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Eddi

He's called Trüffel

Welsh B ♂ gekört

He's called Trüffel
Eddi, 20 Dez. 2020
AliciaFarina gefällt das.
    • Eddi
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      Ankunft von Trüffel
      30. Juni 2014
      „Es fällt mir wirklich nicht leicht.“ seufzte moehrchen, während sie mich über ihr kleines, aber feines Gestüt führte. Sie schaffte die Arbeit mit den Pferden nicht mehr und war gerade dabei, ihren Hof aufzulösen. Durch Zufall und durch das Internet, hatte ich ihre Verkaufsanzeige entdeckt und mich direkt auf den Weg zu ihr gemacht.
      Einerseits kannte ich moehrchen schon lange und würde sie in der Pferdebranche vermissen, andererseits wusste ich, dass sie potenzielle Pferde für meine Zucht besaß. Ich erzählte ihr von meinem großen Gestüt und den bisherigen Plänen, sie grinste mich an. „Folge mir, ich habe da definitiv das richtige für dich.“
      Auf der Fohlenweide erwartete mich schon die erste Überraschung. „Na? Kennst du ihn noch?“ fragte moehrchen neugierig und holte einen jungen Hengst an den Zaun.“Das ist Trüffel!“ rief ich entzückt und ließ den Hengst kurz an meiner Hand schnuppern, ehe ich ihn zu kraulen begann. Inzwischen war aus dem süßen und kleinen Fohlen von damals ein stattlicher Kerl geworden und er würde ideal in meine kleine Welsh Zucht passen. „Ich nehme ihn nur zu gern!“ meinte ich lächelnd, doch moehrchen war noch nicht fertig.
      Neugierig hatte sie mir bei meinen Plänen über die Lewitzerzucht zugehört und noch einmal nachgefragt, ob man diese wirklich mit Reitponys veredeln könne. Nun stand da die Zuchtstute vor mir, welche ich mir erst noch gestern Abend gewünscht hatte, nachdem Vertigo zu seiner ersten Stute gefahren worden war!
      Naimibia war eine wunderschöne Fuchsscheckin, welche einfach nur ideal für eine Lewitzerzucht wäre. „Das Interesse an ihr ist doch bestimmt groß, oder?“ meinte ich mit gerunzelter Stirn, denn in unserer Gegend gab es einige Reitponyliebhaber und auch andere, die in Richtung Lewitzer gehen wollten. „Schon, aber bei dir wähne ich sie in den besten Händen.“ meinte moehrchen und erzählte mir etwas über den Charakter der Stute.
      „Ein wahrer Traum.“ seufzte ich glücklich und bot moehrchen für beide 20.000 Joellen. Grinsend schlug sie ein und der Kauf war getan. Bei einem Käffchen klärten wir noch den Papierkram, alias Kaufvertrag und Pferdepass und dann waren wir auch schon so weit. In ferner Vorahnung war ich direkt mit Hänger angereist, so dass ich nicht zweimal fahren musste.
      Wir luden die beiden Vierbeiner geschwind ein und beobachteten noch ein wenig, ob sie sich wirklich vertrugen. Als ich mir dann sicher war, dass alles gut laufen würde, verabschiedete ich mich von moehrchen und wünschte ihr noch viel Glück für ihren weiteren Weg, sie würde das schon schaffen!
      Zu Hause waren natürlich alle wieder neugierig, was sich denn da im Hänger versteckte und kurz nachdem ich beide Pferde ausgeladen hatte, kam mein Team gar nicht mehr aus dem Staunen heraus. „Da weiß man gar nicht, wen man hübscher finden soll!“ meinte Meg begeistert, welche beiden Pferden die Stirn kraulte.
      „Wäre trotzdem lieb, wenn du Trüffel auf die kleinere Weide hinter dem Stall bringen könntest.“ meinte ich grinsend und drückte ihr den Strick in die Hand. Mit Naimibia ging ich in die andere Richtung und brachte auch sie auf ihre eigene Weide.
      Für die ersten Tage würden sich beide erst einmal so einleben dürfen und die Nächte noch in den Boxen mit den großen Paddocks verbringen, denn so hatte ich sie besser im Blick. Danach würde ich sie allmählich in die großen Sommerherden eingliedern. Dabei war ich mir sicher, dass das definitiv kein Problem werden würde. Doch für heute durften sie erst einmal noch über die Weiden toben und ihr neues Heim erkunden.
    • Eddi
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      Zweite Fohlenschau
      14. Juli 2014
      Selbstbewusst wie eh und je stand der kleine Hengst neben mir und betrachtete neugierig das rege Treiben um uns herum. Es war nicht seine erste Fohlenschau, sogar Schönheitswettbewerbe hatte er schon erfolgreich bestanden. Diese Tatsache machte mich leider nicht entspannter, wie immer war ich total aufgeregt und zappelig. Selbst meine Freundin konnte mich da nicht mehr beruhigen, das Ganze würde sich erst legen, wenn wir unsere Vorstellung hinter uns hatten.
      „Startnummer 04, Eddi Canary mit He's called Trüffel!“ wurden wir aufgerufen und mein Atem ging kurz vermehrt schneller. Doch Trüffel ließ sich davon gar nicht beeindrucken, denn stolz schritt er neben mir her, als wir kurz vor der Halle antrabten, um in einem schönen lockeren Arbeitstempo zu X zu laufen. Dort hielten wir an und grüßten die Richter, wobei Trüffel vorbildlich geschlossen da stand wie eine Statue und nur seine Ohren sich hin und her bewegten.
      Ein leichtes Zupfen und schon startete er wieder in seinem schönen schwungvollen Trab. Die gute Aufrichtung und Aktion in den Gangarten verdankte er seinem Stammbaum, ebenso das Talent, sich auch so präsentieren zu können. Um ein wenig Abwechslung einzubringen, führte ich ihn eine doppelte Schlangenlinie, in welcher Trüffel noch mehr aufging, denn er liebte es schon jetzt, sich auch in Wendungen zu präsentieren. Unten bei A angekommen, blieb ich auf dem unteren Zirkel und schnalzte kurz mit der Zunge.
      Sofort fiel Trüffel in seinen atemberaubenden Galopp, welcher das gesamte Publikum staunen ließ, denn solch eine Bergaufgaloppade sah man bei einem jungen Hengst schon seltener. Ich drehte mit ihm zwei Zirkelrunden und ging dann auf die ganze Bahn, um ihn auch noch auf der langen Seite zu präsentieren, ehe wir bei C durch parierten. Erst zum Trab, wobei er noch einmal ausdrucksstark bewies, wie schön er laufen konnte und dann in den Schritt.
      Nach der aktiven Phase so eben brauchte ich als Mitläuferin eine kleine Verschnaufpause. Währenddessen durfte Trüffel nun auch seine dritte Gangart zeigen. Im Schritt trat er deutlich über und zeigte sich von seiner besten Seite. Er war einfach ein talentierter Kerl! Wir schritten über die Diagonale und wechselten so die Hand, um auch noch zu zeigen, dass auch die andere Seite sehr gut klappte. Kurz darauf bogen wir auch schon auf die Mittellinie ab und hielten bei X.
      Ende der Vorstellung war jedoch noch nicht, stattdessen löste ich die Führkette und entließ den Hengst in die Halle. Trüffel nutzte sofort seine Chance und man sah deutlich, wie er die Aufmerksamkeit genoss, als er im Trab und Galopp durch die Halle schwebte.
      Aber auch Gehorsam gehörte zu einem guten Zuchthengst und so stand es außer Frage, dass Trüffel schon auf den kleinsten Pfiff aus meiner Richtung reagierte und zu mir zurückkam. Ich kraulte ihm kurz lobend die Stirn und klinkte die Führkette wieder ein. Eine kleine Volte brachte uns wieder geradlinig auf die Mittellinie und wir verabschiedeten uns von den Richtern.
      „Einfach perfekt!“
    • Eddi
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      Der Sommer ist da!
      29. Juli 2014
      Als ich heute Morgen aufstand, schien bereits die Sonne leicht durch meine Gardinen. Lächelnd schlug ich die Decke auf und sprang aus dem Bett. Mein Kater war auch direkt wach und folgte mir schnurrend mit ins Bad. Während ich duschte und mich fertig machte, putzte er sich gründlich. Eine halbe Stunde später waren wir fertig und liefen hinunter in die große Küche. Heute waren wir ausnahmsweise mal die ersten. Also gab es für meinen Kater sein Futter und ich schob die Brötchen in den Backofen. Danach machte ich die Kaffeemaschine fertig und machte den Wasserkocher für den Cappuccino an. Nun kochte ich noch die Eier und während alles so verlief wie es geplant war, deckte ich den Frühstückstisch. Pünktlich um acht kam mein gesamtes Team zusammen und wir frühstückten gemeinsam. Mia hatte die Post hineingeholt und verteilte die Briefe an die jeweiligen Empfänger. Ich hatte eine Postkarte meiner guten Freundin Lea erhalten, welche gerade ihren Urlaub an der Ostsee genoss. Lächelnd las ich ihre Worte, wenn sie nur wüsste was momentan hier los wäre. „Wir müssen heute die Jungpferde noch umweiden, sonst können die Bauarbeiten nicht beginnen.“ meinte Tom und ich nickte ihm zu. „Ja das machen wir heute.“ erklärte ich und hatte in Gedanken schon den heutigen Tagesablauf geplant. „Tamzin, Mia? Ihr fahrt heute aufs Turnier, richtig?“ hakte ich noch einmal nach, eigentlich wollte ich nur schauen, dass jeder wusste, was los war. „Ja, genau. Ich nehme Taktlos und Muskat mit.“ meinte Mia. „Talulah wollte wegen der Versorgung mitkommen, ansonsten habe ich eben Alazar und Vertigo dabei.“ fügte Tamzin hinzu. Ich nickte den beiden zu und gähnte leicht. Genüsslich biss ich in mein Brötchen und trank einen Schluck Cappuccino. „Wie geht es den Fohlen?“ fragte ich in die Runde und bekam direkt eine Antwort. „Nüsschen geht es wunderbar und Rosewell ist zwar noch schüchtern, aber ihr geht es bestens.“ erklärte Meg mir. Sie liebte Fohlen und war nur zu gerne bei den jungen Pferden unterwegs. Wir frühstückten zu Ende und dann machten wir uns auch schon an die Arbeit, denn die kommenden Wochen würde auf dem Gestüt viel los sein. Momentan bauten wir nämlich um, so dass es gar nicht so leicht war, für alle Pferde eine neue Weide zu finden, ohne den Bauarbeiten im Weg zu stehen. Aus diesem Grunde mussten die Jungpferde jetzt auch weichen. Also begannen wir unseren Tag mit Weide bauen. Es mussten insgesamt zwei Weiden her, damit wir Hengste und Stuten trennen konnten. Eine Stunde verbrachten wir damit und dann waren die großen Weiden am Rande des Waldes fertig. Nun hieß es die Jungpferde holen. Mit Halftern bewaffnet machten sich Tom, Meg und ich auf den Weg. Ich schnappte mir Prazzy's Goldbell, Feuervogel und Painted Blur, Tom fing sich Altyn und He's called Trüffel und Meg nahm schon die zwei Stuten Hollybrook's Fairy Bluebird und Joyce mit. Der Weg zu den neuen Weiden war weit und das nutzten die Hengste zu gern zum toben aus. Ich war froh, als wir dann endlich die erste Ladung drüben hatten. Nun liefen wir noch einmal um noch Hollybrook's Tiny Girl, Raunchy's Limited, Quintesse of Xaras, Rosewell und Shawneé zu holen. Danach waren wir sogar schon fertig. Während Meg und Tom die alten Weiden abbauten, lief ich zu unserem Stallgebäude. Momentan waren dort alle Mutterstuten mit Fohlen aufgestallt, allerdings wollte ich auch diesen Auslauf gönnen. Als erste halfterte ich Khiara El Assuad auf und brachte sie gemeinsam mit ihrem kleinen Stutfohlen Khaytara El Assuad auf die Weide vor dem Stall. Danach holte ich noch Napayné und Nesquik, unsere Welshstuten. Nandalee und Applaus waren voller Tatendrang und hüpften aufgeregt nebenher und freuten sich riesig auf Khaytara. Fröhlich jagten die kleinen Fohlen über die Weide, während die Stuten friedlich nebeneinander grasten. Nun holte ich noch Mokka mit ihrem frisch geborenen Fohlen Mon petit écrou aus dem Stall und ließ sie heute auf eine der kleineren Weide, denn noch wollte ich die beiden lieber alleine lassen, nur Mokkas beste Freundin Sonja durfte bisher mit zu ihr und dem Fohlen, weshalb ich die drei gerne zusammen stellte. Nachdem auch diese Pferde versorgt waren, nun konnte ich mich nicht länger drücken, denn die Bauarbeiter rückten an und direkt kam der Chef zu mir. Gemeinsam brüteten wir über den Plänen und diskutierten über die Aufteilungen. Ich wollte meinen Pferden ein anderes Leben gönnen und baute deshalb das gesamte Gestüt um. Es sollen zwei neue Paddocktrails und drei Aktivställe gebaut werden. Hinzu kommen sollten fünf Mini-Offenställe, in welchen immer nur 2-3 Pferde leben würden und zu guter Letzt noch einige Doppelboxen mit großen Paddocks für Gästepferde oder auch für unsere Pferde, wenn etwas großes anstand. Mein Team unterstützte mich dabei tatkräftig und schon bald würden die Umbauten fertig sein. Ich musste nur noch die neuen Herden einteilen und dann würden die Pferde auch schon bald auf ihre neuen Weiden ziehen dürfen. Aber heute waren wir davon noch weit entfernt. Lächelnd schlenderte ich über das Gestüt und verabschiedete Mia und Tamzin, sie würden erst heute Abend wieder zurückkommen. Ich entschied mich stattdessen, zu unseren Zwergen zu schauen. Also schnappte ich mir in der Futterkammer sechs Möhren und wanderte zu den Weiden, wo Werina, Mondscheinsonate, Weihnachtswichtel und Little Chocolate Chip standen. Als ich sie rief, kamen sie sofort angesaust und holten sich ihr Leckerchen ab. Danach schaute ich bei den Jungs Heartbreaker und Window vorbei und auch sie bekamen noch eine Möhre. „Guten Appetit, meine Lieben.“ meinte ich lächelnd und ging dann, denn im Stall stand die Teambesprächung an, wer nun was machen würde. Judi wollte heute mit Carachillo und danach mit Capriciasso zur Geländestrecke und die beiden trainieren. Danach würde dann eine Springstunde für ihre jungen Nachwuchsreiter anstehen. „Wen willst du heute mitnehmen?“ fragte ich, um zu wissen, wer dann noch bewegt werden müsste. „Ich wollte gerne Lucane, Nightfly, Pinocchio, Naimibia und Diggin' in the Dirth nehmen.“ erklärte Judi mir und ich nickte. „Alles klar.“ meinte ich lächelnd und verschwand. „Tom? Reitest du heute Absinth und Serafino?“ trug ich ihn auf und suchte dann Meg. „Komm, wir machen einen Ausritt mit Zarin und Death Pop Romance.“ meinte ich lächelnd, damit die junge Auszubildende eine kleine Pause bekam. Heute war sehr angenehmes Wetter und so konnten wir viel traben und galoppieren, was den beiden Hengsten sehr gut tat. Danach bat ich sie noch, sich auf Foxglove zu schwingen. Ich wollte stattdessen Allelujah beschäftigen, für ihn stand heute Longieren an mit viel Stangenarbeit, denn einfach war er immer noch nicht, aber es wurde langsam besser. Als ich mit dem Palomino fertig war, holte ich meinen Liebling Pajero von der Weide, um mit ihm unsere Geländestrecke als lockeren Spaß zu reiten. Wie immer war er super drauf und es war ein toller Ritt. Danach war noch Dr. Insektor an der Reihe. Unser Hengst hatte sehr gute Fortschritte gemacht und vielleicht würde er bald an Turnieren teilnehmen können. Für Ejadon gab es heute frei, denn er hatte die letzten zwei Tage mit Turnieren verbracht. Guaranà ging mit Monty heute eine kleine Runde ins Gelände, um ihn fit zu halten. Mennesse nahm er als Handpferd mit, damit der direkt auch bewegt wurde. Die spanischen Schönheiten Thorondor, Yerai und Aristo hatten heute auch frei, also bewegte ich nur noch Freeway. Danach war erst einmal das Mittagessen an der Reihe. Heute gab es Hefeklöße mit Vanillesoße und Kirschkompott. So kamen wir alle wieder zusammen und konnten eine kleine Pause machen, ehe es mit der Arbeit weitergehen würde. Am Nachmittag war noch genug zu tun und da drei Leute heute fehlten, mussten wir anderen uns besonders ins Zeug legen. Mein erster Gang nach dem Mittagessen war zu Carter, denn ich wollte mich über das Training der Vollblüter informieren. „Wenn es öfter mal ein paar Rennen geben würde, dann könnten Cassiopeia und Deadly Ambition auch einmal zeigen, was in ihnen steckt, aber momentan sieht es dort ja ziemlich mager besetzt aus. Pawaneeh lasse ich jetzt nebenbei aktiv auch in Dressur und Springen trainieren, das braucht er, so kann Susan ihn auch im Rennen besser kontrollieren. Magic Golden Dust macht sich gut im Training und ist topfit. Und Destiny Horror, na ja, ich denke die Dressur wäre eher was für die Hübsche.“ erzählte er mir und ich saugte alles in mir auf. Auch bei unseren Westernpferden tat ich momentan nicht gar so viel, das überließ ich lieber Monte und Elizabeth. Stattdessen schaute ich in die Halle, wo Monte gerade Unterricht gab. Vier junge Menschen hatte er unter seine Fittiche genommen. Heute wurden dadurch Rubina's Ravenclaw, Joyna, Apache's Tomahawk und Caribic Sue trainiert. Wie ich hörte waren Monte und Elizabeth schon mit Schneeleopard und Campéon unterwegs. Call me a Twist hatte momentan frei, denn er verbrachte gerade seine Zeit viel lieber mit potenziellen Stuten auf der Weide. Seitdem er gekört war, hatten wir nämlich äußerst viele Deckanfragen bekommen. Hidalgo wurde gerade von Elizabeth geritten. Die Stuten Chou und Ice Coffee hatten heute frei. Zuletzt standen meine Lieblinge an, die Ponys aus den Wales. Meine kleine Welsh Zucht war inzwischen schon gigantisch und ich freute mich jedes Mal, bei ihnen vorbeizuschauen. Die beiden Hengste Auftakt und Bonny Boy befanden sich inmitten der Turniersaison. Animby, unsere jüngste Stute, wurde hingegen auf ihre Krönung vorbereitet, denn sie sollte auch bald mit in die Zucht einsteigen dürfen. Fürst der Finsternis und Alice von Landwein hatten momentan eine Pause und liefen vermehrt in den Reitstunden der Fortgeschrittenen mit und gingen mit ihren Reitern auch die ein oder anderen Turniere. Die hübsche Herbsttraum hatte sich inzwischen wunderbar eingelebt und ich war ernsthaft am überlegen, mir aus ihr ein Fohlen zu ziehen. Zuletzt war da noch Single Malt, welcher bisher noch Schonfrist hatte. Der Tag ging schneller vorbei als gedacht und abends saßen wir alle beisammen am Tisch zum Abendbrot. Mia und Tamzin waren sehr erfolgreich auf den Turnieren unterwegs gewesen und auch bei den anderen hatte es heute super geklappt. Zufrieden konnten wir so mit dem Tag abschließen.
    • Eddi
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      Welshzucht Hayes End
      28. September 2014
      Es gab eine Sache, welche ich mir schon seit Jahren aufbaute und welche ich auch trotz aller Ereignisse nicht verlieren wollte: meine kleine Welshzucht.
      Es hatte lange gedauert, bis ich die Zuchtpferde zusammen hatte, welche nun in meinen Ställen lebten und genau von diesen Pferden würde ich mich auch nie trennen können.
      Problem war nur, dass ich sie nicht mit auf meine Ranch im Nirgendwo nehmen wollte, denn dort bekamen sie nicht die Beschäftigung, welche sie brauchten. Außerdem wollten wir ja auch bekannt werden und dafür musste trainiert werden.
      Lange hatte ich mir also darüber Gedanken gemacht, bis ich im Diner einen Aushang sah: „Verkaufe kleinen Hof nahe der Berge.“ - sofort hatte ich eine Telefonnummer abgerissen und mich erkundigt.
      Der kleine Hof lag in Moran und war perfekt für eine kleine Zucht! Ich schaute ihn mir schon am nächsten Tag an und war verliebt. Er war zwar klein, hatte aber alles, was die Ponys brauchen würden. „Er ist perfekt! - Ich nehme ihn!“, meinte ich und unterschrieb kurz darauf den Kaufvertrag.
      Durch den Verkauf des großen Gestüts konnte ich mir gut meine kleine Ranch und diesen Hof leisten, so dass also keine Finanzprobleme kommen würden – Rücklagen hatte ich genug. Also konnte das neue Abenteuer in Wyoming losgehen!

      Heute war es so weit: Wir hatten den Hof ein wenig renoviert und alles schon eingerichtet, nun fehlten nur noch die Pferde – und genau die kamen heute endlich hier an.
      Der Hof bot genug Platz für Stuten, Hengste und natürlich die Fohlen. Auch wenn wir uns am Anfang von etwas anderes ausdenken mussten, um alles sicher finanzieren zu können, aber da würde uns auch schon etwas einfallen.
      Als erstes kamen die Hengste in einem großen Trailer auf den Hof gefahren. Ich hoffte sehr, dass die vier Kerle die Reise hierher gut überstanden hatten.
      Beim Ausladen bekam ich Hilfe von dem Fahrer, welcher sich dank seines Berufes auch ganz gut mit Pferden auskannte. Ihm überreichte ich auch direkt Auftakts Strick. Der älteste und ruhigste Hengst durfte als erstes aussteigen.
      Danach folgte Fürst der Finsternis – den dunklen Hengst übernahm lieber ich, denn er war von seinem Umzug gar nicht so begeistert.
      „Die Hengste kommen in den Offenstall!“, rief ich dem Fahrer zu, welcher ein wenig hilflos auf dem Hof stand. Ich deutete nach rechts auf das umzäunte Gelände und er nickte mir zu.
      Auftakt nahm sein neues Zuhause gelassen hin und schien sich von Anfang an wohl zu fühlen. Während sein Führer ohne Probleme davon kam, schleifte Fürst mich über den halben Platz und ich war froh, als ich den Strick lösen konnte und er abdüste.
      „Der Rappe ist aber ziemlich temperamentvoll.“, meinte der Fahrer und beobachtete die Hengste kurz. Ich vermied es, besserwisserisch zu sein und ihn über Fürstchens eigentliche Farbe aufzuklären, sondern reichte ihm nur schon den Strick von BonnyBoy – von dem richtigen Rappen.
      Dieser folgte brav bis zum Offenstall, während ich schon ein schrilles Wiehern aus dem Hänger hörte. Single Malt hatte nun das dringende Bedürfnis, auch aus dem Trailer hinauszukommen.
      Dementsprechend aufgeregt tänzelte er auch neben mir her und ich war sehr dankbar, als alle vier Hengste unbeschadet auf der Weide standen.
      „Danke für Ihre Hilfe.“, meinte ich lächelnd zu dem Fahrer und verabschiedete ihn. Danach beobachtete ich noch die vier Zuchthengste, welche ihr neues Heim erkundeten.
      Ihnen stand ein großer Offenstall zur Verfügung. In welchem sie die Winterzeit verbringen würden. Für den Sommer war geplant, dass sie sich auf den Bergwiesen vergnügen durften – etwas besseres und gesünderes gab es für Pferde nicht.
      Die Stuten würden hingegen in auf den Weiden im Tal bleiben, vor allem wenn sie Fohlen hatten, aber auch dort konnte man sich sichtlich wohlfühlen.
      Während ich meinen Gedanken nachhing, fiel mir auf, dass die Boxen für die Stuten dringend noch vorbereitet werden mussten! Also eilte ich in den Stall und machte fünf Boxen fertig – sie wurden frisch mit Späne und darüber Stroh eingestreut, ich kontrollierte die Tränken und füllte die Heunetz auf.
      Im Jungpferdestall mussten auch noch drei Boxen fertig gemacht werden. Denn die Fohlen vom letzten Jahr waren inzwischen abgesetzt worden.
      Kurz darauf hörte ich auch schon den nächsten Trailer auf den Hof fahren und schon eilte ich hinaus. Zu meiner Erleichterung kamen als erstes die drei Jungpferde und die auszuladen war kein Problem.
      Der jungen Fahrerin drückte ich die schwarze Nandalee in die Hand, während ich die beiden Junghengste Trüffel und Applaus nahm und voran ging. Jedes Jungpferd bekam seine eigene Box in dem kleinen Stall.
      Anscheinend schienen sie sich auch direkt wohlzufühlen. Ich unterschrieb noch die Papiere der Fahrerin und dann kam auch schon die nächste und letzte Ladung.
      Erst einmal mussten die beiden Trailer ziemlich rangieren, ehe die junge Frau den Hof wieder verlassen konnte und der neue Trailer Platz fand. Dabei zerfuhren sie ziemlich meine Einfahrt. „Hoffentlich bleibe ich dort mit dem Auto nicht stecken.“, meinte ich seufzend und begrüßte dann auch schon den letzten Fahrer.
      Die Stuten waren viel entspannter als die Hengste und schienen kein Problem mit der Fahrt gehabt zu haben. „Wir bringen sie in den Stall da vorne.“, erklärte ich dem Fahrer und erklärte ihm gleich, wer wo stand.
      Nachdem er es verstanden hatte, reichte ich ihm die Stricke von Nesquik und Napayné. Ich nahm direkt Animby, Herbsttraum und Alice mit einem Mal. Das schöne an den drei Halbschwestern war, dass sie kein Problem miteinander hatten und sich stets vertrugen.
      Nun standen alle Pferde in ihren Boxen, ich verabschiedete den letzten Fahrer und ließ erst einmal ein wenig Ruhe einkehren. Nun stand noch viel mehr an, denn ich brauchte eine Managerin für das Gestüt und bevorzugt zwei Bereiter, welche sich um die Wettbewerbe der Pferde kümmern würden.
      Für heute beließ ich es aber dabei, erst einmal alle Papiere der Pferde im Büro in Ordner zu packen und nach Alphabet in einem Schrank zu sortieren. Diesen schloss ich danach gründlich ab, ehe ich meine Abendrunde machte.
      Zuerst brachte ich den Hengsten noch eine Ladung frisches Heu und jeder bekam einen Futtersack um, damit sie in Ruhe ihr Müsli fressen konnten, ohne dass die schnelleren Fresser zu Dieben wurden.
      Dann machte ich noch schnell die Runde durch den Stall. Auch die Stuten bekamen frisches Heu und ihr Müsli, ebenso wie die Jungpferde. „Morgen dürft ihr dann auf die Weiden.“, meinte ich lächelnd und schloss die Ställe ab.
      Bei den Hengste kontrollierte ich noch einmal den Zaun, befreite die Hengste wieder von ihren Futtersäcken und sagte auch ihnen gute Nacht.
      Heute und Morgen würde ich hier schlafen, um alles überwachen zu können, auch wenn ich mir sicher war, dass wir keine Probleme haben würden. Um die Ranch kümmerten sich derweil die Karamakov-Geschwister – obwohl ich froh war, dass die Pferde sich auf der Ranch auf ihren riesigen Weiden größtenteils selbst versorgen konnten.
      Müde schlürfte ich in das nett eingerichtete Schlafzimmer des Hauses und fiel gähnend ins Bett.
    • Eddi
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      Schnee
      12. Februar 2015
      Seufzend goss ich mir noch eine Tasse Kaffee ein. Es war kurz nach sieben und ich war leider so gar nicht motiviert, raus zu den Pferden in den Schnee zu stapfen. Nach der dritten Tasse Kaffee raffte ich mich dann aber doch an, packte mich warm in Jacke, Schal, Mütze und Handschuhe ein und öffnete die Haustür. Ein kalter Wind blies mir entgegen und das obwohl der Himmel klar war und wahrscheinlich schon bald die Sonne aufgehen würde. Müde stapfte ich in Richtung Stutenstall, während ich meine Mütze tiefer ins Gesicht zog. In Wyoming war man ziemlich schnell alleine, wenn man niemanden hatte, der mit bei einem wohnte. Gerade im Winter und im tiefsten Schnee verirrte sich eher weniger jemand hierher.
      Ich öffnete die Tür des Stalls und schlüpfte hinein, um sie dann schnell wieder hinter mir zu schließen. Im Stall war es noch stockduster, so dass ich den Lichtschalter erst suchen musste, ehe ich ihn benutzen konnte. Die Stuten schienen auch noch größtenteils zu schlafen, denn viele lagen noch in das warme Stroh gekuschelt in ihren Boxen. Nur Alice war schon auf den Beinen und brummelte mir leise entgegen. Lächelnd begrüßte ich sie mit einigen Streicheleinheiten und setzte dann den Weg zur Futterkammer fort. Dort stellte ich mir die fünf Futtereimer auf und füllte sie je nach dem Futterplan der jeweiligen Stute.
      Das Geräusch von Müsli was ich in die Eimer schüttete, schien auch die anderen Stuten zu wecken, denn als ich die Futterkammer verließ, starrten mich fünf neugierige Ponyköpfe an. Lächelnd verteilte ich das Futter in den jeweiligen Boxen und räumte dann die Eimer wieder weg. Während die Stuten als frühstückten, wollte ich bei den Jungpferden nach dem Rechten schauen. Nandalee und Applaus waren jetzt seit längerem abgesetzt und da sie den schon älteren Trüffel an der Seite hatten, schienen sie den Aufenthalt in dem kleinen Nebenstall ohne die Mamas gut zu verkraften. Natürlich wollten auch die drei ihr Frühstück haben und so versorgte ich auch meine Zwerge.
      Während die Pferde in den Stallungen fraßen, schnappte ich mir die Schubkarre und lud vier Heubündel darauf, um diese hinaus zum Offenstall der Hengste zu fahren. Allmählich wurde es auch heller und so sahen mich die Hengste schon von weiten. Innerhalb von Sekunden hatten sie sich alle am Gatter versammelt. „Zurück!“, mahnte ich streng und sofort machten alle vier Hengste Platz und ließen mich durch. Während ich das Heu verteilte, durfte auch noch nicht gefressen werden, denn ich wollte nicht umgerannt werden. Die Hengste hielten sich an meine Regeln und warteten geduldig ab, bis ich das Futter in den großen Raufen verteilt hatte, dann machte ich ihnen mit einer einladenden Geste Platz und sofort stürmten sie zum Heu. Nur Auftakt, mein ältester, hatte es nicht so eilig, sondern holte sich erst einmal in aller Ruhe einige Streicheleinheiten ab.
      Danach ging es zurück zu den Stuten, die inzwischen mit fressen fertig waren. Nacheinander halfterte ich sie auf und legte die Führstricke über ihre Hälse. Dann holte ich als erstes Napayné aus ihrer Box und nach und nach die anderen. Vorbildlich liefen die fünf Stuten nebeneinander neben mir her zu ihrer großen Weide, nahe des Waldes. Kurz wurden die Hengste aufmerksam, wandten sich dann aber doch lieber wieder ihrem Frühstück zu. Die Stuten warteten vorbildlich, bis ich allen das Halfter abgenommen hatte und dann schossen sie auch schon quer durch den Schnee. Nun hieß es auch noch bei ihnen die Heuraufen füllen. Danach hielt ich gleich bei der kleineren Weide der Jährlinge an und füllte auch dort schon die Raufen. Dann konnte ich auch schon meine drei Kleinen aus dem Stall holen und zur Weide bringen.
      Leider besaßen die Raufbolde nicht annähernd solch eine Manier wie die Stuten und gerade Nandalee hatte es mit den beiden Kerlen nicht leicht. „Noch ein Jahr und du darfst mit zu den Großen.“, meinte ich lachend zu ihr und löste das Halfter. Gemeinsam jagten die drei über die Weide, wobei Nani schnell ruhiger wurde und den Weg zur Heuraufe suchte. Die beiden Jungs kämpften noch spielerlisch miteinander und genossen sichtlich den kalten Februarmorgen. Zu meinem Glück kam auch die Sonne raus, so dass auch ich langsam wieder auftaute, zum Glück, denn nun war die Stallarbeit an der Reihe! Ich begann mit den acht Boxen in den Ställen, ehe ich auch noch den Offenstall der Hengste abmistete und den Unterstand frisch einstreute. Dann war das wichtigste erledigt und ich konnte erst einmal eine Pause einlegen.
      Wieder aufgewärmt und gestärkt schlüpfte ich in meine dicken Reitsachen und verließ wieder das Haus. Heute war BonnyBoy mein erstes Opfer. Momentan war der Rappe immer etwas zu kurz gekommen und deshalb wollte ich ihm heute besonders viel Zeit widmen. Gemeinsam wanderten wir über den Hof zum Stall, wo ich Bonny anband und gründlich putzte. Danach sattelte ich ihn und ging dann gemeinsam mit ihm zur Halle. Erst einmal wärmten wir uns mit einigen Runden zu Fuß auf, ehe ich mich in den Sattel schwang und leichte Übungen im Schritt ritt. Später nahm ich den Trab und auch den Galopp dazu, machte aber nicht zu viel, da Bonny mit seinem dicken Winterfell nicht arg schwitzen sollte. Danach brauchte er dann trotzdem die Abschwitzdecke, welche ich ihm zum trocken reiten direkt überwarf. Da er nach einer halben Stunde immer noch nicht ganz trocken war, kam er mit Decke zurück auf den Paddock, die würde ich ihm dann später abnehmen.
      Nun schnappte ich mir erst einmal Single Malt. Bei dem Perlino hatte ich relativ viel zu putzen, denn er hatte sich, trotz Schnee!, mal wieder mit Mistflecken eingesaut. „Ach Maltie!“, seufzte ich, als er nach einer halben Stunde immer noch aussah wie ein Ferkel. Ich gab es schnell auf und sattelte ihn dann stattdessen, warf ihm noch die Abschwitzdecke über und marschierte los. Auch für Maltie stand heute etwas Hallenarbeit auf dem Plan, nur dass ich mit ihm vor allem auch mit Trabstangen und Cavaletti arbeitete. Der helle Hengst sollte demnächst wieder auf Turniere geschickt werden und sollte deswegen fit sein. Nach der anstrengenden Stunde ritt ich ihn ordentlich trocken und stellte ihn dann noch für eine halbe Stunde in den Stall, wo er sich aufwärmen konnte und sein Mash futtern durfte.
      Nachdem Maltie wieder auf der Weide stand und ich Bonny die Decke abgenommen hatte, holte ich noch Fürst der Finsternis vom Paddock. Der dunkle Hengst hatte heute frei und sollte nur ein kleines Wellnessprogramm genießen. Ich putzte Fürsti ausgiebig, warf ihm dann seine Back on Track Decke über und machte mit ihm einen kleinen Spaziergang durch unseren nahegelegenen Wald. Damit ihm nicht langweilig wurde, machten wir zwischendurch auch mal die eine oder andere Übung aus der Bodenarbeit. Auch Auftakt bekam heute nur ein ausgiebig Putzprogramm und wurde von mir dann noch zwanzig Minuten locker longiert. Er war in letzter Zeit viel unterwegs gewesen und hatte sich deshalb auch eine Pause verdient.
      Nach den Hengsten waren noch die Stuten dran. Da ich aber sicherlich nicht alle schaffen würden, hatten Alice und Napayné heute frei. Mit den beiden hatte ich sowieso erst gestern ziemlich ausgiebig gearbeitet, wahrscheinlich hatten sie also eh keine Lust. Stattdessen holte ich mir Nesquik und Sally von der Weide, putzte die beiden gründlich und sattelte dann Sally auf. Nesquik bekam stattdessen ihr Knotenhalfter um, denn sie würde als Handpferd mitkommen. Wir machten einen schönen winterlichen Ausritt (wobei ich vom Schnee langsam echt genug hatte…) und als wir wieder da waren, bekamen die beiden Stuten auch eine ordentliche Portion warmes Mash als Belohnung, während ich meinen Tee trank.
      Nachdem die beiden Stuten noch mit Decken wieder auf der Weide standen, schnappte ich mir zu guter letzt die junge Herbsttraum. Die Stute musste noch öfter und aktiver beschäftigt werden. Das hieß nicht zwingend harte Arbeit, sondern eher Arbeit für ihr Köpfchen. Deshalb putzte ich sie ordentlich und legte ihr dann ihr Knotenhalfter um. Gemeinsam betraten wir die Halle, wo ich mit ihr erst einmal wieder die Grundlagen des Führens durchging, ehe wir einfach Horsemanshipaufgaben bewältigten. Herbsttraum war ein totaler Fan davon und ihr machte das einfach unglaublich Spaß. Dementsprechend beendeten wir das Training dann nur aus dem Grund, dass ich vollkommen durchgefroren war.
      Außerdem hatte ich noch allerhand zu tun, während Herbsttraum wieder auf der Weide stand, brachte ich die drei Teenies schon wieder in den Stall und fütterte sie und machte auch schon das Abendbrot für die Stuten fertig, die bald wieder in den Stall kommen würden, denn es dämmerte bereits und wurde schon arg kälter. Doch erst bekamen die Hengste alle noch ihr Müsli. Vorbildlich fraß jeder aus seiner eigenen Schüssel und klaute niemanden etwas. So geregelt lief es nur bei meinen vier Jungs hab. Dann gab es noch die ordentliche Portion Heu für die Nacht und die Kerle waren schon einmal versorgt. Die Stuten marschierten dann auch noch brav hinter mir her in den Stall, wo ja schließlich schon ihr Futter auf sie wartete und dann konnte ich mich guten Gewissens mit einer heißen Schokolade vor den Fernseher setzen.
    • Eddi
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      Neue Fohlen
      10. Mai 2015
      Auf Hayes End hatte sich in letzter Zeit sehr viel getan. Vor ein paar Tagen hatte Nesquik abgefohlt. Letztes Jahr hatte ich sie von dem Lewitzerhengst Piccolo decken lassen und obwohl beide Eltern Schecken waren, war das kleine Stutfohlen tatsächlich ein Brauner geworden! Und zuckersüß war sie außerdem. Einen Namen hatten wir auch schnell gefunden und so hüpfte Nabiri inzwischen fröhlich neben ihrer Mama in der Box her und wartete darauf, endlich auf die Wiese zu dürfen.
      Außerdem weideten wir seit gut einem Monat an und sobald auch das zweite erwartete Fohlen da war, würden die Stuten auf ihre Sommerweiden dürfen. Doch bis dahin hieß es noch täglich raus- und reinbringen. Dementsprechend begann auch mein heutiger Morgen wieder mit der Fütterung von Stuten und Jungpferden, kurz nachdem ich den Stall betreten hatte.
      Applaus und Trüffel waren inzwischen zu den Hengsten in den Offenstall umgezogen und damit Nandalee nicht alleine stand, stand sie nun im Stalltrakt der Stuten. Für mich war das sogar etwas weniger Arbeit. Während die Stuten fraßen, brachte ich den Hengsten ihr frisches Heu und begrüßte sie ausgiebig. Die beiden Junghengste hatten schnell ihren Platz in der Herde gefunden. Applaus, der älteste und Herdenchef, hatte sie herzlich aufgenommen und sie klebten noch öfters an der Seite von ihm.
      Als ich den Offenstall betrat, begrüßten mich auch direkt BonnyBoy und Fürstchen, ehe sie sich dem Frühstück zuwandten. Bald würde ich die Hengste hoch in die Berge auf die Sommerweiden reiten. Doch vorher mussten noch einmal die Zäune kontrolliert werden, wenn ich das heute schaffte, würden sie schon bald frisches Grün vor der Nase haben. Doch nun mussten erst einmal die Stuten auf die Weide. Zuerst holte ich heute Nesquik und ihr Fohlen aus der Box und brachte sie beiden auf die Weide. So durfte Nabiri erst einmal alleine herumtoben und die Welt erkunden.
      Die erste die dazu durfte war Sally. Selber hatte sie noch kein Fohlen gehabt, aber mit ihren 15 Jahren war sie schon ruhig und ausgeglichen und außerdem war sie die Boxennachbarin von Nessie und kannte die beiden schon. Sie begrüßte Nabiri kurz und begann dann direkt zu grasen. Nach und nach ließ ich auch die anderen Stuten dazu. Die trächtige Herbsttraum und Alice von Landwein waren beide sehr ruhig und entspannt und störten sich nicht an dem Neuankömmling. Napayné hingegen war total aufgeregt und leicht zickig, denn ihr gefiel es nicht, dass Nesquik ein Fohlen hatte und sie nicht. Doch nachdem sie von der Mutter zurecht gewiesen wurde, reichte es auch ihr.
      Mit Animby und Strigoi hatte ich zum Glück auch keine Probleme, auch wenn ich was anderes erwartet hätte. Stattdessen spielten sie sogar mit dem kleinen Winzling und schienen Spaß zu haben. Demnächst würde auch Herbsttraum abfohlen und ich hoffte sehr, dass auch ihre Eingliederung problemlos funktionieren würde. Während die Stuten nun ihre Freiheit genossen, schnappte ich mir Single Malt, putzte und sattelte den Hengst.
      Den Vormittag verbrachten wir gemeinsam auf dem Reitplatz und sprangen einige Parcours. Single Malt sollte fit bleiben und nichts verlernen, dementsprechend gehörten auch einige Dressurlektionen zwischendurch dazu, damit er aufmerksam blieb und wachsam. Danach duschte ich ihn ab und brachte ihn zurück auf den Offenstall. Bevor es Mittagessen gab, steckte ich noch die Weide hinter dem Offenstall nach und ließ sie Hengste darauf, schließlich mussten auch sie angegrast werden.
      Nach dem Mittag holte ich BonnyBoy von der Weide und machte ihn auch fertig. Mit meinem hübschen Rappen ritt ich den Pfad hinauf in die Berge entlang und als wir auf den gigantischen Sommerweiden ankamen, genoss ich erst einmal den Anblick und dann machten wir uns an die Arbeit und ritten den gesamten Zaun ab. Tatsächlich hatte ich auch zwei lockere Stellen entdeckt, die ich aber schnell in Ordnung brachte. „Tja, das sieht doch gut aus! Demnächst dürft ihr auf die Weide“, meinte ich lächelnd und ritt wieder hinunter zum Gestüt.
    • Eddi
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      Tägliche Arbeit
      30. Juli 2015
      Das kleine Gestüt Hayes End lag einfach traumhaft. Fernab von allen anderen Unsinn und die Welshs fühlten sich dort auch sichtlich wohl, genauso wie ich. Inzwischen standen die Vierbeiner ganztäglich auf den Weiden, auch nachts. Das hieß für mich weniger Arbeit, denn weder Stall noch Offenstall mussten abgemistet werden und auch das Füttern fiel weg. Stattdessen musste ich nur jede Woche den Wasserkanister neu auffüllen und täglich Wasser und Heu auf der Weide kontrollieren.
      Damit begann auch heute wieder mein Tag und ich begann unten bei den Stuten im Wäldchen. Nandalee war inzwischen zwei Jahre alt und durfte nun mit zu den Stuten, während die beiden Hengste Applaus und He’s called Trüffel bei den Hengsten verweilten. Dementsprechend gab es momentan gar keine Zwerge mehr bei uns, aber das würde sich bald ändern. Herbsttraum sollte demnächst abfohlen und sogar bei Sally war es fast schon so weit. Dementsprechend sahen die beiden Stuten aber auch aus: kugelrund.
      Lächelnd begrüßte ich meine sechs Stuten alle nacheinander. Sally und Herbsttraum hatten jetzt schon seit einigen Wochen komplett frei, wenn dann putzte ich sie nur noch und selbst die Spaziergänge ließ ich immer öfter weg. Aber mit dem Rest hatte ich ja trotzdem genug zu tun. Heute wollte ich Alice von Landwein und Nesquik reiten, Napayné wollte ich longieren und mit Nandalee begann ich allmählich mit der Erweiterung des Fohlen-ABCs.
      Doch vorher musste ich hoch zu den Hengsten und dafür machte ich mir Nesquik fertig. Die Scheckstute war schnell geputzt und gesattelt und sie wusste ziemlich genau, wo wir hin wollten. Brav und geduldig trottete sie den Berg hoch, hinauf zu den Hengstweiden. Wir brauchten eine halbe Stunde, dann konnte ich Nesquik in den kleinen Paddock stellen, den ich extra gebaut hatte, damit die Stute etwas entfernt von den Hengsten blieb.
      Den Rest lief ich und schon kam ich auf der riesigen Weide an. Erste Kontrolle galt den beiden Wasserstellen. Eine musste nachgefüllt werden, ansonsten war alles in Ordnung. Die Heunetze im Unterstand waren nicht angerührt, aber kein Wunder bei dem tollen Berggras, was die Hengste hier hatten.
      Die hatten mich inzwischen auch bemerkt und innerhalb von Minuten scharrten sie sich um mich. Ich begrüßte alle einzeln und halfterte dann BonnyBoy und Auftakt auf. Die beiden würde ich mit runter nehmen, um sie zu reiten, der Rest hatte heute frei. Mit Applaus hatte ich in letzter Zeit oft das Fohlen-ABC trainiert und jetzt hatte er sich erst einmal eine Auszeit verdient. Trüffel würde sowieso bald regelmäßig an der Reihe sein, denn schon bald begann für ihn das Leben als Reitpony.
      Single Malt und Fürst der Finsternis hatten heute frei, sie waren erst gestern an der Reihe gewesen. Also packte ich mir die beiden anderen und machte mich auf den Rückweg zu Nesquik. Die war wie immer: hengstabweisend und zu lachen hatten die Kerle auch nichts. So kam ich auch sicher wieder unten auf dem Gestüt an.
      Die Hengste packte ich in den Offenstall und Nesquik versorgte ich erst einmal. Danach ritt ich Alice auf dem Platz und die braune Stute machte heute wirklich toll mit. Mir war es sichtlich schwer gefallen, wen meiner beiden Braunen ich dieses Jahr hatte decken lassen wollen: Alice oder Sally. Doch dann hatte ich mich für zweitere entschieden, weil Sally bisher noch kein einziges Fohlen gehabt hatte. Bisher bereute ich diese Entscheidung auch nicht.
      Alice stand wieder versorgt und zufrieden auf der Weide und ich holte BonnyBoy aus dem Offenstall, putzte ihn gründlich und ritt ihn dann. Der Rappe hatte ganz schön zugenommen, obwohl ich ihn jeden zweiten Tag ritt. Manchmal fragte ich mich wie gut die Sommerweiden wirklich für die Vierbeiner waren.
      Auftakt war schlank und rank wie immer und machte seine Aufgabe sündhaft gut, motiviert arbeitete er mit und nach einer Stunde waren wir zwar beide fertig mit der Welt, aber glücklich. Für Auftakt und Bonny ging es nun wieder hoch in die Berge. Ich ritt hochwärts Auftakt und runterwärts lief ich, war auf jeden Fall angenehmer als der Aufstieg.
      Nun stand nur noch Nandalee auf meinem Plan. Die kleine Stute hatte sich ganz schön viel von ihrer Mama abgeschaut, was die Zickigkeit betraf. Deshalb musste ich auch so regelmäßig mit ihr arbeiten. Auch heute übten wir wieder das Putzen und Führen. Allmählich sah man auch, dass Nandalee ausschimmelte. Ich war auf jeden Fall schon gespannt, wie sie später aussehen würde. Für heute durfte sie dann aber erst einmal zurück auf die Weide und hatte es geschafft.
    • Eddi
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      Alles hat ein Ende
      27. August 2015
      Grübelnd saß ich gemeinsam mit Kat und Ethan am Frühstückstisch. Ich wusste gar nicht so recht wie ich beginnen sollte, aber vielleicht fing ich einfach an, das wäre wohl das einfachste. „Leute? Ich muss euch was sagen“, meinte ich und zog die Stirn ein wenig kraus. Ethan und Kat sahen mich neugierig an, sie schienen mit nichts Besonderem zu rechnen, maximal mit einem neuen Pferd, aber sonst. „Es ist nicht das was ihr denkt“, sagte ich genervt und haute es dann einfach raus: „Ich ziehe weg. Die Ranch steht schon zum Verkauf.“
      Tja, da waren meine beiden Mitbewohner erst einmal baff, aber es ging nicht anders. Ich hatte die Pause in Wyoming wirklich genossen, aber es war langsam Schluss damit. Ich sehnte mich wieder nach einem richtigen Gestüt und nach Mitarbeitern und genau das wollte ich umsetzen. Kat und Ethan schwiegen, sie schienen nicht so recht zu wissen, was sie sagen sollten. Auch sie hatten diese Pause genutzt, um aus ihrem alten Stress heraus zu kommen, aber beide waren eher Stadtmenschen und nicht für das Land geschaffen und das hatten sie auch schon oft zugegeben.
      Wir frühstückten relativ schweigend zu Ende und dann machte ich mich auch schon auf den Weg nach draußen, die Pferde mussten immerhin versorgt werden. „Ich übernehme die Hengste!“, erklärte sich Ethan bereit und stand mit auf. Schweigend warf ich vier Heubündel auf die Schubkarre und machte mich auf den Weg in Richtung Stutenweide. Die Heunetze wurden alle frisch aufgefüllt und der Rest kam in die Raufen. Dann mistete ich die Unterstände und machte mich auf den Weg zu den Fohlen.
      Im Stall traf ich wieder auf Ethan, der nun auch fertig war. Gemeinsam brachten wir die neueren Pferde auf die kleineren Weiden und misteten deren Boxen aus. Neu waren Fandango und Scheherazade, welche immer noch getrennt von den anderen standen, das war mir doch lieber. Doch schon bald sollten dann auch sie umgesiedelt werden, aber ein wenig Zeit hatten wir ja noch. Da nun die grundlegende Arbeit fertig war, konnte ich mit dem Training beginnen. Dabei standen an vorderster Spitze unsere momentanen Körungskandidaten und davon hatten wir mehr als genug.
      Dementsprechend holte ich Classic Gold und CH’s Sun is Shining von der Weide. Zweitere packte ich erst einmal auf den Paddock und erstere wurde geputzt und zum Longieren fertig gemacht. Den Probedurchlauf für die Krönung hatten Classic Gold und ich schon hinter uns, nun wurde es langsam ernst und ich hoffte, dass das bald mal von Statten gehen würde. Hier in Wyoming hatten sie es nicht so mit regelmäßigen Krönungen, die waren manchmal Monate lang offen.
      Classic Gold longierte ich heute nur locker vorwärts-abwärts. Sie sollte fit bleiben, aber gestern waren wir auf einem Turnier gewesen, deshalb machten wir heute nur muskelkater-vorbeugendes Training. Sunny musste stattdessen mehr dran glauben. Die Araberstute sattelte ich mir und ging mit ihr für ein Stündchen auf den Reitplatz, um die kommenden Aufgaben durchzureiten und unsere Fehler noch auszubessern.
      Danach waren Ice Coffee und Cual Maniaca an der Reihe. Ich schnappte mir Kat für einen kleinen Ausritt und setzte die Anfängerin auf die brave Westernstute. Manni wäre nichts für sie gewesen, sie war viel zu zickig dafür. Der Ausritt verlief aber ganz entspannt, auch wenn Kat nur grummelnde Töne von sich gab. Wieder auf der Ranch traf ich auf Laurel, welche die Reitbeteiligung von Lila Wolken und Hákur war, dementsprechend waren die beiden Isländer heute versorgt.
      „Wenn du fertig bist, können wir auch noch einen Ausritt mit Milka Luflee und Hyreygur machen!“, bot ich ihr an und Laurel schien sich nach einem anstrengenden Schultag sichtlich auf diese Abwechslung zu freuen. In der Zwischenzeit bewegte ich Allelujah und Feuervogel, meine beiden hübschen Palominos. Mit beiden Junghengsten hatte ich genug zu tun und war danach eigentlich auch echt k.o., aber der Tag war noch nicht einmal zur Hälfte rum! Auf mich wartete nun noch ein Dressurtraining mit Dr. Insektor und ein Geländeritt mit Hollybrook’s Zarin. Ethan wollte uns auf Schneeleopard begleiten und das Training beobachten, außerdem wollte ich ungern alleine im Gelände springen, wenn doch einmal etwas passierte, hatte ich keine Hilfe vor Ort.
      Ethan versorgte danach beide Hengste, damit ich in der Zeit erst Animby und dann Absinth longieren konnte. So viele Pferde alleine zu bewegen machte definitiv keinen Spaß. Umso dankbarer war ich dann, als die ersten Pferdemädchen eintrafen. Ich hatte zwei feste Gruppen je fünf Mädchen erstellt, welche zweimal die Woche kamen und Reitunterricht bekamen. Sie hatten auch jeder ein eigenes Pflegepferd und so standen einige Minuten später fünf Stuten am Putzplatz und wurden vorbildlich versorgt.
      Dabei handelte es sich um Apache’s Tomahawk, Caribic Sue, Freeway, Walking in the Air und das Kürbisvieh. Die Mädchen liebten ihre Pferde und gingen immer sehr umsichtig mit ihnen um. Dementsprechend verlief auch die heutige Stunde wieder sehr entspannt und lehrreich. Am Ende standen alle Pferde wieder zufrieden auf den Weiden und die erste Gruppe zog ab. Aber die zweite stand schon in den Startlöchern.
      Da diese aber jünger war, holte ich die Pferde selbst von der Weide. Aus dem Grund fing ich mir Naimibia, Herbsttraum, Occani, Deep Silent Complete und Come Whatever May ein und nahm sie mit zum Putzplatz. Dort wurden sie direkt umzingelt und liebevoll versorgt. Für die zweite Gruppe stand heute ein Spazierritt an und deshalb nahm ich die kleine Little Chocolate Chip als Handpferd für mich mit, während ich mir Chou fertig gemacht hatte.
      Nach dem Ausritt ging es wie immer noch einmal zu den Shetlandponys und diese wurden dann mit Streicheleinheiten und Leckerlis umsorgt. Werina und Mondscheinsonate liebten das besonders, aber auch Window holte sich gerne das ein oder andere Leckerli ab. Hoppla stand mit bei dem kleinen Shetty und bekam dementsprechend auch Streicheleinheiten.
      Danach war auch die zweite Gruppe weg und nun war es bereits später Nachmittag. Ich gönnte mir eine Pause, bei welcher ich bei Khiara El Assuad und Quintesse of Xaras vorbeischaute. Die beiden standen grasend am Koppelzaun und ließen sich gerne ein wenig kraulen. Dann ging es für mich auch schon in den Endspurt. Sika, Cover the Sun, Morning Sun und Raunchy’s Limited wollten noch bewegt werden, außerdem musste ich auch noch bei Joyce vorbeischauen. Danach war ich für heute fertig, die Pferde bekamen noch ihr Abendheu und dann ging es unter die Dusche und zum Abendbrot.
      Am nächsten Tag saßen wir erneut schweigend am Frühstückstisch, bis Kat damit rausplatzte, dass sie eh wieder zurück nach New York kehren wollte und Ethan sich auch dafür entschieden hatte. „Das ist gut. Ich habe nämlich auch schon Interessenten für die Ranch“, meinte ich lächelnd und schaute in zwei entsetzte Gesichter, damit hatten sie anscheinend nicht gerechnet. Tja, so war das Leben.
      Der Tag begann wie jeder andere mit Füttern und Abmisten und dann ging es los mit dem Training. Heute widmete ich das vor allem den Hengsten und Fohlen. Zu allererst waren Leitz und Vertigo an der Reihe. Beide ließ ich freispringen. Danach ging es direkt im fliegenden Wechsel weiter, denn Sikari musste noch longiert werden und mit Rosewell arbeitete ich weiter am Fohlen ABC, das saß nämlich noch nicht so richtig. Piccolo’s Blaze, Niyo und Caillou hatten momentan frei, deshalb hatte ich genug Zeit, mich um unsere Nachzuchten zu kümmern. Korah schmuste ich nur, aber mit Panta Rhei und Amadahy ging es schon in Richtung Bodenarbeit.
      Danach war Talya an der Reihe, die junge Stute machte sich momentan wunderbar, allerdings war sie noch längst nicht an der Reihe. Erst einmal würde Amazed Marlin an einer Krönung teilnehmen und hoffentlich so in die Fußstapfen von They call her Fiorina und Donatella treten. Ebenso war Elliot erst kürzlich gekört wurden und nun der neuste Zuchthengst im Stall. Calimero II musste stattdessen erst einmal lernen, dass man während des Putzens still stand, da hatte er viel mit Frozen Bubble und Nabiri gemein, denn alle drei Fohlen waren die Unruhe in Person.
      Deshalb brauchte ich dann erst einmal eine Fohlenpause und holte mir Pajero und Heartbreaker für einen Ausritt. Heartbreaker ging als Handpferd mit und wir genossen den Ausritt wirklich, er war mal wieder richtig schön entspannt. „Ausritt mit den Westernpferden?“, fragte ich Kat und Ethan und natürlich sagten diese nicht nein. Also machten wir uns gemeinsam mit Dissident Aggressor, Call me a Twist und Morrigan auf den Weg. Die Weidezäune kontrollierten wir nebenbei auch direkt und schlichteten einen heftigen Streit zwischen Golden Ebano und Pawaneeh. Die beiden Vollbluthengste konnten sich noch nie wirklich leiden und zankten sich selbst über den Zaun hinweg an.
      Wieder da stattete ich kurz Aristo und Thorondor einen Besuch ab. Die beiden hatten heute frei, genauso wie Bandit und die drei schienen damit sichtlich glücklich zu sein. Im Gegensatz zu Hugo Boss, der nämlich mit mir in die Springstunde musste, genauso wie Carachillo und Varulv. Denn drei der gestrigen Reitmädels waren schon etwas fortgeschrittener und sprangen für ihr Leben gerne.
      Nach dieser Stunde wurden die Hengste abgesattelt und abgewaschen. Der Tag neigte sich bereits dem Ende zu, dabei musste ich noch Albertino longieren, mit Altyn ins Gelände und mit meinem geliebten He’s called Trüffel wollte ich noch ein wenig Bodenarbeit machen. Denn der junge Hengst stand seit neusten mit bei den großen und wurde allmählich zum Reitpony ausgebildet. Also theoretisch war er schon eingeritten, aber manchmal war er noch etwas schreckhaft und die Kommandos saßen noch nicht, aber genau das wollte ich heute ein wenig erarbeiten, damit dann das Training unter dem Sattel einfacher von der Hand gehen würde. So wie ich Trüffel kannte, würde er sowieso einwandfrei mitmachen und wir würden auch heute wieder große Fortschritte erzielen. Ich erahnte bereits, dass ich das kaum schaffen würde, aber ich gab mir Mühe und siehe da! Am Ende des Tages waren alle Pferde versorgt.
      Der nächste Morgen war von Stress geprägt, denn Kat hatte ein plötzliches Vorstellungsgespräch in New York erhalten und musste deshalb schon eher los. Ich war eigentlich gerade dabei, nach potenziellen Höfen zu schauen, als Ethan ins Haus gestürmt kam und mir wild gestikulierend erklärte, dass der Zaun der Jungpferde ein Leck zu haben schien und die Hälfte davon im Nirgendwo war. Toll.
      Also schnell anziehen und los auf die Suche. Vorher machte ich aber eine Bestandsaufnahme von den Verbliebenen und sperrte das doch beachtlich große Loch im Zaun ab. Da waren noch circa 8 Fohlen. Ich konnte Sibiria entdecken, Caruso, Paddington, Outlaw Torn, Dead Memories, Hollybrook’s Tiny Girl, Destiny Horror und Hollybrook’s Fairy Bluebird. Also fehlten eindeutig noch genug.
      Als erstes entdeckte ich mitten im Wald Prazzys Goldbell. Der wollte sich natürlich gar nicht einfangen lassen und kam nur zu mir, weil Shawnée wiehernd und im Eiltempo auf mich zugetrabt kam. Ethan hatte auch Glück und erwischte Dead Memories und Never look back. „Puh. Wäre der was passiert, wäre ich dran gewesen!“, meinte ich lachend und musste an Elisa denken.
      Es fehlten noch Mellow Billow und Mon petit écrou. Die beiden Stuten waren aber gar nicht so weit gekommen wie gedacht und ich hatte auch beim Einfangen Glück. Auf dem Heimweg mit beiden lief uns noch Cruel Twist of Fate über den Weg. Und wieder an der Weide entdeckte ich Ethan mit Unitato und Abendprinz. Nun fehlten ja nur noch…ach ne!
      Da hatte ich noch einmal Glück gehabt, denn Herbstmond lief noch bei ihrer Mama mit und Acariya hatte ich auch mit zu den Welshponys gepackt. Um Sacre Fleur brauchte ich mir momentan keine Gedanken machen, die verweilte noch bei ihrer Mama bei kira, wobei sie auch langsam abgesetzt werden müsste…
      Ein letztes Mal zählte ich durch um zu kontrollieren, ob wirklich jeder da war, dann konnte ich mich zufrieden der Tagesordnung widmen.
    • Eddi
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      Weihnachten
      30. Dezember 2015
      Pünktlich sieben Uhr morgens trällerte mein Wecker „Shake up the happiness, wake up the happiness…“ und versetzte mich zurück in das Gefühl der letzten Tage. Vor kurzem waren wir umgezogen und hatten es Anfang Dezember dann endlich geschafft, dass alle Pferde auf das neue Gestüt zogen und nun stand mir ein Neubeginn vor. Nochmal von vorne, aber es fühlte sich richtig und gut an.
      Seit Tagen verbrachten nun ich und die Pfleger vor allem auch Zeit damit, alles weihnachtlich zu schmücken, denn am 23. Dezember würden wir unsere Weihnachtsfeier haben und bis da waren es nun nur noch knapp vierundzwanzig Stunden, in denen allerhand geschafft werden musste. Die Pferde hatten zwischenzeitlich ein wenig Pause gehabt, denn ich hatte mich erst einmal ordnen müssen.
      Da das Gestüt aber über genügend Weiden verfügte, verbrachten sie ihre freie Zeit eben dort. Da der Winter momentan auch gar kein Winter war, konnten sie auch ungestört über die fast schon zu grünen Wiesen toben und ich musste ein wenig aufpassen, dass sie mir nichts zerstörten, aber so lange es trocken blieb, war alles gut. Tatsächlich war es dieses Jahr wirklich kein Winter. Stattdessen hatten wir täglich um die 15 Grad und Sonnenschein, es war eher wie Frühling.
      Dementsprechend fiel es alle Beteiligten schwer, sich wirklich in ein Winterfeeling zu versetzen, aber es blieb uns ja nichts anderes übrig, wenn in zwei Tagen Weihnachten sein würde. An sich hatte ich an dem Tag meinem ganzen Personal frei geben wollen, aber sie wollten zumindest bis Mittag noch ihren Dienst verrichten und mich bei der großen Anzahl an Pferden unterstützen. Dafür dankte ich ihnen sehr und am morgigen Abend würde jeder noch eine kleine Überraschung von mir erhalten.
      Doch nun musste ich mich erst einmal aus dem Bett schälen und mich allmählich fertig machen, denn die Pferde warteten schon auf ihr Frühstück und dann wollten sie auch schon hinaus auf die Weide. Bisher hatte ich nicht viel Personal, weshalb ich selbst noch kräftig mit anpackte. Jeder hatte eine bestimmte Aufgabe verteilt bekommen, weshalb sie Pferde schon gefüttert waren, als ich angezogen und gefrühstückt in den Stall trat. Stattdessen ging es nun auf die Weide. Immer mit zwei Pferden verließ ich den Stall und brachte sie auf ihre bestimmte Weide. Um dem Personal einen Leitfaden zu geben, hing zum einen im Stall ein großer Plan und zum anderen stand sowohl an den Boxen als auch an den Weiden, wer wo hingehörte. So konnte ich mir sicher sein, dass alle Pferde dorthin kamen, wo hin sie sollten.
      Die Fohlen waren heute wieder besonders aufgeregt, für sie konnte es nie schnell genug nach draußen gehen. Besonders Hidden Flyer und Exciting Force waren immer sehr stürmisch. Die beiden Vollblutfohlen waren noch nicht sonderlich lange in meinem Besitz, weshalb ich sie bisher nur schwer einschätzen konnte, aber ich gab mir Mühe und so langsam kam ich dahinter. Zumindest rissen sie sich inzwischen nicht mehr samt Halfter und Strick los, sondern warteten, bis ich diese entfernt hatten.
      Heute sollte ein normaler Alltag anstehen, trotz der Tatsache, dass der 22. Dezember war, hatten wir noch genügend Anmeldungen für unsere heutigen Reitstunden. Eine würde ich halten, die andere würde auf das Konto einer mobilen Reitlehrerin gehen. Doch vorher wollte ich das sonnige Wetter für einen Ausritt nutzen. Leider fand sich spontan kein Mitreiter, weshalb ich entschied, mich selbst auf Deep Silent Complete zu schwingen und Come Whatever May als Handpferd zu nehmen.
      Die beiden Warmblutstuten kannten sich schon lange und kamen sehr gut miteinander aus, es würde also ein ruhiger und entspannter Ausritt werden, so etwas hatte mir gefehlt! Danach konnte ich dann guten Gewissens in den Tag starten. Tatsächlich waren wir auch nur eineinhalb Stunden unterwegs und nachdem beide Stuten gut versorgt wieder auf der Weide standen, erwarteten mich schon die Reitstunden.
      Die erste Reitstunde hatte etwas eher begonnen, da die Reitlehrerin heute Nachmittag noch woanders hin musste. In ihr liefen nur Herbsttraum und Hugo Boss. Beide unter sehr erfahrenen und talentierten Nachwuchsreitern, welche eine wirklich gute Figur auf den Ponys machten und den Unterricht der Reitlehrerin befürwortete ich auch sehr. Meine Reitstunde würde für fünf Reiter sein, es war ausnahmsweise Abteilungsreiten, was ich ungern machte, aber es konnte auch Spaß machen.
      Ich muss ehrlich sein, die Lewitzer setzte ich an liebsten in den Reitstunden ein. Immerhin züchtete ich sie als talentierte Sportponys für Kinder und Jugendliche. Dementsprechend besaßen sie auch einen ruhigen und rücksichtsvollen Charakter, waren aber denn wirklich talentiert. Das war auch der Grund, weshalb ich für meine Reitstunde Donatella, Elliot, They call her Fiorina, Talya und Carachillo ausgesucht hatte. Schnell waren die Pferde verteilt und die Reiter damit beschäftigt, sie vorzubereiten, denn das musste man bei uns noch alleine machen. Sie hatten dafür gut eine halbe Stunde, je nachdem ob sie eher oder später kamen. Pünktlich um zwölf startete dann meine Reitstunde. Ich ließ sie die Pferde erst einmal aufwärmen und gab den ein oder anderen schon ein paar Tipps. Wir wechselten immer zwischen Abteilungsreiten und freiem Reiten, bei zweiteren nahm ich sie mir auch gerne mal einzeln auf dem Zirkel vor. Es lief wirklich gut, auch wenn ich das Gefühl hatte, danach schon heiser zu sein, aber was tat man nicht für die Jugend!
      Auch das Versorgen der Pferde beobachtete ich aufmerksam und war erst zufrieden, als es sowohl den Pferden als auch der Ausrüstung wirklich gut ging. Einer meiner Reiter schien gerade im Stress zu sein, denn ich fing ihm auf den Hof ab, wo er im fliegenden Wechsel von einem Pferd aufs andere sprang. Gerade kam er mit Scheherazade vom Distanztraining zurück und war nun schon auf halben Weg, um mit Cual Maniaca die nächste Runde anzutreten. Deshalb nahm ich ihm ein wenig Arbeit ab und führte meine braune Araberstute trocken, ehe ich sie noch abbürstete und dann auf die Weide brachte. Scheherazade barg sehr viel Potenzial, doch bisher hatte es sich noch nicht wirklich entfaltet. Leider.
      Da der morgige Tag gefüllt sein würde mit dem Programm unseres Weihnachtsfestes, hatte ich spontan eine Longenstunde doch noch auf heute geschoben. Das Pferd dafür war Kürbis, sie war ideal für die kleine Sechsjährige, welche uns hoffentlich öfters besuchen würde. Gemeinsam machten wir das Pferd fertig. Das Mädchen war sehr wissbegierig und scheute sich auch nicht, direkt nachzufragen. Heute machten wir an der Longe nur leichte Übungen, um ihre Balance und Konzentration zu stärken. Abschließend durfte sie noch ein paar Runden traben, ehe ich sie noch eine Runde um den Hof führte und dann war auch schon Schluss. Ohne Protest ging das zwar auch nicht, aber kommende Woche würde sie ja schon wieder da sein.
      Das Reitschulgeschäft konnte ganz lukrativ sein und ohne würde ich kurz über lang nicht auskommen, wiederum war mir aber das Wohl meiner Pferde wichtig und so basierte mein Prinzip darauf, dass auf jede Reitstunde mindestens zwei Korrekturstunden kamen und ein Pferd nie wirklich öfters als ein bis zweimal in der Woche lief. So dringend nötig hatten wir das Geld dann auch wieder nicht.
      Für den heutigen Nachmittag stand aber noch allerhand an. Ich wollte zumindest auch ein wenig mit helfen und es gab das ein oder andere Pferd, was wirklich nur ich ritt. Das war aus Prinzip Pajero. Den Schecken hatte ich schon, seitdem er ein Fohlen war, weshalb wir eine enge Bindung zueinander hatten. Für heute hatte ich mal wieder ein wenig Geländetraining eingeplant, das liebte er ja abgöttisch und besonders talentiert war er auch.
      Nach Pajero wartete schon mein zweiter Liebling: Thorondor. Jahrelang war ich seine Reitbeteiligung gewesen, dann war er in meinen Besitz gewandert und nun stand der wunderschöne Rappe bei mir im Stall und ging meinem Personal auf den Keks, denn er hatte einen sehr speziellen Charakter. Doch die Freiarbeit machte mit ihm tierisch Spaß und jeder bewunderte den Ausdruck und die Motivation des Pferdes, während wir über den Reitplatz tobten, es war wie immer sehr erleichternd.
      Für den heutigen Tag stand noch ein Springtraining mit Classic Gold an und eine Kutschfahrt mit Little Chocolate Chip. Danach telefonierte ich noch mit Occulta, welche momentan Naimibia als Leihstute für ein Fohlen besaß, schon bald würde meine hübsche Stute zurückkehren, da Occulta gerade dabei war, das Fohlen abzusetzen. Es war ein Traum von Reitpony geworden und wurde schon jetzt (zurecht) bewundert.

      Am kommenden Tag stand die Weihnachtsfeier an. Da diese pünktlich 13 Uhr beginnen sollte hieß es, den restlichen Kram schon vorher fertig zu machen und das war allerhand. Zum einen ritt ich vorher noch Allelujah, denn der hatte sich inzwischen seinen Ruf bei meinen Reitern gemacht und wurde tunlichst gemieden, weshalb ich die einzige war, die ihn vor allem gerne ritt. Danach longierte ich noch meinen Zwerg Hoppla, damit der kleine Kerl über den Winter weg nicht zu kräftig wurde und als letztes ließ ich noch einmal allen Stress von mir abfallen, während ich mit Albertino eine gemütliche Runde ins Gelände ging.
      Und dann ging schon unser Programm los! Beginnen tat das Ganze mit einem Führzügelwettbewerb. Endlich hatten wir eine Beschäftigung für unsere Zwerge gefunden. Werina und Mondscheinsonate liefen auch öfters als Gespann vor der Kutsche, aber Window blieb da immer ein wenig alleine im Nichtstun. Führzügelwettbewerbe und das Training mit den Zwergen machte ihm hingegen riesigen Spaß und unsere kleine Flauschkugel nahm tatsächlich ein wenig ab!
      Occani und Heartbreaker brauchten ein wenig mehr Beschäftigung. Zwar waren beide super kinderlieb und sehr geduldig, aber man sah ihnen doch an, dass es ihnen wesentlich mehr Spaß machte, gefordert zu werden. Sei es nun in der Dressur, im Springen oder im Gelände. Die beiden Welshs waren einfach für alles zu haben.
      Aus diesem Grunde hatten wir angeboten, die ein oder anderen kleinen Reiterinnen darauf vorzubereiten und alle waren wie verrückt gewesen. Es gab natürlich Schleifchen zu gewinnen und für jeden einen Nikolausstiefel mit Leckereien, so dass niemand leer ausging. Das Publikum hatte auch sichtlich Spaß! Danach sollten die Großen zeigen, was sie konnten, denn nun kam eine Hengstquadrille!
      „Bei der Auswahl der Pferde für die Hengstquadrille hatte ich lange mit mir gehapert, denn diese Pferde repräsentierten das Gestüt und sollten auch potenzielle Züchter anlocken. Also hatte ich versucht, so viel wie möglich mit einzubringen: Pawaneeh als Vertreter unserer Vollblüter, Cover the Sun lief als Sportpferd mit, Aristo zeigte die barocke Seite des Gestüts und zu guter hatte ich mich noch für Dissident Aggressor entschieden.
      Ich hatte alles dabei haben wollen und es war mir gelungen! Ich selbst saß auf Dissident Aggressor und jedes Pferd zeigte eine besondere Lektion, so dass Dissi und ich einen Spin zeigten, Aristo die Piaffe, Cover the Sun eine Pirouette und Pawaneeh überzeugte mit seinen Seitengängen. Der Applaus sprach auf jeden Fall für sich!
      Da ich wusste, wie beliebt es bei kleinen Kindern war, boten wir eine Art Ponyreiten an. Es waren immer größere Spaziergänge in das umliegende Gelände, circa eine Viertelstunde, bei welcher die Kinder geführt wurden. Dafür hatte ich Milka Luflee, Hyreygur, Varulv und Cheveyo ausgewählt, allesamt waren Hingucker aber totenbrav und das war das Wichtigste.
      Die Weihnachtsfeier war toll und alle hatten viel Spaß. Gegen 18 Uhr verließen allmählich alle das Gestüt und mit meinen engsten Leuten machte ich noch einen nächtlichen Ausritt bei Vollmond. Gut, nächtlich war übertrieben, aber 19 Uhr war es eben schon stockduster. Wir waren zu viert unterwegs und ritten unsere ruhigen Westernstuten: Kisshimbye, Like Honey and Milk, Ice Coffee und Apache’s Tomahawk. Schöner konnte man es nicht haben. Der Abend endete mit einer Weihnachtsfeier mit einem reichen Büffet und einer Dankesrede samt Geschenken für alle. Dann rückte auch der 24. Schon näher und ich würde allerhand zu tun haben.

      Wirklich viel Zeit hatte ich nicht, ich wollte alles schaffen, aber auch pünktlich 18 Uhr zu Hause sein, das hieß, dass spätestens halb fünf alles geschafft sein musste. Aus diesem Grund stand ich heute wesentlich eher auf, um nach der Fütterung direkt Khiara El Assuad, Golden Ebano und CH’S Sun is Shining in die Führmaschine zu packen.
      Während die drei beschäftigt waren, longierte ich meinen Junghengst Altyn, welcher sich momentan mehr als gut machte und mit dem ich wirklich zufrieden war. Dann widmete ich meine Aufmerksamkeit meinem Neuzugang Cola, welcher immer noch ein wenig in sich gekehrt war, was ich versuchte, mit Bodenarbeit aufzulockern. Wir machten Fortschritte, allerdings eben nur kleine. Da ich heute noch meinen Pferden etwas Gutes tun wollte, ritt ich noch Feuervogel und Morning Sun. Ich wusste, dass die beiden Reitponys sonst vor Langeweile vergingen.
      Da ich noch ein wenig Hilfe von meinem Personal am Morgen hatte, waren auch Lila Wolken, Possy Pleasure Mainstream und Sika bereits bewegt. Für Autumn Leave in the Sky und Dr. Insektor hatte sich auch noch jemand gefunden und so hatte ich doch schon fast meine Liste geschafft. Es war bereits früher Nachmittag, als ich noch zu einem Ausritt mit Flintstone und Schneeleopard aufbrach.
      Danach machte ich alles für den Abend bereit, denn die Pferde bekamen jeweils eine Extraportion Möhren, weil Weihnachten war. Dann ging ich zu meiner Kontrollrunde in den Fohlenstall. Amadahy, Frozen Bubble, Korah, Nabiri, Panta Rhei und Roswell vertraten stolz meine Lewitzerzucht. Es waren allesamt herrliche Nachkommen, auf welche ich mehr als stolz sein konnte.
      Auch über meine Welshponys konnte ich mich nicht beklagen. Acariya wurde von Tag zu Tag schöner, Sacre Fleur langsam immer selbstbewusster und zu Herbstmond brauchte ich nichts sagen, die wurde eh von alles und jedem geliebt und das zurecht! Shawnée und Siberia waren ja damals mehr Zufall gewesen, dennoch wollte ich die beiden Welsh Ds nicht mehr missen und auch heute bekamen sie wieder ihre Portion Knuddeln.
      Vor den Boxen von CH’s Destiny Horror und Hollybrook’s Fairy Bluebird blieb ich etwas länger stehen. Beide waren nun langsam bereit für den nächsten Schritt in ihr Dasein als Reitpferd, nur ich zögerte noch ein wenig, ich wollte ihnen so viel Zeit wie möglich geben. Das Gleiche galt für Tiny Girl, doch mein AMH unterschätzte ich zu gerne und wenn ich das tat, zeigte sie es mir auch deutlich.
      Der Tag neigte sich dem Ende und halb fünf standen alle Pferde in frisch gemachten Boxen, mit ihrer Ladung Heu für die Nacht. So konnte ich guten Gewissens duschen und mich umziehen, um dann pünktlich auf den Familienfest zu erscheinen.

      Von meiner Familie konnte kaum einer nachvollziehen, dass ich meine Feiertage mit den Pferden verbrachte, statt mit der Familie, obwohl ich zu jeder Feier trotzdem pünktlich kam, dennoch standen die Vierbeiner an erster Stelle. Diesen Morgen arbeitete ich ein wenig mit den Junghengst Abendprinz und Cruel Twist of Fate. Danach war HGT’s Unitato an der Reihe und dann noch Outlaw Torn. Die Jungpferde brauchten allerhand Beschäftigung, doch ich kam momentan kaum hinterher.
      Deshalb hatte Prazzy’s Goldbell allerhand Flausen im Kopf, genauso wie Paddington und gemeinsam machten sie nur Unsinn! War ich da immer froh über Caruso, der sich nichts anmerken ließ und ein Engel war. Am Ende meines Fohlenrundgangs betüddelte ich noch ein wenig Mon petit écrou, ehe ich mich an die richtige Arbeit machte.
      Vertigo, Caillou und Piccolos Blaze mussten geritten werden. Calimero II sollte noch longiert werden und dann wollte ich zumindest noch mit Joyce oder Sika eine Runde ins Gelände, für die Jungstuten war diese Erfahrung mehr als wichtig. Die restlichen würde ich auf die kommenden Feiertage schieben müssen, denn heute Nachmittag stand bereits die nächste Familienbevölkerung statt.
      Während dieser plante ich aber nur die kommenden Tage. Am morgigen Tag sah ich mich früh mit Amazed Marlin ausreiten, ehe ich gemeinsam mit Hákur neue Lektionen in Angriff nahm. Dann würde ich HGT’s End of Day longieren und an seinen Rückenmuskeln arbeiten, ehe ich etwas bodenarbeitstechnisches mit Fandango machen wollte.
      Am 27. Dezember ging es dann gemeinsam mit drei Freundinnen ins Gelände. Ich selbst ritt Quintesse, während ich den Rest auf Caribic Sue, Freeway und Walking in the Air verfrachtet hatte und dann stand tatsächlich schon fast 2016 vor der Tür! Ich würde Zarin und Golden Ebano ihre homöopathischen Tropfen am 31. Geben müssen, damit sie nicht vollkommen explodierten, wenn dann überall das Feuerwerk losging.
      Zum Glück bestand mein Stall größtenteils aus Pferden, denen das egal war .Call me a Twist und Bandit war das schnuppe, die würde auch neben einem Feuerwerk herlaufen. Morrigan war da nicht viel anders, nur He’s called Trüffel konnte ich da nicht so gut einschätzen, aber das würde sich noch zeigen, nun musste ich erst einmal diese Familienfeier hinter mich bringen!
    • Eddi
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      Frühjahrsputz
      02. April 2016
      Kurz nach Neujahr hatte unser Umzug stattgefunden, so dass wir nun seit fast vier Monaten in Holland lebten. Wie ich es bereits gewohnt war, zog sich alles unglaublich. Es hatte gut zwei Monate gedauert, bis alle Pferde umgezogen waren und ein festes Team hatte ich auch noch nicht, da war ich noch fleißig auf der Suche, aber trotzdem kehrte allmählich eine Routine ein. Und ich liebte unser Gestüt. Den Namen hatte ich so übernommen und so lebten wir nun auf Gestüt Sapala.
      Es lag zwischen Wäldern und Wiesen, ziemlich im Abseits und stellte eine herrliche Anlage da. Das wichtigste war zu Hauf vorhanden: Weiden. Zudem besaßen wir zwei Reitplätze und zwei Hallen plus weitere Trainingsmöglichkeiten wie eine Führanlage und zwei Longierzirkel. Und natürlich gigantische Stallungen, was für uns nun mehr als nötig war. Ganz nebenbei war ich ja in mein Wohnhaus verliebt, hier konnte man sich wohlfühlen!
      Den Pferden gefiel es auch, das spürte man deutlich und das Gelände war auch einfach mehr als idyllisch, denn außer unseren Heuwiesen gab es rundum kaum etwas anderes als Felder, Wiesen und Wälder. Ich war endlich in meinem Traumzuhause angekommen und wenn man sich etwas mehr Zeit nahm, war man mit einem halbstündigen Ritt auch direkt am Meer. Wir befanden uns im Friesland, genauer gesagt in Aurich und ziemlich nah an der Küste.
      Die frische Meeresluft tat allen gut und momentan arbeitete ich auch eine lange Liste an Bewerbungen ab, denn wir waren begehrter als gedacht. Nun war schon April 2016 und wie immer erfasste mich die Frühjahrsputz-Laune. Es gab schließlich immer etwas zu tun und es gab auch noch genug Kisten, die noch ungeöffnet irgendwo standen. Besonders in den Sattelkammern hatte ich bisher nur das Nötigste untergebracht, meine Pferde hatten zu viel Kram!
      Die waren momentan übrigens alle in ihrer Schonfrist. Der Umzug war auch für die kräftezehrend gewesen, aber glücklich waren wir alle. Außer ich in dem Moment, denn gerade klingelte mein Wecker – 5 Uhr in der Früh. Bisher sah es an Mitarbeitern noch mager aus, dementsprechend musste ich selber kräftig mit anpacken was Fütterung, Rausbringen und Misten betraf. Dazu kamen der Papierkram und die Vorstellungsgespräche und so bekam ich kaum noch die Gelegenheit zum Reiten.
      Angezogen, frisch gemacht und gefrühstückt tauchte ich im Stall auf und grüßte knapp die anderen Pfleger, die bereits angetanzt waren. Es war kurz nach sechs und draußen tatsächlich schon hell. Oh ich freute mich so auf den Sommer! Dann würden die Pferde auch 24 Stunden auf den Weiden stehen und wir hätten ein bisschen Arbeit weniger. Aber wirklich nur ein bisschen, denn im Sommer wollte ich alle wieder in Höchstform sehen – mich eingeschlossen.
      Füttern und Rausbringen fraß Zeit. Nachdem dann auch gemistet war, war es schon fast 10 Uhr und ich würde mich für das nächste Vorstellungsgespräch fertig machen müssen. Leider überzeugte mich der Herr um die 30 Jahre weder im Gespräch noch auf dem Pferd. Als Dressurtrainer hatte er sich beworben, weshalb ich ihm für den Proberitt Aristo ausgesucht hatte, einer unserer Dressurässer. Doch sein „Was, ein Barockpferd?“ hatte mich eigentlich direkt abgeschreckt und so hatte ich zwar ein freundliches „Ich melde mich noch einmal bei Ihnen“ herausgebracht, war aber erleichtert, als er weg war.
      Stattdessen ging der Stress direkt weiter, denn heute sollten einige neue Pferde kommen. Ich war dafür bekannt, regelmäßig aufzustocken und da meine liebe Freundin Julie aus privaten Gründen ihren Hof auflöste, kamen einige Pferde aus Schottland zu uns. Zum einen Van Deyk, ein toller Trakehnerhengst mit großem Potenzial, auf dessen Dasein ich mich schon jetzt freute. Des weiteren Ayumi, ein tolles Fohlen aus der Zucht von Siobhan, was mit einer tollen Abstammung daher kam. Dann noch Key, eine Vollblutstute, welche ich noch aus meiner Nasty Past Zeit kannte. Und als letztes was ganz witziges: Ridcully, ein American Miniature Horse. Er sollte das Gegenstück zu meiner Hollybrook’s Tiny Girl werden und dementsprechend war er sofort eingezogen.
      Heute tanzten die drei an, doch während ich noch gut eine Stunde Zeit hatte, schaute ich bei den ehemaligen Neuzugängen an. Die beiden Vollblutfohen Hidden Flyer und Exciting Force waren mir sehr schnell ans Herz gewachsen und entwickelten sich prächtig, ich hatte mich in beide wirklich verguckt. Da wir ja ein riesiges Gestüt hatten, kamen auch Anfang des Jahres zwei Reitponys zurück. Elisa hatte leider verkleinert und so kehrten Never look back und Raunchy’s Limited zurück. Hatte ich sie noch als zerzauste Jungpferde nach Townsend Acres gegeben, kamen sie nun als schicke Turnierponys zurück. Elisa verstand eindeutig etwas von ihrer Rasse und ihrem Geschäft.
      Dementsprechend hatte sie sich auch über Absinth’s erfolgreiche Körung gefreut und war sich sicher, dass Allelujah und Morning Sun genauso schnell ihre Punkte sammeln würden. Ich hatte da ja noch allerhand zu tun, denn sie waren nicht die einzigen Pferde, die in eine Körung geschickt werden sollten. Priorität hatte auch immer noch Feuervogel, den hätte mir Elisa sicherlich auch trotz Verkleinerung aus den Händen gerissen.
      Selbst bei unserem zerstruppelten Neuzugang Cola hatte sie bei ihrem Besuch (natürlich hatte sie ihre beiden Schätze eigens vorbei bringen müssen) neugierig begutachtet. Sie sah das Potenzial, was hinter dem vernachlässigten Pferd steckte. Wir beide kannten Cola schon sehr lange vom Sehen und Hören. Ich musste auch sagen, dass er sich wirklich ganz gut machte, genauso wie seine Leidensgenossin Autumn Leave in the Sky. Beide stammten aus schlechter Haltung und wurden bei uns nun wieder aufgebaut.
      Bei ihrem Besuch hatte Elisa natürlich meine Reitponys auf den Kopf gestellt. Paddington hatte sie unbedingt einen Besuch abstatten müssen und gestaunt, wie schnell der kleine Kerl wuchs. Mit Hugo Boss und Carachillo hatten wir einen entspannten Ausritt gemacht und ausgiebig geplappert, so wie es sich für zwei Frauen gehörte, ehe sie auch noch ihren Senf zu Naimibia und Sika gegeben hatte.
      Naimibia war schon gekört und bereits von ein paar Fohlen stolze Mutter, bei Sika sah ich das ja noch nicht so, doch Elisa ermunterte mich und sah die Rappscheckstute auch schon gekört. Während ich so schön in Gedanken schwelgte, kam der Transporter an und die neuen Pferde mussten versorgt und ausgeladen werden.
      Während Van Deyk erst einmal seine Box mit Paddock bezog, wollte ich Ridcully und das Stutfohlen direkt vergesellschaften. Auf einer kleineren Weide traf Ridcully auf Heartbreaker. Mein Welshhengst war der Chef unserer Zwergengruppe und wenn er Ridcully akzeptierte, würde das auch der Rest tun. Der Rest, das waren Window und Hoppla auch beide problemlos und so stand Ridcully eine halbe Stunde später bei unseren Zwergenhengsten und genoss das herrliche Wetter.
      Ayumi sollte heute nur auf CH’s Destiny Horror und Mon petit écrou treffen. Beides eher ruhigere und ältere Jungpferde und dementsprechend perfekt geeignet und siehe da, es klappte wirklich gut und auch das Fohlen war untergebracht. Um auch Van Deyk noch etwas Abwechslung zu bieten, ging ich mit dem Schecken eine kleine Runde über das Gestüt und kennte ihn etwas lernen.
      So wirklich zum Frühjahrsputz kam ich heute ja nicht, denn es standen noch zwei Schnupperstunden an. Ich hatte entschieden, im kleinen Rahmen gutes Reiten anzubieten und nutzte die Chance einer Ponyschule, um meine Zwerge unter einen Deckel zu bekommen. Da die Ponyhengste heute aber schon genug Aktion hatten, waren die Mädels an der Reihe.
      Tatsächlich hatte sich sogar jemand für Little Chocolate Chip gefunden. Ein kleines dreijähriges Mädchen schwärmte von Ponys und ihre Mutti schien selbst pferdevernarrt zu sein und so kamen sie heute mal zu Besuch. Auch Mondscheinsonate, Occani und Werina waren heute an der Reihe. Alle Kinder waren unter 10 Jahre und bekamen beim Putzen und Satteln die Unterstützung von mir und ihren Eltern (zumeist die Mütter).
      Als alle fertig waren, gingen wir auf den Reitplatz, wo wir erst ein kleines bisschen Theorie paukten und es dann endlich in den Sattel ging und wir die ersten kleinen Runden drehten und auch allerhand Übungen machten. Die Ponyschule war eine schöne Idee, aber ich brauchte auf jeden Fall Helfer. Zum Glück waren es heute nur Schnupperstunden, aber Kinder und Eltern waren mehr als begeistert und so war auch ich glücklich.
      Zweiteres war eine Reitstunde für Fortgeschrittene und unter 18-Jährige. Altersbeschränkungen waren mir an sich egal, aber für das Klima in der Stunde war so etwas doch immer sehr angenehm und die Erwachsenen waren auch immer lieber unter sich. Als Schulpferde hatten sich bereits damals unsere Lewitzer bewährt und auch heute wählte ich fünf von ihnen. Cheveyo, Donatella, They call her Fiorina, Piccolo’s Blaze und Elliot. Die Mädels waren begeistert von ihren Schecken und auch davon, dass man bei uns die Pferde selbst holte und fertig machte.
      Natürlich kontrollierte ich alles und gab Tipps, aber sie machten das wirklich gut. Auch im Viereck konnten sich die fünf Reiterinnen sehen lassen. Natürlich hatten sie ihre Fehler und Probleme, aber genau deshalb kamen sie ja zu uns. Anscheinend kamen diese Schnupperstunden mehr als gut an und während die Mädels quatschend abritten, baute ich meine Geschäftsidee aus, indem ich auch Reitstunden für reine Jungsgruppen und Senioren anbieten wollte. Alles Gruppen, die man so anlocken konnte.
      Mein Prinzip war lediglich, dass für das Pferd pro Reitstunde mind. zwei Korrekturstunden kamen, so dass einerseits sehr gute Schulpferde vorhanden waren, aber eben auch diese nicht überstrapaziert worden. Also würde sich das Pensum auch mehr als Gering halten. Nachdem alle Pferde versorgt waren, ging ich Lewitzerliste kurz durch:
      Vertigo wollte ich im Turniersport, so fiel er als Reitpferd für Schüler weg und bei Talya war ich mir auch nicht sicher, ob es das Richtige war. Genauso wie bei Elliot. Er hatte seine Sache heute gut gemacht, aber ich glaube, Caillou konnte ich mir da besser vorstellen. Und Amazed Marlin ließ ich bisher auch lieber außen vor, sie sollte sich auf ihre Krönung konzentrieren.
      Zum Glück hatten die Fohlen nicht solche Probleme. Sowohl Amadahy, Frozen Bubble, Nabiri und Rosewell als auch die beiden Hengstfohlen Panta Rhei und Calimero II tobten mit dem Rest zufrieden über die Weiden. Aber irgendwann würde auch für sie der Ernst des Pferdelebens kommen. Obwohl, sie hatte noch Zeit.
      Den Nachmittag verbrauchte ich im Büro und plante für die Fohlen. Das machte ich gerne und es war auch nötig, denn so erinnerte ich mich wieder daran, dass ich einige „Fohlen“ hatte, die schon längst nicht mehr so klein waren wie ich dachte, sondern schon mehr als bereit. Hollybrook’s Fairy Bluebird war eine tolle Ponystute geworden, nun bald sechs Jahre, hatte bisher aber noch keinen Reiter gesehen.
      Das Gleiche galt für Prazzy’s Goldbell, dabei wollte ich meinen geliebten Pajero-Sohn gerne langsam unter dem Sattel sehen, er würde seinem Vater alle Ehre machen! Apropos, einen Ausritt mit Pajero würde ich mir heute Abend noch gönnen müssen, zum Glück blieb es immer länger hell. Ach, ich war doch ganz froh, den Winter hinter mir zu haben, auch wenn der Sommer sicherlich wieder heiß werden würde.
      Bei Outlaw Torn war ich mir bezüglich der Ausbildung sehr unschlüssig. Er war bald vier und schon sehr weit, eben weil das bei Paint Horses so gehandhabt wurde, aber genau deshalb wollte ich ihm Zeit lassen und es war ja nicht so, als wäre das Reiten für ihn essentiell wichtig. Das sahen HGT’s Unitato und Cruel Twist of Fate nicht anders und so ließ ich meinen Westernpferden gerne mehr Zeit.
      Und dann gab es da noch meine Welshnachkommen. Alle behalten, nachdem die ältere Generation verkauft worden war. Herbstmond und Acariya waren bisher immer noch meine Favoriten, aber auch Sacre Fleur liebte ich, ebenso wie Shawnée und Sibiria, auch wenn ich nicht recht wusste, was ich mit zwei Welsh D Stuten anfangen sollte, aber irgendwas würde sich schon finden.
      Dann gab es da nur noch Abendprinz und Caruso. Zwei Fohlen sondergleichen, die ich beide sehr liebte. Geplant war in weiter Zukunft ein Fohlen aus Fairy von Zarin, welches als Gegenstück für Caruso dienen sollte, aber im Gegensatz zu Zarin war Fairy noch nicht gekört.
      Und dann hatte ich mich in die Araber verguckt, neben Abendprinz gab es bisher zwei Stuten: Scheherazade und CH’s Sun is Shining. Zwei wunderbare Tiere und eine sogar schön gekrönt. Aus der Zucht meiner besten Freundin Sammy würde mich auch noch ein wahrer Wüstenstürmer erwarten, aber bisher war er noch nicht so weit, ich freute mich aber schon auf ihn.
      Den heutigen Abend verbrachte ich zu meiner Freude dann doch noch auf den Pferd und erkundete mit Pajero die neuen Wege rund um das Gestüt und freute mich natürlich riesig, denn es war so toll! Irgendwann mussten wir einen großen Ritt ans Meer machen, aus unserer Frankreich-Zeit wusste ich, wie sehr Pajero das liebte.

      Am nächsten Morgen ging es wieder früh raus und wieder war viel los, wie eigentlich jeden Tag auf dem Gestüt. Zur Abwechslung beschäftigte ich am Morgen aber erst einmal Thorondor mit viel Bodenarbeit, damit mein Berber nicht verrückt wurde, denn nur Weide war für ihn einfach gar nichts und so war er einer der wenigen, die mich mindestens fünfmal die Woche zu Gesicht bekamen.
      Ach und die Führanlage hatte ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Spätestens als sie Pawaneeh und Golden Ebano die nötige Bewegung verschaffte. Bei Classic Gold und Khiara El Assuad war die aber noch wichtiger. Die Vollblüter wären mir sonst explodiert. Wer witzigerweise auch richtig Gefallen daran fand, war Freeway, unsere Tinkerstute. Eigentlich ein Pferd, was ich nie in die Führanlage gepackt hätte, aber sie liebte es.
      Heute war mal wieder Bewegungstag, gestern hatte ich ja Pause gehabt. Am Morgen longierte ich Deep Silent Complete und Herbsttraum, ehe ich mit Come Whatever May auf den Springplatz ging. Flott weiter ging es mit einem Ausritt: Apaches Tomahawk als Reitpferd und Caribic Sue als Handpferd. Was die Bewegung betraf, kamen mir die Schnupperstunden recht. Heute war wieder eine und so waren Kürbis, Lila Wolken, Milka Luflee, Walking in the Air und Quintesse beschäftigt und ich auch.
      Danach hätte ich zu gerne eine Pause gehabt, raffte mich aber noch auf Like Honey and Milk zu longieren. Ihre Vorbesitzerin war immer sehr hinterher, dass es der Stute gut ging und so kam sie auch jetzt definitiv nicht zu kurz. Eine Pause stand an und die genoss ich auch wirklich, denn heute Abend hatte ich etwas Besonderes für meine treuen Pfleger geplant. Bisher dachten sie, sie würden zu einer Besprechung antanzen müssen, dementsprechend ahnten sie nichts.
      Doch als es dann so weit war, eröffnete ich ihnen einen Ausritt an den Strand und alle waren begeistert. Wir waren zu elft, also eine ziemlich große Mannschaft, die gute und ruhige Pferde benötigte. Guten Gewissens hatte ich mir direkt Schneeleopard rausgepickt und dann die beiden Westernstuten Ice Coffee und Kisshimbye. Flintstone und Joyce kamen auch zum Einsatz. Die Hälfte war abgedeckt. Für mich hatte ich Fandango rausgesucht, mein kleiner Sonderling im Stall und so fehlten nur noch fünf Pferde und wir waren vollständig. Call me a Twist und Dissident Aggressor waren sowas von mit dabei und dann nahm ich noch Bandit und Albertino mit. Als letztes hatte Varulv die Ehre und so ging es gefühlt auf einen Riesen-Ausritt, den alle Beteiligten sehr genossen, denn am Strand erwartete uns auch noch ein Lagerfeuer.

      Obwohl ich weder trank noch irgendwas desgleichen tat, fühlte ich mich am nächsten Morgen verkatert. Ein langer Ritt plus ein langer Abend waren nichts für jemanden, dessen Wecker fünf Uhr morgens klingelte und so kam ich auch fast zu spät zum Proberitt meiner eventuellen neuen Reitlehrerin. Diese hatte ich auf Altyn gesetzt, was etwas fies war, aber mir dann auch direkt zeigte, dass sie die richtige war, denn mein junger Hengst lief unter ihr wirklich traumhaft, nachdem sie zusammengefunden hatten.
      Halb dösend bespaßte ich nach diesem Erfolg Cover the Sun im Longierzirkel mit etwas Stangenarbeit. Die nutzte ich kurz darauf auch noch einmal mit Possy Pleasure Mainstream, um Rücken- und Bauchmuskeln zu aktivieren. Eigentlich war meine Liste heute mehr als lang, aber aus privaten Gründen bekamen Hákur und HGT’s End of Day frei, so dass ich nur mit Dr. Insektor ins Dressurtraining musste und danach eine Pause im Gelände mit Cual Maniaca einlegte.
      „Ich bewundere dich für dein Durchhaltevermögen!“, hörte ich dann am Telefon, als ich mit meiner Mutti bezüglich meines Geburtstags Ende April sprach, denn ich lud sie nach Holland ein. Und bisher waren sie nicht abgeneigt. Währenddessen ließ ich He’s called Trüffel und Hýreygur freispringen, aber trotz maximaler 50cm war zweiterer einfach nicht begabt.
      Mein Abend endete wieder mal auf dem Pferderücken, nämlich auf Morrigans, welcher mich entspannt gen Gestüt trug, nachdem wir einmal über die schöne Waldwiese gejagt waren und nun genüsslich entspannt in unseren Feierabend spazierten.
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  • Album:
    Hengststall
    Hochgeladen von:
    Eddi
    Datum:
    20 Dez. 2020
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    EXIF Data

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    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Name: He's called Trüffel
    Geboren: 2009
    __________________

    Von: Three Seconds
    Aus der: First Price
    __________________

    Rasse: Welsh B
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Silver Dapple Black
    EE aa nZ
    Stockmaß: 140cm

    Beschreibung:
    'Trüffel' ist ein äußerst neugieriger und manchmal auch frecher Junghengst, der stets gute Laune hat. Er ist sowohl temperamentvoll, etwas schreckhaft und sensibel, aber auch sehr lieb, freundlich und aufmerksam. Er weiß, wie er sich zu präsentieren hat, um seinem Publikum den Atem zu rauben ; denn er hat wunderschöne Gänge, eine sehr gute Aufrichtung und viel Aktion in allen Gangarten. Der Galopp ist fast zur Waagerechten bergauf gesprungen, der Trab schwungvoll und aussdrucksstark und im Schritt tritt 'Trüffel' deutlich über. Im Springen ist er jedoch auch recht begabt, was seine Abstammung bestätigt. Mütterlichseits war seine Großmutter jahrelang erfolgreich im Springsport bis zur Klasse L, sein Großvater väterlichseits ebenfalls bis zur Klasse L und der Vater unseres Hengstfohlens konnte in der Vielseitigkeit viele erste Plätze und sonstige gute Platzierungen ergattern. Seine Mutter konnte in der Dressur M platziert werden, seine Großmutter väterlichseits erhielt A-Siege und L-Platzierungen. Daraus kann man schließen, dass 'Trüffel' für jeden Sport Zukunftsaussichten hat, die wirklich vielversprechend sind.

    Ersteller: Elii
    Besitzer: Eddi
    Vorkaufsrecht: Elii

    Dressur E - Springen E

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    Gewinner des [BSW 138]
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    Gekört: ja, [FS 61] + [FS 226]
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    Nachkommen:
    Keine zu verzeichnen.

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    Offizieller Hintergrund