarbeitsseil über den Futtertrog und streichelte Elfentanz so übers Gesicht, wie sie es liebte. Soweit es die beengten Verhältnisse im Hänger zuließen, massierte ich ihr auch den Hals, bis Elfentanz einigermaßen entspannt aussah. Als Holly Anstalten machte, aus dem Hänger zu gehen, schickte ich Elftentanz flott, aber ruhig rückwärts. Das tat Elfentanz zwar noch nicht auf Kommando, doch Holly's Bewegung hatte die junge Stute aufgeschreckt und sie wollte aus dem Hänger raus. Anstatt die Rampe rückwärts hinunterzugehen, drehte sich Elfentanz und sprang quasi zurück aufs Gras, weshalb ich sehr froh war, das lange Bodenarbeitsseil gewählt zu haben. Ich lobte meine Elfe, nahm ihr die Ausrüstung ab und ließ sie laufen. Den freien Abend hatte sie sich nun redlich verdient.
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    • Sammy
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      Erster Sieg für Elfentanz
      21. Oktober - 04. November 2019
      30.244 Zeichen | 14 Punkte

      "Hallo meine Schönheit!", säuselte ich, als ich die Box von HMJ 7786 Elfentanz betrat. Die junge Trakehnerstute kam freundlich auf mich zu und legte ihren Kopf auf meine Schulter. Ich strich ihr sanft den schwarzen Schopf aus der Stirn und kraulte sie am Hals. Mittlerweile vertraute Elfentanz mir soweit, dass ich sie problemlos von der Koppel holen, putzen und führen konnte. Heute wollten wir einen Schritt weiter gehen. Es war Zeit, Elfentanz an die Longe und die dazugehörige Ausrüstung zu gewöhnen. Wenn das gut klappte, wollte ich mit Gelassenheitstraining weitermachen und Elfentanz dann langsam auch an Sattel und Trense gewöhnen. Mitte November würde das Einreiten beginnen, sofern bis zu diesem Zeitpunkt alles klappte. Allerdings kannte ich mein Makeover-Pferdchen inzwischen doch ganz gut. Elfentanz war äußerst gelehrig und sie wollte gefallen, sobald sie ihre Angst einmal überwunden hatte. Ende der Woche würde ich für einige Tage nach Kanada fliegen, um Cooper's Makeover-Stütchen zu trainieren. In dieser Zeit sollte sich Ana mit Elfentanz beschäftigen, damit die Stute sich allmählich auch an andere Menschen gewöhnte. Das Futter brachte ihr jeden Morgen ein anderer meiner Mitarbeiter und ab heute Mittag sollte Ana die junge Stute auch zur Koppel bringen. Elfentanz stupste mich vorsichtig an und ich konzentrierte mich wieder auf das schöne Tier. Ich streifte Elfentanz das Halfter über und führte die Stute hinaus auf die Stallgasse, um sie in einer der Putzboxen anzubinden. Vor einigen Tagen hatte ich damit begonnen, die schöne Stute nicht mehr in ihrer Box zu putzen und sie auch mal für einige Minuten alleine zu lassen, um ihre Ausrüstung zu holen. Das klappte inzwischen schon ziemlich gut. Dennoch ließ ich mir für die Putzprozedur immer noch eine Menge Zeit. Elfentanz sollte nicht das Gefühl haben, dass die Arbeit auf dem Platz oder in der Halle die Hauptsache war. Als das seidige Fell der Stute glänzte, ihre kurze Mähne ordentlich über dem Hals lag und der lange Schweif von Strohhalmen befreit war, kratzte ich meinem Stütchen die Hufe aus und bandagierte anschließend ihre Beine. Das war eine reine Vorsichtsmaßnahme, falls das junge Pferd sich einmal erschreckte und sich selbst in die Hacken trat. Zum Schluss legte ich Elfentanz den Kappzaum an. Ich hatte Ewigkeiten damit zugebracht, nach einem besonders leichten Modell zu suchen und war mit meiner Wahl absolut zufrieden. Auch Elfentanz störte sich nicht sonderlich an dem guten Stück, sondern beschnupperte das ungewohnte Material nur neugierig. Ich verschnallte den Kappzaum umsichtig und hakte dann den Führstrick in den linken Haken. Den Rest der Ausrüstung würde ich meiner Stute erst in der Longierhalle anlegen. Ich führte das Trakehnerstütchen über den Hof zur Halle und schloss erleichtert die Tür hinter uns. Es war ziemlich kalt und heute ging ein eisiger Wind. In der Longierhalle angekommen, löste ich den Führstrick vom Kappzaum und nahm Satteldecke und Longiergurt von der Bande hinunter. Mit beidem ging ich dann zu meiner geliebten Elfentanz. Ich hielt der Stute die Decke unter die Nase. Das war nicht das erste Mal, dass ich Elfentanz eine Satteldecke zeigte. Sie hatte sie auch schon auf dem Rücken gehabt. Nur festgeschnallt hatte ich sie bisher noch nie. Ich legte Elfentanz die Decke auf den Rücken und strich sie sorgfältig glatt. Die Stute sah mir mit nach hinten gedrehtem Kopf aufmerksam zu. Als nächstes legte ich den Longiergurt über meinen Arm. Elfentanz beschnoberte ihn neugierig, doch der Gurt roch wie ihr Kappzaum, daher verlor sie schnell das Interesse. Mit einer Hand kraulte ich der Trakehnerstute den Hals, während ich mit der anderen Hand den Longiergurt auf ihren Rücken legte. Elfentanz zuckte kurz zusammen, ließ sich von meiner Stimme jedoch innerhalb einer Minute wieder beruhigen. Ich ging um die Stute herum, und ließ langsam den Gurt hinunter, den ich zuvor an einer Schlaufe befestigt hatte. Währenddessen redete ich die ganze Zeit über auf mein Stütchen ein und berührte mit dem Gurt auch ihr Bein, damit sie sah, dass das Ausrüstungsteil sie nicht beißen würde. Erst danach ging ich wieder um die Stute herum und griff unter ihrem Bauch hindurch. Auch das hatten wir während unserer Putzsessions schon geübt. Ich schnallte den Gurt erst einmal in das erste Loch, damit Elfentanz sich an das ungewohnte Gefühl gewöhnen konnte. Die Stute wandte den Kopf so weit sie konnte nach hinten und sah mich mit großen Augen an. Ich strich ihr liebevoll den schwarzen Schopf aus der Stirn. Elfentanz trug mittlerweile über Nacht eine Stalldecke, daher kannte sie locker verschnallte Gurte bereits. Es war aber doch noch einmal etwas anderes, den Gurt anzuziehen. Ich stellte mich neben mein Stütchen und schnallte den Gurt ganz behutsam enger. Als er sich schließlich im richtigen Loch befand, hob Elfentanz den Kopf und spielte mit den Ohren. "Feines Mäuschen, das machst du ganz großartig!", lobte ich sie fröhlich. "Komm, lauf mal ein paar Schritte, meine Süße", lockte ich Elfentanz vorwärts. Die Stute machte einen zögerlichen Schritt, blieb stehen und sah nach hinten. So ganz geheuer schien die Konstruktion ihr nicht zu sein. Ich zog ein Stückchen Apfel aus meiner Tasche und hielt es Elfentanz vor die Nase. Die Stute reckte den Hals wie eine Giraffe, bewegte sich aber keinen Millimeter vom Fleck. "Na komm meine kleine Elfe. Du hast keine Fesseln um, damit kann man ganz normal laufen!", ermunterte ich mein junges Stütchen, während ich langsam rückwärts lief. Endlich machte Elfentanz einen Schritt, dann noch einen und schließlich stand sie vor mir und zerkaute genüsslich ihren Apfel. Ich lief nun neben Elfentanz her und begann zu joggen. Zwischendurch hielt ich abrupt an oder fiel in den Schritt. Dieses Spielchen hatten die schöne Stute und ich schon des Öfteren gespielt und nun sollte es dazu dienen, dass Elfentanz ihre Ausrüstung vergas. Das schien auch zu funktionieren. Schon bald trabte die junge Stute eifrig neben mir her und konzentrierte sich ganz auf mich, um zeitgleich mit mir langsamer oder schneller werden zu können. Schlussendlich galoppierte sie sogar eine Runde um die Bahn. Ich lobte Elfentanz fröhlich. Gut die Hälfte des heutigen Trainings hatten wir nun geschafft. Ich angelte meine Longierpeitsche von der Bande und zeigte sie Elfentanz. Das fand die Stute nicht sonderlich spannend, auch nicht, als ich mit der Peitsche vorsichtig ihren Körper entlang fuhr. Langsam wickelte ich die Peitschenschnur ab und schwenkte sie in einem Abstand von Elfentanz langsam knapp über dem Boden hin und her. Die Junge Stute machte einen erschrockenen Satz und fixierte die pendelnde Schnur, als wäre sie eine giftige Schlange. Ich ignorierte Elfentanz' fassungsloses Schnauben und ließ die Peitsche weiter schwingen. Ab und an hob ich sie auch ein wenig höher, drehte mich im Kreis oder machte ein paar Schritte vor und zurück. Schließlich zog ich ein weiteres Apfelstückchen aus meiner Tasche und hielt es Elfentanz hin. Die Stute starrte immer noch die Peitsche an und spielte nervös mit den Ohren. Als ich wieder ihren Namen rief, sah sie gierig auf meine Hand, dann aber sofort wieder auf die Peitsche. Die schöne Stute wackelte mit dem Kopf, sah mich bittend mit ihren großen Augen an und blieb wo sie war. "Ganz sicher, dass du nichts willst meine Süße?", fragte ich und bis mit einem Knacken ein Stück von dem Apfel ab. "Mhm, ist das aber gut. Du verpasst was, mein Herzchen.", lockte ich die Stute weiter. Elfentanz drehte ein Ohr zur Seite, das andere war in meine Richtung gedreht. Unsicher scharrte die junge Stute mit dem Huf. Erst als ich zwei der Apfelschnitze verputzt hatte und mir gerade den dritten einverleiben wollte, kam Elfentanz mit zögerlichen Schritten auf mich zu. Als die hübsche Trakehnerstute schließlich neben mir stand, gab ich ihr den Apfel und achtete besonders darauf, sie nicht mit der Peitschenschnur zu berühren. Elfentanz starrte die Peitsche immer noch aus dem Augenwinkel an, schien sich jedoch allmählich etwas zu beruhigen. "Sammy? Seid ihr schon soweit?", fragte da Ana von der Tür aus. Ich lächelte. "Perfektes Timing, wir haben grade festgestellt, dass die Peitsche unsere Schönheit hier nicht beißen wird.", erklärte ich. Ana betrat die Longierhalle und kam zu mir in die Mitte, um die Peitsche von mir zu übernehmen. Ich dagegen hakte die Longe in den Kappzaum ein und führte Elfentanz dann an den Rand des Longierzirkels. Ana blieb in der Mitte des Zirkels stehen und schwang weiter mit langsamen Bewegungen die Peitsche. Während ich meine Elfe nun im Kreis führte, lief Ana mit der pendelnden Peitsche vor uns beiden her. Als mein Stütchen allmählich wirklich begriff, dass die Peitsche ihr nichts tun würde, bewegte Ana sich langsam um uns herum. Sie lief erst schräg vor uns, dann etwas seitlich und schließlich - natürlich mit ausreichend Sicherheitsabstand - hinter uns. Kurzzeitig war Elfentanz wieder völlig in ihrer Habachtstellung gefangen, doch je weiter wir liefen, desto ruhiger wurde sie. Schließlich drückte ich Ana das andere Ende der Longe in die Hand und die junge Frau stellte sich in die Mitte des Longierzirkels, während ich weiterhin neben Elfentanz herlief. Die schöne Stute ließ sich zwar an Halfter und Strick sehr gut führen, doch es war noch einmal etwas völlig anderes, wenn der Mensch plötzlich nicht mehr nebenher lief, sondern einige Meter entfernt stand. Ana und ich spulten nun ein altbekanntes Programm ab. Ana nahm die Longe zunächst etwas kürzer. Ich wartete kurz ab, ob von Elfentanz eine Reaktion kam und führte die Stute dann ein wenig weiter nach innen. Das wiederholten wir einige Male auf beiden Händen und übten zudem das Halten und Antreten im Schritt. Danach erklärte ich das Training für beendet. Elfentanz hatte wie üblich wunderbar mitgearbeitet und in der nächsten Zeit würden wir das Training an der Longe immer mehr ausbauen.

      ~*~

      Am nächsten Tag holte ich mein Elfenpferd erst Nachmittags von der Koppel. Heute stand Gelassenheitstraining auf unserem Programm. Dazu hatte ich auf meinem Reitplatz allerhand Dinge aufgebaut. Da war eine Gasse, die rechts und links von aufgehängten Blechbüchsen umrahmt war, ein Tor, von dem Flatterbänder hingen, eine große blaue Plastikplane, diverse Bälle, Regenschirme und sogar ein paar Schwimmnudeln. Das sollte fürs erste in jedem Fall genügen. Ich rief mein Stütchen zu mir und strich ihr über das samtweiche Maul, bevor ich ihr das Halfter überstreifte und den Strick einhakte. Heute putzte ich Elfentanz zum ersten Mal auf dem überdachten Putzplatz vor dem Stall. Die Stute war ein wenig angespannt, weil ihr immer recht viel Trubel herrschte, doch die altbekannte Putzprozedur beruhigte sie. Ich stattete mein Makeoverpferdchen neben Halfter und Bodenarbeitsseil auch noch mit Gamaschen aus, um möglichen Verletzungen vorzubeugen und dann konnte es auch schon losgehen. Den Reitplatz kannte meine Elfe bereits, da ich sie erst einmal nur an die Umgebung hatte gewöhnen wollen, bevor ich den ganzen gruseligen Kram aufbaute. Heute Morgen war ich bereits mit Coeur de Lilith hier gewesen, da dem Wildfang ein wenig Gelassenheitstraining auch nicht schaden konnte. Nun war ich aber sehr gespannt darauf zu sehen, wie meine Elfe sich machte. Als wir den Reitplatz betraten, riss Elfentanz sofort ihren feinen Kopf hoch und starrte mit aufgerissenen Augen auf die ganzen fremden Gegenstände. Unser erstes Gelassenheitstraining hatte an dem Springbrunnen vor meinem Haus stattgefunden, da ich es irgendwann Leid gewesen war, das Elfenpferd immer außen herum zu führen. Es hatte uns einen ganzen Tag gekostet, bis Elfentanz endlich einigermaßen ruhig an dem Brunnen vorbeiging, doch nun klappte es zumindest. Ich ignorierte Elfentanz' Angst und ging mit festen Schritten weiter. Nun würde sich zeigen, ob sich all die harte Arbeit bezahlt machen würde. Ich hatte mir den gesamten Tag Zeit genommen, da ich Elfentanz nicht drängen würde. Brauchte sie bei einer der Stationen drei Stunden, dann war das eben so. Ich würde ihr alle Zeit der Welt geben und sie auf keinen Fall irgendwo hindurchtreiben. Allerdings hoffte ich, dass wir das Ganze doch ein wenig flüssiger über die Bühne bringen konnten. Elfentanz war schon längst nicht mehr das verschüchterte Pferd, das sie gewesen war, als ich sie in Kanada kennengelernt hatte. Natürlich war die junge Stute immer noch sehr vorsichtig, doch sie wurde selbstsicherer. Am Deutlichsten merkte ich das daran, dass sie zum einen mit der Holsteinerpalominostute Hollywood Undead II über die Koppel tollte und die ältere Stute auch mal in die Schranken wies und zum anderen daran, dass meine Elfe immer an den Zaun getrabt kam, wenn sie mich sah. Das Ziel dieses Trainings war es nun nicht nur, dass Elfentanz noch mehr Vertrauen zu mir aufbaute, sondern dass sie lernte, erschreckende Gegenstände erst einmal zu beäugen und nicht gleich die Flucht zu ergreifen. Sie sollte selbst lernen und somit auch weiteres Selbstbewusstsein aufbauen. Immerhin wollte ich Elfentanz zum Vielseitigkeitspferd ausbilden, da musste die Stute schon ein dickes Fell haben und sich selbst auch einiges zutrauen. Zuerst führte ich Elfentanz auf das Tor mit den Flatterbändern zu. Die bunten Stoffbänder wehten lustig im Wind und Elfentanz rollte angstvoll die Augen. Ich näherte mich langsam dem Tor, ließ Elfentanz über das Bodenarbeitsseil aber genug Luft, um Abstand halten zu können. Als ich neben dem Tor stand, atmete ich tief ein und aus und entspannte mich dabei ganz bewusst. Die sensible Stute würde jegliche Anspannung sofort merken und entsprechend darauf reagieren. Als Elfentanz sich nicht weiter vorwärts bewegte, führte ich sie in einem Kreis um das Tor herum, sodass sie es von allen Seiten begutachten konnte. Den Kreis beschrieb ich allmählich immer kleiner, sodass wir uns dem Tor ganz langsam annäherten. Für jeden Schritt, den Elfentanz sich näher an das Tor heranbewegte, lobte ich sie liebevoll. Zwischendurch blieb die braune Trakehnerstute immer wieder stehen und starrte das Tor an. Ich ließ sie gewähren. Die einzige Richtung, die ich sie nicht einschlagen ließ, war wieder weg vom Tor. Als die Stute nach einem etwas heftigeren Windstoß, der die Bänder zum Flattern brachte, erschrocken nach hinten hüpfte, führte ich sie einfach mit ruhigen Bewegungen wieder einen Meter nach vorn. Mit negativer Verstärkung arbeitete ich nicht. Irgendwann standen wir so nah vor dem Tor, dass Elfentanz es berühren konnte. Stocksteif stand die Stute da, doch irgendwann realisierte sie, dass das Tor nicht über sie herfallen würde. Wie in Zeitlupe senkte sie den Kopf und schnupperte an der Metallstange. Ich stellte mich neben mein Stütchen und kraulte ihm lobend den Hals. "Das hast du toll gemacht meine Süße. Jetzt lass uns mal hindurchgehen, dann bist du heute schon wieder einen großen Schritt voran gekommen!", sagte ich liebevoll zu Elfentanz. Ich führte Elfentanz vor das Tor, schnappte mir eines der Bänder und hielt es der schönen Stute vor die Nase. Mit geblähten Nüstern berührte Elfentanz das Band und ich rieb ihr damit über Nase und Stirn, damit sie sah, dass nichts weiter passierte. Dann ließ ich das Bodenarbeitsseil lang und ging durch den Torbogen hindurch. Auf der anderen Seite blieb ich stehen, zog einen Apfelschnitz aus meiner Tasche und lockte Elfentanz vorwärts. Die Stute machte ein paar zögerliche Schritte, bis sie unter dem Tor stand. Dort blieb sie wie angewurzelt stehen und starrte auf die Bänder, die auf ihrem Rücken lagen. "Alles ist gut, du süße Maus. Siehst du?", fragte ich die braune Stute, während ich ihr den Apfel hinhielt und sie gleichzeitig am Hals kraulte. Dann nahm ich ihren Kopf in die Hände und strich ihr beruhigend über die Backen und die Stirn, bis hinunter über den Nasenrücken. Elfentanz entspannte sich langsam und ging dann brav vorwärts, als ich sie dazu aufforderte. "Fein gemacht!", lobte ich sie freudestrahlend. Als kleine Auflockerung für zwischendurch führte ich sie nun zu meinem knallpinken Ball. Elfentanz liebte es, den Ball mit der Nase vor sich herzurollen und genau das durfte sie nun tun. Ich zögerte kurz, dann hakte ich das Bodenarbeitsseil aus dem Ring des Halfters aus und ließ mein Trakehnerstütchen frei laufen. Elfentanz war erst ein wenig zögerlich, doch schließlich galoppierte sie übermütig über den Platz und nahm die anderen Gruselgegenstände um sich herum kaum noch war. Irgendwann stieß ich einen hellen Pfiff aus und das Stütchen kam zu mir getrabt. Das war eine der ersten Lektionen, die ich mit Elfentanz erarbeitet hatte. Allmählich musste ich mir auch Gedanken machen, was wir bei der Horse Makeover Show zeigen wollten. Sie würde Ende Dezember stattfinden und damit nur ein paar Wochen vor dem großen Abschlussturnier. Bis dahin war Elfentanz hoffentlich eingeritten und hatte wenn alles gut lief auch schon die ersten Turniere bestritten. Dennoch wollte ich eine Kür, die nicht nur aus Reiten bestand. Immerhin lag der Löwenanteil unserer Arbeit weit vor der Arbeit unter dem Sattel. Das Kommen auf Pfiff war definitiv eine Überlegung wert, zeigte es doch das Vertrauen, dass die Stute mittlerweile in mich gewonnen hatte. Ich ließ meinen Blick über den Platz schweifen und überlegte, an welchem Hindernis wir uns heute noch versuchen sollten. Die Entscheidung fiel auf die blaue Plastikplane, die ich mit vier gestreiften Hütchen beschwert hatte, damit sie nicht wegwehte. Ich befestigte das Bodenarbeitsseil wieder an Elfentanz' Halfter und führte die Stute auf den neuen Gegenstand zu. Mit Wasser hatte meine Elfe nach unserem Training am Springbrunnen keine größeren Probleme mehr, doch die Plane raschelte und bewegte sich im Wind und das alleine war ja angsteinflößend genug. Wieder ging ich mit festen Schritten auf die Plane zu, stellte mich daneben und entspannte mich dann sichtbar. So kamen wir immerhin ziemlich schnell bis an den Rand der Plane. Ich lächelte. Elfentanz hatte mich als Herdenchef akzeptiert. Indem ich angespannt auf ein Hindernis zuging und dann ganz bewusst locker ließ, zeigte ich ihr, dass ich die vermeintliche Gefahr gesehen und für nicht gefährlich befunden hatte. Würde ich ihre Angst vollkommen ignorieren, würde Elfentanz das Kommando übernehmen, weil sie das Vertrauen in mich als Herdenchef verlor. Elfentanz blieb am Rand der Plane stehen und senkte den Kopf, um den Gegenstand zu beschnuppern. Als sie sogar einen Huf daraufsetzte und anfing zu scharren, lobte ich sie überglücklich. Elfentanz untersuchte die Plane, was bedeutete, dass sie ihre Angst überwand! Nachdem ich mein braunes Trakehnerstütchen sowohl über die Plane führen und sie auch mit derselben abreiben konnte, beendete ich das heutige Training. Elfentanz hatte ihre Sache großartig gemacht und das Gelassenheitstraining war ein voller Erfolg gewesen. Morgen stand wieder Longieren auf dem Plan, dann würden wir einen kleinen Spaziergang unternehmen, um zu sehen, wie sich Elfentanz im Gelände verhielt.

      ~*~

      Am nächsten Morgen waren Ana und ich schon früh mit unserem Elfenpferd in der Longierhalle. Zunächst hatten wir unsere Lektion mit der Peitsche wiederholt und ich war wieder neben Elfentanz' Kopf hergelaufen, während Ana die Kommandos vom anderen Ende der Longe aus gegeben hatte. Schließlich reagierte das intelligente Stütchen auf das Zupfen an der Longe, ohne dass ich nachhelfen musste. Ich strahlte vor Glück. Nachdem das Eis erst einmal gebrochen war, machte Elfentanz nun rasend schnelle Fortschritte. Als sowohl Ana als auch ich Elfentanz ohne die Hilfe der jeweils anderen zu uns in die Mitte holen und wieder nach außen schicken konnten, wurde es Zeit für die Tempowechsel. Ich lief wieder neben Elfentanz her und Ana sagte deutlich: "Elfentanz, haaaalt." Die braune Stute drehte ein Ohr in Ana's Richtung, hielt ihre Konzentration jedoch auf mich gerichtet. Also blieb ich stehen und Elfentanz hielt prompt an, wie sie es gelernt hatte. Wieder hielt ich mich nun nach und nach zurück, sodass Elfentanz vermehrt auf Ana in der Mitte des Longierzirkels achten musste. Schließlich blieb Elfentanz auf Ana's Kommando hin stehen und ich belohnte sie mit Streicheleinheiten und einem Stückchen Apfel. "Ich glaube, sie versteht so langsam, dass sie auf dich hören soll, wenn ich nicht direkt neben ihr stehe.", sagte ich und gesellte mich zu Ana. Elfentanz wollte mir folgen, doch Ana schickte sie bestimmt wieder nach außen auf den Zirkel und die Stute fügte sich. Ich lächelte. Ich schnalzte mit der Zunge und Elfentanz fiel in ihren wunderschönen Trab, den wir alle so liebten. Den zeigte sie bisher nur vor Ana und mir, doch diesem Problem würden wir uns widmen, wenn es an der Zeit war. Den Galopp ließen wir aus, da ich die Stute erst richtig ausbalancieren wollte, bevor ich sie an der Longe galoppieren ließ. Auch das war ein Punkt, den wir abhaken mussten, bevor ich mich das erste Mal auf Elfentanz' Rücken schwang. Wir holten die Stute zu uns in die Mitte und ich schnallte den Karabiner der Longe auf der anderen Seite des Kappzaums fest, damit wir die Lektion gleich auch auf der anderen Hand wiederholen konnten. Links war Elfentanz' Schokoladenseite, daher klappte es hier immer um einiges schneller als rechts. Kurz darauf erklärte ich das Training für beendet und entließ mein Elfenpferd in ihre wohlverdiente Pause auf die Koppel. Die Tage wurden mittlerweile schon kürzer und bald schon würde der November anbrechen. Ich jedoch flog morgen erst einmal nach Kanada, um Cooper's Makeover-Pferdchen Liav zu trainieren. Daher gab ich Ana den ganzen Abend über Anweisungen. Es gefiel mir überhaupt nicht, mein Makeover-Pferdchen für einige Tage alleine zu lassen, doch mein Trainerjob war mir wichtig und außerdem hatte sich Cooper auch die Zeit genommen, sich um Elfentanz zu kümmern. Da war es nur selbstverständlich, dass ich diesen Gefallen erwiderte.

      ~*~

      Am 30. Oktober kam ich spät abends hundemüde auf meinem Gestüt an. Der Ausflug nach Kanada war spannend und lehrreich gewesen, doch ich vermisste meine geliebten Vierbeiner und außerdem kam schon morgen ein weiteres Makeover-Pferdchen zu mir auf den Hof. Mit der süßen Ponystute sollte ich ein Gelassenheitstraining absolvieren, für das ich mindestens eineinhalb Wochen eingeplant hatte. In den Stall würde ich heute nicht mehr gehen, damit würde ich meine felligen Vierbeiner nur aufregen. Immerhin war es bereits 23 Uhr. Doch in meinem Haus brannte Licht und ich lächelte, als ich Ana eingerollt auf der Couch vorfand. Sanft berührte ich die junge Frau an der Schulter. "Du bist wieder da! Ich wollte unbedingt warten, damit ich dir gleich erzählen kann, wie es mit Elfentanz gelaufen ist.", sprudelte Ana sofort hellwach hervor. Ich bewunderte die Blondine wirklich. Sie war mit Sicherheit wieder um fünf Uhr aufgestanden, um einige meiner englischen Vollblüter auf der Rennbahn zu bewegen und würde morgen sicherlich dasselbe tun. "Willst du nicht erstmal schlafen gehen und mir morgen davon erzählen?", fragte ich daher, obwohl ich darauf brannte, alle Neuigkeiten zu erfahren. Immerhin war ich ganze acht Tage weg gewesen. "Nein! Oder bist du zu müde?", ich lachte und führte Ana in die Küche, wo ich uns einen heißen Kakao mit Sahne zubereitete. Die junge Frau nahm einen Schluck und verdrehte genüsslich die Augen. "Wir haben uns von Pizza und Burger ernähert, während du weg warst. Es ist so gut, dass du wieder hier bist.", sagte sie. Ich lachte. Ich kochte gerne gesund und meine Mitarbeiter nahmen jede Gelegenheit war, um bei mir zu essen. Dabei hatten sie in ihren Wohnungen alle eine vollausgestattete Küche. "Nun erzähl mal. Wie lief es mit unserem Elfenpferd?", fragte ich neugierig. "Es war toll! Elfentanz kommt zwar nicht so schnell zu mir, wie zu dir, aber sie kommt. Wir haben viel Bodenarbeit gemacht und ich war auch noch einmal mit ihr auf dem Platz und hab sie über die Plane und durch das Tor mit den Flatterbändern geführt. Das hat super geklappt. Außerdem führen Brian und Samuel sie nun abwechselnd auf die Koppel und ich glaube, so langsam verliert sie ihre Scheu vor Männern. Kappzaum und Longiergurt habe ich ihr auch jeden Tag angelegt und wir haben auch das Longieren weiter geübt. Brian hat mir geholfen, so wie du es vorgeschlagen hast. Hach Sammy, es ist so schön zu sehen, wie sehr Elfentanz aufblüht!", schwärmte Ana ganz begeistert. Ich nickte. Das empfand ich genauso und es freute mich ungemein, dass Elfentanz sich langsam auch mit meinen männlichen Mitarbeitern anfreundete. Das brachte uns unserem großen Endziel einen riesigen Schritt näher.

      ~*~

      "Hey meine Süße, hast du mich vermisst?", fragte ich Elfentanz am nächsten Morgen, als ich noch vor allen anderen den Stall betrat. Ich liebte diese Ruhe vor dem Training der Vollblüter. Elfentanz streckte mir ihr weiches Maul entgegen und schnoberte mich von oben bis unten ab, bis ich ihr schließlich das Apfelstück zusteckte, dass ich vom Frühstückstisch mitgenommen hatte. Während meine Angestellten langsam und noch leicht verschlafen eintrudelten, kraulte ich Elfentanz und begrüßte dann den Rest meiner Pferde.
      Nach der Morgenfütterung ließ ich Elfentanz noch ein wenig in Ruhe und machte sie dann zum Training fertig. Heute wollte ich sie das erste Mal ganz alleine Longieren und war sehr gespannt darauf zu sehen, wie das klappte. Ich führte das mit Gamaschen, Longiergurt, Satteldecke und Kappzaum ausgestattete Pferdchen in die Longierhalle und wärmte Elfentanz zunächst auf. Dann ließ ich sie im Schritt um mich herumgehen und schließlich antraben. Elfentanz konzentrierte sich voll und ganz auf mich, selbst wenn draußen andere Pferde vorbeigeführt wurden. Demnächst wollte ich die junge Stute und auch Holly auch in meine Warmblutstutenherde integrieren. Die beiden waren soweit. Elfentanz hatte ihre Scheu vor anderen Pferden völlig überwunden und ich würde sie mit umgänglichen, braven Stuten zusammenstellen, damit sie ihr neu gewonnenes Selbstvertrauen weiter ausbauen konnte. Mein Elfenpferdchen zog brav seine Kreise um mich herum und reagierte auf jedes meiner Kommandos. Sie blieb stehen, kam zu mir, vergrößerte den Kreis und trabte an beziehungsweise fiel in den Schritt, wenn ich es verlangte. Ich war unglaublich stolz auf meine Schönheit. Irgendwann tauchte Ana auf und knipste ein paar Bilder von uns, damit ich Elfentanz' Fotoalbum fortführen konnte.

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      ~*~

      "Sammy!! Sammy?! Da ist Post für dich!", rief Ana aufgeregt durch den Stall. Ich zog überrascht die Augenbrauen hoch. Wenn man ein so großes Gestüt führte, wie ich es tat, bekam man tagtäglich Unmengen an Post. Ich fragte mich, was daran Ana so aufregte. Wir hatten heute den vierten November. Ich konnte kaum glauben, wie schnell die Zeit verging. Heute lief das Joelle Horse Makeover bereits seit einem Monat. Ein Drittel der Zeit war vorbei. Völlig in Gedanken versunken dachte ich an die letzten Tage zurück. Wir hatten Elfentanz an Sattel und Zaumzeug gewöhnt und sogar schoneinmal begonnen, ihren Rücken zu belasten. Zudem hatte ich Elfentanz' Balance geschult, indem ich sie mit Bodenarbeitsstangen gymnastiziert hatte und täglich mit ihr Spazieren ging. Das Gelassenheitstraining war ein voller Erfolg gewesen. Elfentanz war im Gelände zwar nervös und vorsichtig, aber sie folgte mir jeden noch so engen Pfad entlang und versuchte auch nicht zu flüchten, wenn etwas ihr Angst machte. Nein, stattdessen achtete sie auf mich und wurde ruhiger, sobald sie sah, dass ich mich entspannte. Der erste Kontakt mit Sattel und Sattelgurt war kein Problem gewesen, nachdem Elfentanz den Longiergurt ja vorbehaltlos akzeptierte. Das Zaumzeug war da schon eine größere Herausforderung gewesen. Auch hierbei hatte ich mir viel Zeit gelassen, um Elfentanz nur nicht zu überfordern. Sie war noch nie getrenst worden und sollte damit nur positive Erinnerungen verknüpfen. Ich hatte das Gebiss in meiner Hand angewärmt, wie ich es vor jedem Aufzäumen tat und es dann mit Honig beschmiert. So hatte ich Elfentanz dazu bekommen, das Metall ins Maul zu nehmen. Der Gesichtsausdruck der Stute, wie sie das Gebiss in ihrem Maul ableckte, war einfach göttlich gewesen. Als Elfentanz gesattelt und getrenst war, hatte ich sie in der Longierhalle herumgeführt. Tags darauf waren wir in die Reithalle gegangen und gestern hatte ich sie gesattelt und gezäumt über den Hof geführt. Außerdem hatte ich gestern eine Aufstieghilfe neben der Stute plaziert, mich darauf gestellt und mit meinen Armen ein wenig Gewicht auf den Sattel gegeben, um Elfentanz daran zu gewöhnen. Die junge Stute war zwar zusammengezuckt, doch als sie den Kopf nach hinten gedreht und mich gesehen hatte, hatte sie nur neugierig mit den Ohren gewackelt. Bei mir war Elfentanz bisher nie etwas Schlechtes wiederfahren und ich würde alles dafür tun, dass das auch so blieb. Nachdem Elfentanz die Sache mit der Aufstiegshilfe so gut weggesteckt hatte, hatte ich die Steigbügel herunter gelassen und ein wenig daran gewackelt, um Elfentanz auch daran zu gewöhnen. Schließlich hatte ich mich mit den Armen einmal links und einmal rechts in den Steigbügel gestützt, während Ana von der anderen Seite gegengehalten hatte. Je mehr Elfentanz kannte, bevor ich mich das erste Mal tatsächlich auf ihren Rücken schwang, umso besser würde es laufen. Doch ich war von den Fortschritten der Stute schon jetzt absolut begeistert. Wir würden sie in nächster Zeit jeden Tag Satteln und Trensen und so auch den ein oder anderen Spaziergang machen, damit es zu einem Teil von Elfentanz' Alltagsroutine wurde.
      "Sammy??? Bist du da?", riss mich Ana aus meinen Gedanken. In der Hand hielt sie ein Päckchen, dessen Absender Nicolaus du Marin war! Gespannt riss ich Ana das Päckchen aus der Hand und suchte fieberhaft nach einer Schere, um den Kleber zu durchtrennen. Ana hüpfte derweil auf der Stelle wie ein Flummi. Als ich das Päckchen endlich offen hatte, fiel mir ein Brief in die Hände. Darunter lag ein wunderschöner blau-weißer Orden, auf dem "Monatsgewinn Oktober 2019" stand. Mir fiel die Kinnlade hinunter. "Ana. Elfentanz ist Monatssiegern! Oh wow, was für eine Auszeichnung!", jubelte ich und lief gleich zu meinem Pferdchen, um den Orden an das Schild an ihrer Boxentür zu pinnen. Elfentanz hatte ihren ersten Sieg errungen und ich war mir ganz sicher, dass noch viele weitere folgen würden!
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  • Album:
    Trainingsstall
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    Sammy
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    10 Okt. 2019
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  • HMJ 7786 Elfentanz
    --------------------------------------------------

    Spitzname: ?


    --------------------------------------------------
    ~ Abstammung ~
    Von: ?

    V: ?
    M: ?
    Aus der: ?
    V: ?
    M: ?
    --------------------------------------------------

    Rasse: Trakehner
    Geschlecht: Stute
    Geburtsdatum: 2013
    Stockmaß: 1,66m
    Fellfarbe: Brauner
    Kopfabzeichen: ///
    Beinabzeichen: ///

    --------------------------------------------------

    ~ Beschreibung & Charakter ~

    HMJ 7786 oder Elfentanz, wie wir die Stute genannt haben gehört zu den 15 geretteten Pferden aus einer illegalen Pferdemafia. Sie ist nun Teil des Horse Makeovers und kam in diesem Zuge auf das Hollybrook Stud Zuchtgestüt nach England.
    Elfentanz war höchstwahrscheinlich von Geburt an in den Händen der Pferdemafia und hat in ihrem Leben noch nicht viel Gutes erfahren. Sie ist ängstlich und unsicher uns besitzt keinen Funken Selbstvertrauen. Elfentanz war wohl mit mehreren sehr dominanten Pferden auf engem Raum eingepfercht, denn sie hat auch Angst vor den eigenen Artgenossen.
    Allerdings ist Elfentanz kein bisschen aggressiv. Sie hat wunderschöne Gänge, die sie nur zeigt, wenn sie sich unbeobachtet fühlt und kann mit viel Liebe und Fürsorge sicherlich einmal ein treuer Begleiter und vielleicht sogar ein vielversprechendes Sportpferd werden.

    --------------------------------------------------

    Punkte Horse Makeover: 127
    Pflegeberichte:
    75 Pkt.
    10.10.19: 20.149 Zeichen = 10 Punkte
    11.10.2019: 17.501 Zeichen = 9 Punkte
    12.10.2019: 11.431 Zeichen = 6 Punkte
    13.10.2019: 8.240 Zeichen = 5 Punkte
    14.10.2019: 5.986 Zeichen = 4 Punkte
    18.10.2019: 50.436 Zeichen = 22 Punkte
    20.10.2019: 8.416 = 5 Punkte
    18.11.2019: 30.244 = 14 Punkte

    Trainingsberichte: 0
    HS-/TA-Berichte: 4
    Prophylaxe, Impfen, Chippen am 11.10.2019 = 4 Punkte
    Bewegungen: 38 Pkt.
    Wer ist HMJ 7786?: 5 Pkt.
    Der Tierarzt war da!: 6 Pkt.
    Eine Elfe tanzt!: 4 Pkt.
    Hilfe, ein Pferdefresser!: 8 Pkt.
    Portrait: 7 Pkt.
    Elfentanz zieht Kreise: 8 Pkt.

    Turnierteilnahmen/ -gewinne: 10
    Monatssiegerin HMJ Oktober: 10 Pkt.

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    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: Pferdemafia
    Ersteller: Canyon
    Vkr: Canyon

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    ~ Qualifikationen ~
    Dressur:
    E
    Springen: E
    Military: E

    --------------------------------------------------
    ~ Schleifen ~
    Monatssiegerin HMJ Oktober
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    ~Dokumente~
    [​IMG] [​IMG]
    Equiden- & Impfpass by Cooper
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    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig:
    Nein
    Nachkommen: ///
    Punkte: 0

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    Hintergrund by Samarti! ♥
    Offizieller HG