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Samarti

Hidden Flyer, EVB

*2010, im Besitz seit dem 02.03.2017

Hidden Flyer, EVB
Samarti, 2 März 2017
Cooper, Jeanne, Bracelet und 2 anderen gefällt das.
    • Samarti
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      Vergangenheit
      05/2016 | 1 Bericht
      Schneller als der Wind
      05/2016, von Pharlap | 3546 Zeichen
      Schon um fünf Uhr morgen herrschte auf dem Rosenhof reger Betrieb. In einem Rennstall wurden die Rennpferde noch vor dem Frühstück trainiert. Ich trug bereits meinen Helm und meine Schutzweste, als ich auf der grossen Tafel am Eingang des Stalls mit Kreide das heutige Training plante. Ausserdem durfte ich nicht vergessen, das drei neue Pferde heute ankamen. Ich hatte die drei von einer alten Freundin geschenkt bekommen. Hidden-Flyer und Exciting Force waren schon als Fohlen bei mir gewesen und ich freute mich riesig die beiden wieder zu sehen. Horror Destiny kannte ich noch nicht, aber ihr Vater war Pharlap und deswegen hatte ich sie, ohne mir sie vorher anzusehen, auch genommen.
      Nachdem ich mit der Planung fertig war und John mitgeteilt hatte, das er heute Black Dragon, Citation und Race is Hope reiten würde, ging ich zu Vai Alidas Box. Die kleine Stute war hier geboren und ich war mächtig stolz auf sie. Ich würde heute sie und Morengo auf der Bahn reiten. Ausserdem würde ich am Nachmittag noch mit meinen beiden Warmblütern Efeu und Opium trainieren. Nachdem ich Alida gesattelt hatte, half mir John in den Sattelt. "Du hast einen echten Knackarsch", neckte er mich und grinste. "John, ich bin dein Boss", sagte ich gespielt empört und lächelte. Ich musste mir allmählich eingestehen das ich John ziemlich gern hatte. Wir hatten letztes Wochenende ein Date gehabt und es war einfach richtig toll gewesen. Nachdem er auch auf sein Pferd gestiegen war, er ritt als erstes Black Dragon, ritten wir zur Bahn.

      Beim heutigen Training war wirklich die Post abgegangen. Vai Alida und Dragon waren wahnsinnig schnell gewesen und beide hatten sich richtig angestrengt. Auch das Training mit Morengo und Race war super. Die zwei Hengste waren Schulter an Schulter über die Bahn geflogen. Beide waren zwar für den Rennsport nicht mehr die allerjüngsten, aber sie waren sehr erfahren und zeigten seit Jahren gute Leistungen. Ausserdem war Race noch im Deckeinsatz und Morengo wurde auf seine Körung vorbereitet.

      Zurück im Stall kriegten die vier Rennpferde von meinem Vater ihr Kraftfutter und Heu. Die Rennpferde wurden erst um elf Uhr auf ihre Paddocks und Weiden gebracht. Dafür durften sie aber dann länger draussen bleiben, als die Sport und Zuchtpferde die bereits um neun Uhr raus durften.

      Nachdem John mit Citation von der Rennbahn zurück waren. Frühstückten wir gemeinsam in der Sattelkammer. John war richtig gut drauf und erzählte mir von den grossen Galopprennbahnen dieser Welt. Er war schon überall Rennen geritten. In Dubai, Melbourne, Kentucky und noch an vielen anderen Orten war er Rennen geritten. Ich hörte ihm gerne zu und dachte mir wie glücklich wir uns schätzen konnten einen solchen brillianten Jockey zu haben.

      Nachdem Frühstück misteten wir zu dritt die Boxen aus und als wir um zehn Uhr fertig waren mit der Stallarbeit. Anschliessend erledigte den Bürokram. Nach dem Mittagessen ritt ich dann meine zwei Schätze Opium und Efeu. Die Zwei vielen auf zwischen all diesen Rennpferden, aber ich hatte nun mal eine Schwäche fürs Spring- und Dressurreiten.

      Um die Zuchtpferde Pharlap, Shihan, Saphira und Reqiuem kümmerte sich mein Vater. Nadeln in Dir hatte heute Frei und kam nur in die Führanlage.

      Am späten Abend als dann alle Pferde versorgt waren, fuhr endlich der LKW mit den Neuankömmlingen auf den Hof. Ich war so aufgeregt als die drei Prachtexemplare ausgeladen wurden und bedankte mich tausend mal bei Eddi. Diese drei Vollblüter waren Blitzschnell und würden mir viele Schleifen nach Hause bringen.
    • Samarti
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      Vergangenheit
      01/2017 - 02/2017 | 7 Berichte
      Wiedersehen
      01/2017, von Friese | 2105 Zeichen
      Heute stand ein für mich sehr trauriger Besuch bei Nancy an. Ich hatte über Bekannte mitbekommen, dass sie Hidden Flyer aus sehr schlechten Zuständen gerettet hatte. Meine letzte Erinnerung an ihn war als er noch ein Fohlen war. Damals waren er und sein Kumpel Exciting Force in meinem Besitz gewesen. Im Stall angekommen, wartete Nancy bereits auf mich. Sie meinte, dass ich nicht zu groß Hoffnungen haben sollte und mich auf ein verwahrlostes Pferd einstellen solle. Das hatte ich auf meiner ganzen Fahrt schon versucht, aber irgendwie hatte es nicht geklappt. Zumal ich ihn auch noch nicht als ausgewachsenen Hengst gesehen hatte. Im Stall angekommen verschlug es mir mehr wie nur die Sprache. Zum einen freute ich mich, dass aus dem kleinen Fohlen so ein stattlicher Hengst geworden war. Auf der anderen Seite könnte ich losheulen, da er so verwahrlost aussah und in seinen Augen kein Fünkchen Lebenslust zu finden war. Zweiteres überwog dann schließlich. Langsam ging ich auf die Türe zu und öffnete sie. Der Hengst wich völlig panisch in seiner Box zurück und starrte mich an. " Oh du armer" seufzte ich und er spielte kurz mit den Ohren. Scheinbar schien er sich an meine Stimme zu erinnern. Ich sprach weiter ruhig auf ihn ein und trat dann in seine Box. " Denkst du ich könnte ihn ein bisschen versuchen zu putzen?" fragte ich Nancy und sie antwortete nur " Versuchen können wir es ja mal" Gemeinsam holten wir Putzzeug aus der Sattelkammer. Sie würde heute bei mir bleiben und mir ein bisschen mit den Hengst unter die Arme greifen. Ich war ihr hierfür sehr dankbar. Als erstes zeigte ich ihm den Striegel und sprach weiter beruhigend auf ihn ein. Hin und wieder zuckte er zusammen als ich mit der Bürste vorsichtig über seinen Rücke fuhr. Er war fast nicht wieder zu erkennen. Früher war er so lieb gewesen und hoffte auch, dass er bei der richtigsten Pflege wieder so we den würde. Der Tag verging relativ schnell, auch wenn wir nichts machten außer den Hengst behutsam zu putzen. Das Fell war am Ende trotzdem noch verklebt und würde wahrscheinlich von einem Tierarzt behandelt werden müssen.

      Trauriges Wiedersehen mit Fly
      01/2017, von Bracelet | 4585 Zeichen
      Beinahe zwei Jahre waren vergangen als es mich am Morgen des siebzehnten Januar 2017 zu Nancy Wizzard verschlug. In Gedanken versunken schlenderte ich über das beeindruckende Anwesen des Echo Forest Stable. Leider konnte ich dessen ganze Schönheit am heutigen Tage nicht zur Gänze wertschätzen, auch wenn ich es noch so liebte andere Gestüte anzusehen und mir Ideen für meinen eigenen Hof in Schweden zu holen. Die Trauer überschattete jeden positiven Gedanken. Ebenso die Angst davor zu sehen, was ich bereits am Telefon von Nancy gehört hatte. Zuvor hatte ich nur wenig Kontakt zu ihr gehabt und an meine Nummer war sie nur zufällig gekommen, da sie einen sehr guten Freund von mir kannte und intensiv versucht hatte Kontakt mit mir aufzunehmen. Es ging um Hidden Flyer, den ich zuletzt als quick lebendigen, fröhlichen Jungspund erlebt hatte. Unsere Wege trennten sich, als ich mich auf Trakehner spezialisieren wollte und genau das Gegenteil des Eingetretenen bezwecken wollte; dass er ausreichend gefördert und liebevoll umsorgt wird. Damals hatte ich ihn mit einem weiteren Jungpferd, Exciting Force, verkauft, welcher, wie ich leider feststellen musste, vor einigen Monaten beinahe gestorben war und auch Hidden Flyer hätte dieses grausame Schicksaal geblüht, hätte ihn Nancy nicht gerettet. Nun suchte sie einen passenden Besitzer für den inzwischen Siebenjährigen, der ihn behutsam ausbilden, ihm dabei alle Zeit der Welt geben und lieben sollte.
      ,,Haallo.'' Eine Stimme riss mich aus meinen Gedanken. ,,Aaa Hallo Nancy.'',entgegnete ich erfreut. Wir begannen ein sehr nettes Gespräch während wir hinüber zu den Koppeln gingen. Inzwischen war unser Gespräch zu Hidden Flyers Fohlenzeit gekommen und umso trauriger war nun der Anblick, der mich meines Atems raubte. Obwohl ich ihn so lange nicht gesehen hatte erkannte ich den wunderschönen, noch immer dunklen Schimmel schon aus der Ferne. Andere Pferde trabten zusammen umher und spielten wild. Er hingegen stand nur da. Sein Anblick trieb mir die Tränen in die Augen. Er war überaus mager, wenn nicht eines der dünnsten Pferde die ich bisher gesehen hatte. Als wir ihm näher kamen bemerkte ich, wie sich seine Knochen an seinem einst so muskulösen Körper abzeichneten. Vor allem die Rippen, die durch die Bauchdecke zum Vorschau kamen, schockierten mich. Ebenfalls sein stumpfes, verklebtes Fell und die verwahrlosten Hüfchen. Am schlimmsten schockierte mich aber sein leerer Blick. In diesen Augen stand einst bereits geschrieben, dass er aufgegeben hatte. Seine Lebensfreude schien wie ausradiert.
      Ich schnalzte leise mit meiner Zunge. ,,Heey. Flyy mein Süßer.'',sagte ich liebevoll und versuchte ihn zu mir zu locken. Er trat einen Schritt vor. Dann blieb er stehen und streckte nur seinen Kopf ein wenig in meine Richtung. Er spitzte seine leicht verklebten Öhrchen und plötzlich sah ich in seinem Ausdruck dass er sich an etwas erinnern konnte. Es sah ein wenig fragend aus. Als ob er mich fragen wollte, wo sein Kumpel, Exciting Force war. ,,Ich weiß es nicht Kleiner. Ich weiß es nicht.'',murmelte ich beinahe lautlos in mich hinein und ging etwas auf den jungen Hengst zu. Seiben. Er sollte doch eigentlich gerade in der Blüte seines Lebens stehen. Aufgeweckt, vor Energie strotzend. Stattdessen wich er jetzt ganz plötzlich vor mir zurück. ,,Heey. Alles Gut.'',fuhr ich ruhig fort und er machte wieder einen Schritt auf mich zu. In einem Kurs hatte ich gelernt, dass man, wenn man sich einem unsicheren Pferd näherte, immer wieder selbst zurück weichen sollte damit es sich nicht in die Enge getrieben fühle. Dies tat ich auch und nach kurzer Zeit ließ sich Fly sogar von mir berühren. Er kaute.
      Dies war ein riesiger Erfolg für mich und am Nachmittag ließ er sich sogar schon von mir aufhalftern und in seine Box führen, wo er es zuließ, dass ich ihn ein wenig streicheln und putzen konnte. Ich konnte seine Anspannung fühlen, wusste aber, dass es ihm gut tat und er sich bloß nur wieder daran gewöhnen musste solch einen Kontakt zum Menschen zu haben. Diese Zeit wollte ich ihm lassen. Bei mir würde er nie mehr zu etwas gezwungen werden. ,,Nie wieder Schätzchen.'',flüsterte ich ihm zu während ich ihn zärtlich am Hals streichelte.
      Die kommenden Tage würde ich auf Nancys Hof verbringen und täglich mit Hidden Flyer arbeiten. Am Abend, bevor ich einschlief, malte ich mir ein Bild aus, wie er in Schweden, zusammen mit neuen Freunden, über die Koppel galoppierte, wie er wohl aussehen würde wenn es ihm wieder besser ginge und wie schön es wäre, zu wissen, dass er nie wieder in die falschen Hände geraten würde.

      Tierarztbesuch
      01/2017, von Eddi | 8116 Zeichen
      Überrascht nahm ich heute einen Anruf von Elisa Cranfield entgegen. Noch überraschter war ich, als es nicht um ein deutsches Reitpony ging. Theoretisch hätte da ein formaler Fehler vorliegen müssen, aber als ich den Namen Hidden Flyer hörte, machte es ziemlich schnell Klick. „Mit seinem Verkauf wollte ich ihm eigentlich ein Leben als renommiertes Rennpferd ermöglichen und nicht einen Absacker“, seufzte ich traurig, als mir bewusst wurde, dass ich indirekt schuld an der Entwicklung des besagten Hengstes war.
      „Damit hat niemand gerechnet, gib dir nicht die Schuld“, mahnte Elisa jedoch direkt und ich gab ihr Recht. Was passiert war, war passiert – jetzt kam es darauf an, was wir daraus machten. Und das war ein Termin für heute Nachmittag bei Nancy Wizzard auf dem Echo Forest Stable.
      Mit gewohnter Unpünktlichkeit kam ich dann auch Viertel nach drei dort an. Im Stall empfingen mich direkt Elisa und Nancy, beide trotz meiner Verspätung noch gut gelaunt. „So, dann mal los“, meinte ich knapp und während Elisa und Nancy noch ausknobelten, wer den Hengst aufhalftern sollte, warf ich schon einmal einen ersten Blick in die Box.
      Hidden Flyer sah tatsächlich nicht gut aus: Er war abgemagert, sein Fell war stumpf und das Langhaar zerrupft. Nichtsdestotrotz sah man den jungen Hengst dahinter, der dennoch vor Energie strotzte und momentan anscheinend fest der Meinung war, er würde sich nicht aufhalftern lassen.
      Mit etwas gutem Zureden und ein wenig Futterbestechnung, hatten Nancy und Elisa ihn aber ganz schnell am Halfter und konnten ihn halten. Man musste auch bedenken, dass Hidden Flyer zwar vernachlässigt war, aber keinesfalls misshandelt. Natürlich misstraute er allem, war aber grundsätzlich bereit, für Futter oder Zuneigung gerne sein Herz zu öffnen.
      Nichtsdestotrotz bekam er als allererstes von mir ein Beruhigungsmittel injiziert. Die Untersuchung würde für den jungen Hengst sicherlich Stress bedeuten und den wollte ich ihn, wenn möglich, dann doch ersparen. Schnell war die passende Stelle am Hals gefunden und schon konnte die Beruhigung wirken.
      Da das ein wenig dauerte, unterhielt ich mich erst einmal mit Nancy darüber, wie momentan Hidden Flyers Tagesablauf aussah und was er als Futter bekam. „Als generell würde ich raten, dass er jetzt erst einmal zwei bis drei Wochen einfach Pferd sein darf. Das heißt vor allem viel Weide und Aufbaufutter. Der Gute muss erst einmal wieder ein Pferd werden. Natürlich kann man so etwas wie Aufhalftern, Führen und Putzen schon einmal machen, weil ihr das ja täglich bei ihm braucht. Genauso wie Kleinigkeiten wie Eindecken und so die Dinge, die eigentlich normal sind“, erklärte ich.
      Dann erstellte ich Nancy schon einmal eine grobe Liste an dem Aufbaufutter, das Hidden Flyer am besten erhalten sollte. „Zu den Zusätzen kann ich noch nichts sagen. Da würde ich mir dann gerne sein Blutbild erst einmal genauer anschauen, um zu sehen, ob und wo da was fehlt“.
      Und mit der Aussage ging es nun auch erst einmal an die Untersuchung. Ich bat Elisa, mir den Hengst einmal im Schritt und einmal im Trab die Stallgasse entlang zu führen. Brav folgte Hidden Flyer ihr und ich konnte seinen Bewegungsapparat unter die Lupe nehmen. Außer der zu langen Hufe, war Hidden Flyer sehr fit und wies keine Fehlstellungen auf.
      Elisa hielt den Hengst neben mir an und ich hob die Hufen nacheinander an. „Glück gehabt. Keine Strahlfäule oder Löcher. Da wurde jemand rechtzeitig gerettet“, meinte ich lächelnd. „Ein Hufschmied sollte drüberschauen und die Hufen kürzen und wieder in Form bringen. Hinten rechts ist sehr feucht, ich denke aber, das gibt sich durch die neue Haltungsform hier wieder.“
      Nun schnappte ich mir das Stethoskop und hörte erst einmal Herz, Lunge und die Darmgegend ab. Alles klang gesund und da Hidden Flyer das Beruhigungsmittel erhalten hatte, war er momentan auch tiefenentspannt. Deshalb kontrollierte ich auch direkt die Körpertemperatur und warf dann einen Blick in Ohren, Augen und Maul.
      Die Augen tränten etwas, er hatte leichten Nasenausfluss und die Lymphknoten waren fühlbar – vermutlich eine Entzündung und Erkältung, jedoch noch im Anfangsstadium. „Der Gute hat ja momentan kaum Winterfell, also einfach immer eindecken, dann reguliert sich auch sein Immunsystem wieder“. Dennoch schrieb ich mir direkt auf meinen Merkzettel eine Kräutermischung für Hidden Flyer.
      An den Zähnen mussten wir auch etwas tun und da er sowieso gerade ruhiggestellt war, holte ich meine Tasche. Er bekam die Maulsperre rein und ich verschaffte mir einen Überblick. Generell hatte er nur ein paar kleinere Haken, die aber durchaus das Kauen behindern konnten. Also griff ich zur Feile und machte mich an die Arbeit, immerhin sollte Hidden Flyer sein Zusatzfutter ja auch kauen können.
      Danach war schon alles wieder geschafft. Der Rest der Zähne stand gerade und wies einen guten Zustand auf. Ich lobte Hidden Flyer ausgiebig und befreite ihn wieder von der Maulsperre. Noch waren wir nicht ganz fertig, aber bald. Nun hieß es erst einmal absprechen:
      „Tendenziell würde ich ihn heute gerne nur entwurmen und mit den Impfungen warten, bis er dann ein wenig generiert ist und sein Immunsystem das auch packt“, erklärte ich Nancy und Elisa und fragte um deren Einverständnis. Nancy überlegte kurz, stimmte dann aber zu. Der Hengst stand bei ihr momentan sowieso noch etwas abseits, indirekt in Quarantäne, von daher ging keine Gefahr für ihre Pferde aus.
      Zuvor wollte ich Hidden Flyer aber gerne noch etwas Blut für das Blutbild stibitzen. Deshalb bereitete ich die Stelle am Hals vor und dann hatte ich schnell die kleine Viole voll. Das würde uns noch mehr Gewissheit über seinen Gesundheitszustand bringen.
      Nun bekam Hidden Flyer vorerst nur noch die Wurmkur ins Maul gespritzt und war dann endlich fertig. Er durfte bereits zurück in die Box, während ich mich mit Nancy und Elisa hinsetzte, um einen Futterplan zu gestalten. „Also ganz ehrlich, vor der vierten Woche würde ich ihn körperlich nicht fordern, das wird zu viel. Wenn er gut mitmacht, dann eventuell schon kleine Spaziergänge, aber sein Organismus braucht nun erst einmal Zeit, sich zu rehabilitieren.“
      Nachdem wir grob einen Futterplan ausgearbeitet hatten, machten wir noch den Termin bezüglich der Impfungen aus. Dann verabschiedete ich mich von den beiden mit dem Versprechen, ihnen in den kommenden Tagen noch den Bluttest und den ausführlichen Futterplan zukommen zu lassen.


      Blutbild
      Hämatokrit (l/l) 0,33
      Erythozyten (T/l) 8,1
      Hämoglobin (mmol/l) 9,3
      MCV (fl) 32
      MCH (fmol) 0,9
      MCHC (mmol/l) 20,1
      Leukozyten (G/l) 4,8
      Thrombozyten (G/l) 453

      Elektrolyte
      Natrium (mmol/l) 132
      Kalium (mmol/l) 2,8
      Chlorid (mmol/l) 101
      anorg. Phosphat (mmol/l) 0,5

      Mineralstoffe und Spurenelemente
      Magnesium (mmol/l) 0,7
      Calcium (mmol/l) 2,8
      Eisen (µmol/l) 14
      Kupfer (µmol/l) 18
      Selen (µmol/l) 0,9

      Auswertung:
      Der Wert des MCV liegt unter der Norm, was auf einen Zinkmangel hinweist. Desweiteren liegt ein minimaler Mangel bei den Leukozyten vor, was jedoch auf den schlechten körperlichen Zustand des Pferdes zurückzuführen ist. Es wird ein Zusatz von Zink empfohlen, um den Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechsel wieder in Gang zu bringen. Der Mangel an Zink führt zu einem verschlechterten Fell- und Hautbild.
      Ebenso liegen Mangel bei Phosphat und Selen vor. Ein Mangel an Phosphat entsteht durch Mangelernährung und führt zu einem gestörten Energiestoffwechsel. Ein Mangel an Selen hat Infektionsanfälligkeit, ein gestörtes Hautbild und schlechte Hufe zur Folge. Auch hier wird empfohlen, Selen zusätzlich zu füttern, um den Organismus wieder in ein Gleichgewicht zu bringen. Allgemein liegt ein Großteil der Werte an der unteren Normgrenze. Jedoch sollte sich das durch eine geregelte Fütterung und gute Pflege schnell ausgleichen.

      Futterplan

      Morgens
      Heu ad libitum
      1kg Aufbaufutter

      zzgl. 15g Zinkzusatz
      zzgl. 15g Selenzusatz
      zzgl. 30g Kräuter


      Mittags
      Heu ad libitum

      Abends
      Heu
      1kg Aufbaufutter

      zzgl. 15g Zinkzusatz
      zzgl. 15g Selenzusatz
      zzgl. 30g Kräuter


      Nach 4 Wochen Umstieg auf normales Kraftfutter zzgl. angepasster Menge von Mineralzusatz.

      Zwei Pferde wurden gerettet - Vorgeschichte
      01/2017, von sweetvelvetrose | 4920 Zeichen
      Nancy war scheinbar nicht mehr ganz bei Sinnen dachte sich Tom als sie ihm Mitteilte das sie sich bei „ Resque Horse „ angemeldet hatte und Pferde aufnahm denen es nicht gut ging , sie hatte ihn versucht zu beruhigen das sie im Jahr nur 4 Pferde aufnehmen würde aber ob dem auch so sei wenn die Organisation von einem verwahrlosten Pferd sprach war es bei Nancy doch schon vorbei.

      Nun gut das was sie erzählt hatte klang wirklich nicht schön kam aber leider Gottes vor.

      Die beiden Hengste Fame und Hidden Flyer , Fame war ein Criollo oder sollte dies mal gewesen sein auch , Hidden war ein Englisches Vollblut mit Abstammung wie sich herausstellte denn Nancy hatte Munter nach ehemaligen Besitzern gesucht und sie auch erreicht bei Fame brauchte sie nicht groß Telefonieren die Besitzerin kannte sie gut doch würde sieh ihn nicht nehmen wollen, aber es fügte sich das eine der 3 ehemaligen Besitzer von Flyer auch Interesse an ihm hatte , somit hatten wir nicht allzu lang Pferde auf dem Hof stehen die nicht zu den Zielen passten , wobei er sagen musste das im Hidden gefiel so ein schlaksiges Ding was man Formen kann war seins sah man ja bei Lamira wie sie noch vor Wochen aussah und heute liegen zwar keinen Welten dazwischen weil sie schon gut trainiert zu uns kam aber man sieht einen unterschied.

      Hidden war in eine der Paddock boxen untergebracht die zur Winterkoppel „klein“ führte sie war aktuell ungenutzt da Nancy entschieden hatte das die Hengste solang so viel Schnee lag auf die Flache Weiden auf der Ebene kamen hier konnten sie gefahrloser rum toben.

      Mit Matter Haltung verklebten Fell hatte er sich an die zwischen Wand gelehnt und döste zu mehr war er nicht fähig schein bar, Tom machte einen leisen Schnalzlaut doch der Hengst Reagierte nicht kein Ohr Zuckte, sein Fressen war kaum angerührt und das Heu lag fein säuberlich da.

      Dies war auch das Bild was sie auf der Koppel vorfanden wo sie Hidden und Fame entdeckt hatten beide Dünn und teilnahmslos, Spaziergänger warnen dort keine Seltenheit doch hatte man jetzt erst die Pferderettung angerufen.

      Manchen Spaziergänger hatte ihnen wohl Heu vorbei gebracht aber viele mussten die Pferde sogar mit Stöcken verjagt haben als sie am Zaun standen und bettelten, was mit der Besitzerin war gute frage, man suchte noch nach ihr denn eigentlich galt sie als sehr zuverlässig und würde nie ihre Schützlinge vergessen.

      Jetzt hier in der Box wirkten die beiden aber keines Wegs glücklicher vielleicht war es auch wegen der Sedierung anders hätten sie, sie kaum in den Hänger bekommen, misstrauen war dem vertrauen gewichen und es würde dauern bis sie merken das nichts passiert.

      Schulterzucken ging Tom davon und schaute bei Avalon vorbei er wollte sie nicht Fifi nennen und sie begrüßte ihn mit einem giftigen Blecken der Zähne und angelegten Ohren, ja eine solche Reaktion war ihm definitiv lieber als keine , auch wenn man bei ihr achtgeben musste nicht in Reichweite zu sein denn es war keines Wegs ein Drohen sie machte auch ernst.

      Biene war grade in den Stall gekommen und macht Riesige Augen „ was hat die denn gegen dich?“ Fragte sie Tom verblüfft „ Die hat gegen jeden was das ist leider noch normal bei ihr „ sagte Tom mit einem schiefen lächeln. Biene Jedoch machte jetzt ein verwundertes Gesicht ging zu der Box mit Magic und Avalon hin und kraulte Avalon hinter den Ohren die es genüsslich mit gestellten Ohren genoss.

      Jetzt war es Tom dem die Kinnlade Runter viel „ Na da fress ich jetzt einen Besen hat das Junge Mädel eine Freundin gefunden, da weiß ich ja jetzt wer mit ihr Trainieren kann!“ „ was ich!?“ fragte Biene und war zugleich verwundert als auch glücklich „ ja das würde ich gern, wenn du mir dabei Hilfst ich hab ja nicht so die Ahnung vom tranig beschränke mich da lieber auf ausreiten und meine Heilpraxis „ . Tom nickte und ging mit einem leisen Gruß auf den verschneiten Hof .

      Auf einmal Schepperte und polterte es und ein Pferd schrie dann Biene „ Tom komm Schnell“ er Hechtet wieder rein hatte shcon gedacht das es sich Avalon anderes überlegt hatte aber er fand Biene nicht bei der Quarantäne Box sondern weiter Hinten bei Hidden zumindest wo er sein sollte.

      Der Hengst stand nun Zitternd auf der verschneiten Koppel nicht vor Kälte sondern Anstrengung war der Kerl doch glatt über den Paddock Zaun gesprungen oder geklettert dem krach nach zu urteilen musste er hängen geblieben sein Kopf schüttelt ging ich raus auf die Koppel der Hengst wich mir aus hatte die Ohren aber halb vorgestellte also nahm er mich zumindest war aber man sah auch die Angst also bleib ich stehen „ ok dann bleib halt auf der Koppel vielleicht fühlst du dich da Wohler er ging zurück und öffnende auch bei Fame das Tor zu Koppel der bleib aber da wo er war auch wenn dieser dabei aber die Ohren etwas spitze, Fame hatte im Gegensatz zu Hidden auch was gefressen , hoffentlich kam der Tierarzt Bald und würde den Hengst mal untersuchen.

      Rückkehr ins Ungewisse
      01/2017 | 16.128 Zeichen
      Man mochte es kaum glauben, aber wir hatten inzwischen tatsächlich wieder Plusgrade zu Hause – zumindest vereinzelte. Ab und zu kam auch die Sonne mal raus und lugte hinter den tief hängenden Wolken hervor, aber das war momentan noch eher selten der Fall.
      Das doch relativ schöne Wetter, das zur Zeit hier herrschte, verlor aber jeglichen Reiz, als eines Tages eine Bekannte von damals anrief und mir mitteilte, Michelle wäre wie vom Erdboden verschluckt und das Gestüt wie leergefegt. Eigentlich klang das gar nicht nach meiner ehemaligen Zuchtpartnerin, mit der ich ziemlich viel Zeit verbracht hatte, und umso unglaubwürdiger klang das natürlich für mich. Vergewissern wollte ich mich dementsprechend definitiv, aber meine Anrufe verliefen ins Nichts. Auch weitere Möglichkeiten der Kontaktaufnahme verhießen keinen Erfolg. Seufzend ließ ich mein Handy sinken. Irgendetwas müsste ich mir einfallen lassen.

      „Matthew?“, grummelte ich schlecht gelaunt, als ich am nächsten Morgen die Küche betrat und den Wasserkocher anstellte. Er war schon vor einigen Stunden aufgestanden (ganz so, wie es sich für uns eigentlich gehörte), ich hingegen war erst seit wenigen Minuten auf den Beinen. Nicht einmal im Traum dachte ich daran, auch nur einen einzigen Blick auf die Uhr zu werfen.
      „Hm?“, erwiderte der Schwarzhaarige nur und lehnte sich dann gegen den Küchentresen, in Blickrichtung zu mir. Er nippte kurz an seinem Kaffee und stellte dann die, vermeintlich leere, Kaffeetasse beiseite.
      „Hast du schon eine Idee, wie wir Michelle erreichen können?“ Ich gähnte. Obwohl ich recht früh ins Bett gegangen war, war ich doch mitten in der Nacht mehrmals aufgewacht; Grippe sei Dank.
      Mein Gegenüber schüttelte nur verneinend den Kopf. „Ich werde später mal schauen, was sich machen lässt. Du solltest dich aber nochmal hinlegen, deine Augenringe hängen tiefer als deine Mundwinkel. Wenn das überhaupt möglich ist.“
      Ein gekünsteltes Grinsen zierte mein Gesicht. „Besser?“
      „Nein. Nimm dir deinen Tee und leg dich wieder hin. Ich sag dir Bescheid, sobald ich auch nur einen minimalen Schritt in die richtige Richtung mache. Nimm dir zur Not dein Tablet mit und versuch es selbst noch, aber ruh dich lieber erst einmal aus. Okay?“
      „Okay“, murmelte ich und gab mich somit geschlagen. Vielleicht müsste ich Matthew in diesem Punkt einfach mal vertrauen. Immerhin kannte auch er Michelle ein wenig und eventuell war es auch gar nicht mal so verkehrt, wenn ich mich vorerst aus der Sache raushalten würde.
      Rasch suchte ich mir meinen Salbei-Tee raus und ließ den Teebeutel in das heiße Wasser meiner Tasse sinken. Die nächste Herausforderung stand schon allzu bald hervor: Ich bekam den Honig nicht aus der Verpackung. Eigentlich sollte man meinen, man müsste nur fest genug drücken, aber je fester ich drückte, desto zittriger wurde ich. Als dann einmal kurz was aus der Tube kam, landete es überall – nur nicht in meinem Tee.
      „Lass mich mal“, unterbrach Matthew mich, nahm mir den Honig aus der Hand und füllte ein wenig davon in meine Teetasse. Dann stellte er ihn beiseite, drückte mir die Tasse in die Hand und mich in Richtung Schlafzimmer.
      „Danke“, meinte ich noch leise und wollte ihm gerade einen flüchtigen Kuss aufdrücken, da drehte er sein Gesicht weg und drohte mir mit dem Zeigefinger. „Erst, wenn du wieder gesund bist.“

      Ich hatte es nach nicht allzu langer Zeit schon wieder aufgegeben, irgendetwas herauszufinden. Klar, ich hatte die Adresse vom Gestüt Rosenhof, welches Michelle inzwischen leitete, aber alle angegebenen Telefonnummern trugen nicht zu einer Lösung des Problems bei. Möglicherweise lag es an meinem hohen Fieber, als ich kurzerhand zwei Last Minute Flugtickets erwarb, möglicherweise hätte ich es auch im gesunden Zustand getan. Immerhin war ich auch krank noch schlau genug, sowohl an Matthews Ticket, als auch an einen Rückflug zu denken.
      „Maaaaattheeeeeew!“, rief ich durchs Haus, erhielt jedoch keine Antwort. Mein zweiter Schrei (so konnte man es tatsächlich schon bezeichnen) war da dann schon erfolgreicher. Ein lautes Poltern näherte sich und ich vernahm, wie besagter Mann die Treppe hochstapfte. Kurze Zeit später stand er im Türrahmen und sah mich fragend an. Sein neugieriger Gesichtsausdruck wich aber ziemlich zügig einem „Was hast du da schon wieder getan?!“, als ich ihm frohlockend meine Botschaft mitteilte und ihn dabei entschlossen anstarrte.
      „Wir fliegen übermorgen nach Deutschland!“

      Es war bereits eine ganze Weile her, seit ich Michelle zum letzten Mal besucht hatte. Seitdem hatte sich in der Tat sehr viel verändert; besonders wohl die Atmosphäre auf dem Hof. Während es zum letzten Mal sehr lebendig und heimisch gewirkt hatte, kam ich mir diesmal vor wie in einem schlechten Film. Das Gestüt wirkte wie leergefegt, nur die Pferde auf den Weiden schenkten dem Ganzen einen kleinen Hauch von Lebendigkeit. Der Rest war eher durch Trostlosigkeit geprägt.
      Jeder einzelne der verbliebenen Vierbeiner war mindestens etwas zu mager, sonst hielten sie sich jedoch relativ gut. Ich hatte schon Schlimmeres gesehen, auch wenn es trotzdem – keine Frage – kein schöner Anblick war.
      Morengo war der Erste, den ich wiedererkannte. Der stolze Schimmelhengst, der inzwischen nun schon fast reinweiß war und nur noch leichte Dapples unter dem Dreck zu erkennen gab, bestach mich sofort wieder mit seinem liebevollen Blick. Es hatte für mich zumindest auch den Anschein, als würden alle Pferde draußen auf den Weiden stehen.
      Das Schnauben des Vierbeiners vor mir holte mich aus meinen Gedanken zurück und ich streckte langsam die Hand aus, um zu sehen, ob Morengo zurückweichen würde. Im Gegenteil: Er trat so nahe an den Zaun, wie es ihm nur möglich war und drückte sanft seine samtige Nase in meine Handfläche, merklich auf der Suche nach etwas Zuneigung. Der inzwischen fast siebenjährige Hengst war schon immer so gewesen, liebte die Nähe zum Menschen und ließ sich dies allem Anschein nach auch nicht durch unangenehmere Zeiten streitig machen. Dennoch zerriss es mir das Herz, ihn hier so zu sehen. Der Anblick versicherte mir aber umso mehr, dass irgendetwas Gravierendes passiert sein musste. Michelle noch nie die Art von Person gewesen, die ihre Pferde absichtlich oder guten Gewissens einfach so sich selbst überlassen würde.
      „Keine Sorge, mein Guter“, sprach ich ihm zu und tätschelte liebevoll seinen Hals. „Wir lassen uns da schon noch was einfallen.“ Morengo brummelte leise, als hätte er mich verstanden und stupste mich kurz an. Ich lächelte, dann sah ich mich nach Matthew um. Dieser kam just in dem Moment aus dem Hauptstall und nickte mir zu. Als er auf meiner Höhe war, fing er auch direkt an, mir seine Beobachtungen zu schildern.
      „Die gute oder die schlechte Nachricht zuerst?“
      „… Die gute, denke ich?“ Unruhig biss ich mir auf die Lippe und ermahnte mich selbst im nächsten Moment, damit aufzuhören.
      „Okay“, setzte er an, „sieht so aus, als würden alle Pferden auf den Weiden stehen. In den Boxen standen weder welche noch war sonst … irgendetwas zu sehen.“
      Ich nickte. „Und die schlechte?“
      „Keine Spur von irgendjemandem. Selbst das Namensschild an der Klingel ist mit Edding übermalt worden. Scheint so, als wäre hier schon eine ganze Weile niemand mehr gewesen.“

      Es verging eine ganze Weile. Matthew hatte es geschafft, Morengo tatsächlich zu uns zu holen. Er hatte es mir versprochen und selbst ich hatte mitbekommen, wie sehr er sich seine vier Buchstaben aufgerissen hatte, um es wirklich in die Tat umzusetzen, letztendlich waren all seine Versuche dann aber erfolgreich gewesen. Keine Ahnung, wie er das dann noch geschafft hatte, aber mich sollte es nicht stören.
      Wir hatten auch von einigen anderen Pferden von Michelle etwas mitbekommen, teilweise schienen verschiedene Pferdeforen, bei denen auch wir registriert waren, davon überschwemmt zu werden. Das Geschehene war natürlich wieder gefundenes Fressen für solche, die den Pferde- und besonders den Rennsport verachteten, aber glücklicherweise hielt sich dies noch in Grenzen und ich konnte geflissentlich einen großen Bogen darum machen.
      Besonders traurig machte es mich, als ich davon gehört hatte, dass auch Hidden Flyer betroffen gewesen war, nachdem Eddi ihn wieder an Michelle gegeben hatte. Mehrmals hatte ich Eddi dann aber einreden müssen, dass sie sich keinesfalls die Schuld daran geben sollte, auch wenn sie es mir wohl noch nicht so recht glauben wollte. Zumindest sah es ganz danach aus.
      Besonders glücklich machte es mich dann aber, als ich von einer Rettungsorganisation mit dem Namen „Rescue Horses“ Wind bekam und auf Bilder stieß, auf denen ich auf Hidden Flyer ausmachen konnte. Nach spontanem Kontakt mit der Organisation fand ich heraus, dass er nun bei Nancy Wizzad auf dem Echo Forest Stable stand und dort erst einmal aufgepäppelt werden sollte, bevor man sehen würde, wie es mit ihm weiterging.
      Echo Forest war mir kein unbekannter Name – es war zwar noch nicht ganz so alt wie manch andere, aber für kanadische Verhältnisse lag es ganz um die Ecke. Mindestens ein Tagestrip war es zwar, allerdings hatte ich da schon ganz andere Ausmaße erleben müssen. Dementsprechend hatte ich mich kurzerhand bei Nancy Wizzard gemeldet, um mich zu erkundigen, ob ich mal nach Hidden Flyer sehen dürfte: Persönlich hatte er mir zwar nie gehört, allerdings hatte ich Michelle damals noch mit ihm überrascht und ihn schon relativ früh lieben gelernt. Seither musste ich mit ansehen, wie er immer wieder den Besitzer wechselte. Als er dann irgendwann bei Eddi lebte und schließlich wieder bei Michelle ankam, hatte ich gehofft, das hätte endlich ein Ende.
      Nancy war sich erst nicht ganz sicher, weil Hidden nun noch nicht sehr lange bei ihr war und sich erst einmal eingewöhnen sollte, sagte mir aber zu, dass ich ihn in näherer Zukunft zumindest mal besuchen dürfte. Was dann daraus werden würde, würde sich mit der Zeit noch herausstellen. Aber auch das war schon eine wahnsinnig gute Nachricht für mich! Immerhin könnte ich das kleine, freche Fohlen von damals mal wiedersehen und mir selbst ein Bild davon machen, wie der inzwischen erwachsene Hengst sich so gemacht hatte.

      Matthew war genervt. Er war derjenige, der jetzt den Großteil der Fahrt am Steuer gesessen hatte und bei knapp dreißig Stunden Autofahrt (plus einiges an Pausen) häufte sich das natürlich ganz schön. Selbst schuld – ich hatte sogar angeboten, dass ich fahren könnte, aber obwohl meine Grippe inzwischen fast vollständig weg war und ich nur noch ab und an bei zu großer Anstrengung etwas am Husten war, musste ich mich laut ihm noch auskurieren und durfte keinesfalls Autofahren. Das wäre ja eine „Zumutung“ (um ihn mal zu zitieren).
      Auf dem Echo Forest Stable angekommen, stellten wir unseren Wagen ab und machten uns dann gemeinsam auf die Suche nach Nancy. Stattdessen trafen wir auf eine junge Frau, die sich als Biene vorstellte und uns dann zu der gesuchten brachte. Diese lief gerade durch eine Stallgasse, hielt aber, sobald Biene sie gerufen hatte, inne und kam lächelnd auf uns zugelaufen. Ihr Lächeln war so eines, welches einem direkt das Herz erwärmte, weil es ehrlich war.
      Während wir uns auf den Weg zu Hidden machten, erzählte mir Nancy, wie sie auf den Hengst gestoßen war. Wir tauschten aus, was wir über Michelles Verschwinden wussten, doch viel mehr als wir hatten auch sie nicht in Erfahrung bringen können. Ich erfuhr aber, dass sie kurz vor uns von dem Geschehenen erfahren hatte. Spaziergänger hatten die Rettungsorgansation wohl informiert und so war diese unter anderem auf Hidden aufmerksam geworden. Sie hatten ihn ebenfalls auf einer der Weiden gefunden, wie er schwach und etwas mager dastand und kaum verfolgte, was um ihn herum geschah. Weil sie schon vor uns dort gewesen waren, hatten wir das Vollblut auch nicht mehr gesehen, als wir selbst auf dem Gestüt angekommen waren. Zu diesem Zeitpunkt hatte er schon bei Nancy gestanden.
      Als wir auf dem Paddock angekommen waren, auf dem der Hengst stand, erzählte Nancy mir kopfschüttelnd, wie er an seinem ersten Tag direkt über den Zaun gesprungen war und dann lediglich auf der Koppel stand und nichts weiter getan hatte, außer vor Anstrengung zu zittern. Bei seinem Anblick konnte ich mir vorstellen, wie viel Kraft ihn allein der Sprung gekostet haben müsste. Gut sah der Hengst nicht aus. Seine Knochen stachen leicht unter dem Fell hervor und so ganz interessiert war er an uns nicht. Hie und da hatte er sich die Haut aufgeschürft, allerdings waren es keine offenen Wunden (mehr). Wahrscheinlich hatte er sich auf der Weide bei Michelle noch verletzt. Dem Augenschein nach wuchs das Fell aber hier auch schon wieder etwas nach, zumindest glaubte ich das aus der Entfernung erkennen zu können.
      Unruhig zuckte Hidden hin und wieder mit den Ohren oder schlug mit dem Schweif, zeigte uns aber erst nach einer Weile, dass er uns sehr wohl im Blick hatte. Ab und zu warf er uns einen misstrauischen Blick zu, beließ es aber dabei. Gestresst sah er momentan nicht aus; vielleicht hatte er sich schon daran gewöhnt, wieder öfter von Menschen umgeben zu sein. Dafür war er aber deutlich unterbemuskelt. Hier würde einem ein ganzes Stück Arbeit bevorstehen, ehe man mit dem Hengst wieder ins Training einsteigen könnte. Wieder bei Null anzufangen wäre keineswegs verkehrt.
      Ich stellte mich näher an den Koppelzaun und streckte langsam eine Hand aus, um Hidden auch zu zeigen, dass ich nichts Böses mit ihm vorhatte, praktisch ein Friedensangebot. Der Ausdruck war vielleicht nicht zu einhundert Prozent treffend, aber in gewisser Hinsicht war er auch nicht verkehrt.
      Der dunkle Schimmel ignorierte mich erst geflissentlich, ließ sich aber nach einiger Zeit dann doch drauf ein und wandte sich mir zu. Innerlich jubelte ich hier bereits vor Freude, ließ mir aber rein äußerlich nichts anmerken und sprach dem Engländer stattdessen weiterhin beruhigend zu. Seine Ohren spielten hin und zurück, den Großteil der Zeit schenkte er mir aber seine Aufmerksamkeit. So ganz auf mich einlassen wollte er sich dennoch nicht, was allerdings auch entschuldigt war.
      Mein Gefühl sagte mir, dass ich noch mindestens eine Viertelstunde geduldig dort gewartet hatte, bis Hidden die ersten, nervösen Schritte auf mich zu machte und schließlich nicht weit entfernt von mir stehen blieb. Er blickte mir direkt ins Gesicht und achtete misstrauisch auf jede meiner noch so kleinen Bewegungen, blieb aber stehen. Bis er sich von mir streicheln ließ, dauerte es noch mal etwas, schließlich durfte ich meine Hand aber auf seinen Hals legen – natürlich nur unter strengster Beobachtung seinerseits. Sanft strich ich ihm über das raue, aber für seine Verhältnisse doch recht dichte Fell; während des Winters ohne Decke war ihm nichts anderes übrig geblieben, als zumindest etwas Winterfell anzulegen. Auch, wenn es für kanadische Verhältnisse noch immer ein Witz war.
      Nachdem ich ihn eine ganze Weile streicheln durfte, entschied sich der Vierbeiner, dass es nun auch genug gewesen sei und wandte sich wieder von mir ab. Lächelnd sah ich ihm zu, wie er sich langsam wieder vom Zaun entfernte. Er ließ sich deutlich Zeit damit und überstürzte nichts; immerhin hatte er keine Angst vor uns. Er warf uns noch einmal einen kurzen Blick zu und in diesem Moment konnte ich auch sehen, dass der Hengst ein Kämpferherz hatte. Den Blick hatte mir schon Adona geschenkt, als sie nicht mehr hochgekommen war. Auch für sie wäre das Aufgeben niemals infrage gekommen.
      Für heute sollte es allerdings reichen. Ich bedankte mich herzlich bei Nancy, dass ich Hidden einen Besuch abstatten durfte und fragte noch gleich im selben Atemzug, ob ich ab und zu mal vorbeischneien dürfte. Fast kam ich mir ein wenig aufdringlich vor; atmete aber erleichtert auf, als sie bejahte und antwortete, dass sie es gerade vorschlagen wollte. Ich nickte. „Dann wollen wir mal dafür sorgen, dass es dem Guten bald wieder besser geht“, lächelte ich, sah ein weiteres Mal zu dem Schimmel und drückte Matthew dann meinen Ellbogen in die Seite. „Oder?“
      „Natürlich“, bestätigte er mich und verdrehte nur genervt die Augen, sodass selbst Nancy sich ein Grinsen verkneifen musste.


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      Vertrauen
      01/2017 | 9100 Zeichen
      Vielleicht könnte man mich für verrückt erklären, und wenn man dies tat, dann würde ich demjenigen wahrscheinlich momentan voll und ganz zustimmen. Es war jetzt das zweite Mal innerhalb von nicht einmal zwei Wochen, dass ich mich auf den Weg zu Nancy Wizzard machte, um Hidden Flyer einen Besuch abzustatten. Mein Hof zu Hause beanspruchte dann doch zu viel Zeit, als dass ich es mir hätte leisten können, einige Wochen Urlaub zu nehmen und komplett abzuhauen. Dass es nicht allzu viel Sinn ergab, wenn ich alle paar Tage insgesamt zweieinhalb Tage Autofahrt in Kauf nahm, nur um mich wenige Stunden langen mit Hidden Flyer zu beschäftigen, ging natürlich auch auf die Spritkosten. Matthew hatte es mir innerhalb der letzten Tage oft genug vorgehalten, dass das ganze viel zu viel Sprit verschwenden würde und ich mir doch lieber in der Nähe irgendwo einen Schlafplatz suchen sollte, aber gehört hatte ich auf ihn bisher nicht. Er musste mir erst die letzten drei Tankfüllungen vor die Nase drücken, damit ich mich ergab und uns nicht weit entfernt vom Echo Forest Stable ein kleines Zimmer mietete. Es war wirklich nicht geräumig und ziemlich eng, aber da wir wahrscheinlich sowieso nur hier schlafen würden, würde es bestimmt reichen. Zumindest würde es das, wenn Matthew und ich uns nicht mal wieder gegenseitig an die Gurgel gehen würden.
      Während Matthew und ich also nun ein weiteres Mal die knapp dreißigstündige Fahrt antraten, hatte ich Joline daheim damit beauftragt, sich ein wenig mit den Stuten zu beschäftigen. Beinahe quiekend hatte sie bejaht und sofort Hall of Fame CU für sich beansprucht, während Sophia nur augenrollend danebenstand und sich das Ganze eher widerwillig ansah. Sophia war eigentlich eine recht nette Zeitgenossin, sie hielt aber nicht viel von Gesellschaft während der Arbeit mit Pferden. Irgendwie hatte ich ihr aber wenigstens einen Ausritt mit Fame und Liluye schmackhaft machen können und Sophia, deren liebste Schützlinge unsere Nachwuchspferde waren, kam dann auf die Idee, Flightless Bird noch mitzunehmen. Die junge Stute war inzwischen beinahe drei Jahre alt und war schon mehrmals im Gelände als Handpferd mitgelaufen – was anfangs eher ein Spaß von Sophia gewesen war, hatte sich inzwischen beinahe zu einer Routine entwickelt. Obwohl Leslie ab und zu mal ein wenig frech sein konnte, war sie den Großteil der Zeit doch sehr ruhig und brav; schreckte nur bei zu plötzlichen Bewegungen noch etwas zurück. Die Enkelin von Ocean Water zeigte aber meist eher Charakterzüge ihrer Oma auf und ich persönlich war froh, dass Ocean da doch so gut durchgekommen war.

      Als Matthew und ich bei dem B&B Hotel ankamen, war es schon wieder später Abend. Viel hatten wir nun also nicht mehr zu tun oder konnten wir machen, also war unsere erste Handlung, todmüde ins Bett zu fallen und sofort einzuschlafen. Zumindest war das bei mir der Fall, wie es bei Matthew aussah, konnte ich nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen. Seinem Anblick am nächsten Morgen nach schien er aber auch recht schnell eingeschlafen zu sein; seine Augenringe hielten sich in Grenzen. Normalerweise erkannte man es bei ihm sofort, wenn er nicht ausgeschlafen war.
      Da wir Nancy nicht allzu früh stören wollten, machten wir uns sowieso erst am späten Vormittag auf den Weg zu ihrem Gestüt. Es war von unserem B&B eine knappe Viertelstunde mit Auto; also völlig akzeptabel für kanadische Verhältnisse. Wir hatten Glück gehabt, dass wir eine Unterkunft gefunden hatten, die doch relativ nah am Gestüt lag.

      Auf dem Echo Forest Stable angekommen, trafen wir wieder auf Biene. Inzwischen kannten wir uns sogar, wenn auch nur flüchtig, aber durch meine Besuche in der letzten Zeit wussten wir uns wenigstens mit Namen anzusprechen. Genauso, wie sie auch darüber informiert war, dass ich ab und an vorbeikam, um Hidden Flyer zu beschäftigen. Nancy hatte gesagt, ich müsste ihr nicht unbedingt Bescheid geben, wenn ich mit dem Schimmelhengst etwas machen wollte; ich tat es dennoch lieber. Sonst würde ich mich selbst noch wie ein Eindringling fühlen und genau das wollte ich vermeiden. Angekündigt hatte ich mich für kurze Besuche in den nächsten drei Tagen, danach müsste ich erst einmal sehen, wie es lief und wann wir wiederkommen könnten, um mein eigenes Gestüt und meine eigenen Pferde nicht zu vernachlässigen.
      Nachdem ich uns bei Nancy angemeldet hatte, machten Matthew und ich uns auf den Weg zu Hiddens Paddockbox. Man hatte es tatsächlich geschafft, ihn auf den Paddock zu verfrachten und ihn dazu zu bringen, auch dort zu bleiben, statt wieder über den Zaun auf die Koppel zu springen. Generell bemerkte man doch die Verbesserung seines Zustands. Er stand jetzt seit bald zwei Wochen hier und hatte immerhin schon ein wenig zugelegt, auch sein Verhalten gegenüber dem Menschen besserte sich langsam, aber stetig. Hatte er uns anfangs kaum eines Blickes gewürdigt, so wusste er doch jetzt gut genug, wer ihm nichts tat und wem er ruhig Leckerlis abnehmen könnte. Reiten wollten wir ihn noch immer nicht und bevor wir überhaupt an irgendwas in die Richtung dachten, müssten wir dafür sorgen, dass er seine Muskeln wieder aufbaute. Überhaupt war der Hengst noch immer in seiner Schutzphase; statt, dass großartig mit ihm gearbeitet wurde, wurde er eher verwöhnt. Zu Hause hatte ich mir einige Tipps und Tricks von Gwen mitgeben lassen, was die Bodenarbeit betraf, und genau dieser wollte ich mich heute mit ihm widmen. Immerhin sollte die Bodenarbeit sein Vertrauen noch weiter aufbauen und es vor allem stärken, damit er sein generelles Misstrauen dem Menschen langsam wieder ablegen könnte. Bis das vollkommen erfolgreich wäre, würde es noch eine ganze Weile dauern, aber ich war zum Glück geduldig.
      Hidden drängelte beim Führen noch immer ein wenig. Das englische Vollblut tippelte immer wieder ein wenig nervös auf der Stelle und zeigte ordentlichen Vorwärtsdrang, ließ sich aber grundsätzlich noch einigermaßen händeln. Mit einer ruhigen, aber bestimmten Stimme wies ich ihn immer wieder unermüdlich zurecht und je öfter das passierte, desto eher bemerkte Hidden, dass ihn das Drängeln nicht weiterbringen würde. Stattdessen wurde er etwas gelassener und entspannter während des Führens, weil er auch merkte, dass es gelobt wurde, wenn er sich vernünftig verhielt. Und genau danach suchte Hidden immer wieder: Bestätigung.
      Heute wollte ich mich ganz besonders der Freiheitsdressur widmen. Hidden konnte sich frei bewegen, somit selbst entscheiden, wann es ihm zu eng oder aufdringlich wurde und sich so vielleicht noch etwas sicherer fühlen. Wir begannen mit den Basisaufgaben: Rückwärtsrichten, angehen oder auch, dass er im Schritt neben mir lief. All dies sollte für die ersten Male eindeutig reichen, um den Siebenjährigen auch keinesfalls zu überfordern, aber gleichzeitig auch zu fordern. Es war auch ziemliche Kopfarbeit für ihn, genau das umzusetzen, was ich von ihm verlangte, aber der Hengst schlug sich für die Anfänge wirklich ziemlich gut. Man merkte deutlich, dass er Spaß an der Sache hatte und sich völlig vertiefte, ganz darauf konzentrierte und kaum noch abzulenken war. Am Ende hatten wir es sogar geschafft, dass er nur auf einen feinen Befehl hin einige Schritte rückwärts trat und ich war mehr als stolz auf unsere Fortschritte. Hidden war wahnsinnig aufmerksam während der ganzen Arbeit und ließ sich gerne alles verdeutlichen, achtete genau auf meine Bewegungen und mein Verhalten. Für einen Moment schien alles vergessen.

      Nach einer Weile musste ich mit einem Blick auf die Uhr feststellen, dass schon einige Zeit vergangen war, und so beendete ich die Einheit für den heutigen Tag. Hidden hatte sich gut geschlagen und auch Matthew bestätigte mir dies, als ich mit dem Hengst zu ihm lief. Der Mann hatte uns vom Rand aus beobachtet und zwar ab und zu etwas eingeworfen, sich aber meistens im Hintergrund gehalten. Matthews Meinung war stets eine, die mir sehr wichtig war und die ich zu schätzen wusste, gerade wenn es um das Thema Pferd ging, weshalb mich das Lob von ihm doppelt freute. Alles in allem war es eine sehr erfolgreiche Trainingseinheit gewesen und ich mit dem Tag mehr als zufrieden.
      Hidden wurde zum Abschluss von mir geputzt und ich verbrachte noch einige Minuten allein an seiner Box, während der Hengst genüsslich sein Heu zermalmte, verabschiedete mich dann aber noch von ihm und gab Nancy Bescheid, dass Matthew und ich für diesen Tag verschwinden würden. Natürlich wollte sie wissen, was wir gemacht hatten und wie es gelaufen war, und ich könnte schwören, dass meine Brust mindestens auf das Dreifache anschwoll, als ich ihr alles erzählte. Mein Grinsen reichte bis über beide Wangen und ich strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Auch Nancys Lippen formten sich bei meiner Erzählung zu einem Lächeln und nachdem wir uns dann voneinander verabschiedet und fürs nächste Mal verabredet hatten, stieg ich mit Matthew in den Wagen. Es war inzwischen dreizehn Uhr und pünktlich zur fünften Stunde ohne Essen knurrte mein Magen.
      „Klingt, als wäre ein Mittagessen dringend nötig“, stellte Matthew fest, startete den Wagen und fuhr los.

      Auf gutem Wege
      02/2017 | 4400 Zeichen
      Es war jetzt schon eine ganze Weile her, seit ich das letzte Mal bei Hidden Flyer gewesen war, doch ich wollte es mir nicht nehmen lassen, dem Hengst einen weiteren Besuch abzustatten. Meine Reise würde ich heute aber alleine antreten (müssen) - ich wollte Matthew nicht wieder da mit reinziehen, nur damit er mich auf dem langen Weg unterhielt.
      Auf dem Weg hielt ich jetzt auch in einem kleinen Dorf, welches sich zu meiner Rechten erstreckte, als ich gerade über einen schier endlosen Feldweg fuhr. Die Straße war uneben und der ganze Wagen ruckelte, als ich dort entlang fuhr. Viel schien in dieser Gegend nicht los zu sein, das kleine Städtchen lag still und einsam in der ewigen kanadischen Landschaft. In der Nähe parkte ich mein Auto auf einem unbenutzten Stück Wiese, stieg aus und stapfte in Richtung des Dorfes.
      Dort angekommen, begrüßte mich ein altmodisches, aber sehr gemütliches Stück Land. Es war wirklich ruhig hier, nicht viele Menschen tummelten sich in den Straßen und alles schien, als seien die Bewohner mindestens so alt wie die Stadt.
      Mein Bummel durch den Dorf verlängerte sich spontan zu einem Aufenthalt über Nacht, denn die Herberge hier war beinahe perfekt für meine Ansprüche. Sie war günstig, bot alles Nötige, um eine Nacht gut zu überstehen und war dennoch liebevoll eingerichtet. Die Besitzer kümmerten sich gut um das Haus; das hatte man schon auf den ersten Blick sehen können. Nun würde ich mich aber erst einmal hinlegen und schlafen können, ehe es morgen weitergehen würde.

      Es vergingen am nächsten Tag noch einige Stunden, bis ich auf Nancy Wizzards Hof ankam. Nancy, die mich aus dem Augenwinkel gesehen hatte, stellte ihre Mistgabel beiseite und lief lächelnd auf mich zu, als ich aus meinem Auto stieg und begrüßte mich herzlich. Ich freute mich, wieder hier zu sein und die Möglichkeit zu haben, wieder etwas Zeit mit Hidden zu verbringen, weshalb ich das ehrliche Lächeln nur erwidern konnte. Wir beide unterhielten uns eine Weile über dies und jenes; Nancy berichtete mir von den Fortschritten, die der Hengst während der letzten Zeit gemacht hatte: Das Misstrauen gegenüber dem Menschen schwand täglich ein bisschen, dafür war der Schimmel inzwischen sehr viel ruhiger als zu Beginn. Er schien sich langsam wieder zu dem Hengst entwickeln, der er zuvor gewesen war und allein über diese Tatsache war ich mehr als froh.
      Als wir bei dem Vierbeiner ankamen, konnte ich mir selbst ein Bild davon machen. Hidden hatte schon etwas zugenommen und somit was auf den Rippen, was aus ihm gleich wieder ein wenig mehr Pferd machte. Brummelnd hatte er mich begrüßt, als ich an seine Box herangetreten war, und sofort strahlte ich wie ein Honigkuchenpferd und bis über beide Ohren.
      Ich hatte mir in der Nähe wieder im bekannten B&B Hotel ein Zimmer gemietet, und da es heute schon wieder relativ später Nachmittag war, als ich angekommen war, wollte ich nur einen kurzen Abstecher zu Nancy und Hidden machen, um ihn einfach einmal zu sehen und mich über seinen Zustand zu informieren.
      Offensichtlich machte sich der Hengst prächtig, weshalb es heute bei ein wenig Streicheln und Betüddeln blieb. Ich drehte dennoch einige Runden auf dem Reitplatz mit ihm, natürlich führend, und beschäftigte ihn mit einigen Denkaufgaben, damit das Englische Vollblut etwas beschäftigt wurde. Es waren relativ simple Aufgaben, aber sie erfüllten ihren Zweck: Hidden wurde gefordert und zugleich baute er weiterhin Vertrauen zu mir auf, was natürlich ein recht netter Nebeneffekt war. Man merkte ihm aber auch an, dass er genau diese Beschäftigung brauchte, um sich etwas abzulenken und der Langeweile vorzubeugen, und ihm diese Aufgaben gerade viel Freute bereiteten. Voller Konzentration war er dabei und ließ sich kaum ablenken oder gar irritieren, sondern widmete sich voll und ganz mir.

      Nach gut einer halben Stunde sollte es das für diesen Tag aber auch gewesen sein. Wir hatten heute nicht viel gemacht, aber doch wieder etwas erreicht und machten immerzu Fortschritte; wir bewegten uns langsam, aber stetig in Richtung Ziel. Auch, wenn es nur kleine Schritte waren, immerhin blieben wir nicht auf der Stelle stehen.
      Mit einigen Karottenstücken und einer ausgiebigen Streicheleinheit verabschiedete ich mich für diesen Tag von Hidden und kündigte mich bei Nancy gleich für den nächsten an, sodass ich mich etwas später mit gutem Gewissen auf den Heimweg machen konnte.
    • Samarti
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      Ein Neuanfang
      03/2017 | 5280 Zeichen
      „Guck mal, ich hab ein neues Halfter für Acco gefunden!“, freute sich Gwen, als sie über den Hof hüpfend auf mich zugelaufen kam. Ich war gerade am Boxen ausmisten, als sich dies ereignete, stellte aber die Mistgabel auf, stützte mich darauf und zog eine Augenbraue hoch.
      Acco?
      „Accomplishment!“ Schmollend schob meine Nachbarin die Unterlippe nach vorn und sah mich mit ihrem typischen Welpenblick an. „Nicht gut?“
      Ich hatte das Gefühl, dass sie gleich Wasserfälle heulen würde, wenn ich den Spitznamen für meine Scheckstute nicht akzeptierte, so, wie sie da gerade stand. Ein jämmerliches Häufchen Elend, das nur auf der Suche nach Bestätigung war.
      „Nein. Ganz und gar nicht gut.“

      Es stimmte aber. Accomplishment war inzwischen ziemlich erwachsen geworden und der Name war einfach unfassbar lang, als dass man ihn immer wieder aussprechen könnte. Bereits vor einer Weile hatte ich mich darüber beschwert, dass wir einfach noch nicht dazu gekommen waren, uns einen passenden einfallen zu lassen, und anscheinend hatte Gwen sich das als Anreiz genommen, um sich daheim mit Stift und Papier an den Tisch zu setzen und sich ihre eigenen Gedanken zu machen. Was dabei rauskam, hatte man ja gesehen … jetzt.
      Ich war von so viel Kreativität wirklich, äh, überwältigt.

      Das Halfter war jedenfalls ganz „schlicht“ in den Farben pink und weiß gehalten. Zuerst war ich skeptisch, aber als sowohl Gwen, als auch Elena und Zai bei der Vorführung dabei waren und ich deren Reaktionen beobachten konnte, fand ich es selbst doch ganz süß. Gwen quietschte direkt verliebt auf, während Elena damit begann, dass Acco/Lisha/Accomplishment dann später auch unbedingt ihr weiteres Zubehörzeug in diesen Farben bekommen sollte, dafür würde sie sich persönlich einsetzen und anderes sei auf gar keinen Fall akzeptiert.
      Und Zai? Die verdrehte erst die Augen, gab einen spöttischen Kommentar ab und ließ sich anschließend doch noch von der Begeisterung der Anderen mitziehen.
      Nach der Halfteranprobe für Accomplishment wurde die junge Stute wieder auf ihre Weide geführt (natürlich mit dem schicken, neuen Halfter, das aber selbstverständlich auf der Weide abgenommen wurde, bevor Elena meckern konnte) und ich machte mich mit Matthew auf den Weg zum Nebenstall. Dort standen momentan nur die beiden Vollbluthengste Morengo und Hidden Flyer, wovon letzterer erst vor wenigen Tagen angekommen war. Relativ schnell hatten die Zwei sich wiedererkannt und da sie auch bei Michelle zusammen aufgewachsen waren, durften sie sich auch eine Weide teilen. Inzwischen hatten beide ordentlich zugelegt und sahen auch schon wieder mehr nach Pferd aus. Wir hatten zwar noch immer einen sehr weiten Weg vor uns, doch das wären alles keine riesigen Hürden, wenn alle an einem Strang arbeiteten – und das würden wir wohl irgendwie schaffen.

      Charles war ganz begeistert von unseren Neuzugängen, die natürlich nicht die einzigen beiden Großpferde im Stall bleiben durften. Stattdessen plante ich nun, einige Vollblüter mehr zu uns zu holen; auch PFS‘ Empire of Irony würde sich hier ganz gut machen, sobald sie erst einmal ausgewachsen wäre. Die kleine Porzellanscheckstute hatte sich ebenfalls ordentlich gemacht und sah immer weniger nach einem Fohlen aus, auch das erste Weiß kam schon ein bisschen zum Vorschein.
      Und genau das war der Punkt: Drei von drei Pferden, die kein Deutsches Reitpony waren, waren Schimmel. In ferner Zukunft würde also mein ganzer Nebenstall komplett weiß sein, wenn ich nicht etwas Farbe reinbringen würde.

      Bei Morengo trafen wir auf Charles. Matthew grüßte ihn direkt, während ich nur ein wissendes Grinsen benötigte. Von Morengo bekam er momentan einfach nicht genug, aber wen wunderte das schon – mir ging es da ähnlich. Das englische Vollblut hatte es auch mir angetan, aber Charles aus einem ganz anderen Grund: Er sah in Morengo das Rennpferd, welches den Titel „Pferd des Jahres 2010“ als Hengst für sich hatte erobern können und sogar die Triple Crown gewonnen hatte. Endlich hatten sich die Rennpferde auf diesem Gestüt behaupten können, somit war ein kleiner Traum für den Rennpferdetrainer in Erfüllung gegangen.
      Genau deshalb beschäftigte er sich nur zu gern mit dem Training der Galopper, um beide wieder zu den Pferden zu machen, die sie einst waren; oder ihnen zumindest das zu bieten, was sie beide liebten: den Rennsport. Wahrscheinlich würden beide nun viel mehr im Vielseitigkeitssport unterwegs sein als auf der Rennbahn, aber die Freude daran dürfte man ihnen dennoch nicht nehmen.
      Hidden war sehr viel umgänglicher geworden, auch wenn er sein Misstrauen den Menschen gegenüber noch nicht vollends überwunden hatte. Wir arbeiteten jedoch genug daran und schritten immer weiter fort, und solange er sich mit dem Menschen schon angefreundet hatte, der gerade mit ihm arbeitete, machte er bei der Arbeit auch mit. Man bemerkte deutlich, dass ihm die Arbeit gefehlt hatte. Vor allem die Denkarbeit machte dem Rappschimmel sichtlich Spaß und hatte er sich erst einmal überwunden, konzentrierte er sich auch darauf. Noch immer war er sehr aufmerksam und vorsichtig, ließ sich schnell ablenken und achtete haargenau auf seine Umgebung, doch es waren eindeutige Fortschritte zu erkennen.
      Mal sehen, wie sich die beiden Rennpferde auf einem Reitponygestüt so machen würden.
      Zaii gefällt das.
    • Eddi
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      Tierarztbesuch
      03/2017 | 4654 Zeichen
      Heute stand ein Kontrollbesuch bei einem alten Sorgenkind an. Es war nun bald drei Monate her, dass ich Hidden Flyer zuletzt gesehen hatte und in der Zeit hatte sich viel getan. Nancy Wizzard hatte den Vollblüter Anfang des Jahres gerettet und auf ihrem Hof wieder einigermaßen aufgepäppelt. Dort hatte ich Hidden Flyer auch das erste Mal als jungen Hengst wiedergehen.
      Nun, für meinen zweiten Besuch, führte es mich nach Kanada, direkt zu Elisa Cranfields Gestüt Townsend Acres, denn Hidden Flyer war umgezogen. Nancy hatte sich also zwischen den potenziellen Interessenten entschieden und die Wahl war auf Elisa gefallen und das war definitiv keine schlechte Wahl gewesen.
      Es war noch früh am Morgen, als ich bereits auf dem großen Gestüt ankam. Ich mochte Townsend Acres und Elisa investierte auch immer viel Zeit und Mühen in die Umsetzung ihrer Ideen. Auf dem Hof wurde ich von Joline in Empfang genommen und herzlich begrüßt. Gemeinsam mit ihr ging es dann Richtung Nebenstall, das kleine, aber feine Areal für die Vollblüter des Gestütes.
      Im Stall trafen wir jedoch niemanden an und so führte Joline mich irritiert einmal um das Gebäude herum, hinter zu den Weiden. Am Zaun einer großen Wiese entdeckten wir dann Elisa und einen älteren Mann, er sah aus wie einer dieser typischen Galopptrainer und Joline bestätigte meine Vermutung, als sie mir Charles vorstellte.
      „Oh! Ich habe dich glatt vergessen!“, entschuldigte sich Elisa grinsend und drehte sich erneut zu den beiden Schimmeln um, welche zufrieden grasend auf der Weide standen. „Ich habe gerade mit Charles über die Zukunft von Morengo und Hidden Flyer gesprochen“, erklärte sie fröhlich und auch musterte die beiden Vollblüter.
      Beide Hengste und Schimmel, auf der inzwischen grünen Wiese gaben sie ein herrliches Bild ab. Inzwischen sah man Hidden seine sieben Jahre auch an, er war schon wesentlich besser bemuskelt, das Fell glänzte und er hatte einen viel wacheren Ausdruck.
      Elisa schlüpfte mit einem Strick unter dem Zaun hindurch und sammelte den Apfelschimmel ein. Als sie mit ihm die Weide verließ, schloss ich mich dem Paar an und wir gingen gemeinsam zum draußen liegenden Putzplatz. Dort band Elisa Hidden an und ich musterte ihn ausgiebig. „Er hat sich echt gemacht“, meinte ich zufrieden und Elisa nickte begeistert.
      Eine neue Rasse hatte ihr Herz erobert, so dass Townsend Acres wohl nicht länger ein reines Reitponygestüt bleiben würde. Doch nun widmete ich mich dem Grund, wegen welchem ich gekommen war: Hiddens Gesundheit.
      Ich hatte ihn sowohl auf der Weide als auch auf dem Weg hierher im Schritt beobachten können und er lief taktklar und locker, so dass ich mir da keine Gedanken machte. Deshalb warf ich direkt einen Blick in Ohren, Augen und Maul. Dort war aber alles in Ordnung, so dass ich direkt Herz und Lunge abhörte.
      Abschließend kontrollierte ich noch die Körpertemperatur und tastete Wirbelsäule und Beine ab. „Einwandfrei“, grinste ich Elisa an und sie nickte fröhlich. Das letzte Mal hatte ich wegen seines schlechten Zustandes auf die Impfungen verzichtet, heute würde Hidden jedoch einmal komplett fertiggemacht werden.
      Vier Impfungen erwarteten den Hengst, denn es mussten dringend alle aufgefrischt werden. Elisa positionierte sich am Kopf des Hengstes und redete beruhigend auf ihn ein. Hidden wurde gegen Influenza, Tetanus, Herpes und Tollwut geimpft und jede Spritze nahm er mit einer unglaublichen Ruhe hin. Dafür gab es dann auch ausgiebig Lob.
      Da wir nicht wussten wie Hidden vorher gelebt hatte, gab es für ihn direkt nochmal eine Wurmkur, nach drei Monaten war das generell ok und bei ihm zur Vorsorge sicherlich auch besser, wer weiß, was er noch mit sich herumschleppte. So gingen wir auf Nummer sicher.
      Abschließend nahm ich Hidden noch etwas Blut für ein neues Blutbild ab, denn im Januar waren einige Werte echt im Keller gewesen. Daher hatte Elisa sich auch an einen speziellen Futterplan gehalten, so dass die Mängel inzwischen ausgeglichen sein müssten.
      „Er sieht echt top aus und wenn das Blutbild nichts Anderes sagt, könnt ihr ihn auch ab sofort angepasst an sein Training füttern. Ich würde nämlich sagen, damit dürft ihr jetzt anfangen“, meinte ich und Elisa grinste von einem Ohr zum anderen, denn genau das war die gute Nachricht, die sie sich erhofft hatte.
      Auch Charles hatte mein Urteil gehört und man merkte sichtlich, wie er in Gedanken schon Futter und Training aufstellte. Hidden hätte es wohl nicht besser treffen können und ich konnte ihn heute als gesunden und fitten Patienten verlassen. Ich erneuerte noch den Impfpass des Hengstes und dann verabschiedete ich mich auch schon, um mich auf den Heimweg zu machen.

      Blutbild
      Hämatokrit (l/l) 0,40
      Erythozyten (T/l) 8,1
      Hämoglobin (mmol/l) 9,3
      MCV (fl) 47
      MCH (fmol) 0,9
      MCHC (mmol/l) 20,1
      Leukozyten (G/l) 4,8
      Thrombozyten (G/l) 506

      Elektrolyte
      Natrium (mmol/l) 139
      Kalium (mmol/l) 3,1
      Chlorid (mmol/l) 101
      anorg. Phosphat (mmol/l) 1,6

      Mineralstoffe und Spurenelemente
      Magnesium (mmol/l) 0,8
      Calcium (mmol/l) 2,9
      Eisen (µmol/l) 20
      Kupfer (µmol/l) 18
      Selen (µmol/l) 02,6

      Auswertung
      Das Blutbild zeigt keine Auffälligkeiten.
      Samarti gefällt das.
    • Samarti
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      Die Flucht vor Verantwortung
      05/2017 | 1256 Zeichen
      Hauptstall: Accomplishment, Ace of Clubs, Beverly, Hall of Fame CU, Liluye, Liberté’s Nessaja, Ocean Water, Pina, Très Jolie
      Südstall: Allelujah, Avanti, Cardillac, Chesmu, Intoxicated, Levi, Tenacious
      Weststall: Aponi, Flightless Bird, Pamuya, PFS‘ Empire of Irony
      Nebenstall: Morengo, Hidden Flyer

      „Ich will noch nicht aufstehen“, grummelte Matthew genervt und zog sich die Bettdecke wieder über den Kopf, als ich sie ihm gerade entreißen wollte.
      „Wir haben verschlafen“, klärte ich ihn gütiger Weise auf und strafte ihn mit einem vorwurfsvollen Blick. „Du hast noch viel zu tun heute, denk dran.“
      Plötzlich schlug der Mann die Bettdecke entrüstet ans Fußende. „Ich? ICH?! Das ist DEIN Hof, schon vergessen?“
      „Nö, aber mit dem Titel als Gestütsleiter kommen gewisse Verantwortungen auf dich zu, Matthew. Dem hättest du dir vorher bewusst sein sollen.“
      „Ich bin das eh nur, damit du einen Grund hast, meinen Nachnamen als Gestütsnamen zu nehmen.“
      Ich seufzte. Ja, vielleicht hatte er da Recht. Aus einem anderen Grund hätte ich Matthew niemals mehr Verantwortung überlassen. Als ich das Zimmer wenige Minuten später verließ, um mich fertig zu machen, hörte ich vom Bett aus schon wieder ein tiefes, gleichmäßiges Atmen.
      Wenigstens schnarchte er nicht.
      Eddi gefällt das.
    • Samarti
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      Reitponysammelstelle

      11/2017 | 711 Zeichen
      Hauptstall: Accomplishment, Ace of Clubs, Beverly, Devina, Kiss me Quick, Liluye, Liberté’s Nessaja, Liscalina, Ocean Water, Pina, Très Jolie
      Südstall: Allelujah, Avanti, Cardillac, Chesmu, Intoxicated, Levi, Tenacious
      Weststall: Aponi, Flightless Bird, Pamuya
      Nebenstall: Hidden Flyer, Morengo, PFS‘ Empire of Irony, Shrinking Violet

      Ein eigenes Gestüt zu führen war anstrengend.
      Noch anstrengender war es, wenn der Pferdebestand gefühlt täglich wuchs und man (mal wieder) zum absoluten Reitponymessi wurde. Immerhin hatte ich inzwischen ganze vier Pferde anderer Rassen bei mir stehen, sodass es wenigstens nicht mehr nur Deutsche Reitponys waren.
      Aber die Zahl stieg weiterhin.
      Es (ich) war schrecklich.
    • Samarti
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      Dumm, dümmer, Matthew
      05/2018 | 840 Zeichen
      Hauptstall: Accomplishment, Ace of Clubs, Beverly, Casey, Devina, Kiss me Quick, Liluye, Liberté’s Nessaja, Liscalina, Ocean Water, Pamuya, Pina, Très Jolie, Yuki
      Südstall: Allelujah, Avanti, Cardillac, Chesmu, Intoxicated, Levi, Sacramento, Sergeant Reckless, Sonic Syndicate, Tenacious, Burnin' Unbridled Dreams
      Weststall: Aponi, Flightless Bird
      Nebenstall: Hidden Flyer, Morengo, PFS‘ Empire of Irony, Shrinking Violet

      Matthew war so nervig! Nie konnte man ihm irgendeine Aufgabe überlassen, für die er dann die Verantwortung übernahm. Heute war es die Weideeinteilung gewesen, die zwar seit Monaten feststand, Matthew aber mal wieder verpeilt hatte. Obwohl unsere Grüppchen bei den Hengsten immer dieselben waren, brachte meine rechte Hand es zustande, fast alles komplett durcheinander zu bringen. Ich konnte es kaum fassen, als ich morgens (um 12...) raus ging, um nach allen zu sehen, und Allelujah und Cardillac zusammen standen und sich rauften. Die beiden waren Paradebeispiele für Hengste, die sich einfach nicht ausstehen konnten, weil sie beide immer die Nummer 1 sein mussten.
      Nachdem ich mit Jolines Hilfe alles wieder richtig organisiert hatte, stampfte ich wütend ins Haus und direkt auf unser Büro zu.
      Der sollte sich auf was gefasst machen.
    • Samarti
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      Wow, wir haben keinen Bock auf diesen Knochenjob
      11/2018 | 1960 Zeichen
      Townsend Acres
      Hauptstall: Accomplishment, Ace of Clubs, Beverly, Casey, Devina, Kiss me Quick, Liluye, Liberté’s Nessaja, Liscalina, Ocean Water, Pamuya, Pina, Très Jolie, Yuki
      Südstall: Allelujah, Avanti, Cardillac, Chesmu, Intoxicated, Levi, Sacramento, Sergeant Reckless, Sonic Syndicate, Tenacious, Burnin' Unbridled Dreams
      Weststall: Aponi, Flightless Bird

      Nebenstall: Hidden Flyer, Morengo, PFS‘ Empire of Irony, Shrinking Violet


      Gut Sanssouci
      Hengste im Sport: Räuberfürst, Rockford, Paint it Black, Real Steel, Romerico, Liberté’s Cresant Moon
      Stuten im Sport: Noell, Räubertochter, Show me Heaven, Lichterloh, Dark Chocolate, Long Island Icetea
      Hengste in der Zucht: Dark Decission, Dark Intention, Cloud Nine, Burnin’ Diome, Flavor of the Weak, Flavor of the Month, Clouded Sky, Kalzifer, Csíny, Császári
      Stuten in der Zucht: Colored Belle, Dark Jewel, Minstrel, Alors on Chante, Ékes, Colour GH’s Baila Conmigo, Rockabella, Golden Lights, Jacarta, Dark Rubin, Tavasz, Poppysmic
      Nachwuchspferde: Crescent Jewel, Golden Cascade, Dajeen, Weltwunder, Couleur du Deuil, Éllovas

      Aufzuchtskoppel: Abendsonne, Flavored Coffee, Darkest Hour, Clouded Mind, Cover the Stars, MIllenium Falcon


      - POV: Matthew -
      Elena und Elisa saßen mal wieder mit Wein vorm Kamin. Getan hatten sie heute (wie immer) nichts. Nate, Collin und ich mussten die Pferde versorgen. Alle 46 plus 34 Pferde. Zitat Elena: „Sind das genau 100?“ – Es war also sehr viel Wein. Zu viel. Natürlich hatten wir unseren Job sehr gut gemacht, auch wenn die Turniersaison vorbei war. Aber wir wurden nicht fürs Rumstehen bezahlt. Das betonten die beiden sehr, sehr, SEHR oft. Während sie frauenverachtende Rap- … äh… -videos schauten, waren wir gerade fertig mit den letzten Pferden und freuten uns auf den Feierabend und ein kühles Bier ausnahmsweise, weil wir ja verantwortliche Erwachsene waren. Im Gegensatz zu den bescheuerten Deppen. Wie dem auch sei, alle waren versorgt. Gemistet, geritten und gepflegt.
      Ciao, euer Matthew!
    • Samarti
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      Serienmarathon
      04/2019 | 332 Zeichen
      Townsend Acres
      Hauptstall: Accomplishment, Ace of Clubs, Beverly, Casey, Devina, Kiss me Quick, Liluye, Liberté’s Nessaja, Liscalina, Ocean Water, Pamuya, Pina, Très Jolie, Yuki
      Südstall: Allelujah, Avanti, Cardillac, Chesmu, Intoxicated, Levi, Sacramento, Sergeant Reckless, Sonic Syndicate, Tenacious, Burnin' Unbridled Dreams
      Weststall: Aponi, Flightless Bird
      Nebenstall: Hidden Flyer, Morengo, PFS‘ Empire of Irony, Shrinking Violet


      Momentan hatte ich nichts Besseres zu tun, als stundenlang im Bett zu liegen, Pferde-Browserspiele zu spielen und über alles nachzudenken. Darüber, wie Matthew sich draußen um die Pferde kümmerte und das Gestüt schmiss, weil ich keinen Bock mehr hatte. Es war öde geworden. Ziemlich öde. Zum Glück griff er mir immer unter die Arme.
    • Samarti
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      Morgenmuffel
      09/2019 | 388 Zeichen
      Townsend Acres
      Hauptstall: Accomplishment, Ace of Clubs, Beverly, Casey, Devina, Kiss me Quick, Liluye, Liberté’s Nessaja, Liscalina, Ocean Water, Pamuya, Pina, Très Jolie, Yuki
      Südstall: Allelujah, Avanti, Cardillac, Chesmu, Intoxicated, Levi, Sacramento, Sergeant Reckless, Sonic Syndicate, Tenacious, Burnin' Unbridled Dreams
      Weststall: Aponi, Flightless Bird, Yellowjacket
      Nebenstall: Hidden Flyer, Morengo, PFS‘ Empire of Irony, Shrinking Violet


      Blitzschnell zuckte ich mit dem Finger in Richtung Nase. „Nase!“
      „Elisa.“
      „Ich bin allergisch! Die Pferde sind dein Job.“
      Seufzend verdrehte Matthew seine Augen, zog sich seine Stallsachen an und knallte die Tür hinter sich zu. „Pff, immer diese Morgenmuffel“, grummelte ich leise vor mich hin, zog die Bettdecke wieder nach oben und drehte mich auf die andere Seite, um weiterzuschlafen
      .
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  • Album:
    2.4 - Nebenstall
    Hochgeladen von:
    Samarti
    Datum:
    2 März 2017
    Klicks:
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    Kommentare:
    13

    EXIF Data

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    383 KB
    Mime Type:
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    Rufname: Hidden
    geboren: April 2010 | Alter: 7 Jahre

    aus der: Saphira
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    Rasse: Englisches Vollblut
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Rappschimmel
    Stockmaß: 166 cm

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    Beschreibung:

    Hidden Flyer - der Name eines dunkelgrauen Fohlens, welches von zwei großartigen Vollblütern abstammt. Ein Fohlen mit außergewöhnlichen Abzeichen, in dem sicherlich, wie sein Name schon sagt, großes Talent verborgen liegt. Auf Hidden Flyer werden große Hoffnungen gesetzt. Sicherlich wird er einmal ein wundervolles Pferd werden, welches eine weitere Bereicherung in unserer kleinen Welt sein wird. Wir sind gespannt, welches Talent in diesem Fohlen schlummert.

    Hidden Flyer kam in einer sehr schlechten, vernachlässigten Verfassung zu uns, dementsprechend misstrauisch war der Hengst anfangs auch. Inzwischen arbeit er gern mit, benötigt aber ein wenig Unterstützung, weil er ein sehr sensibles Pferd ist. Er braucht eine selbstbewusste Bezugsperson, an der er sich orientieren kann, und die ihm Halt gibt. Hat er erst einmal Vertrauen gefasst, was eine Weile dauern kann, ist er ein sehr aufmerksames Pferd, das es seinem Menschen eigentlich nur recht machen möchte.

    Hidden ist sehr viel umgänglicher geworden, auch wenn er sein Misstrauen den Menschen gegenüber noch nicht vollends überwunden hat. Solange er sich mit dem Menschen schon angefreundet hatte, der gerade mit ihm arbeitete, machte er bei der Arbeit auch mit. Man bemerkt deutlich, dass ihm die Arbeit gefehlt hatte. Vor allem die Denkarbeit macht dem Rappschimmel sichtlich Spaß und hat er sich erst einmal überwunden, konzentriert er sich auch darauf. Noch immer ist er sehr aufmerksam und vorsichtig, lässt sich schnell ablenken und achtet haargenau auf seine Umgebung, doch es sind eindeutige Fortschritte zu erkennen.


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    eingeritten [] | eingefahren []
    Reitstil: Englisch

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    Galopp E | Dressur E

    Platzierungen

    --

    zur Zucht zugelassen []
    steht als Deckhengst zur Verfügung []
    Momentane Punktzahl: 6 (8)

    Gencode: Ee aa Gg
    Carenté-Pferd [
    ]
    Decktaxe: n. v.

    Besitzer: Samarti
    Ersteller: sweetvelvetrose

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    gechippt []

    Letzte Kontrolle: 01/2017
    Letzte Impfung: 01/2017 | Letzte Wurmkur: 01/2017

    beschlagen []

    Letzte Kontrolle: n. v.

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    Fohlenversion |
    Version 1 | Offizieller Hintergrund

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